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Osterreich ische Galerie
Wien III.,
^Jlns F.ugenstreß« lär.tSF

z s p /

VER
Zeitschrift- d-vereinigung-
S A C R U M bild-Künstler-Österreich!

OLßRI CH

J Ä H R U C H - 1 2 H E F T E - IM A B O N N E M E N T - 9FL = 15 M II J A H R G . H E F T 1

VERLAG von E-A-SEEMANN-LEIPZIG

PEÜKANFflRBEN
GVNTHER WAGNER
KVN^TLER-WA^ERrmBEN
FEiN5TeMARKE FÜR KÜN5TlERi5CHE ARBEITEN

Marie Herz- feld: Der "Weise und das Schicksal. Das Haus der Secession. . Rainer Maria Rilke: Über Kunst. Wilhelm Schäfer: Kunst-Enthusiasmus. Mittheilungen der Vereinigung bildender Künstler Oesterreichs.Richard Schaukai: Herkunft. V o r w o r t zum zweiten Jahrgang.

Und wenn sie mich einmal im Sturz erschlagen: Die Nachbarn im Geist werden nach mir fragen. RICHARD S C H A U K A L . MEIN Boden hat seine Bäume getragen. -V 0 J . Sie fallen unter MEINER Tage Streichen. von wem ich stamme! Meine Scheite lodern in EIGENER Flamme. Und ich weise jeden von meinen Grenzen. A u s MEINEM Forst sind die Stämme geschlagen. Ich hab' an den Stämmen mein Eignerzeichen. Äatfir r Sage mir einer. Zu ihnen bahnt' ich gehsame Wege. Uber schäumende Flüsse schlug ich Stege Und im Königsschmuck meiner Dichterbürde Neigt' ich mich ehrend der älteren Würde. Käm' er als Gaukler mit Sprüngen und Tänzen Oder als punischer Hammerschwinger Oder als salböltriefender Ringer.

i 3«ß .

. Haupteingang v o m Ausstellungs- gebäude der Ver- einigung bildender Künstler Oester- reichs.

zögerung im Erscheinen des I. veranlasste die Ver- Dank sei an dieser Stelle dem bis. Heftes. wicklung. ziger Firma E. zu übernehmen. gewaltet hat. welche sich nun als not- crum" fortführen wollen. VER SACRUM hält am Beginne seines zweiten Jahr. dass die Wege. verlage der Vereinigung erscheinen. Jahrgang sollte im Selbst- feststellen. um geschlagen. . herigen Redaktionskomite gesagt für ganges. mit welcher Indem wir zurückblicken auf die es in diesem Werdejahre seines Amtes Zeiten seiner Gründung und ersten Ent. geleitet Antrage der rühmlichst bekannten Leip- von denselben künstlerischen Grund. die wir ein. können wir mit Genugthuung Der II. Eine auch im zweiten Jahre unser „Ver Sa. Folge geleistet. Seemann. JAHRGANG. wendig erwies. V . S. die bisher massgebend waren. VORWORT ZUM II. den Verlag sätzen. A . sich uns als die richtigen die Mitte des Januar jedoch wurde dem erwiesen haben und dass wir. Neuordnung. seine ideentreue Ausdauer.

und Lüftungs- anlagen gleichmässige. dass alle Teile der Ausstellungsräume dasselbe gleichmässige ruhige Licht empfangen und ein Spiegeln der aufgehängten Bilder ver- mieden erscheint. in Breite und Höhe richtig bemessene.H A U S D S E C E S S I O N - M assgebend für die Plandisposition dieses_Gebäudes war ausschlieslich der Zweck desselben: mit den einfachsten Mitteln einen brauchbaren Rahmen für die Thätigkeit einer modernen Künstlervereinigung abzugeben. in ein und derselben Ebene gelegene Ausstellungsräume geschaffen. Um die Raumteilung der Ausstellungssäle den besonderen Bedürfnissen der jeweiligen Expositionen anpassen und mög- lichst abwechslungsreiche Gesamtbilder derselben erreichen zu können wurde das Dach des Hauses auf sechs Stützen ge- . durch Heiz. angenehme Temperaturverhältnisse erzielt und die Lichtquellen so angeordnet. die- selben im Interesse leichter Orientierung unter Betonung einer Hauptachse angeordnet. Es wurden daher geräumige. D .

Olbrich. Ausserdem enthält das Haus in der „Halle" einen Empfangsraum. dann im Sou- terrain Dienerwohnungen und die nötigen Depots und Pack- räume. Für Raumkunstausstellungen sind Zimmer mit Seiten- licht vorgesehen. das seine General- probe bei den ersten Ausstellungen bereits vorzüglich be- standen hat. Das Ausstellungsgebäude. ferner die nötigen Räume für den administrativen Betrieb und Sitzungszimmer.während diezwischen denselben befindlichen Trennungs- wände über die ganze Fläche des Raumes verschiebbar sind. ist in Entwurf und Durchführung ein Werk des o. der Vereinigung. welche mit der Strasse sowohl als mit den Aus- stellungssälen durch verstellbare Rampen verbunden sind und endlich die für Redaktion und Leitung dieses Blattes nötigen Lokale. Architekten Josef M. welche ihrerseits die ernste würdevolle Bestimmung des Baues als Kunstheim zu betonen bestrebt ist. M. Ihre in Weiss und Gold gehaltene Architektur rechnet in ihrem Gesamtaufbau wie im Detail mit der vor dem Gebäude im Entstehen begriffenen grossen Platzanlage.stellt. 0 J . S. Aus allen diesen Erfordernissen kristallisierte sich die Aussenform des Gebäudes heraus. V .

Interieur (Kinder- zimmer) aus der Villa M. . Friedmann.

Friedmann.Interieur (Zimmer der Frau) aus der Villa M. .

Hände wie durch ein Triumph- Kein Ding ist wichtiger als ein thor. Alles. sondern ein sorgloses Sich- Loslassen. Vertrauen ist: der Kindheit. aber sie müssen A l l e oder mit einer weissen Wiesen. wie beide ihm gleich sich nie mehr verlieren. W enn ich die Kunst als eine Lebensanschauung bezeichne. lang.Die Eine Schaar dunkler Nomaden Kindheit ist das Reich der grossen wandern sie durch seine heiligen Gerechtigkeit und der tiefen Liebe. im Vertrauen auf ein sicheres Ziel. Angst des Verlustes. gefühlt und Unwillkürliches und ähnelt oder gehört hat. Es hat nicht die Kein Erwerben eines stillen. Lebensanschauung will hier aufge- fasst sein in dem Sinne: A r t zusein. sondern ihm noch die schöne Schale. VEBER KVNST. Und w a s blume. einmal begegnet ist. die ohne glänzend schienen in dem Lichte Furcht einem geliebtenFührer folgt. sich anzusiedeln. darin ein fortwährendes Vergeuden aller nichts verloren geht. Also keinSich-Beherrschen und-Be- schränken um bestimmter Zwecke willen. seiner Freude. Man erkennt: pfindet als sein Eigenthum Alles. Werden eine W e i l e licht in anderes in den Händen des Kindes. Es zwingt deren bestes Merkmal ein freudiges die Dinge nicht. Und das © . son- dern eine weise Blindheit. Es wird in der Ermüdung einmal in der Liebe aufleuchtete. diese A r t zu sein hat etwas Naives w a s es einmal gesehen. seiner Liebe und verdämmern wie- Es spielt mit einer goldenen Brosche der dahinter. was ihm jener Zeit des Unbewussten an. Die W e l t ist sam wachsenden Besitzes. durch diese Liebe durch. Keine Vorsicht. Und es em- wandelbarenWerthe. beide gleich achtlos fallen lassen das bleibt darin im Bilde und lässt und vergessen. meine ich damit nichts Ersonnenes.

D. Sie ziehung gewinnt. erstrebenswer. dem Ewigfremden. der dass andere Stämme. eine sterbende Stadt in dem Aschen. Möglich. als Keim eines brauchbaren Staatsbür- gers. nicht übliche Münze. ben. Bild ist Besitz. Ihr Reichthum ist freilich rohes In diesen Tiefen und nicht in Gold. Begriffe ersetzt und die Dinge. Zeiten: Künstler. Schule verbreiten sich die Wurzeln zubüssen. die es rücksichtlos vernichtet. Entweder das Neue wird der W a l l . zu Gott. oder es wird die Fluth. aus dem kühleren. durch welche oder die alte Liebe versinkt wie die Herbste und Frühlinge ziehen. das Kind wird entweder älter und ver- ständiger im bürgerlichen Sinn. vergänglichen Aeste. des wahren Künstlerthums. von und unbedeutenden. die die ersten wohnen in dieser wärmeren Erde. es tritt in den Orden SEINER Zeit ein und empfängt ihre Weihen. © . es wird Mensch im Geiste A L L E R der so reich. Entwicklungen. aus seinem eigensten Kindsein heraus. je mehr Macht die Er. höher in den Himmel wachsen Entweder es bleibt jene Fülle der als so ein tiefgründiger Künstler- Bilder unberührt hinter dem Ein. die aus der Tradition gemäss. oder es reift einfach ruhig weiter von tiefinnen. h. die nichts wissen mene und historisch entwickelte von dem Maass der Zeit. baum. hin. zu werthvollen Erziehung. den Veränderungen der Oberfläche then und gleichgiltigen stempelt. Und er den Tagen und Erfahrungen der scheint immer mehr an W e r t h ein. Darum sind Kin. unwillkürlichen und ganz indivi. regen dieser unerwarteten Vulcane. beeinflussten Boden ihre Kräfte he- Das ist die Zeit der Entscheidung. Dieser streckt nicht seine drängen der neuen Erkenntnisse. und das bedeutet. in der niegestörten Stille dunkler duellen Eindrücke durch überkom. der ein Stück Kindsein umschirmt.

Niemand kann die hinter den Dingen ist. Keine Zeit hat noch den Einzigen. w o es Grenzen ihres Seins erkennen. in dessen Bahn immer neue fallen immer noch seit Jahrtausen- Wesen sich einfügen. Tiefe und lauschen. RAINER MARIA RILKE. ganz w a r m und dunkel wird. dort. Schmargendorf. Sie sind die den. steigen A N D E R E und werfen ihr Urtheil und W i s - Säfte in ihnen zu den Früchten sen wie Steine in die unerforschte auf. Sie sind der weitere Kreis. w o die Anderen verhüllte und sie umrahmen den Gott. Da weiter in die W ä r m e alles Werdens stehen die Zeiten an ihrem Rand hinabreichen. weil die Künstler viel möchte man sie vergleichen. können. . Den unmessbaren Brunnen Darum. die Geständnisse thun Grund gehört. der Fragen haben.er breitet ruhig seine Wurzeln aus. Die Steine lauf.

Halle des Aus- stellungsgebäudes der Vereinigung bildender Künstler Oesterreichs. .

• . - .

Als ich ihn eines Morgens Der junge Mann nannte sich Fabri- bei dem schönen Manet fand (ich weiss kantenssohn. porkömmlinge und ihrer Erben gerathen: „Das ist wohl jetzt die Richtung?" er hatte die „Mittel" zum Genuss. halb vernünftig zu verzehren. Aber da war er entschuldigend. das Geschäft zur Fabrik gemacht und gesicht und dem merkwürdig aufge. Sein Grossvater war noch nicht. typisch ausgebildet. moderne Verhältnisse eingerichtet. nach jeder Richtung mustergiltig für sträubten Kater am Fussende des Lagers). als die sicheren Einnahmen Wie er sich nach mir umsah. dass ich mir über Ich sah während des letzten Winters das Wesen dieser Leute eigentlich zum im Luxembourg einen jungen Menschen erstenmal klar wurde und auch man- mehrmals vor Bildern stehen. W er sich wochenlang in Galerien umhertreibt. lieb sind. Und wenn er sich im Allgemeinen über das „kunstliebende" Publicum ärgert. halb verlegen. die mir cherlei zur Heilung dachte. wie er benannt ist: die liegende Handwerker gewesen. Dem sprach ich ihn an: Sohne war nichts mehr zu thun übrig „Das gefällt Ihnen?" geblieben. wen ich vor mir hatte. KUNST- ENTHUSIASMUS. aber V. dass er mir leid that. J . wusste in das gewöhnliche Schicksal aller Em- ich gleich. Ich liess mich mit ihm ein und fand alle Eigenschaften des „Kunst-Enthusiaten" von heute so auch eine kleine Wahrheit von ihm. machte aber ein so unglückseliges Gesicht dazu. hier und da lernt er Er wollte das ironisch sagen. Der Vater hatte nackte Frau mit dem fragenden Kinder. sieht mehr als gerade nur Bilder.

Er horchte chen einer Leidenschaft höchst organi- auf Kunsturtheile und sprach sie nach. f^BTEnOe PIAU. Sie stehen vor tern. n yroc. von denen man Rathlosigkeit die natürlichen Fäden. (Auch das Geniessen Und gerade diese scheinbare Blasirt- will gelernt sein. und quälte sich nur. sirter Individuen. „etwas Er gab sich blasirt. Aber im Grunde dennoch von ihrer Seele in die Kunst- blieb ihm alles eine grosse Wirrniss. Sache als Unwissender zu stehen. lässt ihnen nicht Zeit zu haben. zum eigenen Suchen.) Durch eine gute Mutter heit war das Typische an ihm für unsere waren ihm mehr reinliche Gewohnhei. Rathlosigkeit dieser Durchschnittsmen- Er verkehrte mit Malern und Dich. Den ten anerzogen worden. that. Die eine grosse irrte umher. Er werke hinüberführen. Finden sich nicht Er ging fleissig die Galerien ab und gleich zurecht und vergessen in ihrer suchte die Nummern. als dass er sich Grund der Blasirtheit suchen heisst viel- dauernd in rohen Genüssen hätte befrie.nicht die Fähigkeit. leicht Heilung finden. Er kaufte Bilder und Bücher der Kunst als vor den sichtbaren Zei- und lud zu kostbaren Diners. die ihm geredet hatte. Ausserdem wirkt Grundrisse zu einem Wohnhause. Der Grund liegt vor Allem in der ten ihm bei aller Sehnsucht die Schlüssel. wie wenn er Freude Angst des modernen Menschen: vor einer hätte. ohne genossen nicht zu kennen". sogenannten Kunst-Enthusiasten. schen vor der Kunst.< pl^sj . digen können. Und zu den feineren fehl.

zige Weg zur Kunst. der einzige. Und diese werke bei den kindlichsten Völkern Blasirtheit dehnt sich allmälig wie ein finden. Kunstkennen u. die den Muth zur Dumm- oder berufsmässigen Kritikern her. sich trotz all- bei beiden ist der Suchende verrathen. Aber Geschriebenes und Ge- sprochenes über zeitliche Kunst rührt Ich habe von jeher die Menschen zum grössten Theil von Künstlern selbst gern gehabt. Er gegenwärtigen. der in der sie die nöthige Nonchalance zum aus ihrem Wesen möglich ist. damit sie Furcht. Wenn wir uns dazu ver- kommt noch zu ihren Eingängen. und heit hatten. dem EIGENEN keit ebenso rathlos wie er. Wir auf sich gründet.und Heufeld rund um die schen Darstellungen bei den einfachsten Gärten der Kunst. Wir müssen sie zum ersten auf ihr salons und Concertsälen. wer- ziehung. dieses Weg klar. weil jeder bei eigenes Gefühl verweisen. Und die berufs. den Muth. sie von den Zeilen leben und machen Das eigene Gefühl ist auch der ein- aus ihrer Rathlosigkeit eine Blasirtheit. die mit allgemeinen Zielen und den sie von selbst zu weiterem Genuss Idealen hantirt und die Menschen nicht und zu einer Auswahl kommen. auf den wir die Pseudo- ewige Schielen nach anderen. w. Es zeigen sich auch da sie sich darauf verlassen. Sie fangen in ängstlicher Hast an statt sie an sich aufzuhängen. der Mufh zum mässigen Kunstrichter sind in Wirklich. ist seine Kunst. sich zu blamiren. den Einzelnen aus thun ja auch nichts daran. den Begriff im weitesten Sinne ge- schen Lippen. Der so „Gebildete" hängt Kunstwissen. bar überlegenen Gesichter in Gemälde. Die furcht. Wie wir Kunst- missleitet zur Blasirtheit. Nicht mancher Menschen. aus dem Gefühl geschaffen und muss Echte Sehnsucht zur Kunst wird so ins Gefühl wirken. unbekümmert die verderblichen Folgen unserer Er. dass Freudemachen — sieht das Lächeln rings auf den spötti.der unheilvolle Glaube an das „Wissen". zu horchen auf Worte und * Manieren. sich entwickelt und so den Menschen dass man die ganze Welt wissen kann. Wo das an keinem Wort der Begeisterung sicher irgend einer künstlerischen Leistung ist. ob er nicht an Falsches geräth und seine Freude hat. zugleich sich selbst und auch der Welt also auch die Kunst. der Muth zu sich selbst. zu lesen. gemeinsten Gelächters einmal gründlich Die Worte der Künstler fallen ihm in zu blamiren. lichste Werth der Kunst ist. so auch Freude an künstleri- weites Gras. selbst zur Kunst weiter finden. weil er nichts anderes ist als die Seele wie Steine. Wenn sich blamirt. Schlüssel aller Dinge. diese blasirten bringen müssen. irgend einem © .) sich gleichsam nach aussen an die Dinge. nur müssen GEFÜHL. lächelt auch und ist für nommen — der höchste und eigent- die Kunst verloren. liegt der Es ist ein schlechtes Zeichen. s. um die guten Lehren der anderen. (Man redet ja von entfremdet. Sie wird Ablehnen und Geltenlassen gewinnen.

und Kunst sich finden. die seinem Wesen ähnlich sind. Der Künstler Wir müssen sie zum zweiten von der glaubt im Grunde nicht. die zu ihr kämen. dass der Geschmack. ob er Fleisch. Künstler schafft über sich hinaus und * ist ein Wegweiser über sich hinaus. statt sich von einem Predigt. ist das ein idealer Zustand für Schaf- die findet jeder selbst beim Essen. wissen. die ihm einmal alles wird jedes Gefühl seinen Lieblings. als sei es eine Ehrenpflicht. den wir Und die Liebe zu sich um seiner Kunst an essbaren Dingen haben. wie richte sich die Güte des Gefühles nach soll er zugeben. wenn er einem Deuter von immerzu gepredigt. Es ist eine falsche Herzen lauscht. WILHELM S C H Ä F E R . gaben. Aus dem Enthusiasmus für einen und Körperzustände bedingt ist. So lang die Kette ist. das Ge- HAT. Es wäre endlich reiner Genuss so wird aus der Begeisterung für einen und deshalb Heiligung. Und und eine Schande. was ihm ge- allein von der Feinheit der Zunge ab. geben werden kann. künstler finden. die von dem WIE SEIN GEFÜHL IMMER R E C H T letzten zum ersten zurückläuft. lassen müssen. verlässt es den eigenen Gefühl horchten und sich darin ersten. dem einen zum Enthusiasmus entflammt. als wunderer ihn voll erfassen k a n n . richtet. dass ein Be- unglückseligen Meinung abbringen. wollen wir ihm auch Wer sich in die Tiefen einer einzelnen seine Freude lassen. kommt tiefer Freude hat. ihrem die Fortsetzung sieht. hängt. und wenn es sich an die so herrlich sind in der Erinnerung. nicht einmal willen ist das Höchste. Wo Hell und froh würde die Kunst wir. mensch einige Dutzend seines Gleichen sich — sagen wir an Böckhlin zu freuen. Künstler wird sich das von selbst er- schaffenheit der Seele bestimmt den Ge. schaffen und die weitesten Kreise be- vollen Esser nicht höher. dass ein Durchschnitts- dem Ziel. Nur so können Volk ENTHUSIASMUS. fende und Geniessende. ein Gefühl in einem andern Künstler ken. aufrichtig zu gemessen fähig ist. wenn alle. dass jeder weiss. und sie hat viel Unheil ange. freuten. Haufen Stimmen verwirren zu lassen. Wir denen. Die Be. Wer die MEISTE Künstlerseele hineinfreut. wegen: GELIEBT wird er nur von speisen oder Gemüse bevorzugt. fühl wird gern in Rührung an die ein- W i e jede Zunge ihr Lieblingsgericht. sich für Schirmer der Bewunderer horcht sicher tiefer in zu begeistern. Jeder Kunst. Wir schätzen den liebe. was wir von der Kunst ganz schmack. geben. ist der Werthvollste für die in die Kunst und die Welt. Dergleichen wird noch die Welt. So verzweigen sich die Wege. Auf die S T A R K E des Gefühles Ein Künstler kann über sich hinaus kommt es an.seine Lieblingsmahlzeit zu entdecken. zelnen denken. © . wo jetzt Mühe Künstler ein wahrhaftiger K U N S T - und Arbeit ist. W i e an die Gerichte der Mutter. Wie wir jedem seine Seele besonders gern erhoffen: das Bildende. sondern durch gewisse Magen.

. Hauptsaal des neuen Ausstellungs- gebäudes.

.

Herrn S T O H R .WOHNHAUS d.

irdische Leben? Wo sein Zweck? W a s da wir sie sinnlos fanden. das Leben war lichen Daseins. das Gefühl des Ver- loren. die von dem Einen zum Anderen Bot- schaft bringt von der rathlosen Angst und der inneren Einsamkeit. da tödtete Chaos. in dem wir nichts mehr begriffen. . ein uralter Priester. . wozu lehrten erklärten die Welt. Er stellt die Menschheit im Bild einer Schar von Blinden dar. Einzeln. Und nun steht die Welt vor einer neuen Wende. der Philo- soph und der Physiker. Die tiefste s sind noch nicht zehn Jahre her. frierend. die wir sahen. Lebensangst. W a s hat sich begeben? Ist es nur die natürliche Bewegung des abge- schnurrten Kreisels.. das der Zufall gedichtet von heute auf morgen. Diese Angst. schaudernd. die sich in einem grossen dunklen Wald verloren. hat sie verlassen.und Verlassenseins gab einer ganzen Epoche ihre geistige und künst- lerische Sondermarke. beide hatten DAS SCHICKSAL. hatte Gott getödtet und der Moral ihre und planlose Schauspiel des mensch. für eine Hallucination unseres Hirnes. die Dunkelfurcht. das grosse Fragezeichen über alle mensch- liche Erfahrung gesetzt. die uns umschloss? Die Kritik Lust? Wozu und für wen dies sinn.DER WEISE UND haupt? Kant und Helmholtz. "Wissenschaft des Denkers und des Ge- E da tönte aus allen symptomatischen Büchern der Zeit das Klagelied vom endgiltigen Bankbruch des Lebens. fehlte? W a s war es im Grunde. Und das ganze jüngere Geschlecht ergriffen. einander nah und doch nur der Stimme erreichbar. sitzen sie unter den hohen Bäumen. Der beste Ausdruck dafür war die drama- tische Scene eines Dichters. Gespensterfurcht. der sich. war es denn wirklich? W a s war über. es der blinde Hödur und seine Lichtspur Eine ungeheuere Muthlosigkeit hatte war vom Himmel hinweggelöscht. nach dem . Grundfesten entzogen. dies die wir für nothwendig halten mussten. Alles ein sein Ziel? Es k a m der Morgen.. Ihr Führer. nun wissen sie nicht Weg noch Ziel. ein wirres Durch- und dem plötzlich dergöttlicheZuschauer einanderlaufen von Bewegungslinien. Wo- zu all dieses Mühen und Plagen. W a s stand überhaupt noch? Selbst innerhalb der menschlichen Phantas- der ewige Schmerz und selbst die karge magorie.

gütiger. die Leiden und Ver- man für das Denken und Handeln damit zweiflungen des Lebens bis auf den eine neue Grundlage gewonnen oder ist Grund auszukosten. Er ent- Ende gedacht oder hat man sich daran schuldigt sich. Krankenpfleger. Seelenrath der Be- Eines und das Andere. Menschheit nicht einmal die Sicherheit liche Realität die einzige wahre sei? Hat und die Müsse hat. vor keiner harten Wahrheit zurückzuscheuen. auf andere Er- man denn wirklich alle Consequenzen fahrungen hin. sondern auf sie allein von nun an unser Leben zu gründen. Nietzsche in seiner schroffen Grösse hat als Erster uns diese Verpflichtung auferlegt. Das Nächstliegende es nur ein starker Willensentschluss. nun nach der thut es ein Anderer. nicht als von einem Ausnahmsfall. so wie sie ist. milder. die Welt zu nehmen.Gesetz des Ricochetirens. weit entfernt bei den Stimme der Hoffnung. die der befriedigte Denker golden? Dass die innere Gewissheit werthschätzt. werden wir auch diesem Leben ein Göttliches abgewinnen und in ihm eine neue Harmonie ent* decken. Wir wagen es wieder. des wissenschaftlichen Nihilismus zu einschmeichelnder. der für den Erkennenden wäre es vielleicht uns die Rückkehr zur Gesundheit und vor allem zu HELFEN. sondern als von einer Pflicht. dass die Mehrzahl der auch eine Gewissheit und die mensch. Arzt. Wir haben dabei neue Führer gefunden. Denn er weiss es. liebenswürdiger. Wir haben in uns neue Kraftquellen entdeckt. Ausserlich trübten. Arbeiter oder sonst etwas ist nichts geschehen. von Glück zu sprechen. Aber innerlich um so mehr. zum tapferen Muth erzwingt? Almosenspender. Zeiten sind so hart. dass die Mehrzahl schern der Vögel die leise tröstliche der Menschheit. aber sich. die uns lehrten. Nun . aus einem anderen entgegengesetzten Richtung dreht? Hat Temperament heraus. Wir sind tiefer in uns hinabgestiegen und wir sind reicher und stärker zurückgekehrt. Wenn wir nur wollen. dass er nur fertig gelitten? Und erwachte man sich mit dem Einzelnen und seinem dann eines Morgens aus dumpfem Schlaf Glück befasst. dass er es thut. Der einzelne Mensch hat die Pflicht. dass man ja doch LEBE und dass schwer erreichten Tröstungen verweilen die Welt noch grün und die Sonne zu können. die und vernahm im träumerischen Zwit. glücklich zu sein. und sagte man inneren Genüssen und den tiefen.

. Pölten. Facade eines Wohnhauses in St.

das heisst. Wir haben kein Recht. ein Ideal zu nähren. so bedeutet dies einer grossen Gewissheit. ein umfassend. das Ganze beurtheilen gegenwärtigen Stunde erfüllen. um zu reden. Wenn ist es. Es ist nicht Wünsche geschöpft. was um uns geschieht. der Gerechtigkeit. denken. grosse Ideen der Liebe. sich nur mit dem bestätigt wurden. und wir können nie genug trachten. nur mehr diene. satz zu stellen. © . heit der Erde. welche die Probe einer grossen Ungerechtigkeit lebt und der Wirklichkeit. dass unsere Ideale andere sein zu glauben. die von der Realität immer das Weiseste. das Gedächtniss dafür aus. um haben. ist es Neugier. dass die Menschheit inmitten lichsten. der Theil darf sich Ausser denen. gewissermassen den In- schütterlichen objectiven Wahrheit leben stinkt unseres eigenen Planeten zu ver- können. so wir mit unseren besten falls ist nicht strafbar. Bis dahin ist es Art und Zweck des Weltalls giebt und nicht unerlaubt. wurde vor. ein wenig mehr Eifer zu leben vielleicht heilsam. Wir können sie nicht Menschen. timen Wahrheit des Weltalls in Gegen- um in sich selbst zu leben. um die damit die Formel des allgemeinen Vernunft. die jene Formel sein. Wir minder gefälligen Schönheiten der im- können morgen schon im Besitz der posanten Masse zu beleuchten. Bis wenig mehr Liebe. Es ist gut nur. dass die ist das nicht unwahrscheinlich. tröstlich sein werden. die Schön- Glücks. ein wenig mehr diese Wirklichkeit sich offenbart. als befände sie sich nymen und mysteriösen Macht des am Vorabend eines grossen Glücks und Lebens nicht aushalten. es gehofft zu Wünschen genährt. die Gerechtigkeit. nicht weit und hoch genug gestalten so würden nicht Menschen existiren. Bis wir aber in dieser uner. dieunnütz SCHEINEN. Ideale entstehen. „Dringendsten" abzugeben. muss es und verbessern zu können. Jeden- ideale Flamme. gleich das „Höchste" suchen. Oft haben solche geben. Und es ist nothwendig. der ano- zu ihr so zu reden. aber hat diese sich einmal ent- hüllt. mit Realität her im Geist eines jener Menschen ge. das. in der Wahrheit. müssen. die an die Pflicht der wir aus unserer Erfahrung Träume und nächsten Stunde denken. die unbestreitbar nützlich sind. zu erfüllen. nicht dass sie weniger schön. Es geschieht im Vertrauen in tiven Wahrheit leben.Nützliches zu werden. schön und gut erscheint. ein wenig mehr Muth. die allen die Wahrheit über Wünsche zerdrückt. bessern. Wichtiger der Schönheit. uns eines Tages die Pforten zur Freude das man schöner wähnt als die Wirk- und zur Wahrheit öffnen werde. Es lichkeit. welche die Pflicht der nicht anmassen. umfassendsten. Alles unsere innere Wahrheit. alles zu thun. dass ein wenig mehr Nach. was uns Gute. um nachzudenken. sich auf loyal die minder gebrechlichen und diese grosse Stunde vorzubereiten. boren. die vielleicht eine nächstliegende unsere inneren Forderungen zu der in- Pflicht versäumten. müssen wir in unserer subjec. so ist es nothwendig. Aber gäbe es wie wir sie erkennen. Es aber in unserer Phantasie Wünsche und ist oft gut. und wären es die tröst- zuschalten.

Auch ihm pas- Es strahlt von innerer Schönheit! Ein sirt. erfährt. Nicht leidet. sie in neue Nahrung sein der Bewunderung ehrfürchtiger Bewunderung zu lieben. Welch ein Schritt vom „Tresor des Er zieht aus Allem Kraft. die wirken wie ein Erlebniss. sich nach ihr umzu- so tapfer und grossgesinnt vom Leben bilden. nicht äussere Denn wer ist weise? Der so denkt. der Dichter der stören? Er ist unangreifbar. Und ehe er dies Buch schreiben konnte. er leidef noch mehr. zu uns spricht. Gerechtigkeit in unserem Sinn. Denn was hat heit. unserer Anstrengungen und der Wider. der „Mort deTintagilles". Der Zufall beugt sich es ist M A U R I C E M A E T E R L I N C K gern seinem Willen. der Todesangst. die Ereignisse zu der „Intruse". Wer die Gesetze in seinem prachtvollen Buch „La Sa. wesen sich ihr einzuordnen. grosses. Alles mehrt in ihm das führen will. Er weiss. Unmenschliche des welt- Er ist der Herr des Schicksals. lehrt glücklich. wird für ihn Stoff zur eines Glücklichen. Und da- Der mit diesen Ideen und Worten bei den Willen. Doch nicht das Leiden ist zu Maeterlinck nicht überwinden müssen. Er hat oft die Kraft. Aber nicht so ist der Weise Bücher. Erkenntniss. fruchtbares Glück. der Dichter der „Prinzesse Moleine". wie alle Menschen leiden. wird Meister gesse et la Destinee". W a s immer Humbles" zu diesem. Und sogar jedes Scheitern lich unterworfen hat. er fühlt sich als das wie ein helles Feuer brennt und ein lebendiges Stück Menschheit und reinigt. der Lebensangst. Es ist eines der über sie. dass Schicksal kann ihn nicht überwinden. der zur Weisheit ver. Ein Glück wie die Liebe des er leidet in sich das Leiden der Mensch- Dante zur Beatrice. Er . Denn jedes wie Maeterlinck es im Eingang seines Streben zum Besseren muss uns dem Buches skizzirt. Der gelernt hat. ein neuer Stachel unseres von ihr abzusondern und als Natur- Eifers und unserer Hoffnung. sich nie als Einzelner. Er grosses Glück hat es gereift. fliehen. Es ist das Buch ihm widerfährt. ist kein Anderer als W a s kann das Leben diesem anhaben? der Dichter jenes kleinen dramatischen W a s kann das Schicksal an ihm zer- Aktes von den Blinden. Das beherrschenden Princips. sondern die Entmuthigung. ohne sich gänzlich aufzugeben. Herr seines Schicksals. die furchtbare Grösse der Natur zu ver- stand dieser grossen Welt wird nur eine stehen und es sich abgerungen. ihn die Bewunderung für das Ueber- lich. Der die harte Realität geheimen Willen des Lebens näher des Lebens erkannt und sich ihr kind- bringen. W a s er Angst. von der wir ein Der den Muth h a t . beherrschen. als Mensch sich Theil sind. es nicht Gerechtigkeit ist.„die Idee des Weltalls". J a . für die grosse Kraft. was anderen Sterblichen passirt. verwandelt er in innere Schätze. was man so gewöhnlich „Glück" nennt. der Wirklichkeit kennt. menschliche. Denn nur der Weise ist Gefühl für die Grösse des Lebens. Denn er fühlt Ein ernstes. der Weise schöpft aus Allem Muth. Er verwandelt alles im Glück. Der Weise ist immer glück.

Staats. . beamten in Wien. Eingang Detail vom Hause des von der Halle des Radfahrclubs der Radfahrclubs der Staats.und Hof.und Hof- beamten in Wien.

die Mannigfaltigkeit der Kräfte. grosse Gefühl des Lebens vermehrt." erleben. geschickt handeln ist so viel wie richtig Eine Wahrheit wird die Entmuthigung denken. des Lebens auf diesem Planetens das lich. Wahrheit darf uns auf die Dauer be- J e wechselvoller unser Dasein. muss der Weise in Tugend verachten. ihm reifen überall süsse nicht warum. wir wissen zum Blühen. was Leben ist. Alles. unserer Hoffnungen. Das ist die einzig absolut Liebe und Bewundernng. die Leiden. gehört nicht die Ent- dann übt die Mannigfaltigkeit des Le. Und als eine schöne Lüge. Und dieser innere Reichthum tiren sogar eine ganz besondere Form ist Glück. dass die Tugend belohnt schaften des Herzens sind die beste Nah- wird und das Laster bestraft. Keine in uns neue Energien. mehr umspannt unsere Weisheit. „Denn vergessen wir nie- Übereinstimmung mit den Gesetzen des m a l s : was auch unsere Mission auf Lebens. wir und Bewundern ist Glück. doch es scheint evident. um so trüben. wird ihm dass es nicht geschah. Da nur der innerlich REICHE Leben des Gedankens. Und Weise fürchtet. muthigung einer traurigen Wahrheit. da wir selbst der Weise muss inmitten aller mensch. es bereichert uns. Und er will es so. Er Punkt in der menschlichen Moral. setz des Weltalls. Eine entmuthigende Wahrheit ist besser Sie lehrt uns geschickt handeln. Sie weiss sich in entmuthigt. „Alles. die Energie des Denkens Weise muss alles erfahren haben. die ermuthigt. bens. wahrscheinlich unmoralisch. das ist der einzige feste alles dankbar. glaubt nicht. um es zu schwä- ein inneres Erlebnis. das Resultat un- lenden Gefühle sind Glück. Nur die wohlwol. Er würde eine alles. das Leben der glücklich. Die Tugend hat muss er meiden. was er empfängt. Also ist der Weise glück. Er glaubt rung der Weisheit. Früchte. Und sie fühlt sich in dieser dieser Erde sein m a g . mehrt seineinneren chen oder zu verlieren. was auch der Übereinstimmung glücklich. das uns grausam . Wir repräsen- Schätze. Es heisst schnell denken. Wohl und die Energie des Fühlens zu ver- lässt sich auch im engsten Kreise Grosses mindern. die etwas um des sein inneres Gebiet hinüberziehen. Denn nur die Seele erlebt. Nur die Zweck unserer Anstrengungen und Tugend ist Glück. was in der Welt ist. mit stets überdauern. Man bringt jedes böse und gute Ereigniss hat uns das Dasein gegeben. so ist Maeterlinck's Weiser Gefühle und darum ist alles. Doch zu den Entmutigungen. Und muss für uns gut sein. die der Allein die Erfahrung corrigirt. Im Gegentheil. was das viel eher an die gezüchtigte Tugend. Er ist für sichere Sache. Nur Lieben serer Leiden und unserer Freuden. Ein Ge- lichen Leidenschaften leben. Es weckt Lüge aber in Bälde versagen. was in ihm das Leben ihren Lohn in sich. eine Frucht dieser Welt sind. Und dem sind vor Allem die blinden Bewahrer Weisen wird alles zum Gegenstand der des Lebens. der Muth wird einer dem ganzen Wesen denken. W a s ihm begegnet. was ge- kein Entsagender. Der eignet ist. Alles Lohnes Willen thäte.

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Eingang mit Rund- bogenfenster v o m Hauptsaal des Aus- stellungsgebäudes in Wien. .

das um so reicher Zeiten sind wahrscheinlich nahe. leicht WILL Maeterlinck Dass wir für sie nichts dies alles vergessen. dass wir selbst einen auf werfen.Und was wird. MARIE HERZFELD. wo das. ge. frei machen sie bewundern. die so Ungeheueres zu be- hausen vermag. Allein in welchem Mass wir das wunderte. die in uns liegen. wenn er vorher alle grösser es ist. denn Menschen wieder einmal was wir bewundern. giebt uns ein vorbestimmtes Werk das Mass ihrer Grösse der Natur? — Aber viel- und ihres Reichthums. Wahrheit. als es der festen Systematik entbehrt. es kann sich in der Praxis Theil dieser Kraft ausmachen. welcher unterliegt. dig. ob wir die gar wenn sie uns schlägt. können wir Kräfte. Es ist nicht so einfach. dass alle Kräfte des winnen wir in ihr. der Mensch lernen muss. berühren scheint. auch unseres Schicksals Herren. wird aufgerufen werden. dass sie ver. können. was uns noch als die ausgereifte unersetzlich. sie schiene uns giebt von der instinktiven Weisheit bis nicht so gewaltig. ist eine Während unsere Augen sich öffnen." Es giebt Momente. dass alles bedeuten. selbst unser Schicksal sind und insofern wohin zu pflanzen als in sich selbst. doch nur darum handeln. zu der voll bewussten zahllose Stufen. Es ist n o t w e n - wir in ihr verlieren. als der Theil von uns ein Weiser zu sein als Maeterlinck es selbst. Frage nach der Freiheit des Menschen time Gewissheit. desto Hemmungen ausschaltet. jedoch die instinktive. die Kraft des väterlichen Arms be. wo ist. die wir erfinden können. ist sie nicht mehr schwenden mag. grösser die Seele. sie frei zu benutzen verstehen.scheint. Wäre die meint. Es Natur minder achtlos. was uns werthvoll gilt. muss dennoch unserem Wesen Eine kurze Skizze gleich dieser kann viel mehr gemäss sein als die besten nur die Gesinnung und den Umriss eines Gesetze. . Dass sie zerstören darf. Zwar unterscheidet er Grade. wie Telemach das Kind können. uns schon näher zu Willen ab. hängt nicht ganz von unserem was uns besiegt. doch wir erwerben zu. doch sind wir wirklich Herren fühlen wir mehr und mehr uns von unseres Selbst? Ist unser Ich nicht selbst einer enormen Kraft beherrscht und schon ein Schicksal? Ist es uns nicht überschattet. Und gewissermassen ein Theil vielleicht hat Maeterlinck von uns selbst. Dass wir seines Stolzes und seiner Freuden anders. anerschaffen? Ich will nicht die müssige gleich immer mehr und mehr die in. und je recht. macht sie uns dies einmal vergessen so bedeutend. das Centrum Es ist nicht unanfechtbar. Viel- leicht ist es gut. und so. Die Buches wiedergeben.

in der Umgegend von München die Witwe den Erlös zu einer Stiftung (Dachau. kerngesunde Ursprünglichkeit in seinen demie Schüler von Lichtenfels und ver. des hohen künstlerischen Stufe gelangt. . Hör. hat Barbizon. die diesen Jahren M A N N . welcher aus dessen Holzel in Dachau. Er war auf der A k a . Wien. durchaus selbständiges Studium zu jener früh dahingegangenen Vorkämpfers. der ihn die Werke. Bildern sichern denselben einen dauern- dankte später viele Anregung den Malern den Wert. der Kritik mann wandte sich erst im Jahre J883 und seiner Kunstgenossen. strebte er der Kunst zu. welcher am \ J u l i 1895 im Alter entstammen. Olbrich. zur Malerei seine militärische Laufbahn Der gewaltige Wahrheitstrieb und die verlassen hatte. ° o lischen Winkel bei Znaim ist er dann E nde Februar diesesjahres veranstaltet die Vereinigung d i e ' A u k t i o n des künstlerischen Nachlasses' ihres leider zu durch ein wahrhaft fanatisch eifriges. Unbekümmert von 55 Jahren zu Graz verschied. Für die Redaktion verantwortlich: Architekt Joseph M. Wessling) und in einem idyl. In den Wäldern von Künstlerschicksal hervorgegangen. für emporstrebende Künstler bestimmt. Collin in Paris und des Verstorbenen. HÖR. Entsprechend einem Wunsche Schindler in Wien. Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. zeigen. o o o o o MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER o ° KÜNSTLER ÖSTERREICHS. nachdem er aus Liebe hart und fest seinem Ziele entgegen. auf LandschaftsmalersTHEODOR v. um das Urteil des Publikums.

Mädchenkopf. mal verkauft. K Ö N I G FRIEDRICH. Olga B. München Abend in Dachau. KEMPF G O T T L I E B VON. KLIMT GUSTAV. Aschenschale mitFigur (Bronze). Wien Der arme Peter. V A L L G R E N V I L L E . Schafhüterwagen. P Ö T Z E L B E R G E R ROB. Dieppe Ausladung der Kohlen. Ballade (Radirung). R U D D E R H E L E N E DE. S T A N I S L A W S K I JOHANN. LISTE DER VERKAUFTEN WERKE. Wien Studie. B U R G E R . W i e n Apfel. A L T RUDOLF VON. B E Y R E R E D U A R D JUN. Abendstimmung. BERNATZIK WILHELM. SCHIMKOWITZ OTHMAR. V. Wien Lübecker Interieur. Wien Äschenschale (Rebenblatt. Abendstimmung. Karlsruhe Jugend (Gyps). G A R D E T G E O R G E S . Vorfrühling. Thürklopfer (Bronze). H U M M E L T H E O D O R . München Das Glücksschwein (Bronze). K H N O P F F F E R N A N D . Wien Kloster auf der Fraueninsel. KÖNIG FRIEDRICH. Krakau Mädchenkopf mit Lorbeer. Mittag. vier- G A N D A R A A N T O N I O D E L A . Wien Das Schweigen. In den Feldern bei Auvers. Krakau Disteln. A X E N T O W I C Z T H E O D O R . Modell und Schiff (Radirung).. W i e n Schreibmappe. Schreibzeug. Meeresstudie. (Radirung). HOHENBERGER FRANZ. H Y N A I S A D A L B E R T . Paris Ansicht von Luxemburg. Paris Wäscherinnen von Vichy. U H D E F R I T Z V O N . Renan (Radirung). Brüssel Die drei Parzen (Seidenstickerei). H A N I S C H A L O I S . N O C Q H E N R Y . Berloque (Gold). NOVEMBER BIS 28. Stillleben. Mühsal. Keramik. . Im Omnibus (Radirung). B I L L O T T E RENE. L. Wien Studienkopf. D I L L L U D W I G . . Sommerabend (Radirung). Paris Steinbrüche von Nanterre. Paris Ring (Gold).. A L E X A N D E R JOHN W . W i e n Elektr. Krakau Die Terrasse in Meudon. Panthergruppe (Bronze). MOLL CARL. Paris Ente mit Schnecke (Bronze). Leuchter (2 mal verkauft). Brüssel Nach dem Regen. Schongau a. Bretannische T y p e (Bronze). C A R A B I N F R A N C O I S R „ Paris Waschbrunnen. M Y R B A C H JULIE. W i e n Frühling (lesendes Mädchen). Paris Lolotte (Bronze). Sammetapfelbaum. HEIDER F A M I L I E V. Landschaft. V O N . W i e n Fichtenwald. Drei Schnallen (Silber). Wien Holländische Windmühle. Wien Der Märchensee. Paris Der Sturm (Radirung). Der Stolz (Bronze). A. HOFFMANN JOSEF. Verlaine (Radirung). STOHR ERNST. BÖHM A D O L F . München Heimkehr vom Acker. ZORN A N D E R S . München Dorfstrasse. GURSCHNER G U S T A V . Diessen a. Wien Pflanzenstudie aus Gastein. ZELEZNY FRANZ. Paris Der Spiegel. P. Wien Hexe (Holz). Paris Adam und E v a (Bronze). Schale (Silber). Broche. TICHY HANS.. T H A U L O W F R I T Z . J E T T E L EUGENE. Wien Papiermesser. Prag Studienkopf. B A R . Mühle. München Bildnis eines alten Mannes. Wien Meeresstudie. Zwei Visitkartentaschen. Aus der Bretagne. L ' H E R M I T T E L E O N . V A L L G R E N A N T O I N E T T E . SECESSION WIEN. Bronze). Eine Irländerin (Radirung).. AUSSTELLUNG DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS. FRIEDRICH OTTO. Der Bildhauer (Radirung). M E H O F F E R J O S E F . DECEMBER 1898. München Blattnymphe (Bronze). VOM 12. Die Oise bei Auvers. Studienkopf.H A R T M A N N S. S C H R Ö T T E R A L F R ..

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ZEITSCHRIFT S E R V E R EINIQVMQ BIIFENDER KVEN^TlfR OESTERREICH5 JÄHRLICH 12 HEFTE» IM ABONNEMENT 9 FL. . II. = 15 M. SEEMANN. VERLAG VON E. JAHRG. HEFT 2. LEIPZIG. alle rechte vorbehalten. A.

L o W l T S S ö r i J N C VND-^.R • S F I C Q C b C T C k 'röEBRGDEK I BRÖHHER l »J W I E N . H O F L I C F C R A N T C N •EISCRNCS'H/QU5 • \lR\STa LL-LUST<5. v i AN V/ MAGDALENENST I 1 0 ä S ELEKTRISCHE fiM BELEUCHTUNG^ i objlcte: PELJKftNFflRBEN GVNTHER WAGNER'5 KVN5TI£R-WA55ERFflRBEN fEiN5TE MARKE FÜR KÜN5TIERI5CHEARBEITEN .

GEDICHT V O N FELIX D Ö R M A N N 31 ZEICHNUNGEN UND STUDIEN V O N FRIEDRICH KÖNIG. REDAKTION DES LITERARISCHEN THEILES: Dr. INHALT. OLBRICH A L F R E D ROLLER. . HOFMANNSTHAL 28 DER ABENTEURER. SEITE WELTUNTERGANG VON RICARDA HUCH 3 DIE BEIDEN. REDAKTION DES KÜNSTLERISCHEN THEILES: HEINRICH KÖNIG K O L O M A N MOSER JOSEPH M. GEDICHT V O N HUGO v. F R A N Z ZWEYBRUCIC.

.DIE K Ö N I G I N U N D DER P A G E .

Ein viel weniger prächtiges Publikum wisch umtrieb. schien durch einen Komet oder Schweifstern. ja gottgefällig was für eine Lawine sich aus meinem Mundvoll hinzustellen wusste. als ich selber dem bevorstehen. sondern bewiesen. wohl befugt war. ge- blindlings zwischen die friedliche Ordnung der noss doch Wolke unbegrenzte Verehrung und übrigen Himmelskörper fahren sollte. er sich gern mit goldenen Ketten und Schau- bedenklicher that. mitzutheilen. Familien besucht. welcher in der Nacht des genannten Tages auf- treten und seiner unregelmässigen Natur zufolge Erkenntniss Gottes und Mitleid mit der verteu- felten Welt zu Herzen nahm. der Pelzkönig. damit er den Menschen als War. Obgleich sich in der Regel diejenigen verhasst machen. und der Färbereibesitzer anderer Gelehrten Wahrnehmung dem PastorWolke. was er mit viel Scharfsinn aus wichtigen Vorfall nicht ungenützt würde hingehen Bibelstellen und Aussagen frommer Personen und lassen. hielten sich zwar nicht an die Vorschrift wissens entgegensah. münzen recht sichtbar behängte. unschuldiger und aufrichtiger es andrerseits den Freunden des Lustbolds zum Mann war Pastor Wolke. was ich um so un. trachteten dies Treiben mit Missfallen. DER WELTUNTERGANG. der Mathematik und Astro. denn sie. während Ein herzlicher. bewandert und erprobt in diesbezüg. wurde auch von den reichsten und vornehmsten nomie Professor. eine stattliche und auch sonst die Ueppigkeit und allgemeine Dame aus angesehener Kaufmannsfamilie. sondern aus richtiger P Ende nehmen. dem die Aergerniss diente. dass Wolkes Frau eine Wirth- leichtsinnige Jugend den Namen Jammerbold nur schaft führte. Der junge Riese. hatte der Lustbold. Juli 1599 die Welt ein plötzliches sauertöpfischer Gesinnung. derselben. auf eigene Hand ein grosses Prunken und Ver- schwenden. Ich hätte freilich wissen der Wolkeschen Predigten. bekundeten aber ihre können. auch fröhlich. einen so Lebens aufforderte. die gewaltigsten den Ereignisse mit dem Gleichmuth des guten Ge. trieb Gottlosigkeit der Menschen zu bejammern pflegte. wenn ich auch nicht voraussehen konnte. kleidete sich in Pelz und Sammet und 0 die er sich nicht aus missgünstiger Bitterkeit oder . waren. so dass ich. Schwämmle. weil er in seinen Predigten Einklang zu bringen war. meine und melke. Kirchenväter als durchaus christlich. dass dieser heilige Mann. welchen der christliche Tüchtigkeit durch fleissiges Anhören feurige Geist Gottes erfüllte und wie einen Irr. Die Anhänger Wolkes be- vertraulicher Worte zusammenrollen sollte. Diese. unter denen Herr Müm- lichenUntersuchungen. nämlich untergehen würde. weil meinem Freunde. ass am t3. allerdings klar seine Kirche war nicht nur immer voll. genannt das Dukatenmännchen. die den Epikuräer aus seinem Sinnenrausche wecken. der so recht im Gegensatze nungszeichen diene und sie nicht im Moraste ihrer zum Pastor Wolke zu einem frohen Genüsse des Sünden versinken und verfaulen lasse. die mit seinen Grundsätzen nicht in deswegen gegeben hatte.

Seide und würzte ihre Küche mit allen Selten. Der arme Mann war aber sie sich über das weltliche Wesen der andern mit seinen Gedanken und der Sorge um die Ge. die flottenweise in den Hafen unserer Stadt argloses Gemüth dadurch zu täuschen wusste. trabenden Worten bewies. sein heiten. dass seine F r a u . dass er keinen Ein. . Verachtung des thörichten Krams mit vielen hoch- blick in seinen Haushalt hatte. Abendluft. klug und fein wie sie w a r . häufig mit Entrüstung verbreitete und ihre eigene meinde so vollauf beschäftigt. dass eingeführt wurden. wozu noch kam.

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A U S EINER F O L G E V O N AQUARELLEN Z U EINEM HOCHZEITSGEDICHT. .

um Geld betet ihr. dass er es her. sagte er. denn euch nach dem jenseitigen Strande führen. indessen als sie und ihn ansehen mussten und leiden. jetzt merkte man erst." kenntet eine Insel. aber nicht dessen unternehmenden . wenn nicht der Welt.mit ihr der Sorge dafür ledig seid und endlich an seitig ins Wasser.Verachtung zurück. aber der Zulauf war so gross. Im Geisterlande waltige Reichthümer. Ihr würdet gewiss aus vollem das denken könnt was noth thut. An Geld denkt ihr. Arbeiter. ist die denn der Pfarrer zu reden. von Geld Wolke unter der Hand ersuchten. gefahrvollen Wege Den Anstoss zu der grossen zu beschweren? Wer seid ihr Umwälzung. dass die Menge in der von eurer Habe dürft ihr nichts mitnehmen. welche nun statt denn? was könnt ihr denn? fand. schleppten Steine. Damit hatten sie nun frei- die nach Geld jagen. ausholte und angesichts der ganzen Gemeinde wie fassten sie noch einmal Muth und meinten.Kirche nicht Platz gehabt hätte. dass die stattlichen Segel taumelten. was ist euch werth. dass der Staub flog die Sache wohl nicht so dringlich wäre. Bettler und Vagabunden. nannten Fertigkeiten bisher wenig gehalten und wie der Alte predigen konnte! Mit seiner tapferen durchaus nicht darin bewandert war. dass Blut flösse. solltet lieber den ganzen Trödel verbrennen. schlügen und pufften sich. „ihr lich nicht das Rechte getroffen. und ihr sähet im Frühling legenheit. was beschützt ihr? Wenn wallten singend durch die Strassen und wiesen ich von euren Kindern absehe. rührte sich der Kehrichtsammler wird nicht einer vom Flecke. da. bauten Stuben am Samstag gescheuert werden und eure Häuser. wie es sich unter hindurchliefen und alles sahen und merkten bis dem hohen sonnigen Himmel glitzernd hin und in den hintersten Schlupfwinkel. die ihr wie der jede Zumuthung sich nützlich zu beschäftigen mit vernunftlose Affe auf Kosten der übrigen Mensch. Gott hat euch das Volk zur Arbeit ermuntern. welche von den letztge- Brühe geschlagen wäre. dass alte Pluderhosen ausklopfte. und obwohl zu- mit es nicht zu sehr belastet weilen ein Regenschauer den wird.gabHerrHansJohannsen. solche Künste floriren der von seinem Vater ge- drüben nicht. er möchtc doch träumt ihr. sägten Holz. tropfte ein Nase hakte er die Leute fest. das Geld. „Ihr kommt hierher. Schwingen und weiter dahingefahren sein. bleibt nichts als das Geld. Bedien- Gott zu beten?" rief er. das Schiff auf seinem weiten. dass seine aus der halbdunkeln. Auch der Kirche von einer steinernen Kanzel herunter. Pasteten essen und Malvasier ein Grosshändler in Gewürzen. ihr habt sie zu Geiern gemacht." untergang wie eine Kanonenkugel in die faule Der Zuhörerschaft. Dann könnt ihr eure Leuten ins Gesicht schlug. da Diamanten und Perlen auf die es ein warmer aber stürmischer Strasse werfen. J a . da ja treue Pflicht- die Gedanken als Engel der Anbetung in euer erfüllung in Gottes Augen nicht anders als wohl- Haupt gegeben. Sie rodeten gebraten auf den Tisch kommt? und dass eure Bäume. um zu gegen waren die armen Leute. dass euer Rindfleisch zur rechten Zeit Menschen kommen. „Glaubt ihr. die jeden Herbst vom Meere sagte er. „Das Geld ist euer Gott! stete." Diese Predigt Halse schreien: seht die Narren! die Bösewichte! hielt der Jammerbold auf dem freien Platz vor seid aber weder besser noch klüger als sie. wofür arbeitet ihr. zankten sich wer mehr hätte und regieren Haube nach der Ordnung gefüttert wird? Ihr sollte. dass sie stillhalten kalter Schweiss von der Stirne. gefällig sein könnte. wofür kämpft und entzündet von den Worten des Jammerbolds. da- spuckten sich ins Gesicht und stiessen sich gegen. „Gott hielte es für eine wichtige Ange- verschlungen würde. nicht einmal Frühlingstag war. so dass die Besitzenden sich heit vergöttert. Schauen. werth. durchräucherten Kirche ins kleinen flammenden Augen geschwind durch sie Freie traten und das Meer sahen. so sich danach bücken. die sie besiedelten. Hin- und die Löcher klafften. trinken. Denkt euch". So möchtc jeder in seinen Sünden fröhlich gilt nichts als Lieben.Schweben. eure Insel wird untergehen und ein Schiff wird welche an der Aussenmauer angebracht war. ganz durchdrungen W a s habt ihr lieb. ihr.her wälzte. das ausserordentlich behindert fühlten und den Pastor Geld. Und schön und entsetzlich wusste eure Person.

er habe im Gegentheil im Sinne. der Pelz- könig. sei es weil sich einer vor dem andern schämte oder weil das Geld bereits etwas zu Missfälliges lind Unbeliebtes geworden war. ein so gewaltiger Geldmann und Pelzköntg. wie er ja immer der Ansicht gewesen sei. dass ich mich noch nicht damit abgegeben hätte. trat Herr Mümmelke. erwiderte ich. dass die Welt am 13. vielmehr könnte man dabei leicht in die Gewalt des Teufels gerathen und der ewigen Seligkeit verlustig gehen. traute sich aber auch nicht es an die Bedürftigen auszutheilen. begab sich zum Pfarrer und fragte. und ob ich ihm wohl gegen reichliche Bezahlung eine ablassen wollte. denn. sich siines ganzen Vermögens zu entäussern und sich auf das Himmel- reich vorzubereiten. worauf er meine Gelehr- samkeit belobte und sagte. Charakter geerbt hatte. Wie man beim Beginne des Winters wohl ganze Berge von hellgrünen Kohl- köpfen an öffentlichen Plätzen aufgestapelt sieht. damit er sich ihrer Schätze bemächtige. müsse ein sorglicher Mann doch an den Fall denken. ein. ohne dass jemand ihn angetastet hätte. weil es ihm wie unrechtmässiger Besitz vorkam. Indessen. So war er froh. und was dann werden solle? Da nun. dass die Erde unerwarteter Weise durch die gefahr- volle Constellation hindurchschlüpfe. dass ich auch sonst noch über mancherlei Zauber gebiete und auch die berühmten Alraunwurzeln besitze. wären diese Mittel nun freilich nicht. Ich sagte. fügte er hinzu. wie er gehört hätte. leider verhalte es sich wirklich so. warum man sich der- selben nicht unter Umständen bedienen solle. sähe er nicht ein. Ich fragte. würde man ihn für ihresgleichen halten und in der ehrbaren Gesellschaft nichts mehr von ihm wissen wollen. dass das Glück nicht in vollen Kisten und Fässern stecke. sondern in den Lüften schwebe und sich nicht auf die Erde herabziehen lasse. wie er ohne Vermögen sein Leben hätte fristen sollen und ferner weil er glaubte. einer- seits weil er nicht gewusst hätte. welches er weit von sich wies. denn solche heimliche Mittel nöthig habe um sich zu bereichern. dass er eine Gelegenheit fand. es auf dem Markte aufzuhäufen und preislich auszustellen. was auch die Ursache wäre. aber sie einigten sich schliesslich dahin. entledigte sich seiner Vermummung und fragte nach vielen höflichen Redekünsten. und als ich vorsichtig öffnete. sagte er. Hierauf lächelte der Pelzkönig unschuldig wie ein spielendes Kind und sagte. wenn er sich von dem armen Gesindel nicht vornehm zurückhielte. ein frommes Gemüth wie das seine brauche den Teufel © . verzagt und weicheren Herzens. Vielmehr war das zierliche blonde Männchen Bettler. die Natur dem Menschen allerhand unschuldige Mittel an die Hand gegeben hätte. Juli des laufenden Jahres untergehen müsse. ob er. An diesem Abend klopfte es zu später Stunde an meine Thür. So ganz unschuldig. glänzte nun dem staunenden Volke der goldige Mammon in die Augen. wie er gehört hätte. ob es wirklich an dem sei. den gehässigen Reichthum auf gute Weise loszuwerden. wagte sein Geld nicht zu ge- messen. ob er sein Geld unter die Armen vertheilen oder einfach aus allzugrosser Verachtung ins Meer werfen sollte. durch die man sich so viel Reichthümer wie man wolle verschaffen könne.

was auch später eintreten möchte. um ihre Ausgelassenheit zu bemänteln. Dieser Vorschlag fand allgemeinen Beifall und das Material wurde sogleich einem rühmlich bekannten Bild- giesser zur Verarbeitung übergeben. das schöne thörichte Erden- leben jedenfalls die Jugendzeit der Seele sei. dieselben füllten und wohlgemuth davonführten. welches Geschäft mir alles in allem viertausend fünfhundert Goldgülden eintrug. Indessen verkaufte ich am nächsten Abend eine ähnliche Wurzel an das Dukatenmännchen und in der folgenden Zeit sieben andere an andere grosse Kauf- herren und Regierungsräthe. des Pastors W o l k e . berückt haben. kaum von einander hätte unterscheiden können. welches das goldene Kalb vorstellen und als ein abscheu- liches Götzenbild zur öffentlichen Beschimpfung und Verhöhnung gezeigt werden sollte. wobei es vielleicht verblieben wäre. ich möchte ihm nur getrost ein Alräunchen Ein überlassen und ihn im Gebrauche desselben unterweisen. dergleichen ich zuweilen im Walde ge- funden hatte und sagte. Diese sammelten sich um den Lustbold. und der Pelzkönig schlug vor. denn das Geplauder des Knaben. gelbliche Wurzel von ganz un- schädlicher Art hervor. wie dass Gott den Men- schen die Erde als Wohnplatz angewiesen hätte und sie sich aus Dankbarkeit so viel wie möglich darauf belustigen müssten. dass man sie. deren Reich- thum von jeher wie das Veilchen in der Verborgenheit geblüht hatte. ferner dass. wenn man nicht gesehen hätte. die gewöhnt waren jedwedes Ereigniss mit Jubel zu begrüssen. die andere Hälfte in das frische Grab stecken müsse. Diese und noch viele andere Herren breiteten nun ihr Gold und Silber neben dem des Herrn Johannsen auf dem Markte aus. sondern es gab einige.nicht zu fürchten. andere. dass hie und da Leute mit Schiebkarren kamen. Übrigens gehörte nicht die ganze Einwohnerschaft zu den An- hängern des Jammerbolds. dass er in einer Mondnacht auf den Kirchhof gehen und das neueste Grab suchen. was sich späterhin als gut ge- eignet erwies. Also Gespräch. es möchte aus allen vorhandenen Edelmetallen ein ungeheures Bildwerk gegossen werden. und ewig müsse es der- jenige bereuen. dann unter drei- maliger Anrufung des Teufels die Hälfte der Wurzel essen. hatte sie jemand witzweise Wassertröpf- chen und Schneeflocke genannt. welcher immer ein paar fröhliche Redensarten bei der Hand hatte. Nachdem wir uns gegenseitig tiefes Stillschweigen über den Handel zugeschworen hatten. Nun schien es. holte ich eine seltsam geformte. da- mit nur die Alltäglichkeit unterbrochen würde und sie Gelegenheit hätten Feste zu feiern. dessen Zünglein 9 . entfernte er sich so vorsichtig wie er gekommen war. wenn sie nicht verschiedenen Geschlechts ge- wesen wären. dass mit dem geopferten Gelde durch Menschenverführung Unheil ange- richtet würde. Zwillinge und einander so ähn- lich. die nach wie vor möglichst unauffällig ihren Geschäften nach- gingen und die übrigen als müssige Phantasten belächelten. Mit solchen Sophismen mag er wohl auch die Kinder seines Gegners. der sich seiner Jugend nicht gefreut hätte. worauf er bei gehörigem Suchen und Wühlen mehr Schätze finden würde als er jemals verbrauchen könne. Als sie geboren waren.

weil er es durchaus nicht ernst damit nehmen konnte. knorrige Gestalt. da ihr Herz weil die Natur sie so neben einander gestellt hatte. wurde nach kurzen keit. um unter dem harmlosen fühlten sie sich doch nicht befriedigt und ausge. um was es sich hatte. ohne laufen schien. fiel es ihnen plötzlich Während dieser Zeit arbeitete der Bildgiesser. fleissig an dem goldnen Kalbe. nämlich nur mit einander. begnügt und das goldene Kalb vollends handelte. müssten sie die Liebe kennen In der lernen. das die Hantirungen R e g e n . Sie waren fast das Wundervolle. Nach- sein. dass es bald für immer noss allgemeines Vertrauen. schien ihnen das ein Hauptspass zu ganz ohne Entgelt zu bilden unternommen. das von seinen Lippen plätscherte. um das Leben in die Hände zu be. trotz allem von dem heimlichen Schauder. Sie waren bereit alles zu thun was sie ringem Lohne für die zahlreichen Brunnenfiguren nur fühlen machte. Als die und Kirchenornamente. namentlich aber 1 I mit welchen Worten er seiner Schwester das ge- habte Abenteuer wiedererzählen würde. Man rief sie also des neuen Geliebten würde ihr die Lebenswonne Tröpfchen und Schneeflocke oder Vikus und bringen. dass dem Vikus die Liebe nicht beizubringen w a r . ihren Bruder aufsuchte. vor füllt in ihrer Liebe. Da ihre Seele V i k a . Geplauder. stark und etwas roh waren. Schliess- lich gab er es ganz auf und hielt sich zu den jungen Männern. auf thun. Aber obwohl sie sich sehr lieb spürte. ein. die er. im Gegentheil als die Kunde sich hin zu träumen. dem kam es ihnen nie in den Sinn einen anderen Frühlingsbeben und Blüthenschwellen nichts ver- Umgang zu suchen. Während der zärt- lichsten Wechselreden und Liebkosungen dachte er an hundert andere Dinge.! rr Sfciiafi* zunächst. dann würde das Leben sich von selber Herbstsonne. Berathungen beschlossen. der Kuss schmelzen und verschwinden. wovon eine grosse Unaufmerksamkeit und Zerstreutheit die Folge war. sie empfingen die Zwillinge voll Zärtlich. welches auch seine vorbei sein würde. und sie wussten der stattlichen Nase und den kleinen blinkenden i i in ihrer Angst und Ungeduld gar nicht was sie Augen herausforderte. — fühlte sie sich nicht gerade entwürdigt durch nicht weil sie unbeliebt gewesen wären. es in dem Park aufzu- chens und die Männer der Schneeflocke. nützig bekannt. als könnte sie jeden Augenblick den andern. die Frauen bemächtigten sich des Tröpf. dazu war er als uneigen- thun sollten. ja nicht ohne einander bestehen konnten. indem sie jedesmal dachte. sagten sie. Unterdessen wehte weiss wie eine Schneeflocke. dem das Vieh fertig w a r . das er in all seiner gottlosen Pracht und Schönheit die sich doch innerlich so ähnlich waren wie darzustellen versprochen hatte. schreckte sie wie mit Posaunen. was sich nun ereignen würde jedermann bekannt und doch ganz ohne Freunde. auf die sie getauft waren. in was für einer fürchterlichen Einsamkeit Herr Brausewein. nicht wenig von selber ohne Regulirung von selten des Kopfes zu bewunderte. immer trauriger wurde und am liebsten hatten. glich dem geschwinden Tröpfeln übrigens ein anderes Interesse dabei zu haben als • des Wassers etwa aus einer Rinne bei starkem das des munteren Aeffchens. namentlich wenn sie gross. sein breites Gesicht mit stössen aus ihrem Halbschlummer. wenn sie sich küssen Ludovika. sondern hatte auch V i k a leicht und geräuschlos aus einem Arm in etwas an sich. Hess — denn sie horchte und wartete immer auf scheinlich nicht für sie passten. denn stellen. wo die Weltkinder ihre Orgien zu feiern { . vielmehr den häufigen Wechsel. Es zeigte sich aber. augen. sie bisher gelebt hatten. da die feierlichen Namen Ludovikus und eigentlich gar nicht dabei war. verlangte. feste. nur dass sie. wenigstens auf Augenblicke. die die Geliebte beleidigte. dass sie lebten. was denn doch das betreffende Mädchen. nach der sie sich sehnte. vom Weltuntergange kam. würfelte und zechte mit ihnen. und das stille Mädchen war nicht nur der Menschen nachmacht. Die Nachricht. denn er hatte sich stets mit ge- kommen. Dieser Mann ge- äusserlich. die er der Stadt geliefert Weltkinder begriffen hatten.

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öfter aber unter W a s aber vorzüglich mit Schrecken erfüllte war das die letzteren. Mit abenteuerliches Gerede. Natur. In erregte natürlicherweise grosses Befremden und der Haltung des Ungethüms war etwas. die der Mei. sah man an. und zwar hauptsächlich aus väter- Antlitz mit den grossen vorquellenden Augen. Lehren. Dies blendenden. nahme für die hilflos in der Irre tappenden wenn es mit gesenkten Köpfen zur Anbetung Kinder und ihren Vater. wenn der Mond ihren den Strand und das Meer hatte. der sich etwa mit einem allmählich immer Nilpferd verglei. nach allen Seiten ich aus des Tröpfchens zutraulichem Sprudeln und zugleich zu blicken schienen. wie von Im ersten Augenblick sah man nichts als einen hungrigen Hyänen. heit mischte ich terten. mochte dass der Eindruck ebenso heiter wie erhaben war. dass man grossen Anstrengungen wurde denn das schwere der Bestie nicht grade ins Auge sehen dürfe. welcher Zeit viele ein kicherndes Heulen. meinen Freund. bei aller Plumpheit dem Götzen schmei- etwas Elastisches chelte und opferte. so dass man nicht Jammerbolds waren. um es zu ich mich eines Tages auf. und den säulen- dicken Beinen die. So verschieden nun über ihre Lage zu öffnen. um ihm die Augen zermalmen und zu fressen. Ihr An- Die ganzeFigur des führer zu allem war Ungeheuers liess der Lustbold. gebracht. doch lag in graue Haupt mit dem prallen Leibe Blumen geputzt. als lauerte Aergerniss.pflegten. von wo aus man einen Ausblick über ferner dass sie Nachts. das war. weil er stets mit Predigen. unter Scherz ster mit staunens. flösste es doch allen Abscheu und Herrenhause von seinen heiligen Besitzern ver. Grauen ein und es verbreitete sich bald allerlei schmäht und der Verwilderung preisgegeben. derselbe war nebst einem stattlichen mochte. soweit sie breit Baalspriester nen - und ungeschlacht nen liess und. Als ein denken- sich gegen den der Betrachter der Fuss zu noch be. menschlichenThor- trächtlich verbrei. die. wo es sich auf das Volk. machte niederkniete. im Glänze der Mittagssonne nach aber sowie die Zerstampfung des Bodens umher. von dem ausgelassenen Toben der Weltkinder erst bei längerem herrühren. und angesichts glatten Goldrücken beschiene. zum Geheul oder zu mörderischem Biss öffnete. die licher Zuneigung für die Zwillinge. mich unter die Got- dass sie sich wie der teskinder wie auch Blitz aufheben und unter die Weltkin- ihr Opfer in den Staub zusammenstampfen könnten. da Bildwerk auf einen künstlichen Hügel im Parke sie einen sonst behexe und nicht mehr losliesse. ob- Schauen offenbarte wohl es meistens Der das Idol die böse arme Schelme wa- Landsknecht. herunterlassen könnte. tanzten. sich chen. deren Zustand dumm. Dass es eben die Kinder des einen zweideutigen Ausdruck. der. allen Seiten Strahlen schiessenden Goldkoloss. ren. mehr ausartete. aber weniger deswegen als aus Theil- es auf den Augenblick. grausam und tückisch. und Jubel um das w e r t e r Kunst hin. oder sich Unholden zwischen den Weltkindern zählten. wie zum Beispiel. Das weite Maul hatte Plätschern erfuhr. lebendig würde. ob es in thierischer Weise lachte. die zu den gefährlichsten wusste. so die man wohl des Morgens wahrnahm. Man fand Pastor auch jeder das Götzenbild betrachten und auslegen Wolke damals selten zu Hause. gehört haben wollten. zu einer grossen Menschenmenge feierlich enthüllt. Trösten und Helfen beschäftigt . Scheusal herum - eingebildet hatte.

sich um seine Kinder zu bekümmern. du Faselhans. sie möchten ihren Vater diese. ihren Mann die sie aufzehrten. dass es an der Zeit sei und er Ursache habe. als er seiner verlorenen Kinder liess sich auch durch meinen Eintritt nicht stören ansichtig wurde und die Arme zaghaft aus der und hörte erst auf. wenn sie Streich ertappte Kinder spornstreichs in entgegen- sich nicht begraben liessen. den bekehren und bessern wollte. denn sie waren eigentlich du alle in ein Kloster sperren. an der Fortsetzung ihres sinnlosen Treibens nützlicher und erbaulicher leben als du. die aus den geöff. wie sie. mit dem Arme erschöpft am Leibe herunterfielen. Weise redeten wir abwechselnd auf ihn ein. wärest du ein und liefen wie ein paar bei einem verbotenen Todtengräber. bis einander eine Reihe von silbernen Tellern. sah ich zu meinem Erstaunen. Er hatte hierauf Die Weltkinder glaubten. worauf seine Frau mit Hilfe des Dienst- Gewicht. so dass einige sogar den Zwil- Gehör zu schenken. modeln möchte ? Wärest du ein Tanzmeister. die.war. Als ich näher heran. Hauptkomödie versprachen. wie mich die heftigen Reden. dagegen hielt ich ihm eine heillose Katastrophe an. wovon sie sich eine er sogleich trotz des Tobens seiner Frau in wohl. nicht so lange rufen und bitten lassen. worauf kleinen weisshaarigen Haupte nickend. wieder auflas und ins Haus zurück- werden. die doch weit froh. die dem Weltunter- . doch war mir diesmal der Zofall günstig. indem ich ihr bewies. um doch einmal vor dem alles Irdische von sich thäte. als sie des Jammerbolds seine Frau zur Rede gestellt und in allerlei Truhen ansichtig wurden. und seine Anhänger verlachte. Schalen und Kannen aus dem Fenster flogen. „was bist du mehr als ein einfältiger Tyrann. um ihrem Schelten leichtsinnige Volk. ohne ihnen Genüge zu geben. mit unverminderter Ende das schöne Erdenglück zu kosten. wilde. als ihm die schwachen alten Entfernung nach ihnen ausstreckte. Schüs. alberne Ausschweifungen geworfen hätten. Er alten M a n n e s . möchtest lange auf sich warten." rief lingen Zeichen gaben. und da du nun als gesetzter Richtung davon. nichts anderes als dass er sie und Kisten den Schatz des Hauses entdeckt." Ich verhindert zu werden. „Du Geck. In dieser k a m . um das Ende ruhig über sich ergehen zu lassen. sich in Habgier auf dem Ihrigen sitzen bliebe und so. während der Fromme geben hatte. führen wo seine Kinder wären. auf lasterhaftem Reichthum thronend. dass nug. Unterwegs erzählte ich dem Alten was Sticheleien zu Ohren gekommen. in Bälde von ihm zurückfordern würde. Es waren nämlich dem edeln Manne brachte. Indessen liessen sie nicht Gottesnarr und Jammerbold geboren bist. deren neten Fenstern seiner Wohnung schallten. würdest du sie verfluchen. was ich sogleich zum Theil von ausserordentlicher Grösse und that. so dass ich mich an den Mauern der mädchens das Silber. dass nach. um nicht getroffen zu tragen war. er mich mit demüthigen Worten bat ihn hinzu- seln. sie die Erhabenheit und Heiligkeit ihres Mannes Dieses kündigte sich denn nun wirklich durch nicht zu fassen vermöge. und müde und überdrüssig ge- unterbrach die F r a u . aber der Anblick des gezielten Würfen auf die Strasse schleuderte. schon Seelen Gott ihm vorzüglich anvertraut hätte und von weitem'merken liessen. dann fassten sie sich plötzlich bei den Händen würdest du alle tanzen lassen. dass seine eigene sich in der letzten Zeit mit seinen Kindern be- Frau zu denen gehöre. Diese der alle Menschen nach seinem zufälligen Masse starrten den Alten erst eine Weile erschreckt an. vor. soweit es noch nicht fortge- Häuser entlang drückte. rührte das er sich zu seiner Frau wendete.

DER W I N T E R . © .

.EIN HIEB.

welche sich. dass der grosse Zusammenbruch eintreten man hätte an eine gewisse Verwirrung seiner musste und die Folgen der Weltverachtung und Ideen glauben können. was ein lieblicher Anblick gewesen berechnet zu sein. und der Zufall wollte. die Frauen mit aufge- widerten. dass sie so dass man das Gefühl hatte. Seelengrösse eingeheimst werden konnten. und von dort aus ihren hohlen Gesang Gerede ein für allemal ein Ende gemacht hätte. flach war. Allen zuvor mit Beten öfters das Gesicht in den. die bisher die Nase gerümpft hatten.Händen verbarg. wie sich nun zeigte. ein hoch- die Kirche so erschütterte. Dukatenmännchen. wenn nicht plötz. ob sie in der lieblichen Abendkühle volle Witterung Vorbote eines Erdbebens gewesen. Hüfte und am Bein so getroffen wurde. eine ernste Ansprache in der Kirche zu lachen machen. und der Jammerbold war so dringend auf. Er sah von der ganzen Zuhörerschaft nur seine Der dreizehnte Juli war ein heisser aber freund- Kinder. licher T a g . Ich fragte im Es war nämlich. wenigstens handelte es durch. Als ich in der Dämmerung meiner Ge- sie nicht wie Selige lachen? J a . ten sich in letzter Stunde noch unter die Heiligen „Wenn sie als kleine Kinder auf der Wiese sassen und suchten durch den Nachdruck ihrer frommen und Sternblumen pflückten. ja soweit. Die verlassene Herde des Pastoren halten. wenn der fallenden Trümmer tödteten einige Personen und Bräutigam käme. ein Bad zu nehmen gedächten. von sich abschütteln Augenblick an veränderte der Pfarrer sein Be- können. die unheil. wenn man sein unzusam. und wie und wo es zu finden sei. Schon verwundeten mehrere. Vorbeigehen. die Stadt zu wallfahrten. zu finden — um ein paar Kreuzer zu verdienen dass der Weltuntergang nun baldigst hereinbrechen und ihr Blumen oder irgend einen Tand kaufen werde. zu können. sondern vom Glück gleichen Betrachtungen hätten aufkommen lassen. schien nur für sie lösten Haaren. welche dicht unter der Kanzel Platz ge. auf zwei grosse Steine im Meer gesetzt lich ein fürchterliches Krachen und Poltern dem hatten. Man konnte ihn häufig eines Hagelwetters. wohnheit gemäss am Strande spazierte. dass einige T a g e lang war die Hitze ungewöhnlich die Schneeflocke unter den letzteren war und an der lastend gewesen und die Luft klumpig und schwer. welcher es den Gotteskindern erlaubte. fand ich diese waren sie! Weh mir. würden und Singen thaten es der Pelzkönig und das die Zuhörer an dem wunderlichen Zeug schliess. dass er nicht Nein hatte sagen können. über das Wasser schallen Hessen. da wo das Ufer lich Anstoss genommen haben. Es zweifelten nur wenige daran. wenn die bedrohlichen Umstände der- aus nicht vom Weltuntergang. nur dass einem die Kraft sich anzustrengen tragen gänzlich und legte nichts anderem als dem gebrach. dass ich ihnen den sie alle im weichen Sande knieen und beten. sass ihnen da nicht Bethätigungen zu ersetzen. das Meer lag schwarz und mit zufriedenem Lächeln wie einen Tagelöhner leblos wie ein nasses Tuch. der das weisse Gesicht vielleicht würde gefordert. damit ich nicht. aber mit den Händen von sich abstreifen oder. Die mit Oel zu füllen. und nur selten strich arbeiten sehen — denn es war bei dem verwahr- eine Möve mit ängstlich zuckendem Flug dicht losten Zustande unserer Stadt allenthalben Arbeit darüber hin. Auch was er sagte. Von diesem man sich sehr anstrengte. wenn sicherlich gelähmt bleiben musste.gang grade um acht Tage voraufging. was ihnen an Dauer das Glück in den strahlenden Augen? Lachten abging. Jetzt hatte der Himmel eine verwischte Befinden und Aussehen seiner kranken Tochter graubraune Färbung bekommen wie vor Einbruch mehr Wichtigkeit bei. Da sich inzwischen . menhängendes Betragen mit dem früheren verglich. wo einem die Häuser über dem Kopfe zu- in abgebrochener Weise vortrug und zwischendurch sammenbrechen mussten. worauf mich der das sich eben in diesem Augenblick entlud und Pelzkönig mit sanften Worten einlud. als eine thörichte Jungfrau be- schämt vor ihm stehen müsste. misch- überhaupt ein fortlaufender Faden darin war. dass ein Theil der zeitliches Gewand anzulegen und mein Lämpchen Mauer nebst mehreren Pfeilern einstürzte. dass er obwohl ihm aller Eifer für die Angelegenheit nicht sonderlich vermisst wurde. wenn denn Viele. nommen hatten und seinen inständigen Blick mit mit nichts als Hemden bekleidet singend durch schwachem Lächeln ihrer blassen Mienen er. man müsste sie wohl mit dem Leben davonkommen konnte. mitten im Para. da doch Weise zu bestehen gedachten als innerhalb der Kinder wie Engel sind?" Da er dies noch dazu Stadt. denn es war jetzt gänzlich abhanden gekommen zu sein schien. sein würde. wo Apfel der Erkenntniss gegeben habe! Hätten sie sie vermuthlich die Katastrophe in angenehmerer nicht ewig lachen und spielen sollen. befand sich nunmehr in solcher Spannung.

wie es langsam seinen riesigen Umschwung durch die Ewigkeit drehte. die so schnell und stark im Mittelpunkte der Unendlichkeit sich umschwingt. durch die Klappe in meiner Thür herauslugte. Ein starkes Schreien und Poltern weckte mich. das der kurzen Sommernacht folgte. aus meinem Schlafe. der denn auch wirklich als ein röthlichfunkelnder lein. die Stunde genähert hatte. Stern mit anmuthigem Strahlenbüschel wie ein Paradiesvogel unter den übrigen sichtbar wurde. halb unsichtbar. Wandelsterne. als es etwa zehn Uhr Morgens sein mochte. der durch die Bewegung entsteht. Allmählich rückten sämmtliche Sterne sacht an ihre Stelle. begab ich mich auf und das die Zinne meines Hauses. ich freute mich . nun es mit dem Weltuntergange nichts war. Indem ich gedankenvoll den Lauf des Kometen verfolgte. es mit ihren Alräunchen versucht und die unschuldige Natur derselben erprobt hatten. da ich mich im Nachtkleide nicht unter den Leuten zeigen mochte. Da ich den Pelzkönig und das Dukaten- männchen unter den vordersten sah. vor dem stillen Fluge der Nacht fing die Luft an sich kühlend zu bewegen und das träumerische Singen der Brandung wurde hörbar. halb durchsichtig leuchtend. dass sie. die nun toller als je ihren Reigen um das goldene Scheu- sal tanzten. um ihn zu beobachten. und durch das fröstelnde Grau des Morgens. Wie. Hierauf legte ich mich zu Bett und schlief bei grosser Ermüdung augenblicklich ein. die mit Knitteln und Beilen herumfuchtelten und mich bedrohten. Aus dem entfernten Park drangen dann und wann wilde jauchzende Töne der Weltkinder. und als ich. weiter durch die dunkle Einöde des Himmels. die Gestirne erlöschten und entsetzlich zuckend in die schwarze Unermesslichkeit stürzten! — Aber es drehte sich langsam. Schneider. nachdem die Sternbilder verblichen waren. erblickte ich eine Horde wüthender Männer. konnte ich mir unschwer zusammenreimen. langsam weiter durch das blaue Gewölk. dachte ich. dass der Sturm. wenn plötzlich eine allmächtige Hand in die ungeheure Speiche griffe. Trotz des blutgierigen Aussehens der Männer fasste ich mir ein Herz und redete sie freundlich an. bei denen alles Anrufen und Beschwören des Satans durchaus zu nichts führen konnte. Sonnen und Monde in ihren Bahnen vor sich her treibt? Wenn das R a d plötzlich stockte. wo der verderbliche Der Riese Schweifstern erscheinen sollte. malte ich mir mit den inneren Augen das R a d der Zeit an den Himmel. indem ich sagte.

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wohl wenig genützt haben. als den. winnen. uns füglich beglück. was ich einzelner zum und wieder abgetreten wäre. so dass unsere Erde Schutze des Bedrohten thun könnte. hatte er bereits unter den des Jammerbolds zu nennen. Doch würde mir diese Rede ursachte wieder eine verhängnissvolle Verspätung. aber das ver- wünschen dürften. Die Nacht. wenn es nicht einem als wir bei dem Hause des unglücklichen Men- der wüthenden Leute eingefallen wäre. welcher das Axthieben der Mordbande seinen Geist aufgegeben. sie herzlich „liebe Freunde" und „Kinder heraus. zu lärmen. nicht so lieben Freund mich so schnell ich vermochte an. Zwar gelang ihren Lauf in Gottes Namen fortsetzen könnte. dass der verdächtige Stern kleidete und hinter den Wilden hereilte. Hingegen <a> . als ihre Bewohner. dass er auf das stimmten alle ein und der Knäuel wälzte sich Geschrei der Erzürnten vor die Hausthür geeilt unter lautem Rachegebrüll aus meinem Hause war. ganze Unglück herbeigeführt hätte. obgleich mit Vermeidung aller schädlichen Umtriebe auf. den Namen schenfreundes ankamen. Originalhollschnitt. es mir unterwegs noch ein paar Männer zu ge- wozu wir. Sogleich Von den Umstehenden erfuhr ich. da seine Tochter schlafe. so dass ich in grosser Besorgniss um den Gottes" angeredet und gebeten hatte. die mir beistehen wollten. ich eigentlich nicht wusste. mittheilen zu können.

dass "sich jetzt die Welt untergehen!" und da er Nächstverwandten an der mit seiner schwachen Stimme Gurgel fassten und unter etwas erwidern wollte. es wussten sie in ihrer Furie waren ihrer neun. um den Goldkoloss Verweis ertheilt. liches Begräbniss zuerkannt. Da sich V i k a nach dem Grabe dieser die Enttäuschten an dem Mei.und Rachegeschrei und fluchten sie noch gräss. darunter keinen anderen Ausweg als der Pelzkönig und das Duka- übereinander herzufallen. was denn Abendkühle kann man noch wohl als das dürftige Ueber. schlugen ihn nieder und ten. nicht jene besonnenen Männer. Diejenigen. das sich dem Vor- Bettlern gemacht! Gieb unser haben widersetzt hatte. dass das Idol aus einem Kern welches denn baldigst prunk- von Blei bestand. wurde. sei es Mann. wenn wand von Wuth und Kräften. dem armen zum Schmelzen zu bringen. den^Garaus zu machen such- licher. in der Ab. neue Regierung gebildet und sicht von den verlorenen Reich. Beinah täglich in der blech überzogen war. zogen sie weiter gehabt h a t t e n . der nur mit los aber feierlich begangen einer dünnen Lage von Gold. Ermordeten dagegen ein christ- Dabei zeigte es sich aber bald. nicht rächen konnten. damit sie kein weiteres anderes. jetzt den plaudernden Vikus bleibsel des gewaltigen Schatzes und die lahme. dem schnöden Geldopfer ge- Gauner und Bösewicht und geben zu haben. der letzten Monate ein ernster zündeten. Es wurde zu die- fangen und das Beispiel zu sem Zweck das goldene Kalb . unschuldigen Seele Hand in ster. lächelnde zu betrachten war. Leben gebracht haben. wurden nach dem der eine dem andern kurzem Prozess zum Tode den Vorwurf machte ange. delsführer in Verwahrsam ge- erreichten sie doch nichts bracht. verurtheilt.schimpften sie ihn Schelm. tenmännchen . dem Lust- Schrammen und Beulen in bold wurde wegen seines un- ihren glatten Leib brachten. eine dene Kalb stand. in. Zunächst So viel sie aber mit ihren Bei. Wolke betheiligt waren. der sich kurz nach Voll. passenden Betragens während weswegen sie ein Feuer an. Wahrscheinlich würden tödteten den wehrlosen Greis sie sich alle gegenseitig ums mit einem überflüssigen Auf. tobten Triumph. handhabt hätten. sammengetreten wären. Fast in jeder man hörte es durcheinander. Ohne dass jemand wagte die mit dem Weltuntergang in der blutigen Horde in den keiner Weise etwas zu thun Weg zu treten. Frau im Himmel! Du hast uns zu oder Kind. Familie hatte es ein Mitglied rufen: „Jetzt sind wir freilich gegeben. die bei Ruhe aus der Stadt entfernt der Ermordung des alten hatte. wurden die Mörder und R ä - len auf die Bestie einhieben. jetzt zu- nach dem Platze wo das gol. als dass sie einige Unheil anrichteten. Hand zusammen wandern endung des Bildes in aller sehen. und Geld zurück oder lass die so k a m es. die öffentlichen Dinge ge- thümern wieder an sich zu schickt und geschwinde ge- raffen was jeder vermochte.

.Der Streit im Walde.

Die heilige Nacht. .

.Nach dem Originalholz- schnitt aus der Gründer- ausgabe von Ver Sacrum.

Die Fahrt- genossen. .

RICARDA HUCH. . so Die Leichname der Erhenkten blieben auf Ver- könnten sie. die sich in dieser bild herum tanzen. an wel. und das abergläubische ein letztes Tänzchen vor ihrem Götzen aufführen. chen die Schuldigen aufgehängt werden sollten. konnten. welcher ausserhalb der Stadt. man könne in stürmischen Die Strafe wurde schleunigst an den unbussfertigen Nächten sehen. an dem Galgen hängen. Pfeifen des Windes und Rasseln der Knochen dass sich in Zukunft kein Unzufriedener mehr zu einen hüpfenden Reigen um das blanke Götzen- mucksen wagte und diejenigen.mit grossen Kosten und Beschwerden nach dem Zeit der Umwälzung aus früherer Dunkelheit zu Richtplatz geschleift. Volk will wissen. ohne Bemäkelung ihres Glückes froh werden um dasselbe herum aber die neun Galgen. was die günstige Folge hatte. wenn ihnen ordnung des Rathes zum abschreckenden Beispiel die Leiter unter den Füssen weggezogen würde. sagten die neuen Räthe. mauern liegt. wie die nackten Gerippe beim Sündern vollzogen. hübschem Wohlstände aufgeschwungen hatten. und in der Mitte desselben aufgerichtet.

dass es zitternd stand Jedoch wenn er aus ihrer Hand Den leichten Becher nehmen sollte. DIE BEIDEN Sie trug den Becher in der Hand. Kein Tropfen aus dem Becher sprang. Ihr K i n n und Mund glich seinem Rand. So leicht und fest w a r seine Hand Er sass auf einem jungen Pferde. . Dass keine Hand die andre fand Und dunkler W e i n am Boden rollte. H O F M A N N S T H A L . HUGO v. So w a r es beiden allzu schwer: Denn beide bebten sie so sehr. So leicht und sicher w a r ihr Gang. Und mit nachlässiger Geberde Erzwang er.

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Studie. .

lockenden Strand. Abenteuern bin ich gewogen Und mir zuckt das Schwert in der Hand. Sieben- meilen- stiefeln. Waffenklirrend. Über des Meeres grollende Wogen Komm ich gezogen A n den fernen. raufen war' so gut! Über des Meeres grollende Wogen Komm ich gezogen A n den fernen. DER ABENTEURER. Abenteuern bin ich gewogen Und mir zuckt das Schwert in der Hand. Allzu üppig rollt das Blut! W i l l sich keiner an mich wagen? Raufen. © . lockenden Strand. W i l l kein Ritter sich mir weisen. hoch zu Pferd. Der mit scharfem W o r t — und Eisen Trotzig mir den W e g verwehrt? Kann die Ruh' nicht länger tragen.

Aber ich — bin jung und stark! Über des Meeres grollende W o g e n K o m m ich gezogen A n den fernen. Fremde Lieder. schlanke. Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. lockenden Strand. Wien. Schöne. Den man mit verliebtem Grauen Zupfen. Abenteuern bin ich gewogen Und mir zuckt das Schwert in der Hand. Olbrich. küssen kann? Lieder weiss ich von der Reise. junge Frauen Braucht Ihr keinen Rittersmann. . süss und arg — Eure Gatten sind ja Greise. streicheln. Für die Redaktion verantwortlich: Architekt Joseph M. FELIX DÖRMANN.

II. LEIPZIG. JAHRG. ALLE RECHTE VORBEHALTEN Zeitschriftder g^iriicjvriQ BILDEN X WZNSTL^R JÄHRLICH 12 HEFTE. SEEMANN. . IM ABONNEMENT 9 FL — 15 M. A. HEFT 3. VERLAG VON E.

ITE. \\f WIEN. 2 .G710&12 M ELEKTRISCHE y f BEHUCHTUNG^ £ | OBJLCTE PQJKftNFflRBEN GVNTHER W A G N E R KVN^TlcR-WA^ERmRBEN f EiN5Te MARKE FÜR KÜhOTRfrCHE RRBEITEH .L V S T ^ R TRINK- SM •SPieQCb FANTflSie-oBjecre J GEBRöOEfl ÄjljSPKHWOT m BRöH'HER MÄ1WBBR • KK5CHÄTZUHGS" 2 % .RE. L o W l T S S ö r i M C Wl^NlrtäRNTHN£R<STR:16- • c i s e R N e s H / q v s • \lR\STA U . ' 3 P M W L 10 s E.VICÜi COMKI5SS R J F V ] / MAGDALI-NENST W I E N . VII.

O. F R A N Z Z W E Y B R Ü C K . GEDICHT VON FERDINAND v. . V O N MO- R O L D • • • • • • • • • • • FLORENTINISCHER ABEND- TRAUM. . REDAKTION DES L I T T E R A R I S C H E N TEILES: Dr. DER ZIEGELSCHLAG. GEDICHT V O N FERDINAND v . DER BILDLICHE I N H A L T N A C H ZEICHNUNGEN UND STUDIEN VON ALOIS HAENISCH IN MÜNCHEN. SEITE A N T W O R T A U F EINIGE L A N D - LÄUFIGE F R A G E N . M. MITTHEILUNGEN DER VER- EINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS. . 0) 3T . . VON PER HALL- STRÖM 13 LANDSCHAFT IM SPÄT- HERBST. S A A R . INHALT. OLBRICH A L F R E D ROLLER. REDAKTION DES K Ü N S T L E R I S C H E N TEILES: FRIEDRICH K Ö N I G K O L O M A N MOSER JOSEPH M. S A A R .

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der potenz die Thüre geöffnet. wissen.Schule' riechen. und er wurde nicht müde. desto besser. So kommen die tollsten ein paar Neuigkeiten habt. dass man sich oft fragen möchte. missbrauchen einander gewirbelt ist. der Geschmacklosigkeit und der Im- mögen. dass ihr sehr nach . dass sie sich jetzt alles erlauben dürfen es zu wiederholen.secessionistischen' Ausstellungen wenn sie nicht da wären und die man früher nicht und Zeitschriften. „was die jungen Leute jetzt trei. ANTWORT AUF EINIGE LANDLÄUFIGE FRAGEN. Aber euere Freiheit von jedem ob der Mann wirklich ein Stümper ist oder uns 0 Zwange hat doch vor allem der Thorheit. Uebermut. STUDIE. „Ist denn das wirklich noch und nicht mehr anzustrengen brauchen. je krauser etwas durch- ben? Die wenigen. Dinge in euere . Ich will zugeben." Das Wort gefiel dem Manne. HÜHNER.frozeln' will. um die es schade wäre. J e flüch- Kunst. machen konnte. Strenge Linien- es und die Uebrigen verdecken ihre Talentlosigkeit führung und sorgsame Arbeit würden schon zu durch absurde Einfälle. 4n Hexensabbath von Bizarrerie und Unver. ." sagte er. die Talent haben. Die jungen Leute es gemünzt hatte. dem nur . tiger etwas hingeworfen.

nicht glaubt — manche werden es glauben. @ . der Jubel und die Entrüstung noch tischen Gesetze aufgehoben erscheinen — wer hin und her wogen. auf dem Jünger eines neuen Evangeliums. um gleich Richtung zu ihrem „Stil" machen. In einer der den Fortschritt predigt. Es ist Stümper gehalten. ob nur wir uns noch wundern. an solchen Doch ich wüsste nicht. ohne irgend einen Er. ob es an sich wunderlich ist oder ein Lob ernten. müssen wir uns auf sich zu lenken und können vielleicht sogar immer fragen. solange das Für dern womöglich alle Raumbegriffe und alle op- und Wider. und die das Genie der Zukunft. was das schaden soll. so hat es schliesslich auch der macht im Anfange nur zehn — nicht Genies. Vor allem heisst es. Aus den nellen" Zug ausgestalteten Produkte und selbst zehn werden hundert. So wie es Böcklin und Thoma ja richtig. Und diejenigen. halt noch nicht! Aber passt nur auf! Ich bin Jetzt ist das alles verloren gegangen. Ein satz zu bieten. Spässen seine Freude haben? W i e kann einer. für seine mit irgend einem „origi. einem neuen Meister ergehen. Stümper leicht. sondern Vorkämpfer und Mitstreiter. das ihnen sonst nie zu teil würde. Früher konnte man auch Hohne der Menge zurufen: „Ihr versteht mich bei einem minder guten Bilde die Schule loben. Wenn es uns recht vor den Augen nehmen. sind vielleicht Stoffe und Darstellungsformen freigegeben sind. vermögen sie völlig begriffen zu werden. Besteht die neue Richtung vollends darin. Auch das Genie er wandeln soll. WOLKEN- SCHATTEN. Wie kann nun einer. dass alle welche ihre Freude daran haben. so kann es heute oder morgen auch die minder Begabten eine Zeit lang profitieren. dem es mit Narr macht zehn. den modernen Bestrebungen Ernst ist. Narren oder Fexen. dessen Art sich zu Indem sie gewisse Aeusserlichkeiten der neuen sehr von der gestrigen unterscheidet. in der der Stümper so leicht Aufsehen er- Verfalles erfreuen?" regt. sich des offenkundigen Zeit. und zu- für die abenteuerlichsten Geburten immer noch letzt huldigt ihm die ganze Welt. Da kann wohl Einer in weiss! Vielleicht ist das die neue Renaissance. Man sei daher eine Art Existenzberechtigung in Anspruch zu vorsichtig. werden tausend. dass bei jeder Umwälzung in der Kunst ergangen ist. wird auch das wahre Genie leicht für einen Darauf ist nicht schwer zu antworten. So oft wir etwas zum mindesten die allgemeine Aufmerksamkeit seltsam und wunderlich finden." Und wenn's die Menge Leute brüsten sich damit. Besonders solange das Urteil über die neue wenn uns nicht nur alle Schönheitsbegriffe. flimmert bei einer secessionistischen Veranstaltung. Früher hat auch der minder Begabte doch thörichter Verblendung oder auch mit bewusstem etwas lernen müssen. son- Richtung noch nicht geklärt ist. vielleicht aber auch die ersten dass keinem der W e g vorgeschrieben ist. vorsichtig sein.

Bleistiftstudie. .Zitterpappeln.

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Vielleicht fällt es uns eines Tages wie Schuppen gab es eigentlich nur eine einzige. unter die Besten und Tüchtigsten schleichen wird nämlich das „Fach". stereotype von den Augen und wir lernen erst sehen. Manier und die war für Mittelmässigkeit und Un- Aber freilich ist hundert gegen eins zu wetten. in welchem und dass im "Wertkampfe neuer Einfälle und neuer Falle er den Titel „Professor" erhielt. Früher einst und jetzt — oder sagen wir lieber: zwischen <2> . Nur dass sich in dem Punkte die neue Und hierin liegt allerdings ein Unterschied zwischen Kunst vor der alten kaum unterscheidet. Einem Manieren raffiniertes Geschick und dreiste Arro. abläuft. HÜHNER. vermögen erst recht ein Fressen. das Handwerk. BLEISTIFTSTUDIE. die sie sich da leisten konnte. Wer sein „Fach" dass sich die platte Mittelmässigkeit unter dem gelernt hatte. Feinde der Mittelmässigkeit musste grauen vor ganz der echten Begabung für eine Weile den Rang den Triumphen. der galt als Meister. als Handwerks- erborgten Scheine einer falschen Originalität mitten Meister und mochte es dann auch anderen lehren.

vermochte ein gebärden. die Ent. Dagegen ist zu hoffen. die unser Urteil bisher so ängstlich und so leicht zu ödem Geflunker führt. rascher wird unser winnen. Schule nicht klar und erschöpfend aussprechen stössen darf. Eine Mode Noch ein an- wird im schlimm. Am wenigsten zu einer Zeit. Je excentrischer STUDIE. Früher die Künstler sich KREIDE. während jetzt so müssen wir ja allmählich die Vorurteile ab- gerade das Schematische und Konventionelle. reiche und volle Thätig- kunstfeindlich auf uns lastete. aber auch gegen Gaukler und Schelme kann. das streifen. auf Beachtung und Würdigung uns entgegentreten. die Aeusserlich- men. Vor Moden war die Kunst Kunst vielleicht im Gefolge haben mag. unsere Augen und unser Gefühl immer liess. denn heute und morgen sind. Freiheit miss. die aber doch etwas Bestimmtes drapierte und maskierte. den die schrankenlose Freiheit in der noch zu hemmen. Diese niemals sicher. und Eigenartiges auszusprechen hatten. die den Tradition auch schon für die Kundgebung eines „klassischen" und monumentalen Aufgaben. jede kleine Abweichung von der sich selbst zum Opfer bringen mussten. unsicher machten. derer grosser Vor- sten Falle von teil aber ist mit einer andern ab. sicht hatte „Professor" zu werden. durchaus nicht wie sich doch nur die Seichtigkeit auf solche Art gewachsen waren. indem er die keine Nachsicht allen eingeräumte mehr haben. welche auch gegen Regeln Ver. und oft nicht merkten. und müssen schliesslich dahin pönt ist und der Schwindler und Spekulant sich gelangen. dass wir dem Genie nicht mehr Unrecht eben nur einschleichen und per nefas breit machen thun können. heute leibliches und gei- kann er höchstens stiges Auge sich vorübergehend in gewöhnen. Bildern und Ge- rung anrichten. durch die Mode kom. die der älteren Richtung sozusagen geneigt waren. prinzipiell ver. bis wir endlich im stände Eigenart: sie können und dürfen jetzt sagen. Alle. echt und unecht auf den ersten Blick von- ist ja nur eine Uebergangsepoche — dass einst einander zu unterscheiden. Nachteile ver- wickelung im grossen vermag sie weder zu fördern bunden. je öfter ZEICHNUNG. dass wir nur zu sehr keit. in Freiheit ermöglicht auch dem kleinen Talente der die starre Regel und knöcherne Disciplin so eine früher ungeahnte. Eine Mode keiten hindurch aber — und sei sie den Wesenskern auch die albernste zu erfassen und — kann zwar im inmitten der reich- Augenblicke eine sten Fülle von gewisse Verwir. die Originalgenies zu halten. desto Bedeutung zu ge. ZEICHNUNG Phraseur und sie uns in Erstau- Manierist sogar nen und Verblüf- kunsthistorische fung setzen. braucht. da mit Vorliebe gestellt wurden. tig. stalten sich mühe- auf die Dauer ist los zurecht zu sie doch ohnmäch. was ß> . dem kleinen gelöst. finden. gestern und übermorgen. alle diese kommen jetzt zur Entfaltung ihrer besser schulen wird. das sich dass die moderne Kunst mit ihrem Principe der nur leider im Rahmen der Tradition und der Wahrhaftigkeit. Wenn täglich neue Ideenarmut und Schablone geradezu geheiligt Formen und neue Innenwelten mit dem Ansprüche waren und der Kühne und Geniale keine Aus.

eingerichtetes Heim haben will. mit. schlichte Bürger ein behagliches und „harmonisch" Die grosse Kunst — so meinen doch diejenigen. so wir froh und un- ist es nur um so bekümmert an die STUDIE. wenigstens die dass unmöglich Mannigfaltigkeit alle berühmt wer- und Buntheit ent. ZEICHNUNG. grüssen. und behag- lich ist ein Heim nur. in der eben diese Zeit. die schaffens. Der Zug der Zeit geht nicht dahin. und gehen fühlbar macht. STUDIE. wir lebten wirklich für die es in der grossen Kunst gar keine Vor- in einer Zeit des künstlerischen Niederganges. Aber schädigt. in der der Mangel einer grossen und unserem künstlerischen Ausdrucksvermögen am echten Tradition nächsten kom- sich empfindlich men. in der schon der scheidensten schlichte Arbeiter Kräfte sich regen sich seiner primi- und uns mit den Erzeugnissen ihres echten tiven Oelfarbendrucke zu schämen anfängt und der Könnens beglücken dürfen. Die T a . Gut. und das die ge- dass jeder sich stellte Aufgabe selbst den Weg zur Lösung bringt.ihre Seele bewegt. mehr als einzige Arbeit. hängen. aber doch interessante überhaupt nicht geschaffen haben. vom Fussboden bis zur Decke. Und gesetzt. Gewiss KREIDE- KREIDE- Rettung zu be. das nach künstlerischem Schmuck und künst- l e n t e v e r k ü m m e r n n i c h t m e h r . wird dann etwas ZEICHNUNG. Das ist viel. heit und Unsterb- den ist. wenn die ganze Einrichtung. der Auf Berühmt- so schwer zu fin. und das lichkeit ist es da- für den Eni gang bei nicht abge- monumentaler sehen. durchaus nicht zu wegung den Ein. Unsere und „epochaler" Zeit beschäftigt Schöpfungen doch so viele Künstler. verlangt neben welche vom Niedergange sprechen — die grosse der Vielheit die grösste Mannigfaltigkeit des Kunst- Kunst offenbart ewig gültige Schönheitsideale. wenn es die Geistesrichtung <S> . keine falsche T r a . Kunst der alten Meister kann nie veralten. die unserer Individualität. also auch der dass dies vergebliche Mühe wäre? wenden wir Bilderschmuck. betrachten wir und liebenswürdige Naturen. So werden aus ihnen vielleicht mehr jenen Sphären zu. den die neue Richtung zahllosen Fülle neuer und besonderer Aufgaben. suchen wir in der leicht der grösste Gewinn. dass sich alle Leute dieselben Heiligenbilder. für die die alten Meister keine grossen Künstler. wo sie sind. einer Zeit. dessen wir uns dition die Be. ruhig weiterwirken als „Offen. jene heraus. es ihnen gleich zu thun. den können. da wir doch wissen. schämen brauchen zelnen hemmt. lerischer Beseelung verlangt. jetzt auch die be. deren künstlerisches das unendlich weite Gebiet des modernen Lebens. Harmonisch ist eine Wohnung vielmehr barer des Schönen" und plagen wir uns nicht da. auf ein und dieselbe Tonart oder in der Erkenntnis des geringeren Masses an auf verwandte Tonarten gestimmt ist. nur dann eingerichtet. suchen darf. Wirken die Kunst immerhin bereichert. dass auch zu T a g e treten. in bilder giebt. Lassen wir sie denselben Raphaelschen Madonnen ins Zimmer dort. erzielen konnte. die- dann brauchen wir auch nicht immer auf die selben Photographien und Heliogravüren nach alten Meister zurückzukommen.

B. hört man die Leute zigen Ton — wahrscheinlich werden sich manche schreien: „Um Gottes W i l l e n ! Der möchte uns finden. Aber die und diesen nicht Freiheit genug zu ihrer Ent. und dieser oder versuchte. für diesen einen Beschauer passt nur ein ten jeden Fall gleich für typisch nehmen. der wird bald genug an den modernen M A X MOROLD. allerorten aufleuchten zu lassen. sie dass es eben darum vielen sehr schwer fällt. damit ihre Strahlen sich brechen nug betont werden: es giebt keine Schablone in und so immer neue Farben und Formen entstehen? der modernen Kunst. in diesen einen fassung und Darstellung hineinzufinden: sie möch- Winkel. blick. der sich hatte er grüne Lichter auf einem Frauenleibe dieses Farbenspieles nicht freuen wollte? Kann spielen gesehen und war gebannt von dem An- jemand dem farbigen Strahl zum Vorwurfe machen. und Bedingte in der Kunst gar nicht anzuerkennen. dass die Bäume blau sind" oder: spricht die moderne Freiheit in der Kunst dem „ J a . von dieser eigentümlichen Schönheit. wie wunderlich ihre Sprünge sein mögen. . ein Spiel des Lichtes mit dem Pinsel jener Maler hat nur eine einzige Farbe. das bloss Zufällige sie wird doch noch zu ihrem Rechte kommen. so wird die moderne Kunst in den Künstler fiel es ja gar nicht ein. Es kann nicht oft ge- lich nur leuchtet. d i e Bäume blau Stand gesetzt. der druckt. auch keine Schablone „der Wer die modernen Erscheinungen aufmerksam Bizarrerie und des Unvermögens". müssen denn die nackten Weiber wirklich so überaus mannigfaltigen Subjektivismus des mo. festzuhalten bemüht war. gewöhnt. Zu diesen in die Berechtigung einer rein subjektiven Auf- oder jenen Möbeln und Tapeten. W i e einziges Bild — vermutlich wird sich der Künstler oft. grossen Lichtes eine tausend. einmal fältige Strahlenbrechung! Ist jemand. So ent. von Bäumen wahrgenommen und war ergriffen Statt eines einzigen. und die Seelenstimmung seiner Bewohner aus. was ihm inhaber ein eigener Künstler. So gehört beinahe für jeden Wohnungs. die eigent. Jedenfalls kann es anfänglich bizarr erschienen. beobachtet. wenn einer z. dass das meiste von dem. dass er nicht alle Farben in sich vereinigt und Morgen wird er wieder andere Bilder malen und verschmilzt gleichwie der Strahl des Sonnenlichtes? von niemand fordert er. dass man seine Art und Und ist es nicht die Sonne selbst. Einmal hatte Tiefe zu heben und jene Schönheit. Aber dem dernen Lebens. eine neue Farben Wirkung finden. weiss machen. von der die er einen bläulichen Schimmer auf einer Anzahl Welt voll ist. „Bizarrerien" keinen Anstoss mehr nehmen. sich werden doch irgend wohin passen. das rein Subjektive. alle grün sein?" und dergleichen mehr. Schönheitsregeln hat uns allerdings so sehr daran W i e beschränkt auch eine Begabung sein mag. die in ihm sich selber entdecken. die glückliche Wieder- nicht genug künstlerischer Individualitäten geben gabe eines subjektiven Momentes ist. falsche Lehre vom ewig Gültigen und von den faltung gegönnt werden. der es zu malen versteht. alle Schätze des Lebens aus der oder a l l e Weiber grün zu machen. Weise nachahmen müsse. Das hat er nun zum Bilde werden lassen. einen ein. wird entdecken. bleistift- studie.

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.D A S ZEICHEN D E S B U N D E S .

den Reichtum und die Sorgen wie es war. die er schon hatte. und des feinen Klanges und Bewunderung. schloss er ab. die keine Wunde zu Gulden zu prägen. verlegte er sich Er liess anstatt dessen mit vielen Kosten einen dann auf die Liebe und huldigte nach der Sitte Springbrunnen auf dem Hügel einrichten. In der einen. und als dies dann um anderes Gold dafür zu kaufen und es wieder der Brauch ward auch für solche. dass der hatten. und den Sinn- Ochsen mit langsamem Trabe ihn hinaufzwangen. aber als er fand. Er liess es sich nicht einmal einfallen. Heidenlerche im Morgengrau. die Stunden in Gedanken davor verbringen. liess sein lockiges Haar über die Ohren hinab- tinische Gulden nach Venedig und Brügge gesandt. der Kammer. Monna Monetta. das die feinsten um abermals dasselbe Spiel zu beginnen. wie eine Wachskerze bei einer von Wasser gegen Wasser. Er hatte früher die Gelegenheit gehabt zu arbeiten. aber liess es gleichwohl sein Sinn nur der w a r . Um sich die Zeit zu vertreiben. FLORENTINISCHER ABENDTRAUM. reichtum seines eigenen Gefühls. und Dunkel in der Vaterstadt teilgenommen. um sie zu verbergen. Er freute und holdesten Worte fand. als dieser oder jener. mit der er nie gesprochen und die er kaum und glitzern und in die Schale fallen und wieder je anders gesehen als aus der Entfernung. als er ihr Herz gewann. und konnte lange Prozession. Monna Villa lag. da wo die Tropfen er trug seine Liebesflamme offen vor aller Blicke sich in Dunst auflösten. das ihn von ihr zwan g. wo seine des Tages zwei Schönheiten. er auch kaum recht geschaut. dass man sich bereits stärker dünkte. mit der Narbe nach der Wunde zu prahlen. zu vermehren. lachte er. wie dieser auf der Wange davongetragen hatte. da ward er auch dessen I her. Studie. In der andern. um der Ehre willen. dass der Ehre bester Klang gnügen und freute sich des tiefen Zwitscherns der dahin war. wo er sie traf. eonzino da Bellosguardo schlenderte unthätig um. küsste er sein Ver- doch als er vernahm. hängen. betete zu der Quelle zurück geleitet werden. die er seines Vaters Wechslerberuf fortgeführt. Er sah ihn in Strahlen emporsteigen Giulia. . und sich des Regenbogenschimmers. um sie zu preisen. sondern es bei seinem Tode bestimmt. und nachts schlief — er auf der Terrasse nach seinem Garten einen ruhigen leichten Schlaf ohne Träume. setzte seine Rüstung im Würfelspiel gegen den Hund des Kameraden. denn es war Däm- Er hatte auch am Kriege gegen die Feinde merung. solange der T a g währte. und hatte floren. verlor und fuhr heim. hatte müde. wo weisse er alle Vollendung des Ideals a n .

Leon. liess er sogleich Wasser in der Toten. tile Buonacorsis Garten und sah z u . noch immer nach. die er auf glück. „Da ist nichts. dass „Bilder von Abgöttern sind auf allen. was ihre Vernunft ihnen riet. dass er Monna Giulias Gunst genoss. sondern die Männer das förmige Mauer um eine Quelle.Aber als sein bester Freund. mit stillen ernsten Gesichtern und weiten liess die Urne aufstellen. und hatte keine hatte. von der Bewegung nur. Bronze oder wohl gar etwas mit Münzen darin. . eines der ältesten Heiligen geschmückt. „sie scheint in Fi- Brunnen graben liess. ben." sagte er zu Gentile. Giacomo Calandra. reichten den verzierten Rand wie schlanke erho- ler Arbeit hinaufgeschleppt war. Urne an. und als die Erde unter gleichsam spielend getragenen Bürde in ihrer gan- braunen harten Fingern abgeschuppt w a r . geschäftigen Bauern einen aussieht. bis das Geheimnisvolle mit vie. ein altes heidnisches Grab oder die nischen. doch Leonzino. „so etwas bringt Un- und ihm eine schöne Sextine vorlas. ihm an. er sprach mit Gentile davon und Eimern herbeischaffen und spülte und wusch fand viele schöne und seltsame Gedanken." und er wandte sich enttäuscht ab. " fette braune Erde von Hacken und Spaten ge. Er sah die den R a n d . wirklich wie eine Perle so leicht und fein." sagte Freundschaft alle Seelen versetzte. ihn aufzuhalten. des Mitleids und der Angst und stürzte vor. Asche. Da prallte der Spaten eines Feuchtigkeit ringsum leuchtete. Schlagen wir das Ganze entzwei. „Es ist nichts Schweres. die mit rhythmischem Fall nach rück- Kalkstaub und das vermoderte Laub fort. indes die anderen an ihrem Brunnen gru- er dieselbe Folge aus den gleich möglichen Ur. Sie war lächelnd. vielleicht eine grosse Last der kostbaren Fuss und trug sie wie eine W o g e eine Riesenperle. um Eines T a g e s stand er in seines Freundes Gen. nicht zu beschäftigen. in die die ihrem Inneren. das wärts gestreckt wurden. es ist nur etwas wie eine leichte dene Stränge zu spielen und zu schätzen verstan." Und als der Freund auf verspritzt worden w a r . zino hielt in seiner Rede inne und beobachtete was sich ihm stückweise gegeben. Es hatte die bene Arme. ihren Hals füllte. Gentile tastete noch einmal mit dem Stecken in wendet und glaubte aus Stücken von Steinen. Rings um sie tanzten drei Frauen. etwas Hohles also. pers unter dem Staube zu unterscheiden vermeint Dann ging er ganz einsam. tete es weiss — es war also nur Marmor. Ich schenke dir anstatt dessen. und jetzt. Es lag etwas von einer biegsam. Da ist auch ein Perlenstab um grossen Cypressen ineinander glitten. Form einer grossen Urne. fühlte eine plötzliche unerklärliche R e g u n g Lust. Gentile jung. Hartes. wie dieser „Lass sie doch reinigen. den. mit dem Bilde thun zu lassen. das selbst bei der sachten Berührung stark da sie zu Ende war. „gieb sie gemacht haben mochte. was wohl die Erde so glänzend und weich mit einem Beben unerklärlicher Angst. aber ein wenig neugierig. Gentiles Eifer. dort tief unten. irgendetwas zu treiben. oder Thränen und Staub dieses eingegangen. um zu sehen. zu entnehmen. leuch. und tastete mit einem Stabe in in einem Augenblick jener Verzückung. durch die Erde gehemmt worden war. sagte der älteste der Bauern. als die Heftigkeit des Stosses schon Muschel gelöste Perle. indem selbst. trat er zurück und sah die erklang. und lasst seine keimende Anbetung Monna Monettas uns die Asche in den Wind streuen!" gedichtet." antwortete er. Hand dreimal. wie eine aus der Arbeiters. emporholen Weite unterhalb des Halses begegnete weich der konnten. nahm vorsichtig den Gewändern. da wo zwei Hügel mit guren gearbeitet. „keine Münzen. zum Abschied von den beiden der gleichsam Konturen eines menschlichen Kör- Herrscherinnen und von ihm selbst. eben von einer Reise heimgekehrt. was du unter Gelächter von den Schultern der Mädchen bei mir wählen willst. das dort mir. wie sie den ihrer grossen und festen Form. „Es ist wohl der Staub verbrannter Heiden. ohne ihn zu verderben. der schwellenden Gegenstand." vertraute. nach oben gebracht wurden. um das in der Gesamtheit zu erfassen. bis der Stein weiss und glänzend aus der sachen ableitete. all' das Wasser. gegen etwas Die blosse Arbeit hatte ihn vergnügt." bat Leonzino. wie sie von kleinen schwarzen. trotz mit dem er die Männer ermahnte. lächelte Leonzino und drückte seine Er erhob schon den Spaten. die beiden Henkel streckten sich empor und er- Er blieb so lange. er. die Piatos gül. Er sann „So gieb sie mir. die ihrem Inneren." Und er sich hier zuvor irgend ein kleiner Bau erhoben hielt es für das Geratenste sich mit diesen gar hatte. zen Gestalt.

.K A T Z E N IM L E H N S T U H L .

mit seiner Spitzenausschmückung. Dann verweilte er einsam mit renz' Glockenturm zwischen den Cypressen und ihr. dass er für allezeit von ihnen fortzog. ihnen ihr schönstes pur. da war er zu Hause. die allerletzten kleinen verwischenden Spu. küsste er die Glitzern gab. Er sandte Boten hinauf zu sich nach Hause. den Blick gebannt Es liess die Urne aufstellen. würde. Blättern dem Neuangekommenen entgegenlächeln langsam ihre bekränzten Häupter wendend. in ihren Sinn einzudringen. als er sich von Riesenbäumen. selbst. um zu rasten. den Fund vom Totenreich wieder ans Licht brach. und wenn er an die dem weissen Rund des Marmors. in dem die wei. Leon.nicht vom Winde. in dem Grase des Plateaus wusste er. Sie in all' dieser Bewegung. schlanken Cypressen um den Rand und den Cy- und ging selbst zur Seite. Da Der Weg ging zwischen Mauern. sonst kein Atemzug. Wanderte man dort rings herum. für Springbrunnen trieben. die war frei. deren Schicksal es ist empor- je gefühlt. von allem barg. bebenden BlaU des Himmels. die sich regten und arbeiteten und kämpften und man möge die weissen Ochsen lösen. denen er begegnen würde. Leute blieben stehen und sahen ihn an und den steingleichen Stämmen und dem harten Sau- lachten verwundert. Der war wie der Thron des Todes Menschen dachte. und der Arno brannte in Sonne mit Musik zu dem Tanze der Frauen zu vernehmen. hatte etwas von der Schönheit und Vergänglich- Ein toter R a u m . der lichten Stadt um sich. N u n war er nahe von seinem Heim. die Befreiung von allem. und es dünkte purgemaltes Joch anlegen und sie vor den besten ihn. zino wartete jedesmal geduldig. gekrönt von lag seine weisse Villa und leuchtete in Sonne dem bläulichen Laub der Weinranken unter dem zwischen dunklen R a n k e n . war er in liebevoller Arbeit be. Doch sein W e g ging höher. und die Weite und sehnte sich. zwischen diesen blühenden Ruinen. Aber die Menschen. einmal ums andre umkreiste er sein ward. nun sah ren der jahrhundertelangen R u h e im Erdreich zu er rechts Mont Oliveto mit seinem Kreise von beseitigen. bevor das nächste ausgeführt oder geahnt. das Haar flatterte auch nach Leonzino hatte nie seine Stadt so gesehen. weil sie übergingen. eine seltsame Versteinerung in keit der Blumen über sich. den Blätter drang. rings herum. unter langen chen Linien einsanken und sich verloren. es barn auszubreiten. Hügeln. um darüber zu wachen. auf einer Marmor- von seiner weissen Urne und dem Spiel des war. umarmt von blauen den Stein in seiner Umarmung atmen zu fühlen. ein Thor leicht zurückneigenden Köpfe betäubt wie in Be. brach er lange lichte Zweige von den lenzbelaub. strebt. gänglichkeit und Wechsel. und da er Mitleid empfand mit ihrer frierenden © . Das Gefährt kam. von wo Wipfel unter dem Flüstern des Windes zusammen- er einen Schimmer der Stadt sah und an all' die neigten. mit W a g e n spannen. und die wasserschwere Luft einen feinen zurückgeneigten Köpfe der Tänzerinnen. Nun musste er es oben bei sich in zuschiessen und sich über die Wurzeln der Nach- Bellosguardo haben und es ansehen. deren ten Pappeln und schwarze Cypresse und wand sie Kelche an den Spitzen in erdfarbenes Schwarz zu Kränzen um die Hörner der Zugtiere. und zu sterben in ewiger Ver- dünkte ihm. sah er Flo. noch höher. immer ein Giebel für sich. um seine Urne zu holen. für sich. Perlglanz in der Ferne. die gebaut wurden. der die Lösung indes er wartete. ansehen. wie schön sein Garten mit Blüten und und machten an den Hügeln Halt. Die Ochsen hoben hinein durch das Thor. fast sein ganzes Leben lang. doch er achtete nicht darauf. rückwärts. liebkoste sie mit dem Blicke und den Händen die Berge dahinter. denen das Laub der Oliven ein silbernes Sowie er sich unbeobachtet wusste. und er sah mit neuer bedächtig ihre Füsse aus dem feuchten Boden Freude. Kirchen dachte. wuchsen dicht blassgelbe Schwertlilien. schien die Stadt so ferne zwischen ten. die den hofften. reife Farbe von Sonne und Wind bekam und Leonzino hatte nie etwas Ahnliches gesehen verblassen konnte. die rauschung. Als er höher hinaufkam. die men Sonnenscheins über dem T a n z der weiblichen so dicht war. da dünkten sie ihn wie Auen und Haine Kleinod und sah es an und war froher. Ihre sich Mannesaitern. und seinem weissen seltsamen Schatz. sen der Bäume. pressen in der Mitte. Nur der Hauch ihres eigenen Tanzes und nie war sie ihm so teuer gewesen. die hegte er eine mitleidige Liebe. platte unter einer schwarzgrünen Steineiche. dass kein Regen durch ihre rascheln- Gestalten. er liess es beladen. die sachte ihre schwarzen An der Pforte von Gentiles Garten.

HOCH- SOMMER. .

Es war eine junge schlanke Ge- Spiel. wenn grosse Schatten? es war. in das Innere der erwacht ist. und Leonzino träumte lange bei seinem stillen Form annahm. den Marmor gelbweiss periweissen Nebel umgeben. in ihrer Asche weissem hüllt . er war glücklich. glühende Rose. als hätte der Duft der Rosen Regentropfen hineinfallen. die Arme hielt sie zu den Schläfen erhoben Staub. Er nahm eine grosse. © . Brust glühte die Rose an Stelle des Herzens und in ihrer Steinruhe. Ihr Haar fiel über die schöne Run- Urne. dung des Scheitels zu beiden Seiten in Reihen STUDIE. aber bebte dennoch vor stalt. der um sie wogte. schwebte. Tanzes der drei Frauen. dem Wesen noch näher zu kommen. edlen Form barg. wie eine grosse weisse Blume des Abends. das noch nicht aus seinem Schlummer küsste sie und liess sie fallen. wand er blutrote Kletterrosen um sie. über die der erstarrte W i n d ward von den weissen Falten des Chitons ver- der Reliefs dahinglitt. leuchten zu sehen zwischen ihren bläulichen wie der Rauch eines Scheiterhaufens. wogte. wie ein Kind. Aber sie ward wieder emporgehoben. sich zusammenschloss. Perlstab um den Hals der Urne dahin. von einem Es war wunderbar schön. in dem der T a n z dahin. Kälte. in ihrer das die Urne in ihrer stillen. mit nackten Füssen schwebte sie auf dem Sehnsucht. im R h y t h m u s des den Rausch gebracht.

UNWETTER. .

.

„Die kannst du nicht haben. die sie vor dem Winde ruhe ich in ewigem Schlummer. „doch Ihr Blick wurde träumend in fernem Schauen. bebten ihre Glieder in dem roten Duft meinen Schatten aus der Welt der Schatten ge- des Rosenherzens. der du Leben und Schönheit um mein Grab sam sank und in dem Steigen des nächsten ver- geschlungen?" dämmerte: „Ich hatte wie andere einen Namen. du ihm Form gegeben in des Tages Licht und die Hände sanken herab und schlössen sich um ihn erzittern liessest im roten Duft des Vergäng- den Busen zusammen. und ich werde nehmbar. deine heisse Rose rief mich her. magst." „Ich war weit. der Mund ruhig und glücklich." antwortete er im Taumel und mengehalten. dich. eh noch die Rosenblätter und eine Stimme wurde mit sachtem Klang ver. fühlte sich in betäubender Wollust erschauern. du bist die. nach der ich mich senen Augen schienen unter wirbelndem T a n ? stets gesehnt. Lebenden. Glück oder Tod. nur ein wenig bleicher. ein Flüstern im Brausen. wer warst du? Ich will dein Rascheln von Cypressen und Steineichen. wo milde weiche Winde ihn umher trugen. Wesen kennen. lichen. nichts anderes. . Aber der du schützen. sprich zu mir. So wie die Finger Sie lächelte betrübt. das^Kinn und die feine Run. „deine Liebe. deine Liebe wünsche dung der Wange war erhoben. Ihre Stirn war wunderbar ruhig." einer schmalen Hand erröten und von der Flamme antwortete sie. glatter Locken über die Ohren und wurde in Leonzino streckte beide Arme nach ihr aus. die Lippen regten sich. Was wünschest und sie antwortete sachte. so sprich zu mir. Die Augen ein Blatt im Laube." sagte sie. erblassen und fallen. da öffneten sich in einem tiefen. nahmen Farbe an wie die einer lockt. wie Träufeln von Wasser gegen Wasser dir antworten!" und lenzbelaubter Pappeln Sausen und das kühle „Wer bist du. und weit weg durchleuchtet werden. weil sie den Kopf ich. einem weichen Bogen über dem Nacken zusam. weit fort. „denn ich bin tot.HÜHNER- STUDIE. so dass jeder Ton lang- du." leicht zurückgeneigt hielt. und die geschlos. welchen Namen du auch haben zur Ruhe geküsst. „Dich. schwarzen Blick.

um mich in ihrem Tanze linge im Dunkel. fangen und erhoben von den roten Armen der Ich hoffte und sah vorwärts. sind die Hören. dem Schmerz. von aller Zeiten toten von dem Murmeln des Winden. mir ihre Hände reichten. . nachdem sie kalt Füssen zu ruhen. „was sind sie. was weiss ich? Ich fühlte Liebe. wirklich?" oder ob ich Stein war wie sie. wenn ich in Sehnsucht und Hoff. Kreise ruhen?" würgt. die Stimme. ich nahm sie. oft. Ich konnte lange Stunden liegen und sie sich lich darüber und brannte regen sehen. T r a u m . und Liebe und lang. alle meine T a g e dünkten mir mitzuziehen. und ich wähnte mich glück. STUDIEN. W a r u m wolltest du in ihrem wie die grosse Woge schwellend die kleinen er. unser ganzes Leben Hass. und auch er ward um- ich glaube. Männer wähn. sie tanzen den T a n z der Zeit. was lich hatte ich bloss eine ist sie? Versinkt sie Sehnsucht. aber „Diese Frauen. die ich auf unseren Mund ge« . dem ich Flammen und verschwand. Da verschlug auch mir. aber ich wusste „Und hast du nie gehandelt. auf einen Scheiterhaufen. Einmal ent- Sie verstummte in noch schlummerte ich in weiterem Traum. und an- im Staube. der sagte. standen sie Dämmerung sich über still. ist nicht meine schlummerte in dem eigene. nung und lächelte Er. ihre Ge- Hass wurden zur T h a t . Licht im Lich." „Gehandelt. und das. und während streicht flatternd an deiner W a n g e vorbei. der zurückblieb." sagte er. und ich gebot über viele. End. ihr Haar meiner Hand wie zerstiebende Blasen. in meines war. Alles war schön. ich fühlte Unsichtbar umtanzen sie uns. sondern das Echo Schatten der Arkaden. war es schon vorbei und flüsterte hinter dort. Nun bin ich Staub Gartens Sonne. wenn die dies mir nichts. aber ob sie mehr als die übrigen mein „Darum. doch. . ihm. viel. k a m nie heran. aber wie ich den Blick innerungen zu. indem es k a m . was be- eine war am stärksten und bezwang die anderen. man nannte es so. und grossem Schmerz und nur die Lippen bewegten erwachte und rang mit sich unbewusst. ich nannte es Wille. Da waren viele Stimmen in meinem Innern. oder fliegt sie Vase hier unter meinen vorbei. wie sie mir vorbei. aber dem weissen entgegensah. wo ich es bestimmt. sah. die du erstarrten und ich ein- hörst. aller Zeiten toten rieselnden Wassers ein- Stimmen. die Zeit. dass die drei Frauen dort lienblüten versanken wie tote weisse Schmetter. dieselbe träumende Tiefe bekommen wie der ihre. während aufschlug. weil sie alles innen umschliessen. l e b t e s t du nie nicht. Und ich grübelte: roten Mohn senkte. Mir dünkte. Aber ich hatte einen jetzt bald wieder kommen wird. deutet ihr T a n z . tiefgrün und klar. Ich träumte auch oft zurück. was ich nicht vor mir hatte. doch sie glitten aus wänder wehen kalt um deine Hände. in der alten hinter uns. Sie sie brachen. und er „Und du warst glücklich?" verschwand in Sie fand die Stimme wieder und schien wun. die Zeit. ob ich mich bewegte und umherwirbelte. und die Magno. bereitete man die R u h e war. ten mich zu besitzen. bald her. verstand ich sie nicht. bald hin. . ich stand wie sie mit damals teuer. da war auch d i e s Ersehnte an Dämmerung einfiel." flatterndem Haar und Gewand. Etwas trieb Leonzinos Blick hatte während ihrer Worte mich. die Augen halb schloss. doch. Ich l e b t e . bis die Gedanken te. Ich starb ja jung. Da legte dernd ihren eigenen Worten zu lauschens „Ja. unhörbar schweben ihre Schritte. denn wenn es da Staube. " gewiegt. war.

reicht. bewegt es sich so rasch wie sie? Steht es nicht bereust nichts?" Sie sah ihn an. das er hätte leben. wenn die leise Kälte des Tages. einen Schmerz. erhoben — die Haltung eines Jünglings. mit ruhig. Leid geben — schon fühl' ich es im Blumenherzen. . die Gewänder fallen nicht. der seinem blick wird von der Furcht zerstört. In seinem granat- hold und gross und ruhig in seiner Wehmut. und wir wähnen bloss zu fahren. die hinansteigt. oder durch die Hoff. KATZEN- STUDIEN. es giebt den. und du bist damit zufrieden! Du entbehrst nichts. und ihn beinahe weckte. Sie sprach: „Du hast mir den Schatten des gangenheit. wird er mir ein leises des Morgens. von der Angst. den Schatten der Unruhe. die zu Grösse und Ruhe Lebens wiedergegeben und damit den Schatten erstarrt ist. sterben Er stand leicht vorgebeugt. das uns dahin führt? Die Segel stehen ge. Wenn der Leonzino erschauerte leicht. das er nicht er- dass etwas kommen könne. Lauheit der Sommernacht. der Sterne zitterte. rauscht über unserem Haupte. den wir träumen. die Welle rauscht sterbend unter uns — so dass vor seinen Augen das erbleichende Licht nun ist es eine neue. aus der es. in einer Stellung wir. duftlos und rein. die Hände gestreckt. selben Laut. mit einem matten. Die Zeit ist der Wind. Sieh die Frauen dort im Stein an. die Unrast. was ist grauens heranstrich. und das zu erreichen er sich unwert dünkt. n u n g . weil milden Lächeln. wie im Traume Tod jetzt bald wiederkommt. den Blick in dem Rauschen um unser Haar? Der Augen. und sie „Und die Grösse und die Ruhe hast du jetzt. roten Seidenrock brannte das Licht so warm. den Rhythmus ihrer Schritte. weichen Flehens." des Begehrens. Griff ein Glück entgleiten fühlt. du vernimmst dass selbst die Schatten in den Falten glühten.haucht? Wir fahren auf einem Schiff. Nur das Verflossene ist ganz dem er hätte ringen wollen. ganz stille. das Haar langen lockigen Haar. der Schaum vorübergleitet? Leben wir. oder ist es alles ein T r u g . aber die Füsse regen die braune Haut glänzte wie Bernstein unter seinem sich nicht. aber die Hoffnung in die Zukunft ist un. sie auch. liegt stets gleich — sie sind die Stunden der Ver. schwellt. aber das Schiff. ein Leben.

sein Wesen in einem die Hände schlössen sich fester um die Rose. viel weiter meine Arme und meinen als zuvor. Die Hügel trugen scharf und er rief in einem gewaltsamen Schrei: „Dich. stätten der Menschen. friere vor Leere. All dies . wie anderen aufgehen fühlen. Du hast mich ja. lebende. der Busen hob sich." gleich schwarzen Flammen im Scheine. du schlangst Liebe erreicht wurde. zu lieben. und zwischen dem Rose. auf Fiesoles Höhe ge- Ich habe nie zuvor gewusst. Und ich komme mir arm vor. Du umfängst die Form. das nicht von meiner Augenblick gab.TIEFE SONNE. du hast mich ja in sammelte nicht genug davon. noch blumengleicher als zuvor. Jetzt träume ich zuweilen Rosen um des ewig Wechselnden Erstarrung im von dem. sich an etwas schmiegen. aber deine Schönheit glüht und zündet. es gab so vieles. kann ich mich fast ent. Ein Blick strecken. Das war das Einzige. von ewig Schönen. die der blind. bevor er stirbt. nicht sang. ohne von meinem h i n a u s ! " Und mit ihrer weissen Hand beschrieb Blick geliebkost zu werden. wahrt e man deutlich die Reihen der Cypressen. und Da lag Florenz in dem gelben warmen Licht. ich war müde und deiner Liebe.. die Strahlen spannten sich wie breite. leuchtende Kämme wie Wellen. und Nur so sammelt man aus dem Vergänglichen. ich entbehre etwas. schon klopft ihr Herz sachter. und auf dem schönsten. Gitter leichter Wolken lag vor der Sonne. klingende Stränge von dem blauen Gipfel eines „Jetzt ist es bald vorbei mit dem Duft der Berges hinab übers T h a l . Sieh dort jeder Sonne. und sinnen. Viel wärmer hätte ich mich ein. tete klarer als früher. bereue etwas. wie es war. Ich hätte grösser sein können. was Reichtum gab. das der T a g giebt. was schwärzlichen Silberglitzern der Schatten leuch- du noch willst!" teten schlanke Türme und die lächelnden Wohn- Leonzino streckte die Arme im Schmerz vor. an sie einen Kreis vor sich. das ich sich und schaute. jedem Lied. hinter ihnen war die Nacht. Wenn Ihr Blick wurde wehmütig mild. weil sie schön war. aber leuch- ich dich so schön sehe. das ich nicht zum Meinen machte. um einer letzten Flamme Glut zu schützen. kühlen. weit schöner spinnen können. Dich will ich in meinen Armen haben. die sich über- dich will ich haben. „Ja. deine Liebe. Ich „Aber du hast mich ja. die verschwand. Deine Worte einander türmen. und Leonzino wandte dem ich stumm vorüberging. von jedem Leben. Sage. was Schönheit ist. STUDIE. nur so erlangt man die schönste Ruhe.

war sie verschwunden. wenn nicht vieler Liebe. träumend jetzt." hingleitet. deren Gewänder nicht eine ihrer fliegenden Falten senken. schön wie ich war. wie die Kronen Nacht kam und der Mond. was ist es. „Gefahren drohen allem. und da nur der periweisse Nebel." PACHTHOF. während das Spiel der Schatten um unseren Staub zu erwarten. die Blätter hatten sich nach aussen entfaltet und waren weich geworden. die sich mit Reflexen von Metall erhält in der Sonne. aber noch feiner und schmeichelnder als zuvor. Sie hat der Schönheit Ewigkeit. wie ich. das meine Stadt so leuchtend ju-ng der Steineichen. und du wirst mich nicht des Arnos Silberschlange." die Stimme wurde immer weicher Herzen. die Hand fing sie auf. als die siehst du. Sie hatte noch Duft. in den harten blanken Blättern wölbten. und die zwei grössten gaben ihr die Form eines Herzens. die Rose in der Hand. Ein ewiger Kampf ist das Jetzt. lebe ihr Leben. Als Leonzino sich zu STUDIE. die hinausglitt zum vermissen. einstmals der Stunden Tanz in Schönheit war. wie es weht. und der Schatten schwarzem Dunkel und sie lieb. ihr wandte. das sie aufrecht hält. Er hielt sie fest und sah sie an. und alles dort unten der Bäume sich sachte neigen? — aber sie lebt ein ungewisses Meer war von kalter Klarheit und und ist. PER HALLSTRÖM. was lebt. wenn nicht starke „Siehst du. lebend wie ich würdig. da liegt getragen werden wollen. STUDIE. Immer öfter und länger verweilten auch seine Blicke auf der Stadt. Nur das macht uns meine Stadt. um auch eingerahmt von des Abhangs silbergrauen Oliven mit in des Verflossenen schöner Sage zu sein. Ein Schlag wie von einer weichen Schwinge. und ich will mit dabei sein. „siehst du. ein Seufzer in der Luft. ganz schwach. siehst du. Die Rose lag an seiner eigenen Brust. durchleuchtet und schmelzend in der beginnenden Abendröte. „Gefahren drohen ihr. Meer. . während die Nacht sich von den blauschwarzen Höhenzügen des Westens heran- wälzte. deren Locken nicht vor dem Atemhauch o £f Der der Nachfolgenden erbeben. die jetzt dunkler wurde in des raschen Dämmerns Beleuchtung von tiefem klargrünen Wasser. in dem Kreislauf der weissen Frauen. Rings um sie zieht der Stunden Tanz — Er blieb sitzen. nach unten zu und dem weiten dunklen Dach Was ist es. Habe Grösse. du wirst einstmals ebenso ruhig schlafen." dachte er. die gleich Flammen aufrecht in der Brust in ihrem sterbenden Fall.

VON DES KREUZES HOLZ GETRAGEN. FERDINAND V. KEINE WELLE HÖRST DU RAUSCHEN. KEINE STIMME HÖRST DU KLINGEN. WIE ERSTARRTE TRÄUME. TIEFE STILLE. STEH'N IM THAL ENTLAUBT DIE BÄUME. NUR ALS STUMMES BILD DER GNADE SIEHST DU DORT AM STEIN'GEN PFADE. TIEFES LAUSCHEN. DIR DES LEBENS GRUSS ZU BRINGEN. . FAHLE HÜGEL STREICHT DER DÄMM'RUNG KÜHLER FLÜGEL DUNKEL. DURCH DIE NACHT DEN HEILAND RAGEN. SAAR.LANDSCHAFT IM SPÄTHERBS' ÜBER KAHLE.

. Füllen und entleeren Truhen. Oder rings in K o t zerfliessend. wie geknetet Aus dem fahlen Lehm des Bodens. Einsam ragt der Schlot des Ofens Über morsche Bretterschuppen. . schlichten. Mischen. Weit gedehnte. Schmutzig-gelbe Wassertümpel. streichen. S A A R . So des Backsteins ewig gleiche Form verdrossen wiederholend. F E R D I N A N D v. Träge zieh'n vorbei die Stunden. treiben lautlos Jahr um Jahr hier ödes Handwerk. DER ZIEGELSCHLAG. Scheint die W e l t auch hier zu Ende . öde Strecken. Fahle Menschen. treten. Aufgelöst in Staub und Hitze. . Drin sie wühlen.

HÜHNER-STUDIEN. .

A M WIESENRAND,
BLEISTIFTSTUDIE.

f

MEIERHOF.
STUDIE.

MITTEILUNGEN
DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS.

P ie III. Kunstausstellung der Vereinigung ist
am 20. Februar nach sechswöchentlicher Dauer
geschlossen worden. Sie hatte ausser Werken von
Hörmanns Werke waren eine Woche lang aus-
gestellt? ein Teil seines Nachlasses kam am
27. Februar zur Versteigerung. Die Galerie-
Crane, Raffaelli, Rops u. A . eine grössere Kollek- Direktionen, die Sammler und die Privatkreise
tion von Meunier und von Rysselberghe gebracht des Publikums wetteiferten im Erwerb der Werke.
und war beherrscht von Klingers „Christus im Aus dem Erlös bestimmte die Witwe unseres un-
Olymp". Das gigantische Werk fand vollauf die vergesslichen Kampfgenossen, Frau Laura von
Beachtung, welche seiner Bedeutung entspricht. Hörmann, den Betrag von fl. 20000 für eine
Auch die, der bildenden Kunst für gewöhnlich Kunstzwecken gewidmete Stiftung.
ferner stehenden Kreise konnten sich der Erörterung,
die das Erscheinen des Werkes hervorrief, nicht ent-
ziehen, so dass dasselbe einige Wochen lang das
unvermeidliche Gesprächsthema jedes Salons, jeder Die IV. Ausstellung der Vereinigung, welche
Gesellschaft bildete. An sich belanglos, giebt diese sowohl ordentliche als auswärtige Mitglieder reich
Thatsache dem mit den Wiener Verhältnissen beschickten, wurde am 18. März eröffnet. Für die-
Vertrauten einigen Aufschluss darüber, wie weit es selbe hat Josef M . Olbrich, O. M., einen Mittelraum,
der Vereinigung durch ihre bisherige kurze Thätig- Josef Hoffmann, O. M., drei Seitenräume und ein
Kunstgewerbezimmer adaptiert und das Plakat
keit gelungen sei, den einen ihrer Programmpunkte:
Alfred Roller, O. M., entworfen.
„Anregung des Wiener Kunstlebens" zu erfüllen.
Aus dem gleichen Grunde wird die weiter unten
gebrachte Liste der angekauften Werke sowie der
grosse Erfolg der Auktion des künstlerischen Nach- Die erste diesjährige Abteilung der Kunst-
lasses Theodor von Hörmanns interessieren, be- beilagen zur Gründerausgabe von Ver sacrum ent-
sonders wenn man in Betracht zieht, dass die neu- hält in dem, diesmal mit einer Originalschablone
erwachte Kauflust des Publikums nicht nur den Koloman Moser, O. M., geschmückten Umschlage
Unternehmungen der Vereinigung, sondern auch folgende Kunstblätter in signirten Specialdrucken:
allen den anderen zahlreichen in letzter Zeit hier Alte Frau. Originalholzschnitt von E. R . WEISS.
stattgehabten Ausstellungen und Auktionen in der- Druck vom Stock.
selben reichlichen, seit Jahrzehnten nicht mehr Sommernacht. Originallithographie in 3 Platten
beobachteten Weise zu gute gekommen ist. von W . BERNATZIK, O. M .
Die Umgestaltung des Hauses für die Zwecke Heilige Nacht. Originalholzschn. von FRIED-
der III. Ausstellung war durch Josef Hofmann, O. M., RICHKÖNIG, O. M. Druck von den Stöcken.
erfolgt, das Plakat von Josef M. Olbrich, O. M „ Ruine. Originalradierung von RUDOLF J E T T -
entworfen worden. M A R , O. M.

j t j t j t j t j t j t j t j * AUSSTELLUNG
DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS,
SECESSION WIEN, VOM 12. J A N U A R BIS 20. FEBRUAR 1899.

je je je je LISTE DER VERKAUFTEN WERKE, je je je je

B E C K , FRIEDRICH, Wien. „Studie."
BURGER, FRITZ, München. „Frauentypen v o m Münchener Künstler-fest."
C R A N E , W A L T E R , London. „Hof in Sorrent", „Frühling in der römischen
Campagna.
J E T T M A R , R U D O L F , Wien. „Zum Jüngsten Gericht", „Die Zeit", „Das
Verhängnis".
K R U I S , F E R D I N A N D , Wien. „Gouache".
MEUNIER, C O N S T A N T I N , Brüssel. „Mutterglück" (Bronze), „Ophelia"
(Bronze), „Kinderkopf" (Bronze), „Antwerpener Auslader" (Bronze), „Der
Crevettenfänger (Bronze) 2 m a l , „Walküre" (Bronze), „Die Tränke"
(Bronze), „Die Scholle" (Bronze), „Die Puddler" (Bronze), „Der Holz-
hauer" (Bronze) 3 mal.
OLBRICH, J O S E P H U., Wien. „Handleuchter" (Holz).
R A F F A f i L L I , J E A N F R A N C O I S , Paris. „Auf der Bank«, „Der Invaliden-
dom", „In der Ebene", „ A u f dem Wege", „Der Weg mit den grossen
Bäumen", „ A m Wasser", „ D i e Schauspielerin auf der Bühne", „ D e r
Garten der alten Jungfer", „Die Schauspielerin auf Reisen", „Der Hunde-
wascher", „ A m Bettrand", „Boulevard des Filles du Calvaire", Bei der
Toilette", „Die Seine bei Asnteres", „Der Umzug."
R O P S , FELICIEN, Paris, f „Selbstporträt", „ A un diner d'Athee", Oude
Kate", „La peine de mort", „Parallelisme", „La Lyre", „Les derniers
Flamands", „Masques modernes".
RYSSELBERGHE, THJiOVAN, Brüssel. „Aktstudie" Rückenansicht,
„Fischerboote von Volendam',, „Vliessingen", „Fischerboote von Volen-
dam", „Venedig'', „Der Hafen v o n Dortrecht", „Venedig", „Konstantinopel",
„Der Regenbogen", „In den Dünen v o n Kadzand, Zeeland", „Der T u r m
von Furnes, Flandern", „Porträt eines jungen Mädchens", „Amsterdam",
„Schiffe im Regen", „Eine Dame bei ihrer Toilette", „Tanzende Mäd-
chen", „Fischerboote v o n Volendam", „Aktstudie", Mädchen, ihr Haar
ordnend.

Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Franz Zweybrück, Wien.
Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.

VEREINIGUNG

KÜNSTLER

m alle rechte
JÄHRLICH 12 HEFTE. IM ABONNEMENT 9 FL. = 15 M. II. JAHRG. HEFT 4. vorbehalten.

VERLAG VON E. A. SEEMANN, LEIPZIG.

. L o W l T S - S ö r t M C
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T R i i N K - s c R t f i c e s -
• S P I C Q C b
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'CTO

m GEBRÜDER 1 KHPgHÖP
i BRÖHHER HAcnmBEK
W I E N . V I DJ?, KK5chÄTZUNGS'
MAGDALtNtNST C O M M I S S A K '
i f 1 0 a W I E N . VII.
R 1 E L E K T R I S C H E BREITECZ10&12
PERMANENTE. A U S
y ä B E H Ü C H T U M G 5 STtlkUHGvoNMQBEUS
MODE.RNE.N .STYL.E.S
C OBJECTO

PELJKANFARBEN
GVNTHER WAGNER"
KVN5TLERWA55ERFARBEN
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1 MARKE
" " FÜR* KÜNSTLERISCHEARBEITEN
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... ssf. ' \ - . .'-•"- o • ' . " . '

DIE IN DIESEM HEFTE REPRODUZIERTEN ENT-
WÜRFE SIND EIGENTUM DER F I R M A J. B A C K -
H A U S E N & SÖHNE IN WIEN UND SIND DIE DA-
NACH AUSGEFÜHRTEN OBJEKTE GESETZLICH
GEGEN N A C H A H M U N G G E S C H Ü T Z T .

m m

MITTELRAUM:
ARTHUR STRASSER,
O. M. „ M A R C A N T O N " .
J O S E P H M. OLBRICH,
O. M. „ N A T U R G R O S S E S
MODELL Z U DEM CEN-
T R A L R A U M EINES
SCULPTUREN-
MUSEUMS".

IV. AUSSTELLUNG DER VEREINIGUNG BILDENDER
KÜNSTLER ÖSTERREICHS.

DER G R A U E S A A L V O N JOSEF H O F F M A N N . 2. DER SOHN DER SONNE. 23. DER G E I S T DER JAPANISCHEN K U N S T . K A M I N V O N JOSEF E N G E L H A R T . REDAKTION DES K Ü N S T L E R I S C H E N TEILES: FRIEDRICH K Ö N I G K O L O M A N MOSER JOSEPH M. 21. S. EINGANGSSEITE DES M I T T E L R A U M E S . S. 5. S. S C H W A R Z . S. F R A N Z ZWEYBRÜCK. MIT- TEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER K U E N S T L E R O E S T E R - REICHS. 0 . 28. S. T O N B I L D E R : M I T - T E L R A U M . OLBRICH ALFRED ROLLER. REDAKTION DES L I T T E R A R I S C H E N TEILES: Dr. 15. INHALT. V O N E R N S T S C H U R . 29.W E I S S N A C H ZEICHNUNGEN UND E N T - WUERFEN V O N K O L O M A N M O S E R . S. S. NOVELLE V O N K N U T H A M S U N .

Entwurf für Weberei. „Forellen- reigen". zweifarbig. .

so hätte sich in unserer Kunst eine Stille ausbreiten müssen. da dachte wohl niemand daran. Mätzchen hat man gelernt — Augenblicks- allüren abgelauscht. Der sogenannte Japonismus — das Schlagwort ist bezeichnend — war nur eine Mode. Hätten wir eine Zukunft für uns. was auszukosten war? Es war wohl nur wie ein Vor- übergang. Die Mysterien sind auf- gethan. das kommen muss. ZWEIFARBIG. AUFSTEIGENDER STREIFEN F Ü R ERNST SCHUR WEBEREI. sich hinein- zubegeben. seine eigenen Launen „geist- reich" aufgeputzt — von Mensch zu Mensch ging nur ihr Sinnen und jeder sucht nur für sich das Glück und das Bewusstsein. jedem steht frei zu den Tiefen zu gehen — und es ist wie eine geheime Angst. Aber es ist nur ein Klatsch. © . Hatte man wirklich ausgekostet. So ging es vorüber. dessen nur dieses Volk in Europa fähig. wie in einer kleinen Stadt— Ratlosigkeit — Wirrwarr! Männer. der eine nahm dies. als erwarte man etwas Grosses. war. etwas Neues ge- bracht zu haben. dass dieser leuchtende Stern so bald schwinden würde. der andere jenes von der neuen Kunst — es blieb immer ein Ge- heimnis. „LACHSZUG". zuviel Männer sind in unserer Kunst. Es ist wie ein Rätsel. ER GEIST DER JAPANISCHEN KUNST A ls man sich in Frankreich der neu entdeckten Kunst Japans mit einem Enthusiasmus in die Arme warf. Es ist das Gerede von Haus zu Haus. die erst nach und nach wieder tastende Versuche erlaubte.

man kehrt Jenes Land. die unabgeschlossene Weite und her. darin. — schlossenheit. die positionen wirken wie in unserer Zeit begraben Ahnungen eines höhe- zu sein scheinen und ren Lebens. Es ist die Stille vollkommener Abge- — Seligste Hingebung. von einem es fehlt eines was den Künstler zum Mehr-als. Sie können sich im selben Augen- Kunst. Und so scheinen sie immer in sich nie zu sprechen — oder wenn sie das thun. ja man „DER V O G E L B Ü L O W . i n irdischen Leben zu lende Reich. so gehen hier die unsichtbaren häuser. Und darum machen sie einen so oft sehn- als wollten sie eigentlich etwas anderes sagen. scheinen uns steif. so ohne Zweck. das macht sie auch so feierlich. wie die Men. W a s der Künst- mit jenem zarten weichen Licht. Jung gesellen der Kunst und schen gestikulieren. Es ist Nacht. L \ stimmen. sich amüsieren. die Personen scheinen immer noch. — Nur — Männer. Unsere in festen der Fülle — trotzdem man sieht. men zu uns — Jenes entnommen. Schöpfer gehabt. dem wirklichen Leben WEBEREI. Sie bewegen sich wie Puppen in einem Puppen. biegen nur ihren schlanken Oberkörper hin Die Unendlichkeit. Regeln geschulte Kunstauffassung will nicht . scheint in seiner Wirkung ohne Ende Eine unübersehbare Menschenmenge strömt über zu sein. wie die Wir sind wie ungezogene Kinder. Augenblickswert besass. sie brauchen keinen. mit dem I* immer wieder dahin alles was heilig und I ^ k u zurück. wie wir die hohe Brücke. „Das Thee. noch uns leuchtet aus was unirdisch an ihnen den tiefen schwermüti." Unzählige Nachen bedecken den Strom. durch so ruhig. war oder was nur gen Augen seiner sanften Bewohner. Indien — unaufge. Wenn Ich erinnere an einzelne Bilder. der sich Die Kunst der Japaner ist eine unendlich stille in sie versenkt. sinnen. Es ist unendlich still — trotz uns dagegen wehren sollen. Und darum scheinen sie China — eine Kultur die uns schwindeln macht so versunken in sich selbst. des Horizonts ist das Wesen dieser Kunst. die ihren Werke japanischer Kunst. ler berührt. ohne die Fussbekleidung gezwungen. Sie haben keinen Vater noch nicht verstehen können. Z W E I F A R B I G . es Melodieen giebt. nicht vergisst und die ewig klingen und nie auf- am gegenüberliegenden Ufer leuchtende Thee. blick auflösen und sind doch gewesen und sind liche Darstellungen giebt. keiner Kunstwerke. daran an. Wenn ein japanischer Maler auch figür. zum anderen sich wenden. so selbst versunken und über ihre Schönheit zu doch nur mit merkwürdigen fliessenden Lauten. zuhören scheinen. Und die Frauen. Sie scheinen deren Abglanz doch abgestreift zu haben. die Kom- klärte Geheimnisse. Streben. die man einmal hört und fest. " Land wo wir herstam. auf jedem Kahn leuchtet ein Lampion Wurzeln bis ins Ungemessene. Es ist kein Lärmen Künstler macht. Und was diese Bilder so still Es muss ein merkwürdiges Land sein — Asien. was der verknüpft ist. Und darum aber doch so rätselhaft. Werke der ältesten deutschen Kunst. mit dem merkwürdige strah. Aber wie wenig dunkel ist aufs innigste 1M ' ^ r * scheint das. knüpft immer wieder men sollen. ® ^ die Formen. ohne Wunsch. So feierlich wie vielleicht annäherd nur die spiel mit seltsamen Bewegungen — ganz real. Ich erinnere mich durch ihre Grösse und Abgeschlossenheit. Fast alle Hören wir dieses _ Darstellungen sind ja ENTWURF FÜR Wort — Träume kom. süchtig-traurigen Eindruck. Die Farben. macht. die immer einen so in sich Japan! selbst ruhenden Existenzwert beurkunden. Wir vermögen nicht abzusehen. jm ^ P Künstler daraus ge- Persien — jenes • macht h a t .

. „PINUS A U S T R I A - CUS".E N T W U R F FÜR DIE GEWEBTE W A N D - T A P E T E EINES JAGDZIMMERS.

" kapitulieren. ihnen auch sehr gleich- als sässen die Japaner gültig gewesen. als derbaren Formen all der wären wir irgendwie von tausend Gerätschaften der geraden Entwicke. erreicht. er an Le- nicht. s r ^ t f . sie hätten ihre sten Grunde des Seins. dann ist es mir. Sie unsere Triebe. will mich oft bedünken. — eine weisende. wie es kommt. Aber Der innerste Grund es ist eine furchtbare dieser überraschenden T r a g i k . alle entwurzelt sind. wo. einen verlorenen vollen Farbenkomposi- Weg suchend. lösung alles Bestehenden Stoff. nieren können — es wäre Es will mir scheinen. denke. Tasten. Auf- Geschaffenen. je näher Wirkung liegt in dem ein Gedanke seiner Voll- Organischen. Wir in die Tiefen steige. Denn diese Kunst ist wie jede wenn wir auch auf unsere eigentliche Kunst — soll sogenannte „grosse sie nicht von anderen Kunst" weisen und sehen. Gedankenkunst. dass. Und es tionen mich erinnere. deutende Kunst. Kräften borgen oder von wie sich Künstler bei uns ihrem Pfade abweichen mit Weltproblemen ab. wenn ich lösung?! Nur so tritt © . viel tiefer gesehen. DENKE? War ich nicht WEBEREI.T i e f e aber seit ich die japani. Insichver- nicht eine Verkennung sunkensein. der Aufeinanderfolge des Zurückweichen. Wohin? anwendung nicht eine Wer sagt es?! Ist nicht vergebliche? Bedeutet es alles Ahnung. l i i l i f : iijiiiiÜüiüiüiüS:?^ w t" ! I ENTWURF FÜR weichen vor dieser Auf. benswucht und . hätten es sicher nicht mit wir uns verbunden sagen können. Wirkungen nicht defi- das wäre verkümmert. kenden Geiste. die die Japaner lung abgewichen und geschmückt. wenn ich irrten nun ratlos hin und an ihre eigenartigen reiz- her. verliert — und verlieren schen Künstler kenne. V I E R F A R B I G . Ich weiss endung reift. muss. v . das ist die rück. als wäre als hätte der GEDANKE das alles nur ein Symbol. wenn ich schaffend absolute Sicherheit. streben nach Einheit — Man sieht bei uns eine hier ist die Einheit. soll das Leben ein muss ich immer mit Drang sein und kein Schmerz fühlen. wie wir Exempel. was sie fühlen mit dem dunkel. Es Wenn ich an die wun- scheint mir immer. Denn was wurde? Und kehre ich den Zauber dieser Kunst nicht dahin wieder zu- ausmacht. uns zu sehr gemeistert als hätten diese Künstler und unsere Instinkte. am nächsten dem wir. ehe ich mir klar TULPEN. war ich nicht „DIE S C H W A R Z E N und muss doch endlich Chaos. hin- mühen — ist diese Kraft. das. Und darum meine ich.

als Und ich komme zu Zweck. Seite dieser Kunst. die ziehen sie sich wieder Netzkes. was nicht die Grenze. Geheimnis sie ein wenig BLÄTTER. die zum Durch- zurück und der Schleier ziehen der Seidenschnur fällt und es ist kein dienen. dass keinen Gegenstand. Hand des Künstlers ver- geklärte beginnt." Darum — sind die J a . pour l'art? Sie würden und gehen wie selige lächeln. den Farben. Mit einer geradezu lung von der Allum- Erstaunen erregenden fassenheit machen kön- Sicherheit gehen sie nen. dass versteht wie kein anderes keiner das Leben so liebt. deren „DIE ZERSCHNITTENEN menschlichen Dranges. deren Äusserungen die Unendlichkeit. V I E R F A R B I G . in bar feines Gefühl hat allen Nuancen leuchten- ihnen hier und da rätsel. bearbeitet. Universalität dieser fasste. wie der Japaner und dass Und was diese fast keiner so gerne allen Be- mit Zauberkraft begab. Nein. was das bedeutet. der ein Weiter das Ende ist nicht erst wie aus künst- und dass das Chaos der lerischem Geiste wieder- . dürfnissen nachkam. das sich boten. die verzierten hafte Punkte rätselhaft Kämme. vielleicht nur paner Anhänger des l'art berührt. gleiterscheinung war. ihren prachtvollen.eine Kunst als R E I N E Vater aller Gedanken ist. die ten Hände berühren. ge- weiter. Es giebt fühl deutet ihnen. unerhört verfeinertes Ge. als einzigen einem anderen. Es giebt thatsäch- immer gerade bis zu der lich nichts. Lack. dann wird scheint seltsam zu blü. zweck- dann tasten sie mit di. nur gestreift. wo das Unauf. gelüftet. Metall. zu leben. und ihr wunder. die seltsamen Schauer. W i e soll man dies ein Mittel. E N T W U R F FÜR K U N S T . eine kleine stickten Gewänder mit Strecke. dass man abgöttischen Liebe. das. Weil Und diese Wallungen dieses Kunstvermögen so hegen sie mit einer zarten ungeheuer war. zu der Grund des Seins auf. was bei diesem Volk Das ist die mystische selbstverständliche Be. Und schönt. Denn ihr stehen aus Thon. n e b e n die an. entsprechend gestaltet vinatorischer Spürkraft hätte. Holz. die die Frauen beleuchtet. Sie be- zu gehen. Und dann im Haar tragen. man sich eine Vorstel- hen. wenn du ihnen Kinder weiter und fühlen sagtest. dazu gestempelt. Und so sinnen sie über WEBEREI. M a n hat wohl oft sie die in ihnen wirken. die die Dosen am Wunsch in ihnen. weiter Gürtel halten. es ist nur Kunst. Die seidenen. Gebiet ganz beschreiben! Denn dieses Volk Wenn man bedenkt.

ENTWURF FÜR WAND- DEKOR. „ D A S SCHWEIGEN DES ABENDS". .

Einsames. denn das hiesse darum lässt er den Schleier gern darüber fallen. Das Dach Religiöses und es ist berechtigt. wie kennt. wie wir Japaner sieht Augenblicksstellungen in der ganzen es nirgends sonst sehen. richtig feststellten. Gewöhnlich ist nur eine Wand fest an. E N T W U R F F Ü R BODEN- wieder. ist ihm Lehrmeisterin. Sehen wir die Architektur an. wie hier. Sie triebene Verzerrung hielten. Mit welch den Käfern zuschauen. alle die kühnen Kombi- Zug giebt. Nie hat diese Liebe. die wir aber als gabung zur Willkür. dessen Kind ich bin. raffiniert einfache Grösse dieser Kleinheit und die Hingebung an Zimmer. Hier vielleicht wie Es ist bekannt. Es ist keine nationen lassen sich zurückführen auf die Vor- Lücke gelassen. der dank seiner virtuosen Be. nicht daran denkt. Bewohner des Hauses bald so. hat etwas tief dunklen Hintergrunde eines Waldes ab. bilder in der Natur. dessen Spuren ich selig und ziger Tisch. Ein Schrank. werden zur Seite geschoben oder her. nachdem paner lebt in der Natur wie wir sie anfangs für über- kaum ein anderes Volk. Tage-. das ist die Einheitlichkeit. ser festzuhalten versuchen. die japanische die Kleinheit des Daseins. denen wir auch Rührendes. den geführt! Leicht. Es existiert nichts. dem Kunsttrieb der Bewohner ein Mittel folgen. ein kleiner win. QUETTES-WEBEREI. das an der Wand hängt. dass der Ja. seiner augenblicklichen Laune folgend. der Mensch ver- Wände. DIE J A P A N I S C H E K U N S T T R A E G T Wetter. eben so unendlich reich einem gleich grandiosen spiegelt es sich in der Kunst Können gepaart. W i e zweckmässig ist der Bau durch. Es gelegt. die uns völlig ent- verwertet hätten. graziös heben sie sich von dem der Japaner der Natur weiht. haben alles in ihren Bereich peinlich genauen Beobach- gezogen. Wenn man die Kunst dieses feinen Volkes die alles Seiende mit kindlicher Verehrung. das ausser mir ist. wenn man be- ragt weit über zum Schutze gegen Wind und hauptet. was er Diese beiden Eigenschaften des empfindungs- so innig verehrt. den rätselhaf- in die Landschaft gesetzt. das es nicht fassen Denn so unerschöpflich dieses kann. sich mit ist. gar uns wohl als willkürliche Verrenkungen. was der japanischen Kunst den grandiosen Alle seine Formen. das. Und es ist immer. J a der als hegte er eine zärtliche Liebe zu ihr. Der J a . B E L A G IN M E A U - nirgends. Und folge vervollständigen zu wollen. nicht nur das. die Grashalme betrachten. ein Kake. Denn die Japaner paner dank seiner scharfen. anstaunt. eine Matte. Denn andeutend. IN SICH EINE W E L T A N S C H A U U N G . immer Diese rührende Inbrunst hat etwas Erhabenes. keine Kunst lehrt so wie untergelassen und das Innere liegt frei vor uns. all ihr Können zu Innern eines Hauses. als ob er mit tiefen Gestalters und des genauen Beobachters . Es ist überflüssig. Und diese Hegemeister der eine Schnitzerei. die Linien auf dem sich kräuselnden Was- zu sein. abzuweichen von dem. kennt man ihr Leben. feinem Geschmack sind die kleinen Holzgebäude die Berge. einen gestickten Wandschirm des Technik werden nicht müde. zur Beugung des Gegebenen beglaubigt hinnehmen müssen. Weitabgewandtes. Es hat etwas unsagbar Schnelligkeit des Vorübergangs. hat es den Anschein. wie er. nur das ganze Leben des Japaners schildern. schwindet vollkommen. bei heiterem Wetter fallen alle anderen ist etwas Pantheistisches darin. gingen. die Reihen. mono. als wäre auch diese nur ten Formen des Abendnebels mit trunkenem Auge dazu da. Sie erscheinen nach seinem Willen wie geschaffen wäre. es ist lassen und immer wieder in die Lehre zu gehen. die wir erst. monatelang können sie im Walde sitzen. alles von einem und demselben Geiste gefügt. tung Bewewegungen wahr- was sie nicht künstlerisch nahm. Ob wir eine Malerei betrachten. zitternden Lippen von seiner Liebe spricht. und durch kontrollierendes Sehen.geboren erschiene. Dieser Dienst. Und diese Gegenstände stellt der zitternd folge. ja das Haus selbst. die Wir sehen in das bescheidene. nur grüssend mit glücklichen Augen. das mich überwältigt. die unter ihnen liegen. bald so. wie er sich zu durch langes Gewöhnen als ihr stellt. jetzt noch nicht folgen können. etwas. etwas.

Der Japaner giebt nie das. fruchtloses Ringen blosses Wiedergeben des Gesehenen. schon festgestellt ist. mag ihre Fähigkeit und herum. dass es ihm recht bewusst war. IN G R Ü N . Dazu ist er zu sehr Dichter. die die japanische Kunst zu einer so voll. Denn er will mehr geben als ein ENTWURF FÜR WANDDEKOR. „HORTENSIEN- LAUBE". Und keit nennen. seine Beobachtungsgabe. in sich bestehend. die sorgfältig das Bild übertrefflich. Mögen sie ihre trägt er seine Kostbarkeiten trunken mit sich Kräfte so genau kennen. indem er Zug um Zug das. dass ein Japaner nie das Gesehene un- rakter. bis in alle Einzelheiten. Monate. bis es ihm zum bleibenden Besitz wird. und das ist das darum zu thun. ungemessene sein — sich immer von neuem darin. was er. was sie bieten. erlaubt ihm jener Grenze. kehrt immer wieder dazu zurück versenkt Begabung eine schrankenlose. aber ich bin der festen Über- © . geben sich gegenseitig das Mass und den Cha. Dieser Stil des Wahren und Höchst. Und so dauert es wohl immer ist dem. mehr deckt und ein qualvolles. — die Japaner erscheinen. Sie K Ö N N E N pfindung zu dem'Ausser-Ihm zu bannen. die Wechselwirkung von Em- Rätselhafte — immer als Meister. V I O L E T T UND GOLD. schlechterdings nicht zu übertreffenden was er vor sich sieht — sein Vorbild — überträgt machen. und nachzieht. was wir Wirklich. Sie gehen nie fehl. Darum immer. Es ist ihm beginnt. zu einem Werk seiner Kraft sich gestaltet. vielleicht ohne Vollendung aufgedrückt. der Stempel der T a g e . Mir ist es nicht bekannt. Niemals findet man ein Übertreten sich einprägt. Zeugung. Und persönlichen in glücklichster Vereinigung ist un. wo Wollen und Können sich nicht diese Freiheit. endeten. in sich aufnahm. bis das. mittelbar wiedergiebt. ob das dann ist es immer abgerundet.

lachen. diese schen Geistes. leichter. wie sie nur Hiroshige. So Oder „die Brücke von Jedo". schaffen. Man sieht das am schön. zu- chen sie nie voll auszu. die nie grösste bietet — ein Klang. wie sehr Schwere. Wir er- über der Erscheinungen sehen daraus. wir staunen müssen. erscheint uns die Welt so nung. Und so " Segel der Schiffe. auf das „ W i e " und dass was in ihre Hände Seele. su. so von aller Körperlichkeit befreit und so verlassenen Ufer. das alle Zeiten schweigen die Töne — überdauert. Und es ist merkwürdig. dass unsere Seele zittert. die hörten wir ferne Melo- nie „Ewiges" geben wol. ihm alles ist. barer Zauber in ihnen bis sie sozusagen die liegt. Sie schweben häufig wechseln. die sich nicht Kraft. der Japaner Wert legt schein. Und WEBEREI. dieser wahr. aber voll von der ganzen kann. besten in der Malerei. Das Objekt. als Rätsel lösen wollen. Und über den breiten Fluss spannt sich . sie nie peinlich Strich ne. Wer wollte be- beln sie so lange in ihrer schreiben. als was mit grossen Problemen die Wirklichkeit ihnen abgeben. lichkeit. daher den Extrakt. Sie geben Hügel sieht man hinab.E R W A C H E N " . Es ist nur ein Meister in der Wiedergabe der Stimmung. schaften. dien. als würde alles. voll von Sehnsucht und inniger wahrhaft bescheidenen Künstler. berühmten Darstellungen fliesst aus dem Pinsel und der Pflanzen. Jene Land- der. der sie gefangen schwach angedeutete nimmt. halb ENTWURF FÜR Erscheinung. Es hat den An. Oder ich denke an die Ihr Prinzip ist das der zahllosen Landschaften. kleinen Blatt die Unend- das ihnen vorliegt.es ist nichts von Zufälligkeiten daran. Wie ist alles Klein- Körperlichkeit heraus de. Striche — die sie zu bannen. Empfindung bei kommt. haben dann etwas ge. — den suchen Punkte. das unten liegen am Ufer eigentlichste Wesen einer einige kleine Häuser. Es ist mehr. der Hauch der auf ihm schweben einige Pflanze. Das. wird es ein Gedicht über ihre Schönheit. Zauber recht begriffen. und ehe wir ihren len. Da setzen bildet das verlassene Ufer. Duft. geben Bild des Augenblicks. nur andeutend — nur hin- Die Japaner geben nie wehend. mal die Motive nicht schöpfen. wie sie Hiros- zelne von seiner zufälligen hige malte. Von einem stilliert haben. so erlöst. welch unsag- Betrachtung hin und her. Flüchtigkeit. was über deren Mannigfaltig- ihnen eine Stunde der keit in der Auffassung Wallung gegeben. In einem Schwere. wir. liche entfernt. es ist wahrhaftig mehr. Nirgend sonst das Ganze einer Erschei. Wieder diese leicht. Sie befreien das Ein. was ab. das am besten an ihren eine einzige zarte Linie „BLUM EN . Liebenswürdigkeit und Schönheit des künstleri- stossen könnte. ben Strich — es ist der der sich weit ausdehnt. das den See einrahmt. Man sieht versteckt am Walde.

Der Buddhis- WEBEREI. leugnet sie nie den vor- ren einer verweichlichten nehmen nationalen Cha- Kraft. ein Märchen? Ihre Denkmäler zeigen J797 in Jedo geboren. . Sorgfältige Tech- Stellung nach war er nik. "Wir finden die zollt. fassung zeichnen diese hiro. Sein tiefe Inbrunst der Auf- Lehrer ist U t a g a w a T o y o . Lesshin soll der erste Maler gewesen sein. zugleich als Träger an lyrischer Kraft steht der Kunst und Wissen- er unter seinen Genossen schaft. der Sohn des Vorigen. Feuerwehrmann. Chr. Spu. Verbindungen werden raffiniert. nie die Gross- wird die überwältigende artigkeit der Haltung. er leistete in der heroischen Landschaft Hervor- Das Reich breitet sich aus. weit eine leichte Brücke. die Erhabenheit. Ton zeigen. welchem Cholera-Epidemie. Namen „Hiro" sich bei. Ihr Re- vollkommen gewesen sein präsentant ist die T O S A- und viele wollen bei ihm S C H U L E . Übereinstimmung mit indischen Formen. Litteratur. seiner gion. die Schrift. Die japanische Mythologie bietet endgültige Verbindung von chinesischem und japa- unendlich viel Motive für den religiös begeisterten nischem Geist her. Industrie M a n muss die zarten Farbenkompositionen dieses und Kunstgewerbe nehmen ungeheuren Auf- ENTWURF FÜR Künstlers. Die dritte Periode die Lyrik seiner matten setzt mit der K A N O - Farben verleugnen kön. bildung setzt ein. Revolutionen zerreissen Sein künstlerischer Bil. Priester „ABIMELECH. Gründer Kano-Massanobu (1424—J520) stellt die haften Zeit. Pracht des Beiwerks. Die Kano-Schule vertritt die Schwarz- n. wenn man nicht den ungeheuren Ernst hergestellt mit China. R u h e sein eigentlicher Name und Tiefe dieser Reli- ist Kondo Jrubei. herausfühlte und diese Tiefe der Empfindung. Die Heilkunde. Japan tiefe Verehrung nischen Malerei ist die Religion. Aber niemand rakter. von dem er den Epoche aus. Es ist die alte einheimische Religion dieser Schule ist Motonabu. Der gedichte und Märchen stammen aus jener sagen. " Er starb 6i Jahre kommen bedeutende An- alt] 1858 während der regungen. der in China die alten Meister studiert. Helden. im 6. Und wie war Die erste japanische sein Leben? Ist es nicht Malerschule ist daher rührend und klingt wie die BUDDHISTISCHE. einzig da. Es wäre beinahe zu neuen Eroberungszügen. Intensität der Stimmung. als Kunst der schon den R ü c k g a n g der hohen Gesellschaft ver- Entwicklung sehen." den alten Drucken be. Die Epen- dungsgang soll sehr un. sehen wir das kriegerische Volk auf Weiss-Malerei unter Beifügung von Schwarz-Braun. des Shintoismus. Der berühmteste Vertreter Künstler. in mus dringt ein. dessen Buntdrucke der Ritterlichkeit. das viele neue Ideen giebt. Lande man überhaupt in Der Ursprung der japa. Stadt. ziehen von Stadt zu wundern. Jahrhundert ragendes. der später sehr schwung. des einen wundervoll farbigen Adels und der Könige. Von China n e n . SCHULEein. das Land. Es folgt das Zeitalter legte. An Feinheit. roh wiedergegeben ist.

AUSSTELLUNG DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS. IV. EINGANGSSEITE DES M I T T E L - RAUMES MIT DEM E N T W U R F ZU EINEM MO- SAIKGEMÄLDE „BERGPREDIGT" VON ALFRED ROLLER. .

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die Schule von Sugekudo. immer zur impres- seiner Wir. Frau. Torii (1750). drängt sich Wir sehen Name an Korin und Name. Erstaunen Und dann setzt. Wir seine Schule finden Onta- (1660— \1\6\ maro. der Natur zu. ku mit seinen schwinden der realistischen Farbe — er ist Tigerbildern. deren glänzendster den Virtuosen Kuniyoshi und den universellsten Vertreter Hoküsai (1760 geb. tiefe Kunst alles umfasst. . haben die Ma- hundert jene lerschule der ununter. druck. mutigen Ha- lieferte Kon. runobu. DIE SHIJO-SCHULE von Marugama Okio Vorbildern. seinen flies- herrscht und senden Linien äusserste Ein. der [Künstler: Hokusai.und sich mit der Menschen. Gewandkünst- von ihm geht ler Shunyei. der Kioto aus. unge. frisch. den diebewusstdie Künstler der von der Tosa. Reich. man beobachtet sugewa Shunsho ausgehende SCHULE K A T S U - das Pflanzen-. schäftigt. volkstümliche Schule-Ukioge. die Tier. hell- keit u. Nach und nach befreit man sich von den LE. brochene Ihr Haupt To- Reihenfolge rii-Kiyonobu von Künst. Man wendet sich dem Leben im in Kioto gegründet. WANDDEKOR. dessen reiches Gemüt und Wir haben eine N A T U R A L I S T I S C H E SCHU. den ventionpflegt. Und es von Schau. das Dekora- Moronobu. der sucht . IN GELB. seit dem sech. z eigt sich nun spielern be. Wir haben die von Kut- eigenen Lande. G A W A . grün und hell- tum uns in rot. den an- Schule über. Wir zehnten Jahr. bei dem die Kiyonaga mit Linie vor. und weichen fachheit bis Farben.) ist. deren den Farben- Mannigfaltig. Loni Seki. erfand J 695 lern. Darstellung ENTWURF FÜR leben. Gan- zum Ver. tive liebt. sionistischen kung sicher — Schule von gründet die Kioto gehört.

Und da bietet sich man dort das „Grosse". das ihr es ist ein überwältigender An. und man wird sagen: Sie haben eine zweite Welt darum schied sie so instinktiv alles Störende aus. kennen baut sich vollkommen auf diesem Grunde auf. ein unerklärliches Et- bücher. unfassbar ist. wie keine sie am weitesten sich entfernen von Ewigkeits- andere. die seltsam geformten Wolken len. von dem für sich nischen Holzschnittes von den einfachsten An. men nicht dahinter. nichts Alleiniges. licher ausgedrückt eine N E R V E N K U N S T . der Schmiedekunst. nicht schafft — oder richtiger gesagt sehbar. nen nicht das Vergnügen an boren? Ist sie eine Verstandes. Und dann will zurückgewiesen und daher bei uns jeder sein Leben leben! kommt auch die instinktive Und denkt das wäre etwas Abneigung und das Sichver. einzig-individuelle dar. l( schiebt" — sagt der Japaner — VORSATZPAPIER. zittern. Kunst in dieser Einheitlichkeit die sie gegangen sind. schliessen dieser Kunst gegen. J a man hat ihr einen trachte die Käfer im Grase und Vorwurf daraus schmieden wol. birgt eine gleiche Fülle. Denn nichts ist sa fein wie das Gefühl. keine quent jene W e g e gehen hiess. Die Geschichte des japa. das unbe. Es giebt dort dahin. es hat etwas Wirkungen. Wir sind da- Das hat man von vornherein zu zu robust. Vielen wird es ein- Wir haben den einzelnen tönig erscheinen. Schöpfung des Gehirns ist. wie das einer Pflanze. wir kom- ken ausgehen. was. wenn man bedenkt. Grosses. Sie scheinen ihre Existenz an künstlerisch bearbeitet wäre. ist. „Ich gehe in den Wald. . bestrebungen und immer am Anfang ihrer Bahn © . Verschleiertes für uns. fängen ausgehend. W a s ist nun das werden sich nicht über den Wesen dieser hohen Kunst? Sinn klar. der nicht . dass dies nur ein fassen könnte. sie verdolmetschen wollen. von der Ich meine: Nervenkunst. Sie sich trägt. Und darum vermisst nutzt liegen geblieben wäre. die von den Wer. den kleinsten Dingen haben kunst wie die europäische? wie die Japaner. nachgespürt. Und darum Keramik. weil ja das Gefühl nur ein Reichtum klangvollster Namen. Aber es giebt kein Feld der künst. So wie die europäische Kunst eine Gebiet ist. darum stellt sich die japanische Kunst als die eine G E F Ü H L S K U N S T oder naturwissenschaft." Die J A P A N I S C H E K U N S T ist wie keine Und weil das Gefühl das Höchstpersönliche andere so absolut und so rein. Aber doch scheint mir. der Nebel zwischen die Zweige ENTWURF FÜR — so vermisste man die Ideen. Es ist dies nur ein kürzet Abriss. Während darum ist sie so organisch gewachsen. Wir kön- Aber woraus ist diese Kunst ge. so unbeeinflusst. aber nicht in jenem Fülle der Gestalten wird er vielleicht einen Be. Und die Japaner sässen näher am Grunde der Welt. der unüber. Man muss den Reichtum. der weisen sie immer zurück auf etwas anderes. so die japanische eine lerischen und gewerblichen Thätigkeit. dem kein Land.Jj Schaffen lenkt und sie konse- blick. reagiert. geschaffen. und Mannigfaltigkeit an die Das Leben der Japaner geht Seite treten kann. in dem man es vielleicht auf- griff geben. Sie mit dem die Künstler uns überschütten. spielerischen Sinne. das Stickereien. der | etwas Ewiges anzuknüpfen und nicht künstlerischen Geist in dann ist ihr Wille dunkel. wieder eine Welt ausgeht. der Ciselierkunst. sie sei keine grosse Kunst. der Muster. be- über. Denn das ist das Wunder. keinen Gegenstand. . Gültiges hinstellt. Schöpfung der Nerven. und wie sich unter mir im T h a l sie habe einen engen Horizont . Aber man k a m nicht auf „und fühle meine Seele er- den Kernpunkt. der Lacke.und Vorlagen. wie gehen wir dann auf die anderen Gebiete der das Gefühl ja dem Begriff vorhergeht. der Holzschnitzereien. das sie treibt. .

ENTWURF FÜR WEBEREI. „WUNSCH- HÜTLEIN." © .

man sich mit der Nachahmung des Formalen Darum verstehe ich. Und wir sind ein von aller Last befreiter Ernst liegt in ihren kein Naturvolk. das aller Regeln spottet und die vernachlässigen? Die Bilder. die japanische Werke wachsen. wie Und er ist entsetzt. die japanische auf. so konzentriert. betrachtet. dann ist es ein fertiges Gebäude. wie sein Innerstes aus dem keine. Kunst will destruktiv sein — wenn man hier Wir verlangen anscheinend derbere Kost. die europäische will in den Himmel bauen Europäer liebt Kraft. willkürlichen Umschreibungen. und reden K Ö N N E N wie kein Volk. weshalb man sich so ab. die Asiaten erweist sich als grössere Kraft. zu leicht. blieb und dass. Und sehr von unserer Wiege entfernt. bei den Japanern ist alles zu leben vermögen. nur ab und zu Blicke thun. als wüssten sie nicht um den die das Kühnste sind. des Augenblicks. . das wie Gift wirken kein Fehl ist. Schick- und wenn man zusieht. die Weltverneinung. dass die Berührung mit japa- Welt. scheinen sie immer eingedenk zu sein. Selbstbestimmung. von „ W o l l e n " reden kann — und ist zum Schluss Denn die Japaner leben ja darin. die in ihrer Kunst liegt. sich ihrem innersten Wesen getreu bis in Leibe gerissen wird. die etwas so Fascinierendes an sich hat. Es giebt nun W e r k e . in das Extremste vagierende Nervenorgien. das ihrer Hände Werk ist — sie entwickelte Neigung zum Groteskem. als lebte man dann in einer eigenen träumerischen Das erklärt. da sie. Ziel erreicht ist. Die weiche Hingebung der ist wohl besser so. so schwer. Bewegung. messen. unser Heil Sonst wird ihm seine Persönlichkeit geraubt.sind — immer nur sich geben und dieses Ich in Künstlern dieses Volkes findet man tolle Phan- all den tausend Regungen. und interessanteste sich darstellen. der Die unergründliche Tiefe der östlichen Völker. und nun dieses päische Kunst ist aufbauend. Wir haben uns schon zu Luft. wo die Gestalten und Gestaltungen aus nischer Kunst nur eine flüchtige Bekanntschaft den Tiefen steigen. an dem rauschende. zu dünn. Und dass man sich mit der Er- tiefsten Tiefen ist etwas. Bei den reifsten und feinsten Schönheit dieser unbegreiflichen Kunst. Vorübergang. das Treibende. die wie Bekennt- Übersieht man ihr ganzes Schaffen — es ist nisse einer gemarterten Seele anmuten. wenn man etwas herübernahm. Denn sie hat etwas nehmen wollen und den Geist. unge. wenn man und in die ist er vernarrt. einen ge- haben das ganze All in sich aufgenommen und heimnisvollen Zug zu inhaltlosen Bewegungen. Aber wie kann man Aeusserliches an- schloss gegen diese Kunst. Anarchistisches. will. ist nicht von dieser Welt. die japanische legt weil er es überwunden h a t . er ist in eine Einsamkeit die letzten Konsequenzen entwickelt hat. in reinem Wirken. Die euro. was überhaupt je ein tasten- Wert der Dinge — sie haben neben diese Welt des Gefühl aufgespürt hat. an dem unsere Kräfte gründung des Technischen zufrieden gab — es zersplittern würden. das auf die Sinne einen umnebeln. steht gebannt — entzückt von der überirdischen den Reiz ausübt. FINIS. flüchtigen Regungen tasien. alles das verschmäht der Japaner. und andererseits ist die Luft. brochen durch die Last des Daseins. Weite. gestellt. fühlt man sich zufrieden. diesen Stoff gründlich behandeln. in der diese sein und ist immer destruktiv. dass die japanische Kunst etwas Kann nicht wieder davon loskommen und in sich trägt. sind so starr. Und wir finden eine etwas gestellt. wiedergeboren zu neuen Formen. wir würden in dieser vornehmen Lässigkeit nicht so voll von Schwere. bemerkt man die Lücken salsschmiedung. Der liebt diese zarten Künstler wie man Frauen Vom entwicklungsgeschichtlichen Standpunkt liebt. es steckt in dieser Kostbarkeit neben Kostbarkeit und wenn man Kunst wie in jeder asiatischen einerseits dies Be- zusieht. Obgleich sie von der Schönheit der Und der Europäer kann vielleicht nur ge- Welt reden. Dies instinktive Verständnis der Schöpfungen. die unsere Maler Starrheit unseres Lebens auflösen würde. Das ist. Licht. Aber wer sich einmal darin versenkt hat. und die unzureichende Kraft. begnügte. fühlt seine Sinne umsponnen. Die europäische will konstruktiv k a n n . Betäubende. Aber geben. konstruktiv. muss diese Kunst als die wertvollste Erschüttert sind seine Tiefen wie nie. Es mag sein. Der lösend.

K A M I N V E R K L E I D U N G IN HOLZ UND K U P F E R ENT- WORFEN UND MODEL- LIERT VOM KÜNSTLER UND A U S G E F Ü H R T UNTER M I T W I R K U N G V O N GEORG K L I M T . © . F R A N Z ZELECZNY. JOSEF E N G E L H A R T . E D U A R D SCHÖFER. SwmWSMB' »Vmm IV. M. O. JOSEF H A U S K A . T E I L EINER S A A L W A N D . DER E N T W U R F DER BILD- F Ü L L U N G ÜBER DEM K A M I N IST FÜR AUSFÜH- R U N G IN SEIDEN- STICKEREI GEDACHT. AUSSTELLUNG DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS.

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weisser Man- tel lag über der Erde. Er war mit der frohen Erinnerung erwacht. Über Nacht war der Schnee ge- kommen. Da ge- schah es. erlösende Nachricht. autorisierte übersetzung v o n m a t h i l d e mann. ü M T " ' - . eine Qual wie keine andere. 1 NOVELLE VON KNUT HAMSUN. D ER SOHN DER SONNE. und die kein anderer ver- stand. dass er ans Fenster trat. und seine armen. ein wenig zu singen. Sein Gesang ver- stummte plötzlich. er fühlte sich jung und glücklich. Mit dem Winter kam eine böse Zeit für ihn. und er fing an. • V V. den Vorhang zurückzog und den Schnee sah. raunte ihm Vernichtung ins Ohr. dass er gestern einen Brief erhalten hatte. Die langen Abende kamen mit ihrer Finster- nis und ihrem dummen. eine überraschende. Ein dichter. Allein der Anblick des Schnees raunte ihm Tod. schräg abfallenden Schultern zuckten. sinnlosen M iM*» ii t< i>. ein trostloses Ge- fühl zog in seine Seele ein.

pflegte er auf die Boulevards vor. riefen. Alle seine Übergänge waren eitel Freude. und er konnte bei ihrem kurzer Zeit. — aber es half alles nichts. aber schon nach einer halben flehte unter heissen Thränen für dasselbe zu Gott. der im Sommer den fröhlichsten schimmerten im Schein des elektrischen Lichts. jemals fremde mussten. die gesprochen Monate lang würde er jetzt das Zimmer k a u m wurden. W i e suchte man im fremden in der Erde litten. die beide Aeusserungen derselben ewigen Idee seien Vernichtung im Anmarsch waren. Stunde hatte er eine Droschke genommen und Sein Wunsch war. sie wurden dadurch Confetti wie Schnee vor seinen Augen. dass der Knabe niemals eine war wieder heimgekehrt. nach einem Heim! Man Er konnte nicht mehr ausgehen. seinen Arbeitstisch und schrieb eine Menge Briefe nate lang in dem Zimmer auf und sagte täglich an alle möglichen Menschen. und zu denken. nicht das Lächeln. jäh. Er Qual Briefe zu beantworten. er hielt sich mehrere Mo. jetzt eilte er an wollte sich zwingen. Himmel war ein anderer. Es still für sich. und wie hart die Wurzeln der Veilchen Erde zu betreten. Weshalb? Eine Er. ihre Haltung durch diese ewige die Lotusblume nimmer welkt. er weinte oft hinauszugehen und das Spiel zu beobachten. und sein Schlaf in der Nacht war konnte mitten im warmen Sommer sein. Seine Vorstellungen wechselten in auffallend innerte ihn an Eis. Der verlassen. zu sich selber. ihr Gang. um am Leben teilzunehmen. wo Blick. ehe sie abstarben. und die Norden eine Zeit lang noch die Verbindung mit tägliche Qual zehrte an ihm. oft waren . Betrachtete man die Blumen. sich unter die Menge zu mischen er vor seinem jüngsten Kinde auf die Kniee und und mit zu jubeln. alles war überwältigt werden. es fehlte arbeiten. am Ufer des Ganges. Späterhin im dem Leben aufrecht erhalten könne. und er hatte heit für viele habe. sondern nur zwischen seinen vier W ä n . darauf beschränkt. dass sie die Bemerkungen hörten. Es dachte daran. dass auch das Eis seine Schön. — — Ausstellung verfälscht! Der Knabe sollte die Über Nacht war der Schnee gekommen. den seltsame Träume beun- Abende waren schwül und über der Stadt schwebte ruhigten. die Vorüber- Wo lag die Heimat seiner Seele? Vielleicht gehende über sie machten. denen er keine Antwort schuldig war. strich von K a l k an den Fensterscheiben er. dass Vergnügen nahm ein jähes Ende. Und wovon Lande nicht vergebens mit seinen Wurzeln nach sollte der Hase heute leben! einem günstigen Boden. seine Seele ging in den Winterschlaf ihm auch nicht an Kräften dazu. warfen Confetti. und dass er und Gott angehörten. dass man sie öffentlich besprach. Sinn hatte. wie er zu erkennen. Er konnte mit dem redlichen Vor. die nur ein Schlummer. das Publikum sie auf der Strasse beachtete. der Blumenduft aus den grossen Parks. er konnte nicht in seinem Atelier genug. in dem die unter. nicht die Blicke. Er Erde besäen und den Ertrag der Erde ernten. aber durch und blieb stumm. und Dies hatte sich Jahr für Jahr wiederholt. Mehrere verstand nicht alle die Worte. in seinem Zimmer zu sitzen sten Fensterscheiben geweisst waren. in Bei allen öffentlichen Persönlichkeiten wurden die dem elektrischen Licht wirbelte die grosse Menge Quellen der Seele getrübt.Schweigen. innerung hatte aus der Ferne zu ihm geredet. sogar an fremde. sangen. ja. Er war jung hatten diese oft eine fremde Nuance. Wenn die Stadt ihre anderer Hinsicht gingen Veränderungen mit ihm frohen Feste feierte. W i e wurde nicht ihr in einem Sonnenland. die Strassen Dieser Mann. dass Winter und Sommer dabei ein dunkles Gefühl. dunklen Winter- lächelnde und jubelnde Menschen wogten auf und tagen von einer furchtbaren Niedergeschlagenheit nieder. Auch in Leben wohnte er in Paris. durch diese vielen Briefe nach Süden und nach seine Arbeit konnte er nicht anrühren. die Sterne standen in den auf und nieder gehen und auf dem Stuhl umgekehrter Richtung und waren nicht wieder sitzen und denken. dass das Ende. Während eines Sommers hatte eine Laune des Frostes. heftig wie ein Unwetter. sein Gemütsleben war gestört. Dieser An. konnte an kalten. durch eine zufällige er in einem kleinen Städtchen in einem hellen Witterungsveränderung sah er sich plötzlich und grossen Zimmer gewohnt. Niemand verstand. Im allgemeinen war es ihm eine Anblick nicht Herr seiner Qual werden. und sein verdorben. so unter dieser Gefangenschaft litt. öffentliche Persönlichkeit werden möge wie er selber. wie die Vögel im Walde frieren sollte ihm auch erspart bleiben. hin und wieder fiel satz ausgehen.

und er hat keinen Hut den Menschen lagert während auf und keine dicken Kleider der ganzen Zeit eine weisse an. opfern ihm keinen Gedanken. auf dem sich die oben bis unten in dicke. kostet. vielleicht haben Kehle. leben allen Seiten umgiebt. wenn sie den kleine Meise hat noch Kräfte Schlitten zieht. Die Natur hat wunderliche Qual treibt ihm den keinen Atemzug. um nicht dieselben Flaggen. Ihn fror nicht. sammenhang herausgerissen war. Er sieht seine kleine Tochter stirbt. sie auch noch niemals eine ge. sam bewegt. In ihren Mienen gewahrt alte Birke vor der Hausthür ihr . und nach dem Fenstern spielen. die Tannennadeln sind haaren liegen lederne Sohlen. SCHMÜCKUNG. „Friert dich nicht?" fragt Wolke. und dass sind. nur unter den bewegen. kalte Rätsel an. wenn sie meinen. WANDDEKOR. auf demselben Fleckchen Erde. die sich fortwährend er. dem Sonnenlande würde sich SAALAUS- hört. Antlitz unbefangen nach oben Da ertönt Schellengeklingel und klagt. Er bemerkt. Eine arme lich im Schnee. ihrem Schlitten zerrissen ist. — so sollte denn der Sohn über diesen Aufzug totlachen. und es liegt Reif Ihre Schritte knirschen schmerz- auf allen Bäumen. alles ist steif und weiss auf. er schliesst die Augen. Sein Fenster liegt nach draussen auf dem Hof vor den dem Walde hinaus. sie ist ganz kalten Schweiss auf die Stirn. wie Pfriemen. weil sie selber Kinder des Schnees Er merkt mit Entsetzen. dass die grosse. man keine Unzufriedenheit mit Und auf den Stangen wehten dem Wetter. zu zucken. Dieser Herr und diese Hände waren warm. sieht man in der Luft einen dün. dass der Strick an unten auf dem Wege. um die Flügel zu bewe. das sie an Ertrag er geerntet hatte. zu erledigen. dass es sich in PATRONIERTER er hatte vielleicht einmal in einer dem wunderlichen Talg zu lang. still und kalt. knüpft den Strick wieder zu- Ueber dem Pferd und den bei. Aber ihn fror nie. seine nen Dampfstreif. kein Wind bewegt Das Kind ruft zu ihm her- die Luft. Sie ist von breiten Wege. ein Schlit. Zeit zu Zeit dem Pferde zu. fernen Vergangenheit einer frem. dass und im Schnee aufgewachsen die Kälte zunimmt. wollene Menschen von und zur Stadt Kleider gehüllt.30° Celsius. Ihre Augen sehen ganz offen und das er während seines Daseins ohne Verwunderung dies entsetz- hier auf Erden bestellt und dessen liche. nur einen Dame haben wohl niemals in stechenden Schmerz verursachte ihrem Leben eine Weintraube die eisgesättigte Luft in seiner wachsen sehen. und sie und streben. sammen. Er ten zieht vorüber. alles Leben auf dem Felde er. seine neuert. und sie rufen von dass er aus seinem Naturzu. Kein Blatt zittert langen Strümpfen aus Ziegen- mehr. Bei diesem An- genug. das Kind. ihr kleines Anliegen in der Stadt Er selber fühlte instinktiv. sie wendet ihr rotwangiges wie T a l g . sie fahren dahin.cs auch nicht dieselben Vögel. da. in dem Schlitten geht sogleich hinunter und sitzen ein Herr und eine Dame. wo sie geflogen ist. Ein Mensch aus TEIL EINER den Welt in weiter Ferne ange. als wenn er ermattet ist. blick fangen seine Schultern an gen. -f.

die Erde schweifen lässt. die von neuem anfangen und noch eine ganze Zeit sich in der Ferne verliert. Einige Wochen spä- Ein Gott. Freude durchrieselte ihn. ihre Federn sind In der Nacht schlug die Witterung um. er warf die Kleider über. Ganz im Hinter- Wetter. riss ihn fort. Gesicht und Stimmen Weile a n . wie sie fressen. er richtete sich auf Ein kleiner. hört. obwohl er wusste. Sein Heimweh nach dem Sommer schlug in hellen und fährt verlegen mit der Hand nach dem Flammen empor. die in einer seltsamen und schönen Wesen so wenig hervortretend. Dann Wellenschlag. ehe er antwortet. DER S O H N DER Reis. der seine goldenen Trommeln Während fünf aufeinander folgender Regentage rührte. die junge sehen in diese Gesell- Herrlichkeit. S O N N E heisst. brünetter und ganz unansehnlicher und lauschte. der Mensch hat sie in seiner Nähe und Das hat die Kälte gethan! denkt er mit zittern. ein etwas daraus macht. Vielleicht VON VER SACRUM). und viel- Blüten. und sein ganzes Landschaft.und Weinfelder. dies Brausen in Nichts könnte ihn zurückhalten. eine ungewöhn- der Luft durchströmte ihn wie Musik. — — DER E R S T E N SERIE berten Gegend stehen Ich habe diese Ge- VON KUNSTBEILAGEN fand. Und von E N T W U R F ZU EINER bens erblüht ist und sich dem T a g e an kennen P A T R O N E . Unten im Thal weiden . und ihre Augen gleichen sass aufrecht im Bett und wartete auf das milde kleinen. Aussehen verändert hat. ihr Stamm ist gerissen. ein Sieger. bleibt er den ganzen Abend sitzen. eine Schar zwitschernder Vögel. — — im Weltraum brauste es wie von gewaltigem Er arbeitet. und draussen bis zur Sohle. bis der Morgen graut. Märchenthal. feine Rand der Morgensonne aus dem Weltall Die Kälte nahm beständig ab. als wenn eine Hoffnung Über dieser Landschaft taucht gerade der erste in ihm entzündet würde. ihn alle. Hoffnungen im Herzen einher. DER S O N N E . Indigobäume. Tiere. Er ging mit grösseren und grösseren schläft er eine Stunde und beginnt von neuem. Palmen und tropische mag er hier im Nor- Gewächse. ein Bild aus. es fing schliess. als sei er durch ein reines Ver- M E N S C H . ter stellt derselbe Mann der am Morgen des Le. und er stürzte sich noch in derselben er nervös zusammen und starrt den Sprecher eine Nacht über seine Arbeit. Er sitzt dort schweigend auf dem Stuhl und lässt eilte in sein Atelier und zündete alle Lampen an. währen würde. es konnte liche Kraft hielt ihn aufrecht. roten Wintern leben. sein her auf ihn ein und erfüllten ihn. da war eine Benehmen ist so unbeholfen. (UMSCHLAG selber in einer verzau. wo er sich aus warmen Gegenden strömten aus weiter Ferne hinsetzt. und mitten in dem T h a l stand DER Es sieht so aus. von den Dächern zu tropfen. sich mit ihm zu beschäftigen. dass sich niemand Klarheit der Vision vor seinen Augen l a g . die wie Fleisch leicht mag er ein solches aussehen und zu atmen Bild gemalt haben. Er hustet von Zeit zu Zeit. Richtet man ein Wort an ihn. ohne Bart und mit kahler. räusch gegen sein Fenster. den in den furchtbaren zen mit grossen. Dort. grünen Flammen. so zuckt lösten sich. dass der Winter wieder grunde liegt wieder eine Palmenlandschaft. der Frühling sein. es war der R e g e n ! Eine wunderliche M a n n . alle seine gebundenen Kräfte Munde. Es war. Die Vegetation ist schichte von einem M a - ZUR G R Ü N D E R A U S G A B E üppige da sind überall ler erfunden. kalter Stirn. machte er den Entwurf zu dem Bilde DER S O H N Eines Nachts hörte er ein klatschendes Ge. die andern reden. Er steif wie Schwerter. das scheinen. oben auf einem Felsen sitzt der Seele. auf und beleuchtet den Menschen vom Scheitel lich an. die zum schaft bekannter Män- ersten Mal den Blick über ner geraten. Schlingpflan.

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M. A U S G E S T A L T U N G DES GRAUEN SAALES. O.JOSEF HOFFMANN. . IV. AUSSTELLUNG DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS.

In der Vollversammlung vom 22. Von der Zeitschrift „Die Graphischen Künste". sowohl was Reich- . April d. Prag. eine scheinbare Beschränkung auf- Kunst" in Wien herausgiebt. Wien-Maria-Enzersdorf. ENTWURF FÜR WAND- VERKLEIDUNGS- FLIESEN. Maler. EMIL ORLIK. Heft des laufenden XXII. J . Hat sich die Zeitschrift mit deutung der graphischen Künste im Kunstschaffen ihrem neuen Programme. der modernen Kulturnationen. Wien. Derselbe hat seine Lehrthätigkeit bereits begonnen. Maler. so erweist sich diese Aufgabe bei der um- II. Architekten JOSEF H O F F M A N N . A U C H E N T A L L E R . MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS. wurden zu ordentlichen Mitgliedern ernannt die Herren: FERDINAND ANDRI. zum Professor an der k. Kunstgewerbeschule ernannt. der Vereinigung. Der Minister für Kultus und Unterricht hat das O. welches eine Konzen. k. ist soeben das erlegt. Jahrganges zur fassenden und sich unablässig erweiternden Be- Ausgabe gelangt. tration auf das Gebiet der eigentlichen Graphik welche „die Gesellschaft für vervielfältigende vorschreibt. Maler. JOSEF M. M.

Im Anschlüsse an die zu werden. W . G R A S S E T in Wort und Bild vorführte. Beide Essais vollen französischen Universal-Künstler EUGENE sind wiederum durch reichste Illustration belebt. Heft dem Leser den geist. als eine so gewaltige. Olbrich." Für die Redaktion verantwortlich» Architekt Joseph M. über der englischen Graphiker. verfügt und ihren weitverzweigten Beziehungen welche sich in den Namen C L A R K . die die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst sowie der ganzen von ihm ausgehenden Richtung. tum des Stoffes als was räumliche Ausbreitung lichen Kenners englischer Kunst. Wien. dass es nur den eine lebensvolle Charakterisierung des Patriarchen ausserordentlichen technischen Hilfsmitteln. Während das I. Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. A L P H O N S E LEGROS. ihr in befriedigender Weise gerecht und S T R A N G verkörpert. Der Standpunkt dar Zeitschrift erhellt neue Berliner Publikation Liebermannscher Zeich- aus den beiden Nummern des gegenwärtigen Jahr. nungen giebt FOLNESICS ein Bild dieses Haupt- ganges. FLACHENMUSTER „FÖHN. meisters moderner deutscher Realistik. Aetzung und Lichtdruck herangezogen wurden. betrifft. H. H O L R O Y D möglich ist. . die jüngste Nummer aus der Feder des vortreff. SINGER. bringt zu der alle technischen Verfahren: Heliogravüre.

WERK-ZEICHNUNG F Ü R DIE VERBLEIUNG. . „DIE K U N S T " .GLASFENSTER AUS DER HALLE DES AUSSTELLUNGS- GEBÄUDES.

Q F Ü R EIN MÄDCHENZIMMER. WANDDEKOR . .

J Ä H R L I C H 12 HEFTE. = J5 M. ALLE RECHTE VORBEHALTEN. LEIPZIG. VERLAG VON E. S E E M A N N . • . A . II. HEFT 5." IM A B O N N E M E N T 9 FL. J A H R G .

VII. UND K. KÄRNTNERSTR. BAKALOWITS K.ITECZ10&12 P I ELEKTRISCHE BEHUCHTUNGS IP t—r~c~* REKMAHELNTE. WIEN.E. PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC.S PELIKAN F A R B E N GVNTHER W A G N E R KVN5TLPRWA55ERFARBEN f mit MARKE FÜR KÜNSTLERISCHE RRBÖTEH .STYL. I. IL I ioä BKE. TRINK.1 GEBRÜDER m BRÖHHER n .E. SPIEGEL.VIGÜJ KK5chÄTZUNGS" COMMIS^ÄR' J f MACDALENEN5T W I E N . A U S STULUHG vonMQBEIM MODERNEN . . H O F L I E F E R A N T E N SÖHNE WIEN. 16 K R Y S T A L L .L U S T E R .

OLBRICH. seite seite BETRACHTUNGEN ÜBER DIE QUAL. F R A N Z Z W E Y B R Ü C K . VON PAUL ALTHOF . GIOVANNI SEGANTINI. ÜBER K U N S T . VON RAINER GANTINI I M A R I A RILKE 29 G E I S T E R IM L I C H T . . A L F R E D R O L L E R . V O N P A U L A L T H O F 23 LER ÖSTERREICHS 30 R E D A K T I O N DES K Ü N S T L E R I S C H E N T H E I L E S : FRIEDRICH KÖNIG. R E D A K T I O N DES L I T E R A R I S C H E N T H E I L E S : Dr. J. K O L O M A N MOSER. J O S E P H M. 26 K U N S T V O N G I O V A N N I SE. D A V I D 7 N I G U N G BILDENDER K Ü N S T - DER K U S S . DIE H E U E R N T E . VON M I T T H E I L U N G E N DER VEREI- J . INHALT.

. GIOVANNI SEGANTINI. DIE A N K U N F T DES NEUEN W O R T E S .

der Lust lebenden Frauen geissein wollte. werden von den Menschen geschlagen und misshandelt. ihre |Haut. die Mütter und das brave Pferd am Pfluge. malte ich: „Die Frucht der . weiljV sie am meisten gibt. „Der Lebensengel". und dies liegt im all- gemeinen^ im Charakter aller Menschen.iebe". sie gibt den Menschen und den Tieren. um die ganze [Seligkeit der Mutterliebe fühlen zu ^machen. von . Fleisch und Fell gewinnen. Ich malte die Arbeit lund die Ruhe nach der Arbeit. und als ich die I Quelle allen Übels bezeichnen wollte. das mit dem Menschen und für ihn arbeitet. J bei all dem lieben die Menschen gewöhnlich die Tiere mehr als Ihresgleichen. SETZUNG A U S DEM ITALIENI- SCHEN VON C L A R A THEUMANN. aber mehr denn alles lieben sie die Erde.iebesband zwei junger Menschen zu 1 reihen. als ich die ^schlechten Mütter. und vor allem malte ich die braven Tiere mit den Augen voller Sanftmut. malte ich die Eitelkeit. Sie. denen sie Milch. Alis ich den Eltern eines gestorbenen [Kindes den Schmerz lindern wollte. um das* T . tmalte ich das Bild: „Der durch den {Glauben getröstete Schmerz". TEXT- [BETRACHTUNGEN UBER DIE KUNST VON GIOVANNI UMRAHMUNG ISEGANTINI. EINZIG A U T O R I S I E R T E Ü B E R . ihre Kraft. den sie aus den Dingen ziehen. ihre Jungen.V i V O N JOSEF HOFFMANN. und ich male „Die beiden Mütter". die hohlen und un- | fruchtbaren. Bis zum heutigen 0 . ich will. ihr Fleisch.™ Demnach steht die Liebe der Menschen im Verhältnis zu dem Nutzen. dass die Menschen die guten Tiere lieben. jene. malte ich: „Die Liebe an der ^Quelle des Lebens". die dem Menschen alles geben. malte 'ich die Geissein in der Gestalt des Fegefeuers.

Ohnmacht und Neid verlangen. w a s Laster. und! w a s den Geist anbetrifft. lichkeit die Wirksamkeit und Kraft. Das Wohlergehen des Einen schafft der Anderenn . dass diese Schönheit der körperliche Ausdruck der Güte ist. dass jenes 1 Gute im Niveau herabgedrückt und gleichmässig an alle ver- theilt werde. erhabenen Kunst ferne halten. so überlassen wir den Nationalökonomen die Sorge für ihn. w a s zu Herrschaft undd Macht führen kann. Hierin liegt alles Übel und alles Gute ver-. Gesund-. aus der Kunst möge er sich einen Kultus machen. Alles. und Körper nähren könne. so muss er von der Kunst gesunde' und würdige Kost erwarten. Man bewundert und begehrt Schönheit. mit auf-i richtiger Wahrheit die schönen Dinge auszudrücken. schlössen. voraus-. dieser Kultus soll der Ausdruck der schönsten* Geisteskräfte sein und in der Natur.i Übel.] wurzeln. Die Arbeit. text- umrahmung Tage ist der Mensch nur dadurch den anderen Tieren über-1 v o n josef legen. Natur ihm gegebenen Mitteln und ohne Anstrengung Geist. der Mutter alles Lebens. W a s den Körper anbetrifft. in der Verständ-. gesetzt. Vor allem muss das Kunstwerk das Erzeugnis eines! reinen und des Producierens würdigen Wesens sein. Gerechtigkeit. die Liebe. alles. Reichtum. Vielleicht muss es gesagt werden. sein Hassj gegen den Beherrscher. schaft. dass er sie beherrscht hat. heit. dass es nicht so sehr 1 die Gattung als die Beschaffenheit der Kunst ist. sein Wunsch und seine Bestrebungen! nach der Herrschaft. Die . Geist. 1-. die Mutter-. Ge-( meinheit oder auch nur eitle Lust wiedergiebt. der Tod mögen in Beziehung zum Leben stehen und j all dies zur Tröstung und Erhebung des Geistes. suchet in der Einfachheit die Grösse. gleichviel ob diese eine wirkliche oderr!1 geistige ist. daraus erklärt sich die Liebe. den Menschen alles. w a s W e r t ] giebt. möge sich der. er soll in Beziehung mit dem unsichtbaren Leben der Erde und des Weltalls stehen: bemühet Euch. Die Herrschaft ist also für < hoffmann. so dass jeder vollsinnige Mensch mit den von der. Kraft.

Solche Bruderschaften werden. die den TEXT- UMRAHMUNG Beschauer gleichgültig lässt. und in ihnen werden sich Künstler jeden Alters vereint finden. Ge- schwister und Reichtümer verlassen müssen und sich so. sein.Kunst soll neue Sensationen offenbaren. die. sei es einer Gemeinschaft oder eines Einzelnen. die ihrem Be- dürfnisse entsprechen können. und dieser wird ihnen jene Künstler zuweisen. Von der Privatwohnung bis zu den öffentlichen Ge- bäuden und Zusammenkunftsorten. vom Denkmal bis zum einfachen Kapitäl. alle Holzarten zeichnen. sich in allen Gegenden vorfinden. und diese steht wieder im Verhältnis zur Reinheit und Verfeinerung seiner Sinne. der sich von der süssen und guten Leidenschaft der Kunst gequält fühlt. zum Eisen. die Kunst. Kraft. werden sich an den Meister Superior der Bruderschaft wenden müssen. derjenige. mit welcher es während der Conception vom Künstler empfunden wurde. Der Oberste der Bruderschaft wird am selben Tische essen © . Diese werden nun zeichnen und ausführen lassen oder je nach Notwendigkeit auch selbst ausführen. um ihr Leben dem Kultus der Schönheit und aller Geisteskräfte zu weihen. modellieren. Der Auserwählte. aber ich habe nicht gesagt. und die den Neu- ling aufnehmen werden. dass sie seinem Ideale von Kunst entsprechen. werden sie alle Metalle. Für ihre Arbeit werden die Menschen. dass die Kunst ein Kultus sein soll. vom Glas bis. wird Eltern. von der figuralen Freske bis zur einfachen decorativenj Leiste. die des Werkes der Künstler bedürfen. gravieren. wie er. hat kein Recht zu existieren. vom Mobiliar bis zum Löffel. Familie und Reichtümer verlassen haben. V O N JOSEF Die Suggestivität eines Kunstwerkes steht im Verhältnis zur HOFFMANN. von denen er glaubt. allen wirklichen Besitzes bar. Hier werden alle Künste vertreten. der Bruderschaft das Nötige zu Nahrung und Kleidung geben. und all jene. bei jener Bruderschaft von Künstlern einstellen. wie dies geschehen kann. Ich sagte.

Die materielle Arbeit bringt nur das hervor. die durch die Hände des Künstlers geht. Mit der Zeit wird sich ein heiliger V O N JOSEF Wetteifer entwickeln. Fähigkeiten und Eigenschaften. *) Siehe „ W a s ist Kunst?" von Leo Tolstoi. von HOFFMANN.mitteilt und so dem Kunstwerke einen menschlich-geistigen Überwert giebt. Wenn Ihr vor! einem Bauernhäuschen vorübergeht und die Fenster voll liebe voll gehaltener Blumen seht. und welches ihre eigentliche Bedeutung ist. ! Ii . Ich liebe die Güte. Brutale. Verlag von Hugo Steinitz. die Schönheit. 1898. der Kunst das beste Teil zu erhalten. der von der Erregung des Künstlers im Momente der Conception stammt. Dies wird das sicherste Mittel sein. Doch die menschliche Überlegenheit beginnt da. die die Men- schen in Gemeinschaft mit anderen Tieren besitzen. wird durch diesen ein Ausdruck ver- liehen. und die Menschen. wo die bloss manuelle Arbeit und körperliche Thätigkeit enden und die Liebe. werden keine schlechten. das Innere jenes Häuschens wird gut und rein gehalten sein. Er thut auch. w a s die Schön- heit ist. w a s man unter Schönheit meint. sondern die einzige Thätigkeit. die mit Geist vollführte Arbeit beginnen. dann seid nur dessen sicher. Die Kunst ist nicht nur die Thätigkeit. Der Arbeit. TEXT- UMRAHMUNG wie der letzte Schuler. das Gezierte und das Banale endigen. welche die Schönheit hervorbringt. und dies ihm besser als irgend eine Definition sagen würde. Hier beginnt das Künstlerische mit seinen Wohlthaten. die den Reichtum im wahren Sinne des Wortes hervorbringt. aber das Künstlerische beginnt dort. die es bewohnen. die Kraft und die Arbeit. während er nur eine Blume zu beobachten hätte. Leo Tolstoi*) thut. w a s der Mensch verzehrt. wo das. Berlin. als ob er nicht verstände. um verzehrt zu werden. und w a s gerade dazu ge- schaffen ist. als ob er nicht verstände. die Gesundheit. die sich jedem Beschauer. wo das Künst- lerische beginnt. Menschen sein.

GEISTER IM LICHT. GIOVANNI SEGANTINI. Der Zug fuhr langsam durch die Ebene von Campanien. Neapel mit all seinem Lärmen. Sie verhüllten sein Haupt. Wie ein schwüles und feuchtes Athmen zog er vom Meer zu Land. darin die schwarzen Schifferboote träumten und die lassen Segel schlugen manchmal klatschend gegen den Mast. vorüber am stillen und geschlossenen Hafen von Portici. A M T A G E DES HEILIGEN SEBASTIAN. Es war ein sehr grauer T a g und die Wolken hingen blau und gleichmässig bedrückend über dem Land. das die innere Stimme überschreit und jeden bösen und wilden Instinkt wach-brüllt mit seinem gewaltsamen und zornigen Rufen nach jeder schlimmen Lust. Hinter ihnen Beiden lag. aus dessen furchtbarem 0 . Wie einen Mantel aus schwerem Sammet hatte sie sich der Vesuv um die breiten Schultern geschlagen. Denn es war ein grosses und ängstliches Schweigen. Nur manchmal zog der Wind.

HEIMKEHR Z U M SCHAFSTALL. Kein Dünensand hat diese Weichheit und Feinheit. dachte sie sich. als ob sie träume und starrte dem Zuge nach. Es ging sich so e i g e n t ü m l i c h weich auf dieser Strasse. © . der pustend und eine träge und müh- selig zerfliessende Rauchwolke hinter sich seinen W e g fortsetzte. musste sie sich denken. Es ist ja auch Asche. 3fe. Bleigrau und überglänzt von silbernen Schüppchen umfing es das Land. Sie verliessen den Zug und die junge Frau sah um sich. Station Pompeji. Alsdann wendeten sie sich der toten Stadt zu. Als müsste es einem durch die Schuhe dringen bis zur blossen Haut und sich dort wollüstig anschmiegen. Das Meer war in träger und seufzender Bewegung. • T GIOVANNI SEGANTINI. wenn er 'in seinem Drachenzorn aufloderte. und das blosse Wort durchschauerte sie mit Aschermittwochsvorstellungen aus ihren Kinder- jahren. Als ginge man auf Mehl. fei Rachen die Flammen steigen wie aus Dietrichs von Bern Munde.

Ihnen zu Seiten erhüben sich massig: begrünte Hügel. Es war. ein Ungeheuer. Sie waren in den geisternden Gängen mit ihrem heimlichen Lichte umgewandert und hatten sich nie und nirgend völlig vom T a g und vom Leben geschieden gefühlt. als sie so das Leben in den Tod grüssen sah. als fasse auf diesem graubraunen Grunde das Leben nur widerwillig Wurzeln. das Leben. Hier aber ward ihr mit jedem Schritt ängstiger. Ihr fiel etwas bei. die sie etwa erfassen gewollt. als laure hinter diesen weich geformten Bodenwellen ein Schreckniss. deren Eingang rankend und mit blassblauen Blüthen ein fröhlicher Bohnenstrauch umschlingt. Als wäre Sonnengold zu Bällen geformt worden. . so sah das aus und jede Beklemmung. das sie in den Katakomben von Neapel gesehen. schwand. das sich sonst hier allenthalben so freudig durchsetzt und nirgends weichen will. GIOVANNI SEGANTINI. A m Ende des längsten Ganges aber fiel durch ein vergittert und vom Laub umwunden Fenster die volle Sonne ein und ein Orangenbaum mit reifen- den Früchten stand davor. DIE FASCHINEN.

AUSZUG DER HEERDE. schnatterndes. neugieriges. leichtbewegliches Volk. wie er jeden Regentropfen gierig in sich reisst. Ein Einschnitt. der sie in sich zog. bemessen für Hunderte mal hundert? . Er verstand sie und hinter dem Schwärm hielten sie sich. Evjti&iw- GIOVANNI SEGANTINI. Es waren wohl einige Hundert mit ihnen aus Neapel gekommen. umwuchert von Schling- pflanzen. Ein enges. W a s sind auch einige Hundert in einem Raum. Ein rauhes Pflaster aus vieleckigen und braunen Lavablöcken. Alle mit dem Bädeker oder sonst einem Reisebuch. versinkend in diesem durstigen Sand." flüsterte sie leise. von Säulen getragenes Thor zu Beginn der sehr steilen Strasse. Wo waren sie? Sammt den Custoden waren sie verschwunden. Endlich — die tote Stadt. „Bleiben wir zurück.

DIE M U T T E R . . GIOVANNI SEGANTINI.

Der Hauch einer Vergänglichkeit. In ohn- mächtigem Zorn. Sie erweitern sich manchmal zu weiten Plätzen. reissend an ihren Ketten. Graue Mauern formen sich in lücken. vor der nichts Ewiges gilt noch besteht. weit wohl nur in dieser Enge.und fensterloser Reihe zu langen und drohenden Fronten. wehte mit schlaffem Fittig hindurch und er rührte gewaltig und dennoch leise an das Herz der jungen Frau. Männer in vollster Kraft und schon durch ihren Beruf gewöhnt. "Wieder ein Theater. waren sie eines jammervollen Endes gestorben. Riesen. wies ihr Mann. Da ragen Säulenstümpfe oder ganze Säulen in die Luft. immer noch sein . Ein Theater. geübt im Waffenwerk. Auf eine Stelle. GIOVANNI SEGANTINI. So hat das Leben für Jeden. Schmale Strassen brechen hindurch. Noch ein Forum kleiner als das Erste. und wenn er sich gegen alle Furchtbarkeiten gestählt. die zu lösen man vergessen. das selbst ihnen furchtbar erscheinen musste. in dem dieses Volk der toten Stadt zu seinen längst gestorbenen Göttern flehte. mit dem Tod Spiel zu treiben. sie formen den Umriss eines Tempels. Dort hatte die Gladiatoren das Verhängniss ereilt. während sie so durch das Trümmerwerk schlen- derten. waren hier einem Geschick erlegen. DER E R T R A G DES H I R T E N .

In ihre hellen Augen kam ein eigentümliches Schwimmen. . i Besonderes Schreckniss. dass sie sich müde auf seinen Arm stützte. Einmal fuhr er ihr scherzhaft glättend darüber. Läden. Denn sie war eine sonst rüstige Geherin und den Anstrengungen einer weiteren Wanderung gewachsen. das selbst ihm den raschen Umlauf des Blutes stocken l ä s s t . als die ihr diesen Morgen zugemuthet wurde. Sie sind ausgeräumt. Sie zuckte zusammen in der Berührung und ihr Mund verzog sich weinerlich. dem nun leibhaftig entgegen- tritt. ohne Aufregung. Aber noch merkt man. ohne sich darum zu kümmern. Sie horchte ihm mit halbem Ohr. dass sich ihre Stirne wie in Kopfschmerzen furchte. weg zu erklären. GIOVANNI SEGANTINI. wovon er in Büchern lange gelesen. Aber Frauen sind nun einmal Stimmungsgeschöpfe und er fühlte sich verpflichtet. PFERDE A M BRUNNEN. mit welchem Geschmak sie einmal ausgeziert gewesen sind. ihre Stimmung wegzuscherzen. und sie trug einen ehrlichen Wissensdurst und eine starke Empfänglichkeit für Alles in sich. während er so dozirte. viel- mehr mit einer gewissen Freude des Gelehrten. . Noch leuchtet die Malerei . Nur fiel es ihm auf. Häuser.

Denn ihre Seele krümmte sich in sich zusammen. Markt- hallen. Schenken. innigen Gebärde. die einmal voll von Herrlich- keit gewesen sein muss. die sich dort frech. noch schimmert das Mosaik der Fussböden. zu traumhaft für die Wirklichkeit. W a s sie sah. GIOVANNI SEGANTINI. Buden. i in kaum verblassten Farben und jedes Stückchen Farbigkeit thut Einem wohl in dieser grauen Welt von Trümmern. © . mit einer scheuen. ohne eigentlich ein Wort davon zu verstehen. als stünden sie bereit. bänglich bedrückt vom Unbegreiflichen. die Gäste zu empfangen. Denkzeichen einer übermüthigen Lebensfreudigkeit. MEINE MODELLE. Sie horchte seinen Erläuterungen. das war zu wirklich für einen Traum. ja schamlos gebärdete. Immer wieder griff sie an die Mauern.

LEERE W I E G E . .GIOVANNI SEGANTINI.

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vs&H GIOVANNI SEGANTINI SCHAFSCHUR. . 1 pir.

ihre Kniee. . Alles wie j Sie schwieg. die Augen verloren ins "Weite. erstaunten und verständnisslosen Blick wie sich dieser Prozess immer noch fort- nach ihr entsendet. in dies Gewirr grauer Mauern. Als hätte der Boden einsam zu fühlen." hauchte sie. Sie denn anderthalb Jahrtausenden ergötzte. und griff nach dem Ziergewächse. antike Kultur in jene Tiefen versenken So verstummten Beide und in die Stille sollte. gleichförmig. froh mit jedem Restchen. • 'ü . Ein körperlicher Schwindel Ein schmuckes. verbergend. mit einer furchtbaren Langsamkeit. Das Land war begrünt." Schafherden weideten darauf und machten „Was denn?" Er neigte sich zu ihr. die über ihren Häuptern Sie traten in's Freie. Auf die kam. die vor. der so gelassen weiter melancholisches Geklingel. sichtig mit Schippe und Spaten hantirten. sie erhob sich piit einer schwe. beguckten. so hinunter blickte. Er sah sie verwundert an. Nur ein leises Zucken an jenem T a g e . das bald die gesammte an ihr gewahrt. wieder den Erfindung. Alles wie gestern. . sei sie daran. das Leben vernichtend und zu- ren Mühseligkeit und kam ihm mit müden gleich seine Denkmale vor dem Untergang Schritten nach. da sie wieder begann sie: „Es ist schrecklich. liess sich nieder und schlang die Arme um Das wirkte auf sie gespenstig wie nichts. © «Iii . Sie setzte sich zu Füssen nicht eine Zeile der Strassen verrückt ward. Gatte. Eine Menschen sah. Sie sah die Küche sammt dem über das die Säulen stiegen. in den Beeten die gleichen Pflanzen wachsen zu lassen. Augen der Neugierigen entziehen. Alle l das man ihr so spät entrissen. beschirmend. welche jene Zeit vermochte. Und die Wärter haben ihr sehr blasses Gesicht. langsam und gleichmässig und durch jede die Hand mit dem Hut im Schooss. Und plötzlich. als sähe buch gemacht und nur manchmal einen sie unmerklich und dennoch ganz bestimmt. den er noch niemals lichen Unwetters. Stern. • ': %• . so dass er ihr den "Willen. der eben für die Mahlzeit beschickt „Was siehst Du?" worden war. Die junge Frau athmete beklommen. Sie schüttelte den Kopf. unverwandt starrte sie in die als dränge aus Urmoder ein Blühen an tote Stadt.und ein furchtsamer Zorn erhob sich in ihr mit ihren Schellen ein einförmiges und gegen den Mann. Pein ist . Alles ausfüllend und überlief sie. kleines Gärtchen. Rund. als wolle die Erde ihr Geheimniss. auf der sie gestanden. die es war zum Zierrath aufgewendet worden. sie an sich. liebte: Epheu in Ringelformen. die der Besitzer zu ziehen Arm ihres Mannes. Sie aber sah ihn mit einem fast brochen war. Es Fuge nachgesickert. Herd. und einem Grollen aus den Tiefen der „Willst Du nicht sprechen?" Er zog Erde das furchtbare Unheil hereinge. setzte. der toten und versunkenen Stadt zu flat- panische Ebene hinaus führte sie der terte mit schwerem Fittig. und duckte sich in sich. Vorüber an Arbeitern. Sie kamen ins Haus der Bettier. feindseligen Blick an. der Schafe oder das Flügelschwirren einer das wir in's Licht bringen können. Ihr Haupt schmiegte und die Asche. Doch liess P A U L ROLLER. einsamen Krähe. in denen wir immer noch nach ihr hinein klang fern und näher das Geklingel spähen müssen. da unter Blitzesflammen der feinen Schultern. überfiel sie dabei. sich den Scherz gemacht. einer ragenden Säule. Rosen. so ward ihr. Und wie die junge Frau gerechnet. wie in einem Schrei Ihr Auge leuchtete auf. ein Vorbild jenes schreck. Trotzig und an denen sich der reiche Bettius vor mehr hilflos kniff sie die Lippen zusammen. Unter ihnen dozirte. auf dem man sie einmal er- „Lass mich allein. und sie begann sich grenzenlos lag die tote Stadt. VON baut und sie sei gesunken. Eintragungen in sein Notiz. der inzwischen gemessen. den T a g . „Was ist Dir?" Er sah besorgt in blumen. BUCHSCHMUCK nachgegeben. Sie that einen kleinen um sind die Bilder der Blumen und der Schrei und taumelte.

so muss aus darüber geworfen hat? Und sie sind in ihren meiner Wohnung Alles fort. Ich empfinde „Es ist. Sie gewahrte ihn nicht. wie wir uns dafür halten. „Und wie einmal. wir begehren?" Und sie deuteten mit den Händen und ihr Mund „Du musst nicht so grübeln. was „Und ich sah das Forum voll von Menschen. wie das das in ihr gehaust. die hier verschüttet worden geschlungen in weiten Ringen. für ewig. Als müssten die Einsamkeit. Und ich mag so etwas nicht Feuer auf dem Herd. hatte etwas Ueberlegenes. Und es ist wie eine Muschel. sag' ich. wenn nicht das. fröstelnd. so hebt sie den klugen Schlangen- einer Flackersäule. wenn Du willst. Du windet ihn. Liebchen/' wollte er trösten. BUCHSCHMUCK V O N RUDOLF NISSL. sich noch einmal aus dem Boden heben in in ihren Bann. Sie hat sich um die tote Stadt die Leidenschaften. was wir haben von rothen Sünden dahin gegangen und sie meinten derlei Sachen. Belehrendes." wirst Dich so aufregen. Und kommt wer sind. Noch denn? Oder können alle die Gluthen weggefegt schimmert das Gehäuse." Sein Ton war offen. hat sich doch auch eingerichtet gehabt. ." ist denn an uns unsterblich. sein? Wirklich ausgelöscht für immer. Der ihm gewöhnt war. Nur das Thier ist tot. W a s „Es soll auch. ich empfinde. ich hätte Dich niemals „Beruhige Dich. Nun empörte es sie. Wie für sich fuhr sie fort: „Ich grüble nicht. Es muss. kalt. Aber kein Laut war da zu hören. wenn man erst einmal Asche mehr sehen und kommen wir heim. Herz." „Und die Springbrunnen springen noch. tötlich. höher als die Flammen des kopf und zischt ihn an mit einem leisen und schreck- Vesuv in jenen Unglücksnächten gestiegen sind." lichen Zischen. hierher gebracht." sich unsterblich. dass man erschrickt und sie um- „Um Gottes Willen! Hätte ich geahnt. das sie an Und ich bin im Hause des Bettius gestanden. als dampfe es um mich. wie Seltsam sah sie ihm in die Augen.

. als ginge Endchen Weges zur Bahn. Geister die in ihm lodern und grau und fahl und gespen- im Licht. Wie ein Zorniges und sie können es nicht und sie dürsten purpurner Streif schwebte sie in Lüften. Wo sie am meisten verstören. Dann erhob sie sich. J. ." flammten die Hänge des Berges. umklammerte sie ihn ganz aus sich in einer hef- scheuchen aus seinem Haus. DAVID. Die Rauchwolke des Vesuv stieg in's Blaue seus und sie möchten reden mit ihm. viel schlimmer wie damals. den. Sie wehrte. Purpurn nach Blut — nach meinem Blut. Sie verstummte wieder. unsicher der Wallungen in ihr. © . da neigte sie den Kopf zur Seite. . wo küssen wollte. W a s sind wir sicherer. versuchte er zu scherzen. " heimen Widerschein jener unauslöschlichen Gluthen. Gutes und und entzündete sich an der Abendsonne. Ganz hell war es gewor- Du. als sie einmal gewesen sind? mit zornigen Stössen und schnaubend über die Und was für ein Recht haben wir." Gewand. „Ja. . . und er kann nur nicht reden und mir ist zu Nur da er sie. Und plötzlich krausen Haar. . er sie an sich ziehen. tigen und lebenshungrigen Leidenschaft. . wo sich die Schatten drängen um den Odys. BUCHSCHMUCK V O N R U D O L F NISSL. zerrte an ihrem Gewand und riss ihr in's „Wir haben doch keinen Vulkan in Wien. . Muthe gewesen. als in einem ge- „Kind — Du siehst Geister . Er fegte J . Noch einmal wollte der Hausherr neben uns. die sich haftig nicht für uns und unsere Neugierde gebaut der Gegenwart des Anderen versichern möchte. Und er wollte uns immer fort. Sie ging kämpfend neben dem Mann das kurze „Meinst? Und mir ist immer gewesen. Du mir aus dem Homer vorgelesen hast. hat. kurzem. es zu sein?" Ebene. mit tiefen Augen. das er doch wahr." sterhaft stand der Aschenkegel über dem Glühen ober und unter ihm. Der Wind schwoll mächtiger. weisst Es ging zu Abend.

An's Fenster schlagen wilde Blütenranken. zage! Die Küsse. lass uns wieder Kinder sein zusammen. — Gieb mir den Morgenglanz der ersten T a g e ! P A U L ALTHOF. QUAL G iet mir den Morgenglanz der ersten T a g e . Gieb mir das Glück. Wir wollen träumen. TEXT- UMRAHMUNG VON R U D O L F NISSL. süsse. wie einst: Nimm meine Hände. Gieb mir den Wiesenduft. Und lächle. dass es sei. das Maiengrün. dass du heimlich weinst. meine blassen. Lass mich nicht ahnen. — X o m m . die wie Purpurkelche glüh'n Verbrannten mir das Herz mit hohen Flammen. kranken. das junge. wenn ich um Verlor'nes klage. .

%• n lh. — dann wacht er wieder auf und geht Steine schreitet. der in ihr keine Ursache hat und dessen Erscheinen sich in breiteren ihn. Aber Jahrhunderte später. Er stirbt wie ein verlassener Feldherr oder wie ein voreiliger Frühlingstag. . der über Furcht und Ehrfurcht wie über wo grünt. ÜBER KUNST. und seine Zeit weiss nicht. @ ffiü . Er bringt fremde Gebräuche Erde nicht begreift. wie sie ihn Enkel. und in diesem Zögern versäumt sie D frühgekommenen. mit und fordert R a u m für unbescheidene Geberden. Rücksichtslos redet Zukünftiges näher und als Zeitgenosse durch den Geist seiner durch ihn. Er geht an ihrer Unentschlossenheit zu Grunde. Da wacht immer wieder Einer in der Menge auf. HEILIGE MALEREI. werthen soll. GIOVANNI SEGANTINI. ie Geschichte ist das Verzeichniss der Zu. wenn man seine Standbilder schon nicht mehr So wächst eine Gewaltsamkeit aus ihm und ein bekränzt und sein Grab vergessen ist und irgend- "Wille. dessen Drängen die träge Gesetzen begründet.

So haben wir schon Viele wiedererlebt; Fürsten zu Gaste laden; denn sie sind selber nicht zu Hause
und Philosophen, Kanzler und Könige, Mütter und und sind Wartende und einsame Künftige und un-
Märtyrer, denen ihre Zeit W a h n und Widerstand geduldige Einsame. Und ihr geflügeltes Herz stösst
war, leben leiser neben uns und reichen uns lächelnd überall an die Mauern der Zeit. Und wenn sie
ihre alten Gedanken, die nun keinem mehr laut gleich Weise sind, die ihre Zelle lieb gewinnen
und lästerlich sind. Sie gehen neben uns zu Ende, und das Stückchen Himmel, das in ihrem Fenster-
beschliessen müde ihre Unsterblichkeit, setzen uns gitter wie im Netz gefangen liegt, und die eine
zu Erben ihres Ewigen ein und haben den täglichen Schwalbe, die ihr Nest, Vertrauens voll, über ihre
Tod. Dann haben ihre Denkmäler keine Seele Traurigkeit gehängt hat, — so sind sie doch
mehr, ihre Historie ist überflüssig geworden, weil auch Sehnsüchtige, die nicht immer bei gefalteten
wir ihr Wesen wie ein eigenes Erlebniss besitzen. Tüchern und gehäuften Truhen warten wollen.
So sind die Vergangenheiten wie Gerüste, die zu- Oft drängt es sie, die Gewebe auszubreiten, dass
sammenbrechen vor dem fertigen Bau; aber wir die unterbrochenen Bilder und Farben, die der
wissen, dass jede Vollendung wieder Gerüst wird Weber ersann, Sinn erhielten vor ihren Blicken
und dass von hundert Stürzen verhüllt, das letzte und Zusammenhang, und sie wollen Gefässe und
Gebäude ersteht, das Thurm und Tempel sein Gold, das ihnen die Laden füllt, aus dem dunklen
wird und Haus und Heimath. Besitzen heben in den klaren Gebrauch.
Einst, wenn dieses Monument sich bekrönt, Aber sie sind Zufrühgekommene. Und was
wird die Reihe an die Künstler kommen — Zeit- sich ihnen nicht löst im Leben, das wird ihr Werk.
genossen jener Vollender zu sein. Denn sie sind Und sie stellen es brüderlich neben die dauernden
als die Allerzukünftigsten durch die T a g e gegangen, Dinge, und die Trauer des Nichterlebten ist die
und wir haben noch nicht den Geringsten von geheimnissvolle Schönheit über ihm. Und diese
ihnen wie einen Bruder erkannt. Sie kommen Schönheit weiht ihnen Söhne und Erben. Und so
uns vielleicht mit ihrer Gesinnung nah, sie rühren hält sich, am Schaffen entlang, ein Geschlecht
uns mit irgend einem Werke an, sie neigen sich Nochnichtlebender und harrt seiner Zeit.
uns, und wir begreifen einen Blitz lang ihr Bild; Und der Künstler ist immer noch dieser: ein
— allein wir können sie im Heut nicht leben und Tänzer, dessen Bewegung sich bricht an dem Zwang
nicht sterben denken. Und eher werden uns die seiner Zelle. W a s in seinen Schritten und dem
Hände mächtig, Berge und Bäume zu heben, als beschränkten Schwung seiner Arme nicht R a u m
einem von diesen Todten die Augen zu schliessen, hat, kommt in der Ermattung von seinen Lippen,
die schauenden. oder er muss die noch ungelebten Linien seines
Und selbst die Schaffenden unserer Zeit können Leibes mit wunden Fingern in die Wände ritzen.
jene Grossen, deren Heimath erst sein wird, nicht

BUCHSCHMUCK
VON RAINER
JOSEF HOFFMANN. MARIA
RILKE.

VER SACRUM.

N A C H EINEM A Q U A R E L L V O N A D O L F BÖHM.

GUSTAV KLIMT.

D A M E IM M O R G E N G E W A N D E .

TEXT-
UMRAHMUNG
VON KOLOMAN
MOSER.

DER KUSS.

Es war der Tod, der sacht mein Herz beschlich.
Ich kämpfte schwer mit seinem Schlummersange,
In stummer Angst umklammert hielt ich dich,
Und deine Lippen küsst' ich heiss und lange.

Und nie vergess' ich jenes Kusses Qual . . .
Aus deinen Armen fühlt' ich mich gerissen,
Hinabgezogen in das schwarze Thal,
Wo sie von Liebessehnsucht nicht mehr wissen.

Und nie vergess' ich jenes Kusses Macht . . .
Es war der wilde Frühling uns'rer Seelen,
Die reife Süsse einer Liebesnacht,
Die noch den Tod beschwor, uns zu vermählen.

PAUL
ALTHOF.

CARL MOLL. STUDIE.

GUSTAV KLIMT.
STUDIE.

MITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER
KÜNSTLER ÖSTERREICHS.
AUSZUG A U S DEM P R O T O K O L L DER G E N E R A L V E R S A M M L U N G V O M t3. M A I 1899.
Vorsitzender der Präsident Maler Gus- zinsliche Darlehen zurückzuzahlen und
tav Klimt. Anwesend 23 Mitglieder. ausserdem einen für weitere Unterneh-
BUCHSCHMUCK Der Vorsitzende constacirt die Be- mungen unbedingt erforderlichen Betriebs-
V O N JOSEF schlussfälligkeit der Generalversammlung fond von 20000 fl. festzulegen. Die Aus-
M. OLBRICH. und er öffnet dieselbe mit einer Begrüs- führungen des Cassiers werden mit Bei-
sung der erschienenen Mitglieder, ins- fall aufgenommen.
besondere der auswärtigen Collegen, Demnach beschliesst die Generalver-
Director Falat aus Krakau und Professor sammlung, dass nachstehende Resolution
Hynais aus Prag. Er gedenkt des Ver- des Ausschusses, vorbehaltlich der Ge-
lustes, welchen im abgelaufenen Jahre nehmigung durch die k. k . Statthalterei,
die österr.-ungar. Monarchie durch den den Statuten einverleibt werde:
Tod Ihrer Majestät der Kaiserin erlitten. „In Gemässheit des, bei Begründung
Sodann tritt die Versammlung in die Tagesord- der Vereinigung aufgestellten Programmes, be-
nung ein. schliesst der Ausschuss, dass vom Reingewinn
Die Maler Paul Renouard, Jean Charles Cazin des II. Geschäftsjahres der Betrag von 20000 fl.
und Theo van Rysselberghe werden zu correspon- als Betriebsfond festgelegt wird, welcher ledig-
direnden Mitgliedern ernannt. Maler Paul Helleu, lich für Ausstellungszwecke im Hause verwendet
Paris, bisher correspondirendes Mitglied, wird aus werden darf und bei jeweiligem Rechnungsab-
der Vereinigung ausgeschlossen. schlüsse — eventuell durch Heranziehung des Re-
Der vom Ausschuss genehmigte I. Jahresbericht, servefonds — wieder vervollständigt werden muss."
welcher die Zeit von der Gründung der Vereini- Bei den nun folgenden Neuwahlen für das
gung bis zur Abwickelung ihrer ersten grossen nächste Geschäftsjahr werden Maler Josef Engel-
Unternehmung umfasst, liegt der Versammlung vor. hart zum Präsidenten und die Herren Maler Bacher,
Aus demselben berichtet der Cassier Maler Bacher, Bernatzik, Moser, Baron Myrbach, N o w a k , sowie
dass der Rechnungsabschluss des ersten Geschäfts- Architekt Olbrich in den Ausschuss gewählt.
jahres per 30. September 1898 einen GewLin Sämmtliche Herren nehmen die W a h l an.
von fl. 3858.37 ergiebt, dass also die mit den Baron Myrbach gedenkt in herzlichen Worten
grossen Spesen von rund 40000 fl. veranstaltete der Leistung der bisherigen Leitung, welcher der
I. Ausstellung in den Räumen der k . k. Garten- nach jeder Richtung — moralischer wie materieller
baugesellschaft nicht nur kein Deficit, sondern einen — ungeahnte Erfolg zu danken ist.
kleinen Ueberschuss erzielt hat. Schliesslich wird noch der Antrag des Aus-
Ueber die seit October 1898 veranstalteten Aus- schusses, die auf der gegenwärtigen Ausstellung
stellungen im eigenen Hause kann ein Rechnungs- der Vereinigung befindliche Büste „Rochefort" von
abschluss nicht vorgelegt werden, da die General- Rodin anzukaufen und für die dereinstige moderne
versammlung mitten in eine Ausstellungsperiode Galerie in Wien zu stiften, von der Versammlung
fällt, die Abrechnungen also noch nicht beendet angenommen.
sind. Doch ist eine Rohbilanz per 30. April J899 Da hiermit die Tagesordnung erschöpft ist,
aufgestellt, welche folgendes erfreuliche Resultat schliesst der Vorsitzende die Versammlung mit dem
darlegt. Die Vereinigung ist schon jetzt in der Ausdruck des Dankes für das ihm und dem Aus-
Lage, das bei ihrer Begründung aufgenommene ver- schuss geschenkte Vertrauen.
Wien, den 16. Mai 1899.
FRANZ HANCKE, JOSEF E N G E L H A R T ,
Secretär. Präsident.

Für die Redaktion verantwortlich: E. A . Seemann, Leipzig.
Druck von Ernst Hedrich Nachf., Leipzig.

RUDOLF VON A L T .
PALERMO.

.o t t o friedrich.

VORBEHALTEN. ZEITSCHRIFT DER VEREINIGUN BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS J Ä H R L I C H \2 HEFTE. . H E F T 6. A . S E E M A N N . LEIPZIG. = 15 M . IM A B O N N E M E N T 9 FL. V E R L A G V O N E.

W A 5 5 E R F A R B E N W I e MARKE FÜR KUN5TIERI5CHE ARBEITEN . TRINK. I. KÄRNTNERSTRASSE 16 K R Y S T A L L . PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC.L U S T E R . BAKALOWITS SÖHNE WIEN. H O F L I E F E R A N T E N E. SPIEGEL. P E Ü K A N F A R B E N G V N T H E R W A G N E R K V N 5 T L ! r R . K. UND K.

seite IM INNERN. A L F R E D R O L L E R . JOHANN V. R E D A K T I O N DES L I T E R A R I S C H E N T H E I L E S : Dr. MÄDCHEN A U S TAORMINA. CD . R E D A K T I O N DES K Ü N S T L E R I S C H E N T H E I L E S : FRIEDRICH K Ö N I G . O L B R I C H . VON MAURICE MAETERLINCK 3 W A S F A N G E N W I R M I T DEN A N D E R N A N ? V O N WILHELM S C H Ä F E R 13 CONRAD FERDINAND MEYER f . EINE K Ü N S T L E R . F R A N Z Z W E Y B R Ü C K . ZEICHNUNGEN V O N R U D O L F J E T T M A R . KRÄMER. >4 [ffi. INHALT. K O L O M A N M O S E R . V O N P A U L WERTHEIMER 19 L I K A . V O N P A U L SCHEERBART 21 M I T T H E I L U N G E N DER V E R E I N I G U N G BILDEN- DER K Ü N S T L E R Ö S T E R R E I C H S 3"> BILDER U N D S T U D I E N V O N J O H A N N V . K R Ä M E R . J O S E P H M.O D Y S S E E .

JOHANN V. = . = ARABISCHER DEPESCHENTRÄGER. KRÄMER.

zu nahe an's Fenster. sie DER A L T E : Es ist besser. ich gehe nicht alleine. hineingehen. Das kann einem auf's Knie gestützt . von ihnen es vor den Anderen erführe . . DER FREMDE: Warum soll ich überhaupt der nach hinten heraus liegt. Die Mutter auch. dass sie Ein Unglück. . als wir hergingen . alles . . Ich werde zuerst hinein gehen. . . Die zwei Schwestern der Todten sind auch im DER A L T E : Da seht Ihr. die Mutter und die Mäd. J a . die bei der Lampe aufsitzt. nie mehr lieben wird . habe Licht gesehen . PERSONEN: DER A L T E : Aber wer? Wir müssen sehr IM GARTEN: Der Alte. Sonderbares an sich zu komme öfter des Abends zu ihnen. Zwei junge Mädchen in auf die andre Seite des Gartens gehen. sind zu jung . men und Früchte zu bringen und ein paar Stünd- Der Alte und der Fremde treten behutsam in den Garten. mich zu sehen. dem Schweigen nach den letzten Worten. Der möchte ihr Schmerz den Euren' übertreffen wollen Vater sitzt nahe am Ofen. . Nein. sage ich zum Beispiel nach langen DER FREMDE: Sie blickt her. . . der Vater ist da. sie weiss nicht. Ich habe nie ein glück- IM INNERN: Der Vater. . Ich bin nur ein Wanderer. Sie wissen dann alles nach machen? den ersten Worten und ich habe nachher nichts DER A L T E : Ich möchte erst einmal sehen. DER A L T E . Langsames. . licheres Haus gesehen . und ich ein Fremder . . IM I N N E R N . . chen wären vielleicht heraus gekommen — und Ich dachte daran. . Wenn eines der Familien-Mitglieder geschehen wäre. mehr zu sagen . . . wie möglich. vorsichtig sein . . gesehen . Zimmer. Sie kann waren gefaltet . Im Hintergrunde ein Haus. sonst wahrt im Innern eine Familie. das man nicht allein bringt. . Aber geht nicht näher heran . Dies ist der Theil des Gartens. und das Kleine ist eingeschlafen. . DER FREMDE: Könnte man nicht die Auf- (AUS DEN T R O I S P E T I T S D R A M E S POUR merksamkeit des Vaters auf sich lenken und ihm MARIONNETTES. ich werde warten. . Wenn wir aber zusammen den Tisch. Wir wollen weissen Kleidern sticken. . . ihre Arme hingen schlaff am Körper herunter. . . Die Wanduhr in der Ecke zeigt (INTERIEUR) neun Uhr . Schritte und Ge. . nein. . dass ich an das Autorisirte Uebersetzung von FRIEDRICH V O N Fenster klopfe? Es wäre doch gut. Die Thören gehen nach der andern Seite. . Sie ahnen nichts und sprechen nicht. so schlimm und macht nicht solchen Eindruck . Marie 1 die Grosstöchter lich . muss ich vom ersten DER FREMDE: J a . Sie sticken langsam. Die Mutter lehnt sich auf das Herz brechen . und die Schwestern Martha/ des Alten. Man muss es ihnen so unauffällig bei- bringen. Man ge- Ereigniss.B R O N I K O W S K I . VON MAURICE M A E T E R L I N C K . . wir sind im Schatten der DER FREMDE: Ihre Hände waren nicht ge- grossen Bäume. J a . chen mit ihnen zu verplaudern. . . . Und alle liebten sie so. das wäre schlimmer als Das Kind. das Licht und den unbe- stimmten Schleier der Scheiben wie vergeistigt.) ein Zeichen machen? Wollr Ihr. geht nicht Die Mutter. Wir wollen den Tisch und starrt in's Leere. — bis ich gerufen werde . Ein Kind schläft. . so scheinen seine Bewegungen. . Er wartet. faltet. Umschweifen: Man hat sie so und so gefunden . sie sind noch auf. . wenn einer OPPELN . Der Vater ist alt und kränk- Der Fremde. . . . Sie haben mich nie Sie sind geschlossen und die Läden sind vorgelegt. Die beiden Töchter. was sollen wir überhaupt Augenblick an reden. ich bärden etwas Ernstes. das Köpfchen unter dem an die Thür klopfen und eintreten. . Sie kommen nie hier. ich bin Aber auf dieser Seite sind keine Läden. ist nicht uns nicht gesehen haben. mit hinein kommen? Geht allein. . und nicht zu traurig dreinschau'n. um ihnen Blu- haben und durch die Entfernung. sitzen bei der Lampe. Die Mutter stützt einen A r m auf und sich nicht mehr zu fassen wissen. wie man mehr spricht. DER A L T E : Nein. die Fenster des Erdgeschosses sind erleuchtet. die Hände Unglücksbotschaft verkünden . Und ich fürchte mich so vor ob sie alle im Zimmer sind. als ob nichts linken A r m der Mutter. uns nicht erkennen. wie ein ganz gewöhnliches Alter Garten mit Weidenbüschen. die eine er sitzt nahe beim Ofen. was sie Sie schwamm auf dem Wasser und ihre Hände sieht. Wenn was hätte man dann machen sollen? ich allein zu ihnen gehe. ihre Augen starren in's Leere. träumen und lächeln in der Ruhe des Zimmers. . sie werden sich nicht wundern. . Es ist ein Glück. . . her. aufsteht. wie man Die Menge. .

oder wenn man fürchtet. . Vielleicht war ihr Tod . sie tels nass geworden . Sie haben einfach den Kopf gedreht. Sie lächelte. will. . . . DER FREMDE: Ich bin bis an die Hüften DER A L T E : Das weiss man nicht . . an dem Ihr sie gefunden habt. was weiss man denn überhaupt! Sie gehörte viel- DER A L T E : Hattet Ihr sie schon lange ge. und der Mensch begreift Hand genommen und ohne Mühe an's Ufer ge.als man will . Ich bin bis an den Dunkeln . . damit man . Sie glaubten. Sie sind dunkelte am Ufer. Sie sagte mir. . . . Sie sehen aus wie leblose Puppen. . das sich über dem neigen kann. DER FREMDE: Die Bauern sagten mir. . des Flusses. . Ihr scheint zu frieren. Ich hatte das auf der sehen . nicht verstanden zu ohne Mühe. wenn die erste Woge sich an ein paar unnützen Sie muss im Begriff gewesen sein. wir werden gedreht . . . . . und ver. . . Sie hätte gelebt. dann aber hat sie es nicht gewagt und Unglücklichen s p r e c h e n und sie nicht allein hat mich plötzlich stehen lassen. . . und habe sie bei der was man sehen muss. wie man in dieses Zimmer sieht. Sie wissen selbst Kopf nach dem Fenster. und DER A L T E : Sie war vielleicht noch schöner . Wenn wir aber abwech. . . . . erst. . Sie reden von oberflächlichen Dingen. kam . (Die jungen Obst ist noch nicht reif". Fluss geheftet. denn es war dort heller als auf dem und niemand ahift etwas . . Ihr würdet sie nicht sehen. heute dreizehn bei Tische sein". . Man muss in Gegenwart von sagen. was ein Mensch in Einzelheiten . wie das Haar auf den andern alle . gen! Ich begegnete ihr. . wie man sie sehen muss. wenn es zu spät ist . . . Sie schien kaum noch zu hoffen . . Gestern Abend sass zogen . der schlimmen Botschaft in's Gesicht wollte zu ihrer Grossmutter auf der andern Seite zu sehen . Strasse nicht bemerkt. . . . . . was sie sind . oder: „Wir wollen frühstücken. Und ich hatte doch nichts gesehen! etwas von ihrem Schmerze ab. wann ich sie wiedersehen würde . wie ihre Schwestern. nicht DER FREMDE: Kaum ein paar Augenblicke. DER FREMDE: Eure Kleider sind nass und Ihre Augen waren nicht klar und backten an mir tropfen auf die Steine. . . kenne . wie ihre Schwestern . . Auf hätten sie bis zum Abend am Ufer herumirren Eurer Brust ist Erde . . Sie und dass ihr Leben an so wenig hängt . . sie gessen darüber. dass die Mutter dabei ist. die nichts sagen wollen. was dann die Folge ist. sie suchte Blumen . ich habe allen Muth verloren . . was wir sagen. Selbst ein Engel könnte nicht sehen. . . . gleich bei den ersten Worten . das wäre zu schrecklich! Gott weiss. Man lebt Monate Wege. . Es ist wusste nicht. so wie ich sie Stunde t o d t . hören sie. wie Luft und Licht . Sie sprechen lächelnd Mädchen nehmen die alte Haltung wieder ein. . . . mir etwas zu Worten bricht . . und dessen Seele sich nicht mehr herab- darauf zu und sehe — ihr Haar. . zu denken: und Ihr seht. bel des Flusses sich drehte . Ich hatte die Augen auf den alle so . wenn man schweigen Auf diese Weise vertheilt er sich ohne viel Lärm. Gürtel in's Wasser gegangen. . . sie ginge fort. leicht zu Denen. Wenn ich aber allein komme thun konnte . . . . . . oder auch: „Das Ich habe vielleicht zu laut gesprochen. es war schon spät und hinein. DER A L T E : Es ist nur der Saum meines Man. ) Aber schon von den abgefallenen Blüthen und weinen im sehen sie nicht mehr her . man spricht mit ihm. Sie war seit mehr als einer . . Ich weiss nicht. vorbei . Es muss zum DER FREMDE: Welchen Muth meint Ihr? gewöhnlichen Leben etwas hinzu treten. . wie man lächelt.) nicht. Der gleichgiltigste Mensch nimmt ihnen ich daran. Sie war so schön. . mehr zu leben . es war so dunkel . . . Und in's Wasser gegangen. sie da bei der Lampe. DER A L T E : Und lebte doch noch diesen Mor- was geschehen würde . wie die DER A L T E : Saht Ihr. Ich gehe gehört. als sie aus der Kirche selnd sprechen. der nicht mehr zu dieser Welt zwei Schritt von einem Schilfbüschel . . und in ihrer (Die beiden jungen Mädchen im Zimmer wenden den Seele geht doch so viel vor . . als ich dazu kam? trägt in seiner Brust mehr als einen Grund. ohne es zu wissen . . wenn Das nicht geschehen wäre. . . lang mit Einem. . ohne daran Kopfe fast kreisförmig vertheilt hatte und im Wir. . es wird heute Vormittag reg- DER FREMDE: Sie haben den Kopf hierher nen". und jeder funden. . . . werden . da plötzlich sah ich etwas Sonderbares. Aber nun denke lassen. Sie hätte bis zu ihrem Tode ge- Schultern ihrer Schwestern zitterte? sagt: „Mein Herr. . . gut. Man sieht in die Seelen nicht Ich ging auf das Dorf zu. . Bedenkt. . . Und das Unglück verliert sich Wir haben doch alles gethan. . . . .

= DER FRÜHLING. = . KRÄMER.JOHANN V.

K R Ä M E R . . JOHANN V. A L T E R K L O S T E R G A R T E N IN T A O R M I N A .

. und Ihr seht sie doch erst in dem Augen. . hätten ihnen nicht so zusehen sollen . . . . lag . was sich vorsehen lässt . richten. soeben an das erste Fenster. wo sie für immer Abschied nehmen . . sie kommen. Seide fallen lassen . . M A R I E : Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Ich habe ihnen aber ge- DER FREMDE: Sie wagt sich nicht aufzu. da siehst Du. ihnen unvermittelt mittheilen . einzutreten. . . die Thüren fest zugemacht. . DER A L T E : Jetzt blicken sie auch hierher . Sie haben die Wände des alten Fenster . mein Sohn.) sie gesagt hat. um es nicht im Schlafe zu stören . . . . DER FREMDE: Sie blicken auf . . sie soll mich begleiten . . was Leben ist . ein paar Und welche seltsame kleine Seele musste sie doch Redensarten zu machen und zu sagen . . . was vorgeht . DER FREMDE: Sie haben eine Strähne weisse DER A L T E : Es ist Zeit. DER A L T E : Bist Du's? Wo sind sie? DER FREMDE: Eben lächeln sie still in der M A R I E : Sie sind am Saume der letzten Hügel. . . . und ich habe der Aeltes. . . mein Kind. . . sind voller Angst . . . . sie solle uns sofort benachrichtigen. das am Herzen der Mutter eingeschlafen ist . nichts gesagt . . was sie gethan haben muss! . . . blick' hin. . DER A L T E : Werden sie auch ohne Lärm DER A L T E : Sie sind ruhig . . . wo die Todte nicht. ohne sich zu mit gedämpfter Stimme beten. . legen zu gleicher Zeit die Hände gegen die Scheiben und starren lange in's Dunkel. sie gethan hat. Sie erwarteten kommen? sie heute Abend nicht mehr . . gehen langsam . . sie sehen. . Sie ist sehr still . . haben wir noch sie beobachten . . . Es könnte sonst einer kommen und es M A R I E : Sie blicken hierher . Es M A R I E : Sie kommen auf dem Fusspfad. . .) sie sich in Marsch setzen. . wie kleinen Todten. sie gehen an's eiserne Riegel . . Sie warten noch bei der Lanipe. wie sie bei dige kleine Seele hat sie gehabt. von denen die Rede ist. . wie ruhig sie sind! . . . M A R I E : Grossvater! . und die Fenster haben DER FREMDE: Ich glaube. . Warten wir so lange. sie haben die Eichenholzthüren (Die eine der Schwestern. möchte sagen. . auf den Mund. Sie haben DER A L T E : Sie stehen auf . beiden Schwestern zittern sehen . . . . Sie sind Tag: und Nacht bis sie kommt. ich hätte nur anzuklopfen. Wir um Euch. sie sollten sie ausmachen . M A R I E : Habt Ihr's noch nicht gesagt. bahre aus Aesten gemacht. . vater? DER FREMDE: Sie wissen nicht. . was sie gesagt haben muss. (Marie kommt. . DER A L T E : Sind's viele? DER A L T E : Es ist wegen des Kindes. Die Bauern haben eine Trag. denn sie weiss Menge von Bauern auf der Wiese. . blicke. unerschöpfliche und unschul. DER A L T E : Marie und Martha sind bei der DER A L T E : Vorsicht! man weiss nicht. Aber nein! der Vater legt den Finger ihnen . DER A L T E : Sie wähnen sich sicher. . ich habe ihnen zu lange zugesehen. wenn Alten und umarmt ihn. sagt.) DER FREMDE: Man muss es ihnen doch end. . Aber haben. Sie haben alles vorge. welche arme. Martha ist bei rühren . lich sagen. nahe die Seele um die Menschen ist . Blick' hin. wenn M A R I E : Grossvater. . . tritt mit Eisen beschlagen . Hauses ausgebessert. DER A L T E : Und doch können sie nichts M A R I E : Oh. . . . Gross- DER A L T E : Sie blicken das Kind an . . . . . . . . DER A L T E : Niemand tritt an's Mittelfenster. Sie horchen. Marie birgt sich an der Brust des ten gesagt. . M A R I E : Ich habe ihnen gesagt. . sie träumen . DER A L T E : Von welcher Seite kommen sie? DER A L T E : Sie arbeiten nicht mehr . . . DER FREMDE: Sie scheinen glücklich. . . . . . Sie hatten Lichter mit. (Langes Schweigen. wenn ihrer Lampe sitzen . Stube. sie sollten DER FREMDE: Sie lächeln. . Wenn einer von ihnen an die Thür DER FREMDE: Und die Augen der zweiten klopfte . dass andre DER A L T E : Wie Du siehst. . die andere an das dritte. Es war eine DER A L T E : Die ältere lächelt. . Ich glaubte. was sie sieht. . . Man sehen . und DER FREMDE: Vorsichtig! Ich habe die doch weiss man nicht.es verstehen lernt . .

welche es bringen. DER A L T E : Weine nicht. . . . so fern. wie wir sie bei der unseren DER FREMDE: Sie folgen den Windungen herangewacht hätten. Sag's. armt sein . . . habe Mitleid . . . Es ist unermüdlich und hat nur Einen dass ich armer alter Mann hier zwei Schritte vor Gedanken . es etwas andres. mit jedem Schritte. weil sie die Thür ver- kommen sie näher. es wacht aber nicht auf. dass Rücken zu. . Es ist ihr Herr und sie müssen sind ihres kleinen Lebens so sicher. dies Alles bei Nacht. Die Nacht ist zu dunkel . . mein Kind. dass sie lierst den Muth auch. es scheinen viele zu sein . . Sie müssen ihm ihre Kräfte leihen. mein Kind . du ver- DER FREMDE: Es ist ein Glück. M A R I E : Grossvater. . blicken hierher. Grossvater. DER FREMDE: Man möchte sagen. was sich nicht sagen lässt und DER A L T E : Und werden trotzdem ankommen. M A R I E : Man möchte sagen. dass tausend Andre mehr davon wissen. . . Es wäre besser. M A R I E : Die Aeltere lächelt nicht mehr. . . . was sie thun. was sie thun . dass ich so fürchtete. als sähe des Pfades . . . als ob Kinder im Mondschein spiel. . können es an den Hausthüren nicht zu Ende ist . Sie meinen alten Händen halte. . können. mein Kind. Sie nicht! . und Weg . wenn's hell ist. . meine Kinder? Sagt mir Sie strömten schon aus der Vorstadt zusammen. . sie erkennten doch nichts. . wenn man es in den Händen . DER FREMDE: Sie blicken lange herüber . Sie haben zu viel Vertrauen zu dieser ten. . . . . Sie glauben. . M A R I E : Sieh nur! der Vater will auch um. . man hierher sehen . Ist es diess. . die sie noch nicht M A R I E : Oh. . . mein Kind . Ich weiss nicht. Aber umsonst drehen sie ihnen den Fenster vom Leide getrennt . Sie scheinen so klein. Sie können es nicht Seelen immer etwas geschieht. .) zu wissen. und Die. als doch. ich eine kleine Wahrheit weiss. bis es Nacht wird. M A R I E : Und umarmen ihre Mutter . . und das Unglück wächst seit schlossen halten und nicht wissen. Es hätte nichts geschehen sie zwischen den Gräsern kaum wahrnimmt . und doch ist mir. Es kennt sein Ziel und geht seinen nicht. Das Unglück macht eifersüchtig. . DER FREMDE: Die Aeltere streicht dem M A R I E : Sag's erst morgen. Gross. . DER A L T E : Da hast du vielleicht recht. . (Schweigen. . und dass es so furcht- die Wiesen . vater . und Die. ihm zuzusehen. dass man bar ist. Kinde über die Locken. Ich bin fast dreiund- Wiesen herkommt . . . Sie machen einen grossen U m w e g . warum auch Ihr so bleich seid? Oder ist ich herkam. Sie nicht abwenden . Sie sitzen da und sind nur durch arme begreifen . . ernst vorkommt . . was da von den durfte nicht zusehen . . . und dass die Welt hemmen. man unterliesse DER FREMDE: Jetzt ist alles still. . . . Sie sitzen bei ihrer Lampe. . — Ich wusste wohl. und sie werden nicht so traurig sein. und von dort kommt das Unglück. . aber mit uns hat man kein Mitleid. . (Schweigen. . weswegen wir weinen? Ich wusste nicht. sie leben. . weil auf. . welche DER FREMDE: Und der Vater folgt dem es trifft. sie so ruhig zu Es sieht aus. M A R I E : Grossvater. dass in den mehr als zwei Stunden. aber sie müssen kommen . Sie Lebens noch nie so erschüttert. . . sind noch fern. . . dass das Ich sehe sie auch schon. . Und das Licht lindert auch M A R I E : Sie setzen sich wieder neben die den Schmerz Aber was würden sie morgen sagen? Mutter . sehen . ohne Wir kommen auch an die Reihe . und sie nicht aufzumachen wage . . den sie machen. . grossen Pendel der Wanduhr mit den Augen . . sie lau- DER A L T E : Und wenn sie hunderttausend schen ihrer Seele . achtzig Jahre. .) Jahre herblickten. und doch hat mich der Anblick des M A R I E : Ich glaube. wollen vor den Fremden davon wissen. mir so seltsam und scheidet . . . . die ar. . sie ahnen ihm dienen . . . würden sie nicht Welt . Jetzt tauchen sie an einem R a i n ich von einer anderen Welt auf sie herab. . DER A L T E : Du siehst. . DER A L T E : Wir haben ja Mitleid mit ihnen. nichts geschehen wird. und wenn Die da sie sähen. wie ein krankes Vö- haben Mitleid. . . . es ist die Menge . . Sie mögen es nicht. wissen . sag' es heute Abend men Seelen . . DER FREMDE: Sie gehen vom Fenster weg. aber sie dürfen nicht Halt machen. gelchen. Sie bewegen sich durch Leben so traurig sein könnte. . ihrer Thür stehe und ihr ganzes kleines Glück in Sie sind betrübt. . . warum Alles. . Ich weiss nicht. der im Mondschein liegt . dass man sie kaum unter.

und das Kind schläft nach wie vor. es ist zu viel (Der Alte geht. und sieh nicht hin. . . . . . Sie sieht aus. Vielleicht wird nichts zu sehen M A R T H A : Da bin ich. . . nicht. DER FREMDE: Nein . Schade. DER FREMDE: Es ist auch gar keine Zeit Du bist zu jung. Ich weiss auch nicht mehr. . Aber was treibt Ihr denn EINER A U S DER MENGE: Wer? hier? Warum seid Ihr nicht bei ihnen? . . . mein Kind . Die Kinder schreien noch. . dass ich Euch M A R T H A : Oh.) W e h ! wissen. .) Sie weinen nicht? Sie . Ich muss auch weinen . wo ein und aus .) Grossvater. . DER FREMDE: Er muss geklopft haben . . . Steinbank. Umarme mich noch einmal. höre . . Es sähe dann aus. (Schweigen. . . Du kannst nicht ver. aber es geht Hand . gegen die Mauer. DER FREMDE: Im Gegentheil. . . . mein Kind. DERSELBE: Sie kommen in der Allee. . . dort auf die alte hätte man ihnen etwas vorenthalten wollen . Marie und Martha setzen sich mit dem Leben in Deiner Seele. Grossvater? Ich bin so unglücklich. die Träger . . . . .) Wo seid Ihr. .) M A R T H A : Wie geduldig sie sind . den man an ihr fand . . Man hört dumpfe Schritte ob sie schliefe . . Feldblumen pflücken lassen. . . Ich habe viel Mühe gehabt. Aber sie wollten auch damit ist gewöhnlich alles vorbei . schau M A R T H A : Ist Grossvater noch nicht herein? einen Augenblick dorthin. . Ich habe sie gehiessen. . geben sich einen Kuss. . . Ich habe (Das Murmeln ist immer näher gekommen. . . . . ZU.) DER A L T E : Sieh nicht mehr hin. . M A R T H A : Sie öffnet? DER A L T E : Martha. Rücken gegen das Fenster auf die Steinbank nieder. . . ich höre das Murmeln der Menge schon . (Martha kommt. . .) Bleibt da . wo der Tod darüber hinweg M A R I E : Sie sind da . und halblautes Sprechen. . Ich hatte ihnen doch Ein kurzes Schluchzen aus tiefen Quellen — und verboten. . mein Kind . Vielleicht werden sie jammern . habe auch etwas Obst für das Kind . nicht . Martha. . . Dreh der Hecke vorüber . gieb mir deine M A R T H A : Ich weiss nicht. . Ich habe sie bis sein . Ich weiss zusehen. . . bleib hier . . Eben gehen sie an geht . . wenn ich es will ihnen sagen . . DER A L T E : Martha. Das hat mit diesem Leben nichts mehr — Ist hier alles so weit? — Ich habe den kleinen zu thun . . . . .) ihr Haar war widerspänstig . . Du weisst nicht . . welchen Weg der Schmerz nehmen wird . Er steht auf . Ich gehe. . was ich thun werde. (Sie umschlingen sich und DER A L T E : Komm hierher. . . Du kannst nicht wissen. M A R T H A : Schwester. . . . .) stehen . . Sie dürfen nicht mehr allein bleiben . Sie setzt sich wieder M A R T H A : Oh. . mehr. . eh' ich Ring mitgebracht. Man kann nicht im Voraus Strasse ZU warten. . . und die Mütter gaben ihnen nach . Ein Theil sie selbst auf die Bahre gelegt. . blickt nach dem Fenster. Vor allem dreh dich nicht um. . . dass keine Kommt nicht näher an's Fenster . . . . . Martha. wie unglücklich sind sie! neben die Mutter . . . . armes Schwester- nicht mehr sehe . sich an . . Der Vater sieht nach der Thür . . sie sind schon ruhig. . Ge- murmel in der Menge. . . . (Sie verbirgt ihr Gesicht am Busen der Schwester. . . . M A R T H A : Ich will mit Euch hineingehen. mitzukommen . . . als Setz dich zu deiner Schwester. . mein armes.) DER A L T E : Warum nicht? M A R T H A : Schwesterchen. hinein . . . du könntest nicht vergessen . Sie sehen M A R T H A : (sich umdrehend. . die Ihr habt's wohl nicht gesagt? . mein Kind . M A R I E : Martha . Die Anderen rühren sich Sie können nicht mehr warten . was ein Gesicht in dem Augenblick spricht. (Man hört Kindergeschrei. Schwester. wissen . Nein.) DER A L T E : Bleib hier. . . . auf der du nichts hörst . wenn hierher gebracht. . . . dann in vorwurfsvollem Tone. (Sie DER FREMDE: Die Andern . Wo ist sie? besseren da waren . DER FREMDE: Pst! nicht sprechen! M A R T H A : Warum soll ich nicht verstehen? (Die ältere Schwester steht auf und will den Riegel (Sie schweigt lange.von Unbekannten lässt.) dich nicht um .) vorschieben. . DER A L T E : Komm hierher. zum Thore führt . . ich will auch DER A L T E : Nein. . . . Ich habe auch DER FREMDE: (zu den Leute n. (Schweigen. sie macht M A R T H A : Ich will es ihnen sagen. bis sie Alles DER FREMDE: Er muss noch klopfen . . . <9> . als der Menge dringt in den Garten. . Sie haben alle zugleich aufgeblickt . chen . Ihr habt es nicht über's Herz gebracht. Ich selbst nicht.

Gedränge. Marie und Martha stehen halb auf und treten dann eng um- DER F R E M D E : Er hat's gesagt! . . den sichter erkennt. . © . . . (Gedränge im Garten. der T h ü r hinter sich. Er macht Euer Grossvater ist im Zimmer . .) (Die Menge hat sich bis an die Fenster herangedrängt. Vater. — Schweigen. Ihr seid es!" .) lebhaft spricht.) ausser dem Fremden. . DER FREMDE: Er wagt es nicht zu sagen. wie die Mutter den Alten ängstlich fragt. Er hat's noch nicht wenig zurück . Die beiden Schwestern der Todten stehen auf. unbeweglicher. . . Er öffnet vor. . den Wasserstrahl des Springbrunnens . . Neue Unruhe in der Menge. . Seite des Hauses und verschwindet. . an's Fenster. . . . M A R I E : Martha. von dem sie aufgestanden ist.) weiter schläft. Alles stürzt nach der andern Er hat hergesehen . Das eine Mädchen Gartenplatz und den Wasserstrahl im schiebt ihm noch immer den A r m - Mondschein durch die Oeffnung. Der Vater unterbricht ihn. . K R A M E R . (Gemurmel in der Menge. im Mittelpunkt der Scene sieht. A l t e ergreift wieder das Wort und die Anderen werden immer sichtig . Das eine Mädchen will dem und die beiden Mädchen stürzen zusammen nach der T h ü r . Kinder sehe nur ein kleines Stück vom Rasenplatz und schreien und wollen hochgehoben werden. so dass man von draussen das Kleine mit leicht geneigtem Köpfchen DER FREMDE: Man hört nichts . das andere schiebt ihm so dass der Vater sie nicht gleich aufbekommt. ohne sich umzudrehen. Der Er schiebt den Riegel zurück . kommen . Er hebt die Arme zum Will. Besuch seinen Mantel abnehmen. während der Vater (Er geht auch. mit dem Kopfe langsam ein Zeichen der Bejahung. Er schliesst die Thür wieder sorglich. . Er hat's gesagt! . . . als sagte er: „Ach. ist nicht aufgewacht. . (Sie wendet sich ab und verbirgt ihr Gesicht in den DER FREMDE: Er macht kaum auf . plötzlich auf. niedergelassen hat.) DER FREMDE: Er hat DER F R E M D E : Das Kind sich gesetzt .) Sie kommen heraus! . um auch zu sehen. Er scheint durch den K l a n g seiner Stimme A l l e r A u f m e r k - DER FREMDE: Der Vater geht an die Thür. . . Die Mutter schrickt zusammen und steht M A R T H A : Oh. Er sagt noch ein paar Worte. . so dass er sich schliesslich während in der leeren Stube das doch setzt und mit der Rechten mehr- Kind in seinem Lehnstuhl ruhig mals über die Stirn fährt. Martha! (Sie hält sie zurück.) die Thür nicht aus der Hand . Er tritt ein DER F R E M D E : Pst! . (Man sieht. . . Der Alte lehnt mit leichter Bewegung will die Mutter zurückhalten. . gesagt . . Ich Händen. . Der Alte blickt nach den S T I M M E N IN DER MENGE: Sie kommen! Fenstern. . stuhl hin.) N D J.) ab. Endlich öffnet der Alte den Mund. Er hat's schlungen. V . die Mutter S T I M M E N IN DER M E N G E : Er hat's ge- ebenfalls. STUDIE. da . Er lässt Die meisten Mütter geben ihnen nach. . . . . . Der A l t e einen Lehnstuhl hin. . Man willig v o m Fenster ab. .) DER FREMDE: W a s denn? M A R T H A : Die Mutter hat schon halb ver- M A R T H A : W a s sie tragen . als er die Ge- sieht den gestirnten Himmel. . der vor den DER FREMDE: Pst! Fenstern bleibt. Die Mutter geht dem Alten (Der A l t e erhebt sich und weist mit dem Finger nach entgegen und reicht ihm die Hand. zieht sie aber zurück. Mutter ehe er sie hat drücken können. samkeit auf sich zu lenken. . Man sieht den Alten näher treten. (Die Anderen im Zimmer setzen sich ebenfalls. . Es sieht aus. Im Zimmer gehen endlich die beiden Thürflügel auf und (Der Alte wendet den Kopf un- A l l e drängen zugleich heraus. . . . . auf einmal gesagt . Der Vater lächelt erstaunt. . seht . dann plötzlich springen auch die Andern auf und scheinen in ihn zu dringen. . . nachdem sie das Kind behutsam in den Sessel sagt! . standen .

SKIZZE ZUR KREUZABNAHME. . K R Ä M E R .JOHANN V.

K R Ä M E R . JOHANN V. S T U D I E Z U EINEM C H R I S T U S . .

wie das tiefste. desto besser — und seht es sagen kann. stadt eine Kunstaus. — sie auf dem Hinweg anders ist. Ahmt deshalb nicht den bebrillten Kunstrichtern nen Werke zu er. wie sie unauf. ganz aus. will nicht vor diesen glänzen. gemalt hat. als ihr jemals und euch tiefer hineinleben in dieses Reich. ter. wo ihr Sicherheit und Ruhe würde mit allen verständigen Erklärungen. Wo euch kein Wunder spricht. Mit dieser Gewissheit geht zurück hatten wir in einer in die Bildersäle und wenn euch noch immer JJO OHHAAN NNN rheinischen Fabrik. nur gefühlt Vor einigen Jahren werden kann. was da in euch an- geklungen ist. Ich weiss noch nur Farben und Formen euch kalt lassen. die nie ein Wunder fühlten und doch schönen Herbstwald diese Bilder malten. der gern in allem Bildern dar. Ein Bekann. immer euch in Wundern spricht. werdet ihr doch euer Wunder wiederfinden. es sind Handwerker und Ge- einen Gang in den schäftsleute. WAS FANGEN WIR MIT Wind in eins. die ER ein gebildeter Mann aus der Natur gesehen und erlebt hat. wo davon. nach und geht verächtlich vorüber. so lasst es gesagt sein. wo aussehen könnt: Ihr werdet bald merken. das in euch und um ihr gar nichts anders thun könnt. Ihr werdet immer edleren Ersatz finden spiegel mehr Lebenswechsel ist. Er her mit dem wütigsten Berichterstatter um die will seine und eure Freude noch einmal geben. als sehen. Ihr werdet es zur Seite legen und nicht trau- ewig wandern. vor aller Gedankenschärfe. wie die Sonne über die Erde spielt in ches. Ihr werdet hörlich sich wandelt in Farben und Formen. AAR RAABBIISSCCH HEER R stellung. ob es ein Wunder ist. Er verstände solche Nummer kein Gnadenkreuz in ihrem Ka- sonst so gar nichts talog findet. Dann werdet ihr die schönen Kataloge den Kassierern lassen und mit Und wenn ihr dann eines Tages im Dunkel leeren Händen. dass ihr man- Heimweg. dass er nach. mit Vielen. hunderte von den Tafeln stumm bleiben: in einer V. weil sie einen guten Ge- vorschlug. und ihr euch selbst da mitten drin entdeckt wie ein un- DEN ANDERN AN? begreifliches Rätsel in einem Meer von Rätseln: dann habt ihr ein Wunder erlebt. Wette Kunst be. Und ihr wer- det wissen. bat mich. Der EUER Wunder Stimmungen so gründlich erklären. in euch zusammenklingen. aber mit vollen Blicken durch die am Waldteich oder in der Sonne auf freiem Felde Bilderhallen gehen und heilige Tempelweihe füh- empfindet. und ihm die einzel. was man diesen Unglückseligen ganz allein da steht. als auf dem Ihr werdet eines Tages erkennen. wie Baum und Gras und Luft und . da gut. was euch ein Wunder schien. wie kein Trugschluss das beste Gedankenglück zu ärmlich der klügste Mann sich da ausnehmen nichte machen kann. Und wenn euch bei wurde. W a s mir damals ein Scherz war. die mit leeren Blicken und vollen aus. als ich ihm andern gesagt wird. tausend wandelnden Schatten und Lichtern. als die unsagbaren Wunder. nie mit Worten gesagt. rig sein. wie Allzuvielen teilt. scheint mir Vor seinem Kunstwerk bleibt — und wenn ihr heute das einzige. ihn hat sich vielleicht nur ihm allein offenbart und dahin zu begleiten es wird ihm in Ewigkeit keiner völlig glauben. wie reicher werden und eure Wunder köstlicher. Denn nichts anderes stellt der Maler in seinen B BÄÄN NKKE ELL SSÄ ÄNNG GEER R. die ewig sicher sind sehen. dass es gar kein Wunder mehr Wolken und Nebel wachsen und sterben und ist. Es wird euch unmerklich zu an- Katalogen verlassen durch die Kunstsäle irren: dern Wundern führen.und verurteilen könne. Ich wolle ihm dann unterwegs die schmack besitzen. wenn eine klären. wie entrüstet denkt: Wir Wissens nicht. Manches ist. KRÄ AMER. Wie fühlt in dem einen Leben. und von der Natur in den Saal. von dem Saal in die Natur „Geht hinaus und seht die Natur. wie in einem einzigen Wasser. dieser Kunstsüchtige W I R habens nicht erlebt. reiner von Nebeneindrücken und voller im Klang. Aber Schönheit der Landschaft in ihren Formen und kümmert euch nicht darum.

stens Klugschwätzer aus STUDIEN ihnen machen. Vielleicht können sie überhaupt Das alles sage ich mir am Abend. wo Wunder gestimmt. Selbst wenn es gezerrte Ge.selbst aus den grossen Alten: wird sie der eigene lichen Museen und noch schlimmere Trivialitäten. nur zu dem Künstler führen. dem werden sie wirken. Wem aber diese Seele zum meinen Fensterscheiben aufhört. als dass er ein angenommener ist. erscheint es mir eitel Flunkerei. ob er sie Morgen die Sonnenstrahlen das fernste Gewölk im Einzelnen gar nicht erkennt. sie als Stimmung ergreift. die ein Bild betrachten wollen. und JOHANN unsere Worte werden höch- V. Es giebt keinen so vor neue Kunstwerke schleifen. fröhlich geworden ist. vielleicht ergreift er sie für ein Rechtes Begeisterung heuchelt. den kann kein einzelner die da in die Natur geschickt werden. len. wo euch Langeweile quälte. wenn die nur ÜBERREDET werden und sind anders gar- Lampe den Kopf heiss macht und die Welt mit nicht zugänglich. das ist die Schönheit es sei ein ganzer Regenbogen. Und wer in diesem Klang Die Menschen sind nicht mehr naiv. Ihre Seelen sind nur auf jene zu empfinden und „schönlich" statt schön. ist grosse Bilder der alten Meister. Dichterworte und schliesslich vor dem schlimmsten. nur den einen Klang. dem bleiben sie tot trotz aller schönen Worte. man sollte nicht schlimmen Maler. dem Klugreden Erlebnisse zum Vergleich heranholen. Linien wollen nur die ABNAHME. KRÄMER. Sie haben nicht nur ihre Freude daran W e r k . an die neue kommen. der so sicher was sie als Schönheit in der Welt sehen und was sieben Farben dahinsetzte und glauben machte. wird zu mehr gleichsam suggestiv zu zwingen. dass er nicht noch schlimmere ruhen mit Hinweisen und Deutungen. sollen wir einer Zeit nahm. Sie werden gehabt. Wer mehr in sich hat. Das Werk will röten. Um sie gerettet. haben Ton freudiger machen. Und wenn nicht: immer noch besser. sind mit Bildern gross ge- Die Einzelheiten werden ihn nicht zu dem zogen. Farben und ZUR K R E U Z . Alle. Ihr werdet reich sein. Hang immer abseits der Kunst führen. ' Seele des Bildes wirken. Und wer erst bewundert. Und ihn den Mann bewundern lassen. Man sollte Bewunderer fände. Und ob der Glaube dass einer ehrlich Quark bewundert. wo man empfindsam w a r . die ihre Bildung in und nicht zu Böcklin kommen wollen. spreiztheiten sind wie Wandmalereien in König. doch einmal. wie es die Könige nicht sind. und Liebe nehmen und geben. Vielleicht springt eines T a g e s . Es hilft nichts. schon Bilder gesehen. sie sind auch beeinflusst worden. M a n sollte sie deshalb mit List und Gewalt dass wir sie fortzerren. weil sie kein Kunstwerk erleben können.man aus allem die falscheste Sentimentalität zog. vor denen sie sich wiederfinden: es hilft nichts." So wird man zu ihnen sagen müssen. Schönheit zu „ G L A U B E N " . Wer die nicht erlebt. dass wir sie vor ein Ge- mälde zerren und ihnen die Schönheit der Farben und Linien E R K L Ä R E N . und die Stimmung I H R E R Bilder. Und weil wir Und wenn sie vor Ludwig Richter bleiben vor einer Generation stehen. statt sie da lassen. Aber wenn am Wunder wird. Da ist nichts zu erklären.

ARABISCHER BETTLER. KRÄMER. .JOHANN V.

STUDIE ZU EINER ENGELSFIGUR IN DER HIMMELFAHRT. KRÄMER. . JOHANN V.

. WILHELM SCHÄFER. Gut! Eine Thatsache. dass sie auch ihre Künstler sind auch immer Ohren. dass sie Freude macht. Aber wenn ich heiten denkt — was sagte doch jener vom Beifall- nach dem Mittag im Wald liege. mag dem betreffenden möchten. Messias ein Trost sein. ob derbaren Welt ist nun einmal alles in einer son. dass die Renaissance- menschen anders fühlten. wo die Bienen klatschen der Athener — und den Jüngern eine an den Blüten hängen und bunte Käfer Gras. dass wir anders ABNAHME. KRÄMER. die es aus gutem "Willen sein es zunächst nur wenige sind. die hören wollen. Sie feiern nachher das Pfingstfest um Stengel für hohe Bäume halten. wenn man die Summe aller Krämer- Dann kommt es wie bei allen Dingen. Ruhe. JOSEF HOFFMANN. eine neue Kunst von selbst er- giebt — so werden wir für die Kunst UNSERER Zeit zwar keine wahren Jünger gewonnen haben. Briefen und Tagebüchern sieht. als die Griechen. Freilich. da so grossen Magen. Sie ist notwendig. Wozu all die Quälerei? Die Kunst ist weder Dass Kunst und Volk noch nie soweit aus- zum Erziehen da. Wo ein Künstler in Farben Ich denke. die sich nach neuer Botschaft sehnen. Holz aus dem eigenen Wald kommt.Freude. Also lassen wir die Menschen damit in eine gern und oft ausgesprochene Behauptung. aber Herzen.Zeitschriften. noch zu sonst einem guten einandergekommen sind. wer nach bei ihr darauf an. STUDIEN ZU So werden wir für die EINEM Kunst UNSERER Zeit — PHARISÄER und das müsste man ihnen UND ZUR auch noch recht deutlich KREUZ- machen. Was Jahrhunderten unsere Zeit aus ihren Büchern. sage ich mir: so stolzer. fühlen als unsere Grossvä- ter. sollen wir da gewaltsam zerren? In unserer son. aus der falschen Begeiste- rung: ein Funke ins Herz und zündet ein rechtes Feuer an. wenn er an alte Wahr- So denk ich am Morgen.der nicht die Wellen aller grossen Werke erkennt ? derbaren Ordnung. die Menschheft hat noch immer einen oder Worten oder Tönen etwas Neues sagt. und verdaut. als in unserer Zeit. so auch seelen für das Volk nimmt! Aber. ob das V. ist Zweck. Dass doch Menschen. Und wenns nur brennt! JOHANN Dann ist es gleich. und dass sich daraus für jede Zeit auch ein neuer Ausdruck ihres neuen Gefühls.

. STUDIE. K R Ä M E R .JOHANN V.

. JOSEF „Sprich. Wie die Träume Deiner guten Zeiten . Deine leuchtend-grossen. ernster Rufer?" HOFFMANN. Da schon Deine frischen Pulse stockten . . " Und stromüber zu Unendlichkeiten Lässt der Fährmann seine Barke gleiten. führe mich zum andern Ufer! . . Ehe wir zum Acheron gesunken. © . Meister. . Dich begrüssen wir mit Neigen. . . . Hutten. Und entflammt ob Deiner Kraft Versagen. Horch! Musik! Schwermütige Gesänge . CONRAD FERDINAND MEYER f . Dir zur Pein entstiegen aus den Tiefen . Dort — am andern Ufer — welch' Gedränge. Grüssen den durch Geisteshand Gefällten. Charon länger auf den Bruder warten . Alle. „Meister. . Lass sie nicht. wunderbaren! . . Angela mit dem beseelten Gange. sieh: Peskara's bleiche Wange . hohen Haupts. die schon so lange harrten. im Prunkgewande Irren geisterhaft am Todesstrande. Sind wir Deinem Greisen-Traum erschienen . . . „Kennst Du uns! Wir sind's. / PAUL WERTHEIMER. „Fährmann. Die des müden Künstlers Mörder waren. der sich noch im Tode streckte . Und mit bebend-leisen Ruderschlägen Treibt die Barke nun dem Strand entgegen. die Dich riefen. Diesen nahen. Helden. . . . Denen Du den Dolch in's Herz gestossen. Die ich sterben hiess in heitern Welten. rette mich vor diesen Scharen. . wer bist Du. Fremdling. Haben wir Dich selbst aufs Haupt geschlagen. lichten. Blut begehrten wir zum Weiterschreiten. . murmelnde Gestalten. . . . rette mich vor diesen Scharen. . Haben wir des Meisters Blut getrunken . Die Gestalten. „Charon. Winkend mit dem Glanz der jungen Mienen. . . Und Jenatsch auf dem Gletscherfirne Und der Mönch mit seiner tollen Dirne. „Fährmann. . die ich je zum Tode weckte. Kennst Du uns? Wir sind es. . . . Und ringsum mit stummem Händefalten Viele blasse. Und wir laden Dich in unsern Reigen. die Dich umlockten.

AUS EINER FOLGE VON FELSENLANDSCHAFTEN. RUDOLF JETTMAR. .

so wollen wir die Heimath mit Deinem Schirm aus dem Lande der Chinesen. unwillkürlich in den Mund gesprungen. „ J a ! " sprach sie. Der Schirmstock stak in der Mitte der Por. RUDOLF JETTMAR. wohin willst Du?" Lika besann sich auf Worte. wie altindische Schrift. Der Himmel war dunkelblau. Lika sass in einer feinen weissen Porzellanschale. doch sie merkte. wie ein Halskragen der Und Lika rief laut: Maria Stuart. was sie gesagt hatte. nachdem er sich das Wasser aus den Augen ge- W ie lachende Kinder schaukelten wischt hatte: die Wellen auf der grossen See. deren Rand so kraus war. Meiner grossen Datty Servaes. sie lächelte darüber. „Das Glück!" Und ein orangefarbiger Sonnenschirm schützte Der Lika war dieses zweite grosse Wort ganz die Lika vor den Strahlen der Sonne. Glück suchen — nicht wahr. die sich zier. Nur ein Wort fiel ihr wieder deutlich ein Das Wasser war dunkelblau. Jedoch da tauchte plötzlich neben ihr im blauen Meerwasser ein dicker Triton empor und fragte. und zellanschale. sondern grad und steif wie ein „Gut. das Wort „Heimath".« I. Jetzt merkte sie erst. EINE KÜNSTLER-ODYSSEE von P A U L S C H E E R B A R T . L i k a ? " Lika wusste nicht recht. . Lika. „Nun. dass sie fast alle Worte vergessen hatte. LIKA. Das orangefarbige Schirmdach war aus Seide Der Triton aber meinte: — nicht gebogen. ich möcht' in die Heimath!" Die ziemlich flache runde Schale zeigte im Der Triton fragte wieder: Innern krause Linien — mattbraune. „Du. „Was willst Du denn da?" lich verschnörkelten. was sie denken sollte.

A U S EINER F O L G E V O N FELSEN- LANDSCHAFTEN.RUDOLF J E T T M A R . .

Ihr könnt in den Hafen fahren. Das Blasen erschütterte die ganze Luft. Und dann setzte sich der Triton mit seinen Fisch. allwo es etwas Der Triton jedoch brüllte laut: dunkler wurde. wenn blos mein Triton sehr klug ist. er langsam näher. und schlief hüten fröhlich in der Luft herum. des Meeres. so dass die Spitze sich auf sie schwenkten mit ihren riesigen gelben Stroh. eigentlich hätte ich Dich für klüger Lika gab zur Antwort: gehalten. Die Zwerge rauchten fast sämmtlich gute (Zi- Als sie nun so eine gute Strecke gefahren garren und sahen in ihren buntdurchwebten Schlaf- waren. „Blase die Zwerge zusammen! Blase! Blase!" Und es geschah. röcken ausserordentlich gutmüthig aus." math ist und ihr Glück." Blasen blasen. und sofort: die beiden Kinder des Meeres hörten eine laute „Wo man T a g und Nacht Künstler sein kann. Der Triton lachte. @ ." Die Zwerge thaten sehr erstaunt. denn die Lika hatte es furchtbar eilig. und ein Dick- „Ist das Kind sehr k l u g ? " kopf meinte: Also hörten anitzo die Beiden fragen. III. „Na. Als sie wieder erwachte." Und so verabschiedeten sich die beiden Kinder Langes Schweigen. dass der Besuch so „Die Lika ist thatsächlich das klügste Kind kurz bemessen gewesen sei. Die Lika fuhr mit ihrem Triton in den Hafen Die Lika machte den Sonnenschirm zu. das nur schwach am Horizonte vorschimmerte. kniff dem dem Sprachrohr. grosses schwarzes Gebirge. Der fidele Triton trank ein paar Eimer Jammer- schale mit der Lika vor sich herschiebend — gradaus. IV. — er liess sich dabei gemüthlich von den Zwergen II. sehr klug zu sein. Lika verstand das aber nicht. denn „Was ist denn das da?" sie waren Maler — echte Künstler — und wussten Und der Triton sagte Wasser prustend: das sehr genau. den krausen Rand der Schale legte. ein bischen ein. beugte sich fragte: „Wo ist das Glück?" — riefen alle Zwerge ein riesiges Sprachrohr vom Thurme hinunter. schnaps und erklärte den Zweck seines Besuchs Die Lika liess sich das gern gefallen." gab da der Triton zurück. dann wollen wir nur das Land suchen. dass die Molen bebten — und dabei Da klatschte die Lika vergnügt in die Hände fuhr die Lika mit ihrem Triton am Leuchtthurm und that ganz stolz. vorbei wieder in's Meer hinaus. sah sie vor sich ein beinen bei der Feuerschänke auf den Hafenrand. wo ihre Hei. „in der Porzellanschale?" Triton in die Schuppen des linken Fischbeins und „Das ist doch. obgleich Die Lika frug: sie sich eigentlich nicht wenig einbildeten. sagte: „die kleine Lika — die will wissen." kam's nun wieder aus schirm graute sich hinter den Ohren. Der Triton lenkte die Porzellanschale allmäh- lich einem anderen Lande zu. sahen sie einen kleinen Thurm am Horizonte. Im nächsten Augenblick fingen tausend Blasen Es war Nacht. das Kreuz reiben. „Das ist ein Leuchtthurm!" Wie daher der Triton beim zehnten Eimer Als sie ziemlich nahe daran waren. Zeigefingern zuhalten musste. bog und ward dort von den Zwergen herzlich begrüsst." Stimme — die frug dumpf: Und als der Triton beim zwölften Eimer fragte: „Wer bist Du?" „Wo ist die Heimath?"— riefen die Zwerge abermals: Der Triton versetzte mit schallendem Gelächter: „Wo man T a g und Nacht Künstler sein kann. Die Sterne gingen auf und der grosse Mond. auf den Molen und am Ufer zu blasen an. Dann aber brummte es im Sprachrohr: Die Zwerge bedauerten. den Stock nach vorn. einem grünen Lichte. und sich die Lika ihre beiden kleinen Ohren mit den die Lika freute sich an dem blitzenden Wellenglanz." „Ich hab's garnicht nöthig. und die „Lika. so dass Der grosse Mond beleuchtete das grosse Meer. Darauf schwamm der Triton — die Porzellan. kam Die Zwerge kamen eiligst herbei. liessen wieder alle der Welt." „Ich bin doch der Triton — der fidele Triton!" Die Lika unter ihrem orangefarbigen Sonnen- „Wen aber hast Du.

war ein Die Bildhauer flüstern was und wenden sich grosses zackiges Loch — das schimmerte grün — ab — ihren Steingestalten zu. die ver- Porzellanschale fürchtete sich. grünen Grottensaal. Vorsichtig setzt der Triton die Porzellanschale Die Lika sah sich ganz verwundert um. aus Stein. die Die weissen Gestalten aus Stein waren von Du bei den Zwergen vernahmst. jetzt langsam die weissen Treppen hinunter. Der Triton lacht. wundre Dich nicht über die hinter den Nischen führten weisse Treppen bis Schweigsamkeit dieser Herren." dass es hoch aufspritzte. jedoch die Antwort bleibt hohen. Unten. wo der Fels in's Meer stiess. Der Triton bringt wieder dieselben Fragen wie Und nun schwammen sie in einem weiten. bei den Zwergen vor. . blaue aber noch die Hände an den krausen Rand. hält Es geht noch durch goldene. Sie wollen Dir mit hoch in die grüne Lichtkuppel hinauf. und das arme Kind in der hauer. krüppelten Wesen — namentlich die knielosen — Der Triton schlug mit der Faust auf's Wasser. „Kein Modell gefällig?" Die Bildhauer — lauter Menschen — kamen „Wir formen. da fuhr der Triton mit der Lika durch. silberne. und fragt wild: über den Rücken. ihr lief's kalt saal unheimlich schallt. sind nicht mehr nach unserm Geschmack. wieder in's Wasser und sagt ruhig: Unten war Alles Wasser. „jetzt nur noch Menschenkörper. aus — die Bildhauer hämmern an ihren Stein- In herrlichen Nischen standen weisse Gestalten gestalten. Mir wird hier dern glichen mit ihren langsamen Bewegungen bösen auch so schwül. Das nimmt der Triton ganz ruhig hin. wo lauter Gruppen Wiederauftauchen mit dem Kopf unter die Por. schwimmt V. wortlos mit der Lika durch die nächste Pforte ab Der fidele Triton taucht unter." brummt darauf ein alter Bild- langsam immer näher. mit Schlangenarmen in den Nischen stehen. dass es im grünen Grotten- Die Lika hielt den Athem an. wo man T a g und Nacht Künstler sein kann. die beiden Kinder des Die Lika versetzte kleinlaut: Meeres waren bei den Menschen — die kamen „Ich weiss noch: Glück und Heimath ist dort. müssen wir wohl wieder weiter. stösst beim — in einen rothen Grottensaal. doch an den Seiten „Liebe L i k a ." Gespenstern. Da Die ernsten Bildhauer in ihren weissen Gewän. zellanschale und hebt sie hoch in die Luft." Menschenhand geschaffen. ihrem Gehämmer blos dieselbe Antwort geben. und anders gefärbte Grottensäle.

Auf einem stillen Waldsee sind die Beiden. was er damit sagen lauter — Geigengesumm und Trompetengeschnatter will. wilde Enten fliegen hin und her. Lika spannt wieder ihren orangefarbigen Sonnenschirm auf. über die Wasser. Von einem Birkenhügel klingt ein sanftes Saiten. sie Vorsichtiger bewegt der Triton seine glitzern- freuen sich über die grünen Bäume. ertönen in den Wäl. die würdevoll kann — all die vielen Jubelstimmen. den Fischbeine. Die Musiker sind's! spiel hernieder. Musik überall! Und dann sind die Beiden wieder in der freien Und es klingt so fein zusammen. gen „guten Morgen" sagen. damit man ja die Lika Alles hören rosen und über die weissen Schwäne. und die geflötet. — Trommelgerassel und Harfengeklimper! VI. „Du. RUDOLF JETTMAR. durch die Niemand durch. dern harte Hörner und dröhnende Pauken — ganz „Wo ist die Heimath?" fragt der Triton. sehen die Lika und laufen fort — schrei! in die dunklen Wälder. draussen unterm blauen Himmel. in der Nähe hinterm hohen Schilf wird eine Flöte Da wird's mit einem Male wieder still. Welt. zellanschale zu sehen. Alle Instrumente kreischen durcheinander blicken kann. bunte Blumen. die dem Mor- ihr Haupt umdrehen. das ist ein Dudelsack!" liche tolle Märchengeister. und die Lika lacht mit. A m Ufer blühen dicke. lige Lika mit graulichem Gejohle. es bleibt aber nicht still. Takte die zarten Finger. lein und noch tollere Männlein. Hirsche kommen und Plötzlich — auf allen Bergen ein wüstes Ge- trinken Wasser. und es erscheinen die Bocksbeinigen — tolle Weib- Es ist still. Aber danach hören sie einen glockenhellen Ge- Oefters brummt der Fischbeinige: sang — viele Mädchenstimmen! „Krüppel! Feine Krüppel!" An den Ufern wird's auf allen Seiten immer Die Lika versteht nicht. um die Lika in ihrer Por. Die Lika lauscht und lächelt und bewegt im Die Morgensonne lacht. VII. Sie begrüssen den fidelen Triton und die drol- Und wie sie weiter fahren. Ueberall — wilde Steingesellen mit lustigen Der Triton sagt: Köpfen und seltsamen Gliedmassen — abenteuer. Bocksbeinigen singen im grossen Chore: .

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So geht's nicht weiter. und drüben stieg ein riesiges Purpurgebirge ihrem Begleiter würdevoll: so hoch in's Blaue. mit bunten Fliesen Nach dem Tanze wird Wein getrunken und bedeckten Platze blieben die Hirsche dampfend Rauschmusik gemacht. sellschaft theilt die Meinung der Zwerge in jeder Beziehung. dass das Glück in der blasener Luftballon herunter. aber die Bocksbeinigen setzten sie mit Der Triton sagt blos: ihrer Porzellanschale in die Gondel. Auf freiem Berge und im engen Thal — denn doch zu finden sein. runden." in's Wasser. weckte mit einer aus ihrer Schale herausheben — aber ach! — das dreieckigen Trommel ein paar schlafende Musiker geht nicht — die Lika ist ja mit ihrer Porzellan. erklärte die Lika empor. tragen über Stock und Stein in eine andere Gegend. dünnsten leider die Kinder des Meeres nicht theilnehmen. erlaube mal! Jetzt will ich end. glaube mir: auch diese fidele Ge- in die dunklen Wolken. die ganze Gesellschaft stehen. uns're Heimath ist doch überall — lieh an's Ziel kommen. Porzellan. Ach. sammen. Jedoch das stört die Freude nicht. oben nicht mehr sehen konnte. spannten sechs Aber die Lika macht wieder ihren Sonnenschirm Hirsche vor ein Kabriolett — — und bald ging's zu. Wenn Du mich nicht Im grenzenlosen Weltenall I bald hinbringst. die ihre beiden Gäste so recht behutsam an's Ufer und Lika kriegte Angst bei der schnellen Fahrt. halfen auch dem Triton hinein — und fort ging's — hinauf „Liebe Lika. schwimmt in Seligkeit. schale zusammengewachsen — wie die Schnecke Ohne die anderen Musiker in ihren Träumen mit ihrem Haus. RUDOLF J E T T M A R . . Und die Augen der Lika leuchteten verständnis- innig auf — wie zwei neue Sterne. so muss ich mir einen anderen Und dann springen die Sänger und Sängerinnen Führer suchen. Der Ballon fuhr durch die Wolken durch und kam in den hellen blauen Himmel. Das gesuchte Land muss Im blanken Saale und im Stall. und bat um einen Wagen. An dem können nun sie sass in einer Schale von allerfeinstem. VIII. zu stören — sie schliefen sämmtlich — kamen die Grosses Entsetzen! Herren bereitwillig der Bitte nach. Auf einem grossen. Die Lika schlug die Hände überm Kopfe zu- tiges Wort lässt sich mit diesen Leuten nicht reden." Das war eine Fahrt! Die Lika war ganz sprachlos. Und aus dunkeln Wolken kam ein aufge- Alle erklären der Lika. dass man die rothen Spitzen „Mein Lieber. Drei Bucklige kletterten an den Gondelstricken Als das Fest zu Ende war. küssen den Triton und wollen die Lika „Hm!" versetzte der Triton. ein vernünf. und die Bocksbeinigen beruhigen sich. denn spielen dort zum Tanze auf. Kehle und in den Instrumenten sitze.

" genoss. wollte. „meine huschten vorüber. Porzellanschale wäre dann doch entzweigegangen!" „Also jetzt. „Das sind die grossen Dichter!" Das Laienvolk verbindet eben mit den einzelnen Worten völlig andre Geschichten." erwiderte schüchtern die gute Divan und stopfte sich einen Tschibuk. nicht w a h r ? " Der Triton legte sich gleich auf einen molligen „Ich möchte. brauchst Du also nicht mehr brachten sie durch ein rundes Fenster in ihre Felsen. „Für diejenigen Weltbewohner. was das resolute Kind wissen herum — wie Schwalben vor ihren Nestern herum. und dann hub der Aelteste der Dichter fliegen. hoben sie aus der Gondel und Land. bedeuten dieBegriffe „Heimath" Luftballon: und „Glück" etwas Andres als für uns Künstler. Bitte! — lange Männer mit furchtbar langen schmalen Sprechen Sie. keilförmige Schatten und Sonnenstrahlen „Aber. „soll mir endlich der richtige Weg fort. Das alte Bekannte. „gern eine Künstlerin werden." schrie erschrocken die Lika. die Laien und Und die drei Buckligen riefen oben unterm keine Künstler sind." Die Lika setzte man auf einen fünfeckigen „Das freut mich!" sprach der Dichter. Laiensache bleibt Laiensache! Wir Künstler aber nennen die ganze Welt unsre N a — die Dichter waren ganz freundliche Heimath und finden überall dort unser Glück. Du willst wohnung. doch Künstlerin werden." sprach Lika an ihre Porzellan. also an: „Was sind denn das für Kerls?" frug die Lika. denn Du bist ja schon da.RUDOLF J E T T M A R . ausserdem haben wir © . Das geht uns IX. von wo aus das gute Kind eine mich sehr! Ich hätte Dich auch im andern Falle prächtige Aussicht über kunterbunte Wolkenbündel zum Fenster hinausgeworfen. das Du suchst. Aber was Anderes sahen die Kinder des Meeres zur Heimath mit dem Glück gezeigt werden. wo Herren. natürlich Nichts an. zu suchen. Lika. „freut Fenstertisch. sie empfingen die schnurrigen Gäste wie wir nach unserm Geschmack leben können." fuhr der alte Herr unbeirrt schale klopfend. „Wir Dichter sind. meine verehrten Herren!" Flügeln! Die Dichter erkundigten sich tiefernst bei dem Die Flügelmänner flogen an den Purpurfelsen Triton nach dem. „ebenfalls Künstler.

in's blaue Meer. Nun schreibe Deine Erinnerungen. Wie machen wir das?" Die höflichen Dichter brachten ihre beiden Likas Führer steuert der nächsten Insel zu. Namentlich kommt es uns zu. sie probiren einfach und können „Das war eine feine Fahrt!" ruft die Lika. damit Du auch glücklich wirst." feinen Wasserstaub. durch einen „Wo ist unsre Heimath?" brüllt der Fidele. wo wir un- Die Lika sagte nicht „Nein". matterleuchteten Höhlenfluss. Wieder werden die alten Fragen gestellt. empfahlen ihr aber. „ordentliche Künstler lernen überhaupt hält. dass die ganze Reise eigent. dass unsre Hei- Erinnerungskunst sehr viel Platz vorhanden sei. „Siehst Du. Und was sieht die L i k a ? Riesen sieht sie drüben auf den Inseln des Meeres. Bald Und abermals kommt's aus der Trompete heraus: merkte die Lika. stärker. Das Wasser rauschte sehr — es rauschte immer „Wo ist unser Glück?" fragt er dann.. stille hochgelegene Dichterzimmer." „Willst Du nun." . „Wir sind in der Wasserrutschbahn!" brummte „die Riesen meinen ganz genau dasselbe wie die der Fischbeinige. Und bald schwamm der Triton. schreiben. Unten plätscherte Wasser — da bald erscheint eine kolossale Riesentrompete in setzte man die Beiden hinein. Erkern und Säulen- Also der Triton — die Lika sagte: hallen — Alles funkelt und glüht und zuckt und „O j a ! ich merke. weit hinter ihnen. math und unser Glück blos dort ist. Es war nicht leicht. und so ging's gestört Künstler sein können. denn die Wasserrutschbahn fährt „da werde ich »Erinnerungen aus meinem Leben' schnell dahin — wie eine Kanonenkugel." sie unten sind. merkst Du nu bald was?" sie mit blitzenden Thürmen. denn ich weiss ja schon. Die Riesenköpfe ragen hoch in die Wolken X. Hübsch wär's aber schnurstracks in's Riesenreich. ihre zu begreifen. die Porzellan. Deine Heimath hast Du Und durch den spritzenden Wasserschaum sahen also gefunden. um das Alles Die Lika jauchzt. „nicht grade Riesenreich zu fahren." erwidert die Lika. Zwerge. Die Purpurgebirge liegen schon „Ach so!" flüsterte nun die Lika lächelnd. wo Deine Heimath mit begrüssten in dem Porzellanmädchen die neue Deinem Glück ist?" Kollegin. Nichts von Andern. schichte klar zu machen. als dann was. sie — das Riesenreich. Unsre Heimath ist ja überall. wo Gäste schleunigst in die Hinterzimmer und von das ganze Ufer aus hohen Säulenhallen besteht dort in eine düstre Höhle." sagt da der kluge Meermann. das Schaffen?" grosse Wogen rauschend mit dem Triton. So klug. das kann ich bereits. die nur von Fackeln — dort klingelt er an einem dicken Strick — und erleuchtet wurde. Wo aber lerne ich Kleider flattern — und das Wasser stürzt polternd. zuvörderst in's „Das ist wohl. wenn wir frügen. jegliche Einrichtung der Welt im besten Lichte Uih! zu zeigen und alle Schattenseiten nach Möglichkeit Das saust und braust und schäumt und sprüht zu erhellen. doch. hob die Porzellanschale ein bis. sticht in lodernd brennenden Farben — denn alle lich überflüssig war. weise Gedanken zum Ausdruck zu bringen. dass Regenbogen entstehen Der Triton lachte leise auf seinem molligen hinunter geht's in grader Linie — zum dunkel- Divan und blies wirbelnde Tabakswolken in das blauen Meere. dass sie sich in einem reissenden „Bauen!" Strome befanden. ist ja Bausteine sind natürlich echte Edelsteine und Dia- da. „auch die Die Dichter verneigten sich respektvoll und Riesen noch einmal fragen. der die „Schaf!" versetzte beimFlügelputzen ein jüngerer Porzellanschale geschickt hoch über seinem Haupte Dichter. was Du chen höher — und dann ging's wie ein Pfeil hinab wissen willst. der Luft. ihre Haare flattern. — und bauen thun die Riesen — Paläste bauen „Kluge Lika. schale wieder vor sich herschiebend. „Bauen!" tönt's aus der Trompete zurück.noch die Verpflichtung. Dir die Ge- — rasend rasch — wieder hinaus in's Freie. Und das Glück manten — riesige! kommt ja beim Schaffen. denn was ich suchte. allwo für Dichterinnen und nöthig. bin ich schon." fragt der Triton. immer schneller schoss es dahin. Jetzt weisst Du doch endlich.

Aus den sein. J* F IN I S RUDOLF JETTMAR. die Treppen mit den zellangeschöpf. Die Lika sitzt in ihrer Schale — schaukelt im Das Meer ist blau. „Doch!" sagt sie. Kuppelbauten — Gold für die dicken Wetterfahnen. . Der Triton plätschert im Wasser herum und Die weiten Säulenhallen. Du vielleicht nicht ganz so glücklich sein." Thurmlaternen leuchtet's wie aus glücklichen Der Triton holt das Gewünschte aus seinem Augen. heften die grossen Diaman. die Terrassen mit spielt mit dicken Lachsen. ihren spiegelnden Fliesen." ten ordentlich fest. messen und zeichnen und rech. Thurm. dass alle Inseln im „ N a ! N a ! " tönt's zurück. „Es ist nur gut. dass sie das Schaukeln gar nicht bemerkt. Künstler von der Luft leben kannst. sonst würdest stein auf den andern. ihrem orangefarbigen Sonnenschirm. Meerwasser neben einem grossen. dass Du wie alle echten Feierlich thürmen die Riesen einen edlen Bau. sein — frei — sonnendurstig! Der Himmel ist blau. Der Himmel ist blau. „gieb mir nur das nöthige Papier offenen Pforten — fassen die hohen Inseln so und einen Tintenstift. Der Triton bringt ihr einen neuen Tintenstift und meint schmunzelnd: XII. siebeneckigen Der Triton taucht unter. Und Alles scheint weit aufgethan zu Rucksacke hervor und giebt es hin. Ich will gleich glücklich prächtig ein — als wären's Juwelen. Schiffe kommen und bringen neues Werkzeug. Silber und Glas für die Und die Lika schreibt. schreibt aber so emsig an ihren Erinne- Die Lika schreibt ihre Erinnerungen unter rungen. — wie Kronen — wie ewige Kronen. „Ich danke Dir/' sagt freundlich das gute Por. Riesenreich immer herrlicher glänzen und glitzern Möven schweben vorbei — weisse. Das Meer ist blau. bauen Palast an Palast. „ganz so glücklich!" nen. unzählige neue Stoffe.

. RUDOLF JETTMAR. A U S EINER F O L G E V O N FELSENLANDSCHAFTEN.

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G O T T H A R D KUEHL DRESDEN C M = INTERIEUR M I T GRÜNEM KOFFER = .

Die Gegner sagten missmuthig: es ist eine sich schleunigst zu verjüngen und halten „moderne" geistige Epidemie. Der historisch ge- verging in stiller. trachten treten. die vor einem Jahr noch Cita- eines Jahres ist dieser grosse Umschwung einge. PRINZ T R O U B E T Z K O Y MOSKAU =PORTRÄT = BRONZE ZWEI JAHRE SEZESSION V o n LUDWIG HEVESI A m 3. waren be. dass vorübergehen wird. rastloser Arbeit. P. Ein Jahr „sezessionistisch" geworden. kopfschüttelnd oder spottend. tonan- Gelehrte wissenschaftlich beschäftigt. geraden Wege weite Welt gingen. Es war ein interessantes Kapitel zur als unmöglich zurückgewiesen worden. wöhnte Architekt wirft seine Stilarten über Bord teten. aufgewachsen. Die Kunstgewerbeschule. die Leute war. In diesem einen Jahre ist ganz Wien gaben die paar Abenteurer verloren. die es ihnen möglich machen könnten. Innerhalb gebende Fabriken. die Versteigerung die Restchen von jugendlichem Sauerteig zusam- Hörmann. dass er im „Stilvollen" erst konnte praktische Sezession bringen: Aus. könnte man sagen — und in die ungefähr parallel mit dem breiten. vor einigen Mo- 0 . stimmten zu. Die der Sezession in der nämlichen Richtung fortzu- Leute sahen zu. rissen men und ermuntert sie frisch drauf los zu gähren. Die Leute staunten. die Lager. lachten. die ja jetzt mehrere jetzt Medaillen. und schreiten. die noch vor zwei Jahren geistert. April waren es zwei Jahre. das fertige Haus. zulugen. was herauskommen würde. Das zweite Jahr und sucht zu vergessen. die nämlichen Dinge. dellen des Altherkömmlichen gewesen. eine Psychose der Menge. erhalten „Psychologie der Massen". lobten. jene Neunzehn sich aus jenen Hun. In den alten Kreisen scharrt man stellungen. Aber sie ging nicht vorüber. Grosse Handlungshäuser. vielmehr begannen die Gegner nach Pfaden aus- derten loslösten — herausdividirten. schlechte Witze. die Kunst zu suchen.

dieses . oder das Mädchenzimmer. Moderne fallen liessen. voran. sich so tragfähig erweist. um sie einträglich zu machen. nein. ist über Nacht gestürmt. die für uneinnehm. die auf den gestern noch verhöhnten Sezession. so modern als möglich. Das Jubiläum „Urväter-Hausrath" schworen. Ehrsame Familien. zu sollen. selbst der Phan- erweisen sich blos die von Modernen unterstützten tasie des Schneiders wachsen Pegasus-Schwingen als gangbar. mit unter den kostbaren Adressen machen die alt. Alles Mode. deren Juries noch alles das Rauchzimmer muss modern sein. welche die Kunstverleger herausgeben. oder in der Gewerbeausstellung. Hat es doch schon so die morgen vorüber sein wird! Nun.M A X I M I L I A N LENZ WIEN O M = EINE W E L T = naten noch eine Bastille Wiens. er kann den Bestellungen danten. eine neue Besatzung aus dem Lager der gar nicht genügen. fällt der Beifall des Publi. alle Hände voll zu thun. J a . unter den Pracht. den neuen Typen zu mischen. Alle Gewerbe stürzen sich in die Strömung. ihrem ewigen Sinn für das Junge. Der Frühling kommt. Wenig- modischen schon den Eindruck von Humoresken. die Damen. sie hat leben gegeben! Wer Neues macht. das moderne Haus. hochmodern. büchern. stens das Boudoir. und die und sie glaubt sich zu symbolistischen Taillen- Wohlthätigkeit giebt ihren Festen einen „sezessio. beginnen ihn mit des Kaisers regt zu grossen Unternehmungen an. hat plötzlich sich ergeben und sucht sich einen neuen Komman. lange überhaupt keine Strömung in unserem Kunst- bar galt. schnitten und mystischen Verschnürungen erheben nistischen" Anstrich. die Mode! sagen die Geringschätzigen. die persönliche Wohnstätte. auf lebendiges Verständniss. Und bereits stösst auch kums schon den Jungen zu.

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PRINZ T R O U B E T Z K O Y MOSKAU = JUNGE F R A U M I T K I N D = BRONZE = JUNGES MÄDCHEN = BRONZE steckenspiel mit der Natur war. Aber in dieser Spanne Zeit übte es eine Allmacht aus. weil es ein ewiges Ver- P. Gut. nachdem vorher. genau gemessen. Warum gerade fünfzehn Jahre? Wegen der Analogie mit dem Rokoko. weil sie ein Ausdruck der Natur sein will. Unser naturwissenschaftliches Jahrhundert hat noch ganz zuletzt auch die Kunst wieder auf natürliche Grundlagen gestellt. Sie schafft im Geiste der Natur. das Rokoko eigentlich nicht länger als fünfzehn Jahre in Saft und Kraft gestanden. Die moderne Kunst- weise wird länger leben. Eine andere Natur. als die natürliche. der sich selbst die Chinesen beugten. „Morgen" wird im Auslande schon seit Jahren verkündet. wenn es fünfzehn Jahre lang immer heissen wird: „Mor- gen". selbst der Tischler thut es. Unter- gehen freilich musste es. wenn er sein Möbel so bedürfnissgerecht als irgend möglich er- sinnt. Hat doch. wir sind schon zufrieden. .

AUGUSTE RODIN PARIS C M = ROCHEFORT BRONZE = .

ALBERT BAERTSON PARIS = DER K L E I N E H O F = .

ALBERT BAERTSON PARIS == DIE S A C K G A S S E = .

GUILLAUME ROGER PARIS = PHANTASIE = .

Van Rysselberghe. Er BRONZE hat eine neue Kunst angebahnt. Einstweilen haben wir allen Grund. Baertsoen u. die ebenso lange dauern und ebenso viele "Wandlungen durchmachen kann. . . als einem Neger vom obersten Oberlauf des Congo. Aber diese Dinge er- wiesen sich zu unabweislich. niemals vernom- men. Grasset. In die- sem Sinne war die Sezession ein Naturereigniss. Diese ganze grosse neue Kunst war den Wienern eine vierte Dimension geblieben. die das Publikum jetzt in allen seinen Nerven spürt. welches so ausserhalb Europas geblieben war. dass bahnbrechende Künstler der Neuzeit ihm nicht weniger unbekannt erschienen. An- fangs vertrug man einen Besnard oder Zorn schwer. in seiner Aufnahmsfähigkeit und . dass die Sezession gethan hat. Die grosse Menge unserer Gebildeten hatte selbst die Namen Meunier. dem Publikum die Augen zu öffnen. jetzt wird bald nichts mehr neu genug sein. Charpentier. wie rasch es der Se- zession gelang. Kauflust. dass Theo V a n Rysselberghe. W . dieses Publikum ist ganz verjüngt. Unter Donner und Blitz und starken Erschütte- rungen ging die Erfrischung vor sich. Alexander. als einem Congoneger. alles Wissen FRANZ STUCK und Können. in der Wärme seiner Parteinahme. es ist wieder jung in seinen Interessen und Lieb- habereien. der auch Wien nicht widerstand. Einem Publikum. der mit seiner Punktirkunst ein Jahr früher in der Gartenbau- gesellschaft ohne Zweifel verhöhnt worden wäre. An- fangs versuchten sie nach alter Wiener Art sich darüber hinwegzuscherzen. Bewun- dert wurde er und erzielte einen förmlichen Aus- © . s. Der durchschlagende äussere und innere Erfolg ist ein Beweis. Dieser moderne = TÄNZERIN = Geist hat mehr als fünfzehn Jahre vor sich. wenn die Zorn-Ausstellung erst heute käme.in historisch-philosophischen Zeiten. Es ist eigentlich zum Staunen. kaum noch einigen Widerspruch erregte. worauf der allgemeine Zu- stand der Geister gebieterisch hindrängte. f. Rodin. fände sie wohl mehr Verständ- niss. J. Das Publikum ist bereits so weit erzogen. was in dem Augenblicke gethan werden musste. In der That. V a n der Velde. Es ist in ihnen — um ein Bismarck'sches Lieblingswort zu gebrau- chen — eine „werbende" Kraft. wie die alte. Anfangs schien Alles zu neu. Ich übertreibe nicht. alles Denken und Schaffen auf MÜNCHEN C M papierenem Boden gestanden. uns des Augenblickes zu freuen. ja gar nicht. Dampt.

sich für eine Frage der bildenden Kunst so sie wussten es nicht und das Wiener Publikum zu erhitzen. dass sie mehr Künst- wenigstens den ehrlichen Versuch machen sollten. Dass die Gartenbaugesellschaft 40000 Gulden kosten werde. als in Wien. jugendlichen Idealismus. so wäre ihnen vielleicht der Muth gesunken. in seinen ersten Jahren. Hätten sie z. dass die Wiener nicht gewiss war. wurden erstaunten Förderern und Sieg der Wagnerianer. Heute den. dass sie die erste Ausstellung in der bei musikalischen Leistungen möglich. in einen Kampf. m IM m l f i! verkauf. Immer günstiger gestaltete sich durch Hans Makart. ja zu „echauffiren". Gebilde steht auf festem Boden. Aber den. sehnlicher Betriebsfonds sammelte sich an. Es hat sich Unter den engen künstlerischen Verhältnissen durchgesetzt. Die frohe Zuversicht. ist der grösste half. in die Zukunft blickt. Gelder. ja selbst ein verhältnissmässig an- Welt. dessen Ausgang höchst un- ist nichts so ungewohnt. in Wien wie in aller zurückgezahlt. Nur der Kampf selber der melancholische Charakter des „fonds perdu" anhaftete. mit der man heute That des verwegenen. die sich mit dem Tri. schon weil sie einen mehr lokalen Charakter hatte. ist zweiseitig. sondern auch das Publikum. es hat Achtung und Liebe gewon- Wiens war das Unternehmen der Sezession eine nen. Klinger's „Christus im Olymp" hat viel. nicht nur Opfermuthig und arbeitsmuthig stürzten sich die die Künstler haben sie. Früher war dies in Wien blos geahnt. Neunzehn. Ein Glück noch. ist eine Erscheinung. ist die wirthschaftliche Lage. Selbst die Aufmischung einen Reingewinn. es zu begreifen. alte Musikstadt "Wien endlich dahin gebracht wor. ler als Geschäftsleute sind. Selbst diese kostspielige Ausstellung erzielte Erfolg der Sezession. B. ü'• :•'! WHITELAW-HAMILTON GLASGOW = SCHOTTISCHE LANDSCHAFT = © . denen so von I damit nicht zu vergleichen. aus denen die heutigen Siebzig gewor- leicht nirgends so tief gewirkt. Nur umph der Sezessionen in allen Hauptstädten der ein Jahr — und das anfangs so schwankende Ajl! Welt messen kann.

->•" -x n .li' RUDOLF BACHER WIEN O M = DOMINE QUO VADIS = .

ROBERT BURNS GLASGOW = EIN JUNGES MÄDCHEN — .

wenn sie producierend war. Es ist das eine populäre Kunst. Künsten. ich meine damit ein aus dem Treiben aller Stände und jeder kann sich Publicum. dass die graphischen Künste denke an Hogarth. das sich seine illustrierte Zeitung kauft Moral und manchmal mit wenig Tugend. F. Chodowiecki. Callot und an solange keine würdige Beachtung fanden. das eine Ausstellung dieser Künste zu seinen Theil nehmen und braucht nicht viel dabei schätzen weiss. dass man nicht viel zu denken brauchte. Scenen und damit genug gethan hat. Das sind kein rechtes Publicum. häusliche Scenen mit viel nicht eines. Und doch ist nichts geeigneter zu denken. Jahrhunderts. dass das Publicum an ihnen in erster Linie Lebens selbst gehalten. Und das war das Schöne an diesen auf das Publicum zu wirken. als das Graphische.. ich meine da natürlich lauter vertraute Sachen. Man auch das Herz aufgehen und wird aus dem Gedränge . Immer hat diese dass sie technisch so wirkten. FREIH V. wie das Leben selber Kunst sich an die Erscheinungen des täglichen ist. Und mit den Augen wird und aus dem Leben holte sie ihre Erfolge. sehen lernen sollte. Sie hatten die Franzosen des XVIII. MYRBACH WIEN O M = PORTRÄT = GRAPHISCHE KÜNSTE Es ist merkwürdig.

CARL MOLL WIEN O M ANDACHT .

so dass die guten Einfälle immer wie freie Kinder Gottes vor uns dastehen und uns zurufen: „Da sind w i r ! " — Die graphische Kunst hat dieses „Da sind wir" in allen Stücken gepflegt und darin ist sie die Vorläuferin und das Vorbild moderner Malerei geworden. „Das Schlimmste aber ist". in „Gedanken über Dieser Duft von Nationalität schafft dem Gra. die gleich wie das Schicksal wirkt. auf welch' einem realen Boden das Gra. C A R L MOLL das hinter dem Kleinsten auch liegt. = IN DER KIRCHE = Ich will mir da mit Goethe helfen. moderne Menschen niemals. wenn die WIEN O M Kunst es leitet. die vermitteln und trösten. Wo hat man damals dass sie ebendadurch national schuf. Anderseits wirkt indessen wieder in dieser Kargheit eine mächtige Suggestion. hatte sich die Frankreich. verlebt. grau und wie vom Tod berührt aus. Immer Soldaten. sieht. das so wenig an Köstlichkeiten der Farbe hat und wo alle Dinge durch die Nacht des Gestern dadurch Raffet. wo da ein Strich mehr Eindruck macht. jedes Ding präcis zu charakterisieren. so hätte man griechische Gestalten Goyas spanisch und könnten auf keinem anderen erblickt. Indem sie ähnlicheres gesehen? Wenn David die Revolution immer nur aus dem nächsten Leben schöpfte. versteht man Napoleon. Zeichen. die von Natur aus veranlagt sind. Es ist ja auch keine Kunst geeigneter die dunkle Kraft des Lebens und seine flüchtigen Schatten der Handlungen in ihre Aeusserungen aufzunehmen. dass das Graphische sich noch immer nicht recht in die Farbe finden kann. Es sind phische steht und immer gestanden ist. „dass alles Denken zum Denken nichts hilft. der Menzel des grossen Napoleon. Boden entstanden sein. malte und man hätte seinen Menschen die Kleider wurden Hogarths Werke so sehr englisch und die genommen. als wenn an seiner Stelle viele wären. die Nachahmung der griechischen Werke" medi- phischen jetzt manche Gönner. bis sie darüber einschlief. Nichtsdestoweniger wäre an sehen. dass das Publicum so wenig Sympathie für diese Kunst gewinnen konnte. Es mag einerseits der Grund sein. und wenn man das schuf diese Kunst lebendig und es ist kein Wunder. wenn sie nicht dieses Leben hätten. Man braucht da bloss Büschs humoristische Zeichnungen anzusehen. eines verflossenen Stils gefiel. wo vor einiger Zeit die Centenarfeier Graphik. gänzlich in ihrem ursprünglichen Zweck er- . Sie kann festhalten durch die Schärfe des Striches und durch eine gewisse Symbolik desselben. sagt er einmal. erlebte Kunst.der Striche. Auch das. aber die gerade fehlen. die das arme und elende Leben deutlich macht. Diese natürlichen Wirkungen sind ein diesen historischen Uebungen weniger gelegen. Namentlich in tierte. hat viel Bedeutung an sich. seine Auferstehung. holen. weil zwischen ihren zwei Grundtönen so viele liegen können. es ist der Krieg. selbstverständlich als rein producierende der Lithographie zu Paris abgehalten ward. Internationales ist in ihrem Während die Malerei sich in den Aeffereien Wesen viel weniger gelegen als in dem der Malerei. wenn auch manche treffliche Versuche schon bestehen. man muss von Natur richtig sein. Schatten und Lichter das Dauernde.

Indessen ist aber in zu hängen und war zu ihrer ganzen Technik die erwerben. genug. Für eine zieht den besten Nutzen Verstärkung. lichkeit. Ich ver. Nichts- ster Linie auch reprodu. sie ist doch in näch. Und so wird ihr dererwachen der Liebe zur Werk so sehr historisch. für das strömende würden die Meisterwerke Leben zu schaffen. mit dem T a g zu gehen Jetzt freilich sind dafür alle und die Culturgeschichte Augen blind. für ein Wie- daraus. den können. um dort ihre d e u t s c h e Kunst. sich in ihren rin nicht. während Malerei in's Graphische. dass sie sich schen Torsen sprechen und da an keine Antike und man kennt den Ewald an nichts Fremdes halten Kleist und den Gersten- konnten. lich nothwendig. wie Unger. gesehen. während aufgehen wollte. aber von Dürer hat Abnehmern unverständ. Bau. man weder die Passion lich war und nur Heiligen. selbst der sogenannte Ge- wie die deutschen Gra. dass sich diese tioniert und ihre Werke Kunst hierin so consequent sollten an die Schulen ge- blieb. den Geleisen zu bewegen.halten. als ob Betracht kommen. mals durch die Hände So waren sie gezwungen des Bürgers gegangen sind. Hauptmasse der Studenten jungen auf die Messe sehr wenig nur um die schickten. Auch der alten Schulen gewiss die alten Stecher und den Sinnen der vielen Schneider haben sich ja näher gebracht werden. den Todtentanz. sagen wir kurz die phiker Weib und Lehr. Malerei ausgefahren wur- mahl verdiente im Zimmer den. Und es war verdächtigsten griechi- auch gut. die da- ernscenen Anwert hatten. ihre Selbständigkeit in J a . Man Producte „kreuzerweis" zu wird vielleicht von den verkaufen. die doch so . denn sie in dieser berechneten nur durch diese allein wird Hauptaufgabe gänzlich sie so bedeutend. Kunst wäre diese rein ver- weil sie sich so getreu an vielfältigende Kunst frei- ihre Gegenwart hielten. geben werden. sie durch die ewige Copie kenne gewiss namentlich leicht verleitet hätte wer- das bildende Moment da. destoweniger soll hier nur cierend thätig gewesen. Morghens Stich die durch eine gleichzeitige nach da Vincis Abend. daran gehalten und es ist denn in Wahrheit weiss ja ganz rührend zu lesen. noch von Holbein bilder. sie sollte Es ist fast wie ein hierin vom Staat subven- Wunder. bildete. Landsknechte. weil ja das ihren berg. es schien fast. dann = MÄDCHEN MIT K A T Z E = die jetzige. Und gäbe es verflossene Malerei günstig tüchtige Uebersetzer der für solche Vervielfälti- FRANCOIS > CARABIN PARIS C M gung gewesen. sowie das sociale selbständigen Werken in in der leichteren Zugäng.

untergeordnete Stellung einnahm. Künstler Graphik meist gessenem Flacon". Es konnte dorbensten Zeit fast gar auch nicht jedem Buch keinen Einfluss. konnte. dass auf einmal die Malerei herrühren. Im Allge- denn dieser Zauber des meinen ist die Illustration Graphischen. Dass die damalige Ma- sie können uns in der Re. wie Aschenbrödel in und in der Unwidersteh- einen schweren Mantel ge. Dass die Graphik geht. verschlossen und sich aber trotzdem erhielt kalt. ist zwar keine sich daher aus eigenen Frage. eben beim wundersam. mag vielleicht nur Zeiten mit so heimlichen in der gleichzeitigen Ver- und vertrauten Stimmen dorbenheit dieses durch reden. wenn in dieser Publicum in den Verfall dunklen Kunst vergangene k a m . so sehr für das Populäre Da berührt es daher berechnet ist. aber hier meist allein ihre her die Kunst der Farben Natur. die doch suchen. zeigten ergreifen. Auch hatten viele liche Fülle an Natur. ihrer Widmung an die wie ehemals. J a . W i e sich Bilder begreifen. wobei sie freilich borgen ist. die so als Nebensache. der traf und der Denkfaulen und Stö- wie eine Erkenntniss war? rung der eigenen Phan- Das war die unvergleich. Da mussten beim Publicum eine un- freilich die Prinzen erst gerechte. dass sich dabei Auf das Graphische übte viel Dutzendzeichnerei ein- die Malerei in ihrer ver. auch ausnehmen mögen. tasie. Anscheins der Farben im was sie uns unter dem Vortheil war und die arme Einfluss ihrer Farben bie. warum diese von den Schotten etwa Thaten alle wieder so ver- oder Whistler graphisch gessen wurden. lerei trotz allem wegen des production nie das sagen. Das Graphische muss ken konnte. unter dem erst das Auffassungen sich erhalten wahre festliche Kleid ver. die Recht. ver- dreimal tanzen. Naturalismus feierte zur sich einer graphischen Be. lichkeit ihrer natürlichen hüllt. Ausserdem betrieben die vorbrechen wie aus „ver. Aber dass diese Mitteln gerecht zu werden Kunst für sich.sehr oder fast nur allein und Hogarths schwerer von der Farbe abhängt. während neben. wenn sie behaup- sich in diesen Werken bot! teten. selben Zeit fast seine Siege. dieser coup verrufen als Unterstützung de foudre. handlung gegenüber spröd Es war nur schwer zu verhält. Goyas SAINT-MARCEAUX PARIS M C die Ehre widerfahren vom kühne Radierungen waren = PORTRÄTBÜSTE = MARMOR Etchingclub illustriert zu zur Zeit Mengs entstanden . starke Düfte aus ihnen her. Und wo lag Illustration. drängte. dunkle Kunst unterdrük- ten. bevor es dankt sie hauptsächlich ganz zum Vorschein kam.

dass man in Deutschland dieser Mann klar wurde über alles. die zugleich po. wan- gross. Staatsmänner. die un. Flüchtige und Uninteres. beide wirkten gleich V und unverdaulich wie = HERRENPORTRÄT = Artikel merkwürdig so wie ein T e x t ohne denselben. förderte Künstlern freilich nichts die graphische Kunst zahl- sein. verschnörkelter Möbel. wo Freilich konnte dann die sich in steter Revo- das Graphische nur dort lution gegen alles befind- recht gedeihen. der kleinen beachteten Posen und ihre Heimlichkeiten und Sor- Poseure des Augenblicks gen. Paris wandelten sich das Gewirr und der Duft zarter nur dicke Bourgeois. so besser als wenn man bens. Man sieht zwar leitete. namentlich in Paris. aus bar zeigte. grosse orte. Das Schaffen war der Revolutionsgefängnisse. tration eines Journales. Ob es nun eine Illustration oder wässerig wie sein Thee WIEN O M bei uns die Misere in diesem eine selbständige Arbeit war. Auch ist ja nur gleich erleichtert. aller ihrer Gefühle. Job- gleich anfangs die Haupt. oder gewagte Stellungen ihrer Damen beobachten. wo es aus liche Menge sich so frucht- allen Gegensätzen. In der entzückenden französischen Blättern parfümierter und die Historik gelang steten Bewegung des Le. das aus einer fortwährenden Arbeit kommt. die nur das nächste Leben desRococo zeichnen. Fast kleidet. das deutsche Wesen des barste Gelegenheit. man konnte daraus sehen nerischen wird nirgends und die Zeit mehr ver- gepflegt. der Familie. Da bemäch- einem unablässigen Gehen Wissen. und Paris immer neue dere Ueberschuss war eine Talente zu T a g e . Zahl der Historienbilder. Es floss in ihnen wie ein reiches dert durch die Werke Blätter. Aber wo ist auch nur eines Buches die wunder. Und doch bot stehen lernen. Jahrhunderts besser die kleinen und grossen erhalten? Wer kann denn Zufälligkeiten des Lebens besser diese gespreizte Zeit intim einzugehen. tigte sich ein Daumier und Kommen seine Stoffe Man konnte aus ihnen alles erkennen lernen. die einen kühnen Ueberfall unternehmen die Barrikaden gezeichnet kleinsten Rade auch ab. auf i 8. Quelle. Hogarths. Englands Moralinsäure. lange eine vereinzelte Er- Hekuba konnte diesen scheinung blieb. Laster. FERDINAND ANDRI werden. Es gibt ja so wenig Kunstwerk für sich. die von jedem Ding das sonst verschlafen und unmuthig. und galanten Degen in die harte und graue Oede ber. lag sein Heil. Cocotten mit witzigen Ver- . die sich aus dem Kavaliere. fein säuberlich pulär und künstlerisch in in ganze Romane ge- der Illustration wären. das steife Menuett für ewig aufzunehmen. Aber die reine Manier des Zeich. sie waren immer ein '' seine Butterbrode. ver- und London waren da Spitzen. eine andere Col- alles ist Handwerk und lection Tauchnitz. aber Rosenkranz und reicher Journale Londons Güldenstern und jeder an. In den und Gavarni ihrer Typen schöpfen konnte. sante als auch ein Wesent. hätte. die bemalten Fächer wöhnte Lebemänner. die alle heitere und auch trübe auf die Natur losgingen. aber immer preciös gingen. als aus der sonst allenthalben die Illus. in die deutlichste Form liches seines Charakters zu bringen als Chodowiecki bringen und wieder die in seiner Unzahl von Illus- krause Linie des Lebens trationen? Aber während zu stilisieren.

ferdinand andri wien o m = am geländer = .

der nichts hat und jedem Stoff und durch das Plaudernde seines Hand- thut. Froufrous belgischer Spitzen und italienischer Seide In ihrer leichten und flüchtig scheinenden Auf- und wohlanständiger Piquegilets treibt sich aber fassung lag die Wahrheit. und Millet. anders. die furcht. wilhelm bernatzik wien o m = flusslandschaft = sen darunter. Solche zurückgingen. von Schmutz und Gefährlichkeit droht. wie das Leben selbst. Ich kann die Vorzeichen des Naturalismus. lernen das Leben. England bekommen die Bürgerskinder schon in Strolche mehren sich auf den Blättern dieser Künst. ging ist. Immer mehr In Deutschland ward freilich für die blosse mischen sich diese Ueberzähligen ein. wie viel . wie die Kunst in der und an ihrer T h a t sich weiter bildeten. moderner Malerei auf diese graphischen Vorbilder Das trägt reiche Zinsen zu ihrer Cultur. Erziehung des Auges am wenigsten gethan. Commis etc. In bare Decadenz des Lebens. der erste Anarchist. das selbst eine geheime Kunst aufkaufte. dass alle Stürmer selbst. Inmitten des in die Schule der erwähnten Gavarni und Daumier. ein wüster Sabbath des Elends und die Shillingsfibel des Crane in die Hand. dass diese Kinder. sie wie eine Erlösung anstaunten weishafte Augen lernen. Säufer. nun ihr die Winterstarre benahm. Dirnen. als feine Beobachter der Kunst im Leben So war es kein Wunder. dass er alle möglichen Werke edelt zu einem einzigen und reinen Genuss. der Prolog zu der grossen debäcle. Näherinnen. der Grazie des Augenblickes werden könnten. der grosse Naturalist. schliesslich kennen und schätzen ein. sie Keenes. der werkes wirkte das Graphische so ungezwungen Thomas Vireloque Gavarnis. frühester Jugend die kunstvollen Bilderbücher oder ler bis Rops. der die brache mir nun gar nicht denken. sie hatten den Mut zu ein verdächtiger Geselle herum. die Kunst vom Grund aus aufriss und umackerte und an diese edle Einfalt der Linie gewöhnt sind. eines famosen Zeichners englischen Lebens. Muther Natur einsetzen soll und wie sie allmählich diese berichtet von Menzel.

v. pflegen. Es ein und suchten diese Versöhnung zu geben. sich klären und über allem war die Herrscherhand jetzt sollte man auch noch die Seele vernehmen. auch auf eine gewisse Symbolik des Aeusseren An- boten werden.V. als ob sie Da setzten nun die Klinger. die wie das Bild unmittelbar folgte. des Individuums. die bösen stürmenden Instinkte man von dieser Kunst schon lernen können. gab der Körper eine qualvolle unversöhnliche und starre . Bedeutend ist die Zahl Kunst. die immer gleich ins Gesicht schlug. sich hierin aufgegeben hätte. dass seine Wunder offenbar und wie Eingehen auf diese Kraft aber gab Vorgänge. damit „Erweckung und Erbauung" seinen freieren Werken. Es war zugleich eine Versöhnung der künstlerisch wirken sollen.•. Stauffer. ••• C A R L MOLL WIEN O M = V O R DEM DINER = Kunst noth thut und welche. Vorgänge. Whistler. die in einer Schale von köstlichem Edelgestein ge. Man brauchte nicht mehr wollte sein Wunder. Thoma. sah da wieder in all dem Leben die Kunst mit rade die bedeutendsten Vorgänge. dass das ungefüge und stumme Wesen allein. Graphische auch an. die die unabhängige Graphik ordnenden entsprechenden Stil setzen muss. Und einen solchen Ausgleich spruch erhoben. die das Ungebundene des Lebens in den derer geworden. das sich so lange den Dingen Man wollte mehr als das blosse Leben haben. das intime recht wird. Sehen hatte der Natur gehen.••. die dem Leben ge. Man vollzogen sich aber innerhalb dieses Wirkens ge.y . man untergeordnet hatte.'. Dem Publikum war Blake. Eine Zeit lang schien es fast. Zorn. Rops und die vielen anderen diese Production fast ein Geheimniss geblieben. immer mehr die äusserliche Bewegung. Die rohe Kraft des Lebens zu verzagen. die den an und für sich objektiven Gegenstand in Aber diesen hat das Graphische nicht allein das Subjektive seiner Beziehungen zu allem und im Dienst des Tages unternommen. die die Feinhörigkeit und Fein- zwischen der Natur und der Kunst strebte das sichtigkeit des Künstlers verdeutlichte. sondern in jedem rückten.

G U S T A V GUGITZ . evangelischem Pfund wuchern. zärtlich rankte. Dieses Wunder können auch in das Zimmer der kleinen Leute wurde gebracht. das so lange ver- auch der Mittelstand zu eigen machen und es gilt dorben sich abwandte. Diese wunderbar steigt. MAX KURZWEIL WIEN O M : PORTRÄT = Macht bleiben sollte. Das Blätter und Blüten in den. zugänglich zu machen. die Künstler bieten uns Cultur geben. Reichen Zins an vielfältigung in weitere Schichten zu tragen und Cultur wird es genug tragen. sondern man gewahrte einen schämen braucht. der aus unserer Seele können namentlich die graphischen Künste. Ihre Producte kann sich Das Publicum selbst aber. ob man ein Oelgemälde oder Beharren auf wahrer Kunst wieder erzogen und statt dessen eine künstlerische Radierung besitzt. tröstend hinabsteigen und ihnen in allen ihren So hat sich denn die graphische Kunst all. ihre Kunst durch ihre Ver. die alles gerecht werden. Darin mögen ihre graphischen Darstellungen mit eben derselben sich die graphischen Künste bestärken und für die Liebe wie ihre Gemälde. mit allen ihren besten Mitteln lebendigen Baum aus ihnen steigen. die auf alle übergeht. wenn nur Man kann auch aus kleinen Mitteln der Kunst die rechten Künstler auch wieder da sind. Anblick. wird durch das unablässige für die Cultur gleich. sie mögen wahrhaft mit weil sie berufen ist. durch ihren Besitz endlich eine allgemeine digen emporgeschwungen. zur Bewunderung angehalten werden. der seine auf ihre sociale Verbreitung hinzuarbeiten. Weisen eine schöne und gute Stunde durch ihren mählich von einer Nebenkunst zu einer selbstän. so wie die Kunst sich nicht zu verstehen und deuten. J a die graphische Kunst Cultur des Volkes in erster Linie schaffen wie kann man wohl eine Art „socialer Malerei" nennen. etwa Thoma und Grasset.

Wo in jungen Liebestagen Wir hinab ins Thal geseh'n. Zu den tannengrünen Höh'n Sollst dein totes Lieb du tragen. dass wir unser Eigen. Keine bleiche Priesterhand Segnet. senk' mich ein. wenn ich sterben werde. . Als ich Seel' um Seele tauschte. — Wunderstille Waldesruh! Bebend. Nimm mich fest in deinen Arm. Dorten ist geweihte Erde. Und der Mai sah lächelnd zu. TEXT- UMRAHMUNG VON KOLOMAN EIN G R A B MOSER Nebel sinken feucht und warm Auf die frühlingsmüde Erde . Der zu meinen Häupten rauschte. wo ich schlummern werde. PAUL ALTHOF . — Dort. Wo ich deine Liebe fand. Liebchen. . Heilig ist der grüne Hain. mein Liebchen. Standen wir in heissem Schweigen.

dem sie im Leben treu zur Seite gestanden hatte. K. Statt- halterei gefunden. Juli d. einen Lieblingsgedanken ihres verewigten Gemahles aufzunehmen und in hochsinniger Weise eine Stiftung zu Kunstzwecken zu errichten. die für unsere Vereinigung sehr ehrenvolle Absicht hege. Diese Stiftung ist nun geschehen und hat am 7.-ö. Sie wollte damit nicht nur dem M a n n . J . bringen wir hiermit den Inhalt des Stiftsbriefes zur öffentlichen Kenntniss.BUCHSCHMUCK VON A D O L F BÖHM MITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS Als wir im Frühling dieses Jahres die erfreu- liche Nachricht von dem grossen Erfolge brachten. ein würdiges Denkmal setzen. Z. 57899 die Genehmigung der K. dass die Wittwe unseres treuen Kampfesgenossen. eine kräftige Förderung angedeihen lassen. n. konnten wir zugleich schon anzeigen. den die Ausstellung und die Versteigerung der Werke Theodor von Hörmanns hatte. die für ihre Schöpfungen die verdiente Anerkennung nicht gefunden haben. sondern vor allem den jungen emporstrebenden Künstlern. . Frau Laura von Hörmann. Indem wir unserer Genugthuung darüber lebhaften Ausdruck geben.

doch behalte ich mir. Die Wahl an Stelle des in Wegfall gekommenen Curators erfolgt durch die sämmtlichen übrigen Curatoren mit Stimmenmehrheit. Jubiläums-Stiftung" behufs Förderung hauptsächlich österreichischer Maler zu begründen und widme zu diesem Zwecke den Betrag von 20000 fl. Kunstmalers in Wien. WIDMUNGSURKUNDE BUCHSCHMUCK VON A D O L F BÖHM nlässlich des Jubiläums der 50 jährigen Regierung: Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. ernst individuell. ohne welche der Ankauf nicht erfolgen darf. Die Verwaltung dieser Stiftung obliegt einem aus fünf Künstlern be- stehenden Curatorium. die Genehmigung dieser Beschlüssse vor. C A R L MOLL.. — sage Zwanzigtausend Gulden — sowie die Hälfte des Er- löses der in der Beilage verzeichneten Bilder aus dem Nachlasse meines seeligen Gatten. mit 6 jähriger Functionsdauer. Kunstmaler in Wien III. Kunstmaler in Wien IV. mit 9 jähriger Functionsdauer. veranlasst. Kunstmaler in St. Praterstrasse 33.. mit 10 jähriger Functionsdauer. Die Curatoren wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter und gehört zur Giftigkeit einer Beschlussfassung des Curato- riums die Anwesenheit von mindestens drei Curatoren nach erfolgter schrift- licher Einladung sämmtlicher Mitglieder durch den Vorsitzenden oder dessen Stellvertreter. mit 7 jähriger Functionsdauer. . E R N S T S T Ö H R . RUDOLF BACHER. W a s die Wahl des anzukaufenden Bildes betrifft. Der erwähnte Zweck dieser Stiftung soll auf nachstehende Weise erreicht werden: Die jährlichen Interessen des gewidmeten Capitals sollen zum Ankaufe eines oder mehrerer Bilder verwendet werden. Steingasse 13. Mathäusgasse 6. Bei dieser Art der Er- gänzung des Curatoriums setze ich als Functionsdauer jedes Curators 5 Jahre fest und bestimme. FELICIAN B A R O N M Y R B A C H . solange ich lebe. mit 8 jähriger Functionsdauer. Theresianumgasse 6.. so gebe ich dem Cura- torium nachstehende Directive: Das Bild muss im Sinne meines verstorbenen Gatten. Kunstmaler in Wien III. Herrn Theodor von Hörmann. sehe ich mich im Sinne meines seeligen Gatten. Ober- krain. Nach meinem Tode erfolgt die Ergänzung des Curatoriums durch Wahl Seitens der Curatoren. Die Entscheidung darüber.. unterliegt der Beschlussfassung des Cura- toriums. eine „Theodor von Hörmann- sche Kaiser Franz Josef I. Als die ersten Curatoren ernenne ich die Herren: JOSEF E N G E L H A R T . welches Bild angekauft werden soll. Professor in Wien II. Johann am Wocheiner See. dass ein Curator bei seiner Bestellung nicht über 45 Jahre alt sein dürfe. Die Ernennung der in Wegfall kommenden Mitglieder des Curatoriums behalte ich für meine Lebenszeit vor sowie auch die Festsetzung der Functionsdauer derselben.

Juni 1899 mittelst Beschluss. Fertigung. Der Verkaufs- auch die angesammelten 2 jährigen Interessen zum erlös der Bilder ist gleichfalls in 4°/ 0 igen. österr. nicht zu berücksich. Bilder der Curatoren des Vorsitzenden der Curatoren. zu Ankaufe eines Bildes verwendet werden. Die in der Beilage verzeichneten Bilder sind gekauft werden. fern von Nachempfindung: und Nachahmung und Bild muss sichtbar den Titel „Theodor von Hör- von rein künstlerischem Interesse sein. welche strebender Maler. nach Ermessen des Curatoriums innerhalb zweier Die Curatoren sind nicht verpflichtet. Das der Stiftung gewidmete Vermögen wird tigen. vor. die sich bereits tragen. Die angekauften Bilder sind nach Er. widrigens die innerhalb schaffung eines Bildes die Interessen eines Jahres dieses Zeitraumes nicht verkauften Bilder dem zu verwenden. diente Anerkennung nicht gefunden haben. doch sind österreichische Maler möglichst zu be. für diese Stiftung vineuliert werden müssen. vineulierenden. Kronenrenten angelegt. welche für ihre Bilder die ver. einen Namen gemacht haben. zur An. Jubiläums-Stiftung" sind die Bilder von Künstlern. vielmehr können ausnahmsweise Stiftungszwecke entzogen werden. Jedes von dem Gelde dieser Stiftung angekaufte L A U R A VON H Ö R M A N N BUCHSCHMUCK VON A D O L F BÖHM . vielmehr vor Allem die Bilder jung auf. Es ist nicht ausgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkte bleiben die Bilder in fende Bild von einem ausländischen Maler stamme. in 4°/ 0 igen österr. Uber die W a h l der Galerie. Verwahrung des Curatoriums. bestehenden öffentlichen Galerie oder einer zu Urkunde dessen meine notariell beglaubigte gründenden Galerie zuzuwenden. am J9. welcher das ange- kaufte Bild zugewendet wird. Hierbei mann'sche Kaiser Franz Josef I. Kronenrenten zu fructificieren. Die Werthpapiere selbst bleiben in Verwahrung züglich zu berücksichtigen. dass das anzukau. dürfen während deren Functionsdauer nicht an. meinschaft mit einem Mitgliede des Curatoriums messen des Curatoriums entweder einer bereits zeichnen. Für die Stiftung wird der Vorsitzende in Ge- vorzugen. entscheidet das Cura- torium nach den oben angegebenen Principien Innsbruck. Jahre zu verkaufen.

FERDINAND SCHMUTZER = DIE N Ä H E R I N = ORIGINALRADIERUNG .

FERDINAND SCHMUTZER = LÄNDLICHES STILLEBEN = ORIGINALRADIERUNG .

Olbrich wurde von Sr. sondern als eine ungebunden schaffende Gemeinde. J u l i sind dort eingezogen und haben sich einstweilen. dem Grossherzog. ohne langstilige Amtlichkeiten sollen sich ihre Mitglieder frei entwickeln und im fruchtbaren Verkehre mit den um sie herum emporstrebenden Talenten Anregungen geben und empfangen. Bereits mit I . womit Olbrich im Oktober beginnen wird. von Hessen. in der eine Reihe unserer vielversprechendsten T a - lente walten und wirken wird. in die Darmstädter Künstler- colonie als Mitglied berufen. bis Olbrich seinen für Wien geträumten Traum der Künstler-Villen und Ateliers verwirklicht haben wird. als eine Academie im alten Stile. Das glückliche Darmstadt bekommt damit eine Künstler- colonie. Hoheit. im Schlosse Mathildenhöhe eingerichtet: der Meister im mo- . ohne lästige Einschränkung durch zopfige Kunst- behörden. Vor- läufig. kgl. FERDINAND SCHMUTZER = AKTSTUDIE = ORIGINALRADIERUNG OM Joseph M. wurde ihm als erste Thätigkeit in Darmstadt der Bau der Künstler-Villen und Ateliers übertragen. Unter glücklichen Umständen. so unterbricht sie keineswegs sein künstlerisches Wirken für unsere Stadt. die behaglich den schon bedenklich dünn gewordenen Faden der Ueberlieferung weiterspinnt. nicht als eine Schule. die mit klaren Augen alle Bedürfnisse des modernen Lebens erfassen und frisch em- pfindend künstlerisch verdichten wird. Da seine Abwesenheit von Wien nur eine periodische sein wird.

ihn erziehen und Colorist. S. Hans Christiansen. Entwerfenden und den Ausführenden gähnte. der kanten und Gewerbsleute werden durch sie werth- ausgezeichnete Kleinplastiker. . für alles. das heimatliche stadt werden und dem Lande Hessen und schliess- Gewerbe mit neuen Ideen zu beleben. der bisher aufzuprägen. Fabri- der Ciseleur und Modelleur Rudolf Bosselt. Patriz Hub er aus München. Leipzig. lich ganz Deutschland Segen bringen. Sie werden die Beziehungen zum seine Thätigkeit in Paris entfaltete. ferdinand schmutzer spinnendes mädchen = o r i g i n a l r a d i e r u n g Für die Redaktion verantwortlich: E. Bildhauer Ludwig volle Entwürfe erhalten und das gebildete Publikum Habich und der Schöpfer der intimen Innenaus. Seemann. und der phantasievolle die Kluft ausfüllen. schen Geist einzuhauchen und deutsche Eigenart V. Das kleine Darmstadt wird so zur Kunst- Schaffen ergeben bestrebt sein. Wesen entsprechende künstlerische Form zu er- wig von Hessen werden sie sorglos und blos ihrem fragen. dernen Kunstgewerbe. die so lange zwischen den Zeichner für Stickerei und Weberei Paul Burk. Unter so Geschmack daran finden. ihm deut. Leipzig.. was es im dem Schutze und unter der Oberleitung des er. der feinsinnige Handwerker wieder aufnehmen. A . Grossherzogs Ernst Lud. täglichen Leben umgiebt. Heinz Heim. Druck von Ernst Hedrich Nachf. die seinem persönlichen leuchteten Kunstfreundes. wird in innigere Fühlung mit ihnen treten und stattungen.

A . = J5 M. HEFT 8 VERLAG VON E. JAHRG. LEIPZIG . II.BILD. SEEMANN. KÜNSTLER ÖSTERREICHS JÄHRLICH t2 HEFTE IM ABONNEMENT 9 FL.

UND K. I. KÄRNTNERSTRässe 16 K R Y S T A L L . SPIEGEL." PEUKANEARBEN GVNTHER WAGNER KVN^TlER-WA^ERrmBEN FEIN5Te MARKE FÜR KUN5T|ERi5CHE RRBEITEH .vi©a K K STÄTZLINGS <f MACDALfNENST C O M M I S S A K ' L 10ä W I E N . *TT I GEBRÜDER | ä R O H H E R v» WIEN. VII.2*9 3 ELEKTRISCHE BREITEGZ10&12 O i BEHÜCMTUMG5 w OBJELCTE.L U S T E R . TRINK.E. BAKALOWITS ^ K. PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC. H O F L I E F E R A N T E N SÖHNE WIEN.

FREIH. W A N P f Ü L l l M ö f f i IM HÖPPIPH lilEIZIttQ M ^ S P A B t: io INHALT seite DER H O F P A V I L L O N DER W I E N E R STADTBAHN. . V O N M O R I T Z DREGER 17 DIE R E F O R M I E R T E A K A D E M I E . A L F R E D R O L L E R . VON V. J O S E P H M. V O N M Y R - B A C H . S 3 M A X KLINGER 14 DIE NEUE B A U S C H U L E . STUDIEN V O N M A X KLINGER. A L F O N S MUCHA. M . A D O L F BÖHM UND P A U L ROLLER. GEDICHT- U M R A H M U N G V O N F . S C H W A R Z . VON OBERBAURATH OTTO WAGNER. K O L O M A N M O S E R .W E I S S V O N E. VON GUSTAV FALKE 31 A N S I C H T E N U N D Z E I C H N U N G E N V O N DEM H O F P A V I L L O N DER W I E N E R S T A D T B A H N . VON V. O L B R I C H . LILIEN. REDAKTION: FRIEDRICH KÖNIG. S 26 WEISSE NARCISSEN.

HAUPTFA£ADE (9) .ANSICHT DES HOFPAVILLONS.

bahn beherrscht. J . Deshalb und da auch gekrönte Häupter. ver- führt einer der neu eröffneten Arme halten werde. unserer T a g e — man hat sich gewöhnt. Sagen wir es gleich: das Ergebniss der Wiener Stadtbahn an dem alten ist ein glänzendes. folgenschweren Sieg er- Theil des Frühjahrs und des Herbstes zu ver. mitunter hier wohnen. wie die neue Kunst und Leopold Bauer. DER HOFPAVILLON DER WIENER STADTBAHN uf seinem Zuge aus dem Herzen der A ihr hier zum erstenmale gestellt wurde: die Um- Stadt nach dem waldigen Wienthale gebung für ein gekröntes Haupt zu schaffen. die Das Herz des Baues ist der kaiserliche Warte- 0 . W i e wir durch ihn erfahren. dem Bahneinschnitte. Hier ihr bisher fremden Gebiete einen herrlichen und. Da die Bahn ( Gestaltung unserer Wohn. haben des Monarchen und seiner hohen Gäste zu ihm diesmal folgende Künstler seines Ateliers zur schaffen. Oberbaurath Professor O T T O eine Hofhaltestelle der Stadtbahn zum Gebrauche W A G N E R . pflegt der Kaiser von Österreich einen grossen man darf wohl hoffen. Fischl. durch einen ihrer grössten Feldherren. Allerdings wurde sie zu diesem Siege geführt bringen. die Moderne hat auf einem kaiserlichen Lustschlosse Schönbrunn vorbei.und Arbeitsräume ein. k. steht der Pavillon über gegriffen hat und die die ganzen Bauten der Stadt. durch den die in Wien zu Gaste weilen. sie kurz die „Moderne" zu nennen — welche so tief in die Die Situation für den Hofpavillon war dem Künstler als feststehend gegeben. Olbrich Man durfte gespannt sein. Seite gestanden: Carl Adalb. den k. M. hier als Tiefbahn führt. rungen. nächst Hietzing bauten. sich gegenüber der Aufgabe. künstlerischen Schöpfer der gesammten Stadtbahn- ergab sich die Nothwendigkeit.

= U N T E R F A H R T DES HOFPAVILLONS = .

i eckigen kaiserlichen War- werth. Wenn die Kunstfor- facher wie edler Weise schung späterer Zeiten zum Kunstgebilde aus. Formen in ebenso ein. Es ist bemerkens. natürlich ohne Octogon herum zu ihrem. dessen Tiefe der Centrum des Gebäudes Entfernung entspricht. ron gelegenen Warteraum durch einen loggiaartigen Dem ganzen. dann wird dieser leren Rampentheiles. Er hat einen acht. einen wohl. seitigen Perron gelegen getriebenen Kuppel be. ist. schnittes von einander hang mit den barocken trennt. LAMPE IM STIEGENHAUS = Raum wohl oft als typi- © . aus dem tesalon. Sie trägt schmiedeeiserne Ziehen wir zunächst Candelaber für Bogen. davon sprechen wird. aus Ei. aufsteigend und dasselbe welche die beiden Stütz- dominierend. rampe vorgelagert. GITTER DER TERRASSE = Durch einen Vorraum. Stein und Putz auf. das Octogon. dass sie eisernen Geländern und sich wieder von dem der verglasten eisernen Zweck ihres Werkes lei- Ueberdachung des mitt. von welchem sen. Dies gilt die Kunst unserer Zeit auch von den schmiede. Suite den Weg um das stellt . wie diese. auch nur eine Barockform über dem jenseitigen Per- zu copieren. daran gesundete. TtmfnoaaauuoaaruaMu salon. an welchen die raum des Kaisers. links nimmt die kaiserliche brunner Schlosses her. betritt man den acht- krönt. wie gestaltet sind. aus auch die Abgänge geführten Gebäude ist zu den beiden Perrons eine bequeme Auffahrts. den Warte- lampen. in Be- constructiv bedingten tracht. ten liess. erfolgen. Vom Vorräume Baulichkeiten des Schön. eckigen Grundriss und welcher über dem dies- wird von einer kupfer. mauern des Bahnein- thuenden Zusammen. Corridor.

hat der Knüpfteppich. zu diesem Zwecke in len Zwickelstreifen zwischen die Rückwand des Salons den heller gehaltenen Geh- nicht etwa eine frostige ge. dunkelrothem Sammt erschei- einzufügen. erfahren. welche durch Schritten den R a u m durch. dem Ein. das Gehaben des mes hin nehmen kann. sches Schulbeispiel angeführt lonhöhe von 3000 m über der werden. sondern mit dem nen sie an den Wänden. jenes grosse schmücken sie die Rückleh- Werk der Technik. dendronblätter in den schma- ner . die lieb") ist überhaupt das Linke am Säbelgefäss. In mattem kürzen. und Stadtbahnbau. Schönbrunner Gloriette ma- nialer Consequenz bis zur len. sem Punkte die Leitlinien nenden Raumes zu beobach. mit einer deckt. das zu nen der Sitzgelegenheiten. welche der punkte des Raumes. kann sich nun sofort Seiten hin und lassen zwi- lebhaft vorstellen. Das Roth verbinden. So liess er denn CANDELABER DER des Bodenbelages zieht sich von C A R L MOLL einen übrigens vom Eingange an Blick auf Wien aus der Bai. durch die Wege. . schmalgestreif- Ueberblick über den ganzen ten Seidenstoff appliciert. nach all den verschiedenen ten. die Grundmotiv für den ganzen Meldung erwartet. denn er ist in ge. B. Finger der rechten Hand Der Philodendron („Baum- leicht darauf gestützt. wohl eine Anspie- Secunden des Wartens dem lung auf die bekannte N a - Monarchen durch den An. Echt mo. turliebe und Waldessehnsucht blick eines Kunstwerkes zu des Herrschers. lag nahe. Er ist näm- originellen Decke behangen lich thatsächlich decoriert ein Tisch. Roth breiten sich die Philo- dern aber war es von W a g . lage genau verfolgen. auf Kunstwerk zugleich einen heller rothem. in malte Apotheose oder dergl. ein aus Philodendronblättern misst. bahnen am Boden aus. der den Da steht z. wie er mit schen einander nur schmale seinen raschen. RAMPE = durch alle Räume des Baues. nicht im Mittel. schiedenen Thüren des R a u - heit hatte. ganzen Boden des Salons be- gang gegenüber. elastischen Zwickel frei. dass alles ornamentalen Schmuck des zur Abfahrt bereit sei. benützen der hohe Fahrgast deren Sitze jedoch den glatten soeben im Begriffe steht. Wer je Gelegen. Natürlich lässt sich bei kleinen Einzelheit hinab dieser Annahme der ganze nichts anderes als das der Zug der neuen Stadtbahnan- Natur mit intimem Verständ. Strah- Monarchen beim Betreten lenförmig schiessen von die- eines solchen Zwecken die. zu Stoff aufweisen. — niss abgelauschte und Form Eine unglaublich geniale gewordene Gehaben seines Lösung im erwähnten Sinne Bewohners. bei dem Tischchen gebildetes Ornament ausge- halt macht und jetzt. sondern Kaiser von seinem Platze am mehr gegen die Rückwand Tischchen aus nach den ver- geschoben. die füllt werden. Diese Raumes.

Dieses Roth des Bodens und das der Wände klingt zu einem prächtigen. über die Stiegenabgänge hinab bis zum Waggon. die zu einer ge- schlossenen Loggia führt. wirklich kaiserlichen Accord zusammen mit dem durch zarte. der zeltartigen Decke. Die Beleuchtungskörper in diesem Bau wären überhaupt ein gesondert zu behandelndes Capitel. als Bogen- lichtcandelaber auf der Rampe vor und überall hat Wagner es verstanden. in den Ecken an- geordnete. den mannigfachen Erfordernissen. welcher als Beleuchtungskörper genau eine ebensolche Lampe trägt. Aehnliches Hesse sich von den Plafondlösungen 0 . vergoldete Schnitzerei belebten Jungmahagoni der Täfelung. als freihängende Beleuchtungskörper in der Unterfahrt. wie sie sich auf den Arbeitstischen des Monarchen in seinen jeweiligen Aufenthaltsorten vorfinden. nur durch das edle Material erzeugten.und die Bildwand normal stehen. Vor der Loggia lässt sich auf einer Terrasse ein kleiner Garten arran- gieren. Für solche Gelegen- heiten nun ist in dieser Loggia ein Schreibtisch aufgestellt. Von den beiden Wänden. mit geradezu verblüffender Einfachheit = LOGGIA-ECKE = und Schönheit gerecht zu werden. Eine dritte Eckthüre führt zur Toilette und die vierte Eckwand wird durch den Kamin eingenommen. die andere durch eine Glasthüre eingenommen. die der Kaiser betritt. Sie kommen als Stehlampen und als Deckenbeleuch- tung im Salon. wird die eine durch ein grosses Fenster. Nirgends belästigt ein stärkerer Tonunterschied die Aufmerksamkeit des rasch Dahinschreitenden. Letzterer ist aus besonders schönen Stücken von Laaser Onyx gearbeitet und bei völligem Mangel jedes plastischen Schmuckes von einer. dass der Monarch in den letzten Minuten vor seiner Abfahrt noch ein Telegramm oder einen Befehl niederzuschreiben wünscht. die sich aus dem gewollten Beleuch- tungseffect. grossartigen Wirkung. Oft kommt es nämlich vor. Von diesen führen zwei. des Mobiliars und der hohen Flügelthüren. welche auf die Ein- gangs. Auch diese Loggia hat einen ernsten Zweck und ist weit entfernt bloss decorative Absichten zu verfolgen. als Wandbeleuchtung in den Corri- doren und auf den Stiegen. der Bedienung und Wartung des Körpers ergeben. zu den breiten Stiegenabgängen auf die beiden Abfahrtperrons für die beiden Richtungen der Bahn nach dem Praterstern und nach Hütteldorf.

teppich des h o f w a r t e - salons = .

Ein mehrfacher. die nichts zu wünschen übrig lässt. Sie ist ein schönes LOGGIA-KAMIN = 9 . schliessen sich an der Decke wieder zum strammen Bündel. Sieht man wie alles das durchdacht. löst die Frage in ebenso einfacher als angenehmer Weise. je nachdem der Empfang mit oder ohne Ehrencompagnie stattfindet. zumal da es nicht nothwendig war. für dessen Gebrauch das Ge- bäude bestimmt ist. tragen sie so und benehmen dem Räume alles Kasten.und Schachtelartige. Wo andere sich mit Gesimsen quälen. Oder in den Ecken der Corridore. Und wie heiter weiss Wagner die Spiegelscheiben seiner Fenster zu beleben. einige schlanke Stucklinien aus der Wandfläche heraus. wie in der Loggia z. ausländische Kräfte heranzuziehen. grösser oder kleiner ge- macht werden kann. die mit reizvoller Weichheit vom Golde zum Glas hinüberleitet. An Einfachheit der Lösung ist auch die Ab- grenzung des für den Kaiser und seine Gäste be- stimmten Theiles des Perrons ein Unicum. B. In ihr sitzt ein goldenes Linien- ornament. die beiden Räume in ihrer Wirkung so fein und treffend zu differen- zieren. neigen sich.. da steigen bei Wagner. W i e bescheiden wirkt das zarte Grün und Silber dieses Raumes gegen das volle prächtige Roth des kaiserlichen Salons! Wie glücklich sind die Stühle dimensioniert. mit welchem immensen Auf- wand von Geist und welcher ungeheuren Erfah- rung das alles gemacht ist. begleitet von einer Mattierung stärkeren Grades. Die Mattierung des unteren Theiles entwickelt sich im oberen zum schmalen Rahmen. hinter dem kaiserlichen Salon gelegenen Warteraum der Suite. dass der hohe Herr. welches verschiebbar ist. Da ergeben sich durch die Achtecksform des Mittelraumes fünfeckige Plafonds. sondern Material wie Arbeit durchweg dem Inlande ent- stammen. da lernt man erst recht das künstlerische Feingefühl Wagners bewundern. sich darüber ausserordentlich lobend geäussert habe.in den einzelnen Räumen sagen. Und die Arbeit ist von einer Exactheit. dann glaubt man gerne. für kurzes Verweilen zwar bequeme Rast aber auch die Möglichkeit raschesten Erhebens gewährend. Betritt man aber den. in den Putz der weissen Decke hineingeschnittener Kreis mit ein paar schönempfundenen Linien darin. indem der abgesperrte Theil durch ein rothsammtenes Velum. dem es gelungen ist.

was den Werken Wagners. weil er die Construction Er ist der hohe Culturmensch. der jedes Bedürfniss nicht vertuscht. ihm nie eine Function zumuthet. erreicht er seine besonderen Reiz verleiht. Deshalb und weil er ein gesehen von aller ihrer sonstigen Bedeutung. die demselben unter der richtigen Leitung leisten können. ab. sondern ausbildet. luter Erledigtheit vermitteln. einen Organisator allerersten Ranges ist. weil er von dem des modernen Lebens fühlend erfasst. die es nicht erfüllen kann. Absicht immer bis zur allerletzten Vollendung. Das ist es ja. = GESTICKTE TISCHDECKE IM HOFWARTESALON = Zeugniss dafür. dass sie das Gefühl abso. nicht innewohnt. was unsere einheimischen Kräfte Materiale nie eine Wirkung verlangt. und der .

S A L O N DER S U I T E .

= KUPPELRAUM DES B A U E S . HOF- WARTESALON = .

Deshalb sind auch seine Werke europäische Der kleine Hofpavillon in Hietzing wird der Thaten. als wird seit Jahren bei uns in der schärfsten Weise mancher traurige Monumentalbau.souveräne Künstler. gigantisches Vorwärtsschreiten auf der betretenen Das Wort „eternamente giovine". S. = DECKENFENSTER DES KUPPELRAUMES = . den wir erstehen bekämpft und befehdet. modernen Kunstprincipien und einen Triumph für lerischen Gaben auch die schöne menschliche den künstlerischen Schöpfer der Stadtbahn. dass Wagner neben allen seinen künst. wenn es nicht Bahn seine Zeit mit Freude und Stolz erfüllen muss. Und diese künstlerische Persönlichkeit Nachwelt über unsere Zeit mehr erzählen. dessen Eigenschaft unverwüstlicher Jugendfrische besitzt. trifft. der für jedes Gefühl eine sicht. Es ist ein Glück für unsere sehen mussten. Er bedeutet einen Triumph der Kunst. schon bestünde. V . die den Nagel auf den Kopf werden. für Wagner müsste es erfunden bare Form findet.

MAX KLINGER D ank der Liebenswürdigkeit unseres correspondierenden Mitgliedes Prof. Max Klinger sind wir in der angenehmen Lage. Um so grösserem Interesse dürften daher die mitgetheilten Blätter begegnen. S. seinen Kunst- gedanken durch plastische Werke Ausdruck zu verleihen. welche die Vorstudien zu seinen radierten Platten bilden. entzieht den Meister gegenwärtig fast ganz der Griffelkunst. welche auf dem schönen Blatte „An Böcklin" wiederkehren. Unschwer wird man in einigen derselben Gestalten erkennen. M A X KLINGER = STUDIE = . so dass ihm für derartige zeichnerische Studien augenblicklich der Anlass. ja selbst die Zeit fehlt. Sie gehören zu jenen interessanten Federzeich- nungen. nachstehend einige seiner Studien wiedergeben zu können. V. Die zunehmende Neigung Klingers.

M A X KLINGER = STUDIE = .

M A X KLINGER = STUDIE .

Zauberteppiche der Farbe. die Barocke. wo das bei rauherem Material sehen. denen man sofort ansieht. das man an den Stoff nicht denken darf. vor allem aber schon die Im Griechenthume ist diese Richtung am reinsten alten Griechen haben ihre Bauten wie durch inneren im dorischen Stile ausgeprägt. die wie Thon unter den Händen Quadern der Mauern. zu sehen war. Ebenso schwinden wenigen Worten erklären. Besonders die letzteren haben ihre fein. Der Orient. die bildsame Masse. nicht anging. Die Oberfläche des Die Renaissance und vielfach die alten Römer Barockbaues mag aus Putz oder Haustein bestehen. lässt sich hier nicht in eine leuchtende farbige Schicht. die Thatsache die gothischen Constructionsformen unter dem hervorzuheben. als wären sie von selbst emporgewachsen. wurde alles mit gleichmässigem Stuck Warum die eine Zeit mehr diese. sie künstlerisch ist das Ganze nur eine einheitliche scheuen sich nicht. bei denen jedes Steines deutlich zu zeigen. und solche. dazu kam auch beim Marmor noch jene Wirkung erstrebt. ich meine. M A X KLINGER = AM STRANDES DIE NEUE BAUSCHULE ( A U S S T E L L U N G DER SCHÜLER O T T O W A G N E R S ) Es giebt Bauwerke. die Keilsteine der Bogen. der Zeit von lassen. sich hauptsächlich ausgebildet und ver- © . und. der dorischen Völkerwanderung bis zu den Perser- geschliffenen Marmorquadern so ausgeklügelt über. es genüge. dass von den Fugen keine Spur dass sie gebaut worden sind. die andere mehr überzogen. Mittelalter. der im organischen Trieb aus der Erde herauswachsen griechischen Mittelalter. die aus. bauen ihre Gebäude Schicht über Schicht auf. ja sogar Rand und Spiegel des Künstlers neue Formen annimmt. kriegen. jenem Stile. einander gebracht.

M A X KLINGER = STUDIE = .

M A X KLINGER = STUDIE = .

kann mit ihrer Bravour in unserer kühleren Zeit Die sogenannte klassische Zeit der Griechen unmöglich echt sein. Wenn man viduum in seiner vollsten Entfaltung. in der das Einzelnwesen nur lassen. Die gleichfalls auf uralter Ueberliefe. besonders im Eisenbaue. Wann gemäss ausgestalten oder letzteres wenigstens ent- und wo man es zum ersten Mal wagte. wie sie in so reicher Entwick- und einander bekämpfen. jedenfalls zeigen sich Bauten der und Andere. Aber die Formensprache. Die Barocke Herrschaft gelangten. Ich sehe auch in die sie gebrauchen. beson. deren Theil von Wagner's Schaffen. tiker schlössen. der Wandlungen gering sind im Vergleich zu dem. lung seit gut einem Jahrtausend nicht da waren. auf den Alten fussend. schafft er bisweilen. war. sozusagen die letzte Fol- was sie einigt. ihr ideelles die einzelnen Theile. Es ist die Zeit der R u s t i k a . N u n . — gerung aus Renaissance und Klassicismus zieht. nach den Ruinen zu schliessen. . ins griechische Alterthum zurück. den gemeinsamen Grundzug ders in seiner korinthischen Weiterentfaltung. ist aus der Renaissance-Richtung hervorgegangen. zurechtfinden will«. Daher wirft Wagner einen fallen zu lassen und den Organismus sozusagen grossen Theil der überlieferten Formen als heute in seiner Nacktheit zu zeigen. Säule. der Führer der neuen Bewegung. geben viel- in der Vergangenheit klar zu machen. ihren Aufbau deutlich verrathen. stimmt zu den grossen Grund- den athenischen Bauten der perikleischen Zeit rissgedanken meist gar nicht — wie sie nach keine zufällige Mischung der beiden Stile. in der Fülle des Zierrathes zu sehen. doch liegt Alles gewisser. so muss man Sims. das Schwierigste verlangen vor allem den Ausdruck des grossen in der Architektur wäre das Finden eines neuen Gesammtorganismus. es wäre nicht schwer. Dorismus fast völlig verdrängt. jener T h e i l . wo beide Richtungen wieder wirksam sind werk. deshalb be- heit. an welchen sich wieder die grossen Drama. muss. Dieser Zeit ist nicht mehr die aber er hat sich von ihren Reizen nicht bethören grosse einige Masse. diese Hülle sprechend wählen. der nur lyrisch hindämmert. Glied sein eigenes Recht beansprucht. deren strahlender Verkünder Homer Otto Wagner. eine Fülle schen Stile durchaus als kein solches Nebeneinander geschmackloser Bauwerke in seinen Mauern ge- vorstellen. Von da an bis Doch dieses Sichten und Neubilden ist nur ein zur Renaissance herrscht eine Kunstperiode. am anderen später geltend machten ihrer engen Geschlossenheit schon am wenigsten in und an einigen wohl auch nie ausschliesslich zur unsere reichbewegten Grundrisse fügen. Aufgaben. sondern meiner Ueberzeugung auch in hellenistischer und Zeugen des heftigen Ringens zweier grosser Strö. kenischen. der klangvollen Worte halber spricht. die unserem heutigen Gefühle näher sind. frührömischer Zeit vielfach nicht passte.und Marmorgewänder um die ge. etwa wie ein italienischer Redner. hat dann allerdings. Im jonischen sich an die Formen der Renaissance hält. auch tige Mosaik. ist mir noch nicht nichtssagend bei Seite und gewöhnt so früh sich klar geworden. Rom mungen. grossen Aufgaben Perserkriegen im eigentlichen Griechenlande wieder entsprechend auch neue Grundrisse geschaffen. sondern borgen haben.breitet hat. die Schönheit mehr in der Linie. das sich aber als künstlerisch echt. waltigen Mauercolosse. unseres Jahrhunderts. Stile entweder theaterhaft oder öde ausfallen. Cornelius Gurlitt meinte einmal. als Kaiserzeit vielfach in dieser entschleierten Wahr. sich diese grosse Entwicklung Lauter Wahrheiten aneinander gereiht. besonders auch Semper und reichende jonische Baukunst ist erst nach den unsere Wiener haben den neuen. aber kein Kunst- heute. sondern das Indi. Giebel und deren Untertheile. ganz Neues. wenn man sich leicht ein gutes Nachschlagebuch. wie auch die mittelalterlichen ist in gewissem Sinne eine Renaissance der my. und stärker hervorgetreten. wie uns die Schulbücher lehren. wo jedes Stile beginnen bereits die einzelnen Glieder. die uns heute nur als Ruinen dem A u g e nicht aufdrängt. Renaissance ihr Wiedererstehen feierte. fast alle grossen Baumeister rung fussende. Ueberhaupt müssen wir uns die griechi. ihrer besonderen Aufgabe und ihrem Materiale massen noch unter einer schützenden Hülle. den bei Allen festzustellen. Seien wir nur auch darin unbefangen! als Ergebniss nacheinander auftretender Wandlungen Doch zurück zu unserer Zeit! der Gesammtbildung. das Ideal. damit sie innerlich wahr Sonderleben zu führen. Grundrisses. Es ist nothwendig. die in der vorzugt er auch gerade Formen späterer Epochen. sind. deshalb Erst die späte Antike legt wieder farbenpräch. die sich allerdings an einem Die üblichen Renaissanceformen wollen sich in Orte früher.

M A X KLINGER = STUDIE = .

dass er die jün. neren Skizzen. die hauptsächlich W a g . zielbewusste zu sein scheint. wie mir über- M A X KLINGER lich und siegreich hervor. Und so kommt es. W i e aber z. besonders auch seine klei- henden Absichten des Meis. Zinshaus. Das ist Alles echter nur Kestranek und Kovacic. wenn ich so sagen das ist ein Zeichen von ei- kann. Das Streben darnach tritt geren Kräfte sich so aus- nun auch bei Wagner deut. Dass Schön- folgen. Sandona ters. wie bei ihm überhaupt sie sich finden. nur vereinigt eben die überschüssige Kraft sich Wagner die Vorzüge beider in der Mitte noch in einem Richtungen in sich. = STUDIE = theile. diesmal ein sie auch sein mögen. Kräftige die äusserste Reduktion der Lisenen laufen an den Ecken älteren Formen. haupt seine Lehre eine sehr Er schafft nicht nur Bau. rer Entwürfe für den Han- nen. Wagner. und den Unterbau in wei- da. immer eine einfache prak- gedanken ausdrücken. Aufbaue entlädt oder wie In der letzten Schulaus. je. cher Linie anschwellen lässt. B. gemeinsamen Kör- englische und belgische Mö. überhaupt Luftschlösser in's Blaue hin- Sinn haben und in jedem ein nicht entworfen werden. Ich finde es von Wagner sehr richtig. vor den sich bel zum Vergleiche heran. son. senpreis gleichfalls zu erwäh- doch im Gewollten. Und sammenhange. zeigen gedeuteten. bei Hoppe rückzuströmen stellung sind es eigentlich scheint. nicht im Erreichten. Hoppe wurde bereits hervorgehoben. Die Andern knüpfen thal die Formen in ihrer Ge- vor allem an die oben an. Hier setzt schiedenen Grundrisse er- nach meinem Gefühle das klärt sich aus dem Schulzu- eigentlich Neue an. sammtaufgabe erfasst. abklärender Richtung gener Kraft. Dem zweiten Jahrgang . der Stadt angenommen wur- rade nur an der Stelle. nen. von denen das eine schäfte legen. ebenso der dieser Zug scheint auch auf durchgehende Hauptgedan- die Schüler Wagner's die ke der Aufrisse. ner's. viel weiter ge. ge. die Schaukästen der Ge- ziehen. leben lässt. während stellt. Bauorganismus neu gefunden Die Aehnlichkeit der ver- werden müssen. letzterer mit einem etwas Schönthal das Schema im kühlen aber grossartigen Einzelnen durchempfindet Entwürfe zu Schloss Orian. das andere empor und fassen so die völlig neue Hauptlinien dar. Simse. wo tische Aufgabe. Geschosse sind zu einem Man könnte hier das grossen. Fläche zusammen. und Kammerer wären in dass sie ihm vielfach über dieser Beziehung wegen ih- den Kopf zu wachsen schei. die wie Säulen. für das ein be- dern auch Formen. Der erste Jahrgang bekommt Giebel einen gewissen Bau. Die unteren grösste Wirkung zu üben. wo de. per verbunden. die stimmter Platz im Innern ähnlich den barocken.

darum lohnt diesmal das Studium des . Der Eine zeigt mehr Er. Kirchen Wiens sich herausgehoben hätte. ist auch ein etwas Volksbank für "Wien. Monumentalbaue von so hervorragender Bedeutung besonders in seinen genialen Skizzen. eine bedeutendster Schüler darstellt. aber das sollte ja Der dritte Jahrgang erhielt umfassendere Auf. ein wah- wähnte Schloss Orianda — und Karasimeonoff — res Jubiläumsdenkmal. der Andere mehr technisches Ge. älterer Entwurf für die Jubiläumskirche zu sehen. der sich unter den Vertretenen. Jeder Bewerber war also vor — ein Thiergarten. aber gross. bei denen die Eigenheit des Einzelnen mehr war eine dreifache und eigentlich in sich ein Wider- zum Ausdrucke gelangt. so sieht eine katholische Kirche nicht wirkungsvoll zum Ausdruck gebracht worden. nicht wie in Berlin.war eine grössere öffentliche Aufgabe gestellt. Gelegenheit. aus. wo jedes Thier einen ein Bau von grossen charakteristischen Formen Bau in „seinem" Stile hat — von Melichar — geschaffen. sich in einem grossen. Die übliche gewiss nicht. als Wagner's zu zeigen. eine peinliche Wahl gestellt. Hier ist jedenfalls fasst. Auch hier ist ein Wagner. A . architektonisch ge. scher Grundgedanke von Tomek. auch nicht die übliche sein. es sollte eine Jubiläumskirche des Kaisers. M A X KLINGER = STUDIE = findungsgabe. Man findet. eine Universität in Sophia — jede in ihrer Art Bis jetzt hatte die neue Richtung eigentlich nie sehr bedeutend. Fenzel u. der bis in die oberste Spitze in ge- der Entwurf für eine Ausstellung — von Swoboda waltigem Wachsen emporstrebt und unter allen — ein Spektakeltheater. spruch. Die gestellte Aufgabe gaben. Jedenfalls sind die Arbeiten von Matouschek Kaiserin werden. geschlossenen Von Matouschek. eine Garnisonskirche und ein Denkmal für die schick. von Kovacic — das er.

flussen. sondern er baut für die Wirk- Kunstwerke wachsen. dass es geistigen Inhalt des Werkes. nicht Bramante und Palladio. M O R I T Z DREGER P A U L ROLLER BUCHSCHMUCK . der Ge- sich gestanden. so wird auch aus Wagner's Beginnen viel. wenn auch Manches nend. als er selbst Pilaster aufgegeben sind und dafür Lisenen über heute meint. die Kunst entwickelt sich Wagner selbst finden. W i e glücklich können gebracht hat. nicht mehr gebaut werden. B. als er selbst wird in Wagner und seiner Schule die Wurzeln dachte. Ich bin überzeugt. Nur macht er eben keine immer mehr nach jener Richtung hin. was in gewissem Sinne. zu Allem finden. Aber Wagner freut sich offenbar. W i e hier im Innern z. diese Schüler sein. so wird man es dereinst auch bei Man sieht deutlich. sie technisch zu lehren und geistig es ihm angethan. lichkeit. dass ihr Lehrer seine Aufgabe dern die venezianische Barocke und Spätrom haben darin sieht. Wagner selbst glaubt vielleicht constructiv und Hier ruht die schönste Zukunft unserer Heimath. was für Skizzen Pletschnik von Italien heim. wenn man sieht. dass hinübergreifen. das ist die neugestaltende Kraft bei den ersten Neuerern bereits Alles im Keime Wagner's in gewaltigster Fassung. erkennt man meistens. durch seine überzeugende Persönlichkeit zu beein- Wir stehen heute an der Grenze. wo die Schulentwürfe mehr. son. aber nicht zu Akademikern zu machen. noch unvollkommen ist. sich in der jungen Welt so regt. Es ist auch bezeich. enthalten w a r . sozusagen materiell vorzugehen — er thut es auch „Es ist eine Lust zu leben". die leicht etwas ganz Anderes werden.Planes besonders. Wenn man grosse Bewegungen je- die Wölbung hinweg von einer Wand auf die andere doch zurückverfolgt. dass aus seinen Unternehmungen schichtschreiber der künftigen grossen Architektur immer etwas Anderes geworden ist. und die ist heute noch nicht für all das wo auch das Material überwunden wird durch den reif. Aber Bismarck hat es von sich hier vorbereitet.

RAUM- GESTALTUNG VON JOSEF HOFFMANN = .= AUFSTELLUNG VON KLINGER'S CHRISTUS IM O L Y M P IN DER III. A U S S T E L L U N G DER VEREINIGUNG.

lernte. Darin stand viel quallos belegte und dann Schmerzliches über unsere bald gröblich vernachlässig. denn die dessen uns einsichtige Lehrer ausserhalb der Hör- Künstler. Mittel und Ziele un- schaft von der Kunst. wie viel wir dem lerische. indem sie uns einen Blick in ihr in der Regel zu ihr längst eigenes Schaffen thun liessen. dass in Deutsch- kürlich an die vielen Colle. ebenso morsch als ihre Pri- ren verweisen und begnügt vilegien geworden ist. wickeln könnten. die ewigenNoth- ist es nun eben. bereits gedruckten Werke zu berichtigen und zu Unklare Bilder von Modell. sondern wie vor Gutenberg's Erfindung. was gar ein Architekt werden soll. so seinen Gegenstand fand. eine Kunst sichtigung der Forderungen systematisch und vollständig des praktischen Lebens. thoden. Schulen zu lesen und einiges te. ein Bildhauer oder sam mitten in der Arbeit erwerben mussten. nicht lange man als den Verfasser die vorhandenen Quellen eine hohe Persönlichkeit be- und Schriften sicher benutzen trachtete. denn man hat nie ein Verhältniss zur freundschaftlichen Verkehre zu danken haben. land ein Buch ausging. weisheit besessen hätten. das gien. weil man darin nicht davon fand vielleicht sogar die rasche Einführung in über Gebühr Beachtung. auch von anderswo die Kla- was dort gelehrt wird. E. wie dadurch aus einem einfachen Kunst. wenn zu uns mie eine Hochschule und das. wo im Grunde meistens nur die Bildungsgang eines Mediciners. Man lässt Wir erkennen darum auch sich darum von einem Er. Jahre her. besser als andere. wissen. verstehen waren. noch gesellschaftliche. LILIEN M.und hielt. weder künst.und Anatomievorträgen würden vor dort die ersehnte. die Wissen.und Aktstudien. ohne dass Geistes" zu suchen und misstraute schliesslich auch sich selbst der. der würde wohl die nach den Vorträgen neue umfangreiche Compendien allerseltsamsten Vorstellungen in den Köpfen schreiben sollte. mit denen man im Salon verkehrt. haben säle würdigten. DIE REFORMIERTE AKADEMIE G E D A N K E N BEIM S C H L Ü S S E DER S C H U L A U S S T E L L U N G W er bei uns plötzlich die Rede auf die Kunst. E. hören es mit verständnissvol- wusstsein. Wir. gelehrt wird. akademien brächte. der doch sonst ganz gut über den den Seminarien. Perspective. schreie nach grösserer Berück- wo eine Disciplin. Eine Schule. Es sind noch keine zehn Man denkt dabei unwill. unseren Universitäten fast len der berühmten Professo. M. die man einst in sei. Man gab es daher zeitlich auf. Technikers oder Studien der Professoren gefördert werden. LILIEN auch keines mehr. was an fahrenen auf die Specialschu. serer Bildungsanstalten her- Eine Hochschule — das überdringen. eine gen über die Aufgaben. und wir sich schliesslich mit dem Be. Rechenschaft zu geben die Fähigkeiten zum Arbeiter. Zu den Künstlern wir gerne schon unter dem Rüstzeug unserer Schul- hat man eben keine Beziehungen. dass die Akade. „harmonische Ausbildung seines ihren geistigen Augen vorbeihuschen. Me- Wissenschaft ist. die doch nur wieder mit Hilfe jener seiner Hörer erwecken. zum Forscher ent- wüsste. die wir uns so viel erst müh- jünger ein richtiger Kunstmaler. ler Theilnahme. die weitesten Kreise in Athem ner Rathlosigkeit wähl. Kunst besessen. ob sie Juristen aufgeklärt ist. nach deren Zielen .

zum Historienmaler legt die Und wodurch wäre an- Akademie in erster Linie dererseits die alte Akade- Werth. und dem Maler von Gewicht nur lässt uns hoffen. E. LILIEN Eintheilung einer überwun. als das geistig Be- siren kann. Dame. was uns mo. Alles so den Kopf getroffen hatte. an de. Der Mann legte Werth auf die künstlerische Ein Schimmer der guten alten Zeit dämmert Erziehung seines Volkes. blind in's Blaue hineingedichtet. Bitter. Ein solcher kommt mir grundverschieden und wie die Sünde zuwider den auch jetzt in den Sinn und es will mich bedünken. der es sich zur Aufgabe 19. diesen lebendi- damit ein falsches Ziel im gen Verkehr mit den Künst- A u g e hat. als das Costume. Begriffes. der genau in dem gen aufmerksam durchmus. geschweige denn dürften an die Thüren der Gefeierten. schen Kopf und Herzen nach Gestaltung rangen. gehöre in eines reichen Mannes Musikzimmer. dass er den Historienmaler verstand. von allen Sockeln entgegen: W a s uns puppte. dass wir diese Mitar- bewusst zu sein. ist das Genie. die ken. sagt lehemitischem Kindermord. werde. Der Künstler scheint hochmüthig die Kategorien: uns wieder näher zu rücken. das andere Werk. Dingen. dass uns drängt. lächelte darüber und behielt von seinen warme Interesse am Menschen. ser Titel mit Ehren zukommt. vergass darob aber ganz. dass sie die nicht die Schlacht bei den eifersüchtige Hüterin der so- Schiffen ist es. Maler. M. Es ist. Ich deutsche Jugenderziehung sei eine Art von beth. um sich. den das den. son. Er hätte es da nicht minder beklagen müssen. begann man seine Reformideen kühler zu nahe geht. nen ihn nichts weiter interes. die es noch braucht. die künst- hene weltgeschichtliche Er. ist die innige Freude an der Natur. eines Wer die Kunstausstellun. das Gefühl für die Ausführungen nur den einen oder andern Ver. ich meine die. lebendige Gegenwart. Ihr wendet sie ihre mie schuld an dem Uebel- grösste Sorge zu. Bildhauer und Land. Kunst geworden war. wo derselbe Griffel. denn. auf ihre Gedanken Ausdruck verschaffte. Dadurch. deutendste. Jahrhundert zu gemacht hat. mit de- man noch immer fest an der nen wir uns umgeben wol. herauf. der gestern den tiefsten auf die Erziehung der Künstler selbst. entbehren müssten? Nicht der Könige Zwist. für unser liebes Fleisch und Blut. ohne sich stande. jedes Ding ist mit dern eine bittere Wahrheit gewesen: die jetzige irgend einem Ende mit dem Leben verknüpft. als ob wir wieder anklopfen und zu wenig auf die Gegenwart. dem 20. akademischen zehn Geboten. allen Rahmen. der den Nagel gerade auf Freud. für unser eigen Leid und gleich im Gedächtniss. und Absichten man damals gerade ängstlich forschte. längst gesche. genannten reinen oder hohen derne Menschen bewegt. was sie das eine. dem leuchtet es aus Erst als sich dahinter ein armer Ideologe ent. Augenblicke erstand. wenn es in die Zukunft richtet. lern. dem reichen Inhalt. heute ein Leuchterweiblein. für unsere Wünsche em- schafter aufstellte und unter pfänglicher zu werden. ein neues Kleid zu wir- denen Epoche hält. grossen Leuchten der Kunst . die in eines Men- Akademien einen Blick zu werfen. an die Reihe der Denn auf die Ausbildung vergangenen zu schliessen. lerische Form erschaffen eignisse darzustellen. ich in das Boudoir einer verwöhnten mordet. das beurtheilen. dass sie beiterschaft. Da ist nichts mehr als wäre es von ihm kein grausamer Scherz. denen die. len. vermachen hat. morgen ein Wappen dass man die Augen zu viel in die Vergangenheit entwerfen half. wo die tert.

um einander in der Arbeit kommen. vor ihrem eige- Kerzenschein Antike nach nen Farbengefühl zu fürch- Gipsabgüssen zu studiren. Man machte ihr zwar gelegentlich der Malerei seiner Vaterstadt. in welch starres den. keinen System. türlich auch die Mittel. wo ein demiker war. hafte Gemüther geworden. hat sie ihnen gen Ob jectes zu vermitteln. hat. glücklichen Umständen die deutsche Kunst wieder bei diesem für die schöne Linie. in mo. dass sie nur demiker. Verstössen. eine wichtige Regel zu ja ihr gerade entgegen. strebend. der nach den Zeitverhältnis. tern spähen und stets auf bis sie in unseren Tagen der Hut sind. mussten na- staunen über diesen ver. Wenn ich sage: viel. M. dieser coloristisch so sein Compliment. lorenen Weg freilich nicht. Wir sehen da bedeutende Talente. holte sich im Uebrigen jedoch hochbegabten Schule. den ein sichtsvoller Lehrer je entziehen konnte. um beim zeichner. die den Akademien zur wenn wir einmal erkannt Verfügung gestellt wur- haben. dass der erste Kunstschreiber im hart werden. eines Besuches der Hamburger Kunsthalle. ich spreche nur unter dem Eindrucke grossen Stile. entwickelt h a t . leider aber nicht zum Fliegen Hose Modell gestanden. Be. sondern festgefügt gleich dem wo man im Hinblick auf das von ihnen Erreichte Kopfe ihrer Schöpfer entsprungen ist. das sich nicht Preis aufzuweisen. Nun blieb die gute Natur mehr für echte Kunst begeisterter Direktor die Geschichte abseits liegen. dort für die Composition. die discher Tracht an ihren sich. Genies sind kleinliche. denn die Akademie. wie eine alte mehr als lahme Classi- Zeichnung darthut.und der Ver. dass es günstiger Fürst seiner ersten Akademie verliehen kein noch so wilder Stürmer und Dränger je zu hatte. Denn damit glaubte man die Verpflichtung zersprengen vermochte. gegen irgend wieder. in ihren Colorit. ohne hohe Schule. Giorgio Vasari. Noch in Raffael's Werkstätte unbeeinflussten Dilettantenjahren gar kräftig die waren sich die Schüler gegenseitig im Hemd und Flügel entfalten. ten anfingen. die Grazie. dass sich ihm kein noch so ein- wies und sich mit dem Adel brüstete. mehren. Wir gliedert war. erloschen und sich die kleinen Lichtlein entzündeten. auch der erste A k a . verschnitten. so will ich damit nicht zeichnend genug. viele künstlerische Individualitäten sind sprechend neue Ziele auszuforschen und sie in ihm erlegen. als bleiche Carton- Zeichentisch. LILIEN jetzt setzten sich die A k a . der neuen Würde ent. arg gerupft und so kurz E. pfinden. cisten dahinflatterten. nicht dem Bewerber in sen allmählig ausgestaltet irgend einer Beziehung und ihren Forderungen bei seinem Schaffen gemäss Glied für Glied Schranken auferlegte oder . geriethen. Sie haben fast mien gekleidet haben. die unter hier für den Ausdruck. in die alte Bahn Wo alles so fest ge- einlenken konnte. bei jenem für das auf einen Höhepunkt gebracht hätten. Sie hatte damit eine lange die hilfesuchend nach Mus- Schlinge zu durchlaufen. Wir be- alles Handwerksmässige in seine Grenzen zurück. Wort und Schrift umständlich zu erläutern. zag- gangenheit zugewandt. den Zwang nur ver- System sich die Akade. in ihren Werken dargestellt R a t h und Hilfe bei seinen berühmten Vorbildern. Denn viel naives Em- übernommen zu haben. in deren Netze sie den Anblick des lebendi. Aus mäch- Die Kunst hatte sich vom tig aufwärts strebenden Leben ab. ein kein Stipendium. dauern es nur.

geben werden kann und die man ihm auf der mauern selbst. ist vom zu zu den Abgüssen der Uebel — besonders alle Antike. die vom Reifsten Componier. LILIEN damit nur so viel. selten etwas in Lebensgrösse. zur Florentiner Plas- kennen sie daher auch tik des Quattrocento oder noch besser zum Abgüsse nicht. Die bringendes J a h r . Noch geht es nicht an die Grund. als nach Man merkt es an den der Natur zu arbeiten Compositions .lasse man laubniss wer gebrauchen. die dem Maler ge- schrecken. Könnte man denn nicht sem Gebiet noch immer auch da zu Näherliegen- viel zu lernen hätten. Die schwierigste Aufgabe. Stockwerke des Hauses durch Bestrebungen viel Förderung bringen können. Modelles entsprechende bildliche Form zu bringen. W a s uns der freieren Bewegung Akademie stellen sollte. in dem keine andere Erziehung alle künstlerische Form mehr. Kunst zu erkennen. vom Anfänger schulen. Im Gegentheil. diesem schänd- braucht ein Akademiker lichen Material. das dem Zeichnen Ausgangspunkt aller der Gipse gewidmet ist.und Meister. W a s soll man daher sagen. Aengstliche Hand im Freien schulten?! Gemüther brauchen darüber noch nicht zu er. Es müssten sich denn ihre Ziele. Landschafter und vor ein paar Jahren noch die von der Vergangenheit so gänzlich abweichenden Thiermaler im 4. Die Franzosen. und im Zusammenhang wie wenig Verständniss E. Und noch da- was darüber ist. gleich das Ziel ins Auge und W a s sehen wir jedoch auf unseren Schulausstel- lassen wir den Historienmaler fallen. die von den Fortschritten unserer aufstrebenden jungen er malt. Das zu Grunde liegt. wie die Röcke. wo sie strebsame Kunstjünger vorgezeigt werden dürfen. in den paar Abend- aufzustellen: An einer Kunstschule werde nichts stunden gezeichnet. für das Handwerkliche er. die Maschinerie des Lei- heischt. Ihn aufzuheben.•-(! . sind lediglich einige Zwischen. lieber gleich die ganze Sie verzichten auf jene Eintheilung in die vier I« Compositionsregeln. als für die Bewegung. Fassen wir z. N I E R T E N und nur wenige Wochen A u g ' und Methoden und Mittel völlig ändern. so wäre als neuer Grundsatz Leute: kleine winzige A k t e . Dort werden „die nach der Natur greifen? Bilder" daheim gemalt und nur ein T a g in der Nichts empfindet der Woche ist frei. -MfeÄör!*'. wurden. dem. die doch Rechenschaft zu geben haben so gut im Grabe liegen hat. die ihre. als diesen Zwang. M. B. ist. Selten aber mag diese Er. len. lästiger. nicht Natur auch in den förderlicher als das an- höheren Jahrgängen als dere. nie verstanden wird. bekleideten Menschen in eine dem Wesen des wände. untergeht. erst spät. Werfen wir aber- . von denen wir auf die. ist drei Viertel des Jahres Landschaften COMPO- schwer zu sagen. wenn unsere Ob daher die Akademien heute noch unseren. der seine Zeit lungen. Mehr ist kein sonderlich nutz- verlange man nicht. anderes gelehrt.Versuchen. einen nackten oder hinderlich erscheint. das jeder Kunst bes vorhanden ist. so Vorbereitungsklassen fal- viele ihrer auch aufge. ein paar Trennungsmauern. dem Gipse.tbifl' • iltiiih • nicht wieder in erster Linie dem Historienmaler stellt und zu Generalbässen der Malerei vereinigt zu Gute käme.

wird man es auch würden. Gesetzt den Fall nun. gegen Makart erklärt. so blieben nur mehr die Mittel zu regene- Rolle eines älteren erfahrenen Freundes als die rieren. selten das. so finden wir. eben so fremd sein werden. Der ihr Amt mit Erfolg aus. berühmte Schule. mindesten. sich lehnend. und unterrichten Künstler machte darum jüngst den Vorschlag. dass sich schon wieder eine neue Be- reiften und bereits anerkannten Künstler sitzen wegung. neue Ziele aufnöthigt. • Eine Reform in diesem Sinne würde hindert. Diese ge. heute einen Kopf. dann die realistische Rich- schreiben zu lassen. Und damit sind wir bei der statt den herangebildeten jungen Meister nach wichtigsten Frage: WIE SOLLEN DIE LEHR.aus der vorgehenden entwickelt? Ein an dann im selben Zeichensaale neben den Anfängern. Der Lehrer spielt dort aber auch mehr die Methode. an verlangt. wo ihm Kunst und Natur K R Ä F T E BESCHAFFEN SEIN? angelangt. Staat möge den Lehrer nur in der Vollkraft seiner liebsten. das Plein Air verkannt und ahnt nicht im kosten neuerdings Studien zu machen. S. schlössen. was einem Künstler zu Theil werden Hätten wir damit ein neues Ziel und eine neue kann. was die Gegenwart oder die Zukunft wo er selbst seine Vollendung zu finden hofft. dass mit der Zeit. Hat sich nicht dieser oder jener bereits zu Studienzwecken abermals in die Akademie ein. das Beste. Auch wird dort niemand ge. wie ein Werk Zeigt es sich dann noch. dass schon nach einem Jahrzehnt die vor. dung zur Folge haben. so wäre eine Wiederwahl nicht ausge- als viele Worte. wo die lebende Kunst hinaus will. dort auch die Leute. man die alten gesegneten T a g e abermals anbrechen bequemt sich ihnen einmal an. gegenüber schroff und ab- Medaillen erworben haben. Das Arbeiten an der Seite eines Erfah. unter den feinen Zügen der „hohen" Kunst der wärts drängende Bewegung den Künstlern ganz Goldgrund des Handwerkes wieder durchschimmert. der sie so durch ihr Beispiel am schnellsten und gründ. Jahre im Amte belassen.wirktmehr erhalten. Sie üben daher nur so lange erkennen. als sich ihre Anschau. morgen einen A k t zu in der T h a t eine völlige Umwälzung und Gesun- unternehmen. Italien zu schicken. die unmittelbare Anschauung. nicht länger als zehn. Die Erfahrung aber wir hätten die Aussicht. wo lehrt. An- eines Schulmeisters. ADOLF BÖHM . mals einen Blick nach Paris. dass die Fähigkeit und verhält sich endlich dem Neuen. Zusammenhang zwischen Künstler und Publikum ungen und Ueberzeugungen mit den herrschenden könnte damit gar bald wieder hergestellt sein und Kunstströmungen decken. die sich im Salon bereits ihre durchaus Berechtigten. ich meine die Preise und Stipendien. Denn im besten Falle werden sie in der eine andere. wozu ihn eben die Stimmung treibt.durchgeführtundvollendetwird. wie die Antike zum Leider bieten die Lehrer der jungen Generation Beginn seiner Lehrzeit. Dort wird er eine Schule berufen. dass er sich frisch angelegt. um so ohne grosse Modell. renen. in der Lage sind. ein zweites oder drittes Mal? Man verliert dazu V . wo Vollkraft ihrer Jahre als Erzieher der Jugend an ein bewegtes Kunsttreiben herrscht. an einen Ort. tung. der Spitzt der modernen Bewegung stehender die ihre ersten Versuche wagen. lehre man ihn dorthin gehen.

weisse Sterne F. Der Liebe. dich zu schmücken. GUSTAV FALKE. V . Du wirst den W e g wohl finden. weisse Sterne. Stille. wie aus weiter. Irgendwo warten. Durftest sie nicht pflücken. Indessen leuchten die stillen. . Von heimlichen. Grossen Narcissensterne Uber dein Bild. Weisser Märchenferne. Rothe Rosen deiner. MYRBACH Aber du giengst vorüber. A u s meinem Herzen blühten. FREIH. HAMBURG. warmen Tagen. Gewiegt von zärtlichen Winden. Stille.Weisse Narcissen leuchten Uber dein Bild her und sagen Mit leisen Märchenstimmen Von heimlichen Frühlingstagen. W o sich die Blumen verfrühten.

Leipzig. . ALFONS MUCHA = STUDIE = Für die Redaktion verantwortlich: E. Leipzig. Druck von Ernst Hedrich Nachf.. A . Seemann.

= J5 M. VERLAG VON E. II. LEIPZIG . JAHRG. SEEMANN. A .JÄHRLICH \2 HEFTE IM ABONNEMENT 9 FL.

I. TRINK SERVICES Mt G t t l O W R m BRÖHHEE l* WIEN. KÄRNTNERSTRIsse 16 K R Y S T A L L .L U S T E R . UND K.N -STYLUS .RNE. H O F L I E F E R A N T E N SÖHNE WIEN. B A K A L O W I T S K. AU5 sieu=uhgvonmobe. VI (XI A\AGDAL&NEN5T fei! ELEKTRISCHE \"M BEl§UCMTUNG5 PERMANENTE.E.us MODE.

denn in der Gestalt. werden in unserm Kranze dann noch mehr erbleichen. Noch sind auf unserem Tische die Blumen nicht ganz verwelkt." CD . den er selbst mitbegründen und miterbauen half. September 1899. als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen. wie wir ihm daraus einen Todtenkranz wänden. denen unser todter Freund mit seiner Künstlerhand ein dauerndes Leben schuf. Klagen wir über seinen zeitigen Hingang. Die Alpenrosen. C. 15. wie ein Mensch die Erde verlässt. G I O V A N N I SEGANTINI. so tröste uns das W o r t des Dichters: „Nun geniesst er im Andenken der Nachwelt den Vortheil. werden ihnen von ihrer Unsterblichkeit geben und ein quellfrischer Hauch seiner reinen Kunst wird jeden Moderduft von ihnen weh'n. M. die uns Giovanni Segantini jüngst zum Grusse sandte und schon stehen wir vor ihnen und sinnen mit traurigen Blicken. um ihn an den besten Platz des Hauses. an seinen mächtigsten Grundpfeiler zu hängen. Januar 1858 — 28. aber ihre freundlichen Schwestern. die in seinem Strauss so blass geworden sind. wandelt er unter den Schatten und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüng- ling gegenwärtig.

AlfredRoller .Olbrich. Koloman Moser. v o nm o r i t zdreger18 m i t t h e i l u n g e n d e rvereinigungbilden- d e r k ü n s t l e rÖsterreichs32 j a p a n i s c h e Schablonenschnitte. seite schnitt Zurw e r t h s c h ä t z u n gd e r j a p a n i s c h e n k u n s t . Redaktion Friedrich König. j o s e p hm. z e i c h n u n g e n u n dStudienvonEmilOrlik. INHALT japanischer schablonen.

lacht und schwatzt. in silbernen Tönen: JAPANISCHER 5 w V W B m SCHABLONEN- SCHNITT . Das aufsteigende Geräusch der allgemeinen Freude dringt man röstet überall an den Ufern herauf. Lachen und Belachtwerden — das ist die Devise aus dem Schwärm sich lösend. lauter. nen tummelt. des Festes. schon lange eine versteckte. alljährlich wie. H eute Abend sollte das grosse. die sich in den Käh- Freunden einen rechten Schabernack spielen will. Schon kommen einzelne Gäste. dem ist es wohl wie ein Schatten. DAS THEEFEST AM HAKONE-SEE. der vom Wasser her tönt. Etwas Kleines. übermüthige Fröhlichkeit kichert in einer fernen Weltecke singt eine verlorene Stimme aus jedem Winkel. tauchen sie auf und ziehen vorbei weise Wipfel wehen im Winde. den Strand hinauf. das schon allen in den Gliedern spukt Dunkle Schatten. Der Lärm. Dunkles rumort zu den Füssen der grossen Berge. Wer in jeder müht sich in Gedanken ab. das Fest ist in vollem Gange. wird immer derkehtende Theefest begangen werden. wie er seinen die vergnügte Menge schaut.

den Ton der leisesten Sehnsucht und Freude ge- dämpft durch das mürbe Papier drängt. mit Reflexen weil es aus Tiefen reisst. lauterer und Blicken. das zuerst so stört. aufhellend. Hell. der warm und zurückhaltend und wie ist es keine blendende. Versunken schienen ist. verrätherisch hierhin und dorthin Stimmen. besänftigend funden zu haben und auszuströmen mischt. hat trotz einzelner. mit einem schleierhaften Dämmer übergössen ist. zittern. See tanzt ein lautloses Lichtermeer. am Horizont ragt ein einsamer Berg mit schwindet alles im Vorbeigleiten hinter den Zweigen. sonst liegt eine weiche Stille darüber. schneegekrönter Spitze. Der tiefblaue Himmel liegt in ewiger Ruhe. silbernen Sternen bedeckt. auf dem Das Geräusch der Feiernden. son. Das weisse Licht gleitet fliessend liegt dahinter die Stadt im Dunkel des Waldes. die sich herausheben. peinigende Helligkeit. schnell wieder bedeckend. mit Laoter tönte der Lärm vom Ufer. Was wir sehen. weiter und überströmt die blühenden Bäume. einen Klang ange- fallend. o hell strahlt mein einsames. Das nur selten leuchtet ein fernes Licht. eine einzige Seele scheint diesen berückenden Farben- JAPANISCHER SCHABLONEN- SCHNITT . die im Wasser wieder- ist nur ein Ausschnitt des Sees. dern ein matter Ton von Dunkelheit und Schwärze. So nommen. das ge. eine einzige Brust scheint diesen weichen. huschend ver. stilles Glück. die vom Monde hell be- als wäre es vergessen und ausgewischt. zittern- in das sich das bunte Licht der Laternen. Geräusch der Feiernden scheint leiser zu werden.

wie an unsichtbaren Fäden von Die Ampeln über dem Haupt schwanken — das oben gehalten. und violett blinkt das Wasser und funkelt in Glätte. in gemächlichem. weiss Zuge folgend. flatternden weher. sehnsüchtiger Gedanke. sie schweben. Luft hin. schwarz. wie er gekommen. JAPANISCHER SCHABLONEN- SCHNITT . der nicht ruht. soweit es sich im Ausschnitt dem die suchenden Blicke — die Gedanken wenden sich Auge bietet. Durch die Zweige des Waldes schweben die und darüber streicht die wohlige blüthengetränkte Lichter. Ein Kleiner trägt mit pfiffi- der Gäste werden immer mehr — es mahnt eine gem Gesicht einen Kasten. die die Kinder an langen Stöcken tragen. Geländer lässt ein knarrendes Geräusch hören und sehnsüchtigem Zuge. die Händen und bestimmt im Nu. zügel. mit aller Kraft und Verzweiflung und Wehmuth Lange Streifen vibrirenden zuckenden Lichtes liegen und werden quälend. im Herzen schlummert ein wie hervorgezaubert von leichten. Wünsche erheben sich und pochen noch einmal. Striche wie mit einem flotten. dem allgemeinen losen Pinsel in Willkür hingesetzt. hinter dessen schwarzen Stimme: Erwache! Gitterstäben ein paar Mäuse mit klugen Augen Da erheben sich die Gedanken und steigen lang.träum nur zu träumen. wieder zu verschwinden. und gehen am Strande entlang. gleichmässigem. sitzen. aber die Gäste brechen durch auf dem Wasser. der Wahrheit ist und doch sam die Stiege hinab.

in's Gesicht. lächter am grossesten. ist der Lärm und das Ge. gewandt und zierlich mit ihren Fächern. Mit einem Purzelbaum endlich kleine Schnitzereien verborgen haben. der Hakone-See liegt in voller Ausdehnung da. die sie Immer lauter ergötzt man sich an den komischen mit schmalen Fingern halten. Un. den Umstehenden. war er in's Wasser geschossen. der so Lichtstreifen fallen vom Wasser her durch die plötzlich aus der angenehmsten Beschäftigung ge- Zweige — eine kurze Strecke durch den verbor. in's Gesicht. JAPANISCHER SCHABLONEN- SCHNITT © . die rasche die Scharen in den Händen. Auf dem Kahn. die hellen len Leiber hinaus und schleudern ihm Papierpfeile Tropfen spritzen bis an's Ufer. Anstrengungen des armen Verunglückten. um ihn. Die Frauen hantiren Wendung des Boots nicht beachtend. in denen sie un. schma- Ein lustiger Kauz zappelt im Wasser. Immer toller wurde das Spiel. rissen war und nun im Wasser erbittert um sich genen Wald schlug. der Klappern der Theetassen. als er gerade auf's kenntliche Seltsamkeiten schwenken und schwingen eifrigste sich dem Vergnügen hingab. die Frauen recken ihre schlanken. Andere zeigen ihre Schachteln. Aus einem nahen Theehause erschallt Musik und fall gelenkt ist. deren Aufmerksamkeit auf diesen ergötzlichen Un. dicht am Strande liegt. Man bildet einen immer engeren Kreis wir vergessen die wechselnden Gesichter.

neckenden. bis zu den fernsten Einsamkeiten. einen luftigen Tanz. das plätschert dazu in leisem. des Festes. JAPANISCHER SCHABLONEN- SCHNITT . Die jungen Mäd. gleichen sich bald hierhin. mit Eigenart und Tonfall an die Boote. lockenden Frauenleiber. neues Staunen. bald dorthin. Und auf jedem führen Lampions. alle diese aus. die geschmeidigen Frauen. gung. eckig-zarten Frauenleiber bieten unter den tanzen- Die Fahrzeuge schieben sich durcheinander. All die tausend Farben gleiten blitzend und auf- Sie tragen die breiten Schleifen — Alle diese eckig. tigeren Farben sich abheben. tiefe Wasser und ver- weichen. Ende sein — neue Ueberraschungen. lassen es von satteren. neigen sinken. Des Jubels und des Lachens soll kein gelenkig und biegsam. gleiten den Lichtern einen berückenden Reigen voll Reiz aneinander vorbei — es zuckt überall vor Bewe. leuchtend in das dunkle. Fernhin spannt sich über das einer sehnsüchtigen Bestimmtheit in allen Stellungen Wasser in leichtem Bogen eine hohe Holzbrücke. chen mit den zarten Nuancen ihrer Seidenstoffe bunten Schein ausstrahlend — und die seitlichen geben das empfangene Licht in leuchtenden Zacken Höhenzüge liegen in stillem Dunkel — während wieder — die Frauen. und Süsse und Andacht.ruhig und still und weit breiten sich seine Flächen eine schleierverdeckte Grazie verbindend. im Bogen Da steigen die ersten Raketen in die wohlige. kräf. Nacht — zerplatzen hoch oben in weicher Fülle. blaue aufgehängt.

die liegt im Schmuck seiner weissen Nachtkappe.Ueber die Brücke ergiesst sich der Strom der Men. zusammengekniffenen Augen — der einsame Berg schen in langen. aus dem Hakone-See hervor. zucken und girren und zwinkert vergnügt mit den . im einzelnen All das taucht unter und strahlt mannigfaltiger. tan- zende Flecken. wie leichtes Flimmern. fliessenden Umrissen wie- Und der alte Mondhase lässt seine silbernen Lichter dergegeben. dicht und schwer. nicht unterbrochenen Zügen. in zackigen. — Gewänder sind vielfarbig — wie wandelnde. lebendiger.

der vorangeht. Zwei Sänftenträger zu sein scheint. JAPANISCHER SCHABLONEN- SCHNITT filtl-. \ T on der Höhe des Hügels sieht man direkt Gegen die Vorwürfe des Herrn. aber Der Dicke zieht schon das dritte Tuch aus dem ewig schiefen Lage. die Tragbahre das Ungeschick des Laternenträgers. der ein Fremder " in die Stadt hinunter. auf wählen sie die unebensten Stellen. vertheidigen sie sich mit komischem kommen keuchend oben an. ZWEI SÄNFTENTRÄGER. kann geht ein vierter Geselle. schimpfen auf die schlechten Strassen.'•'• % . Gravitätisch sehr wohl beleibt ist. befindet sich in einer immer wechselnden. Beim Herabsteigen Ernst. Der Insasse der Sänfte.-äiSfc'*:'!'. der mit stoischer Miene den Anblick von oben in's Thal nicht geniessen. der Gürtel und trocknet sich sein Gesicht. EIN FÄCHER UND EIN WANDERER ALS SINNBILDER DER VERGÄNGLICHEN WELT - IN STATIONEN DER LANDSTRASSE. das Opfer unaufhörlich fächelt. nebenbei. kann nicht ausruhen.

zum Lachen zu haben. . der Dicke verflucht Die Träger verstehen ihn sofort. Gesicht bekommt. die Träger kollern. „Du schwimmst wie der Mond in den Wolken erzählen sich die Träger die fernliegendsten Dinge. Lachen folgt. ein erneutes schliesslich alle Strassen und alle Sänftenträger. Die so spricht der Wanderer während des Vorüber- Folge war. sie brechen über die unschuldigsten Witze in ein drei Monate hast du dich wohl dick gefressen" schallendes. der zufällig vorüber kommt. So stolpert die er damit eine bekannte Dichterstelle parodiert. der neben ihm schrei- das er schon von ferne durch das Dickicht des tet und ihn fächelt. Gesellschaft den Abhang hinab. indem misstrauisch zu werden beginnt. muss lert.Um wenigstens Veranlassung. an und verbittet sich diese Waldes gehört hat. Schliesslich fährt der unwillkürlich in das Gelächter mit einstimmen. ehe er die komische Scene zu Belästigung. Gepeinigte den ernsten Mann. Der Dicke kollert. dass der eben beruhigte Herr wieder gehens in würdevollem Tone vor sich hin. die Sänfte kol- Der Wanderer. nicht endendes Gelächter aus.

die Stufen be. über deinem Haupt die gleiche Stille in sich tragen. Ein langer Streifen geht bis zum Boden hinunter. in gleichmässiger Bewegung. um einzutreten. die nah JAPANISCHER SCHABLONENSCHNITT . dunkle See — Das stille Licht liegt voll auf der ersten Stufe. als lebte er für sich. wie an seinen Ufern. lassen. immer scheint es eine eigene Existenz ab. Dann siehst du. den Rand der folgenden nur berührend. hampeln und gaukeln die Lampions hin und heran. seits. wie der weite. Dann fühlst du. wie die Seeluft in deiner her wie zu seiner Begrüssung. bewegt sich dieser Streif am strumenten. Du setzest dich auf eine Matte dicht an der Wenn jemand. wie die Lichter Geheimniss zu offenbaren. Das Theehaus liegt allein und ver. für sich zu führen. es hat den Anschein. Boden hin und her. wenn sich die Lichter durch das heraus und Lärmen und das Stimmen von In. so flüstern sie etwas Un. als gäbe es nun ein Einsamkeit zu dir heraufsteigt. Brüstung und rückst einen niedrigen Tisch zu dir rührt. Dunkel schaukeln. entdecktes in das lauschend gespannte Ohr. nur A us dem Theehause am Wasser tönte Schwatzen schmal streifend.

das sich um dein ganzes Denken und mente ist leiser geworden. wie sie im Winde still ein gleich. Alles ist R u h e dann hörst du. befindet sich ein niedriges Thor. das bis über die Plattform schollenen Lauten. ruhiges sausendes Geräusch hören Schwatzen und Lärmen und Stimmen der Instru- lassen. japanischer schablonenschnitt . es gehört hierher und Sinnen legt. und Stille und Tiefe um dich. öffnet sich nach einiger Zeit. die grünen Strohbinsen nicken — Fremdling. hinter dies hält. es wird dir Du erhältst deinen Thee und fühlst dich als ewig verschlossen bleiben. wer es w a r . mit seiner lastenden Schwere das Haus Du wirst nie erfahren. Das Thor Geheimniss wirst du nie kommen. winkt dir Beruhigung mit seinen dunklen. sähest. eine einsame Gestalt auch wenn du die T h ü r öffnetest und hinein- erscheint und fragt nach deinem Begehr. weithin. du würdest es nicht begreifen. hinausragt. Das massig tönendes. der Einlass begehrt. nie dringen. vor dir liegen. ver- Unter dem Dach.

DIE WEIDE AN DEN VERLORENEN WASSERN.
Er hat die lebendige, lustige Die kühle, wassergetränkte Luft erfrischt un-
Stadt hinter sich gelassen; er sagbar. Das hellbraune Holz eines vorüberziehen-
geht zum Strande hinunter, wo den Kahnes leuchtet an der Seite; im Nu ist er
die breiten Boote liegen; das verschwunden. Kaum konnte man sehen, wer
Wasser vor ihm hört er in lang- darin sass. Von dem Licht der Papierlaternen,
gezogenen, flachen, gleichmäs- die zu beiden Seiten des Kahnes hängen, angezogen,
sigen Tönen aufschlagen, dann begleiten den Fahrenden ein Zug von Fischen, die
wieder in das Dunkel zurück- ihn mit hellen Augen fragen. Liebkosend fliegt sein
eilen und wiederkommen und Auge über ihre silbernen Farben; ein unvorsichtiger
das Geräusch erneuern. Vom jenseitigen Ufer kann Ruderschlag; husch — sind sie verschwunden;
man alles sehen, alles gemessen. bestürzt und stumm schiessen sie in die Tiefe.
Das Boot stösst vom Lande ab; hinten steht W i e sich der grauschwarze See vor den Blicken
der Fährmann, der es teils rudernd, teils schiebend dehnt, sieht man nur noch einzelne Lichter aus
und stossend vorwärts bewegt. Er hat nur einen der Stadt zwischen den Zweigen, die wie dichte JAPANISCHER
Schurz um den Leib geschlungen; sonst ist er Wolken lagern; etwas höher, oberhalb der Brücke, SCHABLONENSCHNITT
unbekleidet. liegt eine stille Behausung, und während der Gast
Kräftig arbeiten seine sehnigen Arme; er be- sich über den Rand des Bootes lehnt, mit dem
gleitet jede Anstrengung mit Grimassen und kriege- Wasser spielt, fühlt er die Kleinheit und die Ewig-
rischen Fratzen, als ob er mit einem Gegner ringe. keit und das Band, das beide
Wie ihn das Boot leicht und schwebend über verknüpft. Der innerste Sinn
das Wasser trägft, wird es einsam, dunkel um ihn. wird ihm klar; er steht rein
Um so heller leuchtet es wohl in seinen Sinnen. vor seinen Augen. Da ziehen
Er ist heiter und lustiger Dinge voll; eine süsse lautere, seltene Gedanken durch
Wehmut durchzieht ihn. seinen Sinn.
Er fragt den Fährmann, ob er viel an einem Die Nacht lag dunkel vor
T a g e verdient. den Blicken; es zog eine stille
Der antwortet, so viel wie er brauche, bringe Rede durch die Luft, hin und
das Geschäft schon; auch finde sich für seines- hergeworfen in ewiger Melodie:
gleichen wohl immer leicht eine kleine Verrichtung, wie das rinnende Wasser,
die etwas abwirft. Ein Mann wie er brauche nicht das aus der Hand fliesst.
viel. Während er das sagte, hat er das Ruder Und der Wind war bemüht, es in Worte zu
nachlässig ruhen lassen; nun arbeitet er wieder fassen, er ging wie schlummernd ewig hin und her.
emsig und kräftig weiter. Die dunkle Nacht sang die letzten, immer
Hyacinthenförmige, turmartige Stauden mit un- gleichen, weichen Töne:
zähligen blaurosa Blüten ragen aus dem Wasser, Der ewige Rhythmus lebt wieder auf.
das nur in einzelnen Strichen auftaucht; sie haben Ein Stein plumpst in das Wasser; er stört nicht
schmale, lange, dolchartige Blätter, nur mit dem die Stille der Nacht — er bestätigt die Worte der
Kopf der Blüten sehen sie aus der Fläche. Höher Nacht — sein Geräusch dringt weiter in die Nacht
ranken sich epheuartige Gewächse mit fünfzackigen, — er verliert sich nicht.
rundbreiten Blättern; rotbraune Blüten lie- Wir fahren immer tiefer in das Dun-
gen dazwischen verstreut. Zarte, feine, kel hinein.
schwanke Stengel streben empor, tragen Phantastische Gedanken und Gestalten
oben weisse und rosa Blüten, deren Form spielen um uns — es wird stiller und tiefer.
die der Rosen, deren Blütenblätter eine un- Allmählich ist man am Ziel angelangt.
zählige auseinanderfallende Anzahl von Der Fährmann erhält seinen Lohn und
spinnwebfeinen, seidenfadenähnlichen Ge- wendet, um neue Gäste zu holen.
bilden sind. Ganz oben nickt eine leichte Der Gast steigt am Rande entlang,
Traubendolde. das Ufer hinauf.

DIE HÄNGENDEN BLÜTHEN. Ferne, blasse Töne kommen vom Dorf — ein
Pfiff — tiefe Stille —
Eine junge Schönheit erscheint mit lässigen, Sinken und Brausen — verdämmerndes Sprechen
schleppenden Schritten, sie entledigt sich der hohen — wie Töne, die schlafen gehen und noch zögern
Stelzenschuhe; goldgelbe Jamabukiblüthen trägt — bis dann das grosse R a d sich in gleichmässigem
sie im Arm; sie legt sie auf die korbgeflochtene T a k t e im Dunkel der Nacht durch die Luft zu
Wandborte; dort lassen die Armen die Köpfe her- drehen beginnt.
abhängen. Eine dunkle Gestalt schleppt sich mühsam den
Einige behält sie in der Hand — sie setzt sich Hügel hinan — nur ihre Umrisse sind noch er-
nieder und sieht nach der Strasse; die sieht ver- kennbar — es ist wohl ein Alter — der von
lassen im Abendglanz. weither kommt — es sieht aus, als hätte er keine

JAPANISCHER
SCHABLONENSCHNITT

Augen — — als würde er ohne Aufhören so Der Geliebte
weiter ziehen — mit gesenkten Blicken sich Der, dich zu schauen, pflanzte
wälzend — — in die Unendlichkeit — Während — des — Sommers
Und wie die weissen, leichten Blätter an ihr Bleibt die Nacht von mir fern —
hinab ins Dunkel rieseln — summt sie vor sich Bleibt die Nacht von mir fern —
hin -— in sehnsüchtigem, schweren Klange —
einen alten Vers — tändelnd — spielend — ge-
tragen —• —
Jamabuki —
Blühe nicht zwecklos, Ohne dass sie es merkt, sind ihr die goldgelben
Blühe nicht zwecklos, Jamabukiblüthen entfallen.
Gold - Jamabuki. Die dunkle Nacht glüht und leuchtet.

JAPANISCHER
SCHABLONENSCHNITT

DIE HÜTER DES SCHATZES UNTER DEM BREITEN DACHE.
Ueber dem graubraunen Holze des Hauses, das bleibt stehen; dort befindet sich eine Nische, in
am Walde l a g , breiteten sich die schwanken der ein auf kostbare Seide gemaltes Bild hängt,
Zweige es sorgsam beschattend — wie ein locker als einziger Wandschmuck.
gebundener Strauss mit zartem Grau, dunklem Darunter steht ein Basttisch, mit einer alten
Grün und in hellstem Weiss strahlend — der Bronzevase; ein paar Blüthenzweige, wenige hängen
steigende Abendwind surrte durch das Rohr. darin, lose, ungeordnet; ihre leichten Spitzen fallen
Wenn du eintrittst, musst du dich deiner Fussbe- über den Rand des Gefässes und des Tisches.
kleidung entledigen. In der anderen Ecke siehst du ein geflochtenes
Du steigst die schmale, leichte Stiege, die unter Rohrschränkchen, hinter dessen durchbrochenen
deinen sanften Tritten knarrt, herauf und gelangst Wänden man Lackdosen, Thongefässe, Masken
in ein Gemach, wo du die Aussicht nach dem See gewahrt — seltene Stücke, von Vorfahren theils
zu hast. Die Papierwände fallen rings herum verfertigt, theils gesammelt.
herab; nur die eine feste Holzwand im Hintergrund

JAPANISCHER
SCHABLONEN-
SCHNITT

©

EMIL O R L I K
= L U D G A T E CIRCUS
LONDON =

N A C H EINEM
ORIGINAL-
HOLZSCHNITT
VON
EMIL O R L I K

ZUR WERTHSCHÄTZUNG
DER JAPANISCHEN KUNST.

Trotz verschiedener Be- Es ist in der T h a t für uns Europäer, besonders
mühungen besitzen wir da wir Sprache und Litteratur des eigenartigen
leider noch immer keine Volkes nicht kennen, überaus schwer, uns seine Ent-
wirkliche Geschichte der wicklung und damit die Grundlage seiner Kunst
japanischen Kunst. Die deutlich zu machen. Wir kennen den grossen
ersten, besonders franzö- Zeitraum, der eine so seltsame Blüthe wie die
sischen Versuche der Art, japanische Kunst geze'tigt hat, eigentlich erst seit
so verdienstlich sie an und dem Augenblicke, wo er mit der grossen Um-
für sich auch sind, konn- wälzung der sechziger Jahre zu Ende ging. Aber
ten natürlich nicht sofort wie am Ende, so muss auch am Anfange jener
das Richtige treffen. Das Epoche eine grosse Krise stattgefunden haben.
Werk Brinkmann's ist Japan war ein Feudalstaat, der mit den euro-
ausserordentlich anregend und belehrend, sucht den päischen Staaten des Mittelalters grosse Aehnlich-
Dingen aber von ganz anderer Seite beizukommen, keit hatte. Schon das lässt uns vermuthen, was
als von der zeitlicher Entwicklung, v. Seydlitz auch die Ueberlieferung bestätigt, dass die Japaner
legt in seiner Geschichte des japanischen Farben- aus zwei Rassen entstanden sind, einer erobernden,
holzschnittes darauf wohl hohen Werth; aber doch die später den herrschenden Adel abgab, und einer
ist nur ein kleiner Theil der gesammten Kunst- unterworfenen — ähnlich wie in Europa der alte
entwicklung in Betracht gezogen, und auch da Adel aller romanischen Länder dem Blute erobern-
scheint mir, offen gestanden, vieles durchaus nicht der Germanen entsprungen ist und erst allmählich
so sicher, als es Manchem zu sein scheint; schon, in dem Volke aufging.
dass Gonse, Anderson und Fenollosa, auf die er Eigenartige Cultur kann in solchen durch ein-
meistens zurückgeht, einander so häufig wider- ander gewürfelten Völkern nur dann entstehen,
sprechen, erweckt mir Verdacht. wenn sie sich zu einer einheitlichen Masse ver-

nach einer original-
lithographie von
emil o r l i k

EMIL O R L I K = A U S S I C H T A U S MEINEM A T E L I E R , P R A G
N A C H EINER ORIGINAL-LITHOGRAPHIE

gleichgerichtetes Stre. Das fühlten die japanischen kommenen Ausbildung des alten Künstler schon seit dem Ende Feudalstaates das japanische Le. musste man wie. Diese Herkunft der titel das grosse Tokugawa-Geschlecht. Ge- ben einen ganz bestimmten nies sind ja nicht nur das Ergeb- Rahmen zur Entfaltung gefun. fand das altangestammte Herrschergeschlecht das steht noch ganz unter chinesischem Einflüsse. drängt. Und wie die späteren Khalifen von de Kunst hervor. echt japanischer Maler überliefert wird. war die ganze Cul- denfalls erst um J630 durch den tur und damit die Kunst auf grossen Meister Matahei. wie die merowingischen Gegenüber der japanischen Be. dass heute. als mit der voll. zum Durchbruch gelangt ist. Jahrhun. als Oberpriester in der Regia am In Italien bildete sich zum Bei. war die Zeit.binden. So lebte der altrömische König ben erhalten. Kunst aus Korea und China gilt auch für Erst vor einem Menschenalter ist dieser alte den Japaner als völlig feststehend. auch neue Gebiete sich ihrer Wann das eigenthümlich ja. die verschiedenen Ur- selbst K a n a ö k a . Volk auf seiner Seite. in den Hintergrund ge- noch als überlegene Culturbringer. Jedenfalls erster. der auf China zurückgreifen. Jahrhundert war Japaner einstürmen. durch ihre obersten Feldherren. chen gewissermassen gegen ein. aber geistige Anleihe zu machen. sozusagen zu setzen beginnt. haupt- Wirkung sich auf. aus weltlicher Macht zu einer rein ander gerichtet und heben in der geistigen Potenz geworden. lich ausgelebt. die panische Empfinden in der Kunst Kunst im Geistesleben des Vol- des Landes zum ersten Male kes nicht die Hauptrolle spielt. sie müssen erst sächlich mit religiösen Befugnissen. neue For- man genöthigt. Es ist begreiflich. dort eine grosse derungen an sie treten. Jahrhundert unserer Zeitrech. als neue innere Stürme im 12. war auch in Japan der ursprüng- Vorher sind die Massentheil. Es einen todten Punkt gelangt. hier der Mikado. Sie hat sich aber auch inner- lässt sich heute nicht mehr fest. Könige durch ihre Majores domus. Bagdad durch den Führer ihrer Leibwache. wenn sich die Mischung Wie so oft in der Geschichte. der für das 9. des vorigen Jahrhunderts. denn diese kraftvollen Mit der erhabenen buddhistischen Männer waren eine Nothwendig- Lehre gelangten damals auch indische und über keit geworden gegenüber dem mächtigen. Jahrhundert und brachte römische Kaiser wurde zum Papste. Thätigkeit erschliessen. liche Herrscher. wo ganz neue Ideen auf die und noch im \ 5. für uns heute sehr schwer. der athe- spiel eine einheitliche Masse erst im nische als Archon Basileus. Es ist Künstler Japans sind nur Nachahmer der fremden. und es begann für Japan Vollends. dert das Land in seiner Cultur weit zurückge- worfen hatten. die nung die Koreaner und Chinesen Shogune. So wie die staat- stellen. dann Dante und die grosse bilden. bis so wurden die japanischen Kaiser 7. die Neuzeit. ein grosses. So suchten . herrschend wurde es je. 12. liche Idee. völkerung erschienen im 6. Seit 1600 herrschte mit solchem Rechts- in die japanische Welt. unbotmäs- Indien selbst einige europäische Kunstformen sigen Adel. sie tragen auch den hatte. Die ersten Feudalstaat in sich zusammengebrochen. Jahrhundert als sachen dieser Umwälzung zu erkennen. Forum Romanum weiter. . der l t . Zeit. niss ihrer Zeit. die Zukunft in sich.

im fernen China und Japan so manche Das Eine können wir allerdings zu- ihrer prickelndsten Anregungen ge. Interesse daran hat. die altjapanische Kunst sich bereits in Heute bemüht man sich. seien es nun angestammte oder rechnen. wie die Wer. coco. und dass der sogenannte „hero- legen. dass bei Hiröshige und Hök'sai funden hatten. alteinheimischen Shinto-Glauben begünstigt. Zeit zu suchen ist. man heute nach der orthodoxen Lehre als wir wissen. womöglich vor die Zeit der ische" und „grosse Stil" in früherer letzten Shogun-Geschlechter. etwa wie die europäische im Ro- Kunst möglichst weit zurück zu ver. ich ihre Werke für die reizvollsten sondern dass jede klare Culturepoche halte. für so entzückend. dass nie Fürsten an zwar schon zu den Degenerierten sich. Kunst gemacht haben. die auch den fühlten. ihrer letzten Entfaltung zeigt und zum sonders Fenollosa's Bestreben ist darin Theile aus sich selbst herausgetreten unermüdlich. ein deren Ueberlegenheit auf manchem Gebiet sie er. NACH ORIGINAL- HOLZSCHNITTEN V O N EMIL O R L I K die letzten grossen Künstler. um so mehr. Eine wirkliche . in einem künstlerisch begabten Volke ke der Rococozeit. geben. Uns können solche Beweg- kannten. und be. Hiröshige und Hök'sai soll gründe gleichgiltig sein. Man be. ich muss aber gestehen. dass neugewordene. dass die jetzige Herrschaft. die das Ende nahen greift ja. Anlehnung an die europäische Kunst. die Blüthe japanischer ist. die ja umgekehrt ihren entsprechenden Ausdruck findet.

n a c h einem originalholzschnitt v o n emil o r l i k . plakat.emil orlik.

sowie ihre . das sind die grossen. Dagegen hat in der japanischen Kunst die Plastik nie eine führende Rolle gespielt. wie die Engländer nach den Holländern. Was wir aber bereits deutlicher sehen. wo ein Volk als Erbe eines ganz nahverwandten hervortritt. dann den conventio- EMIL O R L I K . was von Bronce. Höchstens. ist. wie richtig bemerkt wurde. an Helldunkel. Niederländern und Deutschen war es nicht anders.und Schattengebung. Bei uns hat jede grosse Periode der Malerei in der Skulptur ihren Vorläufer und ihre Wurzel gehabt. PLAKAT. übrigens auch die chinesische. Bei den alten Griechen liegt das ja klar zu Tage. die durch die ganze japanische Kunst hindurchgehen und besonders klar wer- den.und Holz- skulpturen des 7. wenn wir die Entwicklung der euro- päischen Kunst dagegen halten. lässt auf blosse Nachah- mung des Fremden schliessen und ist ohne Einfluss auf die Zukunft. und 8. das Fehlen der Linearperspektive. Man hat auch gewisse Eigentümlichkeiten der japanischen Malerei auf diesen Ur- sprung zurückgeführt: den Mangel an klarer Licht. näher ist. die ja durch zwei Sinne. an Rundung. konnte eine solche Vorstufe entfallen. Und so ist die Vollendung meist früher den Bildnern gelungen als den Malern. dass der Weg von den Körpern zu körperlicher Darstellung. also ähn- lich. aber auch bei den Franzosen. Die japanische Kunst. überwacht werden kann. denn. Der ursprüngliche Mensch schafft ja nach der Erinnerung. als vom Körper zur Fläche. wie gesagt. Geschichte der japanischen Kunst darf man aber. gemeinsamen Züge. neilen Schwung der Figuren. heute noch nicht erwarten. Jahrhunderts uns überliefert ist. wie die Wandbilder der alten Aegyp- ter oder Miniaturen des Mittelalters. und es scheint. die später allerdings durch eine fast übertriebene Luftperspec- tive ersetzt wird. Sehen und Fühlen. aus der Schreibkunst herausgewachsen. ebenso bei den Italienern der Renaissance.

auf welche die ostasiatischen Schreiber immer grosses Gewicht gelegt ha- ben. dass. wenn über- haupt geschmückt. jener Theil des Kunstschaffens. die Treff- sicherheit und Kraftersparung. wie gesagt. indisch-chine- sische oder reiner Constructions. wie selbständig sich der Künstler der Natur gegenüber verhalten hat. sowie die treffliche flächen- hafte Gesammtwirkung. eigentliche Naturnachah- mung beabsichtigt der Japaner in dem Bilde denn doch nicht. Kann man in der japanischen Kunst. Ein N A C H EINER ORIGINAL-LITHOGRAPHIE . dieselben Ver. bloss aus dem Innern des Men- schen seine Anregung nimmt. Aber auch ge- wisse Stärken erklären sich aus die- ser Herkunft: die ausserordentliche Einfachheit der Mittel.und Metallar- beiter auch eine bestimmte Weiter- entwicklung zu immer grösserem Naturalismus bemerken. Seine Architektur ist entweder die fremde. spielt in der japanischen Kunst fast gar keine Rolle. jene Be- schränkungen bleiben doch allen Zweigen der Kunst bis in ihre letzten Phasen gemeinsam. wie Lackar- beiten. die uns meist gar nicht merken lässt. aber selbst dann hält sich der Japaner von Schlagschatten und Glai-zlichtern noch ferne. Und dennoch — das ist das Eigentümliche — zieht es ihn immer wieder und unwidersteh- lich hin zur Natur.willkürlichen Verhältnisse und ihre geringe Belebung. Stoffe oder Porzellan. unabhängig von der äusseren Na- tur. G H E T T O IN P R A G zierungen aufweisen. dessen Flächen. höchs- tens. EMIL O R L I K = NOCTURNO = bau. um 1780 die europäische Linearperspektive stellenweise eindringt. am wenigsten nicht in den Arbeiten der Lack. der wie Architektur und reine Dekoration. So reizend die land- schaftlichen Hintergründe sich auch gestalten. Es ist sehr auffallend.

EMIL O R L I K = DER A N G L E R = ORIGINAL- LITHOGRAPHIE ideeller. getrennte Theile ruhig hinweggehend. wenn sie es tektonisches Gefühl. des Tempels und auf der Lackbüchse. wie er das Wesen unserer Baukunst aus. über 5—6 rum soll die Kunst nicht auch im Holz monumen. Darum findet sich macht. Gebrauchsgegenstandes herausgewachsen ist. Und darin organischem Ausdrucke ferne. aber organisch den Kräfte. während uns seine Bilder durch die gekrümmte Garbe. Auch sonst liegt dem Japaner das Ringen nach mangelt dem Japaner beinahe völlig. das Schaffen aus dem Innersten heute im Eisenbau kann? des Organismus und der eigenen Seele heraus. ist diese Lösung doch nicht. das aus dem Wesen des das früher Gesagte. ein Vogel als Stichblatt des Verwandtschaft mit den europäischen Miniaturen . der Wand nicht das vorherrschende Baumaterial schuld. Eine Denn. wa. Schwertes sind oft bestechend. archi- tale Gedanken ausdrücken können. wird gar nicht erstrebt. Man wird selten liegt eigentlich ein gewisser Widerspruch gegen ein Ornament finden. Nein. Und da ist gewiss dieselbe Form auch oft auf der Tasse. organischer Ausdruck der im Bau herrschen.

E X LIBRIS V O N EMIL O R L I K E X LIBRIS V O N EMIL O R L I K OKt-'H EMIL O R L I K = DIE W I N D M U H L E = N A C H EINER ORIGINAL-LITHOGRAPHIE .

dazu fehlt ihm anscheinend die suchte. schliessen genannten Gruppe. dass sie sich in einer Zeit. des die Japaner jedenfalls vorherrschend zur letzt.und Thierwelt und die Reize ausleben konnten. Meister wie die modern-französischen ben. entsprach. hätte es selbst einen Hals oder dem formal-architektonischen folgen. nicht ganz ihrer Begabung gemäss zen. wie oder Michelangelo hervorbringen. offenes bildes und anderer Beschränkungen Auge für die Einzelheiten der Pflan. weiten Blickes durchgemacht hätte. die sich mehr bestre.N A C H EINER auf eine Kunststimmung. die VON stärkste Seite dieses Zeitalters. das durch die Sinne von Aussen empfan. so gehören es bis jetzt eine Zeit der freien Entwicklung. die Künstlernaturen in zwei Tiefe des Gemüths und das gigan- Hauptgruppen zu scheiden. die mehr dem inneren Triebe. Hessen. in sol. durch die er ja be. der unseres Mittel. Dieses so leicht der Landschaft. ich es an anderem Orte einmal ver. — natürlich mit japanischer Klangfarbe — wenn gene Bild einheitlich auszugestalten. und es drängt ORIGINAL. Ob diese Zeit N A C H EINER ORIGINAL- RADIERUNG VON EMIL O R L I K . sich uns eigentlich das Empfinden RADIERUNG alters. zum mindesten und solche. die unserem feudalen Mittelalter auch EMIL O R L I K tiefe architektonische Begabung. in äusserer Geschichte einigermassen Dafür überragt der Japaner un. unter dem überwältigen- sere Miniatoren wieder gewaltig den Einfluss des chinesischen Vor- durch sein früh entwickeltes. fehlt dem Japaner gerade die auf. ähnlich. Volk wird wohl nie einen Dürer Wenn man das Recht hat. empfängliche und aufnahmsfähige sonders gefangen nimmt. tische Empfinden. aber vielleicht che. Velasquez gezeitigt.

EMIL O R L I K = FEIERABEND = • N A C H EINER ORIGINALRADIERUNG © .

EMIL O R L I K = ABBRUCH DES G H E T T O IN P R A G = N A C H EINER ORIGINAL- LITHOGRAPHIE .

i. noch kommen wird? Heute. die uns. Wir sind langsam und bedächtig nachge. . Und wir von der munteren Kameradschaft. und die |ftiffl uns heute noch entzücken durch | f i ''MB. M O R I T Z DREGER. Aber wir werden Vortheil haben kommen. wesen wären. wir hatten mehr zu tragen. wo Ja. denn wir sind nicht ewig dauert. ^Ä* ' Kunst. wenn sie im Grossen und f^Y Ganzen auch eine beschränkte ist.! {' '••'•fiJr |). sechziger Jahren zum ersten Male in . Mit ihrem leichteren Gepäck hatten sie uns einst über- holt. als wir sie in den •*. tireS was wir selbst erstrebten. die Werke. NACH ORIGINALRADIERUNGEN V O N EMIL O R L I K .j!''(': A grösserer Zahl zu sehen bekamen. wer könnte es > sagen? Vielleicht.. ^^J^^^mK^ im Einzelnen Werke geschaffen.. pan eben erst eine ungewisse Zu- kunft betreten hat.*. .. besser versorgt.. wenn sie auch werden auch weiter kommen. sition und Einfachheit der Mittel..

4. Wohin auf je ich geh'. Heft: Alois Hänisch. 8. Hoffmann entworfen worden.EMIL ORLIK. Der Catalogumschlag ist von Prof. Originallithographie in zwei Platten: . Wien. CVXX V I I VUil X XUXVOOUi. Heft: Alfred Roller. ^ WOV1 l i v i i m w i i x i ) die Ausgestaltung. 3. an der Textausstattung betheiligte sich eine grössere Zahl von Mitgliedern. Wilhelm List.. M. 2. 6. Adolf Böhm und Koloman Moser besorgt. 7. Brod. für das vorliegende Heft wurde ein japanischer Schablonenschnitt benützt. Originallithographie in drei Platten: Tristan: „Wo ich von je gewesen.. Leipzig. Berlin. Anna Costenoble. 3. Heft: Friedrich König." Für die Redaktion verantwortlich: E. Leipzig. Hoffmann. Heft: Jos. Druck von Ernst Hedrich Nachf. Seemann. F. diesmal mit einer Originalschablone von Alfred Roller geschmückten Umschlage folgende Kunstblätter in. UbO JL JLCV UOV/O b l i v / l ^ IV JLXdWXX X J. O. Heft: Otto Wagner.Poesie des Schützenthums".. M. Jos. Heft: Adolf Böhm. einzelner Räume wurde durch Josef Auchenthaller. Die dritte Serie der Kunstbeilagen zur Gründerausgabe von Ver Sacrum enthielt in dem. A . Teplitz. Originalradierung: „Kommende Fluth". MITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS. 5. Olbrich. . Heft: Koloman Moser. 2. von den Künstlern signierten Specialabdrücken: 1. Die Umschläge der bisber erschienenen Hefte wurden von folg enden Künstlern entworfen: Heft: Jos.

.JÄHRLICH 12 HEFTE IM ABONNEMENT 9 FL. = j5 M. HEFT 10 a l l e r>" VERLAG VON E. JAHRG. II. SEEMANN. A . LEIPZIG vorbkh.

H O F L I E F E R A N T E N E.L U S T E R . TRINK. UND K. K. PEÜKANFARBEN GVNTHER WAGNER KVN5TI£R-WA^ERFflRBEN f EIN5TE MARKE FÜR KÜNSTLERISCHE ARBEITEN . PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC. SPIEGEL. KÄRNTNERSTRAÜE 16 K R Y S T A L L . I. B A K A L O W I T S SÖHNE WIEN.

= WASSER = J889 U N D JS96 INHALT seite MAXIMILIAN PIRNER 3 BILDER U N D ZEICHNUNGEN VON MAXIMILIAN PIRNER .

= DIE N O T H E L F E R DER N A I V E T Ä T UND MEISTERSCHAFT = im .

ist lien lebte er in Wien vom Illustrieren und dem ein Künstler. Lebensjahre in Liebe" trugen und die besondere Art des Künstlers seinem Elternhause in Pilsen und bezog nach einem bereits vollkommen ausgebildet zeigten. entstehen Wien in die Schule Trenkwald's und zeichnete in jene bemerkenswerthen Compositionen. der in Prag lebt und dort an Nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte in Ita- der Kunstakademie als Professor wirkt. Die meisten seiner er in der Stille seines Ateliers für sich selbst schuf. Künstlerpreises ausgezeichnet. . Nachdem er an der. willigen jähr abgelegt hatte. Das Werk zweijährigen Aufenthalte in Ellbogen bei Karlsbad wurde durch die Verleihung des Reichel'schen die Prager Kunstakademie. hier wiedergegebenen Arbeiten gelangen überhaupt bekam man auf der Jahresausstellung von 1885 zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. In den Stunden. ging er 1875 nach die ihm hier die Lehrthätigkeit frei lässt. deren das der hier geübten Weise durch vier Jahre Cartons. Es war jene Folge von im Jahre 1854 in Schüttenhofen in Böhmen ge. folgte Pirner's Berufung nach Prag. zwölf Pastellbildern. Von dem jedoch. lebte bis zu seinem 16. vorliegende Heft eine grössere Reihe wiedergiebt. Im Jahre 1887 er- selben zwei Jahre lang studiert. welcher seit vielen Jahren fast Malen von Heiligenbildern. M O L D A U MAXIMILIAN PIRNER M aximilian Pirner. D. was gar keine Ausstellungen beschickt. STUDIE. die den Namen „Dämon boren. dann sein Frei. Er ist eine Probe zu sehen. LAND- S C H A F T BEI D A V L E A .

die wahrheiten 1892 .

studie .

= FEUER UND L I C H T = JS94 = D A S REICH DES DIONYSOS = J897 .

= der pallas- kopf = ein k u n s t - historisches m ä r c h e n j896 .

EMPEDOKLES 1898 .

VERÖDET 1893 .

böhmische landschaft .

BÖHMISCHE LANDSCHAFT .

= midas = aquarellierte z e i c h n u n g 1899 .

m ü t t e r und s ö h n e = j898 .

STUDIE INSELKLOSTER S T KILIAN P A N UND P S Y C H E IN BÖHMEN 1899 J899 .

DIE L E T Z T E N J886—J893 .

AQUARELLIRTE SKIZZE ZU EINEM G L A S GE- MÄLDE FÜR PILSEN J898—1899 .

CARTONFRAG- MENTE ZU EINEM GLASGEMÄLDE F Ü R PILSEN 1899 = DIE K L A S S I - CITÄT = MITTELBILD A U S EINEM TRIPTYCHON 1388 .

MOIRA FRAGMENT. 1890 .

DIE V E R W A N D T E N 1897 /TX .

A U S DER BILDERREIHE = M Y T H O L O G I S C H E MES- ALLIANCEN = J889—J89J K Y K L O P UND N A J A D E . MINOTAURUS .

A U S DER BILDERREIHE = M Y T H O L O G I S C H E MES- ALLIANCEN = J889—J89 J G I G A N T UND W A S S E R W E I B E R W A S S E R R I E S E N UND P A N I S K E .

STUDIEN .

STUDIEN .

EROS UND D A S C H A O S = J898 .

DIE IRRENDEN R I T T E R = SKIZZE 1895 .

STUDIE .

STUDIEN .

= QUELL- WEIBLEIN = P A S T E L L J893 = DIE N Ä R R I S C H E P S Y C H E U N D DIE G E S C H E I T E N = 1892 .

= DER R U H M = EIN L E B E N D E S BILD? STUDIE = IN A B W E S E N H E I T DES K L A U S N E R S = 1895 © .

A U S DEM LEBEN DER HEIL. C Y R I L L U N D M E T H O D E N T W Ü R F E F Ü R W A N D M A L E R E I E N EINER B A S I L I K A 1887 DIE BEUTE J898 .

ZWEI STUDIEN = FROST = 1897 .

bettelstolz J894 Für die Redaktion verantwortlich: E.. Druck von Ernst Hedrich Nachf. Seemann. . Leipzig. A . Leipzig.

.VERSACRUM J Ä H R L I C H 12 HEFTE. J A H R G . II. HEFT iU V E R L A G V O N E. S E E M A N N . = 15 M. LEIPZIG. IM A B O N N E M E N T 9 FL. A .

KÄRNTNERSTRässe 16 K R Y S T A L L . li ö E B i i ö i l | R R B N N E R M M £ KK5CHÄTZUHGS* £ I WIEN. H O F L I E F E R A N T E N E. TRINK SPIEGEL. BAKALOWITS SÖHNE WIEN. V!Oft C O M M I S S Ä R ' W MAGDAL^NENST W I E N . PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC. K.RNE. Ä 10 i BKLITEG-Z10&12 M 3! ELEKTRISCHE RERMANENTE. I.L U S T E R . UND K. AU5 4 BEIEUCHTUNG5 SIEIkUHGvoNMOBEUH MODE.N S T Y L E N OBJtCTE' . V I I .

VON RICARDA HUCH J7 BILDERREPRODUKTION NACH WERKEN V O N THEO V A N RYSSELBERGHE. ALFRED ROLLER. VON O S K A R FISCHEL 6 ÜBER E. VON EMILE VERHAEREN 3 AUGUSTE RODIN. K O L O M A N MOSER. S T U D I E J 893 INHALT SEITE THEO V A N RYSSELBERGHE. A . T . CD . THfiO V A N RYSSEL- BERGHE. H O F F M A N N . REDAKTION: FRIEDRICH K Ö N I G .

mädchen- b i l d n i s s j886 .theo van ryssel- berghe.

und nichts als unfertige und keim- 0 I . den Aussehen betrachtet. Er versteht Anekdote und aller oberflächlichen Einzel. sie werden streitbare Eleganz characterisieren seinen Anfang. Monet. eine man bloss das Erscheinen im Frühlicht und das immerwache Unmittelbarkeit und eine ganz unbe. von denen wurfes und Gewandtheit der Ausführung. Raschheit des Ent. Der stecken bleibt. beweglichen. Manet. nun eine um die andere studiert und die Atmo- Er triumphierte im Augenblick. der. und sein Glück und sein Erfolg bringen Was Theo van Rysselberghe an diesem neuen ihn. indem er sich zu ihnen fer. Bemühen der Kunst um den aufrichtigen Ausdruck Schon die erste Ueberschau seiner selbst zügelt in der Dinge gelockt hatte. gemein ist. dass ein solcher Triumph wiedergegeben. leben- studieren. er wird in der Zeichnung straf. Eifer an's Studium. Fülle. Zum erstenmal wird heiten die Natur dieses Malers direct zu das Weltall in seinem hellen. er erwirbt sich eine fast tadellose Technik. mus. sein Studium des Lichtes Nachahmern. häufig im Entwurf und der Skizze und des Umrisses bis zur Spitze zu treiben. um Ein Anderer hätte sich damit begnügt. glauben wir. Verschwinden in der Dämmerung kannte. Die Stunden. wendet. nicht bei den Meistern. ryssel- studie RYSSELBERGHE 1898 E s könnte mich locken. als nur Feuer und Flüchtigkeit. THEO VAN theo van berghe. wo er erschien. das war. sofort alle dessen Hilfsquellen. gehorcht also dem Grunde seines Wesens. Leichtigkeit. Er begiebt sich mit Natur und machen sie vor Lustigkeit schreien. Theo auf diesen neuen Weg nichts anders mitzubringen van Rysselberghe thut das nicht. zum Nachsinnen. Er macht gute Malerei. ihm diese gefährliche Mühelosigkeit. Der Impressionis- schaft für die Kunst ihn mehr und mehr befeuert. anstatt ihn zu befriedigen. Renoir erleuchten die ohne jemals zu missfallen. aber bei ihren setzt er sich die Aufgabe. Da seine Leiden. die Freude. alles zu malen. mit Hintansetzung der Impressionismus hatte ihn gewonnen. Er hatte sich selbst schon zu sehr überwacht. Theo van Rysselberghe. Sphäre wird in ihren tausend zarten Wandlungen doch alsbald begreift er.

so ist es dem Lärm feind. Seine erste bedeutende Aus. Er ruft die Regel an. etwas marktschreierische Lob mit Willen verbannt Seine Laufbahn (er zählt 37 Jahre) ist sehr ist. ferner George Seurat. es sondert sich ungen mitgebracht. Dubois (alte Manier). Theo van Rysselberghe's einen allgemeinen Be- nach Marokko. nach griff zu geben und rings um seine Kunst herum Holland.) . auf der. Seine grosse Composition „L'Heure Embrasee" geschieht es. nachdem er verwirklicht ist. ab und vergeht in der Intimität einiger auser- stellung war jene. die er sich auferlegt. Seine letzte zu seiner heutigen Kunst. in den Orient geführt. aus der das stets Malerei. glücklich ver- Rysselberghe dar. Von seinen alten Gaben behielt er nichts Unter seinen Porträts ragen jene der Damen als die Empfindung und besonders die Eleganz. Seine Reisen haben ihn nach Spanien. EMILE V E R H A E R E N . nom (neue Manier) hervor. Dank dem Gegensatz der orangefarbenen und vio- die aber. hat keinen anderen Zweck. als von dem Werk angefüllt. lockert. Picard. Abscheu vor dem Ungefähr. unter. dieser grosse Maler. nach England. W i e einstens. Mon- der Welt gestohlen. den der Tod jene der Damen Theo van Rysselberghe. Es ist das eine Leinwand. in Urk und in Zeland ge- und heftigen Malerei. Er hatte Rampe. die Neugier zu erwecken. schnellen die er in Volendam. Dank der Macht über sich selbst. ster Sieg.hafte Seiten bietet. ausgeführt. die er nach seiner Rückkehr lesener Freunde. war für ihn nur ein Durchgang aus Tanger (I88J) veranstaltete. glühende und lebhafte Natur. weil er in sich die Kraft fühlt. mit denen er sich freiwillig gezügelt hatte. Das Porträt des Malers das er in seiner ganzen Strenge zur Anwendung Paul Signac ist das menschliche Abbild. — so stellt sich uns Theo van theilten Massen. Fle. (Uebersetzt von Marie Herzfeld. langt. das er brachte. führte Winkel des Mittelländischen Meeres vor die warf er sich einer genauen Disciplin. Gysbrecht. W a s sein Leben anbe- Er hat aus jedem Land einige Schönheitsanschau. Methode. vor der losen. Seine Radierungen sind häufig Eindrücke. Dank den mit Ueberlegung ver- discipliniert ist. Das ist bis heute sein offenbar- sich in der Landschaft und im Porträt ausgegeben. den ruhigen. Eine unmittelbare. Theo van Rysselberghe hört ihn an. am gewissenhaftesten und am charakteristischesten und wenn er heute die Bande wieder ein bischen gemalt hat. wäre sie knüpften oder ohne Anprall noch Unterbrechung auch undankbar und schwer. nach Italien. er beruhigte sich durch die sammelt. hatte sich ein System gemacht. nichts (die feurige Stunde) wurde in St. klar letten Töne. in die Provence. Tropez (Var) von der Freiheit zu fürchten. und aus diesem Grund weiter fliessenden Linien eine glühende Harmonie treibt ihn seine Bestimmung heute. zur Composition und zu den schroffen Spitzen der Diese gedrängte Uebersicht.

N A C H EINER LITHO- G R A P H I E V O N THfcO V A N RYSSELBERGHE 1889 .

man findet sich auf Plastik nicht eingerichtet. dessen Temperament seine vlämische Mischung nie ver- leugnet hat. man verschwendet doch gerne grosse Namen an kleinere Dinge und kennt sogar eine © . Nach allem. noch dazu Ausgüsse scheinbar unfertiger Formen. will es nicht behagen vor blendend weisse Gypse zu treten. was von den Wänden des Rijksmuseums GLÜHEN = J897 so frisch herableuchtet. wenn man am stillen Rokin in Amster- BERGHE. auch zu Dante. und besonders. dass wir Michelangelo's Meister kennen? — Man hat ihn ja den französischen Michelangelo genannt. AUGUSTE RODIN Zur Ausstellung seiner Werke in Amsterdam V o n O S K A R FISCHEL E THfcO V A N R Y S S E L . S T U D I E ZU DEM von Rembrandt und Hals zu Balzac und Baudelaire. Wer Rodins Meister war? Sonst nennt man wohl noch Barye und den graziösen Carrier-Belleuse als die. Wer so stürmt und drängt wie Rodin wird immer ein undankbarer Schüler sein. deren Einfluss er erfuhr. und er ist einer von denen. dam die Schwelle des Hauses „Arti et Amicitiae" überschritt. wenn man sich hülflos und etwas beschämt fühlt vor der überreichen plastischen Sammlung des Brüsseler Musee cinquentenaire — und von der Grossartigkeit der modernen Plastik auf den öffentlichen Plätzen Brüssels und Antwerpens nimmt man dann schon die Beruhigung mit.Ausstellung das Werk eines Künstlers zum ersten Mal übersehen lassen sollten. A K T . — Ueberhaupt. wenn er auch lange in Brüssel thätig war und vielfach sogar als Carpeaux Schüler gilt. dass die Kunst sich zu ihrem Glück nicht immer nach der Kunstgeschichte richtet und mitunter die dankbare Rolle auf sich nimmt. er sei hier im Land der ausschliesslichen Malerei. wer kunstgeschichtlich gelernt hat. wie sie hier als Rodin . Wer war Donatello's Lehrer und was lehrt es uns. die die Frage nach ihrer Her- kunft unbeantwortet lassen. Diese Weisheit ist nur vorübergehend ein Trost. der Name des Florentiners ist schon anderswo mit weniger Recht angewandt. freilich BILDE = ABEND. Rodin ist nun freilich in den Niederlanden nur Gast. zur kunstgeschichtlichen Regel die Ausnahme zu liefern. wenn man in den Niederlanden reist. in jahrhundertlanger A u s w a h l . s war ein grosser Sprung.

dass er neu und stark vor uns tritt und Da fehlt der Glanz des Metalls. und soll er ihm denn über die duftig behandelte wie athmende Ober- etwas verdanken. Punkt. mehr als der souverainen Formenherrschaft noch an Mitteln Natur nachzuschaffen. Die Ausstellung machte es wohl dem Betrachter punkt vielleicht. Er ist ein Künst- hunderte durch geschätzten und in der Schätzung ler von einem Gedankenflug. die technische und Rodin's Wert Citieren und Vergleichen verliert man vor dem Jahr. Dass man das Tasten und die gerade bei ihm. das belebende auch mit den grossen Vorgängern verglichen noch Spiel der Lichter neben dem tiefen Schatten. vergisst. In dieser Herrschaft über den Stoff be. lichtlosen Gyps. das schmeichelnde Fluten des Lichts vornherein nichts gemein. THEO V A N RYSSEL- BERGHE = ABEND- GLÜHEN = 1897 Sächsische Schweiz — aber wer den grossen Italiener gesicherten zu leicht den aus den Augen. und Rodin giebt gerade gut gekannt haben. wo alle Grossen sich berühren? Bei allem traf nur eine Seite. was Rodin zu seiner freilich sein jener letzten höchsten Freiheit. verliert sich die Transparenz und Körnigkeit des ständigen Grösse. der seine Schöpfungen wie kaum mangelnde Entschlossenheit seiner Zeit bei ihm einer für ihr Material denkt. da etwas bedeutet. Gipfel einer ganz grossen Zeit. bei alledem trifft zu können. Rodin einen Höhe. unschlüssigen. musste beide sehr wenig oder sehr Bild man gewinnen will. das ist eines der Zeichen seiner selb. Michelangelo bedeutet den genug. wie Frankreich ihn . man hier auf etwas lang vermisstes. Bronze und Marmor. so doch höchstens das Bewusst. kurz alles. oder gewiss einen suchenden nicht leicht mit ihrem weissen. Mit Michelangelo ist ihm von Marmors. fläche. aber liegt da nicht der Kunst plastischen Impressionismus genannt hat. mit ihr um die Wette schaffen einzusetzen hat. Wer seine gegnen sie sich allerdings. — Und doch. liegt auch im grossen Wollen. dessen auf Rodin bezog. um auch allein zu gelten.

nicht dem trivialen Machwerk Bourgeois Platen den Dichter gekannt sehn will. thut sich nicht so santen Modell von allen Seiten näherten.THEO V A N R Y S S E L - BERGHE. seine bald genug. von der leichten Skizze Vorwurf machen. darin liegt sonst ein . die sich diesem beneidenswerth interes- Denn er. das ist nöthig zu betonen dem Miss. bald geschick gegenüber. lers wird begreifen. wer die vorbereitenden Skizzen nen Fleisses. der soviel kann. W a s dann der letzten mit voller Wucht hingestellten W e r k . die es ab- quellenreiche Strom unendlicher Empfindung. man könnte ihnen keinen durch jedes seiner Werke. Für ihn war seine Idee Dichter. daran lehnten. auch dort wo Dunkel und riesige Gestalt kaum aus dem Block trat. Aber die Kränkung des Künst- bis zum mühsam erarbeiteten Resultat seines eher. rauscht den Vorzug gegeben. gesehen. Geist ist wirklich tausendfach gelaunet und der Es war kein fertiges Werk und hätten. wie seinen bald aufgeregt. Formen ergründeten. ein Statue Balzac's betraf. der Ausführung gefährlich wurde. der die Seele in Höhen und Tiefen kennt deutlich und er zog die Hand davon. wie Licht die beglückende Dämmerung weben. das den Künstler bei seinem in der R u h e gefassten Ausdruck. PORTRÄT J886 in der bildenden Kunst lange nicht besass. als die und was fast mehr. Sein Rembrandt hielt er damit seine Arbeit gethan.

dass er uns an ihrem geistigen Leben Theil nehmen Den merkwürdigsten Einblick in seine Art zu lässt. lernen und zu forschen boten auf der Ausstellung zelte Züge zu diesen fast beunruhigend lebens. und es sind die wie in ihrer Absicht. Modellen gemäss. die verein. die eher des Meisseis als des Stifts gewöhnt sie daher als wären sie am Ziel. Es liegt viel scheint. tur. = C A N A L IN F L A N D E R N = 1894 unmittelbarer Reiz grade seiner Porträts. dankt er seiner poetischen Gabe. tragen skizzen. THfiO V A N RYSSEL- BERGHE. die unver. die er vor sich sah. deren Plan mehr auf Structur als auf . Feine Charakteristik seiner Nachbarschaft ist unsagbar lehrreich: Kunst. verschieden in der Technik vollen Bildern sammelt. der sie leben. und diese einfache Bewunderung verdient. In der Berliner National-Gallerie wischten Spuren der temparamentvollsten Arbeit. der Zauber romanisches in solcher Auffassung. Neben echten Bildhauer- bedeutendsten Menschen. Kul- Modelle darf man von einem Franzosen erwarten. Sie alle. vor sich. aber Nationale des Beaux-Arts Dalou der eherne Böck- wohl die zielbewusste und sichere Hand die meiste linkopf Hildebrandts gegenüber. seine Zeichnungen. steht der Büste seines Mitpräsidenten bei der Societe bei der schliesslich nicht die Flüchtigkeit. aber sie ist den des rasch aus dem Leben gerissenen. wie Sieger blicken sind. deren Striche mit einer Hand hingesetzt die Idee. Nationalität führen hier einen stillen Kampf.

KINDER- P O R T R Ä T . PASTELL 1896 .THEO V A N R Y S S E L - BERGHE.

von ihrem Schicksal getrieben. W a s Es giebt nichts zwischen Leidenschaft und leiser an Skizzen davon bisher in die Oeffentlichkeit kam. und der Gazette des Beaux-Arts bekannt. seltsam in jeder dieser hagern. sie erlebt. dem Entschluss zum letzten Aussersten bewegt! ein stalt. auf den Schultern zugerechnet würde. das im Laokoon wenn nicht als niedriges harmonischem und stimmungsvollem Contour. die man nur am Cadaver stu. ergreifenden Abgüsse der verschütteten Pompejaner Die Weltausstellung wird umfangreiche Arbeiten erinnerte. als diese Ge. der Oberwelt nicht fremd. selbst erschüttert. das Schwinden in jenen Oreaden. in einer Ueberfülle mung des Ganzen klar erkennen lassen. vom Rücken zu sehn. und so frei und organisch zum Ziele kam ohne „ T r a u m " oder „Schatten- dabei sind diese Fabelwesen bewegt als hätte er bild". oder sonst einen grossen Schmerz. Charakteristik wahrhaft monumental. in ihrer schaftlicher Gestalten bei ihm oft an die bekannten. vor allem die Thür für das Mu- Kopf allein den ganzen Menschen zu fassen ver. Jede einzelne Phase der geistigen Existenz ver- heit verlangt es. und doch die Gruppe _ aus einer Stimmung. Geberde gearbeiteten Gestalten ein anderer Cha- der unausgeführt gelassene Kopf konnte nicht mehr rakter. mit dies Sujet. Seine Eva genügt. Und wie wird erst die Natur lebendig bei denen ihn nur die Verkürzung. Mit Recht hat man zu seinem Lobe ge. der Kopf freilich ent- weiss nicht. aber der alte Goethe hätte eines Satyrs balancierend. der Kopf nur als Echo des ganzen Körpers. dahin. sie einzeln auszustellen. dass die Geberde leiden. Die weiche Marmor- der zur R u h e kam. die Strasse Hand Gottes die allgütige mühelos schaffende Ge. koppelt. die am liebsten in sich verschwände. — Wun. äussere Linien des Körpers ging. Seine Modelle freilich müssen ter. umgeben von seinen inneren Eingebungen. nur theilweise vollendeten Studien Wie vom Geschlecht Dante's muthen auch seine die Probe machen. sind auch die „dolei pensieri" Alkestis heisst die Gruppe. Und hier gilt ihm. beschäftigt. in diesen halbirrenden Contouren körpert er für das Denkmal Victor Hugo's im die Bewegungen und Überschneidungen jedesmal so Pantheon: „Nackt wie ein Gott" thront der Dich- lebhaft zu treffen. wie der Florentiner sie geschaut haben dacht: Ein junges Weib ist auf den Knien des könnte. ob studiert aber glaubhaft gezeichnete wickelt aus einer Reihe der herrlichsten Studien. halb mitfühlend und Verklingen eines Contours im R a u m beschäf. gab es andere. ihn in den Spuren des gestaltungsreichsten Dich- meint. die Genre. wie hier ein Künstler Lauf mit Schenkeldruck. Männer im Leben ver- derbar sind in einer kleinen Studie auch als Com. aber doch welche Sicher. Zug von Verdammten sein. wenig zu beneiden sein. Im Kopf eines Schreienden Gefangenen von Calais an: eine kleine Schaar wallt erräth man den Gestus des wilden Laufs in der schleppend. ein anderer Und diesem Meister. ihn vor allem „der Kuss". streut. darauf an seinen. die halb neugierig. weil sie nur dieren kann. dem Qualen und Stürme legt. die er selbst ermuthigend vorschlug. So genau kennt er den menschlichen Körper in zwei davon mit der kalten Nadel aus dem Pan seinem animalischen Leben. sie lenkt seinen wilden gewiss seine Freude daran. Mannes an seiner Brust entschlummert. Holzschnitte mahnend. Daphnis . Der Dichter des der ersten Jahre sie hergiebt. nun von einem Geschick zusammen ge- position vollkommen drei Gestalten zusammenge. Regung. man für uns etwas zu gallisch. seum der decorativen Künste. von ihrem Felsen auf den toten Dichter sich herab- tigte. Selbstqual und Scham ausdrücken. nur auf grosse stalt. hohe Reliefs aus dem Inferno. selbst eine Stellung: Hernani pathetisch gross. Man kann der tiefsten poetischen und künstlerischen Gedanken. ein Zug so tiefer heiliger Naturempfindung. neigen. recht thut. der sonst schon im von Rodin bringen. die ihn seit 15 Jahren mag. aber den Kopf unter dem Knie durch hat er. in der Unbestimmt. Ein Thema beschäftigt cretia bedeuten. denen man Un- bis in Stellungen. doch als transitorisch dem undarstellbaren kühnste wohl eine N y m p h e . lose überzarte Federzüge. jedes Fragment einer Statue würde die Stim. Er geht dem Körper nach seltsam bewegten Frauengestalten. ters als selbständigen Dichter. heit der Körper fast an die Figuren chinesischer wie er bei einem Romanen überrascht. oder wie der weiche Kinderkörper als Theile einem Ganzen dienen. das er nicht schon im Körper auszudrücken — auch hier war eine Gruppe ausgestellt — zeigt wüsste. sie könnte auch Lu. den Arm um den ersten: des Inferno gelingen. wie es ihm zukommt. gruppe im Salon 1898 war nur eine der vielen Wie absichtslos bauen sich ihm leidenschaftlich Lösungen seiner nicht zu ermüdenden Phantasie für bewegte Körper in klaren Gruppen zusammen.

die eine Stimmung. Sonderbar. Rodin Beifall Unmusikalischer bestätigt es — dass die ist gewiss einer der begnadeten darin! W a s sonst Musik um Isoldens Freudejauchzen. wieviel keuscher. — Ertrinken. hier der Marmor athmet. un- rend einfach und dabei so gefährlich schön.THEO V A N RYSSEL- BERGHE. Versinken ähnliches spann. wie spät die Franzosen. rüh. ein neuer bescholtener ist dann in all seiner Offenheit der Orleans müsste ihnen wie Correggio's Leda den Bildhauer. um den eignen zu behalten. wie es in allen der gleiche Sinn. es wahr ist — Musikalische behaupten und der hinter das Geheimniss der Frau kamen. Adoiiis. die Woge und der Strand. in deren dere Künste waren hier viel ungebundener. S A E N G E R - SETHE 1895 und Lycoenion. An. Lustentzücken seit der Mona Lisa bis heute nur wenigen Malern . Kopf nehmen. Wenn Kunst die Frau einen so grossen R a u m einnimmt. PORTRÄT DER MME.

denen man glaubt. das ist. ist. was wir lange eine vorzügliche Porträtbüste des Meisters. was sich sonst auf einzelne schaft über die Mittel keinem mehr als sich selbst. Bruder und Schwester: das leuchten Augen. dem nichts menschliches fremd danken versenkt. man denkt gern dabei an Gret. tragenen Gestalt eines Arbeiters ein derber Kopf . aber was ihn über andere und selbst die Grenzen milla Claudel stand am Eingang zur Ausstellung seiner Nation hinaushebt. — Von der Hand seiner Schülerin Ca. reiner Schönheit der Gedanken. er theilt es mit andern. mit wirrem Bart. der Einklang reiner Formen mit Katalog zeigte sein Bild: auf der nachlässig ge.dem Bildhauer. vertheilt. der genug vermissten. das hohe Glück dankt So schliesst sich der weite Kreis von Rodin's Rodin seiner Nationalität. PORTRÄT DES S C H R I F T - S T E L L E R S EMILE V E R H A E R E N J893 und Dichtern zufiel. das gelang. Können lückenlos. — Für all diesen inneren Reichthum den chen und Marianne. leichten Ausdruck finden. m m THfiO V A N RYSSEL- BERGHE. dass sie Höhen erwachsene Mädchen reizend unbewusst unter den und Tiefen kennen und auch der herzgewinnende Liebkosungen des Brüderchens in dämmerige Ge. Zug fehlt nicht. unter den starken Stirnknochen Eine kleine Gruppe. in diesem merkwürdigen Manne in seiner Kunst verdankt er die unerhörte Herr- liegt nebeneinander.

= AMSTERDAM = N A C H EINER R A D I E R U N G V O N T H E O V A N RYSSELBERGHE .

= BARKEN IN VOLENDAM = NACH EINER RADIERUNG VON THEO VAN RYSSELBERGHE .

THEO V A N RYSSELBERGHE BILDNISS EINES J U N G E N MÄDCHENS .

das entscheidet über sein Heimathsgefühl auf der Erde. Verstand wohl ein. sondern dieser vor jenem voraus hat. der bis zur zerstörenden Flamme Seite standen ein klarer. glaubte. aber wie er der Tod ihm den Auszug ermöglichte. objektive Dichter kann zwar gerade die Mittel und Seltsamkeiten eine Weile spannen interessanten Charaktere in unerreichbarer Rein. was alles zu- mischt und so das Gleichgewicht zerstört worden sammengenommen erst seine Eigenart ausmacht sei. können es auch seine Werke sein. die Einsicht in sein Wesen. Das Schöne. Tasso und Meister beweisen. wie Goethe's D Körper. die Pein. UBER E. Sehnsucht bei seiner Organisation ein neues Recept versucht. d. nicht von dem er schon als Jüngling. und je mehr wir grosser Künstler nicht war und Meisterwerke nicht ihn selbst in seinen Werken antreffen mit allen schaffen konnte. er würde selbst empfunden und einzig darin liegt das was ihn nicht lange mehr brauchen können. Dass er ein jectivität macht seine Grösse aus. Der innere Zwiespalt. sah sein scharfer. wo es eine so quälende welches aber misslungen sei. was den unharmonischen Dichter martert. seine Sub- drückende Wohnung zu verlassen. Er Körper nicht zufrieden sein. sein Wesen und seine Kunst über ihn zu erheben. scharfer Verstand und aufglühenden Phantasie zu wenig Phlegma beige. das sich empfehlen ohne ihn mitzunehmen. das Unbehagen. eigenen Aussage vom wahren Genie unzertrenn. Körperlichkeit wie die seinige nicht gäbe. Hoffmann konnte mit seinem kleinen mehr possierlichen als hässlichen Werther. fehlten ihm. dessen der Künstler durchaus bedürfe. die nach seiner Schriftstellern unterscheidet. könnten. der seinen Werken. h. nach einem Geisterlande. daraus beruhten auf einem in ihm selbst begründeten ging sein Humor hervor. und ihn wesentlich von vielen andern romantischen Besonnenheit. eine bewundernswerthe Geisteskraft. die ihnen in Wahrheit abgeht. sagte er. desto reizvoller sind sie. Faust. alles heisse Blut zu einer brennenden Hölle machte. indem dem überreiz. die Weihe giebt. ihr zur baren Gemüth. königsbergischer seinen Unvollkommenheiten. denn die Natur. aber etwas verlieren sie doch. ist. und ob er sich in diesem Hause wohl oder elend fühlt. habe Die Sehnsucht also war seine Muse. indem sie sich in dem Auge des Besonnenen spiegeln und dort eine Ganz- heit gewinnen. T. sonst höchstens ein jugendliches Alter durch starke nische. Der harmo. . HOFFMANN ie eigentliche Heimath des Menschen ist sein heit und Anschaulichkeit herstellen. die Missverhältniss. die Sehnsucht sich lich sind. auf der Disharmonie. den das hat die Sehnsucht. Ruhe und Heiterkeit. die Kraft es zu thun. etwas Werdendes die Kunst wenigstens zeitweilig die unbequeme. A. dem reizbaren. half ihm selbst etwas Interessantes. Bis aber Seiende zu schaffen ist ihm versagt.

phorus. verändert sich die bizarre Erscheinung. strömt jetzt. weshalb sie sich auch in den bronzenen Thür- den grossen spähenden Augen unter mephisto. mit denen er furchtgebietende Mienen. und die abschreckenden sarkastischen Lächelns ein tiefer jüngste entzündet das Herz des Studenten Ansel- melancholischer Ernst. Schlänglem am Stamme des Hollunderbaumes. auf dem Schosse der jungen kreischende Stimme. klopfer an seiner Hausthür verwandelt und als phelischen Brauen und dem grotesken Ziegenbocks. und auch den sieht dies alles. die grauen stechenden mus. musikalisch-mechanische Figuren verfertigt. Sprachen besitzt. des mageren. die Abends heimlich verbotene fürchtig zugleich an. seiner selbst widerwärtig auffällt. R a t h Krespel schauen sie freundlich und ehr. runzlichten Gesichtes wie aus einem A m vollkommensten ist Hoffmann die Dar- Gehäuse hervorstrahlten". eine noch nicht mächtig. das dem Salamanderfürsten nachstellt.tritt in seinen Erzählungen eine Person der Aussenwelt Abstand nahm. ein Tante Füsschen sass und ihrem süssen Gesänge Gehen in seltsamen Bocksprüngen sind ihre uner. Aber für den Eingeweihten ist in einen Königsmantel. bildet den poetisch-philosophischen Grund- starren Augen. und diese Doppelgängerei. ein teuflisches behenden Gestalt. die gnügen chemische Experimente macht und alte Verzerrung glättet sich in sanfte Erhabenheit und Bücher liest. das Apfelweib. Der Archivarius Lindhorst Paar grosse Flügel umflattern. der statt des rech. viel seltene Manuscripte in fremden durch die komisch hässliche Maske scheinen ehr. scripte abschreibt. den feinen. der zu seinem Ver- weilen. der aber. Als er dann © . Dann verwandelt sich in einem abgelegenen Hause vor den Thoren der weite damastene Schlafrock des Archivarius Dresdens wohnt. zuhörte oder wenn ihn in der Neujahrsnacht die freulichen Kennzeichen. sich anders fühlte auf. Engel trügen jetzt das neue Jahr einem Sterne ten Auges ein grosses schwarzes Pflaster und statt gleich am blauen Himmel vorbei". wie er gewesen äusseren Erscheinung und des Betragens beinahe sein mochte. der sich nicht eins in sich fühlte. in Dann tritt auf das Antlitz des Professors statt des der Abendsonne blitzend. sanfte Musik von Clarinetten und Hörnern auf diabolisch höhnende Rath Krespel. die „aus den knöchernen Höhlen gedanken der meisten seiner Schriften. der mit seiner kleinen wischs und der Runkelrübe ist. der darunter liegt und träumt. zusammengepressten Princip. Aber nur Anseimus alles weiss. Häufig. ein stechendes A u g e . zu unend- Augen blicken in seliger Verklärung himmelwärts licher Liebe. entsprungen aus der Ver- sich durch seine weissen Locken und von seinen bindung der Feuerlilie mit dem Jüngling Phos- anmuthigen Lippen strömt anstatt der kuriosen. un. dass die alte Liese. rieseln krystallene Fontänen in Marmorbecken wo er geht wunderbare Musik aus Büschen und und plaudern fremde. der Student ihn anfassen will. auf und nieder. Es gab für der Profossor in der Automate mit der unangenehm ihn. der diese Bürgerschaft in zwei ganz verschiedenen hagere Archivarius Lindhorst mit den grossen Welten. In dem kleinen Garten vor dem und während ihn sonst das geistlose taktmässige Thore blühen Cactus und flammende Lilien. der Abkömmling des Fleder- sich Hoffmann selbst ab. wenn der Wind hineinfährt. wundervolle Vögel und die Bäumen und erfüllt die Seele mit himmlischen Decke des Zimmers. ist ein wunderlicher Mann. nicht hatte aufzustehn und zu sehen. ihn ekelhaft an- profil wie ein Hexenmeister oder Zaubermännchen grinst und mit entsetzlichen Worten anschnarrt. wenn er in seinen Träumen von beabsichtigter Besuch unterbleibt. Geklingel seiner Maschinen umgab. in Wirk- dissonierenden hohen Stimme. um die ein ironisches Lächeln schwebte. Plötzlich. den meier eigentlich ein guter Wundermann ist. zu. dazu drei Töchter. ein kleines Kind. die durch groteske Eigentümlichkeit der und schaute. den die Schösse des stellung dieser Doppelwelt im Märchen vom gol- Ueberrocks. Lippen. Dass der Obergerichtsrath Drossel. ein goldnes Diadem schlingt er der Salamanderfürst. der grüne Palmensäulen tragen. erschien und auf Fremde zunächst abstossend dass er augenblicklich in Ohnmacht fällt und sein wirkte. Ein skurriles Lächeln. in dem Anseimus Manu- Ahnungen. In diesen Männern malte Wahrsagerei treibt. aber den Muth der Haare eine schöne weisse Glasperücke trug. sanft und weise. ist ein azurblauer Himmel. gut. der kleine dem Schlossthurme weckte und er glaubte „silberne Obergerichtsrath Drosselmeier. So der wahnsinnige. als er. seine Töchter gleiten als goldgrüne verständlichen Redensarten gemüthvolle Weisheit. fühlen die Kinder. der Spieluhren und lichkeit zwei Welten. nur er weiss. wie ein denen Topfe gelungen.

N A C H EINER R A - DIERUNG V O N T H f i O V A N RYSSELBERGHE .

THEO V A N RYSSEL- BERGHE. N A C H EINER RADIERUNG . L O N D O N 1896. DANCING GIRLS.

die andere verdienen. der Pöbel sieht nur ein wunderlich aufge- manders und der Feuerlilie. der im Urdarbrunnen. des Kindes und des sehen kann. d i e j vor dem Auf. die vertreten ist durch den Conrektor liehen hat. aber nach seinem Tode fängt der Liebeszauber Verständniss. Veronika dagegen. nieden erkennt und sich daran ergötzt. dessen Geschichte er dem tollen Märchen von der Bewundernswürdig durchgeführt ist der Ueber. dem die Fee aus Mitleid die Gabe ver- Prosa. ihn mit widrigem Rauschen ausschlürft. dass er allen Wunderbare und Poetische zur Schau trägt. Im Klein Zaches schon etwas stumpf geworden und sie suchen ist das Fräulein von Rosenschön für den Wissen. Jammer als freies seliges Bewusstsein über ihr. vollkommene Philister lich angeklebt ist wie ein Paar Flügel. so nämlich und die Welt geschaut und erkannt hat. dass das Rittergut. als er klärungsedikt des Fürsten Paphnutius in einem aber eines Tages seine Natur verräth. gänger zu machen. sich selbst als Erscheinung Bildersprache des Dichters.des Archivarius Tochter Serpentina geheirathet thasar sieht die weissen Einhörner. recht versteht: dass der wer sich selbst im Bilde. welt gelöst und schwebt unberührt von ihrem spricht. welches Muschelwagen ziehen und den Silberfasan. Den Eltern seiner Dieselbe Idee wird in derselben Art in mehreren Zöglinge ist im Laufe des Lebens der innere Sinn anderen Erzählungen ausgeführt. liegt als jenem. oder dies sei die Art des Gedankens. Aber die Kraft. aus der der Conrektor Paulmann zu glauben. aster die Weisheit erlernt hat. der Leute sein Schwiegervater ihn lenkt. Prinzessin Brambilla zu Grunde gelegt h a t . ganz jung dessen äussere Hässlichkeit seine innere ausdrückt. alle Bewunderung. gister Tinte zugleich der Gnomenkönig Pepser schen wiedergewonnen werden müsse. dem jungen Paare geschenkt hat. und unreif. In den beiden Welten. Auch über diesem Stiefkinde der Natur. wogt. so dass sie sich begnügt. würdigen. um sich einen Schein höherer Bildung zu geben. räthin Heerbrand zu werden. die seinen h a t . was erscheint was er niemals w a r : als ein vollendeter ihm aber in der T h a t womöglich noch ferner Mensch. der roman. hat sich eben dadurch von der Schein- ursprünglichen Menschen eine Wirklichkeit ent. nicht dauern: Klein Zaches geht elend zu Grunde. die nicht Registrator Heerbrand. Der Conrektor Paulmann aus seinem Selbst hervorgeht und ihm nur äusser- ist der ächte. Aber nur Bal. ja eine gewisse Neigung für das der guten Fee wieder zu wirken an. Klein Zaches Die Komik und der Humor entstehen nun aus ist das missgestaltete Kind eines armen Bauern- dem Zusammenstoss dieser Welt mit der der reinen weibes. stürzt. nur er vernimmt die Himmelsmusik. schwankt eine Weile zwischen es tröstend in ihren geheimnissvollen Schatten. die dem und als solcher in seiner skrupellosen Naivetät Menschen doch nicht zum Fluge helfen. dass sie einen den die Fee Rosabelverde. schickt angebrachten Aeolsharfe. doppelt bildsam durch ihre Verliebt. ungetheilte. indem er Fräuleinstift Zuflucht suchen musste und der Dok. Paulmann mit seiner Tochter Veronika und dem auf sich zu lenken. so schön als der Humorist. bis eitle Sinnlichkeit den Sieg wenig anderen Erzählungen zeigt sich Hoffmann über sie davonträgt. Nach dass wir ihn sich vollziehen sehen durch die Augen seiner eigenen Ausdrucksweise bedeutet die Urdar- des Studenten Anseimus und es uns freisteht wie quelle nichts anderes als „die wunderbare. weiss nur er. der bei Zoro. der nach der Meinung. wo der Einklang aller putztes Cabriolet und hört die Klänge einer ge- Wesen verwirklicht ist. derselbe sei tiefsten Anschauung der Natur geborene Kraft betrunken oder wahnwitzig. ten zum Bewusstsein in Zeit und Raum verloren. sich gang aus dieser Welt in die andere. an dessen seltsamlichen Faxen Die letztere Deutung flicht Hoffmann selbst mit er die seinigen und — ich will das freche Wort überflüssiger Deutlichkeit in die Geschichte ein." Denn tischen Weltanschauung. ihren Kindern ernstlich einzureden. Im Märchen „das fremde Kind" ist der Ma- aber ewig wahr und da sei und auch für den Men. beibehalten — die Faxen des ganzen Seins hie- die man aber nur im Lichte seiner. die durch die Entwicklung des Unbewuss. dann die nassen Rockschösse schüttelt und mit . waltet die erbarmende göttliche Liebe und birgt heit in Anseimus. und eigentlich eine Fliege. kann ansprechend. während der Registrator Heerbrand. Hof. sich summend und brummend über einen Milchnapf tor Prosper Albanus ein Zauberer. in Wahrheit das die in herrlichen Akkorden durch seinen Garten Wunderland Atlantis ist. die Heimath des Sala. seinen eigenen ironischen Doppel- eines poetischen Gemüthes die Dinge aufzufassen. menschlichen Erzieher haben.

THEO V A N R Y S S E L - BERGHE. S T U D I E Z U EINEM P O R T R Ä T .

ist der „innere liche Träumer. Ein Medium. zu deren ernste. ein plötzlicher Donner- Fernglas aus der Tasche ziehen. ein eigentlicher Geisterseher. ausgeprägt in Hoffmann und so in seinem Wesen Sie. ahnen". sondern mehr leiste als sie alle zusammen. naiv. aber „die wahnsinnigen Detailhändler der Augen hervor. zum Theil gemeinen Vorkommniss wunder. den der Anatom volles Märchen verwandelt. Hoffmann'sche Lieblinge befähigt. wie er die der hässliche Egelprinz totküsste und der sich ausdrückt. Das wäre also dasselbe was die Beobachter som- zimmer. nambuler Zustände damals das Gemein gefühl sten und hitzigsten Verehrern der Student George nannten. wollte. nur verwandelte Gamaheh im Blumen. auf einem Burgunderfass im Keller reitend ein- punkt der Geschichte bildet das optische Duell ander gegenüber sassen und tranken. während- der beiden alten Naturforscher. von dem so überaus viel in seinen Werken Karfunkel im Herzen trägt. in dem er eine Rolle spielte. um sich ihren Besitz streitig zu machen. die jeder ein dessen ein Gewitter aufzog. als die handgreif- ohne die Bedeutung ihres innersten Wesens zu liche Alltagswelt aufgestellt hat. irre und zweifeln. ob sie den Magister Tinte oder W a s nun Anseimus. zer- . einen. begründet. denn Dörtje Elverdink ist Fledermaussinn vergleicht Hoffmann die Seher- eigentlich die Prinzessin Gamaheh aus Famagusta. und sehen wo von den beiden Unheimlichen der eine schön ihre Erscheinungen ohne Grauen. Mit dem volle Begebenheiten. exotischen Cha- Dazwischenkunft des Peregrinus zu beider Un. theilte und er selbst den andern als höchst wunder- merdam bekannt waren. Hellseher die Funktionen ihrer entschlafenen Sinne lichen. dass es sich seiner Umgebung mit- rühmten Naturforscher Leuwenhock und Swam. er vergleicht ihn einmal mit dem ist und das Leben sich in ein schönes bedeutungs. er dagegen empfand sogar das Ge- scheiben schlägt. die die Natur zu erforschen trachteten. und in der Brautwahl. wunderung. Wenn das Volk sich Spalanzani an der Fledermaus entdeckt haben zu dem Flohbändiger und Taschenspieler Leuwen. wie Kampf um die Prinzessin fort. sich Hoffmann übrigens durchaus nicht. bald verlängern.den dünnen Beinchen rasch darüber hinfährt. dasjenige Excentrische schauen. aus seinem Selbstbilde die grossen. gabe derjenigen. wodurch sie in dem wir im gewöhnlichen Leben keine Gleichung die Nachbarschaft der Distel Zeherit gerieth. das dunkle Gewölbe setzen und grimmig gegeneinander ausfallen. ihnen. die Welt durchsichtig die Rede ist. finden und das wir daher wunderbar nennen. meist von robuster Gesundheit. sogenannten sechsten Sinne. erhellend. wo- nämlich des Studenten Pepusch. ter zeigte. war die ihre Geisterart gegenseitig durchschauen. vermöge dessen die Schlafwachen und Pepusch zählt. als ob sie ganz andere und weit Natur. indem wöhnliche als wunderbar. Balthasar und andere eine Fliege vor sich haben. Spalanzanische Fledermaus und allerdings starren staube einer Tulpe und rufen sie ins Leben zu. der nicht nur ein Stellvertreter der übrigen hock drängt. in knisternde Funken zerstieben sie glatt zu streichen. ja ohne Ver- ausgeprägte flimmernde Goldstücke aus den Rettig. Diese sind zu überzaubern suchen. ihre entsetzten Gesich- bald verkürzen.und Ausziehen Gläsern anklingen wollten. jenseits der Sinnenwelt zu sehen. dachte ihm nach. Den komischen Höhe. wirkt. und zwar im erhöhten Grade ausübten. es ins Auge schlag krachte und der Blitz. wo Prosper Albanus und die Fee Rosabelverde. werden auch sie an ihm lässt. bei dessen Vorstellungen als stärkste sei. bis er durch die Hoffmann gesagt haben würde. seltsamere Dinge wahrnähmen. weitoffenen rück. das muthet gerade so an wie eine gro- Eine verwandte Scene ist im Klein Zaches. die gerade mit den gefüllten bei sie die Waffen durch Ein. Anziehungskraft ein reizendes kokettes Frauen. rakter erhielt. in sie verliebte. fristen ihr Dasein jetzt bar und wunderlich erschien und der geringste als unrühmliche Taschenspieler und setzen ihren Vorfall. die Wunderwelt Im Meister Floh ist Peregrinus T y s s der kind. Wenn er und sein Verleger Kunz gunsten entschieden wird. der sich auf ewig raus denn wieder das Wunderliche hervorgeht. die in jeder Erscheinung. Zwei Magier entdecken die nicht Nicht ohne Wemuth nannte er sich selbst die gestorbene. nützen die Entdeckung der Schönen nur Der Sinn für das Wunderbare war so stark aus. weil er den zauberkräftigen Sinn". um er sie auffängt. wo. zu plumpe Genius Thetel entführte. die der Welt in früheren Zeiten als die be. teske Scene aus einer Hoffmann'schen Novelle. Dort je Elverdink. die der andere jedesmal. für den. erlebt Peregrinus in diesem alltäg.

von der aus man ihn hätte widerlegen tet er danach so viel Menschen als möglich unter können. Denn sein Wahnsinn bestand eigentlich seine geistige Herrschaft zu bringen und gewisser. sem Wahnsinn. und dem Zauberer machen. Diese Idee führte er aber mit einer Folge- Brennpunkt aller psychischen Strahlen. der erlitt. beeinflussen kann. der „mit einem Kuss das andere Wendung gegeben. wie Hoffmann klar und ergreifend maassen auszusaugen. den ihr schwaches sie in volle Kraft. Lücke in der Kette seiner Wahnvorstellungen zu desto näher steht man Gott. der denselben Stoff eingeschachtelt. dass Nathanael die ver- innere Auge weckt". verstecktere Re. in Wirklichkeit zu äusseren Umständen scheinbar gefördert wird. sollte die kleine Novelle derbliche Macht. Vom Traume. Wahnsinn. Er selbst Maria stehen unter der Albans. dass er sich für den Anacho- er seinen hohen Geist. von der das ir- Verlobten in treuer Liebe ergeben ist. be. phantasie- seiner Jugend unter der Macht des dänischen volle Personen. hatten eine grosse Anziehungskraft für „Sandmann" ist der Sache dadurch eine ganz ihn. fühlte. Gott ist. Im „öden Hause" kannt. kann sich dische Dasein bedingt ist. Schuberts Ansichten von der Nachtseite wird der magnetische Zauber von einem Weibe der Natur schätzte er hoch und wo ihm Gelegen. alle die Zustände. von dem er erzählt. doch dem übermächtigen Einfluss nicht entziehen „Es giebt eine innere Welt und die geistige Kraft. aber er gerieth da. irgend ein feindlicher Stern ihm die Erkennt- anzuschwellen. wo er sich wahnsinnig werden schwarzen brennenden Augen und Habichtsnase. indem der Mann der frem- die Räthsel im Menschen anzustellen. und obwohl von dem Erwachsenen selbst und wusstlosen. wird Angelika im letzten Augenblick Die romantische Philosophie war ihm wohl be. dass. behandelt. was den Verlauf heit wurde. legte es und suchte ihm auf den Grund zu kommen. der vor vielen Jahrhunderten selbst zu erhöhen und wird so aus einem Engel unter Kaiser Decius lebte und den Märtyrertod zum Satan. finden. Stimmungen. in denen der innere Sinn sich auf Majors. der schon in dem Kinde keimt volle Macht. der der seine beherrschende Willenskraft unbedenklich Wahnsinn war ein Lieblingsthema seiner Gedanken zu selbstischen Zwecken verwendet. gegen einen Mann ausgeübt. dass seine angeborene Schönheit selbst entstellt hat er durchaus vernünftig und logisch dachte und durch spöttisch-teuflischen Ausdruck. was unwiderstehlichen Zauber auf unschuldige streb. wirkt. handeln. eine Seelen es also einem gelingt in sich zu sammeln. seine Somnambulismus. aber wie er dem Einsiedler Serapion. um sein eigenes Ich dadurch sagt. von dem der Aberglaube schliesslich. dass eben die Aussenwelt. um auf anderer Kosten sich reten Serapion hielt. suchte er selbst Beobachtungen über ganz anders gestaltet. mit der ein Geist einen andern. aber es ist unser irdisches kämpft. von den geringfügigsten der sie zu gebrauchen weiss. der jene . in der wir Im „unheimlichen Gast". den Gewalt seinen Willen. Er übt seinen und seiner Phantasie. Im gewähren. dabei aber frei- die einen Blick in die Abgründe der Innenwelt lich an den Rand des Wahnsinns geräth. seiner Phantasie entzündet. sich unab- liess verborgene Kräfte ahnen. die von aussen her auf ihn ein- „Der Magnetiseur". eigentlich selbst erst durch die Raserei bei unversehens in noch tiefere. etwas ent- liess Hoffmann gern einen diabolischen Menschen setzliches. Als Träger derselben wunden glaubt. Aber er schildert nie. son- same Jünglinge und namentlich junge Mädchen dern solchen. und geht unter in dem Kampfe. dass es unmöglich war. im Augenblick wo man ihn über- von jeher gefabelt hat. als der Hebel wirkt. Philosophie entgegensetzen kann. von überlegener Begabung auftreten. Der Magnetismus seiner liebenden Umgebung bekämpft. vor dem Vampyr gerettet. seine Kenntnisse. vernichtend losbricht. ich natürlichen Wahnsinn nennen möchte. nur darin. Infolgedessen trach. Aber gerade in die- gionen. der sich aus einem von Anfang an aus: der alte Baron im Magnetiseur stand in unregelmässigen Bewusstsein entwickelt. M a r i a . Erbtheil. nach seiner Lehre. Traum. sein Sohn Ottmar und seine Tochter Kosten des äusseren ausgebildet hat. missbraucht nur insofern irrte. hatte Hoff mann oft selbst erlebt. die einem abwesenden niss der Duplicität geraubt hatte. die ihn mehr lockten: auf die geheimniss. änderlich entwickelt. in dem vollendetsten Glänze des re- Selbst mit dem Eindringling in ihrem Innern gesten Lebens zu schauen. je mehr richtigkeit durch. mit pech. Alban ist mit würde es serapiontischen Wahnsinn nennen nach imponierenden Gaben ausgestattet. die den Menschen.

N A C H EINER RADIE- RUNG V O N THEO V A N RYSSELBERGHE J898 .jutllet P O R T R A T DES SCHRIFTSTELLERS VERHAEREN.

die des Menschen Bestimmung mit wenn dieser seinerseits die Balthasar und Anseimus des Menschen Thun halb wehmüthig. mit der sie sich dreht. keineswegs sollte diese Innenwelt ohne Zusammen- und wenn du mit grauenhaftem Scharfsinn be. er des poetischen Träumers Partei nimmt. Am müsse innerer Musiker sein. nur wächsernen Unbeweglichkeit ergiesst und dabei verwechsle man die Meisterschaft in der Technik nicht gewahr wird. misch ist. der sehe. lauscht. hervorgingen. dass schauerlichsten versinnbildlicht er die Einsamkeit er vor allen Dingen Dichter sei. wenn sie mit ihrer schneidenden Glas. dass es nur der Geist sei. weil er alles — seien es Bauertänze. Gedicht in einer fremden Sprache. so vom Maler. gründete er jedenfalls sein Kunstprincip. Dem Phantasten mag der. wer die Kerzen erlöschen und die letzten Töne der den sechsten Sinn hat. Das rühmte er an den Märchen kür. Ironie zeigte. Wer eingeweiht ist. der den wechselnden Thier zusammengesetzten Gestalten die tiefsinnige Strom der Erscheinungen für das Wirkliche nimmt. dabei in seinen abenteuerlich aus Mensch und jenige wahnsinnig erscheinen. dass er über beiden Künsten erkannte Hoffman als ächter Romantiker steht. W a s stalten. und sein. von grausigem Todesfrost des höheren Sinns. daraus Funktionen der Wahrnehmung zwingt nach Will. nicht mit der Kunst. und vorzüglich natürlich in mantischen Originalität" zu kleiden wusste und der künstlerischen. versteht. das ist der heilige Zweck aller spürt. Das blosse Abmalen der Natur kann seinigen warm wird. o mein Einsiedler. allerdings berechtigt zu sagen. und deswegen Von diesem Standpunkte aus war Hoffmann bewunderte er den Maler Jaques Callot so sehr. abgemessenen Gang bewundert. dass seine Bilder Reflexe seien „aller der für seine Tochter Olimpia ausgiebt. Dass Callot Fehler des kranken Geistes inmitten seiner selbstgeschaf. du sahst den versteckten Hebel angeschaut war. Dein Leben. war ein steter aus Tausendundeiner Nacht. Bildern aus der Hoffmann'schen Zauberlaterne. dass sie vergoldet und phantastisch dafür anerkenne. man die Natur auch im Mechanischen studieren. der That und Begebenheit fasse. einige Narrheit" tief in der menschlichen Aufzüge — in „den Schimmer einer gewissen ro- Natur begründet sei. lässt sich auch nichts dagegen gelassen scherzend vergleicht. um in die Natur hinein- Musik verhallen. vielmehr sollten hauptetest. die auf dein Inneres einwirkende Kraft. die man nicht und die alle andern als etwas unheimliches em. Die inneren Erschei. Aber nicht. lieber Anachoret. dass die Aussen. der alle Wesen zum höheren durchbebt wird. ohne demnach nicht Kunst sein." Farbenwelt durcheinanderbewegte. zu bemerken. geschmückt. Der überlegene Humor Hoffmanns Einen wesentlichen Unterschied zwischen den bethätigt sich eben darin. Aber du. weil es zugleich ko- um uns bilden. den die äusseren grade darum so entsetzlich. statuiertest nicht im Innern des Verfassers aufgegangen und keine Aussenwelt. die der steifen. die der Urheber über. hang mit der Sinnenwelt schweben. Kraft in Bewegung. einwenden. hielt er für unwesentlich dem gegen- „Sandmann" für die Wachsfigur. welt den in den Körper gebannten Geist zu jenen je nachdem der Geisterputz ihnen anstand. „Auffassung der Natur in der tiefsten Bedeutung glockenstimme singt. die der Künstler eintauchen liess in seinen dass also auch sich wirklich das begeben was er Jungbrunnen. und den der Geist nur zu über. entzückt Zauber seiner überregen Phantasie hervorrief". in denen sie .setzt. W i e er ihren phantastischen wunderlichen Erscheinungen. um mereien und die Liebe seines Herzens vor ihrer „die Praktik der Darstellung" zu erlangen. fliegen vermag in dunklen. Schlachten. dass „einiger Wahn. geheimnissvollen Auf die Mitwirkung des „inneren Sinnes" Ahnungen. wie man auch kein die rhythmische Festigkeit. dass sie in der Kunst". zählte er nicht zur Kunst. dass eben das ge- Traum. in der Vertheilung des Lichts und in der Gruppie- fenen Visionen in der Leidenschaft Nathanaels im rung machte. für den werden die Zeichen. fühle. es gerade die alltäglichsten Figuren des Lebens höre. das gehört zu den schaurigsten zusehen. wenn er auch natürlich für den Wahnsinn nicht an: wie er von dem Dichter verlangte. sinn. gut würde vortragen können. die sich nie zum deutlichen Bilde ge. nungen gehen auf in dem Kreise. wenn er die Eiskälte ihrer Hand Leben entzündet. als reizende oder groteske Gestalten. dass der Ballsaal sich leert. so vergassest du. aus dem du in dem Jenseits gewiss nicht meinste tägliche Leben sich dort in einer tollen schmerzlich erwachtest. wie er mit ihr tanzt. wie er die höchsten Schwär. Zwar soll pfinden. aber bald zu fühlen glaubt. halb aus- für Narren hält.

und wenn Hoffmann ihn doch noch in Für seine Freunde war es ein Aergerniss mit anzu. ersehnt. Frau. mit einer hübsch beleuchteten Gruppe zu schliessen. erlöscht die Schwärmerei in seiner jüngsten Mädchen hin. lässt. er sieht den überirdischen zösischen General ähnlich gewesen sein soll. zu bild" von sechzehn Jahren. und der Leser wird die Malerei verlegt hätte. dem Unkundigen nur tote Schnörkel. im ironischen Humor. dass eine ältere Frau. das jüngste Mädchen an Anmuth gewinnen dachte. eh es zur Hochzeit kommt. So schliesst Rosa und Claude Lorrain. sich ganz von ihr losmachen und nur der Malerei kirche". den er sogar und als die Meister derselben verehrte er Salvator zuweilen noch zu retten für gut findet. die er hernach verspottete. trotzdem er sie innigst bemitleidet. so musste er selbst für diese prosaischen Christine und dann vor deren Gegen- kurze Dauer wenigstens die Möglichkeit sich zu stück. Kammerräthin Mathesius in Marienwerder zog ihn doch immer unwiderstehlich zu diesen geworden ist. das er nie zu Geist besitzt.sichfür irgend ein sech. als reiferMann. dings nicht gestalten können. dass Hoffmann seinen dichterischen Heldin ein „liebes Engelskind" oder „holdes Himmels. erlahmt seine Kraft. desto sich nicht mehr ein. der selbst klagt. Brust. dass nämlich ein dem aber die Schöpferkraft sie so darzustellen von hoher Liebe Begeisterter. deren Erscheinung aber lebendigen. dass. den seine Liebe ihm sonst verlieh seiner Empfindung. die thörichte Verherrlichung vollen Landschaften zusammenfügen. was das Publikum oder der Wunsch die Geschichte um so peinlicher war. die war. um deren Besitz sich die ganze gewesen sein soll. um eine Kunst- für die Karrikatur. die er eigent- verlieben sehen. als eines so aufmerksamen und idealistischen bis er sie schliesslich in der Raserei der folternden Mannes. einem italienischen oder fran. bedeutungsvollen Hieroglyphen. namentlich ein Künst- gebricht. lich vorkam und der innere Zwiespalt ihn hässlich Im „Klein Zaches" ist man jeden Augenblick verzerrte. je sinnlicher ein Volk. Auch in seinen Liebesgeschichten ist die darauf gefasst. aber sein Temperament glaubte. die in den meisten Fällen eine leise Ironie begleitet. zu hassen. was ihn sonst beflügelt und seine Begriff von Liebe ist. ihn auf der in dieser Verwickelung liegt. und der ihn zu grossen Leistungen befähigte. hatte natürliche Begabung nur Erzählung gedreht hat. aber auch nie verlieren zu können und Reiz übertreffen könne. Die erschütternde T r a g i k . dass die Heftigkeit. gehe eigentlich nicht vom Dichter. Liebe hatte er lebenslang dürfe. vielmehr Raserei Aufschwung. Seine Kraft liegt Eine Frau anders als vom geschlechtlichen Stand. abgesehen die Brautwahl damit. er fängt an als hemmend niedriger die Stellung seiner Frauen und sein zu empfinden. Denn Er gab zwar zu. An Heissblütigkeit glich er einem er sein Genie in der Bemühung ihr Ebenbild wieder- Italiener. wandter Gegenstand behandelt. wenn sie als er hört. so dass man spürt. stellt Man weiss aber. sich klingend und flammend von selbst zu wunder. der sie früher umgab. manns. aber niemals schön in sich erlebt und auch die ihn eigentlich zum Künstler gemacht hat. wäre es ihm wohl so mit der frohen Ueberzeugung entlassen. In der „Jesuiterkirche" wird ein ver- das heimliche Wesen der Natur herrlich aufgeht. Denn auch in seinen Dichterwerken ler. der geheimnissvollen Felicitas. so war er doch nicht im Stande. Er selbst.schreibt. dass der Maler Edmund seine davon dass er ein geschickter Dekorationsmaler Braut Albertine.wenn er. ganz oder um einen Tanz. niemals sein Ideal als Frau heimführen und treffen wir ebensowenig jemals die reine schöne dadurch in den Kreis des Alltäglichen herabziehen Natur wie die Liebe. verlässt. Balthasar noch. hat Hoffmann aller- Erde unter wirklichen Menschen unterzubringen. han. eine in der Zukunft liegende Verlobung einmünden sehen. so ist das wohl mehr ein Zugeständniss an zehnjähriges Mädchen aufs Aeusserste erhitzte. indem nicht dargestellt. Er Schimmer nicht mehr. dass das hohe Ideal. allerliebst spielen lässt. und von dem Augenblick an Dienstuniform trug. und wenn er sich ernstlich auf reise nach Italien zu machen. als er sich selbst dabei lächer. wie er auch äusserlich. Begriff der Liebe ausserordentlich hoch Qualen ermordet. dort rettet er den kunst- delte es sich auch nur um ein flüchtiges Gespräch begabten Traugott erst vor der häuslichen. dem zwar in inneren Traumgesichten leben wird. Berthold heiratet die herrliche Geliebte. stets sein Glück zerstört habe. wenn er sich unterhalten sollte. dass er ergangen wie seinem Berthold in der „Jesuiter. der . und wenn nun auch Hoff. den er im Artushof so punkte aus anzusehen war ihm unmöglich. lich nur als Bild kennen und lieben lernt. wenn er seine zugeben entdeckte. sondern von ' Die Landschaftsmalerei stellte er am höchsten seinem verblendeten Liebhaber aus.

THEO V A N RYSSEL- BERGHE. N A C H EINER ZEICHNUNG J893 . PORTRÄT DES S C H R I F T - STELLERS VER- HAEREN.

athmet uns doch nie die Natur dass Hoffmann auf einem Balle den Einfall hatte. exotische springt und sich nicht abschütteln lässt. was auch den Anblick einer Leiche gegossen. so malt er auch am liebsten und am reizend. In den Aehnlich wie mit der Liebe ging es Hoffmann „Elixiren des Teufels" und im „Doppelgänger" mit der Natur. wenn wir hören. rührendes und merkwürdiges. über deren anlagung hat die späte Leidenschaft. kam noch sonst gebildet ist und sein will. Kaktus und Feuerlilien. Den ver. Es liegt wohl darin. bewegten. die mit einer Ausfahrt verbunden waren. in der die Seher- lager ergriff ihn eine solche Sehnsucht nach dem gabe erwachte. leuchtenderen Farben. wo z. erklärt sich allerdings das Wunder aus naher hafte Liebe zu dem Zauberwesen Serpentina schil. nie komisch wirkt. Auf das Unheimliche der Automaten. etwas ärgerte. die exo- . sie Glück gehabt. Auf seinem Kranken. desto grauer begleitenden Freunde um seinetwillen etwas jammer. In seinen Gärten gänger. es wären Dergleichen undeutliche. so schreckhaft machen kann. das doch kein die Frauen und zugleich über die Gesellschaft aus. B. So viel er auch den Frieden des Bäume und Felsen mit ihm rast. die dert. wo es dem Professor Spalanzani gelingt. entgegentritt. sie hervorzurufen oder zu ertrug. dass es eine eigene Bewandtniss mit ihr oder ein fremdes. war Hoffmann nicht in jedem Grün der Bäume. Aber noch Waldes der Stadt gegenüber hervorhebt und gewiss eigentümlicher erregt es uns. des sogenannten Doppelgängers verknüpft. „dass dies Sprechen wirklich ein nommen hast? Denken und Empfinden voraussetze". dem fliehenden Me- durch farbige Gläser geschaute Landschaft zu einer dardus Nachts im Walde der wahnsinnige Doppel- mit dem blossen A u g e gesehenen. haben. entzückt heimzukehren. wenn Vögel mit glitzerndem Gefieder schwirren kreischend auch Medardus in seiner Verzweiflung gegen I I darin umher. uns zuführen. nur einige kluge Studenten haben Wir gewahren ein Ich. weil er sie von Anfang. wenn es uns unerwartet eine Wachspuppe in die ästhetischen Kreise ein. Goethe und Fouque zwar gelesen. reichlich figurenkabinet besucht und vielleicht eine Figur Kuchen zum Thee isst und weder empfindsam im ersten Augenblick für lebend gehalten hat. W i e er am schönsten die traum. In je bun- um nur den Anblick des Waldes zu gemessen und teren. sich sein Ich durch ein Vervielfältigungsglas zu müthiges. in welchem Irrwahn du dahingelebt und dass sie nicht nur zuhörten. der für die zerrungen ihm dann die Welt aufging. Hoffmann oft zurück. Bei dieser Ver. als etwas ein. unbefangenes Mädchen hingestellt hat. in je drolligeren Ver- er pflegte von einem solchen Ausfluge. als seine Ichs zu sehen. dass Hoffmann hinzusetzt. dass nichtendsten Spott hat er im „Sandmann" über die getreue Nachäffung des Lebens. dennoch führt die Verwickelung zu einigen das sich zur Natur ungefähr so verhält. Es ist an- zuerkennen. der einmal ein Wachs- aber auch gründlich wieder vergessen hat. und du? glaubst du mehr zu sein als ich? oder: siehst mehrere Liebhaber verlangten von ihren Damen. wie eine grausigen Scenen. empfunden hat. das Dschirnistan seiner Sehnsucht. an als ein Werke nennen kann. Leben ist. jeder mitempfinden kann. Seitdem „schlich sich ein abscheuliches ein Trugbild ist und zu fragen scheint: wer bist Misstrauen gegen menschliche Figuren ein". die der ster. sei es nun unser eigenes bemerkt. ist „die Genesung". auf den Rücken blühen Tulpen.holden Candida im Triumphe entführt. du nun. heulend und lachend. Verwandtschaft von zwei jungen Männern. das wohl das Schiller. Dieses Er. die. sondern auch manch. wie du immer das Tote für das Lebendige ge- mal so sprächen. die sich um ihn herum- sie sich im Thierleben darstellt. selbst aus seinen Werken an. In höchst vernünftigen Theezirkeln hat eine Anschauung unserer Doppelnatur gewährt. erschütternde Vor- manche Liebesbündnisse dadurch viel fester und stellungen sind am meisten mit der Erscheinung anmutiger geworden. dass er willig die Schmerzen Augenblick mächtig. woraus sich der Drang erklärt. wenn er lebniss spiegelt sich in der fragmentarischen Novelle ihr diesmal sein Wohlwohlen nicht entzieht. und kälter erschienen ihm die Stunden der Er- volles hatte. Thun und Lassen er sich wie über sein eigenes bende Dichter für die Natur empfand. aber das seelenvollste. gegenseitig von ihrem Dasein keine Kenntniss sten Atlantis. der bei Hoffmann denn auch öfters auftritt. lustiges. wenigstens erst wo denken und alle Gestalten. oder unseres Spiegelbildes. steigern diente ihm der Weingenuss. die man nicht das beste seiner es jedenfalls. Der exotischen Stimmung. das uns gleich und doch nur hatte. mattung.

N A C H EINER L I T H O G R A P H I E VON THEO V A N RYSSELBERGHE 1897 .AKTSTUDIE.

schädigten ihn die Kobolde und Gespenster. die Phantasie sei wie ein Mühlrad. ten. Ideen. seine exotischen Erzählungen für Lieder die feurigen Weine Italiens. wie seine Lieblingsoper Don Juan stimmen woll. mich selbst im Stillen zu bemerken. „Doch überlasse ich jedem seine Rolle. befördere den regeren Umschwung der tolle Reigen. Ursachen und Folgen seiner Neigung zum Alko- lichen Beschwerden hernach nicht aus. wenn man allen seinen Erzählungen spielt der Wein eine Wein aufgiesse. ist. haglichkeit auszugiessen. Blieben auch die körper. Sogleich setzte sich das R a d so keck den Menschen beherrscht. aus der Disharmonie seines Wesens. Opern Burgunder. wenn sie sich zu romantischen Compositionen kürzeres Leben. Zu den © . Punsch empfahl er den Mu. THEO V A N RYSSEL- BERGHE. behaglichen Freundes zum furcht- sich ihm in ein sichtbares Kampfspiel der Ele. PORTRÄT DES M A L E R S P A U L S I G N A C 1897 tische Laune immer häufiger und in erhöhtem Hoffmanns Verstand beurtheilte übrigens die Masse herbeizuführen. reichlich dafür. für komische Champagner und Merkwürdig ist es. Geistiges Getränk. für ernste ging der verhängnissvolle Trieb hervor. empfunden hatte. mittels des Weines ein intensiveres. baren Tyrannen wird. besonders über die Scene der Punschberei. der sagte er. In fast Strom stärker und schneller drehe. da er schnell die Miene ändert und statt des der irdische Vorgang des Punschbrauens wandelte wohlthuenden. mit seinen nüchternen zu vergleichen. dass der Geist. den die ganze Welt vor seinen ju. so ent. die er selbst so oft dabei der von Licht und unterirdischem Feuer geboren. individuelle Meinung und finde nur nöthig für tung wusste er den Zauber der romantischen Be. das der belnden Augen aufführte. und man seiner Freundlichkeit nicht trauen die Fledermaus begann ihren lautlosen Flug und darf. wenn auch sikern. die er gewaltsam von aussen her zu heben suchte." Hoffmann erzwang sich mentargeister um. gar gefährlich seiner Phantasie sanft schnurrend in Bewegung. hol mit strengster Einsicht. alten Rheinwein für Kirchenmusik.

kämpft und wohl verdient. so wird lallte. welche Zunge singt das Lob. ihm den Erwachenden heilt. um sich her blühen sah. A . wo fluss geschrieben wurden. Gefieders brach ein blühender Zweig und fiel dem trakt seines Wesens würzt." noch so zerfetzt und wirbelnd darstellen. und der Geist. das ihn so sehr gepeinigt hatte.. ich allein liegt. die in der Literaturgeschichte können. als das hitzige nicht da schon die nahe Auflösung geltend machte. sehnte sich nicht mehr nach dem entfernten Zauber- liche Aufgabe erfülle. „Da liess es die ewige Macht des Himmels ge- bette schrieb — Johannes W a c h t . was jenseits ihrer Welt Grün! mein mütterliches Grün! Nein.und Toten. schwächer ähnlich der Verklärung. den Preis der Mutter würdig genug! O Grün! schnittsmenschen zeigt. Leipzig. einen frühlingsgrünen W a l d gebracht wird. dass eine besonders anmuthige Gunst des Vetters Eckfenster — wo ihm der Genuss des Schicksals die Liebe des Fräuleins lohnte und die Weins gänzlich untersagt war. nach dem R a t h eines jungen als seine besten und an sich vorzüglich gepriesen Arztes. mögen sie sich auch Alten auf die Brust. womit der Feenzauber rollte. die Hoffmann auf seinem Kranken. Dass sie ohne starken alkoholischen Ein. . Ob er bei besserer Verwendung seiner Kräfte war es. als der Onkel das Wort „Grün" Fasslichkeit den anderen überlegen sind. als wäre? Einige Züge in seinen letzten Schriften der arme Körper. der Feind. wie Hoff. damit es die unmög. ruft er anbetend a u s : guten. bis es verendet mit ihm zu. seherische sechste Sinn. Nimm mich auf in deine A r m e ! " heit dann auch seinen Werken zu gute gekommen Das mag in ihm selber vorgegangen sein. beweist unter anderem der unerwartete Anblick des belaubten Zeltes über ihre Verwandtschaft mit denjenigen Geschichten. die der stärkste Ex. spalt entfremdeter Eltern war. lande. nicht der hell. in dem er sich nie heimisch ge- lassen die Möglichkeit ahnen — aber ob sich fühlt hatte. da er die schönste N a t u r . fliehen. so hatte er auch Einem alten Manne entsteht infolge einer in seinem weiteren Kreise sich niemals des gemein- Nervenkrankheit die wahnsinnige Einbildung. hatte er das edle Flügel. In jeder sehen. hatte dienen müssen. der trostlos vor dem Throne des Höchsten den sechsten Sinn mit den übrigen fünfen har. W i e die drohenden schmückte? Er durfte ja endlich sich selber ent. fuhr nämlich ein Vogel tirilierend durch der Liebhaber der Poesie doch immer. Blut. eine versöhnte pferd über Vermögen angestrengt und immer Mutter. wozu ihm seine Phantasie. Stimmen und die verfolgenden Schritte verhallten. Muss nun auch Bemühungen des guten Doktors unterstützte. dass sie an Einheit. während er zog Frieden in seine erschöpfte Seele ein. „das Fräulein von Scudery" Niemand wird ohne Rührung die Scene lesen und „Meister Martin". in magnetischen Schlaf versetzt und so in werden. Die Aber erst nachdem ein jähes Entzücken mit Sehergabe. W i e er im Leben wieder aufgepeitscht. die Aeste des Baums. und von dem Flattern seines mann selbst. durch unvereinbaren Zwie- sammenbrach. kein Augen. wird anschaulich und geistreich schildert.letzteren gehören z. das Geisterreich des Jenseits hinüberzugehen. Straffheit und dem Augenblick. Kinder. nun ihn die Furien verliessen. wie der Alte. ist nur die er ruhiger und während ein Strom von Thränen feine Beobachtung und rasche Verknüpfung eines aus seinen Augen bricht. Er lebte. welche Ein. sich aufzulösen begann. Seemann. Druck von Ernst Hedrich Nachf. die er in „des Vetters Eckfenster" so quälendem Zweifel in ihm gewechselt h a t . das Kind geschiedener. Mit bewundernswerther Kraft Abtrünnigkeit das Grün entzogen und damit alle hatte er gegen diesen Fluch des Schicksals ge- Hoffnung und Seligkeit des Lebens. den armen Klein Zaches nach seinem Tode aufathmend um sich schaute. die samen liebenden Schutzes von Geist und Natur Natur habe den Menschen aus Zorn über ihre erfreuen können. „O Kinder. phantasiebegabten Kopfes. die vorziehen. B. Leipzig. RICARDA HUCH © Für die Redaktion verantwortlich: E. lag — wie hast du der Menschheit gezürnt! monisch hätte verschmelzen können. des schehen. der den fünfsinnigen Durch. als ein Genesener in schein kann ihn von diesem Wahne zurückbringen.

II. HEFT 12 VERLAG VON E. SEEMANN LEIPZIG. A. = J5 M. JAHRG. . VER SACRUM ZEITSCHRIFT DER VER- EINIGUNG BIL- DENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS alle rechte vorbehalten JÄHRLICH 12 HEFTE IM ABONNEMENT 9 FL.

rüEBRDDEK | BÄHHER ! V» WIEN . UND K. K. SPIEGEL. TRINK. HOFLIEFERANTEN E. VI G51 MAGDAL&NE. BAKALOWITS SÖHNE WIEN. I. KÄRNTNERSTRÄssE 16 KRYSTALL-LUSTER.CTE* PELJKflNFflRBEN GVNTHER WAGNER KVhCTI£R-WA55ERFflRBEN FEINSTE MARKE FÜR KÜNSTLERISCHE ARBEITEN .NST L Ii 10 3 ELEKTRISCHE 91 # BELEUCHTUNG 5 OBJE. PHANTASIE-OBJECTE SERVICES ETC.

. K O L O M A N M O S E R . ALFRED ROLLER. REDAKTION: FRIEDRICH K Ö N I G .

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GEDICHTE.ZEICHNUNGN- UND . — = — = VON ERNST-STÖHR= .

v o m Geist gestaltet. Mit starker Regung Herzen schwillt.W a h r ist. Schön nur.' . Im Geist gebor'n. w a s inn're Kraft entfaltet. w a s frei v o m Herzen quillt.

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mächtig kreist? So w a r Dein Flug. . — Der Strafe ist's genug. Nun keine Höh' und keine Tiefe mehr. In stille S c h w e r m u t h sank'st Du nun. So w a r Dein Flug.Siehst Du den Adler. Du stolzer Geist. der in Wolkenhöh' Weitschwingig. eh' Dir der Rache Strahl Der Flügel Kraft zerschlug.

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Die Kinder der Nacht. — Und Schatten entsteigen.Da bist Du. Sie blinken so still Und drängen und rennen Und fallen herab Und glühen und brennen. Sie brennen und glüh'n. . ' Die blicken und schweigen. Du Nacht! Wild schmerzendes Sehnen! Die Sterne zieh'n auf — Die blitzenden Thränen.

Und wildes Umschlingen] Und Mund an Mund ^/y Verlöschendes Küssen Und todeswund. O süsseste S t u n d ' ! \ Im träumenden Friedens Das nächtliche Rund." . i i i i jV v Und heisses Geflüster.

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„ W a s lockst Du mich zur süssen Lust Mit rothem. .:!!:.fäjifä}. et.!. dunklem Mund? Ich sink' an Deine heisse Brust Ach! küsse mich gesund!" „ W i e brennt Dein Mund so fieberheiss Und loht in wilder Glut! Mein armes Leben ist der Preist Du trinkst mein Herzensblut.

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. ew'ge Nacht. die mich verzehrt. Das freudige Licht verschlössest Du mir Ich schluchze und w e i n e und danke Dir! . 'Erbarmend hast Ruhe Du mir gewährt! Du lässt mich nicht schauen der Erde Pracht Du gabst mir hindämmernde.Dank Deiner Güte. Du löschest die Flamme. o Herre Gott! Du lässt mich nicht fühlen der Seele Noth.

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W i l d bewegte Seele Ach w o h i n ? w o h i n ? W i e vom Sturm erregt. Ach w o h i n ? w o h i n ? Ist es Mondenlicht. In des Todes Reich. Bist Du nun bewegt. w i e schwach Du bist! Geh in Nacht und Dunkel. Das die finstern W o l k e n Schimmernd sanft durchbricht? . Stille W a s s e r schäumen. Geh im wilden Taumel Ach w o h i n ? w o h i n ? Kein Entrinnen ist. Fesseln Dich die Mächte — Herz. Geh im Windesbrausen — Ach w o h i n ? w o h i n ? Seh die Nebel bleich In die Tiefe sinken.

Dass die Thräne einsam fliesst. w i e sehr ich fehlte. verrathe nicht. Lache nur. Dass in Nacht gekauert Seele selbst sich dauert Und sich sehnt nach Thränen heiss. Thu's der W e l t nicht kund. Du Mund! Thu's der W e l t nicht kund. Lache nur.Lache nur. Hoffnung mich beseelte Und dahin der letzte Schimmer ist. Dass mein Herz v o n Glück nichts weiss. bezwungen. — Dass. Du Mund. Dass mein Geist. Du Mund! Ist's im Herzensgrund Oed und leer. Tief v o m Gram durchdrungen. Ueber sich den Stab zerbricht. .

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. „Dein dunkler Schatten schlich darein. Im Schaffen w u r d e licht die W e l t . F ü r heute hab' ich ausgewerkt. „Es sank ein Tagesschimmer mild V o m Fenster nieder durch den Raum. Ein zitternd sanftes Lichtgebild' Und w a r d im Herzen mir zum Traum. Und doch. Ein Frösteln schauernd mich befällt. Du letzte Stütze meiner W e l t . Machst sternenlos das Himmelszelt. vergass Dein schier. . Und nun tritt still und unvermerkt Zu mir der treue Freund herein. dass Du kommst.' Ich sitz' allein im Dämmerschein. die Oede mir.^\\\ „Gut. Du zeigst die Nacht. . Du sollst w i l l k o m m e n sein.

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" .„Einsam über Dornen Durchs Geheg Zwischen Tod und W a h n s i n n Führ 1 Dein Weg." „ V o r w ä r t s ! Kein Erbarmen. W ä h r ' die Qual. Keine W a h l ! Und so lang Du athmest.

Ob Schein, ob W e s e n ? /
Magst Du es lesen? /V
Es blinkt! V e r h e i s s e n ? y
Ist's Licht? ist's Gleissen?
/ / / / / /
Es lockt! U m w e r b e n ? '
Ist's Lust? ist's S t e r b e n ? y
Ist's End'? B e g i n n e n ? /
Verlust? G e w i n n e ^ / y /
Es stockt das Springen
Und still das Klingen..^/
Ein Herz d u r c h g l u t e L ^ "
G eqyjilVv^
Ein Grab gemessen
Sich w ö l b t : Vergessen. —^
Und heiss das Sehnen!
Ach, heiss die Thränen!

©

W e r bist Du, der mich treu begleitet,
Den stillen W e g , die ganze Frist;
Der ständig mir zur Seite schreitet,
Dass nicht allein mein Herze ist ?
„Den tiefen Blick auf mich gerichtet
In starrer Ruhe, u n v e r w a n d t ?
Ich w a n k e müde und vernichtet;
Doch treulich stützt mich Deine Hand.'
„ W e r bist D u ? Ach ein wildes Sehnen
Erweckest Du im Herzen mir;
Doch lösest Du es auf zu Thränen, —
In Thränen, Düst'rer, folg ich Dir.j'
„Du stehst am Lager mir die Nachte,
Du wiegst mich ein, Du w e c k s t mich auf;
Du deutest mir geheime Mächte! |
Du kündest mir der Dinge Lauf!"
„In Deine Hand bin ich gegeben.
Mit w u n d e r Seele grüss' ich Dich!
W e r bist D u ? W i l l nicht widerstreben,
Du dunkler Gast, geleite mich!"

„Du drückst mich nicht zu Boden,
Noch heb' das Haupt ich frei,
Und festen, ernsten Schrittes
Schreit' ich an Dir vorbei."
„Und lockt mich auch das Dunkel;
Ich starr' empor zum Licht. —
Und grüsst die stille Tiefe —
Ich steh' — noch w i l l ich nicht."

ein inniges Fleh'n: Lass mich aus Nacht und Dunkel Dem Lichte entgegengeh'n. So lass aus trüben Kämpfen Die Seele steigen empor. Zum heiteren Himmel schick' ich Ein bittend. W i e sich . Im Morgenthau gebadet Die Seele. Ihr w a r d ein freudiges Ahnen- Von ewiger Güte gewährt. Komm' w i e d e r in freundlicher Stille Des Herzens dämmernde Ruh'! Im goldigen Morgenlichte V o m Glücke träume nun Du. Nun strömet lebendiges Fühlen Aus Tiefen des Herzens empor Ich reihe mit Sehnsuchtsthränen Mich ein der Besseren Chor." J . rein und geklärt.deFTag entwindet- Dem nächtlich düsteren Flor. .

Ein Vöglein singet am Baume Im wärmenden Sonnenschein. Des Mittags schwellende Kraft. Beglückte Menschen seh'n. Gib ihr den Flug zur Höhe. Es sinken welkende Blätter Von Weiden und glänzender Thau. . T „So lass lebendig schaffend Betreten sie ihre W e l t Der Mutter gleich des Lebens. Den Thau.- Sanft murmeln die klaren Quellen Und sanfte Ruhe ist mein." „Gib ihr den ahnenden Morgen. die Blüthenpracht. Der Sonne am Himmelszelt. Ich bete mit bebender Stimme Einsam in friedlicher A u ." „Den Abend gib ihr den stillen Und lass sie im Niedergehen Reifender Saaten Gewoge.

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Und ich musste jene W e l t des Lichts erglänzen. Und sie zogen über eine W e l t der QuaL Auf zu diesem unbegreiflich holden W u n d e r Musste ich mit thränenvollem Blicke späh'n.Ueber meines armen Lebens düstern Himmel Flog zur Stund' ein goldig heller Sonnenstrahl. Leuchten — und in ew'ge Nacht versinken seh'n. W i e die lichten W o l k e n glänzten meine Träume. .

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Irdisches Glück! — Im Dämmerschein. sicheres Gut. In T r ä u m e n spielt es noch herein. E w i g dahin! Den sinkenden Muth Stützt nun ein letztes. Grüsst aus der Kindheit goldigen Fernen. Der Seele K r a f t : entsagen und lernen. .

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. A . Leipzig.Für die Redaktion verantwortlich: E. Leipzig. Seemann. Druck von Ernst Hedrich Nachf..

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