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20.8.

2017 Pharmazeutische Zeitung online: Terrorismus: Die Schattenseite der Globalisierung
Start Ausgabe Ausgabe 07/2012 Terrorismus: Die Schattenseite der Globalisierung

POLITIK

Terrorismus

Die Schattenseite der Globalisierung
Von Annette Mende, Davos / Der Begriff Globalisierung hat spätestens seit Beginn der
internationalen Bankenkrise einen negativen Beigeschmack. Denn die globale
Vernetzung hat nicht nur vielen Menschen große Chancen eröffnet, sondern auch die
Möglichkeiten Einzelner, Schaden anzurichten, nahezu unendlich erweitert. Das machen
sich auch Terroristen zunutze.

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»Die Eurokrise hat viele Banken in eine tiefe Krise gestürzt. Wir erleben einen immensen
Vertrauensverlust, der die gesamte staatliche Ordnung gefährdet«, sagte Herbert Pfennig,
Vorstandssprecher der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank), beim Pharmacon-
Kongress in Davos. Ihr riesiges Ausmaß hat die gegenwärtige Krise nicht zuletzt aufgrund der
globalen Verflechtungen des internationalen Finanzmarkts angenommen. »Ein Ausweg aus der
Krise kann nur durch ein faires ökonomisches System gelingen. Das braucht feste Regeln«,
sagte Pfennig.

Spekulanten an den internationalen Finanzplätzen sind nicht die einzigen, die sich der
Möglichkeiten der Globalisierung bedienen. Auch Terroristen machen sich diese sehr
erfolgreich zunutze. Ein Beispiel sind die Anschläge auf das World Trade Center am 11.
September 2001, die buchstäblich die Welt verändert haben. Über Terrorismus im Zuge der
Globalisierung sprach in Davos auf Einladung der Apobank Elmar Theveßen, Terrorismus-
Experte und stellvertretender Chefredakteur des ZDF.

Theveßen vertrat die These, dass die gegenwärtige Finanzkrise eine direkte Folge der
Anschläge vom 11. September ist. »Nach 9/11 haben die Regierungen Geld billig gemacht,
jeder konnte dadurch sehr leicht Kredite bekommen. Die deregulierten Finanzmärkte haben
dann Systeme entwickelt, diese Kredite weiterzureichen – mit schlimmen Folgen, wie wir heute
wissen », sagte Theveßen. Es sei einer der größten Fehler der damaligen US-Regierung
gewesen, auf die neuartige Bedrohung durch islamistischen Terror mit alten Antworten zu
reagieren.

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center hätten vor allem zwei Gefühle das Handeln
des damaligen US-Präsidenten George W. Bush und der anderen Verantwortlichen bestimmt:
Scham darüber, die Anschläge nicht verhindert zu haben, und Angst, dass so etwas noch
einmal geschehen könnte. Die Folge war die sogenannte Bush-Doktrin, die besagt, dass schon
ein 1-prozentiges Risiko jede auch noch so drastische Reaktion vonseiten des Staats
rechtfertigt. Unwillentlich erfüllte die Bush-Regierung damit genau die Wünsche der Terroristen.

»Es hängt immer von unserer Reaktion ab, wie erfolgreich Terroristen mit ihren Aktionen sind«,
sagte Theveßen. Die damalige US-Regierung ging mit aller Härte gegen den Islamismus vor –
und machte dabei eine Reihe von Fehlern, die den Terroristen in die Hände spielten. Dazu
gehören der Beginn des Afghanistan-Kriegs und der Irak-Kriege ebenso wie die Einrichtung
des Gefangenenlagers Guantanamo in Kuba. »Die Terroristen sind davon überzeugt, dass sie
den Endkampf der Kulturen kämpfen. Die Bush-Regierung hat das durch ihre Handlungen
bestätigt«, sagte Theveßen. In Wahrheit sei dieser Kampf der Religionen aber ein
Propagandatrick der Islamisten.

Heiliger Krieg

Der Aufruf zum heiligen Krieg Jihad basiert Theveßen zufolge auf der Sure 2/190 des Korans,
die jedoch eigentlich nur die Selbstverteidigung nach einem Angriff rechtfertigt. Hassprediger
legten die fragliche Textpassage aber dahingehend aus, dass »Ungläubige« generell vernichtet
werden müssen. Über das Internet lassen sich solche Botschaften leicht weltweit verbreiten,
denn »das Internet ist die virtuelle Universität des Jihad«, so Theveßen. Gehör fänden sie vor
allem bei jungen Menschen, die sich persönlich benachteiligt fühlten, in ihrem Leben keine
Perspektive sähen und über die Doppelmoral westlicher Regierungen empört seien.

»Erstaunlicherweise spielt die Religion dabei zunächst keine große Rolle. Die jungen
Frustrierten sind zunächst oft nicht religiös, sie wollen nur ihrer derzeitigen Situation
entkommen. Hassprediger nutzen diesen fruchtbaren Boden, um sie zu radikalisieren und für
ihre Zwecke zu instrumentalisieren«, erklärte Theveßen. Verstöße gegen die Menschenrechte
von Muslimen, wie sie etwa im irakischen Gefängnis Abu Ghraib geschahen, böten dazu eine
willkommene Gelegenheit. All das entschuldige die Taten der späteren Terroristen
selbstverständlich nicht, es erkläre sie aber, so Theveßen.

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http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=40939 1/2

Erkrankte sollen ..php?id=40939 2/2 . Außerdem in dieser Ausgabe..php?id=40939 http://www. WHO kündigt internationalem Aktionsplan gegen Zika an Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit einem internationalen Aktionsplan die rasante Ausbreitung des Zika-Virus bremsen.. Kommentare Anmelden Diskutieren Sie über diesen Artikel! Für alle: Jeder kann mitmachen. die die . Zum Anmelden benötigen Sie die bekannten AMK-Zugangsdaten oder ein DocCheck-Passwort für Pharmazeuten. Für Apotheker: Diese Kommentar-Funktion ist nur für die Fachöffentlichkeit bestimmt...2017 Pharmazeutische Zeitung online: Terrorismus: Die Schattenseite der Globalisierung Um dem islamistischen Terrorismus den Nährboden zu entziehen. die am Rande der Globalisierung stehen. / Zur Übersicht Politik. sei daher zuallererst eine erfolgreiche Entwicklungshilfe erforderlich.8. ( 0 /0 ) Neuer Kommentar © 2017 Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH Seiten-ID: http://www.. Bisher wurde noch kein Kommentar erstellt. Sie sind nicht angemeldet und können nur die öffentlichen Kommentare sehen. müsse der Westen den Anschluss ermöglichen.. Das ist das Ergebnis einer Studie.de/index. 460 Millionen Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos stellte sich eine neue millionenschwere Allianz vor: The Coalition for Epidemic Preparedness Innovations ...pharmazeutische-zeitung.de/index.20. »Wir müssen den Menschen in diesen Ländern einen Vertrauensvorschuss geben und dürfen sie vor allem später nicht enttäuschen«.. sagte Theveßen.pharmazeutische-zeitung. Beitrag erschienen in Ausgabe 07/2012 Das könnte Sie auch interessieren Stiftungen und Regierungen bilden Allianz gegen Epidemien Zum Kampf gegen Epidemien wie Ebola oder Sars hat Microsoft-Gründer Bill Gates mit der Wellcome-Stiftung und auch der Bundesregierung eine . Oxfam: Soziale Ungleichheit auf der Welt so ausgeprägt wie nie Noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte war der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt wie heute. Nur die öffentlichen Kommentare werden angezeigt. Eine große Chance dazu sieht Theveßen im sogenannten arabischen Frühling.. Ländern..