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Rubbedidupp!

Text Beatrix Flagner
Johannes Kister: „Die Verbin-
dung der Turmfundamente
mit dem unterirdischen
Festsaal und einem para-
metrischen Gewölbe wird
die Geschichte des Hahnen-
tors mit der Moderne auf
neue Weise verbinden.“
Querschnitt durch den Fest-
saal mit Foyer und den
neuen Sitzungsräumen in
den Obergeschossen.

Mit diesem Schlachtruf er-
oberte vor über 100 Jahren
die Kölner Karnevalsge-
sellschaft EhrenGarde 1902
e.V. ihren Platz im Karne-
valszug. Ihren Sitz haben
sie in der Hahnentorburg
am Rudolfplatz. Das Kölner
Architekturbüro Kister
Scheithauer Gross hat das
zweiphasige Gutachter-
verfahren um die Erweite-
rung des geschichtsträch-
tigen Monuments für sich
entschieden.

Einst schritten Könige nach ihrer Krönungszere- Der Lageplan mit dem an- Schnitt und Grundrisse im
grezenden Neubau von Ca- Maßstab 1:500, Lageplan
monie in Aachen auf ihrem Weg zum Kölner Dom
ruso St John. 1:2000
durch die Hahnentorburg. Sie ist eine der letzten Querschnitt mit Blick in den
vier von zwölf Torburgen, die Einlass durch die Festsaaal und Grundrisse
acht Kilometer lange Kölner Stadtmauer gewähr- des ersten und zweiten Un-
tergeschosses.
ten. Als Westeingang zur Kölner Altstadt befindet
sie sich mitten auf dem Rudolfplatz. Er ist nicht
nur Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein be- und den barrierefreien Zugang zur Hahnentor- dem Vorsitz von Jörg Aldinger, fiel Anfang April Rautenmuster der Decke eingearbeitet sind,
liebter Veranstaltungsort. Hier trifft das gewerb- Zweiphasiges Gutachterverfahren burg verliert. 1988 sicherte sie sich die Nutzung einstimmig aus. belichten den Saal und erzeugen eine festliche
liche Treiben der Innenstadt und das schwelgeri- 1. Preis KSG Kister Scheithauer Gross, Köln der Hahnentorburg über ein Erbbaurecht. Bereits Der 1. Preis ging an den Entwurf von Kister Stimmung. Die Raute findet man auch auf der
sche Tun des angrenzenden Belgischen Viertels Weitere Teilnehmer Phase 2 beim Wettbewerb 2015 beteiligt, initiierte die Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner. Fassade des Eingangsbaus wieder. Hier wirkt das
aufeinander. Boltshauser Architekten, Zürich EhrenGarde, in Abstimmung mit der Stadt, das Sie setzen mit dem Neubau da an, wo der Abriss übergroße Muster verspielt und lässt sich als Aus-
Seit vielen Jahren verfolgt die Stadt die Idee, Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin/Lugano nun entschiedene Gutachterverfahren rund um der Brückenkonstruktion an der Torburg eine druck des karnevalistischen Geistes der Ehren-
hier den Verkehr zu entschleunigen und den Christ und Gantenbein, Basel die Erweiterung der Hahnentorburg. Zunächst Brandwand hinterlässt und schlagen einen kom- Garde interpretieren. Man assoziiert unmittelbar
Platz besser zu fassen. 2015 gewann das Londo- Kaspar Kraemer, Köln sollten hier die komplexen Rahmenbedingungen pakten Kubus als Eingangsbau vor. Von hier aus buntkarierte Fracks und Dreispitze. Die Metall-
ner Büro Caruso St John den Wettbewerb um die Kastner und Pichler, Köln geklärt werden. Zwölf internationale Büros wur- kann nicht nur die Torburg barrierefrei erschlos- fassade nimmt farblich Bezug auf den Stein der
Neugestaltung des südlichen Blocks am Rudolf- Ute Piroeth, Köln den eingeladen, in der ersten Phase Denkmal- sen werden, sondern auch der geplante Festsaal Hahnentorburg, wirkt sonst neben dem Monu-
platz. Für den siebengeschossigen Neubau mit Jury verträglichkeit und Städtebau zu prüfen und erste in acht Meter Tiefe. Der Abstieg wird über eine ment wie ein fideler Schachtelteufel. Er schmiegt
gastronomischer Nutzung im Erdgeschoss und Jörg Aldinger (Vorsitz), Stuttgart; Bernhard Winking, Ham- Konzepte zu präsentieren. In der zweiten Phase, geschwungene Treppe inszeniert und führt zum sich passgenau an den südwestlichen Rück-
Büroflächen in den Obergeschossen muss eine burg; Jürgen Minkus, Köln; Franz-Josef Höing, Stadt Köln; in der nur noch sieben Büros weiterarbeiteten, überschaubaren Foyer. Hier ragen die freigeleg- sprung der Torburg - eine geschickte Lösung für
Hans-Georg Haumann, Präsident EhrenGarde, Köln; Curt
Brückenkonstruktion weichen, welche in den wurde der Fokus auf die Architektur gesetzt. Von ten Steinfundamente der Torburg in den Raum die schwierige städtebauliche Lage. Die Hahnen-
Rehfus, Kommandant EhrenGarde; Köln; Niklas Kienitz,
1960er Jahren als Restaurant entstand, und den CDU-Fraktion, Köln; Michael Frenzel, SPD-Fraktion, Köln; besonders hoher Qualität sollte der Dialog mit und zeigen das Nebeneinander von Neubau und torburg bleibt als isoliert stehendes Monument
derzeitigen Gebäudekomplex mit der Hahnen- Kirsten Jahn, Fraktion Die Grünen, Köln; Ralph Sterck, FDP- dem Monument, der Umgang mit dem Platz, die Torburg. erhalten. Kister Scheithauer Gross haben gezeigt,
Fraktion, Köln; Gisela Stahlhofen, Fraktion Die Linke, Köln
torburg verbindet. Die Folgen bekommt die Ehren- Fassaden, die Funktionalität sowie der Anschluss Die Festhalle ist dem Tor unterirdisch quer dass man mit dem Ort „op echt kölsche Aat“ um-
Wettbewerbsbetreuung
Garde Köln e.V. zu spüren, die dadurch ihren und Übergang von Neubau zur Hahnentorburg vorgelagert und wird von einem Tonnengewölbe gehen kann. Das Revival einer postmodernen
Faltin + Sattler FSW Düsseldorf GmbH
Veranstaltungssaal, den zweiten Rettungsweg sein. Die Entscheidung der 11-köpfigen Jury, unter dominiert. Lichtvouten, die in das parametrische Form nehmen sie wohl gern in Kauf.

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