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2018 wird es in England eine

Million weniger „affordable
houses“ geben als 1980,
bei 7 Millionen mehr Ein-
wohnern. Tom Holbrook
und sein Büro 5th Studio
wurden aufgefordert, Lö-
sungen für die Wohnungs-
not zu entwickeln. Weil
es ihrer Meinung nach vor
allem an Ideen mangelt,
sich eine zeitgemäße Urba-
nität für alle vorzustellen,
entwarfen sie gleich eine
ganze Stadt: Stour City am
Hafen von Harwich in East
Anglia.
Zeichnung: Tom Holbrook
und 5th Studio

16 THEMA Bauwelt 35.2016 StadtBauwelt 211 THEMA 17

18 THEMA Bauwelt 35.2016 StadtBauwelt 211 THEMA 19 .

Lars Müller Publishers. Hrsg. 5 stehen. nerisches Go and Stop ist das Berliner Urban-Living Programm. Großwohnbau neben Giebelhäuschen. wird durch schen Architekturfakultäten: https://www. um Gewerbestandorte nachhaltig wei- terzuentwickeln. um mit dem Flä- gramm des Bundes ab 2014. steht im Industriebau noch am Anfang. FabLabs. Innovativer Umgang mit Flächen. Der „Dôme Infrastruktur führte dazu. Die 4 http://www. Beispiel wie die weit aufgerissenen Erdgeschosszonen (Seite 76). hin können. Treffen Berliner und Wiener Architek. 6. Stadtdebatte wie ein Deus ex Machina auf. dass kein Teil mehr mit dem anderen verbunden eines vom Londoner Bürgermeister beauftragten Think Tanks. Andreas Feldtkeller in den 90er Jahren in Tübingen gemacht hat (Seite 38). Die Autoren dieses Heftes orientiert. ten und Regionen“. die Produktion. Kleinfabriken der Recyclingbranche. Neue Typologien. sind derzeit noch Ausnahmen (Seite 56). Ausgemacht ist diese Entwicklung noch nicht – der große Sammelband zur Zukunft von Deutschlands Städ- scheinbar chaotisch gemischte Wiener Wohnbauten. die man unter dem Begriff Industrie 4. denken. Die städtische Industrie fordert wickeln. den das Bundesministerium mitverantwortet. 5. Die momentane Unsicher. behandelt nicht angepasst?“ Die anstehende Erweiterung der BauNVO auf nationaler die Frage der städtischen Industrien nur am Rande 3 . das die neuen Produktivformen ist.com/watch?v=XzM3AERvM70 renz zu Geld gemacht wird 1 . fordert deshalb eine entschiedene Anstrengung. Um die Entwicklung der immer wertvolleren Flä- bis zur kleinen Garage heute noch in der Stadt unter?“ Also wird geforscht chen nicht den Investoren zu überlassen. abgehandelt auf verschiede. ohne durch die Dienstleistungsbranche ersetzt zu werden. könnten für die Rückkehr einer neuen städtischen Industrie in klein- teilig gemischte Quartiere sprechen. von Matthias Böttger. Gestapelte Industriearchitektur: Wenn der Platz in der Stadt mangelt. All diese Schritte hatten zur vernetzte Produktion. explizit lokale Komponente zur Seite stellt.und Übereinander“ mit Menetekel par excellence dieser Kritik. London hat laut Mark Brearley.bund. Dienstleistungsbüros und Wohnen. Es braucht eine dynamische Gesetzgebung.2016 StadtBauwelt 211 THEMA 21 . ökologischer und ökonomischer Bedürfnisse anzugehen und sie nicht 2012 mit großen Vorschusslorbeeren gestartet. Ausbildung. über ein anderes räumliches „Neben. heit könnte neue Ideen stimulieren. strukturelle Veränderungen können im Stadtbild oft lange Zeit unsichtbar um eine solche Änderung in der Struktur der Stadt herbeizuführen: bleiben. städtebauliche Verträglichkeitsmodelle zu fördern. Industrie ist seit langem verschwunden. Kirchtürme neben Fabrik. dafür ein.youtube. 4. Mit löblichen Pilotprojekten auf neun Stand. Sie stammen von dem eng. Er reicht aber. Die hybriden Formen der neuen Architektur und des Städtebaus at- neben gläsernen Bürobauten. wenn es künftig um die Inwertsetzung von Flä. und „affordable houses“ sind Mangelware und ler Räume zu machen. das heißt. U-Bahnstationen neben Gemüsemärkten – ein städti. nen mehr gemischt werden sollen. Vorhandene Betriebe haben chen Behältnissen je nach Projektpartnerschaft verändern und weiterent- kaum noch Erweiterungsmöglichkeiten. weg vom „cultural turn“ der Stadt chen mit Entwicklungshemmnissen in der Peripherie geht. Bewusstsein für einen veränderten Metabolismus zwischen Stadt und den deutschen Städten besser gehen würde. als Fragestellung der diesjährigen Gegenwart. sie aus ihrem Schicksal von heruntergekom- menen Quartieren. Ein Beispiel für solch ein pla- gramm zur Nutzungsmischung im Städtebau liegt über 15 Jahre zurück. in dem Gewerbe und Wohnen noch Hand in Hand gehen städtische Lebensmittelproduktion. Eebene ist zwar ein erster Schritt.2015 2 Seinen Vortrag „A good city needs industry“ hielt Mark Brearley an mehreren europäi- Stadt. die globalisierte einer Industrie. Actar Barcelona 2015 20 THEMA Bauwelt 35. fehlt am Mut der Städte. ob die Transformation den dort existierenden Gewerbestrukturen nachzudenken (Seite 40). Beraterin des französischen die aktuelle englische Stadt und als Zukunftsbild für deren Erneuerung ver. der sie gleichzeitig als Abgesang auf austrockneten. kannten) Räumen für Kultur und (neuen) Räumen für die Arbeit denkt: Räu. Die Schwäche der klügsten Raumplanung me für Mikro-Ökonomien. all die Bestandteile.“ Und die prompte Gegenfrage: „Warum wird denn das Baurecht bei euch Wohnen ten und Regionen. Zweitens: Wenn die Städte weiter rasant wachsen und nachverdichten Wien gerade im zweiten Teil des Sonnwendviertels eingeplant werden. Innenstädte werden nur noch High Streets Vorschläge für die Reaktivierung gewerblicher und industriel. 50er Jahren die lebensnotwendigen Entwicklungsarterien des Urbanen 1. längs der bewerbs. sie umzusetzen. Die Flächen des ruhenden Verkehrs (grob ge- die Formel? orten wird nach Arzneien gesucht. in die sich kein Fußgänger verirrt. Niemand kann allerdings voraussagen. wenn sie wieder schöne lischen Architekten Tom Holbrook. (Seite 74). die in Richtung Nutzungsmix stünden eigentlich gut. Holbrook zeichnet solche Utopien. traktiv und sichtbar machen. erfolgte in mehreren Schritten.6. noch einmal 13 Prozent werden prognostiziert 2 . 2. digitalen Medien weiter zuspitzen und noch unübersichtlicher werden. Die Chancen für einen neuen Anlauf bauen ließe sich etwa auf ganz praktischen Erfahrungen und Regeln. Sicher ist aber. Die Entwicklung hin zu einer sozialen. deren atmosphärische Qualitäten den Be. wie der Hamburger Ober- baudirektor Jörn Walter auf Seite 30 zeigt. Der Begriff der „Produktiven Stadt“ taucht in der aktuellen neue Plätze bauen würden. wenn Arbeiten und Woh. nur mühsam voran. Brearley ist Teil Architekturbiennale in Rotterdam und 2017 als Thema des Europan-Wett. Vertikale Konzepte wie der neue Wimmelbild.de/BBSR/DE/FP/ExWoSt/Forschungsfelder/2014/Gewerbege- Eigentümer für die Stadt als Ganzes ihre Nicht-Verantwortung offen zur aktuelle Transformation der Industrieproduktion: urbane Manufakturen. „Vertical Urban Factory“. So schön kann Stadt sein. die sich bei höhe- schätzt 50 Prozent der Flächen) und der Logistik müssen einbezogen wer- den – es sind riesige Raumreserven. das den globalisierten städtischen Wirtschaftsströmen eine muss man in die Höhe gehen. der sich am Prinzip der Speicherstadt einander bestehen: Containerschiffe neben Freizeitboten.und bleibt ihr vergleichsweise geringer Grad an Anschaulichkeit. ler. Arbeit und sozialem Leben wird sich unter dem Einfluss der in einer Art Himmelsobservatorium überhöht (Seite 60). Da gibt es zum Beispiel das Gewerbe-ExWoSt-Pro. chenmangel umzugehen. Die vorhergehenden Seiten zeigen ein hyperrealistisches ckeln lassen. Das 1 Rowan Moore hat die Vertreibung des Gewerbes in London eindrücklich dokumentiert: Architekten und Stadtkritikern geführt wird. auch: Nina Rappaport. dass sich die Nutzungen der neuen Arbeitswelt in ihren räumli- gehr der Immobilieninvestoren geweckt haben. Stadtbild als Konsumtempel und Erlebnisraum. Heutige Coworking-Konzepte machen schen Gewerbeflächen gibt. braucht es von Stadtseite her und gegengesteuert. die neuen Sicht auf den Hund gekommen ist: Die Privatisierung der einst öffentlichen verloren. ten zusammen und unterhalten sich über neue experimentell dichte und Stadt = fasst. und genauso sind sie es in der medialen Wahrnehmung: Dement- Die funktionale Ausdünnung der Stadt hat auf diesen Bildern nicht statt. Material turn statt cultural turn? müssen. 28. deutlich. Ähnliches gilt für München: Dort kommt das Kreativ-Quartier. kommt von Berliner Seite aus schnell die Bemerkung: „Das könnten wir rechtlich nie machen. Eine ähnliche Offenheit braucht es auf Quartiersebene und im Stimmt zum politischen Beistand auf: „Wie bringen wir die mittelgroße Produktion städtebaulichen Maßstab. deren legislativer Code ein Stück weit ändern. Überlegungen zur Zukunft von Deutschlands Städ- schaftlichen und räumlichen Selbstzerstückelung. dass es gefunden. Ludwig Müller. nüchterne Formen ersetzt.bbsr. ist genauso ein von den Reichen bewohnt.und Weiterbildung sowie für Energie. wird jedoch nicht verfolgt. von denen so gut wie keine realisiert wurde gend nötig. The Guardian. die in werden als isolierte Inseln an den Rand der Stadt verfrachtet. Das verlangt den Mut. bei weitem nicht aus. dass man schloten. die sich „selbst aufgefressen hat“. werden wir im peripheren Weichbild der Stadt ohnehin nicht um- Negativer Kosmos industriefreie Stadt In Deutschland ist die Deindustrialisierung der Stadt weit weniger fort. Bauministeriums und eine der gewieftesten Städtebaustrateginnen der steht. Die Idee. Dazu müssten sich allerdings die DNA der Stadt. 3. die Umbrüche von der reits eine Kehrtwende beobachten lässt. Konflikte durch die Widersprüche sozia. in den letzten Jahren weitere 16 Prozent seiner Produktionsflächen nen Tagungen (Stuttgart. Eine Reihe von Punkten sind nötig. das vor Dabei wäre ein entschiedener Anlauf in Richtung gemischte Stadt drin. wie sich mit Hilfe digitaler Produkti- onsweisen urbane Manufakturen zu einem starken lokalen Element entwi. Tiefgreifende scher Kosmos. In der Not soll umgesteuert werden.html?nn=430172 Schau stellen. 3 „Spekulationen Transformationen. auf dem die Details des Stadtlebens in rührender Koexistenz neben. Hamburg). Was für das Wohnen längst en vogue ist. biete/01_Start. innovative Überlegungen und Nutzungspartnerschaften. zwei Jahren viele Ideen lieferte.in eine Wissensökonomie tatsächlich auch hierzulande wei. sondern in Verbindung mit (bereits be. Voraussetzung. Stefan Carsten. Viele Architekten haben solche Konzepte bereits entworfen. wenn man ihre Vorschläge zusammenfasst. die zurzeit von jungen britischen geschritten. weil die heutige Stadt aus seiner versity. herauszuholen 4 . Dahinter stehen zwei Einsichten. ist London. das sich bisher vor allem „London: the city that ate itself“. weil in ihr noch die kleinste Diffe. dass sich zurzeit be. Ariella Masboungi. Und das entsprechende ExWoSt-Pro. Auf- rechtlich gegeneinander auszuspielen. Aus. das mehrgeschossige FabLab. 5 vgl. Ebenso denkbar. 2016 funktionalistischen Moderne hin zur kapitalistischen Entropie. kurz. FabLabs in alten Industriehallen Wohnungsfrage nicht mehr isoliert. Erstens: Die Vermischung von von Caen“. Es Text Kaye Geipel setzen. Kampf um die Fläche und Gewerbe. dass es längst einen Kampf um die verbliebenen städti. Wohnen und Service zusammen- rer Dichte für ein besseres Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen um. Professor an der London Metropolitan Uni. wirt. Peripherie. ter voranschreitet und damit auch die Monofunktionalisierung in puncto aus den Verdichtungspotenzialen der Innenstadt ableiten ließ. Kein Kinderautor hat sie gezeichnet. Mischungen im Stadtbild architektonisch sichtbar zu machen. in der die der letzten Jahre hin zu einem „material turn“ der Stadt der Zukunft. ihre Baustruktur und Hamburger Huckepackbahnhof.0 zusammen. dass durch die sukzessive Deindustrialisierung seit den sprechend groß ist der Widerhall in der Tagespresse für die Idee.