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und ganz oben, wo die Exponate im Kontext der

Plätze, Gassen, Solitäre Stadtlandschaft gesehen werden sollen. Aller-
dings forderte die Jury insbesondere angesichts
der „selbstbewusst besetzen Höhe des Gebäu-
des eine originäre Fassade mit einem gestalte-
risch verfeinerten Ausdruck“. Denn Peter Zum-
thors Museum Kolumba kann man hier als Idee,
Staab Architekten gewinnen den Wettbewerb um die als Bild zwar verstehen – aber sowohl der Ort als
Historische Mitte Köln Text Uta Winterhager auch die Aufgabe verlangen zurecht eine Position,
die sich selbst erklärt.

Dreifach gestaffelt
Es ist einer der sensibelsten Ort in Köln. Im lan- Architekten sind die 1. Preisträger. Die Bekannt- Durisch + Nolli (ein 3. Preis) entwarfen ein „Indivi-
1 gen Schatten des Doms reiben sich Stadt und gabe des Ergebnisses hat den diskursiven duum im Stadtraum“, einen dreifach gestaffelten,
Kirche aneinander, nachbarschaftlich zwar, aber Topf, der in Köln immer brodelt, zum überkochen stark vertikal gegliederten Baukörper, der sich,
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man muss sich arrangieren – insbesondere in gebracht (siehe Kolumne Seite 4). vom Kurt-Hackenberg-Platz ausgehend, so weit
3 Planungsfragen. Seit Jahren ist die Stadt bemüht, verjüngt, dass er am Roncalliplatz einen schma-
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die Domplatte, unter der Ende der 1970er Jahre Wie ein archäologisches Artefakt len, aber stadträumlich überzeugenden Kopf als
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6 der Verkehr verschwunden ist, angemessen zu Staab Architekten waren in den Werkstattver- Sitz der Kurie ausbildet. So wird die Idee der
gestalten. Im Osten hinter dem Domchor ist es fahren als Verfechter der vollständig geschlos- Stadtkante zwar schön abgebildet, doch rückt
gelungen, die Situation funktional und ästhetisch senen Südseite des Roncalliplatzes aufgetreten. der Komplex hier vergleichsweise nah an das
deutlich zu verbessern. Handlungsbedarf be- Nun lenkten sie ein und hielten, wie in den Leit- Römisch-Germanische Museum heran. Inhalt li-
steht nun an der Südkante der Domplatte, wo der linien empfohlen und durch das Baufeld vorgege-
von repräsentativen Bauten flankierte Roncalli- ben, die Verbindung zwischen Domplatte und
platz auf dem erhöhten Niveau an die tiefer ge- Altstadt offen. Die für die drei Institutionen gefor-
1 Hauptbahnhof
legene, kleinteilig rekonstruierte Altstadt grenzt. derten rund 12.000 Quadratmeter Nutzfläche
2 Kölner Dom
Verbunden werden diese beiden Pole zumindest verteilen die Architekten auf zwei Solitäre: einen
3 Museum Ludwig, Kölner
ideell durch die „Via Culturalis“, die in gerade Linie kleineren als Studien- und Kurienhaus und ei-
Philharmonie
vom Südportal des Doms bis zur Basilika St. Maria nen größeren als Stadtmuseum.
4 Römisch-Germanisches
Museum (RGM) im Kapitol führt. Beide zusammen bilden mit dem Bestand des 1. Preis Staab Architekten
Die beiden charakterstar-
5 Roncalliplatz Anders als in der Domumgebung Ost soll im Römisch-Germanischen Museums einen ge-
ken Neubauten bilden eige-
6 Kurt-Hackenberg-Platz Süden die städtebauliche Neuordnung über die schützten Vorplatz aus. Von hier werden die Mu- ne Adressen aus, funktio-
7 Kurienhaus, Diözesan - Bebauung erfolgen. Profitieren wird dadurch seen, ihre Büros und die Verwaltung der Kurie nieren stadträumlich aber
insbesondere das aus Museum Ludwig, Römisch- sowie die theologische Buchhandlung erschlos- als Ganzes.
museum Köln
Grundriss im Maßstab
8 Studienhaus des RGM Germanischem Museum (RGM) und Philharmonie sen. Vor Kopf führt eine Treppe in der Achse 1 :1000; alle Abb.: Architekten;
gebildete kulturelle Zentrum. Genauso hatten es der Römischen Hafenstraße hinunter zum Kurt- links oben: Auslobung
die Pläne für den Wiederaufbau nach dem Krieg Hackenberg-Platz. Die beiden charakterstarken
bereits vorgesehen, doch die dort errichtete
Stirnseite aus Kurienhaus (1961) und Studienhaus
Neubauten bilden eigene Adressen aus, funktio-
nieren stadträumlich aber als Ganzes. Das Kurien-
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des Römisch-Germanischen Museums (1974) und Studienhaus flankiert den Eintritt von der
wird heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Altstadt zur Domplatte; die Pläne zeigen einen
Sie soll ersetzt und mit einem Neubau des Köl- Baukörper, dessen Rasterfassade aus scharf
Realisierungswettbewerb nischen Stadtmuseums ergänzt werden. Schnell geschnittenen Betonfertigteilen Geschossigkeit
1. Preis (100.000 Euro) Staab Architekten sprach man hier wieder einmal von einem Jahr- und Funktionen ablesbar macht. Es ist ein Büro-
ein 3. Preis (66.000 Euro) Caruso St John Architects hundertprojekt, das die einzigartige Chance biete, gebäude, obschon eines im höheren Dienst.
ein 3. Preis (66.000 Euro) Durisch + Nolli Architetti an einem so bedeutenden Ort Stadtgeschichte Das neue Stadtmuseum wird genau an der
Anerkennung (29.000 Euro) Peter Kulka Architektur zu präsentieren und gleichzeitig dem zum Transit- Ecke der Domplatte platziert, der Sockel bietet
Anerkennung (29.000 Euro) Barkow Leibinger Architekten raum degradierten Roncalliplatz wieder Aufent- allen Institutionen gemeinsam nutzbare Räume.
Fachpreisrichter haltsqualitäten zu verleihen. Sein zweigeschossiges und von zwei Seiten er-
Katherin Bollenbeck, Erzbistum Köln; Julia Bolles-Wilson, In zwei Werkstattverfahren mit je 13 Teilneh- schlossenes Foyer vermittelt zwischen den Ni-
Münster; Roger Boltshauser, Zürich; Andreas Bründler, mern ließen Stadt und Kirche 2014 zunächst veaus unten und oben, dabei bleiben die Grund-
Basel; Peter Füssenich, Dombaumeister; Christoph Ganten-
grundsätzliche Fragen erörtern (Bauwelt 4.2015). rissorganisation flexibel und die Wegeführung
bein, Basel; Susanne Gross, Köln; Franz-Josef Höing,
Stadt Köln; Jürgen Minkus, Gestaltungsbeirat Köln; Martin Gezeigt haben die Studien, dass die Bebauung klar im Sinne der Ausstellungskonzeption. Auch
Struck, Diözesanbaumeister Erzbistum Köln; Jörn Walter, an der Südkante machbar (1. Runde) und sinnvoll hier wieder ist die Hülle, der Ensemblewirkung
Hamburg; Donatella Fioretti, Berlin; Thomas Metz, Koblenz; geschuldet, aus Beton. Es ist ein Monolith, den
(2. Runde) ist. Unter Vorsitz von Peter Zlonicky
Albert Distelrath, stv. Dombaumeister
erarbeitete die Jury außerdem zehn Leitlinien für seine raue, horizontal geschichtete Oberfläche
Ausloberin
ein weiteres Verfahren. wie ein archäologisches Artefakt erscheinen
Stadt Köln
Ende Oktober wurde nun das Ergebnis des ar- lässt. Fenster gibt es dort, wo sie wichtig sind:
Wettbewerbsmanagement chitektonischen Realisierungswettbewerbs unten auf dem Kurt-Hackenberg-Platz, wo der
Freischlad + Holz, Darmstadt „Historische Mitte Köln“ veröffentlicht. Staab zweite Eingang liegt, oben als zentraler Eingang

16 WETTBEWERBE ENTSCHEIDUNGEN Bauwelt 40.2016 Bauwelt 40.2016 WETTBEWERBE ENTSCHEIDUNGEN 17

dessen Arbeit ausge- 3 geschoss zusammengeführt werden. tet sei die klassische Gliede. und Obergeschosse durch Stadtmuseum mit nur weni. sehen die Architekten dort eine besondere Vorplatz. der ohne Sehr gut herausgearbei . Gassen im Altstadtformat die die Verbindung der beiden Plätze angemes. Über- aus präsent ist dagegen das Kurienhaus – das exzentrischste Element des gesamten Wettbe- werbs. Preis Caruso St John sich in den Obergeschossen. Grundriss im Maßstab Die Berliner Barkow Leibinger (Anerkennung) sen inszeniere. gemeinsame Foyer er- 1 3 3 A A setzen. 18 WETTBEWERBE ENTSCHEIDUNGEN Bauwelt 40.che Zusammengehörigkeit wird damit zwar deut- lich. Das Stadtmuseum befindet ein 3. Kurt-Hackenberg-Platz lie. men im Erdgeschoss des Römisch-Germanischen Museums setzen. Das führt in allen drei In- Wie nur soll man auf den stitutionen zu effizienten Grundrissen. den Anschein eines Verwal- tor und das Dionysosmosaik reiche verloren gehe. Volumen: in ein solitäres Kurienhaus als Pforte den. Die Jury lobte die zeichen. die als Höhepunkt Mit der Gebäudetypologie das Stadtmodell und Ausblicke über den Platz die wegen der verglasten Erdgeschosse „fehlen. blieben bei der in den Werkstattverfahren propa- ensembles und Außenterrasse für das Muse. überzeugenden Auf. sondern genau auf das Römisch-Germanische Museum führt. Zur Die Jury sah die Chance. Die Jury hätte die Erschließung lieber an einer präsenteren Stelle gesehen. Beide Dom reagieren? Durisch + Nolli zitieren seine strenge Häuser werden über die zwischen ihnen ausge- Symmetrie und Vertikalität. unverwechselbar und dem Ort höchst angemessen“ bewertete. doch es fehlt etwas an städtischem Raum. mittig platzierte Stadtmu- berg-Platz orientiert sich der Bau mit einem Kopf.und Rücksprüngen auf seine bewegte Umgebung reagiert. das an dieser Stelle einst stand. Alle Modellfotos: Freischlad + tungsgebäudes. Anerkennung Peter Kulka Weil Stadtmuseum und Die Jury lobte den kraft. Preis Durisch + Nolli ein 3. da in der Uniformität die vertikale Gliederung mit gen wohlplazierten Öff. Kontrovers diskutierte sie rung in Arkade. Sie ner Vorbereich als Zentrum des neuen Museums. gierten Struktur. Diesen kann das zentrale. So. was die Jury als „identitätsstiftend. vollen Box wird. Die Architekten wollten „Neue Maßstab der Altstadt und ein gut geschnitte . Sie lobte die „Gesamtdramaturgie“ der Innenräume. Im Bereich des Eingangs kritisierte die Jury auf den Roncalliplatz und einen langgestreckten Quader in der Flucht der Straße Am Hof für Mu- ein 3. teilten die Baumasse in zwei umscafé. gleich – das gotisierende For. menspiel der eingefärbten seum zu wenig präsent. Preis Staab Architekten ein 3. St John an das Erzbischöf- liche Palais. das den Dom mit einer gotisch angespitz- ten Bogenfassade aus Betonfertigteilen zitiert. des Kurienhauses ver- Der Haupteingang des Stadtmuseums und die straße. zum Kurt-Hacken- Eingänge der öffentlichen Funktionen im Kurien. Originalfundort zurück. „Palazzo“ erinnern Caruso und auf den Dom bieten. gebündelt. Qualitäten durch Vernetzung“ schaffen. ten Sandsteinfiguren. Durch zeichnet wurde. Preis) planten das Museum als „Analogie der Stadt“. das unter dem rung. Preis Caruso St John Anerkennung Barkow Lei. die über ein tiefer liegendes Verbindungs- Gotisch angespitzte Betonfassade Das einzige Kölner Büro. das aus drei eigenständigen Baukörpern besteht. in die Rundgänge beider Holz platzes markieren und den Neubau in Beziehung Museen eingebunden wer- zu den umstrukturierten überdachten Freiräu. miteinander verbunden tritt des Entwurfs. bildete Fuge erschlossen.2016 Bauwelt 40. 1 :1000 entwarfen ein „Ensemble an einer inneren Prome- nade“.2016 WETTBEWERBE ENTSCHEIDUNGEN 19 . an den Kopfseiten eingestell. binger Ähnlich aber nicht Architektur Der Jury ist das wohl zum Roncalliplatz als auch zum Kurt-Hacken- RGM unter der Domplatte vollen. Piano Nobile Ensemble.und Rücksprüngen Caruso St John (ein 3. hafte Baukörpergestaltung. über den die Museen erschlossen wer. leider nicht genutzt.und Eingangssituation. jedoch die Rhythmisie . deckt. berg-Platz erwecke es haus werden in den Arkaden des Erdgeschosses gen de Römische Hafen . in dem das der gotisierenden Fassade verlegte Römische Hafen. Da die Erschließung Ansicht und Grundriss im auf diese Weise nicht mehr in der Verlängerung Maßstab 1:1000 der Via Culturalis liegt. Sie platzieren einen so- litären Baukörper. Materialwechseln und den nungen zu einer geheimnis. der mit Vor. Preis Durisch + Nolli seum und Studienhaus. Betonfertigteile markiert ein Domseite werde es von eine Adresse auszubilden. können die an ihren große Geste auskomme. barkeit der drei Nutzungsbe. den. war Peter Kulka Architektur diese Ordnung entstehen schmale Gassen im (Anerkennung). wo sie die Südwestecke des Roncalli. auf dem unteren Niveau werden. 3 de Anbindung der Gebäude an den Boden“. Solitär mit Vor. 1. in dem die Besucher sich auf der Ebene des Roncalliplatzes wie auf einer Plaza durch alle drei Institutionen bewegen können – vom Kurien- haus am Roncalliplatz durch das Stadtmuseum bis zu dem auf den Kurt-Hackenberg-Platz aus- gerichteten Studienhaus. die Individualität und Les.