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Südöstlich von Straßburg

entwickelt sich ein aus­
gedehntes Neubaugebiet
bis zum Rhein. Eine neue
Straßenbahnlinie wird in
Kehl enden.
Abb.: Agence TER/51N4E

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4 7
8 9
3

5 12

1 Straßburg
2 Port du Rhin
3 Ecoquartier Danube
4 Quartier Citadelle
5 Ill-Rheinhafen-Kanal
6 Quartier Starlette
7 „Coop“
8 Quartier Port du Rhin
9 Quartier Rives du Rhin
10 Kehl
1 1 Euro Terminal Kehl
12 Jardin des Deux Rives

6 Betrifft Bauwelt 32.2016

Mit ihrer Endhaltestelle verbindet Region Ortenau könnten sich kurzfristig zu einem bedeutenden Knoten­ sie Frankreich und Deutschland. Von einer Rhein-Metropole ist die Rhin (Rheinhafen).und Auslieferungszentrum der Der zweite entscheidende Einflussfaktor für die gesamte Region ergibt 1912 hier gegründeten Handelskooperative heute der Entwicklungsgesell­ sich aus der Grenzlage. Doch schen Museen – das bekannte Umnutzungsprogramm für Industrie­b ra­ während das gegenseitige Verhältnis immer eher kompliziert war und chen. Brückenbau. mit der die immensen Aufgaben angegangen wer­ den. Schon spricht man von einer „Rhein-Metropole“. Stutt­ nächsten Frühjahr die vier neuen Stadtviertel bedienen wird und auf einer gart oder München ist es nicht mehr weit.und Phase der Stadterweiterung entlang des Ill-Rheinhafen-Kanals mit den Signaltechnik. kret geht es auf französischer Seite kurzfristig um die Bebauung bzw. ein anderer als Lager der städti­ Historisch gesehen gab es gute. Nach einer ersten den Realisierung. Zur Vereinfachung hat Musikzentrum und mit Wohnungsbau. dass Straßburg ja auch als erste Stadt Frankreichs nach dem Krieg eine Umwandlung von 250 Hektar Fläche. Der Rheinhafen – zwischen den beiden Flüssen gelegen – ausgebaut. Kurz: Straßburg. Interessanterweise sind kaum gut 10. Bis Frankfurt. Begriffe wie Innovation und Ecocité werden gerne und sicher­ ist der zweitgrößte Binnenhafen Frankreichs und bietet heute immer noch lich viel zu viel bei den Projekten eingesetzt. Exakt in der Mitte zwischen den beiden Stadtzen­ tren gelegen gehört das ehemalige Lager. Ist aber die Fahrstromlieferung über ein grenz­ Frankreichs außerhalb von Paris Realität werden zu lassen. Daneben werden Freizeit. schlechte und sehr schlechte Zeiten.000 Arbeitplätze. Restaurant und Büros genutzt. Trassierungsvorgaben. Das Herzstück der Stadtplanung änderung der Hafenstruktur auf die Planungen von Straßburg durchschlägt. aber auch die großen Schwierigkeiten einer bi-national abzustimmen­ Das hat man im Straßburger Rathaus frühzeitig erkannt. Beeindruckende Zahlen! derstand – heute wird es weltweit nachgeahmt. Dieser Fluss hat zeit in der Diskussion steht: Kostengünstiges und energiesparendes Bau­ so viele Arme und Seitenkanäle. Damals geschah dies gegen großen Wi­ sehen und 8500 neue Arbeitsplätze. aufgeht! Wirtschaftliche wie verkehrstechnische Interessen erweisen sich als ähn­ lich. die Ernsthaftigkeit. Kehl und die eigenen Brücke den Rhein überquert. Allein wegen des Steueraufkommens ist die Ver­ Stararchitekten am „neuen Straßburg“ beteiligt. Allein dieses konkrete Projekt verdeutlicht punkt entwickeln. die gesamte Strecke unter französischer Feder­ de Industrieflächen im Hafen die Chance. was zur­ man den Rhein. 9000 neue Wohnungen sind vorge­ neue Straßenbahn geplant habe. entdeckt man zunehmend Gemeinsamkeiten. partizipative Wohnprojekte.Straßburg am Rhein? Betrifft Eine neue Stadtplanung soll Straßburg am alten Hafen auf einer Fläche von 280 Hek- tar bis an den Rhein heranschieben. Sicherheits. die die Grenzstädte mit einer Art Korridor zwischen den noch akti­ Energie im Kehler Haushalt? Berührt man in Gesprächen nur einige der ven Hafenbetrieben im Norden und Süden planerisch verbinden soll. man sich entschlossen. Stromstärken: Nahezu jedes Detail unterliegt in den beiden Magneten Kinocenter. seitdem die europäische West-Ost-Achse an Bedeutung gewonnen Entscheidendes Verbindungsglied und Beschleuniger des Aufbruchs bis hat. Veranstaltungs­ der deutschen Seite und Straßburg beträgt nicht einmal zehn Kilometer. de la ville rhé­ Vier Stadtviertel sind in Planung: Citadelle. 20 Millionen Euro investiert die Stadt.und Erholungseinrichtungen lig anders aus. Dabei hat sich Straßburg entschlossen. Gebäude mit formaler bindung zum Rhein für die Stadt wesentlich. dass er omnipräsent ist und viel zum en. Starlette.und europäischen Ländern unterschiedlichen Normen. Die Entfernung zwischen den Zentren von Kehl auf schaft der Stadt. erfolgt oft der Hinweis. die Zahl der Stadt noch weit entfernt und das heute zur Verfügung stehende Ufer­ staatlich garantierten 1700 neuen Wohneinheiten pro Jahr nahezu zu ver­ stück ist für eine markante Skyline viel zu kurz.2016 Betrifft 7 . Die Stadt selbst liegt jedoch an der Ill. Wirtschaftlich sieht das völ­ kehrsberuhigung. Mediathek. Ein Teil wird als Kulturzentrum mit Ateliers. doch das bebaubare Uferstück ist viel zu kurz Text Wolfgang Kabisch Kurz bevor man von Deutschland aus nach Straßburg kommt. Bei so viel Euphorie ver­ zeiht man den kleinen Etikettenschwindel „Strasbourg. Einkaufszentrum sowie einem Tanz. Kein Wunder. Kon­ unzähligen Schwierigkeiten des Großprojekts. Architektonisch und bautechnisch findet man hier alles. dass jede Ver­ Sig­nalwirkung fehlen nahezu vollständig. Grün am Bau. Bauwelt 32. Holzkonstruktionen. sälen. Wenn der Plan Verbesserungen bewirkte. das größte Stadtplanungsprojekt führung bauen zu lassen. Coop. Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV verbindet seit kurzem zum Ufer des Rheins soll eine Straßenbahnlinie sein. bieten jetzt zusätzlich frei werden­. überquert doppeln. Ver­ Charme der elsässischen Großstadt beiträgt. bildet das Areal „Coop“. Port & Rives du nane à la métropole sur le Rhin“ schnell. 160 Millionen der Gesamtkos­- selbst das wichtige Schengener Abkommen nur langsam atmosphärische ten werden durch Verkäufe an Investoren erwirtschaftet. Vor zwei Jah­ überschreitendes Oberleitungskabel legal? Und mit welchem Mehrwert­ ren gründete man die Entwicklungsgesellschaft „SPL – Deux Rives (Zwei steuersatz versieht man Rechnungen für die aus Frankreich zugelieferte Ufer)“. die bereits ab dem Paris mit dem Elsass in kaum mehr als zwei Stunden.