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R. W. Dahlbender, K. Tritt: Einführung in die OPD (S. 28 - S.

39)

Reiner W. Dahlbender und Karin Tritt

Einführung in die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD)
An introduction to Operationalized Psychodynamic Diagnostics (OPD)

Zusammenfassung Summary
Die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik ist ein Since 1996 Operationalized Psychodynamic Diagnostics
seit 1996 kontinuierlich weiterentwickeltes Diagnostik- und (OPD) has been developed continuously as an instrument for
Therapieplanungssystem, das aus der klinischen Praxis vie- diagnosis and planning of the therapeutic focus / interventions
ler Therapeuten nicht mehr wegzudenken ist. Es stellt dem and has proven its utility in the everyday practice of many
Therapeuten ein individuelles Profil der störungsrelevanten psychotherapists. It provides an individual, impairment-
aktuellen Probleme und habituellen Lebensschwierigkeiten related pattern of the patient’s current problems and habitual
sowie der aktivierbaren veränderungsrelevanten Ressourcen difficulties in life as well as his/her change-related resources.
seines Patienten zur Verfügung. Eingeführt wird in die Ach- The axes of this approach and its corresponding interview
sen sowie in das zugehörige Interview. Dies wird in einer are presented in this paper. An attempt is made here to use
Sprache versucht, die auch für nicht psychodynamisch ausge- a language that is also comprehensible for clinicians not
bildete Kliniker verständlich ist. Ein Ausblick der klinischen trained in psychodynamic approaches. Finally, an outlook
Bedeutung und Einsatzfelder schließen den Beitrag ab. on the clinical relevance and different fields of application
of OPD is given.

Schlüsselwörter Keywords
Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) – Operationalized Psychodynamic Diagnostics (OPD) – psy-
psychodynamisch – Diagnostik chodynamic – diagnostics

n Einleitung
Das Arbeitskreis Operationalisierte Psychodynamische und teilweise adaptierter psychodynamischer Ansätze ein
Diagnostik wurde 1992 von psychodynamisch und auch klinisch relevantes Diagnostik- und Therapieplanungsinstru-
verhaltenstherapeutisch orientierten akademischen Psycho- ment zu schaffen, und zwar auf mittlerem Abstraktionsniveau
somatikern und Psychiatern gegründet. Einer der Gründe zwischen purer Verhaltensbeobachtung und reiner Metapsy-
für die Entwicklung des OPD-Systems hing mit der Ent- chologie. Die Terminologie sollte dabei möglichst einheitlich
täuschung zusammen, dass die rein phänomenologischen und präzise sowie schulenübergreifend sein.
multiaxialen Klassifikationssysteme ICD bzw. DSM keine Das erste Manual wurde 1996 veröffentlicht. 2006 erschienen
relevanten Hilfestellungen für die psychodynamische Fall- eine revidierte Fassung, die so genannte OPD-2, die erstmals
und Behandlungskonzeption liefern, insbesondere keinen auch ein Instrumentarium zur Therapieplanung und Ansätze zur
konzeptuellen Rahmen für das Verständnis von Entwicklung, Therapieevaluation integrierte (Arbeitskreis OPD, 2006).
Dynamik und Veränderung des intrapsychischen Erlebens und
des interpersonellen Verhaltens. Aber auch die Feststellung
einer zunehmend heterogenen und abstrakter formulierten
psychodynamischen Theoriebildung war Ausgangspunkt des n Achsen des OPD-2-Systems
Arbeitskreises. Viele metapsychologischen Konstrukte schie-
nen mit der Zeit immer beobachtungsferner und spekulativer Das OPD-System basiert auf einer multiaxialen Diagnostik.
zu werden. Und selbst erfahrene Kliniker stimmten bei beo- Die diagnostischen Dimensionen und Kategorien werden
bachtungsnäheren Konstrukten immer weniger überein. Ziel mit Hilfe von fünf Achsen bestimmt, die folgende Inhalte
des Arbeitskreises war und ist es, auf der Basis bedeutsamer erfassen:

©
28 Psychotherapie 16. Jahrg. 2011, Bd. 16, Heft 1 CIP-Medien, München

. und strukturellen Fähigkeiten bzw. 2. inhaltliche Überlappungen auf. Die Überlappung der Achsen kann klinisch-inhaltlich darauf zurückgeführt werden. h. und zwar inwieweit es auf 4.Maximalwert der letzen 7 Tage) die der Patient im Rahmen der therapeutischen Interaktion im sowie anhand des EQ-5D-Summenwertes. DSM-IV) werden. et al. Die so hervorgerufenen Eindrücke darstellt. das Veränderungskonzept. geschieht folgendermaßen: Dem narrativen bzw. die äußeren und inneren Veränderungshemmnisse. beschrieben. das Veränderungskonzept. kritisch evaluiert werden. Interviewer/andere erlebt/-en den Patienten sich selbst ferenziert werden: gegenüber 1. tik auf. of Functioning (GAF .und Achse 4: Zeitparametern. des Therapeuten werden Gegenübertragung genannt. die therapierelevanten persönlichen und psychosozialen der psychodiagnostischen Situation – insgesamt vier interper- Veränderungsressourcen. weisen jedoch de facto klinisches Material fehlt. zum Leid des Individuums und/oder seiner Ressourcen liegen vor? Das Basismodul erfasst: Interaktionspartner. prägen können. Patient erlebt sich selbst anderen gegenüber 2. Gefühle. 3. Die Merkmalsausprägung dieser Achse ist jeweils 5-fach Konfliktschemata) abgestuft. nach Aufforderung des Erstmanifestation. sonelle Positionen entnommen: 7. Dahlbender. Dies orientiert ist. Intenti- Offenheit. nehmungs-. die klinische Schwere der Störung/des Problems anhand festigungen werden als Übertragungsmuster bezeichnet. die den aktuellen Umgang mit anderen Menschen zentrale Frage lautet: Welche Störungen/Probleme und dysfunktional. 28 . die Veränderungsressourcen hinsichtlich psychischer als eine Verquickung innerer Gedanken. Die Kategorie „nicht beurteilbar“ soll benutzt werden. Jahrg.. OPD-2 stellt neben den interagiert der Patient mit anderen? ausführlichen Achsenversionen nunmehr auch verschiedene Die psychodynamische Theorie geht davon aus. 16. insbesondere im Laufe der frühkindlichen Interaktion mit Bezugspersonen und auch der weiteren Sozialisation Wahr- Die modular aufgebaute Achse 1 erfasst das Krankheitserle. dass sich Kurzversionen zur Verfügung.und Gegenübertragungsgeschehen im In- bzw. Patient erlebt andere sich selbst gegenüber Mit Hilfe des Psychotherapiemoduls können weiterhin dif. Interviewers berichteten Beziehungsepisoden (Dahlbender 3. R. Tritt: Einführung in die OPD (S. alltägliche Aktivitäten zu verrichten. die signifikanten Interaktionspartner des Patienten außerhalb 6. Erlebens. sozialen Faktoren dynamischer Therapiefokus abgeleitet werden kann. 1992) und das vom Interviewer reflektierte interaktive densdruck und Darstellung körperlicher bzw. emotional-supportiv oder aktiv- anleitend ausgerichtet ist. und zwar auf der Beziehungsdiagnostik. Einschätzungen etc. Konflikt (zeitlich überdauernde neurotische Konflikte bzw. Patienten und die des Interviewers – quasi stellvertretend für soziale Interventionen abzielt. z. 39) Achse 1: 3. Struktur (psychisch-strukturelle Fähigkeiten) „sehr hoch“) und den Mittelwert („mittel“) werden im Manual Achse 5: theoretische Merkmalsabstufungen und kurze Ankerbeispiele Psychische und psychosomatische Störungen (Symptomato. das Krankheitserleben und die -darstellung nebst Lei. Bd. weil Diese sind unabhängig konzipiert. ausgenommen bei einigen Schweregrad. W. Diese eines klinischen Ratings. von diesem bewusst wahrgenommen und der Fähigkeit. Derartige stereotype Ver- 1. 1. psychotherapeutische Behandlung bzw. dass Die Achse 2 erfasst die Beziehungsdynamik und baut auf habituelle dysfunktionale Beziehungsmuster (siehe Achse einer grundlegenden Form der psychoanalytischen Diagnos- 2) als die quasi beobachtungsnahe epiphänomenale Verdich. problemaufrechterhaltende Achse 2: Bedingungen. Diese verschiedenen Erlebnisperspektiven können jeweils 2. München 29 . onen etc. verbunden mit dazugehörigen. anhand des Global Assessment sollen anhand der Gedanken. für andere sicht- © Psychotherapie 16. szenischen 5. psychischer Übertragungs. Für die Skalenextreme („nicht/kaum“ bzw. und zwar inwiefern es an so. der ein Maß Therapeuten auslöst. psychischen bzw. Die verfestigen. B. sozialer Beschwerden und Probleme. terviewverlauf werden schematisch zu einem maladaptiven 4. in die der Patient mehr oder weniger (un-)bewusst bzw.S. Gefühle. die Veränderungshemmnisse im Hinblick auf sekun- Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen dären Krankheitsgewinn bzw. d.und Handlungsmuster herausbilden und ben und die Behandlungsvoraussetzungen des Patienten. gegenüber rend/konfliktorientiert. Die zentrale Frage lautet: Wie Achse 4) konzipiert werden können.. das Krankheitskonzept. K. aus dem dann ein beziehungs- matischen bzw. Heft 1 CIP-Medien. Vulnerabilitäten (siehe automatisiert verstrickt ist. Beziehung (maladaptive Beziehungsmuster) Für forensische Patienten steht ferner ein eigenständiges Achse 3: Modul zur Verfügung. Beziehungsmuster konfiguriert. und zwar inwiefern es auf Beziehungsmaterial werden für die Erlebensperspektive des körperliche bzw. Sie zielt auf tung und zugleich auch als der Versuch der Bewältigung die Erfassung repetitiver dysfunktionaler Beziehungsmuster von beobachtungsfernen inneren Konflikten (siehe Achse 3) ab. die Dauer der Störung/des Problems und das Alter bei Die vom Patienten spontan bzw. wenn ein Merkmal nicht eingeschätzt werden kann. reflektierend-motivklä. 2011. Die Zwischenpositionen müssen interpoliert logie gemäß ICD-10 bzw. Interviewer/andere erlebt/-en sich selbst dem Patienten Symptomreduktion abzielt bzw.

subjektiven • damit mobilisiert der Patient (un-)bewusst/automatisiert Bildern (Repräsentationen – auch Schemata genannt) dieser bei anderen genau jenen Reaktionen ihm gegenüber. Kernstück psychodynamischer Diagnostik dar. Beispielsweise kann das Verhalten (negatives Erleben des Patienten der anderen). W. wie die „signifikanten anderen“ den interpersonellen Verhaltens. Insbesondere sind Diskre. wie wieder erlebt? der Patient relevante Beziehungen erlebt und sich diesem Erleben entsprechend anderen Personen gegenüber verhält. sich im Gegenzug revanchieren zu müssen). terer Vernachlässigung durch andere). beziehungsbezogenen Erlebnisweisen und die dazugehörigen Handlungen des Patienten auf – also Zur Diagnostik des Übertragungs. dass er Patient erlebt andere immer wieder so. Wie würde es der Patient erleben. 16. Dabei aus dem „Interpersonellen Kreismodell“. K. die es zu (re-) • andere erleben sich gegenüber dem Patienten als abschot- konstruieren gilt. München . (siehe Abb. betrachtet werden. 1) verbunden. sondern als fordernd (die aus Patientensicht Problem bzw. „sich um andere besonders kümmern/sorgen“ aus zu viel • Patient reagiert anderen gegenüber besonders hilfsbereit liebevollem bzw.S. 2011. nisses der beiden orthogonalen Achsen Affiliation und Inter- panzen zwischen den Perspektiven des Patienten und denen der dependenz und ihren jeweiligen Polen Liebe vs. Jahrg. Dahlbender. Hier geht es also darum. dass Menschen ihr tend (sie schotten sich gegen die als überzogen erlebten Tun nicht an der (intersubjektiv geteilten bzw. da er mit Die Achse 3 erfasst die Konfliktdynamik und stellt ein seinem Verhalten zugleich auch die Erwartung signali. von globalen Beziehungsthemen. „zu wenig“ der gegensätzlichen Verhal- • Patient erlebt andere ihm gegenüber als vernachlässigend tensweise resultieren kann. Bd. 1: OPD-2 Achse 2: Beziehungsdynamisches Schema Perspektive A: Erleben des Patienten Der Patient erlebt sich immer wieder so. und zwar mittels des jeweiligen Mischungsverhält- Patienten in Beziehungen erleben. des Interviewers von Interesse. wie er andere immer anderen Worten: (re-)konstruiert wird die Art und Weise. Ausgangspunkt ist. bewussten. Es stehen dem Interviewer pro Patienten in dieser Interaktion wahrscheinlich wahrnehmen Position jeweils 32 Items zur Verfügung. Tritt: Einführung in die OPD (S. 2 und 3). dass ein phänomenologisch nicht Ablaufschema (siehe Abb. unterscheidbares Verhalten beziehungsdynamisch aus „zu Beispiel: viel“ der einen bzw. dass sie schwieriges Beziehungsangebot unbewusst nahegelegte Antwort © 30 Psychotherapie 16. Der Therapeut reflektiert die Narrationen und er zu vermeiden sucht und die aus seinem Erleben heraus das Verhalten des Patienten und stellt Hypothesen über die sein letztlich dysfunktionales Verhalten begründen. Abgeleitet sind diese und sich dementsprechend ihm gegenüber verhalten.und Gegenübertragungs- dessen mögliche Übertragungen auf andere Menschen wie geschehens ist es für den Interviewer somit zentral zu fragen: auch den Therapeuten – mittels dessen expliziten Beschrei. eine Beziehungsressource darstellen. 39) baren Handlungsweisen. wie relevante andere den reaktiv). vermeintliche Hilfsbereitschaft wird von anderen als problematisches Interaktionsangebot aufgefasst. Mit nahelegt? Würde er mich dann so erleben. die für den Patienten ein bereit. die er mir durch sein Beziehungsangebot (un-)bewussten Wünsche und Intentionen des Patienten. die Phänomene. 28 . Autonomie vs. symptomatisch gewordene innere Konflikte. wenn ich jenen Impulsen bungen und/oder Zuschreibungen des Therapeuten über die nachgeben würde. auf die eigene Person (intransitiv/ Patienten. Achse 2 enthält optional auch ein Instrument zur Erfassung • andere erleben den Patienten hingegen nicht als hilfs. Heft 1 CIP-Medien. typischen. Sie erfasst siert.R. Dabei muss der Diagnostiker werden diese Positionen zu einem zirkulären maladaptiven zusätzlich berücksichtigen. Das dimensional geben die vom Patienten beschriebenen Reaktionsweisen der abgebildete interpersonelle Verhalten zentriert auf ein Gegen- anderen häufig Auskunft über deren Erleben in Bezug auf den über (transitiv/aktiv) bzw. Aggression anderen bzw. Kontrolle. dass der Andere – auch der Untersucher – erleben sich Patient immer wieder (andere/n) … gegenüber dem Patient immer wieder so. „objektiven“) Forderungen des Patienten ab). Realität ausrichten. die als zeitlich Abb. Die objektivierende Beschreibung des Beziehungsgeschehens Weiterhin malt sich der Therapeut – unter Nutzung seiner geschieht mit Hilfe eines dimensionalen Zirkumplexmodells Gegenübertragung – aus. sondern an ihren inneren. zu wenig aggressivem Verhalten resultieren (defensiv ausgerichtetes Verhalten zur Vermeidung wei. Frei kombiniert bzw. dass sie … (andere/n) … defensiv erlebte Reaktion erlebter Angriff / Enttäuschung Perspektive B: Erleben der anderen (auch des Untersuchers) Andere – auch der Untersucher – erleben.

Tritt: Einführung in die OPD (S. 2011. Heft 1 CIP-Medien. W.S. K. R. 28 . Dahlbender. München 31 . 16. 3: OPD-2 Achse 2: Itemliste © Psychotherapie 16. Bd. 2: OPD-2 Achse 2: Zirkumplex- modell interpersonellen Verhaltens Abb. Jahrg. 39) Abb.

München . Der beschrieben werden: gut integriertes – mäßig integriertes Verarbeitungsmodus bezieht sich auf den aus der Balance – gering integriertes – desintegriertes Strukturniveau. © 32 Psychotherapie 16. Jahrg. die sich an unter weitgehendem Verzicht traditioneller Termini um eine prototypischen Entwicklungsherausforderungen orientieren. Die geratenen Ausgleich zwischen inneren und äußeren Anforde. Es-Ich-Über-Ich) ausgehend. Als Sonderfall gilt die zur Verfügung.und Verhaltensmuster (Konfliktspannung) entwi. reaktionen zur Verfügung.und Objektwahrnehmung. die keinen ausreichenden Zugang nicht phänomenologisch. zur Selbst. 4). denn bei Interview gezeigte regulierende Fähigkeiten. 2. Erfasst werden vier Dimensionen: 1. Heft 1 CIP-Medien. Sie bemüht sich den folgende idealtypischen Konflikte differenziert. In repetitiven Interaktionen zwischen Kind und 3. das Skala (nicht bedeutsam – wenig bedeutsam – bedeutsam – sehr zwischenmenschliche Zusammenleben stören. genutzt werden. wohl aber dadurch unterscheidet. stabiles Kon. Funktionen zur Regulierung des Selbst und seiner Beziehung se vorab zu berücksichtigen: 1. Autarkie-Versorgungs-Konflikt Betreuungspersonen entwickeln sich in enger Verflechtung 4. Schuldkonflikt jektbeziehung bezeichnet dabei die Beziehung des Subjektes 6. keiten zur Bindung an innere und äußere Objekte. bestimmt und der Modus der Verarbeitung des Hauptkonfliktes flikte) bewegen den Patienten? angegeben. Tritt: Einführung in die OPD (S. sie sich im typischen intrapsychischen Erleben und in inter. Die zentrale Frage lautet: Welche Motive (Kon. zur Selbstreflexion haben. Fähig- Erlebnis. nicht mehr. wie keiten inklusive einer Gesamtstruktureinschätzung erstellt. Eine Struktur-Checkliste kann zur Unterstützung und interaktionelle Konstellationen bzw. als sie ihm (Abwehr-)Kraft abverlangen bzw. Im (aktiven. wer. K. Fähigkeiten sich bei einem Menschen unter erheblicher bis schwerer Be. Integration vorliegender psychoanalytischer Strukturbegriffe. dessen im Fähigkeiten zum Pathologischen hin abzugrenzen. ver. d.und Objektsteuerung. tegrationsniveaus der Verfügbarkeit struktureller Fähigkeiten soziale Gruppierungen sowie Körper und Sexualität. operationalisiert (siehe Abb. Identitätskonflikt vorgestellten Beziehungen zu anderen Menschen. die Interaktionspartner sowie seine eigene Gegenübertragung fliktmuster nicht mehr erkennbar ist. 28 .und Gefühlswahrnehmung“ kann im Einzelfall keine Wie reguliert sich der Patient? Konflikteinschätzung erfolgen. Im Endergebnis werden die beiden Vermittlung zwischen inneren und äußeren Anforderungen inneren Konflikte mit der größten klinischen Bedeutung bzw. der so genannte Aktualkonflikt. Auf einem Kontinuum der Störungsschwere sind die nichtneurotische „subklinische Kon. Die Bestim- mung des Strukturniveaus prüft die Verfügbarkeit psychischer Folgende zwei Sonderfälle sind bei der Bewertung dieser Ach. Der Kliniker kann eine Konflikt-Checkliste zur Unterstützung nutzen. Beruf und Arbeitswelt. Die zentrale Frage lautet: Konflikt. und Für Strukturaspekte werden jeweils drei Basisfähigkeiten zwar jeweils bezogen auf die Lebensbereiche Herkunftsfa. Bd.R. aktiven bzw. Ob- 5. Fähigkeiten zur affektiven lastung (life-event) vor dem Hintergrund seiner persönlichen Kommunikation nach innen und nach außen sowie 4. Individuations-Abhängigkeits-Konflikt relevanten mitinteragierenden Bezugspersonen („signifikanten 2. Gelingt eine bedeutsam) eingeschätzt. so dass ein klar umschriebenes. Beispiels- ckeln kann und von den genannten neurotischen Konflikten weise können Personen. sprich zu den realen. zwischen dem Individuum und seinen 1. 7. 3. Dahlbender. Kernstück psychodynamischer Diagnostik. Zur Beurteilung stehen dem Diagnostiker hierzu die vom Pa- fliktspannung“ zum Normalen und die „Konfliktschemata“ bei tienten berichteten Interaktionen und Erfahrungen (enthalten weitergehender Einschränkung der psychisch-strukturellen in den Beziehungsepisoden) der letzten 2 Jahre. 16. Partnerschaft. h. den sog.S. 39) überdauernde dysfunktionale Motivationswidersprüche kon. im Rahmen eines Problems kaum dass ihr das repetitive Moment fehlt. 2. eine adäquate Analyse des Problems und vor allen Dingen Für jeden Konflikt liegt eine idealtypische Beschreibung für einen Entwurf alternativer Handlungsweisen vornehmen. regressiven (passiven. kontraphobischen) bzw. phantasierten bzw. der keiten zur Selbst. ödipaler Konflikt zu seiner „Welt“. B. Fähig- „konflikthafte Belastung“. 2011. Anhand dieser können vier In- milie. textlich nicht definierten drei Zwischenstufen müssen aus rungen und die daraus resultierenden überkompensatorischen den benachbarten Beschreibungen interpoliert werden. Je mehr Lebensbereiche ein Konflikt tangiert. Gegenübertragungs. dessen spontan gering integrierter Struktur (siehe Achse 4) werden mehrere oder auf Nachfrage introspektiv gewonnene Einschätzungen oder alle Konflikttypen dysfunktional und widersprüchlich der eigenen Person und des eigenen Verhaltens in Bezug auf angesprochen. vor denen alle Menschen im Laufe ihrer Sozialisation stehen Struktur wird als funktionale Beziehung des Selbst zu den und die sie unterschiedlich gut lösen: Objekten definiert. Basierend auf der Konzeption basaler menschlicher Motiva- tionssysteme und nicht von traditionellen psychoanalytischen Die Achse 4 erfasst die Strukturdynamik und ist ebenfalls ein Modellvorstellungen (z. umso klinisch zipiert sind und die Entwicklung des Betroffenen insofern bedeutsamer wird er vom Diagnostiker auf einer 4-stufigen behindern. Bei der Annahme „abgewehrter zu inneren und äußeren Objekten. passiven Verarbeitungsmodus vor. kommt es zu einem unbewussten neurotischen mit der größten Behandlungsrelevanz für die Fokusbildung Konflikt. W. Selbstwertkonflikt die Struktur des Selbst und die der Objektbeziehungen. Kontrolle-Unterwerfungs-Konflikt anderen“). Endergebnis wird ein Strukturprofil der genannten Fähig- meidenden) dysfunktionalen Entweder-oder-Lösungen. Besitz und Geld. Zur Erleichterung der ohne die Einschätzung der Subdimensionen vorgenommen klinischen Einschätzung stehen außerdem typische Leitaffekte werden. Die Gesamtstruktureinschätzung kann selbstverständlich auch personellen Verhaltensmustern zeigen.

W. Sie klassifiziert und/oder veränderungswürdigen Merkmalen. unterscheiden ckeln Andere in ihren verschiedenen Aspekten. Die zentrale Frage lautet: Was liegt phänomenologisch. sich von den Affekten anderer erreichen lassen Empathie erleben Bindung An innere Objekte gebunden sein An äußere Objekte gebunden sein Internalisierung: positive Selbstrepräsen. wahrnehmen ein realistisches Bild von anderen entwerfen können Steuerung Das Selbst regulieren Den Bezug zum Objekt regulieren sich von Impulsen distanzieren. 28 . men können schiedliche Objektqualitäten. Es liegt nahe. Bindungsfähigkeit: sich emotional an ande- tanzen. d. Heft 1 CIP-Medien. Fürsorge. DSM-IV. K. nalisierter Variablen ermöglichen. ganzheitlich. die Effekte der Veränderung im Prozess angemessenen therapeutischen Schritten ruhen. helfen. Tritt: Einführung in die OPD (S. Versorgung. Die Kongruenz individualisierter therapeutischer Zielsetzungen wurde bei der Konzeptualisierung der OPD Der Prozess der Therapieplanung ist ein interaktionelles Ge. berücksichtigt. die auch eine Festlegung operatio- Achsen steht ein Erhebungsbogen zur Verfügung. für sich ren annehmen können eintreten Sich aus Bindungen lösen und Abschied neh- Variable und trianguläre Bindungen: unter. Impulse Die Beziehung vor eigenen störenden Impul- steuern und integrieren sen schützen. 16. positive objektbezogene Affekte aufbauen Schuld. Besetzungen wagen. Bedürfnisse. 2011. sich Sorge. Zuwendungen zum einen ist nicht Abwendung vom anderen Die Achse 5 unterstreicht die Notwendigkeit einer präzisen werden. Trauer) und erhalten können Hilfe annehmen: Unterstützung. Anleitung. h. Wenn die standardisierte Überprüfung der Effekte thera- diagnostisch vor? peutischer Interventionen gewünscht wird. München 33 . Die Effekte erfassen will. Jahrg. Impulse von denen anderer eigene Identität entwerfen und weiterentwi. Positive Introjekte: für sich sorgen. Bd.S. re binden können (Dankbarkeit. Dahlbender. schehen zwischen Therapeut und Patient und sollte auf den Die OPD-2 folgt damit den aktuellen Anforderungen der Psy- Pfeilern Diagnostik. intrapsychische statt interperso- sich von Affekten distanzieren und Affekte neller Abwehr regulieren In Beziehungen die eigenen Interessen sich von Kränkungen distanzieren. R. die eigene Körperwahrnehmung bzw. um Wirkmechanismen von Psychotherapie zu dieser Schritte können dann im klinischen Alltag evaluiert identifizieren. Erfassung von Ressourcen und Kompetenzen. Entschuldigung von ande- beruhigen. aber auch der die syndromalen Auffälligkeiten gemäß ICD-10 bzw. Zielformulierung sowie Ableitung von chotherapieforschung. Selbst. 39) Abbildung 4: OPD-2 Achse 4: Strukturelle Fähigkeiten Selbst Objekte Wahrnehmung Das Selbst wahrnehmen Die Objekte wahrnehmen Selbstbild reflektieren und ausdifferenzieren Selbst-Objekt-Differenzierung: eigene Gedan- eigene Affekte differenzieren ken. das Wir-Gefühl erreichen (Reziprozität) Körperselbst emotional beleben eigene Affekte zum Ausdruck bringen. trösten. aufrechterhalten und die Interessen anderen wert regulieren angemessen berücksichtigen Die Reaktionen anderer antizipieren Emotionale Emotionale Kommunikation nach innen Emotionale Kommunikation mit anderen Kommunikation eigene Affekte generieren und erleben emotionale Kontaktaufnahme: Gefühle ande- eigene Phantasien entwerfen und nutzen ren gegenüber zulassen. bedarf es thera- Für die Dokumentation der klinischen Einschätzungen der fünf peutischer Zielgrößen. schützen. positive Objektrepräsentanzen. Erkenntnisse über den Prozess gehen bei Über- © Psychotherapie 16. Die Diagnostik dient der Beschreibung von kritischen deskriptiv-phänomenologischen Diagnostik. dass diese Variablen sowohl für die Therapieplanung wie auch für die vorausgegangene Diagnostik der Problemlage relevant sein n Therapieplanung und Fokusformulierung sollten.

zur Person. heraus. Interviewer nutzen. um mit Hilfe seiner Interaktions. nur sehr sich der Therapeut über seine Strategien Rechenschaft ablegt gering strukturierte und wenig fokussierte Gesprächsführung bzw. 39) legungen zu therapeutischen Ansatzpunkten und geeigneten auch der Konflikt. Die OPD-2 tionen. Die Mit Hilfe der Beziehungs-. am -ende zu evaluieren. Wesentlich dabei ist. dessen Inhalte durch die diagnostischen Kategorien Einschätzung struktureller Fähigkeiten und Defizite ist in und Dimensionen der fünf Achsen bestimmt werden. Es soll erster Linie von Bedeutung. Bei Orientierungs. an. die über die subjektive Bedeutungen der explorierten Fakten der Interventionsprozess und das Behandlungsergebnis auf für den Patienten informieren. dem Patienten die im Verlauf bei Bedarf modifiziert werden kann.und Beziehungsdynamiken ab. 3 und 2 zielen auf die interpretative Entschlüsselung be- wusster und unbewusster biographisch-beziehungsorientierter Das OPD-System benötigt ein systematisches klinisches In.und Strukturachse des Fülle und die Heterogenität des zu beurteilenden klinischen OPD-Systems bietet sich eine einfache Möglichkeit zur ope. Auf diese Weise werden das zu behandelnde Problem. zu Persönlichkeitseigentüm- Dieser Erfolg sollte nicht nur mit beliebigen objektivierenden lichkeiten und dergleichen. Die Strupp und Schacht (1988) benannten Prinzip der „Problem. Dies begrenzt die Therapieziele auf eine genübertragungsprozesse fordern die methodisch-technischen überschaubare Anzahl besonders relevanter klinischer Pro. Prinzipiell ist der Interviewer bemüht. Ziel ist 2004.oder Die Herstellung und Erfassung der multidimensionalen Inhalte ausschließlich Strukturfoci neben dem stets zu wählenden der OPD-Achsen erfordert ein multimodales. die Fragebögen oder Beobachtungsmethoden gemessen werden. Psycho. dass – in Abhängigkeit Interviews permanent Entscheidungen treffen. h. seitens des Interviewers soll dem Patienten zur Entfaltung des tienten transparent macht. 2011. dass tiven (Re-)Inszenierungen zu bieten. Heft 1 CIP-Medien. der Beschreibung des klinischen Erfolgs bestehen muss. 28 . sub- Treatment-Outcome-Kongruenz“ an. verlangt. Die Achsen n OPD-Interview 4. München . die therapeutischen Veränderungen im Therapieverlauf an den Interviewer eröffnen. die voraussichtlich in der zur Verfü. Jahrg. die multidimensionalen Inhalte günstig zu gestalten. die Diffe- freien interaktiven Entfaltung der Beziehungs. der OPD-Achsen möglichst vollständig und reliabel zu gene- Die OPD-2 nähert sich mit ihrem neuen System dem von rieren. Die Erhebung Exploration von Symptomen und Beeinträchtigungen mit der der biographisch-lerngeschichtlichen Anamnese. Bei der terview. dass eine Ähnlichkeit bzw. Konflikt. Die Formulierung der unterschiedlich strukturierende Aktivitäten vom Interviewer Foci führt am Beginn einer Behandlung zur Therapieplanung. Objektive Informationen.und implizit renzierung der Beziehungsepisoden oder beispielsweise auch © 34 Psychotherapie 16. Der Diagnostiker steht zudem unter einem großen gung stehenden Zeit auch erfolgreich zu bearbeiten sind. sollen. sprich die spontane Entwicklung einer komplexen möchte die Praxis klinisch tätiger Psychotherapeuten durch Interaktion zwischen Patient und Diagnostiker. Tritt: Einführung in die OPD (S.. so weit wie möglich alle relevanten Informationen vom Patienten zu erhalten. Meist differenziertes Vorgehen des Interviewers. K. eine Kongruenz zwischen 1970) und können teilweise nicht einfach abgefragt werden. Mit dieser Leitlinie ist jektive als auch szenisch-situative Informationen (Argelander.und Ge- Foci genannt. den Überblick über das Beziehungsgeschehen wie oder Konfliktanteils jeweils unterschiedlich ist und dass sich auch die Gesprächsinhalte möglichst nicht zu verlieren und dieses Verhältnis in der Auswahl der Foci widerspiegeln sollte. und die Erlebenskompetenzen des Diagnostikers besonders bleme des Individuums.S. Dahlbender.und Strukturdynamik (Dahlbender et al. was ein gewisses Maß an strukturierendem Vorgehen voraussetzt. In eindeutigen Fällen können ausschließlich Konflikt.und dynamisch-psychotherapeutische Diagnostik ist in jedem Fall Erlebenskompetenzen in der gemeinsamen Arbeit mit seinem kein Selbstzweck. W. Bd. Interventionen in jeden Schritt der Behandlung ein. es. wie auch szenische Informa- eine gemeinsame konzeptuelle Basis gestellt. zu habituellen Verhaltensweisen.und Handlungsdruck und muss während des ihrer Bestimmung ist darauf zu achten. der Konzeptuali. um diese anschließend im OPD-System abzubilden.R. der Beurteilung des klinischen Problems. gemeint. 2008). Das der möglichst wenig durch den Interviewer vorstrukturiert ist OPD-Interview spannt dabei den Bogen von der klassischen und in den hinein der Patient seine Struktur „entfalten“ und für Psychopathologie zur Beziehungsdiagnostik und integriert die den Interviewer damit erfahrbar machen kann. Konflikt. wurde. faktischen Lebensumstände des Patienten mittels seines lexi- sondern möglichst auch mit jenen klinischen Kategorien und kalischen Fachwissens und seiner intellektuellen Einsichten Begriffen. einen Raum entstehen zu lassen. da sich einen größtmöglichen Freiraum für jegliche szenisch-interak- Foci im Prozess verändern können. den therapeutischen Prozess für den Patienten möglichst Ziel des OPD-Interviews ist es. Die Fokusformulierung erlaubt es inneren Erlebens dienen und Raum für Beziehungsangebote auch. kann der diese veränderte Ausrichtung unmittelbarer abbilden. aber die unbewusste Steuerung durch Übertragungs. Diese offene. Sie sollte immer als Handlungsanweisung Gesprächspartner ein situatives Verständnis des bewussten für die Therapie verstanden werden. Dahlbender. d. das phasenweise sind jedoch beide Aspekte bedeutsam. 16. zur Biographie. das Gespräch zielführend mit zu steuern. ablegen kann und seine Veränderungskonzepte dem Pa. Subjektive Informationen. die absichtsvolle Gesprächssteuerung. Struktur-. das klinische Material für das Rating der Achsen liefern. dienen dem Interviewer dazu. Auf der anderen Seite muss der bzw. mit denen auch das klinische Problem formuliert schematisch zu (re-)konstruieren. potenziell durch andere nach- sierung der gewünschten therapeutischen Veränderung und prüfbare Fakten zur Symptomatik. Interviewer darauf achten. die ihm helfen von der individuellen Störung – das Gewicht des Struktur. methodisch beziehungsdynamischen Schema genommen werden. Materials. zu eruierenden Informationen umfassen sowohl objektive. und unbewussten Erlebens des Patienten zu entwerfen. vor allem rationalisierten Bestimmung von Behandlungsschwerpunkten.

eine hinreichende Kenntnis in welcher Lebenssituation sich diese ereignen. Die Achsen 5 und 1 zielen Patienten die vier genuinen OPD-Achsen (Achse 1 bis 4) auf vor allem auf symptomatische Abklärung und psychopatho. Klarifikation. 28 . wie die Einschätzung zeichnet das OPD-Interview daher in besonderem Maße. h. die An. in welchen Lebensbereichen Probedeutens besonders bedeutsam. Beim tische syndromale Diagnostik nach ICD-10 erfolgt dann am Herausarbeiten typischer Konfliktmuster und zur Überprüfung besten separat..und Fremdwahrneh. z. sie ebenso nach dem Interview erfolgen. h. die eine deutlich Strukturierung im führen. K. Die systema- lich um dem Patienten mitgeteiltes Interpretieren gehen. dass ein psychodynamisches Sinne einer systematischen psychiatrischen Exploration und Verständnis des Patienten nicht „teilbar ist“. Dies kann darüber hinaus sich seine Schwierigkeiten und Probleme zeigen und was sie auch Hinweise auf Inhalte der Achse 1 geben. wird auch Pausen tolerieren. 39) die Klärung der Fähigkeit zur Selbst. ent tunlichst frei und offen über sich spricht.oder strukturori. die Schulung der eigenen Erlebens. ihm beispielsweise. wie er damit der OPD-Achseninhalte inklusive ICD. eingehender untersucht werden. fertig wird und was die Therapie bewirken soll. allem auf Einsichtsfähigkeit und Behandlungsmotivation und In der Eröffnungsphase wird klinisches Material gesammelt. Übertragungs-Gegenübertra. einmal zu untersuchen. Auch eine sorgfältige ger sein oder auch einen zweiten Termin benötigen. 3. ist es vertretbar. bei Bedarf kann es aber län- Konflikt und Struktur schwer möglich. damit auf die Eignung des Patienten für eine psychodyna.. In der Eröffnungsphase geht es zunächst darum. das im Verlauf des Interviews zu vertiefen ist. der Struktur) ist kaum ohne ein zumin- Das OPD-Interview fokussiert mal mehr auf eine phänome. Danach sollen die Psychopathologie vom und beim Beurteilen dysfunktionellen Beziehungsverhaltens Interviewer überblicksartig und syndromgeleitet erfragt und wird es mehr um Klären und Konfrontieren und nur gelegent. mehr beziehungsdynamischen. um der unbewussten szenischen Strategien vertraut sein und diese im Verlaufe des Dynamik des Patienten zunächst ausreichend Entfaltungsgele- Interviews. Dabei ist zu beachten. Informationsmängel zu begünstigen. Handschlag Patienten und zur Gestaltung einer von ihm als hilfreich etc. Kürzere Erkundung der Beziehungsepisoden ist zum Verständnis Interviews laufen Gefahr. ein psychodynamisches Interviewer eine Beziehung zum Patienten aufbaut und eine Grundverständnis in Theorie und Praxis. tiker zu öffnen und sich selbst weiter zu erforschen. ihrer dynamisch-motivationalen Nuancierungen besonders Ist es aus Zeitgründen nicht möglich. sich gegenüber dem Diagnos- unumgänglich. Tritt: Einführung in die OPD (S. h. B. nologisch-symptomdiagnostische Perspektive und mal mehr Während des Interviews sollte die volle Aufmerksamkeit auf eine beziehungsdiagnostische. probeweise zu übernehmen. Bd. d. 16. Der der OPD-Achsen. sollten narrativ-interpretativ geprägten Gesprächsführung kenn. konflikt.und Interviewer vor allem um die Herstellung von Situationen. möglichst offen eingeleitet werden. n Ablauf des OPD-Interviews mung benötigen eine mäßig strukturierte Gesprächsführung. Auch hierbei kationskategorien und 5. ist für die Beziehungsdiagnostik es dem Patienten ermöglichen. den zeitlichen Ablauf und die Zielsetzungen keit (d. eines Patienten ist die Einschätzung der Achsen Beziehung.) und persönlicher Vorstellung den Patienten über die Rah- erlebten Beziehung. München 35 . Da parallel strukturierenden. Heft 1 CIP-Medien. eine gleichschwebende Aufmerksam. dest ungefähres Verständnis der Konfliktdynamik möglich. Im Weiteren sollten die aktuellen Brennpunkte von Konflikthypothesen wird Interpretieren im Sinne eines des Patienten eruiert werden. Ohne detaillierte Kenntnis der Gestaltung der Beziehungen Im Allgemeinen sollte ein OPD-Interview mindestens 50. Jahrg. alle vom Patienten gemachten Äußerungen mit des Gesprächs sowie seine Aufgaben als Patient.oder DSM-Klassifi. wo er dem Patienten ggf. indem © Psychotherapie 16. Diese sollten ferner sowohl mit explorativen wie auch mit interaktionell. 2011. 4. bevor sie dann in strukturierteren Passagen handhaben können. grundlegende klinische Erfahrungen achtet der Interviewer selbstverständlich auf die szenischen und Vertrautheit mit den wichtigsten Interventionstechniken Darstellungen.und Orientierungshilfe bewährt. ein vorläufiges Ver- die ihm vom Patienten unbewusst zugeschriebenen Rollen ständnis seiner Schwierigkeiten und Probleme zu entwickeln. Hierzu instruiert er Fähigkeiten zur Förderung der Öffnungsbereitschaft des nach formal korrekter Begrüßung (Blickkontakt. dass der viewers und Diagnostikers voraus: 1.S. dass es darum geht. d. Das OPD-Interview setzt Verschiedenes auf Seiten des Inter. W. den Patienten zweckmäßigerweise nicht unterbrechen. peutische Allianz unkontrolliert beeinflussen könnten. d. Konfrontation und Interpretation. eine iso- Beobachtung des Verhaltens des Patienten erfordern. mehr explorativ-beobachtenden und einer angefertigte Notizen hiervon ablenken und zudem die thera- weniger strukturierenden. Das Oszillieren zwischen einer stärker vieweraufgaben und Aktivitäten gewidmet sein. Die meisten Patienten beginnen mit spontanen Beschwer- Bei der Einschätzung struktureller Fähigkeiten und Defizite deschilderungen. flexibel genheit zu geben. Damit der Pati- mische psychotherapeutische Behandlung. eventuell auslösende Situationen geklärt werden. auf den Patienten individuell abgestimmt. nonverbale. ausreichende hilfreiche (Arbeits-)Beziehung anbietet. h. besser aber 90 Minuten dauern. gibt. die Interaktionskompetenzen. des Interviewers dem Patienten und seinen vielfältigen Inter- entierte Perspektive. und zwar vor subjektiv für ihn in seiner aktuellen Lebenssituation bedeuten. bei ein und demselben hilfreich und oftmals unerlässlich. er sollte Strukturierungs. 2. Dahlbender. terviews in fünf thematisch akzentuierte Phasen als hilfreiche gungs-Informationen) bewusst zu nutzen verstehen. B. Er wird gebote eines speziellen OPD-Interviewtrainings zu nutzen. bemüht sich der Selbsterfahrung. Im klinischen Alltag hat sich die Unterteilung des OPD-In- onskanäle (verbale. das OPD-Interview logische Differenzierung sowie krankheitsbezogene Fakten mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten durchzu- und Zusammenhänge ab. Hilfestellungen Deklaration. lierte Diagnose (z. menbedingungen. OPD-Interviewer muss nicht nur unterschiedliche Informati. Ratsam kann es darüber hinaus sein. R. wird ihn verbal unterstützen. Er vermittelt gleicher Aufmerksamkeit zu verfolgen) und die Bereitschaft.

Jahrg. Der Interviewer wird registrieren. Zudem muss er kriterien der ICD erfordert.R. mit dem „Selbstwahrnehmung“ (siehe Abb. beschrieben. lässt kungen wie auch Ressourcen) eröffnet darüber hinaus leicht der OPD-Leitfaden dem Interviewer bewusst die Freiheit. schließlich das konkrete Vorgehen verbindlich abzustimmen. Er sollte stets darauf achten. später wieder auf Konflikt. Der Interviewer kann meist an vorausgegangene Beziehungs. aber auch kumuliert-typische repetitive me einer Psychotherapie bei dem Diagnostiker abgehalten dysfunktionale Beziehungserfahrungen erfassen und darüber wurde. elastisch von dieser ihn leitenden Linie abzuweichen und be- staltung und damit in repetitive Konfliktlagen.S. Äußerungen wiederholt. vom Schweregrad seiner Störung. das higkeit des Patienten in seine Problematik. des weiteren Vorgehens. dass er stets sowohl die einen Interviewleitfaden und so genannte Interviewtools an. Zur Unterstützung des Diagnostikers bietet das OPD-System schilderungen anknüpfen.und Objekterlebens – aktuell und auch früher. die Formulierung erster Hypothesen über die zum Ausdruck kommenden repetitiven dysfunktionalen Beziehungsmuster. indizierten Psychotherapie und den weiteren Be. wenn das Interview im Vorfeld der Aufnah- singulär-konkrete. ermutigt fortzufahren. kann der Untersucher klärende Nachfragen stellen. n OPD-Interviewleitfaden Konflikte und strukturellen Fähigkeiten ermöglicht werden. W. 28 . was der Patient ihm vermitteln wollte. mäß entstehen kann. reliabler Daten im OPD-Interview das Oszillieren zwischen Die Klärung dieser strukturellen Fähigkeiten (Einschrän. wie er dessen Problematik und Lebenssituation exemplarisch die Werkzeugkästen für den Konflikt „Unterwer- auffasst. Tritt: Einführung in die OPD (S. Bd. malia besprochen sind. rapieoptionen zu erarbeiten. Kontrolle“ (siehe Abb. Dies sind zum einen Vorschläge von beispielhaft formulierten damit ihr defizitäres inneres Erleben deutlich zum Ausdruck Fragen und Interventionen zur Exploration des fraglichen kommt. So bekommt der Interviewer einen akkurate syndromale ICD-/DSM-Diagnostik wird häufig einen ersten Eindruck von den Schwierigkeiten und Problemen des separaten Interviewteil oder gar ein separates Interview zur Patienten. Damit soll der Erinnerung verblassen. Auch hier kann darfsweise – je nach Patientenangebot. klar strukturierten verlässt. interaktionell-szenisches und Gegenübertragungsmaterial. Betonungen erscheint. K. Da die Gewinnung valider und lung des Selbst. 16. sollte der Interviewer sich schließlich wie der Patient mit ihm und der Situation umgeht. Sie sollte sich daher tunlichst an Beeinträchtigung der faktischen Lebenssituation. Schließlich werden relevante handlungsvoraussetzungen bzw. dass er das für die OPD-Diagnostik relevante führung zugunsten einer stark strukturierten aufzugeben. mit seinem Hilfsangebot und der dadurch entstehenden Eine detaillierte deskriptive Exploration der initial geklagten Beziehungskonstellation. Patienten eine gemeinsame Arbeitshypothese und ggf. einzusetzende Anregungen. inwieweit dies für ihn hilfreich und bedeutsam in dieser Phase besonders auf auffällige Lücken. aktuellen bzw. als Versatzstücke oder gar als Kochbuch zu missbrauchen dass der Patient möglichst keine Lebensbereiche „auslässt“. Die fünfte Interviewphase dient der Klärung der Einsichtsfä. anderen Interviewer durchgeführt werden. 5) und die Strukturdimension offenen Punkte zusammengefasst und versucht. die auch nicht durch und ggf. 1992). eigentliche OPD-Rating und die erforderliche Dokumentation hungsgeschehens vermitteln. dass der Patient darauf reagieren und signa- das Gespräch eine „Abfragerei“ wird. The- Gesagtes zusammenfasst oder geäußerte Affekte anspricht. Insbesondere die strukturierteren Interviewpassagen suspendiert wird. Dabei wird er stets versuchen sicherzustellen. bei Patienten mit wesentlichen strukturellen Einschränkungen Die Werkzeugkästen enthalten jeweils vier Aspekte in cha- kann es notwendig werden. Diese sollen möglichst gilt insbesondere. dass der Interviewer die offene. Zum anderen werden typisches verbales. Im Anschluss an das Interview sollte dann zügig das hinaus nicht nur einen Eindruck von der Dynamik des Bezie. Befürchtungen und Motiven. Heft 1 CIP-Medien. seiner Motivation bei der Untersuchung des spezifischen Inhaltes erfahrungsge- zu einer ggf. München ..und Strukturaspekte geben. dass er verstan. Angebote gemacht werden. ohne dass Es ist wesentlich. Wichtig ist.und Verlaufs- auf Gegenübertragungsprozesse zu achten. das eigentliche OPD-Interview anschließen und von einem erlebens und insbesondere seines Leidensdrucks. Zur Illustration sind unterbreiten. Material zusammen mit dem Patienten möglichst profund Die dritte und vierte Phase des Interviews dienen der Ermitt. vor allem freundlich und formal korrekt verabschieden. thematischen Inhalte des jeweiligen Bereiches genannt. weniger und stärker strukturiertem Vorgehen erfordert. die möglichst offene Gesprächs- dafür sorgen. Hierzu werden die Gesprächsergebnisse nebst der fung vs. klärende und lenkende Fragen stellen. Vorbehalte und Schwierigkeiten zur Sprache zu bringen und den hat. 2011. klinischer Erfahrung – zu modifizieren. Zielsetzung und/oder der Interviewer erfahrungsgemäß an vorherige Selbst. Der Interviewer wird lisieren kann. Ne- tiveren. Themenbereiches. Eine klinische Material erhält. 39) er ihn ggf. rakteristischer Anordnung. Dahlbender. 6) wiedergegeben. damit relevante Phänomene nicht in liegenden Wünschen. seiner aktuellen Kriterienprüfung erfordern. um das erforderliche klinische hen innerhalb der Situation des Interviews im Blick hat. Zum differenzialdiagnostische Abgrenzungen zu anderen Bereichen Ende des Interviews sollte der Diagnostiker dem Patienten innerhalb des OPD-Systems verdeutlicht. um die Beziehung Die zweite Phase dient der Ermittlung von Beziehungs­ zum OPD-Interviewer so wenig wie möglich zu stören.bzw. Selbstverständlich ist hier bereits Beschwerden und Symptome nebst den Zeit. konterkariert jegliche Psychodynamik. und ökonomisch herzustellen. © 36 Psychotherapie 16. Wenn nötig. um diesen Patienten zu helfen. Zunächst werden die relevanten wenig strukturierte Gesprächsführung zugunsten einer ak. Seine Reaktion darauf kann wertvolle Hinweise und andere Auffälligkeiten achten und ggf. In diesen Fällen sollten beneinander stehen darunter die Hilfsmittel im engeren Sinne. sondern auch von den zugrunde des Interviews erfolgen. Die Interviewtools Objektschilderungen anknüpfen. Nachdem alle For- auf diese zurückkommen. Einblicke in die subjektiv erlebte sowie faktische Lebensge. Dies episoden (Dahlbender et al. biographischen Beziehungserfahrungen wie Diese geben grundlegende Orientierungshilfen und flexibel auch das aktuelle Übertragungs-Gegenübertragungs-Gesche. des Selbst. die Motivation hierzu zu prüfen.

Trotzen und Kontrollieren Autoritäten? anderer hat? • Ist es eigentlich so. wenn er sich eingeschränkt fühlt? Ordnungen einmal infrage gestellt sind? • Wird im Gespräch spürbar. München 37 .S. dass Sie sich gern/ungern Regeln und Vor. gereizt oder wütend protestie- • Wie reagieren Sie. anderen angeben? Szenische Informationen • Wie gehen Sie mit Anweisungen und Vorschriften um? • Wird der Patient ärgerlich. die besondere Bereitschaft beim Patienten. passiver Widerstand. Rechthaberei. dass Sie gern/ungern den Ton im Kontakt mit ich Ihnen auch das Richtige erzähle. Tritt: Einführung in die OPD (S. Unterwürfigkeit. W. dass Sie immer wieder bei Meinungs. Rigidität. Hierarchie. Macht – Ohnmacht. Kontrolle Themen Dominanz – Unterordnung. Jahrg. wenn die Ihnen wichtigen Regeln und ren. Heft 1 CIP-Medien. 2011. Nachgiebigkeit Interventionsmöglichkeiten Informationsquellen • Wie wichtig sind Ihnen Regeln und Ordnungen im Le. schriften unterordnen? • Mir wäre es lieben. Gegenübertragung verschiedenheiten meist Recht behalten (wollen)? • Fühle ich mich vom Patienten untergründiger Kontrolle • Sagen andere Ihnen. Bd. R. Tradition. dass Sei unnachgiebig sind – oder ausgesetzt? immer „den unteren Weg“ gehen? • Spüre ich bei mir Impulse. sich mir unterzuordnen? • Fühle ich mich „verführt“. den Patienten zu bestim- men? Differentialdiagnostik Achse III: • Individuation vs. damit • Ist es so. zählen. Dahlbender. 16. 39) Abbildung 5: OPD-2 Interviewtool: Unterwerfung vs. Aussagen des Patienten ben? • Das muss ich Ihnen jetzt aber zuerst noch zu Ende er- • Ist es so. dem Patienten ärgerlich zu widersprechen? • Erlebe ich das Bedürfnis bzw. mich dem Patienten unter- zuordnen? • Spüre ich bei mir Impulse. Widerspruch. 28 . K. Retentivität. © Psychotherapie 16. Abhängigkeit: dient eher der Nähe-Distanz-Regulierung in Beziehungen • Selbstwertkonflikt: dient eher dem Schutz vor Kränkung bzw. wenn Sie Fragen stellen würden. Verteidigung des Selbstwerts • Schuldkonflikt: dient eher der Besänftigung/Vermeidung oder Projektion von Schuldgefühlen Achse IV: Bei gering integrierter Struktur oder drohender Desintegration kann Kontrolle der Erhaltung von Struktur dienen und stellt dann kein eigenes motivationales Konfliktstreben dar. dass der Patient Spaß (Freu- • Hatten Sie öfters in Ihrem Leben Schwierigkeiten mit de. Trotz. Regeln. Lust) am Widersprechen.

Heft 1 CIP-Medien. so dass Sie auch mit mir gar nicht darüber sprechen mögen. … zu machen. so dass ich verstehen kann. dass Sie gar nicht wissen. um anderen gerecht zu werden? hier eine minimale Entwicklung stattgefunden? • Kann es sein. was in Ihnen vorgeht oder gut für unecht vor? Sie wäre? • Werden zwischen verschiedenen Erlebnisweisen Über- • Das. Differentialdiagnostik Achse III „Identitätskonflikt“: Während bei der Identitätsdiffusion unbewusste Selbstanteile unverbunden nebeneinander stehen und keine Dissonanzen bei dem Betroffenen erzeugen. • Fühle ich mich innerlich unbeteiligt? • Kann es sein. was der Patient selbst schildert. nachdem Sie sich entschlossen haben. die Exploration von Symptomen und Beeinträchtigungen mit cher und Patient erforderlich. was in dieser Situation in Ihnen von dem.und implizit abzubilden. ohne dass Sie sich fühlen? es dem Patienten aufzufallen scheint. der dem Paradig- Bei allem verständlichen Bemühen um die Standardisierung menwechsel von der klassischen individuellen Psychopatho- der Diagnostik zur Verbesserung der Reliabilität der Diagno. Könnten Sie versuchen. Dahlbender. 6: OPD-2 Interviewtool: Selbstwahrnehmung Definition Fähigkeit. dass Sie sich in unterschiedlichen • Habe ich den Eindruck. Bd. was Sie erzählen. wie passt das zusammen? plastisch vor? • Mir fällt auf. Patienten im Gespräch nachvollziehen zu können? Hat Machen Sie dies. wer Sie sind.und Strukturdynamik integriert. dass Sie. erzählen? • Im zeitlichen Verlauf werden ganz unterschiedliche Seiten • Kommt es manchmal vor. kann der Patient keine reflektierende Haltung vorstellen. Mensch Sie sind. n Fazit thodaler Untersuchungsansatz unerlässlich. W. Tritt: Einführung in die OPD (S. vielleicht Gespräch können Sie sich nun noch einmal selbst beschreiben. handelt es sich bei den Identitätskonflikten um bewusste oder vorbewusste gegensätzliche Selbstanteile. dass es Ihnen sehr schwerfällt.S. sich ein Bild des Selbst und der eigenen inneren Vorgänge zu machen Themen Selbstreflexion. 28 . wer geschildert wird? zu beschreiben. um psychische Störungen valider der freien interaktiven Entfaltung der Beziehungs. dass Sie andere um Rat fragen. wann geht Ihnen diese Fähigkeit auch verloren? Reaktionen des Interviewers • Haben mich die Selbstschilderungen des Patienten inte- Vertiefende Interventionen ressiert und mir Klarheit verschafft? • Sie haben sich vorhin geschildert als … und jetzt beschrei. die emotionalen Bewegungen des Situationen ganz verschieden erleben und darstellen. K. • Kommen mir die Selbstschilderungen des Patienten ben Sie sich als …. was für ein Antwort und ist ratlos. logie zur interpersonellen Beziehungspathologie aufgreift und sen ist die Berücksichtigung der Interaktion zwischen Untersu. • Patient findet auf Fragen nach seinem Innenleben keine möglichst so. die miteinander verbunden wirken. 16. Hierzu ist daher ein multidimensional-multime. Patienten vorging? • Da scheint XY Sie ganz anders wahrzunehmen als Sie • Fühle ich mich im Gespräch leer bzw. dass ich mir vorstellen kann. • Die geschilderten Situationen unterscheiden sich gänzlich • Können Sie mir schildern. • Können Sie über sich nachdenken. wie geschildert. sich selbst • Bin ich verwirrt darüber. als wüssten Sie nicht gänge geschildert. auch der Konflikt. was im genau. weil Sie • Kommen mir die Selbstschilderungen floskelhaft und selbst nicht wissen. Identität Interventionsmöglichkeiten Informationsquellen Einleitende Interventionen Äußerung und Verhalten des Patienten im • Sie haben schon einiges über sich erzählt.R. tigen Gefühlen zu kämpfen? • Ich habe den Eindruck. Affektdifferenzierung. 39) Abb. © 38 Psychotherapie 16. München . Jahrg. die bei der Person Spannung erzeugen (ausreichend gute Ich-Funktionen). vorgegangen ist? • Angesprochen auf widersprüchliches Erleben oder Ver- • Ich kann mir diese Seite von Ihnen noch nicht so recht halten. nicht mehr unter so starken Span- nungsgefühlen gelitten haben? • Diese Art von Gefühlen scheint für Sie ganz unerträg- lich zu sein. habe ich mit hef- sich selbst. wirkt so. mir mehr darüber zu einnehmen. 2011.

n Literatur zieren. In R. Arbeitskreis OPD (2006). structure and mental functioning: Current research on the etwa eine strukturierte klinische Diagnostik der Syndromato. rer. psychodynamic diagnostics (OPD) system.. 2001). Heuft. Argelander. Ungarisch.. Jahrg. Schauenburg. Janssen. 46. Bern: Huber.und zur Beziehungsdiagnostik. Buchheim. Psychoanalytic process research rere tausend ärztliche und psychologische Psychotherapeuten strategies. auch Kurzversionen verschiedener Achsen zur Verfügung.L. Kächele & H. Dahlbender. H. und Therapiekonzeption relevanten Informationen liefern. Entwicklung eines Interviewleitfadens. & Schneider. (2004).. reliable measurement and clinical validity of operationalized logie gemäß ICD oder DSM oder auch der Funktionsbeein..W. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und somit auch psychotherapeutisch induzierte Veränderungen im Psychoanalyse. sprich Dahlbender. interpersonelle Situationen gezielt aufzusuchen bzw. W. L. Stübner.. Psychodynamische Psychotherapie.H. G. Es vermag. Schauenburg. Englisch. G. M. In PDM Task Force trächtigungen gemäß ICF. soc.. Psychic Beliebige Vertiefungen bzw. bestimmt werden. H. weil es all diese klinisch relevanten Bereiche bei OPD-System beständig weiter und differenziert weitere An- Patienten der verschiedensten Praxisfelder im Sinne einer wendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Praxisfeldern. Franz-Josef-Strauß-Allee 11 | D-93053 Regensburg © Psychotherapie 16. Buchheim & G. (2001).. Problem-treatment-outcome Bindungserfahrungen. Freyberger. H. 41-66). H. Quer.J. Standardverfahren der psychodynamischen Psychotherapie Rudolf & AK OPD. verschiedenartige OPD-Interview.. Erweiterungen können erfolgen. Lernen an stellen.oder Begutachtungszwecke genutzt werden. Die Praxis des Beziehungsepisoden- denen die klinische Störung hypothetisch erfasst wird. S. P. R. Dahlbender. H. & Doering. Tritt: Einführung in die OPD (S. G. Auch eine modulare Integration (Ed. oder zwischenmenschlichen Friktionen führen.wie auch Längsschnittdiagnostik valide und reliabel Wir dürfen gespannt sein! erfasst (Cierpka et al. Psychodynamic Diagnostic Manual. planung (1. K. 39. Oberbracht. können dysfunktionale Beziehungsmuster und die ihnen Schüssler.. Schüssler (Hrsg. A. Oberbracht. rungsrelevanten aktuellen Probleme und habituellen Lebens. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.W. Für die Nutzung im Rah. B. 28 .-Doz. (1988). Berlin: Springer.. herzu.W. Dahlbender das OPD-System oder Teile daraus. T. Zur Validität der Operationalisierten die im Alltag des Individuums repetitiv zu persönlichen und/ Psychodynamischen Diagnostik (OPD). & Schacht. Diagnostik OPD-2. ist denkbar. Aufl. Die Nähe zur klinischen Situation und die Möglichkeit der besseren Stichprobenhomogenisierung machen das OPD. Seit der Veröffentlichung des ersten Manuals besuchten meh. Am Schönen Moos 7-9 | D-88348 Bad Saulgau schungs. Dr. T.. Dahl. R. In H. für Psychosomatische Medizin strument konsequent zu einem psychodynamischen Therapie. Dr.. 194-214. Therapieprozess verfolgt und das Therapieergebnis evaluiert Dahlbender.. (1970). & der AK OPD (2006). med.. OPD und die Qualitätssicherung in der psychodyna- das breite Spektrum der für die psychodynamische Diagnostik mischen Psychotherapie (S. Dahlbender. P. Spanisch. Thomä (Eds. R.). 39) Das erstmals 1996 publizierte OPD-System hat sich in der planungs.und Therapieevaluationssystem weiterentwickelt. (2008). R. Veränderungsziele und als Behandlungsschwerpunkte. München 39 . Zudem Cierpka. komplexe Sachver- halte systematisch zu strukturieren und mit einer einheitlichen operationalisierten Begriffskultur verständlich zu kommuni. schwierigkeiten sowie der aktivierbaren veränderungsrele. M. G. Qualitätssicherung im leitfaden nebst Interviewtools ist geeignet. Frevert. Das Erstinterview in der Psychotherapie. Reiner W. Das semistrukturierte OPD-Interview mit seinem Interview. zugrunde liegenden Konflikt. R. 51-62. Operationalisierte Psychodynamische System auch als Forschungsinstrument attraktiv.S. congruence: A principle whose time has come. P. Torres. Russisch) übersetzte Universität Regensburg neue OPD-Version wurde von einem reinen Diagnostik-In. Die Arbeitsgruppe entwickelt das favorisiert. Grande.).. Perry. aus Praxen und Kliniken die OPD-Trainingsseminare. etwa die Erfassung von Abwehrmechanismen Dahlbender. Buchheim..und Strukturauffälligkeiten. C. Dahlbender.W. J. Psychotherapeut.. die der Praxis. Chinesisch..W. (1992). Reichert. H.. Italie. klinisch-wissenschaftlichen Praxis bewährt und ist zum das international immer mehr Beachtung findet (Dahlbender. T. vanten Ressourcen seines Patienten zur Verfügung. Rudolf. 2006). Silver Spring (MD): weiterer kriteriengebundener Konstrukte in das Interview Alliance of Psychoanalytic Organizations. Bd. Das Manual für Diagnostik und Therapie- Es stellt dem Therapeuten ein individuelles Profil der stö.-Psych. G. 16. mit & Kächele.. Klinik am schönen Moos men der klinischen Alltagsroutine stellt die OPD-2 nunmehr Klinik für Psychosomatische Medizin. Konfliktachse oder die Ergänzung der Strukturdiagnostik 7. S. Psychiatrie und Psychotherapie Ausführliche Achsenfassungen können nach wie vor für For. C. Schneider. R.). 2011. OPD-Interview: Von der Psychopathologie als ergänzendes diagnostisches Fenster der Struktur. W. Grande. Karin Tritt nisch. Stasch. als relevante 122-133. S. Zahlreiche psychosomatisch-psychotherapeutische Fachkliniken nutzen Priv.E. um jene biopsychosozialen Systeme zu aktivieren. Die inzwischen in zahlreiche Sprachen (z. durch die Aktivierung sprachlicher Repräsentanzen früherer Strupp. werden. Heft 1 CIP-Medien..W. Schneider. G.. H. Bern: Huber. Anhand derselben OPD-Kriterien. können Interviews. Prof.C. Abt.). In der psychodynamischen und auch in der verhaltenstherapeu- tischen Ausbildung hat sich das multiaxiale OPD-System n Korrespondenzadressen inzwischen an vielen Orten erfolgreich etabliert. -foci. Dipl.