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MädchenhabenRechte!

Mädchenhabe

ndasRechtaufunvoreingenommeneUnterstützungundAkzeptanzihrerndividuellen,sozialenundkulturellenIdentitäte „Partizipation von Jugendlichen im Stadtteil nMädchenhabendasRechtaufAnereine sozialwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel von Gelsenkirchen“ kennungihrerFähigkeitenundBerücksichtigungihrerInteressen.MädchensindeigenständigePersö nlichkeiten.MädchenhabendasRechtaufeinLe benfreivonGewaltundMissachtung.MädchenhabendasRecht,selbsth erauszufinden,wassiemögenundwiesielebenwol
Februar 2010 Impressum: Janßen, Anna/ Fink, Kira LAG autonome Mädchenhäuser/ feministische Mädchenarbeit NRW e.V. 2

Vorwort Innerhalb der Arbeit wird die männliche Sprachweise genutzt. Hiermit sind beide Geschlechter gemeint, wenn nicht vorher explizit die weibliche Sprachweise benutzt wurde.

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Inhaltsverzeichnis Vorwort Inhaltsverzeichnis Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 1. Einleitung 1.1. Thema und Fragestellung 1.2. Untersuchungsmethode 1.3. Forschungsstand 1.4. Begriffsdefinitionen

S. 3 6 13 13 13 16 21

I. Teil 2. Stadt als sozialer Raum- Forschungsansätze zu Stadt, Segregation, Integration und Partizipation 2.1. Die Stadt in der soziologischen Forschung- ein Einblick in ausgewählte soziologische Theorien 2.1.1. Chicago School 2.1.2. Georg Simmel 2.1.3. Robert E. Park 2.1.4. Émile Durkheim 2.1.5. Pierre Bourdieu 2.2. Integration und Segregation im Hinblick auf Partizipation 2.2.1. Louis Wirth 2.2.2. Klaus Peter Strohmeier 2.3. Partizipationsprozesse 2.3.1. Umwelt und Umweltaneignung 2.3.2. Entwicklung der Partizipationsmöglichkeiten 2.3.3. Partizipation von Kindern und Jugendlichen 3. Zwischenfazit I - Kritische Betrachtung der Forschungsansätze 22 22 22 23 23 24 25 25 28 33 34 36 38 41 22

II. Teil 4. Gesetzliche Rahmbedingungen für Partizipation von Jugendlichen 4.1. Die UN- Konvention über die Rechte der Kinder 44 45

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4.2. Gesetz zur Neuordnung des Kinder- und Jugendhilferechts 4.3. Agenda 21 4.4. Baugesetzbuch 4.5. Bürgerbeteiligung 5. Soziale Stadt 5.1. Historischer Abriss der Wohnungspolitik in den alten Bundesländern bis zur Wiedervereinigung 5.2. Was macht eine Stadt sozial? 5.3. Das Programm Soziale Stadt 5.3.1. Leitlinien 5.3.2. Bezirkstypen 5.4. „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere – Baustein „Jugendliche im Stadtquartier“ - ein Kooperationsprojekt der „Sozialen Stadt“ 6. Das Untersuchungsgebiet Gelsenkirchen 6.1. Gelsenkirchen- Programmgebiet „Soziale Stadt“ 6.2. Die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen 6.2.1. Wirtschaftliche Entwicklung 6.2.2. Siedlungsstruktur 6.2.3. Bildung und Kultur 6.2.4. Freizeit und Erholung 6.2.5. Verkehr 6.2.6. Flächennutzungsplan 6.2.7. Partizipationsmöglichkeiten in Gelsenkirchen - zwei exemplarische Beispiele 6.3. Die Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke 6.3.1. Flächennutzung 6.3.2. Bevölkerung 7. Zwischenfazit II- Auseinandersetzung mit Rahmbedingungen und laufenden Projekten

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III. Teil 8. Befragung der Jugendlichen 8.1. Untersuchungsbedingungen 8.2. Pretest 8.3. Fragebogen 8.4. Datenaufbereitung 8.4.1. Variablenmodifikation 8.4.2. Indexkonstruktionen 9. Ergebnisse der Befragung 9.1. Demographische Angaben 9.2. Lebenssituation der Eltern 9.3. Stadtteilbezogene Fragen 9.4. Aufenthaltsorte/ Aufenthaltsmöglichkeiten 10. Befragung der Sachverständigen 10.1. Raumaneignung im Stadtteil - Interviews mit den Bezirksdienstbeamten 10.1.1. Buer 10.1.2. Bulmke-Hüllen 10.1.3. Schalke 10.2. Stadtplanung 10.3. Jugendhilfeausschuss 10.4. Genderarbeit 11. Fazit 12. Literaturverzeichnis Anhang 1: Fragebogen 2: Interviews 3: Materialen Renate Janssen 4: E-Mail Kontakte 5: weitere Tabellen 106 106 108 110 112 113 114 116 121 129 130 136 146 148 150 77 77 78 78 79 79 80 82 82 84 86 95 106

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Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungen in der Arbeit Abb. 1: Vertrautheitsmodell nach Strohmeier (Quelle: Modifiziert nach Strohmeier, Klaus Peter (2008): Segregation in den Städten Ursachen, Wirkung und Handlungsoptionen, S. 167) Abb. 2: Partizipationsmodell nach Strohmeier (Quelle: Modifiziert nach Strohmeier, Klaus Peter (2008): Segregation in den Städten. Ursachen, Wirkung und Handlungsoptionen, S. 167) Wechselwirkungsmodell nach Strohmeier (Quelle: Strohmeier, Klaus Peter (2008): Segregation in den Städten. Ursachen, Wirkung und Handlungsoptionen, S. 167) Ungleichgewicht zwischen den Partizipationsmöglichkeiten der Generationen nach Hurrelmann (Quelle: eigene Darstellung) Partizipationstypen und -instrumente (Quelle: eigene Darstellung) Haltestelle Eichbaum in Mülheim an der Ruhr (Quelle: http://www.eichbaumoper.de/wordpress/wp-content/ uploads/2009/11/tafel1.jpg) Zukunftsvorstellung der Projektteilnehmer (Quelle: http://www.eichbaumoper.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/ 11/karte04.jpg) Modell für einen Treffpunkt (Quelle: Susanne Goldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stolberg) Modell für einen Treffpunkt (Quelle: Susanne Goldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stolberg) Programmgebiet Bismarck/ Schalke-Nord (Quelle: http://www.sozialestadt.nrw.de/stadtteile/downloads/ GelsenkBSN.pdf) Kooperation auf Stadtteilebene (Quelle: http://www.sozialestadt.nrw.de/stadtteile/profil_ gelsenkirchen.html) Bürgergarten Orangeplatz (Quelle: http://www. stadtteilprogramm-suedost.de/upload/optimierte-fotos/ plan%20orange.jpg) Flächenplan Gelsenkirchen (Quelle: modifiziert nach http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Karte_Gelsenkirchen _Stadtteile.png&filetimestamp=20050906190907)

S.

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Abb. 3:

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Abb. 4:

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Abb. 5: Abb. 6:

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Abb. 7:

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Abb. 8: Abb. 9: Abb. 10:

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Abb. 11:

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Abb. 12:

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Abb. 13:

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Abb. 14: Abb. 15: Abb. 16: Abb. 17: Abb. 18: Abb. 19: Abb. 20: Abb. 21: Abb. 22: Abb. 23: Abb. 24: Abb. 25: Abb. 26: Abb. 27: Abb. 28: Abb. 29: Abb. 30: Abb. 31: Abb. 32 : Abb. 33: Abb. 34:

Geschlecht der Befragten (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Alter der Befragten (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Herkunftsland der Mutter (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Herkunftsland des Vaters (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Arbeitsumfang des Vaters (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Arbeitsumfang der Mutter (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Verteilung der Stadtteile (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Eigene Bewertung des Wohnortes Buer (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Eigene Bewertung des Wohnortes Bulmke-Hüllen (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Eigene Bewertung des Wohnortes Schalke (Quelle: Darstellung nach eigener Berechnung) Gelsenkirchen Hauptbahnhof (Quelle: eigene Aufnahme) Spielplatz am Hauptbahnhof (Quelle: eigene Aufnahme) Taxistand am Hauptbahnhof (Quelle: eigene Aufnahme) Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe (Quelle: eigene Aufnahme) Treffpunkt auf der Halde Rheinelbe (Foto a) (Quelle: eigene Aufnahme) Treffpunkt auf der Halde Rheinelbe (Foto b) (Quelle: eigene Aufnahme) Mitentscheidungsmöglichkeit im Stadtteil (Durftest du Mitentscheiden) (Quelle: eigene Aufnahme) Mitentscheidungsbedürfnis im Stadtteil (Hättest du gerne mitentschieden) (Quelle: eigene Aufnahme) Lokal ohne Namen (Quelle: eigene Aufnahme) Spielplatz an der Hagenstraße (Quelle: eigene Aufnahme) Goldbergplatz (Quelle: eigene Aufnahme) 8

82 83 83 84 85 85 86 89 90 93 98 99 99 99 100 100 102 103 1 07 107 107

Abb. 35: Abb. 36: Abb. 37: Abb. 38: Abb. 39: Abb. 40: Abb. 41: Abb. 42: Abb. 43: Abb. 44: Abb. 45: Abb. 46:

Busbahnhof an der Goldbergstraße (Quelle: eigene Aufnahme) Kirchvorplatz der Pauluskirche (Quelle: eigene Aufnahme) Orangeplatz (Foto a) (Quelle: eigene Aufnahme) Orangeplatz (Foto b) (Quelle: eigene Aufnahme) Vorhof Stadtgebäude, Augustastraße (Foto a) (Quelle: eigene Aufnahme) Vorhof Stadtgebäude, Augustastraße (Foto b) (Quelle: eigene Aufnahme) Schulhof der Hansaschule (Quelle: eigene Aufnahme) Parkplatz Grenzstraße (Quelle: eigene Aufnahme) Sportplatz Grenzstraße (Quelle: eigene Aufnahme) Spielplatz Grenzstraße (Quelle: eigene Aufnahme) Bunker, Gelände ehem. Güterbahnhof Schalke-Süd (Quelle: eigene Aufnahme) Lagerhalle, Gelände ehem. Güterbahnhof Schalke-Süd (Quelle: eigene Aufnahme)

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Tabellen in der Arbeit Tab. 1: Flächennutzung Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer (Quelle: modifiziert nach Stadt Gelsenkirchen (Hg) 2008:12) Nutzungsarten der Bauflächen Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer (Quelle: modifiziert nach Stadt Gelsenkirchen (Hg) 2008:14) Bevölkerungsstruktur Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer (Quelle: modifiziert nach Stadt Gelsenkirchen (Hg) 2008:24) deutsche und nichtdeutsche Kinder und Jugendliche Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer (Quelle: modifiziert nach Stadt Gelsenkirchen (Hg) 2008:47) Aufenthalt in Stadtteilen (Quelle: eigene Berechnungen) Häufigkeiten von Treffpunkten (Quelle: eigene Berechnungen) Unterstützung im Stadtteil nach Geschlecht (Quelle: eigene Berechnungen) 72

Tab. 2:

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Tab. 3:

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Tab. 4:

74 87 96 97

Tab. 5: Tab. 6: Tab. 7:

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Andere Tabellen (Quelle: eigene Berechnungen/siehe Anhang) Tab. 8: Häufigkeit: Meine Eltern sind verheiratet und leben zusammen mit mir in einer Wohnung/Haus Häufigkeit: Meine Eltern leben zur Zeit getrennt/ in Scheidung Häufigkeit: Meine Eltern leben in sonstigem Verhältnis Häufigkeit: Wieviel Taschengeld bekommst du im Monat? Häufigkeit: Wie viele Jahre lebst du schon in Deutschland? Häufigkeit: Wie viele Jahre lebst du schon in Gelsenkirchen? Häufigkeit: Wie viele Jahre lebst du schon in deinem Stadtteil? nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Altstadt nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Beckhausen nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bismarck nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Buer nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bulmke-Hüllen nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Feldmark nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Heßler nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Horst nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Neustadt nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Rotthausen nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke-Nord nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Ückendorf ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Altstadt ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Beckhausen ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bismark ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Buer ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bulmke-Hüllen ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Erle ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Feldmark 150 150 150 151 152 152 153 153 154 154 154 155 155 155 156 156 156 157 157 157 158 158 159 159 160 160 161

Tab. 9: Tab.10: Tab. 11: Tab. 12: Tab. 13: Tab. 14: Tab. 15: Tab. 16: Tab. 17: Tab. 18: Tab. 19: Tab. 20: Tab. 21: Tab. 22: Tab. 23: Tab. 24: Tab. 25: Tab. 26: Tab. 27: Tab. 28: Tab. 29: Tab. 30: Tab. 31: Tab. 32: Tab. 33: Tab. 34:

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Tab. 35: Tab. 36: Tab. 37: Tab. 38: Tab. 39: Tab. 40: Tab. 41: Tab. 42: Tab. 43: Tab. 44: Tab. 45: Tab. 46: Tab. 47: Tab. 48: Tab. 49: Tab. 50: Tab. 51: Tab. 52: Tab. 53: Tab. 54: Tab. 55: Tab. 56:

ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Hassel ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Heßler ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Horst ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Neustadt ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Resse ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Resser-Mark ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Rotthausen ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke-Nord ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Scholven ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Ückendorf Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Buer Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Buer Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Buer Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Buer Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Bulmke-Hüllen Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Bulmke-Hüllen Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Bulmke-Hüllen Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Bulmke-Hüllen Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Schalke Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Schalke Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Schalke

161 162 162 163 163 164 164 165 165 166 166 167 167 168 168 169 169 170 170 170 171 171

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Tab. 57: Tab. 58: Tab. 59: Tab. 60: Tab. 61: Tab. 62: Tab. 63: Tab. 64: Tab. 65: Tab. 66: Tab. 67: Tab. 68: Tab. 69: Tab. 70: Tab. 71: Tab. 72: Tab. 73: Tab. 74: Tab. 75: Tab. 76: Tab. 77: Tab. 78: Tab. 79: Tab. 80: Tab. 81: Tab. 82: Tab. 83: Tab. 84: Tab. 85:

Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Schalke Reaktionen der Umgebung, alle Aufenthaltsorte Reaktionen der Umgebung: Jugendzentrum Reaktionen der Umgebung: Auf der Straße Reaktionen der Umgebung: Im Park Reaktionen der Umgebung: Schulhof unserer Schule Reaktionen der Umgebung: anderer Schulhof Reaktionen der Umgebung: Einkaufszentrum Reaktionen der Umgebung: Café o.Ä. Reaktionen der Umgebung: Spielplatz Reaktionen der Umgebung: Sportplatz Reaktionen der Umgebung: Religiöse Gemeinde Reaktionen der Umgebung: bei mir Zuhause Reaktionen der Umgebung: bei Freunden Reaktionen der Umgebung: sonstiger Treffpunkt Kreuztabelle: Migrationshintergrund * Reaktionen der Umgebung Häufigkeit: TeilnahmeSportverein Häufigkeit: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Häufigkeit: Musikunterricht Häufigkeit: Nachhilfeunterricht Häufigkeit: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen Häufigkeit: Diskotheken Häufigkeit: sonstige Vereine Häufigkeit: keine Teilnahme, weil... Häufigkeiten Treffpunkte, Weiblich Häufigkeiten Treffpunkte, Männlich Durftest du mitentscheiden, wie diese Orte aussehen? An welchen Orten durftet ihr mitentscheiden, wie sie aussehen? Wenn nein, hättest du gerne mitentschieden?

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Tab. 86: Tab. 87: Tab. 88: Tab. 89: Tab. 90: Tab. 91: Tab. 92: Tab. 93: Tab. 94: Tab. 95: Tab. 97:

Aufenthalt in der Freizeit in den einzelnen Stadtteilen Interessierst du dich für Informationen/Nachrichten/Aktionen, die deinen Stadtteil betreffen Informationsquellen Hättest du gerne einen anderen Treffpunkt? Hast du schon mal versucht etwas zu ändern, wenn dir etwas nicht gefallen hat: Am Stadtteil in dem du wohnst? Hast du schon mal versucht etwas zu ändern, wenn dir etwas nicht gefallen hat: Am Stadtteil in dem du dich am meisten aufhältst? Deskriptive Statistik: Index Identifikation, Index Benachteiligung, Index Partizipation, Weiblich Deskriptive Statistik: Index Identifikation, Index Benachteiligung, Index Partizipation, Männlich Koeffizienten: Index Identifikation * Stadtteile Koeffizienten: Index Benachteiligung * Stadtteile Koeffizienten: Index Partizipation * Stadtteile

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1. Einleitung 1.1. Thema und Fragestellungen

„Unter Partizipation ist zu verstehen, dass die Bürger das Gemeinwesen aktiv mitgestalten, dass sie in allen sie betreffenden Belangen mitwirken, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen.“ (Fatke u.a. 2005: 7) Demzufolge wird unter Partizipation im Allgemeinen, die Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen und Entscheidungsprozessen verstanden. Im Sinne von Mitwirkung und Beteiligung, müssen die Aspekte von Jugendbeteiligung besondere Berücksichtigung finden. Resultierend aus dem demographischen Wandel gehören Jugendliche zu einer Bevölkerungsgruppe, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung zunehmend rückläufig ist. Parallel dazu rücken ihre Bedürfnisse aus dem Fokus des politischen Interesses, wodurch ihre Handlungsspielräume mehr und mehr eingeschränkt werden. Ausgehend von einer kleinräumigen Betrachtungsweise und einem Verdrängen der Jugendlichen aus Bereichen des öffentlichen Lebens, umfasst heute der Begriff der Partizipation bereits Raumaneignung und Raumnutzungsstrategien. Da sich durch den Prozess der Raumaneignung, die Wahrscheinlichkeit einer Identifikation mit dem Gemeinwesen sowie einer Steigerung von lokalem Verantwortungsgefühl erhöht, kommt den Fragen, wie sich ein Aneignungs- und Nutzungsverhalten von Jugendlichen äußert und in welcher Beziehung sie zu ihrem Nahraum stehen, besondere Bedeutung zu. Dementsprechend ist eine Forderung nach Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen viel mehr als nur die Einräumung politischer Gestaltungsrechte. Im Hinblick auf Partizipation im Stadtteil, versuchen Beteiligungsprojekte durch verschiedene Konzepte einem angenommenen „Gestaltungspessimismus“ der Bevölkerung, insbesondere der Jugendlichen, entgegenzuwirken. Hier werden häufig Konzepte als theoretische Grundlage verwendet, die Segregationstendenzen kompensieren sollen. Es gilt also zu untersuchen wie die derzeitigen Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen ausgestaltet sind und ob es Unterschiede einzelner Gruppen in Hinblick auf den sozialen Kontext, das Geschlecht oder auf das Wohnumfeld gibt.

1.2.

Untersuchungsmethode

Zur Überprüfung der Fragestellungen gliedert sich die Untersuchung in drei Bereiche: Im ersten Teil findet sich die theoretische Auseinandersetzung, im zweiten Teil werden die Rahmenbedingungen von Partizipation in der Gesellschaft und der Stadt beleuchtet und im

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dritten Teil folgt eine Befragung von Jugendlichen und Sachverständigen verschiedener Bereiche. Methode I. Teil Als Grundlage zur Bearbeitung der Fragestellungen wird die theoretische Auseinandersetzung herangezogen. Unter dem Gesichtspunkt von Partizipation, Integration und Identifikation von Jugendlichen werden, im Hinblick auf Raum- und Umweltaneignung, verschiedene Theorien und theoretische Ansätze beleuchtet und kritisch hinterfragt. So werden, ausgehend von der Frage nach Auswirkungen des Raumes an sich über eine mögliche Benachteiligung durch Segregation, Aneignungs- und Nutzungsweisen von Räumen dargestellt. Besondere Beachtung finden hier die Ansätze der Soziologen Luis Wirth, Chicago School, und Klaus Peter Strohmeier, ZEFIR Bochum1. Im Kontext von Partizipationsprozessen und -möglichkeiten wird im weiteren Verlauf insbesondere auf Umwelt- und Raumaneignung eingegangen. Hierbei wird insbesondere die Situation von Jugendlichen betrachtet. Sich daraus ergebende Zusammenhänge und Schlussfolgerungen werden in Form von Thesen dargestellt und bieten, neben den Hauptfragestellungen, den Ausgangspunkt der weiteren Untersuchung. Methode II. Teil Im Zuge der gesetzlichen Rahmbedingungen von Jugendbeteiligung werden Möglichkeiten und Grenzen von Partizipation dargestellt, die im Weiteren durch das Bund-LänderProgramm „Soziale Stadt“ und konkrete Partizipationsprojekte, wie z.B. das Programm „Jugendliche im Stadtquartier“, spezifiziert werden. Ausgehend von dieser großräumigen Betrachtungsweise wird der Fokus im Folgenden auf die Stadt als kleinräumigen Interaktionsraum gelegt. Als Beispiel wird die Stadt Gelsenkirchen beschrieben, die sich in ihrer Struktur als relativ homogen beschreiben lässt. Die Analyse des Untersuchungsgebietes umfasst sowohl den historischen Kontext der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung, als auch die aktuellen Daten zur Bevölkerung und Flächennutzung. Um einen präziseren Einblick zu verschaffen, werden hierzu drei per Zu-

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Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung der Ruhr-Universität-Bochum

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fallsprinzip ausgewählte Stadtteile2 genauer beleuchtet. Für diese Untersuchung werden vor allem Daten der Statistikstelle der Stadt Gelsenkirchen verwendet. Dieses umfangreiche Material wird im Hinblick auf die Flächennutzung und Sozialstruktur untersucht. Methode III. Teil Anschließend an die kritische Betrachtung der Projekte, der Analyse des sozialen Interaktionsraums und der rechtlichen Rahmenbedingungen, konzentriert sich die weitere Untersuchung auf eine Befragung von Jugendlichen und Sachverständigen der Jugendhilfe, der Polizei, der Genderarbeit und der Stadt. In der vorliegenden Untersuchung wird der Lebensraum von Jugendlichen aus einer „bedürfnisorientierten Perspektive“ untersucht, d.h. es wird untersucht, wie Jugendliche ihre Sozialräume außerhalb der Wohnung und Schule wahrnehmen, nutzen und gestalten. Dabei wird stärker auf das subjektive Erleben von Jugendlichen und jenen Kriterien, anhand welcher Jugendliche ihre Umwelt bewerten, eingegangen. Zusätzlich stellt die Benachteiligung Jugendlicher einen wichtigen Aspekt dar, der hier im Hinblick auf das Image des Wohnorts sowie die finanzielle Situation der Eltern untersucht wird. Bei dieser Analyse handelt es sich um eine Primärerhebung mittels eines Fragebogens3. Dieser wurde eigens für die Untersuchung, in Anlehnung an die Fragestellungen und Thesen des theoretischen Teils, entwickelt und an die neunten und zehnten Jahrgangsstufen zweier Gelsenkirchener Schulen4 verteilt. Die Erhebung bietet die Möglichkeit, zu untersuchen, wie die Jugendlichen ihren Stadtteil wahrnehmen und ob es Unterschiede diesbezüglich zwischen den einzelnen Stadtteilen gibt. Es wird untersucht, welche Partizipationsangebote sie nutzen und benötigen und welche Rahmenbedingungen den Jugendlichen geboten werden. Durch die Verwendung geschlossener und offener Fragen ist es möglich sowohl deskriptive und multivariate Analysen5 vorzunehmen als auch qualitative Betrachtungen in die Untersuchung einzubeziehen. In diesem Zusammenhang finden die drei ausgewählten Stadtteile intensivere Betrachtung, besonders im Hinblick auf einen möglichen geschlechtsspezifischen Gegensatz. In der Analyse der Daten wird zunächst auf die demografischen Angaben und die Lebenssituationen der Jugendlichen eingegangen, um ein möglichst genaues Bild der Untersu-

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Buer, Bulmke-Hüllen, Schalke Vgl. Kapitel 8.3 Fragebogen 4 Vgl. Kapitel 8.1 Untersuchungsbedingungen 5 Hierzu wird die Statistiksoftware SPSS für Windows 16.0 verwendet.

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chungsobjekte darstellen zu können. Anschließend werden stadtteilbezogene Fragestellungen behandelt, um auf diese Weise eine Wertung der Jugendlichen über die einzelnen Stadtteile darzulegen. Daran schließen sich Analysen zu den Themen „Mitbestimmung“, „Raumaneignung und -nutzung“ und „Informationsbeschaffung“ an. Verschiedene Fragen im Fragebogen behandeln somit das Thema „Partizipation“, welches, ebenso wie die Variablen „Identifikation mit dem Stadtteil“ und „Benachteiligung“, durch gezielte Indexbildung6 beleuchtet wird. Im weiteren Verlauf werden vor allem Orte untersucht, welche ursprünglich nicht oder nicht ausschließlich für Jugendliche konzipiert waren. Obwohl durch den dritten Untersuchungsteil, der Befragung der Jugendlichen, einige solcher Orte bekannt werden, wird dadurch eine weitere Perspektive beleuchtet. Durch den objektiven Blick der Beamten, wird zudem das Verhalten der Jugendlichen an ihren Treffpunkten und die Reaktionen ihrer Umwelt dargestellt. Um einen möglichst deutlichen Eindruck über die genannten Orte zu erhalten und zu vermitteln, werden anschließend Ortsbegehungen vorgenommen, welche sich in dieser Arbeit in Form von Fotostrecken und -beschreibungen äußern. Neben den Bezirksbeamten, werden die Aussagen von verschiedenen Experten zum Thema Raumaneignung und Partizipationsmöglichkeiten erfasst. Darunter fallen Sachverständige der Jugendhilfe, der Stadtplanung und der Genderarbeit. Im anschließenden Fazit werden die Erkenntnisse der einzelnen Teilbereiche zusammengetragen und im Hinblick auf eine Beantwortung der im Vorfeld aufgestellten Thesen und Fragestellungen und die sich in der Untersuchung ergebenen weiterführenden Fragestellungen beleuchtet.

1.3.

Forschungsstand

Während die vorliegende Untersuchung Partizipation in direktem Maße mit den Erwartungen und der Wahrnehmung von Jugendlichen in Bezug auf Raum und Stadt erfasst, richten andere Forschungsansätze den Fokus auf eine Befragung von Jugendeinrichtungen und Jugendvertretungen, wie es z.B. durch Buschmann dargestellt wird. (vgl. Buschmann 2009)

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Vgl. Kapitel 8.4 Datenaufbereitung

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Als ein Beispiel direkter Befragung von Jugendlichen ist die Shell-Jugendstudie zu nennen, die seit 1953 in einem Intervall von vier Jahren erhoben wird. Die letzte Befragung fand 2006 statt und befasste sich unter anderem mit dem Schwerpunktthema „Politik und Gesellschaft: Einstellungen, Engagement, Bewältigungsprobleme“. (Hurrelmann u.a. 2006) AIn Bezug auf die Frage, ob ein allgemeines Wahlrecht für Jugendliche ab 16 Jahren sinnvoll wäre, antworteten hier 52% mit „keine gute Idee“, 23% mit „egal“ und 25% mit „eine gute Idee“. (vgl. Hurrelmann u.a. 2006: 121) Laut der Studie engagieren sich die Befragten zu 40% in Sport- oder Musikvereinen, zu 35% allein bzw. persönlich und zu 13% in selbstorganisierten Projekten. In Parteien und Bürgerinitiativen allerdings engagieren sich nur 2% der befragten Jugendlichen. (vgl. Hurrelmann u.a. 2006: 126) Sich alleine bzw. persönlich zu engagieren bezieht, laut der Forscher, das Wohngebiet, das nachbarschaftliche Umfeld und die „Clique“ mit ein. (vgl. Hurrelmann u.a. 2006: 127) Für die hier vorliegende Untersuchung ist interessant, dass diese Aktivitäten weder organisiert werden noch strukturell durch „Erwachsene“ vorgegeben sind. Weiter nennen die Jugendlichen als wichtigste Bedingungen für ihre Engagementbereitschaft das Gefühl, dazuzugehören, sowie die Aussicht, positive Ergebnisse mit der „Aktion“ zu erzielen. (vgl. Hurrelmann 2006: 129) Wolfgang Gaiser und Johann de Rijke haben 2001 eine Zusammenfassung und Analyse (vgl. Gaiser u.a. 2001) der Beteiligungsmuster von Jugendlichen vorgelegt. Die Daten der Ausarbeitung stammen aus den DJI- Jugendsurveys von 1992 und 1997 und dem ALLBUS 1992 und 2000. Für die Untersuchung unterscheiden sie die Beteiligung in drei Formen: · Mitgliedschaft und -arbeit in großen Organisationen und/oder Verbänden Diese Beteiligungsform nimmt immer mehr ab. Außer bei Sportvereinen und Gewerkschaften liegt die Mitgliedschaft/-arbeit bei Jugendlichen, zwischen 16 und 26 Jahren, bei unter 10%. (vgl. Gaiser u.a. 2001: 9) · Beteiligung in informellen Gruppen/ Initiativen Informelle Gruppen und Initiativen wirken eine besonders hohe Anziehungskraft, durch Inhalte, Aktivitätsformen und vor allem durch die flexiblen Beteiligungsmöglichkeiten, auf Jugendliche aus. (vgl. Gaiser u.a. 2001: 10) · Punktuelle Beteiligungsaktionen Hierbei werden am häufigsten Unterschriftensammlungen, genehmigte Demonstrationen und öffentliche Diskussionen genutzt. Innerhalb der Jugendbeteiligung lassen sich verschiedene Zusammenhänge feststellen.

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Zum einen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, welche sich durch eine stärkere Beteiligung der Mädchen und jungen Frauen in informellen Gruppen und im Gegensatz dazu durch stärkeres Engagement von Jungen und jungen Männern in traditionellen Vereinen. Zudem ist ein Bildungsniveaueffekt festzustellen, da sich Abiturienten in beiden Formen stärker beteiligen als junge Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss. Darüber hinaus wurde zum einen festgestellt, dass sich postmaterialistische Personen in allen drei Beteiligungsformen stärker engagieren und zum anderen, dass sich Erwerbslose generell weniger engagieren, als Erwerbstätige. (vgl. Gaiser u.a. 2001: 11 f.) Partizipation wird zusätzlich in Zusammenhang zu Segregation7 von einzelnen Bevölkerungsgruppen in der Stadt gesetzt. So kristallisierten sich beginnend in den 90er Jahren, im Zuge der Debatten um das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“, zwei Positionen heraus. (vgl. Ottersbach 2003: 32) Vertreter der ersten Position sind der Ansicht, dass sich die Stadt in einer Krise befindet, und fokussieren ihren Blick auf eine negative Entwicklung der Stadt. Die Vertreter der zweiten Position kritisieren nicht die Stadt an sich, sondern das fehlende Integrationspotential der Stadt. Dieses ist aber nicht durch die Stadt zu erklären, sondern in einem gesamtgesellschaftlichen Rahmen zu sehen. (vgl. Ottersbach 2003: 32) Im Zuge der Weiterentwicklung von Sichtweisen und Bevölkerungsanalysen in der Forschung, stellte sich heraus, dass es sich um eine negative Entwicklung handelt, die hauptsächlich bestimmte Quartiere (Stadtteile) in bestimmten Städten betrifft. Dabei wurde herausgestellt, dass es im Vergleich von Benachteiligung und sozialen Unterschieden stärkere Divergenzen zwischen einzelnen Stadtteilen innerhalb einer Stadt gibt, als dass sich die Städte bezüglich dieser Kriterien untereinander unterscheiden. Befragt man die Bevölkerung innerhalb einer Stadt über ihre Lebenswelt, so erhält man wie in der sozialwissenschaftlichen Diskussion verschiedene Meinungen. Der Bevölkerungsteil, der über ein vielseitiges Angebot an kulturellen Institutionen, Arbeit und Bildungsangeboten verfügt, wird ihre Lebenswelt Stadt als positiven Ort empfinden, während diejenigen, die keinen Zugriff auf diese Angebote und Einrichtungen haben, ihren Wohnort gerne wechseln würden. (vgl. Ottersbach 2003: 33) Ottersbach unterscheidet zwischen drei verschiedenen Typen der Integration: der Systemintegration, der Integration innerhalb der Lebenswelt und der Sozialintegration. Eine Integ7

D.h. zu einem Verdrängen aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben und damit verbundener Benachteiligung von bestimmten Bevölkerungsgruppen

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ration in einen Stadtteil kann daher „durch gesellschaftliche Systeme“ (Ottersbach 2003: 33), wie Ökonomie, Recht und Bildung erfolgen. Die Integration innerhalb der Lebenswelt erfolgt, laut Ottersbach, hingegen über eine Anerkennung der Kultur, Werte und Persönlichkeit der Akteure. Die Sozialintegration erfolgt über „verständigungsorientierte Diskurse“ (Ottersbach 2003: 33). Hierbei hebt Ottersbach besonders die Partizipation im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements hervor. Ottersbach schlussfolgert, dass aus der Partizipation heraus und der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Stadt zwangsläufig eine Integration in weitere gesellschaftliche Bereiche der Stadt erfolgt. (vgl. Ottersbach 2003: 33) Ökonomische und rechtliche Schwächen, sowie das Fehlen von Bildungsangeboten und kulturellen Einrichtungen haben laut Ottersbach eine negative Prägung der Lebenswelten zur Folge. Eine mögliche Reaktion auf diese Benachteiligung ist die teilweise Verweigerung der Partizipation sowie die eigene Ausgrenzung aus dem Leben im sozialen Umfeld des Handelnden. Teilhabe, also Partizipation, dient demnach als ein Instrument um eine Desegregation zu erreichen. (vgl. Ottersbach 2003: 34 f.) Besonders Kinder und Jugendliche sind von einer Segregation betroffen. Dies begründet sich laut Strohmeier, darin, dass in den von der Segregation am stärksten betroffenen Vierteln besonders viele Kinder und Jugendliche wohnen. (vgl. Strohmeier 2009: 156) In Bezug auf das Untersuchungsgebiet Gelsenkirchen wurde 2006 eine breit angelegte Untersuchung durchgeführt. Das Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung der Ruhr- Universität Bochum untersuchte in Kooperation mit der Stadt Gelsenkirchen die Lebenslage und Zufriedenheit von Gelsenkirchener Familien. Dazu wurden 411 Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren mittels eines standardisierten Fragebogen befragt. Die Ergebnisse wurden in Form eines Familienberichtes veröffentlicht. Obwohl der Fragebogen für diese Untersuchung relevante Themen beinhaltet, ist der Familienbericht nur bedingt nutzbar, da er ausschließlich von den Eltern beantwortet wurde (Strohmeier 2010) und somit die Meinung der Jugendlichen nicht erfasst hat. Selbst wenn die Kinder in den Familien vereinzelt die Antworten mit diskutiert haben sollten, bleibt unklar, wie alt diese sind und somit, ob sie in die Zielgruppe dieser Ausarbeitung fallen. In der Untersuchung wird davon aus gegangen, dass Aufenthalt- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder, die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und/oder das Image der Stadtteile über einen Zuzug und dauerhaften Aufenthalt mitentscheiden, da sie wesentliche Faktoren zur Zufriedenheit darstellen. (vgl. ZEFIR 2006: 120)

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Aus dem Bericht geht hervor, dass Gelsenkirchener Familien, im Vergleich zu anderen Städten, deutlich zufriedener mit ihrem Wohnumfeld sind. Innerhalb der Stadt fühlen sich Familien aus dem Bezirk Gelsenkirchen-Ost am wohlsten, wohingegen Familien aus dem Bezirk Gelsenkirchen-Mitte die meisten negativen Einschätzungen aufweisen. Auffällig ist, dass sowohl Alleinerziehende als auch Familien mit weniger finanziellen Mitteln und niedrig Qualifizierte häufiger mit ihrer Wohnumgebung unzufrieden sind. Familien mit höherem Einkommen und Haus/Wohnungseigentümer hingegen sind deutlich zufriedener. Als Mängel und Kritik werden vor allem fehlende Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, fehlende Grünflächen, zu viel Verkehr, schlechte Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr sowie ein schlechter Ruf der Gegend genannt. Im weiteren Verlauf des Berichtes wird auf die einzelnen Kritikpunkte eingegangen. Interessant für die vorliegende Arbeit sind in diesem Kontext die Einschätzungen, in Bezug auf Freizeitangebote und Einrichtungen für Jugendliche sowie das Image der Gegend. Auffällig ist, dass 60% der befragten Eltern der Auffassung sind, dass es „...keinen Platz [gibt], wo ältere Kinder und Jugendliche sich treffen können...“ (ZEFIR 2006: 123), obwohl es in Gelsenkirchen mit insgesamt 36 Einrichtungen ein gut ausgebautes Netz an Jugendfreizeiteinrichtungen gibt. 15% der Familien mit Kindern über elf Jahren geben an, nicht zu wissen, wo sich das nächste Jugendzentrum befindet. In dem Bezirk Gelsenkirchen-Mitte liegt dieser Wert sogar bei 25%, obwohl in diesem Gebiet insgesamt 15 Jugendfreizeiteinrichtungen angesiedelt sind. Die Autoren schlussfolgern, dass die Angebote also einen Teil der Jugendlichen und der Familien nicht erreichen. (vgl. ZEFIR. 2006: 124) Hinsichtlich der Beurteilung ihrer Wohngegend, beschreibt ein Drittel der Befragten den Ruf als schlecht. In den Bezirken Gelsenkirchen-Mitte und Gelsenkirchen-Süd liegen die Werte sogar über 50% bzw. 40%. Da in diesen Gebieten auch häufiger die aufgeführten Mängel kritisiert werden, wird daraus abgeleitet, dass die wahrgenommenen Mängel die Beschreibung des Rufs der Gegend beeinflussen. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass der Ruf einer Gegend nicht immer die reale Situation vor Ort wiederspiegelt, dennoch aber die Zufriedenheit mit dem Stadtteil beeinflusst. Die Länge der Wohndauer wird in der Untersuchung als „...Ausdruck von lokaler Integration der Bewohner und Identifikation mit dem Wohnort“ (ZEFIR 2006: 127) angesehen, da in Wohngegenden mit durchschnittlich hohen Wohndauern häufiger „...intakte soziale Netzwerke mit beispielsweise nachbarschaftlicher Hilfe und Solidarität, die verschiedenen sozialen Probleme...“ (ZEFIR 2006: 127/ vgl. auch Strohmeier/ Bader 2004: 62) auffangen würden. Ebenfalls wurde in der Erhebung festgestellt, dass die Wohndauer mit einem höheren Einkommen steigt. So wohnen Befragte aus armen und armutsnahen Schichten im

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Durchschnitt sechs Jahre in einer Wohnung während die Wohndauer wohlhabender Familien im Durchschnitt bei 13 Jahren liegt. 1.4 Begriffsdefinitionen Für die weitere Analyse werden im Folgenden verschiedene Begriffe definiert. Segregation: Segregation (lat. segregatio: Absonderung, Trennung) bezeichnet die Absonderung von einzelnen gesellschaftlichen Gruppen nach bestimmten Merkmalsausbildungen. Migrationshintergrund: Unter Personen mit Migrationshintergrund werden die verstanden, welche selbst oder mindestens ein Elternteil, unabhängig von einer deutschen Staatsbürgerschaft, eine nichtdeutsche Herkunftsnationalität haben. Partizipation: Partizipation meint sowohl die Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen als auch das Mitwirken an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen. In beiden Punkten soll die Teilhabe bereits mit dem „sich informieren“ beginnen. Zudem impliziert der Begriff der Partizipation auch Raumaneignung und -nutzung. Der Stadtteil bildet hier den sozialen Raum. Identifikation: Identifikation mit dem Stadtteil bedeutet hier vor allem einen positiven Bezug und ein Verantwortungsgefühl für einen Stadtteil zu besitzen. Jugendliche: Als Jugendliche sind, nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie dem Jugendschutzgesetz, Personen zwischen 14 und 18 Jahren definiert. Integration Hierbei geht es nicht um eine Integration von „Ausländern“ in die Gesellschaft, sondern vielmehr um eine Integration von isolierten Bevölkerungsgruppen und einzelnen Akteuren in verschiedene gesellschaftliche Systeme. Raum Hierbei handelt es sich hauptsächlich um den realen öffentlichen Raum. Wenn von anderen Räumen gesprochen wird, wie z.B. dem sozialen Raum, ist dies im Fließtext gekennzeich-

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net. Unberührt von dieser Definition bleiben virtuelle Räume, wie z.B. Chatrooms oder Rollenspiele. I. Teil 2. Stadt als sozialer Raum - Forschungsansätze zu Stadt, Segregation, Integration und Partizipation 2.1. Die Stadt in der soziologischen Forschung - ein Einblick in ausgewählte soziologische Theorien Im Nachfolgenden werden verschiedene soziologische Theorieansätze zum Thema Stadt dargestellt. Die einzelnen Ansätze sind verschiedenen Schwerpunkten zuzuordnen. So handelt es sich zum einen um Theorien mit dem Schwerpunkt Segregation und zum anderen um Theorien mit dem Schwerpunkt Integration von Bewohnern. Die Schnittstelle der Theorien findet sich im Bereich „Stadt als sozialer Raum“ und die darin ablaufenden gesellschaftlichen Prozesse. Eine Beleuchtung dieser, dient der Frage, inwieweit der Raum an sich einen Einfluss auf soziale Prozesse hat.

2.1.1. Chicago School Die Chicagoer Schule untersuchte seit dem frühen 20. Jahrhundert, welche Zusammenhänge zwischen den Bau- und Infrastrukturen und dem Konfliktverhalten der Bewohner Chicagos festzustellen waren. Hierbei setzten sie ein besonderes Augenmerk auf die Bildung sogenannter „ethnic villages“ und die Subkulturen im Zuge der schnellen Verstädterung. Die Soziologen erkannten dabei eine lokale Konzentration von sozial Benachteiligten, dessen Benachteiligung sich durch schlechte Wohnbedingungen, unzureichende Infrastruktur und die Sozialstruktur der Nachbarschaft zusätzlich erhöht, da sich daraus eine mangelnde Chancengleichheit ergebe. (vgl. Drangschat 2005: 290 f.)

2.1.2. Georg Simmel Simmel beschreibt die „Distanziertheit“ in der anonymen, modernen Massengesellschaft als den „Integrationsmodus“. Die Stadt wird primär verstanden als idealtypischer Ort kapitalistischer Geldwirtschaft, worin eine soziale Integration einen puren Ausdruck funktionaler Arbeitsteilung darstellt und persönliche Motive und soziale Beziehungen in den Hintergrund fallen. Nach Simmel, ist städtisches Sozialverhalten geprägt von entpersönlichender

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Distanziertheit, Blasiertheit und Indifferenz, was vor allem als Selbstschutz vor der städtischen Hektik und Möglichkeit der Autonomie und Selbstverwirklichung fungiert. (vgl. Geiling 2009: 135 ff) Die Vorstellung Simmels ist an ein Idealbild von gleichberechtigtem Zugang zum Markt und gesellschaftlichen Ressourcen gebunden. (vgl. Geiling 2009: 137) Laut Simmel sind soziale Beziehungen entscheidender als der Raum, in welchem man wohnt, denn soziale Netzwerke formten erst den sozialen Raum. „...Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt.“ (Simmel 1903: 141) Demnach bilden soziale Beziehungen den Mittelpunkt der sozialwissenschaftlichen Forschung. Erst an zweiter Stelle steht die Frage, wie sich der Raum einer speziellen Vergesellschaftungsform auf die übrigen sozialen Bedingungen auswirkt. (vgl. Simmel 1903/ vgl. Geiling 2009: 139)

2.1.3. Robert E. Park Simmels Schüler Park, Begründer der Chicago School, betrachtete Simmels Ansatz später im Kontext von Mobilität und Entfernung.
„Mobilität ist für die soziologische Theorie nur insofern von Bedeutung, als sie neue Kontakte herstellt, und die physikalische Entfernung ist für soziale Beziehungen nur dann wichtig, wenn man sie in Begriffen der sozialen Distanz fassen kann.“ (Park 1983: 316)

Nach Park hängen räumliche und soziale Distanzen zwar häufig zusammen, allerdings darf physische Distanz deshalb nicht automatisch als Indikator für soziale Distanz eingesetzt oder beide gleichgesetzt werden. „Dies gilt aber nur insoweit, wie soziale und physische Tatsachen auf räumliche Faktoren reduzierbar und damit messbar werden. Erst dann sind Korrelationen statthaft“ (Park 1983: 318) Park beruft sich in Bezug auf die interdependenten Beziehungen der Individuen in den städtischen Gemeinden der Einwanderer auf die „soziale Morphologie“ (Park 1983: 309) Durkheims.

2.1.4. Émile Durkheim Dieser teilt die Soziologie in drei Untersuchungsgebiete: soziale Morphologie, soziale Physiologie und allgemeine Soziologie. Die soziale Morphologie besteht zum einen aus

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der Untersuchung der geographischen Grundlage der verschiedenen Völker und zum anderen aus der Untersuchung der Population und ist somit eine Mischung aus verschiedenen Wissenschaften, insbesondere der Geographie. Nach Durkheim sind Tatbestände der sozialen Morphologie nur „gefestigte Arten des Handelns“ (Durkheim 1976: 113 f.), während er den Ursprung eines sozialen Vorgangs in der Konstitution „des inneren sozialen Milieus“ (Durkheim 1976: 113 f.) sieht, welches sowohl Personen als auch Dinge bilden. (Durkheim 1976: 113 f.) Der Mensch hängt, nach Durkheim, von drei verschiedenen Arten des Milieus ab: dem Organismus, der äußeren Welt und der Gesellschaft. Hierbei lösen materielle Objekte zwar keine Umbildungen aus, da das menschliche Milieu hier der einzige aktive Faktor ist, aber dennoch sollte man soziale Milieus nicht im Vakuum ansiedeln, da sie häufig immerhin einen Handlungsanstoß geben. (vgl. Durkheim 1976: 195)
„Sie sind die Materie, an welcher die lebendigen Kräfte der Gesellschaft angreifen, doch entwickeln sie selbst keine lebendige Kraft. Als Faktor bleibt also nur das eigentlich menschliche Milieu übrig.“ (Durkheim 1976: 195)

Für Durkheim umfassen also soziologische Tatbestände auch Dinge physisch-materieller Art.

2.1.5. Pierre Bourdieu Bourdieu setzt an Durkheims Theorie an, als er das Konzept des „sozialen Raumes“ (vgl. Bourdieu 1982) als abstraktes gesellschaftliches Raummodell konstruiert. Sein Raummodell bildet die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen und Chancen genauso wie die damit verbundenen alltagskulturellen Praktiken bzw. Lebensweisen und Mentalitäten („Habitus“) ab. In seinem dynamischen Kapitalbegriff sind Strategien nicht mit rein ökonomischen Interessensorientierungen gleichzusetzen. Bourdieu unterscheidet zwischen ökonomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital. Die individuelle Zusammensetzung dieses Kapitals hat auf verschiedene Prozesse, wie bspw. eine soziale Integration, Auswirkungen. (vgl. Bourdieu 1983) In Bezug auf physische Räume, betont Bourdieu ihre soziale Konstruktion und Wahrnehmung, d.h. Aneignungs- und Nutzungsweisen physischer Räume folgen bestimmten Strategien, welche auch den abstrakten sozialen Raum prägen. Diese Strategien folgen, nach Bourdieu, den entsprechend der gesellschaftlichen Chancenverteilung zur Verfügung stehenden Machtressourcen. Physische Räume sind gekennzeichnet von Siedlungs- und In-

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frastrukturen, Ausstattung und Bewertungen, wodurch sie, als räumliche Objektivierung gesellschaftlicher Ungleichheit, die individuellen Orientierungen, Mentalitäten und Handlungskapazitäten ihrer Nutzer mit beeinflussen. (vgl. Bourdieu 1991: 28) „Physische reale Räume sind demnach von sozialen bzw. in den gesellschaftlich- politischen Bedingungen angelegten Ungleichheiten charakterisiert.“ (Geiling 2009: 140 f.) Vor allem physische Räume wie Stadtteile und Wohnquartiere sind immer schon klassifiziert und bewertet, weil sie Gegenstände gesellschaftlicher Auseinandersetzung sind. Die Besetzung von Räumen impliziert ebenso soziale Vor- und Nachteile, wie die Besetzung sozialer, benachteiligter oder privilegierter Positionen. (vgl. Geiling 2009: 141)

2.2.

Integration und Segregation im Hinblick auf Partizipation

Wie aufgeführt, wird der physisch reale Raum nicht als wirkungslos betrachtet. Die darin entstehenden sozialen Beziehungen und Interaktionssysteme sind nicht nur allein an ihren verdinglichten Ergebnissen der Vergesellschaftung zu messen. (vgl. Geiling 2009: 141) Genauso existieren dynamische Prozesse und Strukturen in der Stadt, welche sich im Interaktionssystem der Bewohner wiederspiegeln. Als wichtige Verläufe sind hierbei Integrations- und Segregationsprozesse zu nennen.

2.2.1. Louis Wirth Im städtischen Lebensraum, insbesondere Chicagos, sahen Louis Wirth und die Chicagoer Soziologen eine Gelegenheit die Veränderungen der Strukturen sozialer Organisation zu erforschen und in einen theoretischen Rahmen zu setzten. (vgl. Vortkamp 2003: 29) Nach Wirth muss eine Soziologie der Moderne notwendigerweise die Bedingungen der Möglichkeit sozialer Integration in eine heterogene Massengesellschaft zum Gegenstand haben, da Integration von Individuen die Voraussetzung für eine moderne Gesellschaft ist. Wirth betrachtete seinen Integrationsansatz vor dem Hintergrund der Amalgamation heterogener Volksgruppen in den USA, der zahlreiche Migrationsbewegungen und jahrhundertelange Differenzierungsprozesse voraus gegangen waren. (vgl. Vortkamp 2003: 37 f.)
„Heterogeneity tends to break down rigid social structures and to produce increased mobility, instability, and insecurity, and the affiliation of the individuals with a variety of intersecting and tangential social groups with a high rate of membership turnover.”

(Wirth 1938: 1)

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Die Auflösung der tradierten Ordnung erfordert daher neue Strukturen sozialer Integration. Hochsegregierte, kulturell heterogene Einwanderungsgesellschaften bedürfen gesellschaftliche Formen der Übereinstimmung der Bezugnahme auf abstrakte Prinzipien. Die spezifischen Mechanismen der Integration der Gesellschaft müssen, laut Wirth, einen inklusiven Charakter haben, d.h. sie müssen einen Konsens aller Mitglieder ermöglichen, der unabhängig von der jeweiligen Gruppen- oder Kulturzugehörigkeit ist. Erst durch einen solchen Konsens entsteht überhaupt erst „Gesellschaft“. Wirth unterscheidet ganz deutlich zwischen sozialer Integration von „Gemeinschaft“ (community) und „Gesellschaft“ (society). Er betont dabei die Bedeutung der Gemeinschaft als „Symbiose“, während Gesellschaft einen gemeinsamen „Konsens“ meint. (vgl. Vortkamp 2003: 40 f) Als wichtigste Bedingung für diesen Konsens sieht Wirth die Kommunikation. Eine Behinderung dieser sieht er vor allem in der Bildung sozialer Grenzen, wie Vorurteilen, Diskriminierung, Sprachbarrieren aber auch mangelnder Bereitschaft der Migranten ihre Milieus zu verlassen. (vgl. Vortkamp 2003: 44) Nach Wirths Prämisse, dass Menschen immer in Gruppen leben, bleiben also die Individuen immer an ihre Gruppe gebunden. Grenzt diese sich durch festgesetzte Handlungsweisen, welche sich bspw. durch Religion, Bräuche oder Tradition bestimmen können, ab, so ist auch das einzelne Mitglied abgegrenzt von der umgebenden Umwelt. Es kann also kein Konsens mit der Umwelt hergestellt werden. Er betont dabei, dass soziale Integration immer über bewusste, rationale Prozesse erfolgen muss. Wirth geht davon aus, dass ein Konsens zur Integration nur gefunden werden könne, wenn eine totale Ablösung des Individuums von seiner Bezugsgruppe, bis hin zur Familie, mittels rationaler Aufklärungs- und Bildungsarbeit stattfindet. Wie Wirth später feststellt, garantiert solch eine Destruktion ethnischer Gemeinschaften allein, allerdings noch keine Integration. Im Gegenteil führt sie zunächst zu sozialer Desorganisation und Marginalität und hat in ihrer auflösenden Wirkung eher einen negativen Effekt. (vgl. Vortkamp 2003: 45) Mit dem 2. Weltkrieg entwickelt Wirth eine neue Perspektive. So erkannte er, dass eine Freiheit der Individuen von den einzelnen Bindungen nicht für die nötige Integration ausreicht, da es so an kollektiven Handlungen, Verbindlichkeiten und Verantwortungsgefühl fehlt. Ein geeignetes Mittel zur Erlangung eines Konsenses, sieht er schließlich in der Partizipation. Rationale Planung des städtischen Lebensraumes leistet zum einen ein Mittel zur unmittelbaren Gestaltung der gesellschaftlichen Lebensweise und zum anderen gewährleistet

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sie eine Einbindung aller Mitglieder der Gesellschaft. Durch Einigungen über Gegenstand und Ziel des zu Gestaltenden werden individuelle Wünsche, Vorstellungen und Ziele mit denen der umgebenden Gemeinschaft verknüpft. „Kollektive Ziele und Normen entstehen in der Gestaltung des Lebensraumes in der Planung und dem konsensuellen Prozess.“ (Vortkamp 2003: 46) Zudem wird, nach Wirt, eine Verbindlichkeit der gebildeten Normen und moralischen Schranken, welche eine Missachtung der Normen begrenzen, geschaffen. Durch diesen Prozess fließen individuelle Interessen in den kollektiv gebildeten Konsens ein und stehen nicht als subjektive Ansprüche, einer von außen herangetragenen Norm gegenüber. (vgl. Vortkamp 2003: 46) Nach Wirth können solche „Normen, die als moralische Sollens-Forderung von einer `höheren Instanz´ oder einer intelektuellen Elite ausgegeben werden und beständig durch Kontroll- und Zwangsmaßnahmen sanktioniert werden müssen...“ (Vortkamp 2003: 47) nicht ein gleiches Maß an Integration erreichen, wie dies die Partizipation durch gemeinsames, kollektives Handeln erzeugt. Eine sozial verbindliche Integration in einem heterogenen Gemeinwesen benötigt also Partizipation, da durch sie verbindliche Normen gebildet werden können. Wirth nennt die neue Bezugsgruppe „community“. Er sieht in der Planung und Gestaltung dieser zum einen den geeigneten Rahmen für eine verbindliche Integration durch aktive Teilhabe und zum anderen die Möglichkeit, auf Freiheit von der kulturellen Gemeinschaft. (vgl. Vortkamp 2003: 47) In der „community“ sieht Wirth eine neue Form der Gemeinschaft, da sie das Individuum nicht in der Art einer Familie oder ethnischen Gruppe einbindet, sondern auf Eigeninitiative und die rationale Wahl nach den eigenen Interessen aufbaut. Diese freiwillige Assoziation entsteht, nach Wirth, durch eine Hilflosigkeit der Individuen, aufgrund des Gefühls, in der modernen Gesellschaft nicht mehr ausreichend über die eigenen Lebensbedingungen mitbestimmen zu können. Nehmen die Individuen ihre Verantwortung nicht wahr, so können sie schnell in einen Zustand sozialer Deprivation und Desorganisation fallen, worin Wirth die Gefahr der modernen heterogenen Gesellschaft sieht. Er nennt diesen Prozess der Vereinzelung „Vermassung“. Für die aktive Teilhabe sind demnach besonders die Werte von Partizipation und Demokratieverständnis entscheidend. (vgl. Vortkamp 2003: 47 f.) Wirth sieht die „community“ als eine strukturell andere „Gemeinschaft“, als jenen Begriff, den Tönnies (vgl. Tönnies 1922) prägte. Im Gegensatz zu Wirths „community“ beschreibt Tönnies „Gemeinschafts-“ Begriff die Lebensweise der eingewanderten Ethnien und der

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städtischen Ghettos, (vgl. Vortkamp 2003: 48) meint die ethnische Primärbezugsgruppe, aus welcher Wirth eine Abkoppelung anstrebt. Tönnies „Gemeinschafts-“ Begriff steht zudem dichotom zur Gesellschaft. Hierbei steht der Übergang von naturwüchsigen zu planvoll gemachten Gemeinschaften im Mittelpunkt der Forschung. Weber lehnt sich an Tönnies Arbeiten an, bestimmt aber soziales Handeln in diesem Kontext als gemeinschaftlich, wenn durch bewusste Gegensätze gegen Außenstehende subjektive Zusammengehörigkeit gestiftet wird und nicht bloß einen analysierbaren, historischen Zusammenhang beschreibt. So können auch gesellschaftliche Einrichtungen, wenn sie aus rationalem Interesse gegründet wurden, durch Tradierung und Gewohnheiten in gemeinschaftliche Formen übergehen. Somit kann es zu gemeinschaftlichen Strukturen innerhalb der Gesellschaft kommen, wodurch der „historische Fortschritt von einfachen Modellen der Integration zu rationalen oder modernen Formen hinfällig...“ (Vortkamp 2003: 48) wäre. Im Gegensatz zu Tönnies sieht Wirth in der Gemeinschaft einen integralen Bestandteil von Gesellschaft. Ihre Funktion ist, nach Wirth, für die Existenz von Gesellschaft notwendig und stärkt sie. Gemeinschaft im Sinne eines solchen integrativen Konzeptes meint eine „gesellschaftliche Gemeinschaft“ (Vortkamp 2003: 49). Der Begriff der „Gemeinschaft“ meint im englischen Sprachraum „community“, was zudem gleichbedeutend für „Gemeinde“ steht und den Begriff in einen konkreten räumlichen Zusammenhang stellt. Diese Doppeldeutigkeit ist von Wirth beabsichtigt, um den theoretischen Begriff mit den Erscheinungen räumlicher Gemeinden zu verknüpfen. (vgl. Vortkamp 2003: 49 f.) So ist, laut Wirth, Gestaltung der Gesellschaft nur durch die kommunikative Partizipation auf kommunaler Ebene möglich. Notwendig zur Integration in einer anonymen, demokratischen Massengesellschaft sind in diesem Kontext die Planung (Freiheit / Rationalität) und die Partizipation in der „community“ (Verbindlichkeit/ Verantwortlichkeit). (vgl. Vortkamp 2003: 50) Hier soll betont werden, dass sich Planung und Freiheit keineswegs gegenseitig ausschließen, da Planung nicht staatliche Reglementierung, sondern den kollektiven Entwurf und die Gestaltung des eigenen Lebensraumes meint. So sieht Wirth die integrative „community“ als Grundlage der Demokratie. Dabei ist zu beachten, dass die Partizipation nach Wirth eine demokratische Einbindung aller Bürger und eine gleichberechtigte Teilhabe voraussetzt. (vgl. Vortkamp 2003: 51 f.)

2.2.2. Klaus Peter Strohmeier

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Besonders in den großen Städten des Ruhrgebiets lässt sich eine soziale Segregation von wohlhabenden und nicht wohlhabenden Bevölkerungsteilen, eine demografische Segregation von Haushalten mit und ohne Kinder und eine ethnische Segregation von Endemischen und Zugewanderten, feststellen. Segregation ist kein neues Phänomen, denn eine Trennung nach den beschriebenen Kriterien gibt es, laut Strohmeier, schon immer. Eine neue Entwicklung innerhalb der Stadtgesellschaft ist allerdings, dass die drei Segregationsprozesse in einer hohen Korrelation zu einander stehen, denn dort wo „…die meisten Kinder in der Stadt leben, leben die meisten Einwanderer und die meisten Armen.“ (Strohmeier u.a. 2006: 13), so Strohmeier. Besonders von der Armut betroffen sind „innerstädtische Mischbezirke mit großem Altbaubestand“ (Strohmeier u.a. 2006: 18), „ehemalige Arbeiterviertel“ und „am Stadtrand liegende Großsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus der 60er und 80er Jahre“ (Strohmeier u.a. 2006: 18). Für die Entstehung von Segregation spielen, neben der demografischen Entwicklung, besonders der Wohnungsmarkt und die Wohnungspolitik eine tragende Rolle. Nach Strohmeier gibt es vier Mechanismen, die eine Verteilung von Bevölkerungsgruppen beeinflussen und so zu einer Segregation beitragen. Darunter fallen der Wohnungsmarkt, die symbolische Ortsbezogenheit, die Wohnungspolitik/administrative Maßnahmen sowie die selektive Wanderung. Der Wohnungsmarkt gilt als der erste Verteilungsmechanismus. So haben nicht alle Bevölkerungsgruppen den gleichen Zugang zu bestimmten Wohnungen. Der Begriff der symbolischen Ortsbezogenheit bezeichnet den Prozess, dass als Wohnort bevorzugt Gebiete gewählt werden, in denen Menschen mit gleichen Interessen und gleichen Lebensphasen wohnen. Die Wohnungspolitik und administrative Maßnahmen sind der dritte Mechanismus und beinhalten die Möglichkeit der Politik auf die Städtegestaltung einzuwirken. (vgl. Strohmeier 2008: 2) Der vierte Mechanismus, der eine Segregation beeinflusst, ist die selektive Wanderung, das heißt, dass weniger attraktive Stadtteile bzw. Quartiere von ökonomisch aufsteigenden Bevölkerungsgruppen verlassen respektive von wirtschaftlich schwächeren Gruppen bezogen werden. (vgl. Strohmeier 2008: 2 f.) Laut Strohmeier bewirkt eine soziale Segregation eine Ungleichverteilung von Lebenschancen, besonders für Kinder und Jugendliche, und gefährdet so die „Zukunft der Stadtgesellschaft“ (Strohmeier u.a. 2009: 1). Wie die Geburtenzahlen veranschaulichen, wachsen in Deutschland immer weniger Kinder auf. Problematisch wird zudem beschrieben, dass die wenigen hier aufwachsenden Kinder zum Großteil unter schlechten Lebensbedingungen leben. Eine Gesellschaft benötigt für ihr Fortbestehen aber eine Generation, die mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet ist, um diese Gesellschaftsform fortzuführen. Uner-

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lässlich ist, nach Strohmeier, dafür die Bildung von „Humanvermögen“, das sich durch Gesundheit, Solidarität, Partizipationsbereitschaft und Bildungsfähigkeit charakterisiere. (vgl. Strohmeier 2008: 2) Strohmeier ist der Meinung, dass sich der zunehmende soziale Kontrast zwischen den Lebenslagen und Lebensformen von Bevölkerungsgruppen besonders innerhalb der Bildungsund Gesundheitschancen von Kindern zeigt. So kommt es vermehrt zu einer Agglomeration von gesundheitlichen und sozialen Problemen in benachteiligten Städten. Besonders diese Städte sind massiv von einer Bevölkerungsfluktuation betroffen. Folglich wird die Bevölkerung innerhalb einiger Stadtteile binnen drei bis fünf Jahren fast vollständig ausgetauscht. Dies trägt zu einer geringen sozialen Stabilität in den Stadtteilen bei, wobei eine Integration oder Identifikation mit dem Stadtteil respektive der Stadt innerhalb solcher starken Fluktuationsbewegungen nur mäßig bis gar nicht stattfinden kann. (vgl. Strohmeier 2009: 160) Nach Strohmeier spiegelt sich Segregation stark in den Verhaltensweisen der Quartiersbevölkerung wieder: Eine niedrige Beteiligung von Erwachsenen an Wahlen und dem öffentlichen Leben, eine Existenzsicherung die auf Transferleistungen beruht, ist für viele dort lebenden Kinder und Jugendlichen Normalität. (vgl. Strohmeier 2009: 157) Laut Strohmeier befindet sich die Stadt in einem stetigen Wandel. Aus den Arbeitervierteln der 50er Jahre entwickelten sich bis heute stark segregierte Viertel, die durch eine Endsolidarisierung geprägt sind. So ist dagegen Solidarität das Empfinden von Zusammengehörigkeit und gemeinsamen Belangen, das an die Wahrnehmung einer „sozialen Verbindung“ zwischen Individuen gebunden ist. Die Verwandtschaft ist in diesem Zusammenhang als repräsentativste auf Solidarität fundierende Bindung zu nennen. Innerhalb dieser familiären und städtischen Gemeinschaften in den Problemquartieren ist eine Ausgestaltung von Humanvermögen mit wesentlichen Dispositionen sozialer Kompetenz, wie z.B. Vertrauensfähigkeit sowie Vertrauenswürdigkeit als Voraussetzung zur Partizipation, nur bedingt möglich. (vgl. Strohmeier 2009: 160) Als genormtes Lebensmodell präsentieren sich hier vor allem Familien alleinerziehender Mütter oder kinderreiche Familien, während sich außerhalb dieser Ballungszentren besonders Nicht-Familienhaushalte, „…Living-Apart-Together- Paare verschiedenem oder gleichem Geschlechts und andere Haushaltsformen kinderloser Erwachsener“ (Strohmeier 2009: 159) finden, so Strohmeier. Die erstgenannten Familien sind besonders von Armut betroffen, wobei es sich hierbei nicht zwangsläufig um universelle Armut handelt, sondern vielmehr um eine relative Armut, die sich durch ein hohes Ausmaß an sozialer Differenz und Unterversorgung, im Sinne von Bildung ebenso wie von Gesundheitsfürsorge, manifestiert. Beruhend auf Stagnations- und Schrumpfungsprozessen der Bevölkerung, entsteht

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eine zunehmende Differenz von Lebenssituationen und einer steigenden Armutssegregation. Das Niveau auf dem sich Identifikation, Beteiligungs- und Gestaltungsbereitschaft in diesen Vierteln bewegen, ist, nach Strohmeier, relativ niedrig: In den Städten, in denen die meisten Personen ohne Beteiligungsrechte leben, nehmen die meisten die, diese Rechte haben, sie nicht wahr. (vgl. Strohmeier 2009: 160) Armutssegregation zeigt sich aber nicht nur am zunehmenden „Gestaltungspessimismus“ (Strohmeier 2009: 158), sondern impliziert zudem einen Zusammenhang zwischen der Sozialstruktur des Stadtteils und einer Erkrankungshäufigkeit von Kindern und Jugendlichen, was besonders durch die Schuleingangsuntersuchung veranschaulicht werden kann. (vgl. Strohmeier 2009: 157) In einem besonders schlechten Gesundheitszustand sind deutsche Kinder, die in Stadtteilen mit einem hohen Migrantenanteil leben, denn dort leben auch die „ärmsten deutschen Kinder“ (vgl. Strohmeier u.a. 2006: 44). Dies liegt, laut Strohmeier, an der Lebensart der Familien und des Stadtgebietes, welches nur begrenzte Bewegungs- und Spielmöglichkeiten zulässt. Ein entscheidender Chancenvorteil von Kindern „…liegt in einem partizipationsfreundlichen Umfeld mit relativ stabilen sozialen Verhältnissen.“ (Strohmeier u.a. 2006: 45) Eine sich stetig verändernde Umwelt trägt stark zu einer mangelnden Partizipationsbereitschaft bei und lässt unter anderem strukturelles Misstrauen entstehen. Die Fähigkeit, in Systeme, Strukturen und Personen zu vertrauen, ist aber eine Grundvoraussetzung für Partizipation. Um in andere Menschen vertrauen zu können, benötigt es an Vertrautheit, d.h. an in der Kindheit erlerntem Alltagswissen. Stetige zwischenmenschliche Interaktion sowie sich wiederholende Rituale führen zu einer erfolgreichen Sozialisation, welche, nach Strohmeier, hierfür entscheidend ist. Kinder aus den segregierten Quartieren erleben dagegen eine „abweichende gesellschaftliche Normalität“ (Strohmeier 2009: 164). Unter „Normal“ versteht Strohmeier die Verhältnisse, die als nicht außergewöhnlich auf ein Individuum wirken und die als verlässliche, immer wiederkehrende Grundlagen empfunden werden. In den segregierten Vierteln findet sich eine Form von Normalität in denen Kindern und Jugendliche hauptsächlich bei ihren Müttern, ohne Kontakt zum Vater und mit Unterstützung durch Transferleistungen, leben, so Strohmeier. Ebenso zählen nach Strohmeier die Gewalterfahrung, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit zur Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen. (vgl. Strohmeier 2009: 164) Daraus resultiert ein natürliches Misstrauen gegenüber dem sozialen Umfeld. „Vertrauenswürdigkeit“, also die Vermutung, dass bestimmte Entwicklungen einen positiven Verlauf bzw. ein erhofftes Endziel erreichen, und „Vertrautheit“ bilden aber den Grundstock für ein Handeln in gesellschaftlichen Feldern. Mangelnde Aktivitätsbereitschaft beruht in solchen Quartieren oft auf bewussten Entscheidungen und einer differenzierten Kosten und Nutzen

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Abwägung. (vgl. Strohmeier 2009: 163) Als Aktivierungspotential ist dann ein viel höheres Maß an Erfolgserlebnissen von Nöten, um eine Steigerung von Vertrauen und Partizipationsbereitschaft zu aktivieren. Das „Personenvertrauen“, d.h. das anonyme Vertrauen in unbekannte Personen, das sich aus Vertrautheit heraus entwickelt, ist nach Strohmeier eine Voraussetzung „jeder politischen Partizipation“. (Strohmeier 2009: 167) Der Begriff des „Sozialvertrauens“ bezeichnet in seinem Modell „…die Haltung, die es uns erlaubt, dass wir uns ohne Angst in die soziale Welt begeben, die wir mit den anderen gemeinsam teilen“ (Strohmeier 2009: 167). „Sozialvertrauen also ist das Vertrauen der Akteure in die eigene soziale Kompetenz und in die der anderen.“ (Strohmeier 2009: 167) In Bezug auf segregierte Stadtteile bringen diese, so Strohmeier, Personen ohne Personenund Sozialvertrauen hervor.

Abb. 1, Vertrautheitsmodell nach Strohmeier

Ein gesamtstädtisches Konzept, dass dem entgegen wirkt und eine Partizipation begünstigt, ist das Programm „Soziale Stadt“, so Strohmeier. Das „quasi »amtliche«“ (Strohmeier 2009: 167) Wirkungsmodell der „Sozialen Stadt“ beläuft sich auf eine Wechselwirkung zwischen Integration, Identifikation und Partizipation. Man geht hier davon aus, dass durch eine Identifikation der Bürger mit ihrem Stadtteil eine Integration in den Stadtteil erfolgt und gleichzeitig eine Partizipationsbereitschaft fördert, wodurch weiter eine Identifikation mit dem Stadtteil gesteigert wird.

Abb. 2, Partizipationsmodell nach Strohmeier

Das Ziel des Programms ist die Bürgerbeteiligung, die allerdings dort, wo sie eigentlich am stärksten benötigt würde, „besonders schwer zu mobilisieren“ (Strohmeier 2008a: 30) ist.
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Im Rahmen des Konzeptes stellt Strohmeier drei Projekttypen fest: „`entscheide, plane mit!´ `mach mit!´ `mach es selbst!´“ (Strohmeier 2008a: 30) Nach Strohmeiers Aussage, sind die ersten beiden Konzepte eher auf Bevölkerungsteile ausgelegt, die bereits „sozial integriert“ sind, während das Konzept „mach es selbst!“ (Strohmeier 2008a: 30) auch Bevölkerungsteile erreicht, bei denen ein „Gestaltungspessimismus“ vorliegt. (vgl. Strohmeier 2008a: 31)

Abb. 3, Wechselwirkungsmodell nach Strohmeier

Es sollte sich demnach möglichst um Projekte handeln, die kurzfristig angelegt sind. Auf diese Art kann schnell an Vertrauen in Akteure gewonnen werden, wodurch die Bereitschaft zur weiteren Beteiligung steigt. Damit lassen sich beide Abbildungsmodelle miteinander verbinden.

2.3.

Partizipationsprozesse

Um den Segregationsprozessen entgegenzuwirken spielt, sowohl nach Wirth als auch nach Strohmeier, die Integration in den Stadtteil durch Partizipation eine entscheidende Rolle. In den folgenden Kapiteln wird daher näher auf den Partizipationsbegriff und die einzelnen Partizipationsmodelle und -möglichkeiten von Jugendlichen eingegangen. Kinder und Jugendliche haben in diesem Kontext besondere Bedürfnisse, welche sich in einem ständigen Wandel befinden. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Umweltaneignung und Raumnutzung von Jugendlichen entscheidend.

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2.3.1. Umwelt und Umweltaneignung Als „Umwelt“ wird im Allgemeinen der Bereich bezeichnet, der ein Lebewesen umgibt. (vgl. Grimm 1971: 1259- 1280) Umwelt und Lebewesen wirken wechselseitig auf einander ein, d.h. die Umwelt ist sowohl Wirkungsfeld des Lebewesens als auch Einflussfaktor. Ebenso ist aber auch das Lebewesen selbst Subjekt und Objekt zugleich. Die Umwelt lässt sich in eine soziale und eine natürliche Umwelt gliedern, wobei in dieser Untersuchung das Augenmerk auf die natürliche Umwelt (bspw. Infrastruktur) gerichtet ist. (vgl. Weinert 2002: 7) Da die Untersuchung von der „bedürfnisorientierten Perspektive“ ausgeht, wird zunächst der Begriff der „Wahrnehmung“ genauer betrachtet, um anschließend eine „Wahrnehmung der Umwelt“ untersuchen zu können. Unter „Wahrnehmung“ versteht man den Prozess der Informationsgewinnung aus Umweltund Körperreizen einschließlich emotionaler Vorgänge. (vgl. Grimm 1971a: 963- 969) „Psychologisch betrachtet ist „Wahrnehmung“ ein Prozess, der nicht alleine durch die physikalische Beschaffenheit der wahrgenommenen Reizkonfiguration bestimmt wird, sondern die Sinneseindrücke hinsichtlich bestimmter Leistungen und Zustände des wahrnehmenden Organismus selbst betrachtet (...)“ (Weinert 2002: 7) D. h. also, es fließen bereits vorhandene Einstellungen, Eindrücke und Motive des Betrachtenden in die Wahrnehmung ein. Zudem werden die „empfangenen“ Informationen gefiltert. Da die Umwelt mehr Informationen enthält, als ein Mensch in seiner jeweiligen Wahrnehmungskapazität erfassen kann, nimmt er also nur diese auf, welche für ihn und seine individuelle Lebenslage nützlich und von Bedeutung erscheinen. Dieser „Filterprozess“ wird allgemein als „Selektion“ bezeichnet. Der Wahrnehmungsprozess ist somit also gleich in zweifacher Weise selektiv: Zum einen erfasst der Mensch nur einen für ihn bedeutsamen Ausschnitt seiner Umwelt und zum anderen wird dieser Ausschnitt dann nicht objektiv als Ganzes erfasst, sondern sofort subjektiv durch seine Erfahrungen und persönlichen Einstellungen interpretiert „gespeichert“. (Weinert 2002: 7) Das Bild seiner Umwelt ist also durch verschiedene Faktoren subjektiv geprägt. Dennoch ist es für die Menschen auch ein psychologischer Faktor, welcher ein entscheidendes Element für die subjektiv empfundene Lebensqualität bildet. Zudem kann der emotionale Be-

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zug auch als Kern des Begriffs „Ortsidentität“ betrachtet werden. Diese basiert auf einer Identifikation des Menschen mit seiner Umwelt und setzt ein wechselseitiges Verhältnis zwischen Mensch und seinem Lebensraum voraus. Ortsidentität gründet sich auf Gelegenheiten, seine Umwelt kennen zu lernen und sich umgebungsbezogenes Wissen aneignen zu können. Der emotionale Bezug zu seiner Umwelt bildet sich zum einen durch Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle, welche in der Interaktion mit dieser vermittelt werden, zum anderen durch die Haltung gegenüber der Umwelt, d.h. Meidung oder Aneignung. Dazu kommen individuelle Bedürfnisse des Menschen. (vgl. Weinert 2002: 11) Der Begriff „Aneignung“ soll einen aktiven und selbstbestimmten Umgang mit seinem Lebensraum bezeichnen. Im Laufe des Lebens macht der Mensch unterschiedliche Erfahrungen mit seiner Umwelt. So ist es häufig der Fall, dass sich mit dem Übergang in eine neue Lebensphase auch der individuelle Handlungsraum sowie die eigenen Ansprüche an diesen verändern oder erweitern. Einer Aneignung seiner Umwelt „...liegen somit auch lebenszyklisch unterschiedliche, sich in spezifischen Nutzungsweisen ausprägende Bedarfe zugrunde.“ (Weinert 2002: 12) Im Jugendalter werden sozio-ökonomische und kulturelle Eindrücke für Denk- und Handlungstendenzen relevant. Die Inbesitznahme von Räumen verliert gegenüber früheren Altersstufen an Bedeutung, wichtiger wird hingegen die soziale Interaktion. So sind nun Aneignungsprozesse größten Teils zur Nutzung von Räumen zu kommunikativen Zwecken gedacht. Die sozialen Beziehungen zwischen Gleichaltrigen sind in diesem Lebensabschnitt der Loslösung von den Eltern enorm wichtig. (vgl. Weinert 2002: 12 ff.) Auch öffentliche Freiräume nehmen als inoffizielle Orte der Freizeitgestaltung eine wichtige Stellung ein. Wie bereits erwähnt, nehmen vor allem Jugendliche Freiräume als kommunikatives Element wahr. Sie dienen besonders als Mittel der Interaktion. So laufen raumbezogene Verhaltensweisen auch meist als kollektive Prozesse mit einer unterschiedlichen Einbindung in Gruppen ab. Daher verläuft auch eine Räumaneignung größten Teils in sozialen Beziehungen mit Gleichaltrigen. Die Aneignung und Nutzung von Freiräumen wird durch soziale Gegebenheiten (soziale Umwelt) sowie durch die räumlichen Strukturen (natürliche Umwelt) beeinflusst. (vgl. Weinert 2002: 128) Nach Böhnisch und Münchmeier gibt es hier geschlechtsspezifische Unterschiede. So „erobern“ Jungen ihre Freiräume durch vielfältige Aktivitäten, Ausgrenzungen, Kontrolle und Zurückdrängung von „Nicht-Gruppenzugehörigen“, während Mädchen Freiräume eher beobachtend oder flanierend nutzen. Sie suchen zwar einerseits die Ungestörtheit zum Reden, sehen andererseits aber auch gerne anderen Menschen zu. (vgl. Böhnisch/ Münchmeier 1990: 84)

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Da sich die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ständig ändern und erweitern, ist es schwierig, ihnen daran angepasste Raumangebote zur Verfügung zu stellen. Freiräume, die speziell für Kinder und Jugendliche hergerichtet wurden, legen oft schon das Handlungsspektrum für ihre Nutzer fest, wodurch diese, und ganz besonders Jugendliche, über einen längeren Zeitraum nicht mehr partizipieren können und so das Interesse verlieren. Demgegenüber bieten weniger vorstrukturierte Flächen Jugendlichen eine breitere Entfaltungsmöglichkeit, da ihre Funktion von den jeweils Nutzenden immer wieder neu bestimmt wird. Daher beschränken sich vor allem Jugendliche nicht immer auf die ihnen öffentlich zugestandenen Flächen, sondern eignen sich mit zunehmendem Alter häufig Orte an, welche ihnen von Erwachsenen unbeobachtet erscheinen, wie bspw. Parkhäuser oder -plätze. Dies wiederum ruft häufig lokale „Ordnungswächter“ auf den Plan, welche den von Erwachsenen vorbestimmten Zweck der Fläche zurückerobern sollen. Dies bringt nicht selten Konflikte zwischen den Generationen hervor und stellt rechtliche Fragen, besonders im Hinblick auf den Aufenthalt in öffentlichen und halböffentlichen Räumen, auf. (vgl. Weinert 2002: 129)

2.3.2. Entwicklung der Partizipationsmöglichkeiten Die Ausstattung eines Stadtteils und Nachbarschaft bestimmt die Lebenssituation ihrer Bewohner mit. (vgl. Sauer 2007: 87) Dies gilt besonders für den Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt, zu Bildungsangeboten, zu öffentlichen Einrichtungen und anderen Partizipationsangeboten. (vgl. Sauer 2007: 89) Das heißt, um eine größtmögliche Förderung einer Integration zu gewährleisten, ist es unabdingbar, dass die Partizipationsmöglichkeiten im Stadtteil von allen Bewohnern gleichermaßen genutzt werden können, unabhängig von Herkunft, sozialer Schicht, Geschlecht, Alter oder Behinderung. (vgl. Sauer 2007: 88) Die historische Veränderung des städtischen Raumes veränderte besonders die Lebenssituation der dort lebenden Kinder und Jugendlichen. In der vorindustriellen Stadt kamen dem öffentlichen Raum und der näheren Wohnumgebung viele verschiedene Funktionen zu. Die Generationen nutzen gleichzeitig denselben Raum, denn er bot für jede Altersgruppe spezifische Möglichkeiten. Durch die Ausbreitung des Industriekapitals entfernten sich die Handlungs- und Tätigkeitsbereiche von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen voneinander. Die Handlungsräume von Kindern und Jugendlichen wurden zunehmend von der Industrie, Handel, Verkehr und Dienstleistung verdrängt und wurden somit als Treffoder Spielräume ungeeigneter. Dafür kamen immer verstärkter geschützte, abgeschirmte

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und kontrollierte Räume auf. (vgl. Sauer 2007: 89) Dies bedeutet gleichzeitig, dass Kinder und Jugendliche ihre Räume immer weniger selbst „erobern“ können, wodurch ihre Selbstbestimmung stark eingeschränkt wird. Zudem sind die zur Verfügung gestellten Flächen meist nach den pädagogischen Vorstellungen Erwachsener gestaltet. (vgl. Sauer 2007: 90) Seit den 90-er Jahren müssen die einzelnen Räume vermehrt von außen untereinander koordiniert werden, da sie sich zwar in einem größer gewordenen Gesamtraum befinden, welcher als gesamter aber häufig unbekannt und bedeutungslos beleibt. Besonders in Bezug auf Kinder wird hier von einer „Verinselung“ (vgl. Zeiher/Zeiher 1994) der Lebenswelten gesprochen. D.h. der Lebensraum von Kindern muss aktiv, meist durch die Eltern, hergestellt werden, was eine starke Mitwirkung der Eltern in ihrem Lebensraum bedeutet. Dazu kommt die Herausforderung, Kindern Freiräume mit eigenem Handlungs- und Entscheidungsfreiraum zu zugestehen, in welchen sie eigenverantwortlich Regeln, Grenzen und Rollenverständnisse aushandeln können. Durch diese „Verinselung“ sind die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder stärker an die finanziellen Möglichkeiten und das Engagement der Eltern gebunden. Es erscheint plausibel, dass dadurch bestimmte Gruppen von Kindern benachteiligt sind, da auch ihre Integrationsräume eingeschränkt sind. (vgl. Sauer 2007: 90) Rauschenbach und Wehland (vgl. Rauschenbach/ Wehland 1989) stellten bereits 1989 fest, dass Kinder aus der Ober- und Mittelschicht oft einen strukturierten und vorgeplanten Tagesablauf haben, welcher wenig Zeit für eigene Erkundungen und Erschließungen lässt. Dahingegen ist die Zeit der „Unterschichtskinder“ weniger verplant, so dass sie häufig öffentliche Angebote aus dem unmittelbaren sozialen Nahraum nutzen. Dies bedeutet aber nicht, dass sie deswegen mehr partizipieren oder im Stadtteil „besser integriert" sind. Die jeweiligen Lebensbedingungen entscheiden darüber, ob sich die Kinder entsprechend ihrer eigenen Zielsetzungen, Wünsche und Vorstellungen Integrations- und Partizipationsräume aneignen können. Weitere Kriterien, die über die verschiedenen Sozialräume entscheiden, sind nach Rauschenbach und Wehland: Alter, Geschlecht, Jahreszeit und ländliches oder städtisches Wohngebiet. (vgl. auch Sauer 2007: 90 f) Die städtische Umwelt besteht also aus einem heterogenen Nutzungsgefüge, dass in viele verschiedene einzelne Funktionsbereiche gegliedert ist, welche Kinder und Jugendliche wiederum erst als Teilstücke ihres individuellen Lebensraumes miteinander verbinden müssen. Von der Gesellschaft werden Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen oft auf die ihnen bereitgestellten Flächen reduziert. Versuchen sie darüber hinaus Räume für sich zu nutzen, kommt es häufig zu Konflikten. Dies führt dazu, dass sich Kinder und Jugendli-

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che immer seltener außerhalb der Sozialräume Wohnung und Schule aufhalten, was ihre sozialen, räumlichen sowie gesundheitlichen Grundbedürfnisse ab einem gewissen Grad nicht mehr ausreichend abdecken kann. Zusätzlich können strukturelle Fehlentwicklungen, wie bspw. Aggressionen, Leistungsminderungen, Gewalt, Kommunikationsstörungen oder Isolation, auftreten. Da Kinder und Jugendliche oft nicht im gleichen Maße wie Erwachsenen mobil sind, hängen sie daher vor allem von ihrem Wohnumfeld ab. (vgl. Weinert 2002: 129 ff.)

2.3.3. Partizipation von Kindern und Jugendlichen Betrachtet man Partizipationsbedingungen im Kontext des demografischen Wandels, ist, laut des Sozialwissenschaftlers Klaus Hurrelmann, die alte Einteilung der Gesellschaft in drei Lebensphasen, junge Generation (Kindheit und Jugend), mittlere Generation und alte Generation, nicht mehr sinnvoll. (vgl. Hurrelmann 2001: 3) Durch den demografischen Wandel, wird die junge Generation allmählich zu einer „Minderheit“ und ist zusätzlich durch verschiedene Faktoren belastet: Auf der einen Seite verlängert sich die erste Lebensphase durch eine auf eine längere Dauer ausgelegte Ausbildungszeit und somit einen späteren Eintritt in das Erwerbsleben, andererseits verlangt die Individualisierung in modernen Gesellschaften schon sehr früh einen hohen Grad an Eigenverantwortung in Verbindung mit einem stetig steigenden Leistungsdruck. (vgl. Hurrelmann 2001: 3 f.) Die Bedeutung von Freizeit wächst, weil die eigenverantwortliche Selbstorganisation von (Aus-)Bildung und Privatleben die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Die Jugendlichen bewegen sie sich in vielen Bereichen eigenverantwortlich wie Erwachsene (z.B. Liebe, Konsum, Medien), sind aber sozioökonomisch unmündig. Hurrelmann schlussfolgert, dass die Rechte der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden müssen und fordert eine neue Diskussion um Beteiligungsformen und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene, damit „die Minderheit Jugend“ ihre Interessen vertreten kann, es zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse und gerechten Verteilung der Umwelt- und Sozialressourcen kommen kann. (vgl. Hurrelmann 2001: 5 f.)

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politische Gestaltungsrechte

Vorbereitung auf 2. Lebensphase

Vollmitglied der Gesellschaft

Rolle der überflüssigen Müßiggänger

Abb. 4, Ungleichgewicht zwischen den Partizipationsmöglichkeiten der Generationen nach Hurrelmann

Um auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren, ist es notwendig den Bedingungen angepasste Beteiligungsmodelle zu entwickeln. Der Begriff „Beteiligungsmodelle“ meint in diesem Zusammenhang Konzepte, die Kinder und Jugendliche aktiv in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Es gibt verschiedene Typologien und Klassifizierungen von Partizipation von Kindern und Jugendlichen.

Typen der Partizipation...
Punktuelle Beteiligung Repräsentative Formen Offene Versammlungsformen Projektorientierte Formen Alltägliche Formen Medienorientierte Formen Wahlrecht in Erwachsenenstrukturen

Instrumente...
Kinder- und Jugendbeauftragte Kinderbüros Ämterübergreifende Arbeitsgruppen Jugendgemeinderäte/ Kinderparlamente Kinder- und Jugendforen Kindersprechstunden Projekte im Rahmen der Stadtgestaltung Ideenwettbewerbe

Abb. 5, Partizipationstypen und -instrumente

Ein Teil der Beteiligungsformen spricht oft nur einen begrenzten Ausschnitt aller Jugendlichen an. Besonders repräsentative und offene Beteiligungsmodelle werden häufig nur von deutschen, „gut ausgebildeten“, eloquenten und politisch besonders interessierten Jugendlichen genutzt. Projektorientierte Beteiligungen ermöglichen auch Kindern und Jugendlichen den Zugang, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen und ansonsten häufig ausgegrenzt werden. (vgl. Zinser 2001: 57 ff.)

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Roger Hart hat in diesem Zusammenhang 1992 ein 8-stufiges „Kindermitbestimmungsmodell“ entwickelt, welches sich an dem „Grad der Mitbestimmung“ orientiert. (vgl. Hart 1992: 8) Auf der ersten Stufe des Modells stehen Projekte, bei denen Kinder und Jugendliche instrumentalisiert werden. „One example is that of pre-school children carrying political placards concerning the impact of social policies on children. If children have no understanding of the issues and hence do not understand their actions, then this is manipulation.” (Hart 1992: 9) Bei Aktionen der zweiten Stufe dienen Kinder und Jugendliche einem dekorativen Zweck, denn sie sind kaum über Hintergründe informiert und können nicht mitentscheiden. Auf der nächsten Stufe kommt der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen eher eine Alibifunktion zu, das heißt, dass sie auch hier in Bezug auf das Projekt keine Entscheidungsbefugnisse besitzen. Die Teilnahme wird ihnen allerdings freigestellt. Die Aktionen der vierten Stufe werden von Erwachsenen geplant. Kinder und Jugendliche sind aber gut über die Aktionen informiert und verstehen den Sinn und Zweck. Obwohl sie hier eine sinnvolle Rolle erhalten, sind die tatsächlichen Einflussmöglichkeiten innerhalb der Entscheidungsprozesse gering. Bei der fünften Stufe des Modells werden die beteiligten Kinder und Jugendlichen zuvor über Planungen befragt und informiert. An der konkreten Umsetzung und an Entscheidungsprozessen sind sie jedoch nicht beteiligt. Erst ab der folgenden Stufe fängt die tatsächliche Partizipation an. Hier werden zwar die Konzepte und Aktionen nur von Erwachsenen entworfen, aber dennoch basieren Entscheidungen auf einer gleichberechtigten und demokratischen Einbindung aller Beteiligten. Projekte die ausschließlich nur von Kindern und Jugendlichen entworfen und geleitet werden, werden von Hart der siebten Stufe seines Modells zugeordnet. Auf der höchsten Stufe finden sich Konzepte, die von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen gemeinsam entworfen werden und auf einer gleichberechtigt demokratischen Entscheidungsbasis beruhen. Bei den Projekten der Stufen eins bis fünf handelt es sich um Scheinpartizipationsmodelle, bei denen Jugendliche keine tatsächlichen Entscheidungsmöglichkeiten zukommen. So werden die meisten Projekte von Erwachsenen initiiert und geplant. Unklar ist aber, ob dies ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Beteiligungsangebote ist, oder vielmehr eine Form von „Alibifunktion“ hat. (vgl. Hart 1992: 8 ff.) Eine Eigeninitiative der Betroffenen würde bei Gelingen der Aktion ein hohes Maß an Identifikation und Motivation für

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weiteres Engagement mit sich bringen. Misslingt allerdings das Projekt, kann es dagegen zum Gegenteil, nämlich Missmut und Beteiligungsmüdigkeit kommen. „Regrettably, projects […] on the highest rung of the ladder of participation, are all too rare. The reason, I believe, is not the absence of a desire to be useful on the part of teenagers. It is rather the absence of caring adults attuned to the particular interests of young people.” (Hart 1992: 14)

3. Zwischenfazit I - Kritische Betrachtung der Forschungsansätze Die Übertragung von Simmels Ansatz ist, bezogen auf die moderne Gesellschaft, in einigen Punkten problematisch. Zum einen wird das Individuum als „homo oeconomicus“ verstanden, während soziale Aspekte eher in den Hintergrund fallen und zum anderen ist für ihn eine gleichberechtigte Teilhabe Voraussetzung. Betrachtet man aber soziale Segregationsprozesse in Zusammenhang mit Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der Stadt, spielen soziale Ungleichheiten und Benachteiligungen eine wichtige Rolle in den städtischen Interaktionssystemen. Dies bedeutet, dass Simmels Theorie von Individualisierung als Chance nicht zutreffend sein kann, bzw. nicht auf alle städtischen Systeme übertragen werden kann. 8 Nach dem Soziologen Ulrich Beck ist eine Individualisierung aber keine eigene Entscheidung, sondern vielmehr ein zwangsläufiger Prozess, der aus einer sich verändernden Gesellschaft heraus resultiert. (vgl. Beck 1986) Simmel beschreibt außerdem durch den Ausdruck „Integrationsmodus“, die Distanziertheit als die einzige Möglichkeit für eine erfolgreiche Integration. Dies kann aber nicht zutreffen, da es innerhalb der Städte kein homogenes Bild gibt. Die Stadtteile und seine Bewohner sind facettenreich und nicht in einen einzigen pauschalisierten „Integrationsmodus“ zu „zwängen“. Der Begriff „Modus“ lässt außerdem auf einen bewusst herbeigeführten „Zustand“ oder „Herangehensweise“ der Bewohner schließen, was aber nicht der Fall sein muss. An dieser Stelle soll auf Strohmeier und Wirth verwiesen werden, welche den wichtigsten Faktor zur Integration in der Partizipation sehen, worauf im späteren Verlauf noch einmal eingegangen wird. Weiterhin ist Simmel der Ansicht, dass die sozialen Beziehungen innerhalb eines Raumes entscheidender sind, als der Raum selbst. Wenn man sich die Frage stellt, was entscheidender ist, der Raum oder die Beziehung, ist es sinnvoll verschiedene Perspektiven zu betrachten, denn der soziale Raum Stadtteil kann verschiedene Funktionen annehmen. So kann er beispielsweise sowohl als Medium als auch als Interaktionspartner fungieren. Die8

Die Individualisierung in der modernen Gesellschaft, wie sie beispielsweise Ulrich Beck beschreibt, war Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht in dem Maße ausgeprägt.

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se Betrachtungswiese stellt den Stadtteil als Raum in einen neuen Kontext, und zwar in den des Kommunikationspartners. Den Stadtteil als abstrakte kollektive Identität zu betrachten, lässt es zu, dass er eigenständig als Interaktionspartner innerhalb des sozialen Netzwerkes agieren kann. Hierbei kann die Gesamtheit der Handlung der Bewohner eines Stadtteils als Interaktion aufgefasst werden. Dabei handelt es sich aber nicht um den Stadtteil als „Verein“ mit dem sich alle Menschen identifizieren müssen, sondern um ein Konstrukt innerhalb des sozialen Netzwerkes, in dem sowohl das Image als auch individuelle Assoziationen die innere Kommunikation auch von außen beeinflussen. Von dieser Betrachtungsweise ausgehend, erscheint es logisch, dass es auch innerhalb der Interaktion mit dem Stadtteil zu einer mangelhaften Kommunikation kommen kann. Wenn ein Kommunikationspartner über längeren Zeitraum nicht auf eine Interaktion reagiert, kann dies zu einem Desinteresse seitens des Agierenden führen. Genauso kann es sich zwischen einem Stadtteil und seinen Bewohnern verhalten. Ebenso kritisch können Kommunikationsstörungen sein, die auch eine Motivationsstörung zur Folge haben können. Da eine Kommunikation mit dem Stadtteil auch immer eine Partizipation ist, kann daraus ein möglicher von Strohmeier beschriebener „Gestaltungspessimismus“ resultieren, welcher von Frustration geprägt ist. Sieht man Partizipation als eine weitere Möglichkeit zur Integration ist die Frage, wie diese am besten aussehen könnte, um die Wahrscheinlichkeit der Frustrationserlebnisse auf ein Minimum zu reduzieren. Der Soziologe Wirth ist der Ansicht, dass eine Integration in eine Gesellschaft nur durch Partizipation in einer „community“ und durch die Herauslösung der Individuen aus ihren Primärgruppen, wie z.B. dem kleinsten sozialen System, der Familie, erfolgen kann. Betrachtet man den Stadtteil als beschriebene „community“, stellt sich die Frage, was ist, wenn dieser auf Grund von Segregation zum Großteil aus der Primärgruppe besteht? Eine Möglichkeit wäre es daher, das Individuum nicht vollständig vom gesamten Netzwerk zu trennen, wodurch auch der Kontakt zum Stadtteil als Kommunikationspartner verloren ginge. Sinnvoller wäre es, das Individuum so an den Rand des Netzwerkes zu stellen, dass es die Möglichkeit hat, Verbindungen zu weiteren Netzwerken aufzubauen ohne dabei die Verbindungen des alten Netzwerks zu verlieren, da in den Netzwerken Vertrautheit entsteht und diese, nach Strohmeiers Theorie, Grundvoraussetzung für Partizipation ist. Hierbei stellt sich zudem die Frage, inwiefern es wirklich großflächig praktikabel ist, alle Einwohner aus segregierten Quartieren in neue Netzwerke integrieren zu wollen, besonders in Hinblick auf die benötigte hohe Anzahl von neuen Netzwerken?

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Jugendliche allerdings, die in einer nach Strohmeier „abweichenden Normalität“ aufwachsen, sehen, laut des Soziologen, zur Partizipation keinen Anlass. Hier lässt sich anmerken, dass eine Normalität nach Strohmeier, bestehend aus einer reinen Kernfamilie, bezogen auf Becks Individualisierungsthese, nicht mehr als Regelfall zu deklarieren ist. Geht man aber davon aus, dass die Menschen meist folgerichtig innerhalb ihrer Erfahrungswelt handeln, impliziert dies, dass mangelnde Partizipation kein Fehlverhalten der Jugendlichen ist, sondern ihren Erfahrungen entsprechend logisch. Die Vertrautheit kann dabei keine Grundvoraussetzung für Partizipation sein, sondern lediglich ein Prägungsfaktor. Strohmeier verbindet in seiner Theorie drei zentrale Punkte, die miteinander in einem wechselseitigen Bezug stehen. Diese sind die Integration, die Partizipation und die Identifikation. Aus Partizipation resultierende Erfolgserlebnisse erhöhen die Identifikation mit dem Stadtteil und fördern den sozialen Zusammenhalt. Aus dieser Kombination kann eine Integration Erfolg haben. Ist es daher das Ziel, eine Partizipation von Jugendlichen zu erreichen, so müssen also vorerst Voraussetzungen geschaffen werden, wodurch die Jugendlichen trotz ihrer Erfahrungswelt partizipieren können. Nach Strohmeier partizipieren Jugendliche erst nach einer Kalkulation von Kosten und Nutzen. Für die Jugendlichen als gewinnbringend empfundene Projekte steigern dabei die Bereitschaft und das Interesse zur Mitgestaltung. Aufgrund des Wandels der Kindheit und Jugend, sind überdies neue Beteiligungsmodelle nötig. Es lässt sich zudem keine wirkliche Beteiligungsmüdigkeit feststellen, sondern nur eine Verschiebung der Tendenzen. Jugendliche engagieren sich in fast allen Bereichen, besonders der punktuellen Beteiligung, stärker als z.B. die über 30-Jährigen. Die Tendenz geht daher eindeutig zu projektorientierten Beteiligungsmodellen und autonomen, informellen Gruppen, da diese dezentrale Selbstbestimmung und flexible Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Diese Entwicklung sollte unbedingt bei der Konzeption von neuen Beteiligungsmodellen berücksichtigt werden. Wichtig ist auch zwischen Angeboten für Kinder und Jugendliche zu unterscheiden. Die Angebote sollten thematisch interessant, an die Entwicklungsstufe angepasst und niedrigschwellig9 sein, damit sie so allen Jugendlichen zugänglich sind. Die Jugendlichen sollten
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Niedrigschwellig schließt hierbei Angebote ein, die für Jugendliche ohne Schwierigkeiten und Hindernisse zugänglich sind.

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autonom Handeln können und flexibel in ihrer Mitarbeit bleiben dürfen. Besonders wichtig für den Erfolg des Projektes ist eine schnelle Umsetzung, denn das entscheidet bei den Jugendlichen über Frustration oder Motivation für weitere Beteiligung. Besonders bei projektorientierten Partizipationsangeboten wie beispielsweise einem Raumgestaltungsprojekt, ist die Frage, wie nach Ablauf des Ursprungsprojektes mit den entstandenen Räumlichkeiten weiter verfahren wird. Welche weiteren Interventionsmöglichkeiten werden den Jugendlichen geboten? Gehen die Räumlichkeiten in eine Fremdbestimmung über, können die Jugendlichen nicht weiter partizipieren und verlieren das Interesse. Zwischen dem Verhalten der Jugendlichen, sich Räume zum Großteil im Kollektiv an zueignen und diese dann zu kommunikativen Zwecken zu nutzen, ist eine Parallele zu Ottersbachs Begriff der „Sozialintegration“ zu sehen. Dies würde bedeuten, dass der Prozess der Raumaneignung und -nutzung von jugendlichen sowohl partizipatorischen als auch integrativen Charakter hat. Dem würde somit Wirths Ansatz, das Individuum aus dem Netzwerk zu lösen, entgegenwirken.

Fast man die prägnanten Aussagen der Theorieauseinandersetzung zusammen, so ergeben sich folgende Thesen die zu untersuchen sind: Jugendliche brauchen neue/mehr Räume (physisch reale Räume sowie Raum, in den Entscheidungsprozessen und -strukturen der Erwachsenen) Positive Partizipationserfahrungen fördern eine weitere Beteiligung, während Frustrationserlebnisse diese hemmen Es gibt Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen in Bezug auf Benachteiligung und Partizipation Jugendliche brauchen mehr Rechte in Bezug auf gesellschaftliche Mitbestimmung

II. Teil 4. Gesetzliche Rahmbedingungen für Partizipation von Jugendlichen Partizipation und Beteiligung soll in vielen rechtlichen Zusammenhängen gewährleistet werden. Zwar impliziert „Bürgerbeteiligung“ auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, dennoch wurde diese in einigen Gesetzen zusätzlich hervorgehoben.

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4.1.

Die UN- Konvention über die Rechte der Kinder

Die Basis für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen bildet die UN- Konvention über die Rechte der Kinder, welche 1979 im Jahr des Kindes, seitens der Regierung Polens, initiiert wurde. 1989 kam es zu dem Vertragsabschluss, wobei die Regierung Deutschlands erst am 5. April 1992 zustimmte. Die UN- Kinderrechtskonvention regelt in 54 Artikeln gesellschaftliche Grundrechte und Privatrechte der Menschen zwischen 0-18 Jahren, wobei folgende 4 Prinzipien verfolgt werden: 1.) „Anspruch auf persönliche Entwicklung“ (Hurrelmann 2001: 5) 2.) „Prinzip der Gleichbehandlung“ (Hurrelmann 2001: 5) 3.) „Prinzip des besten Interesses des Kindes“ (Hurrelmann 2001: 5) 4.) „Achtung vor der Meinung des Kindes“ (Hurrelmann 2001: 5) „With the Convention, children can no longer be perceived as not-yet persons, waiting in the lobby of life to become mature by the magic effect of reaching the age of maturity.” (Santos-Pais 2000: 93) Durch diesen Wandel der Sichtweise, rückten die Fragen nach Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen und die Lebenssituation in einer sich demografisch verändernden Gesellschaft in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Die Konvention beinhaltet die Forderung, die Gesetze der einzelnen Vertragspartner unverzüglich nach der Ratifizierung an die UN- Konvention an zupassen, wobei die einzelnen Vertragsstaaten sie, je nach wirtschaftlicher und politischer Situation des Landes, anders umsetzen. In Deutschland gilt die Kinderrechtskonvention aufgrund der so genannten Vorbehaltsund Interpretationserklärung nur mit Einschränkungen, d.h. die Regierung behält sich vor, deutsche und ausländische Kinder unterschiedlich zu behandeln. So haben Flüchtlingskinder ohne gesicherten Aufenthaltstitel in Deutschland nur eingeschränkte Rechte, was nach Auffassung von Kinderrechtsorganisationen in Widerspruch zu der Konvention steht. (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007: 77 f.)

4.2.

Gesetz zur Neuordnung des Kinder- und Jugendhilferechts

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Das Kinder- und Jugendhilfegesetz, 8. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VIII), ist 1991 in Deutschland in Kraft getreten und löste das seit 1922 bestehende Jugendwohlfahrtsgesetz ab. Es formuliert neue Anforderungen und Aufgaben der Jugendhilfe, wobei hier die Beteiligung eine wichtige Rolle spielt. Der sogenannte „Beteiligungsparagraph“ beinhaltet die Forderung, Kinder und Jugendliche „... entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen.“ (§8 Abs. 1 SGB VIII) Die Partizipation scheint hierdurch auf die öffentliche Jugendhilfe beschränkt. Dieser wird allerdings in §1 eine Befugnis zur Intervention zugestanden, durch welches sie „... positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen“ (§1 Abs. 3 Nr. 4 SGB VIII) habe. Das beinhaltet indirekt auch den Auftrag, im Städtebau und der Wohnungspolitik mitzuwirken, da die öffentliche Jugendhilfe zu gewährleisten hat, dass die Jugendhilfeplanung und andere lokale Planungen aufeinander abgestimmt werden, damit die Interessen der Kinder und Jugendlichen auch hier vertreten werden. (§80 Abs. 4 SGB VIII) In Bezug auf §8 müssten die Kinder und Jugendlichen also auch in all diese Bereiche einbezogen werden. Die Angebote, an welchen Kinder und Jugendliche partizipieren, sollen zudem ihre Entwicklung und Selbstbestimmung fördern, zu sozialem Engagement und gesellschaftlicher Verantwortung anregen und die Verpflichtung der Jugendhilfe erfüllen, „... die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu selbständigem, verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familien zu berücksichtigen“. (§9 Abs. 2 SGB VIII) Die Jugendhilfe wird somit aufgefordert, Partizipationsmodelle für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und zu schaffen. Das Gesetz räumt Kindern und Jugendlichen zwar das Recht zur Mitbestimmung ein, bietet allerdings keine Grundlage für selbstbestimmte oder -initiierte Partizipationsprojekte. Zudem werden keine konkreten Instrumente für die Jugendhilfe genannt, sondern nur Formulierungen wie „in angemessener Weise“ oder „dem Entwicklungsstand entsprechend“ verwendet.

4.3.

Agenda 21

47

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung wurde 1992 die „Agenda 21“ beschlossen, ein Handlungsprogramm der „...globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist.“ (Punkt 1.1 Agenda 21) Die Ziele der Agenda 21 sollen von allen politischen Ebenen verfolgt werden, so lautet die Forderung in Kapitel 28:
„...bis 1996 soll sich die Mehrzahl der Kommunalverwaltungen der einzelnen Länder gemeinsam mit ihren Bürgern einem Konsultationsprozeß unterzogen haben und einen Konsens hinsichtlich einer "kommunalen Agenda 21" für die Gemeinschaft erzielt haben...“ (Punkt 28.2 Agenda 21)

Die Bürgerbeteiligung ist hierbei ein zentraler Gedanke. Das Mitwirken der Bevölkerung wird mehrfach im Rahmen verschiedener Handlungsaufträge gefordert und besonders für die lokale Ebene als bedeutsam erachtet. So sind Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen, sie betreffender Entscheidungen, aktiv einzubeziehen.
„Die Einbeziehung der heutigen Jugend in umwelt- und entwicklungspolitische Entscheidungsprozesse und ihre Beteiligung an der Umsetzung von Programmen ist mitentscheidend für den langfristigen Erfolg der Agenda 21.“ (Punkt 25.2 Agenda 21)

Besonders der Dialog zwischen der Jugend und der Politik soll in diesem Zusammenhang gefördert werden.
„Jedes Land soll in Absprache mit seiner Jugend und deren Organisationen einen Prozeß in Gang bringen, der den Dialog zwischen der Jugend und der Regierung auf allen Ebenen fördert, und Mechanismen einsetzen, die der Jugend den Zugriff auf Informationen ermöglichen und ihr Gelegenheit geben, ihre Ansichten zu Regierungsentscheidungen - einschließlich der Umsetzung der Agenda 21 - darzulegen.“ (Punkt 25.4 Agenda 21)

4.4.

Baugesetzbuch

In der städtischen Planung wird den räumlichen Belangen von Kindern und Jugendlichen nach Bundesrecht durch die Anlage von Spielplätzen entsprochen. Dem Baugesetzbuch zu Folge müssen diese im Flächennutzungsplan (§5 Abs. 2 Nr. 5 BauGB) ausgewiesen und im Bebauungsplan (§9 Abs. 1 Nr. 22 BauGB) verbindlich festgelegt werden. Das Baugesetzbuch sieht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei städtischen Planungen im Rahmen der vorgegebenen Beteiligungsverfahren in der Bauleitplanung und der städtebaulichen Sanierung vor. Kinder und Jugendliche haben, ebenso wie Erwachsene, das Recht Bedenken und Anregungen zu Bauleitplänen zu äußern (§3 Abs. 1 BauGB). Die Mitwirkungsmöglichkeiten für Betroffene bei Sanierungsvorhaben bezieht sich ebenfalls auf Kinder und Jugendliche (§137 BauGB).

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„Wirken sich Bebauungspläne, städtebauliche Sanierungsmaßnahmen, städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen oder Stadtumbaumaßnahmen voraussichtlich nachteilig auf die persönlichen Lebensumstände der in dem Gebiet wohnenden oder arbeitenden Menschen aus, soll die Gemeinde Vorstellungen entwickeln und mit den Betroffenen erörtern, wie nachteilige Auswirkungen möglichst vermieden oder gemildert werden können. Die Gemeinde hat den Betroffenen bei ihren eigenen Bemühungen, nachteilige Auswirkungen zu vermeiden oder zu mildern, zu helfen, insbesondere beim Wohnungs- und Arbeitsplatzwechsel sowie beim Umzug von Betrieben; soweit öffentliche Leistungen in Betracht kommen können, soll die Gemeinde hierauf hinweisen. Sind Betroffene nach ihren persönlichen Lebensumständen nicht in der Lage, Empfehlungen und anderen Hinweisen der Gemeinde zur Vermeidung von Nachteilen zu folgen oder Hilfen zu nutzen oder sind aus anderen Gründen weitere Maßnahmen der Gemeinde erforderlich, hat die Gemeinde geeignete Maßnahmen zu prüfen.“ 10 (§ 180 Abs. 1 BauGB)

4.5.

Bürgerbeteiligung

Durch Einwohnerantrag, Bürgerbegehren und –entscheid wird die repräsentative Demokratie auf kommunaler Ebene mit einer direkten Demokratie verbunden. So hat nach §24 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen „...Jeder [...] das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Anregungen oder Beschwerden in Angelegenheiten der Gemeinde an den Rat oder die Bezirksvertretung zu wenden.“(§24 Abs. 1 GO NRW) Weiter haben Einwohner, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, das Recht zu Anträgen an den Rat. In Gelsenkirchen mit mehr als 100.000 Einwohnern muss der Einwohnerantrag von mindestens 4 % der Einwohner, höchstens jedoch 8.000 unterzeichnet sein. Außerdem können die „... Bürger [...] beantragen (Bürgerbegehren), daß sie an Stelle des Rates über eine Angelegenheit der Gemeinde selbst entscheiden (Bürgerentscheid).“ (§26 Abs. 1 GO NRW) Das Bürgerbegehren muss von mindestens 10 % der Bürger unterzeichnet sein. Für einen Bürgerentscheid müssen sich dann mindestens 20 % der Bürger aussprechen.

5. Soziale Stadt 5.1. Historischer Abriss der Wohnungspolitik in den alten Bundesländern bis zur Wiedervereinigung Die Wohnungspolitik der 50er Jahre in Westdeutschland beruhte auf drei Grundpfeilern. 1. 2.
10

Der Fortführung des sozialen Wohnungsbaus Die Förderung von individueller Eigentumsbildung

Fassung aufgrund des Gesetzes zur Anpassung des Baugesetzbuchs an EU-Richtlinien (Europarechtsanpassungsgesetz Bau - EAG Bau) vom 24.6.2004

49

3.

Die finanzielle Unterstützung durch das Wohngeld (vgl. Lenz 2007:45)

Bei der Form des sozialen Wohnungsbaus durfte der Vermieter nur an Haushalte vermieten, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten. Es handelte sich hierbei um eine temporäre Maßnahme. (vgl. Schader- Stiftung 2006) Durch die Vergabe von zinslosen Darlehen von Haushaltsmitteln des Bundes und der Länder, war es ab 1950 möglich, eine sogenannte Objektförderung zu beantragen. Dadurch erhöhte sich der Bau von Eigentumswohnungen bzw. Häusern. Die Tilgungsfrist des Darlehns belief sich auf 30- 35 Jahre. 1965 wurde das Wohngeld eingeführt. Bereits 1955 hatte es eine ähnliche Transferleistung gegeben, das Bundesmietengesetz, allerdings wurde dieses kaum in Anspruch genommen. Das Wohngeld musste nicht zurückgezahlt werden und ging in seiner Leistungsmöglichkeit über die Sozialhilfe hinaus, da auch Haushalte die über dem Sozialhilfesatz Lagen für das Wohngeld in Frage kamen. (vgl. Kirchner 2006: 103) In den 80er Jahren entwickelte sich die sogenannte Filtering-Theorie. Man war der Meinung, um die Wohnungsversorgung der einkommensschwachen Familien zu unterstützen, müsse man die Eigentumsbildung der einkommensstarken Haushalte fördern. Resultat sollte der Auszug der einkommensstarken Haushalte aus den Mietwohnungen in privates Wohneigentum und damit der Nachzug einkommensschwacher Familien in die dann vorhandenen Wohnräume sein. (vgl. Lenz 2007:45) Allerdings zeigte sich, dass die Mobilität der einkommensschwachen Haushalte stark begrenzt war, da sie sich einen Umzug de facto nicht leisten konnten. So blieben die Wohnungen unbewohnt und wurden aus Rentierungsgründen nur selten saniert. (vgl. Lenz 2007:50) Mit dem Städtebauförderungsgesetz von 1971, in diesem wurde zum ersten Mal das Mitwirken von Betroffenen bei der Sanierung ihrer Wohnquartiere festgelegt, wurde ein neuer Sozialplan entwickelt. (vgl. Lenz 2007:58) Es handelte sich hierbei um eine „Funktionsschwäche-Sanierung“, d.h. die Sanierung beruhte auf den Gesichtspunkt der Bedeutung des Quartiers für die Gesamtstadt. Einkommensstarke Familien verließen diese Quartiere und zogen in die wohlhabenderen Vorstädte. (vgl. Lenz 2007:66) Ende der 80er Jahre gab es zwei Faktoren wodurch sich die Anzahl der Sozialwohnungen in bestimmten Vierteln verringerte. 1987 wurde das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz abgeschafft, wodurch steuerbefreite Wohnungsunternehmen unbeschränkt steuerpflichtig wurden. Zudem zahlte ein Teil der Bauunternehmer das Darlehn an Bund und Länder zurück wodurch die Wohnungen keine Sozialwohnungen mehr waren, sondern auf den freien Wohnungsmarkt gelangten.

50

Die Sozialwohnungen, die weiter im Bestand durch öffentliche Mittel gefördert wurden, beherbergten Bevölkerungsteile mit gleicher Einkommensstruktur. Trotz florierendem Wohnungsmarkt, war die Bevölkerung in diesen homogenen Wohnbezirken, auf Grund ihres geringen Einkommens, nicht in der Lage in andere Wohnbezirke um zuziehen. Hieraus entwickelten sich die segregierten Quartiere. (vgl. Lenz 2007:52)

5.2.

Was macht eine Stadt sozial?

Nach dem Soziologen Baldo Blinkert, beruht die soziale Qualität einer Stadt auf dem sozialen Verhalten der Bewohner. Der Begriff sozial hat in diesem Fall zwei Bedeutungen. Zum einen steht „sozial“ für gesellig, gemeinsam, verbunden und zum anderen für die Funktion sich um andere zu sorgen, folglich im Sinne von Solidarität. Die soziale Beschaffenheit einer Stadt misst sich nicht zuletzt an der Bereitschaft der Bewohner, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, im Sinne von „... `Solidarität im Fernraum´…“. (Blinkert 2004: 4) Ein anderer Begriff für diese Art der Solidarität ist zivilgesellschaftliches Engagement, so Blinkert. Nicht nur die Bewohner tragen zur sozialen Qualität der Stadt bei. So impliziert dies auch den Umfang sozialer Infrastruktur, d.h. Organisationen die soziales Verhalten vorleben und dazu bewegen sich sozial zu Verhalten. Dazu gehören auch die gerechte Verteilung von Raum und Chancen und das Verhindern von Segregation in den Stadtteilen. Laut Blinkert ist ein Problempunkt der Stadt die Privatisierung des öffentlichen Raumes, auf den dann bestimmte Personengruppen keinen Zugriff haben, wie z.B. Kinder und Jugendliche. Es stellt sich die Frage, welche Funktion der öffentliche Raum haben soll, Verkehrsfunktion oder Aufenthaltsfunktion. Steht die Verkehrsfunktion „…im Vordergrund […] profitieren vor allem mobile Stadtbewohner“ (Blinkert 2004: 11). Dem zur Folge hat die soziale Qualität einer Stadt auch etwas mit gerechter Raumverteilung zu tun. Chancengleichheit und gleiche Teilhabechancen müssen bei einer Stadt die sich als „sozial“ bezeichnet im Mittelpunkt stehen, so Blinkert. (vgl. Blinkert 2004:11 f.)

51

5.3.

Das Programm Soziale Stadt

5.3.1. Leitlinien 1996 wurde das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt ins Leben gerufen um die Wohn-, Lebens- und Arbeitsbedingungen in segregierten Quartieren zu verbessern. (vgl. Greiffenhagen 2005: 11) Die Ministerkonferenz ARGEBAU initiierte das Programm um „der drohenden Polarisierung in deutschen Städten Einheit zu gebieten“ (Soziale Stadt 2005). Es ist der Rahmen für ein Gemeinschaftsprojekt zwischen zwei politischen Ebenen, dem Bund und den Ländern und soll die nachhaltige Entwicklung von segregierten Vierteln gewährleisten. Bis 2004 war das Programm im Städtebauförderungsgesetz verankert. (vgl. Soziale Stadt 2005) Das Programm „Soziale Stadt“ ist die Zusammenführung bereits bestehender Programme, wie z.B. „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“, die zur Aufwertung der segregierten Quartiere und zur Bekämpfung von Armut dienen sollten. Demnach fallen Gebiete in das Programm, wo ein besonders hoher sozialer und städtebaulicher Handlungsbedarf besteht. Durch den Programmplan werden Kommunen aufgefordert, Aktionspläne zu entwickeln und „…stadtweit Teilhabechancen für von Ausgrenzung bedrohte Bevölkerungsgruppen zu schaffen“ (BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit e.V. 2004: 2). Das Programm beinhaltet vor allem „…gebietsbezogene Verknüpfung von [verschiedenen] Fachpolitiken“ (Häußermann 2005: 61). Darunter fallen die Arbeitsmarktpolitik, Jugend/Familienpolitik, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik und die Bau/Infrastrukturpolitik. (vgl. Häußermann 2005: 61) Ein Kernelement des Programms ist die Konzentration von öffentlichen und privaten Finanzmitteln, durch eine „ressortübergreifende Kooperation“ (Häußermann 2005: 62) verschiedener Sektoren. Die Soziale Stadt ist also auf private Kooperationspartner angewiesen. Im Mittelpunkt der Tätigkeiten zur Sozialen Stadt, steht die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger. Durch die Förderung sollen folgende Impulse initiiert werden: 1. Flächendeckende Beschäftigung 2. Soziales Miteinander 3. Ökologische Bildung 4. Partizipation der Bürgerinnen und Bürger (vgl. Häußermann 2005: 62)

52

Die Verbesserung der Einstellung und die Bindung der Bevölkerung gegenüber ihrem Gebiet, ist eine neue Prämisse des Programms, in dem es zuvor Schwerpunktmäßig um soziale Gerechtigkeit und deren Erzeugung durch pekuniäre Transferleistungen ging. (vgl. Walther 2005: 114) Damit fällt der Beteiligung von Bürgern eine Schlüsselrolle, in der konkreten praktischen Umsetzung, zu. (vgl. Häußermann 2005: 63) Das Programm soll von innen heraus wirken und Gebiete unterstützen, die von Segregation und Stadtflucht betroffen sind. Als ein wichtiger Punkt steht der Begriff der Nachhaltigkeit im Zentrum. Die initiierten Netzwerke sollen durch das Programm angestoßen und nach Ablauf dessen weiter fortgeführt werden. (vgl. Eckardt 2005: 245) Die Anforderungen an eine soziale Stadtpolitik und das Programm „Soziale Stadt“ sind daher vielschichtig: 1. Materiell Auf Grund der fehlenden Ausstattung der Viertel im kulturellen und arbeitsmarktwirtschaftlichen Bereich, dienen die dort bestehenden Wohnanlagen als „Basislager“ für ein viel weitläufigeres Leben, welches zunehmend außerhalb der Quartiere abläuft. Bewohner ohne Erwerbstätigkeit halten sich dort den ganzen Tag über auf. 2. Sozial Die beengten Wohnverhältnisse führen zu Konfliktpunkten zwischen Bewohnergruppen. Zudem sind informelle Hilfsnetze nur geringfügig ausgeprägt. 3. Symbolisch Das Image des Viertels spielt eine große Rolle, sowohl bei Vorstellungsgespräch, als auch im Selbstverständnis der Bewohner. Die auf diese Umwelt abgestimmten Verhaltensweisen können dazu führen, dass eine Reintegration in das „normale“ Berufsleben und ein sozialer Aufstieg erschwert und inhibiert werden. (vgl. Soziale Stadt 2006: 9) Als ein Ziel des Programms wird die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohner erfasst. Mit der Erstellung „stabiler Sozialstrukturen“ (Soziale Stadt 2005) gewinnen die Themen Verbesserung des Zugangs zu Bildung, Gesundheitsprävention und die Förderung der Gemeinschaft in den Stadtvierteln an Gewicht. Es dient der Hilfe zur Selbsthilfe, getragen durch ein großes Maß an Bürgerbeteiligung. Durch die Initiierung eines Stadtteilmanagements, eines Stadtteilbüros und die Einrichtung von Bürgertreffpunkten sollen Gelegenheiten für Gemeinschaftserlebnisse geschaffen werden, mit dem Effekt, dass sich ein neues Selbstverständnis zwischen Bewohnern und Vierteln entwickelt. Hierbei sollen be-

53

sonders Bewohner, Gewerbebetreibende, Grundeigentümer, Schulen und Vereine zur Mitwirkung angesprochen werden. (vgl. Soziale Stadt 2005) Ein weiteres Ziel des Programms ist die Schaffung von Arbeitsplätzen. So sollen örtliche Betriebe gestärkt werden, um neue Arbeitsplätze direkt vor Ort schaffen zu können. Zudem soll eine Qualifizierung von Arbeits- und Ausbildungssuchenden stattfinden, durch die Schaffung eines weitreichenden Vermittlungs- und Beratungsangebot. Da die Arbeitslosigkeit eine zentrale Ursache für die Segregation bzw. Polarisierung ist, sollen staatlich finanzierte Arbeitsplätze erzeugt werden, die das Quartier aufwerten und die Bewohner aus dem „sozialen Abseits“ (Soziale Stadt 2005) führen sollen. Die Qualität von Quartierszentren und Stadtteilbüros bestimmt das Ansehen des Stadtteils mit und dient damit als ein Indikator für die Aufwertung des Viertels. Für eine Installation und Modernisierung der Zentren und Büros soll eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Planungsämtern, Wirtschaftsressorts und Wohnungsunternehmen entstehen. Eine typische Maßnahme wäre zudem die Ansiedlung von Wochenmärkten. (vgl. Soziale Stadt 2005) Die Schulen sollen zum Stadtteil hin geöffnet werden, d.h. sie sollen gestärkt werden in ihrer Funktion als Bildungs- und Integrationsstätte. Darüber hinaus sollen vor allem Angebote für Bewohner geschaffen werden. So sollen mehr Angebote der öffentlichen Jugendarbeit, Jugendhäuser, Cafés und Treffpunkte geschaffen werden. Zur Verbesserung der Wohnqualität steht neben der Modernisierung des Wohnraums vor allem der Erhalt „gemischter Bewohnerstrukturen“ (Soziale Stadt 2005) im Mittelpunkt. Dieses Ziel untergliedert sich in zwei Maßnahmen. 1. Die baulichen Maßnahmen, die in den Bezirken stattfinden sollen, dienen „der Ermöglichung von Selbsthilfeeinbringung“ (Soziale Stadt 2005) zur Schaffung von gemeinschaftlichen „Wohnformen“, sowie der Nachbesserung von Altbaubeständen. 2. Durch wohnungswirtschaftliche Maßnahmen sollen Mietnebenkosten gesenkt und eine zügige Mängelbeseitigung von Missständen in den Wohnungen durchgeführt werden. Um eine Segregation zu verhindern, solle verstärkt auf die Bildung heterogener Wohnbezirke geachtet werden und damit auch auf eine dementsprechende Wohnungsbelegung. „Schwierige“ Haushalte sollen durch „besondere Betreuung“ unterstützt werden. Darunter fällt neben der Unterstützung durch staatliche Organisationen, vor allem die Ausbildung sozialer Netzwerke, die durch die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von „Mietergärten“ und das Veranstalten von Mieterfesten erreicht werden soll. (vgl. Soziale Stadt 2005)

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Ein weiterer Schwerpunkt innerhalb der Zielsetzung der „Sozialen Stadt“ ist die Umgestaltung des öffentlichen Raumes. Mit einer Aufwertung des Wohnumfeldes durch die Nutzbarmachung von Freiflächen und der Steigerung der „Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum“ (Soziale Stadt 2005), steigt die Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnumfeld. Bei der Umsetzung der Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt steht vor allem die fächerübergreifende Zusammenarbeit politischer und gesellschaftlicher Akteure im Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um die Bündelung aller „verfügbaren Ressourcen und Programme“ (Soziale Stadt 2005), die in ihrem Zusammenschluss besonders auf die Zeile des Gender Mainstreaming und der Integration achten sollen. Investor ist vor allem die Städtebauförderung des Bundes, kann aber durch den Einsatz von EU-Strukturfondsmitteln unterstütz werden. Die Umsetzung der Förderung soll schnell und in absehbaren Fristen ablaufen. Das Programm unterliegt dem Grundgesetz Artikel 104b: „Der Bund kann, soweit dieses Grundgesetz ihm Gesetzgebungsbefugnisse verleiht, den Ländern Finanzhilfen für besonders bedeutsame Investitionen der Länder und der Gemeinden (Gemeindeverbände) gewähren.“ (Art.104b GG) Das Programm „Soziale Stadt“ ist ein Teilelement des Städtebauförderungsprogrammes, beschrieben im BauGB §164 b und §171 e. Die Ausführungsbestimmungen der „Sozialen Stadt“ sind als „städtebauliche Gesamtmaßnahme“ zu sehen und sollen der Stabilisierung von benachteiligten Quartieren sowie der Beseitigung von sozialen Problemen dienen. Zielführender Ingredienz der Städtebauplanung ist die Forcierung der Mitwirkung von Bewohnern nach §137 BauGB und die Mitwirkung „öffentlicher Aufgabenträger“ nach §139 BauGB. Dem Wohnungswesen liegen dabei sechs Instrumente vor, um die Maßnahmen adäquat durchzuführen: 1. Die soziale Wohnraumförderung Die Wohnraumförderung dient der Herstellung und dem Erhalt heterogener Wohnstrukturen. So kann durch Mietsenkungen entschieden werden, dass Wohnungen nicht nur von bestimmten Einkommensgrenzen belegt werden. 2. Die Mietengestaltung Die Miete von Sozialwohnungen kann, durch den Vermieter, der jeweiligen Wohnlage angepasst werden. 3. Die Kooperationsverträge

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Es gibt die Möglichkeit einen Kooperationsvertrag zwischen Vermieter und Kommune zu schließen. In diesem können besonders „bauliche und soziale Maßnahmen zur Quartiersverbesserung“ (Soziale Stadt 2005) festgehalten werden. 4. Die Übertragung von Belegungs- und Mietpreisbindungen Um eine heterogene Bewohnerstruktur zu fördern, können Mietpreisbindungen auf andere Wohnungen übertragen werden. 5. Die Freistellung von Belegungsbindungen Wohnungen können von Belegungsbindungen enthoben werden. Dabei kann es sich um eine zeitlich befristete Maßnahme handeln, die kurzfristig auf die entsprechenden Erfordernisse vor Ort eingeht. 6. Die Ausnahmen vom Zweckentfremdungsverbot Wohnraum kann durch gewerbliche Nutzung zweckentfremdet werden, solange es sich um eine Maßnahme handelt, die die Qualität des Viertels verbessert. (vgl. Soziale Stadt 2005) Das Programm soll so ein umfassendes Handlungsspektrum ermöglichen, ohne dabei als juristisches Instrumentarium zu fungieren, d.h. es besteht kein Rechtsanspruch auf die Behebung „möglicher Fehlentwicklungen“ (Soziale Stadt 2005). Die Koordination soll dabei von den Städten und Gemeinden ausgehen, denen die Aufgabe zukommt, eine enge Kooperation von verschiedenen Fachbereichen zu forcieren, um ein kurzfristiges Handeln möglich zu machen. Im Vorfeld der Antragstellung, die durch die Gemeinden und Städte vorzunehmen ist, soll ein umfassender Analyseplan des Gebiets und der Lebenssituation der Bewohner erstellt werden. Die Darstellung der ausgewählten Gebiete soll durch ein konkretes Handlungskonzept implementiert werden. Nach §171 e des Baugesetzbuchs soll es sich um ein stark nach außen orientiertes Konzept handeln, welches so die Basis für die Beteiligung von Bewohnern und Akteure aus der Wirtschaft bietet. Da dieses Konzept die Voraussetzung für den Mitteleinsatz bildet, soll es mit einem ausdifferenzierten Kostenplan versehen werden, dazu zählen sowohl Personal-, als auch Sachkosten. (vgl. Soziale Stadt 2005) Es liegt im eigenen Ermessen von Gemeinden und Städten, eine Partizipation von Bewohnern sicherzustellen, die, nach Ablauf des Programms, die Basis für eine Weiterführung des Entwicklungsprozesses bieten, wie es in den Leitlinien des Programms gefordert wird. Die Aufgaben der Länder bestehen vor allem darin, die Finanzmittel zur Verfügung zu stellen und das Rahmenprogramm „Soziale Stadt“ so zu gestalten, dass die Städte einen möglichst großen „Entwicklungsspielraum“ haben. Um eine Weiterentwicklung und gebietstypische Abstimmung vorauszusetzen werden von den Gemeinden und Städten Zwi-

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schenevaluationen erwartet, die einen Erfahrungsaustausch zwischen den Gebieten sicherstellen sollen. (vgl. Soziale Stadt 2005) Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt die Koordinationsstelle auf Bundesebene dar. Um einen möglichst großen Erfolg mit dem Programm „Soziale Stadt“ zu erzielen, sollen, ähnlich der Vernetzungsstruktur der Länder, gezielte Netzwerke zwischen den einzelnen Ministerien entwickelt werden. Dabei geht es besonders um die Ministerien, die sich mit den verschiedenen Förderungsbereichen auseinandersetzen, wie z.B. das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Struktur- und Programmweiterentwicklungen auf Bundesebene ergeben sich aus den Begleitevaluationen des Programmes. (vgl. Soziale Stadt 2005)

5.3.2. Bezirkstypen Die Probleme der Viertel sind vielfältig. Es gibt eine hohe Anzahl von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Dazu kommt ein hoher Anteil ethnischer Minoritäten. Die mangelnde Infrastruktur, die mangelnde Integration von Minoritäten sowie die baulichen Mängel und die sozialen Probleme der Familien prägen das Bild dieser Quartiere. Zurzeit gibt es ca. 40 Programmgebiete. Die durchschnittliche Größe der Gebiete beläuft sich auf ca. 17.000 Anwohner. Die Fördergebiete zeichnen sich besonders durch junge und kinderreiche Bevölkerung aus. Der Anteil der unter 6-Jährigen an der Wohnbevölkerung beträgt durchschnittlich 6,8%, der der Minderjährigen durchschnittlich 21,3%. (vgl. Soziale Stadt 2008: 20) Innerhalb der Viertel liegen die Geburtenzahlen deutlich über dem Durchschnitt anderer Stadtteile. Es gibt eine Konzentration von Familien mit besonderen Belastungen, so liegt die Anzahl der Alleinerziehenden bei 28,3% und damit deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtstadt. ¼ der Bevölkerung hat keine deutsche Staatsbürgerschaft, 40% davon stammen aus der Türkei. Die Wahlbeteiligung in den Vierteln liegt weit unter dem städtischen Durchschnitt. Es zeigt sich, dass umso höher der Anteil Nichtdeutscher Bevölkerungsteile ist, desto geringer sind die politische Partizipation und die soziale Integration der deutschen Wohnbevölkerung. (vgl. Soziale Stadt 2008: 21 f.) An den Übergangsquoten von Grundschülern zu weiter führenden Schulen zeigt sich, dass gerade einmal 20,2% der dort lebenden Kinder auf ein Gymnasium wechseln. „In acht Programmstadtteilen der sozialen Stadt […] gibt es faktisch keine Betreuung für Kinder unter drei Jahren.“ (Soziale Stadt 2008: 25)

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Ein weiteres Merkmal sind die hohen Arbeitslosenzahlen, jede zehnte Frau und jeder sechste Mann gehen keiner Erwerbstätigkeit nach. Mehr als die Hälfte davon seit einem Jahr. Verständlich zeigen sich dann auch die Zahlen über den Erhalt von Sozialhilfe. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder/Jugendliche. ¼ der Minderjährigen lebt von Sozialhilfe, bei unter 6-Jährigen liegt der Prozentsatz bei 26,9%. (vgl. Soziale Stadt 2008: 26 f.) Diese Familien verteilen sich auf zwei verschiedene Gebietstypen. „Es handelt sich dabei meist um hochverdichtete, einwohnerstarke Stadtteile in städtischen Räumen, die im Hinblick auf ihre Sozialstruktur, den baulichen Bestand, das Arbeitsplatzangebot, das Ausbildungsniveau, die Ausstattung mit sozialer und stadtteilkultureller Infrastruktur, sowie die Qualität der Wohnungen, des Wohnumfeldes und der Umwelt erhebliche Defizite aufweisen.“ (Soziale Stadt 2005) Merkmale der Gebietstypen sind: 1. Die innerstädtischen Stadtteile in benachteiligten Regionen mit überdurchschnittlich schlechter Umweltqualität und maroder Bausubstanz, in denen sich kaum private Investoren ansiedeln, bilden den ersten Gebietstyp. Stadterneuerungsprozesse kommen hier nur sehr langsam oder gar nicht in Bewegung. Begründen lässt sich dieser Stillstand durch fehlende Grün- und Freizeitflächen und die schlechte Wohnqualität. Darüber hinaus charakterisiert sich das Gebiet durch hohe Immissionsbelastung, Gewerbebrachen, stark befahrene Hauptverkehrsstraßen, kaum Gemeinschaftseinrichtung und insgesamt fehlende Zukunftsperspektiven. Wirtschaftlich aufsteigende Familien haben die Viertel wegen fehlender Attraktivität verlassen. Nachgezogen sind Familien mit „geringer ökonomischer Leistungsfähigkeit und geringem Integrationsvermögen. 2. Bei dem zweiten Gebietstyp handelt es sich um „große Wohnsiedlungen aus der Nachkriegszeit“, die eine mangelhafte Infrastruktur aufweisen. Diese Siedlungen liegen oft außerhalb der Innenstadt und sind geprägt durch schlechte Verkehrsanbindung, Mangel an Arbeitsplätzen, mangelnde Qualität des „öffentlichen Raumes“ und einer „erlebnisarmen“ Wohnsituation. Eine mangelnde Identifikation der Bewohner mit ihrem Viertel ist die Folge. (vgl. Soziale Stadt 2005)

5.4.

„Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere – Baustein Jugendliche im Stadtquartier“- ein Kooperationsprojekt der „Sozialen Stadt“

58

„Jugendliche im Stadtquartier“, bestehend seit 2006, ist ein Bestandteil des Forschungsprogramms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Im Rahmen des Forschungsprogramms hatten öffentliche sowie nichtöffentliche Träger die Möglichkeit, sich mit einem Modellprojekt zu bewerben. Die Projekte sollten „ Jugendliche in besonders innovativer Art und Weise in die Entwicklung ihres Stadtquartiers“ (Materialien Janssen 2009: 1) einbeziehen. Der Grundgedanke, Jugendliche an Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen im Stadtteil partizipieren zu lassen, resultiert aus einer individuellen Raumaneignungsstrategie und „sich daraus ergebenen Bedürfnissen“ (Materialien Janssen 2009: 1) der einzelnen Jugendlichen. Um Jugendliche positiv an ihr Stadtquartier zu binden und eine Aufwertung des Quartiers zu erreichen, wurden neue Methoden zur Partizipation bzw. zum aktiven Mitgestalten gesucht. Im Juli 2009 wurden 25 Modellvorhaben zur Förderung ausgewählt. Besondere Berücksichtigung finden dabei Projekte, die sich mit der Gestaltung von Räumen und Treffpunkten von Jugendlichen befassen. Dabei stand die Fragestellung im Mittelpunkt: „Welches sind die aktuellen Anforderungen Jugendlicher an Stadtquartiere und was sind geeignete inhaltliche und methodische Ansätze, um ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen?“ (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2009: 21) Im Mittelpunkt stand dabei eine Vernetzung der örtlichen Akteure vor Ort mit den Projektleitern und den Jugendlichen. Zudem sollte es sich um auf die Jugendlichen abgestimmte Themen handeln, die durch innovative Methoden der Umsetzung vermittelt werden sollten. Die Modellprojekte sollten prüfen, in wie weit das Interesse von Jugendlichen an der Mitgestaltung der Stadt von den Partizipationsinstrumenten abhängig ist und wie sie in Erwachsenenstrukturen eingebunden werden können. (vgl. Materialien Janssen 2009: 1) Projekte hatten dabei einen Modellcharakter, die wichtige Impulse an Städtebau und Landesplanung weitergeben und auf der Bundesebene „Erkenntnisse für eine praxisorientierte Politikberatung“ (Materialien Janssen 2009: 2) liefern sollen. Zu diesem Zweck hatten die ausgewählten Projekte die Aufgabe, parallel zur praktischen Arbeit Begleitforschung in Bezug auf die Effektivität und Funktionalität ihres Projekts nachzugehen. Zum jetzigen Zeitpunkt läuft die Auswertung der Erfahrungen und Begleitforschung die im Frühjahr 2010 veröffentlicht werden sollen. Als Beispielprojekte lassen sich das Mädchen(Plan)büro in Stolberg und Eichbaum Countdown in Mülheim an der Ruhr benennen.

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Das Projekt „Eichbaum Countdown“ wurde durch das Stadtplanungsamt Mülheim und den Verein Kultur im Ringlokschuppen e.V. durchgeführt. Hierbei handelt es sich um ein Umgestaltungsprojekt des U-Bahnhofes Eichbaum der Linie U18. Der Bahnhof wurde von den Projektträgern als ein Hauptaufenthaltsort von Jugendlichen beschrieben, die sich mit diesem stark identifizieren. Dieser Ort wurde von Erwachsenen hauptsächlich gemieden und von den Jugendlichen nach ihrem Ermessen durch eine Vielzahl von Graffitis „umgestaltet“. (vgl. ExWoSt 2009) In verschiedenen Workshops wurden Potentiale des Ortes und Umgestaltungsmöglichkeiten mit den Jugendlichen zusammen erörtert. Zudem wurde die Haltestelle als Kulisse für weitere Kreativ-Workshops, wie „Zeitung AG“ und „Songwriting“ genutzt, um so weitere Interessierte zu inspirieren und letztendlich zu einer neuen gemeinsamen Zukunftsvision Eichbaum zu gelangen. Ob die geplanten Ideen der Jugendlichen zu realisieren sind, sollte auf einer Diskussionsveranstaltung mit den örtlichen Stadtplanungsbehörden und Architekten analysiert werden. Weitere Ergebnisse des Planungsprojektes werden im Frühjahr 2010 veröffentlicht. (vgl. Eichbaumoper)

Abb. 6 und 7, Haltestelle Eichbaum in Mülheim an der Ruhr, Zukunftsvorstellung der Projektteilnehmer

Das Mädchen(Plan)büro ist ein geschlechtsspezifisches Projekt der Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Stolberg. Innerhalb dieses Projektes stand die Gründung eines „Planerinnenbüros“ für Mädchen und eine daraus resultierende Platzgestaltung zur Quartiersaufwertung im Mittelpunkt. Kritik bestand besonders in den mangelnden Aufenthaltsmöglichkeiten für Mädchen, besonders für Mädchen mit Migrationshintergrund, im öffentlichen Raum. Beginnend mit einer Quartiersanalyse, dokumentierten Mädchen ihren Stadtteil unter den Kriterien der Treffpunktmöglichkeiten und bestehender Angsträume. Besondere Berücksichtigung fand die Reaktion der Umgebung an den, von den Mädchen benutzten Aufenthaltsorten. (vgl. ExWoSt 2009a)

60

Im weiteren Verlauf fanden verschiedene Gespräche mit Akteuren der Stadtplanung und Politik vor Ort statt sowie verschiedene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Es gab zwei verschiedene Dokumentationsarten. Zum einen dokumentierte die Projektleitung sowie weitere für das Projekt gewonnenes Fachpersonal die Wünsche und Forderungen der Mädchen. Zum anderen wurde durch ein Medienpädagogisches Konzept, „Zoom auf Politik in deiner Stadt“ des JFC Medienzentrum Köln die Begleitung des Projektes durch die Mädchen selbst durchgeführt. Es wurde deutlich, dass die Mädchen keinerlei Freiräume für sich in Anspruch nehmen können, die von den Eltern und den sozialen Netzwerken legitimiert sind, dies trifft besonders auf die Mädchen mit Migrationshintergrund zu. Daher gehörte seit Beginn des Projektes die Planung und Gestaltung eines eigenen Treffpunkts zu den primären Zielen des Konzeptes „Mädchen(Plan)büro“. In der Auseinandersetzung entwickelten die Mädchen verschiedene Aufenthaltsmodelle für ihren Stadtteil. Zu Beginn des Projektes war es relativ schwierig alle Mädchen zu erreichen, erst durch gezielte Werbung an den Stolberger Schulen war es möglich, verschiedene Klientels einzubinden. (vgl. ZOOM 2009)

Abb. 8 und 9, Modelle für einen Treffpunkt

Die entwickelten Modellideen wurden in der großen Mädchengruppe zur Diskussion gestellt. Ab Februar 2010 wird der Bau eines Mädchenhauses (in Form einer Gartenlaube) durchgeführt.

6. Das Untersuchungsgebiet Gelsenkirchen Gelsenkirchen liegt mitten im Ruhrgebiet und ist gleichzeitig die bevölkerungsreichste Stadt der Emscher-Lippe-Region. Sie ist nach Dortmund und Bielefeld flächenmäßig die

61

drittgrößte Stadt in Westfalen mit 262.063 Einwohnern11. Die Bevölkerungsdichte von 2.499,2 Einwohnern/km² liegt auf Platz 7 bezogen auf ganz Nordrhein-Westfalen. (IT.NRW) Die Arbeitslosenquote beträgt in Gelsenkirchen insgesamt 15,9%12, was im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten ein vergleichsweise hoher Wert ist. (vgl. BafA 2009)

6.1.

Gelsenkirchen- Programmgebiet „Soziale Stadt“

Die Stadt Gelsenkirchen ist eine homogen arme Stadt. Dennoch sind die Bezirke von einer Segregation unterschiedlich stark betroffen. In Schalke z.B. hat sich die Armutsquote seit 1984 verfünffacht, während sie in Erle und Heßler konstant blieb. Seit 1995 ist die Stadt Gelsenkirchen in dem Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Etabliert wurden seit dieser Zeit zwei unterschiedliche Stadtteilentwicklungsprogramme, zum einen das Programm Bismarck/Schalke Nord und zum anderen das Programm Südost. (vgl. Soziale Stadt NRW 2006) In einer Untersuchung zur Auswahl eines Stadtteils mit besonderem Erneuerungsbedarf im Kontext des Programmes Soziale Stadt, wurden die einzelnen Stadtteile Gelsenkirchens genauer untersucht. (vgl. Strohmeier u.a. 2001) Im Ruhrgebietsvergleich zeigt sich, dass alle Stadtteile Gelsenkirchens, außer Buer und der Altstadt, einen ähnlich niedrigen sozialen Rang aufweisen. Daher wurden im Hinblick auf den gesellschaftspolitischen besonderen Handlungsbedarf der Sozialstruktur- und Problemindikatoren „Anteil der Kinder und Jugendlichen“, „Sozialhilfedichten“, „Alleinerziehendenquoten“, „Armutsdynamik“, „Ausländeranteil“ sowie „langfristige Zuwächse der ausländischer Bevölkerung“ besondere Beachtung geschenkt. Als Indikator für mögliche zu aktivierende Partizipationspotentiale wurde das Wahlverhalten festgelegt. (vgl. Strohmeier u.a. 2001) Nach Strohmeier ist ein „Hoher wanderungsbedingter Bevölkerungsumsatz (...) in erster Linie ein Indiz problematischer sozialer Verhältnisse, schlechter Wohnbedingungen und geringer nachbarschaftlicher Integration. In einer Nachbarschaft, in der besonders häufig die Nachbarn wechseln, ist es besonders schwer, nachbarschaftliche Beziehungen auszubauen und aufrechtzuerhalten.“ (Strohmeier u.a. 2001: 37) Dennoch ließ die Analyse Strohmeiers bezüglich des Wanderverhaltens in den Stadtteilen „…keine eindeutige Empfehlung eines Programmgebiets zu.“ (Strohmeier u.a. 2001: 39)
11 12

Stand: 31.12.2008 Stand: 31.12.2009

62

„Ein hoher Bevölkerungsumsatz ist auf der einen Seite ein Indiz für besonderen Handlungs- bzw. Erneuerungsbedarf des Stadtteils in städtebaulicher und sozialer Hinsicht. Auf der anderen Seite reduziert sich mit zunehmendem Bevölkerungsumsatz das Potential aktiver Bürgerbeteiligung.“ (Strohmeier u.a. 2001: 39)

Die Ergebnisse der Analyse zeigten so verschiedene geeignete Programmgebiete auf. Als Favoriten gelten vor allem Neustadt aber auch „...Bulmke-Hüllen, Hassel, (...) Scholven, der Stadtteil mit dem höchsten Kinderanteil, und schließlich auch Schalke, der Stadtteil mit der größten langfristigen Armutsdynamik.“ (Strohmeier u.a. 2001: 39) Ausgangssituation, für die Aufnahme des Gebiets Bismarck/ Schalke-Nord in das Stadtteilprogramm, war die Stillegung des Bergwerks Consolidation und die damit einhergehende vernachlässigte Sanierung der Wohnhäuser im Bezirk. Die Bewohner innerhalb der Bezirke sind von einer hohen Arbeitslosigkeit und einer geringen „Bildungsbeteiligung“ betroffen. Ein hoher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und alleinerziehenden Müttern ist ein weiteres Kennzeichen dieses Gebietes. So sind 1/3 der Bewohner Minderjährig, 50% davon haben einen Migrationshintergrund. (vgl. Soziale Stadt NRW 2006)

Abb. 10, Programmgebiet Bismarck/ Schalke-Nord

Für das Programmgebiet Bismarck/Schalke- Nord wurden folgende Ziele festgelegt:
1. 2. 3. 4. 5. 6. „Sanierung und Wiedernutzung der Bergwerksbrache Consolidation Förderung der lokalen Ökonomie Schaffung zusätzlicher Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen Aufwertung der Bismarckstraße als Einkaufsstraße Räumliche Integration von Wohnen und Arbeiten (z.B. auf dem Colsolidation-Gelände) Verbesserung des Wohnungsbestandes und Schaffung neuen Wohnraums (u.a. durch Umwandlung der Obdachlosenunterkünfte in Sozialwohnungen und durch Wohnungsneubau) 7. Aufwertung des Wohnumfeldes (u.a. durch verkehrsberuhigte Zonen, Grünwegeverbindungen, Umbau von Spielplätzen, Schulhöfen etc.) 8. Verbesserung der sozialen und kulturellen Infrastruktur und der sozialen Hilfsangebote

63

9. Vernetzung der vorhandenen Aktivitäten (u.a. durch neue Freizeitmöglichkeiten und die Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und anderen öffentlichen Einrichtungen, sowie durch Koordination der Initiativen und Vereinsarbeit) 10. Bewohneraktivierung durch Nachbarschafts- und aufsuchende Sozialarbeit 11. Bewohnerbeteiligung an der Projektplanung und -umsetzung." (Soziale Stadt 2003)

Um diese Ziele zu erreichen wurde ein großes Netzwerk an Kooperationen innerhalb des Stadtteils gebildet.

Abb. 11, Kooperation auf Stadtteilebene

Die Projekte, die für Jugendliche initiiert wurden, sind vielfältig. Neben einem offenen Treff im Stadtteil wurde das Projekt „Julius B.“ entwickelt, welches die Aufgabe hat junge „Menschen zu ermutigen und zu unterstützen, aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelten mitzuwirken“. (Balci u.a. 2001: 1) Das Programm wurde in diesem Gebiet 2006 abgeschlossen. Da sich die Ausarbeitung im Schwerpunkt auf die Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke bezieht, soll im Folgenden verstärkt auf das seit 2001 integrierte Programmgebiet Südost eingegangen werden, in dem sich der Stadtteil Bulmke-Hüllen befindet. Auch das Programmgebiet Südost ist durch eine hohe Arbeitslosigkeit und einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund gekennzeichnet. Es beinhaltet die Stadtteile Bulmke-Hüllen, Neustadt und Ückendorf. Zwar finden sich Ähnlichkeiten zu dem Programmgebiet Bismarck/Schalke-Nord, dennoch beinhaltet das Gebiet Südost „die sozial und baulich problematischsten Gebiete Gelsenkirchens“. (Soziale Stadt NRW 2006) Das Gebiet umfasst eine Fläche von 750 ha mit einer Einwohnerzahl von 42.000. „Der Ausländer-

64

anteil liegt mit ca. 20 % deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (13 %).“ (Soziale Stadt NRW 2006) Das Leitbild des Handlungskonzeptes zur Verbesserung der Lebenssituation in den Quartieren, schließt die Wiederherstellung von Chancengleichheit in Bezug auf politische Partizipation und Partizipation im Sinne von Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen, die Nachhaltigkeit im Sinne „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die Vernetzung sowie das Handeln von einzelnen Akteuren, was dazu dient die Bewohner unabhängiger von staatlichen Transferleistungen zu machen, ein. (vgl. Staubach 2001: 16) Als Einstiegsprojekte wurden Projekte mit „hoher Außenwirkung“ durchgeführt, wie z.B. Schulhoferneuerungen. Aufbauend darauf wurde der Orangeplatz umgebaut, ein Migrantenzentrum aufgebaut und eine „Begegnungsstätte der Kulturen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Alma“ (Staubach 2001: 20) errichtet. Der Stadtteil Bulmke-Hüllen, hier näher beschrieben, liegt im Stadtbezirk GelsenkirchenMitte. Bulmke-Hüllen war lange Zeit geprägt durch den Hochofenstandort „Schalker Verein“. Nach seiner Stillegung 1982 wuchs die Arbeitslosigkeit im Quartier. Das Gelände wurde zur Brachfläche. (vgl. Stadtteilbüro Südost) Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ wurde das Gelände neu erschlossen und es entstanden Wohngebiet und ein Gewerbegebiet. Als ein weiteres Projekt im Rahmen der Stadterneuerung, besonders in Bezug auf Jugendbeteiligung, ist die Umgestaltung des Orangeplatzes zu einem Bürgerpark. In Form von verschiedenen Arbeitsgruppen von Erwachsenen und Jugendlichen wurden Pläne zur Umgestaltung und Nutzbarmachung für alle Bewohnergruppen entwickelt. (vgl. Feldmann 2007: 10 ff.)

Abb. 12, Bürgergarten Orangeplatz

65

6.2.

Die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen

6.2.1. Wirtschaftliche Entwicklung Entscheidend für die wirtschaftliche und stadtplanerische Entwicklung von Gelsenkirchen war die Entwicklung der Industrie, als erster Bereich der Bergbau. Die erste Welle der Zechengründung (1857-1868) war noch gezeichnet von Konkursen und häufigen Besitzerwechseln, wohingegen sich bei der zweiten Gründungswelle 1871 größere Unternehmen bildeten und auch kohleverbrauchende Unternehmen in Gelsenkirchen ansiedelten. Bereits 1873 war Gelsenkirchen ein Bergbaugebiet mit sechs Bergwerkgesellschaften und 12 relativ nah beieinander liegenden Schächten. In diesem Zuge stieg auch in Gelsenkirchen, wie in fast allen Ruhrgebietsstädten, die Bevölkerung u.a. durch Arbeitsmigration stark an. (vgl. Wehling 2002: 271 f.) Die Migranten, die durch Anwerbung in dem Arbeitsbereich des Bergbaus tätig waren, siedelten sich so zwangsläufig in den Stadtteilen, die sich in der Nähe der Zechen befanden, an. Daraus resultierte ein Wachsen der Einwohnerzahlen in den Stadtteilen. So nahmen die Einwohnerzahlen in den Zechenstadtteilen wie bspw. in Schalke (Zeche Consolidation), Ückendorf und Bulmke (Rheinelbe/Alma) bis 1900 stark zu, während sie in Hüllen, wo keine Zeche in der unmittelbaren Nähe angesiedelt war, gering blieben. (vgl. Wehling 2002: 274) Bis zum 1. Weltkrieg erhöhte sich die Anzahl der Schächte in Gelsenkirchen auf 41. Zu diesem Zeitpunkt waren über 35.000 Arbeiter im Bergbau beschäftigt. Im Zuge des 1. Weltkrieges folgte ein kriegsbedingter Bevölkerungsrückgang. Durch Flüchtlinge, Evakuierte und weitere „Gastarbeiter“, stieg die Zahl der Bevölkerung erst nach dem zweiten Weltkrieg wieder an, so dass Gelsenkirchen 1959 seinen Einwohnerhöchststand von 391.745 Bewohnern13 verzeichnen konnte. Seither gibt es allerdings einen stetigen Rückgang. (vgl. Entwicklung des Stadtgebiets) In Bezug auf die Zechenentwicklung lässt sich feststellen, dass diese bis Ende des 2. Weltkrieges von Rationalisierung und kriegsbedingten Arbeitermangel betroffen waren. Erst danach erfolgten kurzfristige Wiederaufbaumaßnahmen. Mit der Kohle-Krise Ende der 50-er Jahre setzte eine umfangreiche Stilllegungswelle ein. 2000 wurde die letzte Schachtanlage, Zeche Hugo, still gelegt. (vgl. Wehling 2002: 271 f.)

13

Diesbezüglich gibt es in der Forschung verschiedene Ansichten. So datiert bspw. Wehling den Einwohnerhöchststand auf das Jahr 1960, mit 388.118 Bewohnern. Die öffentliche Datenbank der Stadt Gelsenkirchen beinhaltet nur die Einwohnerzahlen bis 1975.

66

Die sich im Zuge des Ausbaus des Bergbaus entwickelnde ausgeprägte Eisenindustrie, welche sich in Hinblick auf eine effektivere Produktionsweise „...in der Nähe der Kohle...“ (Wehling 2002: 272) ansiedelte, wurde ab den 70-er Jahren weiter abgebaut. Hierbei handelte es sich um eine zwangsläufige Entwicklung, die mit den Konsolidierungsmaßnahmen im Bergbau einherging. (vgl. Wehling 2002: 272) Seit den 1980-er Jahren ist die Beschäftigung in Folge der Strukturkrisen um rund 30% zurückgegangen. Trotz positiver Veränderungen ist die arbeitsmarktpolitische Situation nach wie vor schwierig und die Arbeitslosenquote mit 16,9 % desdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen von 9,9 % . Trotz Strukturkrisen blieben der produzierende und verarbeitende Wirtschaftssektor in Gelsenkirchen stark vertreten (zB. Dt. Steinkohle AG, Oel AG, E.ON Energie AG, Thyssen). Ausgehend von dieser historischen Entwicklung besteht noch heute ebenso ein Defizit an überregional bedeutenden Dienstleistungs- und Verwaltungsunternehmen sowie mittelständischen Unternehmen. Die Stadt hat daher die Förderung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Betriebe des verarbeitenden Handwerks vorangetrieben. (vgl. Wehling 2002: 275)
15 14

deutlich über dem Lan-

6.2.2. Siedlungsstruktur Die vorindustriellen Siedlungskerne blieben auch während der industriellen Entwicklung Gelsenkirchens die Orientierungspunkte der Siedlungsstruktur. Andererseits wurden aber die abseitsgelegenen von bereits vorhandenen Siedlungsgebieten Zechenstandpunkte zu neuen Ausgangspunkten der Bebauung. Mit der Masseneinwanderung nach der Reichsgründung kam es dann zu einem erheblichen Wohnraummangel. Da der Wohnungsmarkt nicht mehr in der Lage war, ausreichend Wohnraum für die zugewanderten Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, errichteten einige Bergbauunternehmen separate Arbeiterkolonien. Dazu kamen mehr und mehr größere Geschossbauten, welche zunehmend von privaten Wohnungsunternehmen gebaut wurden. (vgl. Wehling 2002: 275) Südlich der Emscher lagen die Zechen aufgrund ihrer technischen Möglichkeiten relativ dicht beieinander, wodurch hier bis heute auch die Bevölkerungsdichte höher ist, als in den nördlichen Stadtteilen. Besonders in diesem Gebiet ließ das anhaltende Bevölkerungs-

14 15

Daten IT.NRW, Stand: 30.09.2009 Daten IT.NRW, Stand: 30.09.2009

67

wachstum „planlos und unkoordiniert“ (Wehling 2002: 276) dicht bebaute Wohnviertel entstehen, wodurch sich hier die Bebauung immer mehr verdichtete. Nördlich der Emscher lagen dagegen die Zechen weiter voneinander entfernt, was eine weiträumige Besiedelung und die Erhaltung großer Flächen landwirtschaftlicher Nutzung möglich machte. Diese Struktur der Siedlungsinseln blieb bis in die 60-er Jahre erhalten, besonders zwischen Buer als nördliches Zentrum und der Gelsenkirchener Altstadt. Erst als sich, in Folge der Kriegszerstörungen in Alt- Gelsenkirchen und der einsetzenden Bergbaukrise, die städtebaulichen Ziele veränderten, wurden auch die nördlichen Wohngebiete weiter ausgebaut. Während südlich der Emscher das auffüllen von Baulücken im Mittelpunkt stand, wurden im Norden neue Siedlungen und Wohnquartiere erschlossen. (vgl. Wehling 2002: 276 f.) In der Nachkriegszeit wurde so lange eine expansive Stadtentwicklung betrieben, wie genügend Freiflächen zur Verfügung standen. Danach wurde sie allmählich von dem Bau geschlossener Wohnsiedlungen und dem Stadtumbau abgelöst. Dennoch besteht bis heute eine Bipolarität zwischen den Stadtzentren Gelsenkirchen- Altstadt und Gelsenkirchen- Buer.

6.2.3. Bildung und Kultur Beginnend in den 90-er Jahren gab es zahlreiche Erneuerungen mit dem Ziel der Landschaftsrückgewinnung. Kulturelle Anlaufpunkte in Gelsenkirchen bilden das städtische Museum in Buer (1919), „Musiktheater im Revier“ (1959), das Kulturzentrum „Kaue“ (1984) sowie das „Consol Theater“, welches 2001 im Lüftergebäude der ehemaligen Zeche Consolidation eröffnet wurde. Als sehenswerte Bauwerke sind vor allem das „Schloss Horst“, „Schloss Berge“, „Haus Lüttinghoff“, „das Hans-Sachs-Haus“ sowie der „Nordsternpark“ in Horst zu nennen. (vgl. Wehling 2002: 282)

6.2.4. Freizeit und Erholung Ab den 20-er und 30-er Jahren wurden die industriellen Siedlungskerne zunehmend durch Grünflächen zur Erholung und Freizeit erweitert.

68

1928 wurde ein Grünzug ausgehend vom Stadtpark Gelsenkirchen zum Nienhauser Busch angelegt. Im gleichen Zeitraum wurden Kleingärtenanlagen in dem Grünzug zwischen dem Bulmker Park und Ostfriedhof verankert, welcher 1952 um den Burgers Park nach Westen erweitert wurde. In Horst ist nach dem 2. Weltkrieg ein Grünzug von der Rennbahn bzw. Schlosspark Horst bis zur Johannastraße angelegt worden und der „Buersche Grüngürtel“ umschließt den Stadtkern (Arbeiten von 1921-1933), wodurch etwa ein Drittel der Stadtfläche Buers als Grünfläche zu benennen ist. Den Mittelpunkt bildet hier das Schloss Berge mit dem angeschlossenen Schlosspark. (vgl. Wehling 2002: 282) Die Stadtgrenzen sind ebenfalls sehr grün gehalten, so umfasst die Ostgrenze den „Grünzug D“ und die Grenze zu Essen bildet der „Grünzug C“, nahe des Nienhauser Busch, welchem sich seit 1972 der Revierpark Nienhausen mit einem 32 ha großen Gelände anschließt. Ab 1997 wurde das ehemalige Gelände der Zeche Nordstern als Bundesgartenschau umgestaltet und die Folgenutzung als Nordsternpark bietet bis heute breite Freiflächen, Gastronomie und eine Freilichtbühne. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der beschädigte Bismarkhain bis 1949 zum Ruhrzoo umgestaltet. 2005 wurde hier die erste Erlebniswelt „Alaska“ der heutigen ZOOM- Erlebniswelt Gelsenkirchen eröffnet. Gelsenkirchen ist außerdem bekannt für eine Vielzahl großer Sportanlagen, wie z.B. die Horster Galopprennbahn und die Trapprennbahn in Feldmark. 1973 wurde das Parkstadion in Buer eröffnet und seit den 90-er Jahren bestimmt maßgeblich der FC Schalke 04 die Entwicklung dieses Gebietes, so wurde 2001 die neue Veltins-Arena/ Arena „Auf Schalke“ dort eröffnet. Die Arena wird ganzjährig für Fußball-, Kultur-, Konzert- und Sportveranstaltungen und andere Events genutzt. (vgl. Wehling 2002: 283)

6.2.5. Verkehr Gelsenkirchen ist durch die Bundesautobahnen A42, A2 und A52 sowie die unmittelbar angrenzende A40 an das Autobahnnetz angeschlossen und zusätzlich über die Bundesstraßen B224, B226 und B227 mit den Nachbarstädten verbunden. Innerhalb der Stadt wird die Verbindung durch die z.T. vierspurig verlaufende KurtSchumacher-Straße vereinfacht.

69

Gelsenkirchen besitzt zudem sechs Bahnhöfe, Gelsenkirchen-Hauptbahnhof, Gelsenkirchen-Hassel, Buer-Nord, Buer-Süd, Gelsenkirchen-Zoo und Gelsenkirchen-Rotthausen, welche durch Züge der Kategorien RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn sowie z.T. durch IC/EC- und IR-Zugverbindungen der Deutschen Bahn AG bedient werden. Die Straßenbahn- und Omnibuslinien werden durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG (BOGESTRA) betrieben, z.T. aber auch durch die Vestische Straßenbahnen (VESTISCHE), durch Essener Verkehrs Aktiengesellschaft (EVAG) und durch den Busverkehr der Rheinland GmbH (BVR) ergänzt. Der ÖPNV dient zwar in erster Linie der innerstädtischen Erschließung, stellt aber auch Verbindungen in die Nachbarstädte. (vgl. Wehling 2002: 268)

6.2.6. Flächennutzungsplan Der Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan der Stadt Gelsenkirchen enthält im Punkt B.4.2. „Freiraumorientierte Erholung/ Landschaftsbild“ Angaben zu naturnahen Freizeiteinrichtungen und unter Punkt B.6.2 „Soziale Infrastruktur“ Angaben über Ausstattung mit sozialen Einrichtungen, wie Schulen, Kindertagesstätten, Spiel- und Sportplätze, Sozialeinrichtungen und freizeitorientierte Einrichtungen. (vgl. Stadt Gelsenkirchen 2001) So verfügt Gelsenkirchen über 96 Schulen16 aller Schulformen. Zusätzlich sind hier mit der Fachhochschule Gelsenkirchen und der Fachhochschule für Verwaltung zwei akademische Einrichtungen ansässig. Zudem sind 121 Kindertagestätten sowohl öffentlicher, kirchlicher und freier Träger angesiedelt, welche die Versorgungsquote zu 89% abdecken. Die weiteren Kinder- und Jugendeinrichtungen werden detailliert im Jugendhilfeplan der Stadt aufgeschlüsselt. (vgl. Stadt Gelsenkirchen 2001: B6-3 f.) Den räumlichen Interessen von Kindern wird in Gelsenkirchen durch 186 öffentliche Spielplätze, was eine Spielfläche von 8,43m² pro Kind ausmacht, nachgekommen. 17 Zudem stehen die Jugendlichen 103 städtische Sport- und Turnhallen sowie 28 städtische Außensportanlagen zur Verfügung. 18 (vgl. Stadt Gelsenkirchen 2001: B4-2)

16 17

Stand: 1996 Stand: 1998 18 Stand: 1999

70

6.2.7. Partizipationsmöglichkeiten in Gelsenkirchen- zwei exemplarische Beispiele Als ein Partizipationsbeispiel in Gelsenkirchen ist der Internationale Mädchengarten in Schalke zu nennen. Hierbei handelt es sich um ein geschlechtsspezifisches Angebot. Träger ist die LAG Autonome Mädchenhäuser/feministische Mädchenarbeit N RW e. V. Im Rahmen eines Zwischennutzungskonzeptes wurde der LAG Autonome Mädchenhäuser von Seiten der Stadt eines von mehreren Gartengrundstücken pachtfrei zur Verfügung gestellt. Dort entstand Anfang 2007 ein internationaler Mädchengarten, welcher von Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren unterschiedlichster Nationalität und sozialer Herkunft bewirtschaftet und gestaltet wird. Der Garten ist zu jeder Jahreszeit nachmittags wöchentlich kostenlos für alle Mädchen geöffnet. In den Ferien ist der Garten geschlossen, es werden aber 1-2-wöchige, thematisch unterschiedliche Ferienprogramme nach den Ideen und Vorstellungen der Mädchen kostengünstig angeboten. Die Mädchen nutzen den Garten als Treffpunkt im Stadtteil und identifizieren sich sehr stark mit ihm. (vgl. Janssen 2009) Partizipation spielt im Internationalen Mädchengarten eine tragende Rolle. So können die Mädchen auf kaum vorstrukturierten Flächen Vorstellungen und Ideen immer wieder frei umsetzen. Im Kontext von Raumaneignung zeigt sich, dass gerade der Garten als ein halböffentlicher Raum sowohl Schutz und Akzeptanz bietet, als auch die Möglichkeit eines Ansprechpartners vor Ort. Das gesamte Gartenprojekt ist darauf ausgerichtet, den Mädchen den größtmöglichen Handlungsspielraum zu lassen. Wichtig ist hier eine Ansprechpartnerin, welche das Konzept des Mädchengartens „Mach es selbst!“ vorlebt und unterstützt. (vgl. Mädchengarten 2009) Als ein weiteres Partizipationsprojekt ist die Gestaltung des Bürgerparks Orangeplatz19 ab 2003 in Bulmke-Hüllen, zu nennen. Hier wurde eine alte brach liegende Fläche, welche das Stadtbild durch Müll und Ungeziefer verschlechterte und ausschließlich von Jugendlichen zu Fußballspielen genutzt wurde,
20

zu einem Aufenthaltsort für alle Generationen

umgestaltet. In die Planung wurden Bürger jeder Altersstufe einbezogen. Partizipation erfolgte hier in Form von Diskussionen und Abstimmungen diverser Arbeitsgruppen, mit dem Resultat einer gemeinsamen Konsensbildung der verschiedenen Generationen. Den
19
20

Vgl. Kapitel 6.1 Gelsenkirchen- Programmgebiet „Soziale Stadt“ Dass sich die Jugendlichen den Ort trotz des schlechten Zustandes aneigneten, gibt einen Hinweis darauf, welcher Mangel an Aufenthaltsmöglichkeiten für sie in diesem Stadtteil bestand.

71

beteiligten Jugendlichen, war es in diesem Zusammenhang ein wichtiges Anliegen, den bereits vorhandenen Bolzplatz zu erhalten oder ggf. zu restaurieren, was letztendlich auch umgesetzt wurde. Die Bürgerbeteiligung basierte auf dem Grundgedanken, dass eine Partizipation sowohl zu einem erhöhten Verantwortungsgefühl als auch zu einer stärkeren Identifikation mit dem Stadtteil führt.
„Mit der Beteiligung der künftigen Nutzerinnen und Nutzer schon im Planungsprozess wird eine hohe Identifikation mit dem eigenen Stadtteil erreicht. Das erleichtert nach Fertigstellung den pfleglichen Umgang mit der Anlage und garantiert eine nachhaltige Nutzung durch die Bürgerinnen und Bürger. Sie müssen zu mehr Eigenverantwortung im Veränderungsprozess motiviert werden, denn sie sind die eigentlichen Experten ihres Stadtteils und müssen mit den Ergebnissen der Planung leben. Eine Beteiligung ist auf unterschiedlichen Ebenen möglich, und die Elemente greifen ineinander. Die Basis ist dabei die Vermittlung von Informationen und die transparenten Entscheidungsprozesse. Bereits während der Planung müssen die Informationen über das Vorgehen allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein. Informationsveranstaltungen, Stadtteilkonferenzen, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerforen sind ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.“

(Feldmann 2007: 10)

6.3.

Die Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke21

Die Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen ist in 18 Stadtteile untergliedert. Die für die Ausarbeitung relevanten Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke befinden sich sowohl im Norden als auch im Süden Gelsenkirchens.

Abb. 13, Flächenplan Gelsenkirchen

21

Alle Prozentangaben stammen aus eigener Berechnung nach: Stadt Gelsenkirchen (2008)

72

6.3.1. Flächennutzung Die Gesamtfläche der Stadt Gelsenkirchen beträgt 104.857.000 m², davon gehören 13.085.000 m² Buer, 4.198.000 m² zu Bulmke-Hüllen und 2.969.000 m² zu Schalke. Die Gesamtfläche der Stadt untergliedert sich in verschiedene Bauflächen, Verkehrsflächen, Ver- und Entsorgungsflächen, Wasserflächen, Grün- und Erholungsflächen, Landwirtschaftliche Flächen, Brachflächen/Aufschüttungen und sonstige Flächen.
Stadtteil Schalke Bulmke-Hüllen Buer Gesamtstadt Bauflächen 2 168 (73,0%) 2 722 (64,9%) 5 253 (40,2%) 44 134 Grün- und Erholungsflächen 136 (4,6%) 605 (14,4%) 1 913 (14,6%) 11 364 Verkehrsflächen 629 712 2 523 16 409 Ver- und Entsorgungsflächen 12 15 26 2 439 Wasserflächen 1 31 165 3 145
(Flächennutzung in 1000 m²)

Stadtteil Schalke Bulmke-Hüllen Buer Gesamtstadt

Landwirtschaftliche Flächen 17 101 989 15 450

Forstwirtschaftliche Flächen 4 3 1 822 7 892

Brachflächen/ Aufschüttungen 359 2 591

Sonstige 2 9 35 1 433

(Flächennutzung in 1000 m²)

Tab. 1, Flächennutzung Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer

Die Bauflächen werden zusätzlich in verschiedene Nutzungsarten untergliedert.
Stadtteil Wohnbau Gewerbe, Industrie
674 757 694 11 848

Schalke Bulmke-Hüllen Buer Gesamtstadt

707 1 249 3 003 19 445

Handel, Dienstleistungen 89 38 191 1 351

Mischnutzung
246 132 347 2 339

Gemeinbedarf
201 181 737 3 587

Sonstige Bauflächen
250 364 281 5 564

(Flächennutzung in 1000 m²)

Tab. 2, Nutzungsarten der Bauflächen Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer

Im Vergleich wird deutlich, dass der Bauflächenanteil in Schalke mit 73,0% besonders hoch ausfällt, im Gegensatz zu den Stadtteilen Bulmke-Hüllen und Buer, wo der Anteil an Bauflächen bei 64,9% bzw. 40,2% liegt. An den Daten lässt sich zudem erkennen, dass ein Großteil der Flächen in Bulmke-Hüllen und besonders in Buer nicht als Bauflächen genutzt

73

werden. So liegt der Anteil der Grün- und Erholungsflächen in Bulmke-Hüllen bei 14,4% und in Buer bei 14,6%. In der Gesamtstadt stehen insgesamt 142.846 Wohnungen zur Verfügung, wovon 18.254 in Buer, 13.727 in Bulmke-Hüllen und 11.701 in Schalke liegen. Auffallend ist, dass in Buer überdurchschnittlich viele Ein- und Zweifamilienhäuser zu finden sind (52,2% der Wohngebäude), während in Bulmke-Hüllen der Anteil bei nur 31,5% und in Schalke bei nur 16,5% liegt. Besondere Bedeutung erhalten diese Daten im Hinblick auf den Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser im Gesamtgebiet, dieser liegt bei 47,1%.

6.3.2. Bevölkerung In der hier vorliegenden Tabelle wird deutlich, dass sich die Bevölkerungsstruktur der Stadtteile stark unterscheidet, besonders im Hinblick auf die Bevölkerungsdichte sowie den Anteil der Nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung.
Stadtteil
Bevölkerung 19 581 23 839 34 308 263 305 nichtdeutsche Bevölkerung 19,9% 19,0% 10,4% 13,4% Bevölkerungsdichte

(Personen
6 595 5 679 2 622 2 511

je Katasterfläche)

km²

Schalke Bulmke-Hüllen Buer Gesamtstadt

Tab. 3, Bevölkerungsstruktur Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer

In Bulmke-Hüllen, beträgt der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung 19%, wohingegen sich der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung in Buer gerade auf 10,4% beläuft. In Schalke liegt der Anteil am höchsten, mit 19,9%. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass sich der Anteil der Nichtdeutschen Bevölkerung innerhalb der Gesamtstadt auf 13,4% beläuft, so liegen die Stadtteile Bulmke-Hüllen und Schalke bezüglich der Bevölkerungsstruktur weit über dem Durchschnitt der Gesamtstadt. Die Begründung liegt nahe, dass diese Situation auf ehemalige Arbeiter bzw. Zechensiedlungen zurückzuführen ist sowie auf einer darauf beruhenden Kettenmigration, d.h. auf die Historie der Stadt Gelsenkirchen als Ruhrgebietsstadt beruht. Für diese Untersuchung sind besonders die Daten von in Gelsenkirchen lebenden Jugendlichen interessant.

74

Gemessen an der Gesamtbevölkerung der einzelnen Stadtteile leben in Schalke 8,4% Jugendliche im Alter von 6-15 Jahren und 3,0% Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren. In Bulmke-Hüllen liegen die Werte diesbezüglich etwas höher, dort beträgt der Anteil der Jugendlichen 9,2% bzw. 3,2%. Der Stadtteil Buer hat einen Anteil an Jugendlichen von 8,2% bzw. 3,2%. In der Statistik der Stadt Gelsenkirchen gibt es keine explizite Aufgliederung nach Aussiedlern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Es stehen nur die Daten über Jugendliche mit deutscher und mit nichtdeutscher erster und zweiter Staatsangehörigkeit zur Verfügung.

Stadtteil

Personen zwischen 6-15 Jahren Deutsche Nichtdeutsche
(mit zweiter nichtdeutscher Staatsangehörigkeit)

Personen zwischen 15-18 Jahren Deutsche Nichtdeutsche
(mit zweiter nichtdeutscher Staatsangehörigkeit)

(gar keine deutsche Staatsangehörigkeit)

(gar keine deutsche Staatsangehörigkeit)

Schalke Bulmke-Hüllen Buer Gesamtstadt

475 684 610 5323

400 555 364 4034

120 116 141 1180

162 211 159 1584

Tab. 4, deutsche und nichtdeutsche Kinder und Jugendliche Schalke, Bulmke-Hüllen, Buer

Bezüglich der innerstädtischen Umzüge der Bevölkerung lässt sich feststellen, dass generell der Umzug in den eigenen Stadtteil präferiert wird. Allerdings ist auffällig, dass insgesamt sowohl in Schalke (1.231/ 823) als auch in Bulmke-Hüllen (1.303/ 959) mehr transzendente Umzüge erfolgen, als Umzüge in den eigenen Stadtteil. In Buer hingegen ist der Anteil der stadtteilimmanenten Umzüge höher (1.430), als der Anteil der Umzüge in einen anderen Stadtteil Gelsenkirchens (986). Die gleiche Tendenz findet sich auch innerhalb des Umzugsverhaltens der Nichtdeutschen Bevölkerung. Bei der Kommunalwahl 2009 lag die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen bei 45,8%. Die Anzahl der Wahlberechtigten lag zum Zeitpunkt der Wahl bei 198.087. Bei einer Anzahl von 187.486 Wahlberechtigten zum Zeitpunkt der Bundestagswahl 2009, lag die Wahlbeteiligung in Gelsenkirchen bei 64,9%.

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7. Zwischenfazit II - Auseinandersetzung mit Rahmbedingungen und laufenden Projekten Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Partizipation ermöglichen Beteiligung und Mitgestaltung von Jugendlichen auch auf politischer und stadtplanerischer Ebene. Daraus ergibt sich die Frage, in wie weit Jugendliche ihre Rechte in Anspruch nehmen können bzw. sie überhaupt kennen. Wie Louis Wirths Ansatz zur Integration, verfolgt auch das Programm „Soziale Stadt“ die Bürgerbeteiligung im Stadtteil als eine wesentliche Prämisse. Unter dem Begriff „Bürger“ werden zwar alle Bevölkerungsgruppen angesprochen, dennoch fehlt eine Ausdifferenzierung, die die Jugendlichen explizit anspricht. Im Gegensatz zum Programm „Soziale Stadt“ ist das Partnerprogramm „Jugendliche im Stadtquartier“ konkret auf die Mitarbeit von Jugendlichen zugeschnitten. Der Grundliegende Gedanke dieses Programmes ist es, neue Räume für Jugendliche zu schaffen. Zusätzlich werden hier innovative Beteiligungsmodelle erprobt, was im Sinne des Schaffens neuer Partizipationsräume und -modelle, wie in der kritischen Betrachtung der Forschungsansätze beschrieben, sinnvoll ist. Sowohl Klaus Peter Strohmeier als auch Roger Hart gehen auf die Risiken in Bezug auf Frustrationserlebnisse von sogenannten „Scheinpartizipationsprojekten“ ein. Dennoch gibt es auch bei den einzelnen Modellprojekten Unterschiede in Bezug auf den Grad der Mitbestimmung. So ist das „Mädchen(Plan)büro“ eher den von Strohmeier definierten „Maches-selbst-Projekten“ zuzuordnen. Wohingegen Eichbaum Countdown eher zu den Projekten mit dem Charakter „Entscheide, Plane mit“ zu zählen ist. Zieht man eine Parallele zu den beschriebenen regionalen Partizipationsprojekten in Gelsenkirchen, lassen sich auch hier Unterschiede in der Beteiligungsform aufweisen. Während der Internationale Mädchengarten weiblichen Jugendlichen einen Raum zur freien Gestaltung zur Verfügung stellt, in welchem sie ihre Vorstellungen mit Hilfe einer Ansprechpartnerin selbst umsetzen können, bot das Projekt „Orangeplatz“ die aktive Beteiligung an der Planung eines öffentlichen Raumes in dem unmittelbaren Wohnumfeld der Jugendlichen. Für beide Projekte ist die Partizipation ein entscheidender Faktor, allerdings wird den Mädchen im Garten vermittelt, dass dieser Raum ausschließlich für ihre Zwecke gedacht ist, während die Gestaltung des Orangeplatzes alle Generationen ansprechen sollte. Zudem ist das Planungsprojekt in Bulmke-Hüllen ein temporär angelegtes Beteiligungsprojekt, wohingegen der Mädchengarten immer wieder neu umgestaltet werden kann, wenn sich die Interessen der Jugendlichen ändern. In Bezug auf die Nachhaltigkeit, setzen beide Projekte auf eine stärkere Identifikation mit dem Stadtteil und eine Steigerung des

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Verantwortungsgefühls der Jugendlichen. Es zeigt sich, dass auch die exemplarisch vorgestellten Projekte „Mädchengarten“ und „Orangeplatz“ Jugendliche mit anderen sozialen Kontexten ansprechen. Dies könnte an der projektorientierten Modellform liegen, welche eher auf eine punktuelle respektive temporär angelegte Beteiligung ausgerichtet ist. Im Zusammenhang mit Identifikation lässt sich außerdem vermuten, dass sich die Jugendlichen eher an Projekten beteiligen, wenn diese ihren direkten sozialen Wohnnahraum betreffen. Die Gestaltung des Bürgerparks orientiert sich an der Theorie Wirths, dem Herauslösen aus der Primärgruppe und Partizipieren in einer neuen „community“, was in diesem Zusammenhang die jeweilige Arbeitsgruppe im Stadtteil darstellt. Der Mädchengarten hingegen arbeitet nach dem von Strohmeier beschriebenem Prinzip „Mach es selbst!“. Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher auch im Rahmen der „Sozialen Stadt“ betont wird, ist die gleichberechtigte Teilhabe. Nach den gesetzlichen Bestimmungen stehen allen Jugendlichen die gleichen Mitbestimmungsrechte zu. Vor dem Hintergrund von Bildungsniveau und Benachteiligung, gilt es dennoch zu bedenken, ob die Angebote der „Sozialen Stadt“, „Jugendliche im Stadtquartier“ sowie die kommunalen Projekte tatsächlich alle Jugendlichen erreichen. Ebenso ist es unklar, ob den Jugendlichen aus allen „sozialen Schichten“ ihre Rechte bewusst sind und sie sich gleichermaßen in den Strukturen zu Recht finden. Ausgehend davon, dass bestimmte Partizipationsangebote, wie beispielsweise Jugendparlamente, häufig nur von Jugendlichen eines gewissen Klientels genutzt werden, welches eher aus dem „Bildungsbürgertum“ stammt, stellt sich die Frage, welche Partizipationsmodelle sinnvoll sind, um möglichst alle oder solche Jugendlichen zu erreichen, die üblicherweise von vielen Angeboten nicht angesprochen werden. Als Beispiel lässt sich hier das Projekt „Mädchen(plan)büro“ nennen, welches sich durch weitreichende Werbung von diesem üblichen Muster entfernen konnte, und dadurch eine sehr breite Spanne von Mädchen verschiedener Nationalitäten und sozialer Hintergründe angesprochen hat. Im Kontext der Projektbeschreibungen stellen sich die Fragen, ob es einen geschlechtsspezifischen Unterschied in Bezug auf Raumaneignung bzw. Raumnutzung gibt und ob sich dies, vor dem Hintergrund der Segregation nach Strohmeier, in den einzelnen Stadtteilen unterscheidet. In Bezug auf die Rolle von Identifikation mit dem Stadtteil im Programm „Soziale Stadt“ kommt zudem die Frage auf, wie Jugendliche ihren Stadtteil empfinden respektive wahrnehmen. Im Zusammenhang von Segregation und Benachteiligung sind die unterschiedlichen Wohnbaustrukturen der einzelnen Stadtteile, Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke zu nennen.

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So liegt der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser in Schalke weit unter dem Durchschnitt der Gesamtstadt, dies bietet einen Hinweis auf eine mögliche finanzielle Benachteiligung von Jugendlichen in diesem Stadtteil. Zudem liegt der Anteil an Grün- und Erholungsflächen gerade bei 4,6%, die Bauflächen hingegen nehmen einen sehr viel größeren Raum ein, als es bei in den Stadtteilen Buer und Bulmke-Hüllen der Fall ist. Hat also eine Ausstattung des Stadtteils, möglicherweise eine Auswirkung auf gleichberechtigten Zugang zu Teilhabechancen, so scheinen die Jugendlichen in einigen Stadtteilen Gelsenkirchens gegenüber anderen Jugendlichen benachteiligt zu sein. Nach Strohmeier gibt es zudem einen Zusammenhang zwischen ethnischer und sozialer Segregation, was besonders im Hinblick auf das zur Verfügung stehende Humanvermögen eines Stadtteils Benachteiligungen bedingen kann. Daher ist der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung ein wichtiger Indikator für Benachteiligung im Stadtteil. So liegt die Zahl der nichtdeutschen Bevölkerung gerade in dem zu untersuchenden Stadtteilen Schalke und Bulmke-Hüllen relativ hoch im Vergleich zur Gesamtstadt und besonders hoch im Vergleich zu Buer.

III. Teil 8. Befragung der Jugendlichen 8.1. Untersuchungsbedingungen

Für die Untersuchung wurden die gesamten Jahrgänge der 9. und 10. Klasse von zwei verschiedenen Schulen in Gelsenkirchen befragt. Die Schulen befinden sich in der Altstadt und in Beckhausen. Auswahlkriterien war die Zentralität und die damit eingehende Wahrscheinlichkeit eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Wohnstadtteile der Schüler zu erhalten. Die Schulen waren seit Beginn der Kontaktaufnahme sehr an der Studie interessiert und unterstützten diese. Die Kontaktaufnahme verlief über Telefongespräche und per E-Mail. Die Fragebögen wurden an der Schule persönlich abgegeben und dort von den Lehrkräften an die Schüler/innen der 9. und 10. Klassen verteilt. Diese füllten die Fragebögen im Unterricht aus und gaben sie an die Lehrkräfte zurück. Nach 14 Tagen wurden die Fragebögen wieder abgeholt und ausgewertet.

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8.2.

Pretest

Zur Qualitätsverbesserung des Fragebogens wurde vor der Durchführung der eigentlichen Erhebung ein Pretest vorgenommen. Um die Effektivität des Tests zu garantieren, wurde hierbei bereits darauf geachtet, dass die Befragten den eigentlichen Untersuchungsobjekten ähneln und den Fragebogen unter denselben Bedingungen bearbeiten. Daher wurde der Fragebogen an einen zehnten Jahrgang einer Gesamtschule in Gelsenkirchen ausgeteilt. Die Fragebögen wurden anschließend im Hinblick auf schwer verständlichen Fragen, unklare Anweisungen und sprachliche Überforderungen überprüft. Nach Auswertung des Tests wurde der Fragebogen an einigen Stellen überarbeitet. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um die Übersichtlichkeit des Layouts und Konkretisierung der Arbeitsanweisungen.

8.3.

Fragebogen

Der Fragebogen22 wurde eigens für diese Untersuchung konstruiert. Die in ihm erfassten Fragen sind nicht wissenschaftlich formuliert, sondern sprachlich so strukturiert, dass sie für die Jugendlichen einfach zu beantworten sind. Bei der Auswahl der Untersuchungsfragen wurden das Alter und die organisatorischen Grenzen berücksichtigt, sodass sich der Umfang auf 6 Seiten, Schriftgröße 11. pt., Schriftart Calibri, begrenzt. Die Anordnung der Fragen ist nach einem „Trichterprinzip“ aufgebaut, sodass die „harmlosesten“ Fragen zuerst und die persönlicheren und „schwerer“ zu beantwortenden Fragen gegen Ende des Fragebogens zu finden sind. Zum Schluss folgen die soziodemografischen Angaben. Im Fragebogen integriert finden sich sowohl geschlossene als auch offene Fragen. Die ersten drei Fragen beziehen sich auf die Stadtteile von Gelsenkirchen und ihrer Bewertung, daher werden einzelne Fragebögen, wenn die Befragten in einer anderen Stadt wohnten, ausgesondert. Bei der Konstruktion dieser Fragen geht es vor allem darum, die Einstellungen und Assoziationen der Jugendlichen zu den einzelnen Stadtteilen zu erfahren. Daher werden in diesen Bereich sowohl ein Bewertungssystem nach Schulnoten als auch verschiedene offene Fragen aufgenommen.

22

Der Fragebogen befindet sich im Anhang.

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Der darauf folgende Bereich umfasst Fragen zu den üblichen Treffpunkten und Aufenthaltsorten der Jugendlichen, ihren dortigen Mitbestimmungsmöglichkeiten und dem Verhalten/den Reaktionen der Passanten und Anwohner. Im Anschluss folgen Fragen, welche verschiedene Aspekte zu ihrem Partizipationsverhalten implizieren und gleichzeitig Aufschluss über ihre Identifikation mit dem Stadtteil geben. Es werden zum einen das Interesse an dem Stadtteil und die genauen „Informationskanäle“ und zum anderen die bisherige Erfahrungen mit Versuchen, etwas im Stadtteil zu verändern, erfragt. Weiter wird erfragt, in wie weit die Jugendlichen regelmäßig verschiedene kostenpflichtige Angebote nutzen. So wird nicht nur in Erfahrung gebracht, welche Angebote genutzt werden, sondern auch aus welchen Gründen Angebote nicht genutzt werden.23 Die weiteren Fragen beziehen sich auf die finanzielle Situation der Jugendlichen und ihrer Eltern, um zum Abschluss auf die demografischen Angaben zu kommen.

8.4.

Datenaufbereitung

8.4.1. Variablenmodifikation Für die Untersuchung müssen einige Variablen modifiziert werden. So wird aus der Frage nach dem „Herkunftsland der Mutter“ und dem „Herkunftsland des Vaters“ die neue Variable „Migrationshintergrund“ gebildet. Sie trifft zu, wenn bei mindestens einer der beiden Variablen ein anderes Land als Deutschland angegeben wird. Die gleiche Methode wird für die Konstruktion der Variablen „Arbeitslosigkeit der Eltern” verwendet. Diese Aussage trifft zu, wenn mindestens einer der beiden Fragen „Wie viele Tage in der Woche arbeiten deine Eltern?: Vater“ und „Wie viele Tage in der Woche arbeiten deine Eltern?: Mutter“ mit der Antwortmöglichkeit „arbeitssuchend“ angekreuzt wird. Weiter wird die Variable „Unterstützung im Stadtteil“ aus den Fragen nach den Reaktionen der Passanten und Anwohner gebildet. Dazu werden die vier Antwortmöglichkeiten „unterstützt/benötigt/erwünscht“, „nur toleriert“, „beschimpft oder ähnliches“ und „weggeschickt“ absteigend mit vier bis einem Punkt versehen. Die Summe der Antworten bildet die neue Variable, wobei mit steigenden Punkten die Unterstützung im Stadtteil ansteigt.
Zur Auswahl stehen hier die Möglichkeiten: □ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot, was wiederum Rückschlüsse sowohl auf die jeweilige Lebenssituation der Jugendlichen als auch auf die soziale Ausstattung der einzelnen Stadtteile zulässt.
23

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Für den Index „Benachteiligung“ werden die Variablen bezüglich der Benotung der einzelnen Stadtteile hinsichtlich ihrer Durchschnittsnote analysiert, um die neue Variable „Durchschnittsnote des eigenen Stadtteils“ zu konstruieren. Die offenen Fragen werden z.T. kategorisiert und in eine neue Variablen transformiert, so die Frage nach der Begründung für die Benotung des Stadtteils. Hier wird manuell jede Antwort in positiv, neutral oder negativ eingestuft. Dies ist für eine Indexbildung in Bezug auf die Identifikation notwendig. Dennoch gibt es hier keinen Datenverlust, da die Antworten der Jugendlichen auch qualitativ ausgewertet werden, um ein umfassendes Bild der Wahrnehmung der einzelnen Stadtteile zu erhalten. Ebenfalls notwendig ist eine Kategorisierung der offenen Frage nach dem monatlichen Taschengeld für den Index Benachteiligung. 95% der Befragten erhalten zwischen 0€ und 100€ monatlich, warum die restlichen 5% als Ausreißer betrachtet werden. Es ergibt sich daher eine Kategorisierung von bis 33€ = „niedrig“, bis 66€ = „normal“ und bis 100€ =„hoch“. Es gibt keine Korrelation zwischen „Höhe des Taschengeldes“ und „Alter der Befragten, daher wird diese für die Einteilung unberücksichtigt bleiben. Um die „Unterstützung im Stadtteil“ zu verdeutlichen werden verschiedenen Variablen zusammengefasst. Dabei handelt es sich um die Fragen wie die Jugendlichen an ihren Treffpunkten behandelt werden. Für die Antwort „weggeschickt“ wird jeweils ein Punkt, für die Antwort „beschimpft oder ähnliches“ zwei Punkte, für die Antwort „nur toleriert“ drei Punkte und für die Antwort „unterstützt/benötigt/erwünscht“ vier Punkte vergeben. Es handelt sich in diesem Fall um 13 Fragen, daraus ergibt sich eine Höchstpunktzahl von 52 Punkten.

8.4.2. Indexkonstruktionen Zur Überprüfung der Thesen und Fragestellungen werden insgesamt drei Indexe aus dem Datensatz gebildet. Index „Identifikation“ Um die latente Variable „Identifikation mit dem eigenen Stadtteil“ erfassen zu können, werden Variablen zusammengefasst, welche die Einstellung/ Haltung zu ihm und das Interesse der Jugendlichen darstellen. Daher werden die vergebenen Noten für den Stadtteil, in welchem die befragten Personen wohnen, in neue Variablen modifiziert. Hierzu werden die Noten „befriedigend“, „gut“ und „sehr gut“ aufsteigend mit ein bis drei Punkten versehen, meint also je höher die

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Punktzahl, desto höher die Identifikation mit dem Stadtteil. Anschließend werden die vergebenen Punkte zu einer neuen Variablen zusammengefasst und in den Index aufgenommen. Zudem wird die bereits beschriebene kategorisierte Begründung der Bewertung in den Index aufgenommen. Für eine positive Bewertung wird ein Punkt vergeben, für eine neutrale und eine negative Bewertung keine Punkte. Weiter wird die positive Antwort auf die Frage „Interessierst du dich für Nachrichten, Informationen, Aktionen etc., die deinen Stadtteil betreffen?“ mit einem Punkt in den Index eingeordnet. Die Summe der einzelnen modifizierten Variablen stellt den Index „Identifikation“ dar und kann bis zu fünf Punkte erreichen. Index „Benachteiligung“ Da auch diese Variable nicht direkt zu erfassen ist, werden Fragen zur finanziellen Situation und zum Image des Stadtteils, in welchem die Befragen wohnen, miteinander verknüpft. So fließt die bereits erwähnte kategorisierte Variable „niedriges Taschengeld“ ebenso wie die modifizierte Variable “Arbeitslosigkeit der Eltern” mit jeweils einem Punkt in den Index ein. Ähnlich dem Index „Identifikation“, wird auch hier die Benotung der einzelnen Stadtteile, stellvertretend für das Image der Stadtteile, in den Index aufgenommen. Allerdings umfasst die vergebene Punktzahl genau der Durchschnittsnote der einzelnen Stadtteile. Je höher also die erlangte Punktzahl der Indexvariablen, desto stärker ist betreffende Person benachteiligt. Die höchst mögliche Punktzahl liegt bei acht. Index „Partizipation“ Um den Grad der Partizipation der Jugendlichen zu erfassen, war ursprünglich u.a. die Frage nach bereits unternommenen Versuchen, etwas zu verändern, vorgesehen. Nach Sichtung der Daten24, wird diese latente Variable anders zu erfassen.

24

Die Frage wurde von den Jugendlichen fast durchgehend verneint, was entweder auf eine undeutliche Formulierung der Fragestellung oder auf eine tatsächliche „Gestaltungsmüdigkeit“ der Jugendlichen zurück zu führen sein kann. Da der Pre-Test andere Daten geliefert hat und die Frage nicht verändert wurde, ist es eher unwahrscheinlich, dass der Fehler in der Formulierung zu finden ist. Geht man davon aus, dass die Jugendlichen innerhalb ihrer Erfahrungswelt immer folgerichtig handeln, würde dies implizieren, dass sie bereits sehr früh negative Erfahrungen mit Partizipationsversuchen hatten und daher keine weiteren Versuche unternommen haben.

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Daher werden die Variablen bezüglich der „regelmäßigen Teilnahme“ zusammengefasst und pro Teilnahme mit einem Punkt in die Indexkonstruktion einbezogen. Weiter wird die Beteiligung durch die Variable „Mitbestimmen dürfen“ an den häufigsten Treffpunkten mit ebenfalls einem Punkt abgedeckt. Den letzten wichtigen Aspekt der Partizipation stellt die Umweltaneignung und -nutzung dar. Somit wird für jeden genannten regelmäßigen Treffpunkt, der nicht „zu Hause“ und „bei Freunden zu Hause“ lautet, ein weiterer Punkt vergeben. Auch hier stellt die Summe aller Punkte den Index „Grad der Partizipation“ dar, wobei die höchste zu erreichende Punktzahl hier bei 13 liegt.

9. Ergebnisse der Befragung 9.1. Demografische Angaben

Für die Untersuchung wurden insgesamt 272 Schülerinnen und Schüler befragt, wobei acht Befragte aus der Untersuchung ausgeschlossen wurden, da ihr Wohnort nicht im Untersuchungsgebiet lag. 25 Unter den Befragten sind 48,5% weiblich und 44,9% männlich. 3,7% geben keine Angabe über ihr Geschlecht.

Abb. 14, Geschlecht der Befragten

Das Alter der Befragten liegt zwischen 14 und 18 Jahren.

25

Die restlichen 2,7% ergeben sich aus den Befragten die ausgeschlossen wurden.

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Abb.15, Alter der Befragten

Über 70% der Befragten waren 15 oder 16 Jahre alt. Innerhalb der Untersuchung wird getrennt nach dem Migrationshintergrund der Mutter und des Vaters gefragt. Daraus ergibt sich einen Prozentsatz für die Eltern die aus der BRD stammen von über 50%, gefolgt von der Türkei mit ca. 17% und Polen sowie Libanon mit knapp über 3%.

Abb.16, Herkunftsland der Mutter

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Abb. 17, Herkunftsland des Vaters

9.2.

Lebenssituation der Eltern

In Bezug auf die Lebenssituation der Jugendlichen ist festzuhalten, dass bei 70,8% der Jugendlichen die Eltern verheiratet sind und mit dem Befragten in einer Wohnung leben. 23,6% der Eltern leben getrennt bzw. in Scheidung und 5,6% in sonstigem Lebensverhältnis. Hinsichtlich der Erwerbstätigkeit der Eltern lässt sich feststellen, dass der Vater bei 80,4% zwischen zwei und sieben Tagen in der Woche einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Arbeitssuchend sind 7,1% der Väter.

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Abb. 18, Arbeitsumfang des Vaters

Die Zahl der berufstätigen Mütter liegt bei 58,2% und die Zahl der ausschließlich im Haushalt tätigen Mütter bei 31,6%.

Abb. 19, Arbeitsumfang der Mutter

24,9% der Jugendlichen geht ebenfalls arbeiten, „um neben dem Taschengeld noch etwas Geld dazu zu verdienen“. Das Taschengeld der befragten Jugendlichen liegt im Bereich

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von 0 bis 300 Euro, wobei nur 3,1% und 0,4% der Jugendlichen den Wert 0 bzw. 300 angeben. Der Median beträgt mit 20% einen Wert von 50 Euro. 6,0% der Schüler Leben seit 10 Jahren und weniger in Deutschland. In Gelsenkirchen leben 14,6% und in ihrem jetzigen Stadtteil 36,7% der Schüler seit 10 Jahren und weniger. Die Verteilung der Stadtteile lässt sich aus der Abb. 20 entnehmen. Es liegen keine Untersuchungsobjekte aus den Stadtteilen Scholven, Resse und Resser-Mark vor. Ein Großteil der Jugendlichen, 18,8%, kommt aus Ückendorf, obwohl dies eigentlich nicht das Einzugsgebiet der ausgewählten Schulen ist.

Abb. 20, Verteilung der Stadtteile

9.3.

Stadtteilbezogene Fragen

Der Großteil der Jugendlichen hält sich in ihrer Freizeit auch in dem Stadtteil am häufigsten auf, indem ihr Wohnort liegt. Als Beispiel lässt sich der Stadtteil Altstadt nennen, den 12 von insgesamt 20 der dort lebenden Personen als häufigsten Aufenthaltsort angeben. Insgesamt wird Buer mit 13,5% als Hauptaufenthaltsort der Befragten aus ganz Gelsenkirchen genannt.

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Aufenthalt in Stadtteilen Altstadt Beckhausen Bismark Buer Bulmke-Hüllen Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Resse Rotthausen Schalke Schalke-Nord Scholven Ückendorf Gesamt

Anzahl N 60 24 16 67 27 14 27 10 16 29 49 6 57 31 6 4 54 497

Prozent

Prozent der Fälle 23,7% 9,5% 6,3% 26,5% 10,7% 5,5% 10,7% 4,0% 6,3% 11,5% 19,4% 2,4% 22,5% 12,3% 2,4% 1,6% 21,3% 196,4%

12,1% 4,8% 3,2% 13,5% 5,4% 2,8% 5,4% 2,0% 3,2% 5,8% 9,9% 1,2% 11,5% 6,2% 1,2% ,8% 10,9% 100,0%

Tab. 5, Aufenthalt in Stadtteilen

Betrachtet man die offenen Fragen, ergibt sich eine positive Bewertung der Jugendlichen über ihren Stadtteil mit 19,5% der Jugendlichen. Als Begründung werden besonders häufig die sozialen Netzwerke, Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten genannt. Als eine neutral einzustufende Antwort ist beispielsweise „weil ich da wohne“ zu nennen. Unter die negativen Bewertungen fallen dagegen Antworten wie „asozial“, „dreckig“ und „zu viele Ausländer“.

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In der Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten gibt es Unterschiede in der Eigen- und Fremdwahrnehmung der Jugendlichen. Im Folgenden werden die Benotungen und die individuellen Eindrücke über die Stadtteile aufgeführt, die von den Jugendlichen am häufigsten genannt werden. Hierbei handelt es sich sowohl um geschlossene als auch um offene Fragestellungen. Auffällig ist, dass zum Teil über 50% der Befragten angeben, einen Stadtteil nicht zu kennen, daher werden bezüglich der Benotung ausschließlich die gültigen Prozente angegeben. · Altstadt: 47,4% der Bewohner bewerten ihren Stadtteil mit der Note „gut“. Dem Gegenüber wird von den nicht dort lebenden Befragten die Note „befriedigend“ mit 34,9% am häufigsten genannt. Bei den offenen Fragen werden vor allem die Einkaufsmöglichkeiten überwiegend als positiv und die Unsauberkeit als negativ angeführt. · Beckhausen Beckhausen wird von 30,8% der dort lebenden Befragten mit der Note „ausreichend“ beschrieben und von allen nicht dort lebenden Befragten mit 27,7% als „befriedigend“ benotet. Beckhausen wird mit 52,6% als „nicht bekannt“ angegeben. Die ruhige Lage, die von den Jugendlichen beschrieben wird, wird sowohl als positiv als auch als negativ empfunden: „chillig“ „langweilig“. · Bismark Der Stadtteil Bismark wird von dort lebenden Jugendlichen mit 27,5% als „gut“ benotet und von den übrigen Befragten mit 42,9% als „befriedigend“. Ein Großteil der Jugendlichen beschreibt den Stadtteil als unsauber und kritisiert verstärkt die hohe Ausländerrate und die schlechte Bausubstanz der Gebäude. · Buer Mit 46,9% und 46,3% wird der Stadtteil Buer, sowohl von dort lebenden, als auch von den nicht dort lebenden Jugendlichen am häufigsten mit „gut“ benotet. In der weiteren Benotung orientieren sich die dort lebenden Jugendlichen, eher in Richtung „sehr gut“ und die anderen Jugendlichen in Richtung „befriedigend“. Die guten Bahnverbindungen, die Einkaufsstraße und die dort ansässigen Aufenthaltsmöglichkeiten in Form von Kinos und Cafés beschreiben die Jugendlichen als sehr positiv.

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Die dort lebenden männlichen Befragten benoten ihren Stadtteil zu 60% als „gut“ und zu ca. 33% als „sehr gut“. Als besonders positiv empfinden sie die vielen Aufenthaltsmöglichkeiten für ihre Freizeitgestaltung, wie z.B. „Fußballvereine“, „Kneipen“ und „Dönerläden“. Als Kritikwürdig empfinden sie das generelle Erscheinungsbild des Stadtteils, welches ihrer Meinung nach durch „Baustellen“ und „kaputte Straßen“ geprägt ist. Es zeigt sich, dass die weiblichen Befragten zu einer schlechteren Bewertung ihres Wohnortes Buer tendieren. So erhält der Stadtteil von 20% der Mädchen die Note „mangelhaft“. Sie kritisieren besonders die mangelnden Einkaufmöglichkeiten. Als positiv bewerten die weiblichen Befragten die familienorientierte Ausrichtung des Stadtteils („Viele Kinder und Jugendliche“).

Abb. 21, Eigene Bewertung des Wohnortes Buer

· Bulmke-Hüllen Ein Drittel der in Bulmke-Hüllen lebenden Befragten benoten ihren Stadtteil mit „gut“ und ein Drittel der nicht dort lebenden Befragten benoten Bulmke-Hüllen mit „befriedigend“. Hierbei handelt es sich um die am häufigsten genannten Benotungen. Die Jugendlichen schätzen an Bulmke-Hüllen besonders die Parks, die Grünanlagen und das ruhige/ordentliche Bild. Die Verteilungen der Benotungen „gut“ und „ausreichend“ verhalten sich zwischen den dort lebenden männlichen und weiblichen Befragten gleich, während die männlichen Befragten stärker zu einem „befriedigend“ und die weiblichen zu einem „sehr gut“ tendieren. In diesem Stadtteil ist die Diskussion über die Nationalitätenvielfalt unter den Mädchen besonders ausgeprägt. So beschreiben einige Mädchen diese als negativ, andere empfinden sie als Bereicherung für den Stadtteil. Als eindeutig positiv betrachten sie die vielen Natur-

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flächen des Stadtteils. Zusätzlich weisen sie auf mangelnde Räume für Jugendliche hin. Zwar seien Spielplätze für Kinder vorhanden, diese seien aber marode, „unsauber“ und nicht gut zu erreichen. Auch die männlichen Befragten präferieren die Naturflächen von Bulmke-Hüllen. Zudem bewerten sie die ruhige Lage als besonders positiv. Als Kritikwürdig empfinden sie die mangelnden Freizeitangebote, wie z.B. „keine Möglichkeiten was zu machen z.B. Kino“.

Abb. 22, Eigene Bewertung des Wohnortes Bulmke-Hüllen

· Erle In Erle leben drei der befragten Personen. Bei der Frage wie sie ihren Stadtteil bewerten, gibt die erste Person „sehr gut“, die zweite Person „gut“ und dir dritte Person „befriedigend“ an. Die dort nicht wohnhaften Jugendlichen empfinden mit 27,3% den Stadtteil als „befriedigend“. Wie schon in den geschlossenen Fragen zu sehen, findet sich auch in den offenen Fragen ein ausgewogenes Bild des Stadtteils unter den Jugendlichen. So tendieren die Assoziationen in zwei Richtungen. Zum einen gibt es Formulierungen, wie: „immer schön was los“, „viele Einkaufsmöglichkeiten“ und „guter Fußballplatz“ und zum anderen Formulierungen wie: „die Straßen sind zu voll“, „man hört nichts Gutes“ und „viele Asis“. · Feldmark Die Jugendlichen aus Feldmark bewerten ihren Stadtteil mit 33,3% sowohl als „gut“ als auch als „befriedigend“. Weitere 23,8% beschreiben ihn als „sehr gut“. Dagegen lassen sich die Bewertungen der nicht dort lebenden Jugendlichen nennen, die den Stadtteil nur mit 4,3% mit „sehr gut“ benoten und überwiegend, mit 31,3%, als „befriedigend“ einstufen.

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Die Befragten thematisierten im Schwerpunkt die Bebauung des Stadtteils: „schöne Landschaft“, „Häuser stehen zu nah aneinander“ und „zum Teil schöne und nicht schöne Gegenden“. · Hassel Da keiner der Untersuchungsobjekte in diesem Stadtteil wohnt, stehen für einen Vergleich zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung keine Zahlen zur Verfügung. In Bezug auf die Fremdwahrnehmung allerdings, lässt sich feststellen, dass 30,9% dem Stadtteil die Note „befriedigend“ zuweisen. Als unbekannten Stadtteil geben die Jugendlichen Hassel mit 60,2% an. Bei der Frage nach der Begründung für die Benotung haben nur 30 Personen geantwortet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um konkrete individuelle Assoziationen der Jugendlichen, wie z.B.: „Papa“, „Wenn ich da lang fahre werde ich beschimpft“ und „Mannschaft“. · Heßler Der Stadtteil erhält von der Hälfte der dort wohnenden Jugendlichen die Note „sehr gut“, während die nicht dort lebenden Jugendlichen den Stadtteil zu 38,7% mit „befriedigend“ bewerten. Lediglich 8,5% dieser Gruppe sehen ihn als „sehr gut“ an. Die Assoziationen zu Hassel bewegen sich zwischen „gutes Essen“ und „Schwimmbad“ und „nur Deutsche“. · Horst Hier zeichnet sich ein ähnliches Phänomen wie in Heßler ab. Denn 45,8% der jugendlichen Bewohner schreiben dem Stadtteil die Note „sehr gut“ zu, während diese Note nur von 9,2% der nicht dort lebenden Jugendlichen vergeben wird. Stattdessen benoten diese Jugendlichen den Stadtteil mit 35% als „befriedigend“. Dem Stadtteil Horst schreiben die Jugendlichen die Eigenschaften „geile Weiber“, „Einkaufsmöglichkeiten“ und „BuGa“ zu. · Neustadt Die Hälfte der Jugendlichen benotet ihren Wohnort Neustadt als „gut“. Auch bei den nicht dort lebenden Jugendlichen wird die Note „gut“ am häufigsten genannt, allerdings nur von 30,1%. Diese Jugendlichen tendieren mit ihrer Benotung auch zu „befriedigend“ und „ausreichend“.

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Im Allgemeinen schätzen die Jugendlichen die Zentralität und Einkaufsmöglichkeiten an diesem Stadtteil. Als negativ beschreiben sie die hohe Ausländerzahl „zu viele Türken“ und die Unsauberkeit der Straßen. · Resse In Resse lebt keiner der Untersuchungsobjekte. 58,5% der Jugendlichen ist der Stadtteil unbekannt. Die Fremdwahrnehmung, der Jugendlichen die den Stadtteil kennen, schwankt zwischen „gut“ und „ausreichend“ mit 28,6% (für „gut“), 20% (für „befriedigend) und 25,7% (für „ausreichend“),. Als besonders positiv empfinden die Jugendlichen die verschiedenen Freizeitmöglichkeiten wie z.B. das „Feiern gehen“. Zudem sehen sie den Stadtteil als „ruhig und „ordentlich gepflegt“ an. · Resser-Mark Auch für dieses Gebiet liegen keine Vergleichsdaten vor. Die Befragten, die in anderen Stadtteilen wohnen, benoten Resser- Mark zu 35% mit „ausreichend“. 63,5% geben den Stadtteil als für sie unbekannt an. Resser-Mark wird von den Jugendlichen als „langweilig“ und „ruhig“ beschrieben. · Rotthausen Zwischen 7 und 8 von insgesamt 34 dort lebenden Personen bewerten ihren Stadtteil mit „sehr gut“ (23,5%), „gut“ (20,6%) und „befriedigend“ (20,6%). Von den anderen Befragten wird der Stadtteil zu 38,8% als „befriedigend“ beschrieben. Die befragten Jugendlichen kritisieren verstärkt die „schlechte Umgebung“, die „unsoziale Bevölkerung“ und die „hohe Kriminalitätsrate“. Als positiv lassen sich Aussagen vermerken wie: „schöne ruhige Plätze“ und „Kollegen wohnen da“. · Schalke Jeweils über ein Drittel der jugendlichen Bewohner benoten Schalke mit „sehr gut“ und „gut“. Geschlechtsspezifisch zeigt sich, dass je ein Drittel der männlichen Jugendlichen ihren Wohnort mit „sehr gut“, „gut“ und „befriedigend“ benoten. Binnen der offenen Fragen wird deutlich, dass besonders die sozialen Netzwerke innerhalb ihres Stadtteils für die Jugendlichen als wichtig empfunden werden.

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Jeweils 2/5 der jugendlichen Bewohnerinnen benoten Schalke mit „sehr gut“ und „gut“, die übrigen Mädchen tendieren allerdings zu der Note „ausreichend“. Zwar benennen die Mädchen die zentrale Lage von Schalke zu der Gelsenkirchener Innenstadt als positiv, beanstanden aber die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Zudem bemängeln sie die fehlenden Freizeitmöglichkeiten. Die nicht in Schalke wohnenden Jugendlichen bewerten Schalke zu 30,1% und 32,5% mit „gut“ bzw. „befriedigend“. Besonders bei diesem Stadtteil fällt auf, wie ungenau ihre Kenntnisse über die einzelnen Stadtteile sind. So assoziieren sie logischerweise den Fußballbundesligaverein 1. FC Schalke 04 mit ihm, sind aber auch der Meinung, dass sich dort die Veltins- Arena befindet, die eigentlich in Erle angesiedelt ist. So kritisieren sie auch „zu viele Fans die schreien“ mit diesem Stadtteil.

Abb. 23, Eigene Bewertung des Wohnortes Schalke

· Schalke-Nord Schalke- Nord wird von 66,7% der Bewohner als „sehr gut“ und von 33,3% mit „gut“ benotet. Die Jugendlichen die nicht in Schalke-Nord wohnen bewerten diesen Stadtteil mit 30,6% als „gut“ und 29,6% mit „befriedigend“. Mit Schalke-Nord verbinden die Jugendlichen hauptsächlich ihre sozialen Kontakte sowie die Möglichkeit, dort Fußball zu spielen. · Scholven In Scholven wohnt keiner der Untersuchungsobjekte. Zudem kennen viele Jugendliche den Stadtteil Scholven nicht. So geben dies 61,2% der Jugendlichen an. Die anderen Jugendlichen benoten den Stadtteil zu 24,2% mit „ausreichend“. Das Bild von Scholven wird ge-

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prägt durch die Beschreibung der Jugendlichen über ein Industriegebiet mit schlechten Bus und Bahnverbindungen, durch Formulierungen wie: „komische Busse“ und „viele Fabriken“. · Ückendorf Besonders auffällig in diesem Fall ist die Differenz zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung. So benoten 31% der dort lebenden Jugendlichen den Stadtteil mit „sehr gut“, aber mit 29,8% ist „ungenügend“ die meist genannte Note der übrigen Befragten. Als besonders kritikwürdig empfinden die Jugendlichen die hohe Ausländerzahl, wobei es sich nach ihrer Ansicht nach um „Türken“ handelt, die „GSÜ“26 und die hohe Anzahl an „Asis“. Zudem beschreiben sie die hohe Gewaltbereitschaft in Ückendorf und die Ungepflegtheit des Viertels, welches sie als „übelstes Ghetto“ betiteln. Im allgemeinen lässt sich sagen, dass die Befragten bei der Bewertung ihrer Stadtteile soziale Kontakte, Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten und das äußere Erscheinungsbild der Umgebung berücksichtigen. Dazu kommen pragmatische Aspekte, wie Bus- und Bahnverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten etc.. Auf die Frage, nach den positiven Seiten des eigenen Stadtteils und des Stadtteils, an welchem sich die Jugendlichen am häufigsten aufhalten, werden größtenteils die „Freunde“ und „Kollegen“ genannt. Vereinzelt werden hier auch Orte, wie „Revierpark Nienhausen“ oder „Nordsternpark“ aufgezählt. Dies verhält sich bei der Bewertung des meist besuchten Stadtteils ähnlich. Als negativ wird vor allem das Erscheinungsbild mit „dreckig“, „zu viele Asoziale“, „Ghetto“ oder „zu viel Lärm“ beschrieben. Als ebenfalls negativ empfinden die Befragten fehlende Freizeitmöglichkeiten und zu „wenig Freiraum“. Auf die Frage „Was findest du schlecht an dem Stadtteil, in dem du dich in deiner Freizeit am meisten aufhältst?“ schließen sich hier allerdings zusätzlich Antworten aus dem Bereich der sozialen Konflikte an: „viele Gangs“, „viele Kloppereien“, „voll viel Stress“, „dreckig, viele Betrunkene, Obdachlose, bitte mehr Polizeischutz“. Um die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen in Bezug auf ihre Stadtteile noch besser einschätzen zu können, wird in der Erhebung zudem nach Änderungswünschen bezogen auf den Wohnort der Jugendlichen gefragt. Im Bereich der offenen Fragen ergeben sich folgende Antworten:
26

Das ist die dort ansässige Gesamtschule Ückendorf

95

Mädchen:
„mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche“ „Jugendliche sollen abends was machen dürfen, nicht soviel weggeschickt werden nur, weil sie etwas trinken“ „besseres Sozialverhalten der Bewohner, saubere Straßen“ „schönere Häuser, weniger Ausländer, mehr Freizeitmöglichkeiten“ „mehr grün, Bäume, weniger Baustellen“ „einfach wegziehen“ „nix, es wird so schon vieles verschönert“

Jungen:
„mehr für Jugendliche organisieren“ „mehr Parks und Sportplätze“ „weniger Ausländer und Kriminalität“ „sauber halten, schöner gestalten, mehr Einheimische und nicht 1000 von Vierteln, wo sich nur Türken aufhalten“ „ich würde mich da nie wohlfühlen“ „ist schon perfekt“

Sowohl Jungen als auch Mädchen bemängeln das Fehlen von Räumen, an denen sich Jugendliche in ihrer Freizeit ungestört aufhalten können und sich akzeptiert fühlen. Da auch die geschlechtsspezifische Untersuchung keine homogene Masse abbildet, wünschen sich einige Orte, an denen „man Spaß haben kann“, andere präferieren eine ruhige Umgebung. In Bezug auf den Stadtteil gibt es auch eindeutigere Aussagen, die entweder beschreiben, dass die Befragten, in ihrer jetzigen Situation zufrieden sind oder aber sich eine Verbesserung erhoffen.

9.4.

Aufenthaltsorte/ Aufenthaltsmöglichkeiten

Bei der Frage nach den häufigsten Treffpunkten hatten die Jugendlichen die Möglichkeit mehrere Orte anzugeben. Als Hauptaufenthaltsort nennen die Jugendlichen zu 19,7% „bei mir Zuhause“ und zu 18,7% „bei Freunden Zuhause“. Als ein weiterer wichtiger Aufenthaltsort mit 13,3% ist „auf der Straße“ zu nennen. Kostenpflichtige Aufenthaltsorte stehen an dritter Stelle in Bezug auf die Häufigkeit ihrer Nennungen. So wird das Einkaufszentrum von 10,1% und Café oder ähnliches von 10,3% benannt. 8,2% der Jugendlichen sehen den Park als ihren häufigsten Treffpunkt an. 6,7% der Jugendlichen treffen sich häu-

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fig auf einem Sportplatz, gefolgt von einem Spielplatz als Treffpunkt mit 5,4% der Jugendlichen. Auf Platz sieben befindet sich der Schulhof der eigenen Schule mit 3,4%. Das Jugendzentrum und die religiöse Gemeinde liegen mit ihren Nennungen unter 2,5%. Hierbei handelt es sich um wenig autonome mit einem pädagogischen Konzept versehende Aufenthaltsmöglichkeiten.
Treffpunkte Jugendzentrum Auf der Straße Im Park Schulhof unserer Schule Anderer Schulhof Einkaufszentrum Café oder Ähnliches Spielplatz Sportplatz religiöse Gemeinde Bei mir Zuhause Bei Freunden Zuhause Gesamt 16 109 67 28 13 83 84 44 55 6 161 153 819 Anzahl N Prozent 2,0% 13,3% 8,2% 3,4% 1,6% 10,1% 10,3% 5,4% 6,7% ,7% 19,7% 18,7% 100,0% Prozent der Fälle 6,5% 44,0% 27,0% 11,3% 5,2% 33,5% 33,9% 17,7% 22,2% 2,4% 64,9% 61,7% 330,2%

Tab.6, Häufigkeiten von Treffpunkten

Es lässt sich feststellen, dass sich die Treffpunktwahl der Mädchen und Jungen voneinander unterscheidet. Als Hauptaufenthaltsort wird von beiden Geschlechtern „bei mir Zuhause“ am häufigsten genannt. 21,8% der Mädchen und 17,6% der Jungen nennen dies als einen oft genutzten Treffpunkt. Ebenso verhält es sich mit dem Aufenthaltsort „bei Freunden Zuhause“ (20,3% der Mädchen und 17,1% der Jungen). Als ein weiterer Treffpunkt wird von beiden Geschlechtern das Café genannt, circa 10% der Jugendlichen treffen sich dort. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich allerdings bei den Treffpunkten Sportplatz und Einkaufszentrum. So benennen 14,3% der Mädchen das Einkaufszentrum als beliebten Treffpunkt, während sich lediglich 5,6% der Jungen dort treffen. Umgekehrt treffen sich 11,8% der Jungen auf dem Sportplatz, wohingegen nur 2,4% der Mädchen diesen als Hauptaufenthaltsort wählen. Ein geringerer Unterschied zeigt sich bei der Häufigkeit der Nennungen „Auf der Straße“. 16,5% der männlichen und 10,4% der weiblichen Befragten treffen sich häufig hier.

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Um die individuelle Raumaneignungsmöglichkeiten genauer zu untersuchen, wurde nach der Reaktion der Umgebung, d.h. der Passanten oder Anwohner, an den einzelnen Treffpunkten gefragt. An ihrem Hauptaufenthaltsorten, „Zuhause“ oder „bei Freunden Zuhause“, werden 90,7% bzw. 90,8% der Jugendlichen „unterstützt/benötigt/erwünscht“. „Auf der Straße“ beschreiben 55,4% der Jugendlichen, dass sie „nur toleriert“ werden. 16,4% der Jugendlichen geben an, „auf der Straße“ „beschimpft“ zu werden. Im Einkaufszentrum fühlen sich 48,8% der Jugendlichen unterstützt und 47,6% „nur toleriert“. Im „Café o.Ä.“ fühlen sich 65,6% der Befragten „unterstützt“, wohingegen sich 31,2% als „nur toleriert“ fühlen. In Parks wird der Großteil der Befragten (58,6%) ebenfalls „nur toleriert“. Auf dem Spielplatz empfinden sich 52,9% der Jugendlichen als „nur toleriert“ und 10,9% werden dort „beschimpft“. 6,7% werden von dem Spielplatz „weggeschickt“. Von dem Schulhof der eigenen Schule werden 11,4% der Untersuchungsobjekte „weggeschickt“ und 43% „nur toleriert“. Interessant wird es im Zuge der Analyse der anderen, fremden Schulhöfe. Dort werden 40,7% „nur toleriert“, 14,6% „beschimpft“ und 30,9% der Befragten „weggeschickt“. Auffällig ist zudem, dass 12% der Jugendlichen angeben von „religiösen Gemeinden“ „weggeschickt“ werden. Geschlechtsspezifisch betrachtet lässt sich feststellen, dass sich die weiblichen Befragten durchschnittlich weniger unterstützt sehen.
Anzahl N Unterstützung im Stadtteil (weiblich) Unterstützung im Stadtteil (männlich)
131

Minimum 0 0

Maximum 48 46

Mittelwert

Standardabweichung 13,1 13,2

22,2 24,7

121

Tab. 7, Unterstützung im Stadtteil nach Geschlecht

Im Hinblick auf den Migrationshintergrund zeigt sich, ein ähnliches Bild. Von den 110 Befragten mit Migrationshintergrund wird die Antwortkategorie „nur toleriert“ insgesamt 254-mal und die Kategorie „unterstützt/benötigt/erwünscht“ 462-mal genannt. Dem gegenüber stehen die Nennungen der 139 Jugendlichen ohne Migrationshintergrund mit 394 und 528. In der Relation zu der Anzahl der Befragten heißt dies, dass die Befragten mit Migrationshintergrund stärker zu der Antwort „unterstützt“ tendieren, während die andere Gruppe auch zu „nur toleriert“ neigen. Die Frage nach den häufigsten Treffpunkten der Jugendlichen lässt, zusätzlich zu den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, eigene Antworten zu. Auffällig ist, dass der Großteil der unter „Sonstiges“ genannten Treffpunkte kostenpflichtige Räume, wie Kino, Kneipen

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und Shisha-Cafés, oder aber im Freien liegende Orte, wie Halden, Straßen und Siedlungen sind. Z.T. werden auch Orte genannt, die ursprünglich nicht als Treffpunkte für Jugendliche konzipiert wurden, wie der häufig genannte Hauptbahnhof, Treppe, Kanal oder „an der A42 auf dem Baugelände“. Zur genaueren Analyse werden exemplarisch zwei der genannten Treffpunkte durch Ortsbegehungen und Bildmaterial näher beschrieben.

Gelsenkirchen Hauptbahnhof Der Gelsenkirchen Hauptbahnhof befindet sich im Stadtteil Altstadt und wurde in Vorbereitung auf die FIFA WM 2006 umgebaut und modernisiert. Seit dem haben sich viele Geschäfte, wie Schlecker, k presse & buch, Dunkin' Donuts und this&that, darin niedergelassen.

Abb. 24, Gelsenkirchen Hauptbahnhof

Zudem wurden neue Bänke und Schilder angebracht. Leicht abseits des Hauptausgangs befindet sich zur linken Seite ein moderner Spielplatz mit Bänken und zur rechten Seite ein Taxistand. Beide Orte werden ebenfalls gelegentlich von Jugendlichen genutzt. Sie sind kaum vorstrukturiert, es gibt lediglich Sitzgelegenheiten, zudem sind sie nicht sofort einsehbar.

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Abb. 25, Spielplatz am Hauptbahnhof

Abb. 26, Taxistand am Hauptbahnhof

Halde Rheinelbe und Himmelsleiter Die Halde Rheinelbe ist eine begehbare Abraumhalde in Ückendorf und heute Bestandteil der Route Industriekultur.
„Die Zeche Rheinelbe, gegründet 1861, wurde bereits 1928 stillgelegt, aber die Halden auf dem Zechengelände blieben weiter in Betrieb, d.h. sie wurden weiter aufgeschüttet, dann auch wieder abgetragen, wenn sich die Berge als Baustoff verwenden ließen. 1999 erfolgte die letzte Aufschüttung...“(Route Industriekultur)

Abb. 27, Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe

100

Auf der Spitze der Halde hat der Künstler Herman Prigann, aus Betonblöcken, eine „Himmelsleiter“ errichtet, welche oft von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wird. Von der Himmelsleiter hat man eine sehr weitläufige Aussicht. Um die „Himmelsleiter“ herum befinden sich wild gewachsene Pflanzen. In dem waldähnlichem Weg zur Spitze der Halde finden sich weitere verschiedene, von dem Waldweg aus nichteinsehbare, Treffpunkte von Jugendlichen.

Abb. 28, Treffpunkt auf der Halde Rheinelbe (Foto a)

Abb. 29, Treffpunkt auf der Halde Rheinelbe (Foto b)

Auf die Frage, ob sie gerne einen anderen Treffpunkt hätten, antworten nur 24,9% der Befragten mit „Ja“. Auf die Frage, wie ein neuer Treffpunkt aussehen sollte, geben die Befragten unterschiedliche Beschreibungen. Im Folgenden werden zum Vergleich zwischen Mädchen und Jungen einige Zitate aufgeführt. Mädchen: „alles was man benötigt sollte in der Nähe sein“ „Bänke, wo man in Ruhe ist, nicht belästigt wird“ „ein gutes neues Café was nicht zu teuer ist und wo Jugendliche erwünscht sind“ „mehr Einkaufsläden“ „viel Natur, regengeschützt, essen und trinken“ „gemütliches zum chillen“ Jungen: „Bar, Disko oder Fitness“ „Freizeithaus zum treffen und Play Station spielen“ „Internetcafé mit Shisha und eine Aula wo man mit Freunden sitzen und chillen kann mit TV und so“
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„genügend anlagen wo man seinen Spaß haben kann, z.B. Sportgeräte“ „Platz zum Abhängen ohne Eltern“ Betrachtet man also die Vorstellungen der Jugendlichen, tendieren die Mädchen eher zu Nennungen wie Café und Einkaufen, die Wünsche der Jungen eher zu Räumen mit möglichst vielen multimedialen Angeboten, zum „Spaß“ haben. Beide Gruppen beschreiben allerdings einen ungestörten Ort, zum „chillen“ oder „abhängen“. Um das Freizeitverhalten der Jugendlichen genauer aufzuschlüsseln wurde nach der regelmäßigen Teilnahme an kostenpflichtigen Angeboten gefragt. Über die Hälfte, nämlich 51,8%, der Jugendlichen besuchen regelmäßig Konzerte, Sportveranstaltungen und Ausstellungen. Verneinen Jugendliche diese Freizeitaktivität, so tun dieses 51,6% da sie „keine Lust“ dazu haben, 29,7% da sie „keine Zeit“ haben, 12,5% da für sie „kein passendes Angebot“ vorliegt und 6,2% aus finanziellen Gründen. 43,4% engagieren sich in einem Sportverein. Als Grund, nicht in Sportvereinen teilnehmen zu können, geben 36% „keine Zeit“, 32,6% „keine Lust“, 27,5% „kein passendes Angebot“ und nur 3,9% „kein Geld“ an. An dritter Position steht mit 38,4%, der regelmäßige Besuch von Diskotheken. Die Jugendlichen, die eine Diskothek nicht regelmäßig besuchen, nennen als Begründung am häufigsten „keine Lust“. Hier ist darauf zu verweisen, dass es sich bei über 50% der befragten Personen, um Jugendliche unter 16 Jahren handelt. Diese Jugendlichen haben in der Regel in eine Diskothek keinen Zutritt. Vor der Häufigkeit der Nennungen Nachhilfeunterricht (29,7%) fallen die „sonstigen Vereine“ welche nicht genauer spezifiziert sind. Freizeit-/Ferienprogramme/-kurse fallen mit 23% auf den vorletzten Platz. Abschließend findet sich der Musikunterricht mit 10,2%. Einige der Jugendlichen nehmen hauptsächlich weder an Nachhilfeunterricht, noch an „sonstigen Vereine“, Freizeit-/Ferienprogramme/-kurse, Musikunterricht teil, da sie primär „keine Lust“ haben sich dort zu engagieren. Als einen weiteren Grund für kein Engagement benennen die Jugendlichen Zeit- und Angebotsmangel. Unter geschlechtsspezifischen Blickpunkten betrachtet, fällt auf, dass von beiden Geschlechtern Konzerte, Sportveranstaltungen und Ausstellungen häufig besucht werden, nämlich von 22,2% der Jungen und 24,4% der Mädchen. Zudem besuchen Jungen wie auch Mädchen regelmäßig Diskotheken. Dies benennen 19,6% der männlichen und 15,2% der weiblichen Befragten. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich hingegen innerhalb der Teilnahmehäufigkeit von Sportvereinen und Nachhilfeunterricht. Während 25,9% der

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männlichen Befragten ihre Freizeit regelmäßig in einem Sportverein verbringen, trifft dies nur auf 14,4% der weiblichen Befragten zu. Im Gegensatz dazu nutzen 17,4% der Mädchen ein Nachhilfeangebot, auf das nur 10% der Jungen zurückgreifen. Beanspruchen die Jugendlichen einen Ort für sich, besteht die Vermutung, dass sie diesen auch mit gestalten wollen. Es lässt sich generell feststellen, dass 24,5% aller befragten Jugendlichen schon einmal mitbestimmen durften, wie ihr Treffpunkt aussehen sollte. Die meisten Jugendlichen, nämlich 26,8%, nennen „bei mir Zuhause“ als den Treffpunkt, den sie mitgestalten dürfen. Bei „Freunden Zuhause“ dürfen 18,3% mitbestimmen. In Bezug auf öffentliche Orte nennen 13,4% das „Einkaufszentrum“ und jeweils 8,5% „auf der Straße“ bzw. „Café oder Ähnliches“. Wesentlich geringer fallen die Mitbestimmungsmöglichkeiten an Orte wie „Jugendzentrum“, „Schulhöfe“ und Spiel- bzw. Sportplatz aus, diese werden von weniger als 5% der Befragten genannt. Auf die Frage hin, ob sie denn gerne mitbestimmt hätten, antworteten 43,2% mit „Ja“. Untersucht man diese Frage in Bezug auf Stadtteile, lassen sich große Divergenzen zwischen den einzelnen Quartieren aufzeigen, besonders im Zusammenhang mit Mitbestimmungsmöglichkeiten der Jugendlichen. Die Jugendlichen, die in Feldmark wohnen z.B., geben zu 42,9% an, mitentscheiden zu dürfen. In Rotthausen sind es 28,6% und in Ückendorf 21,3%. Einen sehr geringen Teil an Mitbestimmungsmöglichkeiten gibt es in Horst, wo nur 8,3% der Jugendlichen angeben mitentscheiden zu dürfen.

Abb. 30, Mitentscheidungsmöglichkeit im Stadtteil (Durftest du Mitentscheiden)

103

Von den Jugendlichen die nicht Mitentscheiden konnten gaben 43,2% an, dass sie gerne mitentschieden hätten. Besonders hoch sind die Ergebnisse diesbezüglich in BulmkeHüllen. 81,3% der dort lebenden Jugendlichen hätten gerne mitentschieden. In Rotthausen liegt die Prozentzahl bei 60% und in Buer bei 32%.

Abb. 31, Mitentscheidungsbedürfnis im Stadtteil (Hättest du gerne mitentschieden)

Es ist festzustellen, dass sich 53% der Befragten für Nachrichten aus und Aktionen in ihrem Stadtteil interessieren. Die wichtigsten Themen für die Befragten sind hier: Kriminalität/ Verbrechen Fußball/ Sport allgemein Feste/ Konzerte/ Veranstaltungen Neuigkeiten/ Veränderungen in der Bebauung Geschäfte/ Neueröffnungen Umwelt(-schutz) Auffällig ist besonders, dass das Thema „Kriminalität“ die Jugendlichen so intensiv beschäftigt, dass sie auf die Frage, welche Themen sie besonders interessieren würden, häufig Antworten wie „Mord, Diebstahl“, „Unfälle, Überfälle, Einbrüche“ oder „Verbrechen“

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geben. Es scheint, dass die Jugendlichen in Gelsenkirchen bevölkerungspolitische und kommunalpolitische Themen weniger wahrnehmen als Themen die sich im Bereich der Boulevardpresse bewegen. Nur vereinzelt wurden Themen, wie „Politik“, „Demos“ oder „Kunst“, genannt. Als Informationsquellen werden von 16,6% der Befragten der Freundeskreis am häufigsten genutzt. Darauf folgen mit 16,1% das Fernsehen und mit 14,9% die Familie/ Eltern. An vierter Stelle steht das Internet mit 14.7%, gefolgt von der Zeitung mit 13% der Jugendlichen. Wie zu erwarten, wird ein Großteil der Informationen über Netzwerke weitergegeben, so werden von 42,1% aller Befragten die sozialen Netzwerke, also Familie/ Eltern, Freundinnen/ Freunde und Schule, genannt. Obwohl die meisten Jugendlichen sich für ihren Stadtteil interessieren, haben lediglich 7,5% (19 Jugendliche) schon einmal versucht etwas an/in ihrem Stadtteil zu verändern, wenn ihnen etwas nicht gefallen hat. Noch geringer liegt die Beteiligung in den Stadtteilen, in welchen sich die Jugendlichen nur häufig aufhalten (5,2%). Bei den Veränderungsversuchen handelt es sich überwiegend um Aktionen, die das Stadtbild verschönern: „Müll entsorgt“ „Ich habe versucht Huckel wegzumachen“ „etwas sauberer die Straßen gehalten“ „Antimüllaktion“ Dies alles sind Aktionen, welche die Befragten selbst, ohne Genehmigung oder Anleitung autonom ausführen konnten. Allerdings werden auch einige Projekte genannt, bei denen die Jugendlichen versucht haben eigenständig in Erwachsenenstrukturen vorzudringen, um ihre Interessen durchzusetzen: „Ich wollte ein Geländer an der Himmelsleiter (Halde Rheinelbe), weil eine Freundin von mir einen schweren Unfall dort hatte.“ „Ich habe mal einen Brief geschrieben aber es wurde nicht darauf reagiert.“ „Unterschriften für Skaterpark gesammelt, aber hat sich nix getan“ „mit Besitzer geredet“ Im Anschluss finden sich verschiedene fragenunabhängige Kommentare, die von einigen Befragten auf dem Fragebogen vermerkt wurden: „Ich kann doch gar nichts verändern, was soll ich denn machen?! Den Bürgermeister fragen oder wie?!“ „man wird doch sowieso ignoriert“ „weil ich alleine nix bewirkt hätte“

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„wie soll ich denn was ändern...ich kann doch nicht selber `ne Bushaltestelle in meiner Umgebung hinstellen und zur BOGESTRA sagen: schick mal einen Bus da lang.“ Untersuchung Indexkonstruktionen in Bezug auf Stadtteile und Geschlecht Bei dem Stadtteil Hassel handelt es sich um einen Stadtteil in dem lediglich 2 von 272 befragten Jugendlichen leben, daher erhält dieser Stadtteil in allen drei Indexkonstruktionen die höchste durchschnittliche Punktzahl. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, besonders in Bezug auf die anderen Stadtteile, bleibt Hassel daher in der Analyse unberücksichtigt. Besondere Berücksichtigung finden die Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke, da es sich hierbei um die drei exemplarischen Stadtteile handelt, die durch ein Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Innerhalb der geschlechtsspezifischen Untersuchung wird deutlich, dass es bezüglich der Indexe zwischen den männlichen und weiblichen Befragten keine nennenswerten Unterschiede gibt. So unterscheiden sich die Durchschnittswerte für alle drei Indexkonstruktionen lediglich gering. Der durchschnittliche Wert der Mädchen für eine Identifikation mit dem Stadtteil liegt so beispielsweise bei 2,3 und der Wert der Jungen bei 2,2. · Index Identifikation Der Index Identifikation beschreibt die Beziehung der Jugendlichen zu ihrem Stadtteil. 27 Es zeichnet sich eine Spannbreite zwischen den Werten 0, also keiner Identifikation, und 5, einer starken Identifikation, ab. Die durchschnittliche Punktzahl variiert zwischen den einzelnen Stadtteilen sehr stark. Der Stadtteil Beckhausen erhält mit einem Wert von 1,5 den geringsten Identifikationsgrad und der Stadtteil Schalke-Nord den höchsten mit 4,3. Die drei ausgewählten Stadtteile der Untersuchung, Bulmke-Hüllen, Buer und Schalke, liegen mit 2,2 auf bzw. mit 2,8 und 2,3 über dem Gesamtdurchschnitt der Befragten. · Index Partizipation Der Index Partizipation bezeichnet die Teilhabe von Jugendlichen in und an ihrem Stadtsteil. Im Durchschnitt liegt der Partizipationswert bei 4,2 Punkten, allerdings liegt die Spannbreite zwischen 0 und 13 Punkten. An erster Stelle findet sich Bismark mit einem Durchschnitt von 5,3 Punkten. Der Stadtteil Ückendorf erhält am wenigsten Punkte mit
27

Vgl. Kapitel 8.4.2 Indexkonstruktion

106

einem Durchschnittswert von 3,8. Der Stadtteil Buer erhält einen Punktewert von 3,9 und liegt damit ebenso wie Schalke mit 4,1 unter dem Gesamtdurchschnitt. Bulmke-Hüllen liegt mit 4,2 auf dem Durchschnitt der Gesamtstadt. · Index Benachteiligung Der Index Benachteiligung stellt die Benachteiligung von Jugendlichen in den Stadtteilen dar. Bei einer möglichen Höchstpunktzahl von 8, wird insgesamt von keinem der Befragten ein höherer Wert als 5,9 erreicht. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei 3,5. Der niedrigste Durchschnittswert liegt in Buer mit 2,7. Der Stadtteil Schalke erhält einen Wert von 3,2, während Bulmke-Hüllen mit einem Durchschnittswert von 3,6 Punkten bereits über dem Gesamtdurchschnitt Gelsenkirchens liegt.

10. Befragung der Sachverständigen 10.1. Raumaneignung im Stadtteil- Interviews mit den Bezirksdienstbeamten Um einen umfassenden Eindruck über die Raumnutzung, -aneignung und das Freizeitverhalten der Jugendlichen zu bekommen, wurden im Rahmen dieser Untersuchung drei durch Fragebogen standardisierte Interviews mit den zuständigen Bezirksdienstbeamten der Stadtteile Buer, Bulmke-Hüllen und Schalke durchgeführt. Der Bezirksdienst hat unter dem Aspekt der Bürgernähe in Gelsenkirchen eine besondere Bedeutung. Seine Aufgabe ist vor allem durch sichtbare Präsenz und engen, vertrauensvollen Kontakt zur Bevölkerung das Verhalten zur Polizei positiv zu beeinflussen, die Akzeptanz polizeilichen Handelns zu erhöhen und das Sicherheitsgefühl zu steigern, charakterisiert. „Hauptaufgabe der Bezirksdienstbeamtin und des -beamten ist die ständige, auch anlassunabhängige Kontaktaufnahme und -pflege mit der Bevölkerung, gesellschaftlichen Organisationen. Sie müssen deshalb regelmäßig für alle als polizeiliche Ansprechperson zur Verfügung stehen.“ (Polizei NRW)

10.1.1. Buer Laut dem Bezirksdienstbeamten aus Buer, treffen sich die Jugendlichen überwiegend an drei Orten. Als wesentlicher Treffpunkt, wird das „Lokal ohne Namen a.k.a. FUCK“ in der Hagenstraße genutzt.

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Abb. 32 , Lokal ohne Namen

Abb. 33, Spielplatz an der Hagenstraße

Das Lokal ist montags bis samstags ab 18 Uhr und sonntags ab 15 Uhr geöffnet. An Spieltagen des FC Schalke 04 öffnet es allerdings schon um 14 Uhr, da, laut Internetpräsenz (vgl. Lokal ohne Namen 2010), unter anderem Liveübertragungen von Fußballbundesligaspielen angeboten werden. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei diesem Treffpunkt um einen mehr oder weniger kostenpflichtigen Aufenthaltsraum handelt, wodurch er nicht allen Jugendlichen gleichermaßen zugänglich ist. Gegenüber dem Lokal befindet sich ein überschaubarer Spielplatz mit weiteren Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Jugendlichen. Der Platz ist durch Sträucher und Bäume von den umgebenden Straßen getrennt und bildet so einen abgeschirmten Raum. Der Busbahnhof in Buer, ein weiterer präferierter Treffpunkt, bietet den Jugendlichen sowohl einen trockenen Unterstand als auch direkte Verkehrsanbindung zu anderen Treffpunkten. Zudem liegt die Buer Innenstadt ca. 2 min. Fußweg entfernt. Hier finden sich auch relativ viele junge Erwachsene und „nicht Sesshafte“ Personen.

Abb. 34, Goldbergplatz

Abb. 35, Busbahnhof an der Goldbergstraße

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In unmittelbarer Nähe befindet sich der Goldbergplatz, der vor allem abends und am Wochenende von überwiegend nichtdeutschen Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wird. Der Platz liegt in der Buer Innenstadt, gegenüber der Haupteinkaufsstraße. Der runde Platz ist umrankt von Bänken und Bäumen, wodurch er leicht abgegrenzt wirkt. Im Allgemeinen wird das Verhalten der Jugendlichen in Buer als „generell nicht so problematisch“ (Köster 2009) eingeschätzt. Zwar gibt es gelegentlich Konflikte am Goldbergplatz und am Busbahnhof, allerdings ist dies häufig auf das unbehagliche Gefühl der Passanten an diesen Orten zurückzuführen. In seltenen Fällen werden dort auch, aber nicht unbedingt von den Jugendlichen, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten begangen, während dies bei der Klientel im „Lokal ohne Namen “ kaum vorkommt.

10.1.2. Bulmke-Hüllen Der Bezirksdienstbeamte aus Bulmke-Hüllen beschreibt vier Treffpunkte der Jugendlichen. So treffen sich viele Jugendliche auf einem Vorplatz der Pauluskirche. Hierbei handelt es sich um eine weite Grünfläche mit einzelnen Sitzmöglichkeiten. Der Platz liegt innerhalb eines geschlossenen Wohnbezirkes und wird von Bäumen und hohen Sträuchern von der Straße abgegrenzt.

Abb. 36, Kirchvorplatz der Pauluskirche

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Orangeplatz, ein großes Wiesenstück mit Spielund Fußballmöglichkeiten. (vgl. Feldmann 2007) Hierbei handelt es sich um eine ehemalige stark verschmutze Brachfläche, die durch das Stadtteilprogramm „Soziale Stadt“ zu einem Bürgerpark umgestaltet wurde. Dabei wurden nicht nur die Belange der erwachse-

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nen und der jugendlichen Bewohner des Viertels berücksichtigt, sondern sie wurden aktiv am Gestaltungsprozess beteiligt. Gegenüber dem Platz befinden sich eine Moschee und ein Kulturzentrum.

Abb. 37, Orangeplatz (Foto a)

Abb. 38, Orangeplatz (Foto b)

Um den Platz herum befinden sich Einfamilienhäuser und ein Gewerbegebiet. Der Vorhof des Stadtgebäudes, ein weiterer Aufenthaltsort, verfügt über Unterstellmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten.

Abb. 39, Vorhof Stadtgebäude, Augustastraße (Foto a)

Abb. 40, Vorhof Stadtgebäude, Augustastraße (Foto b)

Der Platz ist von Bürogebäuden und Hochhäusern umschlossen und nur durch eine schmale Zugangsstraße erreichbar. Bei dem letzten benannten Treffpunkt handelt es sich um den Schulhof der Hansaschule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale Entwicklung.

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Abb. 41, Schulhof der Hansaschule

Dieser ist mit einer Tischtennisplatte und einigen Bänken ausgestattet. Zusätzlich gibt es durch eine Überdachung die Möglich, sich auch bei Regen dort aufzuhalten. In Bezug auf des Verhalten der Jugendlichen, lässt sich festhalten, dass es in Bulmke- Hüllen vereinzelt zu Sachbeschädigungen und Drogenmissbrauch der Jugendlichen kommt, es aber keine feststellbaren Konflikte zwischen einzelnen Jugendgruppen gibt. Die Beschwerden von Anwohnern und Passanten halten sich in Grenzen, wohingegen sich die Beschwerden seitens der Verantwortlichen, wie Schulleiter und Hausmeister, häufen.

10.1.3. Schalke Ein Parkplatz, ein Sportplatz und ein Kinderspielplatz an der Grenzstraße sind wesentliche Aufenthaltsorte der Jugendlichen in Schalke. Dort treffen sich hauptsächlich deutschstämmige Jugendliche. Laut des Schalker Bezirksdienstbeamten, handelt es sich um einen rotierenden, wetterabhängigen Aufenthalt.

Abb. 42, Parkplatz Grenzstraße

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Der Parkplatz bietet keine Sitz- und Unterstellmöglichkeiten. Er liegt relativ zentral, ist aber durch eine Hecke „abgeschirmt“. Der Platz ist sehr weitläufig. Der naheliegende Sportplatz stellt für die Jugendlichen einen ruhigen aber kontrollierten Treffpunkt dar, da es sich hier um einen Vereinssportplatz handelt.

Abb. 43, Sportplatz Grenzstraße

Abb. 44, Spielplatz Grenzstraße

Neben dem Sportplatz liegt der Kinderspielplatz, der durch seine hohe Hecke von der Straße und dem davorliegenden Parkplatz nur bedingt einzusehen ist. Es gibt zwar keine Unterstellmöglichkeiten, aber ausreichend Sitzgelegenheiten. Auf dem Gelände des ehemaligen Schalker Güterbahnhofs28, einem weiteren Treffpunkt, stehen Jugendlichen große Grünflächen, Fußball- und Basketballplätze zur Verfügung. Dennoch treffen sie sich hauptsächlich auf einem Bunker, von dem aus der Güterbahnhof überblickt werden kann. Dieser wird teilweise von Sträuchern verdeckt.

Abb. 45, Bunker, Gelände ehem. Güterbahnhof Schalke-Süd

Abb. 46, Lagerhalle, Gelände ehem. Güterbahnhof Schalke-Süd

28

Das Gelände wurde im Zuge des Programms Stadtumbau West für eine Zwischennutzung umgestaltet.

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Auf dem Grundstück befindet sich außerdem eine große Lagerhalle, die an der Seite offen ist. Durch verschiedene Öffnungen im Mauerwerk gelangt man hinter die Lagerhalle, an die sich kleine Freiflächen, umringt von Brombeersträuchern, anschließen. Die Lagerhalle und die dahinter liegenden Freiflächen werden von den Jugendlichen ebenfalls als Aufenthaltsorte genutzt. So bietet die Lagerhalle Unterstellmöglichkeiten und einen für Fußgänger nicht sichtbaren Bereich im Hintergrund. Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund halten sich hauptsächlich rund um das Billardcafé „Blue Corner“ an der Herzogstraße auf. Das Café bietet den Jugendlichen neben wetterfesten Räumlichkeiten vor allem ein breites Spektrum an Angeboten. Ein weiterer offener Treffpunkt ist die sogenannte „Schweinebucht“ die sich am RheinHerne-Kanal befindet. Hierbei handelt es sich um einen Teil eines Wanderweges entlang des Kanals, der weder von der Brücke noch von den umliegenden Hauptstraßen aus einsehbar ist. Entlang des Weges befinden sich Bänke die von den Jugendlichen als Treffpunkte genutzt werden. Bei Regen treffen sie sich zumal auch unter der Brücke. Nach Angaben der Bezirksdienstbeamten verhalten sich die Jugendlichen an ihren Treffpunkten friedlich und kaum auffällig. Wenn es Beschwerden gibt stammen die oft von Spaziergängern, sind aber unbegründet.

10.2. Stadtplanung Um zu erfahren welche Modelle der Beteiligung in Gelsenkirchen angewandt werden, insbesondere in Hinblick auf einen möglichen Unterschied zwischen der Aktivierung von Jugendlichen und Erwachsenen, gab die Architektin Birgit Wend Auskunft. Frau Wend arbeitet hauptberuflich beim Stadtumbaubüro Gelsenkirchen und ist somit für diverse stadtplanerische und -gestalterische Projekte verantwortlich. Nach Wend gibt es in Gelsenkirchen zwei Programme, bei welchen Bürgerbeteiligung eine Rolle spielt, das Programm „Soziale Stadt“ und das Programm „Stadtumbau West“, wobei das Programm „Stadtumbau West“ den Fokus eher auf investigative Maßnahmen legt. Laut Wend wird die angesprochene Zielgruppe aktiv in den Umgestaltung- und Planungsprozess bei allen stadtplanerischen Projekten einbezogen. Bei einer Bürgerbeteiligung dieser Art wird besonders darauf geachtet, die Bewohner in alle Stufen der Planung miteinzubeziehen und ständige Rücksprache zu halten, so dass die Wünsche und Vorstellungen sich in dem Ergebnis tatsächlich wiederfinden. (vgl. Wend 2010)

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Der Stadt geht es, laut Wend, bei einer Umgestaltung von Plätzen nicht nur um eine Identifikationssteigerung der Bürger mit ihrer Stadt, sondern auch um eine gezielte Aufwertung des Stadtteils. Dieses Resultat begründet sich, in bereits abgeschlossenen Partizipationsprojekten der Stadt. So haben beispielsweise Jugendliche ihre Bedürfnisse im Hinblick auf ein neu zu gestaltendes Grundstück am „Tossehof“ in Bulmke-Hüllen sehr differenziert geäußert und wurden bei der gesamten Planung aktiv beteiligt. „Derzeit wird der „Tossehof“ sehr gut besucht und von vielen Jugendlichen als Aufenthaltsort angenommen.“ (Wend 2010) Diese Methode wird in den meisten stadtplanerischen Projekten in Gelsenkirchen verwendet, so Wend. (vgl. Wend 2010) Um die Transparenz der Stadtplanung und das Interesse, vor allem der Jugendlichen, zu steigern wurde die sogenannten „Bluebox“ als Infocenter des Programmes Stadtumbau West eingerichtet. Das Center ist eine erste Anlaufstelle für interessierte Bürger und bietet gleichzeitig Raum für Veranstaltungen und Projekte. Langfristiges Ziel der „Bluebox“ ist es, zum einen bestimmte Zielgruppen zur Gestaltung anzusprechen und zum anderen den Blick der Jugend auf ihre Stadt und Stadtplanung zu richten. (vgl. Wend 2010)

10.3. Jugendhilfeausschuss Um die kommunalen Strukturen der Jugendhilfe in Gelsenkirchen zu erfassen, wurde zu diesem Zweck Claudia Gertz, Mitglied des kommunalen Jugendhilfeausschusses, interviewt. Die Fragen an Frau Gertz bezogen sich im Wesentlichen auf die Einbeziehung Jugendlicher und ihrer Belange in Entscheidungsprozessen des Jugendhilfeausschusses sowie in der kommunalen Politik und Stadtverwaltung. Nach Aussage von Gertz bindet der Jugendhilfeausschuss die Belange der Jugendlichen nicht direkt ein, zuständig dafür sind die Fraktionen in ihren Jugendorganisationen und die einzelnen Jugendverbände und -einrichtungen vor Ort. (vgl. Gerz 2010) So findet ausschließlich eine indirekte Partizipation über die Delegierten der einzelnen Einrichtungen statt, die die Belange von Jugendlichen in den Jugendhilfeausschuss tragen. Es wird versucht die Belange von Jugendlichen auf kommunaler und landespolitischer Ebene umzusetzen. (vgl. Gerz 2010) So liegt die Schwierigkeit vor allem darin, dass Jugendliche aus dem Fokus des politischen Interesses gerückt sind und auf sie abgestimmte Angeboten nur schwer umgesetzt werden

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können. Zudem beeinflusst die Mittelverteilung des Landes NRW die Möglichkeit von ganztägigen Angeboten. (vgl. Gerz 2010)

10.4. Genderarbeit Die Erfahrungen der Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW zeigen, dass Jugendliche generell zu wenig öffentliche Räume zugestanden werden. Zusätzlich werden sie an nur wenigen Räumen legitimiert und erhalten nur ein geringes Mitspracherecht im Rahmen der Stadtpolitik. Besonders durch die „etablierten Erwachsenenstrukturen“ (Janssen 2010). In Gelsenkirchen lassen sich Modelle der Partizipation finden, die in Zusammenhang mit Projekten der „Sozialen Stadt“ stehen. Besonders hier sind der Internationale Mädchengarten oder die Neugestaltung des Orangeplatzes zu nennen. Ebenso problematisch beschreibt die Fachstelle Jungenarbeit die Raumaneignungs-, Raumnutzungs- sowie Beteiligungsmöglichkeiten von Jugendlichen. Beide Fachstellen sehen die Partizipation als Grundlage von einer Identifikation von Orten/Räumen. Sie begründen dies mit einem sich daraus entwickelnden steigenden Verantwortungsgefühl und der Erfahrung von Anerkennung der eigenen Person. Darüber hinaus beschreiben beide Fachstellen ein negatives Verhalten der sozialen Umgebung, so z.B. durch „…ordnungsrechtliche Ahndung“. In Bezug auf eine geschlechtsspezifische Raumaneignung stellt Janssen fest, dass es eine Benachteiligung von weiblichen Jugendlichen gibt. Beide Fachstellen beschreiben die Situation, dass Jugendlichen zur Verfügung gestellte Aneignungsräume, meist den Handlungsspielraum thematisch vorgeben/eingrenzen, was nicht nur spezifisches Interesse und Kenntnisse der Nutzer erfordert, sondern gleichzeitig auch „Durchsetzungskämpfe“ (Dell´Anna 2010) forciert. Oft decken diese Räume thematisch „klassisch männliche“ Bereiche ab, wie bspw. Skaterparks, wodurch Mädchen hier ausgegrenzt werden. Die Raumaneignungsstrategien variieren auch innerhalb der Gruppe „Mädchen“. So eignen sich Mädchen „…die aus einem Elternhaus kommen, in der die Freizeit organisiert wird…“ (Janssen 2010) kaum öffentliche Räume an, sondern nutzen diese viel mehr „…als Durchgangswege zwischen den Funktionsräumen.“ (Janssen 2010) Mädchen mit Migrationshintergrund allerdings eignen sich fast ausschließlich Räume an, die von ihren Eltern bzw. ihrem direkten sozialen Netzwerk legitimiert sind. (vgl. Janssen 2010)

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Raumaneignungsstrategien von Jungen unterscheiden sich ebenfalls innerhalb ihrer Geschlechtergruppe. Jungen die nicht über das entsprechende Equipment verfügen, um themenspezifische Räume zu nutzen eigenen sich eher Orte wie z.B. die Bushaltestelle an. Ebenso ist festzustellen, dass von „…eher kollektivistisch orientierten Kulturen der öffentliche Raum als Treffpunkt tendenziell stärker genutzt wird.“

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11. Fazit Im Kontext von Raumaneignung und -nutzung zeigt sich, dass Jugendliche als Hauptaufenthaltsorte vor allem ihr eigenes Zuhause, das der Freunde, Cafés sowie das Einkaufzentrum nutzen. Außerdem halten sie sich häufig „auf der Straße“ und auf Sportplätzen auf. In Bezug auf den strukturellen Aufbau der Aufenthaltsorte Jugendlicher, zeichnet sich ein bestimmtes Muster ab. So sind die gewählten Räume überwiegend als kaum vorstrukturiert und leicht von ihrer Umgebung abgegrenzt zu beschreiben. Dies trifft besonders auf die Treffpunkte im Freien zu. Antworten wie „Treppe“ und „Kanal“ lassen darauf schließen, dass die Treffpunkte nicht viele Kriterien erfüllen müssen, d.h. sie müssten nicht besonders stark vorstrukturiert sein, damit die Jugendlichen sie annehmen. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass sie gerade wenig vorstrukturierte Räume präferieren. Dies zeigt sich auch in der Begutachtung der von den Bereichsdienstbeamten genannten Orte. Auffällig ist, dass ein Großteil der Orte ursprünglich nicht für Jugendliche konzipiert wurde. Jugendeinrichtungen und andere Orte mit pädagogischem Konzept, werden kaum aufgesucht. Dies deutet auf einen Wunsch nach Autonomie seitens der Jugendlichen hin. Die Räume „Zuhause“, „bei Freunden Zuhause“, „Cafes“ und „Einkaufszentrum“, stellen gleichzeitig auch die Orte dar, an denen sich die Jugendlichen auch am stärksten unterstützt und toleriert fühlen. Letzteres trifft allerdings nicht auf „die Straße“ als Treffpunkt zu, da hier die Unterstützung der Anwohner und Passanten als nicht besonders hoch empfunden wird. Obwohl Jugendliche hier größtenteils nur toleriert, z.T. aber auch beschimpft, werden, gehört dieser Ort zu den meistgenannten Treffpunkten. Die Aussagen der Bereichsdienstbeamten zeigen, dass sich Beschwerden über das Verhalten der Jugendlichen häufen, die unbegründet sind. So bestätigt sich die Vermutung, dass ihnen nicht genügend Räume zugestanden werden. Dessen ungeachtet, wurde die direkte Frage nach dem Wunsch nach einem neuen Treffpunkt größtenteils verneint. Jedoch wird das Bedürfnis nach besseren/mehr Angeboten und Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche aus den offenen Fragen sehr deutlich. Im Hinblick auf die empirische Untersuchung scheint es wenig Beteiligung an Partizipationsangeboten zu geben. So wird die Frage nach bereits unternommenen Versuchen, etwas zu verändern, in der empirischen Untersuchung fast ausschließlich verneint. An den Beschreibungen der wenigen Veränderungsversuche zeigt sich, dass Jugendliche ihre Umwelt zwar mitgestalten wollen, allerdings an der „ausführenden Ebene“ zurückgewiesen werden

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oder „scheitern“. Festzuhalten bleibt, dass einige Jugendliche versuchen etwas zu ändern, aber keine Reaktion darauf erhalten oder sie nicht „gehört“ werden und die Kommentare eine gewisse Frustration wiederspiegeln. Dies ist ein Hinweis auf die Überlegung, dass diese „Kommunikationsstörungen“ mit dem Stadtteil zu Frustrationserlebnissen führen können, welche dann eine weitere Partizipation hemmen. Der Frage, ob positive Partizipationserfahrungen eine weitere Beteiligung demgegenüber fördern, konnte in dieser Ausarbeitung nicht beantwortet werden, da die Jugendlichen keine Erfolgserlebnisse aufzeigen, wodurch eine Folgeuntersuchung nicht möglich ist. Ein Zusammenhang zwischen der Partizipation und Identifikation der Jugendlichen ist empirisch nicht zu überprüfen, da der theoretische Begriff der „Partizipation“ eine Identifikation beinhaltet. Weil Identifikation aber ein entscheidender Faktor für Partizipation ist , wurde auf die Eigen- und Fremdwahrnehmung des Wohnortes besonders eingegangen. So zeigt sich in diesem Zusammenhang eine hohe Disparität. Deutlich wird, dass die Jugendlichen, die in den jeweiligen Stadtteilen wohnen und dort ihr soziales Netz haben, eine andere Perspektive auf den Stadtteil aufweisen als die übrigen Jugendlichen. Überwiegend schreiben sie ihm positivere Eigenschaften zu und tendieren zu einer besseren Benotung. Insgesamt kann man sagen, dass die weiblichen Befragten in Bezug auf ihren Stadtteil hauptsächlich die mangelnden Freizeitmöglichkeiten und das äußere Erscheinungsbild thematisieren, wohingegen die Jungen zudem stark zu einer Kritik der Bevölkerungsstruktur tendieren. So wurde in diversen offenen Fragen eine latente, z.T. aber auch sehr offene, „Ausländerfeindlichkeit“ festgestellt. Es bleibt unklar, ob diese als von den Jugendlichen so stark empfundene ethnische Segregation, eventuell vielmehr eine soziale Segregation darstellt. Auffällig ist zudem, dass die Jugendlichen insbesondere schlechte Noten vergeben, wenn ihnen die Stadtteile nach eigener Aussage unbekannt sind. So begründen sie ihre Note zum Teil mit „bin nie da“ oder „keinen Plan“. Daraus lässt sich schließen, dass das Image der einzelnen Stadtteile mehr Einfluss auf die Bewertung hat als die persönliche Erfahrung. Zwar hat sich auch die These bestätigt, dass es Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen in Bezug auf Benachteiligung und Partizipation gibt, allerdings ist hier kein eindeutiges Muster festzustellen. So sind Jugendliche aus Buer durchschnittlich am wenigsten benachteiligt, was z.T. genau wie Schalke ein gutes Image beeinflusst. Dennoch liegt die Partizipation der Befragten aus Buer unter dem Gesamtdurchschnitt von Gelsenkirchen.

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Obwohl Bulmke-Hüllen Teil des abgeschlossenen Stadtteilprogrammes Südost ist, ist hier eine recht hohe Benachteiligung festzustellen. Dennoch liegt hier der Durchschnittswert für Partizipation höher als bei den beiden anderen Beispielstadtteilen. Eine Bestätigung der These, dass Jugendlichen mehr Räume zugestanden werden sollten, da sie an den vorhandenen Räumen nur wenig von Erwachsenen legitimiert werden, zeigen auch die Erfahrungen aus der geschlechtsspezifischen Jugendarbeit. So wird hier in der Praxis festgestellt, dass Jugendliche kaum öffentliche Räume beanspruchen können. Auch haben sie im Rahmen der Stadtpolitik kaum Mitspracherecht und finden sich in den Erwachsenenstrukturen schwer zurecht. Zudem sehen sie einen Unterschied in der Raumaneignung von Mädchen und Jungen. Besonders Jungen wählen häufig die Straße oder aber Fußballplätze als einen beliebten Aufenthaltsort. Mädchen nutzen je nach soziokulturellem Hintergrund den öffentlichen Raum eher als Durchgangsweg oder aber nur unter Legitimation der Eltern als Aufenthaltsort. Die Ergebnisse der Befragung, wie die Aussagen der Sachverständigen der Jugendarbeit, zeigen auf, dass es sich, auch innerhalb der Geschlechter, nicht um eine homogene Gruppe mit einheitlichen Interessen und Bedürfnissen handelt. In Bezug auf die Reaktion der Passanten und Anwohner an den üblichen Treffpunkten der Jugendlichen, zeigt sich die generelle Haltung zu jugendlichen Raumaneignungsversuchen im öffentlichen Bereich. Ihnen werden zwar Räume zugestanden, diese treten aber primär in Form von Jugendzentren oder „offenen Treffs“ auf. An diesen Orten stellt sich aber immer die Auseinandersetzung mit den, an den Aufenthalt geknüpften, Bedingungen, wie z.B. einer möglichen Hausordnung. Wie in der Ausarbeitung dargestellt, zeigen sich ein Rückgang in der Nutzerstruktur von Verbänden und Vereinen sowie eine nur sehr geringe Nutzung von Jugendzentren und vergleichbaren Orten. Dennoch stellt aber die Umwelt die Erwartung und Forderung an die Jugendlichen diese Räume und damit verbundene Partizipationsmöglichkeiten zu nutzen und nicht an öffentlichen Orten „auffällig“ zu werden. Allerdings ist dieses von den Passanten als negativ empfundene „auffällig“ werden der Jugendlichen viel eher Bestandteil des Raumaneignungsprozesses. Im Sinne einer positiven Partizipationserfahrung, einer Verantwortungsentwicklung und einer Identifikation sind diese Prozesse, auch im Zuge von Bildung von „Humanvermögen“, aber unabdingbar. Nur so ist es ihnen möglich den Raum auf ihre Interessen hin „abzustecken“ und ihn nach ihren Vorstellungen und Möglichkeiten zu nutzen. Durch diese Form der Partizipation werden zum einen die sozialen Netzwerke innerhalb des Stadtteils ausgeweitet, zum anderen wird das Verantwortungsgefühl für und eine Identifikation mit einem Stadtteil verstärkt. Daraus resultiert in langfristiger Sicht eine Stadtteilaufwertung, wodurch eine Be-

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nachteiligung der Bewohner in Bezug auf das Image des Stadtteils verringert wird. Zudem gleichen ausweitende soziale Netzwerke Benachteiligung aus und fördern eine Integration von bislang separat gestellten Akteuren. Die derzeitigen Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen sind durch ihre Verankerung in Erwachsenenstrukturen, wie z.B. dem Jugendhilfeausschuss, für viele Jugendlichen nicht zugänglich. Eine konkrete direkte Partizipation findet auf kommunaler Ebene nur bedingt statt und erreicht ebenfalls nicht alle Jugendlichen. So ist es ungünstig, dass viele zur Verfügung gestellte Aneignungsräume den Handlungsraum thematisch stark eingrenzen. Jugendliche, deren Interessen und Fähigkeiten nicht in diesem Bereich liegen, werden von diesen Räumen kategorisch ausgeschlossen und sind somit von benachteiligt. Bei der Wahl des Partizipationsraumes fließen verschiedengewichtige Faktoren mit ein. Diese hängen auch in Gruppen von den jeweiligen Einzelinteressen der Mitglieder ab und müssen hierbei nicht dem Interesse der Gesamtgruppe entsprechen. Daher können einzelne Partizipationsbestrebungen der Gruppen selten allgemein geplant respektive beurteilt werden. Große initiierte Partizipationsprojekte orientieren sich aber häufig an der Gesamtgruppe beispielsweise „Jugendliche“ oder „Mädchen“ im Allgemeinen. Die Partizipationsprojekte Tossehof und Orangeplatz orientierten sich hingegen an den Einzelinteressen der Beteiligten und wurden daher eher als positiv aufgenommen und langfristig von den Jugendlichen angenommen. Neben der Berücksichtigung von Einzelinteressen stellen sich grundlegende Kriterien zur raumbezogenen Partizipation heraus. So muss der Raum die Kriterien der Erreichbarkeit ebenso erfüllen wie die vielfältige Nutzbarkeit der Flächen. Förderlich ist, neben einer Akzeptanz der Bedürfnisse, vor allem die wechselseitige Rücksprache mit den ausführenden Organen. Theoretisch wird dies durch die Ansätze Wirts und Ottersbachs, in Bezug auf Partizipation in der „community“ und „verständigungsorientierte[n] Diskurse“ (Ottersbach 2003: 33), gestützt. Durch die Verweigerung und Ablehnung des Aufenthalts in Jugendzentren und der aktiven Mitarbeit in Verbänden wird den Jugendlichen oft ein „Gestaltungspessimismus“ vorgeworfen. „Gestaltungspessimismus“ ist hierbei aber der falsche Begriff und richtet sich im Prinzip nur nach einer „emotionalen Zustandsbeschreibung“. Eine Verweigerung resultiert hierbei gewissermaßen aus der konkreten Ableitung ihrer persönlichen Erfahrungen oder der Erfahrung anderer, die sie über ihr soziales Netzwerk erreicht.

Abschließend lässt sich sagen, das die derzeitigen Projekte, sowohl der „Sozialen Stadt“ als auch die Projekte der Modellvorhaben, ein großes Defizit in der Gestaltung und Pla-

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nung aufweisen. Partizipationsprojekte bräuchten zur Optimierung der theoretischen Konzepte eine objektive und umfangreichere Datenbasis als Grundlage, da zu dem jetzigen Zeitpunkt viele Projekte das eigentliche Ziel, der tatsächlichen Partizipation und einer daraus resultierenden Identifikation, Aufwertung des Stadtteils und Integration, verfehlen.

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Abschlussbericht, Bochum, in: http://www.sozialestadt.de/gebiete/dokumente/DF7840.pdf (zuletzt 17.02.10) Strohmeier, Klaus Peter (2008): Segregation in den Städten. Ursachen, Wirkung und Handlungsoptionen, 2008, in: http://swsg.de/media/0000002189.pdf (zuletzt 17.02.10) Strohmeier, Klaus-Peter (2008a): Demographischer Wandel und soziale Segregation – Handlungsnotwendigkeiten in Kommunen, in: http://www.evk2009.de/pdf/HandelsnotwendigkeiteninKommunen.pdf (zuletzt 17.02.10) Strohmeier, Klaus Peter (2009): Die Stadt im Wandel- Wiedergewinnung von Solidarpotential, 2009, in: http://boschstiftung.de/content/language1/downloads/Demographiebericht_Strohmeier.pdf (zuletzt 17.02.10) Strohmeier, Klaus Peter/ Kersting, Volker (2009): Schulbuchinformationsdienst Ruhrgebiert. Anregungen zur Behandlung der Region in Unterrichtsmedien, Nr. 64: Segregation und Integration als die demografische Herausforderung des Ruhrgebiets, Essen 2009, in: http://imperia.rz.rub.de:8080/imperia/md/content/zefir/sozialberichterstattung/sir_2009_ segregation.pdf (zuletzt 17.02.10) Strohmeier, Klaus Peter/ Alic, Safet (2006): Segregation in den Städten. Gesprächskreis Migration und Integration, 2006, in: http://library.fes.de/pdf-files/asfo/04168.pdf (zuletzt 17.02.10) Wirth, Louis (1938): Urbanism as a Way of Life, in: The American Journal of Sociology, Vol. 44, No. 1, pp. 1-24, in: http://www.sociol.unimi.it/docenti/semi/documenti/File/Wirth%20-%20Urbanism.pdf (zuletzt 17.02.10) Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum, Team Familienberichterstattung (2006): Familienbericht Gelsenkirchen 2006 - Lebenslage und Zufriedenheit von Familien; in: www.jugendamtgelsenkirchen.de/koordinieren/Lokales_Buendnis_fuer_Familie/Familienbericht_Gelsenkirchen. pdf (zuletzt 17.02.10)

Sonstige Quellen: Janssen, Renate (2009): E-Mail, vgl. Anhang Materialien von Janssen, Renate (2009): Projektaufruf „Jugendliche im Stadtquartier“– Innovative Beteiligungsformen für Jugendliche- 2009, vgl. Anhang

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Auch unter: http://www.ljrberlin.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Newsletter/53/Jugendliche_ Projektaufruf_090525.pdf (zuletzt 17.02.10) ZOOM (2009): Videoausschnitt der ZOOM-Redaktion „Gleich?“ aus Stolberg, vgl. CD im Anhang Strohmeier, Klaus Peter (2010): E-Mail, vgl. Anhang

Interviews Dell´Anna , Sandro (2010) (Fachstelle Jungenarbeit NRW/Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW e.V.): Geschlechtsspezifische Aspekte der Partizipation, vgl. Anhang Freyer, Klaus Jörg (2009) (Bezirksdienststelle Polizeiwache Süd, Bezirk 107: Bulmke & Hüllen-Ost): Angaben zu Treffpunkten und Verhalten der Jugendlichen in BulmkeHüllen, Gertz, Claudia (2010) (Mitglied des Jugendhilfeausschuss Gelsenkirchen): Berücksichtigung der Belange Jugendlicher im Jugendhilfeausschuss Gelsenkirchen, vgl. Anhang Gwosdz, Manfred (2009) (Bezirksdienststelle Feldmark, Bezirk 109: Schalke-West): Angaben zu Treffpunkten und Verhalten der Jugendlichen in Schalke, vgl. Anhang Janssen, Renate (2010) (Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW): Geschlechtsspezifische Aspekte der Partizipation, vgl. Anhang Köster, Helmut (2009) (Bezirksdienststelle Polizeiwache Nord, Bezirk 205 und 206: Buer-Mitte und Buer-Ost): Angaben zu Treffpunkten und Verhalten der Jugendlichen in Buer, vgl. Anhang Wend, Birgit (2010) (Stadtumbaubüro Gelsenkirchen): Beteiligung Jugendlicher in der Stadtplanung, vgl. Anhang

Anhang

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1: Fragebogen
1. In welchem Stadtteil wohnst du? (Kreuze an) Altstadt Beckhausen Bismark Buer Bulmke-Hüllen Erle Feldmark Hassel Heßler □ □ □ □ □ □ □ □ □ Horst Neustadt Resse Resser-Mark Rotthausen Schalke Schalke-Nord Scholven Ückendorf □ □ □ □ □ □ □ □ □

2. In welchen Stadtteilen hältst du dich in deiner Freizeit am häufigsten auf? (Kreuze an) Altstadt Beckhausen Bismark Buer Bulmke-Hüllen Erle Feldmark Hassel Heßler □ □ □ □ □ □ □ □ □ Horst Neustadt Resse Resser-Mark Rotthausen Schalke Schalke-Nord Scholven Ückendorf □ □ □ □ □ □ □ □ □

Was findest du gut an dem Stadtteil, in dem du wohnst? _________________________________________________________________________ Was findest du schlecht an dem Stadtteil, in dem du wohnst? _________________________________________________________________________ Was findest du gut an dem Stadtteil, in dem du dich am meisten aufhältst? _________________________________________________________________________ Was findest du schlecht an dem Stadtteil, in dem du dich am meisten aufhältst? _________________________________________________________________________

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3. Bewerte die einzelnen Stadtteile nach Schulnoten von „1“ bis „6“ und begründe es. Schreibe „0“, wenn dir der Stadtteil unbekannt ist. Note Altstadt Beckhausen Bismark Buer Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Resse Resser-Mark Rotthausen Schalke Scholven Ückendorf [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] [ ] weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: weil: ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________ ______________________________________

Bulmke-Hüllen [ ]

Schalke-Nord [ ]

4. An welchen Orten triffst du dich am häufigsten mit deinen Freunden? □ Jugendzentrum □ Im Park □ Anderer Schulhof □ Café oder Ähnliches □ Sportplatz □ Bei mir Zuhause □ Sonstiges: _________________________ □ Auf der Straße □ Schulhof unserer Schule □ Einkaufszentrum □ Spielplatz □ Religiöse Gemeinde □ Bei Freunden Zuhause

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Durftest du/ deine Freunde mitentscheiden, wie diese Orte aussehen? □ Ja □ Nein

Wenn Ja à Bei welchen? ____________________________

Wenn Nein à Hättest du gerne mitentschieden? □ Ja □ Nein

5. Wie werdet ihr an diesen Orten von Anwohnern/ Passanten etc. behandelt? (Bitte nur Orte ankreuzen, an denen ihr euch oft aufhaltet) unterstützt/ benötigt/ erwünscht Jugendzentrum □ Auf der Straße □ Im Park □ Schulhof unserer Schule □ Anderer Schulhof □ Einkaufszentrum □ Café o.Ä. □ Spielplatz □ Sportplatz □ Religiöse Gemiende □ Bei mir Zuhause □ Bei Freunden □ Sonstiges:_________ □

nur toleriert □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □

beschimpft oder Ähnliches □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □

weggeschickt □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □

Hättest du gerne einen anderen/ neuen Treffpunkt? □ Ja □ Nein

wenn Jaà wie sollte er aussehen? _________________________________________________________________________

6. Was würdest du gerne in deinem Stadtteil ändern, damit du dich dort wohler fühlst? _________________________________________________________________________

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7. Interessierst du dich für Nachrichten, Informationen, Aktionen etc., die deinen Stadtteil betreffen? □ Ja □ Nein

Welche Themen interessieren dich hier besonders? 1. _____________________________________ 2. _____________________________________ 3. ____________________________________

Wie informierst du dich über diese Nachrichten/ Aktionen? □ □ □ □ □ □ □ □ □ Zeitung Internet TV Flyer, Plakate, Werbung Radio Eltern/ Familie Freunde/ Freundinnen Schule Sonstiges: _______________________________

8. Hast du schon einmal versucht etwas zu ändern, wenn dir etwas nicht gefallen hat? am Stadtteil, in dem du wohnst □ Ja □ Nein am Stadtteil, in dem du am meisten bist □ Ja □ Nein

wenn ja à wie ? __________________________________ ____________________________________

wenn ja à wie ?

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9. Nimmst du an folgenden kostenpflichtigen Angeboten in deiner Freizeit regelmäßig teil? Sportverein □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Freizeit-/ Ferienprogramme/- Kurse □ Ja □ Nein, weil... . . . □ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Musikuntericht □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Nachhilfeuntericht □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Diskotheken □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

Sonstige Vereine:_________________________________________ □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ kein Geld □ kein passendes Angebot

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10. Wieviel Taschengeld bekommst du im Monat? Ca. ___________€ Was musst du davon alles selbst bezahlen? _______________________________________________________________________ Gehst du nebenbei arbeiten, um dir etwas Geld dazu zu verdienen? □ Ja □ Nein, weil... ...□ keine Lust □ keine Zeit □ keine Erlaubnis der El...□ kein passendes Angebot □ Sonsti-

tern ges:_____________

11. Wie viele Tage in der Woche arbeiten deine Eltern? Vater: □ □ □ □ □ ________Tage Rentner/ Pensionär arbeitssuchend Hausmann sonstiges:_________________ Mutter: □ □ □ □ □ ________Tage Rentnerin/ Pensionärin arbeitssuchend Hausfrau sonstiges:__________________

dein Alter ___________ Jahre

dein Geschlecht □ weiblich □ männlich Seit_______Jahren Seit_______Jahren Seit_______Jahren oder oder oder □ seit der Geburt □ seit der Geburt □ seit der Geburt

Wie lange lebst du schon in Deutschland? Wie lange lebst du schon in Gelsenkirchen? Wie lange lebst du schon in deinem Stadtteil? Herkunftsland der Mutter: _____________________ Meine Eltern... □ □ □

Herkunftsland des Vaters: _____________________

...sind verheiratet und leben zusammen mit mir in einer Wohnung/ Haus ...leben getrennt/ in Scheidung ...Sonstiges:_________________________________________________ Vielen Dank für deine Mithilfe!!!

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2: Interviews
A. Fragen an Renate Janßen, Projektleiterin der Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW 1. Welche Erfahrungen haben Sie bezüglich der Aneignung öffentlicher Räume durch Mädchen? Gibt es einen geschlechtsspezifischen Unterschied? Insgesamt stehen für Jugendliche wenig legitimierte öffentliche Räume im Stadtteil zur Verfügung. Den Jugendlichen wird immer vorgeworfen, dass sie sich nur noch für Computer interessieren. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Computer ihnen einen Raum geben, den sie selber gestalten können (u.a. virtuelle Welten). Diese Möglichkeiten gibt es im öffentlichen Raum wenig. Es gibt immer weniger Freiflächen, die Jugendliche für sich nutzen können. Organisierte Räume, wie z.B. Bolzplätze, werden seitens der Städte aus Einsparungsgründen nicht gepflegt. Sie verwahrlosen zunehmend und werden dann mit der Begründung von Verwahrlosung geschlossen. Ähnliches gilt für die Kinderspielplätze, die so gestaltet sind, dass sie auch für Jugendliche attraktiv sind. Neugestaltete Kinderspielplätze werden schwerpunktmäßig ausgerichtet auf kleine Kinder. Bei den nicht explizit für Jugendlichen ausgewiesenen Räumen beobachten wir, dass es Jungen leichter fällt, sich diese Räume zu nehmen. Ob es sich um Skateboard fahren an Treppenaufgängen handelt, um Fußballspielen auf der Wiese, oder die Nutzung von Industriebrachen. Mädchen beschreiben den öffentlichen Raum oft als einschränkend. Insbesondere, wenn sie alleine unterwegs sind. Sie beklagen die Anmache von Männern und Jungen. Sie beschreiben dunkle Plätze, die ihnen Angst machen usw. Dieses Gefühl von Einschränkung hindert sie auch daran, sich offensiv Räume zu nehmen. Und sie erfahren auch Einschränkungen bezgl. der Reaktionen der Erwachsenen. Ein Mädchen „lungert“ nicht einfach auf den Treppenstufen rum, ein Mädchen stört nicht die Passanten, in dem es mit dem Skatbord die Treppenstufen herunterfährt. Dies sind nur einige Beispiele, wo die Mädchen mit dem Bild der „Braven“ konfrontiert werden. 2. Welche Mädchen partizipieren am stärksten? Gibt es einen Unterschied bezüglich der Kultur oder des sozialen Status? Wenn wir den Aspekt Raumaneignung und Raumnutzung betrachten, gibt es Unterschiede bei den einzelnen Mädchengruppen. Sehr traditionell erzogene Mädchen, insbesondere aus den Migrantenfamilien, nutzen die Räume, die von den Eltern legitimiert sind. Bevorzugt werden Aufenthaltsräume, die zum einen von den Eltern legitimiert sind und zum anderen auch noch eigenen Bewegungsspielraum, auch in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht bieten. So sind Kinderspielplätze ein beliebter Aufenthaltsort für diese Mädchen, auch gerade für jugendliche Mädchen. Auch Parks, die das Image eines Familienparks haben, gehören dazu.

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Insgesamt ist für Mädchen wichtig, welchen Ruf bzw. Image ein Raum bzw. Platz hat. Der Garagenhof, der als beliebter Aufenthalt für jugendliche Raucherinnen und Raucher gilt, wird von den Mädchen, bei denen das Rauchen verpönt ist, nicht aufgesucht. Mädchen, die sich in ihrer Freizeit mehr draußen aufhalten, nehmen auch Räume mehr in Anspruch. Sie sind auch abenteuerlustiger bei der Ausprobierung von „halblegalen“ Räumen, z.B. Brachflächen. Mädchen, die aus einem Elternhaus kommen, in der die Freizeit organisiert wird, oft mit der Nutzung kostenpflichtiger Angebote verbunden, nutzen öffentliche Räume eher als Durchgangswege zwischen den Funktionsräumen. Räume, die mit Funktionen versehen sind, wie z.B. öffentlich zugängliche Fußballplätze werden von ihnen weniger genutzt. Dieses sind vorrangig Jungenräume. Bei organisierten Räumen (z.B. Jugendzentren) machen wir die Erfahrung, dass sie für jugendliche Mädchen wenig interessant sind. Dies hängt aber nicht damit zusammen, dass sie diese Räume nicht nutzen würden. Es hängt mit dem Rahmenbedingungen der Räume zusammen. Offene Jugendeinrichtungen sind oft immer noch -gerade im jugendlichen Altervon Jungen dominiert. Wenn den Mädchen nicht offensiv ein eigenständiger Raum in den Einrichtungen geboten wird, sind für sie die Einrichtungen nicht attraktiv. Als Begründungen führen die Mädchen an, das sie z.B. sowieso nicht an dem Computer kommen oder auch dass die weibliche Ansprechperson dort nicht mehr arbeitet. Andere Räume, die gerne auch von einer Gruppe der männlichen Migrantenjugendlichen genutzt werden, wie z.B. Shisha-Bars, Teestuben oder Spielhallen, Internetcafes sind für Mädchen aus Migrantenfamilien keine Anlaufpunkte. Auch bei den Mädchen deutscher Herkunft ist es nur eine kleine Gruppe, die sich dort aufhalten. 3. Welche Rolle spielt Partizipation, im Sinne von Mitgestaltungsmöglichkeiten, für eine Identifikation mit dem Stadtteil. An der Gestaltung eines Ortes mitbeteiligt zu sein, erhöht die Identifikation mit diesem Ort. Allerdings hängt es maßgeblich von der Qualität der Mitgestaltung ab. Beschränkt es sich auf reine Ideen- und Planungsworkshops, kann es eher kontraproduktiv sein. Wenn die Ideen der Mädchen keine Folgen haben, es also nicht zu Veränderungen kommt, führt dies zu Enttäuschungen und senkt insgesamt die Motivation sich für den Stadtteil einzusetzen. Gerade Mädchen, die in Stadtteilen leben, die ein negatives Image haben, sind an diesem Punkt besonders sensibel. Es verstärkt ihr Gefühl, dass sie ja doch nicht wert sind, ernstgenommen zu werden.

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4. Sind Mädchen in Bezug auf Mitbestimmungsmöglichkeiten im Stadtteil im Vergleich zu Jungen eher benachteiligt? Wenn ja, warum? Es gibt insgesamt wenig direkte Mitbestimmung für Jugendliche im Stadtteil. Die Möglichkeiten zur Mitbestimmung beziehen sich dann häufig auf Einzelprojekte z.B. im Rahmen „Sozialer Stadt“. Es fehlt insgesamt an Strukturen, die den Rahmen für eine Mitbestimmung bilden könnten. Die etablierten Erwachsenenstrukturen (z.B. Bezirksvertretung) binden Jugendliche nicht mit ein. Auch Instrumente, wie z.B. der Einwohnerantrag, sind viel zu schwerfällig und verlangen ein hohes Maß an organisatorischen Aufwand, der von den Jugendlichen nicht geleistet werden kann. In Gelsenkirchen z.B. müssen für solch einen Einwohnerantrag 8000 Unterschriften gesammelt werden. Bei der indirekten Mitbestimmung, darunter verstehe ich, dass sich Jugendliche zu Wort melden und dadurch eine Handlung bzw. Reaktion der Erwachsenen hervorrufen, sind Mädchen eindeutig benachteiligt. Ganz einfach, weil sie seltener als Jungen laut oder auffällig sind. Sie werden schlicht und ergreifend nicht so schnell wahrgenommen, wie die Jungen. 5. Gibt es in Gelsenkirchen besondere Partizipationsprojekte mit Modellcharakter? Diese sind am ehesten im Zusammenhang mit Projekten von „Sozialer Stadt“ zu finden. Diese sind zu finden in Zusammenhang mit den Projekten von „Sozialer Stadt“ und bei einzelnen Trägern der Jugendhilfe, wie z.B. dem Internationalen Mädchengarten, die Beteiligung der Jugendlichen an der Erarbeitung des Zwischennutzungskonzeptes für den Güterbahnhof Schalke-Süd, die Neugestaltung des Orangeplatzes, bei Schulhofneugestaltungen um nur einmal vier zu nennen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die direkte Beteiligung und Mitbestimmung kein durchgängiges Handlungsprinzip in den Politikfeldern der Stadt ist. B. Fragen an Sandro Dell'Anna, Fachstelle Jungenarbeit NRW/ Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW e.V. 1. Welche Erfahrungen haben Sie bezüglich Aneignung öffentlicher Räume durch Jungen? Gibt es einen geschlechtsspezifischen Unterschied? Es ist insgesamt schwieriger geworden sich als Jugendlicher öffentliche Räume (hier im Sinne von Treffpunkten, Plätzen etc. im sozialen Nahraum) anzueignen, da diese Aneignungsprozesse oftmals nicht mehr als pädagogische, sondern ordnungspolitische Aufgabe gesellschaftliche wahrgenommen werden, insofern stehen also Aneignungsprozesse immer auch in der Gefahr ordnungspolitisch geahndet zu werden. Die Räume, die zur Aneignung zur Verfügung gestellt werden, fordern oftmals besonders externalisiertes Verhalten, da es

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da dann auch um Durchsetzungskämpfe gehen kann oder auch "besondere" Interessen und Kompetenzen (z.B. Skateparks) gefragt sind, insofern stellt die Gesellschaft nur fokussiert und eingeschränkt Aneignungsräume zur Verfügung. Diese bedienen dann teilweise "klassisch männliche" Bereiche, wobei hier halt nicht alle Jungen Möglichkeiten eröffnet werden. 2. Welche Jungen partizipieren am stärksten? Gibt es einen Unterschied bezüglich der Kultur oder des sozialen Status? Die Frage ist nicht so sehr, welche Jungen besonders partizipieren, sondern vielmehr welche Jungen öffentliche Räume besonders "benötigen" bzw. nutzen. Sportparks z.B. fordern implizit auch immer eine entsprechende Ausstattung (Skateboards, Mountain Bikes etc.) über die nicht alle Jungen verfügen. Der Marktplatz, der Spielplatz, die Bushaltestelle, der Parkplatz wird kommt also eher für Jungen in Frage, die über diese Ausstattung nicht verfügen. Jungen, die zu Hause eigene, freibestimmte Räume nutzen können, haben die Möglichkeit sich auch außerhalb von öffentlichen Räumen, selbstorganisiert zu treffen, gleiches gilt für Jungen, die sich z.B. in Jugendverbänden (gelten diese auch als öffentliche Räume oder als soziokultureller Raum) organisieren. Zudem gibt es tatsächlich "kulturelle Unterschiede", insofern, dass in eher kollektivistisch orientierten Kulturen der öffentliche Raum als Treffpunkt tendenziell stärker genutzt wird. Was wenig beachtet wird, ist, dass Foren, Chatrooms, Soziale Netzwerke im Netz auch als öffentlicher Raum von Jugendlichen genutzt werden, Aneignungsprozesse sich gegebenenfalls auf diese Orte verlagern. 3. Welche Rolle spielt Partizipation, im Sinne von Mitgestaltungsmöglichkeiten, für eine Identifikation mit dem Stadtteil. Ich meine, es spielt eine große Rolle. Über Mitgestaltung von öffentlichen Räumen gestalte ich bzw. eröffne ich Aneignung und Zugehörigkeit. Mitgestaltet Orte sind Räume, an denen ich sein darf, an denen ich mich (wieder)finde, an denen ich mir selbst Ausdruck verleihe, sofern mir dieses erlaubt wird. Dieses bedeutet, ich erfahre Anerkennung, im Sinne von Du bist zugehörig, wir nehmen Dich wahr und ernst. 4. Sind Jungen in Bezug auf Mitbestimmungsmöglichkeiten im Stadtteil im Vergleich zu Mädchen eher benachteiligt? Wenn ja, warum? Benachteiligung ist in diesem Zusammenhang die falsche Metapher, denke ich, denn Benachteiligung ist ein mehr oder weniger bewusster Prozess bzw. ein mehr oder weniger nicht strukturell nicht gesehen werden. Insofern sind Mädchen und Jungen, die sich weniger externalisiert zeigen, Jungen und Mädchen, die weniger aktiv Räume erobern "benachteiligt". Im Sinne der Gefahr von ordnungsrechtlicher Ahndung sind wiederum Mädchen und Jungen benachteiligt, die sich deutlich externalisiert zeigen und insofern "eine Störung

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der öffentlichen Ruhe" darstellen, weil sie als Problem wahrgenommen und die in den Aneignungsprozessen inne liegenden Bildungsprozesse nicht ausreichend berücksichtigt und gesehen werden. Störende Mädchen und Jungen (und Jungen sind hiervon eventuell häufiger betroffen, weil sie sich vielleicht weniger angepasst zeigen) werden hier dann nicht als Jugendliche wahrgenommen, die Kontakt suchen und wollen, sondern eher auf Distanz gehalten, weil der Zugang zu ihnen als "problematisch" empfunden wird.

C. Fragen an die Dipl. Ing. Architektin Birgit Wend, S.T.E.R.N. GmbH, Stadtumbaubüro Gelsenkirchen 1. Gibt es in Gelsenkirchen Projekte, die direkt auf die Beteiligung von Jugendlichen abzielen? Das Programm Stadtumbau West beinhaltet im Schwerpunkt investigative Maßnahmen und integrierte Handlungskonzepte und zielt somit nicht im Vordergrund auf den Aspekt einer „sozialen Begleitung“. Dennoch spielt besonders im Bereich der Stadterneuerung die Bürgerbeteiligung eine tragende Rolle. Hier sind beispielsweise Immobilien- und Standortgemeinschaften zu nennen, welche durch das Stadtumbauprogramm zu 50% mitfinanziert werden (die anderen 50% bilden hierbei Finanzierungen durch die Gemeinschaften). Bei Projekten in diesem Bereich handelt es sich im Schwerpunkt um Projekte im innerstädtischen Gebiet, die sich besonders auf die Verbesserung der Marktfähigkeit von dort ansässigen Ladenlokalen bezieht. 2. Welchen Unterschied gibt es hinsichtlich der Aktivierung von Erwachsenen und Jugendlichen? Wenn die Gestaltung öffentlicher Plätze geplant wird, wird immer versucht, die Zielgruppe, die diesen Platz im Schwerpunkt nutzt bzw. nutzen soll, einzubeziehen. Bei der Beteiligung von Jugendlichen und Erwachsenen geht das Stadtumbaubüro Gelsenkirchen im Prinzip immer nach dem gleichen Modell vor. Zunächst wird der Kontakt zu den einzelnen Zielgruppen hergestellt. Diese werden dann durch aktive Werbung zu verschiedenen Workshops und/ oder Ideenwerkstätten eingeladen. Anschließend werden die verschiedenen Vorstellungen der Beteiligten in Präsentationen und Diskussionen vertieft. Zum Teil werden auch Arbeitsgruppen gebildet. Die Ergebnisse werden an die von der Stadt beauftragten Planungsbüros weitergeleitet, welche daraus konkrete Gestaltungskonzepte entwickeln. Damit ist allerdings der Beteiligungsprozess noch nicht abgeschlossen. In Gelsenkirchen wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Konzepte der Planungsbüros in weiteren Durchläufen mit den Bürgern diskutiert werden, bis es schließlich zu einem allgemeinen Konsens kommt. So werden die Bürger auch weiterhin in die Planung einbezogen.

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Diese Vorgehensweise wird vor allem zum Zwecke einer Verstärkung der Identifikation favorisiert. 3. Welche Modelle/Konzepte zur Beteiligung werden von Jugendlichen genutzt? In Gelsenkirchen- Altstadt bspw. soll in diesem Jahr der Elisabethplatz umgestaltet und an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden. Es handelt sich hierbei um einen bisher eher ungenutzten Platz mit einigen Bäumen, einer Bank und einigen „Spielgeräten“. Weder der Platz noch die Spielflächen werden derzeit von den Bewohnern angenommen, weshalb der gesamte Platz mit Hilfe dieser umgestaltet werden soll. Besonders langjährige Anwohner identifizieren sich stark mit ihrem Wohnumfeld und haben dementsprechende Vorstellungen der Veränderung. Stadtumbau West finanziert daher oft auch aufwendige Verfahren zur Entscheidungsfindung. Feste und andere derartige Veranstaltungen werden zusätzlich zur Aufwertung des Stadtteils und der Steigerung der Identifikation genutzt. Derzeit wird der „Tossehof“ sehr gut besucht und von vielen Jugendlichen als Aufenthaltsort angenommen. Bei der Umgestaltung zeigten sich deutlich die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jugendlichen. So wollte die eine Gruppe hier gerne ein Fußballfeld, die andere einen Pasketballplatz und wieder eine andere ein Volleyballfeld. Durch den Prozess der aktiven Einbeziehung und Diskussion der Jugendlichen vor Ort, konnte eine Alternative mit drei verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten und zusätzlichem Treffpunkt ausgearbeitet und umgesetzt werden. Zudem wurde mit den Jugendlichen zusammen eine Skulptur auf dem Platz gestaltet, wodurch die Identifikation und das Verantwortungsgefühl der Jugendlichen enorm gesteigert werden konnte. 4. Wie bewerten Sie das Vorhaben Jugendlichen stärker in Stadtentwicklung und -planung einzubeziehen? Kinder- und Jugendbeteiligung stehe ich eher skeptisch gegenüber, da diese leider oft instrumentalisiert wird. Dennoch gibt es auch schöne Gestaltungsprojekte, von denen die Kinder und Jugendliche auch profitieren. Daher bin ich dafür Jugendliche aktiv mit einzubeziehen. Auch in Gelsenkirchen wird versucht die Jugendlichen in die Stadtplanung einzubeziehen. So wurde die „Bluebox“ in der Nähe des Musiktheaters aufgebaut. Hierbei handelt es sich um eine Anlaufstelle für Jugendliche, Fachpublikum und Lehrer, die sich über die die in Gelsenkirchen laufenden Projekte informieren wollen. Außerdem gibt es hier den Raum für Tagungen und Veranstaltungen. Wir hoffen, dass die Lehrer, die zu uns kommen, unsere Inhalte weiter in die Klasse tragen.

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D. Fragen an Claudia Gertz, Mitglied im Jugendhilfeausschuss 1. Was ist die Aufgabe des Jugendhilfeausschusses? Der Jugendhilfeausschuss ist Bestandteil des Jugendamtes der Stadt Gelsenkirchen. Der Jugendhilfeausschuss befasst sich mit den Aufgaben der Jugendhilfe. Er entscheidet u.a. über die Jugendhilfeplanung, die Förderung der freien Träger, die Anerkennungen als freier Träger der Jugendhilfe nach § 57 SGB VIII. Er ist zuständig für die Bedarfsplanung für Tageseinrichtungen für Kinder. Des Weiteren berät er den kommunalen Haushalt für den Bereich Jugendhilfe. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses werden vom Rat gewählt. Vorschlagsrecht haben die Fraktionen der im Rat vertretenden Parteien, die anerkannten freien Träger der Jugendhilfe. Vorschläge der Wohlfahrtsverbände und der Jugendverbände sind zu berücksichtigen. Neben den stimmberechtigten Mitgliedern gibt es beratende Mitglieder. 2. Bindet der Jugendhilfeausschuss Jugendliche in Entscheidungsprozesse ein? Wenn ja, wie genau? Nein, Jugendliche sind in den Entscheidungsprozessen nicht unmittelbar einbezogen. Die Vertretung ihrer Interessen erfolgt durch die Mitglieder im Jugendhilfeausschuss.

3. Wie werden die Belange von Jugendlichen in der Politik oder Stadtverwaltung umgesetzt/ berücksichtigt. Die Berücksichtigung erfolgt u.a. durch die freien Träger der Jugendhilfe und auch die Jugendverbände. Diese verstehen sich als LobbyistInnen der Kinder- und Jugendlichen. Die Träger der freien Jugendhilfe sind auch an der Erarbeitung des Kinder- und Jugendföderplanes beteiligt. Dadurch erfolgt eine Berücksichtigung ihrer Interessen. Auch in die anderen politischen Ausschüssen werden über Verbände die Interessen der Jugendlichen hineingetragen. Des Weiteren gibt es in den Stadtteilen Kinderbeauftragte. Diese nehmen Anregungen von Kindern und Jugendlichen auf und geben diese an Mitglieder des Jugendhilfeausschusses weiter. Ferner führen die freien Träger der Jugendhilfe, u. die Jugendverbände Partizipationsprojekte durch, u.a. zur Gestaltung von Jugendtreffs, Spielplätzen, zur politischen Bildung usw.

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Leider ist besonders der Jugendbereich von einer Stagnation finanzieller Mittel bzw. von einer Reduzierung dieser betroffen. Der Schwerpunkt des politischen Interesses liegt zurzeit auf dem Schaffen von Betreuungsangeboten für die unter Dreijährigen, wodurch die Jugendlichen immer mehr aus dem Fokus rücken. Das Problem liegt hierbei vor allem darin, dass es kaum noch Ganztagsbeschäftige gibt, da der Stundenumfang massiv gesunken ist. Daraus resultiert auch die Zusammenarbeit mit den Ganztagsbetrieben an Schulen, wodurch Gelder gewonnen werden können. Die Träger, die zum größten Teil aus der Praxis stammen, haben den Blick auf die Belange der Jugendlichen und vor allem auf die Notwendigkeit verschiedener Förderangebote. So wären z.B. die Beschäftigung von Streetworkern, besonders in Einkaufszentren wichtig, sowie die Angebotserweiterung durch OT- offene Türen, so dass ganztägig ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Die Mittelstagnation liegt in diesem Fall aber nicht an der Kommune, diese versucht besonders im Jugendbereich nicht zu sparen, viel mehr liegt es daran, dass der Bund die Länder nicht mit ausreichend Mitteln versorgt und das Land erhaltene Mittel nicht in diesen Bereich weiter leitet.

E. Fragen an Helmut Köster, Bezirksdienststelle Polizeiwache Nord, Bezirk 205 und 206: BuerMitte und Buer-Ost 1. Welche Orte werden in Buer von Jugendlichen als inoffizielle Treffpunkte genutzt? (Gemeint sind hierbei vor allem Orte, welche ursprünglich nicht/nicht ausschließlich für Jugendliche konzipiert waren, wie bspw. Spielplätze, Parkplätze, Straßenecken, Parks, Schulhöfe etc.) Busbahnhof Goldbergstraße, (auch junge Erwachsene und nicht Sesshafte) Goldbergplatz, Abends und am Wochenende, (insb. Nichtdeutsche) Lokal ohne Namen a.k.a. FUCK, Hagenstraße

2. Wie verhalten sich die Jugendlichen an diesen Orten? Sind sie friedlich? Gibt es Probleme mit anderen Gruppen/Personen ? in Buer generell nicht so problematisch Problemfälle nur am Goldbergplatz und Busbahnhof, öfter auch Straftaten und Ordnungswidrigkeiten; Im L.O.N. angenehmeres Klientel

3. Wie reagieren Anwohner/Passanten auf die Jugendlichen? Werden die Jugendlichen akzeptiert, beschimpft oder ähnliches oder weggeschickt? Problemfälle : Orte, die Passanten als unangenehm empfinden

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F. Fragen an Klaus Jörg Freyer, Bezirksdienststelle Polizeiwache Süd, Bezirk 107: Bulmke & Hüllen-Ost 1. Welche Orte werden in Bulmke-Hüllen von Jugendlichen als inoffizielle Treffpunkte genutzt? (Gemeint sind hierbei vor allem Orte, welche ursprünglich nicht/nicht ausschließlich für Jugendliche konzipiert waren, wie bspw. Spielplätze, Parkplätze, Straßenecken, Parks, Schulhöfe etc.) Vorplatz der Pauluskirche Schulhof Hansaschule Orangeplatz Augustastr. in Höhe Fontanestr. , Vorhof Stadtgebäude

2. Wie verhalten sich die Jugendlichen an diesen Orten? Sind sie friedlich? Gibt es Probleme mit anderen Gruppen/Personen ? vereinzelt Sachbeschädigungen u. Drogenmissbrauch keine Probleme mit anderen Gruppen

3. Wie reagieren Anwohner/Passanten auf die Jugendlichen? Werden die Jugendlichen akzeptiert, beschimpft oder ähnliches oder weggeschickt? Beschwerden von Anwohnern halten sich in Grenzen. Beschwerden seitens der Verantwortlichen (Schulleiter, Hausmeister, etc)

G. Fragen an Manfred Gwosdz, Bezirksdienststelle Feldmark, Bezirk 109: Schalke-West

1. Welche Orte werden in Schalke von Jugendlichen als inoffizielle Treffpunkte genutzt? (Gemeint sind hierbei vor allem Orte, welche ursprünglich nicht/nicht ausschließlich für Jugendliche konzipiert waren, wie bspw. Spielplätze, Parkplätze, Straßenecken, Parks, Schulhöfe etc.) Bucht am Kanal „Schweinebucht“ (Ecke Kurt-Schumacher-Straße) Grenzstraße: Sportanlage, Parkplatz, Spielplatz (wechselnd, wetterabhängig)/ größten Teils deutsche Jugendliche Ehem. Güterbahnhof Schalke Süd Rund ums „Blue Corner“ (Herzogstraße)/ viele muslimische Jugendliche

2. Wie verhalten sich die Jugendlichen an diesen Orten? Sind sie friedlich? Gibt es Probleme mit anderen Gruppen/ Personen ? 145

-

Jugendliche sind kaum auffällig, eher friedlich

Wie reagieren Anwohner/Passanten auf die Jugendlichen? Werden die Jugendlichen akzeptiert, beschimpft oder ähnliches oder weggeschickt? Wenn es Beschwerden gibt, sind diese unbegründet

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3: Materialien Renate Janssen Projektaufruf „Jugendliche im Stadtquartier“– Innovative Beteiligungsformen für Jugendliche – Jugendliche finden in Stadtquartieren immer weniger attraktive Orte und Angebote. Dies ist eine der bisherigen Erkenntnisse aus dem ExWoSt-Forschungsfeld „Innovationen für familienund altengerechte Stadtquartiere“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Gerade Jugendliche benötigen aber einen sozialen Raum für gemeinsames Handeln und Kommunizieren. „Die Jugend“ in der Stadt ist durchaus nicht als homogene Gruppe zu verstehen. Sie setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Teilgruppen mit unterschiedlichen Mustern der Raumaneignung und sich daraus ergebenden Bedürfnissen. Um die Lebenswelten der Jugendlichen zwischen 11 und 20 Jahren positiv zu gestalten und sie zu aktiven Mitgliedern der Zivilgesellschaft werden zu lassen, müssen sie stärker als bisher in die Verfahren und Prozesse der Stadtentwicklung und Stadtplanung einbezogen werden. Gesucht werden daher Strategien und Methoden, die den Jugendlichen Möglichkeiten zum Mit-Reden, MitEntscheiden und Mit-Gestalten geben. Im Rahmen dieses Projektaufrufes „Jugendliche im Stadtquartier“ werden Konzepte gesucht, mit denen Jugendliche in besonders innovativer Art und Weise in die Entwicklung ihres Stadtquartiers einbezogen werden. Vor allem sollen explorative Instrumente erprobt werden, bei denen Jugendliche selbst ihre Anforderungen an Stadtquartiere formulieren. Die Projekte sollen vor Ort als Impuls für die verbesserte Einbeziehung Jugendlicher in die Stadtplanung dienen. Denn entscheidend für die Qualität von Jugendbeteiligung in der Stadt ist, dass die Beteiligung über den Tag hinaus wirkt. Die Projekte sollen daher - Beteiligungsstrategien und –formate entwickeln, mit denen gezielt verschiedene Teilgruppen der Jugend erreicht werden können (Werkstätten, Events, Wettbewerbe, …) - Themen setzen, die die Jugendlichen unmittelbar ansprechen und zur Mitwirkung animieren (Gebrauchswerte von Einrichtungen und Freiräumen, neue Treffpunkte, …) - Methoden benutzen, mit denen die spezifischen Anforderungen von Jugendlichen ermittelt werden können (Video, Stadt auf Probe bauen, Wikimaps, blogs, Comics, …) - Akteure einbeziehen, die für die Lebenswelten der Jugendlichen zentrale Funktionen haben (Schulen, Sportvereine, …). - Schnittstellen vorsehen, mit denen die Ergebnisse in die kommunalen Planungsprozesse eingebracht werden (innovative Planformate, Spaziergänge mit dem Amtsleiter, …) Das Projekt kann also eine Jugendbeteiligung im Rahmen von Bauleitplanverfahren, von Stadtteilentwicklungsplänen oder Stadtumbaukonzepten sein. Oder ein Workshop bei konkreten Planungen für öffentliche Räume oder Gemeinschaftseinrichtungen. Auch Projekte von Wohnungsunternehmen oder privaten Initiativen z.B. für das Wohnumfeld, einen Platz

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oder ein Gebäude können durch innovative Jugendprojekte begleitet werden. Die Umsetzung soll zwischen September und Dezember 2009 stattfinden. Was sind ExWoSt-Modellvorhaben? Modellvorhaben im Experimentellen Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) des Bundes dienen der Beantwortung von für die Stadt- und Quartiersentwicklung relevanten Fragen, die im Bundesinteresse stehen. Die Modellvorhaben liefern als „städtebauliche Labors“ Erkenntnisse für eine praxisbezogene Politikberatung. In ExWoSt-Modellvorhaben können bestimmte Maßnahmen, die im Bundesinteresse liegen und die einen hohen Innovationsgehalt und Modellcharakter haben, direkt vom Bund finanziell unterstützt werden. Weiterhin erhalten die Modellvorhaben eine Aufwandsentschädigung für ein forschungsbezogenes Berichtswesen. Wer kann teilnehmen und was kann gefördert werden? Träger der Projekte können Kommunen, Wohnungsunternehmen, Hochschulen, private Initiativen oder Vereine sein. Die Förderung der ausgewählten Projekte erfolgt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Förderfähig sind grundsätzlich alle Kosten im Zusammenhang mit den innovativen Planungsprozessen. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Wichtige Termine - Die Projektmeldungen werden in Form eines standardisierten Projektmeldebogens von den Bewerbern abgegeben. Anmeldeschluss ist der 30.6.2009. - Die Auswahl der Modellvorhaben erfolgt bis Ende Juli. - Die ausgewählten Modellvorhaben treffen sich auf einem eintägigen Workshop am 2.9.2009 in Bonn zu einer Diskussion über die Projekte und ihre Qualitätsansprüche. - Die Berichterstattung über das jeweilige Modellvorhaben muss bis zum 15.12.2009 erfolgen. - Alle im Rahmen der ExWoSt-Förderung finanzierten Maßnahmen müssen bis Dezember 2009 abgeschlossen und abgerechnet sein. Es ist angestrebt, in der weiteren Ausgestaltung des Forschungsfeldes Möglichkeiten zu schaffen, um ab 2010 in einer zweiten Stufe ggf. konkrete Einzelmaßnahmen in der (städte-) baulichen Umsetzung zu erforschen. Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen Die Ausschreibungsunterlagen (Projektaufruf und Projektmeldebogen) können ab dem 25. Mai 2009 unter www.stadtquartiere.de heruntergeladen werden. Der Projektmeldebogen kann auch per Mail angefordert werden. Schicken Sie hierfür eine Mail an: jugend@planzwei. com.

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4: E-Mail- Kontakte

E-Mail Rentae Janssen Am 03.12.2009 11:48, schrieb Renate Janssen: Hallo Anna, diese Frage würde ich sofot mit Ja beantworten. Die Mädchen kommen alle aus dem direkten nachbarschaftlichen Umfeld. Sie sehen den Garten als "ihren Garten" an und verteidigen ihn besonders gegen Jungen.Sieh fühlen sich für ihn verantwortlich und erzählen auch in der Schule davon. Liebe Grüße Renate

Von: Anna Gesendet: 01.12.2009 13:45:17 An: lagam@web.de Betreff: Frage bzgl. des Internationalen Mädchengartens Liebe Renate, danke für deine vielen Informationen. Wir hätten nur noch eine Frage: Welchen Bezug haben die Mädchen genau zu ihrem Garten? Siehst du da eine Identifikation? lg Anna

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E-Mail Klaus-Peter Strohmeier

Von: Prof. Dr. Peter Strohmeier <peter.strohmeier@ruhr-uni-bochum.de> Betreff: AW: Frage bzgl. des Familienberichtes Gelsenkirchen An: "'Kira Fink'" <kira.fink@yahoo.de> Datum: Montag, 8. Februar, 2010 12:42 Uhr

Liebe Frau Fink, hier sind die Eltern schriftlich befragt worden. An einer Kinderbefragung arbeiten wir. Mit freundlichen Grüßen Peter Strohmeier
Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier Ruhr-Universität Bochum Fakultät für Sozialwissenschaft Soziologie/ Stadt und Region, Familie GC05-709 und Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung ZEFIR LOTA 38 44780 Bochum +49 234 322 3706 +49 234 322 5413 +49 234 322 8675

Von: Kira Fink [mailto:kira.fink@yahoo.de] Gesendet: Montag, 25. Januar 2010 13:21 An: peter.strohmeier@rub.de Betreff: Frage bzgl. des Familienberichtes Gelsenkirchen

Sehr geehrter Prof. Dr. Strohmeier, wir führen derzeit im Rahmen unserer Magisterabschlussarbeit eine Untersuchung zum Thema "Partizipation von Jugendlichen im Stadtteil- eine Untersuchung am Beispiel von Gelsenkirchen" durch. Dies impliziert eine Befragung von Jugendlichen sowie eine strukturelle Analyse des Untersuchungsgebietes. Im diesem Kontext studieren wir gerade den Familienbericht der Stadt Gelsenkirchen und haben nun diesbezüglich eine kurze Frage. Uns ist bekannt, dass Sie für die Befragung ausschließlich Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren ausgewählt haben. Der Bericht lässt allerdings nicht erkennen, in wie weit die Meinung der "Kinder" in die Antworten eingeflossen sind ( "...die von jeweils einem Elternteil beantwortet werden sollten...." ). Können Sie uns sagen, ob die Fragen in den einzelnen Familien mit den Kindern diskutiert werden sollten, oder ob es sich hier lediglich um die Ansicht der Eltern handelt? Vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung Mit freundlichen Grüßen Anna Janßen und Kira Fink

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5: weitere Tabellen

Kumulierte ProHäufigkeit Gültig trifft nicht zu trifft zu Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt nung/Haus 73 177 250 14 8 22 272 Prozent 26,8 65,1 91,9 5,1 2,9 8,1 100,0 Gültige Prozente 29,2 70,8 100,0 zente 29,2 100,0

Tab. 8, Häufigkeit: Meine Eltern sind verheiratet und leben zusammen mit mir in einer Woh-

Kumulierte ProHäufigkeit Gültig trifft nicht zu trifft zu Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 191 59 250 14 8 22 272 Prozent 70,2 21,7 91,9 5,1 2,9 8,1 100,0 Gültige Prozente 76,4 23,6 100,0 zente 76,4 100,0

Tab. 9, Häufigkeit: Meine Eltern leben zur Zeit getrennt/ in Scheidung

Kumulierte ProHäufigkeit Gültig 0 1 99 Gesamt 8 236 14 14 Prozent 2,9 86,8 5,1 5,1 Gültige Prozente 2,9 86,8 5,1 5,1 zente 2,9 89,7 94,9 100,0

272 100,0 100,0 Tab.10, Häufigkeit: Meine Eltern leben in sonstigem Verhältnis

151

Häufigkeit Gültig 0 5 10 15 20 21 24 25 27 30 35 40 44 45 47 50 55 57 58 60 65 70 75 80 85 90 100 120 130 135 150 160 164 200 300 Fehlend Gesamt 99 System Gesamt 7 1 2 3 28 1 1 16 1 33 10 22 1 3 1 45 1 1 1 10 2 5 1 1 4 1 13 1 2 1 2 1 1 1 1 225 39 8 47 272

Prozent 2,6 ,4 ,7 1,1 10,3 ,4 ,4 5,9 ,4 12,1 3,7 8,1 ,4 1,1 ,4 16,5 ,4 ,4 ,4 3,7 ,7 1,8 ,4 ,4 1,5 ,4 4,8 ,4 ,7 ,4 ,7 ,4 ,4 ,4 ,4 82,7 14,3 2,9 17,3 100,0

Gültige Prozente 3,1 ,4 ,9 1,3 12,4 ,4 ,4 7,1 ,4 14,7 4,4 9,8 ,4 1,3 ,4 20,0 ,4 ,4 ,4 4,4 ,9 2,2 ,4 ,4 1,8 ,4 5,8 ,4 ,9 ,4 ,9 ,4 ,4 ,4 ,4 100,0

Kumulierte Prozente 3,1 3,6 4,4 5,8 18,2 18,7 19,1 26,2 26,7 41,3 45,8 55,6 56,0 57,3 57,8 77,8 78,2 78,7 79,1 83,6 84,4 86,7 87,1 87,6 89,3 89,8 95,6 96,0 96,9 97,3 98,2 98,7 99,1 99,6 100,0

Gesamt

Tab. 11, Häufigkeit: Wieviel Taschengeld bekommst du im Monat?

152

Häufigkeit Prozent 3 1,1 2 ,7 1 ,4 2 ,7 3 1,1 4 1,5 3 1,1 48 17,6 93 34,2 70 25,7 19 7,0 2 ,7 250 91,9 Fehlend 14 5,1 8 2,9 22 8,1 Gesamt 272 100,0 Tab. 12, Häufigkeit: Wie viele Jahre lebst du schon in Deutschland? Gültig 3 5 6 8 9 10 11 14 15 16 17 18 Gesamt 99 System Gesamt

Gültige Prozente 1,2 ,8 ,4 ,8 1,2 1,6 1,2 19,2 37,2 28,0 7,6 ,8 100,0

Kumulierte Prozente 1,2 2,0 2,4 3,2 4,4 6,0 7,2 26,4 63,6 91,6 99,2 100,0

Gültige Kumulierte Häufigkeit Prozent Prozente Prozente Gültig 1 1 ,4 ,4 ,4 2 2 ,7 ,8 1,2 3 6 2,2 2,4 3,7 4 1 ,4 ,4 4,1 5 5 1,8 2,0 6,1 6 2 ,7 ,8 6,9 7 1 ,4 ,4 7,3 7 5 1,8 2,0 9,3 8 1 ,4 ,4 9,8 9 4 1,5 1,6 11,4 10 8 2,9 3,3 14,6 11 3 1,1 1,2 15,9 12 1 ,4 ,4 16,3 13 4 1,5 1,6 17,9 14 45 16,5 18,3 36,2 15 1 ,4 ,4 36,6 15 82 30,1 33,3 69,9 16 57 21,0 23,2 93,1 17 16 5,9 6,5 99,6 18 1 ,4 ,4 100,0 Gesamt 246 90,4 100,0 Fehlend 99 18 6,6 System 8 2,9 Gesamt 26 9,6 Gesamt 272 100,0 Tab. 13, Häufigkeit: Wie viele Jahre lebst du schon in Gelsenkirchen?

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Gültige Häufigkeit Prozent Prozente Gültig 1 13 4,8 5,4 2 1 ,4 ,4 2 12 4,4 5,0 3 9 3,3 3,8 4 12 4,4 5,0 5 8 2,9 3,3 6 7 2,6 2,9 7 4 1,5 1,7 8 3 1,1 1,3 9 8 2,9 3,3 10 11 4,0 4,6 11 7 2,6 2,9 12 6 2,2 2,5 13 4 1,5 1,7 14 34 12,5 14,2 15 57 21,0 23,8 16 36 13,2 15,0 17 8 2,9 3,3 Gesamt 240 88,2 100,0 Fehlend 99 24 8,8 System 8 2,9 Gesamt 32 11,8 Gesamt 272 100,0 Tab. 14, Wie viele Jahre lebst du schon in deinem Stadtteil?

Kumulierte Prozente 5,4 5,8 10,8 14,6 19,6 22,9 25,8 27,5 28,8 32,1 36,7 39,6 42,1 43,8 57,9 81,7 96,7 100,0

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend ungenügend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 4 9 4 1 1 19 1 20

Prozent Gültige Prozente 20,0 45,0 20,0 5,0 5,0 95,0 5,0 100,0 21,1 47,4 21,1 5,3 5,3 100,0

Kumulierte Prozente 21,1 68,4 89,5 94,7 100,0

Tab. 15, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Altstadt

154

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt 2 1 3 4 1 2 13

Prozent Gültige Prozente 15,4 7,7 23,1 30,8 7,7 15,4 100,0 15,4 7,7 23,1 30,8 7,7 15,4 100,0

Kumulierte Prozente 15,4 23,1 46,2 76,9 84,6 100,0

Tab. 16, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Beckhausen

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 2 3 1 1 7 1 8

Prozent Gültige Prozente 25,0 37,5 12,5 12,5 87,5 12,5 100,0 28,6 42,9 14,3 14,3 100,0

Kumulierte Prozente 28,6 71,4 85,7 100,0

Tab. 17, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bismark

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend mangelhaft Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 11 15 4 2 32 1 33

Prozent Gültige Prozente 33,3 45,5 12,1 6,1 97,0 3,0 100,0 34,4 46,9 12,5 6,2 100,0

Kumulierte Prozente 34,4 81,2 93,8 100,0

Tab. 18, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Buer

155

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 4 6 5 3 18 1 19

Prozent Gültige Prozente 21,1 31,6 26,3 15,8 94,7 5,3 100,0 22,2 33,3 27,8 16,7 100,0

Kumulierte Prozente 22,2 55,6 83,3 100,0

Tab. 19, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bulmke-Hüllen

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend ungenügend Gesamt 5 7 7 1 1 21

Prozent Gültige Prozente 23,8 33,3 33,3 4,8 4,8 100,0 23,8 33,3 33,3 4,8 4,8 100,0

Kumulierte Prozente 23,8 57,1 90,5 95,2 100,0

Tab. 20, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Feldmark

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend mangelhaft Gesamt 3 1 1 1 6

Prozent Gültige Prozente 50,0 16,7 16,7 16,7 100,0 50,0 16,7 16,7 16,7 100,0

Kumulierte Prozente 50,0 66,7 83,3 100,0

Tab. 21, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Heßler

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Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 11 5 4 3 1 24 1 25

Prozent Gültige Prozente 44,0 20,0 16,0 12,0 4,0 96,0 4,0 100,0 45,8 20,8 16,7 12,5 4,2 100,0

Kumulierte Prozente 45,8 66,7 83,3 95,8 100,0

Tab. 22, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Horst

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 1 7 3 1 1 1 14 1 15

Prozent Gültige Prozente 6,7 46,7 20,0 6,7 6,7 6,7 93,3 6,7 100,0 7,1 50,0 21,4 7,1 7,1 7,1 100,0

Kumulierte Prozente 7,1 57,1 78,6 85,7 92,9 100,0

Tab. 23, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Neustadt

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 8 7 7 5 4 3 34 1 35

Prozent Gültige Prozente 22,9 20,0 20,0 14,3 11,4 8,6 97,1 2,9 100,0 23,5 20,6 20,6 14,7 11,8 8,8 100,0

Kumulierte Prozente 23,5 44,1 64,7 79,4 91,2 100,0

Tab. 24, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Rotthausen

157

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 3 3 1 1 8 1 9

Prozent Gültige Prozente 33,3 33,3 11,1 11,1 88,9 11,1 100,0 37,5 37,5 12,5 12,5 100,0

Kumulierte Prozente 37,5 75,0 87,5 100,0

Tab. 25, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke

Häufigkeit Gültig sehr gut gut Gesamt 2 1 3

Prozent Gültige Prozente 66,7 33,3 100,0 66,7 33,3 100,0

Kumulierte Prozente 66,7 100,0

Tab. 26, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke-Nord

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend Gesamt keine Angabe 13 11 3 6 4 5 42 7 49

Prozent Gültige Prozente 26,5 22,4 6,1 12,2 8,2 10,2 85,7 14,3 100,0 31,0 26,2 7,1 14,3 9,5 11,9 100,0

Kumulierte Prozente 31,0 57,1 64,3 78,6 88,1 100,0

Tab. 27, nur Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Ückendorf

158

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 24 36 51 22 5 8 146 69 25 94 240

Prozent 10,0 15,0 21,2 9,2 2,1 3,3 60,8 28,8 10,4 39,2 100,0

Gültige Prozente 16,4 24,7 34,9 15,1 3,4 5,5 100,0

Kumulierte Prozente 16,4 41,1 76,0 91,1 94,5 100,0

Tab. 28, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Altstadt

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 9 12 23 17 10 12 83 130 34 164 247

Prozent 3,6 4,9 9,3 6,9 4,0 4,9 33,6 52,6 13,8 66,4 100,0

Gültige Prozente 10,8 14,5 27,7 20,5 12,0 14,5 100,0

Kumulierte Prozente 10,8 25,3 53,0 73,5 85,5 100,0

Tab. 29, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Beckhausen

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Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 6 20 41 36 25 21 149 70 33 103 252

Prozent 2,4 7,9 16,3 14,3 9,9 8,3 59,1 27,8 13,1 40,9 100,0

Gültige Prozente 4,0 13,4 27,5 24,2 16,8 14,1 100,0

Kumulierte Prozente 4,0 17,4 45,0 69,1 85,9 100,0

Tab. 30, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bismark

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 23 81 45 16 7 3 175 32 20 52 227

Prozent 10,1 35,7 19,8 7,0 3,1 1,3 77,1 14,1 8,8 22,9 100,0

Gültige Prozente 13,1 46,3 25,7 9,1 4,0 1,7 100,0

Kumulierte Prozente 13,1 59,4 85,1 94,3 98,3 100,0

Tab. 31, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Buer

160

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 12 28 37 16 9 8 110 101 30 131 241

Prozent 5,0 11,6 15,4 6,6 3,7 3,3 45,6 41,9 12,4 54,4 100,0

Gültige Prozente 10,9 25,5 33,6 14,5 8,2 7,3 100,0

Kumulierte Prozente 10,9 36,4 70,0 84,5 92,7 100,0

Tab. 32, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Bulmke-Hüllen

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 16 27 36 29 17 7 132 95 30 125 257

Prozent 6,2 10,5 14,0 11,3 6,6 2,7 51,4 37,0 11,7 48,6 100,0

Gültige Prozente 12,1 20,5 27,3 22,0 12,9 5,3 100,0

Kumulierte Prozente 12,1 32,6 59,8 81,8 94,7 100,0

Tab. 33, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Erle

161

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 4 18 29 20 10 12 93 115 31 146 239

Prozent 1,7 7,5 12,1 8,4 4,2 5,0 38,9 48,1 13,0 61,1 100,0

Gültige Prozente 4,3 19,4 31,2 21,5 10,8 12,9 100,0

Kumulierte Prozente 4,3 23,7 54,8 76,3 87,1 100,0

Tab. 34, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Feldmark

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 1 9 21 16 9 12 68 156 35 191 259

Prozent ,4 3,5 8,1 6,2 3,5 4,6 26,3 60,2 13,5 73,7 100,0

Gültige Prozente 1,5 13,2 30,9 23,5 13,2 17,6 100,0

Kumulierte Prozente 1,5 14,7 45,6 69,1 82,4 100,0

Tab. 35, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Hassel

162

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 9 16 41 18 13 9 106 114 34 148 254

Prozent 3,5 6,3 16,1 7,1 5,1 3,5 41,7 44,9 13,4 58,3 100,0

Gültige Prozente 8,5 15,1 38,7 17,0 12,3 8,5 100,0

Kumulierte Prozente 8,5 23,6 62,3 79,2 91,5 100,0

Tab. 36, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Heßler

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 11 19 42 27 13 8 120 80 35 115 235

Prozent 4,7 8,1 17,9 11,5 5,5 3,4 51,1 34,0 14,9 48,9 100,0

Gültige Prozente 9,2 15,8 35,0 22,5 10,8 6,7 100,0

Kumulierte Prozente 9,2 25,0 60,0 82,5 93,3 100,0

Tab. 37, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Horst

163

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 21 41 39 18 5 12 136 77 32 109 245

Prozent 8,6 16,7 15,9 7,3 2,0 4,9 55,5 31,4 13,1 44,5 100,0

Gültige Prozente 15,4 30,1 28,7 13,2 3,7 8,8 100,0

Kumulierte Prozente 15,4 45,6 74,3 87,5 91,2 100,0

Tab. 38, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Neustadt

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 6 20 14 18 5 7 70 152 38 190 260

Prozent 2,3 7,7 5,4 6,9 1,9 2,7 26,9 58,5 14,6 73,1 100,0

Gültige Prozente 8,6 28,6 20,0 25,7 7,1 10,0 100,0

Kumulierte Prozente 8,6 37,1 57,1 82,9 90,0 100,0

Tab. 39, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Resse

164

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 4 12 9 21 9 5 60 165 35 200 260

Prozent 1,5 4,6 3,5 8,1 3,5 1,9 23,1 63,5 13,5 76,9 100,0

Gültige Prozente 6,7 20,0 15,0 35,0 15,0 8,3 100,0

Kumulierte Prozente 6,7 26,7 41,7 76,7 91,7 100,0

Tab. 40, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Resser-Mark

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 6 32 54 22 13 12 139 64 22 86 225

Prozent 2,7 14,2 24,0 9,8 5,8 5,3 61,8 28,4 9,8 38,2 100,0

Gültige Prozente 4,3 23,0 38,8 15,8 9,4 8,6 100,0

Kumulierte Prozente 4,3 27,3 66,2 82,0 91,4 100,0

Tab. 41, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Rotthausen

165

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 33 49 53 17 3 8 163 54 34 88 251

Prozent 13,1 19,5 21,1 6,8 1,2 3,2 64,9 21,5 13,5 35,1 100,0

Gültige Prozente 20,2 30,1 32,5 10,4 1,8 4,9 100,0

Kumulierte Prozente 20,2 50,3 82,8 93,3 95,1 100,0

Tab. 42, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 12 30 29 12 7 8 98 122 37 159 257

Prozent 4,7 11,7 11,3 4,7 2,7 3,1 38,1 47,5 14,4 61,9 100,0

Gültige Prozente 12,2 30,6 29,6 12,2 7,1 8,2 100,0

Kumulierte Prozente 12,2 42,9 72,4 84,7 91,8 100,0

Tab.43, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Schalke-Nord

166

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 5 11 13 16 10 11 66 159 35 194 260

Prozent 1,9 4,2 5,0 6,2 3,8 4,2 25,4 61,2 13,5 74,6 100,0

Gültige Prozente 7,6 16,7 19,7 24,2 15,2 16,7 100,0

Kumulierte Prozente 7,6 24,2 43,9 68,2 83,3 100,0

Tab. 44, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Scholven

Häufigkeit Gültig sehr gut gut befriedigend ausreichend mangelhaft ungenügend Gesamt Fehlend 0 keine Angabe Gesamt Gesamt 8 15 28 28 27 45 151 44 16 60 211

Prozent 3,8 7,1 13,3 13,3 12,8 21,3 71,6 20,9 7,6 28,4 100,0

Gültige Prozente 5,3 9,9 18,5 18,5 17,9 29,8 100,0

Kumulierte Prozente 5,3 15,2 33,8 52,3 70,2 100,0

Tab. 45, ohne Bewohner: Bewertung der Stadtteile nach Schulnoten: Ückendorf

167

Häufigkeit Gültig 99 alles gut einkaufen Freunde Freunde, Stadt nix ruhige Gegend viele Menschen viele Kinder und Jugendliche vieles Gesamt 5 1 1 2 1 1 1 1 1 1 15

Prozent 33,3 6,7 6,7 13,3 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 100,0

Gültige Prozente 33,3 6,7 6,7 13,3 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 100,0

Kumulierte Prozente 33,3 40,0 46,7 60,0 66,7 73,3 80,0 86,7 93,3 100,0

Tab. 46, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Buer

Häufigkeit Gültig 99 alles hässlich keine guten Geschäfte nicht so viele Freunde nix viel Gewalt unter Jugendlichen viele alte Menschen, langweilig vieles zu wenig Einkaufsläden zu wenig Läden Gesamt 4 1 1 1 1 1 1 1 1 2 1 15

Prozent 26,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 13,3 6,7 100,0

Gültige Prozente 26,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 13,3 6,7 100,0

Kumulierte Prozente 26,7 33,3 40,0 46,7 53,3 60,0 66,7 73,3 80,0 93,3 100,0

Tab. 47, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Buer

168

Häufigkeit Gültig 99 alles Dönerläden Freunde Freunde, ÖPNV gut Fußballvereine Kneipen nix ruhige Gegend viele Bäume, sehr sauber viele Freizeitmöglichkeiten Gesamt 5 1 1 1 1 1 1 2 1 1 1 16

Prozent 31,2 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 12,5 6,2 6,2 6,2 100,0

Gültige Prozente 31,2 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 12,5 6,2 6,2 6,2 100,0

Kumulierte Prozente 31,2 37,5 43,8 50,0 56,2 62,5 68,8 81,2 87,5 93,8 100,0

Tab. 48, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Buer

Häufigkeit Gültig 99 keine Freizeitmöglichkeiten nix Straßen kaputt viele Kriminelle zu dreckig, zu viel Polizei zu viele Baustellen, zu wenig Läden Gesamt 7 1 3 1 1 1 1 1 16

Prozent 43,8 6,2 18,8 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 100,0

Gültige Prozente 43,8 6,2 18,8 6,2 6,2 6,2 6,2 6,2 100,0

Kumulierte Prozente 43,8 50,0 68,8 75,0 81,2 87,5 93,8 100,0

Tab. 49, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Buer

169

Häufigkeit Gültig 99 Bulmker Park es ist sehr ruhig dort, wenig Ausländer nahe Stadt, Hauptbahnhof nix Park ruhige Gegend, nett gestaltet, Einkaufsmöglichkeiten sehr grün, der Park sehr viele Nationalitäten Stadt viele Bäume, viele Ausländer Gesamt 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 12

Prozent 16,7 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 100,0

Gültige Prozente 16,7 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 8,3 100,0

Kumulierte Prozente 16,7 25,0 33,3 41,7 50,0 58,3 66,7 75,0 83,3 91,7 100,0

Tab. 50, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Bulmke-Hüllen

Häufigkeit Gültig 99 Ausländer Ausländer, lärm Feuerwache gammelige Spielplätze nix für Jugendliche, viele Spielplätze keine Plätze wo man mit Freunden mal richtig Spaß haben kann manchmal asi nix viel Müll, unsauber, Spielplätze weit weg zu viele Ausländer Gesamt 2 2 1 1

Prozent 16,7 16,7 8,3 8,3

Gültige Prozente 16,7 16,7 8,3 8,3

Kumulierte Prozente 16,7 33,3 41,7 50,0

1 1 2 1 1 12

8,3 8,3 16,7 8,3 8,3 100,0

8,3 8,3 16,7 8,3 8,3 100,0

58,3 66,7 83,3 91,7 100,0

Tab. 51, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Bulmke-Hüllen

170

Häufigkeit Gültig Bulmker park Park, Nähe zur Stadt Robinson park ruhig viele Kollegen Gesamt 1 1 1 3 1 7

Prozent 14,3 14,3 14,3 42,9 14,3 100,0

Gültige Prozente 14,3 14,3 14,3 42,9 14,3 100,0

Kumulierte Prozente 14,3 28,6 42,9 85,7 100,0

Tab. 52, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Bulmke-Hüllen

Häufigkeit Gültig Ausländer kein Kino kein Skatepark keine Möglichkeiten was zu machen z.B. Kino nix sieht nicht gut aus zu wenig Frauen Gesamt 1 1 1 1 1 1 1 7

Prozent 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 100,0

Gültige Prozente 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 14,3 100,0

Kumulierte Prozente 14,3 28,6 42,9 57,1 71,4 85,7 100,0

Tab. 53, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Bulmke-Hüllen

Häufigkeit Gültig 99 kenne alles gut nahe City viel los zentral Gesamt 2 1 1 1 1 6

Prozent 33,3 16,7 16,7 16,7 16,7 100,0

Gültige Prozente 33,3 16,7 16,7 16,7 16,7 100,0

Kumulierte Prozente 33,3 50,0 66,7 83,3 100,0

Tab. 54, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Schalke

171

Häufigkeit Gültig Stadt zu weit weg 99 dreckig, keine Einkaufsmöglichkeiten keine Kinos zu wenig Einkaufsmöglichkeiten Gesamt 1 2 1 1 1 6

Prozent 16,7 33,3 16,7 16,7 16,7 100,0

Gültige Prozente 16,7 33,3 16,7 16,7 16,7 100,0

Kumulierte Prozente 16,7 50,0 66,7 83,3 100,0

Tab. 55, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Weiblich, Schalke

Häufigkeit Gültig 99 Verwandte viel los, Nachbarn Gesamt 1 1 1 3

Prozent 33,3 33,3 33,3 100,0

Gültige Prozente 33,3 33,3 33,3 100,0

Kumulierte Prozente 33,3 66,7 100,0

Tab. 56, Was findest du gut, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Schalke

Häufigkeit Gültig 99 Busverbindung sehr viele Ausländer Gesamt 1 1 1 3

Prozent 33,3 33,3 33,3 100,0

Gültige Prozente 33,3 33,3 33,3 100,0

Kumulierte Prozente 33,3 66,7 100,0

Tab. 57, Was findest du schlecht, an dem Stadtteil, in dem du wohnst? Männlich, Schalke

172

Antworten N Reaktionen der Umgebung weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Tab. 58, Reaktionen der Umgebung, alle Aufenthaltsorte 97 110 648 990 1845 Prozent 5,3% 6,0% 35,1% 53,7% 100,0% Prozent der Fälle 39,0% 44,2% 260,2% 397,6% 741,0%

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 59, Reaktionen der Umgebung: Jugendzentrum 1 9 41 46 97 167 8 175 272

Prozent ,4 3,3 15,1 16,9 35,7 61,4 2,9 64,3 100,0

Gültige Prozente 1,0 9,3 42,3 47,4 100,0

Kumulierte Prozente 1,0 10,3 52,6 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 60, Reaktionen der Umgebung: Auf der Straße 5 29 98 45 177 87 8 95 272

Prozent 1,8 10,7 36,0 16,5 65,1 32,0 2,9 34,9 100,0

Gültige Prozente 2,8 16,4 55,4 25,4 100,0

Kumulierte Prozente 2,8 19,2 74,6 100,0

173

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 61, Reaktionen der Umgebung: Im Park 3 10 82 45 140 124 8 132 272

Prozent 1,1 3,7 30,1 16,5 51,5 45,6 2,9 48,5 100,0

Gültige Prozente 2,1 7,1 58,6 32,1 100,0

Kumulierte Prozente 2,1 9,3 67,9 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 17 5 64 63 149 115 8 123 272

Prozent 6,2 1,8 23,5 23,2 54,8 42,3 2,9 45,2 100,0

Gültige Prozente 11,4 3,4 43,0 42,3 100,0

Kumulierte Prozente 11,4 14,8 57,7 100,0

Tab. 62, Reaktionen der Umgebung: Schulhof unserer Schule

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 63, Reaktionen der Umgebung: anderer Schulhof 38 18 50 17 123 141 8 149 272

Prozent 14,0 6,6 18,4 6,2 45,2 51,8 2,9 54,8 100,0

Gültige Prozente 30,9 14,6 40,7 13,8 100,0

Kumulierte Prozente 30,9 45,5 86,2 100,0

174

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 64, Reaktionen der Umgebung: Einkaufszentrum 2 4 81 83 170 94 8 102 272

Prozent ,7 1,5 29,8 30,5 62,5 34,6 2,9 37,5 100,0

Gültige Prozente 1,2 2,4 47,6 48,8 100,0

Kumulierte Prozente 1,2 3,5 51,2 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 65, Reaktionen der Umgebung: Café o.Ä. 2 3 50 105 160 104 8 112 272

Prozent ,7 1,1 18,4 38,6 58,8 38,2 2,9 41,2 100,0

Gültige Prozente 1,2 1,9 31,2 65,6 100,0

Kumulierte Prozente 1,2 3,1 34,4 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend 0 keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 66, Reaktionen der Umgebung: Spielplatz 8 13 63 35 119 1 144 8 153 272

Prozent 2,9 4,8 23,2 12,9 43,8 ,4 52,9 2,9 56,2 100,0

Gültige Prozente 6,7 10,9 52,9 29,4 100,0

Kumulierte Prozente 6,7 17,6 70,6 100,0

175

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 67, Reaktionen der Umgebung: Sportplatz 3 9 53 78 143 121 8 129 272

Prozent 1,1 3,3 19,5 28,7 52,6 44,5 2,9 47,4 100,0

Gültige Prozente 2,1 6,3 37,1 54,5 100,0

Kumulierte Prozente 2,1 8,4 45,5 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 68, Reaktionen der Umgebung: Religiöse Gemeinde 12 6 27 55 100 164 8 172 272

Prozent 4,4 2,2 9,9 20,2 36,8 60,3 2,9 63,2 100,0

Kumulierte ProzenGültige Prozente te 12,0 6,0 27,0 55,0 100,0 12,0 18,0 45,0 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 69, Reaktionen der Umgebung: bei mir Zuhause 2 1 17 196 216 48 8 56 272

Prozent ,7 ,4 6,2 72,1 79,4 17,6 2,9 20,6 100,0

Gültige Prozente ,9 ,5 7,9 90,7 100,0

Kumulierte Prozente ,9 1,4 9,3 100,0

176

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 70, Reaktionen der Umgebung: bei Freunden 1 2 17 197 217 47 8 55 272

Prozent ,4 ,7 6,2 72,4 79,8 17,3 2,9 20,2 100,0

Gültige Prozente ,5 ,9 7,8 90,8 100,0

Kumulierte Prozente ,5 1,4 9,2 100,0

Häufigkeit Gültig weggeschickt beschimpft nur toleriert unterstützt/ benötigt/ erwünscht Gesamt Fehlend 0 keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 71, Reaktionen der Umgebung: sonstiger Treffpunkt 2 2 5 25 34 1 229 8 238 272

Prozent ,7 ,7 1,8 9,2 12,5 ,4 84,2 2,9 87,5 100,0

Gültige Prozente 5,9 5,9 14,7 73,5 100,0

Kumulierte Prozente 5,9 11,8 26,5 100,0

Reaktionen der Umgebung unterstützt/ benöweggeschickt Migrations- Nein hintergrund Ja Gesamt Anzahl Anzahl Anzahl 51 45 96 beschimpft 60 51 111 nur toleriert 394 254 648 tigt/ erwünscht 528 462 990 Gesamt 139 110 249

Tab. 72, Kreuztabelle: Migrationshintergrund * Reaktionen der Umgebung

177

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 73, Häufigkeit: TeilnahmeSportverein 146 112 258 6 8 14 272

Prozent Gültige Prozente 53,7 41,2 94,9 2,2 2,9 5,1 100,0 56,6 43,4 100,0

Kumulierte Prozente 56,6 100,0

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 194 58 252 12 8 20 272

Prozent Gültige Prozente 71,3 21,3 92,6 4,4 2,9 7,4 100,0 77,0 23,0 100,0

Kumulierte Prozente 77,0 100,0

Tab. 74, Häufigkeit: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Kumulierte ProGültige Prozente zente 89,8 10,2 100,0 89,8 100,0

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 75, Häufigkeit: Musikunterricht 229 26 255 9 8 17 272

Prozent 84,2 9,6 93,8 3,3 2,9 6,2 100,0

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 76, Häufigkeit: Nachhilfeunterricht 180 76 256 8 8 16 272

Prozent Gültige Prozente 66,2 27,9 94,1 2,9 2,9 5,9 100,0 70,3 29,7 100,0

Kumulierte Prozente 70,3 100,0

178

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 122 131 253 11 8 19 272

Prozent Gültige Prozente 44,9 48,2 93,0 4,0 2,9 7,0 100,0 48,2 51,8 100,0

Kumulierte Prozente 48,2 100,0

Tab. 77, Häufigkeit: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen Kumulierte Prozente 61,6 100,0

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 78, Häufigkeit: Diskotheken 157 98 255 9 8 17 272

Prozent Gültige Prozente 57,7 36,0 93,8 3,3 2,9 6,2 100,0 61,6 38,4 100,0

Häufigkeit Gültig nein ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt Tab. 79, Häufigkeit: sonstige Vereine 141 61 202 62 8 70 272

Prozent Gültige Prozente 51,8 22,4 74,3 22,8 2,9 25,7 100,0 69,8 30,2 100,0

Kumulierte Prozente 69,8 100,0

179

Antworten N keine Teilnahme weil Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Sportverein Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Sportverein Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Sportverein Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Sportverein Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Freizeit-/ Ferienprogramme/ -Kurse Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Musikunterricht Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Musikunterricht Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Musikunterricht Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Musikunterricht Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Nachhilfeunterricht Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Nachhilfeunterricht Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Nachhilfeunterricht Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Nachhilfeunterricht Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen 58 64 7 Prozent Prozent der Fälle 4,7% 5,2% ,6% 23,1% 25,5% 2,8%

49

4,0%

19,5%

108

8,7%

43,0%

67

5,4%

26,7%

11

,9%

4,4%

34

2,7%

13,5%

152

12,3%

60,6%

61 14

4,9% 1,1%

24,3% 5,6%

28

2,3%

11,2%

86 49 9

6,9% 4,0% ,7%

34,3% 19,5% 3,6%

24

1,9%

9,6%

66

5,3%

26,3%

180

Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Konzerte/ Sportveranstaltungen/ Ausstellungen Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Diskotheken Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Diskotheken Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Diskotheken Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Diskotheken Keine Teilnahme, weil: keine Lust: Sonstige Vereine Keine Teilnahme, weil: keine Zeit: Sonstige Vereine Keine Teilnahme, weil: kein Geld: Sonstige Vereine Keine Teilnahme, weil: kein passendes Angebot: Sonstige Vereine Gesamt Tab. 80, Häufigkeit: keine Teilnahme, weil...

38

3,1%

15,1%

16

1,3%

6,4%

8

,6%

3,2%

75 29 8

6,1% 2,3% ,6%

29,9% 11,6% 3,2%

34

2,7%

13,5%

63 45 5

5,1% 3,6% ,4%

25,1% 17,9% 2,0%

30

2,4%

12,0%

1238

100,0%

493,2%

181

Antworten N häufigste Treffpunkte Jugendzentrum Auf der Straße Im Park Schulhof unserer Schule Anderer Schulhof Einkaufszentrum Café oder Ähnliches Spielplatz Sportplatz religiöse Gemeinde Bei mir Zuhause Bei Freunden Zuhause Gesamt Tab. 81, Häufigkeiten Treffpunkte, Weiblich 7 47 37 15 8 61 48 26 11 3 99 92 454 Prozent 1,5% 10,4% 8,1% 3,3% 1,8% 13,4% 10,6% 5,7% 2,4% ,7% 21,8% 20,3% 100,0% Prozent der Fälle 5,5% 36,7% 28,9% 11,7% 6,2% 47,7% 37,5% 20,3% 8,6% 2,3% 77,3% 71,9% 354,7%

Antworten N häufigste Treffpunkte Jugendzentrum Auf der Straße Im Park Schulhof unserer Schule Anderer Schulhof Einkaufszentrum Café oder Ähnliches Spielplatz Sportplatz religiöse Gemeinde Bei mir Zuhause Bei Freunden Zuhause Gesamt Tab. 82, Häufigkeiten Treffpunkte, Männlich 7 56 29 12 5 19 35 16 40 3 60 58 340 Prozent 2,1% 16,5% 8,5% 3,5% 1,5% 5,6% 10,3% 4,7% 11,8% ,9% 17,6% 17,1% 100,0% Prozent der Fälle 6,3% 50,5% 26,1% 10,8% 4,5% 17,1% 31,5% 14,4% 36,0% 2,7% 54,1% 52,3% 306,3%

182

Häufigkeit Gültig Nein Ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 191 62 253 11 8 19 272

Prozent Gültige Prozente 70,2 22,8 93,0 4,0 2,9 7,0 100,0 75,5 24,5 100,0

Kumulierte Prozente 75,5 100,0

Tab. 83, Durftest du mitentscheiden, wie diese Orte aussehen? Antworten N Orte Jugendzentrum Auf der Straße Im Park Schulhof unserer Schule Anderer Schulhof Einkaufszentrum Café oder Ähnliches Spielplatz Sportplatz Bei mir Zuhause Bei Freunden Zuhause Gesamt 2 7 5 3 3 11 7 3 3 22 15 81 Prozent 2,5% 8,6% 6,2% 3,7% 3,7% 13,6% 8,6% 3,7% 3,7% 27,2% 18,5% 100,0% Prozent der Fälle 5,7% 20,0% 14,3% 8,6% 8,6% 31,4% 20,0% 8,6% 8,6% 62,9% 42,9% 231,4%

Tab. 84, An welchen Orten durftet ihr mitbestimmen, wie sie aussehen?

Häufigkeit Gültig Nein Ja keine Angabe Gesamt Fehlend Gesamt System 65 114 85 264 8 272

Prozent Gültige Prozente 23,9 41,9 31,2 97,1 2,9 100,0 24,6 43,2 32,2 100,0

Kumulierte Prozente 24,6 67,8 100,0

Tab. 85, Wenn nein, hättest du gerne mitentschieden?

183

Antworten N Aufenthalt im Stadtteil Altstadt Beckhausen Bismark Buer Bulmke-Hüllen Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Resse Rotthausen Schalke Schalke-Nord Scholven Ückendorf Gesamt 60 24 16 67 27 14 27 10 16 29 49 6 57 31 6 4 54 497 Prozent 12,1% 4,8% 3,2% 13,5% 5,4% 2,8% 5,4% 2,0% 3,2% 5,8% 9,9% 1,2% 11,5% 6,2% 1,2% ,8% 10,9% 100,0% Prozent der Fälle 23,7% 9,5% 6,3% 26,5% 10,7% 5,5% 10,7% 4,0% 6,3% 11,5% 19,4% 2,4% 22,5% 12,3% 2,4% 1,6% 21,3% 196,4%

Tab. 86, Aufenthalt in der Freizeit in den einzelnen Stadtteilen

Häufigkeit Gültig Nein Ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 118 133 251 13 8 21 272

Prozent 43,4 48,9 92,3 4,8 2,9 7,7 100,0

Gültige Prozente 47,0 53,0 100,0

Kumulierte Prozente 47,0 100,0

Tab. 87, Interessierst du dich für Informationen/Nachrichten/Aktionen, die deinen Stadtteil betreffen?

184

Antworten N Informationsquellen Zeitung Internet TV Flyer, Plakate, Werbung Radio Eltern/ Familie Freunde/ Freundinnen Schule Gesamt Tab. 88, Informationsquellen 124 141 154 77 58 142 159 101 956 Prozent 13,0% 14,7% 16,1% 8,1% 6,1% 14,9% 16,6% 10,6% 100,0% Prozent der Fälle 52,3% 59,5% 65,0% 32,5% 24,5% 59,9% 67,1% 42,6% 403,4%

Häufigkeit Gültig Nein Ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 190 63 253 11 8 19 272

Prozent Gültige Prozente 69,9 23,2 93,0 4,0 2,9 7,0 100,0 75,1 24,9 100,0

Kumulierte Prozente 75,1 100,0

Tab. 89, Hättest du gerne einen anderen Treffpunkt?

Häufigkeit Gültig Nein Ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 235 19 254 10 8 18 272

Prozent Gültige Prozente 86,4 7,0 93,4 3,7 2,9 6,6 100,0 92,5 7,5 100,0

Kumulierte Prozente 92,5 100,0

Tab. 90, Hast du schon mal versucht etwas zu ändern, wenn dir etwas nicht gefallen hat: Am Stadtteil in dem du wohnst?

185

Häufigkeit Gültig Nein Ja Gesamt Fehlend keine Angabe System Gesamt Gesamt 239 13 252 12 8 20 272

Prozent Gültige Prozente 87,9 4,8 92,6 4,4 2,9 7,4 100,0 94,8 5,2 100,0

Kumulierte Prozente 94,8 100,0

Tab. 91, Hast du schon mal versucht etwas zu ändern, wenn dir etwas nicht gefallen hat: Am Stadtteil in dem du dich am meisten aufhältst?

StandardN Index Identifikation Index Benachteiligung Index Partizipation Gültige Werte 132 132 132 132 Minimum 0 2,44 ,00 Maximum 5 5,90 10,00 Mittelwert 2,34 3,7117 4,3106 abweichung 1,402 ,76394 2,07909

Tab. 92, Deskriptive Statistik: Index Identifikation, Index Benachteiligung, Index Partizipation, Weiblich Deskriptive Statistik männlich StandardN Index Identifikation Index Benachteiligung Index Partizipation Gültige Werte 122 122 122 122 Minimum 0 ,00 ,00 Maximum 5 5,10 10,00 Mittelwert 2,16 3,4618 4,2213 abweichung 1,466 ,89934 2,42068

Tab. 93, Deskriptive Statistik: Index Identifikation, Index Benachteiligung, Index Partizipation, Männlich

186

Nicht standardisierte Koeffizienten Modell 1 (Konstante) Beckhausen Bismark Buer BulmkeHüllen Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Rotthausen Schalke SchalkeNord Ückendorf B 2,300 -,838 -,175 ,458 -,142 ,700 ,557 -2,300 ,533 ,460 -,433 -,300 ,033 2,033 -,443 Standardfehler ,307 ,489 ,574 ,389 ,440 ,850 ,429 1,406 ,639 ,412 ,469 ,385 ,551 ,850 ,364

Standardisierte Koeffizienten Beta T 7,496 -,128 -,021 ,107 -,026 ,053 ,107 -,100 ,056 ,095 -,071 -,072 ,004 ,153 -,122 -1,715 -,305 1,177 -,323 ,824 1,300 -1,636 ,835 1,118 -,925 -,780 ,061 2,393 -1,216 Signifikanz ,000 ,088 ,761 ,240 ,747 ,411 ,195 ,103 ,405 ,265 ,356 ,436 ,952 ,017 ,225

Tab. 94, Koeffizienten: Index Identifikation * Stadtteile

Nicht standardisierte Koeffizienten Modell 1 (Konstante) Beckhausen Bismark Buer BulmkeHüllen Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Rotthausen Schalke SchalkeNord Ückendorf B 3,040 ,801 1,035 -,297 ,539 ,130 ,736 1,860 ,770 ,380 ,420 ,724 ,167 ,203 1,350 Standardfehler ,122 ,195 ,229 ,155 ,175 ,339 ,171 ,561 ,255 ,164 ,187 ,153 ,220 ,339 ,145

Standardisierte Koeffizienten Beta T 24,836 ,235 ,240 -,133 ,189 ,019 ,270 ,155 ,155 ,151 ,132 ,332 ,041 ,029 ,709 4,106 4,520 -1,914 3,073 ,384 4,304 3,316 3,022 2,314 2,246 4,720 ,759 ,600 9,293 Signifikanz ,000 ,000 ,000 ,057 ,002 ,702 ,000 ,001 ,003 ,022 ,026 ,000 ,449 ,549 ,000

Tab. 95, Koeffizienten: Index Benachteiligung * Stadtteile

187

Nicht standardisierte Koeffizienten Modell 1 (Konstante) Beckhausen Bismark Buer BulmkeHüllen Erle Feldmark Hassel Heßler Horst Neustadt Rotthausen Schalke SchalkeNord Ückendorf B 4,350 -,350 ,900 -,441 -,139 -1,017 ,269 3,650 -,017 -,150 ,317 ,107 -,239 ,650 -,534 Standardfehler ,531 ,846 ,993 ,673 ,761 1,470 ,742 2,433 1,105 ,712 ,811 ,666 ,953 1,470 ,630

Standardisierte Koeffizienten Beta T 8,193 -,033 ,066 -,063 -,015 -,046 ,031 ,096 -,001 -,019 ,031 ,016 -,019 ,030 -,089 -,414 ,906 -,655 -,183 -,692 ,363 1,500 -,015 -,211 ,390 ,161 -,251 ,442 -,847 Signifikanz ,000 ,679 ,366 ,513 ,855 ,490 ,717 ,135 ,988 ,833 ,697 ,872 ,802 ,659 ,398

Tab. 97, Koeffizienten: Index Partizipation * Stadtteile

188