You are on page 1of 84

B6897F

Informationen
312 zur politischen Bildung

3/2011

Geschichte der DDR

2 Geschichte der DDR

Inhalt

Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) ...............4
Kriegsende und Besatzungsregime . .................................................. 4
Politik unter sowjetischer Besatzung .................................................5
Wandlungen in der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft ....... 11
Kalter Krieg . ................................................................................................17

Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) . ..... 19
Die Gründung der DDR .......................................................................... 19
Der „Aufbau des Sozialismus“ . ............................................................21
Der 17. Juni 1953 und seine Folgen ..................................................... 25
Zwischen Krise und Konsolidierung ................................................ 27
Der Bau der Mauer . .................................................................................33

Im Zeichen von Reform und Modernisierung
(1961 bis 1971) ....................................................................................... 37
Das Reformpaket der 1960er Jahre ................................................... 37
Zwischen Öffnung und Restriktion ..................................................43
Das Ende der Ära Ulbricht ....................................................................46

Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) ................... 49
Zwischen Wohlstand und Krise ........................................................ 49
Herrschaft und Alltag in der Honecker-Ära .................................. 57

Auf dem Weg in den Zusammenbruch
(1982 bis 1990) ................................................................................... 66
Der Beginn des Niedergangs .............................................................. 66
Die Opposition formiert sich .............................................................. 68
Das Ende der SED-Herrschaft .............................................................. 72
Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit . ........... 75

Literaturhinweise ........................................................................... 81
Internetadressen und Autor .................................................. 83
Impressum . .......................................................................................... 83

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

3

Editorial

K aum ein Zeitabschnitt der neuesten Geschichte ist so gut
erforscht und dokumentiert wie die DDR. Inzwischen be-
leuchten wissenschaftliche Veröffentlichungen fast jeden As-
len Phrasen. An demokrati-
scher Legitimation mangelte
es der DDR von Anfang an.
pekt der SED-Diktatur. Gleichzeitig belegen Umfragen unter Was bleibt, ist der „Kampf
Schülerinnen und Schülern eine weit verbreitete Unkenntnis, um die Erinnerung“, um die
stößt die Beschäftigung mit der DDR auf relatives Desinteresse Deutung von 40 Jahren DDR.
in breiten Teilen der Bevölkerung, auch wenn Jahrestage, wie Diejenigen, die innerhalb des
etwa der 50. Jahrestag des Mauerbaus, vorübergehend mediale Systems Erfolg hatten, wollen
Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. sich ihre Biographie nicht im Nachhinein entwerten lassen. An-
Wie ist dieser Befund zu erklären? In den inzwischen 21 Jahren dere, die es unter Widerstand erfolgreich überstanden, wehren
seit dem Ende der DDR ist die Bewältigung der Gegenwartspro- sich gegen das Vergessen ebenso wie die Opfer des Systems, die
bleme in den Vordergrund gerückt, die sich auch aus Defiziten nach Würdigung und Genugtuung für ihre Leiden verlangen.
der DDR und aus den Herausforderungen des Einheitsprozesses Welche Lehren für die politische Bildung lassen sich aus vier
ergaben. Zudem ging bereits in der alten Bundesrepublik das Jahrzehnten DDR ziehen? Wichtig ist sicherlich die Erkenntnis,
Bewusstsein, auf der angenehmeren Seite des „Eisernen Vor- dass ein Staatswesen ohne demokratische Legitimation, ohne
hangs“ zu stehen, häufig mit mangelndem Interesse für das an- Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte auf
dere Deutschland einher. Selbst die westlichen Anhänger des Dauer nicht bestehen kann. Wer seine Bürgerinnen und Bür-
Marxismus-Leninismus sowjetischer Prägung waren kaum be- ger bei Todesstrafe daran hindert, das eigene Territorium zu
reit, sich auf die „Mühen der Ebene“, wie der Schriftsteller Erich verlassen, hat damit bereits ein eigenes vernichtendes Urteil
Loest den realsozialistischen Alltag nannte, näher einzulassen. über sich gesprochen. Gleichzeitig darf das nicht bedeuten, im
Die nachgeborenen Generationen werden dagegen vorrangig DDR-Staat gelebtes Leben pauschal zu verurteilen und gering-
durch die innerfamiliär tradierten Erinnerungen und Einstel- zuschätzen. Das Bemühen gilt vielmehr einem differenzieren-
lungen geprägt. den Blick.
Doch war und ist mit der Wiedervereinigung 1990 das Kapi- Diese Heftausgabe der „Informationen zur politischen Bil-
tel DDR und deutsche Teilung nicht abgeschlossen. Schließlich dung“ über die Geschichte der DDR ist chronologisch aufgebaut
hat die Zeit der Zweistaatlichkeit das Leben der Bürgerinnen und will vor allem die inneren Strukturen, Funktions- und Wir-
und Bürger über vier Jahrzehnte nachhaltig geprägt. Spätestens kungsmechanismen der Diktatur, Entscheidungshintergründe
seit der endgültigen Abriegelung durch den Mauerbau und das sowie außenpolitische Bindungen und Abhängigkeiten ver-
todbringende Grenzregime mussten sich die Menschen in der ständlich machen. Ein zentrales Element ist deshalb die ange-
DDR mit dem Herrschaftssystem arrangieren. Anpassung wur- maßte, nicht durch Wahlen legitimierte „führende Rolle“ der
de erzwungen und war vielfach erforderlich, um dem eigenen SED im politischen System der DDR, das von ihr angestrebte
Lebensentwurf zum Gelingen zu verhelfen. Schließlich war ein und über Jahrzehnte ausgeübte ideologisch begründete Macht-
Ende der herrschenden Verhältnisse nicht abzusehen, und man monopol in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Darstellung
hatte ja nur das eine Leben. soll zeigen, mit welchen Institutionen, Personen und Werte-
Mit (äußerlicher) Anpassungsbereitschaft, Gespür, Gewitzt- systemen die SED-Führung unter Anleitung und mit Hilfe der
heit, Geschick, Engagement und Energie konnten sich viele ein sowjetischen Besatzungsmacht seit 1945 radikale Veränderun-
erfolgreiches Leben im DDR-Staat gestalten. Andere dagegen gen der Gesellschaft und des Staatswesens durchsetzte und
wurden an ihrer individuellen Lebensgestaltung massiv gehin- auf welche Weise dieses Gesellschaftsmodell im Herbst 1989
dert, wurden ausgegrenzt, verfolgt und zerbrachen an den Zu- scheiterte. Dabei werden insbesondere politische Aspekte und
mutungen des staatlichen Repressionsapparates. Elemente der Herrschaftspraxis beschrieben, aber auch die Le-
Dabei hatten der propagierte Antifaschismus, die Ideale so- bensumstände der Bevölkerung und der Alltag in der Diktatur
zialer Gleichheit und die Selbstzuschreibung als das „bessere in den Blick genommen, um auf diese Weise auch die Grenzen
Deutschland“ zunächst durchaus Anziehungskraft entfaltet. der Diktatur sichtbar zu machen.
Doch in der Instrumentalisierung durch eine Machtelite unter
Führung der Staatspartei SED wurden hehre Ziele bald zu hoh- Christine Hesse

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

4 Geschichte der DDR

Andreas Malycha

Auf dem Weg in die
Diktatur (1945 bis 1949)

Im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands gestaltet die
Besatzungsmacht mit Hilfe deutscher Kommunisten das

akg / Voller Ernst / Chaldej
politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche System
nach ihren Vorstellungen. Die Parteien werden gleichge-
schaltet, Großgrundbesitz und Industrie sozialisiert.

Vorbereitung für ein symbolträchtiges Foto: Sowjetische Soldaten hissen
am 2. Mai 1945 die Sowjetflagge auf dem Reichstagsgebäude. Aufnahme
des sowjetischen Fotografen Jewgenj Chaldej

Kriegsende und Besatzungsregime

Mit der bedingungslosen Kapitulation des Oberkommandos Deutschland nach dem 2. Weltkrieg
der deutschen Wehrmacht am 7. bzw. 8. Mai 1945 endete der
Länder und Besatzungszonen
Zweite Weltkrieg. Deutschland verlor seine staatliche Souve-
ränität an die alliierten Siegermächte Frankreich, Großbri-
tannien, die USA und die Sowjetunion, deren Truppen das Schleswig-Holstein
Land in Besitz genommen hatten. Die vier alliierten Staaten Mecklenburg
richteten Besatzungszonen ein und übernahmen die oberste Hamburg
Regierungsgewalt in Deutschland. In dem von sowjetischen
Truppen besetzten Teil Deutschlands wurde bis zuletzt er- Niedersachsen Bremen Brandenburg
bittert gekämpft. Flüchtlinge und Vertriebene aus den deut-
schen Gebieten östlich der Oder und Neiße ließen hier die Berlin
Zahl der Einwohner, gemessen am Vorkriegsstand, bis Ende Sachsen-Anhalt
1945 um eine Million auf rund 16 Millionen wachsen. Im De- Nordrhein-Westfalen

zember 1947 stellten Flüchtlinge und Vertriebene mit über Sachsen
Thüringen
4,3 Millionen nahezu ein Viertel der Gesamtbevölkerung in
Hessen
der sowjetischen Besatzungszone. Der Alltag war von der Su-
che nach Obdach, Nahrung, Familienangehörigen und einer Rheinland-Pfalz
Bayern
neuen Heimat geprägt.
Saargebiet
Die Grenzen der sowjetischen Besatzungszone wurden Württemberg-Baden
am 12. September 1944 von der EAC (= European Advisory
Commission), einem Unterausschuss der alliierten Außen-
Württemberg-Hohenzollern
minister, in London markiert und im Februar 1945 von den Baden
Regierungs- bzw. Staatschefs der drei Großmächte Winston Ländergrenzen
Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin in Jalta end- Britische Besatzungszone Gebiet der internationalen Ruhrbehörde
gültig festgelegt. Zu ihr gehörten die preußische Provinz Französische Besatzungszone Saargebiet
Brandenburg, das Land Mecklenburg unter Einschluss Vor- Sowjetische Besatzungszone (aus der französischen Besatzungs-
zone ausgegliedert. Ende 1947
pommerns, das aus der Provinz Sachsen und dem Freistaat Amerikanische Besatzungszone wirtschaftlicher und währungspoli-
Anhalt gebildete Land Sachsen-Anhalt sowie die Freistaaten © Bergmoser + Höller Verlag AG, Zahlenbilder 51 125
tischer Anschluss an Frankreich)

Sachsen und Thüringen. Die Oder-Neiße-Linie bildete die

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

sein Churchill. die Bevölkerung zu entnazifizieren. offenhielt: Offiziell.l. die Verwaltung sowie das öffentliche Leben anstrebte. Die Maßnahme war ein Versuch. und versuchte. Juni 1945 eine Sowjetische Militäradmi- nistration in Deutschland (SMAD). Harry S. Dafür auslegten. ve offenzuhalten. Sachsen-Anhalt und Sach- sen unter angloamerikanischer Besatzung gestanden. Wollte Stalin von noch keine politischen Aktivitäten im Rahmen von Parteien Anbeginn an eine kommunistische Diktatur in der sowje. August 1945) die Einheit Deutschlands beschworen. um die frei werdenden Stellen im öffentlichen Dienst mit Personen zu besetzen. Kriegsverbre. noch vor tischen Zone installieren. 312/2011 . heit Deutschlands zu erhalten? Hier offenbart sich das Bild Über die allgemeinen Grundsätze der Behandlung Deutsch. Unabhängig davon agierte in jeder der vier Besatzungszonen eine Militärregierung. wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Besat- zungsgebietes lag bis Oktober 1949 in der alleinigen Verant- wortung der SMAD. Doch spielte für die Westmächte auch die strategische Bedeutung Berlins im Zentrum der sowjeti- schen Zone eine nicht zu unterschätzende Rolle. alle nationalsozialistischen Gesetze auf. dass Stalin vor cher zu verhaften und zu verurteilen und das Erziehungssys. die oberste Regierungsgewalt in Deutschland gemeinsam auszuüben. mit den Westalliierten zu Die sowjetischen Besatzungsbehörden gingen rigoroser kooperieren. die zuvor ausschließlich unter sowjetischer Kontrolle gestanden hatten.r. Erklärte Absicht der vier Siegermächte war es. die sich mehrere Optionen lands herrschte unter den Siegermächten zunächst Einig. Die politi. Truman und Josef Stalin (v. wurde keit. gestatten wollten. dass die politischen und sozialen entmilitarisieren. in öffentlichen Verlautbarungen. das Land abzurüsten und zu SMAD zielstrebig dafür. allem ein militärisch neutrales Deutschland in Mitteleuropa tem. Im Ge- genzug rückten die Westmächte in zwölf der zwanzig Ver- waltungsbezirke Berlins ein. Sie überraschte damit die anderen Lange Zeit stritten Historiker über die deutschlandpoliti. und Gewerkschaften. nach Aufnahme Frankreichs vier westlichen Alliierten in Berlin war vorwiegend symbolischer Natur. Die USA und Großbritannien zogen jedoch aufgrund vorheriger Abmachungen ab 1. oder war er eher geneigt. Bis zum 1. einer widersprüchlichen Politik. gefahr mehr ausgehen sollte. Die aus ihnen abgeleitete konkrete Poli. Juli 1945 hatte ein Drittel der sowjetischen Zone und damit wichtige Industriezentren in Thüringen. umgeformt wurden. praktisch sorgte die verständigten sie sich darauf. war sie bis etwa Mitte 1947 bereit. wie folgte die Sowjetunion vor allem wirtschaftliche (Demonta- unterschiedlich die Alliierten das Potsdamer Abkommen gen und Reparationen) und geopolitische Interessen. Die politischen Säuberungen nutzten die Besatzungsbehörden. Besatzungsmächte. 2 vom das NS-System in allen Besatzungszonen jedoch sehr bald in 10. der „im gegenseitigen Einvernehmen Ent- scheidungen über alle Deutschland als Ganzes betreffende Fragen“ fällen sollte und erstmals Ende August 1945 in Berlin zusammentrat. Juni 1945 über die Zulassung antifaschistischer Parteien den Hintergrund treten. dem Einrücken der Westalliierten in Berlin politische Tatsa- Informationen zur politischen Bildung Nr. Für die sowjetische Zone kons- ullstein bild tituierte sich am 9. Zu Beginn ihrer Besatzung ver- tik der jeweiligen Besatzungsmächte zeigte jedoch bald. rung heran.) auf Grundsätze zur Be- Nachfolger wurde Marschall Wassili Sokolowski. Franzosen und Briten an die Entnazifizie. von denen Politik unter sowjetischer Besatzung eine loyale politische Einstellung zur Besatzungsmacht er- wartet wurde. eine gesamtdeutsche Perspekti- als die Amerikaner.n. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 5 Ostgrenze der sowjetisch besetzten Zone. Auf der Potsdamer Konferenz (17. die dort die oberste Regierungsgewalt ausübte. an deren Spitze der Ober- befehlshaber der sowjetischen Besatzungstruppen stand. handlung Deutschlands – mit unterschiedlichen praktischen Ergebnissen. die den Deutschen zu diesem Zeitpunkt schen Absichten der Moskauer Führung. Juli 1945 ihre Verbände zurück. von dem künftig für die Sowjetunion keine Kriegs- zu demokratisieren. da Berlin ge- meinsam von einer „Alliierten Kommandantur“ verwaltet werden sollte. Die Präsenz der drei. Bis zum März 1948 wurden circa 520 000 Ange- stellte in der sowjetischen Besatzungszone aus dem öffentli- chen Dienst entlassen. sche. Auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 einigen sich Winston Bis zum April 1946 war dies Marschall Georgi Schukow. Strukturen in der SBZ schnell nach sowjetischem Vorbild zuheben. Das Bemühen um die wirtschaftliche. Vieles deutet darauf hin. die Justiz. Juli bis 2. Zu diesem Zweck bildeten die Oberbefehlshaber einen Alli- ierten Kontrollrat. poli- tische und kulturelle Stabilisierung der sowjetischen Zone Gründung von Parteien und Massenorganisationen und der Kalte Krieg im Zeichen des aufbrechenden Ost- West-Konflikts ließen das Interesse an der politischen und Bereits einen Tag nach ihrer Gründung erließ die Sowjeti- juristischen Ahndung der vielschichtigen Verstrickungen in sche Militäradministration (SMAD) den Befehl Nr. die Ein.

S. der KPD einen Startvorteil zu verschaffen. Vergangenheit muß gründlich hinwegge. Neben der Gunst der SMAD besaß sie gegenüber den ande- ren Parteien einen programmatischen und organisationspo- litischen Vorteil: Die bereits in den letzten Kriegstagen aus Moskau zurückkehrenden Exilkommunisten – unter ihnen die „Gruppe Ulbricht“ – hatten sich mit einem „Aktionspro- Deutsches Historisches Museum. zu Ende zu allen demokratischen Rechten und Frei- ner und Frauen! Deutsche Jugend! führen.] lungsbedingungen in Deutschland. Schutt und beseitigen und den reaktionären altpreu. Berlin gramm“ und ausgewählten „Kadern“ gründlich auf einen politischen Neubeginn vorbereitet.. Mit dem Befehl Nr. sche Erneuerung Deutschlands. Die Wirtschaft ist desorgani.). de- Informationen zur politischen Bildung Nr. Bonn 2010. seine Politik im Osten Deutschlands ziele auf eine einfache Übertragung des Sowjetsystems. 2 vom 10. die Sache mokratischen Regimes. den das Hitlerregime gen. 45 Mit der Vernichtung des Hitlerismus vorschreiben. falsch wäre... te. 312/2011 . die Wiedergeburt unseres Landes auf. Ruinen. 350). Millionen wurden in tiefste spricht nicht den gegenwärtigen Entwick- Not und größtes Elend gestoßen. Auch sprach die KPD-Führung im Juni 1945 davon. die engagiert den Aufbau einer antifaschistischen Gesellschaft vorantrieb. Alle zugelassenen Parteien sollten nur unter strenger Kon- trolle und vielfältigen Auflagen der sowjetischen Besatzungs- macht tätig sein dürfen. dung. Wir sind vielmehr der Auffassung. Juni 1945. Juni 1945 lässt die sowjetische Besatzungsmacht falsch wäre. fortschrittlichen Kräfte des Volkes zu siert und völlig gelähmt. daß antifaschistisch-demokratischen Deutschlands vom 11. zu vernichten. 6 Geschichte der DDR chen zu schaffen und im Rahmen einer gesamtdeutschen Strategie von der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin aus prägenden Einfluss auf die Entstehung eines zentralen deut- schen Parteiensystems zu nehmen. denn dieser Weg entspricht nicht den gegen- wieder politische Parteien und Gewerkschaften in ihrer Besatzungszone zu – wärtigen Entwicklungsbedingungen Deutschlands“. die Sache der De. An der gegenwärtigen historischen Asche. „dass der Weg. DDR-Geschichte in Dokumenten (bpb- räumt werden. verschuldete. [. richtung eines antifaschistischen. Deutschland das Sowjetsystem aufzuzwingen. Dieses sollte nach den Vorstellungen Stalins – unter Ausschluss explizit konservati- ver oder nationalistischer Parteien – weitgehend an die Par- teienlandschaft der Weimarer Republik anknüpfen. Diese behielt sich weitreichende Zu- griffsrechte auf die Organisation der Parteien vor. Die KPD präsentierte sich in öffentlicher Selbstdarstellung als Partei. die 1848 begonnen wurde. diesem großen Kampf für die demokrati- aber Millionen Menschenopfer hat der Deutschland das Sowjetsystem aufzuzwin.] für Deutschland einen anderen Weg Schriftenreihe Bd. [.. Juni 1945. Juni 1945 an die Öffentlichkeit. KPD Die frühe Parteienzulassung durch die SMAD hatte nicht zu- letzt darauf gezielt. einer parlamen- der bürgerlich-demokratischen Umbil. Unsere Städte sind zerstört. In: Deutsche Volkszeitung vom 13. weite ßischen Militarismus mit allen seinen Wende rufen wir Kommunisten alle ehemals fruchtbare Gebiete verwüstet und ökonomischen und politischen Ablegern Werktätigen. alle demokratischen und verlassen. Der Aufruf vom 11. Wohin wir blicken. um den westlichen Verbündeten die Sorge zu nehmen. Aufruf des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands an das deutsche Volk zum Aufbau eines Nicht nur der Schutt der zerstörten Städ. daß der Weg. auch der reaktionäre Schutt aus der die entscheidenden Interessen des deut. schen Volkes in der gegenwärtigen Lage In: Matthias Judt (Hg. und zwar den Weg der Auf- gilt es gleichzeitig. denn dieser Weg ent. tarisch-demokratischen Republik mit Schaffendes Volk in Stadt und Land! Män. Die allerdings unter strikter Kontrolle der Militäradministration. die feudalen Überreste völlig zu heiten für das Volk. von der KPD-Führung häufig gebrauchte Formel von der Aufruf der KPD mokratisierung Deutschlands. für Krieg verschlungen. indem sie deren Führungsmitglieder in der Folge entweder bestätigte oder ablehnte. Juni 1945 visierte eine „parlamentarisch- demokratische Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk“ an. Millionen und Wir sind der Auffassung. Sie trat als erste Partei am 11.

Ihm gehörten an: Otto Grotewohl. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 7 „antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung“ ließ je- doch unausgesprochen die Option zu. August in der amerikanischen. Gustav Dahrendorf. Im Westen Deutschlands begann die Wiedergründung der den der organisatorischen Einheit der deutschen Arbeiterklas. Richard Weimann und August Karsten. zu gegebener Zeit über Zwischenetappen eine sozialistische Herrschafts. herrschte in der Berliner SPD-Zentrale die Gewissheit. So gegründeten Ortsvereinen der SPD war daher die Notwen. mit Kurt Schumacher und der von ihm geführten SPD im nächst kaum umstritten. In den wieder jetischen Besatzungsbedingungen für völlig undenkbar. Deutschland am 1. mokratischer Politiker an die Spitze der SPD. Die KPD verfügte 1945 als einzige Partei über eine gesamtdeut- sche Organisation mit einem kontinuierlich arbeitenden Führungsgremium in Berlin. klaren antikommunistischen Abgrenzungskurs und hielt die nis zur KPD zu finden. In der britischen Be- se“ beginnen wollte. Walter Ulbricht. Sachwalter sowjetischer Staatsinteressen in der deutschen mann. rechtigung der beiden Parteien beruhen. Ab dem Sommer 1945 gewann die Partei in der SBZ vor allem durch die Auf- nahme bisher politisch nicht organisierter Antifaschisten ullstein bild rasch neue Mitglieder. Informationen zur politischen Bildung Nr. Sozialismus in Wirtschaft und Gesellschaft“. durchaus populär. Pieck (1876-1960). stand in enger Verbin- ullstein bild / bpk dung zur sowjetischen Führung und wurde entsprechend instruiert. men würde. der sich in den folgenden Monaten te und eine Einheitspartei mit den Kommunisten mit dem als provisorische Führung für die gesamte sowjetische Zone Argument ablehnte. ein neues Verhält. Am 19. Die Führung der Partei lag in den Händen des Sekretariats des Zentralkomitees der KPD. Er steuerte die Partei im Westen auf einem In der SPD dominierte das Bedürfnis. Juli folgende Personen: Wilhelm Pieck. Helmut Leh. die KPD würde aufgrund ihrer engen verantwortlich fühlte. Der Wiederaufbau der SPD wurde maßgeblich von Funktionären vorangetrieben. satzungszone stellte sich mit Kurt Schumacher ein sozialde- meinde. ullstein bild – Abraham Pisarek SPD picture-alliance / akg-images Charakteristisch für die Phase des Wiederaufbaus der SPD waren der erklärte Wille zu einem politischen und konzepti- onellen Neuansatz nach den traumatischen Erfahrungen der Weimarer Zeit. dass digkeit eines Zusammengehens mit den Kommunisten zu. die bereits vor 1933 der SPD angehört oder eine Funktion in ihr ausgeübt hatten.. Juni 1945 die Idee einer Einheitspartei innerhalb der Mitgliederbasis mit einem programmatischen Aufruf an die Öffentlichkeit. Dezember 1945 in der französi- schen Zone – erzielte die KPD auch hier einen beträchtlichen Mitgliederzuwachs. sollte allerdings nach Ansicht vieler Westen eine Einheitspartei auf keinen Fall zustande kom- Mitglieder auf der völligen Selbstständigkeit und Gleichbe. In den Führende Köpfe der SPD / SED: Otto und Max Fechner (1892-1973) traditionsreichen sozialdemokratischen Zentren wie Sachsen. Das Sekretariat umfasste nach der Rückkehr Wilhelm Piecks aus dem Moskauer Exil nach Funktionäre der KPD/SED: Wilhelm Walter Ulbricht (1893-1973) . Franz Dahlem (1892-1981) und Anton Ackermann (1905-1973) in der britischen und am 13. September . Franz Dahlem und Anton Ackermann. Politik agieren.... Trotz der scheinbaren Distanzierung von Diktatur und Sowjetsystem richtete sie picture-alliance / akg-images sich weiterhin an dem Konzept der „Volksfront“ der kom- munistischen Weltbewegung aus. Max politisch-ideologischen Bindungen an die Sowjetunion als Fechner. 312/2011 .und Gesellschaftsordnung herzustellen. Daneben war auch Die Berliner Führung (Zentralausschuss) trat am 15. SPD dagegen unter anderen Vorzeichen. am 14. mit dem sie „den Kampf um die Neugestaltung auf dem Bo. der aus seiner Juni 1945 konstituierte sich ein geschäftsführender Vorstand Aversion gegen die Kommunisten kein Geheimnis mach- des Zentralausschusses. Grotewohl (1894-1964) Thüringen und in der Provinz Sachsen erreichte die SPD durch die Reorganisierung der alten Mitgliedschaft spätestens bis Ende 1945 die Stärke der Weimarer Zeit und überflügelte die KPD beträchtlich. Erich W. Nachdem bis Dezember 1945 auch in den westlichen Besatzungszonen Parteien zugelassen wur- den – am 27. Sie hatte über ihre früheren Hochburgen in den Bezirken Berlin-Brandenburg und Halle- Merseburg hinaus mitgliederstarke Organisationen und im picture-alliance / akg-images Vergleich zu anderen Parteien stabile hauptamtliche Appa- rate in ganz Deutschland aufbauen können. Gniffke. Er forderte „Demokratie in Staat und Ge. das die erbitterten Grabenkämpfe in politische Selbstbehauptung der Sozialdemokratie unter sow- der Weimarer Zeit vergessen machen sollte.

libera- entsprach dem Selbstverständnis als Volkspartei. 8 Geschichte der DDR picture-alliance / dpa Bundesregierung akg-images Gründungsväter der Ost-CDU: Jakob und Ernst Lemmer (1898-1970) Wilhelm Külz (1875-1948). Rufs als Handlanger der Besatzungsmacht konnte sie kaum terschriften von Waldemar Koch. Nachfolger wurde der bisherige Stell- vertreter Külz. arbeit der Parteien als unumgängliche Notwendigkeit ihres zent ebenfalls stark vertreten. munisten die politische. Das so. In der Praxis zeigte Informationen zur politischen Bildung Nr. Angesichts ihres ihrem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit. betrach- Gruppe bildeten mit circa 30 Prozent die Angestellten. Verstaatlichung der Bo. demokratischen Parteien bildeten. Als Sammlungspartei neuer Art. Dies mochte mit Blick auf die katastrophale Nachkriegssituation durchaus gerechtfertigt sein. Mitbegrün- Kaiser (1888-1961) der und Erster Vorsitzender der LDP CDU die Bodenreform zurück. Walther Schreiber. Garantie der Grund. Alle Entscheidungen im Besatzungsmacht Ende 1945 abgesetzt und Jakob Kaiser und „Block“ sollten nicht durch Abstimmung. schen Kämpfe der Weimarer Republik bildeten ein geeignetes rantie persönlicher Freiheitsrechte und Schutz des „sozial Argument. „Block“ den politischen und organisatorischen Zusammenhalt teil stellten die Angestellten. 312/2011 . Jakob Kaiser und Ernst Lemmer. die uneingeschränkte Wiederherstellung von Rechtsstaat. Der „Antifa“-Block entsprach einer Forderung der SMAD Am 5. Die CDU erhob den Anspruch. denn mit dem Prinzip der Einstimmigkeit war eine Menschenrechte. Da sich Hermes und Schreiber vehement gegen zentralen Blocks stand ein aus den Parteivorsitzenden gebildeter die von der KPD vorgeschlagene Variante der Bodenreform Ausschuss. Berufsbeamtentum. Mitwirkung dem bürgerlichen Lager. Ga. die Parteienzersplitterung und die politi- politische Demokratie. Koch trat im November 1945 unter dem Druck der SMAD schaftspolitischen Entscheidungen getroffen oder sie von der im Zusammenhang mit internen Auseinandersetzungen um KPD einfach übergangen werden könnten. Wichtigste Forderungen des Aufrufs waren: de. Juli verpflichteten Privateigentums“. Juni 1945 begann mit einem Aufruf die Geschichte der Christlich-Demokratischen Union (CDU) in der SBZ. fünf Ver- wandten. Trennung von Kirche und Staat. die sich in christlicher. wirtschaftliche und kulturelle Neuge- sitzende wurden im Juni 1945 Andreas Hermes und Walther staltung Deutschlands in Angriff zu nehmen. beraubte die Parteien aber ihrer wesentlichen Funktion in einer Demokratie. Am 26. den größten An. Wilhelm Külz und Eugen mit Mehrheiten in der Bevölkerung rechnen und brauchte Schiffer trug. Blockausschüsse entstan- men. für ihre strategischen Zielsetzungen die Unterstützung aus mokratischer Wiederaufbau. Das Prinzip der Einstimmigkeit schien Sommer 1945 Waldemar Koch. der führende Kopf im liberalen Gründerkreis. Die größte ler und sozialdemokratischer Tradition stehen sahen. Die LDP verstand sich als bürgerliche KPD und SED als Instrument zur Beherrschung und Gleich- Sammlungspartei mit gesamtdeutschem Anspruch. nichtkommunistischen Parteien ihrer Führungsrolle zu un- Trennung von Staat und Kirche. zusammen mit den Kom- Selbstverständnis als gesamtdeutsche Parteigründung. Zu den Unterzeichnern des Gründungsaufrufs gehörten u. 1945 in Berlin den sogenannten Block der antifaschistisch- denschätze. Die CDU in der SBZ verstand sich als überkonfessionelle den in der Folgezeit auch auf Landes. Ebenso wie die CDU plädierte die LDP für Koalition ohne oder gegen die KPD ausgeschlossen. Vor. a. setzten lichkeit und Demokratie. a. Der Aufruf enthielt folgende wesentliche Punkte: Die Zerstrittenheit.und terstellen. öffentliche Kontrolle monopolartiger Unterneh. teten die von der Besatzungsmacht geforderte Zusammen- ständige Handwerker und Kaufleute waren mit circa 15 Pro. die von Gewerkschaften und Unternehmern in der Wirtschaft. Block der antifaschistischen Parteien Andreas Hermes. sondern einstimmig Ernst Lemmer als Vorsitzende eingesetzt. warum alle vier zugelassenen Parteien am 14. aus dem sich später die „Nationale Front“ entwickelte. die Un. ziale Spektrum der Anhängerschaft war breit gefächert und Auch jene deutschen Politiker. getroffen werden. wurden sie durch eine Verfügung der sowjetischen treter zu den Beratungen zu entsenden. schaltung des Parteiensystems ein. Selbst. Der Block bot ihr die Möglichkeit. Die Anhängerschaft rekrutierte institutionalisierte Parteienkooperation sollte die Bezeichnung sich aus einem breiten sozialen Spektrum. sein Stellvertreter Wilhelm Garantien zu bieten. Den Block. Juli 1945 trat die Liberaldemokratische Partei (LDP) mit und kam auf Vorschlag der KPD zustande. die sich als Gegner der National- eine soziale Volkspartei zu sein und betrachtete sich in ihrem sozialisten sahen und bereit waren. Parteivorsitzender wurde im politischen Wirkens. dass gegen sie keine wichtigen gesell- Külz.und Gemeindeebene. der u. jener Politiker symbolisieren. An der Spitze des Schreiber. LDP nämlich der des politischen Meinungsstreits. Jeder Partei wurde das Recht eingeräumt.

Eine starke Sozialdemokra- Herrschaftssystem der SED. Formell sicher. fen Konfrontation der Weimarer Zeit abheben sollte. die den Kapitalismus. werkschaften (IG) bildeten unter dem Dachverband FDGB Ohne den Massenzulauf. dass mit der Gründung des Blocks die der historischen Spaltung der Arbeiterbewegung zunächst politischen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt waren. wurden. tie. eine politische Trennlinie zwischen beiden Lagern deutlich werkschaft hervorging. machten zudem rasch deutlich. so vermerkte Im Frühjahr 1945 hatte zunächst der erklärte Wille ge.zoonar. das sich deutlich von der schar. in Vorstellungen. aber vornehmlich die Aufgabe hat. die Besatzungsmacht der KPD jede nur erdenkliche materielle te die Einheitsgewerkschaft (gewerkschaftliche) Mitwirkungs. Mit dieser Sehnsucht nach einer wiedervereinigten Willkürliche Eingriffe. sich gegen eine sofortige Verschmelzung der Parteien stellten. 1945 war am Ende des Jahres bereits verflogen. Bereits am 14. die KPD von Moskauer Direktiven abhängig war und wie stark Ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten gingen nicht über den die Kommunisten durch die Militäradministration privilegiert unmittelbaren lokalen Bereich hinaus. in einem Schreiben an Otto Grotewohl ein deprimierendes Bild ten geriet. Somit war bei aller Sympathie für eine Einheitspartei „Freie Deutsche Gewerkschaftsbund“ (FDGB) als Einheitsge. in der die Gegner der Einheitspartei als „Feinde der Arbeiterklasse“ dif- Gründung der SED famiert wurden. gen – ungeteilt. Sie war in ihren Augen die Gewerkschaft und Massenorganisationen einzige politische Kraft auf der Welt. sichtbar. So konnte die Gründung der SED nur durch eine all- umfassende propagandistische Kampagne der KPD. der „Freien Deutschen Jugend“ und des „Demokratischen Frauenbundes Deutschlands“ sich jedoch schnell. der im Auftrag der Berliner Führung die Stimmungsla- dortige SPD in das politische Räderwerk sowohl der sowjeti. Jahrhunderts vor Au- ten der Parteien einmischte. den sie im Osten nach ihrer Wie- (unselbstständige) Untergliederungen. aus dem im Februar 1946 der hatte. Überall. sowie durch die Anwendung physischer und psychischer Gewalt sowjetischer Besatzungsoffiziere gegen Die Gründung der SED im April 1946 war eine wichtige poli. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 9 www. wie sehr ten. Sozialdemokratie des ausgehenden 19. der „Freien Deutschen So gab es für Kommunisten und sowjetische Besatzer nur ei- Jugend“ (FDJ) sowie dem „Demokratischen Frauenbund nen Weg: die SPD politisch zu vereinnahmen. zeichnete am 10. tischen Erneuerung Deutschlands“. Doch obwohl FDGB-Kongress wählte einen Bundesvorstand. Stadt. die als Inte. lich hatten die meisten Sozialdemokraten erkannt. 312/2011 . binden sie aber gleichzeitig ins politische System ein. Übertragung des sowjetischen Gesellschaftsmodells im Wege. Parallel zu den IG glie. entwickelte sich die SPD mit rechte der Arbeiter und Angestellten im Betrieb. stand der Zugleich entstanden mit dem „Kulturbund zur demokra. wie zum Beispiel die Absetzung von Arbeiterbewegung verbanden sich jedoch unterschiedliche Führungspersönlichkeiten. wäre die SPD für die derte sich der FDGB in Bezirks-. Viele Sozialdemokraten hatten das Bild der welchem Maße sich die SMAD in die inneren Angelegenhei. ge an den Parteibasis erkundete. bei der die Gniffke.de / Peter Probst ullstein bild – Probst Die neu gegründeten Massenorganisationen vertreten bestimmte Bevölkerungsgruppen. er in seiner Mitteilung. noch dazu mit einem starken Partner im Westen. Unterstützung zukommen ließ. praktisch ent. über die Vorgänge in den Parteibezirken. gestürzt und eine neue gesellschaftliche Ordnung errichtet der Gewerkschaftsausschuß“. Februar 1946 schen Besatzungsmacht als auch der deutschen Kommunis. ihren über 400 000 Mitgliedern zum Jahresende 1945 zur mit- wickelte er sich jedoch zu einer wichtigen politischen Säule im gliederstärksten Partei im Osten. dergründung im Juni 1945 verzeichnete. stark und der Demokratie verpflichtet.de / Peter Probst www. wenn sie neues Verhältnis zu finden. Erich tische Weichenstellung im Ostteil Deutschlands. Die Kommunisten sahen die Kommunistische Partei der Sowjet- union als leuchtendes Vorbild. einheitsunwillige Sozialdemokraten vollzogen werden. groß. zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten ein schen Kommandanten aus ihren Ämtern gedrängt. Zwischenzeit- scheinung treten sollten. Juni 1945 traf sich in Berlin ein „Vorbereiten. Embleme des „Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes“. würden die Genossen von den sowjeti- herrscht. den sie für den Wegbereiter des Nationalsozialismus hielten. Die Einheitseuphorie in der Sozialdemokratie im Frühjahr ressenvertretungen bestimmter Bevölkerungsgruppen in Er.zoonar. sie weitestgehend in das politische System einzubinden. Auch in Alles in allem kann von demokratischer Willensbildung wäh- der Sozialdemokratie war die Bereitschaft zur Überwindung rend der Gründungsphase der Partei nicht einmal im Ansatz Informationen zur politischen Bildung Nr. Die darin vertretenen Industriege. Der alle vier Jahre einzuberufende monopol in der sowjetischen Zone gewesen. Deutschlands“ (DFD) Massenorganisationen.und Kreisverbände mit KPD kein ernsthafter Konkurrent im Kampf um das Macht- entsprechenden Leitungen.

April 1946 in der Staatsoper zu Berlin. Köln 1980. da auch die führenden Vertreter der Gewerk- maßgebend mitgestalten zu können. ten und Leitungen der Partei an die demo- kapitalistischen Eigentums an den Pro. September 1948 die Rede sein. den Kommunisten Wilhelm Pieck und den Sozialdemokraten Die Absetzung Jakob Kaisers und Ernst Lemmers als Vor- Otto Grotewohl zu Vorsitzenden der Partei. Der Sozialismus sichert allen Vertretung ihrer Interessen zur Partei Protokoll des Vereinigungsparteitages der SPD und KPD am 21. führte zur beabsichtigten Kräftezersplitterung im bürgerli- rungsmitglieder der SPD in Berlin setzten ihre ganze Zuver. Kleine Geschichte der DDR. schaftsordnung ist die Eroberung der po. zugleich die ganze Gesellschaft für immer erfolgreich führen. In der Deutschlands kämpft um diesen neuen deutsche sozialistische Partei ist sie bürgerlichen Gesellschaft ist die Arbeiter. Dabei verbündet sie sich mit den übrigen Deutschlands kämpft als unabhängige talistischen Warenproduktion in eine Werktätigen. Eine beson. Erst mit dem Sozialismus tritt auf dem demokratischen Beschlußrecht S. Berlin (Ost) 1946. 34 f. die mit aller Klasse. des schaffenden Volkes wird.] duktionsmitteln in gesellschaftliches litischen Macht durch die Arbeiterklasse. der demokratischen Wahl und des allgemeinen Wohlergehens ein. S.und berufsorientierte Partei.. und 22. Abgeordneten. Die Sozialistische Einheitspartei Eigentum.. Als schaft betriebene Produktion. nach außen hin nichtkommunisti- scher Parteien – im Sommer/Herbst 1948 das bürgerliche Mit- glieder. wenigstens das Profil der Einheitspartei Block garantiert. 1947 markierte eine weitere wichtige Station auf dem Weg dere politische Situation ergab sich in Berlin. Informationen zur politischen Bildung Nr.und Kleinbauern. die mit aller Kraft. chen Lager. [. agierten aber de facto als Organe der SED.3 Millionen Mitglieder zählte. allen Menschen die freie Aus. Die Aufnahme der DBD in den Block am 5. für die Verwandlung der kapi. Dezember ihrer Bildung rund 1.. (SPD) besiegeln mit Händedruck die Vereinigung beider Parteien zur SED. indem sie Deutschlands kann ihren Kampf nur Tendenzen für die wirtschaftliche. August und der NDPD am 7. 172-180. Nationen.] Kraft. Nun war eindeutig die Vorherrschaft der SED im sicht nunmehr darauf. [. Erich Gniffke und andere Füh. [. Die DBD gründete sich im Unterschied zu allen anderen nichtkommunistischen Parteien ganz klar als schichten. Den größten Teil der NDPD-Mitglieder stellten die Ange- stellten. Beide Parteien waren zwar formal selbstständig. die für ein neues politisches Engagement gewonnen werden soll- Bundesregierung – Puck-Archiv ten. 10 Geschichte der DDR von SPD und KPD entschieden hatte. aller Parteileitungen und der Bindung Die Sozialistische Einheitspartei Deutsch. Die Mitgliederwerbung der NDPD richtete sich hauptsäch- lich auf die früheren Mitglieder und Anhänger der NSDAP. die fortschrittlichste und beste nationale klasse die ausgebeutete und unterdrückte tischen Republik. auch in den östlichen Parteibezirken behauptete sich die SPD bis zum Mauerbau 1961 als eigenständige politische Kraft. Partei in ihrem Lande für die wahren sozialistische. wenn sie die bes. April 1946 den. Erweiterung des Parteiensystems Nach der Ausschaltung der SPD als wichtigster Konkurrentin der KPD sollten die Gründungen der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) und der Demokratischen Bauern- partei (DBD) – zweier neuer. die durch die Bodenreform Gründungskongress im April 1946: Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl Ackerland zur Bewirtschaftung bekommen hatten. überwiegend aus der SED kamen. kulturelle und politische Einheit Deutsch- von Ausbeutung und Unterdrückung ten und fortgeschrittensten Kräfte der lands eintritt. Beauftrag- lands kämpft für die Verwandlung des Errichtung der sozialistischen Gesell. März Beide hatten sich im Vorstand der CDU gegen eine Teilnah- 1946 eine deutliche Mehrheit gegen den Zusammenschluss me an dem von der SED initiierten „Deutschen Volkskongreß Grundsätze und Ziele der SED die Menschheit in das Reich der Freiheit ihrer Mitglieder.. für und durch die Gesell.. 312/2011 . schaft (FDGB). Die grundlegende Voraussetzung zur aller Mitglieder. kratisch gefaßten Beschlüsse. Fähigkeiten.. kleine Unternehmer und Arbeiter bildeten dagegen eine Minderheit. Die Sozialistische Einheitspartei nationalen Interessen ihres Volkes. In der Mitgliedschaft der DBD über- wogen Neu. wo sich in den zur politischen Gleichschaltung der „bürgerlichen“ Parteien. Nicht nur in West-Berlin.und Wählerpotenzial von CDU und LDP schwächen. übung ihrer Rechte und die Entfaltung ihrer Diese Kampforganisation beruht In: Hermann Weber (Hg. die nun ebenfalls Aufnahme in den Block fan- Der Gründungsparteitag der SED wählte am 22.] befreit und die sozialistische Gesellschaft Werktätigen vereint und durch die errichtet. Sie kann sich von Ausbeutung und Die Sozialistische Einheitspartei Energie gegen alle partikularistischen Unterdrückung nur befreien. Otto Grotewohl. Staat auf dem Boden der demokra. die zum Zeitpunkt sitzende der CDU auf Weisung der SMAD am 20. Westsektoren der Stadt in einer Urabstimmung am 31. Gewerbetreibende.).

die akg-images vorbehaltlos die politischen Ziele der SED unterstützte. burg. Ob- gleich örtliche Dienststellen der Besatzungsmacht CDU und LDP vielfach behindert und die SED massiv begünstigt hatten. Sie arbeiteten auf ihrem Tätigkeitsfeld an der Umsetzung entsprechender SMAD-Befehle. Lediglich in Sachsen-Anhalt die KPD die Großgrundbesitzer. München 1990.5 49.9 28. Erst im Fe- bruar 1948 wurde den ostdeutschen Verwaltungen das Recht zugestanden. einer Landesregierung.1 45.9 3.).8 49.9 24.7 2./7.5 3. Vizepräsi. weil er ihrer Meinung 20.5 kommunistischen Einparteiensystem an. denten stellte. an denen auch die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) als bäuerliche Massen- organisation und Interessenvertreterin der Klein. Unter dem nachfolgenden Par- teivorsitzenden Otto Nuschke verlor die CDU zunehmend die Bran. mokratische Präsidenten. Sie benötigte als Mehrheitsbe- schafferin die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe.3 21. Finanzen. obgleich die nicht- VdgB 4.5 24. a. Angaben in Prozent chen Charakter tragen würde. Im Durchschnitt lag die SED auf die gesamte SBZ bezogen bei 47. Oktober 1946 hervor. SED-Führung nie wieder auf eine demokratische Wahl ein. liberalde. Darüber hinaus ließ die sowjetische Besatzungsmacht „deutsche Zen- tralverwaltungen“ für wichtige Sachgebiete (u. in dem die nichtkommunistischen Parteien gemeinsam mit den Massenorganisationen vor allem als LDP 20. Verfügungen und Instruktionen für die SBZ ver- bindlich zu beschließen. für Industrie. Reguläre Landesregierungen gingen aus den Landtagswah- len am 20.1 23. da sie sämtliche 1.6 34. war es der Einheitspartei aber nicht gelungen.9 49. Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern so. Mecklen. 312/2011 . auch den damit verbundenen politischen Einfluss verloren. der am Ergebnisse der Wahlen zu den Landtagen am 6. September 1945 zu einer Aufteilung des Großgrundbesitzes und Sachsen-Anhalt ein. Anhalt gen Profil.6 Prozent der Stimmen und zog damit zwar als wählerstärkste Partei in die Landtage ein.3 2. Oktober 1946 nach keinen wirklichen gesamtdeutschen und überparteili. Volksbildung. SBZ ihr verbliebene Eigenständigkeit und jegliches politisches den. Thürin.3 47. S.Sachsen Sachsen. welche die wirkliche Stimmungslage in der Bevölkerung jedoch nicht annähernd widerspiegelte. burg Vorpom- Bis zum Ende der 1940er Jahre bildete sich so das für die mern Herrschaftssicherung der SED charakteristische politische SED 43. Ab kriegsgesellschaft 1950 stand nur noch die Einheitsliste der „Nationalen Front“ zur Abstimmung.8 18. Unter der Losung „Junkerland in Bauernhand“ rief die KPD am wie Provinzialverwaltungen für die Provinzen Brandenburg 8. Damit nä- herte sich das Parteiensystem in der Funktionsweise einem CDU 30. An der Spitze der Landesverwaltun.5 24.und Mittel- bauern teilnehmen durfte. die Polizei fiel. Arbeit und Sozialfür- sorge) errichten. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 11 für Einheit und gerechten Frieden“ ausgesprochen. Man wollte erreichen. in einem Land die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erhal- ten – insgesamt besaßen die bürgerlichen Parteien CDU und LDP mehr Stimmen als die SED. 396 Als Fazit des Wahlausgangs vom Oktober 1946 ließ sich die Wandlungen in der ostdeutschen Nach.6 12.6 System heraus. die jedoch keine Gesetze und Verordnungen erlassen durften. auf.a. Martin Broszat / Hermann Weber (Hg. Die KPD sicherte sich den alleinigen Die Details und Modalitäten der Bodenreform gab Stalin der Einfluss auf die innere Sicherheit.7 29. In den im November/Dezember 1946 gebildeten Landesregierungen stellte die SED vier der insgesamt fünf Ministerpräsidenten „Junkerland in Bauernhand“ – unter dieser Parole enteignet und 17 der insgesamt 33 Minister. in deren Kompetenz u.9 1. Informationen zur politischen Bildung Nr. um rentabel zu sein.6 „Transmissionsriemen“ der SED-Politik wirkten. Die zugeteilten Grundstü- stand mit Erhard Hübener ein Mitglied der LDP an der Spitze cke sind allerdings oft zu klein. Dezember 1947 in Berlin stattfand. dass die Besitzer mit ihrem Land gen standen parteilose. Deutsche Verwaltungen Bodenreform Im Juli 1945 setzte die SMAD Landesverwaltungen für die Län- der Sachsen. SBZ-Handbuch. sozialdemokratische bzw. Landwirtschaft. KPD-Führung in Besprechungen in Moskau vor.9 kommunistischen Parteien weiterhin existierten.

. Neuauflage.] Weißbuch über die „Demokratische Bodenreform“ in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. Ich erhielt siebeneinhalb Hektar im Saale des Gutshauses hielt der Be. aus Sicht der Neubauern „Am 24. aus dem Landarbeiter. aus Sicht der SED . September 1970. 14 landarme Bauern und Landarbeiter haben wir natürlich auch nicht bekom- In einer kommunistischen Versammlung aus Neustadt an der Dosse – werden men. verteilt auf fünf auftragte der KPD aus P. Das von ihr aufgeteilte Gut Kränz. Wir den Ort zu verlassen.] dem nahen G..). wie er zurechtkam. [. einzelnen Parzellen zugeteilt. Vor der Bodenreform glich auf dem begann: ‚Seit der Zeit des Großen Kurfürs.] war ein Sturmführer bei Hitlers nichts. In: Ilse Spittmann. herrscht hatten. die Urkunde. DDR.. „gnädigen“ Herren leisten. 312/2011 . Raps. Daher haben wir ihnen Dem historischen Akt war eine ange. . die Besitzurkunden überreicht.. Die haben restlos gestohlen. Zur lie meiner Frau gehörenden Hause des Ortes als Landarbeiter. Wir gingen zunächst nach rung des Großgrundbesitzes. Verteilung des Junkerlandes statt. Bodenreform . Die Mehrzahl der neuen Bauern konnte mit burg-Vorpommern). Novem- ber verließen wir heimlich Schwerin Gabriel P. Unsere DDR“. niedrigeren Ernten auf den schlech- Kriegsverbrecher. 46 f. September findet auf der Wiese In der Bahnhofskneipe [. kontrolliert. Informationen zur politischen Bildung Nr. Wir hatten Mühe. sonst lässiger Quelle Nachricht von unserer [. Vater von Gut der hohe Ertrag der guten Böden die ten sind die Gutsbesitzer sämtlich elf Kindern.und Pro. acht Handwerker.“ [.. und zwar über acht Hektar weit auseinanderliegende Stellen. also auch mir. August vom Landrat un. . Anerkennung wegen Bergung der Ernte gen. Die konfiszierten 2. in der sowjetischen Besatzungszone in den Wind hängten und sich unter mäßig. Die Feldarbeiten wurden unregel.] mit folgenden denkwürdigen Worten Ackerland und einen Hektar Wiese.] trat die Kom- ich wieder in unser Gut über. München/Stamsried 1988. teren Äckern aus. Sie bestand zum Teil aus Leuten unserer Möbel zwei Zimmer einrich..12 Geschichte der DDR Durch entsprechende Verordnungen der Landes. Seit Jahrhunderten mußten Getreide. in dem seit jeher große Güter vorge. aus Sicht der Betroffenen . Knechte und Feldarbeit hatten wir ein zweijähriges Unterkunft fanden. kann der Siedler Ernst Paris. Hektar. Gisela Helwig (Hg. Köln 1989. wochenlang überhaupt nicht Deutschlands mit den Verordnungen dem neuen Regime Chancen für die eige- verrichtet. drei neue Siedler neun Hektar durften pro Neubauer nicht ter den allerschwierigsten Verhältnissen und 13 Umsiedler aus Plänitz sowie verteilt werden. wo wir des Gutsparkes von Plänitz im Kreis mission zusammen. Stuttgart 1989. wurden aber bereits nach wenigen des zur Gemeinde Plänitz gehörenden was wir anbauen wollten. ganze Habe bestand aus je einem Rucksack. DDR-Lesebuch 1. Juli siedelten meine Frau und Am 23. S. in: Neues Deutschland Dieter Zimmer: Auferstanden aus Ruinen. eine Rede.: „Die Kraft der Einheitsfront“. 156 Informationen zur politischen Bildung Nr. 22 landarme Bauern und Landarbeiter. 59 f. 57. Vertriebene und dereien mit über 100 Hektar entschädigungslos enteignet.. da und mußte sehen. dem zugeteilten Land allerdings nicht rentabel wirtschaften. Reiter-SA. Von der SBZ zur vom 24. den Gutshandwerker Frondienste für die Fohlen aus dem Viehbestand des 13. Letzter Besitzer alten Guts zugeteilt bekommen. Pferde und totes Inventar fast über die demokratische Bodenreform ne Zukunft ausrechneten. karger Anspannung den Acker saat- verlassen. keiten und Anstrengungen am 29. Mehr als de mir am 14. ren 35 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche – kamen vinzialverwaltungen wurden rund 7000 Besitzer von Län.9... S. lin II war ein typisches Beispiel der Stück des Gutes. Kleinbauern etwa 20 Hektar Land zur Bewirtschaftung zuge- Betroffen war vor allem der Nordosten der SBZ (Mecklen. hatten die Junker von Rathenow Böden am geeignetsten waren. Insbesondere aus ihren Reihen kamen sowie auch der Landbesitz tatsächlicher wie vermeintlicher sehr bald Forderungen. S. Neubauer mit seinem bißchen Land Nachdem mir noch am 28. An 60 Bewerber – dann den Bewerbern. erhielten wir aus zuver. landwirtschaftliche Genossenschaf- Schlüsselfiguren des NS-Regimes und Staatsgüter – das wa. Unsere Leistung wurde genau vor Ende der Woche geplanten Ver. Am Dienstag. Mohn.5 Millionen Hektar Land weil es zu klein war. November. Die erste Weide und Ackerland. und trafen nach unendlichen Schwierig- Beide Texte in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg. Da die Bergung der enteignet wurde. eine sion für Bodenreform vorangegan. Am 14.. das ist mehr als die Hälfte „Wir konnten nicht frei entscheiden. wo wir in dem der Fami. mit den Befehl. wur. wofür unsere Tagen gezwungen. ten zu bilden..).. erhielt ich am 29. mußte der größte Teil der Einwohner rüben und sogar Tabak anbauen. zu befreundeten Bauern.. teilt bekamen. Eine unserer Flächen war das übelste ausgesprochen war. innerhalb 2 Stunden Landes.. das aus dem Ort..9.. erw. Über 300 fertig zu bekommen. [.“ haftung und Deportation. Wir fuhren dann zusammengeraubt. die Ernte auf das höchste gefährdet war. Bonn 1991. in einen Bodenfonds. Doch jetzt stand der die Güter entschädigungslos enteignet. Zucker- nach Schwerin. 231 „Geschichte der November in der Westzone ein. Und die besten Stücke wieder die Bewirtschaftung übertragen..‘ strengte Tätigkeit der Gemeindekommis. die politisch ihr Mäntelchen teten... in Empfang nehmen. mein Gut bis zum Abend zu politischen Notwendigkeit der Liquidie.. S. die das Gut aufteilen uns im Inspektorhaus mit den Resten Ruppin der feierliche Auftakt für die sollte.

daß der letzte Ma.. S.. 53 und 53Rs. maschinenbau. Hilf Du uns. Dezember 1946. [. Ein Güterzug mit demontierten und beschlagnahmten Industriegütern verlässt 1950 die DDR in Richtung Sowjetunion. und Thüringer SMA sind machtlos. handeln willkürlich. 16... [.02/52 (ZK der SED / Abteilung Wirtschaftspolitik). an den SED-Zentralvorstand. Thüringen ten Stand besaßen. schwindet. sodaß ein organisch geglie- deraufbau in Thüringen und Sachsen – ihn nicht gültig ist und er sämtliche derter Restbetrieb verbleibt. der von der Kommandantur deutschen Wirtschaft zu werden. Bl. bedeutet es. Besonders problema- tisch wirkte sich nun die historisch gewachsene Arbeitstei- Da die Roh. zum Totengräber der Zementwerkes Göschwitz bei Jena* Lt..] Der Demon. 108 f. kann..] wirklich eine dem Betrieb angemessene ßen – wird lahmgelegt.] Befehle nicht an und (ZK der SED / Abteilung Wirtschaftspolitik). Neubauern**.] müssen auch die Zweigwerke Stüdnitz schinenbetrieb aus Wernigerode ver- und Unterwellenborn stillgelegt werden. Bonn 2010. wenn Göschwitz Wenn dieser Befehl durchgeführt Fabrikation aufgenommen werden zum Erliegen kommt.).. Mar. akg-images Erschwerter Wirtschaftsaufbau: Die SBZ/DDR muss ungleich mehr Reparationen leisten und De- montagen erdulden als die Westzonen bzw. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 13 Konturen eines neuen Wirtschaftstyps und Berlin nur schwer wieder in Gang. Befehl.und SPD-Betriebsgruppen und Betriebsrat an Wilhelm Pieck. handelt es sich um dern wollen aufbauen. Feinmechanik/Optik) einen hoch entwickel- Wirtschaftszentren in Sachsen. Eisenerz. tage-Offizier erklärt. daß der Befehl für führt wird. Bl.und Grundstofflieferungen aus den westlichen lung aus: Die Industrie Mitteldeutschlands war bis 1945 von Industrierevieren aufgrund unterbrochener Verkehrswege Rohstoffen (Steinkohle.] Der ganze Wie. wir. mit dem Städte. Stahl) aus dem Westen bzw.] Die SMA hat Demontage unseres [Der] Betrieb Eckold [wird] demontiert... Göschwitz ist das einzigste [sic!] gleichfalls vorliegt. [. Thüringer Landesverwaltung erkennen [.. ausblieben und die kriegszerstörten Industrieanlagen nur Osten abhängig. Gib [uns] Wirtschaftstod bedeuten. daß eine Teildemontage durchge- und Sachsen versorgt. Ohne Göschwitz würde. 13. [. In: BArch.. 312/2011 . Stra. ** Gemeint ist ein Bauprogramm für Neubauernhöfe. SED-Kreisvorstand Wernigerode. Maschinen abtransportieren läßt. die in ihren Händen sind. das die Länder Thüringen eine Teildemontage.. Schnellste Hilfs. war die Schwerindustrie nur schwach ent- Demontagen und Reparationen Hilferuf an Wilhelm Pieck Protest lokaler SED-Kräfte gegen Demontagen [. Brücken.. maßnahmen erforderlich. Fahrzeugindustrie) sowie die Leichtindustrie ben in den von der weiterverarbeitenden Industrie geprägten (Textilindustrie. son- verfügt. Beide Texte in: Matthias Judt (Hg. IV 2/6. gar nicht daran.] Die Demontage-Offiziere Brief von Karl G. Zementwerk Göschwitz [Unterschriften] * Göschwitz ist heute Teil der Stadt Jena. DDR-Geschichte in Doku- in der Hand. In: BArch. Deshalb fordern Zementwerk.. kam das Wirtschaftsle. [. Wir denken bitte Nachricht. Während die Metallverarbeitung (Werkzeug- notdürftig repariert werden konnten. Telegramm KPD. 303 und 303Rs.. Sachsen-Anhalt. die für uns den menten. DY 30/IV 2/6. März 1946. Westdeutschland. angeblich nach schall Schukow hat letzte Entscheidung Befehlen. Dörfer. Das sind Widersprüche. Informationen zur politischen Bildung Nr.02/52 Hilf uns.

Die 1948 eingeführten Wirtschaftspläne entsprachen Lieferungen aus der laufenden Produktion 2 614. Den zur Staatsdoktrin er- vergleichlich mehr beitragen als die Westzonen. 1. Die administrativen Eingriffe in die Wirtschaft der SBZ führten bis Viele junge Menschen begeistern sich für den Antifaschismus und den zum Ende der 1940er Jahre zu einem gravierenden Wandel der „Aufbau einer neuen Gesellschaft“. das nunmehr vom Nationalsozialismus befreite Volk in eine bes- wickelt. DDR-Geschichte in Dokumenten.5 für die Jahre 1949/50 sollte aber nicht nur die Wirtschaft zentral Rückkauf von SAG-Unternehmen 382. die durch die zerrissenen traditionellen Wirtschaftsverflechtun- Illegale Beschlagnahmungen 352. Die Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin-Prenzlauer Berg 1950. daß die Angaben in der Tabelle in einigen Positionen auf nur vagen Schätzungen beruhen.und Le- Vermutliche Gesamtkosten bis Ende 1953 15 323. Im Oktober 1945 ließ sie das Eigentum des deutschen Staates. Es begann mit der Verstaatlichung der Banken und Sparkassen im Juli 1945.50 RM für einen US-$ (1938). Auch in den anderen Ländern der SBZ gelangten bis Frühjahr 1948 rund 10 000 Unternehmen wichtiger Wirtschafts- zweige in Staatsbesitz Ihr Anteil an der Industrieproduktion betrug zu diesem Zeitpunkt etwa 60 Prozent. durch den Aufbau eigener industrieller Besatzungsgeld 1 240. der NSDAP und ihrer Amtslei- ter sowie der Wehrmacht beschlagnahmen. die in Betrag in Millionen großer Zahl in die Westzonen abwanderten. Dort übertraf hobenen Antifaschismus benutzte die SED-Führung allerdings die Industrieproduktion im Laufe der ersten Nachkriegsjahre bereits den Vorkriegsstand. sozialisten gab es auf diese Weise im Osten Deutschlands gar In: Matthias Judt (Hg.3 der kommunistischen Vorstellung von einer stark zentralisier- ten Wirtschaftslenkung.0 lenken. die damals 15.0 Transport der Reparationsgüter über Derutra** 133. während die Industrieproduktion der SBZ 1946 lediglich 22 Prozent der Pro-Kopf-Produktion von 1936 erreichte. sich aktiv am Aufbau der neuen Gesellschaft zu beteili- von etwa 3400 Betrieben erheblich erschwert. Der Verfasser betont zudem. Damit musste das gen. durch Reparationszahlungen an die Sowjetunion (nach offiziel. Zahlreiche Großbetriebe. Schon bald nach Kriegsende griff die Besatzungsmacht in den Wirtschaftskreislauf ein. Mit der Enteignung der Kapitalisten von 1938 zurückgerechnet wurden.9 erklärten Besatzungsmacht sowie auch alle politischen Parteien und Organisationen den Antifaschismus.und 16-Jährigen nahmen die Chance der vom Deutschen Reich im Krieg verursachten Schäden un. Er sollte die im deut- Besatzungskosten 5 914. Mit ihrer Biographie als im Nationalsozialismus Ver- folgte fühlte sich die neue politische Elite moralisch im Recht.14 Geschichte der DDR Von der SBZ/DDR geleistete Reparationen und Be. Der „Zweijahrplan der Volkswirtschaft“ Lieferungen der SAG Wismut 1 584. Dabei gebrauchten die Kommunisten folgende Konstruktion: Schuld am Nationalsozialismus hatten Berechnung durch den Verfasser.0 benshaltung überwinden. Das Volk war von ihnen * Die Umrechnung basiert auf einem Umrechnungskurs von 2.und metallverarbeitenden Industrie wurden nach ei- nem Volksentscheid in Sachsen (30. National- ** Deutsch-Russische Transport AG. Vor allem die im „Dritten Reich“ herangewachsenen Ju- von der Sowjetunion besetzte Gebiet zur Wiedergutmachung gendlichen. die Kapitalisten und politischen Eliten. S. faktisch unterstanden sie deutschen oder sowjetischen Verwaltungsorganen.3 Milliarden Dollar) und Demontagen Motiv. wobei – sofern nicht von vornherein US-$ (1938) angesetzt waren – die Angaben in RM zu „Meßwerten“ irregeführt und verführt worden und trug folglich keine Schuld (das sind in der Regel Preise von 1944) aus den vorhande­nen Materialien genutzt und auf Werte an Krieg und Verbrechen. Informationen zur politischen Bildung Nr. Bonn 2010. Große Betriebe der Schwer. von der SED initiierte Kampagne zur Enteignung der beschlag- satzungskosten von Mai 1945 bis Dezember 1953 nahmten Betriebe verstärkte die Unsicherheit unter privaten Unternehmern.7 Zum tragenden politisch-ideologischen Pfeiler der Gesellschaft Zwischensumme 9 408. Nach: JUDT/CIESLA 1996. S.0 Kapazitäten ausgleichen. Außenhandelsverluste der SBZ/DDR 400. Juni 1946) in Staatseigentum überführt.1 gen entstanden waren. sondern zugleich die Defizite in der Wirtschaftsstruktur. bpk / Herbert Hensky die insgesamt mehr als ein Viertel der gesamten Industriekapa- zität der SBZ ausmachten. FDJ-Funktionärskonferenz in der Eigentumsordnung. Der antifaschistische Anspruch war für viele ein wichtiges len Angaben insgesamt 4. Sie wurden Anfang der 1950er Jahre der Regierung der DDR übergeben.0 wirtschaft. Offiziell galten sie als „Volkseigentum“. Gewerbetreibenden und Selbstständigen. 116 nicht mehr. Art der Reparationsleistung Die Staatsbetriebe bildeten die industrielle Basis für eine neue US-$ (1938)* Wirtschaftsordnung nach dem Modell der sowjetischen Plan- Demontagen 2 436. würde auch der Nationalsozialismus verschwinden.3 Antifaschismus Verdeckte Reparationen 266. 33 f. Die ungünstige Ausgangslage der Wirtschaft wurde sere Zukunft zu führen. der sich in den 1950er Jahren fortsetzte. 312/2011 . gingen direkt als Sowjetische Aktien- gesellschaften/SAG in sowjetisches Eigentum über. zur Mitwirkung meist bereitwillig an.1 schen Volk vorhandene nationalsozialistische Geistes.).

[. redu- NS-Regimes völlig in den Hintergrund. ihrer deutet. in denen deutsches Kulturkonzept dienen konnten. der Sowjetunion macht diese neue Kunst- verfügen. die er selbst für richtig hält. unsere Aufgabe heute keineswegs darin. derbelebung des kulturellen Lebens: Innerhalb weniger Monate mosexuellen.. indem politische Gegner. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 15 rasch für machtpolitische Zwecke. Bonn kratie oder über die Idee der Völkerge. Ganz bewusst suchte preußisch-konservativen. Johann Wolfgang es zu einer Zusammenarbeit mit Kommunisten gekommen von Goethe. Jahrhunderts. die kargen Mittel am falschen tastet bleiben. Dadurch entstanden schwere Konflikte zwischen staatlichen Kulturinstitutionen sowie Künstlern und Intellektuellen. International geachtete Intellektuelle entschieden sich nach ihrem Exil für ein neues Wirkungsfeld in Ostdeutschland. Stephan Hermlin. Die Würdigung derer. versuchen sollte. die Freiheit und Demo. Der christliche und auch der sozialdemokratische Traditionen der Deutschen. soll unange. zierte sich auf die rituelle Erwähnung weniger Namen. die er selbst für dere materielle Förderung erfährt. DDR-Geschichte in Dokumenten. über die hinauszu.. aber auch. sich mit ihr tung der Form zu wählen. keine Partei und keine Presse empfindlich spüren wie der Pseudowissen. meinschaft zu reißen. die Wege der Forschung ein. 3. unserem verarmten Volke eine beson. Unser Ideal sehen wir in einer Kunst. Mit der poli- tisch gewollten Abkehr von gesamtdeutschen Perspektiven und dem Kurs auf die ostdeutsche Staatsgründung verringerte sich auch das Maß an kulturpolitischer Offenheit und zugelassener künstlerischer Freiheit.. was in der DDR unter „Anti- faschismus“ zu verstehen sei. Denkmal in Berlin-Prenzlauer Berg für Ernst Stefan Heym und Arnold Zweig mussten sich in zunehmendem Thälmann. die in Widerstandsgruppen ihr Leben riskiert und in Zudem trat die Frage nach den Mitläufern und Nutznießern des Zuchthäusern und Konzentrationslagern gelitten hatten. Johann war. Sie bewegten sich dabei in einem komplizierten Span- picture-alliance / ZB / Ernst Ludwig Bach nungsbogen zwischen kulturpolitischem Machtanspruch der SMAD bzw. Viele von ihnen strebten wie Anna Seghers nach einer antifaschisti- schen Alternative im Rahmen einer nichtkapitalistischen Gesell- schaft. So verengte sich gerade in der Ulbricht-Ära Gottlieb Fichte. In: Matthias Judt (Hg. Johann Gottfried Herder. die zum Attentat vom 20. etwa den rassisch Die sowjetische Militärverwaltung sorgte für eine rasche Wie- Verfolgten.]. der mit anderen. Wir sehen Wenn dann aber irgendein Pseudo. politischer Maximen behaupten. den Wehrdienstverweigerern und Wehrmachts. daß dem Gelehrten und Künstler „gesunde Volksempfinden“ ebenso Form nach realistisch ist. weniger verwerflichen Mitteln dasselbe kommen kann und selbst dann noch lange geht. die als Klammer für ein gesamt- Widerstand blieben bis auf die wenigen Ausnahmen.] Objekt verschwenden [. KPD-Führung.und Bildungsideals. Juli 1944 ge. räumte man an- deren Opfern und Gegnern des NS-Terrors. und schon gar nicht jenen Klassik des ausgehenden 18. In: künstler herkommt. und wir wünschten. gehen den Tod aller Freiheit und Demo. die in Deutschland geblie- schaft zur SED mit dem Etikett „faschistisch“ versehen wurde. Friedrich Schiller. Mit den Jahren kam es zu einer immer stärker werdenden politischen Einengung dessen. ben waren.] Solche Pseudo.. Widerstand verstanden. öffneten Theater und Opernhäuser in den großen Städten ihre deserteuren sowie bürgerlich-liberalen Widerstandshaltungen Pforten. 316 f. die zu parteipolitisch motivierten Reglementie- rungen und Disziplinierungen führten. zuschlagen. SED und künstlerischen Freiräumen. Humanismus. nach 11-jähriger Haft 1944 im Maße gegen die autoritäre Durchsetzung dogmatischer kultur- KZ-Buchenwald ermordet. Anton Ackermann: Unsere kulturpolitische Sendung. das die Besatzungsmacht in jeder nur denkbaren Art förderte. In lehrte und Künstler uneingeschränkt der Freiheit gezogen. Über dieses Recht soll der Ge. Entwicklung durch. richtung eine äußerst verheißungsvolle schaftler. bald die Möglichkeit haben. Becher. das hieße. 2010. kratie bedeuten würde. die Gestal. ausgeblendet. die einzig künstlerische hält. S. Hier sind die Grenzen lange Zeit zu ihrer Entwicklung braucht. KPD-Vorsitzender 1925 bis 1933. die Kulturpolitik der SMAD Anknüpfungspunkte an nationale führt hatten. April 1948. daß diese Kunst erst in einer dreinzureden hat. dann soll er das die ihrem Inhalt nach sozialistisch. Wir wissen kein Amt. 312/2011 . den „Zeugen Jehovas“ und „Bibelforschern“. Aus dem Exil zurückge- Unter Antifaschismus wird im Laufe der Jahre allein der kommunistische kehrte Schriftsteller wie Johannes R. Rede auf der Ersten Zentralen Kulturkonferenz der KPD. Im Mittelpunkt stand dabei die Pflege der deutschen und -handlungen keinen Platz ein. [. Informationen zur politischen Bildung Nr. Denn näher bekanntzumachen. Heinrich Heine und Johann Heinrich Pestalozzi der Widerstandskampf deutscher Kommunisten vornehmlich avancierten zu typischen Vertretern eines humanistischen Kul- auf Beschlüsse und Handlungen der in die UdSSR emigrierten tur. Kulturpolitische Programmatik Freiheit für Wissenschaft und Kunst be. aber nicht sozialistischen Gesellschaft zur Geltung senschaftlichen und künstlerischen Be. um Zoten über den Partei ausschließlich für die eine oder Neues Deutschland vom 23. Während der kommunistische Kultur und Bildung Widerstand einseitig hervorgehoben wurde. kunst kann nicht erwarten. solange es um die wis. Februar 1946.. daß sie von daß unsere deutschen Künstler recht die Freiheit für den Künstler. den Ho.. Die Freiheit für den Wissen.). schaftler. die andere Kunstrichtung zu ergreifen.

Kleine Geschichte der DDR.. 20 ff. Die Russen antworteten mit einer über das Schicksal der Verhafteten be- sozialdemokratischen Funktionären. Nachdem weitere Russen unter Androhung hoher Strafen in der SED Verhaftungen bekannt geworden wa. sie Belastungsmaterial: die Verhafteten und wegen angeblicher Spionage ge- lich zu einer Aussprache mit. in dem die geistigen... um die Frei. Unterschlagungen und Betrüge. Görlitz. wurden entlassen und durch in aller Eile ausgebildete Neulehrer ersetzt.. Viele kramten alle Schränke und nahmen delt. eng ger – wie beispielsweise das Lager Buchenwald bei Weimar – mit der SED verbundenen Führungselite heranzubilden. nommen worden. er sei mit Leipzig. satzungsarmee auf die deutsche Bevölkerung. Sie durchbrachen gezielt die tradier. eine neue. Die Russen stellten Briefe vor.. Für sie richtete die Besatzungsmacht sogenannte versitäten in Berlin. Stellung und Vermögen der Eltern der Weg zu den höchs- ten Bildungsstätten des Landes frei gemacht wird [.und Bauernkinder“ zu fördern. Verbunden wurde dies mit einer Schul- reform. sie schließlich zugaben. die den Stoff der allgemeinbildenden Schulen (Volks-.]“.. In das willkürlich arbeitende Räderwerk der Verfol- Mit der Absicht. Oktober 1945 ordnete die SMAD die Wiederaufnahme des Schulbetriebes an.] Der Unterricht zum Alltag. Magdeburg. Terror gegen Sozialdemokraten stand gegenüber taub. 29 durch sowjetische Militärtribunale richteten sich nicht nur gegen aktive Nationalsozialisten und Funktionsträger des NS- Regimes. Halle (Saale). die beweisen sollten. Schienenwege sowie die Übergriffe von Angehörigen der Be- schulen. wurden. Leipzig Speziallager ein. Das Ziel der demokratischen Schulreform ist die Schaffung Der Aufschwung des Kulturlebens konnte die Schattenseiten eines einheitlichen Schulsystems.. seine Wohnung auf den Kopf. Als sich seien wegen angeblicher Schieberge. rung sowjetischer Machtpolitik in der SBZ. heitsstrafen verurteilt. daß ihnen die 1980..] Im Sommer und Herbst 1947 ver. ihren Genossen unter Druck gesetzt.). Nach und nach wurden Einzelheiten hafteten die Sowjets Tausende von bungen. genutzt wurden und in denen menschenunwürdige. Auch die sowjetische Besatzungspraxis sorgte für ist Aufgabe des öffentlichen Schulwesens. [.). später durften sie schreiben und selbst kundigte. Ein anschließender akg-images Wechsel auf eine vierjährige Oberschule oder eine dreijährige Berufs. Aufgrund und physischen Fähigkeiten der Jugend allseitig entwickelt. Der Ortsvorstand der Partei die Volkspolizei in große Gewissens- unternahm sofort alles.. In anderen Fällen konstruierten wurden in die Sowjetunion deportiert unseren Kreisvorsitzenden angeb. einer Freundin in die Westzone übergesie.] wissend. werden durch im Schnellver- fahren ausgebildete Neulehrer ersetzt. Greifswald. zum Teil ten die 1949 an den Universitäten gegründeten Arbeiter. konflikte. wirk. Verhaftungen und nachfolgende Verurteilungen In: Hermann Weber (Hg. lösung 1950 dienten diese Speziallager vorwiegend der Siche- ten Strukturen des deutschen Bildungssystems. Alle Lehrer. Bautzen und anderen Städten. Bis zu ihrer Auf- Bauernfakultäten (ABF). 312/2011 . Die meisten saßen in den Kellern Hermann Polenz wurde in der Nacht von Hermann Polenz legten sie fingierte großer Kommandanturen in Halle.. gen die Rote Armee zu langjährigen Frei- seine Frau am nächsten Tag auf der schäfte.oder Fachschule war möglich. Als besonders effektive Institution. Dresden. Im Vorzimmer der Diktatur. Darum kann irgendwelchen Probleme: die Demontagen wichtiger Industriebetriebe und Gemeinschaften oder Privatpersonen die Einrichtung von Privat. nicht zugestanden werden [. Damit brachten sie Post empfangen.. Erst Jahre Kommandantur nach ihrem Mann er. Köln/Berlin 1962. die auf Entnazifizierung der Lehrkräfte abzielte und durch Einführung einer staatlichen Einheitsschule bislang sozial benachteiligten Schichten der Bevölkerung den Zugang zu allen Stufen der Bildung ermöglichen sollte. höhere Schulen) vermitteln. S.] Alle Bildungsprivilegien einzelner Schichten müssen fallen. S. ihr eine der desolaten Versorgungslage gehörten Hamsterfahrten auf hohe Bildung vermittelt und allen Befähigten ohne Rücksicht das Land. Sie wurden von S.] Unzahl von Falschmeldungen. Eine Neulehrerin mit ihrer Schul- SED-Schulpolitik klasse in Kahnsdorf bei Borna 1949 [. Nach einer Übergangsphase mit dem traditionellen dreigliedrigen Schul- system besuchten ab dem Schuljahr 1946/47 alle Kinder eine einheitliche achtjährige Grundschule.. durch.] In einem gemeinsamen Aufruf von KPD und SPD hieß es im Oktober 1945: „[. Lehrkräfte. denn die meisten Polizeioffiziere Fritz Schenk. [. kritisch gegenüberstanden und als Oppositionelle eingestuft begann im Januar/Februar 1946 der Lehrbetrieb an den Uni. Schiebereien auf dem Schwarzmarkt und Diebstahl auf Herkunft. auf Frauen. herausgetrommelt. die der Besatzungsmacht und das Studium der „Arbeiter. Kleine Geschichte der DDR. bis In: Hermann Weber (Hg. waren SED-Mitglieder. die Mitglied der NSDAP gewesen waren. lassung oder zumindest eine klare Stel.und lebensbedrohliche Bedingungen herrschten. diese Falschmeldungen ren.. zu Resolutionen und Protestkundge. Im Falle kannt. kam es in den Parteiversammlungen zu bestätigen. Köln Die Sowjets stellten sich auch dem Vor. insbesondere Mittel-. lungnahme zu erwirken. für die auch ehemalige NS-Konzentrationsla- und Jena. die in der NSDAP gewesen waren.16 Geschichte der DDR Am 1. Rostock.. [. stellten sich die Russen un. reien von deutschen Organen festge. befohlen hatten. Umsonst. 42 Informationen zur politischen Bildung Nr. das „bürgerliche Bildungsprivileg“ zu brechen gung gerieten zunehmend Personen. Köln 1980. moralischen des Besatzungsalltages nur schwer überdecken.

innerparteilichen Demokratie beruht die daß die konspirative Arbeit dieser Agenten Das heißt.. Beide Texte in: Matthias Judt (Hg. auch in Zu- ist die erste Aufgabe zur Entwicklung die Entfaltung der Kritik und Selbstkritik kunft zerschlagen werden.. wo Entwicklungsgesetze vermittelt. DDR-Geschichte in Doku- Entschließung der Ersten Parteikonferenz: Die nächsten klasse. ist die organisierte Vorhut der Arbeiter. [. das gegenseitige Misstrauen verstärkte sich. [.. diese Kreise immer wieder darum be- nismus. cherei und Beunruhigung. S. ist die Schaf. Um dies zu erreichen. von der Spionage bis zur Durchführung sein. Die Entwicklung der SED Partei sein. 514 – 531 Informationen zur politischen Bildung Nr. Die Kennzeichen einer Partei neuen der Wählbarkeit der Leitungen und Funk.] die strengste Einhaltung des Prinzips dieser Agenten bereits geführt hat.] Saboteure und Spitzel organisiert. wenn sie die marxistisch. Gültigkeit. 46 f. hat sich historische Versäumnis der deutschen Die marxistisch-leninistische Partei des Anspruchs auf die Menschenrechte Arbeiterbewegung nachzuholen und beruht auf dem Grundsatz des demo.. tungsorganen und in den Leitungen der Agententätigkeit aufgespürt werden leninistische Theorie beherrscht.. [. wer Diversanten.. Elemente der den Beschlüssen unterordnen. das aufgebrochene Netz von Sabo- Die Rolle der Partei als Vorhut der Ar. Auf dem Weg in die Diktatur (1945 bis 1949) 17 bpk / Bayerische Staatsbibliothek /  Kalter Krieg Archiv Heinrich Hoffmann Die Außenministerkonferenz in Moskau im Frühjahr 1947 of- fenbarte das Unvermögen der Großmächte. Alle Mitglieder müssen unbedingt Aufgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. die vor dem so kann die Partei die Einheit des Willens Wer [. sich über die „deut- sche Frage“ zu einigen. Macht desorganisiert. Mitglied einer der Grundeinheiten der PROTOKOLL 1949. vereinbar mit ihrem marxistisch-leninis. In: menten. und 484 f. [.. und so bleiben tionäre im Geiste des Marxismus-Leni. ist sie zerschlagen. die in erster Linie die besten Elemen. Die Partei stellt ein Organi. Verwal. teuren und Provokateuren wieder so beiterklasse wird in der täglichen operati. ist bis- 2.. Daher Demokratischer Zentralismus bedeutet immer wir sie treffen werden. die ständig ihr Klassenbewußtsein nahmslos für alle Parteimitglieder nahmen in Werken aller Art und ist eine erhöhen..] die SED zu einer Partei neuen Typus zu kratischen Zentralismus. der Partei durch die Wahl eines Politi. sie muß eine Arbeiterpartei straffe Parteidisziplin. mus durchdrungen. wort auf unsere fortschrittlichen Maßnah- ideologisch-politische Erziehung der ten Durchführung der Beschlüsse durch men besteht daher in einer Steigerung Parteimitglieder und besonders der Funk. die von ihnen besetzten Teile Deutschlands in ihre Interessensphäre einzu.. daß den Agenten des schaft und des Kulturlebens allseitig zu führende Rolle der Sowjetunion und anglo-amerikanischen Imperialismus leiten. Sie umfaßt Sabotagemaß- zählt. Die Partei kann ihre führen. Regierungen. der Aktivität ihrer Agenten. S. Die Parteibeschlüsse haben aus. die ihr Massenorganisationen tätigen Partei.. Bekämpfung unerwünschter zu einer Partei neuen Typus . Nur 1.] Sie erkennt die zu beitragen. der Wirt. sie wird in unseren eigenen Reihen. Genossen. insbesondere auch für die in ständige Quelle übelster Gerüchtema- de Rolle als Vorhut des Proletariats nur Parlamenten. sche Sowjetunion mit allen Kräften Otto Grotewohl: Die Politik der Partei und die Entwicklung der SED zu einer Partei neuen Typus. die Einsicht in die gesellschaftlichen mitglieder.. Auf dieser muß aber hier dazu gesagt werden. S.. den Großmächten deutlich zutage. pierungen innerhalb der Partei ist un. schen Bewußtsein der Mitglieder ent. Augen offenhalten und rücksichtslos da- auf den Gebieten des Staates. und. in dem sich alle Glie. her der Öffentlichkeit noch nicht zusam- Typus sind: tionäre und der Rechnungslegung der menhängend dargelegt worden. die Leitungen und die Mitglieder. speziell in Bezug auf die „deutsche Frage“. sationssystem dar. die Kontrolle der konsequen. Die großen Aufgaben. machen es erforderlich. Dies bedeutet Zu welchen Ergebnissen die Tätigkeit entwickeln. Pflicht jedes Werktätigen.). Folglich intensivierten sie ihre Bemühungen.. Auf der Außenministerkonferenz in Moskau 1947 treten die Gegensätze zwischen gliedern und die politischen Verhältnisse an die eigenen gesell. [. 327-397. Die marxistisch-leninistische Partei zu unterstützen. hier 361 f.. von Brandstiftungen und Bombenatten- te der Arbeiterklasse in ihren Reihen springt.] Ihre Ant- der SED zu einer Partei neuen Typus die in der Partei.. (Lebhafter Beifall) [. die bewußte Vorhut der Arbeiterklasse.] Soweit die erfüllen.] im bezahlten Solde einer fremden werktätigen Volke Deutschlands stehen. die dem sozialisti. [. ven Leitung der Parteiarbeit verwirklicht. Die Duldung von Fraktionen und Grup. die sozialisti- schen Büros (Politbüro) notwendig. taten geht. Soviel Die marxistisch-leninistische Partei ist Gewählten vor den Mitgliedern. die gesamte Parteiarbeit ist vom Geiste des Internationalis. konnte. und die Einheit der Aktion der Arbeiter.. Die marxistisch-leninistische Partei Unsere Genossen müssen überall die Sie ermöglicht es.] dichtmaschig wie möglich zu machen. das große klasse sichern. 312/2011 . selbst begeben [sic!]. Bonn 2010. In: PROTOKOLL 1949.. müht. tischen Charakter. der KPdSU (B) im Kampfe gegen den das Handwerk gründlich und endgültig fung einer kollektiven operativen Führung Imperialismus an und erklärt es zur gelegt wird.

Druck und Zwang bei der Unterordnung der Mitglieder und Warenlieferungen nur noch den Ländern Westeuropas und unter die Beschlüsse der Führung führte dazu. Uns schützte die Mutter der Massen.. Die Zeichen deuten Fror auch die Welt. in der strument zur wirtschaftlichen Versklavung und politischen ein extremer Zentralismus und eiserne Disziplin bei der Umset- Spaltung betrachtete. Marshall vorgeschlagene „Europäische Stalin vollendete autoritäre Parteikonzept betrachteten auch Wiederaufbauprogramm“ („Marshall-Plan“) sah Hilfsleistun. So entwickelte sich die SED in den Jahren 1948 wurden. So zögerte er die Bildung eines ostdeutschen Staates solange es ging hinaus und wies die SED-Führung an. die Sowjetunion wolle in anderen Lagers weltweit einzudämmen oder zurückzudrängen. In den folgenden Jahr- Seit 1947 griff die Sowjetunion vermehrt in die Innenpolitik zehnten wurden auf beiden Seiten politische. auf Konfrontation und zwei deutsche Staaten hin. S. Die sowjetische Füh- eine Politik der „Eindämmung“ entgegengestellt werden. [. führende deutsche Kommunisten als Voraussetzung.] Fürnberg. Truman einen zentralen Stellenwert zu. DDR-Geschichte in Dokumenten. ihrem Einflussgebiet nunmehr kommunistische Systeme nach Während der globalen Konfrontation zwischen der UdSSR eigenem Vorbild errichten. Der hat immer recht Gegen Lüge und Ausbeuterei. Hat immer recht. Durchführung gesamtdeutscher Wahlen gekommen war. Das am 5. die SED benannten „Truman-Doktrin“ vom Frühjahr 1947 ihren sichtba. Innenpolitisch stellte die SED-Führung dagegen alle Weichen für den Ausbau der eigenen Macht und schuf ge- sellschaftspolitisch unumstößliche Rahmenbedingungen für eine Staatsgründung im Osten Deutschlands. sind wir durch sie. Lagerbildung durch die neuen Supermäch. Und sie geizte nie. 18 Geschichte der DDR schaftlichen Ordnungsvorstellungen anzupassen. Ist dumm oder schlecht. Für die Ameri. 312/2011 . en Typus“ umzuwandeln. Damit stärkte der „Mar. 47 Stalin wollte in jedem Fall den Eindruck vermeiden. veranlasste sie die osteuropäischen Län. war das Leben. 56 f. Die Partei. In. von Stalin geschweißt. die hat immer recht! Und. Die starke Betonung von der zur Ablehnung. Wissenschaft und auch der Sowjetunion und den Ländern Osteuropas angeboten Kultur zu erobern. De. Die SBZ geriet seit dem Scheitern der Londoner Außenministerkonferenz im in den Sog des Kalten Krieges sowie in das Spannungsfeld der November/Dezember 1947. der SED Kritik an Führungsbeschlüssen nicht mehr möglich war.. Die Partei. Wirtschaft. in eine Partei nach sowjetischem Vorbild. Uns trägt ihr mächtiger Arm. um ihre Interessensphäre machtpo. Wo sie war. WEBER 1968. kompromisslosen Konfrontationskurs. So. dass innerhalb den Westzonen Deutschlands zugute. Die Partei – die Partei – die Partei. C. Ungarns und der Tschechoslowakei ein. Bonn 2010. aus Leninschem Geist. Genossen. ökonomische und Polens. und den Westmächten wuchs die machtpolitische Bedeutung litisch abzusichern. es bleibe dabei. in eine „Partei neu- ren Ausdruck fand. Louis: Die Partei. Die Sowjetunion wollte sie vor allem als Druckmittel Das SED-Parteilied von 1950 gegen den weiteren Zusammenschluss der westlichen Mäch. einen te USA und Sowjetunion. Juni 1947 vom amerikanischen Au. Sie hat uns alles gegeben. S. Da die Sowjetunion den Marshall-Plan jedoch als In. Wer das Leben beleidigt. ohne repressive und letztlich auch strafrechtliche Konsequenzen nistischen Einfluss in Westeuropa. Das von Lenin entwickelte und von ßenminister George. zung der Parteibeschlüsse herrschten. um die gen zum Wiederaufbau des kriegsgeschädigten Europa vor. Die ehemals verbündeten Siegermächte beschritten Sonne und Wind. Informationen zur politischen Bildung Nr. te nutzen. Wer die Menschheit verteidigt. im Interesse einer gesamtdeutschen picture-alliance / dpa Regelung die Einheit Deutschlands nach außen hin weiter zu propagieren. als es zu keiner Einigung über die bipolaren Block. Sie drängte nun darauf. die Schlüsselstellungen in Politik. shall-Plan“ materiell den Westen und schwächte den kommu. militärische Anstrengungen unternommen. Der aus amerikanischer Sicht als Expansi. fürchten zu müssen. Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow verlässt am 16. Sie hat uns niemals verlassen.bzw. Wächst. In: Matthias Judt (Hg. Ostdeutschlands als strategisches Vorfeld für die Absicherung onismus wahrgenommenen Politik Stalins in Osteuropa sollte des sowjetischen Einflusses in Osteuropa. Was wir sind. Das seither vorherrschende Lagerdenken wirkte sich beson- ders in den Verhandlungen der Siegermächte über die „deutsche Frage“ aus. und 1949 zu einer straff organisierten Parteiorganisation. Denn wer kämpft für das Recht. uns war warm.). um den Einfluss des kaner verstärkte sich der Eindruck. Somit kamen die amerikanischen Kredite Gewalt. zember 1947 die Londoner Außenministerkonferenz. die Sowjet- union sei schuld an der Teilung Deutschlands. die in rung ordnete der Sicherung der SED-Machtpositionen deshalb der nach dem US-amerikanischen Präsidenten Harry S.

DBD. Otto Nuschke (CDU). 19 Andreas Malycha Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) Am 7. Mit der Regierungsbildung wurde Otto Am 15. NDPD. wie für sondern größtenteils von der KPD nach Ost-Berlin delegiert ein demokratisches Staatswesen üblich. Dieses Resultat war DDR-Regierung gehörten acht der SED. Aufkeimende Widerstände werden im Geist des Stalinismus mit repressi- akg-images ven Mitteln bekämpft. die dort nicht gewählt. 312/2011 .und Landtagswahlen stimmung zu den Einheitslisten zu bewegen. die anderen Parteien zur Zu- dass bei den anstehenden Kommunal. che ungültige. der SED-Führung ermöglichen. Republik“ zu geltendem Recht. Oktober 1949 wird die DDR gegründet. Von den 18 Mitgliedern der ersten Organisationen sowie Einzelkandidaten. schlug die SED visorischen Volkskammer der Deutschen Demokratischen Delegiertenwahlen für einen „Deutschen Volkskongreß“ auf Republik“. sprechen. vier der CDU. Am 29. Walter Kastner (LDP) ellen Angaben 66. Am 7. Oktober stellte Ministerpräsident Otto Grotewohl Wahlbeteiligung von 94. Mai 1949 verkündeten „Entwurf Bildung des ostdeutschen Teilstaates zum Abschluss zu brin.1 Prozent befürworteten nach offizi. einer der DBD und ein Parteiloser an. Wahlen zu einem „Deutschen Volkskongreß“ statt. Staatspräsidenten. Doch blieb die politische Legitimation der SED in diesem wurde der verfassungsrechtliche Rahmen der künftigen Teil- Staat ein erkennbarer Schwachpunkt. Oktober 1949 trat der Deutsche Volksrat zu- ten Vorgang der ostdeutschen Staatsgründung eine formale sammen. Dem Deutschen Volkskongress gehörten auch 7. einer der NDPD. Rasch gelingt es der SED. Um dem gesam. Die Gründung der DDR Nach dem endgültigen Scheitern deutschlandpolitischer Über. Mit dem am 30. Am 11. Die Verfassung definierte zwar die Volkskam- Informationen zur politischen Bildung Nr. und Walter Ulbricht (SED) wurden als stellvertretende Minis- liste von SED. Diese Frist sollte zeptierten diesen Abstimmungsvorgang unter der Bedingung. Statt Gewaltenteilung. In ihr stellte die SED mit 96 Abgeordneten die der Basis von Einheitslisten vor. Die anderen Parteien ak. Die Volkskammer erklärte als Akt der Staatsgründung am delt wurden. Bei einer Am 12. indem etli. LDP. Seine 330 Mitglieder konstituierten sich zur „pro- demokratische Legitimation zu verschaffen. Oktober 1949 die „Verfassung der Deutschen Demokratischen Abgesandte aus Westdeutschland an. um die Hintergrund. auf den Oktober 1950 verschoben. Angesichts schwinden. 120 Mitglieder des Volks- bestand im Frühjahr 1949 für die SED-Führung keine Notwen. Die Wahlen zur Volkskammer wurden um Massenorganisationen einbezogen. Oktober 1949 konstituiert sich der im Mai 1949 gewählte Volksrat zur „provisorischen Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik“ und nimmt die Verfassung an – die Geburtsstunde der DDR. einer Verfassung für die Deutsche Demokratische Republik“ gen. aber auch Nein-Stimmen in positive verwan. 173 hatten einen SED- digkeit mehr zu außenpolitischen Rücksichtnahmen. Deutschen Volksrat mit 330 Mitgliedern. rates gehörten den Blockparteien an. war Gewaltenkonzen- worden waren. sein Kabinett vor. Mai 1949 wählte der Kongress einen tration vorgesehen. Am 7. FDGB und zehn anderen terpräsidenten bestätigt. Mai 1949 fanden in der sowjetischen Zone die Grotewohl beauftragt. drei der nur durch starke Manipulation erreicht worden. ein Jahr. CDU. republik abgesteckt. LDP. die auch Gewerkschaften und stärkste Fraktion. Oktober wieder getrennte Wahlvorschläge der einzelnen Parteien zur wählte die provisorische Volkskammer Wilhelm Pieck zum Anwendung kommen würden. der Folgebereitschaft in der Bevölkerung und selbst in der Mitte September 1949 traf eine SED-Delegation in Moskau eigenen Partei war an einen offenen Parteienwettbewerb im ein. ihre Macht auszubauen und Wirtschaft und Ge- sellschaft nach ihren Vorstellungen zu formen. und 16. die ausnahmslos aus einkünfte zwischen der Sowjetunion und den Westmächten der sowjetischen Zone stammten. um die konkreten Schritte zur Gründung der DDR zu be- Rahmen regulärer Wahlen nicht zu denken.1 Prozent der Abstimmenden die Einheits.

NDPD und Mas- folgte. das Gemeinschafts.und Verfassungsgerichtsbarkeit Im Frühjahr 1950 gelang es der SED-Führung. vereinbarten gemeinsamen Wahlvorschlag schen Einheit und zu einem leiden- unter dem Vorsitz von Otto Nuschke zu prozentual wie folgt: schaftlichen Bekenntnis zum Kampfe einer Sitzung zusammen. LDP. Bonn gebilligt. Wahlvorbereitungen für den Großwahl. Für die Volkskammer wird an der im […] In der Sitzung des Demokratischen kammerwahl im Oktober 1950 Artikel 52 der Verfassung der Deutschen Blocks bestand restlos Einmütigkeit Demokratischen Republik festgesetzten darüber. spielte sie jedoch keine Rolle. sodass unter sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen stets der Wahlgang am 15. den 7. der Regie- rung sowie der einzelnen Ministerien mussten zunächst im Politbüro bzw. Juli. Sitzung im August 1950. die wie die stand von CDU und LDP gegen die Einheitsliste für die Volks- Meinungsfreiheit in der Verfassung garantiert werden sollten. die Freundschaft mit allen Völkern zu fördern und den sich in „Sowjetische Kontrollkommission“ (SKK) um. Verfassungstext und Verfassungswirklich. daß es gilt. DBD. Sie verteilen sich in dem und würdigen Manifestation der deut- Parteien. 312/2011 . enthielt: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zuge- wandt. S. […] [D]er Demokratische Block LDP 15. der neben dem Fortschrittspathos auch einen Alle politischen Entscheidungen treffen die Führungsorgane der SED. Dementsprechend galt die Praxis. Eine Verwaltungs. Bauern und neuer „Intelligenz“ als tragenden Säu- len des Staatswesens symbolisierten. Alle politisch und fachlich bedeutsamen Entscheidungen der Volkskammer. „Nationalen Front“ zu akzeptieren.0 vH Berlin.5 vH VdgB 1.0 vH DFD 3. NDPD 7. öko. Der prägende Einfluss der Die individuellen Menschen.7 vH zu nehmen. Verwaltung blieb dennoch sehr stark erhalten. kammerwahlen im Oktober zu brechen. Bechers aus. gelegt. nachdem kritische wurden in der gesellschaftlichen Praxis nur dann respektiert.und Bürgerrechte waren nie SKK auf zentrale Bereiche der Politik. 20 Geschichte der DDR „führende Rolle der SED“ im zentralen Staatsapparat fixierten. Juli 1950 tag am 15. Demokratische Grundrechte. Als Hymne wählte die Regierung einen von Hanns Eisler vertonten Text Johannes R. der zuvor auch keit fielen in der gesellschaftlichen Praxis weit auseinander. FDGB 10. das Politbüro. Die Sitzverteilung in der blik berief. „die Freiheit und die Rechte des Menschen zu tische Besatzung in Ostdeutschland. Oktober 1950 bei einer Wahlbeteiligung machtpolitisch zu interpretieren. DDR-Geschichte in Dokumenten. von 98.5 Prozent nur noch ein formeller Akt der Bestätigung Im Oktober 1949 verabschiedete das zentrale Führungsgre. die aber der marxistisch-leninistischen Staatslehre Volkskammer zwischen SED. den Verfassungstext senorganisationen wurde vor der Wahl ausgehandelt. Spitze stand Armeegeneral Wassili I. die bislang ihr Gerechtigkeit zu gestalten. Juli 1950. war. Abgeordnetenzahl von 400 Mitgliedern 15.0 vH FDJ 5. Oktober zu einer wirkungsvollen front der antifaschistisch-demokratischen festgehalten. CDU. Oktober dieses Jahres Stellung CDU 15.5 vH Kulturbund 5. 63 f.7 vH Leidenschaftliches Bekenntnis für Einheit und Frieden. Oktober DBD 7. weitreichende Beschlüsse. Die jeweils zuständigen Abteilungen des Zentralkomitees be- stimmten sowohl fachlich als auch politisch die Tätigkeit der ihnen zugeordneten Ministerien. Wirtschaft und inneren einklagbar und wurden von den Regierenden willkürlich aus. Am 16. Ein offizieller Bezug zur deutschen Einheit war seitdem nicht nomischen. die Einheits. Tschuikow. teiführer für die Wahlen am 15. der DDR-Regierung. 6. [hat] einmütig die Vorschläge der Par. den Wider- kannte die DDR nicht. einig Vaterland. Informationen zur politischen Bildung Nr. Oktober 1949 die Verwaltungsfunktionen. Führungsmitglieder in den Landesorganisationen beider Par- wenn sie nicht am uneingeschränkten Machtanspruch der teien abgelöst worden waren.). die sich alle Parteien bereit.“ Nach der Machtübernahme Erich Honeckers 1971 mer als höchstes gesetzgebendes Organ. Einmü- tiger Beschluss des Demokratischen Blocks zur Oktoberwahl.0 vH In: Neues Deutschland vom 8.0 vH VVN 3. Sie selbst wandelte dienen.0 vH Genossenschaften 1. Die Verfassung bestimmte das traditionelle Schwarz-Rot- Gold als Farben der neuen ostdeutschen Republik. im Sekretariat des Zentralkomitees eingereicht werden.und Wirtschaftsleben in sozialer 10. In der politischen Praxis konnte die Hymne jedoch nur noch ohne Text gespielt werden. Als Staatsemblem kamen später ein Hammer bpk / Herbert Hensky und ein Zirkel im Ährenkranz hinzu. Berlin als ihre Hauptstadt. SED 25. eine gemeinsame Kandidatenliste der zwar auf die bürgerlichen Traditionen der Weimarer Repu. Dort wurde über das weitere Vorgehen entschieden. laß uns Dir zum Guten dienen. um zu den für den Frieden zu gestalten. schon Chef der SMAD gewesen war. Somit war eine Verfassung entstanden. dem gesellschaftlichen Fortschritt zu zugestanden hatten. Die SMAD übertrug am verbürgen. an deren damals noch gewollten Hinweis auf die Einheit Deutschlands Spitze das Politbüro des Zentralkomitees der SED. mium der SED. denn alle zentralen politischen. die die während auf die übrigen vier Parteien zusammen knapp die Einheitsliste für die Volks. Die SED stellte formal nur ein Viertel der Abgeordneten.3 vH 2010. Deutschland. trafen zentrale Führungsorgane der SED. trat am Donnerstag.3 vH In: Matthias Judt (Hg. Mai 1950 erklärten sich SED rüttelten. kulturellen und sozialpolitischen Entscheidungen mehr erwünscht. die Wahlen vom Der Demokratische Block. Rein formell blieb auch Mit der Gründung der DDR endete auch formell die sowje- der erklärte Wille. die das Bündnis zwischen Arbeitern. An ihrer Frieden zu sichern“.

gangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus. die DDR-Hauptstadt einen herausgehobenen Status. Sekretär über eine herausgehobene Po. Sie rechtfer- en Bezirken traten die jeweiligen Bezirksleitungen der SED in tigte die ständige Suche nach Feinden in den eigenen Reihen Erscheinung. März 1950. Doch die den Westen. Die Tasche stand bereit. Junge Widerständler in Altenburg hinter ihm 14 weitere Angeklagte. beitsweise der staatlichen Organe“ der DDR. Mehrere Stasi-Mitar. Verteidiger sah die Willkürjus. dem Vorwurf von Werkspionage. als es an geschorenen Haaren.. wir nie wieder gesprochen oder gesehen. in getarnten Eisenbahnwaggons nach ren des sowjetischen Machthabers meister. verriet oder wie man ihnen auf die Spur der die Urteile gefällt wurden.“ Was die Schüler nicht wussten: ihn abzuholen. Allen wurden antisowjetische „Die drei zum Tode Verurteilten haben zögerte zu lange. die sie nie begangen net. er vorzeitig entlassen und floh über das Ein halbes Jahr danach. neben und Arbeitslager wegen antisowjetischer schau vom 15. wurden zielstre- de facto als 15. Verbrechen vorgeworfen. […] Er wollte fliehen. Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde in tember 1950. Doch Jörn-Ulrich Brödel den. losen nächtlichen Verhöre hatten wurden sofort abgeführt. und sie kamen. ihren Widerstand gebrochen. Ziele zu erreichen. [. […] Brödel war der Sechste auf der Bank. Ost-Berlin hatte als und auszubauen. um standen auch Taten. [. in: Frankfurter Rund- der Wand ein Stalin-Bild. […] klagebank des Landgerichts Weimar. Am Ende wurde die Haftstrafe auf der Tür schellte. Die gesellschaftspolitischen Wandlungen. […] Wer sie Beginn an in exakt der Reihenfolge. dem sowjetischen Militär überstellt wor. Ihr An. hatten. zählte aber seit 1945 in Angriff genommen worden waren. Sie ge. 25 Jahre festgelegt. 312/2011 . Die Anzahl der Kreise wuchs von 132 auf big weitergeführt. „Eisern gegen Stalin“. der sich auf einen starken hauptamtlichen Apparat schen alten und neuen Machthabern in der sogenannten Über- stützen konnte. Sie beiter und Volkspolizisten standen vor sei. abgeschafft. Stalin hatte die Todesstrafe 1947 zwar ein Samstag. An die Stelle der bis.] gestört. mand hatte mit der Todesstrafe gerech- burg.. Auch er fürchtete den Tod. Zu sechs Tage. tiz nicht vor. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 21 Hälfte der Sitze entfielen. An Richter […] verurteilten Brödel zu 25 Jahren Nicholas Brautlecht. Der „Aufbau des Sozialismus“ akg-images Auflösung der Länder Mit allen Mitteln geht die SED gegen echte und vermeintliche Gegner vor. Mit der Der „Klassenkampf“ von oben Auflösung der Länder zerschlug die DDR-Führung auch die letzten Reste föderalistischer Traditionen und schränkte die Unmittelbar nach der Gründung der DDR ging die SED-Führung demokratischen Möglichkeiten stark ein. drei der 15 wurden zum Tode verurteilt. aber 1950 wieder einge- Freund Ulf Uhlig festgenommen. Brödel ist heute überzeugt: Sowjets in der DDR zum Tode verurteilt. […] Alle waren pe. dazu über. Als die eigentliche Machtzentrale in den neu. baut und damit die Festansprache zu Eh. Am Vortag hatten sie Brödels Der Geheimprozess vor dem sowjeti. Die theoretische Grundlage dazu lieferte Stalins Fiktion über die en Verwaltungseinheit stand der Vorsitzende des Rates des angeblich gesetzmäßige Verschärfung des Klassenkampfes zwi- Bezirkes. zwischen 1950 und 1953 von den viert hatten sie einen Radiosender ge. in in der Strafvollzugsanstalt Bautzen. deren 1. Es war der 25. Jetzt sollten Brödel und seine einem fertigen Drehbuch.. „Wir saßen von Brödel verbrachte dreieinhalb Jahre Freunde dafür büßen […]. Juli 1952 verabschiedete die Volkskammer das „Gesetz DDR. saß Brödel auf einer An. Die ersten Volkskammerwahlen demonstrier- ten. verhört 1952 den Abteilungsleiter eines Schwermaschinenbaus unter über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Ar.“ […] „Nie- ner Wohnung im thüringischen Alten. konnten die bürgerlichen Parteien keine Mehrheiten zusam- menbringen. ist bis heute nicht ganz geklärt. 1949 bis 1953 Vizepräsidentin des Obersten Gerichts der Am 23. schen Militärtribunal 48 240 dauerte führt. Um die anvisierten gesellschaftspolitischen 217. An der Spitze der neu. Der Rat des Bezirkes und der Bezirkstag traten an die Stel. Die drei Richter waren nur Zeremonien. die Macht bis in die Führungszirkel der Partei hinein.“ Die ersten Mehrere Monate nach Stalins Tod wurde kam. politische Gegnerschaft auszuschalten. allesamt mit kurz lager wegen Bildung einer illegalen Grup- Es war schon nach Mitternacht. Propaganda und 20 Jahren Arbeits- darunter drei Frauen. Bezirk. und die end. galt es.] Rund 1000 Deutsche wurden griff auf Stalin lag drei Monate zurück. Da aber unter den Abgeordneten der Massenorganisationen viele auch Mitglied der SED waren. Sie kamen in Zivil. Juni 2011 Informationen zur politischen Bildung Nr. dass die herrschenden Machtverhältnisse durch diesen scheindemokratischen Abstimmungsmodus nicht mehr ver- ändert werden konnten. Anfang Sep. le von Landesregierung und Landtag.. ihre Herrschaft in Staat und Gesellschaft zu festigen herigen fünf Länder traten nun 14 Bezirke. Das zunächst harmlos klingende Gesetz begründete eine bis 1990 gelten- de administrativ-territoriale Neugliederung der DDR. Hilde Benjamin. und die Ausschaltung unliebsamer Konkurrenten im Kampf um sition verfügte. die Angeklagten Statisten in Moskau verschleppt und hingerichtet.

die neuen Beziehungen zwischen den a) Das Zentralkomitee der Sozialisti- Menschen und den neuen Menschen schen Einheitspartei hält die Zeit für Der Kampf gegen den Formalismus in Kunst und Literatur. unmittelbare Verbindung Entartung und Zersetzung sind charak. erforderlich: dieser Arbeit planmäßig organisiert werden. die Far.22 Geschichte der DDR Die SED folgte dieser Theorie mit einer geradezu manischen gegründeten Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sowie Suche nach Parteifeinden. zersetzte und kor. innerparteilichen Lebens. deutet damit eine direkte Unterstützung mit den Aktivisten. Nikolai Orlow: Wege und Irrwege moderner Kunst. Künstler am politischen Leben und am Wenn die Malerei aufhört. MAS und VEG usw. Schaffung des Ministeriums für Staats. licher als auf dem Gebiete der Wirtschaft. ten. der politischen Justiz ausgingen. dann ist das zur Zerstörung des Nationalbewusstseins. 317 ff. ihr fremde Ansichten und tete diese feindlichen Anschläge mit der rumpierte Elemente. lich von „kapitalistischen Elementen“ für den gesellschaftli- sionen. (Beifall. Tagung vom 15. demokratischen Deutschland. und parteifremder Elemente die Partei daß sie mit dem Volk fest verbunden gefestigt hat. das Ende der Malerei. das berufen ist. 312/2011 . Es muss erreicht werden. In enger Zusammenarbeit perialismus“. S. den völ. Da die aktive Teilnahme der Gesellschaft aus unnütz. die um ihrer per.. und Maßnahmen zu ihrer der Arbeit der Theater. dem 1950 chen Fortschritt ausgehen würden. demokratischen Neuaufbau. Sie wird inhalt. unter dem Vorwand oder zustellen. um die innere Lage der „Parteisäuberungen“ wurden ein ständiger Bestandteil des DDR mit repressiven Mitteln zu überwachen. kommen Neues“ zu entwickeln. die inneren Kräfte. und auch feind.. attentaten und Sabotageakten gegen antwortlich fühlen. sönlichen Vorteile willen in die Par- sicherheit. Wilhelm Pieck: Die gegenwärtige Lage und die Aufgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Rundschau vom 20. Eisenbahn. […] auch der irrigen Absicht. Andererseits litten besonders CDU Immer öfter wurden die Gefahren beschworen. nicht gel. Das führt zu schüsse der Nationalen Front des Figuren. sind Optimismus und das Streben vorwärtszukommen. Schädlingsarbeit auf dem Gebiet der andere Verbrecher schrecken vor Diversions. die Organe der waren. der Institute der bildenden Kunst […] Die formalistischen Künstler wollen Die Hauptursache für das Zurückbleiben und der Kunsthoch. Imperialismus. Linien. z. abzubringen. von imperialistischen Spionagediensten In: Matthias Judt (Hg.und -fachschulen die Forderung. das Volk stützen und sich dem Volke ver. die Partei vom unsere Volkswirtschaft nicht zurück. rechtsstaatlich gesicherter Normen. hält das Zentral. Januar 1951. Saboteure und Attentäter.. S. der staatlichen Kunst . die S. das Licht usw. gesellschaftlichen Organisationen. […] gekommen. die vertrauensvoll in die Zukunft Um auf dem Gebiet der Kunst weiter die Voraussetzung für eine erfolgreiche blickt.) […] in unsere Reihen geschickt worden 2010. 57. […] genen Betrieben. die Generalsekretär Walter Ulbricht nicht nur mit den Staatsanwaltschaften operierte das MfS außerhalb außerhalb. Gleichzeitig wurden aus der Partei richtigen marxistisch-leninistischen Wege Die Regierung unserer Republik beantwor. sondern auch innerhalb der Partei vermutete.-17. […] einander entsprechen müssen. der Epoche ergibt sich aus der Herrschaft h) Durch das Studium des Marxismus- ten lassen. leer. sich in ihrer gesamten Tätigkeit auf Ideologie ist in gewissem Sinne gefähr- akten. an den sinn in Würfelform zeichnet. tei gekommen waren. die von staatlichen Organen wie der Polizei. März 1951. DDR-Geschichte in Dokumenten. und die enge. Für eine aufsteigende Klas. komitee der Sozialistischen Einheitspartei ist. die Wirk. Es versteht sich von selbst. Brandstiftungen. In: Tägliche für Kunstangelegenheiten vorzuberei. [Rede am 20. Informationen zur politischen Bildung Nr. des Formalismus in der Kunst sowie Leninismus – der Wissenschaft von den be. deren Hauptaufgabe die Anleitung Bonn 2010. te Merkmal des Formalismus besteht in seiner Aufwärtsentwicklung richtig dar- los. und die Schönheit einer neu Deutschlands folgende Maßnahmen für die Teilnahme der Kunstschaffenden an entstehenden Gesellschaftsordnung. der Aus- Stelle von Menschen stereometrische Kulturerbe zu vollziehen.B. Tanz und Gesang. viele Karrieristen. Bekämpfung Einrichtungen für Musik. an lichkeit darzustellen. die Schädlinge. Juli 1950 auf dem III.). Weltanschauungen aufzuzwingen. S. das Leben in die Kunst aufs äußerste. Arbeitern und An- teristisch für eine ins Grab steigende der Kriegspolitik des amerikanischen gehörigen der Intelligenz in den volksei- Gesellschaft. Bonn lich zu machen. SED-Parteitag] unserer Republik zu fassen und unschäd. dass Staatssicherheit und der Justiz sind wei. muß durch die Leitung der Verbände den Adel. etwas „voll. […] Das wichtigs. in den Vordergrund und aus Unklarheiten über Weg und Methoden Entwicklungsgesetzen in Natur und halten diese für die „Hauptperson“ des Kunstschaffenden in der Deutschen Gesellschaft – wird es den Kunstschaffen- im Bilde des Malers. Sie stellen die Form. Der staatliche Sektor der „Schädlingsarbeit“ ter zu festigen. Beide Texte in: Matthias Judt (Hg. ideenlos und vom Standpunkt der dem Bestreben. […] Die anglo-amerikanischen Agenten und sind. ten. die Vertreibung feindlicher Spione „Irrwege“ moderner . den am besten möglich.. DDR-Geschichte in Dokumenten. Entschließung des ZK der SED selbst darzustellen. alle Feinde liche Agenten ausgeschlossen. […] Durch sie wird versucht. se. Entwurzelung der nationalen Kultur. die Staatliche Kommission auf der 5. Saboteuren und „Agenten des Im. In: PROTOKOLL 1951. In: LAUTER 1951. daß Form und Inhalt in der Kunst hinter den Forderungen sein wird. Dadurch verarmt Demokratischen Republik. auf die Signale der Werktätigen ach. 486 Unsere Volkspolizei. Punkte und anderen Un. die angeb- und LDP sowie die Kirchengemeinden unter massiven Repres. und der Maler an ligen Bruch mit dem klassischen der Arbeit der Friedenskomitees. […] fördert den Kosmopolitismus und be./21. für eine fortschrittliche deutsche Kultur. 148-167. Gestaltung von Gegenwartsproblemen charakteristisch.).

den totalitären Herrschaftsan- spruch der SED in Staat und Gesellschaft durchzusetzen und jegliche Kritik daran zu unterdrücken. 312/2011 . vermeintlichen „Versuche. beschränken. Erster Kulturminister wurde der Schriftsteller Johan- ostdeutsche Gesellschaftssystem künstlerisch zum Ausdruck nes R. Vergleichbare Attacken gab es auch gegen Schriftsteller. Als Vorstufe zum Kommunismus wurde der Sozialismus definiert. Dazu gehörten die ökonomische Entmachtung der noch bestehenden Privatindustrie. Betroffen war u. die bei der Entwicklung hin zum Kommunismus schrittweise überwunden werden müssten. in der die Menschheit ohne soziale Gegensätze („Klassen“) und frei von jeglicher Ausbeutung lebt. Die Staat- mistischen Kunst“ erzwungen werden. gebracht werden sollte. darunter mehrere Mitglieder der 1950 gegründeten Akademie der Künste (AdK). den „Widerstand der gestürzten und enteigne. Musik und liche Kommission für Kunstangelegenheiten wurde wieder Kunst hatten sich nunmehr am „sozialistischen Realismus“ aufgelöst und Anfang 1954 das Ministerium für Kultur einge- zu orientieren. volksverbundenen und opti. die besonders häufig kritisierten Hinwendung zur „parteilichen. Informationen zur politischen Bildung Nr. Becher. die nicht mit den Dogmen des Marxis- mus-Leninismus übereinstimmten. Marxismus-Leninismus als herrschende Welt- mus in Kunst und Literatur. zu liquidieren. der Komponist der DDR-Nationalhymne und Nationalpreisträ- ger Hanns Eisler. jedoch gibt es A1PIX / Your_Photo_Today noch soziale Unterschiede. Juni 1953 sah sich die SED-Führung al- Abkehr vom „westlich-dekadenten Kunstbetrieb“ und die lerdings dazu gezwungen. Lenin und anfangs Auch die Kunst hatte sich den Parteivorgaben unterzuordnen. Mit staatlichen Sanktionen sollte eine dem Aufstand vom 17. Maler und Theaterregisseure. Plenum des ZK der SED verab- schiedete die Entschließung „Der Kampf gegen den Formalis. W. Literatur. I. Zuspitzungen ihrer Kulturpolitik zurückzunehmen. für eine fortschrittliche deutsche anschauung Kunst“. Mit der kulturpolitischen Offensive sollte auch der Marxis- richtete. Herrschende Weltanschauung der SED war der Marxismus-Leninismus: Lehrgang in der Parteihochschule „Karl-Marx“ der SED. Der darauf folgenden kulturpolitischen Kampagne mus-Leninismus als herrschende Weltanschauung durch- gesetzt werden. stellung zum Opfer. im Stil des sozialistischen Realismus trat mit dem Anspruch auf. die forcierte Kollektivie- rung der Landwirtschaft und der Kampf gegen alle politisch- kulturellen Bereiche. Die zum Dogma erhobenen Lehren wiesen der Kommunisti- schen Partei die „historische Mission“ zu. Als oberstes Ziel galt zwar theoretisch die Verbesserung der Lebensumstände der arbeitenden Menschen. die sich gegen namhafte Künstler. Er umfasste die von den sogenannten Klas- sikern (Karl Marx. vereinte Jugendgruppen innerhalb der evan- gelischen Kirchengemeinden. pessimistischen Charakter“ besäßen und die davon ausgehen- ten Großkapitalisten und Großagrarier“ zu brechen sowie ihre de Wirkung der Bevölkerung nicht zugemutet werden könne. deren Engagement dem ideo- logischen Zugriff der SED auf die heranwachsende Jugend im Wege standen. Darunter litten vorrangig bpk / Herbert Hensky die Institutionen der Kirche. Kom- zustellen“. die Macht des Kapitals wiederher. Als wirksames Kontollinstrument entstand am 31. Friedrich Engels. Fenster im Josef W. Walter Ulbricht kündigte wieder. Juli 1952 tagende zweite Parteikonferenz der SED erklärte den „Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe“.a. weil die Werke des Bildhauers nach Mei- holt in seinen Reden an. indem eine eindeutige Parteinahme für das richtet. die menschliche Entwicklung wissenschaftlich erklären und voraussagen zu können. Kleinmachnow 1950 Beschleunigter Kurs auf das sowjetische Gesell- schaftsmodell Die vom 9. insbesondere die „Junge Gemein- de“ in der DDR. dessen Entwürfe zu seiner Oper „Johannes Kulturpolitische Offensiven Faustus“ einer vernichtenden Kritik unterzogen wurden. In ihm sind zwar die Kapi- talisten enteignet und die Kommunistische Partei herrscht uneingeschränkt („Diktatur des Proletariats“). die „kapitalistischen Elemente“ zu nung der SED-Kunstexperten einen „düsteren. Das Mitte März 1951 tagende 5. August 1951 Der verschärfte „Klassenkampf“ betraf auch den Bereich die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten. bedrückenden. Nach von Kunst und Kultur. Stalin) begründeten weltanschaulichen Lehren und Staatsratsgebäude Berlin. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 23 Wirtschaft sollte in kürzester Zeit auf Kosten der privaten Be. bis 12. praktisch dien- te die Ideologie jedoch dazu. fiel selbst eine von der AdK präsentierte Ernst-Barlach-Aus- triebe ausgebaut werden. ponisten. „Schöpfer“ der kommunistischen Gesellschaftsformation zu sein.

Wir wissen von unbegreiflich hohen Strafen in Fällen. der Aufbau von bewaffneten Streitkräften. der industriellen Bruttoproduktion erbrachte. Als die wirtschaftlichen Erfolge Wiedervereinigung Deutschlands“ machen wollten. daß wir kein Wort von den Angriffen glauben. Kleine Geschichte der DDR. wirtschaftspolitik aus. in der „Jungen Welt“. Kredite zu kündigen bzw. häuften sich die Engpässe in der Versorgung.und Gewissensfragen auf Glieder der neue zu verweigern und letztlich auch private Unternehmen Evangelischen Kirche innerhalb der Deutschen Demokratischen zu konfiszieren. Da in denen ein unverantwortlicher Druck auf junge Menschen aus. Die Fol- geworden. daß wir diese Methode der Rechtspraxis wie auch des Vor- gehens gegen junge Menschen als unmenschlich empfinden. gegen die Ähnlich gravierend wirkte sich der Kurswechsel in der Land- Junge Gemeinde erhoben worden sind. droht untragbar zu werden. S. Ab dem Produktionsgenossenschaften zusammenzuschließen. gen waren Produktionsrückgänge und Bankrotte im privaten derer Härte vorgegangen wird und welche Mittel dabei angewendet Unternehmerbereich. die das allgemeine Rechtsempfinden der gesamten zivilisierten Welt völlig anders beurteilen würde. die Staatliche Plankommissi- on (SPK).1 Milliarden Mark. Zugleich stiegen die staatlichen Ausgaben für den Ausbau der industriellen Basis. die weitere Zentralisierung der staatlich geleiteten Industrie. Wer die Einheit Deutschlands will. zugewiesen. dem Organ des Zentralrates der FDJ. daß gegen die Glieder der Jungen Gemeinde mit beson. wurde die Schuld den „reaktionären Großbauern“ und Sabotage gehören nicht zu den Mitteln christlicher Wirksamkeit. 66 Mit der zweiten Parteikonferenz wurden staatliche Prozes- se beschleunigt. die Ausgestaltung der bereits eingeleiteten staatlichen Verwaltungsreform. 312/2011 . versuchte. Steu- Kirchenkampf errückstände rigoros einzutreiben. darf mit Deutschen nicht so umgehen. Uns ist bekannt. die tungskosten für alle Bevölkerungsgruppen. In ihres Glaubens zu brechen.1 Milliarden und jährliche Besatzungskosten von 2. die im laufenden Wirtschaftsplan nicht vor- gesehen waren. insbesondere in der Stahl. Die zusätzlichen Militärausgaben machten 13 Prozent der Ausgaben im Staatshaushalt für das Jahr 1953 aus. In: Hermann Weber (Hg. in denen junge Menschen. das Finanzproblem durch das Streichen akg-images von Subventionen und durch Preiserhöhungen zu lösen. Der Druck. daß Verhaftungen vorge. ohne daß den Beschuldigten der Grund ihrer Ver.und Sozialversicherung aus. schärfung des „Klassenkampfes“ auf dem Lande galt. die bereits in Gang gesetzt worden waren. der Folge drastischer Preiserhöhungen stiegen die Lebenshal- Wir erklären. Bei Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtun- Republik ausgeübt wird. Das Finanzministerium erhöhte die Steuern und Abgaben für den Mittelstand. private Unternehmer sowie In den frühen 1950er Jahren übt die SED massiven Druck auf die Bauern Großbauern und schloss die Selbstständigen aus der bis dahin aus.und Eisen- industrie. cher Druck zur Bildung von Landwirtschaftlichen Produktions- daß sie die Junge Gemeinde zu einer „Terrorgruppe zur Sabotage der genossenschaften (LPG) ein. der im Jahre 1952 immerhin 20 Prozent werden. Januar 1951 legte DDR-Industrieminister Fritz Selbmann den Grundstein für den ersten Hochofen im Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) bei Fürstenberg an der Oder. September 1951 den Betrieb aufnahm. Im Herbst 1952 setzte massiver staatli- Wir kennen diese jungen Christen und wissen. gen drohte der gewaltsame Entzug des Eigentums. der am 19. für Handwerker. die privaten Unternehmer lebenswichtige Gebrauchsgüter geübt worden ist mit dem Ziel.). Der Ausbau der Kasernierten Volkspolizei (KVP) zu einer regulären Ar- mee kostete vom Sommer 1952 bis Mitte 1953 über zwei Mil- liarden Mark. Die oberste Planungsbehörde.24 Geschichte der DDR Herbst 1952 ermöglichten verschiedene Verordnungen. Wir wissen von anderen noch schwereren Fällen. das Rückgrat ihrer Gesinnung und produzierten. die staatlichen Eingriffe die gesamte Wirtschaft treffen. Wir erklären. Verflechtung von privater und staatlicher Industrie mussten von der Schule verwiesen und am Abschluß ihrer Ausbildung gehindert wurden. Am 1. der fortge- setzte Umbau des Rechtswesens sowie eine stärkere Unter- ordnung von Kunst und Kultur unter das staatliche Macht- konzept der SED. Wir wissen von vielen Fällen. Das Ablieferungssoll für die pri- der Verhafteten bekanntgegeben wird. Aufgrund der die ihre Gliedschaft in der Jungen Gemeinde nicht aufgeben wollten. Hinzu kamen jährliche Reparationsverpflichtungen in Höhe von 1. ihre Selbstständigkeit aufzugeben und sich in Landwirtschaftlichen allgemeinen Kranken. Erklärung der Evangelischen Bischofskonferenz zur Lage der Kirche in der DDR 1953. Zugleich nommen werden. Terror. Dazu zählten der Ausbau des Grenzregimes. erhöhte sich der ökonomische und administrative Druck auf haftung mitgeteilt oder den Angehörigen der Aufenthaltsort die bäuerlichen Wirtschaften. der in Glaubens. was laut SED-Propaganda als Beweis für die Ver- Uns ist weiterhin bekanntgeworden. Köln 1980. Informationen zur politischen Bildung Nr. daß es nicht wahr ist. Verrat ausblieben.

Mai zurückgenommen sei. sich dessen Nachfolger um die rapide abnehmende politische Stabilität der DDR. brachte diese Mitteilung das worden waren. Im Dezember 1952 wurde der liberaldemokratische Mi- und dem Boden abzuschaffen. Die Strafverfolgung bei Ver. Diebstahl oder Unterschlagungen von geringfügigem Wert ihre Zahl stieg im Folgejahr auf insgesamt circa 408 100. Mai 1953 erlassene Verfügung des gen nahezu alle Bevölkerungsschichten erfasste. Die Zahl der sich 2718 SED-Mitglieder. Landwirte. Bis Ende nen Berichten war von 120 000 Flüchtlingen in den ersten vier März 1953 wurden über 10 000 Personen auf der Grundlage Monaten des Jahres 1953 die Rede. schleuster Agenten und den Einfluss innerer Feinde zurück. dass man „in der Vergangenheit eine Reihe von der. Er wurde im Juli 1954 zu zehn Jahren Zuchthaus oder tatsächlich verübte Wirtschaftsverbrechen prägte auch verurteilt. bracht. der Arbeitsnormen „in vollem Umfang richtig“ seien und auf- die ihr am 2. (Zahlenangaben nach: Ilko-Sascha Kowalczuk u. Mit Schauprozessen heizte die SED-Führung den selbst die innenpolitische Atmosphäre. um beim Ministerrat die Herabsetzung der nen Änderungen der Lebensmittelkartenzuteilung. tere Verschärfung durch das im September 1952 verabschiede. Geburtstages von Walter Ulbricht. Im Jahre 1952 verließen neue Strafprozessordnung. ate (Energieversorgung und Kohle). litik und deren theoretische Untermauerung zu rechtfertigen. von der Der Aufstand am 17. marsch erwuchs ein Aufstand. Das Politbüro versprach. Juni. Der Tag x – 17. mehr stoppen. Der im Februar 1953 verkündete 60. Vor allem schenkte die politische 30 Prozent. Das SED-Politbüro führte die sich dramatisch mehrenden öko- die ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit völlig überforder. erklärten „Klassenkampf“ an. dass die Beschlüsse über die Erhöhung „Neuer Kurs“ schließlich zaghafte Korrekturen ihrer Politik ein.oder Haftstrafen verurteilt. tung Stadtzentrum. In ten. in denen nach „Saboteuren“ Die rigide Landwirtschaftspolitik gegen selbstständige Bauern als Verursacher der Wirtschafts. wurden zu Geld. 312/2011 . Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 25 vaten Bauernwirtschaften erreichte im Jahre 1953 eine Höhe. unter dem Vor- fene Bauern in die Bundesrepublik abwanderten. musste. Eine pauschale Erhöhung der Arbeitsnormen dern sollten im Gegenteil die Hauptlasten der wirtschaftlichen im Mai 1953 sollte faktisch zu niedrigeren Löhnen führen. ehe er von den aufgebrach- Methoden der Steuererhebung sowie die Maßregelungen von ten Demonstranten am Weiterreden gehindert wurde. Am 16. Das bedeutete eine reale Lohnsenkung von 25 bis zunächst unbeeindruckt. Informationen zur politischen Bildung Nr. beschwichtigend vor die Menge zu treten. nister für Handel und Versorgung. die SED-Spitzenfunktionäre hatten gar nicht erst den Mut aufge- in diesen Bereichen begangenen „Fehler“ alsbald zu korrigieren. Als am 16. festgesetzt. dass der Normenbeschluss rigide Eintreibung des landwirtschaftlichen Abgabesolls. die „Lebenshaltung“ aller so. a. die Versorgung der Bevölkerung systematisch sa- Das rigide Vorgehen von Polizei und Justiz gegen angeblich botiert zu haben. Karl Hamann. Die Rück- Ebenso wurde in Aussicht gestellt. Andere Mitgliedern der Jungen Gemeinde. (Hg. Juni 1953 die Gewerkschaftszeitung Im Juni 1953 leitete die SED-Führung unter dem Stichwort „Tribüne“ verkündete. das private Eigentum an den Produktionsmitteln wurde. Zur Besserung der Lage schlugen sie vor. der Tag des Arbeitern kaum Beachtung. um auf diese Weise ihre eigene Po- stößen gegen das geltende Wirtschaftsrecht erfuhr eine wei. Juni 1953 von der sowjetischen Führung auferlegt rechterhalten bleiben würden. die trieminister Fritz Selbmann bekannt. Die am 28. ter empfanden diese Terminsetzung als beißenden Hohn. Aus dem Protest- jedoch aus: Die Belastungen der Industriearbeiter fanden kei. wurf verhaftet. nomischen Schwierigkeiten auf das Wirken von außen einge- te. dass viele betrof. wurde nicht zurückge- DDR ließ die Parteispitze trotz vorliegender Informationen nommen. Juni 1953. Erwähnt wurden die vorgenomme. So war dann im Kommuniqué des SED-Politbüros vom 9. März 1953 sorgten Fass zum Überlaufen. die ihr Ablieferungssoll nicht vollständig erfüll. Juni 1953 und seine Folgen Der „Neue Kurs“ Ministerrates der DDR. Juni formierte sich ein Demonstrationszug in Rich- Fehlern“ begangen hätte. Nunmehr wurden Forderungen nach Rücktritt Ein entscheidendes Problem klammerte der „Neue Kurs“ der Regierung sowie freien Wahlen erhoben. Sie zung von Lohnzuschlägen sowie Rückstufungen in niedrigere sahen sich durch den „Neuen Kurs“ keineswegs entlastet. Nicht wenige das Visier politischer Anklage gerieten vor allem das Ministerium wurden zwangsweise enteignet und ihre Höfe den sich neu für Handel und Versorgung sowie verschiedene Staatssekretari- bildenden Genossenschaften zur Bewirtschaftung übergeben. Als Termin für das Inkrafttreten der administrativ Führung den sozialen Spannungen und Konflikten unter den verordneten Normerhöhung wurde der 30. nahme der Normerhöhung konnte die Protestbewegung nicht zialen Gruppen zu verbessern.und Versorgungskrise gesucht zielte darauf. die vom 28. Darunter befanden sich auch derartiger Verfehlungen gerichtlich belangt. son- Lohngruppen zu. was für die Parteiführung alarmierend sein in Haftanstalten der DDR befindlichen Personen stieg im Zeit. Nach dem Tod Stalins am 5. die eine Erhöhung der Arbeitsnorm in allen Betrieben der volkseigenen Industrie um durchschnitt- Die Reichweite der aufbrechenden Herrschaftskrise in der lich zehn Prozent zum Inhalt hatte. die Über. Juni An der Berliner Stalinallee legten die Bauarbeiter die Arbeit nie- 1953 zu lesen.). Juni 1953 „Forcierung des Aufbaus des Sozialismus“ Abstand zu nehmen. der in den darauffolgenden Ta- ne Erwähnung. Normen zu fordern. In inter- wurden langjährige Zuchthausstrafen verhängt. Vor dem „Haus der Ministerien“ gab Indus- nahme enteigneter oder verlassener bäuerlicher Betriebe. Der „Aufbau des Sozialismus“ und der „Klassenkampf von te „Gesetz zum Schutz des Volkseigentums“ sowie durch eine oben“ verstärkten die Massenflucht. die Unzufriedenheit und die Flucht der Be- völkerung. Die Arbei- „Feldzug für strengste Sparsamkeit“ mutete ihnen eine Kür. Bereits für geringe Vergehen wie rund 232 100 Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik. Krise tragen. Sie bewirkte. Berlin 1995) Der 17. raum von Mitte 1952 bis Mitte 1953 von 30 000 auf 61 000.

Die offiziellen DDR-Medien behaupteten. Nach bekanntem Muster sprach die SED-Führung die Schuld liner Betrieben. wie Funktio- 16. zu. Bericht des Zeitzeugen Horst Schlaffke. Unterstützt die Arbeiter. nacheinander auf 51 Kreisstädte.. Juni 1953. tiggestellt worden. die den Aufstand mit Panzereinsatz 1953. Vergebliche Gegenwehr am Leipziger Platz in Ost-Berlin bpk / Wolfgang Albrecht akg-images Arbeitsniederlegung in der Die Bauarbeiter von der Staatsoper Die Volkserhebung am 17. Um die Mittagsstunde de an diesem und den darauffolgenden Tagen gestreikt. unnötiges Blutvergießen. der allen Belegschafts- Verkehrspolizist den ganzen Verkehr. In mehr als 560 Orten wur. Vermeidet diskutierten am Arbeitsplatz und führten und liegen.15 Uhr [am Morgen des fuhr direkt vor unserem Zug ein roter Straßen Ostberlins. Überall hieß es auf dem Bau: keinen Unsinn!“ riefen sie.Red. sagte einer. Alles lachte.“ „Wollt in den Hallen kleine Versammlungen rem Bau marschierten mit. sowjetische Militär zu Hilfe zu rufen. spontan wurden Betriebsräte. Die Funktionäre turhaus mit einem riesigen Saal fer- Am Alexanderplatz stoppte der wurden von ihrem Wagendach herunter. brach sich jetzt Bahn. Merseburg und der SED unverzichtbar war. Juni – Anm. Juni 1953 hatten sich die Demonstrationen weit über Die SED-Führung sah letztlich keinen anderen Ausweg. len keine Sklaven sein!“ riefen wir Zuge bekannt.] hörte ich meine BMW bzw. S. Der Aufstand konnte nur mit militärischer staut hatte und nie offen in Versammlungen ausgesprochen Gewalt niedergeschlagen werden. Karl Wilhelm Fricke (Hg. beendet. Am 17. Sie liefen sen und verbrannt wurden. Präsenz sowjetischer Truppen in der DDR für den Machterhalt gung gab es in den Industriezentren Halle. Transparente und Kollegen rufen: „Schaut mal auf die jetzt heißt.“ stand die DDR im Zeichen der Volkserhe- der als Maschinist in Block C-Süd der Einige Studenten […] traten in unseren bung. „Marschiert dort keine Hand gerührt. als das Ost-Berlin hinaus ausgeweitet. Juni Die SED ruft die Sowjetmacht zu Hilfe. In der Nähe der Wilhelmstraße Es kam zu tumultartigen Szenen in den Etwa um 9.] ter von Block 40 und trugen voran Gefahr. da die Arbeiter sieren konnte. In diesem Moment. Juni 1953 geriet das Herrschaftssystem für den Aufstand „feindlichen Agenten und Provokateuren“ der SED das erste Mal an den Rand des Zusammenbruchs. hatte.). oder es wurden die örtlichen Machtzentralen von Ost-Berlin den Ausnahmezustand in der Stadt. Auf Belegschaftsversammlungen diskutierte man allen Bezirkshauptstädten herrschte Kriegsrecht. so fuhr Informationen zur politischen Bildung Nr. durch. Die Arbeiter „Kommt. angehörigen Platz bot. und Als ich morgens zu dem mir zugeteilten ein Transparent. […] damit unser Zug ungehindert pas. Zwei Funktionäre stiegen Losungen. es wurde heftig. ihr denn auf uns schießen?“ fragten wir. des 17. Juni Stalin-Allee nahmen wir mit. 26 Geschichte der DDR Am 17. 17. wurde men“. überrannt zu werden. aus und redeten auf uns ein. Juni stand Ostberlin. dass die worden war. vor Lachen und gaben dem großen gesamten Belegschaft herbeizuführen. „Wenn ihr rüberkommt. Ilse Spittmann. Erste Demonstrationszüge bilden sich in Berlin.“ Mindestens 90 % von unse. dann schießen teilung zu Abteilung miteinander Ver- migen Bewegung an allen Baustellen die auf euch“.[. 312/2011 . Wir gin. um eine Versammlung der vorbei. was sich bisher ange. 118 hier in Aktion versammelt waren. auf welchem stand: nun stiegen sie aufs Dach ihres Autos volkseigenen Großbetrieb Bergmann- „Wir fordern Herabsetzung der Nor. wie es in der Sowjetzone närsautos umgeworfen. laßt alles stehen nicht in die Westsektoren. Vor der Linden- Universität riefen wir: „Studenten reiht Am Morgen des 17. […] Köln 1982. Wir brüllten bindung auf. wir wol. Zug ein. EMW. ganze Bezirke und Landkrei- legschafts-Ausschüsse gewählt. Magdeburg sowie im Industriebezirk Leipzig und in Ost-Ber. auch Parteiabzeichen abgeris- Straße!“ Draußen kamen die Bauarbei. und gestikulierten wild. Vertrauensleute nahmen von Ab- gen zunächst in einer großen kreisför. reiht euch ein. Alles. se ausgedehnt. Stalin-Allee arbeitete.. In fast gestürmt. Die stärkste Streikbewe. de. Streikkomitees und Be. gezogen. euch ein. Ich sah. Er verdeutlichte. „Macht Borsig in Berlin-Wilhelmsruh kam.d. kommt. es habe ein „fa- Unmut über wachsende Belastungen führt zum Volksaufstand am 17. „Berliner. Juni verhängte der sowjetische Militärkommandant monstriert. was sich vorne abgespielt Vor kurzem war hier ein sogenanntes Kul- nach allen Seiten.

mindestens 25 hatten ihr Leben verloren. Auch die Parteibasis blieb nicht verschont: Von Juli 1953 bis März 1954 wurden 23 173 Mitglieder aus der SED ausgeschlossen. gegen die Räte. Juni gingen Polizei und Justiz Milliarde Mark. die bis zum Ende der DDR wirkten. und unzuverlässig erwiesen hatten. darunter der sozialdemokratische Vor. wuchs die Kaufkraft der Bevölkerung um mehr als eine halbe funden. die wirtschaftlichen reiche Aktion der Sowjet(Räte)macht tion durch Brandstiftungen. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg. Informationen am Betriebstor zu versammeln. In der Zeit nach dem 17. Als Folge des Juni-Aufstandes verstärkt die SED die militärischen Machtstruk- rung während der entscheidenden Stunden als wankelmütig turen. Juni veranlassten Partei und Aber auch gegen Kritiker in den eigenen Reihen griff die Regierung eine Neuordnung der militärischen Machtstruktu- SED-Führung kompromisslos durch. Im März 1956 wird schließlich die Nationale Volksarmee gegründet. Chefredakteur der Parteizeitung „Neues kampfgruppen“ personell verstärkt.). Bauarbeiter durch Hetzlosungen in Es wurde eine Entschließung angenom. die Das war eine elementare.). Juni 1953: „Über die Lage ein Arbeiter auf das Podium und for. […] sche Abrechnung mit dem SED-Regime. Als weitere Reaktion auf den 17. Als Ergebnis von Preissenkungen es mir durch den Kopf. hatte ihn Er warf […] seine mit Schwefel-. Um 13 Uhr war der Ausnahmezustand durch Folgen unserer Politik im letzten liche Auseinandersetzung. Sozialpolitik entwickelte sich fortan zu einem prägenden Strukturelement. umzufälschen und dieser Demonstra- schuß bevollmächtigte. festgenommen. Ein Traum. sich mittags Kriegsverbrecher. triebsausschusses – verhaftet. S. 312/2011 . Als politisches In: Hermann Weber (Hg. […] Ausschüssen in anderen Betrieben in S. Bonn das Stadtzentrum zu demonstrieren – onen vorbereitet und ausgerüstet. Am 30. sitzende des soeben gewählten Be. tische Stadtkommandant. 240 f. hatten intern staatlichen Betrieben und Einrichtungen entstanden waren. zur politischen Bildung Nr. der nicht entführbar ist. Bd. gehört dieser Betrieb monstrationen im Gange. So sollte in der Deutschen Demokra- Verbindung zu setzen. Zwischen 8000 und 10 000 Menschen wurden Gesellschaftssystems bewahren. eine partielle Kurskorrektur und moderate Praktiken der Herr. Der Gegner benutzte zur Auslösung Dauer dieser Aktion. um in kriminelle Elemente in Terrororganisati. die verhaf. S. leidenschaft. Einheit und Frieden verlegt werden. Zwischen Krise und Konsolidierung Ausbau des Machtapparates Der Schock über die Rebellion der Arbeiter saß tief.und Benzinflaschen sowie mit dem Betrieb wurden genannt. der sowje. sowjetische Truppen die Straßen durch.] Namen von Arbeitskollegen aus verhängt. Seit September 1953 wurden die bewaffneten „Betriebs- Rudolf Herrnstadt. mißhandelt worden wa. einiger Teile der Bevölkerung. welche auf Veranlassung Deutschland“ und zugleich Kandidat des Politbüros. die den gewählten Arbeitsaus. München 1967. […] 1991. gen und Schießereien den Charakter schaft zu vertreten und sich mit ähnlichen Heinz Brandt. […] Der Demonstrationszug kam nicht weit. Unmittelbar darauf kämmten phor. Jahr entstanden waren. die sich in den Augen der Füh. errichtet und Deutschland der Weg zur gung Deutschlands durch freie demokra. sowie der SED bereits Mitte 1952 als paramilitärische Verbände in der Chef der Staatssicherheit. Köln 1980. Im Rahmen des „Neuen Kurses“ gab es Aufbesserungen für untere Lohn- gruppen sowie bei Renten. Die Spitzenfunktionäre ren. tilere Herrschaftsmethoden sollten die Grundstrukturen des ler Härte vor. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 27 schistischer Putschversuch“ mit Hilfe des Westens stattge. die „Rädelsführer“ – gabe. Es lebte sich wieder leichter in der DDR. Militaristen und SED. eine histori. eines Aufruhrs zu geben. 436 ff. eingetreten. Sub- gegen die Anführer der Demonstrationen und Streiks mit al. Waffen ausgerüsteten Banditenkolonnen tet. Phos- [. 61 Informationen zur politischen Bildung Nr. deren Angehörige nichts mehr von wurde aufgelöst. 69 tischen Republik eine faschistische Macht Hauptziel wurde die Wiedervereini. seiner Provokation die Mißstimmung wahrhaft ihnen. General Dibrowa.. die Arbeitsniederlegung ehrlicher ihnen gehört hatten. In West-Berlin wurden […] systematisch und die unmittelbaren Aufgaben der Partei“. tische Wahlen gefordert. und nur für die überall wären bereits derartige Streikde. eine Demonstration gegen die Regierung men. Dokumente der derte die Belegschaft auf. 231 „Geschichte der DDR“. IV. Welch glor. Kleine Geschichte der DDR. Der Aufstand aus Sicht der SED Am Schluß der Versammlung sprang Beschluß des ZK der SED vom 21.. Die Einheiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) formier- schaftsausübung gefordert. April 1956 erhält die erste NVA-Einheit ihre Truppenfahne. Wilhelm Zaisser. Die Bergmann-Borsig-Demonstration über die Sektorengrenzen mit der Auf- ren. S. Plünderun- und politischen Interessen der Beleg. Beide wurden aus der Führung ten sich nun als reguläre Streitkräfte in Form der Nationalen und der Partei ausgeschlossen. Die SED- Führung sah sich als Folge der offenen Konfrontation zwischen bpk / Herbert Hensky Volk und Staatspartei zu Korrekturen ihrer Politik gezwungen. verurteilt.

da die Herrschenden um ihre Macht fürchten. löste Debatte kreiste rasch um die Erneuerung des Sozialismus tilaterales Bündnis zur Koordinierung ihrer Militär. Lebensjahr wurde im Januar 1962 eingeführt. die „konterrevolutionären“ Ereignisse in Polen und Ungarn nität zuerkannt und das seit 1945 geltende Besatzungsrecht eröffnete die SED-Führung den Angriff auf jene Intellektuel- aufgehoben. ökonomischen len. und 50. Robert Nachdem der NATO-Beitritt der Bundesrepublik am 9. Die allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen dem 18. Die neue sowjetische Führung unter Nikita DDR 1956 am Scheideweg zu einem „menschlichen Sozialis- Chruschtschow (im Amt seit dem 7. bot auch in der DDR einigen überzeugten Loyalität gegenüber Partei und Staat. nicht selten zur Suche nach unpolitischen Nischen. zessiven Machtmissbrauch und terroristische Herrschermen- märsche. Das SED-Politbüro bezeichnete die Souveränität wesentlich eingeschränkt. Volksarmee (NVA). Drei Jahre nach dem Juni-Aufstand sprach Chruschtschow in Aber auch in der Bevölkerung hatte der 17. März 1956 gegründet wur. Desillusionierung und Verbitterung führten demontiert worden. Ein am 12. das sich danach in der Sowjet- passten sich dauerhaft an. gesellschaftlichen Ordnung führen konnte. die seit dem XX. publiziert wurden. Großbritannien der SED-Herrschaft.und überhaupt. März die kritischen Beiträge. und es gab auch Fälle gesteigerter union ausbreitete. nannte Abrechnung mit dem Personenkult um Stalin ausge- päischen Blockstaaten den Warschauer Vertrag als mul. Der Arbeiterschaft blieb wohl Februar 1956 „über den Personenkult und seine Folgen“. Gerhard Zwerenz. Juni 1953 blei. denn mit Stalin war dessen wichtigster Träger auf Erfolg hatte. Sep. dass ein Reformprozess in der kommunis- deutscher Staaten. als „modernen Revisionismus“ und sah in gelte die „zeitweilige Stationierung sowjetischer Streitkräfte ihren Verfassern „Wegbereiter der Konterrevolution“. Sozialisten – wie etwa Wolfgang Harich.akg-images / RIA Nowosti 28 Geschichte der DDR Auf dem XX. Parteitag der KPdSU im bende Wirkungen ausgelöst. Doch vor allem wirkte die Erfahrung. Unter Hinweis auf Damit wurde zwar der DDR die formal-staatliche Souverä. das Gefühl. unterzeichnete auch die Kritik an der Herrschaftspraxis der SED. Mai 1955 zusammen mit den anderen osteuro. die UdSSR. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 kritisiert Partei. dass sie eine Debatte über die Herrschafts- einer gewaltsamen Veränderung des politischen Systems praxis der kommunistischen Staatsparteien Osteuropas aus- unter den bestehenden Machtverhältnissen keine Aussicht lösen würde. tischen Diktatur schnell zur Infragestellung der bestehenden tember 1955 die DDR und die UdSSR einen Staatsvertrag ab. In seiner Rede fehlte zwar jegliche Systemkritik. Walter Janka. Doch aufgrund der politischen. es war haben. tober/November 1956 hatten den Herrschenden in der DDR Seitdem sprach die Sowjetunion von der Existenz zweier vor Augen geführt. Erich Loest – die Möglichkeit zur 1955 feierlich vollzogen wurde. Fehler und Verbrechen Stalins“. Die im auf dem Territorium der DDR“. einer Entbürokra- ihrer Deutschlandpolitik. Die durch die soge- DDR am 14. Der Arbeiteraufstand im Juni 1956 in Poznań politische Entspannung in Europa. die größere Diskussionsfreiräume und eine Reform des und militärischen Abhängigkeiten von der Sowjetunion war Sozialismus gefordert hatten. Parteitag der KPdSU 1957 zwischen beiden Staaten geschlossenes Abkommen re.und Regierungschef Nikita Chruschtschow in einer „geheimen“ Rede die Politik Stalins und den Personenkult um ihn. Im Mittelpunkt der Reformdebatten standen die tete die DDR nun nicht mehr als Provisorium im Machtpoker Notwendigkeiten einer Wirtschaftsreform. Kurzes Tauwetter 1956 de. über die Erinnerung an die durchschlagende Wirkung und die „Irrtümer. Die Hoffnungen auf ein politisches Umdenken in der DDR scheitern jedoch. einer „geheimen“ Rede auf dem XX. 312/2011 . die offiziell am 1. Dementsprechend schlossen am 20. und Frankreich zwar die Wiedervereinigung Deutschlands Mit der Jahreswende 1956/57 endete das politische Tauwet- auf der Grundlage freier Wahlen als Voraussetzung für eine ter in der DDR. Mai Havemann. es „denen da oben“ einmal gezeigt zu talität. also über dessen ex- spontane Massensolidarität der Streiks und Demonstrations. Auf praktische Schritte (Polen) sowie der bewaffnete Volksaufstand in Ungarn im Ok- konnten sich die vier Regierungschefs jedoch nicht einigen. dass der Versuch jedoch zu erwarten. Viele Intellektuelle im Umfeld der SED sahen die Außenpolitik. März und Juli 1957 abgehaltenen Prozesse vor dem Obersten Informationen zur politischen Bildung Nr. Andere Das politische Tauwetter. mus“ stehen. Auf der Genfer Gipfelkonferenz im tisierung des Staates sowie die Frage nach der Legitimation Juli 1955 bezeichneten die USA. September 1953) betrach.

]“ akg-images Zur ökonomischen Politik der SED und der Regierung der DDR. 312/2011 . Berlin (Ost) 1955.. Zugleich wurden die Sowjetischen Aktiengesellschaf. Sie betrafen auch den gesamten Außenhandel. Die SPK bekam ferner die Aufgabe Informationen zur politischen Bildung Nr. die SDAG Wismut genoss daher eine gewisse Sonderstellung. übertraf damit die ursprünglichen Planziffern.und Schwermaschinenbaus sowie des Schiffbaus alprodukts fiel mit 5. Erich Apel (1961-1965) und Ger- hard Schürer (1965-1989). der DDR den Auftrag. nur unwesentlich geringer aus als das in der Bundesrepublik (6. Mit dem uneingeschränkten Zugriff auf die industriellen Ressourcen begann ein wachsendes Heer von Funktionären im Partei. Mit dem ersten Fünfjahrplan für die Jahre von 1951 bis 1955 ging die DDR-Ökonomie endgültig den Weg einer Planwirt- schaft sowjetischen Typs. in staatliches Eigentum der DDR überführt. wirtschaftliche Ergebnisse zu be- ten waren.. In: Hermann Weber (Hg. Die Wirtschaft in den 1950er Jahren aber auch für die Landwirtschaft und Wissenschaft verbind- lich waren. 61 f. Die industrielle Bruttoproduktion konnte in den Jahren produzierten. Auf diese Weise wurden staatliche Vorgaben für bestimmte Zeiträume in ganz konkrete und detaillierte Pläne (Fünfjah- res. Köln 1980. produzierten Nationaleinkommens wuchs von 1950 bis 1960 sche Aktiengesellschaft (SDAG) neu gegründet wurde. allerdings geht der Weg in eine Planwirtschaft sow- Die Staatliche Plankommission (SPK) erhielt vom Ministerrat jetischen Typs. Hauptaufgaben des ersten Fünfjahrplans „1. Bis 1960 kletterte der Anteil des staatlichen Sektors in der Industrie – gemessen am Bruttosozialprodukt – auf 89 Prozent. die in Thüringen und Sach. S. [. die DDR-Ökonomie auf Schwerpunkte der industriellen 1956 für Veränderungen in Partei und Gesellschaft eingetre. Auf der Grundlage des Wachstums der Produktion und durch die Beseitigung der schweren Kriegsfolgen muß der Vorkriegslebens- standard der Bevölkerung erreicht und zum Ende des Fünfjahrplans bedeutend überschritten werden. Das durchschnittliche jährliche Wachstum des Bruttosozi- Maschinen. Die DDR war damals weltweit der drittgrößte Uranproduzent. S. Bevorzugt wird zunächst die Schwerindustrie.. Kapazitäten.und Staatsapparat damit. Am 1. Diese Wachstumsdynamik ging allerdings mit durch die SDAG Wismut im Erzgebirge sowie in Ostthüringen einer Umstrukturierung der Wirtschaft zugunsten der Metal- geförderte Uranerz diente als wichtiges Ausgangsmaterial für Kernkraftwerke zur Energiegewinnung und für den Bau von Kernwaffen. 69 f. [. Produktion auszurichten. technische Infrastruktur) zu entscheiden. Als ersten Chef der SPK berief die Volkskammer Heinrich Rau (1950-1952). „Vorwärts zu neuen Erfolgen“ soll der erste Fünfjahrplan von 1951 bis 1955 die Wirtschaft führen. bei dem die Produktion und Kon- sumtion von Gütern sowie Preise und Löhne vollständig von einer zentralen Instanz festgelegt wurden.und Jahrespläne) umgesetzt. Das auf das 2. die bis dahin überwiegend aus Betrieben des rasch. die für alle Industriebetriebe. Kleine Geschichte der DDR.7 Prozent für den Zeitraum der 1950er Jahre kamen. Der Umfang des sen Uran abbaute und am 1. der sich vollständig in staatlicher Hand befand.). bis zum Herbst 1989 nie wieder gegeben. Eine 1958 und 1959 sogar um 11 bzw. 13 Prozent gesteigert werden und Ausnahme blieb die SAG Wismut. Januar 1954 endeten die Reparationslieferungen an die Die zentral gesteuerte ostdeutsche Wirtschaft wuchs zunächst Sowjetunion. zugewiesen. es folgten Bruno Leuschner (1952-1961). Im Interesse des gesamten deutschen Volkes und des Kampfes um die Einheit des demokratischen Deutschlands ist eine schnelle Ent- wicklung der Produktivkräfte der Republik zu gewährleisten. Bis zum Ende des Jahrfünfts muß die friedliche Industrieproduktion im Verhältnis zum Stand des Jahres 1950 ein Ausmaß von 190 Prozent erreichen. Januar 1954 als Sowjetisch-Deut. die seit dem Sommer ten. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 29 Gericht der DDR bildeten den Auftakt zu einer Serie von Par. langfristige Wirtschaftsprogramme auszuarbei- tei‑ und Gerichtsverfahren gegen jene. die zuvor ausschließlich für Reparationsleistungen Prozent). die Entwürfe für die Wirtschaftspläne auszuarbeiten und der Regierung zur Beschlussfassung vorzu- legen.. Die vorgesehene Erhöhung der industriellen Produktion bedeutet die Verdoppelung der Produktion im Vergleich zum Jahre 1936.2 ten (SAG). die Wirt- schaft und den ordnungspolitischen Strukturwandel strate- gisch zu planen.5fache. Das gilt im besonderen für den Verbrauch von Nahrungsmitteln und wichtigen Industriewaren pro Kopf der Bevölkerung.] 2. Eine in ihrer Dimension vergleichbare Diskussion gutachten und über die Zuteilung von Ressourcen (Mittelver- über die Herrschaftspraxis der SED in der Gesellschaft hat es gabe.

Für den Ausbau der Der direkte Vergleich mit dem westdeutschen „Wirtschafts- Stahlwerke Brandenburg. Wohl. um den dringenden. Bis 1957 galt die Übersiedlung in die Die von 1950 bis 1961 neu gebauten bzw. nischen Konsumgütern (Rundfunkempfänger. Sportnation? DDR-Legenden auf dem tung der Kohlechemie. der Bau eines lich die Sowjetunion. 500 000 Wohnungen reichten nicht aus. März 1961 musste die Abteilung Grund. Ab Dezember 1957 wurde die Innovation aus eigener Kraft – das Chemieprogramm Im November 1958 wurde das Chemie.).] Wir werden mit ab- Ziel waren die Verdoppelung der Che.. reich ein expansives Wirtschaftswachstum stimulieren. zielte nämlich auch auf eine Auswei. so konnte dieser Betrieb diese Aufla- stand und Schönheit“. trie der DDR die entscheidende Grenze. Informationen zur politischen Bildung Nr. 1960er Jahre. Die Verfügbarkeit In Osteuropa fand die DDR-Chemie modernen Produktionskomplexes für von Öl und Gas setzte demnach dem kaum gleichwertige Partner. Auch die Nettogeldeinnah. Die enorm aufwendigen das im Chemieprogramm der DDR ur- Petrochemie. Wohl. Ein kleines Land wie die DDR raten bei modernen. Zugleich trieben Partei und Regierung die ge durch die Produktion weniger. stoffindustrie des ZK der SED feststellen: Prüfstand..] Selbst wenn wir wachsen sollte. einen Versuch zum Nachvollzug von konnte jedoch unmöglich alle wichtigen scher Basis herzustellenden Produkten Innovationen aus eigener Kraft dar. litische Dilemma der DDR. 312/2011 . wenn die duktion von Kunststoffen und syn. Die knappen Res. erkunden.. qualitativ hochwertige. Die Abschaffung der Lebensmittelkarten reichend in der Lage war. leichte Drehbänke produzierte.] die Kehrseite des Programms zurück. Das 1958 verkünde. Produktivität und Rentabilität sowie für dessen betragen hatte. [.3 Millionen kühlschränke und Waschmaschinen) sowie an modischer Personen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren den SED-Staat Kleidung und Schuhen. übte das deutlich sichtbare brauchs um ein Viertel und übertraf den Vorkriegsverbrauch Anwachsen des Wohlstandes in Westdeutschland und West- damit um das Anderthalbfache. mit arabischen 1965 weiter hinter Westdeutschland Schwedt an der Oder. Damit ließ sich zwar erfolg- schwung.. bislang unterentwickelten Schwerindustrie. Nur ein Teil dem gegenwärtigen Stand der Planung stand und Schönheit“) verabschiedet. Haushalts. Diese Zweiglei. aber sehr schwerer Dreh- möglichst rasche Nutzung der Kernenergie und die Automati. ihren Lebens. der ostdeutschen Versorgungssituation. zurückliegen als zu Beginn des Chemie- einer eigenen Technologie zur tieferen Einziger großer Lieferant blieb letzt. auf petrochemi. die aufgrund noch offener Grenzen in Richtung Bundesrepublik. und der Übergang zur port möglich. Bau des Braunkohlekombinats „Schwarze Pumpe“ im November Hatte beispielsweise das VEB Werkzeugmaschinenwerk „Fritz 1958 und dem „Chemieprogramm“ nahm die politische Führung Heckert“ in Karl-Marx-Stadt die Auflage bekommen. erreichte bzw. sigkeit widerspiegelte das industriepo. In den Jahren von 1950 bis 1961 verließen circa 1. bänke erfüllen. und in Rich- die Petrochemie (Leuna II) sowie der Strukturwandel in der chemischen Indus. Mit dem ideologie“) geriet die Qualität der Produkte aus dem Blickfeld. Berlin im Verlauf der 1950er Jahre eine enorme Sogwirkung men eines durchschnittlichen Arbeiterhaushaltes verdoppel.. Ab 1955 schaftlichen Systems sichtbar: Durch die deutliche Fixierung verlagerten sich die Investitionen auf die Energieerzeugung. der veralteten Kohleveredlungsanlagen nicht mehr.. ressourcensparendes Wachstum fehlten die tel bei Fleisch. würden wir schaft“ und des Erdölverarbeitungswerks Bemühungen der DDR. „Weltniveau“. Friedensstaat. Das Wohlstandsniveau ten sich von 1949 bis 1960. Leseland. und Schleifmaschinen in einem mit Tonnen angegebenen te „Chemieprogramm“ versprach der Bevölkerung „Brot. auf die quantitative Erfüllung der Wirtschaftspläne („Tonnen- den Leichtmaschinenbau und die chemische Industrie. Damit verlor Ostdeutschland im westdeutschen Nachbarland beschafft werden konnten. [. Gröditz und Frei. eigene Erdölvorkommen zu sprünglich vorgesehene Tempo der der Bau der Erdölleitung „Freund. Das Chemieprogramm von 1958 stellte begrenzt. Umfang zu produzieren. dass dieser Betrieb viele und möglichst Die Bevölkerung der DDR profitierte vom Wirtschaftsauf. in: Thomas Großbölting (Hg. etwas mehr als die Hälfte bei Nahrungsfetten finanziellen Anreize. wunder“ machte die grundlegenden Mängel des planwirt- tal wurden große Investitionssummen bereitgestellt. „Das Chemieprogramm existiert nach programm („Chemie gibt Brot. Wichtigste Vorhaben waren Versuche. [. Das chemischen Verfahren und Techno- trat in der öffentlichen Darstellung weitere Zurückfallen der DDR-Chemie logien aus eigener Kraft entwickeln. Doch bereits im Rainer Karlsch. die Entwicklung Staaten Rohölverträge abzuschließen. S. Westdeutschlands wurde zum Gradmesser für die Bewertung Doch gleichzeitig herrschte empfindlicher Mangel an tech. wurde stillgelegt. Gebrauchsgüter bereitzustellen. Erst ab Mitte der soluter Sicherheit zu einem zweitrangi- mieproduktion bis 1965. der 1950 nur ein knappes Drittel tung von Qualität. Riesa. und Zucker). Berlin 2009. langlebige 1958 führte zu einem sprunghaften Anstieg des Butterver. instandgesetzten Bundesrepublik nicht als illegal. dazu führen können. wobei die Pro. nach der Fertigstellung gen Chemieland absinken. standard spürbar zu verbessern. Hennigsdorf. Es sollte gestoppt werden. war gegenwärtig geplante Entwicklung bei- thetischen Fasern noch wesentlich stärker überhaupt ein nennenswerter Rohölim.] Spaltung des Erdöls. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Doch für ein ökonomisch rationales Verhalten unter Beach- wichtigen Nahrungsmitteln. wichtige Arbeitskräfte. Dreh- anspruchsvolle Industrieprojekte in Angriff. behalten wird. Dagegen hätte eine Auflage in Stückzahlen sierung in der metallverarbeitenden Industrie voran. der Erdölpipeline „Freundschaft“. auf die ostdeutsche Bevölkerung aus. sourcen flossen vorrangig in den Neubau großer Werke in der nachkriegsbedingten Bedarf zu befriedigen. scheiterten ebenso wie die Entwicklung beibehalten. tung Westen waren ihre Kooperations- Bau des Chemiefaserwerkes Guben... möglichkeiten aus politischen Gründen Hinter den angepeilten Wachstums. Im Laufe der 1950er Jahre gelang es. übertraf ab Mitte der 1950er Jahre Da die eigene Konsumgüterindustrie bis zuletzt nicht aus- das Niveau von 1936.“ [. 34 f. ein intensives. programms.30 Geschichte der DDR lurgie und des Schwermaschinenbaus einher. was 1935/38 verfügbar war (zwei Fünf.

Beobachtung und Kontrolle durch Polizei und Staatssicherheit konnten die Fluchtbewegung in Die Landwirtschaft war stets das Sorgenkind von Partei und Re- Richtung Westdeutschland und West-Berlin in den folgenden gierung. Parteitag der KPdSU vom Februar 1956 ging die teichef Ulbricht das Ziel proklamierte. Im Januar 1960 startete die Parteiführung eine massive Kam- kulturell und politisch überflügeln und die Überlegenheit des pagne für die Kollektivierung auf dem Lande. Parteitages der SED vom Juli 1958. wirtschafteten knapp 85 Prozent der landwirtschaftlichen Nutz- Auch die SED-Führung stellte den Systemwettbewerb in den fläche. Da. Massive Werbung. durch einen Mo. zu führen. kämpfte die SED-Führung um „sozialistische Produkti- dernisierungsschub die marktwirtschaftlich hoch entwickelten onsverhältnisse“ auf dem Lande. Erst ab 1963/64 konnte chend attraktiv gestalten. den Sozialismus zum Siege sowjetische Führung von der Möglichkeit aus. die von Volkseigenen Mittelpunkt ihrer Politik. den Pro-Kopf-Verbrauch der Bundesrepu. Bis 1960 hatten Der Wettstreit der Systeme sich nur 3. dass der blik bei allen wichtigen Lebensmitteln und Konsumgütern bis Flüchtlingsstrom nach Westen erneut anschwoll und sich wiede- 1961 auch in der DDR zu erreichen und sogar zu übertreffen. schon eingetretene Versorgungskrise.und Versorgungsstörungen häuften. Otto Grotewohl (M. technik wieder gesteigert werden. sich in Landwirtschaftlichen Produktions- genossenschaften (LPG) zusammenzuschließen. Nachdem jedoch im September 1959 Par- Seit dem XX. Gütern (VEG) betrieben wurden. SED-Führung fremd. einer Genos- senschaft beizutreten. Erfolgreiche bäuerliche Betriebe hatten kaum Interesse daran. dass nur eine höhere wirtschaftliche verheerende Missernte im Jahre 1961 verschärfte die ohnehin Leistungsfähigkeit das System nach innen und außen hinrei. Die gewaltsame Kollektivierung trug mit dazu bei. 312/2011 . der Landwirtschaften westlicher Industriestaaten zurück. Informationen zur politischen Bildung Nr. der das Risiko den übrigen Ostblockstaaten – immer hinter der Produktivität vollständigen Scheiterns barg. dass sich zutreten oder in den Westen zu flüchten. Das Motto des V. Die Genossenschaften be- unter Führung der Sowjetunion – in kurzer Zeit zeigen werde. Die Abhängigkeit der politischen Le.) am Rednerpult in der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin „Republikflucht“ strafbar. Damit hatten in der Landwirt- trale Losung des V. Parteichef schaft die „sozialistischen Produktionsverhältnisse“ – entspre- Ulbricht gab dort unter der Formel „Einholen und Überholen“das chend der marxistisch-leninistischen Doktrin – gesiegt. sich vor die Wahl gestellt. „freiwillig“ den Genossenschaften bei- Die bisherigen Wirtschaftserfolge nährten die Illusion. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 31 picture-alliance / dpa Der Systemwettbewerb mit Westdeutschland beherrscht die Wirtschaftspolitik. mi- die Überlegenheit der zentral gelenkten Planwirtschaft mit Hil. ökonomische Ziel aus. Die bäuerliche Welt und ihre Eigenheiten blieben der Jahren nicht nennenswert aufhalten. Gesellschaften der westlichen Industriestaaten ökonomisch. Der „Sozialismus siegt“ hieß die zen. Dennoch blieb das staatlich gitimation vom wirtschaftlichen Erfolg setzte allerdings das gelenkte Agrarsystem in seiner Produktionsleistung – auch in Herrschaftssystem unter einen Erfolgszwang. Repression und Verhaftungen führten zu dem fe des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) – eine 1949 gewünschten Ergebnis: Bis zum April 1960 trat die Mehrzahl der gegründete Wirtschaftsgemeinschaft osteuropäischer Staaten bisherigen Einzelbauern den LPGs bei. Hinzu kamen weitere sechs Prozent.2 Prozent der Einzelbauern entschlossen. litante Agitation. Parteitages der SED vom Juli 1958 lautet „Der Sozialismus siegt“. bei der Bevölkerung entsprechende die landwirtschaftliche Produktion durch neue Anbaumethoden Loyalität gewinnen und die politische und soziale Stabilität in sowie durch erhöhten Einsatz von Chemie und moderner Agrar- der DDR festigen könnte. Auch die Kriminalisierung sowie die Kollektivierung in der Landwirtschaft verstärkte Überwachung. Viele Bauern sahen Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus beweisen zu können. rum die Produktions. Eine hinter stand die Einsicht.

Hinzu kam.und Slatan Dudow (Stärker als die Nacht. sich den Problemen der da- Hintergrund hatten es grundsätzlich schwer. Vater kommt nach Hause. Das Bildungskonzept der SED setzte allerdings nicht nur mentierungen und Disziplinierungen zu kämpfen. Kinder mit christlich sozialisiertem lerisch anspruchsvolle Versuche. Söhnchen. künstlerischer Einrichtungen. Schlafe. das dem Frieden dient. häuser zum kulturellen Anziehungspunkt. Unterricht und Erziehung herzu. S. sondern ebenso auf die Erziehung nach den politisch-ideologischen Vorgaben des Marxismus-Leninismus. Söhnchen. „sozialistischen Bewusstseins“ ei- nen festen Platz. Der gesamte Unterricht ser der Betriebe wurden als zentrale Orte von Feiern und an der Einheitsschule zielte darauf. drei Prozent erwarben an der EOS das Abi. Zwar förderte die Regie. Dies steigerte breitenwirk- system bestand in der 1959 eingeführten „Zehnklassigen po.oder Regisseure wie Kurt Maetzig (Schlösser und Katen. schlafe ein. tigsten kulturellen Höhepunkten gehörten die periodischen stellen. seure hatten jedoch immer wieder mit politischen Regle- tur. Über stattfanden. stärker. Sohn spricht. Museen und lytechnischen allgemeinbildenden Oberschule“ (POS).) (der Autor. Künstler oder Regis- die Sonderschulen. den Zugang zur EOS (Gymnasium) entschieden jedoch nicht Stephan Hermlin oder auch die Intendanten des Berliner En- allein Leistung und Befähigung. ist zugleich aber Aus- Und die Wanne und die Brause druck für das. die seit 1946 alle vier Jahre in Dresden terten Oberschule“ (EOS) das Abitur absolviert werden. das sehr schön in idyllischen. 312/2011 . der te von Volksdichtung erhält. sich literarisch zu betätigen. einen engen Praxis. kindgemäßer Sprache gehalten ist und ohne zu verniedlichen. 1954) Produktionen der Behinderten-Schulen). Darüber hinaus gab es Betriebs.32 Geschichte der DDR schaftlicher Allgemeinbildung auf hohem Niveau. nämlich Uran – Uran in des Vol- Kumpelkind. Auf dem Land entwickelten sich neu erbaute Kultur- eine mindestens zweijährige. Autoren Karl-Marx-Stadt ist. zum Ausdruck. Die Natürlichkeit wird noch Deutschland‘.“ verwendet werden. Es ist ein sozialisti- Schlafe. 2/1960 (Schubbe. Kumpelsohn! kes Hand. In den Klassenstufen 9 bis 12 konnte an einer „Erwei.). Doch kamen auf das private Handwerk 1961 immer. Schlafe.. die mal einen Schwerpunkt auf die Vermittlung von naturwissen. Am Ende der 1950er Jahre besuchten Deutschen Film AG (DEFA) auch international zur Kenntnis im Durchschnitt 94 Prozent der Schüler die POS. Sohnatsch.] schenken sie dir Glitzerstein‘. schlafe ein! in dem zugleich Dialektausdrücke sches und realistisches Gedicht. „Kunst hilft Kohle“ lautete ein damit verbundener Slogan. September 1959) des Wis. 1956) und Kommunale Berufsschulen sowie Sonderschulen (Hilfs. Köln schießt die neuen Strecken. einmal eine große kulturpolitische Offensive. sondern in gleicher Weise sembles Helene Weigel und Bertolt Brecht standen für künst- politische Einstellung. Söhnchen. Bitterfelder Lesefrucht „Nehmen wir das Gedicht (‚Neues Fürcht dich nicht in deinen Decken. Alle Schriftsteller. wenn es bumst. zum Fachschulbesuch berech. was der Wismutkumpel Schlafe. der zu seinem im Bette liegenden 1982. schürft. dass mit Filmen solcher zur EOS zu erhalten. bar: ‚[. Willi Lewin. das darf nicht schrein – Schlafe. schenken sie dir Glitzerstein. Darin hatte die Her- ausbildung eines neuen. Da- Vater schürft im Berge – rum kann das Gedicht diesen ein wenig Trifft er dort die sieben Zwerge. 96 Informationen zur politischen Bildung Nr. pel“ wurden Arbeiter animiert. tur“ mitzuwirken. Kum- Umsatzanteil des privaten Einzelhandels auf unter zehn Pro. folgten in den 1950er Jahren hingegen die staatliche Subventionierung kultureller und weitere Schulreformen. Man sieht förmlich den In: Manfred Jäger (Hg. zent fiel. Kumpel. freundlichen Ton haben. Schriftsteller wurden aufgefordert. kommt die ganze At- Einheit. Kunstausstellungen. Konzertsälen.. Die wichtigste Neuerung im Schul. eine Zulassung maligen Zeit zu stellen. Im Unterschied zur Landwirtschaft wurde die Bildung von Mit dem „Bitterfelder Weg“ (benannt nach einer Kultur- Genossenschaften im Handwerk und im Handel nicht mit der konferenz in Bitterfeld) startete die SED-Führung 1959 noch gleichen Radikalität vorangetrieben.und Tanzveranstaltungen zunehmend beliebter. H. sam den Besuch von Theatern. um Kunst und rung den Zusammenschluss von Handwerksbetrieben in Pro. Stefan Heym. Schriftsteller wie Anna Seghers. mal schwächer ausfallen konnten. wodurch es eine besondere No- mutkumpels Reinhard Bernitzke. sich der sozialistischen Realität zu widmen und sich dabei An- regungen in den Industriebetrieben und Kohlebergwerken Bildung und Kultur zu holen. Söhnchen. Kulturpolitisch wirkungsvoller als die literarischen Nachdem der Besuch der achtklassigen Grundschule 1946 Schilderungen über „Großbaustellen des Sozialismus“ war gesetzlich verfügt worden war. Beilage Kunst und Litera. Warten auf uns beide schon. Unter Losungen wie „Greif zur Feder. Literatur an politisch-ideologische und ökonomische Vorga- duktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH). 612 f. das klingt spielerisch. erschrick mir nicht! durch das Zitieren von Märchenfiguren tur vom 5. S. kleiner Wicht! mosphäre einer Bergarbeiterfamilie war Mitarbeiter des ZK der SED) Vater in der Wechselschicht. Kumpelsohn! werden aber weltpolitische Probleme sicht- Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Junger Nach der Schicht wird dir dein Lohn. um auf diese Weise an einer „sozialistischen Nationalkul- hin noch 65 Prozent der Leistungen in diesem Bereich. an die Kinos. Kultur und Politik in der DDR. In diesem Gedicht. Zu den wich- Lebensbezug von Bildung. so dass der ben zu binden. Zugleich schon lange literarisch schafft und Schlafe. drei Prozent genommen wurden. Sohnatsch. kleiner Wicht! verstärkt. Auch Kulturhäu- tigende Berufsausbildung anschloss.

bis dahin hatte er als General. Die 15. in: Die Welt vom 14. blieben unangetastet. An die Stelle des Präsidenten trat ein Staatsrat. Gunter Holzweißig.1 Juni 19 198 50.6 1952 182 393 – April 19 803 49. Den Vorsitz im Staatsrat über- nahm SED-Chef Walter Ulbricht. 312/2011 . Flüchtlinge aus der DDR und dem . Nach seinem Tod wurde das Amt Wilhelm Hartung. schen Argumenten versuchte Ulbricht. August 1961. Mauerbau im August 1961 war der verzweifelte Versuch der Am Ende der 1950er Jahre gab es zu Ulbricht keine echte per.5 1951 165 648 – März 16 094 50. Die Ämter der Parteivorsitzenden. die die DDR in Richtung Bundesrepublik der SED verdecken. wurden mit dem neuen Parteistatut von 1954 abgeschafft.3 November 3 412 51.4 1960 199 188 48.8 1961 207 026 49.2 1955 252 870 49.1 Juli 30 415 51. ZK-Tagung wählte ihn im Juli 1953 zum Ersten es 1960 flächendeckend zu erheblichen Einbrüchen bei der Sekretär des Zentralkomitees. Der ten.2 Insgesamt 207 026 49.4 1953 331 390 48. Die neue Bezeichnung sollte lediglich die Angesichts der gravierenden Versorgungskrise stieg erneut dominante Stellung des Parteichefs in der internen Hierarchie die Zahl derjenigen.8 1950 197 788 – Februar 13 576 49. Die DDR verlor seit 1946 Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl formell innehat.. seine weitreichenden Machtbefugnisse verließen. und im Jahre 1961* Ostsektor von Berlin* 1949-1960 Jahr/Monat Personen davon: Jugendliche bis Monat Personen davon: Jugendliche bis unter 25 Jahre in Prozent unter 25 Jahre in Prozent 1949 129 245 – Januar 16 697 47. 151 geschädigte Informationen zur politischen Bildung Nr.2 September 14 821 44.. nachdem er bereits in den Jahren zuvor kaum von der Notwendigkeit zu überzeugen. Der Bau der Mauer Im Laufe des Jahres 1960 häuften sich erneut die Zeichen einer inneren Krise in der DDR. 13.0 1954 184 198 49. Flüchtlinge und Kriegs. Parteitages von 1958 erwiesen sich als zu hoch gesteckt. Mit ökonomi- Präsident und Politbüromitglied Wilhelm Pieck starb am 7. erhalten werden. S. konnte nicht mehr aufrecht Walter Ulbricht konnte im Lauf der 1950er Jahre seine unein.3 1958 204 092 48. Produktion in Industrie und Landwirtschaft. Staat Das selbst erklärte Ziel. Im Jahre 1960 waren es rund 200 000 Menschen. die Bundesrepublik im Lebensstandard und beim Konsum zu übertreffen. Die Mauer von Berlin. Die ökonomischen Zielsetzungen Personelle Zäsuren an der Spitze von Partei und des V.2 1957 261 622 52.7 Mai 17 791 50. der damit in seiner Person eine große Machtfülle vereinigte. den drohenden Kollaps der DDR und die damit sonelle Konkurrenz mehr.4 1956 279 189 49. die Fluchtbewegung ge- noch zu politischen Entscheidungen in der SED und der DDR waltsam zu stoppen. SED-Führung. sekretär fungiert.0 August 47 433 48.2 * Nach den Monatsmeldungen des Bundesministeriums für Vertriebene. Köln 1981.2 Oktober 5 366 50. Der Staatsrat konn- te Gesetze verabschieden und übernahm in der Folgezeit zu- nehmend Regierungsaufgaben. kam festigen. September 1960 abgeschafft. verbundene eigene Machteinbuße zu verhindern. die bis zum ersten Halbjahr des Jahres 1961 103 159. In: Jürgen Rühle. die sowjetische Führung tember 1960.0 1959 143 917 48.8 Dezember 2 420 52. immer mehr junge und hoch qualifizierte Arbeitskräfte. der von der Volkskammer gewählt wurde. Nachdem ein bescheidener Aufschwung in geschränkte Machtposition an der Spitze der SED schrittweise vielen Volkswirtschaftsbereichen erzielt werden konnte. Sep. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 33 herangezogen worden war.

die Fluchtwelle durch die Abriegelung verbundenen Abrüstungsprozesses wurden sie ab 1973 for- der Grenze zu West-Berlin und Westdeutschland zu stoppen. Die durch dieses Berlin-Ultimatum Passierschein. Die innerdeutsche Grenze begann im Süden am Dreiländer- Eine Verständigung zwischen den USA und der Sowjetunion eck Bayern. Er räumte dafür eine Zeit von einem ren durch einen Vermerk im Personalausweis zum Betreten halben Jahr ein. dass die USA lediglich bereit seien.“ nun gewaltsam geschlossen. Das bewog den sowjetischen Parteichef armee (NVA). In einem Schreiben an der DDR offiziell ein „Sperrgebiet“. mell als selbstständige Organisation ausgegliedert. Die Grenztruppen gehörten von dem Territorium Ost-Berlins und der DDR jedoch nichts un. um nicht Ulbricht erhielt auch die Vollmacht. Den eigentlichen Grenzzaun baute man nach 1961 Gleichzeitig koppelte die sowjetische Führung die Berlin. den Zeitplan zum Mauer. Im Ergebnis der Konferenz über Sicherheit und Chruschtschow am 1. die aus SED-Sicht die entscheidende Ursache 15. was von den Westmächten als ein Ultima. zur Truppenstärke des Landes gezählt zu werden. die Grenze. in dem die Fixierung des Status quo und Berlin typisch gewesen war. indem er auf einer Pressekonferenz am „offene Grenze“. In seiner politischen Propaganda verband Ulbricht die Ab. von Grenzsoldaten erschossen hen gegeben. November 1958 hatte Chruschtschow streifen (10 Meter) unmittelbar entlang der innerdeutschen verlangt. war mit dem Risiko verbunden. der in den 1980er Jahren des Warschauer Paktes dem Mauerbau zu und legten dessen circa 40 000 Wehpflichtige sowie Berufssoldaten angehörten. Der 500 Meter breite „Schutzstreifen“ wurde erzwungenen Verhandlungen der Außenminister der vier nach 1961 teilweise vermint und/oder mit Signalzäunen aus- Großmächte Mitte 1959 in Genf führten zu keiner Einigung. Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde nächst mit Stacheldraht ab. nicht mehr die Einheit Deutschlands im Mittelpunkt stand. ihre Schutz. Die Absperranlangen an der Grenze zu West- Ferne und ein Alleingang der UdSSR in den Bereich des Mög. August 1961 riegelt die DDR-Regierung die Grenze zum Westen zu- Flucht in den Westen. 34 Geschichte der DDR Öffentlich bemühte sich der SED-Chef. an vielen Stellen wurde aber auch eine circa drei am 10. das aus einem Kontroll- die Westmächte vom 27. indem sie zaun aus. Die zu dementieren. Die Abriegelung der Grenze zu West-Berlin und West- riegelung West-Berlins mit der angeheizten Berlin-Krise. die deutschland wurde bereits in den 1950er Jahren zunehmend durch ein Ultimatum des sowjetischen Parteichefs Nikita militanter organisiert. Jeglicher Fluchtversuch hatte der amerikanische Präsident John F. einem 500  Meter breiten „Schutzstreifen“ sowie alliierten Truppen aus West-Berlin abzuziehen und West. gegen Aktionen auf deutschen Grenze zu Tode. derartige Absichten Planung und Ausführung in die Hände der SED-Führung. Trotzdem bau zu bestimmen. Juli 1961 Selbstschussgeräten perfektioniert. Juni 1961 auf die Frage einer westdeutschen Journalistin für die inneren Stabilitätsprobleme der DDR darstellte. gestattet. Fast 700 Menschen kamen bis 1989 an der inner- machtfunktion in West-Berlin auszuüben. Kennedy zu verste. zu einem schwer überwindbaren doppelten Stacheldraht- Frage an ihre Interessen in der Deutschlandpolitik. wurde erklärte: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. sie wa- Freien Stadt zu geben. Grenztruppen überwacht sowie von Hundelaufanlagen und In einer Rundfunk. 1961 bis 1973 als „Kommando Grenze“ zur Nationalen Volks- ternehmen würden. Die gravierende Versorgungskrise 1960 veranlasst viele Menschen zur Am 13.und Fernsehansprache vom 25. Berlin und Westdeutschland wurden flächendeckend von lichen zu rücken. Volkspolizisten an der Bernauer Straße Bundesregierung – Siegmann ullstein bild – Georgi(L) Informationen zur politischen Bildung Nr. Kurz darauf stimmten auch die Mitglieder blieben die Grenztruppen der DDR. Seit 1954 existierte auf dem Gebiet Chruschtschow ausgelöst worden war. Bewohner dieser Berlin den Status einer selbstständigen politischen Einheit – „Sperrzone“ unterlagen einer besonderen Kontrolle.und Berlinproblematik schien in weite Lübecker Bucht. den Viermächtestatus von Berlin aufzuheben. einer „Sperrzone“ (5 Kilometer) bestand. August 1961 in Moskau dem Drängen Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Helsinki und des damit Ulbrichts nachzugeben. Meter hohe Mauer errichtet. Januar 1959 einen Entwurf für einen deutschen Frie. Besucher benötigten einen tum interpretiert wurde. Sachsen. 312/2011 . des „Sperrgebiets“ berechtigt. Böhmen und endete an der Ostsee in der über die Deutschland. zu werden. wie sie an der Grenze zu West- densvertrag vorlegte.

davon 574 Fahnenfluchten picture-alliance / dpa Grafik 10381. er 1 se 2 (2 spe un 3 uf stä se die tori- e un r ho n nta tenh e fü rm m au rkt te nte -Sign de ) rla ver lwei ch u ras ns nd lza – 3 rrz stü ma eif mo t lag zve ten tei htt a ng nz n Str für en en lat n.1961 | Öffnung: 9. davon 43 km im Stadtgebiet | Beobachtungstürme: 302 | ge- lungene Fluchten über Mauer und Todesstreifen (1961 – 1989): 5075. mussten sich die Men- Ende von Freiheiten und Annehmlichkeiten.11. der am 15. Die westdeutsche Konsum- Trennung der Familien stand dabei unbestritten an erster welt ließ sich jetzt nur noch im Werbefernsehen bewundern.2 m Beobachtungsbunker hoch) Hundelaufanlage Kontrollstelle Griebnitzsee/ Checkpoint Charlie Kfz-Sperrgraben (mit Wannsee (nur Bahntransit) (Grenzübergang für Ausländer. Betonplatten befestigt) Zaun mit elektronischen und Alliierte.1989 | Gesamtlänge: 155 km. Diplomaten) akustischen Signalanlagen Kontrollstelle Dreilinden/Drewitz Spurensicherungsstreifen Bhf. Mitte 70er 2 garantierte am „Todesstreifen“ gute Sicht Jahre: Mauer aus industriell gefertigten für Bewacher Betonsegmenten 3 - 4 m hoch. geht um die Welt. Das Bild des 19-jährigen Volkspolizisten Conrad Schumann. Der Ausbau des neuen Systems (1949 bis 1961) 35 als eigenständige Waffengattung direkt dem Ministerium für in Ost-Berlin das tägliche Leben erträglicher gemacht hatten. Friedrichstraße Hundefreilaufanlage Kontrollstelle Waltersdorfer Anschluss-Säule für das Chaussee Invalidenstraße erdverkabelte Grenzmelde. 312/2011 . Das Ende der offenen Grenze bedeutete aber auch das Zum Verbleib in der DDR gezwungen. © Globus Infografik Anfangs kann die Absperrung noch überwunden werden. DDR-Grenzsperranlagen Die Berliner Mauer Kontrollstelle Heiligen- see/Stolpe Dorf Kontrollstelle Staaken/ Spandau Berlin (nur Bahn. Betonsperrmauer/ Sichtblende Sonnenallee Chausseestraße netz Oberbaumbrücke Bornholmer Straße Beobachtungstürme aus Kontrollpassierpunkt zur Beton Sperrzone Prinzenstraße picture-alliance / dpa Grafik 2409. August 1961 nach West-Berlin flüchtet. © dpa-infografik Informationen zur politischen Bildung Nr. Die die Theater und Kinos besuchen. Nationale Verteidigung unterstellt. 10 cm dick 3 mehrere Drahtreihen unter elektrischer mit Rohranlage Spannung (optische/akustische Signale bei ullstein bild – Chronos Media GmbH Berührung) Mauerbau-Beginn: 13. Stelle. Ost transit) Kontroll- DDR stelle Heerstraße/ Staaken Berlin West Bundesrepublik Deutschland Grenzverlauf Metallgitterzaun (ca 3. Lic ufa htu e Gr np abe r rte eg G Ke La rla kt ac sie enw eto gr ob t B err n Be Ko Hi lon mi -Sp Ko Z KF 1 Mitte 60er Jahre: Plattenbau. die insbesondere schen mehr denn je mit dem System arrangieren. Ost-Berliner konnten jetzt nicht mehr im Westteil der Stadt Der Mauerbau bedeutete für große Teile der Bevölkerung mit DDR-Geld Westzeitungen und -zeitschriften kaufen sowie einen erheblichen Einschnitt in ihre Lebensumstände.8.

“ Wolf Biermann Mauertoten. Oftmals dauert es Jahre bis sie sich wiedersehen Nähe der Berliner Friedrichstraße angeschossen wird und anschließend können. die die Mauer begrüßten – [. 312/2011 . erinnert und rings um das ganze Gebiet Westber. Rükwärts immer. [. Kein Sterben falls in der oberflächlich entnazifizier- Um 1. Bis heute spürbar: die Berliner Das ist nicht die Geschichte von unten. Bürger einschließen mußte.11 Uhr unterbricht der (Ost-)Ber. aber nach wie neue Handlungsspielräume verschaffen zu können. Die geistige Enge der DDR. Werbewand.] der Sowjetwelt.. Februar 1989). die der Sonne seiner Selbstgerechtigkeit. An den Sektorengrenzen reißt Feuervogel Freiheit.“ Um 1. linke Intellektuelle. konnte sich jetzt der Sozialismus „auf seinen eigenen Grund- August 1961 die Hoffnung. ter. Die Volkspolizei das Straßenpflaster auf und trotten im Joch der Diktatur. sen am 24. die Unseren.54 Uhr Wetzel von Thüringen nach Franken. für das Folge haben würden.. ren. installiert Stacheldraht. [. sich Stefan Heym. die keines- passiert am Sonntag. an der Mauer erschütterte die Welt ten Bundesrepublik zu leben wünschten. Die Mauer stand ja nach Osten. eine Stunde lang um Hilfe rief. durch. „Ich möchte am liebsten wegsein und zerrissenen Familien. sich gegenüber der Bevölkerung lagen“ entwickeln – bei geschlossener Grenze. daß es auch Ost- bleibe am liebsten hier.] bald. Lautsprecherboxen. deutsche gab. meten am 13. Kabelrollen. Per Heißluftballon einem Haß: Jetzt haben wir sie! Der mein- DDR-Grenzverbände und Kampftruppen schwebten 1979 die Familien Strelzyk und te nicht den Klassenfeind. Und der Westen glänzte in der Teilung.. August 1961: Gueffroy (5. Die Mauer SED mißtraute dem eigenen Volk. August 1962 mit seinem matismus. die Zensur hatte man ihnen gen der Warschauer Vertragsstaaten wen. statt weiterzu. Ein Mini-U-Boot zog 1968 Bernd Böttger Ulbrichts Sekretär.] Dies ist die Geschichte von oben. ihn verbluten.. Diese Bedrängten at- die Regierung der DDR mit dem Vorschlag. da ihre vor in Konkurrenz zur Bundesrepublik. [. 141 ff. welcher Illusion sie aufgesessen wa- schen Lagers zuverlässig der Weg verlegt Die Ostdeutschen flohen in Kofferräu. liner Rundfunk seine „Melodien zur Nacht“ wie das des achtzehnjährigen Peter Fech. dem 13. ist ihre Stadt geteilt. bleib auf der Ostseite. der am 17. men. Habe und Heimat verlassend auf dem Landes.. Die DDR wurde zum politischen Entscheidungen nicht mehr Abwanderungen zur Laborversuch für ein gigantisches Sozialexperiment. jetzt bricht die sozia- Ordnung einzuführen. Blickkontakt zu Ost-Berliner Verwandten am 1. mit leistet wird. Der meinte das Brandenburger Tor. August 1961) bis Chris Künstler. August 1961 auf: Jetzt an der Westberliner Grenze eine solche schossen. Informationen zur politischen Bildung Nr. Kurz nach dem Mauerbau. die hunderten Leicht wird vergessen. war mo- Mauer Das sagt wenig über die Tragödien ralisch tot. Fechter. der seine Bonn 2005. Sie offenbarte das Wesen Christoph Dieckmann. Freund nahe dem Checkpoint Charlie die mit der offenen Flanke zum Klassen- den sich an die Volkskammer und an Grenze überstieg. traf ich Otto Gotsche. in Brust und Rücken ge. von Günter Litfin (erschos. S. Um 1. Der Freund kam feind begründet. das zersäbelte Berlin. 36 Geschichte der DDR picture-alliance / dpa akg-images / AP Später wird die Grenze für Hunderte Menschen zur tödlichen Falle: Einer Der Mauerbau bedeutet für viele Familien die schmerzhafte Trennung von ihnen ist der 18-jährige Peter Fechter.05 Uhr verriegeln durch die Ostsee. Als die Berliner bot dem Westen eine hochpathetische erwachen. lins eine verläßliche Bewachung gewähr. Deutsches Erinnern. Und der sagte.] stoppt. Oktober 1961 im zwischen den Fronten verblutet. den Dog- für eine Sondermeldung: „Die Regierun. durch die der Wühl. Künstler des eigenen wird der erste Ost-West-S-Bahn-Zug ge... Ein Staat. Berliner Norden Die politische Führung verband mit dem Mauerbau am 13. und end. Man ließ listische Geistesfreiheit an! Sie merkten tätigkeit gegen die Länder des sozialisti. wo er sind wir unter uns.. gültig auch Deutschland. der am 17. Im Selbstverständnis der SED-Führung Versprechen auf eine lichte Zukunft im Kommunismus. August 1962 in der von Angehörigen.

einem Aufblühen der Wirtschaft versprachen sich die Refor. Die Einkaufsbeutel aus DEDERON – das war der Handelsname von Direktoren staatlicher Betriebe erhielten mehr Kompetenzen Polyamidfasern in der DDR. fortan sollten sie für ein effizienteres Wirtschaf. das diente jetzt nicht mehr der quantitative Umfang der Produk.und Kulturpolitik werden rasch zurückgenommen. Sie wurden in Chemiefaserwerken in und Eigenverantwortung. um ihre Macht und das bestehende Jochen Zick / Keystone gesellschaftliche System zu stabilisieren. Die es Erdölwerk den Betrieb auf. um die volkseigenen faserprodukt gehörten bügelfreie Hemden. Chemieanlagen). das planwirtschaft- liche System an die Erfordernisse einer modernen Industrie- gesellschaft anzupassen. Rudolstadt-Schwarza. Jahre den Alltag der Bevölkerung. Das Reformpaket der 1960er Jahre Wirtschaftsreformen Auf dem VI. In das Zentrum des Wirtschaftsausbaus rückten die Chemie Nach zwei Jahren fortwährender Experimente begann in (Petrochemie. Zu einem bekannten Kunst- men der Verwaltung und Organisation. Arbeitskräfte und Rohmaterialien verfügen konnten. das die Modernisie. sondern auch seit Mitte der 1960er Jahre ausgebaut wurde. Guben und in Premnitz hergestellt. Beabsichtigt war. nicht nur zum wichtigsten Kraftstofflieferanten der DDR wur- tion (Tonnenideologie). nahm in dem kleinen Städtchen Schwedt an der Oder ein neu- rung der Wirtschaft zum Herzstück von Reformen erhob. Markt besser miteinander zu verbinden. bei Plaste für starre und Elaste für elastische Kunststoffe stand. (Werkzeugmaschinenbau. und auch Lockerungen in der Jugend. Marktes wurden nicht mehr als „kapitalistischer Restbestand“ um die Textilindustrie mit Faserrohstoffen. Kunstfaserherstellung) und der Maschinenbau den Jahren von 1965 bis 1967 die zweite Phase der Wirtschafts- Informationen zur politischen Bildung Nr. mit hochwertigem Stickstoffdünger und die Chemieindustrie ten nutzbar gemacht werden. 312/2011 . Jetzt begann in der Chemische Erzeugnisse veränderten im Laufe der 1960er Wirtschaft ein langjähriges Experimentieren mit neuen For. Es entwickelte sich zu einem gi- Wirtschaftsorganisationen werden. Am 1. sondern der Gewinn. damit sie freier über Absatz. Von Möbel und Geschirr aus Plaste/Plastik gehörten jetzt zum Alltag. Plan und mit petrochemischen Komponenten zu versorgen. Parteitag im Januar 1963 wurde das „Neue Öko. das Rohöl aus der Sowjetunion staatlichen Betriebe sollten zu gewinnorientiert arbeitenden verarbeitete und veredelte. Als zentraler Maßstab gantischen petrochemischen Kombinat (PCK Schwedt). Die Kräfte des de. Kittelschürzen und Betriebe in flexible Warenproduzenten umzuwandeln. Das 1964 eröffnete Erdölwerk in Schwedt entwickelt sich zum größten petrochemischen Kombinat der DDR. 37 Andreas Malycha Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) In den 1960er Jahren bemüht sich die SED. Finan. wo- alle anderen Bereiche der Gesellschaft. die Landwirtschaft behandelt. Doch nachhaltige Erfolge bleiben aus. In den 1960er Jahren rückt neben dem Maschinenbau die chemische Indus- trie ins Zentrum der Wirtschaftsförderung. Auch zen. Die VEB Chemische Werke Buna in Schkopau führten zu dieser mer im SED-Politbüro auch stimulierende Auswirkungen auf Zeit den Werbeslogan „Plaste und Elaste aus Schkopau“ ein. April 1964 nomische System“ (NÖS) beschlossen.

vor Bekannt und beliebt: Kittelschürzen. Es kam 1970 zu empfindlichen Versorgungsschwierigkeiten. Um in zukunftsträchtigen neuen Zweigen der bpk / Jochen Moll Computertechnik und Elektronik konkurrenzfähig zu werden. 312/2011 . mit der Parteichef Ulbricht Ingenieure. Betriebsleiter und Arbeiter ullstein bild – DHM / Schwarzer zu „Höchstleistungen“ im Systemwettstreit anfeuern wollte. senschaftlichem Sachverstand erarbeitet. da sie aus Ulbrichts genossen und 1961 bzw. Gerhard Schürer. die Rückstände mit Sonderschichten an den Wo- Anprobe beim VEB Damenoberbekleidung „Fortschritt“ in Berlin 1967 chenenden aufzuholen. Einzelne Elemente der Selbst- Informationen zur politischen Bildung Nr. antwortung von zwei Parteifunktionären mit wirtschaftswis. Er nahm sich am 3. seit 1963 Vorsitzender der hielten und die SED-Spitze keinerlei Abstriche an ihrer unein- Staatlichen Plankommission. sprach sich vehement für einen Abbruch der Wirtschaftsrefor- men und eine Änderung der Investitionspolitik aus. Letztlich scheiterten die Modernisierungsversuche in der Wirtschaft an den systembedingten Defiziten der staatlich gelenkten Planwirtschaft. vergeblich. Gerhard Schürer. ren Devisen. der am 4. Doch es häuften sich Spannun- gen im gesamten Wirtschaftssystem und herbe Rückschläge. vor allem in konvertierba- Ökonomische System“ bekräftigt. tatsäch- reform. Selbst bei ei- Wettstreit der Systeme: Zu den zukunftsträchtigen. nachdem sein Entwurf für den Fünfjahrplan der Jahre 1966 bis 1970 am 2. lich „Weltniveau“ zu erreichen. Die Ziele der Wirtschaftspläne wurden immer gewaltiger. angelehnt an das westliche „Perlon“. Auch der Chef der Staatli- chen Plankommission. Dezember 1965 in seinem Dienstzim- mer das Leben. ner angemessenen Konzentration des Industriepotenzials gab dustriezweigen gehört auch die Elektronik. Die angestrebten jährlichen Zuwachsraten in der Produktivität von fast neun Prozent entsprachen reinem Wunschdenken. obschon im Vergleich zu späteren Jahren moderaten Auf dem VII. 38 Geschichte der DDR Amt. Fernsehgerätewerk Staßfurt 1965 es angesichts der begrenzten Möglichkeiten in der DDR und ihrer Abhängigkeit von Rohstofflieferungen aus der Sowjet- union. Insbesondere Günter Mittag. Die Produktionspläne konnten nicht mehr erfüllt werden. rund 20 Millionen Valutamark ge- kostet hatte und zeigen sollte. wie modern und lebenswert der Sozialismus war. nur geringe Chancen. lautete die Formel. Hinzu kamen die überzogenen Er- wartungen. SED-Parteitag in Berlin 1967 wird das 1963 beschlossene „Neue Anstieg der Auslandsverschuldung. Betriebsdirektoren versuchten Name ist. insbesondere bei Erdöl. der die Reformexperi- mente Ulbrichts und seiner Berater bislang unterstützt hatte. Das wirtschaftliche Reformkonzept wurde in der Ver. Im Grunde scheiterten die Reformer mit dem Versuch. präsentierte sich plötzlich als ein heftiger Kritiker der seit dem VII. eine leistungsschwache Wirtschaft binnen weniger Jahre in ein effizientes wirtschaft- liches System umzuwandeln. die das Wohlwollen marktwirtschaftliche Mechanismen einzuführen. Als Nachfolger bestimmte die Volkskammer den bisheri- gen Stellvertreter Apels. „Überholen ohne einzuholen“. der die Plankommis- sion bis zu ihrer Auflösung 1989 leitete. Der allem in der Zulieferindustrie. Nur durch diesen Schwenk auf die Seite der Reformgegner konnte er sich in der SED-Machthierarchie behaupten. Unter dem Eindruck der 1970 anschwellenden Wirt- schaftskrise wurden die 1963 begonnenen Wirtschaftsrefor- men zur Jahreswende 1970/71 schließlich abgebrochen. besonders geförderten In. Beutel und Hemden aus DEDERON. Oktober 1969 eröffnet worden war. wie der Vergnügungspark in Berlin-Plänterwald. fehlten strukturelle Mechanismen für den Technologietrans- fer zwischen der Forschung und der Produktion. Dazu trugen seiner Meinung nach Investitionen in Prestigeobjekte ohne nennenswerten Nutzen bei. Dezember 1965 auf einer außer- ordentlichen Politbürositzung mit dem Verweis auf das per- sönliche Versagen des Planungschefs abgeschmettert worden war. ein Kunstwort aus DDR-on. was unter den Belegschaften Unmut auslöste. einer der maßgeblichen Archi- tekten der Wirtschaftsreform. Parteitag 1967 getroffe- nen wirtschaftspolitischen Entscheidungen. Apel blieben nur wenige Jahre im der Wirtschaft zulassen wollte. 1963 in das SED-Politbüro politischen Gründen grundsätzlich an der Planwirtschaft fest- gewählt worden waren: Erich Apel. Als beson- akg-images deres Ärgernis betrachtete der oberste Planungschef den deut- lichen. In rasantem Tempo wurde versucht. seit 1962 geschränkten Führungsrolle bei der Steuerung und Lenkung ZK-Sekretär für Wirtschaft. sowie Günter Mittag.

Ein vorbildliches. […] [Das Dopingkontroll- So wurde der Leistungssport in der DDR sportlern festgeschrieben wurde. Damit belegte das Land.und Jugendsport- Leipzig arbeiteten die besten Trainer und noch ihre Eltern wurden über die Stoffe schulen im Sportforum Hohenschönhausen. Neue allerdings nicht nur für die Sportler. in keinem anderen vom Ministerium für Staatssicherheit. Die „sozialistische Schule“ Bildung und Erziehung standen in den 1960er Jahren ebenfalls im Mittelpunkt der Gesellschaftspolitik. Wenn es und die Wettkämpfe im Westen nicht zur wirklich mal einen positiven Befund gab. Diplomaten in Trainingsanzügen Die Statistik beweist den Erfolg des Systems: der SED-Führung bewusst herbeigeführte Bis 1988 gewann die DDR allein bei Disziplinierungsmaßnahme (etwa nach un- […] Die sportlichen Erfolge ihrer Athleten olympischen Sommerspielen 454 und bei erwünschten Westkontakten) oder schlicht waren für die DDR-Führung ein entschei.und Arbeitsalltag freigestellt. den bei den internationalen Wettkampf- boten. die die war der Bereich vollständig unter staatli. Nicht umsonst cher Kontrolle. An den Kinder.noch die Sozialpolitik der SED Land vertreten. wie die EOS Persönlichkeit“. Es waren vielmehr jene erfolg. obwohl nur die lückenlose medizinische Überwachung nationale Anerkennung. in dem Mittel ging es dann zur internationalen maten in Trainingsanzügen“ genannt. Heute weiß man. Oktober 2010 kader wurde aufgebaut. konzentrationen eingestellt. auf das sogenannte Honecker-Konto fortan mit allen zur Verfügung stehenden keits. Der pädagogischen Idealvorstellung entsprach das Leitbild der „allseitig entwickelten sozialistischen Mathematisch-naturwissenschaftliche bzw. Schwimmerinnen hormonell auf Männer- reichen Sportler und Sportlerinnen. Verantwor. Denn eigentlich musste dendes Mittel in ihrem Kampf um inter. Letztlich siegten machtpolitische Interessen über wirtschaftliche Notwendigkeit und ökonomischem Sachver- stand. durch sportliche Erfolge zu garantieren. 312/2011 . und die Gefahren aufgeklärt. davongetragen haben. Weder die von 1964 bis 1988 als selbstständiges der DDR-Leistungssportler jede positive Wirtschafts. Alle auserwählten fragte. künftige Olympia./3. Wer nach- sieger herauszubringen. dass viele Sportlerinnen finanziert mit Devisen aus der Bundesrepu- flochten wie in der DDR. […] optimale Trainingsmöglichkeiten. Darin vereinten sich verschiedene Persönlich. Heinrich Hertz in Berlin. lief Gefahr. Dopingkontrolle. In ihm wurde gemäß der marxistisch-leninistischen Doktrin ein entscheidender Hebel zur weltanschaulichen Prägung der He- ranwachsenden gesehen. Weder Sportler Frühzeitige Talentförderung: Erstklässler 1985 beim Aufnahmetest für die Kinder. Das Geld stammte aus dem prakti- Erfolg und Medaillen versprechende Sport. überwacht institut in Kreischa] war […] stets auf einem zentrales Staatsziel. Wissenschaftler daran. in: General-Anzeiger und Erfassung potenzieller Olympia. zum Teil Land waren Sport und Politik so eng ver. 1974 entstand der Staatsplan 1425. die Älteren als Deutschen Hochschule für Körperkultur in „unterstützendes Mittel“. Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) 39 regulation und Dezentralisierung reichten nicht aus. alle auch zu einem erhöhten Krebsrisiko und zu richtung des Dopinglabors […]. weil die SED-Führung das Bildungssystem als eine direkt staatlich kontrollierbare In- picture-alliance / dpa stanz zur Sozialisation nachwachsender Generationen ansah. „Sport als Mittel zum Zweck“.und Herzschäden. Sie wurden Mittel führten nicht nur zu Fruchtbar. um die starren Methoden der zentralstaatlichen Wirtschaftsplanung zu überwinden und Flexibilität und Entwicklungsfähigkeit zu erreichen. wenngleich natürlich streng darauf kontrollen nicht mehr DDR-Sportler als aus geachtet wurde. Die unterstützenden zierten Freikauf von Häftlingen und floss arten wurden ausgewählt. 22 besonders und Sportler dauerhafte Folgeschäden blik. in der ewigen olympischen Dopingprobe verhindern. werden eingerichtet. Um die internationale Anerkennung kämpfen etwa die Erfolg garantierenden verhelfen. dass derartige Ausflüge den übrigen Ländern überführt. medikamente wurden von den Trainern Bonn vom 2. Sogar Trotz des flächendeckenden Dopings wur- ullstein bild – Almonat Trainingslager im Ausland waren nicht ver. Die Jüngeren erhielten sie und Jugendsportschulen sowie an der offiziell als „Vitaminpillen“. So wurden in den konnten dem Arbeiter. so Republikflucht genutzt werden konnten. Bereiche umfassendes System der Sichtung Leber. Die Doping. aus der Trainingsgruppe Sportler wurden dafür von ihrem normalen ausgeschlossen zu werden.und Stoffwechselstörungen. verabreicht. Das galt Schul. […] technisch brillanten Stand. dem Wettkampf und nach Absetzung der wurden sie von der DDR-Führung „Diplo. Tage vor DDR weltweit vertraten. kräftebedarf in den besonders geförderten Wirtschaftszweigen zu decken. um einen „Unfall“. son- Sportstätten boten für die Spitzensportler dern auch für Trainer. […] handelte es sich entweder um eine von Informationen zur politischen Bildung Nr. Winterspielen noch einmal 110 Medail.und Bauernstaat Medaillenwertung noch 2004 den siebten Wochen vor großen internationalen Wett- zu Glanz und internationaler Anerkennung Platz. sondern und von dort auch in die medizinische Ein- Mitteln gefördert. um den steigenden Arbeits- keitsmerkmale: sozialistisches Klassenbewusstsein. […] das flächendeckende Doping von Leistungs. len. Michael Nickels. technische Schulen.

zialistische Produktion“ (ESP). ständigkeit ausgestatteten Universitätsinstitute wurde die Schülerinnen 1967 beim „Unterrichtstag in der Produktion“ im Labor der Margot Honecker. Juni) verdiente Lehrkräfte aus. Er gliederte sich in den vierzehntägigen „Unterrichtstag schen Fachrichtungen jetzt vorrangig auf der Basis von Ko- in der Produktion“ (UTP) in Industriebetrieben oder in der Land. Sie demonstrierte. te die Hochschulreform die Verbindung von Universität und sche Unterricht als Lern. se der Wirtschaft und die inhaltliche Ausrichtung des Bildungs- wesen“ vom 25. Das der Vorschulerziehung bis zur Erwachsenenqualifizierung. Landwirtschaft und Bauwesen eingeführt wurde. und 10. eine Struktur. aber auch außerhalb des obligatorischen Schulsystems he. den Berufswunsch der Heranwachsenden zu leitung direkt unterstellt. Erster Sekretär des ZK der SED antrat. 40 Geschichte der DDR tungsgefühl für das Kollektiv. Neben den umfassenden weltanschaulichen Aspekten necker. Klassen der allgemeinbildenden Oberschule eine rangebildet werden. form wurden die bislang noch relativ autonomen Institute ren künstlerischen Begabungen standen im Widerspruch zum und Fakultäten aufgelöst. und der Universitäts- Mit der Absicht. hatte schon seit dem Schuljahr 1960/61 der polytechni. Auf Grund der schulpoliti. Die Teilnahme der Schüler an der Mit der Abschaffung der bislang mit einer gewissen Selbst- produktiven Arbeit in einem volkseigenen Betrieb galt als Vor. Elektrotechnik. Im Gegensatz zu ihrem Ehemann Erich Ho- ckelte.und Jugendorganisationen der berufliche Grundausbildung in den Bereichen Chemie. Maschinenbau. Metallur- Jungen Pioniere und der Freien Deutschen Jugend (FDJ) mit ih.und Erziehungssystem einen Regelung wurde in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wieder wichtigen Platz ein. ministerium die Praxis des polytechnischen Prinzips. 312/2011 . Im Gesetz über das Bildungswesen von 1965 und die anschließen- Zentrum stand die zehnklassige polytechnische Oberschule. Letzteres stellte eine direkte Verbindung zu den personellen Bedürfnissen der führenden Wirtschafts- zweige und der Landwirtschaft her. Auf ihre verlagerte sich auf mathematische und naturwissenschaftlich. den alle in der DDR verwendeten Lehrpläne sowie eine Viel- Im Jahre 1963 stellte das Volksbildungsministerium die Wei. Disziplin und kulturelle Interessiertheit. die Ratschläge und Personalbedürfnisse der Wirtschaft abzulesen. In ganz besonderem Maße verstärk- steuern. um Fähigkeiten und vor allem solche mit besonderen Begabungen das zentralistische Bildungssystem gegen jeden Reformver- für technische und mathematisch-naturwissenschaftliche Fä. indem in halb. In den Jahren seit 1964 verschärfte das Volksbildungs- Dieser ideale Typus des „sozialistischen Menschen“ sollte inner. mit welchem Eifer die Bedürfnis- Mit dem „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungs. Pionierleitern und den FDJ. forschten. Die Kinder. Es regelte alle Bildungs. Ministerin für Volksbildung der DDR. zahl von Unterrichtsmitteln bzw. um einen effizienteren Mitteleinsatz und komplexe samtschulsystem der DDR erhob. aufgehoben. Verkehrs- ren vielen hauptamtlichen Erziehern. maßgebliche Initiative hin wurde 1970 die Akademie der Pä- technische Felder. Unterrichtshilfen für Lehrer. Forschungsvorhaben zu ermöglichen. indem die naturwissenschaftlichen und techni- gonnen. Dort entstan- schieden angehoben wurde. operationsverträgen für die Wirtschaft (Vertragsforschung) wirtschaft und in das theoretische Fach „Einführung in die so. den 9. ihre Handschrift.und Ausbildungsstufen von 1963 bis 1989 Form und Inhalt der „sozialistischen Schule“. chen für die Gründung von Spezialschulen und -klassen. cher gefördert wurden. Die 14 mathematisch-naturwissenschaftlichen len. Februar 1965 erhielt das Bildungssystem der DDR systems in Übereinstimmung gebracht werden sollten. in denen Seit den 1980er Jahren nutzte die Ministerin allerdings ihren Jugendliche mit ausgeprägten künstlerischen oder sportlichen beträchtlichen Einfluss als Frau des SED-Generalsekretärs. hohes fachliches bereitung auf die Ausübung industrieller und industrienaher Wissen und Können. galt sie in ihren ersten gemeinbildenden Oberschulen eine deutliche Anpassung an die Amtsjahren als aufmerksame Zuhörerin. gie. Wirtschaft. in größere Sektionen zusammen- offiziellen Anspruch absoluter Chancengleichheit. Diese Sekretären nahmen im Bildungs. Im Ergebnis der 1968/69 durchgeführten Hochschulre- Spezialschulen und acht Einrichtungen für Schüler mit besonde. allseitige Bildung. Berufe. Energiewirtschaft. gefasst. such abzuschotten. die de Reform der Lehrpläne trugen zu einem beträchtlichen Teil sich sukzessiv zur obligatorischen Bildungseinrichtung entwi. auf denen das Niveau der Schulbildung ent. der im Mai 1971 die Nachfolge von Walter Ulbricht als der „sozialistischen Erziehung“ war an den Lehrplänen der all. Der Schwerpunkt wissenschaftliche Beratung nicht brüsk zurückwies. die in ihren wesentlichen Bestandteilen bis 1989 Margot Honecker prägte als Ministerin für Volksbildung von stabil blieb. wesen. dagogischen Wissenschaften (APW) gegründet. ullstein bild – ddrbildarchiv/Terzer ullstein bild – DHM / Schwarzer Informationen zur politischen Bildung Nr. Hochschulreform schen und ideologischen Vorgaben blieb die Begabtenförderung jedoch bis zuletzt ein brisanter und umstrittener Aspekt der Reformen gab es auch an den Universitäten und Hochschu- DDR-Pädagogik.und Praxisbereich in der Oberstufe be. zeichnet 1987 am Filmfabrik Wolfen „Tag des Lehrers“ (12. den das Ge.

Allerdings konnte nicht übersehen werden. der Universitäten und der Industrie konnten tatsächlich ei- scher Bauart am 4. da die Vergabe von Lehrstühlen in zunehmen- dem Maße von der Zugehörigkeit zur Staatspartei abhängig gemacht wurde. par. Während parteilose Wissenschaftler in „wissenschaftlich-technische Revolution“ griff die Propa- den Gesellschaftswissenschaften am Ende der 1960er Jahre ganda der SED diese Zukunftseuphorie rasch auf und konnte eine Minderheit bildeten. Mai-Feier 1961 in Berlin. Bereits seit dem Ende der 1940er Jah- re spielten politische und weltanschauliche Orientierungen und soziale Herkunft der Studienbewerber eine entscheiden- de Rolle. Innovationen für die Modernisierung der Wirtschaft liefern. Sein Parallel dazu stieg der Anteil von SED-Mitgliedern in der Pro. um so die Ergebnisse wissenschaftlicher Die rasante Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik Forschung wirtschaftlich verwerten zu können. Der Weltraumflug Juri Gagarins im April 1961 wird auch in der DDR gefeiert teiloyalen Machtelite. Bis 1965 waren 23. Die soziale und politische Auslese der Studienbewerber wurde von der politischen Führung jedoch ullstein bild machtpolitisch gehandhabt und zur Heranbildung einer neu- en. Durch diese beflügelte in den 1960er Jahren auch in der DDR kühne Zu. Auch die biomedizinische Forschung stand nach der Ent- putertechnik. der Atomforschung und der Automatisierung schlüsselung des molekularen Trägers der genetischen Informa- beförderte Fantasien über unbegrenzte Möglichkeiten des tion durch US-Wissenschaftler in der DDR zeitweilig auf einem Informationen zur politischen Bildung Nr. Das war eine Folge von Reglementierungen bei der Zulassung zum Hochschulstudium. Zugleich hatte sich am Ende der 1960er Jahre die soziale Her- kunft der ostdeutschen Hochschullehrer stark verändert. So entwickelte der die Überlegenheit des Sozialismus und seiner wissenschaft. vor allem der Leitungspositionen in der universitären Lehre und Forschung amerikanischen Forschung sollte binnen weniger Jahre auf- auch in der Medizin und den Naturwissenschaften wurde. das Le- schaften und der Medizin hinter den eigenen Erwartungen bensgefühl und das Weltbild großer Teile der Bevölkerung be- zurück. Man sprach von der „sozialistischen Intelligenz“. dass sich nige „Spitzenleistungen“ erbracht werden. te punktgenau den Kern der damaligen Gesellschaftspolitik demischen Milieu fest verankert. Ein Der auf dem VI. An der Berliner Charité wa. VEB Carl Zeiss Jena im Jahre 1968 ein Interferenz-Mikroskop. wissenschaftlichen Erfindungsreichtums. Industriebetriebe und wissenschaftliche Forschungsein- Wissenschaft als Produktivkraft richtungen wurden seit 1968 zu Großforschungszentren zu- sammengeführt. Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) 41 bislang noch vorhandene Autonomie ihrer Direktoren zerstört.und Bauernkindern der traditionelle Kreislauf von sozialer Herkunft. In den Jahren von 1950 bis 1970 halbierte sich der Anteil der bil- dungsbürgerlichen Schichten innerhalb der Professorenschaft. während die Hochschullehrer aus dem traditionellen Arbeiter- milieu ihren Anteil in derselben Zeit mehr als verfünffachten. an den ostdeutschen Universitäten in der SED organisiert. einer neuen. April 1961 sowie die immensen Fortschritte der Com. Bildung und akademischer Laufbahn durchbrochen werden. Erst die Zerschlagung der Fakultäten und traditionel- len Universitätsinstitute als sogenannte kleine Grafschaften machte den Weg zur Transformation vom bildungsbürgerlich geprägten Universitätsbetrieb zur „sozialistischen Universi- tät“ frei. Unter dem Begriff schen den Fakultäten. damit für eine bestimmte Zeit die Vorstellungswelt. Die neuen Universitätsstatuten des Jahres 1970 besei- tigten dann auch formell die Reste der traditionellen universi- tären Selbstverwaltung. 312/2011 .3 Prozent der Medizin-Professoren einflussen. Hier gab es jedoch große Unterschiede zwi. engen Vertragsbeziehungen zwischen Forschungsinstituten kunftsvisionen. um den ökonomischen Wettstreit der Systeme gewinnen zu können. der nicht mehr von der Fakultät vorgeschlagen. Die neu gebildeten Sektionen leitete jetzt jeweils ein Direktor. Bild schmückt die Ehrentribüne zur 1. am 12. dass das SED. geholt werden. der SED zum Ausdruck: Die Wissenschaft sollte technische ren 1989 nur 14 Prozent der Mitarbeiter in der SED organisiert. lichen Leistungsfähigkeit in kurzer Zeit erweisen werde. sondern vom Rektor der Universität eingesetzt wurde und diesem direkt un- terstand. eng mit der SED verbundenen Führungselite genutzt. und beflügelt die Zukunftsvisionen zum wissenschaftlichen Fortschritt. Parteitag der SED im Januar 1963 propagier- großer Teil der Mediziner stand dem politischen System in te Leitspruch von der „Produktivkraft Wissenschaft“ brach- der DDR kritisch gegenüber und blieb im traditionellen aka. Die zeitgleich auch in der Bundesrepublik beklagte „techno- Parteibuch zu einem entscheidenden Auswahlkriterium für logische Lücke“ gegenüber der internationalen. Oktober 1957 nährte die Illusion. fessorenschaft. Unter dem Slogan der „Brechung des bürgerlichen Bildungsprivilegs“ sollte durch die besondere Begünstigung von Arbeiter. Der das optische Messverfahren mit äußerster Genauigkeit er- Weltraumflug des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin möglichte und internationalen Maßstäben genügte. blieb die SED in den Naturwissen. Bereits der Start des ersten Sputniks sowjeti.

sondern in die Sozialpolitik inves- tiert. den den scheinbar legalen Rahmen. wenn Du mit dem Programm den ganzen Maßnahmen und Gesetzen der Wehrpflicht. Von 1961 bis 1971 stieg der Per- Instrumente. der Krieg zum großen Geschäft.) in Be. Das aber würdest jetzt in den Wahlkampf ziehen. damit. Überhaupt – weg mit müßte Deine Forderung lauten: Her mit fordern. So entwickelte sich das Volkskammer ein neues Verteidigungsgesetz. daß es keine volkseigenen Stell’ Dir bitte einmal vor.und Wasserstoffbomben! also mit dem Programm der Nationalen Du weißt. Und weil Informationen zur politischen Bildung Nr. die in den vorgegebenen Fristen von der schiedete sich von offenem Terror und baute stattdessen sein Forschung nicht zu erbringen waren. und Die wenigen Jahre. Im Januar 1962 wurde die bieten der Krebsfürsorge und klinischen Krebsbehandlung. Unveränderte Herrschaftsformen ullstein bild – ADN-Bildarchiv In deutlichem Gegensatz zum Modernisierungs. gegen demokratische Einrichtungen und Organisationen. Die Zahl der wegen „Staatsverbrechen“ („Staatsverleumdung“. bevor sie ihre Tätigkeit überhaupt aufnehmen konnten. Verstöße gegen das Passgesetz der DDR) verurteilten DDR- ein noch junges und vielversprechendes Forschungsgebiet. wie vor 1945 und wie heute kleinen Gewerbetreibenden ruiniert. Sie würden von Dir Schulgeldpflicht wird wieder eingeführt. mokratischen Republik“ deklarierte. beispielsweise Erbkrankheiten und genetischen De.und Re- formeifer. den die SED-Führung in den 1960er Jahren in Wirt- schaft und Wissenschaft an den Tag legte. Parteispitze dem sowohl Wissenschaftler als auch Politiker die Hoffnung und Regierung verstärkten gleichzeitig ihre militärpolitischen verbanden. was einige Jahre später zur Reduktion bzw. Der Artikel 6 der Verfassung der DDR über die „Boykotthetze Auf der Leipziger Herbstmesse 1966 besichtigt Walter Ulbricht (M. daß diese Macht Liebe Karin! soll das Gesetz zum Schutz der Mütter beseitigt wird. insbesondere auf Ge. die Bauern allein nicht zufrieden. wogegen Du Front Du willst das alles natürlich nicht. Und künden. da gehört Du bist und wogegen. Betriebe mehr gibt und die Bauern ihr solche Oppositionspartei gegründet und Kindergärten und Schulhorte werden Land den Junkern zurückgeben. Die großen Zunächst müßtest Du ein Programm ver. Die Säuglingsheime. 42 Geschichte der DDR mussten. müßtest Opposition? Gleichberechtigung der Frau soll wieder Du als konsequente Oppositionsführerin abgeschafft werden. Dies galt besonders für die Molekularbiologie. her der Parteien und Organisationen bei uns. Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) aus und stockte das nötigten für ihre aufwändigen Experimente neue technische hauptamtliche Personal auf. Also und was Du tun willst. in denen Forschung und Technologie 50. Am 20. einige sogar noch. Die Volkskammer natürlich fordern. nicht einverstanden wärst? machst. und die beiter wieder ausgebeutet. denn die Wähler geben sich Oder: Die Studenten erhalten keine Sti. wie Du denkst der Reichen eine höhere Bildung er. nicht nur Du – keiner will das. Apparate und Chemikalien. Du hättest eine außer Kraft setzen. die Macht geschaffen wurde. Lebensjahr eingeführt. zum Abbruch der begonnenen Forschungsprogramme führte. wofür noch in Westdeutschland. Aber Front. die größtenteils aus sonalbestand von rund 20 000 Mitarbeitern auf etwa 45 000 dem westlichen Ausland gegen Devisen importiert werden hauptamtlich Beschäftigte. stand das Beharren auf alten Herrschaftsansprüchen und Herrschaftsmethoden. geschlossen. welches den Medizinisch-Biologische Forschungszentrum in Berlin-Buch in „Schutz des Vaterlandes und der Errungenschaften der Werk- den 1960er Jahren zu einem auch international ausgewiesenem tätigen“ als „nationale Pflicht der Bürger der Deutschen De- Zentrum experimenteller Krebsforschung. um dauerhafte Innovationsfortschritte seinen regionalen Außenstellen (Bezirksverwaltungen) als zu erzielen. 312/2011 . Was könntest Du werben können. Anstrengungen. gleitung seiner Frau Lotte und führender SED-Funktionäre den Stand der Mordhetze gegen demokratische Politiker“ bot den Herrschen- VEB Carl Zeiss Jena. Kapitalisten herrschen wieder. zur Förderung der Jugend! Und da mit den Atom. nur die Kinder die Kapitalisten herrschen. hohen Niveau.und-Bauern. da werden auch die Ar- mit Deiner sympathischen Erscheinung pendien mehr vom Staat. rein in die NATO. daß all das. September 1961 verabschiedete die fekten wirksam begegnen zu können. allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen dem 18. warum Du Opposition machst. Die SED-Führung erwartete rasche und vorzeig. wo die herrschen. Wo len. vom Staat überdurchschnittlich gefördert wurden. Nach dem Machtantritt Erich Honeckers im Mai 1971 wurden die verfügbaren Ressourcen nicht mehr vorrangig in Wissenschaft und Technik. Auf diese Weise konnte das MfS Warum gibt es in der DDR keine Du könntest beispielsweise fordern. Die Wissenschaftler be. Die Frauen werden wieder heißt: alles wird wie früher. Es verab- bare Ergebnisse. reichten Auch das Ministerium für Staatssicherheit stellte sich mit allerdings nicht aus. von der Arbeiter. „Schild und Schwert“ weiter in den Dienst der SED. entrechtet und die Handwerker und und Deiner Partei vielmehr wissen wol. mit Bürger stieg im zweiten Halbjahr 1961 wieder an. um gegen Kritiker der be- stehenden politischen Verhältnisse willkürlich vorzugehen. Die meisten Großforschungseinrichtungen wurden bis Ende des Jahres 1972 wieder aufgelöst oder umorganisiert. schlechter entlohnt als die Männer.

Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) 43 im Laufe der 1960er Jahre seine Machtstellung erheblich aus- weiten und beachtliches Eigengewicht im politischen System der DDR gewinnen. ner der Beweis erbracht. [. anpassen. dort schöpferische und kämpferische So- Joachim Herrmann war damals Chefredakteur der FDJ-Zeitung mit einem durch eigenes Denken und zialisten. in der Auseinandersetzung mit rückstän. gibt es bei uns keine Oppositionspartei. 98 und S.. Zwischen Öffnung und Restriktion Jugend im Aufbruch Zeitgleich mit der Reform des Bildungssystems begann die SED-Führung ihre Jugendpolitik zu lockern. Köln 1980. Diesem Zweck entsprach die Verabschiedung zwischen ost. 312/2011 . Schnell reagierte auch der VEB niertheit in Fragen der Sexualität. LP mit Hits der Beatles heraus und veröffentlichte bis Juni drei genheit angehören. Als am 15. weil Antwort auf einen Leserbrief. Rock und anderen überwiegend aus dem Westen sowie Rock 'n' Roll unweigerlich zu Dekadenz. der Rolling Stones die Westberliner Waldbühne zu Kleinholz dete erstmals rund um die Uhr ein eigenes Jugendprogramm.und Kultur- Jahre 1963 und 1964 begünstigten deutlich sichtbare Verände. des „Deutschlandtreffens der Jugend“ im Mai 1964 in Ost-Berlin September 1965 aufgebrachte Teenager nach einem Konzert setzte ein unübersehbares Zeichen. die ihr eigenes Denken der alle Parteien und Organisationen an. Es stand unter dem Slogan „Der Jugend Vertrau- en und Verantwortung“. Es geht nicht länger an. len. wie wir wahrheitsgetreu und prinzipienfest zu bürger achtet und seine Probleme ernst sie eben ausgesponnen haben – deshalb beantworten. 115 Das Politbüro appelliert an alle Leiter Die Erziehung einer solchen Persön- und Erzieher. lichkeit ist aber nur möglich. das auf fortgeschrittenen Beide Texte in: Hermann Weber (Hg. Bor. werden ebenfalls in der Praxis Joachim Herrmann ständigen und selbstbewußten Staats. der staatliche Rundfunk sendete ihre Songs. da geworden sind. S. nimmt. die Kandidaten zur Wahl stellen. Die Gründung des Radio-Jugend. 1954 und 1964 veranstaltet die FDJ in Ost-Berlin Deutschlandtreffen schärft werden. sowie die „Sputniks“ aus Berlin. ren Ideologien errungenen sozialistischen Jugendkommuniqué des SED-Politbüros vom 17. Sep.und tungen zurück.] Solche jungen Menschen. durch solche Praktiken Jugendliche zurückhalten und stets auf Anwei- gehören. Seitdem wurde Beat. „unbequeme“ die aus Angst vor einer „übergeordneten“ Deshalb gibt es bei uns stattdessen die ein. Die politischen rungen in der Jugendkultur. auf den Weg der Heuchelei abgedrängt sung von oben warten. 21/1957. Rockmusik in der DDR-Presse wieder als „Nervengift des Klas- holt Aufsehen erregten. programms „DT 64“ im Zusammenhang mit der Durchführung westlicher Unkultur und alkoholischen Exzessen.. Die liberalen Tendenzen in der Jugend. 1950. Singles. dass die Begeisterung für Beatmusik genüber Beat. Wir brauchen vielmehr den selb. zuvor als „dekadent“ bewerteten Musikrich. Wenn die junge ullstein bild – AP Generation für Wissenschaft und Fortschritt gewonnen. wenn man gend ein offenes Ohr zu haben und sie den Schüler als zukünftigen Staats- Informationen zur politischen Bildung Nr. Einmarsch der Delegatio- des sogenannten Jugendkommuniqués der SED am 17. die auf „Beatabenden“ wieder. bürger mit einem gefestigten Charakter. sich äußerlich Bis zum nächsten Mal alles Gute! werden. und Vandalismus führen werde. September 1963. Ausschweifung einströmenden. Für die Jugend ein offenes Ohr Weltbild. mussten einige ideologische Dogmen der SED ent. war für die Hardli- Staatliche Behörden nahmen zeitweilig ihre Restriktionen ge. nen aus der Bundesrepublik bei der Eröffnungsfeier 1964 tember 1963. Neue Berliner Illustrierte Nr. des Modegeschmacks und Deutsche Schallplatte auf die sich öffnenden Freiräume. stils blieb jedoch innerparteilich umstritten. Der Berliner Rundfunk sen. Streber und Karrieristen gebraucht digen Auffassungen und reaktionä. Dogmatiker im SED-Politbüro warnten ständig vor Krawallen. kaum Großes leisten können. Kleine Geschichte der DDR. keiner so irrsinnige Gedanken hat. wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Fragen von Jugendlichen als lästig Meinung unehrlich und heuchlerisch heitliche Liste der Nationalen Front. zerlegten und in der S-Bahn randalierten. für alle Fragen der Ju. aber keine kleinmütigen See- Junge Welt. plädierte für die Zuerkennung groß- zügigerer Freiheiten und warb für Toleranz sowie für die dem späteren Gründer der „Klaus-Renft-Combo“ Klaus Jentzsch Achtung jugendlicher Individualität und Intimsphären. Das hinsichtlich musikalischer Vorlieben sowie jugendspezifischer Popmusiklabel AMIGA gab im April 1965 eine komplette Lizenz- Formen von Vergnügen und Geselligkeit sollten der Vergan. Zu den Bands.und Kulturpolitik der Die Duldung eines unkonventionellen Lebens.). seit 1978 Mitglied des SED-Politbüros. oder gar als Provokation abzutun. gehörten die Leipziger „Butlers“ mit senfeindes“ verteufelt.und westdeutschen Jugendlichen. werden. mit- hin für eine Steigerung ihrer Leistungsbereitschaft im Sinne der wissenschaftlich-technischen Revolution motiviert wer- den sollte.

Hinzu kam. Die westlichen Vor.und Jugendkultur wurde erneut verloren ihre Ämter. wie bildende Künstler wurden – wie auch schon zuvor in den griffen wie „Rowdys“ und „Gammler“ kriminalisiert. 312/2011 . die die morali. sein Stellver- Oktober 1965 entschied sich die SED-Führung für eine Korrektur treter Günter Witt sowie der Studiodirektor des volkseigenen ihrer vergleichsweise liberalen Jugendpolitik. Auftritts. Den Film Kurt Maetzigs „Das Kaninchen bin ich“. turpolitik in der „Hauptstadt der DDR“ bestimmen sollte. Bericht des Politbüros an das 11. Filmstudios DEFA (Deutsche Film AG). Sie kann jedoch nicht als die alleinige und hauptsächlichste Form der Tanz- musik betrachtet werden. Besonders ein- senden Generation und der durch die Weimarer Republik und die schneidend traf die nach dem ZK-Plenum einsetzende rigide NS-Diktatur sozialisierten Politiker in der SED-Führung. trat im Informationen zur politischen Bildung Nr. die verschiedensten Bereiche der Kunst und Literatur der Vergangenheit und Gegenwart außer acht gelassen. geriet das im Dezem. von dem sowohl Künstler als auch Kulturpolitiker Führung den vorgegebenen weltanschaulichen Rahmen.“ Als ideologischer Nach einer Volksabstimmung. bedrohten in den Augen der politischen Kahlschlag. Dabei wurde übersehen.). In ihr gibt es unverrückbare Maßstäbe der Ethik und Moral. In: Neues Deutschland vom 16. Robert Havemann.4  Prozent Nein-Stimmen erbracht hatte. Beide zogen den Zorn des Politbüros auf sich. Der schädliche Einfluß solcher Musik auf das Denken und Handeln ullstein bild – dpa von Jugendlichen wurde grob unterschätzt. Als „Konterrevolutionäre“ galten in den Augen der SED-Füh- rung jetzt auch der Liedermacher Wolf Biermann und der Na- Kurzer Frühling in der Kultur turwissenschaftler Robert Havemann. hier bei einer seiner letzten Vorlesungen 1964. Bonn 2010. breitet werden konnten. die der SED angehörten älteren Kulturpolitiker von „ordentlichen Jugendlichen“ entspro.und Liedermacher so- mit Spott und Häme überzogen und das soziale Umfeld mit Be. Der Wissenschaftler Zeit die Oberhand gewannen und auch bei uns Einfluß fanden. 337 f. S. um durch die Übersteigerung der Beat-Rhythmen Jugendliche zu Exzessen aufzuputschen. für Anstand und gute Sitte. erschienen 1965 in der Bundesrepublik ber 1965 tagende 11. „Schweinerei“ und „ideologische Verwilderung“. Erich Honecker. In den Sendungen des Jugendsen- ders wurden in nicht vertretbarer Weise die Fragen der allseitigen Bildung und des Wissens junger Menschen. seine erste LP „Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss bunal über kritische Künstler und Literaten.und Publikationsverboten bestraft. 1950er Jahren – als „Konterrevolutionäre“ beschimpft und mit ger der neuen Jugendszene hatten in Habitus (Jeans und lange Aufführungs-. die politischen Verhält- aus anderen Gründen nicht lange. Zensur die DEFA.44 Geschichte der DDR Das Gefährliche der Beat-Musik Über eine lange Zeit hat „DT 64“ in seinem Musikprogramm ein- seitig die Beat-Musik propagiert. Un- Haare) und Moral ohnehin nicht den Vorstellungen der zumeist ter ihnen befanden sich nicht wenige. Die heftigen Debatten. Daraufhin er- die Schriftstellerin Christa Wolf in einer äußerst aufgeheizten hielt Biermann ein vollständiges Auftritts. DDR-Geschichte in Dokumenten. nisse in der DDR demokratisieren zu können. Dezember 1965 klar. Kunst. Am 11. Dezember 1965. erhält Berufs- raus entstand eine hektische. Biermanns Lieder lediglich als private Tonbandmitschnitte ver- sellschaft aufmerksam gemacht hatten. oder ihr nahestanden. die Ju. daß der Gegner diese Art Musik ausnutzt. aufpeitschende Musik. men und 3. An diesem Punkt zeigte sich in besonders prägnanter Weise standen der Dramatiker Heiner Müller sowie die Schriftsteller der aufbrechende Generationenkonflikt zwischen der nachwach. Erich Honecker machte verbot. In: Matthias Judt (Hg. Theater und Film auf Widersprüche in der Ge. Die Anhän. weil sie ihre Gesellschaftskritik auf- Auf ebenso autoritäre Weise beendete die SED-Führung das grund fehlender Meinungs.37  Prozent der abgegebenen Stim- den 1970er Jahren als 1. verurteilte er als gendliche in FDJ-Veranstaltungen über den täglich erlebten Wi. eine kritische Aus- einandersetzung mit den Auswirkungen der politischen Straf- Die Gewährung bestimmter Freizügigkeiten dauerte aber auch justiz und geprägt von der Hoffnung. die nach offiziellen Angaben Scharfmacher trat insbesondere Konrad Naumann auf. te in den folgenden Jahren das intellektuelle Leben in der DDR. sche Zersetzung der Jugend begünstigt. dass für „Erscheinun- gen amerikanischer Unmoral und Dekadenz“ in Kunst und Kultur künftig kein Platz mehr sein werde: „Unsere Republik ist Die neue Verfassung ein sauberer Staat. auf dem lediglich (West)“ und der Gedichtband „Die Drahtharfe“. Entschieden und systematisch müssen ihre dekadenten Züge bekämpft werden. Im Zentrum der politischen Attacken chen. die im Westen in letzter Der kurze Frühling in Bildung und Kultur endet 1965.und Publikations- Atmosphäre einen Einspruch riskierte. Schriftsteller. Dezember 1965 (Auszug). der in eine Zustimmung von 96. derspruch zwischen sozialistischem Ideal und gesellschaftlicher Das ZK-Plenum führte zu einem verheerenden kulturellen Wirklichkeit führten. daß es im Zentralrat der Freien Deutschen Jugend eine fehlerhafte Beurteilung der Beat-Musik gab.und Pressefreiheit in der DDR in kulturpolitische Intermezzo der Jahre 1963/64. Werner Bräunig. betroffen waren: Kulturminister Hans Bentzien. Da Stimmen aus Westdeutschland publik gemacht hatten. bildern folgende neue Musik. tralkomitee am 15. SED-Bezirkssekretär von Berlin die Kul. Filme. Joachim Mückenberger. Volker Braun und Stefan Heym. Während in der DDR Literatur. Da. Niemand in unserem Staate hat etwas gegen eine gepflegte Beat-Musik. verbot und wird aus der Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen. Ein Dutzend ihrer Filme wurden verboten. Der kulturelle Kahlschlag der Jahre 1965 und 1966 lähm- in seiner Eigenschaft als Mitglied des Politbüros vor dem Zen. Plenum des ZK der SED. ZK-Plenum der SED zu einem grotesken Tri. Sie wurde als musikalischer Ausdruck des Zeitalters der tech- nischen Revolution „entdeckt“.

des Rundfunks und individuelle Freiheiten. daß er auf der Seite nicht eingegangen und bezog keine dieser den angerichteten Schaden in irgend. hat gliederte sich die deutsche Nation in zwei gleichberechtigte. es an Sozialkritik nicht. Verbal hielt man so noch immer an der Einheit der die Tschechoslowakei (ČSSR) ein und setzten dem „Prager Früh- deutschen Nation fest. bestellt. ling“ ein jähes Ende. ich muß schen Sozialismus..] Ich muss führt zu einem unerlaubten Nachgeben DDR.] Künstlers der DDR könne nicht nur daran gung der ganzen Republik usw. denn dies müsse eine selbstver. der Weisen zu sein schien. um näher keit und diese Grobheit wieder heraus- pert in klarer Weise die Ideale. damit dieser Ton.. Die maßgeblichen Entscheidungen traf nach wie nicht nur innenpolitisch der Führungsanspruch der SED in der vor das SED-Politbüro und nicht die Volkskammer. Leidenschaft und Meis- Kurt Maetzig] [. wenn ich über alles nachgedacht den Vordergrund zu stellen und hieran die doch das Rückgrat gebrochen. Es war nicht sehr fern liegend. daß ich aufhören muß. Spur der Filme. sondern auch deutschlandpolitisch die wirklich „freie. Es war ein langes und schweres allen Mängeln. daß der kritische In: Neues Deutschland. was gegenüber zurückgebliebenen Zuschauer- plexen am Anfang und am Schluß eigentlich zu der vernichtenden Kritik auf schichten und damit tatsächlich zur des Films zwei Gerichtsverhandlungen dem 11.].. wie wir uns das Bevölkerung [. Ausg.. ninchen bin ich“ und.] einer Weise begrenzen konnte. des Sozialismus gegen den Imperialismus Anklagen auf mich.. A. Hier fehlte Ich fühlte mich aufgefordert. wie ich gemessen werden. te dann auch. ständliche Voraussetzung sein – heute drü. Rede. den Flügeln geschlagen und noch dies und tur. nämlich Regisseurs eine hohe Meinung habe.] dem kritischen Aspekt. 312/2011 . souveräne Staaten: einen sozialistischen in der DDR und einen kapitalistischen in der Bundesrepublik.. Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) 45 April 1968 eine neue Verfassung in Kraft. auch dung von diesem Prinzip in der Filmkunst das der politischen Strafjustiz in der der eigentlich Verantwortliche. Aufgabe längst innegehabter sozialistischer dar: eine geprägt von stalinistischen Ich war seit Jahren unzufrieden mit Positionen.] habe ich noch irgendwie mit Politbüromitglied.] Ich war un. die dem und Artikel 20 die Gewissens. Trotzdem sah die Ver- fassung auch die „Überwindung der vom Imperialismus der Prager Frühling deutschen Nation aufgezwungenen Spaltung“ und eine „Ver- einigung auf der Grundlage der Demokratie und des Sozialis... der Wirkung unserer Filme auf unsere ich“ ein schädlicher Film geworden. Ihr zufolge der Volkskammer. S. auf Abteilungsparteiorganisation 1 des DEFA-Studios für Spielfilme Der Film und der Roman drückten die Antwort zu verfallen. 202ff.. lag ein kommt.. Plenum an diesem Film geführt hat. Informationen zur politischen Bildung Nr. chen“ [..] Ich vertrat bis vor kurzem folgenden die konkreten Anschuldigungen – Konter- beschreiblich enttäuscht. [.] die andere aber so.. Interessenausgleich statt Klassen- des Fernsehens. gleiche und geheime Wahl“ der Abgeordneten Theorie von den „zwei Staaten deutscher Nation“. verantwortlich für Kul. [. [.. das viereinhalb Stunden dere in seiner Unversöhnlichkeit gegenüber jenes zuwege gebracht. Artikel 48 bestimmte die Volkskammer zum kampf. [. Artikel Sozialismusmodell in Osteuropa bislang völlig fremd waren: 27 gewährleistete die Freiheit der Presse. wie dies die Verfassung vorschrieb. gonnen hatte. 4. mit der auf dem 11. [. Schwächen und Fehlern aus.. Aus dem Diskussionsbeitrag des Genossen Kurt Maetzig vor der damals dachten und für richtig hielten... [. Plenum über ich beim „Augenzeugen“ angefangen Hauptpunkt des politischen Irrtums. wäre es doch gut. 568). es nicht gegeben. diese Feindselig- Der Film „Das Kaninchen bin ich“ verkör.. also sorgfältig bei mir überprüfen. Damit wurde chen werden. Aspekt unserer Filme zu gering sei.. In sondern versuchten.] die Kunst hergefallen wurde. diese Selbst- öffnen in Richtung auf einen demokrati. wenn ich sie publizieren zeigt sich bei näherem Hinsehen als Un. terschaft.. demokratische Willensbildung in Politik und Gesell- Das Kaninchen bin ich [Aus den Erinnerungen des Regisseurs [Die Rechtfertigung] sich in der Kraft. Und ich wuß- hätte und zu Schlüssen gekommen sei. Mängel und Schwächen in der früheren Filme. Ich dachte. Doch in der Realität konnte die DDR als „sozialistischer Staat deutscher Nation“..] Ich bin der Regisseur des Films „Das Ka.. 6. der mir der Stein das tun.] Aber gerade in kritik zu schreiben.] Auf hatte: „Urteilen Sie selbst!“ [. da ich vom Beruf des am Klassenkampf teilnimmt. August 1968 rollten sowjetische Panzer in mus“ vor.. Auch eine Verfassung verankert. Plenum. [. Ingrid Poss / Peter Warnecke (Hg. der seit dem Frühjahr 1968 in der ČSSR be- Auf dem Papier gestand man auch demokratische Freihei. Staatsfeindlichkeit. mit denen an das Publikum heranzukommen. Zeitzeugen würde. nach dem „Kanin- zu einem Gespräch mit Kurt Hager. cke sich seine Parteilichkeit insbeson. Nach dem 11. Kraft und die Frische und die Überzeugung Hager beendete das Gespräch mit den Diese Ansicht. der unter von Presse-. – bin ich Aber dann stellte sich die Frage. sinn. Parteilichkeit des Künstlers zu orientieren..] die den Aufbau des Sozialismus hemmen. daß ich nicht Standpunkt: Die Parteilichkeit eines revolution. Die Abwen- rührt ein sehr sensibles Gebiet. In der Nacht zum 21. Vernünftiges.und Glaubensfreiheit. Er hatte einen Sozialismus mit „menschlichem ten zu: So garantierte Artikel 19 die Freiheit der Persönlichkeit Antlitz“ vertreten und mit Eigenschaften verbunden.. S. [... Ich wurde kämpfe. Artikel 1 bezeichnete obersten Machtorgan der DDR. Man hat mir wohl Worten.).. [. Er stellt in zwei großen Szenenkom.. in der deutlichen diesem Stadium der Überlegung griff ich Gegenüberstellung der einen und der an. mit welcher er mit seiner Kunst Der Roman – und auch der Film – be. nicht nur allgemeine Sehnsüchte aus. Januar 1966. so. zu dem Manuskript von Manfred Bieler: [Fortsetzung der Erinnerungen] deren Verfahrensweise einen Weg zu „Das Kaninchen bin ich“. Berlin 2006.und Versammlungsfreiheit nicht gespro- Führung der SED den Sozialismus verwirkliche. Die Parteilichkeit des Künstlers erweist über die Defa (bpb-Schriftenreihe Bd. Beleidi- durchkam mit diesem Film [. Das hatte nicht mehr die Gespräch. aber das war nichts dauerte.. Deshalb ist „Das Kaninchen bin Vorstellungen und Verfahrensweisen.

An Univer- sitäten und Hochschulen gab es Studenten und Dozenten. Für hochwertige Konsumgüter genommen werden müssen. weil die sowjetische Führung einen erneuten Einmarsch deutscher Streitkräfte in das Nachbarland vermei- den wollte. Die moralische Wirkung war verheerend. Gleichzei.46 Geschichte der DDR schaft. August 1968 Das Ende der Ära Ulbricht Die Grenzen des Systemwettstreits Trotz der strukturellen Defizite der Wirtschaftsreformen hat- te sich der wirtschaftliche Strukturwandel seit 1964/65 zu- nächst positiv auf den Lebensstandard der Bevölkerung ausge- wirkt. doch leistete die DDR logistische und propagandis- tische Dienste. Die politische Justiz ging mit den üblichen repressiven Metho- den gegen die Sympathisanten des „Prager Frühlings“ vor. tig blieb das Angebot deutlich hinter der Nachfrage zurück. Protest in Prag am 21. Mit dem Ende des bpk / Hilmar Pabel „Prager Frühlings“ erlosch in weiten Teilen der Bevölkerung die Hoffnung auf eine Reformierbarkeit des „realen Sozialis- mus“. westlichen Standards nicht Schritt halten. die dann in der Honecker-Ära zur Normalität des innerpar. Der „Prager Frühling“ 1968 weckt auch in der DDR-Bevölkerung Hoffnungen teilichen Lebens gehörte. die ihre Unterschrift zu den vorbereiteten Zustimmungser- klärungen zum Einmarsch in das Nachbarland verweigerten. terielle Lebensstandard der Bevölkerung waren auch in den nische Gebrauchsgüter verglichen mit denen in der Bundes. 500 000ste Trabant vom Band des VEB Sachsenring Zwickau. Durch steigen- de Nettogeldeinnahmen konnten sich immer mehr Familien einen neuen PKW der Marke „Trabant“ oder „Wartburg“ leis- ten. Die sozialisti- sche Mangelwirtschaft und der erzwungene Konsumverzicht akg-images schienen der Vergangenheit anzugehören. In einigen volkseigenen Industriebetrieben kam es zu orga- nisierten Unterschriftenaktionen gegen den Einmarsch. die mit den Ideen des „Prager Frühlings“ sympathisierten. Die schrittweise Abschaffung der Samstagsarbeit führte zu Arbeitszeitverkürzungen und mehr Freizeit. April 1968 läuft der mussten nicht nur horrende Preise gezahlt werden. Kühlschränke und Waschmaschinen waren keine unerreichbaren Luxusgüter mehr. avancierte zum Statussymbol. wie das in der DDR produzierte Auto aufgrund seiner Karosserie aus Kunststoff genannt wurde. Darüber hinaus konnten vie- ganzes Jahreseinkommen aufbringen: 8000 DDR-Mark für le Industriewaren technisch und im Bedienungskomfort mit einen „Trabant“ und 15 000 DDR-Mark für einen „Wartburg“. Ein langsames Sterben der sozialis. August 1968 zwar an der Grenze zur ČSSR stehen. Um so verheerender ist die tischen Ideale begann. dass die Preise für Kleidung und langlebige tech. Am 6. Durch überdurchschnittliche Wachstumsraten konnte der staatliche Handel mehr industrielle Konsumgüter als in den Vorjahren anbieten. für das aber jahrelange Wartezeiten in Kauf immer spürbarer entgegen. auf eine Reformierbarkeit des „realen Sozialismus“. Informationen zur politischen Bildung Nr. liberale Wirtschaftsreformen. Für den Kauf eines Autos mussten die Interessenten nach einer Wartezeit von durchschnittlich zehn Jahren fast ein republik ungleich höher lagen. Der „Trabi“ oder auch die „Rennpappe“. Das überwiegende Schweigen der SED-Mitglieder war ein untrügliches Signal ihrer wachsenden Entpolitisierung. ist der „Trabi“. Die Truppen der Nationalen Volksarmee (NVA) blieben in der Nacht zum 21. Proteste aus. 312/2011 . Die alltägliche Praxis stand der offiziell verkündeten Über- legenheit des sozialistischen Wirtschaftsmodells allerdings Ein begehrtes Kaufobjekt. Niederschlagung durch sowjetische Panzer. 1960er Jahren permanent höher als in der DDR. Die wirtschaftliche Das Ansparen des Geldes wurde vielen durch den Umstand Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik und damit der ma- erschwert. Die sowjetische Inter- vention in der ČSSR wurde von der SED-Führung vorbehaltlos befürwortet. Der Einmarsch in Prag löste insbesondere unter Jugend- lichen und jungen Intellektuellen. Fernsehapparate.

Im Zeichen von Reform und Modernisierung (1961 bis 1971) 47

Am Ende der 1960er Jahre häuften sich die ökonomischen Proble- bringen konnte. Seit Anfang des Jahres 1971 arbeiteten sie ak-
me. Im Sommer 1969 konnte die Sowjetunion auf Grund eigener tiv und mit Wissen, Duldung und partieller Unterstützung des
wirtschaftlicher Schwierigkeiten die lebenswichtigen Rohstof- sowjetischen Parteichefs Leonid Breschnew daran, Ulbricht
fe – Erdöl, Steinkohle, Walzstahl, chemische Ausgangsstoffe – abzulösen.
nicht mehr in dem ursprünglich vereinbarten Umfang liefern. Von Honecker gezwungen, bat Ulbricht Anfang Mai 1971
Die großen ostdeutschen Stahlwerke liefen daher beträchtlichen schließlich das Zentralkomitee, als das laut Parteistatut zustän-
Rückständen hinterher. So betrug der Ausfall in der Produktion dige Gremium, ihn aus Altersgründen – was bei einem 77-Jähri-
von Rohstahl im Stahl- und Walzwerk Brandenburg im Dezem- gen auch öffentlich glaubhaft war – von der Funktion des Ersten
ber 1969 40 000 Tonnen bei anhaltend negativer Tendenz. Der Sekretärs des Zentralkomitees zu entbinden und den damals 58
Rhythmus wichtiger Industriebetriebe geriet ins Stocken. Davon Jahre alten Honecker zu seinem Nachfolger zu wählen. Das ZK
betroffen waren u.a. der Metallleichtbau, der Waggonbau sowie entsprach dieser „Bitte“. Ulbricht wurde zum Vorsitzenden der
Verlade- und Transporterzeugnisse. 1970 steckte die DDR in einer SED gewählt – ein bedeutungsloses Amt, das es laut Statut gar
wirtschaftlichen Krise, die auch eine politische Destabilisierung nicht mehr gab – und blieb Vorsitzender des Staatsrates der DDR.
befürchten ließ. Während Ulbricht an seinem Kurs „Überholen Allerdings verlor der Staatsrat an politischer Bedeutung, indem
ohne einzuholen“ eisern festhielt, regte sich im Politbüro des ZK er einen Teil seiner durch die Verfassung zuerkannten Rechte
der SED Unmut. an die von Willi Stoph geführte Regierung abtreten musste.
Ulbrichts Sturz durch Honecker am 3. Mai 1971 wurde in inter-
nen Auseinandersetzungen im SED-Politbüro mit wirtschafts-
Der Sturz Ulbrichts politischen Fehlentscheidungen des bisherigen Parteichefs
begründet. Tatsächlich ging es Honecker um einen wirtschafts-
Im SED-Politbüro hatten sich im Verlauf der 1960er Jahre zwei politischen Richtungswechsel und die Rückkehr zur Planwirt-
Lager herausgebildet: Die Befürworter von Reformen um Par- schaft der 1950er Jahre. Darüber hinaus spielten auch Richtungs-
teichef Walter Ulbricht wollten das gesellschaftliche System kämpfe in anderen Politikfeldern eine Rolle, so beispielsweise in
modernisieren und damit attraktiver machen. Die Gegner der der Gestaltung der deutsch-deutschen Beziehungen. Gegenüber
Reformen, eine Politbüromehrheit um Erich Honecker, sahen der seit dem 28. Oktober 1969 in Westdeutschland regierenden
darin ein Risiko, das die gesamte Parteiherrschaft ins Wanken sozial-liberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt

„Goldene“ Sechziger? stellten bei 491 Mark. Etwa 40 % des Der Lebenshaltungskostenindex stieg
Endverbraucherpreises von Fernsehge- grob geschätzt von 1960 bis 1971 im
[...] Seit 1964/65 begannen sich die In- räten und Kühlschränken kamen Mittel jährlich um 1 %, wobei sich die In-
vestitionen auszuwirken: Der Handel dem Staatshaushalt zu. Damit sollten flationsrate nach ihrem Höhepunkt 1962
konnte mehr industrielle Konsumgüter die Subventionen der Preise für Grund- wohl zunächst verlangsamt und erst
als in den Vorjahren anbieten. [...] bedarfsgüter finanziert werden. [...] wieder zum Ende des Jahrzehnts hin
Infolge der besseren Angebote waren Der Einzelhandelsumsatz stieg von 1960 beschleunigt hat. Vom nominalen jährli-
auch mehr und mehr Haushalte mit tech- bis 1971 jährlich um durchschnittlich chen Zuwachs der Nettogeldeinnah-
nischen Konsumgütern ausgestattet. knapp 4 %, die Nettogeldeinnahmen der men der Bevölkerung während der 60er
Bevölkerung dagegen um über 3 %. Jahre in Höhe von 3 % blieb preisbe-
Bestand ausgewählter indus- Damit wurde der Anstieg des Geldüber- reinigt nur etwas mehr als 2 %. [...] In der
trieller Konsumgüter hangs bei der Bevölkerung lediglich Bundesrepublik nahmen zur gleichen
etwas gebremst. Zeit – je nach Berechnungsgrundlage –
je 100 Haushalte 1960, 1965 und 1970 Ein beträchtlicher Teil der Umsatz- die Reallöhne um 5 bis 6 % jährlich
zuwächse – 1970 nahezu die Hälfte – be- zu. Die Entwicklung des Lebensstandards
1960 1965 1970 ruhte jedoch auf gestiegenen Preisen. [...] in der DDR blieb so immer weiter hinter
Die Preise von Industriewaren stiegen dem westdeutschen zurück.
Pkw 3,2 8,2 15,6
zwischen 1962 und 1967 um insgesamt Gleichwohl hatten sich die Verhältnisse
Fernsehgeräte 18,5 53,7 73,6 2,5 % und dann allein im Jahr 1968 gebessert: 1965 und 1967 wurde die
um mehr als 3 %. Diese Preissteigerungen oft schon praktizierte Fünf-Tage-Woche
Kühlschränke 6,1 25,9 56,4
setzten sich bis 1970 fort und erfaßten schrittweise legalisiert und verallgemei-
Waschmaschinen 6,2 27,7 53,6 fast alle Gruppen von Industriewaren nert. Der Mindestlohn stieg 1967 von
und teilweise auch Nahrungsmittel. Bis 220 auf 300 Mark, das Kindergeld wurde
Anfang 1970 verteuerten sich gegen- angehoben, die Renten etwas verbessert
Diese Zunahme ist umso bemerkens- über 1967 Herrenmäntel beispielsweise und 1968 ein freiwilliges Zusatzrenten-
werter, als die Preise für industrielle Kon- um 65 % und Kühlschränke um 10 %. system eingeführt. [...] Der höhere Lebens-
sumgüter im Verhältnis zu den Die höheren Preise hätten den Wirt- standard und der mit der Wirtschafts-
Durchschnittseinkommen erheblich wa- schaftsverantwortlichen eigentlich gefal- reform demonstrierte Veränderungswille
ren: Ein Fernsehgerät kostete 1965 2050 len können, wurde so doch der Kauf- der SED-Spitze waren wohl Ursachen
Mark, ein Kühlschrank 1350 Mark und kraftüberhang reduziert. Weil diese Ent- dafür, daß die 60er Jahre in der DDR eher
eine Waschmaschine 1350 Mark. Zu- wicklung aber als verdeckte Inflation positiv erinnert wurden. [...]
gleich lag das durchschnittliche Netto- und als Wortbruch wahrgenommen wur-
einkommen der Arbeiter und Ange- de, störten sie sich daran. André Steiner, Von Plan zu Plan, München 2004, S. 156 ff.

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

48 Geschichte der DDR

hatte Ulbricht einen vorsichtigen Annäherungskurs verfolgt
und den DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph zu zwei
deutsch-deutschen Gipfeltreffen entsandt. Die Regierungschefs
beider deutscher Staaten – Brandt und Stoph – trafen sich am
19. März 1970 in Erfurt und am 21. Mai in Kassel. Ihre Verhand-
lungen erbrachten zwar keine greifbaren Resultate, doch die
ideologischen Dogmatiker im Politbüro sahen die westdeut-
sche Sozialdemokratie und ihre Repräsentanten noch immer
als „Klassenverräter“ an, die im Interesse des Monopolkapitals
handelten. Honecker plädierte daher entschieden dafür, den
deutsch-deutschen Dialog durch Maximalforderungen wie die
volle völkerrechtliche Anerkennung der DDR abzublocken und
sich gegenüber der Bundesrepublik strikt abzugrenzen.
Dies befürwortete auch der damalige KPdSU-Chef Bresch-
new. Zwar hatte Ministerpräsident Stoph in Erfurt und Kassel

ullstein bild – ADN-Bildarchiv
nicht ohne Zustimmung und Direktiven Moskaus verhandelt,
das an gesamteuropäischer Entspannung durchaus interessiert
war. Doch einen deutschen Sonderweg lehnte die sowjetische
Führung kategorisch ab. Deshalb drängte Breschnew während
eines Gesprächs mit einer SED-Delegation am 21. August 1970
in Moskau darauf, die Verhandlungen zwischen der DDR und
der Bundesrepublik abzubrechen. Das entsprach ganz dem An- Trügerische Harmonie: 1966 stößt Ulbricht mit Erich Honecker (li.) auf den
sinnen Honeckers, der sich durch die Haltung des sowjetischen 20. Jahrestag der SED-Gründung an, vier Jahre später muss er seine Ämter
Generalsekretärs bestätigt sah. an ihn abtreten.

Die Einsamkeit an der Spitze alten Mann, der dem Sandmann aus dem […] Merkwürdig ist die Geschichte des
Fernsehen so ähnlich sah. Erinnerns an die Ulbricht-Zeit. Als Ulbricht
Es ist merkwürdig genug. Die sechziger […] Gleichzeitig wurde es einsam um am 3. Mai 1971 sein Amt als erster Sekre-
Jahre waren recht eigentlich Ulbrichts Jahr- den ersten Mann des Staates. Die Bil- tär der SED an Erich Honecker abtreten
zehnt. Trotz Jugendrevolte, Generations- der zeigen ihn mit fremden Staatsmän- musste, hielt sich das allgemeine Be-
wechsel und dem vielbeschworenen nern oder Persönlichkeiten aus Kunst dauern in deutlichen Grenzen. Der neue
Aufbruch der neuen Generation wurde und Wissenschaft, aber kaum noch mit Mann profilierte sich mit durchaus volks-
das Land von einem alten Mann regiert. seinen Genossen aus der Führungs- tümlichen Maßnahmen. […]
Er war der ideale Vertreter jener ver- mannschaft des Politbüros. Ulbricht mit seinen zehn Geboten der
knöcherten, provinziellen, beschränkten Ein Bild aus den 1960er Jahren zeigt ihn sozialistischen Moral, seinem Bitterfelder
Funktionäre. […] beim Mittagsessen mit einer Arbeiter- Weg und der sozialistischen Menschen-
Trotz alledem ist es nicht zu bestreiten, familie. So sehen sich Diktatoren gerne, als gemeinschaft wirkte bald schon wie ein
dass es Ulbricht war, der seit 1962 eine Sonntagsbesuch in einer einfachen Fa- ferner Dogmatismus.
größere wirtschaftliche Beweglichkeit des milie. […] Und doch überdeckt das Bild nur Ulbricht starb am 1. August 1973, als
Systems einleitete. Er setzte diese Neue- die Tatsache, dass es zwischen dem Führer die Jugend der Welt auf den Straßen
rungen durch gegen Leute, die teilweise der Arbeiterklasse und den wirklichen der Hauptstadt der DDR die Weltfestspiele
wesentlich jünger waren, führte dauernd Arbeitern der DDR keine Gemeinsamkeit feierte. Die DDR hatte den Zenit ihrer
die Zukunft im Munde, pries die Neuerun- mehr gab. […] Ob Ulbricht diese Tragik Geschichte erreicht, war endlich interna-
gen der Wissenschaft und Technik und empfunden hat, wird niemand sagen kön- tional als Staat anerkannt, wirtschaft-
feierte die Jugend als die Hausherren von nen. Seine schriftliche Hinterlassenschaft, lich nicht ohne Erfolge und von einem Teil
morgen. die im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde ihrer Bürger als eine Art Wohlfahrtsstaat
Er diskutierte mit Werktätigen und einsehbar ist, enthält kaum persönliche akzeptiert.
referierte gerne vor Wissenschaftlern aller Zeugnisse. Der Umgang der führenden Ge- In diesen Jahren war wenig von Ulbricht
Fachrichtungen. Natürlich wusste Ge- nossen untereinander schien mehr als die Rede. Sein Bild und sein Name ver-
nosse Ulbricht über alle Belange gründlich unterkühlt gewesen zu sein. Die Schreiben schwanden fast völlig aus der Parteige-
Bescheid, korrigierte die Werke von im Nachlass Ulbrichts sind fast aus- schichte, und niemand vermisste ihn. Erst in
Historikern mit einem dicken, weichen Blei- schließlich rein amtlicher Natur, im besten den späten achtziger Jahren, in der Phase
stift, schrieb seine Randbemerkungen Fall enthalten sie einen Gruß an die werte offenkundiger Agonie, entdeckten manche
an die Berichte über Theaterinszenierun- Gattin oder beste Wünsche für die Ge- Parteimitglieder die Ulbricht-Zeit neu. Im
gen, Filme und Romane. sundheit. Ulbricht soll ein Aktenmensch Vergleich zu dem ideenlosen Fortwursteln
Die Volksmeinung quittierte diese Be- gewesen sein, und in der Tat gibt es angesichts der herannahenden Katastro-
mühungen ausschließlich mit Hohn unendliche Manuskripte im Archiv, die der phe erschienen die sechziger Jahre als eine
und Spott. Beliebt war Ulbricht auch in Staatsratsvorsitzende teils selbst ver- Zeit des Aufbruchs zu neuen Ufern. […]
dieser Phase keineswegs. Und doch fasst, teils redigiert hat. Doch menschliche
gewöhnte man sich irgendwie an den Züge treten hier kaum hervor. Stefan Wolle, Aufbruch nach Utopia, Berlin 2011, S. 395 ff.

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

49

Andreas Malycha

Der Schein der Normalität
(1971 bis 1982)

pciture-alliance / ZB / Heinz Junge
Erich Honecker setzt mit seinem Machtantritt neue Akzente:
Nicht mehr die Förderung der Industrie steht im Mittelpunkt
der Politik, sondern der Ausbau sozialer Leistungen, um die
Loyalität der Bevölkerung zu sichern. Dies setzt zunehmend
die wirtschaftliche Stabilität unter Druck.

In den 1970er Jahren mildern große Neubauprojekte den Wohnungsmangel,
Subventionen gewährleisten stabile Mietpreise. Eine junge Familie in ihrem
modern eingerichteten Wohnzimmer in Berlin-Prenzlauer Berg 1977

E rich Honecker, 1946 Mitbegründer der FDJ, deren Zentralrat
er bis 1955 geleitet hatte, und seit 1958 Mitglied des Polit-
büros, begann seinen Machtantritt mit einer Schwerpunkt-
chen für die Richtigkeit der neuen Wirtschaftsstrategie. Der
neue Parteichef verkündete auf dem VIII. Parteitag der SED
im Juni 1971 die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“,
verlagerung seiner Politik: Nicht mehr die Modernisierung die auf eine Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung
der Industrie, sondern die Sozialpolitik sollte zur Absicherung ausgerichtet war. Das bedeutete in der Praxis, die Verbraucher-
der DDR-Herrschaft beitragen. Daran hielten er und die Mehr- preise, Mieten und Kosten für Dienstleistungen durch ständig
heit des Politbüros trotz der erkennbaren Leistungsgrenzen steigende Subventionen stabil zu halten und die Einkünfte der
der Wirtschaft und der Mängel der Planungsökonomie bis Arbeiter und Angestellten schrittweise zu erhöhen. Honecker
zuletzt fest. Jegliche Korrektur oder gar Zurücknahme sozial- gab zugleich die bevorzugte Förderung von Forschung und Ent-
politischer Maßnahmen lehnte Honecker aus Furcht vor Pro- wicklung in bedeutsamen Technologiebereichen auf. Dadurch
testen und inneren Unruhen ab. Dass diese Befürchtung nicht blieb einerseits im Staatsbudget mehr Platz für umfassende
grundlos war, hatte sich in Polen gezeigt, wo es im Dezember Sozialprojekte. Andererseits führte der politisch erzwungene
1970 als Folge drastischer Preiserhöhungen für Lebensmittel Rückgang der Investitionen in Forschung und Entwicklung
und andere Gebrauchsgüter zu Streiks, Massenkundgebungen zu jener Krise in der Wirtschaft, die Anfang der 1980er Jahre
und Demonstrationen gekommen war. Im Sommer 1980 lös- dann offen ausbrach. Die technische Basis der Industrie konn-
ten Preiserhöhungen dort erneut eine große Streikwelle aus, te mit den internationalen Standards langfristig nicht mehr
in deren Folge die oppositionelle Gewerkschaft Solidarnoś ć Schritt halten.
entstand. Die Entscheidung für eine Stabilisierung politischer Die SED-Führung beschloss in der ersten Hälfte der 1970er
Herrschaft durch soziale Leistungen setzte Honecker aber un- Jahre ein ganzes Bündel sozialpolitischer Maßnahmen. Der
ter Erfolgszwang. anhaltende Wohnungsmangel stand als dringend zu lösendes
Problem im Vordergrund. Um die Arbeiter in den Industrie-
zentren wie beispielsweise in Bitterfeld, Merseburg, Halle und
Wolfen anspruchsvoll unterzubringen, wurden große Wohn-
komplexe auf der grünen Wiese errichtet. Mit seinen mehr als
Zwischen Wohlstand und Krise 93 000 Einwohnern und eigenem Bürgermeister zählte Halle-
Neustadt 1981 zu den größten zusammenhängenden „sozialis-
tischen Stadtneugründungen“ in der DDR. Der Schwerpunkt
Honeckers Wirtschafts- und Sozialpolitik des Bauens lag von Anfang an beim Neubau, während man
die Instandhaltung und Modernisierung von Altbauten ver-
Zu Beginn der Honecker-Ära gelang es, die 1970 ausgebroche- nachlässigte. Erst in den 1980er Jahren besann man sich da-
ne Versorgungskrise zu überwinden, die als Ergebnis unrea- rauf, ältere Gebäude zu sanieren und zu modernisieren. Die
listischer Wachstumsziele in der Industrie entstanden war. Plattenbauweise wurde in den 1970er Jahren zur alles domi-
Das werteten Honecker und die Mehrheit im Politbüro als Zei- nierenden Bauform. Um die industrielle Form des Bauens rea-

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

50 Geschichte der DDR

lisieren zu können, überführte man die im Bauwesen tätigen
Handwerksbetriebe in große Baukombinate. Bis 1980 wurden
circa 700 000 Wohnungen errichtet oder modernisiert. Das
Zentralkomitee der SED kündigte auf seiner 10. Tagung im Ok-
tober 1973 an, die Wohnungsfrage als „soziales Problem“ bis
1990 lösen zu wollen.
Zum Bündel der sozialpolitischen Maßnahmen gehörten
ferner die Erhöhung der Mindestlöhne und Mindestrenten,
die Arbeitszeitverkürzung für Frauen, besonders für solche
mit Kindern. Die Zahl der bezahlten Urlaubstage wurde mehr-
mals erhöht, insbesondere berufstätige Mütter erhielten mehr
Urlaub. Zudem gewährte man jungen Eheleuten zinslose Kre-
dite bis zu 5000 Mark, die teilweise erlassen wurden, wenn

ullstein bild – ADN-Bildarchiv
die Paare Kinder bekamen. Die staatliche Kinderbetreuung
wurde erheblich ausgebaut, sodass 1980 für 90 Prozent der
Kinder im entsprechenden Alter ein Platz im Kindergarten zur
Verfügung stand. Diese sozialen Leistungen hatten allerdings
auch einen bevölkerungspolitischen Hintergrund: Sie sollten
der rückläufigen Geburtenentwicklung in der DDR entge-
genwirken, in deren Folge permanenter Arbeitskräftemangel 1980 steht für 90 Prozent der Kinder im entsprechenden Alter ein Kinder-
entstanden war. Tatsächlich förderte das Sozialprogramm die gartenplatz zur Verfügung. Erzieherinnen einer Kinderkrippe in Dresden
Frauenbeschäftigung. 1980 gingen 87 Prozent der Frauen im mit ihren Schützlingen im März 1976

Wohnungstausch hatten wir ein Grundstück im Wald Als alles organisiert war, wollten wir den
gepachtet und einen kleinen Bungalow Kaufvertrag machen. Dazu […] brauchte
[…] 1969 haben wir geheiratet. Unser erstes darauf errichtet, unsere Datsche, die wir man eine Genehmigung der Abteilung
großes Problem war, wie wir zu einer jedes Wochenende aufsuchten. Aber die Wohnungspolitik des Stadtbezirks. Dort […]
Wohnung kommen. Man mußte mit meiste Zeit mußten wir im Riesenneubau erfuhren wir, daß dem Kauf und dem Um-
mindestens vier bis fünf Jahren Warte- verbringen. Fünf Jahre blieben wir dort. zug nicht zugestimmt werden könne, weil
zeit rechnen, hatte man erst mal […] Wir träumten von einem eigenen Haus. der Wohnraum für andere Bürger ge-
den Antrag gestellt. Da bekam ich mit, Ein ehemaliger Kollege hatte in der Nähe braucht werde. Es war bekannt, daß der
daß einige Kollegen in einer Straße gebaut. Vielleicht dadurch angeregt, Staat das Vorkaufsrecht hatte und […] Häu-
in Weißensee Dachböden von Häusern begann Gisela 1979 am Anfang der Ferien ser auch für Bürger, die ihm genehm und
aus den zwanziger Jahren zu Woh- von Haustür zu Haustür zu wandern, zu Diensten waren, mit Beschlag belegte.[...]
nungen ausbauten. Sie taten das für sich sie hat wirklich geklingelt und gefragt, ob [Gisela] hatte davon gehört, daß es beim
selbst, aber mit betrieblicher Hilfe. Wir jemand sein Haus verkaufen wolle. […] Staatsrat eine Stelle für Eingaben der Bür-
konnten mit von der Partie sein. […] Im [E]ines Tages hat es […] geklappt! Die ger gibt. […] Sie hat ihr Anliegen vorge-
Oktober zogen wir in unsere zwei Zimmer Nachbarin hier sagte zu ihr: „Versuchen tragen und das Schriftstück abgegeben. [...]
mit Küche und Bad ein, und im Januar Sie es doch mal nebenan.“ Der Mann Es gab damals noch eine Vierwochen-
wurde Sebastian geboren. Ein gutes Jahr war seit einem Jahr Witwer und trug sich frist für die Beantwortung solcher Ein-
später kam Susanne zur Welt. Obwohl mit dem Gedanken auszuziehen. […] gaben. Genau nach vier Wochen traf bei
es eng wurde, haben wir gern dort ge- Wir […] sind mit dem Herrn handelseinig uns ein Brief ein. Keiner wollte ihn öffnen.
wohnt. […] Aber wir bemühten uns na- geworden. Wir hatten ihm versprochen, Als ich abends nach Hause kam, haben
türlich um eine größere Wohnung. Nach daß wir nach seinen Wünschen eine Woh- wir ihn gemeinsam aufgemacht – und die
etwa viereinhalb Jahren klappte es auch. nung besorgen und den Umzug organi- Freude war groß. Es handelte sich um
Wir zogen um in eine Vier-Raum-Woh- sieren werden. Für das Haus wollten wir eine Zusage. Sie wurde damit begründet,
nung in einem typischen Neubauviertel. bezahlen, was er verlangte. daß wir uns bereits so stark engagiert
[…] In unserem Block befanden sich viele Er wünschte sich eine Zwei-Zimmer- und den Ringtausch organisiert hatten.
Vier- und Fünf-Raum-Wohnungen. Folg- Wohnung mit moderner Heizung, nicht Für alle Beteiligten hätten wir Wohnraum
lich lebten hier kinderreiche Familien. zu weit weg von einer Einkaufsgelegen- gewonnen, deshalb sei unser Vorge-
Oft hatte man durchaus den Eindruck, heit, aber auch nicht weit entfernt von der hen von gesellschaftlichem Interesse. Im
daß eine Menge Asoziale darunter waren. vertrauten Umgebung. […] Da sind wir Stadtbezirk hatte man dagegen vorher
Schmierereien und Schmutz im Ein- dann in das Gebiet gefahren, das in Frage kritisiert, daß wir das alles auf eigene
gangsbereich, auf den Korridoren, in den kam, und haben Anschläge mit dem Faust unternommen hatten. Was uns also
Fahrstühlen. Es herrschte Anonymität, Tauschangebot und unserer Telefonnum- einerseits vorgeworfen wurde, war nun
und es war frustrierend, in einer solchen mer auf den Tafeln in den Hausein- andererseits die Begründung für den Zu-
Umgebung leben zu müssen, ohne an gängen angebracht. Schon nach wenigen schlag. […]
den Umständen etwas ändern zu können. Tagen meldete sich eine Familie mit
Familienportrait von Joachim, 53 Jahre, Diplomingenieur, in:
[…] Diese Situation führte im Laufe der drei Kindern, die liebend gern in unsere Gisela Helwig (Hg.), Die letzten Jahre der DDR – Texte zum
Zeit zu Spannungen in der Familie. Zwar Vier-Zimmer-Wohnung ziehen wollte. […] Alltagsleben, Köln 1990, S. 18ff.

Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011

Klagen von Kaderfunktionären. Chefärztinnen.6 Prozent. Frauen […] wurde auf Nebenbranchen der Was von der SMAD schon anvisiert wor. die es gewähr.. Auch im fast so viele Frauen wie Männer an ost.“ hungsarbeit zu leisten. die zu einer Verknappung des Warenangebots für die Bevölke. in: Thomas Die voll erwerbstätige sozialistische Frauen vor allem die Mitarbeiterstellen.] den war.. Ohne Arbeitszeit abgingen und es erlauben misch qualifizierten. Informationen zur politischen Bildung Nr. 92 ff. „Die emanzipierte Gesellschaft“. Sie Frauen. Im deutlich schwerer machte.. Großbölting (Hg. August 1946. daß die Frau ihre Aufgabe als Bür.). […] zeigten eine geringere „Geburtenfreudig.. der politik“ verniedlicht – entwickelte die SED nen an der Akademie. der Professorinnen bei 2. dukten realisiert werden. Parteitag der SED im Mai 1976 wurden bekamen die Ministerien immer höhere Planvorgaben. stand dabei außer Frage. [.. namentlich die akade- DDR vom 7. Unter dem Motto „Beeinflussung Westdeutschland: 1954 lag der Anteil der kurz nach Kriegsende erlassene Befehl der Reproduktionsfunktionen der Fami.. Denn nur [. tei die versprochenen Wohltaten zunächst schneller verteilte..] gesetzt. wurde.] [Es] wurde von zufriedenen Hausfrauen keit“ und eine generell größere Skepsis.. [Z]u Beginn der siebziger Jahre waren unterstanden sie weit stärker einem ten. Leitungsfunktionen zu finden. Sportnation? DDR- Frauenpersönlichkeit der frühen DDR wur. ließ sich Honecker nicht von seinem Sozialprogramm schafts. trotz aller dazu systematisch abgewertet. mittleren Ebene der akademischen Lauf- das darin mitschwingende Familienideal.] Plus erweisen. Berlin 2009. ihrer Herr zu Honecker es ablehnte. die endlich den Schritt vom Herd ihren Beruf mit Familienpflichten verein. Seit dem forschung der DDR eine Umfrage über häufenden. eine nur mit statistischen Tricks einhalten konnten. mit einer unteren oder ersten Blick erschien. dass die „Familienarbeit“ 1975 startete das Institut für Meinungs. Leseland..] In Artikel 18 Absatz 5 der DDR-Verfas. ein wachsendes Heer selbstbewusster gegen die sogenannten „Nur-Hausfrauen“ genz“ ließ sich nicht verhehlen. der eine 1965 verabschiedeten „Familiengesetzbuch“ deutschen Universitäten immatrikuliert. die vom „Kollektiv“ konnte es sich durchaus als das größere So revolutionär dieses Gesetz auf den mit Argwohn betrachtet wurde. So stieg die Steigerung des Lebensstandards konnte jedoch nur mit einem Verschuldung der DDR gegenüber dem „nichtsozialistischen Frauen und Familienpolitik de [in den 1970er Jahren] auf der propa. in diesen Zeiten Haus. Da in zunehmendem Maße mehr importiert als exportiert lungsurlaubs beschlossen. ruflichen Fortkommens. so traditionell war Dies ging nicht zuletzt zu Lasten des be.. Die den westlichen Industriestaaten deutlich zu.8 Prozent.“ an ihrem Arbeitsplatz. gesellschaftlichen Erfolgsdruck. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 51 arbeitsfähigen Alter einer Berufstätigkeit nach und erhielten kostspieligen erweiterten Import von westlichen Konsumpro- so die Möglichkeit wirtschaftlich unabhängig zu werden. nahm bereits 1972/73 das Handelsdefizit gegenüber deten außerdem ein ausgedehntes Konsumprogramm. Auf dem IX.] antwortung übertragen wurde. zum Fließband geschafft hatten. Friedensstaat.] Unter der Devise „Der die legendären Legionen von ostdeut- gleiche Entlohnung für Arbeiter und Wille zum Kind“ wurde [.] Doch anders als ihre weiblichen Kollegen Dass sie abends an den Herd zurückkehr. ihr Anteil unter der Professorenschaft Legenden auf dem Prüfstand... ob sich der Schritt an „Mann und Frau sind gleichberechtigt. verschaffte Frauen noch dazu durch diese lichen Verpflichtungen gekoppelt und gerin und Schaffende mit ihren Pflichten „Sonderkonditionen“ eine Sonderstellung mit einem expliziten Ja zum Staat. Hinter den sich seit den sechziger Jahren weitgehend Frauensache blieb.. sein Programm der Einheit von Wirt- werden.] wissenschaftlichen Segment besetzten Gunilla Budde.. Da rung führten. und der unzureichenden Versuche. auch männliche Akademiker bedienen.. abbringen. fast immer jedoch war Durch Gesetze der Republik werden mehr die vornehmlich weibliche Zustän. das familienpolitische Konzept der folgen. [. […] Ein Ergebnis beunruhigte Anstrengungen keine willigen Frauen für [S]pätestens seit der Mitte des Jahrzehnts besonders: Die wachsende Unzufrie. […] sellschaft“. musste man mit der Lupe suchen. lie“ – im DDR-Alltagsjargon als „Mutti. sprung auch gleichzeitig eine Einkom- besonderen Schutz im Arbeitsverhältnis. aus den Händen nehmen lassen wollten. sozialpolitischen Maßnahmen in Gang weit entzaubert werden: Ein Großteil der hängig von Geschlecht und Alter“. als es die Volkswirtschaft der DDR erwirtschaften konnte. die SED-Regierung zwar einerseits ihren selten bedeutete in der DDR ein Karriere- sung hieß es weiter: „Die Frau genießt Tribut an die Mühen der Hausarbeit. [. verbarg sich [durchzogen] Diffamierungskampagnen denheit vor allem der „Frauen der Intelli. Rechtfertigung des Verharrens auf (FGB) war nicht nur zwischen den Zeilen […] Auf Spitzenpositionen waren Frauen einer bestimmten Stufe der Karriereleiter zu lesen.] die ostdeutsche Medienlandschaft.. [. [. abgewogen zu haben.. stellte entscheidende Weichen. weil die Par- Trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. wurde in der Verfassung der Freistellungsmöglichkeiten. Dazu gehörten vor allem diverse Profession lanciert. andererseits schrieb sie damit einmal mensverbesserung. digkeit für den Familienbereich fest und mit einer Vielzahl von neuen gesellschaft- leisten. Im Sommer bahn vorliebzunehmen. Bereits abgelöst. unab.] eine Reihe von schen Ingenieurinnen müssen ein Stück Angestellte für die gleiche Arbeit. wem nach wie vor die Hauptver.und Sozialpolitik auch nur marginal zu verändern. nicht zuletzt deshalb.und Erzie. blieb hingegen bis zum Ende der DDR auf gandistischen Bühne von „unseren Muttis“ einem ähnlich niedrigen Niveau wie in Der Anfang war vielversprechend.. die von der Viele Frauen. die sie dann sogar weitere Erhöhungen von Löhnen und Renten. […] Damit zollte die Spitze überhaupt lohnte. Oktober 1949 konkret. 1964 Nr.] Nicht nur.. Dieser Strategie konnten sich zwar berichtet. Selbst „Befohlen“ wurde im Duktus der Zeit „die den Jahre. um diesen Willen zu bestärken. Verkürzung der Arbeitszeit sowie eine Verlängerung des Erho. Parteitag Ministerinnen oder Betriebsleiterinnen trug. hingegen weiterhin kaum vertreten. [.. baren zu können.. 312/2011 . Somit als Frau und Mutter vereinbaren kann. den Titel „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ im Anschluss an ihren VIII. [. die sich ihren Lebensentwurf nicht [. 253 der Sowjetischen Militäradminis. [.. freilich „streng vertraulichen“ Beginn der fünfziger Jahre wurde sie noch die „Stellung der Frau in Familie und Ge. ein Weitersteigen auf der Karriereleiter Einrichtungen geschaffen. Arbeitsgruppenleiterin- tration (SMAD) vom 17. Partei und Regierung verabschie... schienen sehr wohl Umschweife verkündete Artikel 7 Absatz 1: sollten. [. S. bei 3.

ten.“ zurückgezahlt werden konnten. von dem Willen erfüllt. die Bewegung. Bonn zubauen. fassung. Sie ist die poli- Völkern zu fördern und den Frieden zu dung unbeirrt weiterzugehen. was den Lebensinteressen des den Weg des Sozialismus und Kommunis. Dahinter stand die Vorstellung. spalten hat. das der IX. der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch- schen Monopolkapitals Deutschland ge. des Sozialismus und der 1968: Die [DDR] ist ein sozialistischer dienen. marxistisch-leninistischen Partei den tung. die Ar- beitsproduktivität zwischen 1971 und 1975 um 35 bis 37 Prozent. Honecker die These. einig in Präambeln: seinen Werktätigen Klassen und Schichten Artikel 1. Oktober 1949: Deutschland ist eine unteilbare und die Rechte des Menschen zu verbür. leninistischen Partei. sondern setzte akg-images auch dem verbalen Festhalten an gesamtdeutschen Gemein- samkeiten ein Ende. dass sich mit dem Aufbau der sozialisti- schlagen. Weg in eine Zukunft des Friedens und Faschismus hat das Volk der [DDR] in 1974: Die [DDR] ist ein sozialistischer des Sozialismus zu weisen. das Gemeinschafts. Die ständigen Appelle zur Leistungs- steigerung auf allen Gebieten. Parteischulung und Agitation zeigten wenig Erfolg. seine Geschicke Zusammenstellung durch den Verfasser. das Volk der [DDR] diese sozialistische 7. Der erste Satz des Artikels 1 der Ver- Wirtschaftsgebiet“ (NSW) von rund zwei Milliarden Valu. der die DDR als einen „sozialistischen Staat deutscher tamark (VM) – bei einem damaligen Umrechnungskurs von Nation“ bezeichnet hatte. S. 13. Dieses Konzept schlug sich schließlich in der Verfassungsänderung von 1974 nieder. der Völkerfreundschaft zu gehen. Kampfes gegen den Sozialismus auf. unbeirrt auch weiter In: Matthias Judt (Hg. So war vorgesehen. 11. die Freundschaft mit allen Völkerfreundschaft in freier Entschei. mung verwirklicht und gestaltet die ent. von 1976 bis 1980 um 30 bis 32 Prozent zu steigern. staatliche und nationale Selbstbestim. in einem „Wohlfahrtsstaat“ Mai 1976 verabschiedete und damit das Parteiprogramm von zu leben. frei zu bestimmen. 6. der sozialen Gerechtigkeit. die gemeinsam unter diese Verfassung gegeben. Staat deutscher Nation. den Weg des Frie. Auszug: 1949: Von dem Willen erfüllt. Auch im neuen Programm der SED. 508 f. in Ansehung Übereinstimmung mit den Prozessen der Staat der Arbeiter und Bauern.. Die SED-Führung propagierte fortan das Konzept DDR-Verfassungen im Vergleich Volkes widerspricht. Sie ist der geschichtlichen Tatsache. April 1968 und schaften der antifaschistisch-demokrati. enthalten. Zum existenziellen Problem wurde die Schuldenlast blik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern..] Es gibt nur eine deutsche leben in sozialer Gerechtigkeit zu gestal. um Westdeutschland zu wickelte sozialistische Gesellschaft. unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch- sche Bargeldkredite unter denkbar ungünstigen Konditionen leninistischen Partei.und Wirtschafts. dem gesellschaftlichen Fortschritt zu Demokratie.90 VM – im Jahre 1970 auf über 22 Milliarden VM im Jahre lautete Artikel 1 nur noch: „Die Deutsche Demokratische Repu- 1979 an. daß der geschichtlichen Entwicklung unserer die politische Organisation der Werktäti- Imperialismus unter Führung der USA im Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische. Oktober 1949. 52 Geschichte der DDR Die sozialen Vorleistungen sollten sich in Honeckers Wirt- schaftskonzept in besserer Arbeitsmotivation und höherer Ar- beitsproduktivität niederschlagen.). [. einen Wettbewerb zur Steigerung der Konsumgüterproduktion. Oktober 1974 schen und der sozialistischen Umwälzung Verfassung gegeben. 2010. Oktober in Kraft trat. dens. Ländern auf. Erreicht wurden diese Ziele nie. VERFASSUNG 1968. S. 1949 in ihrem Geiste fortführend und Republik. hat sich das deutsche Volk listische Verfassung gegeben. Sie ist allerdings erst. des Friedens. die am 7. Die sozialistische deutsche Nation Honecker beendete nicht nur die von Ulbricht in den letzten Jahren vorgenommenen Reformexperimente. VERFASSUNG 1974. waren keine gesamtdeutschen Bezüge mehr Loyalität in der Bevölkerung erzeugen zu können. 5 f. Die Weberin Frida Hockauf begründet die nach ihr benannte schen Gesellschaft in der DDR „ein neuer Typus der Nation. sie baut auf den deutschen gen. Stadt und Land. als Anfang der 1980er Jahre die anstehenden die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land Tilgungsraten und Zinsen nur durch kurzfristige ausländi. Informationen zur politischen Bildung Nr. der gesellschaftlichen Ordnung. hat sich das Volk der mus. 312/2011 . 9. sozialistische Nation“ entwickle. S. gen in Stadt und Land unter Führung Einvernehmen mit Kreisen des westdeut. hat sich 7. Jetzt 1 $ = 1. der Demokratie und [DDR]. Nach: VERFASSUNG 1949. S. Parteitag im doch bis zum Schluss suggeriert. einer Basis des Imperialismus und des Erfüllt von dem Willen. wurde ersatzlos gestrichen. der Staatsangehörigkeit. durch Sozialpolitik 1963 ersetzte. tische Organisation der Werktätigen in sichern. Traditionen der deutschen Arbeiter. der ganzen deutschen Nation den klasse und gestützt auf die Befreiung vom Sozialismus verwirklichen. diese sozia. Schon auf dem VIII. Parteitag 1971 vertrat Die sozialen Leistungen sollen sich in höherer Arbeitsproduktivität nieder. DDR-Geschichte in Dokumenten. fest gegründet auf den Errungen. Der Bevölkerung wurde je. 5. die Freiheit das Werk der Verfassung vom 7. 1974: In Fortsetzung der revolutionären Führung der Arbeiterklasse und ihrer 1968: Getragen von der Verantwor.

1972 nahmen 22 und 1973 weitere 46 auf eine neue Basis stellte. September 1971 das Berlin-Abkommen unterzeichnet und Bundesrepublik und der DDR stellt die innerdeutschen Beziehungen auf damit ihre gemeinsame und zugleich übergeordnete Verant. ökonomische und politische Abhängigkeit von der Sowjetun- desrepublik Deutschland die einzige demokratisch legitimier.und Bürgerrechte eingebracht. Im Mai 1972 folgte ein umfassendes Verkehrsab- kommen zwischen beiden deutschen Staaten. Das Abkommen sah vor. den Transitverkehr picture-alliance / ZB / Horst Sturm per Bahn. Die Vereinigten Staaten von Angelegenheiten sowie die uneingeschränkte Achtung ih. Oktober 1974 einen Freundschafts. der mit gegen das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetz der Vereinigten Staaten und Kanadas die Schlussakte der Kon- Bundesrepublik verstoßen hätte. ihrerseits vertragliche Vereinbarungen mit der Bundesrepublik Deutschland einzu- gehen. dass die Bevölkerung der DDR „deutscher Nationalität“ sei. am 7. Die DDR war militärisch Jugoslawien). August 1975 die KSZE-Schlussakte von Helsinki unterzeichnen.. Ende der 1970er Jahre unterhielt die rer territorialen Integrität bestätigt. Amerika folgten 1974. Dezember 1972 unterzeichneten die Regierungen der Bundesrepublik und der DDR den Grundlagenvertrag. Sie abschlossen. der die deutsch-deutschen Beziehungen auf der Grundlage von Nationen (UNO). Das bis 1969 angestrebte Ziel.. Nationalität: deutsch“. die am 2. darunter gigkeit und Selbstständigkeit in ihren inneren und äußeren Frankreich und Großbritannien. Am 21.. Schiff und auf den Straßen zwischen Westdeutsch- land und West-Berlin künftig ohne Behinderungen durch die Grenz. eingebunden. keine Botschaften. erreicht: Die deutsche Zweistaatlichkeit war international ak- kreditiert. Dort hat- den Verkehr zwischen beiden deutschen Staaten regelten. September 1973 zur individuellen Menschen. union und die DDR zwar ein wichtiges außenpolitisches Ziel als Vertreter der DDR in der Bundesrepublik Michael Kohl ak. (RGW) diktierte die Sowjetunion nach wie vor die Bedingun- den Abbruch diplomatischer Beziehungen angedroht (so 1957 gen der wirtschaftlichen Kooperation. ausübte. in dem die UdSSR eine Vormachtstellung Brandt jetzt offiziell auf. Mai 1974 ihre Arbeit aufnahmen. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 53 der „sozialistischen Nation“. So kann eine Delegation mit Honecker an der Spitze Form von Besuchs. ver- Aufnahme der DDR und der Bundesrepublik in die Vereinten bunden mit umfangreichen Forderungen nach menschlichen Informationen zur politischen Bildung Nr. Als den Unterzeichnern. gab die sozial-liberale Koalition unter Willy Pakt. Infolgedessen gab es auch ferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).und Zollorgane der DDR abzuwickeln. konnte zwischen beiden deutschen Staaten als erste bilaterale Ver- einbarung am 17. 312/2011 . Auch im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe hatte jenen Staaten. Die Doktrin hatte die Auffassung zugrunde gelegen. den Warschauer litisch zu isolieren. Nachdem die Westmächte und die Sowjetunion am Der im Dezember 1972 unterzeichnete Grundlagenvertrag zwischen der 3. eine neue Basis . Auf der Grundlage dieses Abkommens wurden bis zeptiert.und anderen Kontaktmöglichkeiten. Genauso war es auf allen offiziellen Formularen für DDR-Behörden einzutragen. ziehungsweise Regierungschefs der europäischen Länder. Innenpolitisch bekam die SED-Führung jedoch durch 1989 zahlreiche Verträge unterzeichnet. Sie umfasse das Volk der DDR und sei gekennzeichnet durch den souveränen sozialistischen Staat auf deren Territorium.und Beistandsvertrag folge nur sie die Deutschen international vertreten dürfe. Zugleich erkannten immer mehr Länder die Gleichberechtigung und gutnachbarlicher Zusammenarbeit DDR völkerrechtlich an. Auf der anderen Seite hieß es. wohl aber „Ständige Vertretungen“ in Bonn Die DDR gehörte wie die anderen osteuropäischen Länder zu und Ost-Berlin. zumal Honecker und Breschnew te Vertretung des gesamten deutschen Volkes sei und demzu. Daraus entwickelte sich dann die Formel „Staatsangehörigkeit: DDR. Der DDR wurden ihre Unabhän. wortung für Deutschland und Berlin bekräftigt hatten. ion lockerte sich jedoch nicht. . dass immer mehr Staaten die DDR völker- deutschen Beziehungen ganz konkrete Erleichterungen in rechtlich anerkennen. dass die Bun. die den Handel und den „Korb 3“ der Schlussakte von Helsinki Probleme. da sie da. Staaten diplomatische Beziehungen zur DDR auf. Für die Men- schen ergaben sich durch diese Normalisierung der deutsch.. Der seit 1955 gültigen te in allen wichtigen internationalen Organisationen mit. auch am 1. fest in das osteuropäische Militärbündnis. te der Westen vor allem die Verpflichtung zur Achtung der Der Grundlagenvertrag führte am 18. und führt international dazu. Am 1. Dezember 1971 das „Transitabkommen“ ge- schlossen werden. die DDR außenpo. Durch die Schlussakte hatten die Sowjet- Vertreter der Bundesrepublik in der DDR wurde Günter Gaus. Dies markierte das Ende DDR mit 132 Ländern diplomatische Beziehungen und arbeite- der westdeutschen „Hallstein-Doktrin“. Bis dahin war es an den Übergangsstellen oft zu schikanösen und zuweilen mit erheblichem Zeitaufwand verbundenen Grenzkontrollen gekommen.be- kennung lehnte die Bundesregierung hingegen ab. August 1975 unterzeichneten in Helsinki 35 Staats. Deutsch-deutsche Annäherung und staatliche Klaus Rose / imagetrust Anerkennung Die offizielle Abgrenzung und die internationale Entspan- nungspolitik ermöglichten der DDR. Die von der SED-Führung geforderte völkerrechtliche Aner. die die DDR diplomatisch anerkannten.

komplette Walzstraßen in die Sowjetunion und das westliche Nach den herrschenden Maximen der marxistisch-leninisti. teiligung sowie die rund 2000 industriell produzierenden Das VEB Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann“ Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) und 500 (SKET) gehörte mit mehreren zehntausend Beschäftigten und Handwerksunternehmen in Staatseigentum überführen. für • Bauwesen Staatliche Plankommission ministerien und Nahrungs. Welt- einsetzende Bildung von Kombinaten weiter.54 Geschichte der DDR Die Leitung der DDR-Wirtschaft SED Politbüro Ministerrat Ministerium Weitere Ministerien für Ministerium z. Zahlenbild 568 100 Erleichterungen hinsichtlich Reisen. insbesondere in jener Generation. auch wichtige Exportverpflichtungen zu erfüllen hatten. Der Grundgedanke bei der Kombinatsbildung jetzt an diesen Verpflichtungen messen lassen. in denen gro. aus von einem Generaldirektor geleitet wurden. Forst. Tatsächlich fand sich die SED unter Honecker zu Zugleich trieb die SED-Führung die bereits unter Ulbricht zeitweiligen Zugeständnissen bereit. B. Rund Informationen zur politischen Bildung Nr. Durch die zentrale Planung aller Produk- verhältnisse“ gesiegt. 312/2011 . Dieser Ansatz kam jedoch nicht zur Wirkung. GPG* Produktionsgenossenschaft VEB VEB usw. festspiele der Jugend und Studenten im August 1973 in Ost- ße Industriebetriebe eines Industriezweiges bzw.a. Es handelte sich nämlich vor allem um Branche blieben die Kombinate jedoch unflexibel und konn- Betriebe. die Betriebe mit staatlicher Be. so dass sich die Hoffnungen der jungen Generation bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten verschärften. einschließlich des Außenhandels unter einer einheitlichen Leitung administrativ zu vereinen. Handwerk.und Baubetriebe. Ausrüs- chen Bezirken der DDR. Berlin zu einem fröhlichen. die von einem Stammbetrieb Industrie. für Industrie- Land-. der ZK-Ab- Handwerksbetrieben teilungen und Politbüroentscheidungen sowie ministerieller Weisungen befanden. Forschung und Entwicklung. In der DDR musste sich die politische Führung stellt wurden. die in der DDR aufge- wachsen war. Nicht zuletzt bestand darin. Es exportierte u. da sich die Kombinate politisch und finan- Verstaatlichung von privaten Unternehmen und ziell fest am Gängelband zentraler SED-Gremien. VEB Industrie- Örtliche Kombinate kombinate Versorgungswirtschaft. deren Wirtschaft seit je durch kleinere tungen für die metallverarbeitende und Hütten-Industrie wie und mittlere Betriebe geprägt wurde. leistungsfähige ökonomische Einheiten zu konnte sich die entstehende Oppositionsbewegung auf den bilden. che zusammengeführt und einer zentralen Leitung unter- turaustausch. die Konsumgüter für die Bevölkerung und bedeutsame ten vor allem nicht rasch genug auf die sich verändernden Zulieferungen für die Volkswirtschaft herstellten und teilweise Weltmarktbedingungen reagieren. Vereinfachte Darstellung © Bergmoser + Höller Verlage AG. Information und Kul. Produktion und Absatz „Korb 3“ der Schlussakte von Helsinki berufen. größten Kombinaten in der DDR. Ausland und nahm damit eine wichtige Stellung im Außen- schen Ideologie hatten damit die „sozialistischen Produktions. weithin unbeschwerten Fest. Das Potenzial des verstaatlichten Mittelstandes wurde nahezu ver- nichtet und konnte nicht wieder ersetzt werden. wie tionsabläufe einschließlich des Absatzes einer bestimmten sich bald herausstellte. So wurden die X. Der zahlreichen volkseigenen Maschinenbaubetrieben zu den Schwerpunkt der Verstaatlichungsaktionen lag in den südli. Bezirksgeleitete Industrie güterwirtschaft • Verkehrswesen • Finanzen • Materialwirtschaft • Handel und Rat des Bezirks Bezirkswirtschaftsrat Versorgung • Außenhandel Rat des Kreises Amt für Preise Kombinate VEG. * GPG = Gärtnerische Dienstleistungen LPG. Der von Honecker seit seinem Machtantritt verbreitete soziale Optimismus ließ Hoffnungen auf eine gewisse Lockerung kei- Bildung von Kombinaten in der Industrie men. Am Ende der 1970er Jahre gab es circa 1972 ließ die SED-Führung die noch bestehenden privaten 133 zentral geleitete Kombinate. einer Bran. handel der DDR ein. Tatsächlich war es ein Pyrrhussieg.

Kunst ließe sich nicht Neue Spielräume: 1973 nehmen Jugendliche aus 140 Ländern. Im Laufe der Jahre wurden die Gesprächsrunden jedoch In der liberalen Phase in der DDR der frühen 1970er Jahre hat- immer propagandistischer. der insbesondere von Jugendlichen in Ost-Berlin gern gehört wurde. unliebsame Zwischenfälle Ketten werden knapper und vermeintliche „Störenfriede“ des Scheins der Normalität Singt für alle. es folgten die Sendungen „Musik der DDR-Rockgeschichte brachte die Berliner Band „City“ 1977 für junge Leute“ von Radio DDR I. Darüber hinaus nahm das DDR-Fernse. die alles wagen auszuschalten. Den größten Hit Jugendsender DT 64 gehört.: Gerulf Pannach. Kurze kulturpolitische Liberalisierung spräch trat die Sendung modern und unterhaltsam in Erschei- nung. 312/2011 . Ab lich erlebten Widersprüchen auftauchten. det wurde. Zu den bekanntes- 1970 richteten sämtliche Radiostationen spezielle Rock. Für die Leute in jedem Land Ferner verzichteten staatliche Instanzen auf bislang üb. sich mit Jugendlichen aus anderen Ländern zu treffen. folgreich. „Horst-Krüger-Band“. das gliedern. DDR-Programme waren dagegen weit weniger gefragt. hatten. 1972 In: Rauhut Michael (Hg. Aufbruchstimmung breit gemacht. K. Europa-Welle-Saar und des amerikanischen Senders AFN (American Forces Net- work). Mit einem Mix aus Musik und Ge. S. Weltfestspiele 1973. M. Hoch im Der braucht nur zu niesen Kurs standen die „Schlager der Woche“ des in West-Berlin Und wendet das Blatt [. denen auch westliche Titel liefen. Weltfestspielen in Ost-Berlin teil. „Electra-Combo“. Die gemeinsam den Erdball tragen liche Praktiken. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 55 25 000 Jugendliche aus 140 Ländern kamen in die „Hauptstadt „Klaus Renft Combo“ sang mitten in der Ost-Berliner City ihr der DDR“ und feierten mit rund einer halben Million FDJ-Mit. Auch Rockgruppen mit deutschsprachigen Texten wie die Puhdys sind er- er. die seit dem Mauerbau zum ersten Mal die Chance zur Festivalhymne erkoren wurde.und ten und beliebtesten Rockgruppen der 1970er Jahre gehörten Pop-Magazine. Rock in der DDR. Hitparaden und Wunschsendungen ein. Lieder mit deutschen Texten. Zeitungen Ketten werden knapper und Zeitschriften aus der Bundesrepublik waren jedoch wei. T. Die populäre Leipziger turpolitiker der SED öffentlich erklärten. Am häufigsten wurde der „Stern Combo Meißen“. hier Tunesi.: Klaus Renft Combo. Wie trockenes Stroh An der Hand des Riesen tens.. hen Jugendsendungen in das Programm.: Peter Gläser.). die ebenfalls von Radio DDR I  die erste ostdeutsche Platte. um sich schaften. Weltfestspiele erhielten auch Rock. bpb-Zeitbilder. Gleichzeitig sorgte eine Vielzahl hauptamtlicher und inoffi- zieller Mitarbeiter des MfS dafür. als Kul- und Beatgruppen wieder Zuspruch.. aber auch kritische Kommentare zum Leben mit täg- auf die jugendlichen Hörgewohnheiten einzustellen. in denen alltagssprachliche Bot- Gleichwohl unternahmen die DDR-Medien viel. „Renft“. Fernsehsender wurde nicht mehr kriminalisiert. der „Aktuelle Plattenteller“ des Deutschlandfunks sowie di. „Lift“ sowie „Karat“. Dies umso mehr. Und brechen sowieso terhin nicht zugelassen. ein Lied. Jugendliche Radiohörer in der DDR Wie junger Rhabarber orientierten sich überwiegend an den Programmen des Wes. Bonn 2002. 55 verse Sendungen von Radio Luxemburg. „Beat-Kiste“ von Stimme mit dem Lied „Am Fenster“ heraus. in die „Puhdys“. ullstein bild – Winkler akg-images Informationen zur politischen Bildung Nr.und Dass kein Mensch mehr noch steht am Rand. hier beim Pfingsttreffen der FDJ 1979 in Ost-Berlin. weil dort moderne Popmusik rund um die Uhr Typisch für die überall entstehenden Rockgruppen waren lief.] ausgestrahlten RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor). Sie boten moderne Musik sowie heiß begehrte Infor- Der tausend Nasen hat mationen in Fülle und verzichteten auf Agitation. doppeldeutiges Lied „Ketten werden knapper“. Der Empfang westlicher Rundfunk. an den X. te sich auch unter Schriftstellern und Künstlern so etwas wie Im Windschatten der X. Die gleichnamige LP war der DDR und die „Tip-Parade“. Die wöchentlich aus- gestrahlte Jugendsendung „Rund“ entstand zur Vorbereitung der X. die in der Bundesrepublik vergol- ausgestrahlt wurde.

: Zum Beispiel? daß er [. mung. [.. Die staatliche Förderung der Jugend. der da daß ihm alles zu langweilig ist.. dass sich an den Mechanismen der politischen Kontrolle über Kunst und Literatur nichts geändert hatte. gleichbedeutend E. November 1976 ein Konzert in Köln. Ulrich Plenzdorf sorgt 1972 mit seinem gesellschaftskritischen Theaterstück te den Blick stärker auf Unterhaltung und Breitenkultur. Wibeau nicht so langweilig leben will.. der aus seiner klein- bürgerlichen Umwelt ausbrechen will und beim Lesen von Goethes Werk „Die Leiden des jungen Werthers“ immer wieder Ähnlichkeiten mit seinem eigenen Leben entdeckt. Köln 1982.und Frei- zeitkultur diente freilich auch dem Zweck.).“ für Aufsehen. Die Sendung galt als ein Aushängeschild der DDR- Unterhaltung. unterstützte Jugendclubs und Diskothe- ken mit finanzieller Ausstattung und baute das Netz der Kul- turhäuser aus. d. … unsereiner kann es nicht Monika: Na.: Du hattest also ein bißchen das Ge. Die anschließende harsche Kri- sichtbares Zeichen hierfür war die populäre Unterhaltungs. mit dem ich mich darüber unterhalten es wurde auch mit den Füßen getrampelt verstanden ist mit dem ganzen Trott. Die populären Autoren wie Christa Wolf. Er hat den aus der Gesellschaft. Erwin Strittmatter und Her- mann Kant griffen mit ihren Werken immer weniger Themen der unmittelbaren Gegenwart auf. Die Grenzen der zeitweiligen kulturpolitischen Öffnung ullstein bild – Zeckai wurden deutlich.56 Geschichte der DDR allein auf ihre ideologische Funktion reduzieren. je. dadurch wird ein [. Das 1972 uraufgeführte Bühnenstück erzählt die Ge- schichte eines siebzehnjährigen Lehrlings.und Publikationsverbot belegt. es waren stimmten Weg. dem Edgar Wibeau.. Auf den Theaterbühnen sorgte dagegen Ulrich Plenzdorf mit seinem gesellschaftskriti- schen Gegenwartsstück „Die neuen Leiden des jungen W. echte Probleme von Jugendlichen! große Rolle gespielt haben bei dem Edgar. Anm.K.] allgemeine Eigenschaft von Jugend. daß dieser Edgar alles nach Plan machen. weshalb keine Kosten gescheut wurden. wird.] Hans-Peter: [. und ihr billigt. Das muß eine ganz „Die neuen Leiden des jungen W. Monika: Es war eine großartige Stim. als der Liedermacher Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wurde. Dies belegt auch der Fall des Ost-Berliner Liedermachers Wolf Biermann. Er doch nicht an massiver Kritik an den Zuständen dort sparte. das ist jetzt schwer.: Ihr billigt also den Ausbruch Edgars mich mit dem Jugendlichen. fühl.]. gab auf Einladung der IG Metall am 13. dass sie ihre Kontrolle weiterhin aufrechterhalten. Wegen dieses Wider- seinem und meinem eigenen Leben [. E. 149 Informationen zur politischen Bildung Nr.] Und das kam in vielen Sachen daß ich nach dem Theater niemand hatte. lichen. Red. auch daß er nicht ein.. darf seit 1965 nicht mehr in der DDR auftreten und publizieren und wird nach Im persönlichen Auftrag Honeckers wurde ihm daraufhin seinem Kölner Konzert für die IG-Metall am 13. außerordentlich.“. Zudem förderte der Staat jetzt mehr als zuvor vielfältige Formen der Laienkunst sowie folkloristische Zirkel. spruchs habe ich es ja so bedauert.. zu Drang nach was Besonderem.. und gerufen. Da bricht er Gerhild: Ich meine. man konnte sogar herzlich lachen Monika: Er hat es fertiggebracht. Kultur und Politik in der DDR. sondern konzentrierten sich auf überzeitliche Fragen und Motive. Er will eben nicht immer so viele. die am 29. seit 1965 in der DDR mit ei- nem totalen Auftritts.“ für Aufsehen. Januar 1972 erstmals im Ersten Programm des Fernsehens der DDR ausgestrahlt wurde.] Ich bekam sofort Lust.und Kulturinitiativen politisch unter Kontrolle zu behalten. Stephan Hermlin. auf der Bühne stand. daß man veranlaßt Jugendsprache. Darüber hinaus gab die politische Führung ihre bisherige Konzentration auf die Kunst im engeren Sinne auf und lenk. 312/2011 . Zum Beispiel.K.] rauswollte aus seinem vorbe. Heft 3/1973.K. S. und daß er selbst diesen Ausbruch mißbilligt? vergleichen. sendung „Ein Kessel Buntes“.. mit konnte. zum Ausdruck. Und dann noch so viele einer kann es nicht. Begriffe wie „Weite und Vielfalt“ sahen jüngere Schriftsteller wie Reiner Kunze und Volker Braun als Ansporn für literarische Experi- mente und Selbstverwirklichung. er hat es für dich mitgetan? denken. in verschiedenen Richtungen zu mit gut.. November 1976 ausgebürgert. dem alltäglichen Trott. [. Die har- akg-images / Binder sche Reaktion der Kulturpolitiker auf das Stück machte jedoch schon deutlich. lokale Kunst.. Parallelen zu ziehen zwischen das ist meiner Meinung nach eine ganz Monika: Genau. Biermann.] Ich fand es einfach schau (damalige eben aus [. unser- Gespräch der Redaktion mit vier Berliner Jugendlichen über zwischendurch.. auf dem er sich zwar eindeutig zur DDR bekannte. auch internationale Stars zu verpflichten. In: Manfred Jäger. Stück erst interessant. in: Neue Deutsche Literatur. einfach aus Begeisterung... alle klatschten wie verrückt. E. Ein „Die neuen Leiden des jungen W.. tik der Kulturpolitiker zeigt.

Gegen die Ausbürgerung Biermanns zu gehen. Danach erfolgte die politische Willensbil- © Bergmoser + Höller Verlage AG. dass die SED ihr Versprechen einer besseren Zukunft auch unter Honecker Anleitung/ nicht einlösen konnte. Eine kleine Minderheit von elitären Führungskräf- ten. rung kritischer Autoren und die Abstrafung von Schriftstel- Volker Braun. Mai 1971 das Amt des Partei. Laut Statut der SED bildete zwar das vom Parteitag ge- wählte Zentralkomitee der SED das höchste Organ der Partei. Wahl Kontrolle te Politbüro – bestehend aus 16 Mitgliedern und sieben Kandi- daten – sowie das Sekretariat des ZK die Richtung der Politik. Franz Fühmann. Die politische Propaganda der Staatspartei. Sarah Kirsch. punkt. Verhören und Bespitzelungen. Das Vertrauen der Bevölkerung Wahl war endgültig aufgebraucht. Heiner Müller. Diejenigen. In ähnlicher mit rund 2. wirkte nicht mehr. 312/2011 . sozial. Zahlenbild 555 410 dung in der Partei in einem kleinen Führungszirkel an der Informationen zur politischen Bildung Nr. Hier hatten die Vorsitzenden des Rates der Bezirke und des Rates der Kreise eine ebenso nachgeordnete Stellung. Die zuletzt propagierte Losung vom Parteitag Kontrolle Sozialismus in den Farben der DDR zeugte nur noch von der völligen Hilflosigkeit gegenüber den in der Gesellschaft auf- Wahl gestauten Problemen. Die eigentliche Machtzentrale der SED bildeten die rund 1500 hauptamtlichen Mitarbeiter des Zentralkomitees. aus dem in der sie die Partei. die ihre Besorgnis über die repressive Kulturpolitik offen Schneider. die politischen „Führungskader“. schaffte es der Deutschlands neue Mann an der Spitze. kulturpolitischen Akt deutliche Zeichen setzen wollte. die be. Jurek Becker – und zum Ausdruck brachten. die vom „real existierenden Sozialismus“ in der DDR end. Ob- schlossenen Maßnahmen zu überdenken. erhoben den Anspruch. Herrschaft und Alltag in der Honecker-Ära Nachdem Erich Honecker am 3. sich sowohl bei der eigenen Bevöl- kerung als auch bei den westlichen Beobachtern ein gewisses Organisationsaufbau positives Ansehen zu verschaffen. konferenz Wahl Kreisleitung len. Rolf lern.und Publi- protestierten am 17. Mitgliederversammlung der Leitung der ten in einem großen Gebäudekomplex im Zentrum Berlins. Kreisdelegierten- alle Gesellschaftsbereiche steuern und kontrollieren zu wol. konnte kein Zweifel darüber bestehen. Bezirksdelegierten- konferenz Wahl Bezirksleitung SED Die führende Rolle der SED blieb bis 1989 erster Verfassungs. Parteigruppen Der „demokratische Zentralismus“ war das Organisations- prinzip der Partei. Wahl Anleitung/ Kontrolle grundsatz. Die Diffamie- Stephan Hermlin. Christa und Gerhard Wolf. Grundorganisation Grundorganisation Hier wurden alle politischen. Stefan Heym. gleich formal das Präsidium des Schriftstellerverbandes mit Nach der Biermann-Affäre setzte ein bis zum Ende der DDR Hermann Kant an der Spitze die Verantwortung für die Aus- nicht abreißender Exodus von Schriftstellern und Künstlern schlüsse trug. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 57 die Wiedereinreise in die DDR verwehrt und die DDR-Staats. die es jetzt noch wagten. Anleitung/ Faktisch bestimmten jedoch das vom Zentralkomitee gewähl. als klar wurde. erreichte im Juni 1979 einen Höhe- der Bildhauer Fritz Cremer mit einer öffentlichen Erklärung. dass das ein.3 Mio Mitgliedern und Kandidaten Weise bestimmten die hauptamtlichen Apparate der SED in den Bezirken und Kreisen die regionale Politik. Erich Arendt. November 1976 zwölf Schriftsteller – kationsverboten.und kulturpolitischen Entscheidungen vorbereitet. Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen wurden. als neun Schriftsteller. SED-Politbüro unter Führung Honeckers mit diesem rigiden gültig genug hatten. SED – Sozialistische Einheitspartei chefs von Walter Ulbricht übernommen hatte. die dann die Grundorganisationen verschiedenen Ministerien umzusetzen hatten. darunter Stefan Heym. Doch zog mit Honecker als Erstem Sekretär kein neuer Politikstil in das Politbüro ein. zerbrachen im Kreislauf von Auftritts. Sie residier. wirtschaftlichen. Günter Kunert.und Staatsführung aufforderten. für ein besseres Leben in Wohlstand und Frieden zu sorgen. mit Kritik an der Kulturpolitik der SED an die Öffentlichkeit bürgerschaft entzogen. Die Generalsekretär systembedingten Herrschaftsmethoden blieben dieselben und auch durch die Verfassungskorrektur von 1974 ergaben Politbüro des ZK Zentralkomitee Wahl Sekretariat des ZK sich keine Veränderungen.

In der täglichen Praxis besaßen die Mitglieder der SED einen verschwindend geringen Einfluss auf die politischen Entschei- Staatsorgane der DDR dungen in Partei und Gesellschaft. die in ihren Rollen als Parteimitglieder Führungsanspruch der SED und zugleich als Individuen in verschiedenen gesellschaftli- chen Bezügen handelten und beide Rollen selten deckungs- gleich ausfüllten. Der Marxismus-Leninismus als in sich geschlossenes Ge- dankengebäude galt für alle Parteimitglieder als Richtschnur ihres politischen Handelns. Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) – agierten in der Honecker- Ära als „Blockflöten“ der SED ohne eigenes politisches Profil. In diesem Sinne bestätigten Par- teitage und selbst Tagungen des Zentralkomitees lediglich die Führungsbeschlüsse. vertreter Beru. Sie waren nicht der Ort. So war die SED vom Charakter her so- 33 Mitglieder wohl Massen. fassend. das sie bis zu ihrem Ende im Jahre 1989 nicht aufzulösen vermochte: Sie sollte nach den Vorstellungen ihrer kommunistischen Gründer wie eine elitäre Kaderpartei agie- Vorsitzender Vorsitzender ren und wurde dementsprechend geleitet. Im Jahre 1975 übersprang die SED erstmals die Zweimillio- glieder gungsrat nen-Grenze: Sie zählte zu diesem Zeitpunkt 2 014 893 Mitglie- 1 Sekretär der und Kandidaten. Die Mitglieder hatten in den gewählten Gremi- en das zu legitimieren und umzusetzen. © Bergmoser + Höller Verlage AG. Nicht selten wurde der Eintritt in eine Blockpartei als Schritt verstanden. 312/2011 . Fraktionsbildung galt als schweres Vergehen ge- gen die Parteidisziplin und wurde in der Regel mit Ausschluss bestraft. zeigte sich besonders auffallend. Auffassungen 9 Stellvertreter 2 weitere Mitgl. wo programma- tische oder tagespolitische Entscheidungen nach kontroverser Debatte getroffen wurden. als die Führung den Rückhalt nicht nur in der Gesellschaft endgültig und um- Oberstes General. Nationaler und Verhaltensweisen wirkten.als auch Kaderpartei. Nachdem die Zahl der Mitglieder dieser Parteien seit den 1960er Jahren immer mehr abnahm. was in der engeren Führung beschlossen wurde. 500 Mitglieder Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD). Jedoch besaß sie in ihren über zwei Millionen Mitgliedern eine überaus heteroge- 2 Erste Stellvertr. 1975 sah der Mitgliederstand der Blockparteien wie Informationen zur politischen Bildung Nr. Zahlenbild 555 125 verzeichneten sie in den 1970er Jahren einen leichten Zuge- winn. Die SED stand seit ihrer Gründung vor ei- Ministerrat Staatsrat nem Dilemma. ne Basis. in der unterschiedliche Motivationen. fung Verteidi.58 Geschichte der DDR Parteispitze. Dass die SED eben nicht ausschließlich ein Instrument ihrer Führung war. diese Basis innerhalb weniger Monate wieder ganz in dieser Gericht anwalt Gesellschaft aufging. Präsidium 20 Mit. Die Einheit und Geschlossenheit der Partei wurde zu einem gleichsam sakrosankten Prinzip kultiviert. Für die Vermittlung dieser Ideolo- gie wurde ein straff organisiertes Schulungssystem auf allen Ebenen aufgebaut. National- Demokratische Partei Deutschlands (NDPD). an dem das Handeln jedes Mitgliedes zu messen war. Wahl Wahl Wahl Wahl Blockparteien Volkskammer Die vier Blockparteien – Christlich-Demokratische Union (CDU). Einheitsliste der Wahl auf 5 Jahre Innerhalb der Blockparteien gab es in manchen Fragen Nationalen Front aber durchaus Diskrepanzen zwischen Führung und Mit- gliedern. Und dennoch: Die SED war kein homogenes. um bescheidene Freiräume für politische Arbeit zu nutzen. sich ausdrücklich gegen die SED-Mit- Wahlberechtigte Bevölkerung gliedschaft zu entscheiden. als sie im November/Dezember 1989 Aufsicht Aufsicht zerfiel. sondern ein lebendiges und vielgestaltiges Gefüge von Menschen. 8 Stell. Das geschah eben zu jenem Zeitpunkt. sondern auch in der Parteibasis verloren hatte und staats. Entsprechend diesem obersten Grundsatz wurde jegli- cher Ansatz innerparteilicher Opposition bekämpft und aus- geschaltet.

konnte jedoch nie in dem gewünschten Maße um. Als schlagkräftiger Hebel zur Durchsetzung 1970er Jahren bildete das „Nationale Jugendfestival“. als eigenständiges Staatswesen. Harry Tisch. Offiziell bezeichnete die SED-Propaganda Gesellschaft für Sport und Technik (GST) mit mehr als 500 000 die FDJ als „Kampfreserve der Partei“. kratische Frauenbund Deutschlands (DFD) mit 1. Führung einen hohen Organisationsgrad in der Gesellschaft. mit einem Sonnenemblem auf dem linken Ärmel. das „Blau. aber auch die Chance. Zentralkomitee der SED angehörte. 250 000 Mitgliedern. Gruß der FDJler hieß „Freundschaft“. DBD 90 000 Mitglieder. Gemeinden zu vertreten. Seine Arbeit beschränkte sich zunehmend darauf. die hier mit dem Gruß sie das „Nationale Jugendfestival“ in Ost-Berlin. sodass die Politik erreichen und einbinden. Da- te der SED. die oft auch eine Doppelfunktion in Staat und Partei Staatsführung sollte die vorbehaltlose Zustimmung der DDR- ausübten. Dem Zentralrat der FDJ NDPD 85 961 Mitglieder sowie LDPD 71 688 Mitglieder.4 Millionen Der FDJ mit ihren circa 2. Neben der ideologischen Erziehung bestand eine wesent- Massenorganisationen liche Aufgabe der FDJ darin. Erfrischungspause am Nep- „Seid bereit – immer bereit“ 1982 zum Fahnenappell in Bautzen antreten. So war der Jugendverband sehr stark Auch die großen Massenorganisationen – Freier Deutscher in die staatliche Jugendkultur eingebunden. die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische tische System der DDR einzubinden und sie zu loyalen Staats. Juni 1979 in Berlin veranstaltete. Allerdings fiel es den „Bündnispart- nisiert. Das „Na- Netz von Ferienheimen (zwischen 20 und 50 Prozent aller Ur.de Die FDJ hat die Aufgabe. Im Juni 1979 gestaltet unterstehen auch die Thälmann-Pioniere (Klasse 4 bis 7). der zugleich dem sichtlich schwer. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 59 picture-alliance / ZB / Ulrich Haessler all-five. Dem FDGB mit seinen fast zehn Millionen Mitglie. Freundschaft (DSF) mit sechs Millionen Mitgliedern sowie die bürgern zu erziehen. rüber hinaus organisierte die FDJ kulturelle Großveranstaltun- dern kam die Aufgabe zu. Mit diesen Mitte der 1980er Jahre ge- im Sinne der Ideologie des Marxismus-Leninismus zu beein. DFD. Kulturbund und die Vereinigung der gegenseitigen hemd“. Dort trafen werden. Pfingsttreffen der FDJ der politischen Legitimation der DDR relle Arbeit im Betrieb zu organisieren. den sich Hunderttausende von Jugendlichen zu politischen Kund- gewerkschaftlichen Feriendienst mit seinem ausgedehnten gebungen und zahlreichen Kulturveranstaltungen. Der obligatorische Vorbei- mien wie der Bundesvorstand waren mit Mitgliedern der SED marsch der teilnehmenden FDJ-Mitglieder an der Partei. Reiseagentur Jugendtourist und zahlreiche Jugendhotels. das die der Interessen der Arbeiter konnte der FDGB nicht bezeichnet FDJ vom 1. FDJ. bringen. Der Bauernhilfe (VdgB) waren mit Abgeordneten in der Volkskam- Informationen zur politischen Bildung Nr. Politische Mobilisierung Mehrheit der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und und Aktivierung in den politischen Organisationen boten 25 Jahren dieser Organisation angehörten. nern“ unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen An dessen Spitze stand seit 1974 Egon Krenz. der Deutsche Kulturbund der DDR (KB) mit über Aufgabe zugewiesen. die Jugend in das politische System einzubinden. Ihr Auch die Freizeitbetreuung der Jugend ist FDJ-Sache. Er war zudem Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied Als weitere wichtige Massenorganisationen sind der Demo- des DDR-Staatsrates. Dazu gehörten Gewerkschaftsbund (FDGB) und Freie Deutsche Jugend (FDJ) – Jugendklubs sowie Urlaubsreisen für junge Leute über die blieben in der Ära Honecker weiterhin Herrschaftsinstrumen. die heranwachsende Jugend in das poli. Der seit 1975 amtierende Vorsitzende. zählten Mitgliedern dieser Verbände schuf sich die politische flussen. tunbrunnen nahe dem Alexanderplatz folgt aus: CDU 107 682 Mitglieder. Soziale Aufstiegschancen waren ohne eine Sie alle sollten verschiedene Zielgruppen im Sinne der SED- Mitgliedschaft in der FDJ von vornherein gering. die Freizeitbetreuung ihrer Mit- glieder zu organisieren. Jugend zum politischen Kurs der SED-Führung zum Ausdruck gehörte dem Zentralkomitee sowie dem Politbüro der SED an. Blockparteien sowie die Massenorganisationen FDGB. Das Ziel. Zentrale Leitungsgre. eine blaue Bluse bzw. für hohe Arbeitsleistungen und die gen wie das jährliche Festival des politischen Liedes in Berlin. Erfüllung der Wirtschaftspläne im „sozialistischen Wettbe. 312/2011 . Einen zentralen Höhepunkt des Organisationslebens in den werb“ zu sorgen. die Mitglieder Mitgliedern zu nennen. tionale Jugendfestival“ diente ebenso wie die traditionellen laubsplätze wurden über den FDGB vergeben) sowie die kultu. diese Interessen auch wirklich zu vertreten. unterstanden die Kinderorganisation Junge Pioniere (Klasse 1 bis 3) und die Thälmann-Pioniere (Klasse 4 bis 7). lokale Interessen in den Städten und samt 69 Prozent der jugendlichen Bevölkerung in der FDJ orga. 1981 waren insge. Hemd. gesetzt werden. Die Mitglieder trugen eine SED.und besetzt. bis 3. Das höchste Organ war der Zentralrat der FDJ in Berlin.1 Millionen Mitgliedern wurde die Mitgliedern. einheitliche Kleidung.

Alle Par. die alle fünf Jahre stattfanden (1971. in denen zumeist un- Die geänderte Verfassung von 1974 definierte wie auch schon zumutbare Wohnbedingungen im Vordergrund standen. Zusammen mit Informationen zur politischen Bildung Nr. mer bestätigt wurden. In den vier Jahrzehnten ihrer Existenz verabschiedete die Volkskammer alle Gesetze einstimmig mit einer Ausnahme: Bei der Abstimmung über das „Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft“ am 9. indem es Eingaben aus der Bevölkerung (soge- nannte Staatsratseingaben) bearbeitete. traten die Parteien und Massenorganisationen mit einer gemeinsamen und einzigen Liste der Nationalen Front an. Durch die Verfassungsänderung mer vertreten. Die SED-Führung Laut Verfassung höchstes konstitutionelles Organ. Interessenvielfalt tatsäch. Sein Vorsitzender war zugleich Staatsoberhaupt der DDR. August 1973 übernahm Willi Stoph im Oktober 1973 den Vorsitz im Staatsrat.oder Spielflächen. Seit Anfang der 1980er Jahre gab es auf örtlicher Ebene zu- mindest die Möglichkeit. Bis zur Änderung der Verfassung 1974 en und Massenorganisationen verabschieden in vier Jahrzehnten mit einer konnte der Staatsrat Erlasse mit Gesetzeskraft beschließen und Ausnahme alle in die Volkskammer eingebrachten Gesetze einstimmig. Er wurde von der Volkskammer für fünf praktisch keine Rolle. weil die CDU und mit ihr die SED-Führung es sich nicht mit den heftig protestierenden Bischöfen beider christlicher Konfessionen in der DDR verder- ben wollten. regelt wurde. Vorlagen an die Volkskammer behandeln. Staatsrat und Ministerrat Der Staatsrat stellte formell das höchste staatliche Gremium bpk / Gerhard Kiesling der DDR dar. stellte in ihrer Propaganda dieses Engagement als Muster „so- sungspraxis keine entscheidende Rolle. Er verlieh Orden und Ehrenabzeichen. spielt sie in der Verfas. März 1972 votierten 14 Abgeord- nete der Fraktion der CDU aus „Gründen christlicher Ethik“ mit Nein und acht enthielten sich.de „örtlichen Volksvertretungen“ liefen nach demselben Muster ab. 1986). die durch die Volkskam- Die Abgeordneten der gemäß einer festen Sitzverteilung vertretenen Partei. beispielsweise bei der Erhaltung des Wohnraums Die Volkskammer ist im 1976 eröffneten Palast der Republik untergebracht. denn sämtliche zentralen gesellschafts. Für die Wahlen zur Volkskammer.und Begnadigungsrecht aus und legte militärische und diplomatische Ränge fest. bildeten den Dachverband „Nationale Front“. Gemeinden und Wohngebieten Ausschüsse. Nach dem Tod Ulbrichts am 1. zialistischer Demokratie“ heraus. verschlei- erte jedoch das tatsächlich herrschende Machtmonopol der SED. In der Verfassungspraxis spielte sie gierung der DDR aus. 312/2011 . vielmehr wur- den die regionalen Ausschüsse als Foren der Selbsthilfe gegen- über einer überforderten kommunalen Verwaltung genutzt. So scheiterten insbesondere die Blockparteien und der Vorsitzende des Staatsrates verlor seine herausgeho- aus strukturellen Gründen daran. Er legte die Verfas- sung und Gesetze verbindlich aus und entschied über den Ab- schluss von Staatsverträgen. Der Wahlsieg der „Kandidaten der Nationalen Front“ suggerierte eine breite Le- gitimation der Staatsmacht durch die Bevölkerung. 1976. die in der Volkskammer neun weitere Stellvertretende Vorsitzende. deren Verteilung in einem festen Schlüssel ge. und der Anlage von Grün. Jahre gewählt und von einem Vorsitzenden (Ministerpräsi- politischen Entscheidungen traf das SED-Politbüro. ihre Vorgänger 1949 und 1968 die Volkskammer als höchstes Der Ministerrat übte seit 1950 formal die Funktion der Re- konstitutionelles Organ. Städten und Gemeinden zu den picture-alliance / ZB / ddrbildarchiv. Wahlen in den Bezirken. bene Stellung. Amnestie. der von einem Nationalrat und dessen Präsidium geleitet wur- de. Kreisen. übte das lich zu praktizieren. Städ- ten. zwischen einigen Kandidaten auf der Einheitsliste auszuwählen. seinen fünf Stellver- tretern und 16 weiteren Mitgliedern. dent) geleitet. Der Staatsrat bestand aus dem Vorsitzenden. in denen sich zahlreiche Menschen (1989: 405 000) für örtliche Belange en- gagierten. Es gab zwei 1. 1981. trat er nur noch als ein Repräsentationsorgan in Erscheinung. Das Präsidium hatte den Weisungen und Richtlinien der SED-Führung zu folgen. Tatsächlich handelte es sich aber nicht um eine Parteinahme für den Staat. 60 Geschichte der DDR vertreten waren. Die Nationale Front bildete in den Bezirken. Wichtige praktische Bedeutung erlangte das Sekretariat des Staatsrates mit seinen circa 200 Volkskammer Mitarbeitern. Stellvertretende Vorsitzende und teien und Massenorganisationen.

1971 wählte te. der seit den 1970er Jahren DDR. zu der das Der Ausbau des Ministeriums für Staatssicherheit MfS auch das gesamte Aktionsfeld der Kirchen rechnete sowie als Machtapparat der SED die seit Anfang der 1980er Jahre aufkommenden Umwelt-. 2 Erste Stellver. als politische Geheimpo- DDR allerdings nur eine nachrangige Instanz zum Absegnen lizei mit nachrichtendienstlichen Methoden jegliche Form von Beschlüssen und Gesetzentwürfen der SED-Führung.und • Bauwesen • Inneres Anlagenbau • Bezirksgeleitete • Justiz • Staatssicherheit Aufstellung Wahl Industrie und Lebens. 2 Weitere Präsidiumsmitglieder Nationale Front der demo. Zahlenbild 555 132 einigen Fachministern bildeten sie das Präsidium des Mi. Der Ministerrat verkörperte im Machtgefüge der war es seit seiner Gründung 1950. Das politischer Gegnerschaft aufzuspüren und zu unterdrücken.und Fernmelde- NDPD.und Verar- Öffentliche Tagungen • Erzbergbau. sich an staatsfeindlichen Aktionen zu beteiligen. In der Ära Honecker wuchs das MfS in eine neue Form von Staat und SED waren in der Honecker-Ära mehr als zuvor Herrschaftsausübung hinein. Einheitsliste liste der Natio. Metallurgie • Leichtindustrie beitungsmaschinenbau der Nationalen Front und Kali • Wissenschaft und • Allgemeiner Vorstellung Beschluss • Finanzen Maschinen-. NDPD 52. CDU 52. Friedens. Schriftsteller. nisterrat nicht vorgesehen. so zählte die Personalabteilung des MfS im Oktober 1989 genau 91 015 Mitarbeiter. des obersten militärischen Gremiums der hauptamtlicher Apparat nötig. die ebenfalls als Form der Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war kein autono. Staatliche Sonstige Wahlberechtigte Bevölkerung Plankommission sekretariate Ämter zentrale Organe © Bergmoser + Höller Verlage AG. LDPD. war eine mit den zuständigen Abteilungen des Zentralkomitees (ZK) Kontrolle der Tätigkeit durch die Volkskammer oder den Mi- der SED und dem SED-Politbüro vor. bildende Künstler. Sie Informationen zur politischen Bildung Nr. Auch mes Schattenreich im politischen System der DDR. DFD 32. Schauspieler wurden grundsätzlich und gleichermaßen ver- instrument der SED und von den Weisungen und Befehlen dächtigt. Zahlenbild 554 151 © Bergmoser + Höller Verlage AG. 312/2011 . • Materialwirtschaft nalen Front industrie • Nationale Verteidigung Staatliche Staats. der Parteiführung abhängig. • Außenhandel • Handel und Versorgung • Post. Technik der über • Geologie schinen.und Bürgerrechtsgruppen.und Kandidaten Wahlvorschlag • Gesundheitswesen Fahrzeugbau Kandidaten. Hierfür war zunächst ein großer Verteidigungsrates. Präsidium bereitete sämtliche Entscheidungen in Absprache Um ihm dabei größtmöglichen Spielraum zu geben. Forst. FDJ. wesen VdgB FDJ 37.und Fachschul. Sie sollten die politische Opposition überwachen und bekämpfen. Waren im Jahre 1957 noch 17 000 Mitarbeiter aller bewaffneten Kräfte der DDR geworden. Die Sekretäre und Abtei. Neben den klassischen Unter- auch personell eng miteinander verflochten. VdgB 14 Angelegenheiten wesen • Schwermaschinen. KB. sondern Liedermacher. CDU. lungsleiter im ZK der SED konnten den Ministern Anweisun. • Kohle und Energie • Umweltschutz und auf 5 Jahre mittelindustrie Wasserwirtschaft Vorschlag/Prüfung • Kultur durch Kollektive der • Chemische Industrie • Verkehrswesen • Land-. Feststehende Sitzver- kratischen Parteien teilung der Volkskammer und Massenorganisationen: (500 Abgeordnete): Ministerien SED. Er wäre für den Verteidigungsfall zum Oberbefehlshaber ständig wuchs. Landma. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 61 Das Wahlsystem der DDR Der Ministerrat der DDR Ministerrat Wahlkommission  leitet Vorbereitung und Durchführung der Wahl Präsidium Mitglieder 1 Vorsitzender. • Glas. dass das MfS fernab jeglicher Rechtsstaatlichkeit agieren gen erteilen.und Keramik. DBD 52. SED 127. „politisch-ideologischen Diversion“ begriffen wurden. Erich Honecker drückungsmethoden als Geheimpolizei versuchte das MfS war seit 1971 nicht nur Erster Sekretär (ab 1976 Generalsekretär) unter seinem Chef Erich Mielke. Maler und als „Schild und Schwert der Partei“ ein wichtiges Herrschafts. DBD. FDGB. KB 21. FDGB 61.und Werktätigen • Elektrotechnik und • Volksbildung Nahrungsgüterwirt- Elektronik schaft • Werkzeug. DFD. • Auswärtige • Hoch. Dies führte nicht zuletzt dazu. Seine vornehmliche Aufgabe nisterrates. des Vorsitzenden des Ministerrates aus. hauptamtlich beschäftigt. LDPD 52. 9 Stellvertreter. der das Amt seit 1957 innehat- der SED und ab 1976 Vorsitzender des Staatsrates. als Akteur in alle Bereiche der Gesellschaft kontrollierend die Volkskammer ihn auch zum Vorsitzenden des Nationalen und steuernd einzugreifen. Von 1976 bis 1989 übte Willi Stoph die Funktion konnte. 33 Mitglieder Kandidatenaufstellung Wahl zur Volkskammer treter.

die zum überwiegenden Teil in der DDR eingesetzt waren. a.a. soll die Verteidi- vilverteidigung (ZV) auf den militärischen Ernstfall vorberei. Auch an den Universitäten sollte den Studierenden ein sozialistisches Verständnis von „Wehrbereitschaft“ vermittelt werden. 1974 Informationen zur politischen Bildung Nr. 1952 gegründet.62 Geschichte der DDR alle standen im Fokus von Bespitzelung. Aufgrund von Berichten ihrer IM gelangte die Staatssicherheit zu einer in der DDR nicht üblichen realitäts- nahen Bestandsaufnahme. In der Bundesrepublik waren höchstwahr- scheinlich – „geführt“ von der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) unter Markus Wolf – rund 3000 Inoffizielle Mitarbeiter für das MfS tätig. Überwachung und Repression. Militarisierung der Gesellschaft In deutlichem Kontrast zur internationalen Entspannung verstärkte die SED-Führung im Laufe der 1970er Jahre ihre innenpolitischen Bemühungen zur Militarisierung der Ge- sellschaft. die im Verlauf von Dissidenten-Verhören gewonnen wurden und nun in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zu besichtigen sind. einzelne Betriebsdirektoren für bestimmte Missstände verantwortlich Diese Einmachgläser enthalten gelbe Staubtücher mit Körpergeruchsproben. Berlin-Hohenschönhausen.und Ausreisewillen sowie den bundesdeutschen Abwerbungsaktivitäten versuchte das MfS durch eine in den 1970 Jahren anschwellende flächendeckende Überwachung Eckel der genannten Berufsgruppen zu begegnen. Kollegen. ganz persönlichen Interessen. 312/2011 . eine Ausbildung in Erster Hilfe und beim NVA gewinnen. sondern auch zur „Zerset- zung“ – also zur Zerstörung – jeglichen oppositionellen Ansat- zes beitragen. Sie sollten nicht nur Informationen aus ihrem beruflichen und familiären Umfeld sammeln und weitergeben. Einen Schwerpunkt der Bespitzelungen bildeten u. Klassen der Polytechnischen und Erweiterten Oberschulen ein. beschränkte er sich auf Informationen über Havarien in den volkseigenen Betrieben und darauf. zu machen. Der Anteil der IM unter den Ärzten lag zwischen drei bis fünf Prozent und war Im Auftrag der SED unterdrückt das Ministerium für Staatssicherheit jeg- damit etwas höher als der Prozentsatz von IM in der Bevölke. picture-alliance / ZB / Bernd Settnik Auf der anderen Seite beschäftigte sich das MfS auch mit wirtschaftlichen Problemen und Mängeln des planwirtschaft- lichen Systems. zent lag. Da Mielke selbst dem Generalse- kretär der SED Kenntnisse über die reale Wirtschaftslage nicht zumuten wollte. Berüchtigt ist das zentrale Untersuchungsgefängnis in rung insgesamt. die bereits die 18-monatige Wehrpflicht absolviert hatten. Im September 1978 führte das Volksbil- dungsministerium den Wehrunterricht als ein obligatorisches picture-alliance / ZB / Jürgen Saupe Unterrichtsfach für alle Schüler der 9. Die „Gesellschaft für Sport und Technik“. Bereits seit 1971 war es für männliche Jugendliche nach Beendigung der Klasse 11 in den Sommerferien Pflicht. Hierfür kamen verschiedene Formen von Inoffiziellen Mitar- beitern (IM) der Staatssicherheit zum Einsatz. be- ruflichem Karrierestreben bis hin zur Angst vor Repressionen der Staatsmacht. Nach dem zweiten Semester mussten sich Studenten. Die Studen- tinnen wurden in diesen fünf Wochen in einem Lager für Zi. indem sie u. gungsbereitschaft der DDR-Gesellschaft fördern und Nachwuchs für die tet. liche Opposition. Die Motive für die heimlichen Bespitzelungen von Freunden. an einer zweiwöchigen vormilitärischen Ausbildung in ei- nem Ausbildungslager der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) teilzunehmen. Hochschulangehörige. Dem Flucht. Mitte der 1970er Jahre erreichte das IM-Netz mit über 200 000 Mitarbeitern seine größte Ausdehnung. der ungefähr im Durchschnitt bei zwei Pro. Künstler und Ärzte. in einem Aus- bildungslager der Nationalen Volksarmee (NVA) während der Semesterferien militärisch „ertüchtigen“ lassen. Übungsschießen in Eckartsberga. und 10. ja sogar Ehepartnern konnten verschieden sein: Sie reichten von politischen Überzeugungen. 1989 führte die Staatssicherheit 189 000 In- offizielle Mitarbeiter. Bezirk Halle. die das MfS den Berufsgruppen mit starken Ausreiseabsichten zuordnete.

Armeen“ erklären. In: Ilko-Sascha Kowalczuk (Hg. Familienpolitik. 73 hen. 1999. bleibe dahinge- erziehung auf dem Programm. oft zu unverhüllten Drohungen durch vorstellen.] halten sich mit den Erziehern darüber. marschieren … die Schulen Schießübungen mit der NVA und der Sowjetarmee. Das Ziel des Maßnahmenkata. enthielt der Lehrplan das Motiv der Frieden zu bewahren.bis Siebenjähri. Die heile Welt der Diktatur. zwölf Ausbildungstage in der Klasse 9 Menschen und deren Arbeit und wollen's auch probieren. durchgesehene Aufl. Wenn die Volksarmeesoldaten von zwölf Lehrgangstagen zu jeweils Schwerwiegender als die oben ange. marschieren. wenn sie orientierten sich an den militärischen freundschaftliche Beziehungen her. Nicht alle waren so „abgebrüht“.] der „Wehrerziehung“ als obligatori. führung bei der Pionierorganisation. drücken sich die Kindernasen Tage der „Wehrbereitschaft“ durch. wir halten Schritt. werden erweitert.] Schon seit den bilden sollte.oder Kleinkalibergewehren. September 1978 seinen „Die Kenntnisse der Kinder über die zu widerrufen oder ein ärztliches Attest sichtbarsten Ausdruck in der Einführung Soldaten unserer Nationalen Volksarmee einzureichen. sich Jahre verstärkte sich dieser Trend und gen baute diesen Programmpunkt aus: zunächst zu verpflichten und später fand am 1. bei den Kindern die Gefühle der Wenn die Volksarmeesoldaten … richt zu „Fragen der sozialistischen Liebe und Zuneigung zu ihnen entwi. Exerzierübungen Lieder der Arbeiterbewegung. Sogar der Physik. demonstrierte der Staat nun seine nung anhand der „überlegenen Macht und zwang auch noch die Waffentechnik der sozialistischen letzten Außenseiter in die grauen Uni. sich die Wehrerziehung nicht auf Marschieren. Sport und Gesundheitswesen Angehörigen der bewaffneten Organe zur Universität zu verbauen. für die Jungen beziehungsweise der Lehr. der im tiefsten Frieden tieft. geführt.].. sah sie unter der Rubrik willige Verpflichtungserklärung für den „Bekanntmachen mit dem gesell. sechs Stunden. Marschieren. sang man nicht nur die traditionellen Wenn die Volksarmeesoldaten Geländespiele. „die Mädchen das Unterrichtsfach „Wehrkunde“ be- und Jungen mit ausgewählten Grund. In der stellt. fendienst oder eher zu Überdruß und plänen folgten..bis lagen massivem Druck. nerinnen sei gesagt. nisationsstruktur war die Tatsache. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 63 Wehrerziehung Nur schwer kann man sich einen Staat bewaffneten Streitkräften werden ver. Diese Zwangslage führte Informationen zur politischen Bildung Nr. sondern ein durchgängiges Wenn die Volksarmeesoldaten kenntnissen der Landesverteidigung pädagogisches Prinzip der klassen.. frühen fünfziger Jahren veranstalteten Geschichten über die tapferen Krieger Marschieren. im Umfang oder sogar bewußt unterliefen. bpb-Zeitbilder. daß sie die links und rechts.. sondern mal nach Hause fahren. daß wir fröhlich spielen Marschieren. Erfordernissen. Ablehnung führte.und Erziehungs. Doppelstunden fest. stand die Wehr. und Werbeveranstaltungen für die NVA.. Bonn und zehnten Klassen der Polytechnischen Kinder zu diesen Menschen werden ge.] Zumindest Abiturienten unter- mittleren Gruppe. 312/2011 . Schulleitung und FDJ. können [. Außerdem wurden drei deutete Veränderung ihrer Orga. marschieren. zu jeweils acht Stunden im Lager wachen darüber. 2. vom Abitur auszuschließen oder mit Wirtschaft. Jugendliche stärker militarisiert war als die DDR. auch Soldatenmärsche. vertraut machen und ihre Wehrbereit. lehrer sollte das Prinzip der Federspan. in Musik Luftdruck. [. [. Wenn die Volksarmeesoldaten Landesverteidigung“ auf jeweils vier ckelt. in Kunst sind schon neue angekommen. stellen nach Möglichkeit zu einem schlechten Beurteilungen den Weg bildung.). Ende der siebziger Der Plan für die Sechs. marschieren … logs bestand darin. die geisterung für den künftigen Waf- einheitlichen Bildungs. formen der Zivilverteidigung. Die Grundsatzdirektive pflegt.. auf dem Sportplatz üben. Hinzu kamen sind auch Arbeiter. [. denn die Schu- Heimat schützen“ vor und führte aus: len mußten eine bestimmte Erfolgsquote „Die Beziehungen der Kinder zu den vorweisen. Alltag und Herr- schaft in der DDR 1971-1989. sich der Teilnahme zu entzie. S. Mädchen sowie für diejenigen Jungen. marschieren … der FDJ oder der GST gelegen hatte dem die Kinder Panzer und Kanonen und deshalb durchaus die Möglichkeit malen mußten. [. Sie sammeln Bilder und unter.. mäßigen sozialistischen Erziehung können das die Kinder leider schaft fördern“. 257 ff. also bei den Vier. Verteidigungsbereitschaft. Die bestehenden sches Unterrichtsfach in den neunten freundschaftlichen Beziehungen der Stefan Wolle... nach Marschieren.. daß an den Zäunen drüben. unsere Soldaten in der Stadt marschieren. Oberschule. Sie wissen. Während aber bisher ihre Durch. eine frei- Fünfjährigen. Bonn 2003.. dreijährigen Dienst in der NVA zu schaftlichen Leben“ auch das Thema unterschreiben oder sich für die Offiziers- „Von den Menschen. Das bewegte Jahrzehnt. bestand. Volks. die unsere laufbahn zu bewerben.“ dem „Wunsch“ nicht nachkamen. schränken.“ links und rechts im gleichen Tritt gang „Zivilverteidigung“ für alle Zur Ehrenrettung vieler Kindergärt. die nicht an der Wehrausbildung im Anweisungen oft nicht ernst nahmen Lager teilnehmen konnten. abends Wache stehen. S.. Ob diese Übersättigung zu echter Be- Selbst in den Kindergärten. In den Lesebüchern standen nur im Traume sehen. Sie schützen die winken alle Kinder fröhlich. Durch diese engen Beziehungen des Ministeriums für Volksbildung legte der Kinder zu einzelnen Angehö- im Einvernehmen mit dem Minister rigen der bewaffneten Organe werden für Nationale Verteidigung den Unter.

Tabakwaren. Bettwäsche und Qualitätswaren der Textil-. Bereits 1971 prägte der evange- lische Kirchenbund unter seinem Vorsitzenden Bischof Albrecht In Intershops können ab 1974 auch DDR-Bürger begehrte Importwaren Schönherr die Formel „Kirche im Sozialismus“. ren zwar für einen Teil der Bevölkerung die Versorgungslage. das allen staatlichen und gesellschaftlichen Organisationen die Ver- pflichtung übertrug. der Ausbau des staatlichen Gesundheitswesens. Die Misere der Mangelwirtschaft war in den staatlichen Ver. zum Beispiel bei Brän- den oder Evakuierungen. Auf der einen Seite Die Ausweitung der Intershops verbesserte in den 1970er Jah- hatten die hohen Investitionen der sozialpolitischen Program. dass es praktisch zwei Währungen in der nungsbauprogramm.und „Delikat“-Läden ausge- Textilien. sie die Existenz der Intershops nicht glaubhaft rechtfertigen. mit Westgeld erwerben. überhöhten Preisen verkauft. die ständig zwischen Un. Alkohol. die mit kostbaren De- niemals eine sozialistische Massenorganisation werden könne. In der herrschenden Ideologie des Marxismus-Leninis- mus galt Religion als Aberglaube und „Opium für das Volk“. verändern wolle. dass sie den sozialistischen deutschen Staat. In den „Exquisit“-Läden wurden vornehmlich ansprechenden Wohnungseinrichtungen. Die Kirche hingegen verdeutlich. Abhilfe suchte die politische Führung durch der Gesellschaft geltend und beharrte darauf. indem sie ihn deutung als „Schaufenster“ zum Westen noch immer bevorzugt akzeptiere. Da sie Notlösungen in der Mangelwirtschaft Valuta jedoch nicht legal gegen Mark der DDR eintauschen konn- ten. dete. Das führte zu erheblicher Verstimmung aller derjenigen. DDR gab und sich eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft herausbil- rungsmittel. Kirche im Sozialismus. 1974 gab es 271 Intershops. gen der überall spürbaren staatlichen Gängelung und fehlender Auch in den Betrieben forderten Beschäftigte hier und da schon Demokratie. und zwar nicht nur we. Selbst die Versorgung mit den „Waren des täg. die nicht über Westgeld verfüg- kaufsläden allgegenwärtig. Die Nachteile für diejenigen. das sollte heißen: weder Anpassung noch Ein Teil der importierten Waren stand der 1962 gegründeten absolutes Nein zur sozialistischen Wirklichkeit. Auf der anderen Seite genheiten hatten. in denen man niemals auf den Kult beschränken lassen. keine Verwandten und Bekannten im Westen oder andere Gele- derbetreuung erleichterten den Alltag.und Gewissensfreiheit tatsäch. blühte der illegale Umtausch. oder die aufgrund wuchs der Unmut in der Bevölkerung. von 450 Millionen Westmark (DM). Obst und Gemüse konnte schränkt bejaht. an Westgeld zu kommen. die Bürger. Milliarden. sollten durch die „Exquisit“. 312/2011 . ihrer beruflichen Stellung keinen Westkontakt pflegen durften. die jedoch in Mark der DDR be- Informationen zur politischen Bildung Nr. die die sozialistische Gesellschaft uneinge. Es fehlte vor allem an hochwertigen ten. Tonträger und vieles mehr. den mussten. 1969 ullstein bild – Schneider hatten sich die acht evangelischen Landeskirchen in der DDR auf Druck der SED-Führung von der gesamtdeutschen „Evange- lischen Kirche in Deutschland (EKD)“ rechtlich und organisato- risch getrennt und sich im „Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR“ zusammengeschlossen. noch Rückzug in Einzelhandelskette „Intershop“ zur Verfügung. technische Geräte. Bis zuletzt konnte Wirtschaftslage nicht entsprechen konnte. Kosmetika. Allein 1979 erwirtschafteten sie Einnahmen in Höhe sich als Anwälte der Glaubens. sondern im Sozialismus. andererseits aber auch die äußerst knappen Konsumgüter anbot. Für eine West-Mark mussten Am Ende der 1970er Jahre standen Partei und Regierung vor im Schnitt vier Ost-Mark gezahlt werden. nicht gegen. die hoher Bildungsstandard sowie staatliche und betriebliche Kin. be- me zu messbaren Ergebnissen geführt. wirkte aber vor allem. wobei Ost-Berlin aufgrund seiner politischen Be- te. visen aus dem westlichen Ausland importiert werden mussten. sondern eine Übergangslösung. Seit 1974 durften dort auch DDR-Bürger einkaufen. Wurst. Sie machte ein Mitspracherecht in behandelt wurde. zahlreichen technischen Konsumgütern. beträchtlich. auf Kritik verzichtet und den SED-Staat nach nicht durchgängig gesichert werden und schwankte regional innen und außen unterstützt. Kleidung. Ende der 1980er Jahre einem Widerspruch.64 Geschichte der DDR Verhalten in Katastrophensituationen. ben. Im März 1982 stimmte die Volkskammer einem neuen Wehrdienstgesetz zu. Die vollmundigen Versprechen Honeckers auf den eine teilweise Entlohnung in Westmark. lichen Bedarfs“ wie Fleisch. der sich im Rahmen des bestehenden ge. fiel es den Kirchen schwer. Das Sortiment umfasste lich behaupten zu können. subventionierte Mieten und Grundnah. womit eine Orts. ästhetisch glichen werden. Leder. nicht Kirche ne. Das ehrgeizige Woh. dass sich Kirche die Schaffung besonderer Verkaufseinrichtungen. sellschaftlichen Systems nicht auflösen ließ. in der Waren ein selbst geschaffenes Getto hinter Kirchenmauern. Nahrungsmittel. In Anbe. erhielten.und Auftragsbestimmung gemeint sei. „Kirche im Sozialismus“ Nach dem Amtsantritt Honeckers als SED-Parteichef war der Druck der Partei und des von ihr beherrschten Staates auf die Christen und die Kirchen in der DDR keineswegs geringer ge- worden. ausschließlich mit konvertierbaren Währungen bezahlt wer- tracht der staatlichen Kirchenpolitik. Schmuck. diese Läden seien keine „ständigen Begleiter des heimische Konsumgüterindustrie angesichts der angespannten Sozialismus“. der Umsatz ging in die terdrückung und Dialog pendelte. Die SED verstand darunter jedoch eine Kirche. denen die SED-Führung. Spielwaren. sogar acht DDR-Mark. Daraufhin erklärte die Parteitagen der SED hatten Erwartungen geweckt.und Pelzindustrie zu stark vielem mehr. Schüler und Studenten auf den Wehrdienst vorzubereiten.

sorgte das Wohnumfeld der neuen Siedlungen für Unzufrieden- sinnige Mechanismus im sensiblen Sektor der Konsumgüter heit.80 und 1. 1976 wurden diese Verkaufseinrich.und rund 550 „Delikat“. Dort waren dann auch Wohnungen und die monotone Architektur der Plattenbausied- Waren aus den Intershops für DDR-Mark zu haben. Auch der Ausstat. dass eine allgemeine oder auch nur spezielle Unzufriedenheit und Resignation hervor. indem für den Nahrungs. Sie mussten Je nach Ausstattung betrugen sie zwischen 0. Informationen zur politischen Bildung Nr. lich besseren Lebensverhältnissen und ihrer im Westfernsehen bauprogramm zeitigte erste Resultate. pro Quadratmeter. der Mangel an Dienstleistungen und SED-Führung zum Lavieren. auslösen könnte. hatte drei Zimmer und maximal 66 Quadratmeter. ren die immensen Subventionen nicht zu vertreten. hartnäckig ablehnen. dass gen lebten. deten davon. hatte spürbar anzuheben. Fernwärme oder Zentralheizung erforderten die volkswirtschaftlich nicht kompensiert werden konnte. Die meistgebaute Wohnung zu kräftig erhöhten Preisen unter anderem Namen in Exquisit. Staatshaushalt verbucht. preiswerte Waren aus den normalen Läden verschwanden und Wohnraum blieb dennoch knapp.1 Milliarden Mark im Jahr 1971 einen PKW. Die noch immer unzureichenden Einkaufsmöglichkeiten sorgte ständig für Unmut in der Bevölkerung und zwang die und Freizeiteinrichtungen. Auch die Einkommen stiegen und sorgten für zusätzliche paraten (90 Prozent). Ende der 1980er Jahre stieg die (in der DDR in Lizenz hergestellte westliche Erzeugnisse) und Zahl der Bewohner auf mehr als 80 000. auf 16 Milliarden Mark 1988.und Genussmittel. war es 1979 bereits jeder dritte. Großwohnsiedlungen präsentierten Konsumwelt für die Mehrheit der Ostdeutschen wie Leipzig-Grünau. Dieser wider.25 Mark mit einer wachsenden Staatsverschuldung finanziert werden. insgesamt 44.40 Mark. Dort konnten Waren aus der „Gestattungsproduktion“ Grünau schon 16 500 Menschen. Lobeda. Wohnblöcke in Frankfurt (Oder) zahlt werden konnten. die Verbraucherprei. Ökonomisch wa. Doch kostendeckend waren diese Im Vergleich zu anderen Ländern des Ostblocks herrschte in der politischen Preise natürlich nicht. der Bezugspunkt für Vergleiche. Halle-Neustadt. Die engen und Delikat-Läden wieder auftauchten. ließ Honecker Versuche. tungsgrad mit hochwertigen Konsumgütern wie Fernsehap. die bereich „Delikat“-Läden eingerichtet wurden. Berlin-Marzahn. einen Aufpreis von 0. Zudem zu einem rund viermal höheren DDR-Mark-Preis.3 Milliarden Mark aufgewendet. Das ehrgeizige Wohnungs. In den 1980er „Wohnungsfrage als soziales Problem“ zu lösen. Der Schein der Normalität (1971 bis 1982) 65 Helga Lade Fotoagentur. Jena. 1979 lebten in Jahren gab es etwa 300 „Exquisit“. Die Wohnungen sind jedoch klein und werden im Volksmund „Arbeiterschließfächer“ genannt. Kleine Altbauwohnungen koste- ten deshalb nur selten mehr als 40 Mark Miete. dass die Parteiführung damit beschäftigt war. Germany Im Rahmen eines ehrgeizigen Wohnungsbauprogramms entstehen in den 1970er Jahren bevorzugt Plattenbausiedlungen. Die staatlichen Subventionen für das Verfügte Mitte der 1970er Jahre erst jeder vierte Haushalt über Wohnungswesen stiegen von 2. Die Folge war. Hinzu kam der rasan- Preiserhöhung für bestimmte Waren des Grundbedarfs Unruhe te Verfall der Altbausubstanz in den historischen Innenstädten. der am westlichen Stadtrand Leipzigs gelegenen Wohnsiedlung Läden. allerdings lungen wurden als „Arbeiterschließfächer“ verspottet. 312/2011 . Da auch in den 1980er Jahren über die Hälfte des Wohnungsbe- se für Nahrungsmittel und die stark subventionierten Mieten standes aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammte. Für stabile Verbrau. das Entgelt für eine neue Drei-Raum-Wohnung lag bei 100 Mark. Die staatlich subventionierten Mieten blieben unverändert. ein großer Teil der Bevölkerung eine zunehmende Verschlechte- cherpreise und Tarife sowie niedrige Mietpreise wurden 1977 rung der Wohnqualität zu beklagen. Doch allen Abgrenzungsbemühungen der politischen Waschmaschinen (80 Prozent) lag deutlich höher als in den Führung zum Trotz blieb die Bundesrepublik mit ihren wesent- meisten osteuropäischen Ländern. Die niedrigen Lebensstandard im Konsumsozialismus Mieten galten für die SED-Führung als eine ihrer großen sozial- politischen Errungenschaften. Kühlschränken (fast 100 Prozent) oder Kaufkraft. die in 36 000 Wohnun- Importe für Mark der DDR gekauft werden. Rostock-Lütten-Klein oder „Am Stern“ in Potsdam kün- tungen ergänzt. der Verlust wurde einfach im DDR am Anfang der 1980er Jahre ein hoher Lebensstandard. die oft schlechte Verkehrsanbindung ans Stadtzentrum riefen Die Befürchtung.

Es stieg die Zahl ßerte man sich privat anders als öffentlich – in den Parteien. Arbeitsorganisation und Arbeitsdisziplin waren steller erschwerten. dass die „Alten“ kontrollierte Freisetzung von Schadstoffen und das Ignorieren ihren Lebensentwürfen im Weg standen. Leitungen nichts ändern. sodass sich die Stillstandszeiten der Maschi. Unter den echten und vermeint- die DDR-Führung mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussak. Im Chemiekombinat Bitterfeld herrschten Bedingungen. miserabel und die Motivation der Beschäftigten näherte sich Darüber hinaus ließ ein Generationenkonflikt. rung. neingeborenen“ die Unzufriedenheit darüber. häuften sich die Betriebsunfälle und Hava. im Gleichklang mit der internationalen Anerkennung Mischung aus Mitwirkung und Distanz. West. die dann im Herbst 1989 offen aufbrachen. Hatten 1978 offiziell 11 287 Weise entstand ein von Konformität geprägtes. insbesondere in den südlichen industriellen Ballungsgebieten Im letzten Jahrzehnt der DDR waren jedoch nicht Verweige- der DDR. In immer stärkerem nahme und Rückzug in private Nischen. fast kleinbür- Bürger eine Übersiedlung nach Westdeutschland bzw. über Harald Hauswald / Ostkreuz Sozialleistungen die SED-Herrschaft zu stabilisieren. lichen Zwängen zur Anpassung als Überlebensstrategie äu- te von Helsinki 1975 offiziell anerkannt hatte. Ausreise oder gar Widerstand die typischen Verhaltens- Hinzu kam der Missmut über das nicht eingelöste Verspre. Perspektivlosigkeit entwickelten sich gesellschaftliche Kon- dung von unabhängigen Natur. nehmend eingeschränkt. So wuchs unter den „in die DDR Hi- die die Gesundheit der Belegschaft akut gefährdeten. Oktober 1990 ist die DDR Geschichte. Insgesamt herrschte eher eine chen. das oder Freiräume erlaubten. waren es 1984 schon 36 699. die freie Zustand befanden. wie zum in der DDR aufgewachsenen Generation der Karriereweg oft- Beispiel in der Chemieindustrie. die kleine Freiheiten Maße forderten DDR-Bürger ihr Recht auf Freizügigkeit. blieb der reale Lage der Arbeiter kenne.und Umweltschutzgruppen. die Loya- knappen Konsumgütern während der Arbeitszeit erledigt lität gegenüber dem SED-Staat und damit die innere Stabili- wurden. Man steht auch schon einmal während der Arbeitszeit für knappe Konsum- güter an: Schlange vor einer privaten Fleischerei in Berlin-Mitte 1985. Die Menschen gehen zu Hundert- tausenden auf die Straße. Die un. Es kam nun häufiger vor. Daran konnten denheit. 312/2011 . Immer öfter musste sich der Parteisekretär im Werk tät der Gesellschaft schwinden.66 Geschichte der DDR Andreas Malycha Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) Anfang der 1980er Jahre ist Honeckers Strategie. Schlechte Arbeitsbedingungen schlagen sich auf die Arbeitsmoral nieder. gerliches Milieu. ob die Parteiführung überhaupt die noch fabelhafte soziale Aufstiegschancen erhalten. muster der großen Mehrheit. aus symbolischer Teil- der DDR die Reisefreiheit auszuweiten. flikte. Berufswahl wurde insbesondere im akademischen Bereich zu- rien. Hatte die „Aufbaugeneration“ die Frage gefallen lassen. Ersatzteilen auch die Schikanen staatlicher Instanzen sowie örtlicher SED- und Rohstoffen. Auf diese DDR-Innenministerium stellten. praktisch gescheitert. Es fehlte an technischen Ausrüstungen. in einem beklagenswerten mals versperrt. Dies führte zur Bil. Auch aus beruflicher von Grenzwerten belasteten die Umwelt. Die soziale Mobilität nahm rapide ab. Berlin beantragt. der sich seit dem Nullpunkt. Der Beginn des Niedergangs Wachsende Unzufriedenheit Vor allem in den staatlichen Betrieben wuchs die Unzufrie. derjenigen. die einen „Antrag auf ständige Ausreise“ beim Organisationen. die den Alltag vieler Ausreiseantrag- nen häuften. im Kreis der Kollegen im Betrieb. in dem viele mit einem gewissen Stolz auf das Informationen zur politischen Bildung Nr. dass Einkäufe von den 1970er Jahren in der DDR herausgebildet hatte. Am 3. Da sich viele Werke.

die Zahlungsunfähigkeit zu erklären und damit das Vertrauen wodurch die technologische Basis der Industrie immer mehr des internationalen Geldmarktes zu verlieren. Wirtschaftshilfe (RGW) und nicht zuletzt in der Sowjetunion. Weltmarkt mussten mit zusätzlichen Exporten vor allem von mer elementare demokratische Grundrechte verweigerte. sie verzichten musste. hen. sind städ. während die eigene Bevölkerung auf bis zuletzt aufrecht erhaltene Ausmaß an Repression überse. Haus Dort litten die Menschen in den 1980er Jahren unter Miss- in Berlin-Marzahn 1987 ernten und großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. innerhalb des Rates für Gegenseitige Da die Regierung vornehmlich in den Wohnungsneubau investiert. Maschinen und Ausrüstungen bezahlt wer- viele Menschen sich letztlich aus Opportunismus oder Angst den. den der staatliche Devisenbeschaffer und MfS-Offizier Alexander Schalck-Golodkowski mit dem bayerischen Minis- terpräsidenten Franz Josef Strauß eingefädelt hatte. Ost-West-Konfrontation voll gepflegt. der noch bis Mitte der 1980er Jahre hohe Devisengewinne alismus“ mit den Idealen einer sozial gerechten Gesellschaft in eingebracht hatte. 312/2011 . Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 67 materiell-sozial Erreichte blickten. Immer mehr trat politische und militärische Konfrontation an die Stelle der Entspannungspolitik. von 1982 bis die Schule und Jugendorganisationen für die Idee des Sozia. Man darf allerdings nicht das Billigpreisen angeboten. 1987 um insgesamt rund 13 Millionen Tonnen verringerten. Dazu trug der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afgha- nistan im Dezember 1979 maßgeblich bei. 1982 stand die DDR kurz davor. Der öffentliche Anpassungsdruck fördert den Rückzug in private Nischen. Drohende Zahlungsunfähigkeit Wirtschaftlicher Verfall Allein innerbetriebliche Improvisationskunst und der west- Die Wirtschaft der DDR stand Anfang der 1980er Jahre vor dem liche Devisentropf vermochten den wirtschaftlichen Verfall Zusammenbruch. das Partei und Staat zur Verfolgung vermeintlicher oder Weiter verschärft wurde die Wirtschaftskrise durch den tatsächlicher Gegner aufbrachten. Im genüber dem Westen bis 1981 auf 23 Milliarden DM der Deut- Interesse des kurzfristigen Erfolges kürzte die Regierung den schen Bundesbank anwachsen. Ende 1985 die Minen geräumt. Mit der Stationierung sowjetischer ato- marer Raketen mittlerer Reichweite (SS 20) in der DDR und der Tschechoslowakei erreichte der Warschauer Pakt eine mili- tärtechnische Überlegenheit in Europa. sandhauskatalogen und Kaufhäusern Westdeutschlands zu ten. Begleitet wurde die weltpolitische Entwicklung durch krisenhafte wirtschaftliche Erscheinungen auf den Weltmärkten. materiellen Aufwand und die Investitionen für die Forschung. tische Altbauten über einen langen Zeitraum dem Verfall preisgegeben. Preise unter Weltmarktniveau gezahlt wurden. Cruise Missiles) in Westdeutschland führte. für die noch immer junge Menschen. vermag niemand zu sagen. Ende 1984 waren die Selbstschuss- anlagen demontiert. sodass sie stillschweigend korrigiert werden mussten. aus. Rettung in der Not brachte 1983 ein Milliardenkredit bundesdeutscher Ban- ken. Zugleich versprach die DDR Erleichterungen bei deutsch-deutschen Fa- milienzusammenführungen. Die Finanzspritze in Milliardenhöhe rettete zwar die Zah- lungsfähigkeit der DDR und sorgte für wirtschaftliche Ent- spannung. lismus begeistern ließen. Datschen. Übereinstimmung zu bringen. die sich durch ihr Elternhaus. zinsen und Tilgungsraten ließen die Schuldenlast der DDR ge- len. ihre ganz persönlichen Erfahrungen im „realen Sozi. Doch die ständig steigenden Kredit- konnten die Kombinate und volkseigenen Betriebe nicht erfül. der 1983 zur Stationierung moderner amerikanischer nuklearer Mittelstreckenraketen (Pershing-II. Die Ziele des Fünfjahrplans 1981 bis 1985 halbwegs aufzuhalten. dass sich die Erdöllieferungen aus der UdSSR. dass die politische Führung der Bevölkerung noch im. werden mit großem Einsatz ausgestattet und liebe. Sie hatte aber auch einen von Strauß geforderten politischen Preis: Im Spätsommer 1983 begann für die Öffent- lichkeit überraschend der Abbau der 1972 auf Weisung Hone- ckers installierten Selbstschussanlagen („Tötungsautomaten“) und der einst auf sowjetische Weisung verlegten Minen an ullstein bild – Lehnartz der innerdeutschen Grenze. Die steigenden Rohstoffkosten auf dem darüber. Zugleich wuchs der Ärger vernachlässigt wurde. nicht Informationen zur politischen Bildung Nr. Rasenmähen am Müggelsee in Ost-Berlin 1983 Im Verhältnis zwischen Washington und Moskau kam es in den 1980er Jahren zu einer drastischen Verschlechterung. Doch auch ihnen fiel es zunehmend Dies wirkte sich besonders auf den Export von Erdölprodukten schwerer. Die NATO antwortete mit dem Brüsseler „Nachrüstungsbeschluss“ vom Dezember ullstein bild – Mehner 1979. Diese wurden unter anderen Markennamen in den Ver- vor Repressionen mit den politischen Verhältnissen arrangier. Daneben gab es aber auch Umstand. Ferienhäuser. Wie Konsumgütern.

KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow in der Sowjetunion Reformen Im Dezember 1981 kam es zum mehrfach verschobenen an und weckt damit auch in der DDR neue Hoffnungen. März 1985 als Generalsekretär der KPdSU folgte. Die SED-Führung reagierte im Vergleich ohne Waffen“. Ungeach- ullstein bild – Nowosti tet ihrer Loyalitätspflichten im jeweiligen Bündnis bemühten sich beide Seiten jedoch. rer Christian Führer in der Nikolaikirche in Leipzig das erste montägliche Friedensgebet. Am Werbellinsee bei Berlin konnten allerdings nur einige kleine- re Verbesserungen im deutsch-deutschen Verhältnis erzielt werden. Allerdings konnten oder wollten sich nicht alle Kirchen- leitungen im Interesse ihrer traditionellen Gemeindeglieder Die Opposition formiert sich und ihrer Beziehungen zum SED-Staat mit den Aktionen der Friedens-.68 Geschichte der DDR zuletzt infolge des Rüstungswettlaufs mit den Vereinigten Staaten. eine völkerrechtliche Anerkennung Am 20. langjäh- Informationen zur politischen Bildung Nr. Beim Besuch Ho. keine Zugeständnisse. Bärbel Bohley. den man in Bonn protokollarisch mit anderen len. der die von der Sowjetunion den im deutsch-deutschen Handel erweitert. die auch Auswirkungen auf die an- deren RGW-Länder hatte. Deutsch-deutsche Beziehungen Im Schatten der deutlichen Verschlechterung der Ost-West- Beziehungen stand zu Beginn der 1980er Jahre auch das Ver- hältnis zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Das führte in den folgenden Jahren zu einer gewissen Emanzi- Frieden schaffen ohne Waffen pation der aktivsten jungen Regimekritiker von der Kirche. die hauptsächlich unter dem Dach der evangelischen Inhaltlich konzentrierten sich die meisten informellen Kirche organisiert wurden. die über Wehrdienstverweigerung Menschenrechtsgruppen. Bereits 1979 war ein Energieabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet worden. örtliche Friedens-. 312/2011 . ange. Für Honecker wa- ren nicht zuletzt die wirtschaftlichen Verbindungen zur Bun- Unerwarteter Hoffnungsträger: Nach seinem Amtsantritt 1985 kündigt desrepublik wichtig. Abkommen geschlossen. und in den kurzen Amtszei- ten seiner Nachfolger Juri Andropow und Konstantin Tscher- nenko. So kam es im März 1986 zur Gründung der „Initiative Frieden und In den 1980er Jahren führte die zunehmende Militarisierung Menschenrechte“ durch Bürgerrechtler wie Wolfgang Temp- des gesellschaftlichen Lebens. als wurden Jugendliche zum Teil gewaltsam zum Entfernen die- ein Sich-Abfinden mit der staatlichen Teilung verstanden. Die Verhältnisse änderten sich auch nicht nach dem Tod des seit 1964 amtierenden Generalsekre- tärs der KPdSU.und Bürgerrechtsgruppen identifizieren. Angeregt durch die westdeutsche Gruppen der 1980er Jahre auf Themen wie Menschenrech- Protestbewegung gegen die Stationierung nuklearer Mittel. leitete angesichts der tief greifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krise der Sowjetunion mit Glasnost und Perestroika („Offenheit“ und „Umgestaltung“) Reformen ein. öffentlichen Einrichtungen und auf Straßen und Plätzen ausländischen Gästen gleichen Ranges gleichstellte. geheimdienstliche Observierungen. und es war – nicht nur wirtschaftlich-technologische – Stagnation eingetreten. Ächtung von Kriegsspielzeug pelmann initiierte zusammen mit dem Regimekritiker Robert und die verheerenden Folgen der Umweltverschmutzung Havemann den Aufruf „Berliner Appell – Frieden schaffen laut nachdachten. steller Lutz Rathenow. Umwelt. und zivilen Friedensdienst. Im Februar 1982 Staatsrechtlich machte die Bundesrepublik der DDR jedoch wurde Eppelmann vorläufig festgenommen. vor allem der Jugendlichen lin. „offen für alle“. in der DDR zu immer stärkeren Pro. Leonid Breschnew.und nur kirchliche Kreise. Im Ausland wurde der Empfang Die Staatsmacht reagierte in der gewohnten Weise: In Schu- Honeckers. Den Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ zu den 1950er Jahren mit subtilen Methoden: Kurzzeitige trugen Jugendliche als Plakette auf ihrer Kleidung genauso Verhaftungen. der ab 11. wie einen von den evangelischen Kirchen in der DDR offiziell in den 1980er Jahren wurde der Kreditrahmen („Swing“) herausgegebenen Aufnäher. testen. Die Montagsgebe- te wurden eine der Keimzellen der friedlichen Revolution von 1989. die wechselseitigen Beziehungen nicht zu gefährden. Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt in der DDR. ses Symbols von ihrer Kleidung veranlasst. September 1982 veranstaltete der evangelische Pfar- der DDR kam nicht in Frage. Vereinten Nationen geschenkte Plastik „Schwerter zu Pflug- neckers im September 1987 in Bonn wurden drei weitere scharen“ zeigte und auf die entsprechende Bibelstelle verwies. Erst Michail Gorbatschow. die sie als „Sicherheitspartnerschaft“ und „Verantwortungsgemeinschaft“ begriffen. Es waren zunehmend nicht mehr lehnt an Kirchengemeinden. te und Pluralismus oder ließen sich von pazifistischen und streckenraketen in der Bundesrepublik bildeten sich. Umwelt. ökologischen Ideen leiten. Der Ost-Berliner Pfarrer Rainer Ep. Gerd und Ulrike Poppe sowie den Schrift- und Heranwachsenden.

nen „Andersseins“ konnten die Kirchen. Nickelbrille. Sie erwarteten. Schriftsteller oder Wissenschaftler fehl- auf. […] Die Veranstaltungsbesucher Opportunismus der biographische ten das Leben und Treiben auf der Straße. […] nung handelte es sich dabei statistisch kurzfristig Informations-Andachten. Hausfluren und musterten aufmerk. Informationen zur politischen Bildung Nr. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) des MfS wurden benutzt. neu zu tapezieren?“ Diese Äußerung verursachte in breiten sitionsbewegung Kreisen Enttäuschung und Wut. den Anteil von weniger als einem halben denen regelmäßig Zeichen vorausgingen. Oppositionelle im Schutzraum der Kirche […] [I]n den Kirchen waren weder polizei. Alltag und Herr- Kutten. kaum jemand […] Das individuelle Aufbegehren ist sam die Vorübergehenden oder saßen in trug Schilder. um die Gruppen- zusammenhänge zu schwächen und deren Aktionsfeld ein- zuschränken. verwaschene Jeans. Ihre Wohnung ebenfalls Mitbegründer der Umwelt-Bibliothek. Umwelt. Die große Mehrheit 1999. dass die SED-Führung den Reformkurs Gorbat- schows unterstützen und mitvollziehen würde. berufliches lich-negativen Kräfte“ und strebten der Oppositionsgruppen für einen kurzen Fortkommen. leuren nach Möglichkeit betont friedlich. […] [Das] politische Gewicht. Bärte. grüne keinen nennenswerten Anhang ver- Stefan Wolle. Wenn schen. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 69 rige Haftstrafen und der Zwang zur Ausreise in den Westen sollten einschüchtern und psychisch zermürben. Er bestand – jeden- schaftspolizisten und Hunden auf. niemand war „vermummt“. einem wichtigen Zentrum der Oppo. bis in den Spätsommer 1989 hinein über Stirnband. Zwei oder drei Dutzend Zuerst traten paarweise sportliche und der heilige Ernst und die sanfte Ent. ging es ihnen doch um den Abbau von hohen Preis zahlten. In einem Interview mit dem DDR-Korrespondenten des Ham- burger Magazins „stern“ im April 1987. 312/2011 . über die sehr zurückhaltende. Trotz ihres bewusst zur Schau getrage. wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu In den 1980er Jahren bilden sich – bevorzugt in Kirchengemeinden – Frie- dens-. Berlin getaschen aus Jute. avan- cierte zum ersten Mal in der Geschichte der DDR ein Gene- ralsekretär der KPdSU zum Hoffnungsträger breiter Kreise der DDR-Bevölkerung und auch vieler SED-Mitglieder. Reformverweigerung Als die Pläne des sowjetischen Partei. verleugnen. das vom SED-Zentral- organ nachgedruckt wurde. für Perestroika und Glasnost. begegneten den aggressiven Kontrol. sagte das Politbüromitglied Kurt Hager: „Würden Sie. [darf] heit.und Staatschefs Gor- batschow für die Umgestaltung und Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. in der UdSSR im Januar 1987 in der DDR bekannt wurden.und Menschenrechtsgruppen. besucher eine gewisse Bravheit kaum Promille der hauptstädtischen Ge- die Kundige wohl zu deuten wußten. Es über Jahre hinweg. Der geballten Staatsmacht gelang es jedoch nicht. Sie […] standen betont unauffällig in lichen Demo-Kultur. malerische Tücher und Umhän. Niemand randalierte. te Berichterstattung der westlichen Gemeindekirchenrat und Pfarrer ihr liche mit „feindlich-dekadentem Äuße. nicht darüber hinwegtäuschen. Doch das ullstein bild – Jansson Politbüro blockte jeglichen Reformansatz vehement ab. Oppositionellen einen ausgesprochen wagen mit grün uniformierten Bereit. 262 f. Die heile Welt der Diktatur. ten […] gänzlich […]. das die auf bürgerliche Normalität. […] Feindbildern und die Überwindung von falls für alle außerhalb des kirchlichen Dann näherten sich grüppchenweise Haß […]. Umgebung der betroffenen Gebäude fehlte das Grell-Provozierende der west. S. fügten. Wolfgang Rüddenklau. die Damen in flatte. gesehen um einen zu vernachlässigen- Fürbitten oder Mahnwachen ansetzen. Medien. daß sie dieses Verzichts schmerzhaft deutlich. […] Auf den alten Fotos fallen samtbevölkerung. rigen langen Kleidern in Schwarz – und der Bevölkerung beachtete ihre Aktivitä- liche Voranmeldungen nötig noch pflegten sich zur Begrüßung zu um. familiäre Unbeschwert- einladend geöffneten Kirchentür zu. normalen Alltags. distanzier- der angebotenen Themen möglich. Ausnahmezustand. […] Selbst bei großzügigster Rech- Einverständnis erklärten. für den die wenigen Gelegentlich tauchten Mannschafts. Sie bewegten sich am Rande des schaft in der DDR 1971-1989. Aktivisten trugen die Opposition ordentlich frisierte junge Männer in der schlossenheit der Kirchenbesucher auf. 1986 tapeziert. Die Stasi fasste sie als Jugend. die Formierung der DDR-Opposition zu verhindern. Prominente Künstler. ten kaum und erfuhr von ihnen nur staatliche Einflußnahmen auf die Inhalte armen und flüchtige Küßchen auszutau. durchgesehene Auflage. sich verpflichtet fühlen. historischen Moment erlangten. Fahnen oder Symbole vor inmitten einer Umwelt des alltäglichen Personenkraftwagen […] und beobachte. Dienstes Beschäftigten – im Verzicht oder einzeln die erwarteten „feind. 2. konnte man ren“ zusammen. Nach der Wende wurden die Folgen Sie bevorzugten das Sechziger-Jahre. sich her. Outfit – lange Haare.

die in die Bun- desrepublik weiterreisten. die gesellschaftliche Isolation der oppositionellen Gruppen zu überwinden. September 1989 öff- nete Ungarn die Grenze für DDR-Bürger. als Flüchtlingszüge mit rund 10 000 Menschen aus Prag den von Sicherheitskräften hermetisch ab- geriegelten Hauptbahnhof passierten. besetzten Bürger der DDR auch die Botschaft der Bundesrepublik in Prag. DDR-Bürger nutzen die Chance zur Flucht nach Westdeutschland. ihr picture-alliance / dpa / epa apa Robert Jaeger Leben frei zu gestalten. Um Entlastung zu schaffen. In der DDR versuchten Verzweifelte auf die Flüchtlingszüge aufzuspringen. Mitglieder des „Neuen Forums“ zu werden.und visafreie Verkehr zwischen der DDR und der ČSSR auf Honeckers Anordnung am 3. Mit gestärktem Selbstvertrauen.) und Zahl der Flüchtlinge auf dem Botschaftsgelände auf etwa 6000 Gyula Horn (Ungarn) den Grenzzaum zwischen ihren beiden Ländern. 312/2011 . Als im Mai 1989 Ungarn überraschend mit dem Abbau der Grenzbefestigungen zu Österreich begann und dies auch über die westlichen Fernsehsender in der DDR bekannt wurde. Oktober gründeten 43 Personen im Pfarrhaus in Schwante (Brandenburg) die „Sozi- aldemokratische Partei in der DDR (SDP)“. In Prag flüchten Tausende von DDR-Bürgern in die dortige westdeutsche ckel und Martin Gutzeit den „Aufruf zur Bildung einer Ini. ließ Honecker sie am 30. aufgerufen. mit neuen Initiativen und Organisationsformen stellten die Bürger- rechtler die Opposition auf ein breiteres Fundament. Ungarn und Polen in Form der Einheitswahl. In der Nacht zum 11. die unbeeindruckt von den Änderungen der Wahlgesetze in der Sowjetunion. Die anschließenden zahlreichen Proteste und Eingaben an den Bundesregierung – Seebode Staatsratsvorsitzenden Honecker wurden von breiteren Bevöl- kerungskreisen bis hinein in die SED unterstützt und trugen dazu bei. Der über- tiativgruppe mit dem Ziel. stattgefunden hatten. Botschaft und erzwingen so ihre Ausreise in die Bundesrepublik. um ihre Ausreise zu erzwingen. Juni 1989 öffnen die Außenminister Alois Mock (Österreich. Am 7. Oktober „zeitweilig“ ausgesetzt. Anfang September 1989 wurden alle. „die an einer Umgestaltung unserer Gesell- schaft mitwirken wollen“. Daraufhin wurde der pass. Oktober in Dresden.und Umweltgruppen vielerorts die Auszählung der Ergebnisse in den Wahllokalen beobachtet und erhoben den Vorwurf der „Wahlfälschung“. Organisierte Oppositionsbewegung Im Sommer und Herbst 1989 traten regimekritische Gruppen mit Reformforderungen an die Öffentlichkeit. Im Juli 1989 unterzeichneten die Theologen Markus Me. schwoll der Strom von Fluchtwilligen aus der DDR nach Ungarn an.70 Geschichte der DDR Ausreisewelle Während die regimekritischen Friedens-. und in wenigen Tagen waren bereits 15 000 in Österreich angekommen.und Men- schenrechtsgruppen innerhalb der DDR die Gesellschaft refor- mieren wollten. l. September 1989 in der DDR ins Leben zu rufen“. September mit Sonderzügen über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik bringen. Den Gründungsaufruf unterzeichneten Informationen zur politischen Bildung Nr. darunter viele Fluchtwillige. Ausgangspunkt einer breiten Oppositionsbewegung waren die Kommunalwah- len am 7. eine sozialdemokratische Partei füllte Innenhof am 30. während in Prag Massen neuer DDR-Flüchtlinge in die geräumte Bonner Botschaft ström- ten. Bei ei- ner von Honecker angewiesenen zweiten Ausreiseaktion kam es am 4. um die Ausreisewelle zu stoppen. sahen nun immer mehr Menschen nur in der Flucht und Übersiedlung in den Westen eine Möglichkeit. zu gewalttätigen Ausei- nandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und einer aufge- brachten Menschenmenge. Mai 1989. Bis Ende September stieg die Am 27. Viele Personen. Während die Grenzen Ungarns geöffnet blieben. Umwelt. doch diesmal hatten Angehörige von Friedens. ohne Auswahlmöglichkeiten zwischen meh- reren Kandidaten. Die Wahlergebnisse waren wie schon in den Vorjahren manipuliert worden.

Anfang Oktober konstituierte sich schließlich trotz massiver Behinderungen durch Polizei. Es dauerte nicht lange. Bonn 1999.und bestand der DDR und forderte trotzdem sind die weitverbreitete Verdrossenheit Gruppenaktivitäten zu einem Gesamt. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 71 30 Personen. Hunger form FÜR DIE GANZE DDR.] Allen Bestrebungen. auf dem Höhe. 310 f. Bei den Erst- bei uns keine Rede sein. Fluchtbewegungen dieses Aus. Die gestörte Be. politische Re- formen und unabhängige Wahlen. Auch zugrunde. stammten sowohl von bekannten Oppo- politische Opposition offen zu Wort. Wir bilden deshalb eine politische Platt. alle Bürger und Bürgerinnen der DDR. in übelgelaunter Passivität und hätten FORUM [. Wollen dazu wird es abhängen. Es ist dieser Impuls. S.) Ende Oktober 1989 Der Gründungsaufruf des Neuen zuhören und zu bewerten. des NEUEN FORUM zu werden. Alltag und Herr- Meinungen und Argumente dazu an. Mitte September 1989 trat als dritte Gruppe die „Bürgerbewegung Demokratie Jetzt“ mit der Forderung nach einer friedlichen demokratischen Erneuerung der DDR an die Öffentlichkeit. Weder verständlich zu ihrer Rolle. Nacht die Telefone. kreisen. Wir rufen Stefan Wolle. sich an der Diskussion und Be. lismus – was Christa Wolf und Stephan ein Papier mit der Überschrift „Aufbruch Es kommt in der jetzigen gesellschaft. Mitglied bedarf es eines demokratischen Dia. Gerechtigkeit. allgemeine die an der Umgestaltung unserer Gesell- Forums von Sonderinteressen zu unterscheiden.und Versammlungsfreiheit. auch einengenden Bereich der Kirche chen. nicht die deutsche Einheit. In Staat verleihen will. Hermlin noch Ende des Monats als Be- 89 – Neues Forum“ und verkündete lichen Entwicklung darauf an. In wenigen Tagen schlossen sich 4000 Menschen an. logs über die Aufgaben des Rechtsstaates. aus. liegt der Wunsch nach bis der Aufruf ohne Geheimniskrämerei und Wirtschaft funktioniert der Inte. Im Zentrum der Forderungen oppositioneller Bewegungen standen die Meinungs-. Alle wichtigen bis hin zum Rückzug in die private handeln finden.. gründung anführten. Die heile Welt der Diktatur. Eine Arbeitssitzung in der lichen Friedensgebeten in der Nikolaikirche trotz verstärkten Wohnung von Bärbel Bohley (l.. ob wir in hoher Allgemeinheitsgrad auf. enthielt er ein Bekenntnis zum Sozia- zen Brettern vieler Gemeinden hing wärtigen krisenhaften Situation finden. Von der Bereitschaft und dem Bei der Lektüre des Textes fällt sein heraus und bekannte sich unmiß. schaft mitwirken wollen.“ punkt der Ausreisewelle. September 1989 gründet sich das Neue Forum.. Lebens. unter ihnen Bärbel Bohley. die Kommunikation über die Situation wir bei der kommenden Umgestaltung und die Interessenlage ist gehemmt [. gemeinsam und im ganzen sitionellen als auch von bisher nicht trat aus dem sowohl schützenden als Land nachdenken und miteinander spre. Die Zeit Anfang September 1989. Parteien und Gruppen möglich unterzeichnern klingelten Tag und ziehung zwischen Staat und Gesellschaft macht. Bürgerrechtler versuchen. am gesellschaftlichen Reformprozeß eindeutig für eine neue soziale Ordnung kation zwischen Staat und Gesellschaft mitwirkt. Über Die insgesamt 30 Unterschriften erstmals in der Geschichte der DDR eine diese Fragen müssen wir in aller Öffent. An den Schwar. ullstein bild – Mehner Massenproteste Die SED-Führung sah sich im Herbst 1989 nicht nur einer zu- nehmend breiter werdenden oppositionellen Bewegung ge. unser Land und die Menschheit. Vor allem in Leipzig beteiligten sich nach den montäg.. Demokratie und Frieden in Betrieben und wissenschaftlichen ressenausgleich zwischen den Gruppen sowie Schutz und Bewahrung der Natur Instituten kursierte und an öffentlichen und Schichten nur mangelhaft. ist reif. Informationen zur politischen Bildung Nr. das NEUE FORUM Ausdruck und Stimme sönliche Risiko. schen solidarisierten sich und überschrit- unserer Gesellschaft und behindert die probleme in diesem Land zu beteiligen.] der Gesellschaft in allen Bereichen le- Um all diese Widersprüche zu erkennen. Er bekannte sich nicht zum Fort- offensichtlich gestört. ten die unsichtbare Grenze zwischen Lösung der anstehenden lokalen und Für eine solche übergreifende Initiative Angst und Engagement. Fragen wollte er im Rahmen eines Nische oder zur massenhaften Auswan. Anfang genüber. enorme Durchschlagskraft. 312/2011 . die es den heit verlieh dem Neuen Forum seine und Gewalt verursacht. logs beantworten. lichkeit. die DDR von innen heraus zu reformieren. Presse. immer mehr Men- lähmt die schöpferischen Potenzen arbeitung lebenswichtiger Gesellschafts. meldete sich der Wirtschaft und der Kultur. denen und mit jeder Unterschrift sank das per- doch Wichtigeres zu tun für unser Leben. den Anschlagsbrettern erschien. dem Aufruf folgendes: ¬¬ daß eine größere Anzahl von Menschen nicht beizutreten – noch sprach er sich „In unserem Lande ist die Kommuni. Genau diese Offen- maßes sind anderswo durch Not. künftigen gesamtgesellschaftlichen Dia- derung. auf. schaft in der DDR 1971-1989. Belege dafür ¬¬ daß die vielfältigen Einzel. die sie jahrzehn- globalen Aufgaben. Davon kann Menschen aus allen Berufen.und Staatssicherheitskräfte in Ost-Berlin die Reformbewegung „Demokratischer Aufbruch“. Wir verzetteln uns wählten wir den Namen NEUES telang sorgfältig beachtet hatten. öffentlich hervorgetretenen Personen. absehbarer Zeit Wege aus der gegen. bensvoll erfüllt wissen wollen.

tisierung der Gesellschaft und Reformen in Politik und Staat Oktober 1989 zeigte vor allem einen alten Man. Demonstra- suchen. „Ökologie statt Ökonomie“. Denn zur gleichen Zeit gingen die zu erklären. Eine wirkliche Demokra- der Gründung der DDR im Berliner „Palast der Republik“ am 6. Demokratie und Menschenrechte auf die Straße. schen auf den Straßen der DDR aber forderten einen sofortigen Angesichts dieses Starrsinns und um die Macht der SED zu ret. „Pressefreiheit“. „Meinungsfreiheit“. bpk / Manfred Uhlenhut Jens P. Oktober 1989 vor einem eilig einberufenen den Ereignissen. Am 24. „Zivildienst ist litärischer Gewalt durch aufmarschierende Sicherheitskräfte ein Menschenrecht“. An manchen ber 1989 wählte ihn die Volkskammer zum Vorsitzenden des Tagen demonstrierten in der gesamten DDR mehrere hundert- Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Die Men- willt war. Oktober der „Wende“ zu verstehen. Anschließend geht es zur Demonstration auf die Ringe . tion auf dem Alexanderplatz in Berlin am 4. 2. Oktober 1989 waren es trotz angedrohter mi. die von einer breiten Bevölkerungsmehrheit ZK-Plenum aus „gesundheitlichen Gründen“ seinen Rücktritt bestimmt wurden. die Reise-. Anschließend wählte das Zentralkomitee der Par. standen jedoch nicht auf der politischen Agenda. „Die nenstadt. Leipzig an der bis dahin größten Demonstration für Reformen trotz Festnahmen und Verurteilungen wegen „Zusammen. Sie skandierten „Wir sind das Volk“. was als 70 000 Menschen. 312/2011 .. Versammlungs. Mehr „friedliche Revolution“ in der DDR in die Geschichte eingehen als 120 000 Menschen beteiligten sich dann am 16. am 18.und Kleinstädte und des Politbüros und galt als Kronprinz Honeckers. Bereits am Auf diesen forderten sie „Freie Wahlen“. und deutlichen Bruch mit der bisherigen Politik und denen. diesmal unbe- es zunächst Hunderte.. Waren beten in den evangelischen Kirchen zogen sie. der nicht ge. so gingen bald Tausende für Freiheit. und demokratische Erneuerung in der DDR.und Großstädten auch Mittel. zwang eine Mehrheit von Mitgliedern des SED-Politbüros für sie verantwortlich waren.und Mei. nahmen an Teilnehmerzahlen und Intensität zu.. Oktober demonstrierten mehr als 20 000 in der Leipziger In. dass sich die SED-Führung nun um wieder rund 200 000 beteiligten. Oktober in sollte. Er war seit 1983 Mitglied Bezirks. parenten und Plakaten in großer Zahl durch die Innenstadt. Veränderungen in Staat und Gesellschaft zuzulassen. Okto. November 1989 Einsatzes von Polizei sowie Angehörigen der Staatssicherheit. Die meisten Teilnehmer verzeichneten die Der Nachfolger Honeckers gab zwar mit seinem Begriff von Montagsdemonstrationen in Leipzig. erfassten neben den tei Egon Krenz zum neuen Parteichef. Jahrestag Kurskorrekturen bemühen würde. Demonstrationen im ganzen Land weiter. Nach Friedensge- rottung“ immer mehr Menschen an Demonstrationen. Spätestens jetzt hatte begonnen. Mauer muß weg“. wo sich am 30. tausend Menschen. helligt durch die Sicherheitskräfte.. die Polizei und Staatssicherheit mit allen Mitteln zu unterbinden Die Menschen lassen sich jedoch nicht mehr einschüchtern. Informationen zur politischen Bildung Nr.picture-alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch 72 Geschichte der DDR Ausgangspunkt des Massenprotestes: die montäglichen Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche. Das Ende der SED-Herrschaft Die Absetzung Honeckers Honeckers Auftritt auf der offiziellen Feier zum 40. Am 9. So wurde die SED-Führung von Honecker. erstmals auch mit Trans- nungsfreiheit forderten. Riedel / transit . „Neue Männer braucht das Land“. überrollt. die ten.

Jahrestag der Staatsgründung mit einer Ehrenparade. Dem neuen. Presse überraschend neue Reisebestimmungen – damit ist die Grenze offen. blieb aber bis danach auch das Zentralkomitee geschlossen zurück. Nachdem die DDR den pass. mengesetzte und nach einer von ihr inspirierten Einheitsliste November über die offiziellen Grenzübergangsstellen in die Bun. Demonstration in Berlin am 4. November bekannt gegeben hatte.3 Millionen Mitglieder angehört. Die zember erklärte Egon Krenz seinen Rücktritt als Vorsitzender des Volkskammer bestimmte am 13. setzte er. Hatten der Partei noch Anfang des Jahres fast Die Regierung Modrow 2. vor. Umso mehr drängten die Menschen auf desrepublik und nach West-Berlin. Bei der Be- Vorsitzenden des Ministerrates und beauftragte ihn mit der völkerung galt er als Vertreter der verhassten alten politischen Informationen zur politischen Bildung Nr. strich den Passus über die führende Rolle der SED. Bildungs. das Politbüro und zenden Willi Stoph geschlossen zurückgetreten. bis zum rungserklärung am 17. beschickte Kammer.und visafreien Verkehr seine Regierungserklärung ab und stellte seine Regierung vor. 312/2011 . November 1989 akg-images / Nelly Rau-Häring ullstein bild – Giribas Am 7. erheblich verkleinerten Ministerrat gehörten jetzt neut der Ansturm von Ausreisewilligen auf die Bonner Botschaft 28 Mitglieder an. häuften sich seit Oktober 1989 die Austritte: bis Ende Januar 1990 kehrten 907 480 Mit- Bereits zwei Tage zuvor. November 1989. Die vier Koalitionspartner der SED – CDU. Sie fordern Reformen und Reisefreiheit. De- die Einführung der allgemeinen Reisefreiheit.und Verwaltungsreform sowie ein langfristig verließen. Macht in der DDR von der SED auf die Regierung. sondern eine nach dem Willen der SED zusam- strömten hunderttausende Menschen noch in der Nacht zum 10. woraufhin allein vom 4. die sich jetzt dige Ausreisen aus der DDR in das Ausland“ bedeutete faktisch nur noch der Volkskammer verantwortlich fühlte. De- zur Wahl einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt. November 1989 verkündet ZK-Mitglied Günter Schabowksi vor der Gästen den 40. mit der ČSSR am 1. November 1989 eine vorgezogene Ausreiseregelung Übereinstimmung zu bringen. aus 44 Mitgliedern bestehende Ministerrat unter seinem Vorsit. tes Parlament. kammer war jedoch noch immer kein vom „Volk“ frei gewähl- renz am frühen Abend des 9. November versprach Modrow eine Wirt- 6. freie Wahlen. der bisher SED-Bezirkssekretär in Dresden gewesen war. Kurz darauf gab Ministerpräsident Modrow weiter an. am 7. November öffnete die ČSSR ihre Grenze zur NDPD. November mehr als 23 500 Menschen die DDR über die ČSSR schafts-. Oktober 1989 feiert die Parteiführung gemeinsam mit ausländischen Am 9. Am 6. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 73 Jose Giribas Großen Teilen der Bevölkerung ist aber nicht nach Feiern zu Mute. die bis zum Inkrafttreten eines neuen Reisegesetzes gelten Mit der Bildung der Regierung Modrow verlagerte sich die sollte. galt als Reformer und Anhänger der Po- Währenddessen hielt die Massenabwanderung von DDR-Bürgern litik Gorbatschows. DBD – stellten zusammen elf Mitglieder. Am 1. November wieder zugelassen hatte. Die Bilder der tanzenden Men. Am 3. Der Zerfall der SED bruch des Sozialismus und das Ende des Kalten Krieges. Ökonomie und Ökologie in DDR am 9. in Prag ein. Im Herbst 1989 befand sich die SED selbst in einem rasanten Zerfallsprozess. war der damals glieder und Kandidaten der Partei den Rücken. Als das Politbü. In seiner Regie- Bundesrepublik für DDR-Bürger. die zuvor auf den zember 1989 änderte die Volkskammer die Verfassung und Massendemonstrationen gefordert worden war. schen auf der Berliner Mauer wurden im Ausland nicht nur als Ausdruck für den starken Veränderungswillen der Ostdeutschen wahrgenommen. Dezember traten Generalsekretär Krenz. Am 3. Die Volks- romitglied Günter Schabowski dies während einer Pressekonfe. LDPD. Öffnung der Grenze Regierungsbildung. Diese „zeitweilige Übergangsregelung für Reisen und stän. Modrow. Unter dem Druck der Ereignisse legte die Regierung der angelegtes Programm mit dem Ziel. November Hans Modrow zum Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates. sondern auch als Symbol für den Zusammen.

daß flüstert. gläubigkeit. 135ff. ger zum Victoryzeichen gespreizt. aufgeregte Hausfrauen aus Mellenseestraße hat vor so viel Ent- millionenfach wiederholt werden wird: ge. Potsdamer Platz […] Menschen stehen dicht kein Einkauf mehr möglich ist. […] gierig um die Beton-Mauer reckt – wie aus beiden Teilen der ehemaligen Reichs. 312/2011 . Lebensmittelgeschäfte. 48. Der Am Grenzübergang Bornholmer Straße in den Bäumen. an dicht. 3/1989. „daß nach so vielen Jahren Mauer Als die Regierung der DDR die Grenzüber. aus der Ost-Berliner Ein Wort. bringt es auf den Punkt: „Das Ralf Dickel reißt die Arme hoch und und Meißeln am Betonwall zu schaffen. S. Von Donnerstag nacht bis Sonntag der Einkaufsmeile Tauentzien. Trotz der vielfältigen Behinderungen – jemand. Ein Wort. verbotenes Zimmer riskiert. aus und Wartburgs. das wie kein anderes die gen Anhang ablichten lassen. Hunderte machen sich mit Hämmern beweist.“ […] schreit: „Wahnsinn!“ biedere Familienväter aus Castrop-Rauxel Werner Lähme. […] die vorübergehend geschlossen werden zögernd ein paar Schritte weiter und schaut [Z]wischen Brandenburger Tor und müssen. die West-Berliner das alles so verarbeiten geheult. in denen sich verstohlen um. 9. Überraschung. Uelzen und Wanne-Eickel. auf der Straße einer der ersten. Rund um die Gedächtniskirche steigt ein schauen sich die Leute wieder an.und S-Bahn-Stationen.“ für Nacht neue Breschen in den Beton der der SED-Staat zehn neue Übergänge in die Werner Mathes / Tilman Müller.“ fordert gewesen. die Fin. Zuerst gigantisches Open-air-Spektakel. das in den nächsten Tagen und Günzburg. als ob er fürchtet.). und staunte: „Komisch. Am Kurfürstendamm liegen das West-Berliner Stadtbild verändert: […] Alltagsleben. Spärling. den. die sich bei der gegenkommen Respekt: „Ich staune. schlägt fühl da ist. pfeifen und lassen „We shall overcome“. Stern extra. Es ist genau 20.“ Den Schlosser Heiko überall an der deutschen Grenze beschreibt: Überflüssig ist sie jetzt ohnehin gewor. Dann geht er Erbsensuppe.“ Das hat tag abend durch die Mauer kommen.45 Uhr. Immer wieder können – wir wären damit wohl über- neue Situation in Berlin und bald auch wird skandiert: „Die Mauer muß weg. klatschen unzählige Hände auf ge durch West-Berlin geworden. gestöhnt. die mühsam durch die tagelang mit mehreren Teams unterwegs dem Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ist Spaliere der Schaulustigen kriechen. Hamburg. gebrüllt. brisanten Werkelei von ihrem halbwüchsi. zwei Meter breiten Mauerkrone und singen der mehr als die meisten anderen Politi- liner Beifall. Berliner Mauer schlägt. Glück. rufen. Un. für den doch noch an seinem grünen Parka zurück. der einen scheuen Blick in ein hauptstadt gefeiert wird – mit Freibier und total überfüllte U. Schließlich ist er da. Köln 1990.Bundesregierung – Klaus Lehnartz 74 Geschichte der DDR Tausende strömen noch in der Nacht über die Grenzübergänge nach West-Berlin oder feiern das Ereignis auf der Berliner Mauer. kriegen wir schon hin. gesungen. das rund meist nur einen Grund: Man will heraus- sehen wir nur seinen Kopf. den er neu. Der die Dächer und Kühlerhauben der Trabants Dokumentarfilmer Carsten Krüger. 22. Nr. aus Neustrelitz treffen wir in Fassungslosigkeit. ker Fingerspitzengefühl und Gelassenheit Sektkorken knallen. Informationen zur politischen Bildung Nr. Verkehr gesperrte Straßen und Plätze – be- gehalten zu werden. taumelt die Stadt Mauer. mit Konfetti und Blumen. 34. war Der Werkzeugmacher Ralf Dickel. Sie sitzen halten die West-Berliner ihre Ruhe. die an jenem Donners. tanzen auf der hier Regierende Bürgermeister Walter Momper. DDR-Bürger in den Westteil der Stadt – um noch so viel Zusammengehörigkeitsge- gänge öffnet und Tag für Tag und Nacht den Ansturm zu bewältigen. abend strömen weit über zwei Millionen sagt er. um die Uhr von Zehntausenden Berlinern finden. November 1989: Tanz auf der sich wildfremde Menschen weinend in den Aufregend sind jetzt […] die Spaziergän- Mauer Armen. 36. wer hier Osti ist und wer nicht. „Schön“. mit erhobenen Armen. Die Besucher aus dem Osten haben In: Gisela Helwig (Hg. Die letzten Jahre der DDR – Texte zum wie im Fieber. klatschen jetzt ein paar hundert West-Ber.

Auf Einladung der Kir- kratischen Sozialismus“ (PDS) in Erscheinung. Am tischen Staats. soweit es te Entwurf einer neuen Verfassung spielte allerdings auf dem nicht an früher Berechtigte zurückzugeben war. Am 10. Schließlich wurde die Umbenennung der Partei in „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands / Partei Da bis zum Dezember 1989 die alten politischen Strukturen des demokratischen Sozialismus (SED/PDS)“ beschlossen. mit der sich die Partei noch auf Jahre hinaus zu seiner ersten Tagung zusammen. Es ging um sich auch die neue Führung an ihr unrechtmäßig erworbenes einen grundsätzlichen Meinungsaustausch über die Situation Parteivermögen.014 Milliarden DM bezifferte. Hartnäckig klammerte standenen oppositionellen Bürgerbewegungen. Weg zur deutschen Einheit keine Rolle mehr./9. Die Entwicklungen ge- Rechtsanwalt Gregor Gysi. geholt. Eine endgültige Lösung der deutschen Frage könne lands unvermeidlich sei. der einen von der Basis geforderten außerordentlichen Parteitag vorbereiten sollte. der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte wurde. Monaten Vertreter von SED/PDS und der nach Eigenständig- nis zur alten SED hinsichtlich der Ideologie und des Personals keit strebenden Blockparteien mit Abgesandten der neu ent- gründlich und konsequent zu klären. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 75 Elite. Die SED-Parteibasis traute Krenz auch nicht zu. Seit fortbestanden. Der im März 1990 vom „Runden Tisch“ vorgeleg- an die neuen Länder und Berlin ausgezahlt werden. Bereits auf der ersten Tagung sprachen sich die Teil- Sonderaufgaben (BVS). Dementspre- ten des Zweiten Weltkriegs und unter Berücksichtigung der In. ohne sie jedoch zu bewältigen. mussten auf dem Weg zur Demokratie in der Januar 1990 trat die Partei dann nur noch als „Partei des demo. einig Va. Trotz hefti. In einer außenpolitischen Entschlie. Wirtschaftshilfe in erheblicher Größenordnung zu. in dem sie funktion ausüben konnte. Wenige Tage zuvor waren die Blockparteien aus dem „Demokratischen Block“ ausgetreten. Sein Nachfolger im Staatsrat wurde der LDPD-Vorsitzende Manfred Gerlach. die vor wichtigen Entscheidun- 2. ßung sprach sich der Parteitag für eine „souveräne sozialisti- sche DDR“ aus. die SED zu ullstein bild – ADN-Bildarchiv retten. Dezember 1989 in Berlin statt. zu seinem Plan einer Vereinigung der beiden deutschen Staaten teprogramm verkündet. Unter der Gesprächslei- beschäftigen musste. chen trat deshalb am 7. das als Ziel der Politik der Bundesregie. der Regierung teressen aller europäischen Staaten. November hatte Bundeskanzler Helmut Kohl ein Zehnpunk. Es Wahlen in der DDR und für die Ausarbeitung einer neuen Ver- konnte nun nach den Bestimmungen des Einigungsvertrages fassung aus. Das von der Nachfolgerin der gen der Volkskammer mit eigenen Vorschlägen einbezogen Treuhandanstalt. Außenminister Hans-Dietrich Genscher bei einem Besuch in Am 1. Am „Runden Tisch“ verhandeln Regierung und Opposition im Dezember Parteivorsitzender wurde mit 95. Im Kreml war man zu sekonferenz in Ost-Berlin sein Konzept „Deutschland. dass die Wiedervereinigung Deutsch- terland“ vor./17. tung von Kirchenvertretern trafen sich hier in den folgenden ger innerparteilicher Diskussionen gelang es nicht. in der DDR und Schritte zur Überwindung der Krise. in dem sie über vier Jahrzehnte hinweg nahezu bedingungslos der SED gefolgt waren. wie die Modrow mit einer Milliardenhilfe unter die Arme zu greifen. nehmer für den 6. DDR neue Wege beschritten werden. Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit Außenpolitische Rahmenbedingungen Sowjetunion und das westliche Bündnis auf die deutschlandpo- litischen Initiativen reagieren würden. existierte damit eine zweite quasi- die Höhe des sichergestellten ehemaligen SED-Vermögens mit parlamentarische Institution. Dieser fand schließlich in zwei Abschnitten am 8. Bereits zum Jahresende 1989 wurden die ersten Weichen gestellt. mit dem sie die materielle Existenz der Par. Februar erhielten auch Bundeskanzler Kohl und rung die staatliche Einheit in konföderativen Strukturen nannte. 312/2011 . Moskau das Einverständnis der UdSSR. Februar 1990 legte Regierungschef Modrow auf einer Pres. verwaltete Altvermögen der SED hat. das Verhält. Modrow hatte sich Ende Januar 1990 in Moskau vom sowje- um die staatliche Einheit Deutschlands wiederherzustellen. der Einsicht gekommen. Obwohl tei sichern wollte. entschied sich eine große Mehrheit für die Weiterexistenz. und 16.3 Prozent der Stimmen der 1989 über freie Wahlen und eine neue Verfassung. Fraglich war indes. Erst im August 1998 konnte eine unabhän. der „Runde Tisch“ keine parlamentarische oder Regierungs- gige Kommission ihren Abschlussbericht vorlegen. Nachdem Regierungschef Modrow sich auf dem Parteitag strikt gegen eine von vielen Delegierten geforderte Auflösung der Partei gewandt hatte. Im Gegenzug sicherte die Bundesre- nur in freier Selbstbestimmung der Deutschen in beiden Staaten publik dem ökonomisch schwer angeschlagenen Riesenreich erreicht werden. Als zeitweilige Parteiführung wurde ein aus 25 Mitglie- dern bestehender Arbeitsausschuss gebildet. Runder Tisch rativer Strukturen. winnen derweil jedoch an Eigengesetzlichkeit. in Zusammenarbeit mit den vier Siegermäch. chend sah Bonn von nun an keinen Anlass mehr. Informationen zur politischen Bildung Nr. Dezember der paritätisch besetzte Die Auseinandersetzung mit dem weltanschaulichen Erbe „Zentrale Runde Tisch“ im Schloss Berlin-Niederschönhausen blieb eine Aufgabe.und Parteichef Gorbatschow das Einverständnis 28. Mai 1990 als Termin für die ersten freien te aus Barmitteln und zahlreichen Immobilien bestanden. Die Partei strebe eine „Vertragsgemeinschaft“ mit der Bundesrepublik an und sei offen für die Idee konföde.

verlangten aber die Einbindung des ver. S. Deutlich wurde dies im Wandel der Losungen: Aus „Wir sind das Volk“ wurde „Wir sind ein Volk“. Während seiner Gespräche 251 226 2. Sie befürchteten. Deutschlands (CDU)* Auf der Seite des Westens befürworteten zunächst nur die Sozialdemokratische Partei 2 525 534 21. Fe.) legen Konzepte für die staatliche Einheit Deutschlands vor. was in der Bevöl- kerung allerdings nicht mehr populär war. Die Stimmung in der Bevölkerung sprach Amtliches Endergebnis der Wahlen zur Volkskammer am 18. 5 Informationen zur politischen Bildung Nr. Die 608 935 5. März 1990. So beherrschte die westliche Parteipro- minenz weithin den Wahlkampf in der DDR./14. Auf dem deutsch. te als drittstärkste politische Kraft 16.3 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Demokratische Bauernpartei tischen Interessen zu entsprechen. Partei/Bündnis Stimmen Prozent Mandate tierte. *** Das Bündnis 90 bestand aus Neues Forum.8 Prozent der Stimmen. Die SPD. **** Die NDPD beschloss am 28. kraten – Die Liberalen.32 66 sträubten. da ihnen im Unterschied zu den großen Parteien kein funktionierender Apparat (Presse. um ihren sicherheitspoli. die SPD und der Bund Freier Demokra- ten bildeten eine Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU). Die Stimmung in der Bevölkerung spricht gegen eine reformierte DDR: Aus „Wir sind das Volk“ wird „Wir sind ein Volk“. Doch Ende Februar 1990 hatten auch London und Bund Freier Demokraten. „Initiative Frieden und Menschenrechte“ und „Demokratie Jetzt“. Ergebnis der Wahlen zur Volkskammer am 18. Die SPD kam auf knappe 22 Prozent – ein (l. März 1990. Demokratischer Aufbruch (DA)* 106 146 0. März 1990 Ein entsprechender Wunsch. lismus (PDS) dervereinigten Deutschlands könnte das europäische Gleichge.59 163 bruar 1990 zurückgewiesen. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 93. 312/2011 .4 Prozent eine später nie Sowohl Bundeskanzler Helmut Kohl als auch DDR-Regierungschef Hans Modrow wieder erzielte Höhe. Demokratie Jetzt und Initiative Frieden und Der Wahlkampf zu den ersten freien Wahlen in der DDR am Menschenrechte. Die Parteien der „Allianz für Deutschland“. Demokratischer Frauenbund rungschefs der DDR und der Bundesrepublik.38 2 Deutschlands (NDPD)**** westlichen Bündnispartnern. der Bund Freier Demokraten und vor allem das Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“. eine künftige Dominanz des wie. das weit unter ihren Erwartungen lag.18 1 Die Nelken Die Volkskammerwahlen am 18.27 25 wicht stören.17 9 Deutschlands (DBD) mit Bundeskanzler Kohl am 15. DSU und DA hatten sich im Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“ zusammengeschlossen. 76 Geschichte der DDR Vereinigung mit dem westlichen Nachbarn. Damit war der Weg frei für National-Demokratische Partei die sogenannten Zwei-plus-Vier-Verhandlungen zwischen den 44 292 0. März 1990 machte die ungebremste Sogkraft der Bundes.96 8 Frauenverband sein Einverständnis zur Mitgliedschaft des vereinten Deutsch. Enttäuschend war das Ergebnis für die Bürgerbewegun- gen „Neues Forum“. republik sichtbar.93 4 lands im westlichen Militärbündnis. in dem sich die CDU mit der Deutschen Sozialen Union (DSU) und der Partei „Demokratischer Aufbruch“ zusammengefunden hatte. der aus anhaltender finanzieller Zwangslage und drohender Zahlungsunfähigkeit der DDR resul. Gebäude.9 Prozent. während Frankreich und Großbri. Aktionsbündnis Vereinigte Linke/ 20 342 0. März 1990 den korporativen Beitritt zum Bund Freier Demo- 18. Zudem waren sie im Thomas Raupach / VISUM Wahlkampf beträchtlich benachteiligt.90 12 einigten Deutschlands in die NATO. der Sowjetunion und den Regie.28 21 Paris erkannt. Juli 1990 in Moskau und Grüne Partei/Unabhängiger in seinem Jagdhaus im Kaukasus gab Gorbatschow schließlich 226 932 1. In der program- matisch vielschichtigen Bürgerbewegung glaubten nicht wenige noch immer an die Reformierbarkeit der DDR. Ergebnis. LDP und FDP. dass der innere Einigungsprozess Deutschlands Liberalen** nicht aufzuhalten war . und 16. Deutsche Soziale Union (DSU)* 727 730 6. Deutschlands (SPD) tannien sich gegen eine Veränderung des Status quo in Europa Partei des Demokratischen Sozia- 1 892 381 16. Der Bund Freier Demokraten umfasste DFP.33 1 Deutschlands (DFD) kreten Modalitäten der deutschen Einheit vereinbart wurden. Die ersten freien Wahlen seit 1946 gewann das konservative Bündnis „Allianz für Deutschland“ mit 47. Christlich-Demokratische Union 4 710 598 40. wurde auf dem deutsch-deutschen Gipfel am 13. in denen die kon. 38 192 0. ullstein bild – vario images konnten sich auf massive Wahlhilfe ihrer Partner in der Bun- desrepublik stützen.76 88 USA die Vereinigungspläne. in: „Neues Deutschland“ inzwischen gegen eine reformierte DDR und für eine rasche vom 24. die sich im „Bündnis 90“ zusammenge- schlossen hatten: Sie kamen auf nur 2. Druckereien) zur Verfügung stand. Die PDS erreich- deutschen Gipfel in Bonn finden Modrows Pläne aber keine Unterstützung. Bündnis 90*** 336 074 2. März 1990 * ** CDU. Die Liberalen erzielten etwas mehr als fünf Prozent.

die der Aufsicht des Ministerpräsi- der territorialen Integrität des östlichen Nachbarn uneinge. Deutschlands zur NATO zugestimmt hatte. mit nigte Deutschland erhielt seine staatliche Souveränität zurück. 2 DDR-Mark für 1 Westmark sind nicht alle einverstanden. Nicht nur aus Paris und London. ullstein bild – Bildarchiv ullstein bild – Uhlenhut Informationen zur politischen Bildung Nr. Juni das Treuhandgesetz verabschiedet. Zudem entschieden über die Bedingungen einer Verfassungsdiskussion. komplizierten Prozess Vermögensfragen geklärt werden. Mai die Truppenstärke der deutschen Streitkräfte von 500 000 auf 1990 unterzeichneten die beiden deutschen Finanzminister 370 000 Mann zu reduzieren und dauerhaft zu beschränken. Für eine langwierige Verfassungsdebatte fehl. des Vereinigten Königreichs und der Sow- noch das Tempo der staatlichen Vereinigung und die Vorge. Das mit dem die Enteignungen in der DDR nach 1949 rückgängig betraf insbesondere die Grenze zu Polen. Juni 1990 in einer Ent. jetunion am 12. Zudem Warschau kam die Forderung. Die in Bezug auf Berlin und „Deutschland als Ganzes“. 312/2011 . der die konkreten Bedingungen des Beitritts der Die staatliche Vereinigung nach Artikel 146 GG fand in der DDR zur Bundesrepublik regelte: Änderungen im Grundgesetz. Sparguthaben konnten gestaffelt sitz von und die Verfügung über ABC-Waffen. Damit endete die seit 1945 währende sowjetische Militärpräsenz auf deutschem Boden. denten unterstellt war. Erster Schnell folgt die Wirtschafts. Die daraufhin Oder-Neiße-Grenze. Mit dem Umtauschkurs Ministerpräsident wird Lothar de Maizière (CDU. Der Bundestag und gemacht werden sollten. die in Staatshand schränkt zu. den Be- von 1:1 umgestellt wurden. unterzeichneten Die meisten politischen Gruppierungen waren auf den Ein. Die ungebremste Westwanderung verschärfte Dieser Staatsvertrag beendete die Viermächte-Verantwortung die Wirtschaftskrise in der DDR und diktierte das Tempo. als ein erster Schritt hin zur deutschen Einheit. Juli 1990. Kontrovers diskutiert wurden nur Vereinigten Staaten. August unterzeichneten Bundes- Als am 6. der heitszug aufgesprungen. Soziales. August 1994 verließen von 2:1. Vorfeld des Einigungsvertrages hatte die Volkskammer bereits also der in Westdeutschland jahrzehntelang umstrittenen am 17. Am 31. vor allem aber in der Bundesregierung keine Fragen der Rechtsangleichung in Ostdeutschland.und Wirtschaftsunion Dieser Schritt machte nun endgültig den Weg für die inter- nationale Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands Das Ergebnis der Volkskammerwahlen war ein eindeutiges frei.und Währungsunion. der Bundesrepublik sowie Frankreichs. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 77 Währungs. der öffentli- Zustimmung. r.). on sicherte zu. mit dem die Löhne und Gehälter im Kurs Zudem verzichtete Deutschland auf die Herstellung. Grundstücke und Immobilien so rasch Bei den ersten freien Wahlen seit 1946 gewinnt das konservative Bündnis Der Wahlsieg bedeutet ein Bekenntnis der Mehrheit zur Vereinigung. das verei- Währungs-. Im schließung die „Unverletzlichkeit“ der polnischen Westgrenze. darüber hinaus galt ein Umrechnungskurs bis spätestens 1994 abzuziehen.und Sozialunion am 1. en und Kultur. Strittige Fragen wie etwa die Forderungen nach te jedoch die Zeit. dass ein vereintes Deutschland wurde das Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung“ vereinbart. hensweise. hatte den Auftrag. sowie die Achtung der Souveränität und eingerichtete Behörde. ihre Truppen vom Gebiet der ehemaligen DDR tauscht werden. am 31. weil sie das Bonner Grundgesetz ungültig und chen Verwaltung und des ostdeutschen Staatsvermögens so- somit die Ausarbeitung einer neuen Verfassung notwendig wie verschiedene Aspekte der Bereiche Arbeit. Der Abschluss von Staatsverträgen In den deutsch-deutschen Verhandlungen ging alles eben- falls sehr schnell. Am 18. ging es um Einzelheiten des Beitritts der Günther Krause den in nur acht Wochen ausgehandelten Eini- DDR zur Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes. der die D-Mark im Osten Einzug hielt. DDR-Regierung. vor allem aus lung des Schwangerschaftsabbruchs wurden vertagt. innenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär vertrag begannen. Die Sowjetuni- bis zu einem Betrag von 2000 bis 6000 Mark in DM umge. einen Staatsvertrag. des vereinten Deutschlands oder einer einheitlichen Rege- desrepublik. ihre letzten Militäreinheiten den Ostteil Deutschlands. September 1990 den Zwei-plus-Vier-Vertrag. Vertreter der DDR. Nachdem die UdSSR der Zugehörigkeit des vereinigten Votum für die Vereinigung der DDR mit der Bundesrepublik. des künftigen Regierungssitzes der deutschen Vereinigung nicht allein die DDR und die Bun. Frau- gemacht hätte. gungsvertrag. März 1990 fast 50 % der Stimmen. „Allianz für Deutschland“ am 18. hier bei der Stimmabgabe. befindlichen Betriebe. Hierfür mussten allerdings in einem die Volkskammer sicherten daher am 21. galt in der Bevölkerung Im Zwei-Plus-Vier-Vertrag wurde darüber hinaus vereinbart. Juli 1990 die Verhandlungen über den Einigungs. die bestehenden Grenzen in Europa anerkennen müsse. Wirtschafts.

.. Die SED habe ten haben ihre Großeltern und Eltern be. ohne Stasi furter Allgemeine Zeitung vom 12. die in der DDR gelebt des Marxismus-Leninismus befähigt sei..] verhaftet worden. ja. und mit Matthias Wanitschke.“ wäre „nicht so geordnet gewesen. Schlosser kommt am Mittwoch. SED abweichende Einflussnahme auf die Kowalzcuk: Es war ein Tag der Selbstbefrei- neten Organe“ lobten ihren Kindern und Meinungsbildung. noch einmal erleben. Schon als ihrer Haftentlassung in den Westen nach Studienleiter der Evangelischen Akademie Kind habe sie zu Hause gelernt. Bummi hat im Internet Kowalzcuk: Gar keine Frage. In mit Menschen.. die Massendemonstrationen ten nur Einzelne etwas bemerkt.. Ge- meradschaft in der Truppe. Das MfS und Fuhrparkleiter des Fernsehstudios das West-Wetter auch für mich. die sich zur Kindheit historisch bedeutsamen Ereignisse in den ren gegangen oder habe heute noch und Geborgenheit in der DDR bekennt. der DDR. beim Treffen mit West-Verwandtschaft am Szenen aus dem Alltag der DDR nach.. genug Kindergarten.. [.. tauen auf.. ten und bereiten Fragen an die Zeitzeugen Unterlagen der Staatssicherheit. Christopher beschreibt. der Fall der Mauer. habe 50 Mal mals 38 Jahre alter Kraftfahrzeugschlosser Wetterbericht. der Frage nach Tätern und Opfern in genau geschehen würde. von 2. die Hauptabteilung XX des MfS zuständig G. Grit sich [25 Zehntklässler einer Regelschule aus Die Lehrerin offenbart den Schülern: „Ich Angermann am Donnerstag.. Michael Schlosser. vorne bis hinten unerträglich. und die Jungen. Grit Angermann war im selben Erlebnisse waren alle im familiären Bereich Informationen zur politischen Bildung Nr. Wir wussten ja nicht. A.. dass sie zu Hause West. was auf der anderen Sei- Militärdienstes als „schlecht“. dem Bären.] haben nigte ihr.] des Fernsehens. von Bummi. Bären. werden Fernsehen schauten. welche konkreten richtet.78 Geschichte der DDR Eltern und Großeltern erinnern Bürgermeister zu ihnen ins Haus gekom. [.]. Die Schüler haben einen Beitrag Veränderungen auf uns zukommen. das waren nicht wenige. der Hause geantwortet worden... während 40 Jahren Sozialismus die Daten ja mit dem Westen im Kopf groß gewor- ren offenbar die Ausnahme. denen sie das. einfach durch die Mauer zu fahren aber man habe sich sicher und beschützt 1.. März 2011 Diktatur gewesen: „Heute wird einem auch hätte es Chaos gegeben.] der Schlussrunde am Ende der Woche sind haben. dass man bespitzelt wird..] Eine Projektwoche liegt vor ihnen: der Volkspolizei und der Stasi. Konflikte mit dem SED-Staat wa. in chanismen der SED-Diktatur erarbeiten. aber der Vater sei trotzdem nicht Männer braucht das Land“ oder „Anarchie“ gegangen.. habe die Mutter Angst gehabt.. Klingt seltsam. die Bürger erzwangen den Durchbruch. A. Das sind die eigentli- den Grenztruppen angehörten. die DDR sei in Afrika“. Unter Anleitung der Tutoren nähern sich die Schüler erstaunt. um ihre Macht zu Claus Peter Müller. wie viel sie über die der NVA und der Volkspolizei gesprochen. Die in die Buchhandlungen. mit Johannes Beleites. [.: Wie erinnern Sie sich an die DDR? im Westen vermittelt. vor. sei doch schön gewesen. Von der Stasi hät. die Stasi gegründet. [. te in den Clubs los war. und (PiD) gelesen. Ich wollte in die Plattenläden gehen. dass sie nicht zum Propagieren erarbeitet haben. für deren Bekämpfung chen Wegmarken der Einheit. ein da. Archiv der Stasiunterlagenbehörde. [. was dahinter ist. die Schüler der Frage. Sie wurde [. Interviewergebnisse vortragen. A. Weder die Reisefreiheit noch der FDJ und bis heute der Titelheld einer des Tages bewusst? das Westfernsehen hätten ihnen gefehlt. Schlosser wurde freigekauft und zog Thüringen..] G.]. dass Einzelne nichts“ „wohl mehr oder weniger eine Diktatur“ ge. Jahr 18 Jahre alt. son- Die meisten berichten aber. Die schönen zur Wahl gehen wollte. dem Dienstag. alle Zehntklässler kennen den gelben Massenflucht. Er erhielt vier Jahre und Kowalzcuk: Für mich war dieser Staat von Julia erzählt von ihrem Vater. Die Schüler studieren die Ak- Mitarbeiter der Landesbeauftragten für die nicht preiszugeben. in: Frank- fragt. sagt Toni. Kowalzcuk: Mit Freude. als sie Losungen wie „Neue sich men. die am Morgen noch der Partei“ erfahren haben.. Daraufhin sei der blikflucht. der nicht sechs Monate Haft wegen versuchter Repu. Die meis. was man machen muss.. über die Erfahrungen mit dem MfS. Wie erinnern Sie sich daran? Die ehemaligen Angehörigen der „bewaff. aber auch mit Un- an der DDR aber sogleich wett: Die Kindheit Die andere Gruppe befasst sich [.5 Millionen Menschen allein aus den.] ung. gegen den Staat zu sagen und in der Schule nach Alzey. Kinderzeitschrift. Jeden Abend Schulungen des MfS während seines Schüler bereiten die Gespräche mit zwei hörte ich im Radio. [.und Arbeits. Als PiD galt jede von der Linie der er gefallen. die Wiedervereinigung gegangen? Schüler machen die verhaltene Kritik tet und die Menschen eingesperrt [. die DDR sei keine sichern. war. [. Gemeinsam immer und überall gewesen. dass plätzen und dem guten Kinderprogramm die SED als die große Familie gepriesen wird. ihnen sei zu dern es hätte Aufstände gegeben wie heute „Das Kollektiv war alles. in dem Aber natürlich überwog die Freude. 312/2011 .. eine Fangemeinde. was dort. Auch Monaten zuvor passiert waren: die Freundinnen aus der FDJ. verhaf.. gelesen. Nicht der Staat öffnete die Mauer. oder den West- NVA seine Meinung sagte. 15 oder 16 Jahre alt. die freien Auch wenn die befragten Verwandten über die „Politisch ideologische Diversion“ Wahlen in der DDR. und Steven sagt. Ein Mädchen sagt. A. Allerdings kommt ihnen der Satz denn die Stasi habe im Gegensatz zu [. mit Schul. und immer verurteilt. Philipp sagt.: Ihnen war die historische Bedeutung gewesen. was sie sich die Woche über Die Schüler. aber nun galt den Fahneneid schreiben müssen. es in der DDR keine Gewaltenteilung gab. [. Wobei die Die Mutter sei gern zu den jungen Pionie. speisung. Wer bei der Zeitzeugen vor.... wesen. es gesagt.“ Die Stasi beschattete sie Am Freitag schließlich spielen die Schüler fünf Tage das Wirken der Stasi und die Me. hatten sie angeb.. Als Kontrast haben sie einen Text in Leipzig.] habe ein Feindbild von den Verwandten Dresden.] einem kleinen Ort in Thüringen] über habe eine Akte. Enkeln gegenüber die Solidarität und Ka.: Mit welchen Gefühlen sind Sie in eher pflichtschuldig über die Lippen [.. Alex' Mutter hatte Respekt vor in Weimar auf Wände malte. Sie gelangte sechs Wochen nach mit einer Lehrerin. Hermsdorfer Autobahnkreuz und beschei.4 Millionen Karteikarten wurden dort und zu schauen. [. die SED-Diktatur zu Ende ist. arbei. Die heutigen Geheimdiensten ermittelt. was die Stasi gewesen DDR und die Stasi als „Schild und Schwert Die Jungen und Mädchen sollen jetzt ihre ist. Auf sucht. ist 1983 von der Staatssicherheit G.] mit sicherheit.: Knapp elf Monate zuvor war die Mau- lich keinen Kontakt zur Staatssicherheit. Alles sei bestens organisiert Bummi ist eine Erfindung des Zentralrats G. schüchtern waren..] Der Vater eines Jungen empfand die dem kleinen Bezirk Erfurt festgehalten. so hätten die daheim Befragten be. Die seien zu sechs Monaten Haft wegen Rowdytums „Schild und Schwert der Partei“. Am zweiten Tag.] Man habe ten sich die Zehntklässler durch das Erfurter rade viele Ost-Berliner hatten die Sehn- zwar gewusst. nichts Kassel. „Diktatur mit schöner Kindheit“. Wir sind gefühlt.

wer Versionen der gangenheit war der gängige Begriff nun Kowalzcuk: Nein. wenn nicht gar unmög- Kowalzcuk: Wenn man in Kindergärten bung und „Gründungsmythen“ oder lich. persönlicher Errungenschaften im Ver- Kowalzcuk: Politik. 309 ff.: Sind sich Ost. stellen.] Seit Mitte der neunziger Jahre G. was terschiede im Denken und Verhalten.. zwischen Nord und Licht getaucht.oder „Vergangenheitsaufarbeitung“. Dies betrifft zum übertragen. Verbunden mit Erfahrungen G. der Einzelne individueller Identität verknüpft. sondern auch andere vor. Taten. Ost und West. A.. wiederum eine flexible Auseinandersetzung Aber warum auch nicht? In einem großen werden in Rückschau auf den Kommunis. Leseland. die Opposition. das man hätte werden. mit den „anderen“ Deutschen zulässt.. Deutschland. genwart geschaffen werden... dass intimste Erinnerungen an die die „Vereinigung durch Übernahme“ durch sen. was sich gelohnt Faktoren beeinflusst und unterliegen gangenheitsbewältigung auf die DDR hätte. Sie werden zumindest zu „meistern“..] von sozialen. ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder eliten ab. Zeremonien. ob Familie. Wir können nur sehen.] Land wie der Bundesrepublik gibt es diese mus in ein kritisches und oft negatives Unterschiede eben. die Individualität der Geschichten. Es gab zahllose ideologi. Entscheidungen. S.. Wie kann man da erinnern. [. was des vergangenen Staates und durch die einzelne Aspekte herausgreifen. stehen. [.. Die Vielfalt ist doch das sich als äußerst kompliziert. kulturellen und politischen Wiedervereinigung wurde das Modell Ver- G. A. Gruppe vorgegebenen Rahmens zu ver. hierbei westdeutsche Hegemonie an und und wehren sich dagegen. als ein vom Westen gesteuerter Prozess ge- gebeugt werden.. schen Gesellschaft „normal“ waren. Mit der sche Tabuthemen. das heißt von Regierungen.. Auf dem Weg in den Zusammenbruch (1982 bis 1990) 79 oder mit Freunden. weiter reichenden Erinnerungen einer die Bundesrepublik.] spielzeug spielen. kollektive und individuelle. die Verhältnisse in der meistens. ins vereinte Deutschland rüber zu Machtkonstellationen. [. wurden./3. Hause-Sein“ gewichen zu sein.). son.] neuem Raster zu erzählen oder damals G. Permanent wurde vorgeschrie. „Zum Umgang mit der DDR- Süd.. [. [. Kennzeichen einer offenen Gesellschaft. In der Schule ging len. die in diesem System lebten. der über die individuell und waren systembedingt. präsentierte ein alternatives „Deutsch- ich Verständnis.. aber einem subtileren Gefühl von „Zu- Kowalzcuk: Es bestehen nach wie vor Un. Berlin 2003. wird „Aufarbeitung“ zeit durch die herrschenden Kommunisten Gruppe.] Durch mit der DDR Tabula Rasa gemacht hat..] Dieser Vorgang erwies Anselma Gallinat. wenn man von einem Un. Das Recht konnte in der DDR jeder.. alismus und Judenverfolgung. Die entstand in der alten Bundesrepublik in nichts. Es gab nur 600 persönliche Erzählungen [. [.. die jahrzehntelang eingeübt und tradiert Ich bin froh. kein Urteil fällt über der Vergangenheit. Erinnerungen sind ebenfalls eng mit Der Begriff „Vergangenheitsbewältigung“ das Kollektiv waren alles. Vergangenheite heute“.. ist schwer. [. Aber das System DDR? Erinnerung und Identität erfahrungen nicht einfach uminterpretiert Da entdecke ich nichts. dieses schwierige Kapitel aufmarschieren. Intellektuellen.. als erinnerungswürdig gilt.. wie Gedenkstätten oder auch die Basis.. [. dass man Vergangenheit kreieren und diese be. [. A. Die Einzel. dass. Freundeskreis oder Na. tierte. wenn und Schulen ging. Somit hängt Parallelität des Umgangs mit der NS- teile bedingen einander. werden der DDR. Erinnerun. Das Ziel war.: Also gar nichts.. Sabine Kittel.. Ähnlich wie lassen wollte. war es unerträglich. Ich bin froh. in: Bonner General-Anzeiger Bonn vom 2. Lebensweisen.] DDR zu verniedlichen.] Offizielle Versionen den Fokus auf den Diktaturcharakter Man kann nicht aus einem Gesamtsystem der Geschichtsschreibung geben vor. Maurice Halbwachs prägte den Begriff genheitsaufarbeitung“ im Osten Deutsch- Wer das Land ohne Genehmigung ver. Interview von Kai Pfundt mit Ilko-Sascha Kowalzcuk.: Viele Ex-DDR-Bürger reagieren Erfahrungen innerhalb des von der der Abwertung ostdeutscher Kultur und verletzt. in der Ge. Er um- das weiter. neunziger Jahre zu Nostalgie und einer Viele DDR-Bürger fühlen sich durch den mals sozialistische Länder. wenn auch nicht immer. Dies betrifft nicht nur bensbereichen. nationale Geschichtsschreibung von den Zeit akzentuierte die offizielle Geschichts- G. in dem Versuch. Publizistik und Wissen. gen. was von der Gruppe als legitim kollektiv erlebte Vergangenheit zu richten nicht von einem Unrechtsstaat sprechen? betrachtet wird. Dafür habe rung dieses Systems vollzog sich ein ex. Da- Berlin.] fasste eine Kombination von historischer ben.: Auch nicht Dinge wie die umfassende legitimieren. führte dies Mitte der die Menschen. Willkür und Unrecht tion. ständig in militärähnlichen Formationen ob kollektiv oder individuell. Zukunftsvisionen momentaner Führungs. müssen ein anderes Wertmaß an die scheint die trotzige „Ossi-Identität“ oder sind sie einander fremd geblieben? Vergangenheit anlegen. Viele Werte..] Mittlerweile ist der Terminus „Vergan- Rechtsanwälte für 17 Millionen Menschen. motivieren und vereinen völlig „normale“ Erlebnisse in Frage zu Kinderbetreuung? die Bevölkerung durch Geschichtsschrei. lands allerdings belastet. Er argumen.: Können Sie die Debatte nachvollzie. [.] einigungsprozess sowie dem realen schaft haben es versäumt deutlich zu In „Umbruchsgesellschaften“ bestehen Verlust von Arbeitsplätzen und radikaler machen. Jahrestage. was man zu lesen hatte. Bezug auf den Umgang mit Nationalsozi- Kinder zu brechen.und Westdeutsche nah. auf der die Vergangenheit bewer- In den Kitas mussten die Kinder mit Kriegs. die in der sozialisti. und versuchen.] In Bezug auf die DDR-Ver- retten? Beispiel die Frage. Projektleiter bei der Stasiakten-Behörde in und Verhalten dieser Menschen.. Dieser Vorgang wiederum nicht? Amtsinhabern. Forschung. Erinnerungen an die Vergangenheit [. wurde verhaftet oder erschos.. führte zu einem dichotomisierten Bild Kowalzcuk: Ich reagiere ziemlich aller. als die wir gesehen werden wollen. Sportnation?... dass es sie gibt. Friedens- staat. Vor allem ist dies schwierig. gebunden sind.. Gedenken und Trauerarbeit. dass Erinnerungen. Mit dem Ende Art „Trotz-Identität“.] tremer Wertewandel. Man musste Das bedeutet auch. die wir über uns selbst erzäh. bestehen weiterhin in der Ge- sellschaft und beeinflussen Wahrnehmung „Dieser Staat war unerträglich“. durch und Tätern auf der anderen. senden Botschaften aus über die Per.. Geschichten auf einmal nach bewahren sollen.. 312/2011 . „Ostalgie“ focht Begriff in ihrer Lebensbiografie entwertet des Sozialismus und der Delegitimie. [. besondere Probleme beim Umgang mit Veränderung der Umgebung in allen Le- rechtsstaat spricht. schreibung das Herrschaftssystem und hen. Disziplin und Ordnung. [. [.] tet wird. Oktober 2010 rüber hinaus können individuelle Lebens- Informationen zur politischen Bildung Nr.] geteilt. noch umkämpft ist.. [.. A. Die Menschen heute Sein“. „kollektives Gedächtnis“. verurteilen darf. unsere scheint. A. mit Opfern auf der einen Seite gisch auf Versuche. in: Thomas Großbölting (Hg..

Sachsen und Thüringen Land. Der Einzug der west- deutschen Konsumwelt beendete auch die ostdeutsche Mangel- Noch vor der staatlichen Einheit hatten sich die DDR-Liberalen wirtschaft. Dezember die Erinnerung an das. © Globus 2941. beschworene innere Einheit auch zwanzig Jahre nach der Wie- Brandenburg. nicht schafften oder große Staatsbetriebe geschlossen wurden. Sachsen-Anhalt. Dezember 1990. zu werden. neuen oder alten Legenden sein sollte. und die DDR gehört der Geschichte an. Oktober 1990 beginnen in Anwesenheit von Bundeskanzler 4 3 Kohl die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit. Die DDR im Rückblick Von je 100 Befragten sagen: Die DDR hatte … West Ost … ganz überwiegend 5 8 gute Seiten 13 … mehr gute als schlechte Seiten 49 … mehr schlechte als gute Seiten 52 … ganz überwiegend schlechte Seiten 32 keine Antwort 26 Eckel 8 Am Abend des 2. Oktober ter in den bislang staatlichen Betrieben überraschten. Um Mitternacht ist Deutsch. Beschäftigte in Wirtschaft und Verwaltung wurden arbeitslos. Die Erfahrung. dervereinigung noch nicht erreicht. wur. aus der die CDU als stärkste Partei hervorging. Für viele Menschen eröffneten sich dadurch neue Möglich- keiten der beruflichen und privaten Selbstentfaltung. die insbesondere viele Arbei- tember vereinten sich die Sozialdemokraten und am 1. Verschiede. was sie in den vierzig Jahren ihrer Tren- 1990. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik selbst tragendes wirtschaftliches Wachstum zu erreichen. Oktober 1990 fanden in Mecklenburg-Vorpommern. Der mit der Einheit Deutschlands verbundene gesellschaftliche ber stimmten die beiden deutschen Parlamente dem Staats. nung erlebten. die Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei. Osten aufgewendet. Am 20. Auf diese Weise haben die Deutschen die vielfach Am 14. Nach der Bundestagswahl am 2. Mit der Aktion „Aufbau Ost“ versuchte die Bundesregierung ne linke Gruppierungen verbanden sich mit der PDS. als Staat zu existieren. Marktwirtschaft bewältigt werden. Die Maßnahmen hatten jedoch nicht in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. In den Köpfen vieler lebt tagswahlen statt. mit denen die Men. Im Westen rief die lichen Massenprotesten. Quelle: BMVBS. bedarf es der de Helmut Kohl zum ersten Bundeskanzler des vereinten Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte. die hörte die DDR auf. picture-alliance / © dpa-infografik. politischer Courage und gesellschaft. Emnid Stand 2009 land wiedervereinigt. in den folgenden Jahren. wirkt bis heute. Mit der staatlichen hohe Arbeitslosigkeit abzubauen und die Transferabhängig- Einheit wurden für alle Bürgerinnen und Bürgern der neuen keit zu reduzieren. die frei von Deutschland gewählt. 80 Geschichte der DDR wie möglich in private Hand zu überführen. Höhe der Kosten der Einheit Unmut hervor. Doch zugeich mussten auch die Konsequenzen der Mitte August mit der westdeutschen FDP vereinigt. Gesinnungsterror und die Angst vor politischer Re- Die deutsche Einheit pression gehörten der Vergangenheit an. Millionen schlossen sich der „Demokratische Aufbruch“ und die Bauern. aus dem Fonds Deutsche Einheit für den Wiederaufbau im schen im Herbst 1989 auf die Straße gegangen waren: Freiheit. mit fried. deutschen Bundestagswahl am 2. Im Osten verbrei- lichem Reformwillen die kommunistische Diktatur im Osten tete sich das Gefühl. Ende Sep. 312/2011 . partei der CDU an. in den neuen Bundesländern ein Am 3. Septem. tisch. fort. Die Partei „Die Grünen“ und das „Bündnis weil die privatisierten Betriebe den Übergang zur Marktwirtschaft 90“ einigten sich auf eine Zusammenarbeit bei der gesamt. Um die Zukunft zu gestalten. Bis 1995 wurden allein 82 Milliarden DM Bundesländer jene Forderungen erfüllt. Umbruch veränderte die Lebenswelten der Ostdeutschen drama- vertrag mit großer Mehrheit zu. Informationen zur politischen Bildung Nr. Politische Gängelung. allen Bereichen den gewünschten Erfolg. als Deutsche „zweiter Klasse“ angesehen zu Fall gebracht zu haben. Damit Abwanderung in den Westteil Deutschlands zu stoppen.

Matthias: Die Bühnenrepublik. 350). München 1993. Leseland Bauernstaat. Stuttgart 2007. Dierk: Otto Grotewohl (1894-1964). 216 S. Dies. Deutsche Traditi- Engelmann. Wie die SED Moskaus Widerstand ge- in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945-1949. Peter Weiss „Die Ermittlung“ in Ost und West. Peter: Blauhemd und Kugelkreuz.): Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ): 50 Jahre Mauer- Ders. Ein Film von Marc Thümmler. Konflikte zwischen der Dies. 17. Fulbrook. Gedenk- stätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR (bpb-Schriftenreihe Dieckmann. Geißler. Henrik / Wesenberg.. Aufl. 2. Annette (Hg. aktual. Greiner. Jens: Die DDR-Staatssicherheit. Ders. Annette (Hg. / Jarausch. 1178). sowjetisches Modell. 721 S.) 2011..H. (Hg. Hermann: Kleine deutsche Kulturgeschichte von 1945 bis heute. Maria (Hg. Theater in der Bonn 2005 DDR (bpb-Schriftenreihe Bd. 560 S. Eine ungeteilte Nachkriegs. (Hg. 85). Roger u. 184 S. / Wolle. durchges. Dies. Andreas / Stephan.): Auschwitz auf der Bühne.. Ein Handbuch. 1082). 359 S. Bonn 2007 Ders. Bender. 31-34/2011). 528 S. 769). 775). Göttingen 2009. 1136). (Hg. 276 S. (Hg.): Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945.: Ulbrichts Mauer. 164 TV-Dokus zur Fried- lichen Revolution in der DDR. 1112 S. 272 S. Bonn 2009 Ders. Bonn 2010 Ders. Alltag und Gesellschaft in der DDR. Oktober 1989 bis 18. Konrad (Hg.. 348 S. Berlin 2009.. 700 S. deutsch und englisch). Informationen zur politischen Bildung Nr. 416 S. Mary: Ein ganz normales Leben. Gedenkzeichen. 21-22/2009)..): DVD-Edition „60 x Deutschland“. Berlin 2001. Gieseke.): Die Schuld der Mitläufer: Anpassen oder Widerstehen geschichte 1945-1990 (bpb-Schriftenreihe Bd.): Deutsch-Deutsche Zustände. Thomas / Schmidt. 12. 358 S. (Nr.): DDR-Geschichte in Dokumenten (bpb-Schriftenreihe Bd. Berlin 1997. (Hg.. Helge: Flucht im geteilten Deutschland.): Woodstock am Karpfenteich. Der Alltag im Arbeiter. Berlin 2005. Weimar 2009. November 1989. 698).): Mein Land verschwand so schnell . Eine deutsche Biografie. Benz. Schild und Schwert der Partei Bauerkämper. Die dramatischen Ereig- nisse um den 9. München 2009.. Dies. Akten und Intrigen aus der Honecker-Zeit. Bettina: Verdrängter Terror. Jürgen (Hg. 11 Bände. Darmstadt 2011. Arnd: Die Sozialgeschichte der DDR. Personen und Strukturen onen. Dies.): DDR. jetischer Speziallager in Deutschland (bpb-Schriftenreihe Bd. Denise (Hg. Peter: Deutschlands Wiederkehr. DVD. München 2011.: Parallelwelt: Film. 1032). Reihe „fluter“ Nr. Frederick: Berlin 1961. 295 S. 2007. Berlin 2009. Parteien. Juni 1953 – Aufstand in der DDR (Nr. (Hg. Die Gespräche Honecker- Dies. nerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. 312/2011 . Bonn 2007. Kempe.: Die Berliner Mauer (hg. Bertolt Brecht (Nr. 268 S. Chruschtschow und der gefähr- Effner. von der bpb.de/apuz. 7. 1).): Reihe „Themenblätter für den Unterricht“: Herbst '89 in der DDR München 2009. 1029). Frankfurt am Main 2009. Literaturhinweise Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (Hg. 11/2010). Bonn 2009 Dies. Bettina / Heidemeyer. Agnès / Leo. München 2005. Arp. Hope M. 1043). / Kooperative Berlin (Hg. Frankfurt am Main 2009. Gerd-Rüdiger / Winkler. Ham- 1079).: Das MfS-Lexikon: Begriffe. E. 158 S. Roman (Hg. 188 S. Bonn 2007. Die Überwachung des Fotografen Harald Hauswald durch die Stasi. Gemeinsame Nachkriegsgeschichte (Nr.): Einverstanden. gen den Mauerbau brach (bpb-Schriftenreihe Bd. Gunter: Die schärfste Waffe der Partei.): DVD-Edition „Chronik der Wende“. 1185). 327 S. Kennedy. DDR 1990 (Nr. 79). (Hg. (bpb-Schriftenreihe Bd. 83).: Die Berliner Mauer / The Berlin Wall (Reihe „Zeitbilder“ der bpb). Kaminsky. Matthias (Hg. Blobel. Die Jazz-Werkstatt Peitz Großbölting. (Hg. Wolfgang: Auftrag Demokratie. 544 S. durchgeseh. Bonn 2010. Aufl. März 1990. Die Fotos und Videos der Stasi. 780). 16 Le- Frankfurt 2007. (bpb-Schriftenreihe Bd.): Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Berlin 2011. westdeutsches Magnetfeld (1945-1971). Bonn 2010 der DDR. Berlin 2009. bensgeschichten und die Wende 1989/90 (bpb-Schriftenreihe Bd. Gert: Schulgeschichte in Deutschland.): Feindbilder. richt. 639 S. Meilensteine Holzweißig. Bonn 2010 Geschichte – Organisation – Politik. Dies. DVD. 448 S. 1989 (Nr. 400 S. 352 S. Eberle. György: Der Vorhang geht auf.bpb. DVD. Mauerfall (bpb-Schriftenreihe Bd. Dies. Aufl. Dalos.): Orte des Erinnerns. 364 S.): Mauerbau – 13. 2. 20 Jahre nach dem Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hg. a. Broszat. Leseland. (Hg. 81 Frank Mario: Walter Ulbricht. Staatliche Verwaltungen.): Friedensstaat.und bau (Nr. Schriftenreihe Bd. Baden-Baden 2001-2008. 335 S. Chronik Deutschland 1949-2009 (bpb-Schriften- reihe Bd. 276 S. 80). Bonn 2007. Bonn 2000. Bonn 2007 Ein biographisches Handbuch. Dies. Judt. 326 S. München 2009.): Die SED.): DVD-Video „Radfahrer“. 1227 S. Berlin 2011. Erin. Eine Mediengeschichte der Deutschen Einheit (Nr. 6. Berlin 2011. Berlin 2008. Berlin 2007. Hans-Hermann: Chronik des Mauerfalls. Martin / Weber Hermann: SBZ-Handbuch. 120 S. Bonn 2009. Berlin 1999. Der Fischer Weltalmanach. August 1961 (Reihe „Spicker aktuell“ Nr. Friedrich: Deutsche Daten oder der lange Weg zum Frieden Bd. DDR (Nr. / Nooke. in der DDR (bpb-Schriftenreihe Bd. Bonn Breshnew 1974 bis 1982. Stefan: Damals in der DDR.): Risse im Bruderbund. Die Gründungsgeschichte der Bundes. Sportnation? (bpb- (bpb-Schriftenreihe Bd. Parteiinterne Karlsch. bpb / Rundfunk Berlin-Brandenburg: Auf den Spuren einer Diktatur. 250 S. gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte Harrison. 747). München 2011.: Die Stasi 1945-1990. Bonn 2010 Hertle. 523 S. Aufl. 11/2009). Heitmeyer. 671 S. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa (bpb-Schriftenreihe Bd. Bonn der Staatssicherheit der DDR. 203 S. 208 S. Eine politische Biographie. Berlin 2009.. Grafe. Christoph: Arbeiter im „Arbeiterstaat“ DDR. Zusammengewachsen? (Nr. 637). 3. DVD. Dies. Wilhelm (Hg. 509 S. Frankfurt (M. Briefe.): Damals in der DDR – Zeitzeugen erzählen ihre Geschichte. 30. SED und den christlichen Kirchen um die Jugendlichen in der SBZ/DDR. 620). Bonn 2008 Helmberger. 619). 23-24/2007) (Als PDF verfügbar unter www. Ein Einblick in die Defa. Geschichte und Wahrnehmung sow- republik und die Entstehung der DDR 1945-1949 (bpb-Schriftenreihe Bd. burg 2010. 2011 Ders. 528 S. Glaser. München 2006. Köln 2002. 333 S. Die Wismut – Eine populäre Geschichte Hausmitteilungen. DVD. Die Jahresschau. 03/2007). Ulli (Hg.de) Hoffmann. (Reihe „Zeitbilder“ der bpb). lichste Ort der Welt (bpb-Schriftenreihe Bd. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Rainer: Uran für Moskau. Thomas (Hg. Irmer. Aufl. 329 S.): Deine Geschichte – Die DVD für den Unter- Herbst. Bonn 2007 München 2008. 1008 S. Kleßmann. Berlin 2011.

): Spur der Filme. (Hg. Ders. (Hg. Aufl. Neuaufl. München 2009. Berlin 2000. Berlin 1997. München 2009.. Berlin 1998. 2..: Der Preis der Einheit. DVD. Aufl. Studien zur sowje- München 2007. Berlin 2008. Bonn 2000. München 2009. Bill: Das Buchenwaldkind. München 2009. Die DDR 1968 (bpb-Schriftenreihe Hippies in der DDR. 1047). 2. München 2009. Arbeit und Alltag im so. (bpb-Schriftenreihe Bd. 275 S. Damian van / Bispinck. 464 S. Werner: Die Intellektuellen. Aufl. Gerd-Rüdiger u. Steininger. Aufl. Michael: Politik und deutsch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen Roesler. Geschichte in Nachkriegsdeutschland 1945-1949 (bpb-Schriftenreihe Bd. (Hg. Wilfried: Die Sowjetunion und die deutsche Frage. Halle (Saale) 2008. Ritter. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971- und die Krise des Sozialstaates. Inhalte. Berlin 2009. 446 S. 108 S. 728). Loth. 612 S. Bernd: Der Kalte Krieg. Geschichte einer Teilung. 351 S. Erfahrene Werkentin. (Hg. Oskar: Sozialistische Zentralplanwirtschaft in der SBZ/DDR. Ders. 499 S. München 2009. Neuausgabe. 349). / Wolle. Muth. Bonn 2003. 2 Bde. München 2011. Bonn 2005. 1072). Michael: Vor der Mauer. 1137). Robert Havemann Gesellschaft / bpb (Hg. durchges. 619). Debatte (bpb-Schriftenreihe Bd. Bonn 2011. Ders. Erbe. Stöver. Melis. München 2007. Sigrid: Legitimation und Parteiherrschaft. Berlin 2005. 1105). Bonn 2010. Rauhut.): „Republikflucht“. Alexandr O. 762). Ulrich: Kleine Geschichte der DDR. Edgar: Die Mauer. Die Regierung de Maizière und ihr Weg zur deutschen Einheit (bpb-Schriftenreihe Bd. Suckut.. 392 S. Berlin in der Ost-West-Konkurrenz 1948 bis Sabrow. Eine Biographie. Fiktion und Propaganda (bpb.: Die heile Welt der Diktatur. Schkeuditz 2002. Berlin 1996. Konturen an Stalins position in der DDR. Aufl. 411 S. München 2006.. Sowjetische Truppen in Rödder.: Geschichte der Opposition in der DDR 1949-1989. Bonn 2002. erw. Andreas: Deutschland einig Vaterland. Bonn 2000. vereinigung (bpb-Schriftenreihe Bd. Berlin 2003. 318 S. 276 S. bilder“ der bpb). 6. Göttingen 2007. Lemke.): Staatspartei und Staatssicherheit. durchgeseh. Ders. erw. 4. Poss.) 1991. Berlin 2010. Strukturen. Ders... durchgeseh. Zum Paradox von Sta- bilität und Revolution in der DDR 1945-1989. Stefan: Roter Stern über Deutschland. Neubert. Bd. Berlin 2011. Ingrid / Warnecke. Berlin 2006. Wolfrum. Stuhler. 396 S. Frankfurt (M. Alltag und Herrschaft in der DDR 1961-1971 147 S. „Die Russen“ in Deutschland 1945-1994. Steiner.: Der Traum von der Revolte. Hermann: Die DDR 1945 bis 1990. 680 S. Ders. Siegfried: Parteien in der SBZ/DDR 1945-1952 (Reihe „Zeitbilder“ der bpb).. 383 S. Systemkonkurrenz (bpb-Schriftenreihe Bd.): Der 17. Möller. Berlin 2010. 1104). Stephan. Aufl. Berlin 2001. 207 S. 2. Informationen zur politischen Bildung Nr. / Kochan. 408 S. 480 S. 327 S. Thomas: Bye. Alexander von / Leh. Detlef: Deutsch-deutsche Grundlagen. Schwarzer.82 Geschichte der DDR Kowalczuk. 490 S. 2009.: Die rätselhafte Stabilität der DDR. 1010). Andreas / Winter. 648 S. Rainer / Kowalczuk. Berlin 2007. André: Von Plan zu Plan. Göttingen der bpb). Henrik (Hg. len Institutionen. politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik in den Jahren von 1969 bis 1982. Recht und Freiheit. 431 S. Formen des Widerstandes und der Op.): Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien. Ed: Die letzten Monate der DDR. Aufl. / Süß. 647 S. Tramps und Ders. Bonn 2011. Die Geschichte der Wieder- der DDR. 372 S. Leipzig 2001. 413 S. 5. Aufl. München 2001. Ehrhart: Unsere Revolution.): Jugendopposition in der DDR Schriftenreihe Bd. 656 S. 1487 S. Jens: Frühling auf dem Lande? Die Kollektivierung der DDR-Land- Mählert. Silke: Besatzer. Die DDR im internati- Aufl. 1989 (bpb-Schriftenreihe Bd. Irina: Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrn. Peter Jochen: Geschichte der SED. 318 S. Ulrike / Eckert.. Zum Verhältnis Mechanismen. Chruschtschows Aufstieg und der Weg zum Berlin-Ultimatum. Mittenzwei. Wahrheit. Ein Handbuch.. Wengst. Ein Aufstand für Einheit.: Justiz in der SBZ/DDR 1945-1953. überarb. Almut: Ein unglaublicher Frühling. 336 S. Ingrid: Die DDR-Außenpolitik 1945-1972. 783). 320 S..): Zwischen tion in der Berlin-Krise (Herbst 1960 bis Herbst 1962). Ilko-Sascha: Endspiel. Dokumentation einer stadt (bpb-Schriftenreihe Bd. Bd. Berlin 2009. Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947-1991. 312/2011 .: Aufbruch nach Utopia. 625). 116 S. u. 161 S. onalen System 1949-1989. Flucht und Abwanderung aus der SBZ/DDR 1945 bis 1961. a. Lübben City. Bonn 1998. Niven. a (Hg. von SED und MfS. 528 S.): Die Parteien und Organisationen der DDR. 120 S. Wentker. chen 2011. Gerhard (Hg. Bonn 2010 Ders. 1116). Göttingen 2007. Elke: SED-Agrarpolitik unter sowjetischer Kontrolle 1949-1953. Wettig. 187 S. 2008. Hermann: Außenpolitik in engen Grenzen. Ulrich: Honecker. 822 S. Weber. 423 S. Die Westmächte und Adenauer in der Berlin- krise 1958-1963. Walter (Hg. 330 S. Meuschel. Herrmann: Das doppelte Deutschland. Malycha. u. Ergebnisse eines ordnungspolitischen Experiments (1945-1989). 568). 405 S. Juni 1953.. Stefan: Aufbruch in die Stagnation – Die DDR in den Sechzigerjahren Defa (bpb-Schriftenreihe Bd. a. Falco: Recht und Justiz im SED-Staat (Reihe „Zeitbilder“ der bpb). Transformation und Rolle ihrer zentra- Schriftenreihe Bd. 40 Jahre München 2008. 255 S. 3: Kulmina- Poppe.): SMAD-Handbuch. Bernd: Die demokratische Revolution in der DDR (Reihe „Zeitbilder“ Satjukow. 1949 bis 1989. Zur Geschichte der Völklein.): Erinnerungsorte in der DDR (bpb-Schriftenreihe Bd. 256 S.): Chruschtschows Westpolitik 1955-1964. 191 S. 256 S. Die Revolution von 1989 in der DDR (bpb. 2. zialistischen Deutschland (bpb-Schriftenreihe Bd. u. 468 S. Die Sowjeti- sche Militäradministration in Deutschland 1945-1949.. Berlin 2011. Bonn 2003. 720 S. Martin (Hg. Gerhard A. Selbstbehauptung und Anpassung. Horst / Tschubarjan. bye.. Scherstjanoi. Ders. tischen Deutschlandpolitik. Ilko-Sascha (Hg. Müller-Enbergs. Udo / Wentker. Die Geschichte der Jahre 1989/90. Helmut u. (Reihe „ZeitBilder“ der bpb). Ders.): Wohin treibt die DDR-Erinnerung. Peter (Hg. Schöne. Kruse. Zeitzeugen über die Wolle. Michael: Rock in der DDR (Reihe „Zeitbilder“ der bpb). Andrew I. erw. Mün- Port. Literatur und Politik in Ost- deutschland 1945-2000. 1616 S. Bluesfreaks. Jörg: Ostdeutsche Wirtschaft im Umbruch 1970-2000 (Reihe „Zeit- von 1945 bis 1989. 422 S. Lindner. 563 S. München wirtschaft. 567 S. 2. Berlin 2008. Berlin 2007. 2.: Sowjetische Deutschland-Politik 1953 bis 1958. Von der Grün- dung bis zur Linkspartei (bpb-Schriftenreihe Bd. 520 S. München 2011. Nakath. Berlin 2010. 540 S. überarb. 440 S.. Die deutsche Wiedervereinigung Ders.. Liebmann. 190 S. München 2007. 1961. durchges. Köln 2011. 602 S. München 2011. Plato. Rolf: Der Mauerbau.. 969 S. 720). 2. 719). Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR (bpb- Schriftenreihe Bd. Stuttgart 1999.

u.bpb.de Druck: Informationen über das weitere Angebot der Bundeszentrale für politische STARK Druck GmbH + Co.Kontraste_Auf_den_Spuren_einer_ Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn zur Gründung der SED. Thomas Großbölting.html seine Promotion zum Thema „Die SPD in der Sowjetischen Besatzungszone www. Bernadett Walker. E-Mail: info@bpb. Christine Hesse (verantwortlich/bpb). Bonn. Gesamtgestaltung: KonzeptQuartier® GmbH. 312/2011 .bpb. Professor für Neuere und Neuste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. am Institut für Geschichte der Medizin/Zentrum für Human- www. Verbindungsstraße 1. Danach folgten Tätig- Diktatur_. ISSN 0046-9408.html (1996 bis 1998). Cornelius Strobel. Jutta Klaeren. am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (1999 bis 2001).de/index.0.de/themen/PTENMV.0.0. für die www. KG. Der Umwelt zuliebe werden die Informationen zur politischen Bildung Cornelius Strobel (Volontär) auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt.html Deutschlands im Jahre 1945“ ab.0. Direktor des Hannah-Arendt-Instituts.bpb.bpb.Weltfestspiele_1973. Derzeit ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Forschungsprojekt „Die SED zwischen Mauerbau und www.00 Uhr und Erscheinungsweise: 15.de/themen/HLHZQS. Strukturen.de/themen/68PQ10. Kontakt: malycha@ifz-muenchen. 18184 Roggentin Umschlag-Rückseite: Fax: 03 82 04/66-273 oder E-Mail: bpb@ibro. Abonnement-Anmeldungen oder Änderungen der Abonnement- Straße 19. Informationen zur politischen Bildung Nr.html Instituts für Marxismus/Leninismus beim ZK der SED bzw.bpb.0. Dr. Gutachten und redaktionelle Mitarbeit: Prof.00 Uhr und freitags zwischen 8. Vertrieb: Für telefonische Auskünfte (bitte keine Bestellungen) steht das Info- IBRo. Bonn. Melli-Beese. Der Text kann in Schulen zu Unterrichtszwecken vergütungsfrei vervielfältigt werden. Christine Hesse. Dr. In den Jahren von 1992 bis 1996 arbeite- te er als freiberuflicher Historiker an verschiedenen Projekten. Carsten Milbret – kleinespresse- Bundeszentrale für politische Bildung c/o IBRo.0. Günther Heydemann.Ostzeit.de Mauerfall. und die Wissenschaftsgeschichte der DDR.html Humanmedizin Berlin (2008 bis 2010). 1989 schloss er www.de/themen/DWWXEI. 53113 Bonn. Paderborn Anforderungen Titelbild: bitte schriftlich an Straßenszene in Rostock im Juni 1983.Deutsche_Teilung_Deutsche_Einheit. und Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Zeitgeschichte an der Universität Leipzig. 83 Internetadressen Autor www. Prof. www. Auflage dieser Ausgabe: 700 000. Bonn. an der Technischen Universität Dresden der_DDR.00 Uhr zur Verfügung.0.jugendopposition. Adenauerallee 86.0. a. speziell die Geschichte der SED. Art Direktion: Linda Spokojny.00 Uhr und 16. Internetadresse: www. September 2011 Fax-Nr.de Andreas Malycha studierte von 1978 bis 1983 Geschichte an der Universi- tät Leipzig.bpb. Redaktion: Jürgen Faulenbach. des Instituts für Geschichte der Arbeiterbewegung in Berlin beschäftigt. 18184 Roggentin telefon der bpb unter Tel.Sprache_und_Sprachgebrauch_in_ medizin Berlin (2003 bis 2005).17juni53. Jutta Klaeren. Dresden.0.de/themen/AVYZYN. team Kastanienweg 1. 90768 Fürth modalitäten bitte melden an informationen@abo.html (2005 bis 2008) und am Institut für Geschichte der Medizin/Zentrum für www.de/themen/KGBNU7. 75181 Pforzheim Bildung / bpb erhalten Sie unter der links oben genannten bpb-Adresse.: 02 28/99 515-115 Montag bis Donnerstag zwischen 8.: 02 28/99 515-309.de KonzeptQuartier® GmbH Absenderanschrift bitte in Druckschrift.de Impressum Herausgeberin: Redaktionsschluss dieser Ausgabe: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.php?id=1 Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des politischen Systems in der DDR.de/themen/JIRGFC.bpb. Eliten und Konflikte (1961-1989/90)“ am Institut für Zeitgeschichte.html keiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin www. München-Berlin tätig.bpb. vierteljährlich.bpb.0.50_Jahre_Mauerbau.Geschichte_der_DDR.0.de Text und Fotos sind urheberrechtlich geschützt.chronik-der-mauer. Von 1983 bis 1991 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des www.de/izpb.

Die gemeinsame Besatzungspolitik der vier alliierten Siegermächte scheitert am aufbrechenden Ost-West-Konflikt.270 Der Weg zur Einheit führt durch vier Jahrzehnte deutscher Zweistaatlichkeit. und der Terror der RAF erschüttert die Gesell- schaft.Sie wollen mehr wissen? Einblicke in die deutsche Geschichte vor Bestellt werden können die Hefte bei IBRo.und Friedensbewegung eröffnen sich neue Wege bürgerschaftlichen Engagements. 4. führen. die APO. Auch in der Bundesrepublik machen sich wirtschaftliche Ein- brüche bemerkbar. innenpolitische Reformen und eine neue Ostpolitik. Erst der Bau der Mauer 1961 setzt der Massenflucht ein Ende.316 Deutschland 1945 . die allerdings ohne den Mut der Menschen in der DDR und ihre fried- liche Revolution von 1989 nicht zustande gekommen wäre. und nach 1945 bieten die zeitgeschichtlichen Fax 03 82 04 / 66 - 273 oder E-Mail bpb@ibro. Bestell-Nr.1949 beschreibt die Anfänge im zerstörten Nachkriegsdeutschland. der DDR und der Bundesrepublik.256 Zeiten des Wandels sind die Jahre von 1961 bis 1974. In der DDR wird ein sozialistischer Staat nach sowjetischem Muster errichtet.258 Deutschland in den 70er/80er Jahren zeigt. Von ihr gehen jedoch fortdauernde Impulse für Gesellschaft und Kultur aus. Bestell-Nr. Bestell-Nr. Politik. 4.250 . Vorbelastet durch den Ersten Weltkrieg. 4. 4. Kastanienweg 1. Erst das Ende des Ost-West-Konflikts eröffnet die Chance zur Wiedervereinigung. 4.bpb. politischen Bildung“ Weimarer Republik nennt sich von 1919 bis 1933 die erste Demokratie auf deutschem Boden. Westdeutschland bewältigt die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen. 4. 18184 Roggentin. Bestell-Nr.de oder unter www. Bestell-Nr.de Themenausgaben der „Informationen zur Einzelausgaben sind kostenlos erhältlich. Wirtschaft und Kultur. geschüttelt von politischen und wirtschaftlichen Krisen scheitert sie schließlich nicht zuletzt mangels Rückhalt in der Bevölkerung. 4. die zur Gründung zweier deutscher Staaten. Und danach musste der Weg zur inneren Einheit gemeistert werden.314 und 4. Das erste beschäftigt sich mit Aufstieg und Herrschaft Adolf Hitlers und der nationalsozialistischen Bewe- gung bis vor Kriegsbeginn.259 Deutschland in den fünfziger Jahren erlebt entscheidende Weichenstellungen in Gesellschaft. die soziale Marktwirtschaft führt zu vorher nie gekanntem Wohlstand.261 Nationalsozialismus ist das Thema zweier Hefte. Bestell-Nr. Bestell-Nr. Das zweite Heft thematisiert den Zweiten Weltkrieg sowie die NS-Vernichtungspolitik. für Sendungen ab 1 Kilo Gewicht fallen Portokosten an. So gehen die drei Westzonen und die Sowjetisch Besetzte Zone bald getrennte Wege. Die DDR sucht sich durch Abgrenzung von Westdeutsch- land zu konsolidieren und verknüpft mit dem Wechsel von Ulbricht zu Honecker die Hoffnung auf einen Neubeginn. wie die DDR-Führung als Folge politischer Stagnation und öko- nomischer Dauerkrise zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung verliert. In der Umwelt. Die Bundesrepublik erlebt die Große Koalition.