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EXCHANGE DISSERTATIONS

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Franz Joseph Molitors
melaphysische
Geschichtsphilosophie

Inaugural-Dissertation
Der Hohen Philosophischen
Fakultät der Universität

Erlangen
zur

Erlangung der Dokiorwürde
vorgelegt von

Carl Frankenstein
Charlottenburg

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Negelein. Dr. .y ß Referent: Geheimrat Prof. Dr. HenseL Dekan: Prof. v. P.

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Inhalts-Verzeichnis. 12. Zeit- „ReaHsmus" Der hypothetische Anfangszustand und Entwicklung Das Problem des Bösen Die Wirkungen des Sündenfalls Das Problem der historischen Tradition a) die plangemäße 2. und ihr dreigeteilter Aufbau Das Universum Der Prozeß der Schöpfung alter des . Der erste Unterricht b) Die Kultur als Kette der Traditionen c) Die jüdische Tradition d) Ihr formeller. Die religiösen.. Maschiach Die Situation der nichtjüdischen Völker zur Zeit Christi Die Funktion Christi Der plangemäße Verlauf der nachchristUchen Geschichte Die tatsächliche Geschichte der Juden nach Christus . Die Struktur der dreieinigen Gottheit in ihrem Ansichsein 2 Die aktive tmd die rezeptive Lebensbewegung der Kreatur 3. . Ihre Umbüdung nach dem Exil als Vorbereitung für . . Das Jünglingsalter der Menschheit von Abraham babylonischen Exil a) bis zum Von Abraham Ägypten und b) c) Von bis Levi die Wüstenwanderung Jehoschua bis zrnr Teilung des Reiches . xmd des Heidentums 3. 4. 5. Die „reale" Wirkhchkeit des Judentums 1. 3. 4. 14. III. 4. 16. den 13. Die Lehre von der physischen Die physische Reinigung Die Realität der Tumah Tumah — 55 55— 57 57 — 58 58— 59 59— 60 60 61 — 78 61 — 63 63 — 66 66— 67 67 53 54 54 . Die Formen des Heidentums a) Fetischismus und Sabäismus b) Die Systeme der Selbstvemichtung und der Produktion Die Tradition und die göttliche Führung bei den Nach- kommen Schems 10. 6. ethischen und sozialen Unterschiede des Judentirais 2. Franz Joseph MoHtors metaphysische Geschichtsphilosophie Die spekulativen Ideen I.. 8. Die Konstruktion der geschichtlichen Entwcklung im 1. gesetzUcher und mystischer Teil . . Der Verfall von Noach bis zum Turmbau 9. — — 36 27 27 — 30 30 — 33 33 — 36 24 24 — 9 23 24—105 7 11— II. Die theoloratische Verfassung des alten Jissrael .'. Die göttUche Fülmmg Die Urzeit und ihr Verfall bis zur Sintflut 7. Vorwort Einleitung Thema: I. — 60 37 — 39 39— 41 41 — 42 42 — 45 42— 43 43 43 — 44 44— 45 45 — 46 46 — 48 48— 49 49— 51 49— 50 50 — 51 51 — 52 52 — 54 52 52 — 53 37 d) Die regenerierende Wirkung des Exils II. 15.

Christentum. 11. Die plangemäße Entwicklung der Spontaneität . Das Urchristentum 2.. 95 85 85 — 86 86— 87 87 89 89 a) Der Materialismus b) Der Vitalismus 7. 6... 10. Die „Kranikheiten des menschlichen Geistes" . . Die Trennung von „Profan" imd „Heilig". Judentum und. Die „ideale" Wirklichkeit des Christentums . Der Tempel Klerus und Laien f) Das Abendmahl g) Zusammenfassung der christologischen Ansichten Molitors Die Weihung des täglichen Lebens a) 99—100 100—101 101 102 102 102 102 104 Die Sakramentalien b) Die Orden 5. Das plangemäße Verhältnis von Kirche imd Staat . 9.. Wissen und Glauben VI. 4. Einleitung 2. . von Staat und Kirche 3. . . 71 — 74 74— 75 75 — 76 76 76— 77 77— 78 70— IV. Die plangemäße Entwcklung des Christentums 5. ._ 5. die Philosophie des Absoluten 8... 6 — 67 67 68 68 69 70 71 Die Lehre von der psychischen Tximah a) Ihre Entstehung und die Arten ihrer Äußerung b) Ihre Wirkung auf Gott und Universum c) Die Ahgötterei . c) Der realistische Pantheismus und die Wissenschaftslehre Die Regeneration durch das Denken. die reale und die ideale Wirklichkeit 79— 82— 82— 83— 85 85 81 V. Die Innungen Schluß: Franz Joseph Molitors Leben imd Entwicklung Anmerkungen literaturverzeichnis — —104 105 106 —117 119— 135 137 — 139 . Der Mord Die Unzucht Das metaphysische Gerechtigkeitsprinzip Seine Anwendung auf das soziale und rehgiöse Leben e) f) . Die scheinbaren Ungerechtigkeiten Ibbur und Gilgul Die vier Hauptstrafen Die Seele nach dem Tode . Die tatsächliche Entwicklung des christlichen Geistes bis zur Aufklärung 6. .. 8. Die Konstruktion der geschichtlichen Entwicklung im Zeitalter des „Idealismus" 1. d) Die Magie und ihre verschiedenen Formen — 71 — 68 — 69 — 70 6.. 7.. 3. Der Realismus im Christentum Der Kultus Die Feiertage b) Die Verehrung der Heiligen c) Die Ausgestaltung des Gottesdienstes a) 95 94 105 94— 95 97 95 — — 97—101 97— 98 99 99 — 98 99 d) e) 4. — 87 — 90 89 — 90 91 90— 91— 1 .

das zu seiner Zeit in weiten Kreisen Aufsehen und Bewunderung erregte. hatte ihm wie kaum einem anderen Menschen die Augen geöffnet für die Tragweite der Grundideen der jüdischen Metaphysik. oft ist es die in dem Werke abgebildete geistige Struktur des Verfassers. Die nachfolgende Arbeit will auf die eigentümliche Geschichtsphilosophie eines fast völlig verschollenen deutschen Philosophen der Restaurationszeit hinweisen. so wäre es ihm möglich gewesen. dem er 47 Jahre seines Lebens widmete. warum ein Werk. Es mag daher zunächst von Wichtigkeit sein.Vorwort. ist ein dauernder Versuch. weil ihre Inhalte zu lebensschwach sind. So war es auch bei Franz Joseph Molitor. können vielmehr mußte . Vielleicht fühlte er sich sogar in seiner eigenen katholischen Religiosität bedroht durch die Erkenntnis jener anderen Inhalte. der sein von Krankheit geschwächtes Leben mit asketisch-rigoroser Strenge ausschließlich in den Dienst einer Idee stellt. Intensivstes Studium der jüdischen Literatur. Ein strenger Katholik. die eine selbständige. von diesem Verfasser unabhängige Wirkimg seiner Ideen erschwert. wenn man seine hingebenden DarsteUimgen des Judentums und seiner Realität liest. zwei sich letzten Endes schroff gegenüberstehende Weltanschauungen. die jüdischkabbalistische und die christlich-katholische. sucht Molitor seine tiefe. wenn auch im systematischen Zusammenhang des Ganzen. Nicht aUe Werke gehen im Laufe der Zeit aus dem Grunde unter. dessen einzelne Bände in großen Zeitabständen ^) veröffentlicht wurden. die beiden Weltanschauungen zu stützen. Als „reiner Wissenschaftler" hätt€ er entwechselseitig weder die eine oder die andere (oder auch beide imabhängig voneinander in ihrer Antithese) darstellen müssen. Er war jedoch zu sehr Katholik. solcher Vergessenheit anheimfallen konnte. Hätte er das getan. so doch . d. So kann es wenigstens scheinen. als daß er sich ausschließlich auf jene Ideen hätte konzentrieren oder die letzten Konsequenzen aus ihnen hätte ziehen er versuchen. Sein Werk „Philosophie der Geschichte oder über die Tradition des alten Bundes und ihre Fortführung in der Kirche des neuen Bundes". zu einer Synthese zu bringen. die er als zentral erkannt hat. die einzelnen Probleme als solche. sich zu überlegen. durch philosophische Reflexion fundierte Religiosität mit der religiös -fundierten Metaphysik des Judentums zu vereinen. h.

die in ihm selber wider einander stritten. Dagegen das Prinzip seiner Geschichtskonstruktion selbst oder seine Einstellung zur Historie zu untersuchen. So aber oidnete sich ihm alles Einzelne der einen großen Linie unter. Die Intention seiner nach der Religion orientierten Philosophie war die Regeneration d^s Lebens. wo es sich um die konstitutive Problematik seiner Geschichtsphilosophie handelt: um die Beziehung des Judentums zum Christentum. daß im Laufe der Arbeit nur immanente Kritik geübt wurde. Als katholischer Philosoph aber. Hier hegt aber auch der Grund dafür. daß Molitor als Philosoph vergessen werden konnte.— zugleich in isolierter 8 — Ausprägung erfassen zu können. wie sich auch im Formalen die unüberwundene Diskrepanz zwischen seiner christlichen. andererseits. metaphysisch-begründeten Religiosität und seiner jüdischen. auf Molitor erst wieder einmal hinzuweisen. um den Zweck dieser Arbeit. dessen Ideen im Dienst einer religiösen Absicht standen.h. eine nach Möglichkeit Geschichtsphilosophie Franz Joseph Darstellung MoHtors zu geben. bei dem außerdem der Eindruck seiner Persönlichkeit den seiner Ausführungen noch verstärkte. die für ihn gleichzeitig eine große Tendenz bedeutete: das Christentum mit dem Judentum. die jüdische und die christliche Weltanschauung. in weiten Kreisen. sondern immer nur im Zusammenhang mit seiner katholischen Philosophie betrachtet. d. der in der Hauptsache darin besteht. Diese Tendenz verband sich mit dem Bestreben. die Tatsache. freier Bestreben. die Tradition und Realität des alten mit der des neuen Bundes zu verbinden. um deutlich zu machen. als Philosoph. auszugleichen. um nicht durch eine solche Transponierung in eine andere Ebene. war er von vornherein nur auf ein geringes Publikum angewiesen. wurde vermieden. auch die Inhalte mit anderen Ideen in assoziativen Zusammenhang zu bringen und sie so zu fälschen. Als Kabbalah-Forscher schätzt man ihn auch heute noch 2). religiös-begründeten Metaphysik manifestiert. Als reinen Philosophen hat man ihn schon zu seinen Lebzeiten nur selten betrachtet^). Ebenso erklärt sich aus dem objektive der . wenn auch nur die des Formalen. Dies durfte in der nachfolgenden Arbeit nicht durch eine einseitig philosophische oder kabbalah-exegetische Darstellung verwischt werden. Hier soU nun Molitors Geschichtsphilosophie selbst und ihre Entstehung aus der eigentümlichen Synthese der jüdischen und katho: — — lischen Weltanschauung dargestellt werden. Aus diesem Grunde wurde auch die zmschen religiöser und metaphysischer Ausdrucksweise schwankende Diktion großenteils beibehalten. ebenso me zu seiner Zeit. Bisher hat man ja gerade die Geschichtsphilosophie Molitors (vielleicht unter dem Einfluß seiner eigenen Betonung) niemals als solche. einerseits. und zwar in der Hauptsache da. Und so entstand seine Geaus einem religiös-metaphysischen und schichtsphildsophie ethischen Bedürfnis also. nicht zu verfehlen.

Einige der auffallendsten Inkonsequenzen sind vom Verfasser korrigiert worden. der (s. nach dem Molitors Werk zu beurteilen ist. für die identisch.— 9 — Eine Explizierung der spekulativen Ideen war unbedingt notscheinbar nicht alles. « . denn hier sollte der geschichtsphilosophische Wertmaßstab aufgestellt werden. 9) die exakte Aussprache durch die Schreibweise wiederzugeben bestrebt ist. Spekulation und Geschichtsphilosophie sind letzten Endes bei Molitor gesetzt wird. daß der Verfasser sich bei der Transkription hebräischer Namen im Prinzip an Molitor angeschlossen hat. Denn das spekulative Weltbild ist ein integrierender Bestandteil dieser Philosophie der Geschichte. was hier auseinanderwendig. hat er im Rahmen der Einleitung darzulegen versucht. ohne jedoch hierbei konsequent zu verfahren. In rein formaler Hinsicht sei bemerkt. wenn auch — — Geschichtsphilosophie von Wichtigkeit ist. Weshalb der Verfasser gerade diese Geschichtsphilosophie der Wiedererweckung für wert hielt. die in das Zentrum ihrer Konstruktion die Beziehung zwischen Gott und Mensch setzt. I^ S.

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so stand doch die Methodenlehre selbst über den beiden Gruppen von Wissenschaften und war anwendbar zur Sonderung der verschiedenen Betrachtungsweisen auch innerhalb der durch die übergeordnete Methode bedingten Umgrenzung. den Begriff der Geschichtsphilosophie zu klären. Erkenntnistheorie oder Ästhetik. das Kant nur begründet hatte. die Fülle der Betrachtungsweisen der Wirklichkeit kritisch voneinander zu trennen. Die Umwandlung zur Mathematik. Den Ausgang bildet die reine Wirklichkeit („das heterogene Continuum") ^). Man begnügte sich. zur Naturwissenschaft oder zum Kunstwerk (um nur einige Möglichkeiten herauszugreifen) geschieht durch die konstitutiven Kategorien dieser Umwandlungsgebiete. Die Unklarheit auf diesem Gebiete philosophischer Spezialforschung. Seit langem schon bemüht man sich. machte natürlich jede Diskussion über die konstituierenden Prinzipien und die Aufgabe der Geschichtsphilosophie unmöglich. Das Prinzip kritischer Methodensonderung. wenn diese sich zwar aus dem Zusammenschluß einzelner Wissensgebiete unter der konstitutiven Leitung der (individualisierenden und generalisierenden) Methode ergaben. B. Erst jetzt war die Möglichkeit gegeben.Einleitung. also z. bzw. Denn. Erst durch Windelband und Rickert wurde der Blick auf die grundlegende Frage der Methode gelenkt und damit eine neue Epoche wissen- schaftlicher Geschichtsphilosophie eingeleitet. Vielleicht in allen Wertgebieten lassen sich bestimmte Analogien für den Aufbau und Fortgang der Forschung feststellen. Wieweit ist diese Trennung in der Geschichtsphilosophie möglich. konstruktive Theorien über den geschichtlichen Verlauf aufzustellen. zu begrenzen und zu bestimmen. systematisierende Darstellungen der geschichtsphilosophi sehen Bemühungen zu geben*). Auf der Basis dieser logischen Untersuchimg baut sich dann die systematische Zusammenfassung (also etwa die Enzyklopädie) auf. die uns zunächst zu beschäftigen hat. führte nicht nur zu der bekannten Unterscheidung zwischen Kulturwissenschaften und Naturwissenschaften^). . die konstitutiven Prinzipien der verschiedenen Wertgebiete. für das erst lange Zeit nach Kant. ja auch lange Zeit nach der Blüte geschichtsphilosophischer Spekulation das kritische Interesse erwachte. und wieweit ist sie vollzogen? Das ist die Frage. Dieser zweiten Stufe folgt die der logischen Untersuchung der verschiedenen Methoden. sondern auch zu weiterer Trennung innerhalb der beiden großen Gruppen.

die der Künstler schafft. suchen die der Welt als Wirklichkeit zugrunde liegenden Prinzipien zu erfassen. die Universalgeschichte dagegen die Geschichtsphilosophie als ihre Direktive nicht entbehren könne). die philosophische Universalgeschichte als die systematische Verbindung aller Eiuzelhistorien (natürlich nicht aller Einzel ge s ch eh nisse) zu einer Ganzheit. haben kaum etwas miteinander gemein (obwohl sich hier mehr Berührungspunkte aufzeigen ließen als bei unseiem ersten Beispiel). so ist dies doch schwerlich als der Inhalt der spezifisch geschichtsphilosophischen Tätigkeit zu bezeichnen. B.und Begriffsbildung Philosophie.i-. 2. dem Historiker die Fülle der als wirklich gegebenen Fakten zu ordnen^). Er sagt^): „Geschichtsphilosophie ist in erster Linie nach aller Analogie der Wort. Denn wenn Bernheim der Geschichtsphilosophie die Funktion gibt. die das Objekt der Begriffs Geschichtsphilosophie. Keine dieser Stufen enthält jedoch die eigentliche Geschichtsphilo Sophie. Philosophisch Ähnlich der Geschichtsphilosoph. ist erst Sache des Logikers)." Damit kommen wir auf eine wesentliche Bestimmung des Die Natur. wie ihn die Universalgeschichte hat. Die Kunst. das sie zur Exemplifizieiung ihrer philosophischen Weltansicht benötigen. Und die Kunst. und keine philosophische Disziplin hat einen derartig deskriptiven Charakter. ist diese Tätigkeit nur insofern zu nennen. Diesen Stufen entsprechen in der Gescliielitsbetraclitung: 1. Die konstituierenden Kategorien sind sich diametral entgegengesetzt. der Naturphilosoph wie der Kunstphilosoph. suchen die Wirklichkeit zu interpretieren. Die Ordnung der Fakten ist bereits Aufgabe des Historikers. als jede der Wirklichkeit nach philosophischen Prinzipien Bearbeitung vor sich geht. bzw. ist eine völlig andere als die des Naturwissenschaftlers. wird von ihm mit ganz anderen Katego- . die auswählende Bearbeitung dieser Wirklichkeit durch den wertbeziehenden Historiker. Schelling) spricht. Beide. Und so trennt ja auch gerade Beinheim an einer anderen Stelle seines Werkes die philosophierende Betrachtung der Weltgeschichte und die Geschichtsphilosophie (wenn auch die Geschichtsphilosophie die Universalgeschichte als ihr Material. Die Wirklichkeit des Geschehenden. die erkenntnistheoretische Untersuchung der Methoden dieser Wissenschaft. die dem Historiker in gleicher Weise wie dem Geschichtsphilosophen gegeben ist. die geschiclitliche WirkKchkeit als die kausale Abfolge unendlicher Fakten. naturphilosophischen Betrachtung bildet. und die Kunst. 3. wodurch die Historie als Wissenschaft zustande kommt'). von der der Kunst philosoph (so z. ohne daß jedoch bereits in dem Akt des „Bearbeitens" Klarheit über diese Prinzipien vorhanden zu sein braucht (sie ins philosophische Bewußtsein zu heben. 4. wenn auch die beiden zugrunde liegende Wirklichkeit die gleiche ist. die Natur gibt ihnen nur das Material an die Hand. die Geschichtslogik.

Dazu aber philosophischer. handelt es sich bei den ersten dieser Konstruktionen um die Bestimmung des Zieles. da er ja die Geschichte nur benutzt. Der Geschichtsphilosoph dagegen benutzt das Material des geschichtlich Gegebenen zur Exemplifizierung seiner philosophischen Zweck ^^) Der Historiker will — — Geschichtsphilosophen interessiert also primär der Einwiikungen seiner freien Handlungen auf den Sodaß also nicht geschichtlichen Verlauf im weitesten Sinne. aus der unendlichen Fülle des Gegebenen die Fakten aus. die Eiert ^^) . S. die sich in der Entwicklung Den Mensch und die seiner Anschauungen^*) d. üniversalhistorie völlig überflüssig. nicht wertend. manifestieren. nur die eigentlich historischen Prozesse als Äußerungen der menschlichen Lebensbewegungen angesehen werden. sie ein in theologische. die den Gesamtprozeß des Gewordenen veranschaulichen ^^^^ Dje Geschichte ist ihm Selbstzweck. struktur-interpretatorischer könnte ein einziges Beispiel einer Entwicklung. 83). in Betracht. zum Objekt geschichts- Arbeit werden Für den Geschichtsphilosophen wäre daher eine (s. (La praxi wird man allerdings schon deshalb mehrere Beispiele brauchen. wenn es nux stringent genug wäre. Der Geschichtsphilosoph fragt: Was liegt diesem Entwicklungsprozeß zugiunde im Menschen. juristisch-staatsphilosophische. Fragt man jedoch weiter: Welche? ist der Sinn einer solchen Entwicklung zu diesem oder jenem ZieH so ergibt sich hier — . u. o. welches entweder in der besten Staatsverfassung oder in der entwickeltsten Morab'tät. Bernheim) so kommen nur die Teile der Geschichtsphilosophie.) Vergleichen wir mit der aufgestellten Funktion der Geschichts" Philosophie die Hauptrichtungen in ihrer bisherigen Entwicklung! Es wird sich hierbei allerdings einzig und allein um die Bemühungen handeln. ethische und fatalistisch-naturwissenschaftliche Theorien^®). der Universalhistoriker in erster Linie Historiker (s. er wählt wertbeziehend ^^). Er teilt metaphysische. Die Historie ist „die Erforschung und Darstellung des einmaKgen Entwicklungsprozesses"^^). ausreichen. die wechselseitige Ergänzung vieler „apologetische Geschichtsphilosophie" nennt. weil man kein einziges nach allen seinen Bedeutungen hin ausschöpfen und verstehen kann und daher Veranschaulichungen nötig hat. welche Lebensbewegungen des Menschen haben die und die geschichtlichen Prozesse hervorgerufen? bearbeitet wie von dem Erkenntnis de» normaliter geschichtlichen Universums. das Material muß ihm daher heilig sein. . in der Geschichte irgendein Gesetz oder einen „Sinn'* aufzufinden. Der Geschichts logik er ist in erster Linie Logiker. entweder in der sich selbst eifassendeu und objektivierenden Vernunft oder in der Rückkehr der Welt in ihren Anfangspunkt (Gott) angesetzt wird.— rien und zu einem ganz anderen Historiker. sondern auch die Krankheiten des menschlichen Geistes. Wäh- rend die letzte aus späterhin zu erörternden Gründen als Geschichtsphilosophie fortfällt. h. um durch sie den Menschen zu erklären. 13 — Anschauung von dem Aufbau der Welt.

während die oben angeführten Theorien sehr leicht zu fatalistischen Konsequenzen führen konnten (wie im folgenden noch deutlicher zu zeigen versucht werden soU). im zweiten ist sie aufgehoben. den der Mensch ihr gibt. Leben soll sein. der Lebenski'aft des Menschen. (So kann der Satz verstanden werden: „Der Mensch ist das Zentralgeschöpf der Welt. ist nicht (als metaphysische.— 14 — bereits die Grenze der Beantwortungsmöglichkeit: denn der Sinn der Geschichte. hierin eine Teleologie sehen). Der Unterschied zu den anderen geschichtsphilosophischen Theorien ist nur der. Jede Wertbeziehung ist also hier zugleich eine Wertung. Der Geschichtsphilosoph verfolgt den Verfall und die Regeneration des Menschen und seiner Welt. an der die jeweiligen historischen Zustände gemessen werden. Ziel ist. sondern der Sinn bildet gleichsam die Grundkategorie der geschichtsphilosophischen Betrachtimgsweise. daß er in ihr die soeben auseinandergesetzte Betrachtungsweise zu verbinden sucht mit der theologischen Geschichtsphilosophie. daß sie die Objektivierungen der Lebensbewegungen des Menschen in der (im weitesten Sinne gefaßten) Geschichte festzustellen habe. die sich in. das hängt vom Menschen ab. der objektiven historischen Welt immanente Realität). oder aber es ist der zwingende Magnet. an irgendein interessiert dies in keiner Bei der Betrachtung von Mohtors Geschichtsphilosophie werden wir sehen. sondern vielmehr die duich den Menschen und sein Verhalten instituierte Wirklichkeit. Und so läuft diese Geschichtsphilosophie hinaus auf das eminent ethische Postulat der Erhöhung des Lebens. der in der Entwicklung zu dem angesetzten Ziel hin gesehen wird. Dies ist wichtig zu betonen. Das Ziel ist entweder zugleich die Norm. wie dies möglich ist. ohne daß dadurch die Geschichte sinnlos würde. Im Gegensatz hierzu bestimmten wir die Funktion der Geschichtsphilosophie dahin. Die Geschichte bleibt auf der Erde (wie Rickert es fordert) ^^) und die Geschichtsphilosophie auch. Sie hat eben den Sinn. dem Mißverständnis vorzubeugen. der die Weltentwicklung mit Notwendigkeit zu sich heranzieht. Im ersten Fall bleibt die Freiheit des Menschen gewahrt. daß die Norm dort in dem Ziel lag. ob und wie es ist. daß der Begriff des historischen Zieles entbehrlich ist. das ist das normative Axiom dieser Geschichtsphilosophie (und wenn man will. müssen wir zunächst . ist also im hohen Grade ethisch ^^) orientiert. positiver und negativer Weise bewegen kann. hier hingegen in der Grundlage aller historischen Prozesse. als handele es sich hier «inen rein um um deskriptiven Historismus.") ^') In dieser Auffassung ist allerdings der Sinn nicht eine Kategorie unseres Denkens. Doch um zu verstehen. ob der geschichtliche Verlauf eine unendliche Annäherung kann man Bei der geschichtsphilosophischen Beurteilung Weise („der Messias in der Unendlichkeit" hat höchstens religiöse oder spekulative Bedeutung). Ganz unabhängig davon ist die Frage. und so ergibt sich erstens.

-^ 15

den Begriff des Gesetzes und seine Beziehung zu den damit zusammenhängenden Begriffen (Plan, Kausalität usw.) zu klären versuchen.

Der Historiker, der die einmaligen Prozesse der geschichtlichen Entwicklung zu erforschen und darzustellen hat (s. o. S. 13), darf diese einmaligen, individuellen Prozesse nicht unter allgemeine
Exemplifikationen subsummieren^**). Doch damit ist dies auch für den Geschichtsphilosophen gilt. Ja, wie sollte er seine Funktion, alle historischen Prozesse als Objektivationen der menschlichen Lebensbewegungen zu verstehen, erfüllen, wenn er nicht bestimmte Gesetze dieser Bewegungen konstatiert. Nur darf man diese nicht mit den geschichtlichen, bisher von Historikern und besondera, von Geschichtsphilosophen Hier handelt es sich um aufgestellten Gesetzen identifizieren.
Gesetze
als

noch nicht entschieden, ob

philosophische, nicht

um

historische

Gesetze.

Ein Beispiel

mag

dies erläutern:

Auch bei Molitor spielt das Gesetz des Umschlagens von einem Extiem ins andere eine wichtige Rolle: Die Entwicklung müsse immer erst bis zu einem Maximum von Negativität fortgeschritten sein, damit sich Gott dann der gefallenen Menschheit annehme und
sie wieder aufrichte. (Er konstruiert allerdings daraus kein notwendiges Gesetz der Geschichte, sondern hält es für eine Methode der göttlichen Führung; doch braucht uns dies jetzt nicht zu interessieren.) Als historisches Gesetz, ohne Zuhilfenahme des transzendenten Eingriffs, formuliert, würde sich der Satz ergeben: Wenn die Menschheit im Prozeß des Verfalls begriffen ist, so kann eine Regeneration erst dann erfolgen, wenn der Verfall. bis zu einem

nicht miehr übersteigbaren

Extrem

fortgeschritten

ist.

Und man

zweifelhaft sein. Der Geschichtsein allem philosoph hat nachzuweisen, daß es sich hier nicht historischen Geschehen zwingend zugrunde liegendes Naturgesetz

dem Vorhergehenden

wird wohl auch umgekehrt sagen können: Wenn die Menschheit bis zu einem Maximum an Positivität fortgeschritten ist, so pflegt ein Umschwung einzutreten 2^). Hier handelt es sich also um ein Spezialgesetz der geschichtlichen Entwicklung. Nun hat der Geschichtsphilosoph die Aufgabe, dieses „Gesetz" als eine Strukturkausalität zu erfassen, d. h. festzustellen, warum es gilt und damit zugleich auch auf die Frage zu antworten, ob es mit Notwendigkeit gelten muß, ob also die Freiheit des Menschen gewahrt bleibt oder dem zwingenden Gesetz zum Opfer fällt. Die Antwort wird nach

kaum

um

ist,

und damit

handelt, sondern daß es bereits eine Folge der menschlichen Dekadenz wenn solch eine Gesetzmäßigkeit herrscht. Der Mensch, auf einer bestimmten Stufe von Dekadenz stehend, braucht erst den fast völh'gen Verfall seiner Kräfte, um sich einen Anstoß zu geben

eine Aufwärtsbewegung seiner Entwicklung einzuleiten. für den Einzelnen gilt, das gilt auch für die Gesamtheit. Andererseits kann sich der Mensch, wenn er auf einem Maximum

Und was


von

16 --

Positivität angelangt ist, auf diesem hohen Niveau nicht halten, weil er trotz dieser Positivität noch nicht fundamental genug seine Dekadenz überwunden hat; es tritt dann ein Stillstand, d. h. ein

Rückschritt

ein.

Denn „non

elevari est labi,

non progredi

est re-

um

gredi"22). Damit ist aber trotzdem noch nicht gesagt, daß dies so sein muß, sondern gerade der wahre Geschichtsphilosoph, der sich

die Aufzeigung der solchen Prozessen zugrunde liegenden strukturellen Kausalität bemüht, stellt auch die Forderung auf, „das Übel in der Wurzel auszurotten" und sucht die Methode zu zeigen, durch die es möglich wird. Er zeigt also, daß es sich hier nur scheinGesetze handelt, die sich ihre Geltung nur durch die dekabar dente Schwäche des Menschen verschafft haben. So sucht der Geschichtsphilosoph nicht ein Gesetz, sondern er geht gleichsam noch einen Schritt weiter, indem er auch das Gesetz aus der Kau-

um

salität der

menschlichen Struktur zu erklären unternimmt.

Und

die Freiheit des Menschen bleibt gewahrt trotz der kausalen Verbindung aller historischen Fakten und Prozesse. Als Ethiker gilt für den Geschichtsphilosophen die Kategorie der Freiheit. Der Mensch kann und soll alle seine Lebensprozesse positiv gestalten. Als Interpretator der historischen Vorgänge und Zustände aus dem Verhalten des Menschen folgt er der Kausalität. Hierin berührt er

mit dem Historiker; allerdings ist das Objekt, auf das sie die Kategorie der Kausalität anwenden, ein verschiedenes: Der Historiker verknüpft die empirischen Fakten untereinander, der
sich

riker ist eben

Geschichtsphilosoph verknüpft sie mit dem Menschen. Historiker, der Geschichtsphilosoph

— Der HistoPhilosoph.

Wir hatten als Beispiel das spezielle Gesetz des Umschlagens gewählt und versuchten daran zu zeigen, wie der Geschichtsphilosoph sich bemühen soll, über den Begriff des Gesetzes hinauszukommen. Wie verhält es sich aber mit den universalen Gesetzen, die der
gesamten Entwicklung einen „Sinn" geben sollen? Man muß hier zunächst einmal scheiden zwischen Gesetz als Entwicklungsplan

und

als

Methode

zur Erfüllung dieses Planes.

Fichtes Einteilung

in die fünf Perioden, Comtes Di ei -Stadien-,, Gesetz", Hegels ebenfalls in drei Perioden eingeteilte Entwicklung der Selbsterfassung überall handelt der Vernunft, Kants Entwicklung zur MoraHtät ein Entwicklungs- Gesetz, sondern einen Plan. es sich nicht Die falsche Identifizierung von Gesetz und Plan rührt vielleicht daher, daß in den angeführten Beispielen kein transzendenter Urheber angenommen, sondern der Plan als die der Entwicklung immanente Bahn aufgefaßt wird. Wo, wie in den theologischen

um

um

Theorien, Gott als derjenige erscheint, der einen bestimmten Entwicklungsplan zur Erreichung seines Zieles instituieit^^), da hat man nie von einem „Gesetz" gesprochen, obwohl der Ausdruck hier ungleich mehr am Platze wäre; wenn man nämlich auf die Beziehung dei Worte „Gesetz" und ,, Gesetztheit" achtet. Gesetz ist etwas Gesetztes, setzt also einen Setzenden voraus. Weil aber der Begriff


man

17

des Gesetzes diesen seinen ursprünglichen Sinn verloren hat und darunter etwas Selbständiges versteht, deshalb bevorzugen die theologischen Geschichtsphilosophen den Begriff des „Planes" und die anderen, die das Setzende als dem Gesetzten immanent ansehen, den des „Gesetzes". Beide meinen Jedoch den in einer bestimmten Bahn zu einem bestimmten Ziel hin verlaufenden Prozeß der Geschichte. Hierbei ist der Begriff der Bahn in einem doppelten Sinn zu verstehen: einmal formal als das Einteilimgsschema der Entwicklung und zweitens material als die Methode zur Erreichung des Zieles, also als Gesetz in dem zweiten (eigentWir haben zunächst noch einiges über die lichen) Sinn (s. o. S.16). Möglichkeit und die Bedeutung des „Zieles" nachzuholen.

die Freiheit des Menschen zum mindesten stark in Frage wenn man ein (nicht in der Unendlichkeit liegendes, nur normatives) Ziel annimmt, wurde schon oben zu zeigen versucht.

Daß

gestellt ist,

das Ziel gesehen wird, d. h. ob wir einen dauernden Fortschritt nach oben, einen dauernden Rückschritt nach unten, oder einen dauernden Kreislauf annehmen. Die letzte Ansicht, die bekanntlich in der antiken Philosophie vorherrschend war, scheint deshalb ganz besonders jeder Gescbichtsphilosophie zu widerstreiten, weil Eier nicht nur die Freiheit des Menschen ausgeschaltet ist, sondern noch dazu die Tatsache des Lebens und der Geschichte überhaupt als absoluter ZufaU erscheint. Der unendliche Kreislauf nimmt nirgends seinen Anfang und endet nirgends, die der Geschichte erscheint als blind-notwendiger Naturprozeß
ist,

Nunmehr taucht vor uns in welcher Richtung

die

Frage auf, ob

es völlig gleichgültig

Mensch
als

Ebenso sinnlos wäre die Ansicht, die wir Theorie des dauernden Rückschritts bezeichneten: daß die
ist überflüssig.

Geschichte (und mit ihr die ganze Welt) nichts ist als ein immer schwächer glimmender und allmählich verlöschender Funke, der durch ZufaU einmal aus der ewig sich selbst gleichen Flamme Gottes
absprühte.

Worin besteht nun der prinzipielle Unterschied der Fortschrittsidee von diesen Theorien (es handelt sich hier wohl bemerkt nicht die Ansicht, nach welcher der Fortschritt nur als Norm postidiert wird, sondern um die, welche von dem tatsächlichen und notwendigen Forts chritt in der Ges chichte üb erzeugt ist)

um

.

Hegel sagt ^^) Entwicklung qualitativer Fortschritt ; es handelt sich dabei um ein aktives Hervorbringen des Geistes umd nicht ein organisches Wachsen. Läßt man dies gelten, so ist die Überzeugung von dem steten Fortsehritt in der Geschichte identisch mit einem fatalistischen Optimismus, nach dem der Fort:

ist

um

schritt das notwendige Entwicklungsgesetz der Welt ist, öder das, was der Geschichte erst ihren Sinn gibt; dieser Überzeugimg liegt letzten Endes der Optimismus zugrunde, daß die Bewegungen des menschlichen Geistes und damit auch der gesamten menschlichen Struktur, d. h. die Aktivität, von der die Wertsteigerung in der

als die Grundfunktion des menschKchen Lebens niemals erlöschen kann. müßte die Geschichte stehenbleiben. u. der alter des Lichtes anbrechen. die steigernde Akti- Menschen vergißt. sondern auch eine dauernde Aufforderung.— 18 — Geschichte abhängt. im Grunde etwas anderes als notwendig nachgewiesen wurde als die kausalen historischen Verknüpfungen). daß es die Funktion des Geschichtsphilosophen sei. sich in den unendlich mannigfaltigen Abläufen der Geschichte zu orien- Zukunft vorherzubestimmen. Solange es jedoch Leben und Geschichte gibt. Außerdem hat man dadurch die Möglichkeit. nahen sah 2'^). h. Nach Her der 2^) tritt die Menschheit mit dem Christentum aus dem Mannesalter heraus. Der Begriff des „bestimmten Zieles" ist also abzulehnen zugunsten der menschlichen Freiheit. daß die Wertsteigerung nicht mit Notwendigkeit eintritt. daß alles Leben. zum mindesten in formaler Hinsicht. ist begründet in der Auffassung. ist nicht anzunehmen^^). daß es auch eine wertvermindernde Tätigkeit des Menschen gibt. Schelling^^) bezeichnet die Zukunft als die Epoche der Vorsehung. SchlegeP^) sieht das Zeittieren und sogar die Joachim von Floris. heute noch seine Behauptung aufrechterhalten würde. Der Geschichtsphilosoph. Dasselbe gilt nun auch für den Begriff der „Bahn". Hierin liegt aber auch gleichzeitig die Gefahr: daß man nämlich die zugrunde liegende Voraussetzung. 14). um Mißverständnisse zu vität des vermeiden. Daß allerdings vor mehr als 700 Jahren das dritte und letzte Zeitalter. Ja. 91). gegenüber den Fortschrittsgläubigen immer wieder zu betonen. Hierin liegt der fundamentale Unterschied dieser Anschauung von den oben erwähnten Kreislauf. muß auch die steigernde Lebensfunktion des Menschen in Aktion treten. Diese vällkürliche Begrenzung der Geschichte beruht teils auf einer Be- . S. dies nicht ebenfalls „Ziel" nennen). Die Tendenz des Geschichtsphilosophen. eine apriorische Konstruktion solch einer Bahn zu finden. wenn auch nicht notwendigen Verfalls ist. muß es also Fortschritt geben. d. die umgekehrte Auffassung. der diesen Vor^ivurf erhebt.imd Rückschrittstheorien. es sei denn. bildet das Gewissen der Menschheit und hat somit eine eminent ethische Bedeutung (s. h. in diesem Idealismus liegt die bestechende Wirkung begründet. ähnlich wie Molitor die letzte Epoche Wenn man (das Greisenalter der Menschheit) ^erwartet (s. S. Hegel wörtlich versteht. daß die Geschichte der Prozeß eines langen. o. „die Epoche des Johannes". enthält nicht nur einen Vorwurf. aber auch alle Geschichte aufhört. Daher ist es so wichtig. die die FortschrittsIdeen (allerdings nicht alle mit gleichem Recht ^^) stets ausgeübt haben. d. innerhalb deren die Entwicklung mit Notwendigkeit abläuft. berechtigt bleibt das Ziel nur als bestimmende Norm (doch sollte man. die kausalen historischen Verknüpfungen auch als notwendig nachzuweisen 2^). Dies leistet natürlich am besten eine apriorische Konstruktion des Gesamtverlaufes (wenn auch dabei die Tatsachen oft vergewaltigt werden mid3ten.

— 19 — obaclitung des empirisctien Verlaufes und einer Spekulation iiber diesen Verlauf (ist also durchaus keine apriorisclie Konstruktion!). Tvie auch mit jeder absoluten Vorherbestimmbarkeit. Die Berechtigujig eines solchen Verfahrens ist absolut unnachweisKch. Fichte^*) und auch bei MoHtor finden. um die Hauptmomente der Geschichte erkennen und das Fehlende konstruieren zu können ^°). d. Ebenso ist die aus der Naturwissenschaft übernommene Einteilung der Geschichte in Altersstufen nur als eine relative und fiktive berechtigt. der Geschichtsphilosoph solle nicht die Idee der fortschreitenden Entwicklung in den Mittelpunkt rücken. religiöser oder logischer Schemata unter den Geschichtsverlauf. des Jünglingsalters. Die bestimmende Teleologie. die uns das Problem des „Planes" stellt. in der sie aufgestellt wird. daß in jeder Epoche die vorhergehende und die folgende teilweise enthalten sind) ablehnen.: jede Geschichtskonstruktion ist bedingt durch die Zeit. wenn man ihn (in der Form vom Menschen geltenden bestimmenden Macht) der Geschichte substituiert. Nur hypo- thetische Geltung kann eine solche Vorhrebestimmbarkeit haben. B. als Epoche Die letzte Frage. dann mrd die Geschichte einen entsprechenden Verlauf nehmen. erübrigt sich. die Idee der fortschreitenden Entwicklung in den Mittelpunkt der geschichtspliilosophischen Betrachtung zu setzen. Der Einwurf Schweglers bleibt zu Recht bestehen: eine Entwicklung kann erst an ihrem Ende übersehen und eingeteilt werden. B. man muß daher mit Rickert^^) die Einteilung in Altersstufen (trotz der Einschränkung. zu beantworten. die Kant annimmt. wenn er sagt ^6): die Natur wisse besser Mensch. mit Notwendigkeit zu erreichenden Ziel in der Geschichtsphilosophie nicht die Rede sein darf. wenn man den Standpunkt vertritt.) verglichen mit unserer Zeit. ^vird hinfällig. in der „plan9* . man kann nur die griechische Antike. h. die Frage nach der Methode zur notwendigen Erreichung des Zieles. sondern die Freiheit des Menschen. Bei Annahme eines Planes (als immanenten oder transzendenten Sinnes) bedeuten KausaHtät und Teleologie gleichsam die Realisierungs-Methoden. sagen: uns erscheint (z. Diese aber ist unvereinbar mit jeder apriorischen Konstruktion. teils auf einer Substruktion ethisclier. der Geschichtsphilosoph kann nur sagen: Wenn die Struktur der Menschheit sich in dieser oder jener Richtung bewegt. was zur Erreichung des Zieles nötig eine ist sei. Die Behauptung. «iner unabhängig Man nimnit dem Menschen seinen Sinn. Dagegen als erklärende Kategorien haben Kausalität und Teleologie in gleicher Weise geschichtsphilosophische Berechtigung. ebensowenig geschichtsphilosophische Kategorie wie die aus der naturwissenschaftHchen Betrachtung stammende als der Kausalität^'). die z. da ja nach dem Obigen von einem festen. die wir hei Herder ^^). Rappoport in Anlehnung an die «volutionistische Theorie aufstellt: es sei nur nötig.

Nur durch die von Gott unterschiedene Existenz des Menschen in der Welt (die damit jedoch noch nicht notwendigerweise isoKert sein muß) und seine freie Aktivität erhält die Schöpfung und die Geschichte einen Sinn. wie Rickert*") sagt. als vom Menschen zu verwirklichende Norm angesehen. warum sich ein Prozeß in der unvollkommenen EndKchkeit erst vollziehen soll. der doch in der Vollkommenheit Gottes bereits absolut vollendet da ist. reichung des Zieles setzt aber die Aktivität des Menschen voraus. S. weil er unabhängig davon gilt. ohne jedoch als Plan aufzuhören zu gelten und zu wirken. Ist in der jüdischen Auffassung dieses Ziel die absolute Gott- — so ist es bei MoHtor die absolute Welt -Transzendenz. eine metaphysisch-reale Identität zwischen dem göttlichen und dem — menschlichen Willen. Wie ist nun Molitors Geschiclitsphilosophie im Verhältnis zu der eben auseinandergesetzten Auffassungsweise zu bestimmen^^) ? Hegel sagt^^): „Es handelt sich in der Weltgeschichte um nichts. nach der die Trennung von Gott und Welt nicht streng genug vollzogen werden kann Diese beiden Komponenten sucht er nun zu einer (s. Der Unterschied ist also der. die als Norm gilt und durch den Menschen zu schaffen ist. wird. Die Er- Immanenz-. Erfüllt wird er auf jeden Fall*^). h. durch den er sein Ziel erreichen wüi. u. ob er in gottgewollter oder entstellter Weise erfüllt wird. Er ist also doch letzten Endes unabhängig Menschen. Entweder muß er annehmen^ daß sich die Menschheit noch so sehr von Gott entfernen. daß der von Gott eingesetzte Plan durchkreuzbar ist*^) durch den emanzipatorischen Willen des Menschen (s. in der jüdisch-kabbaKstischen Weltanschauung.— losen" 20 — GeschicktspliilosopMe werden sie zu Hilfsmitteln der ethischen Betrachtung. 39). Der Plan wird nur verzögert und vom umgeworfen *2). Hier liegt die durch die eigentümhche Synthese zwischen kathonicht und jüdischer Weltauffassung bedingte Inkonsequenz der Mohtorschen Geschichtsphilosophie. d. das ist. während diese Immanenz in der jüdischen Auffassung nur als Potentiahtät. aber. S. u. daß bei Hegel der „Gott" (der Weltgeist) schon in seiner Entwicklung dei Welt immanent ist. worin diese beiden Seiten (Gott und Subjekt. nicht immer ganz einleuchtenden Synthese zu verbinden: Gott in seiner absoluten Freiheit hat die Welt geschaffen und damit zugleich den Plan instituiert. Denn sonst wäre in der Tat. 24). Bei MoKtor ist aber außerdem (und in stärkerem Maße) noch die katholische Weltanschauung wirksam. als um das Verhältnis hervorzubringen. ohne daß jedoch dadurch die Welt als solche aufhört zu sein (und zwar die vollkommenste Manifestation Gottes zu sein). in der wir die ein© Komponente von MoHtors Geschichtsphilosophie zu sehen haben. substanzieUe Freiheit des Geistes und subjektive Freiheit des Individuums) in absoluter Einigkeit sind!'' Was bei Hegel in primär-logischem Sinne gemeint ist. also verfallen kann Gott führt sie dennoch nach dem durch die Schuld lischer — . nicht einzusehen.

Vielmehr herrscht überall eine Diskrepanz zwischen dem „Gesetz" der Empirie luid dem „Gesetz" der Transzendenz. daß der Plan nicht eine transzendente Festlegung. Dann ist aber die Aktivität des Menschen bestenfalls eine Zugabe. (Diesem Kampf jedoch ein Ende in der Endlichkeit setzen zu wollen. die Zentrifugalität und ZentripitaHtät daß diese fast wie ein Atemzug Gottes erscheinen könnte. Wir sahen sie schon bei dem Problem der hypothetischen und der absoluten Vorherbestimmbarkeit auftauchen. Auf der anderen Seite aber betont er die eminente Wichtigkeit der Tradition nicht nur im historischen Sinne: auch hier wieder das zwingende Gesetz der Transzendenz (oder besser: zur Transzendenz) neben der freien Entwicklung der Menschheit. BekanntHch nannte Molitor sein Werk „Philosophie der Geschichte oder über die Tradition"**). wenn man annehmen wollte.) Jedoch muß hier ausdrücklich betont werden. Noch deutlicher wird sie bei dem der Tradition. dem metaphysischen Gewissen und der negativen Aktivität des Menschen. Ihr Wert steigt also das ist die Konsequenz alles die Geschichte. daß sich eine solche Auffassung nirgends bei Molitor findet. Denn das bedeutet bei Molitor die Tradition: daß jede Generation der folgenden ihren geistigen und vitalen Bestand übergibt. etwa das „metaphysische Gewissen" ist. sondern auch ausgeschaltet werden können. der eigentliche Aktor der Geschichte ist und bleibt Gott. das auch erreicht worden wäre. also im gewissen Sinne zwischen der göttlichen nnd der mensch- — — lichen Freiheit darstellt. Oder die Aktivität des Menschen ist das Bestimmende. h. so — . Ihre Inhalte werden im Laufe der Tradition geklärt. Eine Synthese wäre nur dann möglich. sondern um die Bildung eines Organismus durch jedes Geschlecht. hier handelt es sich nicht um ein organisches Wachsen aus der Wurzel (Gott). wie Baader*^) sagt: „Wie wir bei unseren Vorfahren waren. das zwar durch den bewußten Willen zum Bösen und die negative Aktivität des Menschen unterdrückt. wenn der von Gott gewollte Weg nicht aufgegeben wäre. die Zeiten sind nicht isoliert.~ 21 — des Menschen nur entstellten. aber niemals ausgeschaltet werden kann und folglich seine Funktion als warnende und zum Positiven zurückweisende Stimme andauernd ausübt. damit diese ihn kläre und weiterführe. daß also die Geschichte letzten Endes auf einen unendlichen Kampf zwischen diesem „Plan". sondern. dann muß. Welche Bedeutung hat für ihn die Tradition ? Auf der einen Seite überträgt er den Rhythmus auf organischen Geschehens. doch keineswegs not^wendig. aber im Prinzip doch erhaltenen Plan 2U demselben Ziel. wäre eine neue sinnlose Inkonsequenz. Dies setzt aber eine positive Aktivität des Menschen voraus. sind diese noch bei uns". selbst wenn ein göttlicher Plan als ursprünglich zugrunde liegend angenommen werden sollte. dieser Plan nicht nur durchkreuzt. sondern als Norm eine im tiefsten Grunde der menschlichen Struktur liegende Macht. Die Inhalte der Vorfahren sind nicht vergangen. d.

sondern in vieler Hinsicht — — — . Anders aber liegt es in der jüdischen Weltansicht. Notwendigkeit zur Transponierung alles Realen ins Ideale führt Aber die Inhalte verlieren auch an Umfang. in der die Menschen „in ihrer Wurzel verdorben" wurden das ist die Konsequenz aus der Synthese der Traditions-Idee mit der kabbalistischen Auffassung vom Verfall des Menschen durch seine eigene Schuld Die erste Synthese führt zu einem optimistischen Fatalismus. wenn auch nicht in philosophisch-reflexiver Form. Deshalb ist JHVH . a. das der Mensch in seiner egozentrischen Tendenz verlassen hat. Daß er sie jedoch nicht konsequent bis zu ihrem Ende durchführen kann. also die Inhaltsbestimmung des sonst ganz als . doch auf der Basis der jüdischen Gottes. Kraft und Wert ini Laufe der Entwicklung. die in der Bibel niedergelegt und in der exegetischen Literatur.. die folgen. Aus den Tendenzen seines Werkes heraus erklärt es sich auch. wird wohl schon aus dem Ebengesagten deutlich geworden sein. und mit .— 22 — aus der Synthese der Traditions-Idee mit dem Gedanken. sich dem Zentrum. Diese eine Entwicklung veranschaulicht den Plan Gottes. denn als Katholik. Eucken*^). besonders in der Kabbalah. schon lange vor dem Christentum vorhanden . sondern nur die eine Kette der Tradition verfolgt. die er für die reinste hält: „Die Tradition des alten Bundes und ihre Beziehung zur Kirche des neuen Bundes". ausgebildet AVTirde^^). universalen Menschheit". wo Moiitor sich also mehr als Kabbaiist zeigt. ist eine Ansicht. die >vir bei Schlegel*®)^ Hegel ^'') und ebenso bei Windelband *^). finden. oder besser leeren Begriffs der gebende. Erst durch das Christentum sei der für jede Geschichtsphilosophie Menschheit unumgänglich notwendige Begriff der universalen Forderung aufgestellt worden: alle sollen Gott suchen. meder zu nähern. die diese religiöse Inhaltsnicht kennt. daß Molitor weder kulturphilosophische noch universalhistorische Interessen hat.und Weltanschauung eine „Geschichtsphilosophie" entstehen. Dies führte Molitor bei seinem Studium der jüdischen Literatur ganz folgerichtigerweise auf eine Verbindung des Judentums mit dem Christentum als der beiden Religionen. Rickert^") u. Da. daß ein organischer Entwicklungsplan in der Geschichte herrscht. vom Christentum weit getrennt und kann bestimmung höchstens als eine seiner Vorstufen bezeichnet werden. erfüllt er die oben aufgestellte Funktion des Geschichtsphilosophen allerdings in hohem Maße. seine mannigfachen Durchbrechungen durch den Menschen und die immer wieder einsetzende Führung durch Gott. und so konnte. einem religiös-optimistischen Fatalismus hinführende Ansichten haben muß. ist das Ausschlagauch die Stoa. Dieses letzte. Hier ist der Begriff der universalen Menschheit als der Gemeinschaft all derer. zu Daß erst durch das Christentum eine Philosophie der Geschichte möglich wurde. die zweite zu dem ethischen Postulat.

wenn auch in zwei verschiedenen Weisen ausgebildet ist.— 23 — der einen Traditionskette. ist der Sinn der historischen Auswahl. in der der Gedanke der universalen Menscbiieit. die er in seiner Geschichtsphilosophie vorgenommen hat. die sich um Gott als Zentrum schart. Diese beiden „Ausdrucksweisen" der gleichen Idee zu verfolgen. .

24

1.

HAÜPTEIL.

Die spekulativen Ideeu.

Bevor Avir in eine genauere Analyse von Molitors Philosophie der Geschichte eintreten können, müssen wir zxmächst einige seiner spekulativen Grundideen zu klären versuchen, die den Unterbau seiner geschichtsphilosophischen Ansichten bilden. Es ist dies hauptsächlich die Idee von dem hierarchischen Stufenaufbau alles Existenten in über- und untergeordneten Systemen, also höheren und
niedrigeren Seinsstufen (II, 86). Was sich nämlich hier als koexistente Systematik, also als Organismus zeigt, hat sein Korrelat im Prozeß der Geschichte, deren Aufbau in sukzessiver Folge den gleichen Organismus formiert, deren Gesetze also ebenfalls den metaphysischen Aufbauprinzipien der Welt und der Kreatur homogen sein müssen. Ihren Grund hat diese Übereinstimmung in der Allem übergeordneten Struktur Gottes, deren Abbild alles Existente ist, deren in sich notwendige Stufungen sich also in Welt und Geschichte als bedingte Anordnung und Abläufe wiederholen werden. An erster Stelle muß daher die Betrachtung der Struktur Gottes stehen. Die katholische Philosophie der damaligen Zeit (Günther, Sengler, Franz Hoffmann usw.) sah eine ihrer Hauptaufgaben in der Polemik gegen den Pantheismus, wo immer er auch nur in leisesten Andeutungen zu vermuten war. Die Trennung zwischen Gott in seinem absoluten An-sich-sein ohne BeziehTT:::g zur Welt und Gott in seiner Weltmanifestation konnte nicht scharf genug vollzogen werden ^^). Diese Idee einer absoluten Transzendenz, durch die allein erst die unbeschränkte Allmacht Gottes deutUch werden sollte, ist der kabbahstisch-jüdischen Auffassung, auf der Molitor seine spekulativen Ideen aufbaut, völlig fremd. Sie kennt wie er (II, 56) sagt: „den Unterschied zwischen der Gottheit an sich und ihrer Erscheinung nicht", Gott erscheint in seiner „weltführenden Wirksamkeit", sein An-sich-sein bleibt verborgen (I^ 347). Molitor identifiziert hierbei allerdings den kabbalistischen Begriff des Ejn Ssoph, des „Verborgenen der Verborgenen", den kein Denken erreicht, mit dem transzendenten Gott-an-sich der
christlichen'^Pliilosophie und kann so seine Behauptung durch die Tatsache stützen, daß über Ejn Ssoph als solchen in der ganzen Kabbalah nicht spekuliert wird^^). Die Erscheinung Gottes in den Ssephiroth, auf die die Kabbalisten allein ihre Betrachtung lenk-

35

ten, sei aber ohne eine urbildliche an sich seiende Gottheit, in der das innere Prinzip der Erscheinung enthalten sei, unableitbar, und «ine solche Ableitung bilde denn auch eine Hauptschwäche der

jüdischen Auffassung^*). Wodurch wird es nun MoMtur

mögHch gemacht, die absolute Transzendenz durch seine Spekulation zu erreichen? „Daß Gott ist, braucht man von dem Philosophen nicht zu lernen", sagt Baader ^^); und auch bei Molitor finden wir nur eine indirekte ,,Beweis"führung, indem er die philosophischen Ansichten, die Gott als unendUch schöpferische und belebende Macht ablehnen, durch Aufzeigung ihrer praktischen Konsequenzen zu widerlegen sucht. Doch liegt auch hier der Akzent weniger auf dem „Beweis" für das Dasein Gottes, als vielmehr auf der praktischen Tendenz, die theoretischen Möglichkeiten zur Regeneration des Menschen aufzuzeigen (darüber s.u. S. 90f). Die Tatsache, daß die Welt von Gott geschaffen ist und mit ihm in engster Verbindung steht, erscheint ihm durch innere Evidenz absolut gesichert (II, 132). Nunmehr fragt er sich: was folgt aus dieser Tatsache für die Struktur Gottes und der Kreatur? Hier stellt er den aus der Kabbalah entlehnten^^) Fundamentalsatz auf, daß alles Endliche Abbild des Absoluten ist, welches folglich aus diesem seinem Abbild erkennbar sein muß^'). Denn zum mindesten in dem Schöpfungsprozeß liegt «ine gewisse Beziehung zmschen Gott und Welt vor. Selbst wenn der unendliche Gott etwas ihm absolut Entgegengesetztes hätte schaffen wollen, so könnte sich diese Entgegengesetztheit nicht auf die belebenden Prinzipien beziehen, weil diese ja in der

Unendlichkeit Gottes ihren Grund haben müssen. Vielm.ehr kann nur auf die Richtung der Lebensbewegungen der Kreatur erstrecken (s. u. S. 28). Besteht aber eine Entsprechung in dem Aufbau Gottes und der Welt, so ist durch die Konstruktion dieser beiden Pole in sich die Möglichkeit gegeben, einerseits ihre Beziehungen in der tatsächlichen Welt, d. h. die Wirksamkeit Gottes in der Welt und der Welt für Gott wenigstens in ihren innersten Prinzipien zu verstehen, und andererseits auch die Momente des Schöpfungsprozesses gleichsam abzulesen aus den Allem zusie sich

grunde liegenden allgemeinen Aufbauprinzipien. Um diese, d. h. um den der Schöpfung vorbildlichen Trinitätsprozeß handelt es sich also zunächst. In Gott müssen wir die absolute Einheit xmd die Objektivität der Gegensätzlichkeit unterscheiden, obwohl
dieselben

reaHter in absoluter Identitätsbeziehung zueinander stehen; denn nur so kann die Idee des lebendigen Göttlichen erhalten \m.d die destruktive Isolierung von Gott und Welt (dem Abdruck der göttlichen Trinität) vermieden werden (I^. 533 ff.)

Die Gottheit an sich, d. h. die Negation aller Negativität, ist nicht als eine in sich fixierte Substanz zu denken, sondern vieljnehr als „eine innere, sich ewig aus sich erzeugende magische Selbsttätigkeit". In diesem Sinne ist sie dem sich selbst setzenden

26

Ajin der Kabbalisten, d. h, der göttlichen Einheit, die aus sich heraus die gesamte ssephirothische Wirklichkeit aktiv evolviert, Die Gottheit ist also „ihr eigener unendHcher gleichzusetzen^^). Gegenstand, der in den inneren QuaKtäten ihres eigenen unendlichen Wollens" besteht; während die objektiv- dingKchen Gedanken in der Gottheit oder die Idee der von ihr unterschiedenen (kreatürlichen) Wesenheiten „erst die äußeren schiedlichen Reflexe jener inneren unendlichen WollensquaHtäten" sind. In dieser Gottheit die Prinzipien des kreatorischen Prozesses in den drei Stufen liegen des Vaters, des Sohnes und des heiMgen Geistes. Der Vater bildet die Wirklichkeit aller überhaupt mögKchen einzelnen Wollenstendenzen; wirklich sind diese Wollenstendenzen insofern, als in
ist,

der unendlich vollkommenen Gottheit jede Möglichkeit Wirklichkeit nicht aber in dem Sinne der Pantheisten, die Gott als die Summe aller mögKchen Einzelpotenzen darstellen; denn die Wirklichkeit in Gott ist eine innere, mit der empirischen Reahtät, die nur den äußersten Reflex jener bildet, in keiner Weise zu identifizierende Für uns besteht die Wirklichkeit in Gott synthetische Einheit. nur in der Idee und reinen Potentialität (II. 56 58).

Auch schon im Vater ist eine allerdings realiter absolut Dreiheit zu tinterscheiden die drei Begriffe sind synthetische die absolute Indifferenz, als die Einheit in der Einheit, die positive Entgegengesetztheit als die unendliche Vielheit in der Einheit,

;

und

die negative Entgegensetzung, d. h. die Negierung jener unendlichen Vielheit, die dadurch also als Allheit wieder in die Einheit zurückkehrt. Die in der Einheit synthetisch enthaltenen Stufen der Vielheit und Allheit (bzw. des Besonderlichen und des Konkreten) sind jedoch nur als potentiale Bewegungen der Einheit des Gottvaters zu verstehen, als die Prinzipien der Bewegung

In der dreieinigen Gottheit und damit alles Lebens überhaupt. göttlichem Sinne real wird diese Bewegung erst in der zweiten und dritten Stufe der Trinität, in dem Sohn und heiligen Geist. Beide sind jedoch trotzdem noch mit dem Vater verbunden, sie haben gleichsam in den potentialen Bewegungen des Vaters ihre

Wurzel

(II. 59).

So bezeichnet der Sohn „das absolute Wollen der Vielheit des Vaters" (II. 63), ist also als solcher eine Funktion des Vaters.

Von uns

aus gesehen, stellt er allerdings gleichzeitig die Exposition der im Vater potentialen Vielheit dar und ist insofern vom Vater geschieden, was jedoch noch keine reale Scheidung bedeutet. Sondern er ist vielmehr das immanente ideale Entfalten
der unendlichen WollensquaHtäten des Vaters, also ein rein ideales „Heraustreten"; in der göttKchen Wirklichkeit bleibt er der eingeborene Sohn, das Wort, das der Vater „ewig in sich hinein Der Sohn ist also kein ausschließlich im Hinbhck auf spricht". die Schöpfung geltendes Prinzip, sondern er ist in den allgemeinen „An-sich" -Verhältnissen der Gottheit bedingt (II 62 64).

der seinerseits erst durch den Begriff der Die Schöpfung ist göttlichen Positivität wirklich gemacht wird. die Basis. das Urbild und der Spiegel der offenbarten göttlichen Herrlichkeit. die Leiblichkeit als Moment aller Kreatur. Der Begriff der Anderheit ist nur aus dem der Negativität ableitbar. d. h. und des Universums zu Gott zu verstehen. bildet den Ausgangspunkt ihrer Lebensbewegungen. sind zwei Komponenten zu unterscheiden. das objektivierte Werk." denn eine solche Antwort setzt ja bereits den erst zu erklärenden Begriff des von Gott unterschiedenen : voraus. „So bildet also die Gottheit ein in sich selber kreisendes Leben". In der Kreatur. Der heilige Geist ist das realmachende. mütterlich ausgebärende Prinzip. d. weshalb sie. h.en (II 65 68). aber auf ein ideelles Sichselbstbesondern Erzeugung der Gottheit hin.— aus 27 — d. der auch das Nicht seiner Selbst seiner Positivität gleichmachen wiU (II 69 74). als dem umgekehrten Abbild Gottes. beruht also auf dem freien Akt der Liebe Gottes. das in seiner Realität für die kreätürHchen Wesen unerreichbar bleibt. Streben der Einheit zur Vielheit (also zur individuellen Konkretisierung) und der Vielheit zur Einheit (also zur Kone stituierung der einzelnen Individualitäten) geht die dritte göttliche Hypostase hervor. das konstitutive — — . dem — Wesens Es erhebt sich nun die Frage Wie konnte überhaupt die Idee eines von Gott unterschiedenen (kreatürlichen) Seins in ihm entstehen. das Sichselbstsetzen. von denen jede wiederum das Gegenbild der anderen Diese kuize Vorwegnahme war um Die reale objektive Gesetztheit. in der Kabbalah auch alle zusammen Ajin (Nichts) heißen ^^). Vielmehr weist das Dasein einer Kreatur als Abbildes einer der unendlichen göttlichen Wollensqualitäten oder Ideen auf die in Gott zunächst einmal vollzogene ideelle der Ideen. Es genügt nicht. — — — des grundlegenden Schöpfungsdas strukturelle Verhältnis der Kreatur prinzipes nötig. dessen Teile alle zugleich sind und sich wechselweise bedingen (II 68). ist also am wenigsten von Vater und Sohn auf äußere Weise zu treim. weil auf dem Wechselverhältnis von Vater und Sohn beruhende Prinzip. durch die folglich die „nach außen gewirktunendliche Vielheit des Sohnes" bezeichnet ist. untrennbares Wesen. zum Vater zurückleitende (so wie der Sohn die vom Vater herausführende) Aktion im Prinzip dar. was ist die Kreatur für Gott und in welcher Beziehung steht sie zu ihm. wie Molitor meint. die ideale freie Selbsttätigkeit. auf der die zweite Komponente ihres Lebens. Vater. Gleichzeitig stellt er die idealmachende. die wohl den vorhandenen Bestand der konkreten Basis darstellt. Sohn und heiliger Geist formieren also ein einziges. h. sich aufbaut. Aus der ewigen Wechselliebe zwischen Vater und Sohn. zu antworten: „Gott ^vdll die Wesen seelig machen. die positivierte Negativität. Er ist das unselbständigste. Ihre relative Autonomie ist also nur eine negative.

ein dxinkler bewußtloser Produktionswille. Sie braucht als als reales und ideales Wesen sowohl Rezeptivität jede Kreatur nur eine Farbe aus synthetischen Licht Gottes bezeichnet. So bildet der Gegensatz von Zentripetalität und ZentrifugaKtät. auf ihre Mitexistenzen. indem das konkrete Leben erst durch die freie Aktion der idealen Selbstsetzung lebendigen Bestand erhält. S. oder. . aber nichts durch absolut schöpferische Tätigkeit hervorbringen kann. die ja mit ihr zusammen die gleiche Peripherie bilden. in Gott. wie Molitor nach der kabbalistischen Bezeichnung sagt. zum Lebensbestand Angst. h. in Neschammah. Allerdings bedingt auch andererseits die Autonomie wieder die Basis. von wo aus dann wieder der belebende Einfluß auf die Peripherie erfolgt. auf sich selbst. Verläuft der göttliche Prozeß von dem Zentrum des Vaters zur Peripherie und von da (vom so bildet heiligen Geist) erst wieder zurück zum Zentrum. um durch diesen Zusammenschluß gleichsam einen umfassenderen Bezirk Gottes in sich zu erfassen. um im Zentrum. Seele. umgekehrt in der Kreatur die Peripherie der Konkretheit den Ausgangspunkt. sondern auch in der idealen Komponente der Kreatur. nicht nur in der realen Basis der Konkretheit. und andererseits will sie ihre Tätigkeit entfalten. um nicht in der Anderheit unterzugehen. auch Aktivität. Entsprechend den drei götthchen Hypostasen teilt sich ""die Kreatur in die drei Prinzipien Geist. denn isoliert könnte sie das Gefühl ihrer Zwischenstellung zwischen Sein und Nichtsein. h. nur durch das Wirken nach außen und den Anschluß an Gott verliert sie diese destruktive auf Gott angewiesen. Leib. wie auch von Gott als der ewigen Lebensquelle sich erfüllen zu lassen. o. So bildet auch das kreatürhche Leben einen Zyklus. von Tätigkeit und Leiden. h. das wir. das Gefühl ihrer konkreten Gesetztheit und ihrer Herkunft aus der Negativität Gottes nicht ertragen. der sich ebenso wie die Rezeptivität nach innen. Diese Tätigkeit (Spontaneität) ist der Trieb. auch in der Geschichte als direktiv wiederfinden werden. d. d. nur der Reflex einer der unendHchen Quahtäten Gottes ist. so sehnt sie sich einerseits danach. von der die ideale Aktion ausgeht. müssen wir noch kurz den dreigeteilten Aufbau der Kreatur betrachten. der sich von dem Lebenszyklus der dreieinigen Gottheit nur durch seine Richtung unterscheidet (s. in ihrer (relativ) autonomen Aktivität. richtet (II 75 85). auf die Umwelt. zu enden. wie auch Diese doppelte Verbindung ist notwendig der Kreatur. wie auch in Gott selbst das konstitutive Grundgesetz. Denn da dem — Bevor wir jedoch auf das Verhältnis der Rezeptivität und Spontaneität und damit auf das Problem des „Universums" näher eingehen können. und nach außen. d. Die Kreatur ist daher sowohl auf ihre äußere Umgebung. den kreatorischen Akt nachzuahmen. dem entsprechend. 25).-^ 28 — in idealer Weise reproduzieren. von ihren Mitexistenzen zu empfangen.


Ruach und
Nephesch^*^).

29


ist

Nur

die

Verbindung dieser drei

Existenzstufen umgekehrt wie die der göttliclien; die konkrete Existenzform, das Nephesch, bildet den Anfang, der Geist, das Prinzip der höchsten Aktivität, das Ende, und zwischen beiden steht vermittehid und verbindend die Seele. Durch diese Verist überhaupt erst die Identität der Persönlichkeit garantiert, bindung durch sie lebt die Kreatur als Einheit in wechselseitiger Ergänzung ihrer Teile. Was oben (S. 27 f.) von dem Verhältnis der realen und idealen Komponente der kreatürlichen Lebensbewegungen gesagt wurde, das gilt natürlich auch von den drei Komponenten der kreatürHchen Struktur, in der die Lebensbewegungen ablaufen: Das Nephesch kann nicht ohne die Belebung durch die

Neschammah sich entfalten (insofern geht die Neschammah voraus), aber die Neschammah kann sich nicht ohne Erregung durch das
Nephesch mit diesem verbinden
voraus) (II 86—90).
(insofern geht faktisch das

Nephesch

Die konkrete Existenzform lebt (wenn

man

sie

außer

dem

Zusammenhang in der dreigeteilten Struktur des Individuums, zu dem sie gehört, also absolut betrachtet) nur für und durch das Konkrete außer ihr, sie wird von ihm zur eigenen Lebensäußerung
erregt,

um

dann wieder lebenserregend auf

zurückzuwirken.

Auch

ihre Mitexistenzen in ihr sind drei Stufen zu unterscheiden,

die sich ihrerseits wiederum wie Prinzip, auswirkende Kraft und ausgewirkter Stoff zueinander verhalten. Durch diese Dreigeteiltheit ist erst die Verbindung und der Verkehr mit den ebenfalls

möglich.

dreigeteilten übergeordneten Systemen, Ruach und Neschammah Mittels der obersten Stufe dieses Systems zieht es den

notwendigen Lebenseinfluß aus den oberen Systemen an (denn nur durch die Affinität dieser Stufe mit den oberen Systemen

kann der Einfluß überhaupt erregt werden). Das Empfangene wird dann depotenziert und verwandelt, bis es zur spezifischen Belebung des Systems Nephesch fähig ist. So wird es als „Nepheschhöheren oben zu erregen. Dies ist der dem Urtypus entsprechende Weg der dauernden Steigerung des Nephesch, dessen eigentliche dritte Funktion es schließlich ist, die Einwirkung der Kreatur auf ihre Mitkreaturen
Energie" gesteigert Existenzgrad) und
(d. h. das Nephesch gelangt zu einem ist dadurch fähig, neuen Einfluß von

zu realisieren. Natürlich steigert sich die Energie dieser ihrer Grundfunktion gemäß der jeweiligen Steigerung des Systems
selber (II

90—92). Ebenso wie das Nephesch hat auch der Ruach, das Band

zwischen der inneren, intelligiblen und der äußeren, realen Welt, durch den die Kreatur überhaupt erst zur Persönlichkeit wird, drei Stufen; ihre dreifache Funktion ist es: erstens: sich von unten und außen erregen zu lassen und auf diese Sollizitierimgen in entsprechender Weise zu reagieren; zweitens: den empfangenen Einstrom in sich umzuwandeln, zu verarbeiten, sodaß er als Nähr-


Stoff für das

30

Ruach- System zu verwenden ist und auch tatsächlich den Grad ihrer Energie potenziert; und drittens: auf diese Weise zu sollizitierenden Aktionen nach oben befähigt, von oben höheren geistigen Lebenseinfluß zu empfangen und nach unten hin weiter zu leiten 61) (II 93—96). So finden sich auch im System Neschammah drei den einzelnen Teilen zugehörige Funktionen: erstens: sich von den zu ihr gehörenden unteren Systemen und den entsprechenden Teilen der koexistenten Strukturen erregen zu lassen und darauf zu reagieren; zweitens: den empfangenen Einfluß, allerdings nicht

mehr im Hinblick auf das
in
sich

eigentliche

Neschammah- System, sondern

umzuwandeln, um von dort neuen Lebenseinstrom zu empfangen; und drittens: diesen empfangenen Einfluß nach unten weiter zu leiten 6^). Die drei Teile der Neschammah haben noch unterschiedene Namen: Der unterste ist die Neschammah im engeren Sinn, der mittlere heißt Chajah und der höchste Jechidah. Außer ihrer Funktion in der Ökonomie der Struktur kommen ihnen noch die speziellen Erkenntnisfunktionen zu, die
diesen ursprünglichen Lebensfunktionen entsprechen: Die Erkenntnis der objektiven Verhältnisse des realen Seins, der zugrunde liegenden intelligiblen Kräfte und der absoluten Grundeinheit bzw. ihres genetischen Verhältnisses zur Endlichkeit

schon in realer Hinleitung zu Gott

als

dem

Quell der Lebenskraft,

96—100). In dem gesamten Aufbau dieser Systeme bildet die doppelte Richtung der beiden konstituierenden Kräfte, der Aktivität und Wir kehren daher jetzt der Rezeptivität, das zentrale Problem. zu dieser Frage zurück.
(II

Rezeptivität und Spontaneität stehen im engsten Zusammenhang^^). Einerseits ist die Rezeptivität die Basis der Spontaneität (wie die Anschauung die Basis der Erkenntnis ist), andererseits ist erst die Spontaneität, d. h. die GottähnKchkeit des Menschen, das Mittel, auch den realen Menschen Gott konform zu machen; was notwendig ist, damit er die Einstrahlungen Gottes um so reiner in sich aufnehmen kann. Also ist eine Gottesanschauung und -rezeption nicht möglich ohne vorhergehende spontane Kon-

formierung mit Gott (IV 231).
seiner
ist

Das gleiche Verhältnis gilt für die Beziehung des Menschen zu Umwelt. Denn wegen der primären Gesetztheit 6*) der Kreatur

von außen. nur, „indem

ihre Spontaneität zunächst latent, sie bedarf also einer Erregung Gleichzeitig aber lebt das innere Wesen der Kreatur es ungehemmt nach außen wirkt und seine ihm eigen-

tümliche Potentiale Kraft zur Tat bringt, welche Effektuierung seiner selbst dann wieder lebenserhöhend auf das Geschöpf zurückmrkt und zu inneren, neuen Lebensbewegungen es erregt; wogegen jede Hemmung der Tätigkeit, jeder äußere Widerstand die innere Kraft zur größeren Reaktion steigert, wenn sie aber zu schwach


und ohnmäclitig
bis
.
. .

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ist, die Hindernisse zu überwinden, solckes lebensauf sie wirkt Jedes Geschöpf hat daher nach seiner deprimierend Art den Trieb zur fortschreitenden expandierenden Lebensbetäti-

eintritt, das Leben momentan in sich einkehrt, um aufs neue mit verstärkter Kraft wieder aus sich herauszugehen und sich aus sich selber neu zu reproduzieren". (IV, 389) Dieser plangemäße Entwicklungsgang der Spontaneität ist jedoch nicht möglich, ohne daß jedes Einzehndividuum einen Organismus mit seinen Mitexistenzen bildet, weil erst durch den so ermöglichten Wechselstrom des Lebens jedes Einzelne zu einem wahren Individuum wird. Es ist „die allgemeine Sympathie alles Geschaffenen" (IV, 390), durch die diese notwendige Einheit der Kreaturen unter sich und ihre Vereinigung

gung

zum Maximumgrade, wo dann

ein relativer

Ruhepunkt

mit dem belebenden Gotteinstrom hergestellt wird. Denn die reine Rezeption Gottes ist es ja, die durch den Weltorganismus ermögKcht werden soll und auch erreicht wird ^5), weil die Gottkonformität aller Geschöpfe, von denen jedes nur eine göttliche Qualität ausdrückt, durch ihre Verbindung, d. h. durch das wechselseitige Partizipieren an den Gottquaiitäten der anderen Geschöpfe, ungeheuer gesteigert wird. Es ist dies ein Gesetz, das nicht nur für den Menschen, sondern überhaupt für das ganze Universum, für alle Reiche der Natur gilt, wenn es auch beim Menschen als dem Geschöpf, bei dem die Spontaneität am meisten ausgebildet ist, deutlicher als bei allen anderen Wesen des Universums hervortritt.
(IV, 389—395).

Es erhebt sich nun die Frage, was in diesem Zusammenhang der Begriff „Universum" bedeutet ? Man könnte ihn kurz als den Totalinbegriff aller realen und idealen Kreaturen definieren. Wenn wie bereits oben gesagt wurde jede einzelne Kreatur nur eine göttliche Wollensqualität ausdrückt ^^), so bilden erst alle

diese Kreaturen

ein Organismus

— zusammen in „magischer — das objektive Gegenbild Wechselwirkung" Gottes. Allem Irdischen
als

entspricht ein Göttliches, alles hat in dem oberen seine Wurzel (II, 101). Folglich muß sich auch im „Universum" die Polarität des Realen und des Idealen nachweisen lassen, die als allgemeines Grundgesetz alles Existente konstituiert. So teilen sich die Wesen des Universums in zwei sich genau umgekehrt entsprechende Arten, von denen die erste den „großen realen", die zweite den „großen idealen" Menschen bildet. Der „große reale Mensch" besteht aus einer Vielheit von Wesen und Arten, die sich in drei Stufen gliedern: die intelligible Welt, in der die Aktivität vorherrscht, enthält die allgemeinen reinen Abbilder der göttlichen Urbilder, welche ihrerseits wieder die realen Prinzipien der unteren Schöpfung darstellen; sodann die Welt der zwischen der realen Potentialität

und dem Stoff hohen Dasein vermittelnden Kräfte; und schließlich die Welt der Stofflichkeit, in der die Rezeptivität vollkommen
über die Aktivität prädominiert.
Diese
dreigeteilte

reale

Welt

Der „große ideale Mensch". Das Grundgesetz dieses Gemein- — — zieht. schaftstriebes ist dies: Dieselbe Gemeinschaft.) So entstehen die Gemeinschaften der Famihe.h. durch welche das Sein zur Freiheit verklärt und zu Gott zurückgeführt ^vird. vvo in den Kreaturen eine Polarität vorliegt. wirkt in gleicher Weise der Trieb. der in jeder Kreatur als das konstitutive Moment der Indiyiduahtät '°) vorhanden sein muß.— besteht ausschließlich es ist. daß der Konformierungstrieb abnimmt. nach innen hin aber Gott selber ist (II. So ist der Mikrokosmos nicht nur das Erkenntnisprinzip des Makrokosmos®^). je stärker der Selbständigkeitstrieb wird. der Nation. erst dadurch erfolgt die Verbindung des gjroßen idealen Menschen mit Gott durch die Jechidah. sondern die Welt in allen ihren realen Verhältnissen ist überhaupt nur auf den Menschen hin geschaffen und hat nur durch ihn Sinn und geistigen Inhalt Die prototypisch begründete Zusammengehörig(II. Denn neben dem Selbständigkeitstrieb. ohne ihn würde sogar das bereits Wirkliche wieder zurücksinken müssen in den Zustand bloßer Potentiahtät. in der wechselseitigen Ergänzung der polaren Komponenten gelangt also das Individuum zu seiner Vollendung. 113 117). keit der Menschen erklärt das Gesetz der allgemeinen Sympathie. Er ist in diesem Sinne das Zentralgeschöpf der Welt und steht weit über den Engeln. Die zweite Art von Wesen dagegen. ohne ihn würde sich nichts aus der bloßen Potentiahtät zu lebendiger Reahtät entwickelt haben. Denn nur durch den dauernden Lebenseinstrom von oben werden die Geschöpfe zum geistigen und leibKchen Leben erregt . bei denen ein Pol extrem ausgebildet ist. d. dem Menschen. nur da. stoßen dagegen zwei Kreaturen aufeinander. die zwischen allen Gliedern des Uni' versums herrschend ist. die nach außen hin gleichsam den Brennpunkt des KreatürKchen darstellt. 32 — göttlichen aus realen Produkten. sich der Mitwelt zu konformieren. (Im empirischen Leben gilt allerdings das Gesetz. d. 393). der totale Organismus der Menschheit vor seiner Entfaltimg ist im Ebenbild Gottes und die Welt (d. ja auch der universalen Menschheit (zum mindesten als Idee). die nur eine bestimmte Funktion Gottes ausdrücken^'). Durch diese Wesen und Kräfte hat die Welt also ihren realen Bestand. Erst in der Gemeinschaft. von dem oben die Rede war. der „große reale Mensch") ihrerseits im Bilde des Menschen von Gott erschaffend^). besteht nur aus einer Wesensgattung. deren Funktion und den idealen göttlichen Lebenseinstrom zu empfangen. Aber . als daß alles Homogene sich nur insoweit anauch der andere entgegengesetzte Pol wirksam ist. durch welche sich Gott manifestieren kann. wiederum real zu produzieren die Organe also. kann lebendige wechselseitige Erfüllung in der Gemeinschaft erfolgen. in der die Einheit und Spontaneität dominiert. h. verbindet auch die Geschöpfe mit Gott. 128). h. so stoßen sie sich ab (IV. Im absolut Homogenen liegt der Tod ebenso wie im absolut Heterogenen.

) '2). 109). Und nur. wie der große reale Mensch mit dem Äußeren.— 33 — während bei dem primären Schöpfungsakt das Geschöpf nur passiv? nur gesetzt war. der den Grundanfang aller Endlichkeit bildet. sondern ist. indem er „das Nicht seiner selbst sich gleiche Wille (und denn in Gott gilt gleichförmig zu machen" bestrebt ist (vgl. Denn alles Einwirken ist nicht nur ein Geben. Erst beide zusammen bilden als Totalität das Ebenbild Gottes. der sowohl seine Selbstsetzung in unendlicher Positivität veranlaßt. die es zu beantworten gilt. als auch seine freiwillige Selbstnegierung. des Schöpfungsprozesses übergehen. Dieser primäre negative Wille. Die Erfüllung der Kreatur mit der realen göttlichen Kraft hebt jedoch nicht ihre Kreatürlichkeit auf.). so ist jetzt der belebende Einstrom Gottes abhängig von der Mitwirkung der Kreatur. 138). ja me kommt überhaupt die Idee und das Wollen des SchiedHchen in die Gottheit? Das ist die Frage. wie auch der positive Wille. d. 27). Wie kommt der unendliche Gott in die Endlichkeit. ohne jedoch die Lebendigkeit jener Beziehung zu zerstören. führt zunächst noch nicht realiter aus Gott heraus. wie es sowohl in der Konsequenz der deistischen Auffassung einer über allem Endlichen erhabenen und zu allem Irdischen beziehungslosen Gottheit ^vie auch der Annahme einer von Urbeginn an prästabüierten Harmonie Kegt (II. 123). wie dieselbe möglich ist. nur ein bestimmender Grund. Nachdem wir in dem Vorigen die Existenzbeziehung von Gott und Weit zu beleuchten versuchten. oder besser der große ideale Mensch. 104 f. Deshalb wird jedem Geschöpf nur das Maß an Gotteinstrom zuteil. der von der Gottheit durch die Jechidah (die Einung) erfüllt ist. das konstitutive Moment des kreatürlichen Seins und dessen ideale Seite das individuelle Leben der Einseigeschöpfe bildet (II. „Der schiedhche Wille besteht der Idee nach mit dem einfachen göttlichen Einheitswollen zugleich" (II. dessen Basis die äußere Naturobjektivität. 132f. ein immanenter „magischer Akt". da wirkt er als mdernatürliche Affizierung '^) (II. denn sonst hätte ja die Schöpfung überhatipt keinen Sinn (II. wo dies nicht der Fall ist. Denn die innere Gewißheit. es ist der Gedanke) in negativer und positiver Richtung'^). wenn das Geschöpf sich Gott gleich macht. so zeigt der Mensch als der Mittler zv^schen Gott und Welt. daß eine solche Beziehung vorliegt. die Welt soll als Welt verklärt v/erden. kann der Einstrom belebend wirken. das Universum. Gott in seiner reinen Innerlichkeit. sondern auch ein Vereinigen des Empfangenden mit dem Gebenden. „Es gibt somit keinen reellen Übergang aus dem schlechthin Unendlichen . ist noch keine Antwort auf die Frage. müssen wir jetzt zur Betrachtung der genetischen Beziehung. das die Grundlage der jüdischen Geiechtigkeitsauffassung bildet). S. h. Manifestieren die realen Wesen die reale HerrKchkeit Gottes. so ist der große ideale Mensch mit dem Innern der Gottheit verbunden. daß dem Grad seiner Gott-Konformität entspricht (ein Gesetz.

— 34 — in das Endliche. als Negativität zu bezeichnen ist. sondern in Gott hat'^). und es setzt umgekehrt Positivität in sich. Aber auch jetzt bleibt ihr inneres Wesen über allen Relationen zur Schöpfung erhaben. sondern die Entstellung des Endlichen aus dem Unendlichen ist die Wirkung der göttlichen Magie. d. Willen zur Schöpfung als seinen eigenen Gegensatz wie durch einen Zauberschlag magisch hervorruft" (II. Ihre Rezeptivität (die Grundlage jeglichen Kultus) ist demnach nicht identisch mit der notwendig gegebenen Passivität der Kreatur. aus dessen Liebe und positivem Überfluß sie hervorgeht. jedoch darf der Philosoph dabei niemals vergessen. während bei Molitor die Prozesse urbildHch in der transzendenten Gottheit stattfinden und in der Welt nur als (umgekehrtes) Abbild wiederkehren (II. 152 f. dies ihr die. Der erste Teil . wenn die Schöpfung auch keine unbedingte Notwendigkeit ist (als welche sie auf einem Mangel in Gott beruhen würde). h. sodaß Negatives will sie nun auch positialso auch die Negativität in Gott ist: das ist der Prozeß des Sichselbstentgegensetzens in Gott'^'^). nämlich ist.. Dadurch entsteht die Wirklichkeit. daß ihre Entwicklung identisch ist mit der Entfaltung des Weltgeistes. Molitor sagt: in Gott als der absoluten Posileicht tivität ist nur eine einzige Negativität. den er selbst (II. Dies bezeichnet den Unterschied der MoHtorschen Spekulation von der Hegels. nur ihre äußere Seite ist empfänglich für die Kreatur. Bei diesem Akt verliert die Gottheit nichts. Daher hat auch die Kreatur keine realbeschränkende Existenz für Gott'^).. Wenn also dem negativen Willen zur Schöpfung auch nur eine hypothetische Geltung zukommt. sie ist vielmehr das Werk ihrer eigenen überströmenden Aktivität. indem nämlich der positive unendliche SeLbstwille der Gottheit den negativen . daß diese ganze logische Evolution ihren Grund nicht in sich. insofern es Positivität (ReaKtät) in das Nicht-Ich setzt.. Fichtes Auffassung dagegen ist die'^): das Ich setzt Negativität in sich. 145 152). so wäre die Gottheit doch in solcher Selbstverschlossenheit nicht absolut vollkommen'*) (II. daß in ihr alle Negativität nicht vieren. daß bei Hegel Gott der Schöpfung immanent ist. 138 — 140). Es handelt sich hier um den fundamentalen Unterschied. In diesem Sinne kann der Hergang der Schöpfung nach dem Gesetz der logischen Entwicklung erklärt werden. die in Bezug auf Gott als Nicht-Gott.. ihre Vollkommenheit würde auch ohne den negativen Willen nicht geringer sein. sofern es Negativität in das Nicht-Ich setzt. sondern bedingt ist durch den freien Willen Gottes. er ist über seine freie Selbstbeschränkung ewig erhaben. 138).) folgendermaßen charakterisiert: Das schiedliche Sichselbstentgegensetzen der Gottheit ist identisch mit dem Akt des Entgegensetzens der Kreatur. aber sie würde in sich in ihrem absoluten Sein verschlossen bleiben. — Verdeutlicht werden kann die Molitorsche Auffassung vielnoch durch einen Vergleich mit der Fichteschen Spekulation über die Schöpfung.

d.Zeit" ist dieses Prinzip nur zu nennen. die absolute Erfüllung der Welt als solcher mit Gott.. von dem die Zeit unseres kreatürh'chen ^erdens nur ein Abdruck ist. weil sich aus ihr auch das Verhältnis MoHtors zur Mystik erklärt. d. Er ist also die äußerlich machende Aktion in der Gottheit. Denn wenn auch die schiedliche Ausgeburt im Prinzip eine ewig zeitlose Aktion ist. der Welt. der Übergang von der Ewigkeit in die Zeit. daß Gott Positivität in sich. h. die allgemeine und die besondere. Dies geschieht in dem Sohn. tritt er andererseits gegen den Vater in ein rezeptives. ^vie der Vater und der Sohn ihrem. Das Ziel ist nicht die absolute durch Aufhebung der Weltwirklichkeit erreichte Transzendenz.. die reelle Ausgeburt ist nur die äuJ3ere Erscheinung des Sein unendliches Wesen ist der ewige . warum Gott die Welt nicht schon früher geschaffen habe. Während sich der Sohn nach außen hin . (nach Molitor) die wie schon oben gesagt wurde Schöpfung aufhebt. Wesen nach identisch sind. zu übernehmen und an ihrer Höherführung zu arbeiten. genau so identisch. so daß die äußere Schöpfung einen Anfang hat (aber man kann trotzdem nicht fragen. folglich differentes Verhältnis. so ist sie trotzdem durch den Menschen nicht zu verneinen'^). NatürKch handelt es sich bei der äußerKch machenden Aktion des Sohnes nur um die Instituierung des Prinzips der Zeit.— 35 — -dieses Satzes deckt sich vollkommen mit Molitors Ansicht. Bis hierher ist die Schöpfung noch in urbildlicher PotentiaKtät in Gott und ^vürde auch in diesem Zustand ewig verharren. nur daß ihre Richtungen sich entgegengesetzt sind. so ist die Aufgabe des Menschen als des objektiven Gegenbildes der Gottheit: die Bejahung dieser Negativität. sich selbst setzt. d. wenn Gott nicht selbst in die Stufe der Besonderlichkeit und Äußerlichkeit überginge. h. Im Prinzip sind aber die beiden Schöpfungen. h.in der typischen Form der menschlichen Gestalt entfaltet^ °)". Wenn auch die Wirklichkeit in Bezug auf Gott als Negativität anzusehen ist. der als Typus und auswirkendes Agens alles Kreatürlichen den ersten distinkten Anfang der Endlichkeit bildet. Doch seinem Wesen nach bleibt er immer im^ Vater. . Wille der Selbstbeschränkung zur Hervorbringung und Leitung der Schöpfung. Denn da Gott die Welt schuf. für 3* . Denn niemals könnte «r zugeben. den zweiten dagegen würde er ablehnen müssen. wesentlichen" Sohnes^^). Die äußere Hervorbringung der Schöpfung durch den Sohn ist das Abbild des ursprünglichen Schöpfungsaktes durch den Vater. insofern er das Nicht seiner selbst negiert. Aber erst durch die Aktion des Sohnes «rhalten die urbildlichen Formen der primären Schöpfung die trachtet. weil es ja vorher überhaupt keine Zeit gegeben hat).. so ist doch die wirkliche Ausgebiirt mit der Zeitlichkeit identisch. sondern die Welttranszendenz. Diese Auffassung ist wichtig. vom Gott-Vater aus be- uns ist es noch ewige Gegenwart^^). Sondern beide Setzungsaktionen sind in Gott ein und dasselbe und bestehen — — : «wig zugleich.

haupt möglich Verwirklicht wiid diese Konkretheit schließlich durch dier Aktion des heiligen Geistes. die dann in die ihnen entsprechenden Geschöpfe belebend einstrahlen. durch den heihgen Geist und den: Sohn kann die Kreatur zu Gott gelangen. Und nur auf diesem Wege. . Durch ihn werden die realen Urbilder geschaffen. sodaß für die Gottheit die abbildliche Schöpfung nur in ihren Urbildern existiert. wenn sich nicht die drei- — einige Gottheit in der Schöpfung als IdeaHtät offenbarte. erst 36 — durch die eine konkrete Existenz überwird (II. löS168). indem sie sich in die Jechidah als den Brennpunkt des Universums einsenkte — Hierbei treten hauptsächHch die Eigenschaften des Sohnes als des kreatorischen Prinzips der Individuahtät in Offenbarung (II. Ebenso wie der Sohn aus dem Vater. Dabei verwandelt sich der heihge Geist (wie schon gesagt) nicht wirklich zu seiner Schöpfung. So bleiben die Urbilder in Gott und wirken nur auf ihre Abbilder ein. der den absoluten Willen zur konkretem Realisierung der ewigen Schöpfungsideen bezeichnet. Erst durch ihn ist also die lebendige Wirklichkeit individueller Eigenexistenzen hergestellt.— individuelle Besonderlieit. ist wiederum nur „das magische Produkt seiner selbst". h. geht auch er nur seiner äußeren Erschein nung nach aus dem Vater und Sohn heraus. Ebenso wie die Schöpfung des Sohnes das Abbild der ursprünghchen Schöpfung des Vaters ist. sondern was aus ihm herausgeht. so bildet auch die des heihgen Geistes das Abbild der beiden vorhergehenden Aktionen. d. Aber auch dies würde nur eine äußerhche Vereinigung bleiben. während er seinem inneren Wesen nach mit ihnen identisch bleibt. 156 162).

Diesen Weg zurückzulegen. als auch so vollkommen von Gott erfüllt ist. die reale und die ideale Seite der Kreatur. Ihre Entfaltung ist der Prozeß der Geschichte. Diese. als Tendenz zur Konstituierung der Individualität auftritt. ist also zunächst noch durchaus nichts Negatives. der Aktion der göttlichen Liebe. die also jiur das Elementare. Die Welt entstand aus Gott durch die zentrifugale Aktion seiner freiwilligen Selhstbeschränkung. um sein Dasein Gott konform zii machen. um sich aus freiem Willen Gott unterzuordnen. in sich zentriertes Wesen genauen Abbilder der göttlichen Allmacht und Liebe (d. ist jedoch unmittelbar nur dem Menschen mögUch. mit der er die Geschöpfe ewig belebend an sich jsieht. Die Konstruktion der geschichtlichen Entwicklung im Zeitalter des Realismus. Erst in diesem Zustand erreicht die Kreatur ihre voUe Seligkeit. Diese ist also ein Organismus. Denn wenn sie auch ursprünglich aiu" als blinder Naturtrieb. dessen normale Lebensentwicklung ausgeht von dem Zustand. gleichfalls das Abbild der göttlichen Zentripetalität. auf jder sich dann die Zentripetalaktion entfalten kann. so bildet sie doch zugleich die Basis. Diese beiden Komponenten. die das Geschöpf braucht. ist nun nicht mehr bloßer Naturtrieb. d. Aber noch war die Schöpfung mit Gott verbunden. h. und es bedurfte erst der Kontraktion von Seiten der Kreatur. in dem die Realität zentral betont ist und hinführt zu der vollendeten Idealität des Seins. Der Mensch bildet also übrige Schöpfung seine Vermittlung das BindegHed zwischen der untersten Stufe der göttlichen Zentrifugalaktion (in der alle Idealität zur Realität erloschen ist. erst durch sie kommt ihr Sinn und Bedeutung zu. mit den unmittelbaren göttlichen . daß sie nur in — — Gott lebt 83). um nicht zu existieren). Diese kontraktive Aktion entspricht der Zentrifugalität Gottes. h. die das Leben zu einem „ständigen Oszillieren zwischen Sein und Nichtsein machen" (I^. der Aktion des Sohnes und des heiligen Geistes). h. sondern sie ist die Freiheit. StoffKch-Objektive enthält) mit der obersten Stufe der innersten Region. damit sie Eigenexistenz erhielt. Ohne diese Ereiheit wäre die Schöpfung eine unnötige Maschine. sind also die liertes. HAUPTTEIL.— 37 2. d. indem sie sowohl als Eigenwesen existiert. und nur durch kann auch die zu Gott geführt werden. 85) als iso^indem das Geschöpf nur deshalb existiert.

Sein ist der Zweck der Schöpfung. „was die Allmacht geschaffen. in seinem reinen Da. in allem war Gott sichtbar (während der plangemäße Endzustand der ist. soll er in Liebe verwandeln". bevor er durch den Genuß von den Früchten des Erkenntnisbaumes zum Bewußtsein seiner Eigenexistenz gelangte. sagt die Kabbalah. sich für seine götthche Funktion stärken. Man empfand den leb ens erhöhenden Zusammenhang und die lebensdepravierende Disharmonie von Oberem mid Unterem als „Gut" und „Böse" (IV. Wie e r nur durch Gott lebt. sie also gleichsam neu aus sich herauszugebären (ohne daß sie jedoch aufrealen hörte. der Gerechte. Zuerst sollte er vom Baume des Lebens essen. Die positive und die negative Funktion des Menschen war es. „Der Zaddik. Seine Funktion ist es: freies Organ der Liebe Gottes zu sein. die Elemente der Heilkunde und hauptsächhch die Prinzipien der Urreligion erfaßt und realisiert. (Die Bibel deutet durch die Aktion der Namengebung durch Adam diese enge Verbindung zwischen Menschen und Tier an. jetzt noch im Stadiuni der Äußerlichkeit stehende Welt mit sich zu verbinden. „den Erdboden zu bearbeiten und ihn zu hüten". Zmschen beiden stebt der Mensch. und im Plane Gottes lag es. Die Tiere waren der Kraft seines magischen Willens Untertan. allmählich auch die ganze. ^vird. 91—93). Einziges Ziel war die „magische Erhöhung des Lebens" (IV. dann hätte Alles — — - . damitwollte sie auf diese Funktion des Menschen hinweisen. sondern auch der Herrscher der gesamten Schöpfung. verbreitet Segen über die ganze Welt". Nicht der Mensch schon als solcher. Im Zustand solcher „Naturverschlungenheit" war der Mensch nicht nur der Mittelpunkt. die bei uns noch in abnorm-somnambiden Zuständen vorhanden isr. In diesem Anfangszustand erschien alles Geistige im Natürlichen und alles Natürliche als Geistiges. d. 141). so lebt die Welt nur durch ihn. durch die die Vereinigung von Gott und Schöpfung unendlich gesteigert (II. ohne daß eine Scheidung überhaupt vorhanden war. 132). sodaß alles Geistig-Moralische dem metaphysischen Wissen und Tun eingeordnet war.— 38 — Potenzen und Urbildern alles Geschaffenen. daß alles in Gott sichtbar ist).war ursprünglich die allgemeineErkenntnisweise. Durch sie und nicht durch empirische Beobachtungen wurden die Vorstellungen von Sitte und Recht. h. (Deshalb sagt die Bibel: Gott schuf die Welt „zum Tun"^*). In dieser doppelten Funktion sollte sein Leben erst stark werden.) Intuitive Erfassung der dynamischen Lebenswurzeln. als Welt zu sein). aber dieser Veibindungsstrom des Lebens floß ungehemmt. der „den empfangenen Einfluß in alle Sphären der Schöpfung verbreitet" und die Intentionen alles Geschaffenen aufnimmt und zu Gott führt.) — — wurde noch in synthetischer Einheit angeschaut. So war also der Anfangszustand der Welt zwar nur die äußerliche Verbundenheit des Unteren mit dem Oberen. sondern nur der Mensch als Träger dieser vermittelnden Funktion.

ohne daß er in ein scharf geschiedenes Verhältnis zu Gott getreten wäre. das neben dem guten gleichberechtigten Bestand hat. was vorher für ihn nur als anschauliche Tatsache existieren konnte. Dann hätte das göttliche Wort Gestalt angenommen. sondern im Gegenteil. den der Mensch gehen sollte. der Realideahtät seines Urzustandes. Entwicklung Altersstufen zu bezeichnen gewesen wären. . um die Schöpfung in zentripetaler Bahn zurückzuführen^^). Diese Von zentrifugale und zentripetale Aktion wären jedoch harmonisch wie in der historischen. durch allmähliche Losiösung von seiner realen Naturverschlungenheit bis zur freien autonomischen Vereinigung mit Gott. Die „Jugend" hätte auch im „Alter" nicht aufgehört. „Das gefallene Menschgeschlecht beschreibt denselben großen Rotationsumschwung.. wenn er Gott gewählt hätte. den es auch durchlaufen hätte. indes der Mensch. entstellten" Entwicklung. ohne daß die einzelnen Stufen als streng voneinander geschiedene „verdorbenen". gerade durch das Bewußtwerden seines Ich wäre das Gefühl der unendlichen Unterordnung unter Gott gesteigert worden. er hätte auch verstanden. wenn ihm. der sich aber durch den Fall in 6000 mühevolle Jahre ausdehnt. wie das Böse überhaupt in die Welt kommen konnte. wenn die individuelle Selbsterkenntnis des Menschen ihren Höhepunkt exi eicht hätte. Bei einer solchen Entwicklung wäre auch die sukzessive Entfaltung des großen Menschen in seine Glieder nicht eine degredierende Zersplitterung gewesen. . Dies ist der plangemäße Weg. verlaufen. Gott hätte sich immer individueller offenbart. nicht teilt. also zur Idealrealität ^'). in der alle Kreatur allmählich durch Gott erfüllt worden w^äre^^) (I^. denn weil er sich ja durch seine vorhergehende Aktion mit der er auch das jetzt Gottheit als der einzigen Realität verbunden hätte. und das „Alter" wäre auch in der „Jugend" schon wirksam gewesen (1% 107). Dieser plangemäße Entwicklungsgang bildet nun den Typus aller empirischen. 97 — — —99).— 39 — Bewußtsein seiner individuellen Existenz vertragen können. ohne sich als etwas von Gott absolut Geschiedenes zu fühlen. darzustellen versuchen. braucht nach den bisher gegebenen Voraussetzungen wohl nicht . Ja. und der Wendepunkt der zentrifugalen in die zentripetale Richtung wäre eingetreten.müssen wir zunächst Molitors Ansicht über die Frage. — — Daß er die duahstische Auffassimg von einem bösen Prinzip. in dem ihm alles IdealInnere noch im Äußeren erkennbar war. diesen Umschwung in sechs (für unsere Begriffe) zeitlosen Gradationen vollendet hätte" (I^. 103). Bevor wir jedoch diesen Entwicklungsgang verfolgen. die daher ohne den ersten nicht zu verstehen ist. So wäre die äußere Gemeinschaft mit Gott immer weiter fortgeschritten. so wäre ihm auch bewußt geworden. wenn es ^nicht gefallen wäre. sie hätte die Entv/ickiung dargestellt. dieser fundamentale Unterschied (synthetisch) vöUig klar geworden wäre.

Ganz deckt sich allerdings Molitors Ansicht nicht mit der Schellin gs. Dadurch. die Leibniz ver- nur aus dem Grunde. nicht Auch : die Privationslehre. Ebenso erklärt sich die Duahtät der beiden Willensrichtungen im Menschen weniger aus der Abbildlichkeit derselben als vielmehr aus der Freiheit Gottes. Denn Gott wollte. Dies bedeutet der SündenfaU Adams. Böhme leitete bekannthch die Weltschöpfung aus dem Gegensatz des Ungrundes als centrum naturae und der dreieinigen Gottheit ab^^). „Perfektibilität" und „KorruptibiHtät" sind korrelative Begriffe.— tritt. der die Freiheit des Menschen. daß der Mensch sich selbst durch seine freie Aktion aus seiner ursprünghchen Gesetztheit emporführe zur Konformierung mit dem Göttlichen. daß ScheUing in demselben Maße von Böhme. daß er sich von Gott loslösen woUte. WirkKch wird das Böse (darin stimmt MoHtor voUkommen mit ScheUing ^2) überein) durch die egozentrische Emanzipation des Menschen von Gott^^). (Weit bestimmter als ScheUing weist MoHtor dem Menschen die alleinige Verantwortung für das Böse zu. daß die Kreatur von Gott gesetzt ist. Ein zweites Problem ist das der Wirklichkeit des Bösen. liegt (nach Molitor) die Ermöglichung des Bösen. daß die Struktur des Menschen das Abbild der in zwei Komponenten (Natur und Sein) geteilten Gottheit ist. daß ihre Autonomie also bedingt ist. Wenn er ihm aber die Freiheit zum Aufstieg gab. um selbständig zu existieren^*). Aus dem gleichen Grunde wendet er sich auch gegen die Ansicht. so konnte er sie ihm nicht zum Abstieg nehmen. ohne ihn dadurch zu einer toten Maschine zu machen. d. sondern auch deshalb. der andere die freie Exposition der selbständigen. Dadurch aber ist die Schöpfung weniger ein Ergebnis als ein freies Werk Gottes. MoHtor teilt vielmehr die Ansicht. wenn er sagt. seine zweifache Entschlußmöglichkeit wollte. Molitor dagegen zerlegte die Schöpfung in zwei Prozesse. die ja mit dem Menschen innigst verbunden war. wie Molitor von der Kabbalah beeinflußt war. Erst dadurch entstand die Schöpfung. aus dem sich auch ScheUing gegen sie wendet daß nämhch durch sie niemals die Dynamik des Bösen ihre Erklärung finden könne ^^). weil ja durch solche Interpretation Gott (als Schöpfer der Endlichkeit) indirekt auch zum Schöpfer des Bösen wird. abbildHch realen Welt war. h. . denn das Böse wäre dann ja nur graduell vom Guten unterschieden. was jedoch der Idee eines absolut vollkommenen Gottes widerspricht. lehnt er ab. die Möglichkeit des Bösen sei dadurch gegeben. von denen der eine (urbildliche) die Trinitätsbewegung der Gottheit. die ScheUing^'') in Anlehnung an Jakob Böhme vertritt. als eine von Gott getrennte Wirklichkeit. die das Böse als eine notwendige Folge der Endlichkeit begreifen will. Denn in Schellings Auffassung ist der freie WiUe des Menschen zum Bösen unvereinbar mit der Notwendigkeit des Bösen zur Selbstoffenbarung Gottes ^^)). 40 — «rst gesagt zu werden. was seinen Grund sicherHch darin hat. weil dadurch die ethische Schuld in ihrer Strenge gemildert würde.

100). daß die Schechinah durch die kontraktive Aktion Adams geschwächt war. So wurden die obere und die untere Welt getrennt und eine ganz neue Gesetzmäßigkeit nötig. wie überhaupt über die gesamte Schöpfung^'). denn dadurch. d. „Die Sünde macht eine Pegimah. ja fast ganz unterbunden war. sein „Zelem" (d. soweit er mit der Schöpfung in Verbindung stand. h. um so mehr ist sie natürlich den positiven und negativen Aktionen ihres aktiven Zentrums (also des Menschen) ausgeliefert. und deshalb konnte auch die Schöpfung ihn nicht mehr als ihr Oberhaupt anerkennen (I^. die Funktion der Materie sich ausgeübt hatte öß) (I^. und dadurch bekam die ganze Welt einen geringeren. h. schwächeren Lebensfundus. Diese wurde geschwächt. Der Mensch verlor seine magische Macht über die Tiere. daß er sich von Gott losgelöst hatte. wenn auch nicht auf eine kreatürliche pathologische Weise von ihm ergriffen. unendhch erhabenen Wesen. so ist das keine „Strafe" (im moralischen Sinne des Wortes). wenn man das Wort exakt übersetzt. Weil der Mensch das Zentrum der ganzen Natur war. m'cht in seinem inneren. so mußten sich auch die Folgen seines Abfalls von Gott zunächst in der Natur ^zeigen. typischen Verlaufes ist. sondern in seiner äußeren Offenbarung. sondern eine notwendige Folge des Sündenfalls. auch Gott wurde. die ganze Welt . kam zugleich das Übel und das Leiden in die Welt. Das allgemeine Leiden bheb nicht nur auf die Welt beschränkt. und nicht ist die zweite wegen der ersten (als moralische Bestrafung) von Gott instituiert worden. wollte er auch seine ihm von Gott zuerteilte Funktion aufgeben: vermittelndes Zentrum der Schöpfung zu sein.— bereits 41 — historisclien und damit — wie begann der Lauf unserer Hinsicht das Entwicklung. Jetzt erst entstand die physische Materie ^^) in ihrer in sich geschlossenen Härte und Festigkeit aus dem. seine ursprüngliche Ebenbildlichkeit mit Gott) wurde zerstört und damit das Agens seiner Regeneration verdorben. Damit. Diese beiden Tatsachen sind identisch. Je passiver die Natur ist. Die ganze Schöpfung geiiet in den Zustand des Leidens. Wie unter der Einwirkung eines Giftes erfolgte eine allgemeine Kontraktion der bis dahin offenen klaren Reiche des Seins. Die Schechinah ist aber. Die Schechinah ist geschwächt. sagt die Kabbalah. die Gott-Immanenz^^). was früher. Wie vom Zentrum eines leiblichen Organismus. weil durch die kontr aktive Aktion des Menschen auch die Verbindungen aller Naturwesen mit ihren belebenden Prinzipien in der obersten Welt und damit auch die Verbindung mit Gott erschwert. der — oben verzogene äußere gesagt in jeder Abbild des plangemäßen. so teüte auch vom Menschen aus dem Organismus der Welt die Schwäche und Verdorbenheit seiner Struktur mit. ätherisch klar imd rein. Wenn sich also Gottes Verhalten jetzt den Menschen — — gegenüber veränderte. h. einen Fehler in der Schechinah". 101 103). Aber hauptsächlich wurde der Mensch selbst in seiner innersten Wurzel geschwächt. d.

absolut isoliert. das wir schon einmal (S. Nicht nur. Beispiele von Seiten seiner Umwelt und Offenbarungen durch Gott helfen würden. das war nach dem Fall ausgelöscht ^*^2). diesen seinen Endzweck zu erreichen. sondern auch schon zu jeder Erfahrung braucht der Mensch einen Einfluß von außen. um „das verlorene ursprüngliche Ebenbild der Gottheit im Menschen. so kann der nur relativ autonome Mensch sie dennoch nicht rein aus sich heraus entfalten. So könnte man als die Ansicht der Von seinem ciiristlich-tlieologischen Standpunkt siebt ans aber Molitor Gott den Urheber der „Strafen" an und formu- liert die Veränderung im Verhalten Gottes teleologisch. wieder zu sich zurückführen. der sich ja nicht in positiver sagt. wäre der Mensch schon in seinem nor- Macht malen Zustand lebensunfähig gewesen. das Zelem. Damit kommen wir auf das Problem der Tradition. Der Gang dieser Wiederherstellung ist der Gang der fortlaufenden Offenbarung des ersten göttlichen Unterrichts (I^. seine verlorene Ebenbildlichkeit meder her^ zustellen ^^). Feindseligkeit gegen ihn erhoben. nachdem dieser sich zu ihm zurückgewandt hatte. indem ei' Gott wollte den Menschen. Er entzog dem Menschen die magische seines Anfangszustandes. wiederherzustellen" (1^. denn ihm fehlte das Organ zum Verständnis und zur Aufnahme des reinen Gotteinstroms. um wieviel mehr erst jetzt in seiner durch den Sündenfall geschwächten Verfassung. wenn ihm nicht erziehender Unterricht. Denn wenn auch die Anlägen zu allem in ihm liegen. Aber Gott konnte sich des Menschen erst annehmen. der nicht mehr von einer vorhergehenden Generation diesen Bestand seines Lebens und Wissens erhalten hat. 103—106).105). der zur Erreichung dieses Zieles nötig wurde. muß jetzt unter großen Qualen und Leiden gegangen werden. seine . 42 — Kabbalah interpretieren. wenn sich ihm auch in seinem reinen Zustand (vor dem Abfall von Gott) die göttliche Herrlichkeit dauernd offenbarte. was er damals in lebendiger Anschauung gesehen hatte._ leidet. Auch die Verwandlung seiner Liebe zur Strenge war also ein Zeichen seiner Liebe. sondern unmittelbar von Gott^*'^). Die ganze Führung des Menschen ist also nichts als eine ständige Erziehung. h. nur ein Mittel Gottes. in dem also der göttliche Funke doch noch lebendig geblieben war. Und so war alles Negative. damit er sich um so inniger an ihn anschlösse und sich ihm unterordne. 21 f. Sein Zelem. Ohne die göttliche Führung. Jede Generation übermittelt den Bestand ihres Lebens und Wissens der folgenden Generation. so enden wir schließlich bei dem ersten Menschen ^*^*'). Aber. Die ganze durch den Fall Adams in Mitleidenschaft gezogene Schöpfung sehnt sich seitdem nach Erlösung und Heilung. was jetzt in der Welt erschien. d.) berührten. Dieser Unterricht wurde Adam erst nach seinem Sündenfall zuteil. Und wenn wir diese Kette hinaufverfolgen. aber der Weg. sondern dessen Liebe sich nur geteilt hatte zwischen Gott und seiner individuellen Existenz.

deren Echtheit und Wahrheit überhaupt" ^^') (I^. B. das hohe Alter und die Echtheit der einzelnen Teile der jüdischen Tradition nachzuweisen. Es ist ein Zeichen der götthchen Liebe. 83). „den Zustand den verschiedenen Perioden des Entwicklungsganges der Menschheit. weniger er selbst an der Stelle. bilden also „den Hauptfaden und Mittelpunkt für die Geschichte der gefallenen Menschheit So stellt er sich die Aufgabe. So bildete sich die Kultur als eine Kette von Traditionen. auch in seiner realistischen Form. das Leben des großen Menschen und das mit ihm parallel laufende oder vielmehr es durchdringende. was uns reflektierenden Menschen anstößig erscheint ^°^). was jedoch früher. In ihrer Reinheit erhielt sie sich nur bei JissraeP"*). an der er das Alter der hebräischenVokale sagt bespricht. das Grundprinzip des reinen Naturkultus und aller damit zusammenhängenden Lebensinstitutionen" (II. 2). Daraus erklären sich die vielfachen Bemühungen Molitors. aus dem das Heil der Erlösung hervorgehen und die zerfallene Menschheit wieder geeint werden sollte^"^) (II. von der götthchen Uroffenbarung an. es konnte im Vergleich zur Uroffenbarung nur ein getrübter Reflex sein (II. Was ihm Gott in seinem jetzigen Zustand offenbarte. sein Führung. dieser Überlieferung in daher die Grundlage seiner ganzen Geschichtsphilosophie bildet ^°^).— 48 — Gottebenhildlichkeit war entstellt. die in der Geschichte seiner Tradition ihren Niederschlag gefunden haben. bedingende und von ihm wieder bedingte Leben der Tradition" ^^) zu verfolgen. Als Quellenmaterial steht ihm hierfür zimächst nur die Bibel und die daran angeschlossene Literatur des Thalmuds und der Kabbalah zur Verfügung. „Bei dieser Streitfrage kommt es nämHch hauptsächlich um . die Lebensregeln und die Einsicht in die höheren Verhältnisse. I^. In diesem ersten Unterricht wurde Adam „das ganze Urgesetz in^synthetischer Einheit. die allerdings bei den meisten Völkern immer mehr und mehr entstellt und „zu falschem Naturdienst" getrübt wurde. die er zur Orientierung und zu einer möglichst positiven Gestaltung seines Daseins brauchte. er war von Gott getrennt. 117). Die Bibel als der Grundstock der Tradition ist das heihge Buch xax i^oy'qv. Daß es sich hierbei Beweise als um seine innerste Überzeugung handelt. 2) übergeben. 5 8). einen geistigen Sinn hatte. aber gesetzmäßige Notwendigkeit (beides ist identisch). wenn auch manches. Geschichtsentwicklung Molitors antreffen: daß Gottes Führungen sich stets nach der jeweihgen Stufe des empfangenden Menschen richten (z. darin vorkommen mag. war daher diesem Zustand gemäß. es ist zugleich eine — Molitor bezeichnet ^^^) Ursprung und seine Jissrael als das Herz der Welt. dessen Inhalt dann im Laufe der geschichtKchen Entwicklung immer deutlicher aufgeschlossen und immer mehr durch die menschhche Reflexion entfaltet wurde (was bedingt war durch die zentrifugale Steigerung der menschlichen Vernunft). Denn dies ist das das wir überall in der organische Gesetz der Offenbarimg ^°^).

zu der im Grunde alle Aufzeichnungen nach der Thorah (also nicht nur die Literatur des Thalmuds und der Kabbalah. so waren damals noch Theorie und Praxis relativ identisch. zum Zentralunseres mechanischen Lebens.) teilt diese mündhche Tradition. die scheinbaren Widersprüche aufzulösen. die Schlegel ^^^) als „Denkmal kritischer Verirrung" bezeichnet. so entscheiden sich auch die Fragen nach dem Alter der verschiedenen Traditionen im positiven Sinne. Als einen ersten Versuch in dieser Richtung betrachtet er selbst seine Untersuchungen. daß diese Kürze. verliert sich der Sinn für die mündliche Tradition ^^^). die zur dauernden Verlebendigung der Molitor Schrift nötig waren. Vorurteil umzukehren und sich zu bemühen. sondern auch schon die übrigen 34 Bücher des — . wie (z. dem besonders im ersten Kapitel der Thorah. Also in ähnlicher Weise wie Gottes Sich-selbst-denken ein Sich-selbst-produzieren ist. Und jede theoretische Erklärung.) (I^. dieses heiligen Schriften herangegangen. ständig erklärend die Schrift begleitete (I^. h. ebenso beabsichtigt war. Die bisherige Bibelkritik. B. sondern als freie Entwicklung der höheren Kräfte des Menschen angesehen werden {I^. Nur kurz sei seine Ansicht über den Aufbau und den Inhalt der jüdischen Tradition skizziert. d. alles wird nach Möghchkeit schriftlich fixiert. 384) Sprache und Kultur nicht als Notbehelf. d. muß auch die hieroglyphische Kürze jener Schriften verstanden werden. (So meint auch SchlegeP^^). (Absolut identisch allerdings waren die beiden Komponenten des Lebens nur in dem reinen Zustand Adams vor Sündenfall. andererer. Heute. sei bereits mit einem negativen Vorurteil an die Nunmehr sei es Zeit. 572). war zugleich eine Unterweisung. alles Leben in abstraktes Erkennen verwandelt wird. daß die mündliche. also eine positive Kritik zu begründen (I^. erklärende Tradition vorausgesetzt werden konnte. 614 f. 7) Daraus. ermöglicht und herausgefordert." (I^.) die der Apokalypse des Johannes. h. der Grundsatz.). und aller Damals wurde nur die Quintessenz alles Wissens Anschauung aufgezeichnet.— darauf 44 — Wenn an. alles Wissen und Erkennen war zugleich ein Können und Ausüben. alles zu fixieren. um so die Einheitlichkeit der Bibel zu beweisen. 419). Aber dieser prinzip heutige Buchstabe hat nichts mehr gemein mit den Buchstaben der frü- seits wird — — heren Schriften. damit aber erlischt die Lebendigkeit der gesamten Realität. welchen Begriff man von der Bibel hat. 50. wo alles Praktische in Theorie. Der Buchstabe wird einerseits zu einem toten Mechanismus. weil die mündliche Tradition. dadurch wurden die erklärenden Kommentare. Es kann hier natürlich auf diese Teile des Molitorschen Werkes nicht näher eingegangen werden ^^^). die ältere Generation der folgenden gab. III. die ja weit älter ist als jede schriftliche Fixierung. die damals der Lehrer dem Schüler. zu einem bloßen Werkzeug der Mitteilung und verliert so seine HeiMgkeit.

um einen bestimmten Sinn anzudeuten.— 45 — Thenach) zu zählen sind. und in der immer das jeweils Spätere die Verdeutlichung des Früheren darstellt. Daher ist die Messorah. schließlich in der Mischnah und Gemara gesammelt. von dem Fall des Menschen und seiner Führung durch Gott. so beruhte auch die äußere Form der Aufzeichnung auf mystischem Grund. denn sonst wäre die Schrift. während die inneie mystische Doktrin dem freien Forschungs willen der Einzelnen überlassen blieb. von der Wiederherstellung der Welt in dem Werk der sechs Tage. so waren doch bei den Alten. die Moscheh auf und die sich (als Erklärung und VerdeutKchung der auch in der Thorah enthaltenen Gesetze) immer mehr entfaltete. schon von den Haladem Ssinai empfing. die die Vokalisations. Wenn auch in den Dogmen der jüdischen Kirche nur die Gesetzestradition als streng verbindlich angesehen wurde. morahsche und mystische Deutung ^^^). — nach der jüdischen Auffassung —Die Gesetzestradition. I^. Oben war gesagt: „Die ganze Nunmehr können . in drei Teile ein. wurde Die mystische Tradition endlich bildet den Inhalt der Kabbalah. diese beiden Teile noch eng verbunden. der Materie. notwendigerweise (wenigstens im Prinzip) so alt wie die Schrift selber. den Unterweisungen. (Über die Tradition vgl. Denn wenn auch die Nichtvokalisierung der hebräischen Worte dazu dienen sollte. jede Abweichung beabsichtigt.) — wir die (auf S.und sonstigen Zeichen lehrt. handelnden die sich herleitet vom inneren. Der Erklärungsart nach unterscheidet MoHtor hier die historische. Während in dem ersten die Übungen zur Heiligung des menschlichen Lebens gelehrt werden. der urbildhchen Schöpfung. 42 abgebrochene) geschichtKche Entwicklung weiter führen. sinn- und zwecklos gewesen. dem dadurch entstandenen Chaos. Jede Einzelheit war von Wichtigkeit. dogmatischen Sinn der Bibel übereinstimmen. wenigstens als Dokument göttlicher Unterweisimg. Dem Inhalt nach zerfällt die Kabbalah in einen praktischen und einen theore- Auch tischen Teil. so mußte doch von Anfang an unbegrenzte Interpretationswillkür unmöglich gemacht worden sein. das Nachdenken und das Verlebendigen der heiligen Schrift wachzuhalten. Die beiden anderen Teile der Tradition bilden die Erklärung des gesetzlichen und die des inneren mystischen Sinnes. erstens: die formelle Tradition: da in den früheren Zeiten in jeder äußeren Form der reale Ausdruck des inneren Lehens lag. geistigen Menschen. choth. Und als mit der fortschreitenden Entwicklung sowohl der menschlichen Vernunft als auch der historischen Konstellation eine Scheidung zwischen beiden Teilen notwendig wurde. dem ersten Abfall der Geister. ja ihn sogar noch verdeutlichen. lag darin der Keim zu einer weitergehenden schwächenden Trennung des äußeren. die alles Äußere zugleich einem Inneren zuordneten. handelt der zweite (den MoHtor seinen spekulativen Ideen zugrundelegte) von Gott. diese Interpretation muß stets mit dem wörtlichen. 11 82.

da alles. teils durch Strenge ein. Andererseits aber greift die Gottheit selber. umzukehren. den Einleitung berührten." (I^. andererseits aber sucht er die Ursache aller Regenerationen in der führenden Liebe Gottes (denn auch das Gesetz „des allgemeinen Lebensorganismus" ist ja ein Werk Gottes). daß in ihr am Ende aus sich selber die Zwangsmittel gebären. ohne . So regeneriert also schon der „allgemeine Lebensorganismus" selbst die Schäden. . v/ir in der Einerseits will Molitor die Freiheit des Menschen gewahrt mssen. so auch in der Geschichte. die ihm der negative Wille des Menschen zufügt." (I\ 106). . . die ihre Urheber entweder gewaltsam aus ihrem Wirkungskreis ausscheiden oder nötigen. als ein festes. an denen er den jüdischen Anschauungen die Einwirkungen der freien menschlichen Entscheidung auf das Verhalten Gottes. wo dann die zentripetale Rückkehr (im Greisenalter) mit Notwendigkeit erfolgt. im planDiese Entwicklung wäre wie schon erwähnt gemäßen Verlauf nicht getrennt gewesen. die Entwicklung des großen Ganzen völlig zu hemmen und die allgemeine Harmonie zu erschüttern. um diesen Lebensorganismus zu kräftigen. zu beleben. Hier tritt deuthch der Widerspruch zutage. so ist doch dieser ungebundene Wille nicht imstande. so aber. Denn in dem physischen wie in dem geistigen Menschen liegt das Gesetz der ewigen organischen Einheit. und der Mensch mußte sich von Gott fortent- — — . Wenn er auch als Katholik die transzendente Erhabenheit und die Unwandelbarkeit der ewigen göttlichen Liebe betont. ." Zwei Methoden sind bei dieser Führung zu unterscheiden: das von Gott instituierte ewige Gesetz der Weltharmonie und die unmittelbare „persönliche" Lenkung und Erziehung. seiner Freiheit Gewalt anzutun.— 46 — Führung des Menschen ist nichts als eine ständige Erziehung. die allgexneine Harmonie zu stören . 106). das Gepräge derselben auch in seinem tiefsten Fall nie ganz verlieren kann Dies ist das große Wunder der alle Störungen ev/igen organischen Harmonie. „Obgleich der freie ungebundene Wille des Menschen durch die falschen Einwirkungen des Bösen immer verleitet wird. in dem „entstellten" Gang unserer Geschichte. — — — Ganz besonders ist diese UneinheitHchkeit bedingt durch die starke Betonung des organischen Entwicklungsgesetzes: so wie das Leben jedes Einzelnen sich zunächst zentrifugal bis zu dem Punkt der höchsten Reife entfaltet. mußte zunächst ein Lebenspol prädominieren. unmllkürliches und unzerstörbares Naturgesetz. zu regieren und so „den gefallenen Menschen seinem Heil näher zu bringen. so finden sich beeinflußt von doch andererseits manche Stellen. was in der Einheit geschaffen. auf die Art seiner ohne allerdings Führungen in weitestem Maße in Betracht zieht jemals die letzten Konsequenzen aus einer solchen Anschauung zu ziehen und seine Ansichten zu einer Einheit verbinden zu können. seine verlorene Ebenbildlichkeit wieder herzustellen. teils durch Gnade. .

als der Mensch fiel. dieses Sich-nicht-vollkommen-an-Gott-hingeben. der realen Reinigung und Opfer. Ai>er diese Epoche der Lebens: . daß der Mensch die unendliche Liebe Gottes kennen lernte. durch seine Tat zu Gott gekommen zu sein. immer bleibt doch in ihm das Gefühl. Es war eine Religion des freudigen Wirkens. um die Kreatur wieder mit Gott zu vereinen (I^. 47 — Die reine Naturanschanung Avurde immer melir getrübt. Diese Selbstgerechtigkeit. Ahnen (unmittelbar konnte er allerdings die Zusammenhänge nicht mehr erfassen. als die real-belebende und produzierende Macht des Lebens (I^. daß zunächst eine Epoche realer Wirksamkeit nötig war. Denn nur Gott ist über die Schwäche des Menschen erhaben. Daher waren auch die Lebenswerte Macht. Also bediente sich die Urreligion. der kein Mensch. und so verminderte sich das frühere reflexionslose Schauen der inneren Zusammenhänge alles Lebens in ein. 111 118). Der Mensch hatte seine ursprünglichen Anlagen nur getrübt behalten. in der der Mensch aktiv gegen diesen bösen Willen in sich und in anderen kämpfte. die aufgegebene Gemeinschaft mit Gott wieder zu erneuern. noch fehlte dem war allerdings Menschen die EmpfängKchkeit für eine nur ideale Offenbarung Gottes. so wirkt auch in immer anderen Formen der Wille zum Bösen im Menschen weiter. denn soweit er sich auch von allem Irdischen loslöst. zu dem völlige Abkonzentrierung von seinem eigenen Ich nötig ist. Und so nahm schon. daß sie unter dieser Kennzeichnung (als Zeitalter des Thohu) zusammengefaßt werden kann. Die Geschichte Adams enthält also eine doppelte Loslösung: er trennte sich nicht nur von der geistigen Einheit. — Aber ebenso wie Gottes Führung dem jeweiligen Stand des gefallenen Menschen entspricht. die göttliche Liebe die Gestalt des Elends an. Sieg und Ehre. sondern. das magische Wirkungsvermögen und die anderen höheren Potenzen des Menschen wurden immer schwächer ^^^). wenn auch zunächst noch sehr lebendiges. was allerdings die notwendige Folge Jener ersten Aktion war. sondern — sagt MoKtor — braucht ja auch kein Engel sein nur Gott selbst. zerstört aber den gewollten Effekt. darf. aber „im Gewände der NaturäußerHchkeit" erkannte er doch noch dunkel die geistigen zugrunde liegenden Gedanken Gottes). Zunächst also erschien Gott nur als El Schaddai. löste sich auch allmählich von der Naturverschlungenheit seines anfänglichen Lebens. Aus seinen eigenen Kräften allein kann der Mensch dies allerdings niemals erreichen. Dadurch blieb ihm auch die Möglichkeit. in der Hauptsache der negativen Methode: durch Ausrottung des Bösen den Menschen und mit ihm die Schöpfung wieder Gott ähnlich zu machen. Aber nichtsdestoweniger ist die Jugendepoche der Menschheit im Vergleich zu den anderen Epochen doch noch so naturverschlungen. 115). Bis zur endgültigen Offenbarung Christi noch eine lange Führung nötig. und die positive Wirkung des Falls war es. Auch so erklärt es sich. die ein magischer Naturkultus war. Daher der Mensch den Erlöser.— "wickeln.

und die siebzig darauf folgenden Völker). In einer solchen Verfassung des Lebens lag natürKch besonders für den jugendKchen. Nachdem Methuschelach. den Sieg über den negativen Teil der Menschheit davonzutragen. Nur Noach mit seinem Geschlecht blieb erhalten. dem neuen Geschlecht übermitteln sollte (I^. 127 f. Sein ganzes Leben war ein Kultus. sondern auch real) in gleichem Maße die Seele gereinigt. um so mehr ^vurden äußere . Idee und Faktum. Methuschelach auf Noach). und diese enge Verbindung wurde auch auf die Außenwelt übertragen. 119 — — 125). die er aus der alten Zeit empfangen hatte. Er war es. das nach der großen Flut lebte. der noch mit Adam in Verbindung stand. teile Der große Mensch zerteilte sich nunmehr in seine drei Hauptund seine 70 GKeder (die drei Söhne Noachs. Da sie sich jedoch im Laufe der Entwicklung vermischte. jeder Sieg der Gottesdiener war ein Sieg Gottes selbst (I^. verkörperten die Polarität i^^) der beiden Grundtendenzen des Menschen.— bejahung war dennoch keine 48 — sinnliclie Zeit. war von Anfang an gröber. Daher sollten sie getrennt bleiben. noch „unreifen" Menschen eine große Gefahr: denn er konnte seine magische Kraft auch zur Zerstörung^ benutzen. sieben Tage vor der Sintflut gestorben war.). der letzte. Chanoch. denn noch war die Verbindung der einzelnen Teile des Menschen relativ eng. Japhetk und Schem. Aber durch die Steigerung des Bewußtseins war auch andererseits die Sehnsucht zur Umkehr gesteigert (II. der die Tradition. immer größer wurde der Abstand von Gott. Je mehr aber die Zahl der Menschen zunahm. sodaß sich in allen festen Formen des Kultus die Relationen der Grundprinzipien und -kräfte des Seins spiegelten. ungeistiger als die des früheren. Dies zeigt die Tat Kains. Alles Kämpfen war ein Kämpfen für Gott. sondern Mittel zur Verbindung mit Gott und zur Erfüllung^ der Welt mit Gott. Die Struktur des Geschlechtes. Immer mehr erwachte das reflektierende Bewußtsein und infolge davon auch die IndividuaHtät. irdischer. Gedanke und Tat wurden getrennt. für die er noch die Empfänglichkeit besaß. so entstand ein immer schwächer werdendes Geschlecht i^^). 130 f). bis die positiven Schethiten kräftig genug geworden wären. Während dieser Entmcklung pflanzte sich die Tradition bei den einzig positiv Gebliebenen fort (von Adam über Scheth. denn in allem Äußeren^ das der Mensch erstrebte. durch die physische Reinigung wurde (nicht nur symbolisch. Der nächste Teil der Epoche des Thohu verläuft bis zum Turmbau zu Babel. konnte die notwendige Vernichtung jenes ersten vollkommen verdorbenen Geschlechtes erfolgen. Die magische Kraft des Menschen war ihm nicht Selbstzweck. mit dem (bereits in der zweiten Generation) die Zerspaltung des Menschgeschlechtes begann. Cham. Die Kainiten und die Schethiten (die Nachkommen des dritten Sohnes Adams). lag ja die innere Kraft verborgen.

usw. göttlich übergeordneten findet. steht der Sabäismus schon um eine Stufe höher. wird also was schon eine höhere Abstraktion voraussetzt als dynamische.und Gebäiungstrieb des Lebens vorgestellt. Quellen usw. und so verfiel sein Leben immer mehr. aus oder nach ihnen verfertigte Fetische zum Gegenstand „religiöser" Verehrung werden. nicht zu objektivieren. als durch die reflektierende Vernunft die Idee der unendlichen Natur als Gottheit entstand. und Steine. Daraufhin mußte die Menschheit nicht nur quantitativ. bzw. auch die reine Anschauung vom Wesen des Göttlichen wurde zerstört. Immer mehr wurde der Mensch sich selbst zum Gegenstand. Ehrsucht. die allmählich zu einem festen. die es aus göttlicher Offenbarung in sich trug. nicht abe/ durch Einzelreformen zu beseitigenden Übel wurde all dies verdarb das Geschlecht der Menschheit immer mehr. im zweiten ein geistiger Naturalismus. So entstand die Gesellschaft. — — Um . nahm man eine Vielheit von Naturpotenzen. da es ja noch in (relativer) Einheit lebte. sondern heit. bis diese Entwicklung in jenem verwegenen Entschluß der egozentrischen Menschheit ihren Höhepunkt fand: den Mittelpunkt des Lebens nicht mehr in Gott. Während er im Fetischismus auch nicht das leiseste Gefühl vom Unendlichen. Molitor teilt die erste Art der heidnischen Rehgionen ein in Fetischismus und Sabäismus. Das frühere Geschlecht brauchte diese in den „reinen typischen Urgesetzen der Natur begründeten" Institutionen. Denn hier wird Gott als der Zeugungs. produzierende Naturkraft von seinen Produkten in gewisser Hinsicht getrennt. sondern auf der Erde anzusetzen. oder der unsichtbaren. die soziale Ungleichheit. sodaß zu einem gemeinsamen Werk der Sünde in Zukunft die Grundlage fehlte {I\ 131—135). Im ersten Fall ergab sich ein grob sinnlicher. die äußere Hierarchie {nach den verschiedenen Beschäftigungen der Menschen). entweder als Zentialagens der sichtbaren.— 49 — Mittel zur Orientierung und Ordnung nötig. Pflanzen.. Es entstanden die verschiedenen Sprachen und Rassen. nur noch durch radikale Ausrottung des Bösen. während hier das GöttKche depotenziert ist zu einzelnen konkreten Bestandteilen der Natur. Jetzt zeigte sich also auf dem sozialen Gebiet die negative Tendenz (während in der ersten Epoche die metaphysischen Beziehungen des Lebens vergiftet worden waren). — auch qualitativ zerspalten werden. Aber immer weiter entzog sich der Mensch Gott als dem belebenden Urquell. Tiere. Ja. damit ihr jede Möglichkeit zu solch einer „gigantischen Sünde" genommen wäre. inteUigiblen Natur. die Mannigfaltigkeit der Naturerscheinimg erklären zu können. Gott erschien der heidnischen Anschauung entweder als sich selbst unbewußte oder bewußte Ur kraft. materiellen. Träg- Unreinheit und vor allem die Ungleichheit. und folglich sah er auch die Anderen als seinesgleichen an. Sinnlichkeit.

ägyptischen und chinesischen ReKgion ausgeprägt findet. Dadurch ist aber nicht nur die für jede Religion notwendige Trennung von Mensch imd Gott zu einem bloß graduellen Unterschied geworden. in der persischen. das Absolute. konnte sich daher niemals zu reiner geistiger Spontaneität entwickeln. B. die ihre deutlichste Ausprägung im Buddhismus gefunden hat. die in dem allgemeinen Lebensorganismus der Völker die aktive Seele bildeten ^^^). sich dann der Sternendienst. die von den Menschen das gleiche verlangten. Die notwendige Konsequenz solcher Anschauung ist der Nihilismus (III. „chaldäischen". Jede individuelle Aktivität. Und ligion: da bei den Göttern der Japhethiden alles Geistig-Innerliche nur akzidentell war. wird zwar scheinbar ein Unterschied zwischen Gott imd Schöpfung gemacht. sondern jede Autonomie. die fatalistische Ergebenheit und die individualistische Aktivität. in dem System der Produktion. Der Prozeß der Schöpfung — — . h. Neben diesen beiden Formen des Heidentums. das Molitor z. das konkrete individuelle Leben. die entweder als absolute Vernunft oder als freie lebendige Persönlichkeit die Geschöpfe in bleibender individueller Existenz zeugt. immer suchten diese beiden Komponenten. wird Gott. hätte die Annahme einer ungehemmten Spontaneität verlangt. iinterscheidet Molitor noch die beiden Formen des höheren geistigen Naturalismus Das System der Selbstvernichtung und das System der Produktion. verliert jeden Sinn. > In der zweiten Art des geistigen Heidentums. Gott ist die allgemeine Urkraft (nicht nur eine bloße Naturkraft wie im Sabäismus). weil über ihnen das Fatum schwebte.-. 50 -d. zu einer Resultante zusammenzufließen. Daraus entstand die Schönheit als höchster Wert^^^). durch die Beobachtung fester gab alles von Göttern Zeichen glaubte der fatalistische Mensch sein Schicksal enträtseln zu können. ebenso wie die Götter nicht heilig sein konnten. Denn Sittlichkeit im Menschen als Norm zu setzen. die Welt. wenn nur das abstrakt Allgemeine als Wert und das Aufgeben der individuellen Existenz als Forderung gilt. Denn dies ist die Grundforderung jeder Redaß sich der Mensch mit seinem Gott konformiere. die fast nirgends in strenger Trennung zu finden sind. So dachte sich der heidnische Intell^t auch die Götter nur als Individuen von unendlich gesteigerter Schönheit. das sie ihnen gaben: lebendige Kraft der Natur. nur von seiner abstrakt formalen Seite her erfaßt: Gott ist die absolute Einheit. In der : ersten Anschauung. 6—10). besonders stark tendierten. um ihnen Anteil an ihrer eigenen rmendlichen Vollkommenheit zu geben. deshalb nahm auch im praktischen Leben der Menschen das Ideelle nur eine untergeordnete Stellung ein <in. zu der gerade die Japhethiden. 11 f). aller Inhalt wird als Schein abgelehnt. - dem an. jede Aktivität ist aufgegeben. von denen jedoch ein jeder in gleicher Weise Daraus erbezwingenden Fatum untergeordnet war.

der Ausgangspunkt der Menschheit. das Leben in seiner Totalität nach den Gesetzen der himmlischen Hierarchie und der göttlichen Lebensbewegungen abbildlich zu gestalten. als der Geist der Chamiten. als nach der Sintflut imd besonders nach dem Turmbau die Entfernung der Menschen von Gott immer größer wurde. die Gottesanschauung noch (relativ) Vollkommen war. alles ist göttlich. die in jene^ Epoche darin bestand. dieses gebiert aus sich heraus ein männliches. 15). — Religion die Unterscheidung zwischen Gott und Kreatur mehr formell als reell. . . wicklungen in den allgemeinen Potenzen der Natur als göttliche Wesen angebetet werden" (III. deren Abfall von Gott so radikal war. so doch noch höheren Gottesanschauung.) Vielmehr sind die geistigen Formen Resultate einer grundsätzlich anderen Entwicklung ^2^). . daß sie in die tiefste Finsternis versanken. Denn in der geschichtlichen Entwicklung ist der Verfall der Gottesanschauung nicht etwa von den höchsten geistigen bis zu den tiefsten sinnlichen Formen des Heidentums vor sich gegangen (wie man annehmen könnte. . ihre weiteren Entdrei ersten Hypostasen . und so den Kreislauf des Geschehens vollenden. die sich weniger als die Chamiten von Gott loslösten. expansives. kam im Verlauf der zentrifugalen die liberall Vernunftentfaltung zu einer. — Also enthalten auch Systeme des geistigen Heidentums Elemente der niederen Anschauungen in sich. wenn auch getrübten. Der Geist der Japhethiden. 12 14). Weil aber alle Völker trotz ihrer Trennung einen einzigen großen Lebensorganismus bilden. und der Sinn des Weltgeschehens ist letzten Endes nicht ersichtAußerdem ist auch in dieser wie in jeder anderen heidnischen lich. „daher denn nicht nur die Gottheit mit ihren sondern auch . positiv. ohne erst die Zwischenstufen der japhethidischen Entwicklung durchgemacht zu haben ^^2). so blieben auch die höchststehenden Teile der Menschheit nicht ohne jede Trübungi23) (III. durch Erfülliuig des Gesetzes das „Reich Gottes auf Erden" zu gründen.— -wird in 51 — in dem noch mehreren Hypostasen gedacht: Gott schafft ein Wesen. da doch der Urzustand. . die imendKche Mannigfaltigkeit in synthetischer Ein- heit liegt. sich mit ihm vereinigen. und das Heidentum überhaupt erst entstand. und ebenso wie in den gesunkensten Völkern höhere Anschauungen durchbrachen. kontraktives Prinzip. Auch hier also bleibt Gott der einzige Wert. Tind ein weibliches. so daß es auf diese Weise aufnahmefähig für Gott werde. diese Aufgabe wurde nur von dem Geschlecht . so daß der Unterschied nur ein gradueller ist. Die Aufgabe des Menschen. h. so waren in jedem Teil der dreigegliederten Menschheit auch die Prinzipien der anderen Teile wirksam. d. Realiter geht nach diesen Systemen das Geschöpf aus der Gottheit hervor. durch welche dann alles KreatürUche entsteht ^2*'). Die Individuen sollen dann wieder durch ihre freie Aktivität oder Kontemplation sich Gott ähnlich machen.

die im Laufe der Entwicklung immer klarer aufgeschlossen wurden (I^.^^^) Er übergab sie mit den Lehren. und wegen ihrer Gottestreue konnte auch das ganze Volk trotz seines teilweisen Abfalles von Gott erlöst werden (I^^ 144). Nach vierzigtägiger Wanderung in der Wüste off'enbarte er sich am Ssinai. besonders aber dem Levi. nach der er sich will führen lassen" (I^. deshalb schickte er ihnen auch nach Jaakobs Tode (bis auf Amram. auf dem Moscheia führen wollte. sondern auch deutUcher aufgeschlossen). Nicht alle bestanden diese Prüfung. den Vater Moschehs) keinen Führer mehr. Jizchak hatte nur die Funktion. um durch die Verkündung des Gesetzes (das nur die konkrete Entfaltung des alten Urgesetzes war). In Ägypten. deshalb erstreckte sich von nun an die Führung auf diese Linie. wo Jissrael die gleichen Leiden und Läutenmgen zu erdulden hatte.^24^ sich Nachdem erbliches ein Abraham als der Stammvater des Volkes Jissrael mußte die gleichen typischen Schicksale (gleichsam in vorbildhcher Gestalt) ertragen.— göttliche 52 -- Schems imd Ebers erfüllt. In diesem realen Gesetz ist überall das Ideale zu erkennen. die später sein Volk treffen sollten. die Geheimnisse der götthchen Führung sind in mystischen Formen angedeutet. das zur stufenweisen Vernichtung der ungöttlichen Negativität der Welt bestimmt war. Und weil Gott sie durch Leiden und Prüfungen stärken wollte. die das belebende Zentrum des Volkes bildeten. Kein Volk ist von der Führung ausgeschlossen. 400 Jahre lang die reine heiHge Tradition „als Familiengeheimnis" fortgepflanzt hatte. sondern weil sie die von Gott geforderte notwendige Funktion am reinsten erfüllte. in dem sich die mystische vorbildliche Führung vollendete (denn ihm wurden die früheren Verheißungen nicht nur wiederholt. 147 f). Nach genügender Prüfung erschien Gott den Jissraeliten nicht mehr als El Schaddai. überzuleiten zu Jaakob. Die anderen Völker hatten also ihren Verfall selbst verschuldet. nicht weil sie von Anfang an auserwählt war. Auf ihn ging daher nach Schems Tode die heilige Tradition über. fing mit Abraham (der noch von Noach persönlich die Tradition empfangen hatte) das neue Werk der götthchen Führung. 143 f). Aber bei Levi und bei den Altesten. die er von Abraham und Jizchak erhalten hatte. seinen zwölf Söhnen. aber „ein jeder wird nach der Weise geführet. das Volk zu konstituieren. sie Wären die Jissraehten den Weg gegangen. sondern als JHVH. (I^. so wäre ihnen nicht nur das Land Kanaan sofort . erhielt sich der Glaube an Gott rein und ungetrübt. viele ließen sich durch die drückenden Mühen und das Beispiel ihrer Fronherrn zum Götzendienst verleiten. bildeten sie (im Lande Goschen) ihren theokratischen Staat. 141). Er bildete den Grundstein des alten Bundes. das Jünglingsalter der Menschheit an.

zum Besitz gegeben worden. Statt dessen vermischten sie sich mit ihnen und verdarben und schwächten ihre Struktur so. viel deutlicher auch als David sahen die Propheten in die Zukunft. reichere gewesen. Die Anarchie. bis das ganze sündhafte Geschlecht gestorben war . 55. daß sie zum Typus der himmlichen Hierarchie auf Erden und damit zur Verbindung von Gott und Welt wurden. . So waren die Teilung des Reiches unter Rechab'am und der wachsende Verfall. In ihrem Übermut verschonten sie «inen Teil der heidnischen Einwohner des Landes. die eigentliche Bestimmung Jissraels war die theokratische Verfassung. Staat xmd Kirche zu einer starken Einheit zu verbinden. größeren Teiles.) Immer mehr nahm die Sehnsucht nach dem Maschiach zu. so mehr fand die reine Gotteslehre aber VersinnMchung «ine Stätte in den „Schulen der Propheten" (I\ 160 165). also auch in das politisch-soziale Leben des Volkes. Aber schon unter Schlomoh ließ dieser Aufschwung nach. Solche Niederlagen des heihgen Volkes waren keine nur politischen Ereignisse. sondern der Machtverlust Jissraels war zugleich ein Machtverlust Gottes auf Erden. indem er alles Weltliche dem Göttlichen unterordnete und die Macht JHVHs auf Erden erweiterte. da seine freie Umkehr niemals fundamental genug war (I^. veranlaßte das Volk." So aber mußten sie vierzig Jahre in der Wüste bleiben. fließend von Müch und Honig. Auch nachdem Jehoschua das Volk nach Kanaan geführt hatte. sondern auch die Natur wäre eine andere. was Moscheh nur ahnte die Zukunft des Maschiach. deshalb verl^^nd sich diese Prophezeiung des künftigen Heiles stets mit der Verkündigung harter Strafen. (Siehe war nur : — um — unten S. 149 f). um die Einsetzung eines Königs zu bitten. zumindest des einen. Jissrael «eilte diirch Unglück regeneriert werden. erfüllten sie nicht die ihnen obliegende Pflicht und verzögerten es durch ihre erneute Sünde wiederum. damit sie zum Empfang der idealen göttKchen Offenbarung fähig würden. Diese Verschiebung des Akzentes von der göttlichen auf die irdische Macht (gleichsam ein schwaches Abbild der Tendenzen. Zwar gelang es David. zwar sah er klarer aufgeschlossen. 167). so wie es ursprünglich verheißen war: „Ein Land. durch die erst die widerspenstige äußere Natur der Juden zerbrochen werden sollte. Verweichlichung und VeräuJJerhchimg in Tempelbaus das religiöse. Immer mehr steigerte sich die heidnische notwendige Folgen.d unterjocht werden konnten. und auch dann mußten sie um den dürren Boden schwere Kämpfe ausfechten (I^. daß sie bald besiegt im. Denn gerade wegen des herrhchen kain Luxus. Aber weil Jissrael der Gottheit nicht treugebheben war. (Jissraels). die zu dem Bau des gewaltigen Turmes geführt hatten) ein Notbehelf. die trotz der starken Konzentration einzelner „Zaddikim" auf Gott immer mehr zunahm. die auszurotten eine notwendige Aktion zum Zwecke der Heiligung war.

wenn auch nur im schwachen Abglanz des ersten Tempels. nur durch ihre innere Konzentration sollten sich die Juden auf den Maschiach vorbereiten. wurde eine Trennung der mündlichen und schriftlichen Lehre nötig. Durch Reflexion über Sinn und Geltung der göttHchen Offenbarung sollte ihnen die Diskrepanz bewußt werden zwischen ihrem verdorbenen Leben und Gottes Forderungen. da erwachte ihre Reflexion. kurz zu charakterisieren (I^. Generationen waren zu dieser Fortbildungsarbeit des Gesetzes nötig. sich Gott in seinen äußeren Manifestationen zurück. — Als mit der Gesetzgebung am Ssinai das Volk konstituiert war. und der zum Zwecke der leichteren Regulierung aller äußeren Verhältnisse aufgezeichnet werden mußte» . um so ängstlicher und eifriger suchten sie das Gesetz zu hüten und zu erforschen. Benjamin und Levi in ihre Heimat zurück- um um um um das niedergerissene Haus Gottes. sie kehrten und suchten in sich die Ursachen nicht nur ihrer Leiden^ sondern hauptsächlich ihres Verfalls. ihre Väter. der Text sicher festgestellt.Geder"). so selbständiger mußten also die Menschen ihr Leben gestalten. Deshalb sollten ihre Kräfte auch nicht in Anspruch genommen werden durch poKtische Aktivität. Als sie daher in Babylon das relativ gesunde und reine Leben jener Völker kennen lernten. der Unterricht verbessert. zu je klarerem Be\vußtsein sie sich also losrang. Je mehr sie dies verstanden. nach dem es regiert werden konnte. Und als ihre Leidenszeit. durch dessen Einschränkungs. um nie meh? so tief verfallen zu können wie kehrten.und Sicherungsvorschriften auch geringere Übertretungen nach Möghchkeit ausgeschaltet v/erden sollten. weil das Volk einen Gesetzes-Kanon brauchte. um den früheren Zustand dieser Verfassung wenig zurückgreifen. da suchte man sie aus den alten durch reflexive Interpretation abzuleiten. Die heiligen Schriften wurden gesammelt.. keine Oflfenbarung. das Gesetz zu erforschen und es zu befestigen. wo durch die veränderten sozialen Verhältnisse andere Verordnungen nötig wurden. 175 178). zu Ende war und Juda. Diese geistig-religiöse Konzentration unterstützte die Gottheit gleichsam dadurch. abgesehen von der kurzen Makkabäerzeit. da w^ar in ihnen allen ein brennender Eifer. wieder aufzubauen. und vor allem ein Zaun wurde aufgerichtet um das Gesetz (der . Ende mehr zog s<> zuneigte. So steigerte sich auch die allgemeine Empfänglichkeit für alles Geistige: die theo: — — kratische Verfassung des alten Reiches wurde in ihren reinen PrinWir müssen daher zunächst ein zipien ausgebildet und gestärkt. Neues kam jetzt nicht mehr zu dem Kanon hinzu.^ Denn 54 _- Das babylonische Exil hatte diese regenerierende Wirkung» je mehr sich das Jünglingsalter der Menschheit seinem. daß sie ihre sichtbare Gegenwart dem Volke entzog: kein Wunder. erlangten sie nie mehr poKtische SelbNur das Gesetz bildete den Inhalt ihres Lebens. ständigkeit. ja auch keine Propheten manifestierten die göttliche Macht.

der zugleich Oberster im Rat der aus allen Stämmen ausgewählten Ältesten war. und die schon durch ihr Oberhaupt in engster Beziehung zu den Prophetenschulen standen. widerstreitet es keineswegs. da doch nicht alle bei den großen Opfern. der Sanhedrin. (I^. das Volk sorgte (hauptsächlich durch die Abgabe des Zehnten) für seine Priester. Denn das Volk war ein Organismus. die Lehrer des Volkes. die über den Leviten (den Sakramental diener) und der weltlichen Exekutive. der ein GKed diesem „Volkes von Priestern" ^^^) war. bekannt. auf der Esra und die ihre Reformen des ganzen Lebens aufbauten: überall entstanden Synagogen. Nur selten war (wie bei Eli) die Funktion des Hohepriesters und des Propheten in einer Person geeint. Der Stamm Levi durfte weder Besitz noch weltlichen Beruf haben. waren die eigentlich Regierenden. Zugleich war dieser Unterr rieht eine religiöse Andacht. von denen das geistige Leben ausging. die aus den alten Prophetenschulen erneuerten Hochschulen hatten auch die Funktion des Rates der Ältesten überr nommen: die höchste Behörde. die physische und psychische Unreinheit zu vertilgen und in der heir ligen Lehre zu unterrichten^^'). zugegen sein konnten. das folgt aus dem Grundtrieb der menschlichen Natur. wenn auch nicht in so reflexiver Art wie späterhin. Daher kann folgert Molitor — — der religiöse Unterricht nicht erst eine spätere Institution (Esras) sein. An der Spitze dieser Schulen stand als das religiöse Oberhaupt ganz Jissraels der jedesmalige Prophet. die bekanntlich nur in Jeruschalem stattfinden durften. dem Rat der Ältesten) bis zum Beginn des Königtums anvertraut war. Denn alle sollten bewandert sein in den Geheimnissen der Thorah.- 55 ~ Trotzdem wiirden diese beiden Teile nicht so scharf getrennt. in denen die Thorah vorgelesen wurde. d. vermittelnd und dirigierend standen. ja eigentKch jeder einzehie. war zugleich die ihm nachfolgenden Generationen . h. sondern er war schon im alten Jissrael. die solche gemeinschafthchen Gebete und Versammschon längst vorhandenen lungen verlangt. deren Funktion es war: zu opfern. und natürlich ganz besonders das Oberhaupt der Theokratie auch mit der mündlichen Tradition mehr oder weniger vertraut war. daß nicht jeder Beamte. in dem jedes Glied seine organische Funktion hatte. daß der Stamm Levi eine besondere Stellung als Vermittler zwischen Volk mid Gott einnahni. Dem Begriff des Priestervolkes^ durch den ja nur die plangemäße Funktion Jissraels ausgedrückt sein sollte. der also auch ein belebendes Zentrum brauchte. und ohne die die mündhche Tradition nicht hätte fortgepflanzt werden können. Esra hat also die Gotteshäuser nur neu geordnet. in denen die Menschen zu bestimmten Zeiten zum gemeinschaftlichen Gebet zusammenkamen. 151 160). während die weitliche Exekutive dem Propheten (bzw. Daß es ferner schon früh an einzelnen Stellen des Landes Gotteshäuser und Gottesdienst gegeben haben muß. — — — Diese Veifassung bildete die Grundlage. Diese Altesten. Ebenso gab es schon frühzeitig Schulen der Propheten.

so daß allmählich das ganze Volk vom Gesetz erfüllt wurde. daß die Amoraim (die Sprecher) nötig wurden. die Chawerim. seine engeren Genossen. weil sie nur für sich eine stärkere Konzentration auf die Erforschung des mystischen Sinnes der heiligen Schriften forderten und (ohne Reformen zu verlangen) doch in der Erfüllung der Gesetze allein noch kein Wertkriterium erbUckten. Die Sekte der Essäer stand nicht in offener Opposition gegen die herrschende Anschauimg. Reinigungs. der orthodoxe Fanatismus gestaltete. die an die Stelle der früheren Propheten traten. in der nach dem Exil der Führer die einzige Methode zur Regenerierung der Gesunkenen wie sahen. die sie unmittelbar hörten. deren Ideal also die Befreiung des Lebens von der Last der Gesetze war.— 56 — höchste Schule (denn gerade jetzt bildeten in noch verstärktem Maße Regierung und religiöse Erziehung eine Einheit). angesehensten war der Stand der Lehrer und Lernenden: der Rabbi. je extremer sich. die tief in der Natur des Menschen begründet. ist daraus ersicht- Am lich. denn eine solche Reaktion liegt Die Pharisäer. Daß. der Thalmidim. die Opfer-. die die Reden und Aussprüche des Rabbi. B.und Versöhnungsaktionen. darf nicht verwundern. als z. — . zur Zeit der Propheten! Doch je stärker der Geder ausgebaut wurde. war also auch das ganze Volk empfänglich geworden hätten sonst die Bemühungen der Oberen mehr Erfolg haben können. der Lehrer. die nur das geschriebene Wort anerkennen wollten (ähnlich wie späterhin die Karäer) und in aller mündhchen Tradition nur willkürHche Menschensatzung sahen. bei den Heiden. nur des Volkes willen war aller Ktdtus vorhanden. Es bildete sich die Sekte der Sadduzäer. bei denen alles Kultische auf die Priester konzentriert war. Bei den Juden waren die Leviten nur Vermittlungsorgane des Volkes. Es war die Zeit der Thanaim. unter den Zuhörenden verbreiteten). der Geder immer extremere Formen annahm. hier wurden die Beamten erzogen. 175—217. (Über die Reformen des Esra und der nachfolgenden Generationen — um s. und die große Zahl der Schüler. um so unvermeidlicher wurden auch Spaltungen der Kirche. Von diesem des öffentheben Lebens getrennt bheb auch jetzt noch der Zweig Tempeldienst. Hier wurden die sozialen und juristischen Probleme ebenso wie die mystischen Geheimnisse der Lehre erörtert. die den Priestern oblagen. wie z. von denen er die Würdigsten durch Handauflegen zu Chawerim machte (wie groß übrigens die Zahl der Zuhörenden war. besonders in Opposition gegen die nunmehr bekannt werdenden Tendenzen und Lebensanschauungen der Griechen und Römer. besonders aus Opposition gegen die Tendenzen der Sadduzäer. F. Daneben gab es natürlich auch in den Provinzstädten kleinere Sanhedrins. und schließlich nur noch die Kenntnis des Gesetzes als Wertkriterium galt. Aber auch hier war keine so strenge Scheidung zwischen Esoterischem xind Exoterischem. B.) Für die harte Strenge des Gesetzes.

übertriebene Betonung des nur Gesetzlichen.ration auf das Innere. Nunmehr fing die zentripetale Bahn der inneren Führung an. Dies war die positive 'und negative Situation des jüdischen Durch das Positive. wo sie ihre wesentlichen Inhalte. die Christus verkündete. Sie waren infolgedessen dazu präAber zugleich lag auch disponiert. als Christus erschien. Dies sind die chanutischen Völker. daß nur eine falsche Umkehr wirksam war. die falsche. aufgibt. Träger der Geschichte wurden immer mehr die Japhethiden. verlangten immer strengere Trennung des jüdischen Volkes von den Heiden und immer exklusivere Isolierung der einzelnen in der Erfüllimg der äußeren Gesetze. die KonzenVolkes. die bei ihnen jedoch mehr gefühlsmäßig als begrifflich ausgebildet wurde._ 57 — sie .^Abgesonderten" (Peruschim). Aber nicht alle Völker hatten realiter die gleiche Entwicklung durchgemacht. die ihnen nicht erreichbar war. Auf dieser Stufe zwischen freier Reflexion. blieben sie in unbeweglicher Starrheit stehen (I^. die Periode des Realismus. in dieser Disposition eine große Gefahr. die Führung zu übernehmen. . Andererseits entwickelten sich die zentralasiatischen Völker bis zur Grenze der reflexiven Erkenntnis. bzw. erstarrte ^2^). wurde als Reaktion eine Lehre nötig. sie waren die agierende Seele (Ruach) des „großen Menschen" (so ^vie die Schemiten den Geist (Neschammah) und die Chamiten den Leib (Nephesch) bildeten). Der Schauplatz der historischen immer mehr auf Europa. Durch das Negative. zu der sie nicht mehr zurückkehren konnten. l. Viele waren auf einer gewissen Stufe stehen geblieben und von da aus in immer tiefere Verwilderung gesunken. die uns jetzt als „Wilde" und Barbaren erscheinen ^^^). wie sich nannten. sondern nur da. an dem das Leben „stillstand". 217 220). in ihrer Struktur war von Anfang an die Aktivität ausgebildet. von dessen Aktionen allein man die Erlösung erhoffte: nie aber wurde der Anschluß an Gott direkt und die Unterordnung des Eigenwillens tmter den der Gottheit radikal vollzogen (I^. Denn immer bildete die Individualität und die individuelle Wirksamkeit der einzelnen das Zentrum. die so entstand und den Effekt aller ihrer Bemühungen gerade ins Negative umkehrte. allmählich hatte sich der Mensch aus seiner Naturgebundenheit losgelöst. Die Werkheih'gkeit und Selbstgerechtheit. um so imgebundener mußte sich auch die emanzipatorische Reflexion entwickeln. Geistige. befreite. Nicht an und für sich ist die Reflexion destruktiv. zeigen. je mehr Ereignisse verschob sich der Orient verfiel. bis ein Punkt erreicht war. Je stärker die aktive Individualität sich bei diesen Völkern entfaltete. die von dem äußeren Zwang — Denn die Jugendepoche der Menschheit. die ihr in den Beziehungen zwischen Gott und Welt gegeben sind. war zu Ende. 223 f). und absoluter innerer Reinheit. führt sie zum Unglauben. soUte die Empfänglichkeit für ^ie Lehren gebildet werden.

Egoismus. um als Sühneopfer zu sterben. Christus wäre nicht erschienen. in dem er vielmehr den Grundstock auch für den neuen sah) (II. Dies wäre jedoch eine Aöllig schmerzlose Aktion gewesen. wenn Jissrael die letzte Prüfung bestanden hätte. um Christus verstehen und aufnehmen zu können. den Menschen aus seiner äußeren Naturverbundenheit vollends zu lösen. jede Vorstellung von einem glänzenden „Maschiach ben David" aufzugeben. wendigkeit gewesen. Ohne den Sündenfall Adams hätte Christus die Funktion gehabt. so hätten sie sich alle zur wahren Reflexion fortentwickelt. 224 228). Aber trotzdem wurde durch ihn die Empfängh'chkeit für da» Christentum vorbereitet ^^i). so kamen doch andererseits gerade durch diese Verbindung von Orient und Okzident auch die mystiv — sehen Erlösungsideen nach Europa und beschleunigten den AufImmer deutHoher tauchte die lösungsprozeß der Jugendkraft. sondern um der dem Kreatürlichen anhaftenden Naturäußerlichkeit ein Ende zu setzen Aber auch jetzt wäre sein Opfertod keine NotT {I\ 230 f). Die Erlösungsfunktion Christi koimte einzig und allein in Denn so wie jede Führung durch Jissrael ausgeführt werden. erfüllen.). also negative Wirkung hatte. 232—234). So war nicht nur das jüdische Volk. vor die es gestellt war: alle irdischen Hoffnungen. so konnte auch Christus sein Werk auf dem plangemäßen Wege nur darm. sondern auch das Heidentum vorbereitet. und „was nicht aus der Quelle des Lebens fließt. Gott nur möglich wird. Sinnlichkeit. nicht aber gegen die jüdische Kirche als solche oder gar gegen das ihr zugrundehegende Gesetz. Auch Piatons geniale Spekidationen konnten Wären — — nicht regenerierend auf das Leben einwirken. durch ihn sollte nur die falsche Selbständigkeit des Menschen zerstört werden.— zum falschen Natuialismus fajjiso^^ 58 — und demzufolge zum allgemeinen Yer- die Völker nicht zerspalten worden. wie Jissiael so aber löste sich ihnen der Bau der räumlich-zeithchen Welt in Materie und Fatum auf. Und das war äußerst wichtig. Denn wenn auch zunächst noch der Verfall weiter fortschritt und durch die Eroberungskriege der Griechen und später der Römer auch der Orient mit den zersetzenden Ideen der okzidentalischen Philosophie durchtränkt wurde. Idee von der Nichtigkeit der Welt und (damit verbunden) die Sehnsucht nach Erlösung auf (I \ 229 f. um ihn mit Gott zu vereinen. wenn der Mensch sich führen läßt. durch den das alte Reich in vollendeter HerrKchkeit wieder aufgerichtet Bund . „Despotismus der falschen Vernunft". die ihm eine wahrhafte Unterordnung luiter Gott unmöghch machte (daher wandte sich Christus gegen die Pharisäer. weil sie sich nicht auf lebendiger Offenbarung aufbauen konnten. hat auch kein wahres Leben in sich selber" und kann folghch auch keins erwecken (I^. das waren die vei derbhchen Konsequenzen dieser Entwicklung. deren Fanatismus gerade diese von aUem Göttlichen trennende.

Aber eine Notwendigkeit. Deshalb opferte sich Christus an Stelle der Kreatur. Seele und Leib schmerzlos vollzogen. so hätte sich die allmähhche Wiedergeburt an Geist. und den die jüdische Tradition den „Maschiach ben Josseph" nennt. Das alte Gesetz hätte fortbestanden in allen positiv organischen Teilen. als er das Leiden und die blutige Kreuzigung nicht für notwendig hält.). die in Jissrael ja immer in engster Verbindung standen. daß die Juden Christus trotz ihrer inneren Vorbereitung verwarfen. Andererseits erklärt sich aber die Tatsache. durch die alle anderen Völker miterlöst worden wären. und durch die innige Willensvereinigung des Menschen mit jenem unblutigen Opferungsakte des Heilandes wäre ein jeder selig geworden. erinnert. wie ihn Jeschajahu schildert ^^^). so wären die Juden unter der. Hätten die Juden Christus nicht verworfen. hätte das regierende Zentrum der Welt gebildet. verklärt worden. Die Voraussetzung hierfür. der sich in egozentrischer Aktion von Gott entfernt und dadurch seine Struktur. wenn auch nicht drückenden politischen Herrschaft der Heiden bis zur Vollendung der inneren Wiedergeburt geblieben. befreit von allem Nur-Tempoiären und Negativen. 236 f. hätten sie sich nur an die Vorstellung des leidenden Maschiach. sondern Christi^^^) nur insofern eingeschränkt. wenn auch kein äußerer Glanz und Reichtum dem Menschen zuteil geworden wäre. Hätten sie auf alle diese Hoffnungen verzichtet. daß sie in ihm nicht den verheißenen Maschiach sehen wollten. aus der allgemeinen Natur des Menschen^^^). wären nie getrennt worden. aber sie wäre nicht unmöglich gewesen. von Grund auf verdorben hatte. Zu einer radikalen Regeneration brauchte der Mensch den göttlichen Beistand. bis im Greisenalter der Menschheit das mystische Reich Davids aufgerichtet worden wäre.) Kirche imd Staat. so hätten sie auch nicht Mangel zu leiden gehabt. so hätte Christus die Erlösung durch wo sollte. je vollkommener das Innere geworden Jissrael hätte seinen theokratischen Staat behalten und wäre^^^). damit sie durch keine politisch-praktischen Auf- gaben in ihrer metaphysischen Tätigkeit geschwächt worden wären. Außerdem hätte sich sogar das äußere Leben immer reicher gestaltet. (Da sie jedoch eine rein geistige Funktion zu erfüllen gehabt hätten. Alles Äußere wäre zu Innerem Die Schlachtopfer wären unnötig geworden. sie trotz — — den unblutigen Akt irdischer Selbstverleugnung vollbracht. daß der Mensch in seiner tiefen Gesunkenheit verharre. . Der Gedanke von der Notwendigkeit des Sühnopfers ist also in MoKtors Christologie nicht aufgegeben.werden 59 - und auf den sie gerade jetzt hoffen zu dürfen glaubten^ schwerster äußerer Bedrückung alle ihre Kräfte auf das Gesetz und wie sie meinten auf Gott konzentrierten. die völlige Hingabe der Juden. wäre zwar das Zeichen einer unendlichen Heiligkeit. Die anfänglich notwendige des äußeren Menschen" wäre nicht gewaltsam vor „Absterbung sich gegangen. bestand nicht (I^.

Ebenso wäre die ReaKtät der Unreinheit fortgefallen. wenn es sich auch mildern Besonders ist von dieser Avird. Solange noch Unreinheit auf dem Menschen gelegen hätte. solange bis auch der leibliche in Gott vergestaltet worden wäre (I^. dann wird es das demütigste und Erde sein. daß es alle anderen Völker an Gottnähe überragen wird^^'). da ja der von der Naturäußerlichkeit befreite Mensch nicht mehr durch sie infiziert werden kann. so nahm die Entwicklung den Verlauf des Leidens. mit dem Göttlichen hätte verbinden können.— da der Mensch 60 — sich auch ohne solche Zwischenschaltung realer Medien. wären nur-geistige Reinigungsmittel an Mensch die Stelle der physischen getreten. reiner geworden wäre. Deshalb mußten die Juden auch als Totalität ndt ihren — heiligen Schriften und auch in der ganzen Zeit ihrer Isolierung nur für haben können i^s) (Ji. entsprechend der inneren Vervollkommnung des Menschen. Und wenn es einmal umkehren das liöchste Volk der sollte. wurde erniedrigt und gedemütigt. so blieb es doch das geliebte Volk Gottes. also unmittelbar auf geistige Weise. je mehr das Greisenalter naht. 272—282). durch das die äußere Seite des Lebens — zerbrochen werden soU. denn durch seine Umkehr wird es in seiner innersten Wurzel so verändert sein. Es wurde zerstreut Entwicklung unter alle Völker. 241 ^246). Aber wenn auch jetzt Jissrael nicht mehr das Herz der Welt war. und das folglich auch niemals aufhören kann. Es wird wieder die Führung der Welt übernehmen. das jüdische Volk betroffen. Da Jissrael aber Christus verwarf. wenn diese sie selber Geltung . ihrer Tradition erhalten bleiben. und da auch die Natur allmählich. solange die Menschheit besteht.

blinden. Zu diesem Zwecke müssen wir versuchen die beiden Religionstypen.- 61 — 3. warum das Heidentum das Judentum geeignet ist. Die jj* „reale" Wirklichkeit des Judentums. aber nur in dem Sinne. alles InteUigible war von der Naturnotwendigkeit bedingt. wie MoKtor sie in der „Darstellung der physischen und psychischen Unreinheits. wo die Gottheit als unendliche Intellektualität aufgefaßt wurde. — . Bei den Juden dagegen hatte die Gottheit zwar auch nur in Bezug auf den Menschen eine Funktion. sondern Gott in der Welt. Hieraus kann sich nicht nur eine Klärung dessen ergeben. die aus den religiösen Vorstellungen folgenden Lebensgestaltungen zu Es erhebt als Im Heidentum war sogar da. vergleichen. Letzter So Zweck war nicht der Mensch. darzustellen. und ihre Funktion bestand in der Stärkung und Bereicherung des äußeren Lebens (III. bzw. ihre unmittelbare Manifestation eine passiv beschränkte Naturaktion. S. den sie bei den Juden hatte. wenn wir ihre Grundlage kennen: die Realität des Judentums. Aber diese Äußerlichkeit war ohne den inneren Sinn.und Reinigungslehre" als „gesetzliche Lebensökonomie dieses merkwürdigsten Volkes" (III. realen Naturtätigkeit". dashalb bestanden auch die Werte des Lebens nur in äußerer Kraft und Fülle. bevor wir die ideale Entwicklung des Christentums verfolgen. daß der Mensch das notwendige Organ für die Gottheit bildete. sondern nur der „subjektiv ideelle Reflex jener objektiven. Denn die Götter der Heiden waren für den Menschen da. und die göttliche Idealität und Freiheit war nichts Absolutes. Nachdem wir die historische Entwicklung in dem Zeitalter des Realismus bis zu seinem Ende verfolgt haben. 15—20). was Molitor unter dem GegenIdeal" verstand. ist es nötig. ohne daß er nicht in die Welt kommen konnte. Und weil die Gottheit als eine produzierende und kraftspendende Potenz aufgefaßt wurde.. HAUPTTEIL. Einl. die reale WeltwirkKchkeit weniger der Jugendepoche der Menschheit zu veranschaulichen. sondern wir können auch satz „Real nach erst dann die reale Organisation des Christentums erMolitor fassen. VII) — — — schüderti29). sich zunächst die Frage. die Realität dieser Epoche in ihrer reinsten Ausprägung die sie im Judentum gefunden hat.

blieb es trotzdem ein zweites Prinzip. 159). Denn jedes Einzelnen Struktur ^var unterschieden von der seiner Brüder. es in der 35). möglichste Gleichheit unter den Jissraeliten herzustellen. So wurden z. büdete bei den Juden das Uuterscheidungskriterium der Grad der Heiligkeit. wo das Böse als eine freie Rebellion gegen Gott aufgefaßt wurde. die äußere soziale Ungleichheit zu mildern und auszugleichen. in jedem fünfzigsten Jahre alle Schulden getilgt. Aber während bei den Heiden die Edlen sich durch ihre äußere Kraft und Macht von der großen Masse der Unedlen imterschieden. im Judentum \vurde dagegen in jeder äußeren Offenbarung der innere wesentliche Sinn der Gottheit klar. sich mit Gott zu verbinden (III. Das Böse mußte auf diese Weise zu einer gewissen Achtung gelangen. Bedingungen Natur eine Über. Dadurch wurde also die Schuld des Menschen geschwächt. deren Wirklichkeit auch durch den Abfall Ssemaels von Gott nicht bedingt war (s.im Heidentum die sich manifestierende Gottheit als Natur aufgefaßt. Die bei den Heiden und Juden auf die Erstgeburt gegründete Hierarchie war in dem einen Fall eine politisch-soziale. Gott war der Urheber auch des Bösen und der Mensch war nur ein „Mitschuldiger an dem göttlichen Verbrechen". Alle diese Bestimmungen dienten dazu. Anm. Man >var bemüht. Besonders klar wird der Unterschied durch die verschiedene Stellungnahme zum Problem des Bösen: die Heiden sahen in dem Bösen nur eine extreme Steigerung des kontraktiven Naturprinzips. gibt. so Wie um — 70. Die Juden dagegen sahen im Bösen die Tat des freien Menschen. auf Gott. und die Natur war die nach außen projizierte Idealität. so allen die gleichen äußeren zu geben. 22—24. deren innere Bedeutung sie selten imd auch dann nur dunkel ahnten. Nur das Ideelle existierte wahrhaft. Alle Stufungen galten im Grunde nur in Bezug auf das Heilige.). die auch jede Freude des Lebens mit einem mehr oder weniger starken Grausen erfüllte und alle Ehrfurcht in Ängstlichkeit verwandelte (IV. 25 27. B. 76—78). Alle Opferungen und Reinigungen waren im >VTirde Heidentum nur äußere Werke. weil diese Rebellion bereits in den Bereich des Göttlichen verlegt wurde.und Unterordnung von Kräften wurde bei den Heiden ebenso wie bei den Juden dieses allgemeine Gesetz auch auf das soziale Leben übertragen. — 93) (in. damit sie nicht zu einem falschen despotischen Kriterium würde. aller verpfändeter Besitz fiel wieder seinem früheren Besitzer zu. 105). selbst da. und jeder erhielt nur das . so war im siebenten Dienstjahr jeder Sklave frei (usw. während den Juden dieser innere Sinn (wenn auch nicht immer in voller Klarheit) bewußt war (wie Molitor aus den diesbezüglichen Stellen der jüdischen Literatur zu beweisen sucht) (III 65. in dem anderen eine religiös-metaphysische Angelegenheit. aber nicht alle auf die gleiche Weise. Zwar sollten alle Jissraeliten mit Gott sich vereinigen.

daß wir den Effekt erst bemerken können. Wenn aber ein Heide sich zu JHVH bekehrte und in den Geheimnissen der Thorah forschte. daß sie ursprünglich in einer organischen Bindung mit ihm standen. denn da alles Äußere das Abbild des Inneren ist. aber ebenso. der sich in diese Relation einfügte. kommt nur daher. wenn nicht noch mehr. 98) i*»). Dazu gehören z. z. ihre Isolation war daher solange nötig. so ist auch die Verunreinigung des Innern identisch mit der Unreinheit des Leibes in allen seinen (inneren wie äußeren) Teilen. B. Von diesem Standpunkt aus ist auch die Absonderung Jissraels zu verstehen (vgl. 389). Daher war der Heide. sondern um die Welt handelte es sich.Maß an Gott. sie wirke erst verunreinigend. war dadurch Jude (III. so war er nach den überschwenglichen Worten des Traktats Sanhedrin „so gut wie der Hohepriester"! Das Wort „Jude" drückte also hur eine Relation zu JHVH aus. . der jissraelitische Am-haarez. Wir wollen zunächst einige Hauptpunkte (in Molitors Ausführungen) darstellen. die (III. und jeder. der „Schepha". das seiner Hingabe seiner Verbindung mit Gott entsprach. In geringem Grade unrein ist ferner alles. der sich keine Gedanken machte über Gott und seine heiHgen Werke. Die Jissraeliten sollten sich in ihrer Tota- — — einziges Ganzes bildet. der böse Trieb teilte sich auf magische Weise von der Seele aus dem Physischen mit imd erfüllte es mit Schwäche und Unreinheit (Tum ah). was einen Mum. durch die das Wesen der Tumah verdeutUcht wird: Erstens: Es gibt eine durch eigene Schuld erworbene und eine erbsündlich übertragene Tumah (III. 128f). bzw. unter den der Zu Tumah endeten". III. des noch unbeschnittenen Kindes. 324 ff). Anlehnung an Zweitens: Die Tumah kann unmittelbar nur im Menschen anderen Naturwesen sind nur dadurch. Durch den Sündenfall Adams wurde die menschHche Struktur von Grund auf erschüttert. der Natur gehört die Unreinheit alles „UnvollB. bis Jissrael diese Aufgabe vollkommen erfüllt hätte. der Früchte in den ersten drei Jahren (die zu essen daher verboten war) (III. Nach dieser Einleitung kommen wir jetzt zu der Besprechung zunächst der physischen Unreinheit und ihre Reinigung^*^). daß sie auf ihn Bezug haben. des göttlichen Einstroms. Nicht um Jissrael. Umgekehrt wirkt auch die physische Tumah identisch auf die Psyche zurück. nachdem die „Infektion" eine Reihe von Stufen durchlaufen hat) (III. 131). ist mit der psychischen Unreinheit (denn daß wir sagen. sowie auch des Eisens. der Jezer hara. von der Tumah mitergriffen worden entstehen. ein Gebrechen hat. mit dem es zusammen ein lität. verachtet und ausgestoßen. um den Segen Gottes allen Geschlechtern der Erde zuteil werden zu lassen (III. 130). dem Grade 68 — als Volksorganismus mit Gott verbinden. 83).

um so tiefer prägt sich die Tumah ein. welcher die Mitteilung ist. gewisse Pflanzen. Je näher ein Mensch dem Heihgen steht. der dadurch bewirkten Unreinheit der inneren Organe. B. schied darüber. 131 133). h. ob sie (wie z. denn sehr viele der Gesundheit schädliche Pflanzen und Tiere galten durchaus nicht als unrein III. die Erschütterung (III. nichts von ihrer Intensität verKeren. aber diese Tumah grenzt schon an die des geistigen Nephesch. Sechstens: Der Prozeß der Infektion geht so vor sich. die zwar schon äußerhcher ist. 133). nehmen die Tholdoth aus später zu erörternden Gründen nur noch allmähKch ab. der Beischlaf. bei der Leiche) die ganze Physis ergriffen hat oder nur Teile (wo dann allerdings das Ganze in Mit- leidenschaft gezogen wird) (III.- 64 — Menschen die Krüppel. je Drittens: Es gibt eine universale und eine partikulare Tunaah. die in diesem geistigen Nephesch stattfindet. die dynamische Kraft ist. 30). 142). — Fünftens: Es gibt Aboth („Väter") der Tumah. Der Grad der Verunreinigung wird auch dadurch bestimmt. Je größer die Aktivität. von denen die Unreinheit sich überträgt auf die Tholdoth (die „Erzeugnisse") Während die Aboth. sowie bestimmte Tierarten. aber trotzdem noch zu der potentiellen Tumah gehört. S. ob sie unrein waren.) (III. alles Gesäuerte (was jedoch nur für das Heilige unrein war). das Lager. nachdem. auch wenn ihre Tumah auf Tholdoth überströmt. Es werden fünf Stufen unterschieden: die bloße Berührung. (Die meisten Verunreinigungen dauern einen oder sieben Tage. 131). an die Verunreinigung des höchsten Systems (s. Viertens: Zur groben physischen Tumah ist nur das zu zählen. Speise sind für die Tumah am empfänglichsten und zur Weiter- um . so geringer ihre Weiterleitungsfähigkeit. und erst von dort aus sich die Manifestationen im äußeren Leibe zeigen. Man hat daher zu unterscheiden zwischen der „potentiellen Unreinheit in der inneren Lebensdynamik des Nephesch". 136f. Siebentens: Da zur Entstehung der Tumah ein affektibles. je näher Gegenstände mit dem — Die — Art Menschen verbunden die Tumah und um und Trank so größer ist ihre RezeptibiHtät für sind. d. rezeptibles Wesen (also der Mensch) nötig ist. (Nicht die Schädlichkeit dieser Pflanzen und Tiere für den physischen Leib. Zwar ist auch der innere Organismus mitverunreinig-t. bzw. was an der Außenseite des Leibes erscheint. sondern ihre seelisch und geistig zerstörende Wirkung ent-. und der vöUig körperKchen Unreinheit des äußeren Leibes (III. 398). Stärke und Dauer der verunreinigenden Wirkung hängt natürlich von der ursprünglichen Größe der Tumah ab. bzw. Nur die Hautausscheidungen und die Exkremente gehören also zur groben physischen Tumah. so muß sie sich auch je nach dem Grade der Rezeptibilität differenzieren. daß zunächst das Lebensprinzip mit der Tumah imprägniert wird. das Tragen. bis — das Heiligste durch sie infiziert werden kann.

weil er im hohen Maße die Fähigkeit zu inneren imd äußeren Schutzreaktionen hat. in dem die Bedingungen für diesen Einstrom dem Volke Jissrael klar gemacht wurden. beruht ja nicht auf einem nationaHstiin der jüdischen Literatur scTien Chauvinismus derer. ist ohne weiteres zuzugeben). weil sie nur durch ihn mit dem Heiligen in Berührung komnien können^*^). h. 215). sich zu reinigen. während das Wasser z. Menschen. Unreinheit bedeutet immer eine Unfähigkeit zur Rezeption des Gotteinstroms. Und wenn er verunreinigt ist. Deshalb erhielt durch das Ssinai. früher eine universale LebensreaKtät gewesen war und erst im Laufe des fortschreitenden Verfalls sich verloren hatte. Denn die Behauptung. B.Vorstellungen der „Primitiven" sich mit den jüdischen Anschauungen berühren.161) zunächst nur Jissrael die Fähigkeit zur Tumah. Deshalb steigert sich bei den Menschen die RezeptibiHtät nach dem Grad ihrer Gottnähe. wenn nur vor dem Ssinaigesetz überhaupt Jissrael tumahfähig sein sollte. niemals von einer anhaftenden Tumah 136).— 65 — leitung dementsprechend am unfähigsten. Also ist auch der Ein- — keine Verunreinigxmg gegeben haben könnte (was jedoch offensichtlich den Angaben der Bibel widerspräche). h. III. so hat er wiederum vermöge seiner Aktivität auch die Fähigkeit. die sich von allem Heiligen in ihrem ganzen Leben fernhalten. gereinigt werden kann (III. ab er nicht geschaffen. Deshalb können Geräte und Speisen nur durch den Menschen infiziert werden. wir bei heidnischen Völkern ähnhche Ansichten finden (und daß die Tabu. z. unzutreffend. einer Tumah unmiittelbar ebenso wenig fähig sind wie die Tiere. Aus dem gleichen Grunde. d. Molitor verkennt die eigentliche Bedeutung der Tumah- — Anschauung. Deshalb wird gesagt. sondern auf der religiösen Überzeugung. daß der Heide sowie der Am-haarez. die ebenso wie ihr Gegensatz. und entgegengesetzte Ansichten seien nur auf den Fanatismus einzelner zurückzuführen. weil er die größte Aktivität besitzt. um so mehr muß er sich vor jeder Berührung wand Molitors. bzw. Wo — — . dann folgen Geräte und Kleider und am stärksten kann die Tumah vom Menschen ausströmen. die es haben. die Keduschah. in dem die früher allgemein wirksam gewesene Keduschah (Heiligkeit) wieder hergestellt wurde (111. ist er auch am wenigsten leicht von äußeren Dingen zu infizieren.Gesetz. 133 Hiermit haben wir das Zentralproblem der Tumah-Lehre berührt: Unreinheit und Reinigung existieren nur in Bezug auf das Heilige (Kadosch). wenn er behauptet. als die Heiden wären im allgemeinen ebenso verunreinigungsfähig angesehen worden wie die Juden. daß es. Je unreiner ein Mensch ist. die Heiden seien unfähig. daß ausgesprochen es verschiedene Stufen der Heiligkeit des Menschen gibt. B. wurden durch das Ssinaigesetz die Bedingungen für Keduschah und Tumah. (s. da liegen auch ähnliche metaphysische Bedingungen zugrunde ^vie bei den Juden^*^). d. Nur erneuert. eine Tumah zu empfangen.

die allgemeine Pegimah. ebenso wie alle anderen spezielleren Sühneopfer weniger. die der jüdischen Gottesauffassung näherstehen. 186 189). 218 231). daß die Menstruation zugleich einen natürKchen Heilungsmechanismus bedeutet: der weibKche Organismus muß von Zeit zu Zeit Tumah ausscheiden. sie mit seinem katholischen Gottesbegritf restlos zu vereinen. damit der Fötus nicht schon im Mutterleib allzu sehr verunreinigt wird) (III.). 213). Einen noch geringeren Grad von Unreinheit besitzt der tierische Leichnam. weil für ihn die Annahme einer aktiven und gesetzmäßigen Wechselwirkung zwischen Mensch und Gott unvereinbar war mit dem Begriff der transzendent allmächtigen und absolut freien Gottheit. 154). weil sie erbsündlich bedingt sind. Für die höchsten Grade der Heiligkeit wird auch die leiseste Tumah verderblich. 210). 202 f. Die natürlichen Krankheiten haben dagegen einen weit geringeren Grad von Tumah zur Folge. denn er würde daran zugrunde gehen müssen (III. je freier die auf Gott gerichtete Aktivität des Menschen. Denn durch den Sündenfall trat eine Schwächung auch des physischen Organismus des Menschen ein. Als achten Punkt haben vär die materielle Seite der Tumahlehre zu betrachten: den stärksten Grad von Unreinheit hat der menschliche Leichnam (und alle seine GKeder). schuldeten) Die Reinigungsvorschriften (die wir hier nur kurz behandeln können) bestanden darin. Auch hier hat MoKtor also nicht die letzten Konsequenzen aus der jüdischen Anschauung ziehen können. daß der Unreine zunächst isoKert wurde. Eiter vtnd Blutfluß stehen hier an der Spitze. weshalb die Priester sich besonders reinigen mußten (III. B. d. 216). denn sie gelten als selbstverschuldete. Wo dennoch Ansichten durchbrechen. — — Aus dem gleichen Grunde verunreinigen auch die am Jomhakippur zum Zwecke der Reinigung des Volkes geschlachteten beiden Böcke. durch die das Blut. h. die inneren Lebenssäfte. je Ein Priester darf (wegen heihger und je reiner er gewesen war. sowie die Menstruation (wobei Molitor bemerkt. bis die Tumah durch seine eigene innere Lebenskraft ausgeschieden — — . 192 199). folglich auch zunächst nur durch innere Besserung heilbare Defekte (III. seiner besonderen Tumah-Empfänglichkeit) sich keiner Leiche nähern oder sie gar berühren (III. sowie alle Exkretionen verunreinigt und die organischen (nicht selbstverKrankheiten veranlaßt sind (III. nicht durch seine eigene Teil (III. Und zwar um so mehr. Aussatz. hat er es niemals verstanden. Der feinste Grad von Tumah ist das durch den Sündenfall in die menschliche Struktur eingedrungene „Gift". die Schwäche der Wöchnerin.— 66 — mit göttlichen Dingen hüten. Die zweite Stufe bilden die Krankheiten des Menschen. Zu dieser Klasse gehören z. als es der Intensität der auf sie magisch übertragenen Sünden der Menschen entsprächet^) (III. denn das Tier nimmt ja an der Tumah nur durch die Schuld des Menschen.

noch durch äußere Reinigungen (Waschungen) zu beseitigen ist. das Judentum mit einer ungeheueren Masse von kleinlichen. 67 — dem Grade der Unrein- Diese Ausscheidung geschah je nach heit in verschiedenen Perioden (gewöhnlich betrugen diese Perioden «inen. Der Tikkun. vierzehn oder einundzwanzig Tage). entsteht dadurch. vielmehr hofft er. warum die Reinhaltung nur in bezug auf das Heilige befohlen war. bzw. oft bis ins Läppische gehenden Gesetzen überladen hat". die Wurzel aller physischen Unreinheit. sieben.). III. obwohl doch bei ihnen die Gefahr einer Infektion im gewöhnlichen Sinne nicht bestand. von der sie sich zunächst dadurch unterscheidet. Feuer. dem bösen Trieb überläßt. Nach diesen drei Arten richten sich dann auch die drei Grade der Tumah. Auf die verschiedene Mittel zur Reinigung (Wasser. Wöchnerinnen mid menstruierende Frauen isoliert werden mußten. auch in schlechten Gedanken und in der (wiederum erbsünd- — lich bedingten) allgemeinen Egoität bestehen. 123 ff. 236—250). Aber obwohl sich diese Erklärung für die Entstehimg der rationalistischen Auffassung finden läßt. 186). h. oder ob man in ihnen nur hygienische Verordnungen der Leiter des Volkes zu sehen hat. Die psychische Tumah^*^). „Alles ist ihm bloß moralisch und symbolisch. damit sich seine geschwächte Struktur erst langsam wieder an das Heilige gewöhne. nirgends findet er in dem Äußeren eine wlrldiche ReaHtät" sagt Molitor von ihm (vgl. der „bei seinem Streben das ganze Leben durch und durch bis ins kleinste Detail zu heiligen. Erst dann waren die Wesen der wirklichen Reinigung fähig. Wir kommen nunmehr zu der Frage. d. so gestaltete sich das Leben zu einem qualvollen Zwang. daß sich der Mensch dem Jezer hara. Da ntm der innere Sinn der Gesetze nicht mehr verstanden wurde. die Wiederherstellung des Menschen für die Beziehung zum Metaphysischen ging auch dann in Stufen vor sich. wie es Maimonides tat. noch warum gewisse Kranke wie z. so wäre weder zu verstehen. damit sie nicht in Berührung mit dem Heiligen kämen. sowohl physisch als auch psychisch nicht deprimiert würden. oder in der Hauptsache hygienischer Natur. in der bloßen Unterlassimg. Zwar ist diese rationalistische Auffassung erst durch den hyperorthodoxen Mystizismus hervorgerufen worden. Außer . Vielmehr mußten sie isoliert werden. daß sich durch die Schellingsche Naturphilosophie der Begriff der Tumah seinem Hauptwesen nach^*^) als durchaus Wären die Vorschriften nur begründet erweisen wird (III.war. so billigt sie Molitor doch keineswegs. Gewürze und schließlich die Opfertiere) kann hier nicht näher eingegangen werden (III. denn jetzt erst war ja die Tumah von innen nach außen getreten. ob die Tumah-Anschauungen und -Vorschriften sich auf realen Verhältnissen aufbauen. und damit die anderen dmrch ihr Leiden in ihrer gesamten Lebenskraft. daß sie weder übertragbar^*'). Dies kann in der faktischen Überschreitung der Gebote. B.

Die zweite Art der Abgötterei. bis er in toter mechanischer Erstarrung endet. in der er vom Menschen vorgestellt wird: als blinde Naturzufälligkeit ^^^). Der belebende Einfluß bleibt aus. Durch die Egozentrierung Mensch allmählich immer mehr die Rezeptivität für er Gott.und Ehrsucht zu dieser Klasse zu zählen sind . Die erste Wirkung^*^) der Abwendung des Menschen von Gott ist die entsprechende Reaktion Gottes. deren erste die Abgötterei ist. 265 f. h. Die Schechmah. von Hauptquellen der psychischen Tumah gibt es.. Geld. das gerade dazu ausreicht. Mord und Unzucht nur die Folgen dieser ersten verliert der Sünde sind. Denn weder kann das Universum von dem unreinen Menschen beeinflußt werden. und folghch verkümmert der Mensch immer mehr. zur Wiederverbindung mit Gott verliert. ihr Chessed zu Dijn verwandeln muß. Unter Abgötterei ist jedoch jede falsche Konzentrierung des Menschen von Gott fort auf sich selbst zu verstehen. das er durch seine Sünde ver- — ursacht (III. auch noch äußerlich am Leben bleibt (III. wie es doch im Plan der Schöpfung von Gott gewollt ist.- 68 — den inhaltlichen Entstehungsursachen sind noch folgende vier Arten der Äußerung zu unterscheiden: der böse Trieb kann sich in einer rein inneren Regung. Nicht nur in Gott. Auch durch die Sünden der NichtjissraeHten wird natürhch Gott immer mehr von der Welt abgeschnitten. in einem Wort oder in einer Tat äußern (III. so daß ihre Gnade sich zum Gericht. Dieses Leiden Gottes^^^) steigert sich je nach der Sünde Jissraels und findet sein Ende erst in den Tagen des Maschiach. je ausschließlicher die Funktion seines Lebens die Ausbreitung Gottes auf Erden ist. finsterer Dämonen). in einem deutlich bewußten Gedanken. d. 255 257). Sodaß auch alle nur-sinnliche Lust.). weil die Menschen sie aus sich und aus der Welt verbannt haben. Die Kabbalah nennt diesen Zustand das „Galuth" (die Verbannung) der Schechinah. sondern auch im „Universum"^^^) macht die Sünde des Menschen eine Pegimah. die der Welt immanente Gottheit verdunkelt sich und leidet. und die beiden anderen Hauptverbrechen. das Lebendige zu erhalten. bis er fast ganz^*^) die Fälligkeit zum Guten. 257—262). weil die Verletzungen eines Gliedes den ganzen Organis- mus schwächen (III. daß sie sich verdunkeln muß. durch die Gott in den Menschen einfließen kann. Gestalt". Ihre Einwirkung auf die ganze Welt wird auf ein Minimum beschränkt. 272 276). Drei Klassen von Aboth. Gestirne. sind durch die Schuld des Menschen verstopft. noch kann der Mensch vom Universum. Im ersten Fall erscheint dann Gott tatsächlich in der . . besonders von der obersten intelligiblea Welt der Engel. — wenn Im engeren Sinn zerfällt die Abgötterei in Gottesleugnung und Verehrung falscher Götter ^^2) (abstrakt geistiger Wesen. Die Kanäle. Einflüsse empfangen. So leidet auch das Universum. um so größer ist das Verderben. aber je höher der Mensch steht.

durch die er sich ihnen konform macht. Da der innere (in die Feme schauende und wirkende) Mensch nur von dem. was man erreichen will. 278 jff. zu denen er eine Affinität besitzt. geistiger Wesen. die den Menschen der früheren von dem späterer Zeiten unterscheiden. Verbindung tretenis^) (m. Zur Magie ist also eine starke Kawannah^^*). und dadurch wird er zu ihren Organen. was geschaut werden 291 —296). und seinen Standpunkt im höheren Zentrum verloren. und ward immer mehr und mehr dem strengen Gesetz der Naturäußerlichkeit Untertan. aber dennoch ist nicht jeder zu solchen Aktionen „geordnet". alles Obere auf das Untere. intensive Konzentration und nötig. übernatürliche Vereinigung mit der Gottheit. es muß lebhafte Vorstellimg dessen. deren Beistand er durch bestimmte Mittel. 292). finstere. aus seiner größeren Verbundenheit mit den oberen Prinzipien. eine magische Verbindung stattfinden zwischen dem soll (III. alles Untere wirkt auf das Obere. nur die Zusammenhänge erfaßt. sondern nur noch durch das Medium der Natur in den Zweck. diesen Rapport herzustellen. lehrt.).affiziert werden kann. von der der heiligen Magie. Der „diabolische Dienst" sucht die schon ohnehin zerstörte Harmonie des Göttlichen jxdt dem Irdischen noch immer . Welches sind die Bedingungen für diese Magie ? Die Kabbalah daß „dem geistigen Wesen des Menschen das magische Schund Wirkungsvermögen eigen ist" (III. Dieses ist der allgemeine Mechanismus der Magie.- 69 — in der bloß sekundäre Ursaclieh oder Produkte oder gar das Böse an die Stelle der Zentralursaclie gesetzt werden. 312 f. unteren Naturregion erhaben. ist die Umkehrung der plangemäßen Bestimmung des Menschen: sein Leben in den Dienst des Heiligen zu stellen. als der Mensch in sein eigenes Zentrum einging und damit die innere. So erklären sich die magischen Kräfte." Jetzt konnte er mit Gott nicht mehr unmittelbar. Denn im Grunde steht ja alles Existente in magischer Verbindung. so hat er zwar eine um so weitere Anschauungsund Wirkungssphäre. anzuziehen fähig ist. Nur durch um dessentwillen sie ausgeübt wird. Will er darüber hinaus. so hätte er unmittelbar in imd durch die Gottheit magisch gewirkt und jene höheren Naturagenten selber bewegt. Die finstere Magie. so braucht er die Einwirkung anderer. unterscheidet sich die falsche. ftihrt zum Problem der Magie. aber auch die am weitesten gehende Potenz des Menschen hat ihre Grenzen. je höher er steht. das MoHtor ausführlich behandelt (III. Schauenden und zwischen dem. in unmittelbar innerer Verbindung mit der Gottheit gestanden. So ist auch der Prophet ein von Gott überkommener Mensch. „Da er in höherer Freiheit über dem Gesetz der äußeren. und Aufgabe des Kultus ist es. In dem Maße aber. die auch (wie jede andere) in eine wirkende und eine schauende zerfällt.). fiel er immer tiefer in die äußere Peripherie. der durch seine Affinität zum Organ Gottes geworden ist.

alles Achten auf objektive und subjektive Vorzeichen. aber doch aus mehreren Gründen so viel Gefahren in sich birgt. Zur zweiten Art. 327 (III. alle leichteren Zauberhandlungen und Gaukeleien. Was dagegen die Religion so vieler Völker bildet. Hierzu gehört hauptsächlich die Astrologie. gehören alle bösen Zaubereien^ magischen Verfluchungen. der Naturmagie. jeder Diebstahl.— mehr zu 70 — Natürlich zerspalten und die Unreinheit auszubreiten. rechnet man z. was das Leben depraviert. Die Kabbalah unterscheidet drei RelationsmögKchkeiten der Kräfte und Wesen der Welt: die Homogeneität (Achduth). so ist damit doch noch keine fataKstische Ergebung in ein festgefügtes Schicksal nötig. 341 — 346. Die zweite große Gruppe der Aboth der psychischen Tumah ist 'der Mord. die zwar nicht aus offener Opposition gegen Gott hervorgeht und deshalb auch nicht bei Strafe verboten ist. jeder Betrug. Denn wenn auch die Menschheit infolge der Ursünde der Naturwotwendigkeit.und Dämonenbeschwörungen^^^). Beleidigung und Schadenfreude seien Abarten des Mordes. zusammen: jede frivole — und willkürHche Behandlung der Natur.) das dritte Hauptverbrechen. Die finstere Magie zerfällt wiederum in drei Klassen. also auch den Schicksalseinflüssen der Sterne unterworfen ist. Diese Religionen sind nur ein Zeichen des allgemeinen Verfalls — 280—283). also das ganze Augurienwesen sowohl wie auch allen Aberglauben (III. die Unzucht. auch III. ist nur ein bewußtloser. gibt es hier ebenso wie in Bezug auf das Heilige Stuftingen. satanischer Dienst und folglich auch nicht von einer so absoluten Negativität wie die finstere Magie in ihrer extremsten Steigerung bei Einzelnen. (Eine Auffassung jedoch. nur Ein Bil'am ist gering ist die Zahl der „Virtuosen im Bösen". weil durch sie die Lebensentfaltung anderer Wesen entweder unmittelbar oder auf magische Weise gehemmt und die gottgewollte Harmonie der Welt gestört werde. 332). Haß. vgl. 332 336 . Zur ersten Klasse» die mit dem Tode bestraft wird. daß sie durch das jüdische Gesetz nach Möglichkeit beschränkt wird.) Die gleiche Wirkung hat (III. sondern die Intentionen und Konzentrationen des Menschen auf Gott können eine Umwandlung des Schicksals bewirken (III. von denen jede einen anderen Grad von Unreinheit hervorruft und einen anderen Grad von Strafe fordert als die anderen. . some Toten. jede Lieblosigkeit. Dies führt schon zu der dritten Klasse. B. Unter „Mord" faßt Molitor außer der Tötung eines Menschen alles. die aus der jüdischen Literatur: nur mittels ziemHch gewaltsamer und kaum haltbarer Interpretationen herausgelesen werden konnte. Neid. 472). Auf der . die Heterogeneität imd die Bindung des Polaren (Jichud). die nur mit Geißelung bestraft wird. ebenso selten wie ein Moscheh.

gleichsam von ihrer tierischen Konstitution zu befreien und so das Fleisch dem Menschen zu Deshalb ist im Blut Um assimilieren. das zu vermeiden. Milchiges und Fleischiges nicht zusammen zu genießen. d. h. S. tierisches Blut zu essen. . das. 41f und Anm. Es soll das. nicht zur Destruktion des Lebens verwendet werden (III._ 71 — ersten Relation beruht die Gleichheit der Arten. sind bestimmte Vorschriften zu erfüllen. 136) berühren mußten.Si\vug (Begattung) in der Natur (d. — Wir kommen nunmehr zu dem Zentralproblem der jüdischen Realität. Die Ehe wird von den Juden immer als die Vollendimg des Menschen bezeichnet. B. erst Mann tmd Frau zusammen bilden einen vollkommenen Menschen. was zur Nahrung. 346 351). auf der dritten die Zeugung alles Lebens. das. 358 378). also zum Lebensaufbau bestimmt ist. — ist es z. denn die Produkte solcher Verbindungen müssen durch die Ungleichheit und Unvereinbarkeit ihrer konstitutiven Kom- ponenten dauernd zum mindesten gehemmt bleiben.tmd Pflanzenarten zu kreuzen. der aUgemeine Lebens. weil hier die gegenseitige Belebimg infolge der Homogene ität der sich verbindenden Verwandten weniger oder gar nicht erfolgen kann (III. Das grundlegende Speisegesetz. Das Verbot erstreckt sich auch auf das Zusammenspannen ungleichartiger Tiere zu ein und derselben Arbeit. um es dann mit sich selbst zu verbinden (III. i. o. Weil die sexuelle Polarität nur zu diesem Zwecke da ist. diesen allgemeinen Lebens. das vni bereits mehrmals in der Darstellung der Geschichtsentwicklung (s. zu verbinden oder das Homogene in sich zu polarisieren. auf das Säen ungleichartiger Pflanzen auf ein und demselben Boden imd auf das Vermischen von Leinen und Wolle in der Kleidung. das Problem der Gerechtigkeit und der Strafe. Zu diesen Perversionen gehören in erster Linie die Incestehen.Siwug zu zerstören. was zusammen gehört. Verboten ist ferner. auf der zweiten ihre TJnterschiedenheit von den anderen. zu trennen. soll sie nicht zu nur-sinnlichen Zwecken mißbraucht oder in Perversionen verkehrt werden. die tierischen Elemente der Nährung zu verwandeln. 351 358). ungleiche Tier. deren Wirkung es sein soll. das Zicklein in der Milch seiner Mutter zu kochen ^^^). — Den Hauptbestandteil der hierher gehörigen Gebote und Verbote bildet natürHch das Ehegesetz. verboten. das beim Genuß in das Nephesch des Menschen übergehen und so das menschliche mit dem tierischen Leben erfüllen ^vürde. was ewig getrennt bleiben soll. sagt der Sohar^^^). Die Sünde der Unzucht besteht nun darin. erst jetzt kann eine wechselseitige Belebung und Ergänzung erfolgen. denn der Sitz des Nephesch. nicht nur die geschlechtliche Zeugung. baut sich bekannthch auf dem Verbot auf. sondern auch „jede physische und geistige Lebensefulguration der Wesen" 1^').

so reagiert die organische Kraft. so stets neuen Lebenseinfluß zuströmt . sich von seinen störenden Wirkungen zu befreien (wodurch dann um 407 0". „Wie die innere . . . zwischen denen Molitor schwankt. daß Molitor die Gottheit zunächst in die Transzendenz versetzt. insofern sie stark genug ist auf eine positive Weise gegen dasselbe". in der Gemeinschaft mit Gott: die notwendige Entsprechtmg zwischen dem Verhalten des Menschen und der göttlichen Reaktion. 410 f. wie schon mehrmals erwähnt. bzw. wodurch es in seinem inneren . so entzieht das Zentrum ihm „den inneren Vitalitätseinfluß. Lebeusbestande verkümmert.). der allen Teilen Stärke und Frische gibt. . daß er das Einseitige dieser Ansicht nicht erkennen sollte. . beruht eben. Das ist der Sinn der jüdischen Wiedervergeltungslehre. bei der geringsten Heterogeneität vermindert sich dieser Lebensstrom. dann müssen natürlich alle ihre Aktionen als naturfreie Handlungen erscheinen. er wirkt zerstörend.). — kabbalistischen und der katholischen Gottes auffassung. das ihm negativ und lebenshemmend gegenübersteht. Das gleiche Gemeinschaft der Menschen untereinander als auch für ihre Beziehung zu Gott. Die Kabbalah dagegen spekuliert nur über Gott in Beziehung auf die Welt. sondern als metaphysischorganisches Ausgleichsprinzip sieht er als den Zentralpunkt der jüdischen Gottesauffassung an. wenn er (III. schmerzhafte Krankheiten entstehen) Gesetz gilt nun sowohl für die (III. Tritt dagegen ein Ghed in eine mit dem Organismus und greift positiv störend völlige Opposition in das Leben ein. Gerade aus seiner gleich danach folgenden Darstellung der kabbalistischen Entsprechungslehre hätte er den Unterschied der jüdischen von der christKchen Auffassung klar erfassen müssen. darauf. . Nicht die Gerechtigkeit als moralisches. . In der Gemeinschaft der Menschen ist es die instinktartige Reaktion Individuums gegen ein anderes. als sich dasselbe der Lebensharxnonie unangemessen erweist. als aufgefaßt. 408) das Verhältnis der Gottheit zur Schöpfung ein naturfreies nennt. . da er ja seinem innersten Wesen nach immer weiter in Der Unterschied der die Welt eindringen will (III. Statt dessen stellt er nach der „natürlichen" Lehre der Kabbalah die Relationen von Gott und Mensch dar als Beispiel für das naturfreie wie er sagt Verhältnis zwischen Gott und Schöpfung." Wenn ein Glied nicht tätig genug an dem Ganzen mitarbeitet. reagiert dagegen der Organismus in dem Maße gegen jedes Glied. eines — — Nur wenn das Geschöpf sich Gott homogen macht. Es ist daher wiederum eine der Inkonsequenzen MoMtors. sie sagt im Prinzip nur etwas .— 72 — JHVH wird gewöhnlich gegenüber dem christlichen Gott als Gott der Rache und der moralisch ausgleichenden Gerechtigkeit Molitor beherrscht die jüdische Literatur zu gut. so dem Ganzen sich konform bezeigt. Lebenseinheit in dem Organismus jedem einzelnen Gliede. kann er ungehemmt die Lebenskraft hinabsenken.

durch das die ganze Welt überhaupt nur Prinzip Bestand hat. -erhaltende und ^belebende Potenz.— 73 — aus über die erscheinende immanente Gottheit. oder Rachamim (Barmherzigkeit) sowohl die reale Synthese zwischen Aus dem den beiden Ssephiroth Chessed (Gnade) und Dijn (Gerechtigkeit)» als auch das Zentrum des gesamten Ssephiroth-Baumes. belohnende. besser gesagt: die Transzendenz in den Zustand der Welt ein- . Deshalb verband Gott Dijn mit Chessed. Folglich ist Gott ihr identisch mit seiner belebenden Äußerung. durch ihre Einheit von Chessed und Dijn. Chessed und Dijn. Chessed und Dijn sind. Aber auch dies ist kein sjoithetische erst in der Beweis für eine Christologie. die als Gegensätze Schöpfung auseinandertreten und dort in Rachamim wieder vereinigt werden (III. Demnach faßt er hier den Begriff Dijn bereits — als das Prinzip des Ausgleichs. sondern die Indifferenzierung Gegensätze bleiben als naturkonstitutive Prinzipien bestehen. die Anfangsbuchstaben von Ahawah. bestrafende Gerechtigkeit aufgefaßt wissen will (III. gleichen Grunde erklärt sich auch die falsche Interdie Molitor für den kabbalistischen Begriff der Ssephirah pretation. und Dijn rrai als die negative. an denen er Chessed als die positive. und Rachamim als das Prinzip ansieht. so würde kein Mensch vor Gott und seiner Gnade (Chessed) bestehen. die göttliche Barmherzigkeit (III. MoKtor dagegen interpretiert den Begriff folgendermaßen: Wenn nur die ausgleichende Gerechtigkeit (Dijn) in der Welt herrschte. sondern er ist^die weltschaffende. Diese Ansicht sucht er auch durch den Hinweis darauf zu bekräftigen. daß schon in der Kabbalah die christliche Auffassung vom Heiland vorhanden gewesen wäre. setzen also Gott als die absolute. Denn nicht eine übernatürliche wird durch Rachamim hergestellt. das Herz des Adam Kadmon. den er an dieser und an vielen anderen Stellen als Beweis dafür anzuführen sucht. sagt er. in dem beide. daß das Wesen Gottes in der Kabbalah mit „Ahawah" (Liebe. die ausgleichende Gerechtigkeit freie Gnade zu beschränken. Dann fällt aber die oben vertretene Ansicht von der Bedeutung des Begriffs Rachamim fort. solange die Welt noch nicht in den Zustand der Transzendenz oder. Chessed folglich als die absolute. Wollen) bezeichnet und dieses Wort mit „Echad" (Eins) gleichgesetzt wird. 415)^^^). Cheth imd Daleth. in dem die Gottheit sich entschließt. daß ferner die drei Konsonanten von Echad: Aleph. 416) ^^^). wurzeln (III. In der Kabbalah bildet Thiph'ereth (Glanz) Thiph'ereth gibt. 414). überströmende Gnade und Rachamim als einen Kompromiß zwischen beiden. Das heißt: es bedeutet das metaphysische des Ausgleichs. 417). imd diese Verbindung ist Rachamim. Das ist (trotz Sengler^^^)) kein Pantheismus. weil es denselben Zahlenwert der Buchstaben (13) hat. Dieser Auffassung widersprechen aber andere Stellen. Denn Gott ist nicht mit der Welt identisch. von jedem menschlichen Verhalten unabhängige. Die Kabbalisten.

Anm. d. Menschen (nach dem Sohar) auf Thiph'ereth gerichtet sein soll. d. die korrelative Verbiudimg zwischen Gott und Welt vergegenwärtigen. eine reinigende Wirkung kann ein Opfer also nur dann haben. Wenn ein Mensch durch sein Verbrechen in sich die Gottkonformität und in der Gemeinschaft. die in dem jüdischen Strafgesetz und in der Eschatologie ausführlich auseinandergesetzt werden.). aus denen Strafen verhängt werden: die Wiederherstellung des Verbrechers für Gott und der gestörten Harmonie in der Gemeinschaft. Genugtuung für die gestörte Gemein- . versehentliche Verbrechen eine strenge Sühne verlangen (s. daß der Mensch sich das Grundgesetz allen Lebens. Aber eine Über- tragung kann nur dann stattfinden. 431 f. so müßte er in immer tieferen Verfall sinken und schließlich zugrundegehen. wenn sie von Schuldigen offen und mit Hingabe an Gott angenommen Sonst ist sie nur ein verzehrendes Feuer für den Sünder wird. sündhaften Natur des Menschen ermöglicht wird)^^^).— 74 — gegangen ist. ist schon daraus ersichtlich. h. 147). Aber auch nur dann hat die ausgleichende Strafe einen tatsächlich wiederherstellenden Effekt. nicht den Zweck der Abschreckung haben. Wenn sich der ganze natürliche und metaphysische Kosmos auf dem Grundgesetz des Ausgleichs. die er gestört hat. müßte durch die Dishärmom'e immer mehr geschwächt werden.. die Harmonie zerstört hat.Schaden" wieder gut zu machen: daß diese Mittel. seinen inneren Zustand diesem Grundgesetz gemäß ordnen und so Gott den Einstrom ermöglichen soll. Denn das Leiden des Verbrechers zieht das Leiden des Gesodaß die Gemeinschaft nicht zerstört ist durch schädigten an. der Entsprechung von Intention und Lebenskraft aufbaut. Zu solcher viird die Unreinheit des Entsühnung sind zwei Gruudaktiouen nötig Teinmal Menschen auf ein Opfertier magisch über- tragen (was durch die Affinität der Tiere zu der tierischen. Vielmehr sind es zwei Gründe. den angerichteten . die Ausgleichung des Verbrechens. 425—428). und auch die Gemeinschaft. dem und nur eine gewaltsame schaft (III. daß auch unfreiwillige. wenn es nicht Mittel gäbe. mit einer starken Wülensintention dargebracht wird. Beichte und Glaube die unerläßlich notwendigen Vorbediugungen^für die Wirksamkeit der Opfer (III. h. h. d. Daher sind Reue. so muß natürlich auch das soziale Leben der Menschen demselben Gesetz unterliegen. Das Opfer ist auch dann nur das Medium. heißt ebenfalls nur. die Wiederherstellung der Harmonie in der Gemeinschaft nötig. in der er lebt. Neben dieser Reinigung des Verbrechers ist aber noch die Restitution des Schadens. v/enn es mit Kawannah. durch das die Priester die Unreinheit des Verbrechers empfangen und tilgen. sie sind nur in das Verhältnis der ausgleichenden Daß die Hauptintention der Gebete des Koexistenz getreten. das ungerechte Leiden und die daraus folgenden negativen Gefühle eines Unschuldigen.

hören alle verborgen gebliebenen oder Unterlassungssünden. 21). ebenso wie der. denn nach der von Lurja ausgebildeten Theorie der Seelenfunken ^^®) folgt. sind kausal bedingt. wenn es der geforderten Relation zu Gott fähig sein woUte) (III. zum äußeren Kausalnexus verwandelt worden (III. weil einer seiner Nachkommen von Gott abfallen wird. mit denen Verantwortung jeder zusammen einen Organismus bildet (s. dessen Leiden sich durch die Gebrechen eines Vorfahren erklären lassen. Hinblick auf Gott und auf die Gemeinschaft ergibt sich Notwendigkeit der irdischen xmd der himmlischen Strafen nicht alle Vergehen können die irdischen Richter sühnen. Krieg und Seuchen sind für die Völker. im Grunde. (denn Dazu geja nicht einmal für alle sind sie überhaupt zuständig. so daß dies eine Glied leidet. weil er sich nicht genügend angestrengt hat. bzw. Oft leiden Schuldlose für die Gemeinschaft. sofern sie nicht durch die entsühnende Intention des Schuldigen also die Im Zur Ausführung Versöhnungstage vernichtet worden sind). für die Vorfahren und Nachkommen. von der sie ein Teil sind (so wie sich innerhalb eines Organismus oft in einem Gliede die kranken Stoffe des Ganzen konzentrieren. h. Armut. wo durch den Hohepriester jeder eiazehie im ganzen Volke geheiligt werden soll. daß also seine Schick- . aber auch die Gemeinschaft für den einzelnen verantwortDas ist eine der zentralsten Anschauungen der jüdischen lich. Also ist er doch letzten Endes persönlich schiddig. aber doch von Gott verhängten „Strafen" (III. 460). oben S. daß ein Mensch leidet. um seinen Nachkommen ein besseres Fundament übergeben zu können. wo also gleichsam das ganze Volk für Gott wiederhergestellt wird (denn nicht nur von der Unreinheit der verborgenen und imgestihnt gebliebenen^ sondern auch der unbewußten Sünden mußte sich das heilige Volk reinigen ^^*). plötzlicher Tod für die einzelnen solche natürlichen. d. Krankheit. der Geineinschaft und das Opfer zur Versöhnimg mit Gott machen trotzdem die große Entsühnungsaktion am Jom-hakippur nicht überflüssig. 464 468). zerstörenden Aktionen Gottes sind durch die Schuld des Menschen zum Keri.). Es gibt Wunder als Änderungen dieser Kausalität zugunsten des Menschen nur in Zeiten. in denen der Mensch sich auch anders zu Gott stellt in der heutigen Zeit (und diese „heutige" Zeit dauert schon sehr lange) ist jeder von Gott ausgehende Prozeß in die natürliche Kausalität eingefügt. d. 435). seiner am — — Auch die scheinbaren Ungerechtigkeiten. damit das Ganze gesund bleibt). denn alle positiven. Der einzelne ist für die Gemeinschaft. h. Dazu kommt dann noch die Gerechtigkeitslehre (III. 553 ff. aufbauenden ^vie negativen. So kann es vorkommen. die wir oft im Leben zu sehen glauben.— 75 — Die Restitution des Schadens zur Versökniing mit dem Geschädigten. daß jeder Mensch in seinem Vorfahren enthalten ist. Strenge sucht sich Gott irdische Werkzeuge.

Beide Anschauungen werden von den größten Thalmudisten abgelehnt. kann an dieser Stelle nicht ausführlich gesprochen werden. als und . nach seinen Entscheidungen richten. letzte — Obrigkeit. 482). Die vier Hauptstrafen waren Tod (durch Steinigung. — (nicht der Seelenwandenmg) ist der „Gilgul": das Eintreten einer Seele in einen schwachen Menschen. sowohl nach seiner ursprünglichen wie auch nach der speziellen empirischen Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen (III. in die Seele eines Lebenden übertragen werden kann. hier herrscht der Glaube. die von den irdischen Richtern vorgenommen werden. h. die eine Aufgabe in ihrem Leben nicht ganz zu Ende ausgeführt hat. Nur kurz sei folgendes erwähnt: die Über äußerst Strafgesetzes. 543 548).). Mit ihr wurden die leisen Hinneigungen zum Götzendienst. um durch die Wirksamkeit dieses Menschen vervollkommnet zu werden (durch seine Sünde aber wird sie nicht geschwächt). fand am häufigsten Anwendung. damit er durch diese größere soll. d. die sich z. auf Menschenmord. Diese Seelenübertragung („Ibbur") ist nur möglich. Die Geißelung. Enthaupten oder Erdrosseln). die Entweihungen des HeiKgtums und die Verunreinigungen des Menschen bestraft^®') (III. Verkaufen eines Jissraeliten Sklaven. der die Seele empfangen soll. Dadurch wird nochmals die ungeheuere Verantwortung deutlich. sondern in der Hauptsache deshalb. die jeder (auch für seine Nachkommen) zu tragen hat (III. Die eigentümlichste imd über den letzten Sinn der Vergeltung überhaupt am klarsten Aufschluß gebende Strafe war der Bann. das dreizehnte Jahr überschritten hat. h. wenn der Mensch. d.— sale 76 — mitbestimmt werden durch das Leben dieser Vorfahren. 472 f. die mit keiner bürgerlichen Entehrung verbunden war. weil hier eine freie Gnadenaktion die Verantwortung des Menschen Kraft bekommen — Das Schicksal des Menschen soll sich ausschließlich gefährdet. bei falschen Aussagen manifestierte. Geißelung imd Entschädigung durch Geld oder zu leistende Dienste. die Geringschätzung des göttlichen Namens. und sie dauert so lange. Die (leichteste) Strafe wurde bei Eigentumsverletzimgen und persönlichen Kränkungen verhängt. — umfangreichen Einzelbestimmungen des über die Ausgleichsaktionen. 476—481). Diese VorsteUung von den Seelenfunken spielt auch in der jüdischen Mystik eine große RoUe. 481 Der Tod stand auf offener Empörung gegen Gott. B. Verbrennen. sowie auf schweren Verleumdungen eines Unschuldigen (III. nicht nur. wenn er durch seine Aufnahme in den Bund Gottes volle Verantwortung für sein Tun zu tragen fähig ist. Eltern 490). bis die übertragene Seele die ihr fehlende VollEine zweite Art der Seelenübertragung endung erhalten hat. sondern als eine religiöse Disziplin betrachtet wurde (III. weil sie im Thalmud nicht erwähnt werden. daß eine Seele. Bann.

Wenn nun. Jeder mußte sich vier Ellen . die dazu verführten. 490-497). daß die heihge Gemeinschaft des Volkes verletzt wurde. . — Der Mensch hatte seine ursprünghche Funktion. mit dem durfte man nicht sprechen und seinen Gruß nicht beantworten (doch war seine Familie hiervon ausgenommen). durfte sich nicht baden und die Haare scheren lassen .— 77 — der nach der Länge seiner Dauer und der Schwere seiner Wirkung in drei Klassen eingeteilt wurde: „Wer in der Nessiphah (Verweis) war. Doch war hieran die Familie nicht gebunden. Starb der Jissraeht in der Nidui. . alle Kreaturen der Welt mit Gott zu verbinden. ein Metzger Fleisch verkaufte. Wenn z. so begleitete man seine Leiche nicht zum Grabe. und so er sich abermals als stärrig gegen das Gericht bezeigte. von dem er wußte. — . . . daß alle Verhaltungsweisen des Menschen sich gleichsam eingravieren in den oberen Sphären. der Schiddige nach Verlauf dieser Frist nicht Aufhebung der Strafe einkam. So erzeugt auch „alles Böse. 490 ff. . daß er sich aus der Gemeinschaft und den in ihr und für sie geltenden rehgiösmetaphysischen Gesetzen herausstellte und von sich aus diese Gesetze zu stören versuchte. so dawider handelt. Auch hier gilt das Grundgesetz. von ihm entfernt halten. immer an diese Wurzel gebunden bleibt. war. waren in der Hauptsache solche. Derjenige. hielt keine Trauerrede über ihn. . Niemand darf mit ihm verkehren sätzigen. mußte ihn auch die Gemeinschaft von sich ausfolglich gestellt scheiden (III. mithin der Gewalt des Ein Verbannter ist gleich einem AusBösen dahingegeben. Die Nidui dauerte dreißig Tage. imd das Gericht legte einen Stein auf sein Grab. Wenn ein solcher Mensch mit dem Bann bestraft wurde. welche an ihrem Urheber . daß es von einem nicht fehlerfreien oder gar unreinen Tier stammte. Die sich daraus ergebende Eschatologie. Wenn der VerDie Nessiphah dauerte wenigstens sieben Tage. ward er nach dreißig Tagen unter dem Blasen mit Hörnern in den Cherem . um (den großen Bann) getan und verflucht. ward die Nidui zum zweiten Male über ihn erkannt . die Lehre von den Schicksalen der Seele nach dem Tode in Gan Eden und Gej Hinnam. B. kommt selbst in den Bann" (III. lauter reelle magische Wesen in Gej Hinnam.). durch seine Egozentrierung aufgegeben und sich dadurch in seiner innersten Wurzel verdorben. deshalb kann er sich (so folgerte die jüdische Mystik) in diesem Leben niemals vollkommen wiederherstellen. ist auf demselben Prinzip aufgebaut wie die jüdische ReaHtät. . Weil nun der Mensch. so bedeutete dies. urteilte sich während dieser Zeit nicht reuig bezeigte. so wurde Wer in der Nidui die Nidui förmlich über ihn ausgesprochen . was in der Welt verübt wird. Die Vergehen. solange er lebt. so war diese Strafe im Grunde nichts anderes als die notwendige Reaktion der Gemeinschaft auf die gegen sie Er hatte sich selber herausgerichtete Aktion des Betreffenden. die mit dem Bann bestraft wurden.

das Kaddisch. Die Frommen. dem Strom der Feuerflammen. Die schlimmsten Sünder. In Bezug auf den Zustand der Seele nach dem Tode erwähnt MoKtor fünf Klassen: die Heiligen können sofort in Gan Eden eingehen. d. auch von den letzten Resten ihrer irdischen Tumah gereinigt sind. wodurch Gerechten werden. nachdem sie in dem Nahar hadinur. haben große Reinigungen und Strafen zu erdidden. denn die Verdienste der Lebenden werden ihr zugute gehalten (III. der Lehre der meisten Kabbalisten ist jedoch dieser Zustand nicht e^vig. durch die Zeremonie der Bestattung.nagen und Rache nehmen" Schrift. 78 — nach einer kabhalistischen (III.). die Gottesleugner und Götzendiener werden bei ihrem Tode „geschrieben und versiegelt zum^ Gej Hinnam" (III. — — Die Verbrecher an den Hauptgesetzen v/erden als individuelle Seelen vernichtet. Dann mrd „jedes Gefallene erlöst und die Hölle vernichtet werden" (III. die die Seele selbst im Jenseits zu nach dem Grundsatz. sie werden voll- — sie zu untergeordneten Teilen dieser kommen Nach ausgerottet und können keine Wiederherstellung finden. die noch mit einigen Sünden befleckt sind. damit sie beim Weltgericht zum ewigen Leben erwählt werden. . Durch Opfer und Fasten. verpflichtet. dem Toten bei seiner jenseitigen Reinigung zu helfen.Gebet des Sohnes) wird der im Jenseits sich reinigenden Seele die Qual ihres Leidensweges erleichtert. ist Außer den Reinigungen. 536. 551). erleiden hat. 557 f. und speziell jeder Verwandte. müssen zum Zwecke der Reinigung eine kurze Zeit (höchstens aber ein Jahr )in Gej Hinnam weilen und dann die Vollendung ihrer Heiligkeit durch Ibbur und Gilgul erlangen. durch Erfüllung von Rechtsverbindlichkeiten des Toten imd hauptsächlich durch das Gebet (z. 542). B. h. zu Asche verbrannt und zu den Füßen der Gerechten verstreut. jeder Jissraelit. zitiert). 552)168). sondern dauert nur bis zur großen Wiederherstellung der Welt. in denen das Positive noch nicht ganz imterdrückt war. nachdem das Feuer des Gej Hinnam ihre Fäulnis weggeätzt hat (III. daß die Menschen auch mit ihren Vorfahren und Nachkommen einen Organismus bilden. Die Verbrecher. durch Almosengeben. durch Leiden.

die reale Judentum und Christentum. uns den Verfall der Menschheit. ist die christliche. HAUPTTEIL. in der zentrifugalen und zentripetalen Bewegung der Welt und der Menschheit. die sich ja bei dem Aufbau seiner Geschichtsphilosophie auf der jüdisch-christlichen Tradition von selbst versteht (denn . Im Laufe der historischen Entwicklung. Molitor glaubt. h. Hätte sie sich nicht von Gott abgewandt. im Gegensatz zu der Gerechtigkeitsauffassung des Judentums. mehr und mehr. so wären die beiden Weltzustände weniger scharf voneinander getrennt worden ^^^). 47). d. Es sind dies hauptsächlich die Ideen von der Unsterblichkeit xaid Wiederauferstehung. was Molitor eigentlich unter der historischen Polarität „Real-Ideal" verstand lind wie weit dieselbe zu Recht besteht. S.- 79 — 4. sich allmählich ja auch seine gesamte Lebensfähigkeit verringerte Aber trotzdem ist die Entwicklung zur (s. müssen wir nochmals auf die Frage eingehen. daß diese Ideen auch in den Schriften des Alten Testaments bereits enthalten waren und sich nur im Laufe der Entwicklung immer deutlicher entfalteten. bis sie im Christentum ganz klar erkannt und ausgesprochen wurden. denn auch ohne den Söndenfall Adams wäre die Realität durch die Nur die Art der Entwicklung verrät Idealität abgelöst worden. das Eintreten der idealen christlichen WirkHchkeit als einen Fortschritt bezeichnet. so müssen bestimmte Ideen im Christentum erst klar erkannt worden sein. • und die ideale Weltwirkliehkeit. Nachdem wir. die jüdische Realität in ihren religiös-sozialen Prinzipien darzustellen versucht haben. bzw. die vom real-idealen Zustand des Anfangs über die Epochen der reinen ReaKtät und der reinen Idealität zu dem ideal-realen Endzustand führt. d. die ideale WirMichkeit zwar als Realität weniger umfassend als die jüdische reale WirklichDie magischen Potenzen des Menschen schwanden immer keit. Wemi Mohtor aber das Aufhören der realen. ist noch nicht das Zeichen für den Verfall der Menschheit. eine Annahme. h. Molitors Auseinandersetzung folgend. die im Judentum noch nicht oder nur undeutKch vorhanden waren. idealen Wirklichkeit ein Fortschritt in Hinsicht auf das letzte Das Aufhören der realen Epoche als solcher Ziel der Geschichte. vom stellvertretenden Leiden Christi und ganz besonders die grundlegende Auffassung des Christentums von Gott als dem liebenden Vater der Menschheit.

daß Gott — — . Wie er aber selbst an anderen Stellen (z. daß die ünsterbhchkeits. daß durch den Tod des Hohepriesters der Totschläger entsühnt ist. um zu sehen. daß die Welt überhaupt nur durch die 36 Gerechten besteht. 554). inwieweit sich hier Auch Molitor sieht das absolut Entsprechungen finden lassen. wäre diese Vorstellung allgemein im ganzen Volke bekannt gewesen. 554. das also deshalb nicht besonders erwähnt zu werden brauchte. 147). nämlich die vom stellvertretenden Tun eines heiligen Menschen. hätte Molitor hier wohl darauf hinweisen müssen. das Verbot. oder: „Der Zaddik ist der Grund der Welt". wo Jissrael hunderte von Jahren wohnte. „Ein einziger großer HeiKger kann ein Diesen Satz führt Molitor selber an ganzes Zeitalter erlösen". war schon im frühen Judentum die Vorstellung verbreitet. und das Volk. Lessing behauptete bekanntlich. B. sondern auch die kabbalistische Anschauung. aus der er verbannt wurde (s. dessen Funktion die Ausbreitung Gottes auf Erden war.— sowie könnte er sonst im Christentum die direkte Fortführung des Judentums sehen!). daß damals in jedem Unteren das Obere. daß dem Judentum. Zitat). oder die Bestimmung. Außerdem seien aber auch schon in der Thorah Andeutungen vorhanden. — Schließlich müssen wir noch die jüdische und christliche Gottesauffassung vergleichen. weil das Volk zum Verständnis solcher Lehren noch zu unreif war. die also den Punkt der größten Trennung zwischen Judentum und Christentum bezeichnen müßte. So sagt der Thalmud. in jedem Realen das Ideale mitgedacht wurde. aus denen man auf das Vorhandensein der Unsterblichkeitsvorstellung schließen könne: so z. So erlöste Moscheh das Volk Jissrael. u. seiner Sündhaftigkeit willen zerstören wollte. Nicht nur die schon erwähnte Maschiach -Vorstellung Jeschajahus führt er als Beweis hierfür an.) auseinander setzt. 203). B. daß „der Tod des Gerechten die Strenge versöhnt" (III. daß ihm diese Idee fremd gewesen wäre? Vielmehr erklärt Molitor die scheinbar geringe Betonung der Unsterblichkeitsidee in der Bibel daraus. eine andere Vorstellung organischer ist. oder die Stelle ^^^): „Du ivlrst zu deinen Vätern kommen in Frieden" ^'2) (I^. 266. dessen Geschichte der Spiegel der Menschheitsgeschichte. So sucht er dies besonders für die Idee der UnsterbKchkeit zu beweisen. III. in der das innerste Wesen der idealen Wirklichkeit deutlich werde. ohne gegen diese Stelle zu polemisieren. In Ägypten.und Jenseitsvorstellung im Alten Testament noch nicht gelehrt wurden. sollte auf einer so tierischen Stufe gestanden haben. Tote zu beschwören. Molitor weist. Anm. als Gott es um (III. auf die Unmöglichkeit einer solchen Ansicht hin. klar erfaßten Idee des liebenden Neue des Christentums in der Gottes. seiner realen WirkKchkeit entsprechend. sodaß er zurückkehren kann in die GemeinDoch schaft. Auch die Idee vom stellvertretenden Leiden findet MoKtor an verschiedenen Stellen der Tradition. 503 ff.

ja. ist nur dann möglich. sondern auch den Verstockten verzeihen würde. im Gnmde nur der deutliche Aufschluß des Judentums und der im Judentum oft nur angedeuteten Lehren ist^'*). Die Entwicklung der Geschichte in der Epoche der Idealität wird also in der Hauptsache Geistesgeschichte sein. die Entwicklung des Geistes im Christentum^'^®) zu verfolgen und erst dann: die christliche ReaHtät in ihren Hauptzügen zu charakterisieren. die Entsprechungslehre bildet. könnte . Unsere nächste Aufgabe wird also sein. bzw. Wenn aber das Christentum. daß ein Mensch durch seine intensive und konzentrative Umkehr (Theschuwah) zu Gott sich in besonders hohem Maße zum Empfangsorgan Gottes macht (imid dadurch vielleicht auch seine Umgebung mitreißt. der niemals ein Gebot überschreitet. daß der Umkehrende sogar weit höher stehe als der Gerechte. wenn Gottes Barmherzigkeit und Liebe sich auch auf diejenigen erstreckte. sodaß auch andere noch „umkehren"). die Ideen^'^) gegenüberstünde. Absolut unterscheiden würde sich das Christentum vom Judentum also nur dann. Der Mensch dagegen. dann ist auch die Antwort auf die Frage nach dem Fortschritt in der Geschichte insofern erschwert. hat damit erst die Vorbedingung erfüllt für eine innige Gemeinschaft mit Gott. von dem Gerechtigkeitsstandpunkt aus betrachtet. Wenn also gesagt wird: der wahrhaft Umkehrende werde von Gott höher gestellt als der Zaddik. die sich nicht zu ihm bekehrten» wenn Gott nicht nur den Reuigen. wenn man die geistige Bewußtwerdung als solche als einziges Wertkriterium setzt. ihre Erklärung darin. Wie der Mensch auf Gott einwirkt.- 81 — den Umkehrenden mit besonderer Liebe aufnehme. daß das Fundament des Judentums die Gerechtigkeits-. Geschichte zeige einen Fortschritt. als dem Verlust weitreichender vitaler Fähigkeiten als Gewinn nur die klarere Entfaltimg auch früher schon vorhanden gewesener Hieraus den Schluß zu ziehen. Diese Anschauung. Und doch darf man auch hier nicht vergessen. die später im Chassidismus eine zentrale Bedeutung als Beweis für das Vorhandensein der „Idealität" im Judentum angeführt werden. sondern auch hier ist die Vorbedingung für die Verzeihung Gottes die reuige Umkehr des Sünders"^). so findet diese Anschauung. wie MoKtor es darstellt. bekam. so wirkt Gott auf ihn zurück. Nur dann bedeutet die „IdeaHtät" einen Fortschritt gegenüber der „ReaHtät". weil für die reale Gestaltung des äußeren Lebens nur jene Realitätsepoche „kompetent" sein kann. der niemals eine Sünde begehe. Diese Anschauung ist aber auch im Christentum nicht die allgemeine. Die christliche Wirklichkeit dagegen wird überall auf die jüdische als ihren Typus aufgebaut sein.

15). Schon Christus hatte die Seinen zu einer kirchlichen Gemeinschaft zusammengefaßt (IV.82 — 5. standen anderen Bedingungen gegenüber. denn eine gleichzeitige Entwicklung der realen und idealen Lebenskomponenten zur Idealrealität war für die zerfallene Menschheit unmöghch. sich anlehnend an die Satzungen des Alten Testaments. Zwar übernahm die neue Kirche nicht alle Gesetze des alten Bundes. was für die zunächst einzig und allein wichtige Entfaltung der Idealität notwendig war^") . die in der Lebensatmosphäre des Heilands selbst spürbar gewesen war. die nicht durch eigenen ergriffen Entschluß. die aus ihrer Mitte einzelne zu Vermitt!ungsorganen mit Gott bestimmte. ohne daß alle innere Erhebung zu Gott leer und tot gewesen sein würde. So verband er sich mit dem Gang der geschichthchen Entwicklung. das Christentum oder besser das durch die christhche Lehre vergeistigte Judentum die organisierende Form der neu entstehenden Realität. nur sie brauchten kein äußeres Gesetz. Aber Christus selber gab nur die Grundzüge der kirchlichen Organisation. sondern nur das. Aber schon ihre Nachkommen. sondern durch Geburt Christen waren. Soweit das äußere Leben die Grandlage für diese innere Entwicklung bildete. 6). Die Konstruktion der gesehiehtliclien Entwicklung im Zeitalter des Die Welt des Mittelalters baute sich aus zwei Elementen auf: einem heidnisch-nationalem und einem christlich-kirchlichen. auf der anderen Griechen und Römer. ohne die eine christliche Realität^^^) unmöglich war. 16). Aus diesem Grunde hatte für die äußere hierarchische Weltordnung kein festes Gesetz gegeben. Die heidnischen Völker. das Äußere. blieb bei den Menschen. So mußte die Führung erst durch die Epoche nurleidender Idealität hindurch gehen^'^). bildeten gleichsam das Material (IV. die von der Heiligkeit der neuen Offenbarung Christus waren und sich bemühten. stellte es natürlich auch konkrete Forderungen. Idealismus. damit der Mensch alle seine Kräfte. Denn nur die ersten Christen. wie er es^^*') selber versprochen hatte. auf der einen Seite Germanen und Slaven. von den realen Lebensinteressen befreit. Dazu gehörten: die heilige . ausschließlich auf die innere Vereinigung mit Gott konzentrierte (IV. in sich und ihrein Leben die gleiche HeiHgkeit zu erreichen. Die Gemeinschaft bildete den Leib. HAUPTTEIL.

h. Daß Christus die Arcandisziplin als Kirche gestiftet habe. 17 f. Denn als das Christentum sich immer mehr und mehr ausbreitete. da mußte jener heilige Eifer. usw. eine dauemdeÜberwindung ihres natürlichen Menschen. auf daß sie es mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen . für den inneren Sinn der christlichen Lehre wurde der Geist inamer mehr abgestumpft. wenn auch nicht für die erste doch für die spätere Entwicklung eine große Gefahr. in die Diese bildeten die disletzten Mysterien eingeweiht zu werden. verstand es sich von selbst. daß erst eine lange Vorbereitung nötig war. Durch diese geringe Betonung des Gesetzlichen sollte die Gefahr vermieden werden. gesalbt und geweiht verlief. Denn nur durch die Intention dem . das vor der Welt verborgen gehaltene Geheimnis der innigsten Vereinigung mit Gott. d. So sagt er^^^) „Euch ists gegeben. Aber diese Vorbereitung bedingte noch keine Trennung zwischen Heiligem und Profanem (I^. das heilige Abendmahl in Form von Wasser."i«') Wenn aber Christus selbst seine Jünger erst allmählich in die Geheimnisse der göttlichen Offenbarung einführte („ich habe euch noch vieles zu sagen. deren Gottesdienst nichts weiter war als eine innige Vereinigung mit Christus. Zeit. — —250). glaubt Mölitor daraus folgern zu können. die Urkirche. ciplina arcani. Brod und Wein ^82^. die eine Brudergemeinschaft von Heiligen war. das Geheimnis des Reiches Gottes zu wissen. ergab sich mit der Aber während wachsenden Ausbreitung des Christentums die Notwendigkeit einer spezielleren Entfaltung der gesetzlichen Organisati on^^") und einer Trennung von Heiligem und Profanem (IV. solange der äußere Mensch noch nicht restlos verwandelt war. also in den ersten Zeiten der neuen Kirche. mit Und doch die ersten Christen ihr Leben aufgebaut hatten. 248 als : Auch . um wieviel mehr mußte dann die Arcandisziplin für die Masse der sich Bekehrenden gelten! So blieb auch im Urchristentum zunächst im gewissen Sinne ein „Vorhof". daß die Entwicklung des Christentums von ihrem idealen Wege abgelenkt würde. zu binden tmd zu lösen und die Sünden zu vergebenes*). — das Christentum noch die Frucht einer tief innerlichen Sinnesumwandlung war.-. während also in der ersten Zeit der neuen Kirche jeder Christ Zutritt zum Allerheiligsten hatte. die Einweihung der Apostel durch Anhauchen und Händeauflegen^^^). daß er mehrmals den Unterschied imd die Abstufung des Wissens um die höchsten Dinge angedeutet habe. die Worte. . denen aber draußen widerfähret es alles durch Gleichnisse.). deren ganzes Leben „christlich". sodaß die disciplina arcani auch ihren eigentlichen Charakter verlieren mußte. bevor ein Mensch für würdig erachtet wurde. und so wieder ein starrer Realismus entstünde (IV. schwinden. aber ihr könntets jetzt nicht tragen"^^^). die Christus zu Petrus sprach über die Macht. so lag in diesem Prinzip. 19 25).83 — Taufe^^i). als es zur Religion der Völker wurde.

So setzte man die Bischöfe. y Das Zentralproblem dieser Entwicklung aber lag im Verhältnis der Kirche zum Staat ^^^). organisatorische Talente aufzuweisen haben mußten. wie MoHtor sagt. wie im alten Judentum. denen. 121). um dann unmittelbar von ihm die Lebensformen zu empfangen" (IV.- 84 — deis Menschen hat das mystische Geheimnis lebendigen Sinn mid Bestand. dessen Gesetze und Organisation doch maßgebend waren für die reale Lebensgestaltung des Christentums (IV. die also neb eil innerer Frömmigkeit auch besonders praktische. in dem dann die Menschheit kein Gesetz mehr gebraucht hätte. Zwar pflanzte sich im Christentum ebenso wie im Judentum die Mystik noch traditionell fort (III. Staat und Kirche eine unzertrennbare Einheit bildeten. daß die theokratische Vere nigung mit der Kirche die notwendige Konsequenz der Entwicklung gewesen wäre. Die Germanen dagegen. sie war noch zu schwach. die schon an und für sich einen langen Weg bezeichnet hätte. so zu organisieren. Altesten und Diakonen ein. 107). Es war unmöglich. bis „Christus in der Herrlichkeit seines Re ches erschiene. und so blieben Kirche und Staat getrennt. da alle Einzelheiten des konkreten Lebens in übernatürliche heilige Beziehungen verwandelt worden wären (P. so sollte auch im Christentum die Kirche sich mit dem Staat engstens verbinden. ihren Staat. die Theokratie des Judentums sollte in der christlichen Realität allmählich umgewandelt werden zur übernatürlichen Gemeinschaft des Menschen mit Gott. aber doch Ehrfurchtgebietendes war. zu warten. Man bemühte sich demnach mehr um die quantitative. Diese Entwicklung. um sich nicht von den äußeren Verhältm'ssen verlocken zu lassen. und so sollte langsam der Zustand der Welttranszendenz vorbereitet werden. ja sogar feind- . auf ihrem stürmischen Eroberungszug gegen Rom die Kirche als grenzensetzende Macht entgegentrat^^*'). jede Einzelheit des konkreten Lebens wäre von ihrer idealen inneren Bedeutung erfüllt und verklärt worden. Naturgemäß verlor das Volk einen großen Anteil am Kultus an die GeistKchkeit (I^. Doch dazu staiid die Kirche noch auf einer zu niederen Stufe ihrer inneren Entwicklung. war aber im römischen Reiche. denen die Funktion der Ausgestaltung und weiteren Analyse der empfangenen Lehren zu notwendigen disziplinaren Verordnungen zukam. an dessen Aufbau sie nach ihren großen Siegen gingen. 254f. wo seit Jahrhunderten die weltliche Macht prädominierte. hätten die Funktion erfüllen können. aber im Vordergrund des christlichen Interesses stand jetzt die Ausbildung det Kirche. 253 f. als um die qualitative Erweiterung des Christentums (IV. 26).). unmöglich.). deren innere geistige Kraft für sie zwar etwas Fremdes. Dann wären bei ihnen die äußeren Vorbedingungen für den Idealreal-Zustand erfüllt gewesen. 96) Immer mehr mußten zwingende Gebote an die Stelle der früheren inneren Satzungen treten. Immer mehr mußte die Kirche im Staat ihren Stützpunkt sehen.

bzw.). bis sein Prinzip stärker geworden war als das der Kirche. als sie im Interesse der kirchlichen Machtstärkung politische Aktionen unternahmen ^^^). Christus hatte seine Lehren nur in einfachen synthetischen Sätzen seinen Jüngern übergeben (IV. die in der Jugendepoche der Menschheit sich von einem Minimumgrad in allmählichen Stufangen.). — lieh gegeneinander gerichtet. Hier ist es das bezeichnet. sobald sie aber. kehrt in der Geschichte wieder. Der weltgeschichtliche Sinn des Christentums war es. der weltKchen Fürsten zu (IV. emporentwickelte. Die gleiche Entwicklimg. wird durch langsame Übung und Gewöhnung zur bewußten Freiheit erzogen (IV. so wären in ihm schließlich das Ideale und das Reale. die wir in dem Lebenslauf des einzelnen Menschen verfolgen können. obgleich auch diese Machtaktionen der Earche (zum mindesten anfänghch) indirekt zur Erfüllung ihrer Aufgabe dienten (I^. 103). Solange die Kirche ausschließlich zum Zwecke der Religionsausbreitung in den Lauf der Weltgeschichte eingriflp. blieb sie ihrer Funktion treu. Auch im Inneren anschauung der Kirche. die Spontaneität xmd die Rezeptivität. die sich anfangs noch nicht selbst zu erfassen fähig ist. Alles ihm ist ursprünglich in keimhafter Koexistenz geschaffen. so gerieten die Nachfolger der Apostel in eine äußerst schwierige Lage. sollten in engster Beziehung bleiben. 29). die Autonomie und die Gesetztheit zur Einheit gebracht worden ( denn die wahre Idealität führt mit Notwendigkeit aus ihrer Begrenzung heraus zur Idealrealität) (I^. daß in die Entwicklung der Aktivität und Freiheit. infolge der nicht überwundenen Trennung von Kirche und Staat auch in ihrem eigenen Interesse handelte. sondern die noch in der passiven stofflichen Gesetztheit des Menschen verloren ist. bzw. 255 f. Christentum. Art ist in Art enthalten. die reale und die ideale Komponente des christlichen Lebens. in der christlichen Welt- schritt der Verfall fort. Beide Seiten. der entwickelten Autonomie Hätte das Christentum seine Fimktion erfüllt. wie die nur keimhaft angelegte reale Organisation.und Gottesanschauung im Laufe der historischen Entwicklung durch die Aktivität des Menschen entfaltet werden. 256f. bis die „Kugel" sich zur aufrechten Gestalt verändert hat. Die Autonomie. geriet sie in Mißkredit. sagt die Kabbalah. 404). Durch Erforschung der die christliche Realität konstituierenden Prinzipien sollte der Geist mit der . ihren Höhepunkt erreicht hatte. um so mehr nahm auch die Macht des Staates. Je mehr die Kirche und ihre HieTarchie sich entwickelten. die Spontaneität und Individualität. Allmählich erst entwickelt sich die selbstsetzende Potenz in ihr. und ebenso wie die Schöpfung beginnt auch die Kreatur ihre irdische Laufbahn als „Kugel" (Igul). von denen eine jede den Keim der nächstfolgenden bildete.^ 85. Da nun Christus für alle äußeren Aktionen kein festes Gesetz hinterlassen hatte. also auch nur instinktartig wirkt. das den Punkt der Reife. so sollte auch die ideale Welt.

Wie damals im Realen. doch als weiterer Verfall zu bezeichnen. der Trinität überhaupt. Ausgang des Mittelalters war die Vernunft zu einem solchen Grad von Vorurteilslosigkeit und Intensität gelangt. die Mystik als Wissenschaft entstand (I^.). so war hier im Idealen die zentrale Bedeutung dessen. und es blieb schließKch nur noch ein abstrakt -toter Formalismus. 257 f. daß der Moment gekommen schien. So zeigte sich in der Scholastik die gleiche Erstarrung wie in der extremen Entwicklung der jüdischen Zaungesetzgebung. immer geringer und äußerlicher wurde ihr Einfluß auf die Gesamtheit des Lebens. unendlichen Sein.). So wurde eine ist diese . durch die Reflexion über die innere Idee als Grundlage des äid3eren Bildes. Aber auch in dieser Entwicklung lagen noch Keime zur Regeneration. — Am — Trotz der technischen und naturwissenschaftlichen Fortschritte Periode. 86 — Anschauung und mit dem konkreten Leben. So entwickelte sich die moderne. auch die Urbildhchkeit der Schöpfung. durch die Organisation des Lebens nach den idealen Prinzipien. d. 30 32). das Zentrum der geschichtlichen Entwicklung versank in immer größere Schwäche und Ohnmacht. von dem es keinen Übergang zur Schöpfung gibt. h. überdeckt von der trockenen Schale eines sinnlosen Formalismus. werden wir sogleich zu betrachten haben) (P. die absolute Identität der Einheit und der GegensätzKchkeit in der dreieinigen Gottheit zu erkennen. bis schließlich die gewaltsame Abstraktion des isolierten Denkens ebenso überflüssig geworden wäre wie bloß gefühlsmäßige Rezeption (IV.-. was das Interesse des Lebens ausmachte. tmchristhche Philosophie (wie Mohtor ihre Hauptrichtungen charakterisiert. Statt dessen spaltete sich das Ideale immer mehr vom Realen ab. Die Kirche als Totalität. anstatt daß sie sich durch eine Verbindung mit der spekulativen Philosophie Piatons zu einer das ganze Leben verklärenden Doktrin erhoben hätte (I^. h. 258 260). Dann wäre die Entwicklung langsam und ungehemmt in die Neuzeit übergegangen. die Entwicklung des Geistes ging luiabhängig von der des praktischen Lebens vor sich. 188 f. Und wie zur Zeit Esras durch die bewußte Trennung des Realen vom Idealen (soweit sie den damahgen Menschen möglich war). da wird er zu einem starren. Denn wo in Gott keine Gegensätzlichkeit mehr angenommen wird. alles Lebendige in der Gottes Vorstellung und hob damit auch die Beziehung zwischen Gott und Schöpfung auf. noch einen Schritt weiter zu gehen und die Abhängigkeit des Endhchen vom UnendKchen» d. die der forschende Geist erfaßt. Immer mehr schwand aus der Philosophie der belebende Geist. so entstand auch jetzt durch die Verbindung mit der Aristotelischen Lehre die christliche Philosophie als bloße Wissenschaft ^^2). Statt dessen zerstörte man mit der Leugnung der GegensätzKchkeit in Gott. umgekehrt das konkrete Leben mit dem christlichen Geist sich immer mehr vereinen. an dem Kriterium des göttlichen Planes gemessen.

die doch nur in ihrer einseitigen Betonung ein Symptom des allgemeinen Verfalls. 261 263). ihn zu leugnen Symptom einer krankhaften Verirrung des Geistes. — Die Entwicklung der Geschichte führte nicht zur IdealgestaltTing des realen Lebens. nicht aber in ihrem Prinzip negativ war. obwohl zwischen Erkennen und Sein immer noch eine große Kluft liegt. In der neueren Philosophie (d. Denn sie folgt aus einer allzu starken — . oberflächliche Bibelkritik. ist ein Postulat der theoretischen wie der praktischen Vernunft. Durch bloße Ablegung des Äußeren (weil der innere Sinn zu seinem Verständnis erloschen war) konnte niemals wieder die Reinheit des Urchristentums hergestellt werden.— und 87 — Reformation notwendig. Denn nur bei — Durchdringung kann das Leben der geforderten entsprechend organisiert werden imd das Erkennen sich den realen Inhalten gemäß aufbauen. weil er nur hier sich mächtig fühlte. „seelenlosen Mechanismus der Begriffe". populäres Christentum. sondern. nur hier Angriffspunkte fand. Fürsten huldigten in gleicher Weise wie das Volk den Tendenzen. 267 —269)105). wurde ebenso wie die Tradition verworfen. deren innerer Sinn jener Zeit natürlich fremd sein mußte. ein Verdienst war. wie es der Plan Gottes forderte. aber (ebenso wie die Reformation) nicht. losgelöst so voneinander hatten sich Leben xmd Erkennen entfaltet mußten beide ihre innere Lebendigkeit verlieren. Durch die Abwendimg der Reformation von der Überlieferung verlor sich (nach Molitors Auffassung) (I^. Gott anzunehmen. eine Vergeistigtmg der bestehenden Kirche Aber eine radikale Umwandlung des Lebens und Denkens. um auch die letzten Reste seiner metaphysisch-reKgiösen Fundamente zu beseitigen. Nur der (notwendige) destruktive Teil der Arbeit wurde geleistet: die Fäulnis des Geistes wurde weggeätzt durch die scharfe Säure rationalistischer Kritik. Der moderne Geist aber suchte zunächst. deren Folgen sich notwendigerweise gegen sie selber richten mußten (I^. um das Denken auf seiner Basis zu regenerieren. h. in der das Mystische lächerlich zu machen. in der Epoche. und er stellt sich die Aufgabe. anstatt das Uebel in der Wurzel zu beseitigen. dennoch auf rein theoretischem Gebiet wechselseitiger Norm eine Regeneration anzubahnen. glaubte man das einzig Verderbliche in der Form. sehen zu können. mehr die Idee einer höheren Einheit ^^^) 260 — immer ^261). die mit dem Kritizismus imd der Wissenschaftslehre begann tmd über Schelling^^*) zu Baader und der katholischen Philosophie führte) sieht Molitor den Beginn dieser Regeneration. Die ReKgion. Die andauernd weiter fortschreitende Erstarrung forderte eine Die Aufklärung erhob sich gegen den geistige Reaktion heraus. Naturrecht und Naturreligion Bezeichnen die Tendenzen jener Zeit. die Prinzipien dieser Philosophie im Gegensatz zu den Ideen der vorangegangenen Epochen von seinem kathoKschen Standpunkt aus zu charakterisieren (I^.

Bleibt diese überbetonte Rezeptivität wenigstens geistig. sondern immer erst durch eine Willensaktion angeregt werden müssen. die metaphysischen Prinzipien der Realität schwindet. die zur Gestaltung der konkreten Reahtät dienen. so erhält sich der Mensch. obwohl er notwendigerweise ebenso in geistige Lethargie imd Passivität versinken muß. um so mehr muß die Welt zu einem Mechanismus von Atomen auseinanderfaUen und erstarren (II. Die ethische Schuld liegt daher nicht in der konsequenten Ver^ folgung des materialistischen Prinzips. so unzugänglicher Je mehr nun die Rezeptivität überwiegt.— und die einseitigen 88 — des Äußeren. die re vera nur eine relative. daß vielmehr tief in jedem Volksbewußt sein die Überzeugung von einer übergeordneten göttlichen Macht wurzelt (wofür die Sagen und Mythen ein deutlicher Beweis sind). 13—16). konsequente Materialist in einen sinnlichen Hedonismus und in eine Lethargie des Geistes. zu dessen Erfassung gerade eine stark ausgebildete Je mehr also der Sinn für geistige Spontaneität notwendig ist. die solche Anschauung von dem Aufbau der Welt hatten. zurückwirken auf die praktische Seite des Lebens. daß die theoretischen Erkenntnisse. der eigenen Spontaneität. um falschen so wird der Geist schließlich auch auf die Stufe depotenziert. Aber ist. Solch ein Mensch ist zwar nicht eigentlich . die niemals aus einer isoliert-geistigen Intention gewonnen werden. Denn primär ist für jeden die Rezeptivität. wird alles Ideelle. dem er sich aber doch restlos unterordnet. 4urcli Gott gesetzte und folglich auch von ihm abhängige AutOrnomie darstellt (was zum Atheismus oder Pantheismus fuhrt) (II. dieser einer Irrtum letzten Endes die Folge eines bewußten Abwendung von Gott ist. die Folge und die wesentliche Äußerung der ursprünglichen „Poniertheit" alles Kreatürlichen durch Gott. doch eine gewisse Verbindimg mit dem Höheren. sondern in jener ersten „leisen Abwendung vom Höheren". daß es niemals ein ganzes Volk von Materialisten gegeben hat. Daß der Materialismus tatsächlich eine krankhafte Verirrung glaubt Molitor daraus folgern zu können.). wie der extreme MateriaKst. ein jeder hat dazu gleichsam Veranlagung. auf der er die Welt aufzubauen bemüht war: das ist die „reelle Aktion des Denkens". auf den Willen und die Intentionen. Trennung von Rezeptivität und Spontaneität und der bewußten Überbetonung der ersten Komponente der menschlichen Struktur manifestiert. die darin besteht. dessen „Erfassung" (im theoretischen und praktischen Sinne des Wortes) er zwar aufgegeben hat. So verfällt der extreme. die sich in der intentionalen Da Willens. 17f. Nur einzelne sind es zu allen Zeiten gewesen. das re vera nur Betonung entweder — notwendige — Basis für (und führt dann zum die Entfaltung des Geistes bildet Materialismus und Skeptizismus) oder des Ideellen.

die doch zum mindesten nach der — — von ihm weitgehend akzeptierten jüdischen Lehre das Fundament des gesamten Weltgebäudes bildet.wie es die Fichtesche Wissenschaftslehre tat. die Ursache des Stofflichen: die sich selbst setzende Einheit. den zu erklären sie nicht ausreicht (II. erklärt sich die Übereinstimmung. Der Stoff ist das Produkt. werden Natur und Geist entweder als zwei gleichwertige Attribute entgegengesetzt (sodaß der InteUigenz und der Sittlichkeit kein absoluter Vorrang eingestanden werden).). können wir nur begreifen. was er unter der „Lebenskraft" versteht. 18 23). In der ersten Anschauung. aber das Prinzip seiner geistigen Einstellimg ist doch das gleiche wie das des Materialisten (II. daß er den Weg des dogmatischen Realismus geht. der theoretischen und praktischen Spontaneität wurde. oder. durch die also auch die Spontaneität ihre Erklärung finden müßte. wo die Natur gar als Anfangsstufe. in der die objektive Natur zur Schranke der Intelligenz. Doch da er die Spontaneität als Grenzbegriff für die vitaHstische Auffassung bezeichnet. Nur wenn wir annehmen. und -erhöhende Kraft meint. weil StoffHches und Geistiges die Abbilder der beiden „Seiten" Gottes sind. 27f). „wir bilden die Genesis des Seins in uns ab". Aber ebenso wie für die mechanistische Auffassung alles Organische. ist Ebenso wie der MateriaHsmus — . und von der das 28. 30 32). reproduzieren also gleichsam die Schöpfung (s. die man in gewisser Beziehung ^^^) noch zu den Philosophemen rechnen kann. S. die Spontaneität der Grenzbegriff. Soweit er dagegen unter der „Lebenskraft/ nur ein Interpretationsprinzip für das organische Leben versteht. Das Gefühl von der Allgemeingültigkeit und Notwendigkeit sowohl des Erkannten als auch des ethisch Gebotenen. das bestimmt ist durch das UnendHche. die eine höhere reelle Existenz darstellt. das sich ebensowenig aus Gewohnheit erklären läßt. daß er damit nicht die göttliche lebenschaffende. daß das Denken und das Sein „von homogener Abkunft" sind. 23) Molitor setzt hier nicht auseinander. das Ideelle nur als Rediese Gleichsultat der Entwicklung aufgefaßt wird. sei es. so ist anzxinehmen. (Geistige im Menschen das negative Abbild ist (II. da fällt sogar der Geist. der die Elemente der Welt sich aufbauen läßt durch die ihnen immanente Lebenskraft. sq ist für die vitalistische Interpretation alles Geistige. -erhaltende. daß er eine idealistische Form annimmt. sei es. wie sich die Abhängigkeit des KreatürHchen von einer übergeordneten Gottheit leugnen läßt. nur so haben wir die Erkenntnismöglichkeit des Endhchen. stellung und Nun betont ist letzten Endes nichts als ein Produkt der Natur.— 89 — Materialist zu nennen. ist es selbstverständhch. o. 23 f. der Gott als das absolute Sein setzt. 24 — — auch der Pantheismus eine krankhafte Verirrung des Geistes. Höher schon steht der Vitalismus. in denen die Rezeptivität überbetont ist. daß der Intellekt ihr Grenzbegriff sein muß (II. in ewigem Streben zu sich selbst begriffen.

durch die Naturphilosophie die . lautete hier: der Mensch soll zu Gott werden durch die Entwicklung seines Geistes. durch die der Gegensatz des Realen und Idealen aufgehoben. in dem Molitor sie auffaßt: als das Charakteristikum des Stofflichen) die Spontaneität. Die Identitätsphilosophie leistete diese eminent wichtige Arbeit und fand dadurch den Zugang wieder zur Idee der lebendigen Gottheit und zu einem tieferen Verständnis des Christentums. d. mußte sie die reale Basis des Lebens und die Abhängigkeit des Menschen von ihr ebenso leugnen. wie der Realismus sie übertont (II. sich Gott konform zu machen. und die in der Philoreale Seite des Geist der Modernen die Wissenschaftslehre Seite. daß sie als „ungebundene" Potenz sinnlos ist. Begriffe ohne Anschauungen sind leer".). und insofern gleich.. h. zur Aufnahme immer göttlicherer Inhalte zu verwenden. 4<2. nicht. ebenso braucht die Rezeptivität (in dem Sinne. sich über die Rezeptivität immer mehr zu erheben. sagt Kant. Molitor übernimmt allerdings in verändertem Sinne diesen Satz: die Spontaneität braucht die Rezeptivität als Basis (so wie Gott die irdische Wirklichkeit als Feld seiner Realisierung braucht). einen absoluten Charakter und eine übergeordnete Funktion: in ihr hat der Mensch die Fähigkeit.— 90 — zwar auch Molitor ausdrücklicli gegen Sengler. wenn auch nicht alles Kreatürhche tatsächlich die Funktion hat. im Gegensatz zur Rezeptivität. d. daß die Poniertheit des Menschen als Basis und Ausgangspunkt bleihen müsse. (nach Hegel) emporgehoben würde zu der übergeordneten Wurzel. 48 f. Aber trotzdem folgt daraus noch keine Gleichstellung des Realen und des Idealen. das Material sich in Gott als — des Handelns sah. Die höchste Forderung. Der realistische Pantheismus dagegen depotenziert die IdeaHtät zugunsten der Realität und das — — — Erkennen zugunsten des natürhchen Seins (II. . sich spontan auf Gott zu richten. Zwar sind beide Seiten von^Gott abhängig. wie sie die soeben besprochene Form des Pantheismus versucht. die Auch diese Anschauung genügte dem Nachdem durch den Kritizismus luid Autonomie. Den zweiten Typus des Pantheismus sieht Molitor in Fichtes Wissenschaftslehre. Aber v/eil die Wissenschaftslehre in der Natur nur die dauernd zu übersteigende Schranke der InteUigenz. die ideale Lebens „wiederentdeckt" waren.48). Nur im Menschen besteht eine wechselseitige Bedingheit der beiden Komponenten. suchte der Geist eine höhere Synthese. daß die Spontaneität ein Betätigungsfeld halben müsse. die im realistischen Pantheismus nur die sein konnte.Anschauxingen ohne Begriffe sind blind. bzw. dem absoluten Sein zu verlieren. aber die Spontaneität hat doch vom Menschen aus gesehen. h. die dem Realismus der alten Zeit zugrunde lagen. aber dochnurin dem Sinne. Durch sie wurde die Idee der unendlichen Autonomie und Spontaneität in reiner Form erobert. auch seine Rezeptivität immer mehr zu erhöhen. Es erwachte der Sinn für die Bedingungen.

nur Gott erkennt sein Wesen selber. bzw. als eine Annäherung an das Ziel der Geschichte. wie soeben angedeutet wurde. mit unklarer Nur. nur die eine Seite der Gottheit zu erfassen fähig ist. von Formellem und Reellem in dem Sinne auch vorhanden. dem sie sich zuneigt. Daher das Interesse für die Urgeschichte. 50 f. d. in dem alles Reale ins Ideale verklärt sein wird.) So eröffnet sich vor Molitor die Zukunft der Menschheit. h. 176). Was die Antike nur im Gefühl erschaute. die Unendlichkeit der unendlichen Wollensqualitäten das Reelle ist. daher die Belebung der Mystik. das Greisenalter. so kann auch die Vernunft selbsttätig nur das Formale an Gott erfassen. Da nun die Vernunft des Menschen. So wie der Verstand die Natur nicht erkennen könnte. die Mythologie. auf die menschliche Vernunft bezogen. den Gang seiner Entwicklung und seines Verfalls aus der Geschichte begreifen und seine Abhängigkeit von Gott einsehen.Realismus. die auf ihm ruht. soll der Mensch sich selbst in seiner Tiefe verstehen lernen. Das philosophische Hauptproblem sieht Molitor. Das ist der Glaube. dem Zustand des Ideal. daher die Betonung der Kabbalah^^'). wenn ihm die Sinne nicht den Stoff gäben. Die Wissenschaft. dann bildet auch der Glaube und die wiedererwachende Religiosität keine Gefahr mehr für ihn. und die durch seine Abhängigkeit von Gott in keiner Weise vermindert wird (II. als die absolute Einheit das Formelle. so braucht der menscMiche Geist zur Aufnahme der göttlichen Realität ebenso ein rezipierendes Organ. sondern zur Regeneration des Lebens rückte in den Vordergrund. der Leib in der Assimüierungsfähigkeit besitzt. sagen: in Gott ist die allen Systemen zugrunde liegende Dualität von Aktivität und Rezeptivität. in der Vereinigung des Wissens mit dem Glauben.Gläubigkeit soll sich der Mensch begnügen. nicht mit einem falschen Quietismus. der von allem Wissen mit seinen . das suchte die Moderne in den zugrunde liegenden Prinzipien zu erkennen. Aus reiner Vernunft kann eine Realität nur durch sich selber erfaßt werden. Wenn er die Relationen zwischen Gott und Mensch theoretisch ergründet hat^^^). Denn er hat ja die ungeheuere Verantwortung erkannt.Sophie 91 — des Absoluten zunächst auf theoretischem Wege wieder gewonnen werden sollten. seine Realität kann nur durch seine Offenbarung deutlich werden. die durch die Identitätslehre imd die Baadersche Theosophie in die richtige Bahn gelenkt wurde. die das kreatürliche Abbild des Göttlich-Formellen ist. dessen theoretische Vorbereitung gleichsam die ideal-realistische Philosophie der Moderne bildet ^^®) (IV. nicht um ihrer selbst willen. wie es die Seele in der Phantasie. sondern durch die philosophische Reflexion. Denn nicht eine Erneuerung der alten Mystik kann das Ziel sein. weil zum wahren praktischen Handeln die wesentlichsten Bedingungen in der Struktur des Menschen jetzt noch fehlten. Diese Rezeptivität ist eine rein dynamischmagische. Man kann also.

Gegen diese absurde Vorstellung wendet sich Molitor mit großer Schärfe: wenn 2 mal 2 nur so lange gleich 4 wäre. Weder durch reine Vernimft noch durch reinen Glauben ist eine Regeneration möglich (II. er sich je individueller sich der von Gott abtrennte. Aber während die Rezeptivität immer mehr abnahm. Daher die. und gegen den Kritizismus. h. durch ihn wdrd der Mensch erhob en^""). 201 — — : — — 211). und der Mensch würde zu einer Vernunft. - abstrakt-formalen Begriffen. was der Mensch durch die geistige „Anschauung". Durch den Sündenfall. der im Grunde nichts* als eine Vorstufe des erst allmählich klar werdenden Wissens ist. entstand der antirationalistische Supranaturalismus nichts ist seiner Ansicht nach in absolut innerer Notwendigkeit begreifbar. ja auch von jedem sogenannten Vernunftglauben. scharf zu trennen ist. Der Philosoph hat also nur theoretisch zu klären. 173—182). sondern sie muß in innigster Beziehung zu unserem Leben stehen. Als Opposition gegen den Deismus. alle unsere Gesetze gelten nur durch Gottes Willkür. d. hat er die Idee Gottes in sich. Erkenntnis der fundamentalen Beziehungen zwischen Gott und Welt. der also Gott zu einem starren Sein erklärt. Der Glaube ist das primäre Empfangsorgan für die realen Manifestationen Gottes. auf dem Wenn es auf dem Wege solcher theoretischen . je weiter bildete sich seine Vernunft immer der Mensch ge- stärker aus. sie waren auseinandergerissen und daher beide geschwächt. nur durch ihn ist er mit Gott verbunden. indem er im Gegensatz zu der materiahstischen und spirituahstischen Weltinterpretation nur die formalen Grundsätze der Erkenntnis zu erforschen unternahm und alles „Positive" als imerkennbar in das Reich des Glaubens verwies. die sich aus der Homogeneität fallen war. Mensch entwickelte.und sinnlosen Maschine degradiert sein. so gäbe es kein Gesetz der Identität. da? bleibt die Zentralfrage. der Gesetze des Lebensaufbaus. wie es Gott paßt. Nicht auf dem Wege der einseitigen Betonung des Glaubens ist eine Regeneration des Denkens und des Lebens zu erreichen.- m. sollte er alles Seins erklären. durch den freiwilligen Losriß der Kreatur von Gott. es gäbe überhaupt keine absoluten Werte. Wie ist aber der Glaube mit dem Wissen zu vereinen. den Glauben empfangen hat (II. Denn auf demselben Wege. Die Gottheit darf auf keinen Fall als eine unserem Geist heteronome Macht angesehen werden. durch den das Problem „Wissen Glauben" erst in voller Präzision aufgestellt wurde. ist die Erkenntnis zur Regeneration notwendig^"^). dann könnte aber auch das objektive Sittengesetz als solches bestritten werden. der alle Lebendigkeit in Gott und jede Einwirkung auf das Leben leugnet. durch die Betonung seiner Vernunftspontaneität war das ursprüngliche Gleichgewicht zwischen geistiger Empfänglichkeit und Aktivität gestört. die Molitor zu beantworten sucht. auch wieder zu Gott zurückkehren.

Jede Idee wird dann auch das Leben in sich tragen imd auf das Leben zeugend imd stärkend einwirken. ihre Erkenntnisse an der lebendigen Gottesanschauung zu prüfen. sondern vielmehr das theoretische Erkennen belebende und fundamentierende Kraft sein. So werden Glauben und Wissen sich immer mehr aneinander annähern. sondern auch das konkrete Dasein neu aufgebaut und mit Gott verbunden werden (II. dann wird auch der Glaube gleichsam als das letzte Resultat der Erkenntnis nicht eine dem Vernunftwissen entgegengesetzte. und der Glaube die Funktion. daß Gott nicht nur eine abTranszendenz.solute 93 — Entwicklung wieder klar geworden ist. — . Dann hat die Philosophie die Aufgabe. So wird nicht nur das Denken. 221 241). je göttlicher die Inhalte der Reflexion und je gottnäher der Glaube sein wird. immer neue göttliche Inhalte der spekulativen Vernunft als Material zu liefern. sondern auch die dirigierende Macht des Lebens ist.

449). subjektive Innerlichkeit verfiüchtigen. B.. Löst man dagegen das Christentum von der Realität des Judentums los. deren reale Geltung im Judentum sich im Christentum zu rein idealer Geltung gewandelt hat. ihrem Sakra . ohne jenes organische Lebensprinzip zu besitzen. Das Christentum besteht aus lauter innerem Geist und Leben. dem idealen Christentum also die reale Molitor behauptet dagegen (wenn auch griechische Antike^^s). daß zwischen der konkreten Organisation des spezifisch christlichen Lebens und seiner geistigen Basis keine unüber\^dudliche Diskrepanz herrscht. . Wir kommen zu dem Punkt in unserer Darstellung der Gesckiclitspliilosopliie Molitors. .. wenn er den Satz aufstellt. Deshalb kann auch das Christentiun ohne das Judentum nicht zu verstehen sein und die Christen. wenn ihnen das Wesen ihres Glaubens lebendig bleiben soll. Denn es sind ja die gleichen Prinzipien. 7). . zur Realität des Christentums. Wirkliclikeit des Christentums. . Der Gang der Weltentwicklung ist ein organischer. . daß das Christentum als Totalität relativ einheitlich ist.. „Das Christentum als das verinnerlichende. menten und Sakrament alien liegt im Judentum „vorgebildet «c (IV. da ja die Geschichte nur auf traditioneller Mitteilung beruht und folglich jede neue Offenbarung nur die deutlichere Entfaltung der vorhergehenden ist (I^. der Menschwerdimg Gottes müsse die Menschwerdung der Natur vorangehen. so würde sich nicht niu* „das ganze Christentum in eine leblose Geistigkeit und vöUig spiritualistische. Schelling. dessen Dies organischen heiligen Leib aber das Judentum ausmacht enthält den Typus aller Objektivität und leiblichen Ausgestaltung des HeiKgen. HAUPTTEIL: letzten Die „ideale.94 6. freimachende imd verklärende Element setzt ein zu verinnerlichendes Äußeres voraus ." Die ganze Kirche mit ihrem Kidtus. müssen immer mehr den Sinn jener vergangenen Realität zu erfassen suchen. Nur so findet die Tatsache ihre Erklärung.. die zwar in den ersten Jahrhunderten. vom Judentum auch nur die ftmdamentalsten Sätze zu kennen brauchten^''^). aus welchem eine konkrete christliche Welt hätte hervorgehen können" (IV. sondern man hätte damit auch notwendigerweise jede Möglichkeit zu einer organischen Entwicklungserklärung aufgegeben und müßte sich mit einer mehr oder weniger schematischen Gegenüberstellung begnügen. wie z. — . wo nur die innere Umgestaltung des Lebens nötig war. 6).

Dafür. denn so lange wie die beiden Komponenten alles Seins noch getrennt sind. bis zur endgültigen Erreichung des Idealreal-Zustandes . sondern auch die des Leibes verlangt wird"^^^) (IV. Es sind vier Hauptpunkte. solange bleibt auch die Gesetzmäßigkeit des Physischen bestehen. was durch einen Vergleich der Mystik im Judentum und im Christentum absolut evident werden kann. Obwohl im Judentum %deles als mystische Lehre galt. „daher nicht nur die Heiligung des Geistes. 454). Nur als „Kommentare zum Alten Testament" haben die asiatischen Urkunden Bedeutung. Trotz der Innerlichkeit seiner Grundtendenz spielt daher auch im Christentum die Natur eine große Rolle.). und solange muß daher auch das Leben dieser Gesetzmäßigkeit (IV. daß auch im Christentum viele Anschauungen aus der Zeit des Realismus übernommen wurden. sagt Molitor teilt diese Ansicht. so herrscht doch in den Zentralpunkten (nach Molitors Ansicht) Übereinstimmung zwischen der jüdischen und christlichen Weltanschauiuig. daß die Basis aller Religionen nur eine ist. über die sich der Geist erheben Dieses „Zunächst" dauert sollte. in seiner Wirksamkeit bestehen. insofern. Wenn auch die primäre Funktion der neuen Kirche gerade die Befreiung von der Natur war.- 95 — nicht in direkter Opposition gegen Schelling). auch das Griechentum müsse vom Judentum aus. so bKeb doch zunächst das Leibliche als die zu verklärende Basis. was im Judentum nicht gelehrt zu werden brauchte. und umgekehrt im Christentum vieles zum objektiven Inhalt der Lehre geworden ist. im Christentum seinen deutlichsten Aufschluß gefunden hat (I^. gibt es die verschiedensten Beweise. Das Leibliche gilt Rechnung tragen als die Vervollständigimg des Geistes. der Kultus. 180f. schlag gefunden. als Entstellung der realen Grundprinzipien verstanden werden. der in den Schriften und Anschauungen der Juden seine reinste Ausprägung. gehen wir endgültig Bur Betrachtung der christlichen Realität über.. Allerdiugs wurde nicht alles .). Nach dieser kurzen Zusammenfassung der Beziehungen zwischen der realen und der idealen Weltwirklichkeit. als er durch einen Vergleich des Heidentums mit dem Judentum den Typus der Urreligion erfassen zu können glaubt. und daß das Judentum diese Basis am reinsten erhalten hat. das Verhältnis von Kirche und Staat und die Organisation des weltlichen Lebens. Denn in der Mystik hat die Erkenntnis der Struktur des Menschen und seiner Beziehung zu Gott bisher ihren reinsten NiederDurch sie kann es also auch deutlich werden. nicht in solch extremer Formulierung. wenn auch Friedrich SchlegePO^). da es in der Realität des konkreten Lebens deutlich wurde. Deshalb wird auch die „sakramentalische Heiligung meistens durch körperliche Medien mitgeteilt" (ib. 39 f. was im Christentum seine ideale Realisierung gefunden hat imd folglich zum festen Dogma geworden ist (III.). 180 f. die wir hier zu erörtern haben: der Realismus im Christentum. 107).

So kam es. weil man es für unrein hält." Auch Christus habe ja^^') die physische Reinheit als Folgfe der psychischen bezeichnet. daß eine Kirche durch eine in ihr vorgefallene Mordtat so entweiht wird. sondern auch die zweiten Ehen von Geschiedenen verbietet und auch die von Verwitweten nach Möglichkeit zu imter- Auf der binden sucht.) aber nicht. dagegen der Geist des Judentums ihr das wird auch noch aus Folgendem klar werden einen Seite führt Molitor die Tatsachen an. Daß jedoch die christliche Unreinheitslehre mit der jüdischen nur das — Fundament gemeinsam vöUig fremd können : ist. immer undeutUcher. vor dem Aussatz (IV. der dem eigentlichen Sinn des Christentums gerade entgegengesetzt war. B. mit dem der TäufHng getauft wird. Der Geist des ReaKsmus wurde auch da. daß auch der christHche Priester sich besonderer Reinheit nicht nur in psychischer. 96 — was sich (besonders im Volke) an Gebräuchen und Anschauungen aus der Zeit des Realismus erhielt. Vielmehr bemühte man sich. also auf die enge Beziehung dieser beiden Systeme hingewiesen (IV. den Geist vom Irdischen auf das Jenseits zu lenken.— das. 211 f. weil diese Tiere oder diese Krankheit als „unrein" im Sinne des alten Gesetzes angesehen wurden. daß die Kirche nicht nur Monogamie befiehlt. immer weiter führte die Ent^vicklung vom Judentum ab. wo seine Resultate noch galten. als ihm die Anfechtungen und Nachstellungen . daß das Wasser. ein Abscheu z. daß in der Askese ein hoher Wert gesehen wurde^ daß die Abspaltung des Realen vom Idealen bis zu einem Grade ging. wenn der Mensch sich mit bewußter Intention auf sie konzentriert (s. weshalb die Pflege des Leibes und die Fortpflanzung des Menschen nicht durch Gesetze anbefohlen wurde wie im Judentum^oß). 209): „Es noch auf den heutigen Tag eine wirklich physisch*^ welche aber für den gläubigen Christen durch den Gebrauch der Sakramente und SakramentaKen ebensowenig eine verunreinigende Kraft besitzt. hat. So erhielt sich wohl auch ein Ekel vor gewissen Tiergattungen. 186 f. gibt daher zwar der anderen Seite steht jedoch der Satz (IV. S. was von ihr in dem alten als eine durchaus reelle Wesenhaftigkeit bezeichnet •wird.). sondern weil es wirklich „ekelhafte" Tiere und wirklich MoKtor betont den Unter„abscheuHche" Krankheiten waren. Auf Tumah. 98). Man verstand seine Gesetze nur noch allegorisch. 207): „Unkann sich die Gottheit selber widersprechen und in dem mögHch neuen Bunde etwas für bloß symbolisch erklären. sondern auch in physischer Beziehung befleißigen. daß er ohne körperHchen Fehler sein soll. als Gebot ausgesprochen. die als Heiligkeit von ihnen ausströmt. daß sie niedergerissen werden muß. daß die Reliquien mit „einer geistigen Tinktur" durchtränkt sind. ausgegossen werden muß. Ja er sagt sogar (IV. schied zum Judentum an dieser Stelle nicht deutlich genug. moralisch oder psychologisch.

. Um diese Aufgabe erfüllen zu können. weil sie eine weniger intensive Beziehung zu Gott hatten. mußte seine gesamte Struktur in jeder Hinsicht „gesund". weil der christhche Geist andere Punkte des Lebens hauptbetonte. ideale Wirklichkeit des Jenseits gerichtet war^°^). Die Anlehnung des Christentums an das Judentum in seiner äußeren Organisation erstreckte sich hauptsächHch auf das Gebiet des Kultus. daß es sich im Christentum nicht um dieselbe Vorstellung handelt wie im Judentum. daß im Christentum die Prozesse wegen Zauberei häufiger vorkamen als im Judentum. h. des Satans gefälirlich zu sein vermögen denn dem Reinen ist ialles deshalb sind auch die unreinen Tiere dem Christen rein^**^). h. die den anderen deshalb nichts schaden konnte. Pfingsten dem Schewuoth-.ungen wesentlich größer war als im Judentum (so weist Molitor darauf hin. „Guten". Es gab tatsächlich keine reale Verunreinigung mehr.). fiir Gott untaugHch. ethischen Gesichtspunkten betrachtet. das Moralisch-Gut« dem vor Gott. den göttlichen Einstrom im höchsten Maße zu empfangen. . So entsprachen die Fest-. . ohne Fehler sein. Mit den Festen wiederholte man gleichsam das Leben was man als „unrein" ansah. damit eine kritische Sonderung des Falschen vom Wahren hätte vollzogen werden können. halb. eingeordnet war. weil die Intention der Christen nicht auf einen Gott des Lebens. waren Formen ohne realen Sinn. Weihnachten dem Chanukkah-Fest. weil er die Funktion hatte. Alles Reale. auf eine Stärkimg des realen Lebens. Die geringste Verunreinigung. interpretierte (III. 91 ff. weil den mittelalterKchen Menschen die intuitive Kenntnis der realen Grundlagen der Magie fehlte und die Naturwissenschaften noch nicht weit genug entwickelt waren. schützen zu können glaubte durch nur-ethische Reinhaltung. durch die heihge und profane Zeiten voneinander geschieden wurden. machte ihn unrein. Das Osterfest dem Passah-. 186)). der unendlichen Lebenskraft. sondern auf die transzendente. das aus den jüdischen Anschauungen übernommen wurde. stark. Trauer. Was übernommen wurde. d. obwohl man doch den Tag nicht wie die Juden vom Abend.und Bußtage. Durch die Naturphilosophie und die auf sie aufbauenden Forschungen sei dies möghch geworden aber den Formen einen Sinn zu geben. sondern vom Morgen ab rechnete. daher die Gefahr der abergläubigen Entartung jener Vorstel. der Und zwar desHeiligste auch der für die Tumah EmpfängKchste. Im Christentum verlor sich diese zugrunde liegende Anschauung. So kam es. rein. man sie ethisch oder psychologisch. daß man sich gegen Um Ethische dem Metaphysischen. Auch die einleitende Feier am Vorabend behielt man bei. d. hatte seine Realität verloren und wurde deshalb unter idealen.— 97 — . den jüdischen (IV. dem Lebenfördernden. während im Judentum das das." Hieraus hätte Molitor klar erkennen müssen. Denn in der Reahtät der Juden war ja gerade der Reinste.

70). Es fragt sich. . der sich manifestierenden Gottheit hingibt. 77). Denn dem kindlich-religiösen Menschen kann ein abstrakter Gedanke nicht genügen. kann nicht als Gegenargument angeführt werden. Das hierin die Gefahr des Aberglaubens liegt. daß für sie Gott in unendhcher Transzendenz. Deshalb hält MoHtor diese Kunstgattung für die eigentlich vollendetste. Gefühl und Begriff erhalten durch die plastische Darstellung eine konkrete Realität. Den Juden — . . durch die Verehrung jener äußeren Gestalten auch ihr inneres Wesen wachgerufen. 41 43). wenn sich der Mensch mit starker Intention der durch die Plastik ausgedrückten Idee. Doch nur. wenn er nur die Idee in ihrer inneren Wesenhaftigkeit darstellen will. welche Bedeutung der HeiKgenverehrung in dem christlichen Kultus zukommt ? . so entsteht die eigentlich imitative Kunst. 77). Die Gestalt ist also gleichsam nur das konkrete Medium. . daß also alle Konkretisierungen des GöttHchen nicht diesen innersten Unterschied aufzuheben fähig sind. so herrschte der Glaube an eine reelle Verbindung mit den himmlischen Regionen (IV. 56).— 98 — Christi. Man rief die Heiligen als Fürbitter und Macht des Satans zerbrochen hatte (IV. Aus dem gleichen Bedürfnis. 4 f. vor denen man sich im Gebet nieder. 57). und die Vorstellxing blieb so dauernd in enger Verbindung mit dem Erlöser. . nur dann wird. deren Leben und Tod die Etappen — Schutzpatrone an. denn das ist ja gerade das Wesentliche der christlichen Anschauung. die Idee muß an einer konkreten Gestalt. die konkrete Gestalt zum Zwecke ^^°) einer Idee dargestellt werden. betont er dagegen die Gestalt der konkreten Individualität. steht freilich nur auf sekundärer „Diese Verehrung Stufe des kirchHchen Lebens" (IV. So suchte die christliche Kirche „den Geist durch den Anblick der äußeren Formen mit dem durch sie aus- gedrückten inneren Wesen lebendig zu vereinen" (IV. h. Allgemeine zu erfassen bestrebt ist. weil hier das Ideale in das Gebiet des Realen eingeführt wird (IV. feierte man auch die großen Heiligen. Denn „was in der Welt kann dem Menschen nicht ein Fetisch sein?" (IV. Beide Arten müssen sich (nach Molitors Ansicht) vereinen. Im Vergleich zum Judentum ist übrigens die Gefahr der Idolation bei den Christen in dieser Hinsicht wesentlich geringer. sich ihr konform macht. das die religiöse Liebe braucht. Wenn der Künstler das Ideale. Und weil das Mittelalter der Stufe des Realismus noch relativ nahe stand. so wird seine Kunst zur Symbolik. der durch sein Leben und hauptsächlich durch seinen Opfertod die des Sieges der christlichen Kirche bezeichneten (IV. Man erlebte durch die Feste und das Nachsinnen über ihre tiefe Bedeutung den Siegeszug des Erlösers wieder. errichtete Statuen w^arf.). nannte sie nach ihrem Namen und (vor allem) von ihnen. sich den Glanz und die Entwicklung der kirchlichen Macht dauernd zu vergegenwärtigen. also absolut getrennt vom Geschöpf vorgestellt wird. er verlangt eine fühlbare Anschauung des Göttlichen. d.

sondern Beziehung auf das Irdische sahen. Am klarsten trat die Tendenz zur Konkretisierung auch im Christentum (wie in jeder anderen Religion) in dem Willen zutage. Um sondern mit dem Schaubrodtisch der Juden zu vergleichen ist. die heiligen Gefäße der oberen Vei'hältnisse^^^) (IV. die fundamentalste Grundlage jeder wahren Religion muß sich naturgemäß stets anders äußern. Gebete. Gesänge. gemeinschaftliche religiöse Handlungen (wie z. die Gesetzestafeln. das Schiff für die Gemeinde. für die Büßenden und Neuaufzunehmenden bestimmt. die Vorhalle. 5 6 ff. die es trugen. Denn wenn auch gerade zum Unterschied vom Judentum jeder Christ Zutritt in das Allerheiligste haben sollte. um dadurch dauernd an ihre göttliche Funktion erinnert zu werden Da (IV. — nis Damit kommen wir auf das wichtigste Problem das Verhältvon Klerus und Laien. das Glockengewölbe imter dem Turm.). — alles waren Symbole Aus demselben erklärt sich die Bedürfiais zur Konkretisierimg des Göttlichen auch die Ausgestaltung des christlichen Gottesdienstes. weil die realen Verhältnisse. deren äußere Einteilung nur dem Judentum entlehnt war. Denn wie der Mensch sich die Gottheit vorstellt. Statt dessen bedienten sie sich der Symbole in der redenden Darstellung. B. so gestaltet er auch seine Beziehung zu ihr^^^). ließ man im symbolischen Prozeß Lichter emporlodern und Räucherwerk verbrennen. Die Wolkensäule. Das nach Osten gewandte Allerheiligste mit dem Altar und Presbyterium war für die Priester. Man hatte also die Dreiteilimg aus dem Judentum übernommen. alles Innere sich nach außen hin manifestiert. der nicht mit dem blutigen Opferaltar. die Seele emporzuziehen. in dem idealenChristentum nicht mehr existierten. ihr einen Tempel zu bauen. 50—55). führte man die Instrumentalmusik ein. auch als Erhebimg für sie selbst. alle plastischen Darstellungen des Göttlichen verboten (welches Verbot dann aus Vorsicht auf die gesamte Plastik ausgedehnt wurde). der siebenarmige Leuchter. Dem auf die Transzendenz gerichteten. der Gottheit eine Wohnstätte auf der Erde zu bereiten. Prozessionen) hielten das Gefühl einer lebendig handelnden Gottheit wach.— waren deshalb. die Stiftshütte. so mußten die Priester sich in festliche Ornate kleiden. 64 66). : 7* . Dieses „Bedürfiiis nach einer realen Gegenwart Gottes auf Erden" (IV. weil ihn stets in 99 — sie Gott vom Irdischen nicht trennten. der brennende Dornbusch. idealen Geist der Christen entsprach die himmelanstrebende Form der gotischen Kirchen. 64). so gab es doch auch jetzt noch Unterschiede. sie aber ins Ideale übertragen (IV. nicht nur als Kennzeichen für die anderen. je nach der Beziehung des Menschen zu seinem Gott. und das untere Leben mit dem oberen gleichförmig zu machen. schmückte man den Altar. die dieses früher verhindert hatten. die Schechinah zwischen den Cherubim 2^^). der Tempel.

. die Scheidung ist niir „die organische Entfaltung des Leibes in seine Glieder" (IV.^ leibliche Natur angezogen hat. gab er auch den folgenden Generationen die MögKchkeit. in dem Christus sich einen Tag vor seinem Tode auf unblutige Weise seinen Jüngern opferte. Aber dadurch ist noch nicht mit Notwendigkeit eine extreme Scheidung beider Teüe bedingt. der Unterschied zum Judentum deuthch. Durch die Wiederholung des Mahles. . „So wie der Logos die irdische. Den Älittelpunkt des christHchen Lebens und Denkens. . Der blutige Opfertod Christi am Kreuz.69). wie umgekehrt die Priester für die Gemeinde. Die vermittelnde Funktion der GeistHchen Bischofs oder der von ihm geweihten Priester) besteht in ihrer (des . — .- 100 — Wir hatten schon gesagt. 191). Würde ein jeder Priester sein. an dem ewigen Verdienst seines blutigen Opfertodes teilzunehmen. die alle für einander und durch einander leben (IV. das Ergreifen des Verdienstes Christi nötig 2^*). . so könnte von einer organischen Gemeinschaft nicht die Rede sein. Nur die Möglichkeit zu ihrer Heiligung ist ihr dadurch gegeben» Zur (dauernden) Verwirklichung ist die aktive Mitwirkung des Menschen.. 66). in dem er auf mystische Weise sein Blut und seinen Leib voneinander scheidet. um der . bildet die Lehre vom Abendmahl. Nur einzehie können die Organe bilden. um als wirklicher Mensch anstelle der gefallenen Menschheit den von dieser verschuldeten Tod zu erleiden und dadurch die real-irdische. menschliche Natur zum IdealGöttlichen zu erheben so nimmt auch Christus. Dem inneren Wesen nach. daß die Trennung im Laufe der Entwicklung immer notwendiger. sich mit ihm als dem Eilöser zu vereinen. aber auch immer krasser wurde» Daß eine Trennung notwendig ist. das Zentrum. Menschheit die Verdienste und die Kraft seines Leidens und seiner Erhöhung actuahter mitzuteilen und dieselbe zum GöttKchen zu kräftigen und zu stärken. durch die Gott sollizitiert wird (IV. die Masse dagegen ist nur rezeptiv. um das sich der ganze Kultus gruppierte. ergibt sich aus der Struktur des Menschen. vor Gott sind alle gleich. denn zu einer inneren Begründung fehlten die Bedingungen in seiner — idealen Wirklichkeit. 46). Ohne Trennung wäre das Hier wird wieder ganze Leben profan geworden (IV. die Form leibHcher Speise und leibhchen Trankes an" (IV. 41). Zugunsten der Menschen opfert sich Christus also immer wieder in jedem Abendmahl. in dem die Unterscheidung von Priestern und Volk aus einem realen organischen Bedürfnis. sondern im Gegenteil: die Gemeinde ist ebenso für die Priester da. die verschiedengradige Annäherung an das Heilige durch die Verschiedenheit der menschKchen Strukturen notwendig wurden» Im Christentum konnte konsequenterweise die Trennxing nur aus äußeren Organisationsgründen aufrecht erhalten werden. wo nur er aktiv war^ hat die Menschheit nicht wirklich erlöst und mit Gott vereint. . und gibt ihnen die Möglichkeit.

weil die Sünde des Menschen nur durch ihn selbst gesühnt werden kann^^^).). sodaß also nicht nur durch das Abendmahl selbst. da die Sünde des Menschen völlig getilgt sein wird. 43 48)^^^) Um — Fassen wir kurz die im Laufe unserer Ausführungen erwähnten «hristologischen Ansichten Molitors zusammen! in der spekidativen Trinitätflähre Zunächst bezeichnet der Sohn das absolute Wollen der Vielheit des Vaters (s. o.^e 101 — doppelten Repräsentation: einerseits sind sie (wie im Judentum) Boten der Gemeinde. wenn alle Realität zur Idealität verklärt sein wird. als solcher ist er das Haupt der Schöpfung. daß durch — — Fall des Menschen verursacht wurde (s. dauert bis an das Ende der Welt. schon lange vor seiner irdischen Gebiirt begann. sich an ihn anzuschHeßen.und schmerzlos zu verklären (IV. christlichen Reali- . o. so aber brauchte der gefallene Mensch einen Erlöser. Durch ihn „erhalten die urbildlichen Formen der prim. xeinigt haben. o. eine ideale Exposition. bis zu der Zeit. 302). von unserem Reflexionsstandpimkt aus betrachtet. In dem Schöpfungsprozeß ist der Sohn die äußerHch-machende Aktion im Vater. o.ären Schöpfung individuelle Besonderheit" (s. d. 103). so wäre Christus um die Mitte der Zeiten erschienen. dann wird er wieder erscheinen. sondern auch durch den Priester die große Situation des Erlösungstages erneuert und die Gemeinde erhöht wird. und andererseits stellen sie den sich selbst opfernden Heiland dar (IV. Als solcher bleibt er noch im Vater immanent und ist nur. der Gott sein mußte. instituierte er das Abendmahl. S. um das ewige Reich zu begründen. Um mit den Menschen in dauernder Verbindung zu bleiben. h. S. Tind der doch gleichzeitig als Mensch auf Erden erscheinen mußte. (IV. indem er seinen Leib und sein Blut den Christen mitteilte und sie so mit seiner Heiligkeit erfüllte. S. um die Natur leid. 35f. was die Kabbalah mit Adam Kadmon bezeichnet. sein Leben und Erlösungstod an dem Wendepunkt der geschichtKchen Entwicklung ist also gleichsam nur die Krönimg seines ewigen Erlösungswerkes. ist also das. das also auf den Sohn (I^. Daß sich dieses Gebot der Reinigung auf die Priester ganz besonders bezieht. S. Deshalb erstreckte sich auch das Leiden der Gottheit. 48). aber wirklich Anteil nehmen zu können an dieser muß sich ein jeder zuvor durch Beichte imd Reue geHeiligung. Hätte der Mensch sich nicht von Gott auf sich selbst abgewandt. die ihre Gebete zu Gott emportragen und <Jen Segen der Gottheit herabziehen. Die wirkliche irdische Erscheinung des Heilands. um nicht der Schwäche des Menschen zu verfallen. 26). 32) und die durch ihn mit Gott verbunden ist (IV 341). insbesondere Dieses göttliche Leiden Christi. die er in der Jechidah durchwohnt (s. Am den Ende der Tage. Wir fahren nunmehr in der Darstellung der tät fort. 41). um ihnen dauernd die MögHchkeit zu geben. Nach außen hin entfaltet er sich in der Gestalt des Menschen. versteht sich von selbst.

Daneben entstanden die geistKchen Ritterorden als Schützer und Vorkämpfer der Kirche. die Weihung von Speisen. Er sagt: „Die Gerechtigkeit ist das Naturgesetz der Heiligkeit und nichts anderes der Ausdruck ihrer inneren Identität. um den Menschen zu erhöhen. und das wir jetzt in seiner metaphysischen Bedeutung als Bestandteil der christlichen Realität zu untersuchen haben. Ohne sie würde von der göttlichen Liebe nur ein kernloses. Dijn er (wie wir schon bei der Besprechung der jüdischen Strafauffassung. 85). Das Zentralproblem der mittelalterHchen Realität Verhältnis der Kirche zum ' Molitor überträgt die kabbalistischen Begriffe Chessed. spricht noch nicht gegen die MögKchkeit. Chessed als die göttKch-überströmende Gnade und Rachamim als die zwischen beiden vermittelnde Aktion des Erlösers interpretierte. auch auf dies Problem. sorgte (wie um es ihnen auf diese Weise zu ermöglichen. So wie er damals Dijn als das Prinzip des gesetzmäßigen Ausgleichs. B. die Norm zu konstruieren. die Einweihung halten. in denen sie teils in rigoristischer kontemplativer Askese. bildet das Staat. das Tragen von Amuletten etc. so bezeichnet er hier mit Dijn das Prinzip des Staates. durch die Sakramente konnten aber nur die zentralen kirchlichen Angelegenheiten eine religiöse Weihe er- wurden neben den Sakramenten gewisse Sakramentalien Dazu gehören z. Für die Bischöfe und die Diener der Kirche. sein. ist der Staat eine „natürliche Lebensals .OTOi. deren Ziel es war. 86— 88). 72 ff. die täglichen Sakramentalischen Weihungen von Privatpersonen mittels Kreuz und Weihwasser. wovon man bei allen Völkern Spuren findet und deren Grundtypus im Judentum liegt" (IV. das wir bei der Betrachtung der historischen Entwicklung des Christentums bereits berührten. fälschhcherweise eine Christologie in der Kabbalah tmd Rachamim.- 102 — Das ganze Leben in all seinen konkreten Einzelheiten sollte „gesalbt". passives Zerfließen übrig bleiben. S. Daß wir diese normative Ausprägung in der Historie auch in den germanischen und slavischen Staaten nicht vorfinden. als im römischen Reich. teils in praktischer charitativer Arbeit ihr Leben verbrachten. im Judentum) das Volk.." Während die Religion ein Geschenk der göttlichen Gnade ist. von Brücken. bei denen doch das Christentum weniger akzessorisch war. Die Christen. Glocken etc. yp'. sich ausschließlich ihrer heiligen Arbeit hinzugehend^'). die mit diesen zusammen wohnten. Häusern.: „die Salbung der Könige. nach dem Vorbild der ersten Anhänger der neuen Kirche zu leben.. sowie die aueh im Judentum übMche Reinigung (Waschimg) derselben. Schiffen. die Einsegnung der Leichen. so nötig. (IV. schlössen sich zu rehgiösen Bruderschaften zusammen. mit Chessed und Rachamim dagegen das Prinzip der Religion. Kriegsfahnen. der auf dem Grundsatz des Gleichgewichts beruht und nur durch ihn Bestand hat. aus denen nachzuweisen suchte. (s. der Begräbnisplätze.) auseinanderzusetzen versuchten.

Der Staat suchte die Kirche. aber doch von einem dunklen Naturgefühl getrieben. daß die Kirche im Zustand des Leidens und der Unterordnung unter den Staat. sodaß seine Staatsgesetze nichts anderes waren. sondern vielmehr Chessed und Rachamim zur Bezeichnung der Kirche in Anspruch nimmt. und beiden stand der Staat als das weltHche Element schroff gegenüber. also gleichsam instinktartig. bzw. den Staat der Kirche und nicht der Rehgion gegenüber zu stellen. erhielt die Kirche eine ganz andere rein innerliche Funktion hier fiel sie tatsächlich (in gemssem Sinne) mit der Rehgion zusammen. das an die Stelle der „bloßen Naturehe" eine freie innere Bindung mit Gott setzte. unter Rachamim dagegen das der Kirche verstehen müssen. Hier war also die Kirche das Bindeglied zwischen Religion und Staat. also gerade umgekehrt wie in der Epoche des Realismus. Zwar sollte diese Beziehung nicht endgültig sein. aber auch den Lohn verringert. der er sich zu Dank verpflichtet fühlte^is). durch weitgehende Konzessionen zu verehren.93 f.) Aber nur eine Trübung. betrachtete die Verbrechen gegen die Kirche als gegen — . als nach außen hin gerichtete religiöse Gesetze. 90). geführt tum : wurde. Im Christendagegen.— institution". Denn die metaphysisch-typische Be" Ziehung zwischen Staat und Kirche war auch jetzt noch aus mannig" faltigen Erscheinungen zu erkennen. in dem wieder die Kirche das universal-beherr-: sehende Prinzip sein würde und die alte reale Theokratie ins Ideale verwandelt worden wäre. indem sie die nach dem weltlichen Urteil notwendigen Strafen mildert. durch den sein Verdienst wieder aufgehoben werden würde. Er ordnete sein ganzes Leben dem Religiösen unter. dann aber hauptsächlich aus seiner Konstruktion der prinzipiell von einander zu scheidenden politisch-sozialen Organisation des realen und des idealen Weltzustandes (IV. sondern nur die Vorstufe bilden zu dem idealrealen Endzustand. (IV. Daß Molitor diese Konsequenzen nicht zieht. zwischen dem staatUchen Gerechtigkeitsgrundsatz und der religiösen Idee der unendlichen Liebe zu vermitteln. erklärt sich einmal aus seiner historischen Tendenz. Die Kirche hat die Funktion. Gesetz „mit physischer Notwendigkeit in dem großen Weltorganismus" zugrunde Konsequenterweise hätte er also nur unter Chessed das Prinzip der Religion (die überströmende Heiligkeit). Dazu aber war es zunächst einmal nötig. weil sein 103 — liegt (IV. Er gab der GeistKchkeit Autonomie imd Immunität. um den selbstgerechten Stolz des Belohnten zu unterbinden. verzögert. daß der eine nur der klare Aufschluß des anderen ist). Seiner Ansicht nach schloß der frühere Mensch die „Ehe mit Gott" zwar freiwillig. Diese plangemäße Entwicklung zerstörte sie jedoch selbst durch ihre falsche egoistische Tendenz und so entstand eine Trübung der reinen Verhältnisse. 90 96.). Seine Gleichstellung dieser beiden ist nach seinen eigenen Voraussetzungen unhaltbar. (ungeachtet dessen.

as Gebot der Nächstenliebe zu erfüllen und verband sich so aufs Innigste mit den weltlichen Geschehnissen. um Konkretisierung das Zentrum eines mystischen Geheimnisses zusammen. des alten Jissrael nachgebildet hatten: eine Lade. um das Leben in allen seinen täglichen Einzelheiten zu heiligen. die nach symbolisch-mystischen Ideen Tempel errichteten zur Verherilichung der Gottheit auf Erden. dessen sie als ihre Aufgabe betrachteten. so waren auch Kirche und Staat zu umfassende und gleichzeitig zu abstrakt-allgemeine Organisationen. (IV. geistliche und weltKche Orden. Streitigkeiten zu schlichten. wenn es galt. die rauhe Wildheit der jungen Völker zu bändigen. die Zivilisation zu fördern. gewisse Anschauungen und Legenden (über den Ursprung der Genossenschaften) verband sie zu Innungen. in der sie ihre Privilegien und Gesetze aufbewahrten. und um die sie sich versammelten. sie half den Armen. schützte die Verfolgten. Denn ebenso wie die Sakramente zu umfassend waren. bemühte sich auf allen Gebieten charitativer Tätigkeit. sondern in plastisch-konkreter Darstellung.— ilin selber gerichtet. 97 102). um die Sehnsucht des mittelalterlichen Menschen nach gemeinschaftlichem Leben und Handeln zu beMenschen mit den gleichen Lebenszielen schlössen sich friedigen. Die Kirche anderseits betrachtete es als ihre Aufgabe. So entstanden auch die religiösen Bruderschaften. Der Mensch war sich der Steigerung seiner Kräfte durch Einordnung in den organischen Zusammenhang einer Gruppe bewußt. GemeinschaftHcher Besitz artifizieller Geheimnisse. enthob sie durch die Einführung des Zehnten aller Sorgen um die äußeren Bedingungen ihres Lebens und überließ den Geistlichen den Boden. die das Mysterium der . i. imd besonders die Korporationen der gefreiten Bauleute. die bestimmte Heilige als Schutzpatrone und Erfinder ihres Gewerbes verehrten. die an bestimmten Tagen zu gemeinschafthchem Gottesdienst zusammen kamen. und zu diesem Zwecke gewisse Sakramentalien eingeführt werden mußten. in denen vielleicht der Grundtypus aller mittelalterlichen Innimgen Ihre Organisation baute sich auf dem überhaupt zu sehen ist. Die trotz aller Spaltung der großen Interessen erhalten gebliebene „natürliche" Bindung zwischen Kirche und Staat mani- — festierte sich am deutlichsten in dem Aufbau des mittelalterlichen Lebens aus einzelnen Systemen. befreite sie 104 — von weltlichen Abgaben. Bei ihnen erhielt sich die Mystik nicht (^vie z. die das äußere Symbol ihrer Zusammengehörigkeit der Bundeslade Zunft bildete. und aus diesem Bewußtsein heraus bildeten sich Klöster. B. die einerseits durch das Gesetz des Staates anerkannt und andererseits durch religiös-kirchliche Vorstellungen zusammengehalten waren. Zünfte und Genossenschaften. So bildeten sich die weltlichen Innungen (in gewissem Sinne auch als kirchliche Bruderschaften). auf dem sie sich ansiedelten. in den Klöstern) als theoretische ArkandiszipHn.

Der Unterschied bestand nicht in der Form. Genossen und Schüler. durch die Orientierung des architektonischen Stüs nach der Antike. und diese Anschaulichkeit ist es. die Transzendenz der Welt als Welt bildet das Ziel der Geschichte. einen Organismus formierten. von ^en religiös-sozialen Gemeinschaftendes Judentums unterscheidet^^^).— 105 — gleichen Verhältnis auf. — — : . Statt dessen bildeten sich in England und Schottland. deren be- lebende Grundlage allerdings mystische Ideen bildeten. ^e Lehrer. (IV. 112 122. Denn nicht das rein Ideale. im Laufe der historischen Entwicklung die geistige und der Sinn für die konkrete Seite des Lebens. und erst das Ziel. war das praktische Leben. verloren sie als solche überhaupt jeden Sinn. wo sich einzig und allein wenigstens das der Prinzip dieser Genossenschaften erhielt (wenn es auch ins rein Ideale überallgemeinen Entwicklung entsprechend tragen ^vurde).) halten. Ihnen kommt das Verdienst zu. die die mittelalterlichen Organisationen. h. Chawerim und Thalmidim. d. immer Rezeptivität mehr schwand. besonders die der Baideute. Vgl. den Sinn für die reale Seite des Christentums wach ge- — — — und damit jeder isoliert -idealistischen Entwicklung gegenüber auf die Besdeutung der realen Basis hingewiesen zu haben. die Freimaurerverbände. d. die das Zentrum der wandernden Innung gebildet hatten. Aber diese Ideen waren anschaulich. nach denen die Vorfahren jene erhabenen Dome und Kirchen aufgeführt hatten gab es doch niemanden mehr. Gesellen und Lehrlinge. der sie noch verstand. sondern das Ideal-Reale. nach „profanen" Ideen. Die Bauhütten. wie die „Gemeinschaft der Lernenden" im alten Judentum. h. da mußten naturgemäß die realen Fundamente jener mystischen Baugenossenschaften immer schwächer werden. auch den Aufsatz Molitors „Über die Maurerei und die Zünfte" l\ 728—748. sondern im Inhalt: im Judentum war der Ausgangspunkt der Interessen ein „theoretischer". so hier die Meister. verschwanden und mit ihnen die kostbaren Grundrisse und Aufbaupläne. Als aber Ja. die als solche emporgehoben und verklärt werden soll in den Zustand des Idealen^^"). zu dessen Erreichung jene theoretischen Überlegungen für nötig befunden wurden. Im Mittelalter dagegen waren es rein praktische Inhalte und Ziele. Wie dort die Rabhanim.

das sich allmählich aus diesem Keim entfalte. Von seinem Vater zum Juristen bestimmt. Nikolaus Vogt Freunschaft schloß. denen sein Interesse galt: Geschichte und Philosophie. Zentrifugale Produktivität. ein einfaches xmd an äußeren Ereignissen nicht aUzu reiches Leben geführt.— 106 SCHLUSS: Molitors Leben und Entwicklung. und ging 1799 nach Marburg. daß alles Frühere den Keim desSpäteren bilde. Sie ist ihm wie alles Leben ein organischer Ablauf. Juni 1779 in Oberursei in. sondern auch der Art nach unterschiedene Ausprägungen der menschhchen Entwicklung. wie aus den leider nur sehr spärHch erhaltenen Nachrichten 1860) über ihn zu schließen ist. C. die Geschichte nach formalen Gesichtspunkten in konstruierte Perioden zu zerteilen. wie er selbst in einem Brief an Görres zugibt^^s)^ unter dem Einfluß von dessen „Aphorismen über die Kunst" (aber ebenso noch unter dem Schellingscher Ideen) entstanden war. am 23. sah er jetzt noch im Altertum und in der Moderne zwei nicht bloß graduell. Franz Joseph Molitor (geb. aktive Selbstkraft auf der einen. Charakteristisch für die unsichere noch tastende Art seiner ersten philosophischen Versuche. . der nach organischen Gesetzen betrachtet werden muß. in Frankfurt a. dem Historiker und Staatsmann. M. a. März hat. am 8. Aber bald gab er das Studium. der ihn begeisterte und nach-^ haltig. Aber während er in seinem Hauptwerk aus dieser organischen Geschichtsauffassung die Konsequenz zog. ist schon der Titel dieser Zeitschrift ebenso wie der seiner ersten größeren Arbeit: „Ideen zu einer künftigen Dynamik der Geschichte" (1805). Collmann) herausgab: „Zeitschrift für eine künftig aufzustellende Rechtswissenschaft nach dem Prinzip eines der Nähe von Frankfurt transzendentalen ReaHsmus" (1802)^^^).. Die erste Frucht dieses Studiums war eine Zeitschrift. wie auch für seine praktischen Tendenzen. das ihn nie befriedigt hatte. Neben Kant. die. In dieser Schrift wendet er sich gegen jeden Versuch. zentripetale Eduktivität. wo er mit seinem Lehrer. die sich noch in vielfacher Weise äußern sollten. besuchte er die Universitäten zu Mainz und Aschaffenburg. Reinhold und Fichte war es besonders Schelling. nur in umgewandter Form. M. In beiden erscheint das Absolute in seiner TotaHtät. gest. auf. um sich ausschließhch den Gebieten hinzugeben. man kann wohl sagen: für sein ganzes Leben beeinflußte. die er mit einem Freunde (K.

wenn Molitor in diesem Gesetz des Umschlagens. trat in der Erscheinung des Christentums der Umschlag ein. führt MoKtor nur das eine Beispiel an: daß aus dem Mangel an technischer Bearbeitung der Natur im Altertum die Notwendigkeit ausgedehnter Sklaverei sich ergibt. Dadurch steht aber das Subjekt nicht mehr in und gegen Er glaubt. Nach dem Schellingschen Vorbild ist ihm jede Stufe der Indijßferenzierung der beiden Pole absolut gleichwertig. denn Subjekt und Objekt sind ja in gleicher Weise dem Göttlichen untergeordnet» Und so können sie auch als identisch erkannt werden. deren Indifferenziernngen die jeweilige „Situation" der Geschichte ergeben. Dadurch. die Epoche der vorherrschenden Produktivität ist. Bei der näheren Charakterisierung der beiden historischen Zustände ergibt sich. indem die Natur durch den forschenden Geist zerlegt und ihre Teile gleichsam in die Sphäre des Menschen gezogen werden. : es gibt also keinen Fortschritt. ist etwas. die sich in erster Linie der Natur gegenüber äußert: die Natur ist — — vor dem Menschen das er sich wehren muß. daß er die verbindende Idee des organischen Übergangs von der zentrifugalen in die zentripetale Bewegung der Geschichte nicht betont. Als diese soziale Lage sich bis in ein unüb ersteigbares Extrem entwickelt hatte. das ihm Übergeordnete durch Formeln beherrschen zu können.~. verfällt er selbst in gewisser Hinsicht in den Fehler. den er gerade vermeiden will die beiden Hauptperioden der Geschichte. deren Typus er ganz im noch im Gegensatz zu seiner späteren Geschichtsauffassung Griechentum sah. aber ihre Verbindung bleibt doch bei ihm noch eine abstrakte. Es mag gewagt sein. das ihn bedroht. In dieser Epoche tritt an die Stelle der früheren magischen Religionen die Technik und die Wissenschaft.organische Gesetz der Geschichte erblickt. sind zwar in sich dynamisch aufzufassen. Altertum und Neuzeit. dann erfolgt der notwendige Umschlag in die Antithese. die der ganzen antiken Sozietät ein typisches Gepräge gibt. In der Moda. das Von Beeigentlich. Denn die geschichtliche Entwicklung führt bis zur völligen Depression der einen Lebenskomponente. und der Geschichtsprozeß ist nicht dynamisch aufgefaßt. daß sich die verschiedene Stellung zur Wirklichkeit auch im sozialen Leben manifestieren muß. Gebete und religiöse derne tritt dagegen die Idee des Individuums als eines produktiven Subjektes zurück hinter der Auffassung des gesamten Daseins als eines objektiven Edukts. daß er sich schon früh- — — . und die entgegengesetzte Epoche begann. bilden die beiden Pole. daß die Antike.107 — passives Sichziehenlassen auf der anderen Seite. das von einer übergeordneten göttKchen Macht abhängt. deutung ist für unsere Betrachtung nur dies. die Natur verliert ihren bedrohenden Charakter. Dafür. das er hier in einer rein formalen Art anwendet. einem Abhängigkeitsverhältnis den Naturobjekten gegenüber.

Sukzessiv w^erden alle Differenzen aufgelöst und ihre höhere Die Dualität wird immer mehr in eine SynJEinheit hergestellt. h. Diese Schriften: Wenn die beiden Stufen der geschichthchen Entwicklung in sich gleichwertige Indifferenzierungen des realen und idealen Poles sind. sondern auch den Zugang zu einer Erklärung des Geschehens zu finden. die mit dem Christentura einsetzt. so erhebt sich die Frage.-. nur mit dem Unterschied. daß früher die wesentliche Einheit der Pole nicht zum Bewußtsein erhoben wurde. nicht nur Typen historischer Zustände aufzustellen.108 — zeitig bemüht. ist seine Auffassung von dem Wesen der Identität und Indifferenz. sondern die DupHzität der beiden Pole selber sei ihre Indifferenz. Deshalb bildet auch den Ausgangspunkt der Welt und ihre Geschichte der Zustand der Differenz. Aber nur den Ausgangspunkt. d. wodurch ihre GegensätzKchkeit zu erklären ist. Identität bestünde. ja eigentHch erst in vollendetem Maße durch die Neuzeit erreicht wurde. der Positivität und der Negativität. was erst durch das Denken der Späteren. der Indifferenz. daß die Indifferenzpunkte als Resultate der Polaritäten von Realem und Idealem nichts außerhalb dieser Pole noch gesondert Existierendes seien. zu unterscheiden. eine Möglichkeit der Indifferenzierung angesehen werden?. Die Antwort scheint der Fragestellung zu widersprechen. daß die beiden Pole in zwei verschiedenen Beziehungen zueinander stehen können: entweder in absoluter Differenz oder in absoluter Indifferenz. sondern ihm eine Kritik gegen seinen Lehrer ermöglichte. In Gott als der absoluten Totalität sind die beiden Pole der Indifferenz und der Differenz. Der Lauf der Geschichte führt zur Indifferenz. Wenn man diese Identität der Pole fallen ließe. Gedanken führt er dann in seinen beiden nächsten „Der Wendepunkt des Antiken und Modernen" (1806) xmd „Über die Philosophie der modernen Welt. In der Welt als der relativen TotaHtät ist jedoch Gottes Indifferenz als Differenz expliziert. h. d. Diese beiden Möglichkeiten haben im Altertura und in der Neuzeit ihre historischen ObjektiWie kann aber die absolute Differenz als vierungen gefunden. der ihn auch von Schelhng nicht absolut abhängig sein ließ. die in ihrer absoluten Vertauschbarkeit. so daß sich Gott und Welt als Totalitäten wie Indifferenz und Differenz gegenüberstehen. Sinclair"^^^) (1806) weiter aus. zu Gott ziirück. Mohtor sagt nämlich. Er sagt mit Bezug auf die ScheUingsche Potenzenlehre. die Epoche Von hier aus gesehen. eine Epistel an den Herrn Geheimrat v. Wichtig zur Charakterisierung seines philosophischen Standpunktes. Die Antwort gibt die von ihm sogenannte TotaHtätsphilosophie. . und deshalb ist die zweite große Epoche der Menschheitsgeschichte. dann gäbe man das ScheUingsche Prinzip auf und käme zu einem absoluten Differentismus. bildet auch die Periode der Differenz ein System von Indifferenzierungen.

1804. daß im Einzelbewußtsein eine ideale Einheit hergestellt. vmä wenn dieser Indifferenzierungsprozeß vollendet sein wird. ala die erste. So erhält die Philosophie der modernen Welt eine wichtige Funktion. erkennt. Diese dem Hegeischen Gedanken vom dialektischen Prozeß sehr verwandte Idee wird jedoch von Molitor nicht weiter ausgeführt. daß er sich gerade in dieser Zeit der pädagogischen Arbeit zuwandte. einem jüdischen Bankprokuristen. gunsten Wichtig blieb sie jedoch fiir seine spätere Entwicklung. in ihrer Entstehung zu betrachten. alles Bedingte zum Unbedingten erhebt. müssen wir etwas Um zurückgreifen. Jetzt war es nicht nur der Unterricht (in Moral. dadurch alles Endliche zum Unendlichen. Geschichte. waren Einzelindividuen. Dieser große Lebensorganismus löste sich auf und was übrigblieb. die aus einer Indifferenzauffassung der Welt fließt. a. diese zweite. Es ist daher A^öllig verständlich. zum ersten Mal jüdische Kinder von Günderode und Hufnagel begründete Musterschule aufgenommen^^*). die Polarität des Daseins zur Indifferenz gebracht würde. Die Antike war die Zeit der Differenz. Sie soll zum klaren Selbstbewußtsein des Zeitalters werden. das ganze Leben war auf dem organischen Prinzip der verschiedenen Funktion und des Füreinanderlebens aller GHeder aufgebaut. M. pädagogische Epoche. indem sie die Differenzen des Lebens als Indifferenzen .— 109 — thesis übergehen. nannten Realschule der jüdischen Gemeinde. also noch vor Veröffentlichung seiner ersten 1804 wurden in Frankfurt in die Schrift. So endet die erste philosophische Epoche in Molitors Denken mit einer Hinwendung zur Wirklichkeit seiner Zeit. Im Schreiben und in Hebräisch wurden sie außerdem noch von Geisenheimer. Geographie und Natur- . die unter dem Einfluß Schellings und Görres' verlief. Die Ökonomie des Lebens mtdJte eine andere werden. leicht zu den Gedanken führen konnte. unterDies war der Anfang der späterhin „Philanthropin" gerichtet. sie weü im Gnmde seiner strikten Ablehnung der Triplizität zuder Duplizität zuwiderläuft. Im Oktober des Jahres 1807 wurde Molitor als Inspektor und Oberlehrer neben Moritz Hess an dieser Schule angestellt^^^). philosophische. die für ihn mit immer zentralerer Gewalt zum Gegenstand seiner theoretischen und praktischen Interessen wurde. die für seine Entwicklung fast noch weitertragende Konsequenzen haben sollte. die wir in seiner spekulativen Trinitätslehre auseinanderzusetzen versuchten. hatte er in Frankfurt philosophische Vorträge gehalten und Bewunderung und Verehrung gefunden. denn jetzt handelte es sich um die Aufgabe. zumal sie in Verbindung mit der hier ebenfalls schon leise anklingenden Idee von der Struktur der Welt als des umgekehrten Abbildes der Gottheit. und so dem Leben jene Ruhe gibt. Schon früher hatte sich ein starker pädagogischer Trieb bei ihm bemerklich gemacht. dann wird ein neuer uns noch unbekannter beginnen.

: . der die Judenschule dirigiert. Wir gehen nunmehr zu den einzelnen Schriften aus dieser Periode über. . es gibt wenige. ich glaube. beide auch recht nützlich anzuwenden. die er im Vermögen hat. Bevor mr in die Betrachtung dieser pädagogischen Schriften Molitors eintreten. Er las seine Schriften und bat Bettina^^^). kennen lernen. was er von der Pestalozzischen Methode sagt"^^^)." bei mir. was Sie von ihm schicken. nicht nur weil er immer mehr durch Krankheit behindert war. ich will irgend etwas bei ihm lernen. außer in seinem Er ist übrigens unendlich brav und will Vertrauen auf Goft. „Wenn der Mann so vernünftig wirkt als er schreibt^^^). Bettina. die sich daran anknüpften. sei nur noch kurz erwähnt. daß. so kann uns dies beiden zustatten kommen. Ist mit einem Stuhl. an der von Dalberg begründeten Architekturs chule^^^).— 110 — künde). ich las ihm die Worte über ihn aus deinem Briefe gestern vor. einen Freund von Clemens. Von seiner leitenden Stellung am Philanthropin war er schon nach kurzer Zeit zurückgetreten. «rnstlich das Gute. die unter dem Fürsten Dalberg eingeführt war. Goethe will auch alle Erziehungspläne der Juden und Christen von mir gesendet haben. auch durch das letzte. . sondern hauptsächlich aus dem Grunde. denn er ist arm. Sie schrieb daraufhin an Arnim^^'): „Ich habe jetzt Molitor. Auch laß ich mich gern von der Judenschule unterrichten. da er einen Leib für die Juden zu opfern habe und einen Geist ihnen zu widmen. Es geht ihm übrigens nicht sehr wohl. so am Gymnasium Fridericianum. daß er „keine Neigung zum Dirigieren hatte". wird er mir merkwürdig. der ihn an dieser Tätigkeit reizte." Goethes Interesse sowohl für die neue Stättigkeitsordnung. die so naiv und absichtslos alles Gute tun. an der Englisch Fräulein. daß er auch noch an anderen Schulen unterrichtete. . wird mir Freude machen. die von den Juden als ihr „Protektor und kleiner Nothelfer" verehrt wurde^^^). lernte durch Vermittlung von Nikolaus Vogt Molitor kennen. sie haben ihn ergötzt. er selbst ist höchst unschiddig im Gemüte xmd ist der Meinung. und besonders am Lyzeum Carolinum^^*) als Professor der Philosophie. sehr wohl zufrieden. so muß er Darauf schrieb Bettina^^**) „Molitor war viel Gutes erschaffen. machte auf alle Anwesenden einen großen Eindruck. Die erste Prüfung. bekümmert sich deswegen nicht um die Welt und um sein eigen Fortkommen. sondern vor allem die geistige Pflege der jüdischen Kinder. hatte ihn auch auf Molitor aufmerksam gemacht. die er abhielt. ^vie auch für die pädagogischen Bestrebungen. weil sie sich mit großer Intensität und Wärme für die Emanzipationsbestrebungen einsetzte. ihm „eine Schilderung von Herrn Molitor zu machen". besonders durch das." Goethe schrieb zurück^^^): „Was Sie mir von Molitor zu sagen gedenken. denen er den Zugang zur europäischen Kultur vermitteln wollte.und an der Selektenschtde. bloß weil es ihm so in den Weg kömmt. einem Bett und mit fünf Büchern.

Das Ziel. die Intensität aller seiner Lebensäußerungen zu steigern. Und dieses Ziel weist zugleich auf die Methode hin. sondern nur beiläufig. Sowohl die theoretische. nach der Synthesis von Fühlen. h. zu behaupten und seinen Charakter und seine Kenntnisse zu vervollkommnen. der Zweck hervortreten. Pädagoge durch lebendige DarsteUimg und durch organisches Hervorwachsenlassen der theoretischen Inhalte aus dem Zögling dem Wissen die Kraft des Lebens. und durch Verbindung der praktischen Lebensgesetze mit der theoretischen Einsicht in die Gesamtrichten. Nirgends aber soll die Absicht. die er bei der ersten Prüfung an der Judenscliule im Dezember des Jahres 1807 hielt und unter dem Titel „Einige Worte über Erziehung" veröffentlichte. dessen zwei konstitutiye Tendenzen er in seinem späteren Werk als die beiden Grundlinien der gesamten Geschichte ansah.Seins zu begnügen. Erkennen und Handeln zu — Eine einseitig praktische Erziehung ist ebenso zu verwie eine einseitig formal-theoretische. h. heit Harmonie des Universums dem Leben die theoretische Fundierung des Wissens geben. aus konkret dargestellten Beispielen der Geschichte und Natur soUen die Ideen. hervorspringen. durch die es zu erreichen ist. spricht er ganz deutlich aus. sich nach dem Leben. sondern die Verwendung des gesaruten Bildungsstoffes zur Stärkimg der Intensität sein soll. weshalb sie auch in synthetischer Einheit und die . die er zur Abschlußprüfung des Jahres 1808 verfaßte. durch die der ZögHng gebildet werden soll. d. anstatt sich mit der Ausgestaltung der bloßen Form seines zufäUigen So. wie auch die praktische Komponente des Lebens entspringen ja einer gemeinsamen Wurzel. seinen eigensten Inhalt. damit die spätere zentripetale. braucht in seiner zentrifugalen Periode Bildung von außen. sodaß der aus der Schule Entlassene über genügend Kräfte verfügt. egoistisch-individualistischen Gestaltung des Lebens führt. nach innen. d. d. daß das Ziel der Erziehung nicht die formale Bildung. In seiner Schrift „Über den Geist des SittHchen in der Erziehung". sich im praktischen Leben zu orientieren. nach der er sein Ziel zu erreichen für möglich hielt.- 111 — In der Rede. Die Beschäftigung mit Pestalozzis Ideen und ihre praktische Anwendung führten ihn zu einer Ausarbeitung der Methode. h. zur bewußten Charakterformung gewandte Kraft nicht zu einer falschen. deshalb ist es Der Mensch soll sich ein starkes Leben schaffen die Aufgabe auch schon der Jugenderziehung. das durch den Unterricht erreicht werden soll. Die Erfahrung eines Jahres mußte natürhch MoUtors pädagogische Ansichten klären. Das menschliche Leben. So kann auch die Erziehung für den Beruf schon mit den einzelnen Fächern verflochten und der Sinn für das soziale Lehen geweckt werden. ist^ den Charakter des Zöglings zu einer Synthese von Sitthchkeit und Schönheit zu erziehen. sondern der Mensch dann fähig ist. ist sein pädagogischer Standpunkt noch nicht in voller Klarheit entwickelt. Deshalb soll der werfen.

so kann man bei ihnen gerade jene neue Methode zur Anwendung bringen. Die Überzeugung von dem Verfall seiner Zeit hat er selten deuthcher ausgesprochen. als am Anfang dieser Schrift. und zwar gerade den unteren Schichten. die weit über das hinausgeht. (die schheßlich zu einem Hauptmotiv seines letzten Werkes werden sollte). Deshalb darf sie nicht mit selbständigen Einzelvor Stellungen anfangen. leicht jeder spezielle Inhalt. die man durch Analyse und Summation nicht ermittelt. und mag er noch so oft vergessen wieder regeneriert werden kann. Die Bildung des Verstandes. aus denen jede Regeneration gespeist werden muß. Da ist es denn eine der Hauptaufgaben. kann sich nicht von selbst regenerieren. Aber um die bildende Kraft gerade dieser geistigen Einheiten handelt es sich in der Erziehung. daß das Kind einen in seine Teile zerlegten Stofi".gen über Pestalozzi. Die Gesellschaft soll von neuem und auf gesünderer Basis aufgebaut werden. d. wenn nur das lebendige Zentrum entwickelt wird. Die moderne Zeit. die Vernunft als die ursprünglich-synthetisierende Potenz zur Funktion zu bringen. gleichsam vorbereitet und andererseits als Menschen. mit Rücksicht auf die Organisation des jüdischen Schulwesens in Frankfurt a.— dem 112 — gebildet werden müssen. So gewinnt die Erziehung eine Bedeutung. der ihm so vorgelegt wird. zu den Quellen. sondern muß versuchen. Wie wir bereits bei der Betrachtxing der philosophischen Schriften MoKtors sagten. in ihren lebendigen Fähigkeiten gesteigert werden können. was zu anderen Zeiten ihre Aufgabe war. indem er sagt: was man zerteilt. zusammensetzt. ist immer nur die Hülle des Geistigen. eine menschenwürdigere Existenz zu ermöglichen. der von der gewonnenen geistigen Einheit zur Vielheit des Empirischen geht. Ohne auf die Einzelheiten der pädagogischen Methode näher einzugehen. Will man sie aber zu produktiven GHedern einer produktiven Sozietät heranbilden. der sie sich einordnen sollen. auch den ^ Juden. durch die sie einerseits als Teile der Gesellschaft. die uns nicht nur wegen der von Goethe besonders beachteten Bemerkun. weil sie den Zugang zu den Aufbauelementen des Lebens. Dagegen wendet sich MoKtor. verloren hat. in der die Reflexion auf Kosten des Willens einseitig ausgebildet ist. gein. die lange Zeit von der europäischen Kultur vernachlässigt wurden. M. Hier sei mit kurzen Worten eines der Hauptelemente jener Methode charakterisiert.'^ (1808) werfen. der Geist selbst ist eine Totalität. Pestalozzi woUte. ist eine sekun- . war immer deutlicher die Frage nach der Beeinflussung des Lebens durch die Philosophie in den Vordergrund des Interesses getreten. h. wollen wir noch einen kurzen BHck auf seine letzte aus pädagogische Schrift „Über bürgerliche Erziehimg. Dabei kommt es nicht auf die Vielheit des Wissens an. damit es aus dieser eigenen Aktion sich ein lebendiges Wissen erwürbe. sondern noch mehr durch die Synthese pädagogischer mit geschichtsphilosophischen Ansichten interessant wird.

sondern im Gegenteil. Denn jener „verstandlosen" Vernunftepoche fehlt das stützende Fundament. eine Dreiteilung: das Altertum. sodaß sie niemals einen absolut festen Halt in sich finden kann. weil sie als die Vertreterin der alles beherrschenden göttlichen Macht aufgefaßt wird. h. mit der. nicht die Organisation der Idee. Den Abschluß dieser ganzen Frühzeit büden die beiden Aufsätze. Denn nicht die Kirche sondern die Religion. bezeichnet zugleich den Zustand der Menschheit. die Epoche des reflexionslosen Naturlebens.— kann 113 — Denn hier sich jeder einzebie selbst bilden. Den höchsten Zusammenhang bildet die Kirche. von größerer Wichtigkeit ist für uns die Betonung der Religion. wenn nur die Vernunft. Wenn man das Entstehen der Ideen eines Zeitalters verfolgt. Aber je mehr sich der Verstand entwickelt. ist evident. in dem die synthetische Vernunft vorherrscht. denn die Lebensprinzipien der Neuzeit sind andere als die des Mittelalters. Und diese sind im Mittelalter gekennzeichnet durch die Tendenz. ihre Fehler und die Möglichkeit ihrer Regeneration. was er hier über die soziale Ökonomie als das eigentlich leitende Prinzip der Geschichte und ihre Anwendung auf Altertum. Auf die Geschichte übertragen. Nicht in einer Erneuerung des katholischen Mittelalters sieht er die MögHchkeit zu einer Besserung des Kulturzustandes der Gegenwart. jetzt muß die lebende Vernimft (durch die Erziehung) wieder erweckt werden. ergibt sich daraus für Molitor däre und nicht so wesentliche Aufgabe des Erziehers. sondern die Idee . bis sie schließlich^ in der Neuzeit völlig überdeckt wird von dem Formalismus des Verstandes. die Fichte in den „Grundzügen" und den „Reden" vertrat. ohne daß man jedoch daraus (schon aus rein chronologischen Gründen) auf eine Beeinflussung schließen könnte. damit dann die letzte Epoche der Geschichte herbeigeführt werde: die Epoche des VernunftDie Ähnlichkeit dieser Auffassung der Geschichte verstandes. um so mehr wird die Vernunft verdunkelt. Möglichkeit eines Fortschritts. die syntheseschaffende Kraft in lebendige Funktion gesetzt ist. Für die Analyse seiner Entwicklung brauchen wir weniger «u berücksichtigen. ist an und für sich noch nichts Negatives. Jetzt ist der Wendepunkt des Antiken und Modernen gekommen. d. die Molitor in Friedrich Asts Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst „Über die Tendenzen des jetzigen Zeitalters" und „Über den Geist der modernen Philosophie und die verschiedenen Stufen ihrer seitherigen Entwicklung" veröffentlichte. Daß sich mit der fortschreitenden Entwicklung der Verstand immer mehr bildet. so wird man immer objektive Lebensverhältnisse als ihre Wurzeln finden. Mittelalter und Neuzeit sagt. alles einzelne einem umfassenden objektiven Zusammenhang unterein zuordnen. die — So laufen die pädagogischen wie auch die philosophischen Schriften auf das gleiche Problem hinaus: die Kultur der Zeitj ihre Einordnung in die Geschichte. Das Mittelalter ist wie er es später formuliert — — „System von Systemen".

Auch gekommen über den Rahmen des Unterrichts hinaus hatte er sich ndt seinen Zöglingen beschäftigt und dadurch in den Familien der Kinder eine ihm bis dahin völlig verschlossene Welt kennen gelernt. nicht freundlich gegenüber. auf dem die Ideen vielleicht zu realisieren waren. das er in diesem Hauptwerk zu lösen unternahm: zu untersuchen. Das Freimaurertum . Aber die Reflexion. noch unvollkommen schienen. dem Generalgroßmeister. heftete selbst die Schließungsurkunde an die Pforte des Tempels.christliche Interesse seines Lebens und Denkens zu verdecken oder gar zu verdrängen. als die ausgebildete Reflexion jenen unbewußten Trieb zu Gott verdrängt hatte. Als mit der fortschreitenden Entwicklung die Religion ihre belebende. mit immer er die paritätische Tendenz der Loge. wie das Leben durch die Rehgion und das nach der Rehgion orientierte Denken regeneriert werden könne. Noch bis zum Jahre 1840 war er dann in anderen Logen eifrig tätig 2^^) und verfolgte auch später die Schicksale und die Entwicklungen des Bundes mit großem Interesse. sondern aus den philosophischen Bedürfnissen der Gegenwart hervorwuchsen. Dazu kam noch. fand in der philosophischen Entwicklung von Kant bis Schelling den Zugang zu den Inhalten der Religion wieder. die ihm. denn er vertrat eine positiv-christliche Tendenz des Freimaurertums und stand den rein philanthropischen Bestre- Durch bungen. daß ein Jude zum Meister vom Stuhl ernannt wurde. So weisen die letzten Schriften. Diese Beschäftigung mit dem Freimaurertum war für MoHtor von großer Bedeutung. Molitor. seine pädagogische Tätigkeit war Mohtor in Berührung mit dem Judentum und seinem geistigen Inhalt. die Kraft dieser Zeit. und seine Werte wurden schwach und blaß im Vergleich zu denen früherer Zeiten. die allerdings jetzt nicht im Sinne des Mittelalters erneuert wurden. je älter er größerer Schroff'heit ab. solange sie rein theoretisch blieben. führte zu Konflikten mit dem Landgrafen Karl von Hessen. Grunde lehnte %vurde. die in einer paritätischen oder gar übermegend jüdischen Loge natürlich den einzigen Inhalt büden konnten. das starke positiv. Die paritätische Tendenz dieser Loge.— 114 — selber war es. deutlich auf das Problem hin. zusammenfassende Kraft verloren. die MoHtor vor seinem Hauptwerk schrieb. Die Loge wurde daher 1816 auf seinen Befehl hin geschlossen. Hier sah er das Feld. in dem er die Inhalte in vieler Hinsicht wenn auch noch ungeklärten Begriff" vom Christentum entsprachen. der in den Jahren seiner Zugehörigkeit unter anderen Amtern auch das des Meisters vom Stuhl inne gehabt hatte. die soweit ging. die seinem. Aber aus dem gleichen vorfand. da erstarrte das Leben. Alle seine philantropischen Tendenzen hatten es nicht vermocht. die der mittelalterKche Mensch als die höchste Synthese suchte. daß er 1807 in die von Geisenheimer unter dem Großorient von Frankreich begründete Loge „Aurora zur aufgehenden Morgenröte" eintrat. und das Freimaurertum war es.

d. So war er gezwungen. die er als Professor des Lyzeum Carolinum erhielt xmd von Privatstunden schlecht und recht zu ernähren. konzentrierte ^T sich 14 Jahre lang ausschließhch auf das Studium der jüdischen Schriften (die ihm größtenteils von König Ludwig aus der Münchner 1813 Handschriftenbibliothek zur Verfügung gestellt wurden). bestrebt. ja sogar von sich aus wieder in das empirische Leben hinüberzuleiten. diesen ersten Band herauszugeben. Der Intensität und Ausdauer dieses Studiums verdankte er ein selten umfangreiches und überschauendes Wissen auf dem ausgedehnten Feld der jüdischen Literatur 2^®). und er verdankte ihr noch mehr. Bekanntschaft 'mit der Freimaurerei einerseits und mit dem Judentum andererseits lenkten seinen Blick immer mehr auf den Ideenbereich. dessen Erforschung den Inhalt und das Werk seines Lebens bilden soUte. den Nachweis zu erbringen. die den Grund für die spätere jüdische Literatur bildeten. seinen katholischen Glauben in Einklang zu bringen mit den metaphysischen Inhalten des Judentums. bis er nach Veröffentlichung des ersten Bandes seines Hauptwerkes (1827) Durch von König Ludwig von Bayern.— Iiatte für 115 — ihn gerade die Funktion. unter dessen Anleitung er Hebräisch imd Aramäisch lernte und den Thalmud und die kabbalistische Literatur. war der Katholik MoKtor. in dem noch am reinsten und ungetrübtesten die im Laufe der Geschichte allmählich offenbarten Wahrheiten der UrreHgion erhalten geblieben seien. daß er mit 40 Jahren bereits fast völlig gelähmt war. in den Schriften des Thenach. Denn wie wir schon oben an mehreren Stellen zu zeigen versuchten. sondern vielmehr in dem Sinn. Daher wollte «r zunächst diese Urtradition und ihre Entwicklung im alten und im neuen Bunde verfolgen. von seinen Lehrämtern zurückzutreten und sich von der Pension. hatte er den damals sehr berühmten Kabbalisten Metz in Offenbach kennengelernt. h. sowohl die jüdische Religion im 8* . daß schon in den «rsten Dokumenten des Judentums. Ebenso sah er im Judentum die Kabbalah als denjenigen Zweig der Tradition an. dessen anhänglicher Schüler der spätere Bischof Leopold Schmid war. lich sein asketisch-strenges Leben hatte der ohnehin körperschwache Philosoph seinen Organismus derartig überanstrengt. Räss. daß die eine heihge Urtradition sich durch die ReHgionsentwicklung des Judentums und des Christentums entfaltet habe. auf die Kabbalah. besonders den Sohar studierte. allerdings nicht im Sinne einer —extremen theologischen Typologie. Sailer und Weiss in engsten Beziehungen stand. von Dänemark und Großfürst Constantin von Rußland unterstützt wurde. das -Christentum implicite enthalten sei. Görres. die tiefen mystischen Inhalte des Christentums zu hüten und vor der Verflachung des empirischen Wissens zu bewahren. der mit dem Kreis der Brentano. Doch bevor er es wagte. Diepenbrock. Dies glaubte er zunächst am besten erreichen zu können. nämlich die Konzeption seines Hauptw^erkes. wenn es ihm gelänge. Christian VIII.

als auch umgekehrt die Dogmen und Gebräuche des Christentums aus dem Judentum erklären. nämlich der realidealen Anfangsstufe der Menschheit. wenn man liest. das bis in die kleinste Einzelheit des konkreten Lebens seine belebende Wirkung ausüben würde. durch Verbindung mit der Philosophie und allen Einzelwissenschaften das organische Weltbild wiederzuerobern. das Christentum mit dem der Idealität. 108 f. die z. auf die Regeneration des Lebens gerichtete Tendenz: er wollte die innere Vernunftmäßigkeit des Christentums aus seinen spekulativen Prinzipien entwickeln und glaubte durch die Verbindung xnit den Inhalten des Realitätszustandes der Menschheit die überzeugende Kraft und das Fundament der christHchen ReHgion als des klarsten Aufschlusses der heiligen Urtradition in hohem Maße stärken zu können. die Annahme eines vierten Weltzustandes. um so mehr veränderte sich auch die Bedeutung der grundlegenden Polarität des Realen und des Idealen. trifft also nach seiner muß eignen Aussage nicht zu. Besonders auffällig wird dies. Auch aus der Analyse der früheren Werke es deutlich werden. CharakteJudentum mit dem Begriff der Realität. wie er sich in den „Ideen" ausdrücklich gegen jede Triphzitätsauffassung der Welt wie der Geschichte wendet (siehe oben S. als er noch glaubte. ohne die Terminologie „Real-Ideal" zu benutzen. daß Molitor damals von Baader direkt nicht beeinflußt war. Gleichzeitig entsprach dem subjektiven Zweck seine objektive.- 116 — Hinblick auf die christliche. wenn man . die e» wandeln.). daß er es als Einleitung zu einer Exegese des Alten Testamentes benützen könnte ^^'). Dies war der Plan des Werkes. Die Aufgabe der universalen Theologie sah er darin. Erdmann^^^) und Th. Nach der Veröffentlichung des ersten Bandes lernte er jedoch Baaders Philosophie näher kennen. so mußte die in der „bürgerlichen Erziehung" als Epoche des Vernunftverstandes gekennzeichnete letzte Periode der Geschichte sich zu der Epoche der Idealrealität umdas Mit Notwendigkeit folgt aber aus dieser Dreiteilung» sie zu Ende denkt. PrandtP^^).B. Je mehr er sich nun mit der Kabbalah beschäftigte. Entwicklung angenommen. 260) zugibt» imd damit mußte sich der Schwerpunkt seines Werkes verschieben. die er in der früheren Schrift noch ganz im Sinne der Schellingschen Potenzenlehre aufgefaßt hatte (wenn er auch ihre Beziehung zueinander anders als Schelling sah). mit der er immer noch (nach ScheUing) die beiden Pole eines jeden Indifferenzpunktes bezeichnete. wie er selber (II. Die Behauptung. Damit war die geschichtsphilosophische Konstruktion gegeben. drei Stadien der geschichtlichen. Ruysggjj24oj aufstellen: daß Molitor schon in seiner Frühzeit unter dem Einfluß Baaderscher Ideen gestanden habe. Schon in der „bürgerlichen Erziehung" hatte er» wie wir sahen. Je mehr neben Schellin g ijoch andere Ideen ihren Einfluß auf ihn ausübten. die konkrete risierte er um so mehr gewannen die Begriffe „Real" und „Ideal"^ Bedeutung historischer ZuständKchkeiten.

nachdem er unabhängig von ihm zu Resultaten gekommen war. ungeachtet der auch jetzt noch fortbestehenden Diskrepanzen. Angehörige aUer Nationen ^^). durch dauernde Krankheiten gehindert. gab er die einzehien Bände der Philosophie der Geschichte heraus. sachlicher Bestimmtheit «eine Meinung. Minister und Generale. die ihn kannten. Konfessionen und Stände. auf Menschen zu wirken. wird seine großzügige Bescheidenheit imd seine selbstverständliche Milde gerühmt. In langen Zwischenräumen. die sich ja auch an vielen Stellen seines Hauptwerkes (z. So verlief sein Leben ruhig und in steter Arbeit. Doch nichtsdestoweniger vertrat er stets auch im persönlichen Verkehr mit ruhiger. Hier machte sich der Einfluß Baaders geltend. . Fürsten.- 117 - aiuumehr auch spekulativ zu begründen galt. vornehme Frauen. B. Sein Haus wurde zum Sammelpunkt für viele Gelehrte. iKeben tmgemindert bis an seinen Tod^*^). die seinen Rat suchten und fanden. Bundestagsgesandte. So erwarb er sich die warme Zuneigung und Verehrung eines großen Kreises. Seine Wirkung auf Menschen und sein Trieb. Von allen. in der toleranten Behandlung der Judenfrage) deutlich zeigt. die sich eben aus ihrer verschiedenen geistigen „Abstam- mung" erklären^*!). die die beiden Denker zusammenführen mußten.

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des Menschen oder der Natur angesehen. 60. Dort sagt er. Dagegen wendet sich. Vgl. RochoU: Philosophie der Geschichte. 15. der als Erzeugnis Gottes. 50: die Kategorien der Historik sind gleichsam solche zweiter Potenz. 1 ff 16. 5. S. 12. sich objektivierender Weise ein.~ 119 - Anmerkungen. 1839. die 2.) 5. 112) die „seltene Schärfe" gerade in der Behandlung der spekulativen Probleme hervor. a. 12. (Aus „Plitt: Schellings Leben"). Band blieben ungeschrieben. Bd. S. Seite 58. Grotenfelt a. ed. Der Rest. in Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft Seite 37 f. h. 5. Nach dem kritizistischen Kriterimn Rickerts beurteüt. Die Kabbalah. Es kann in diesem Zusammenhang natürlich nicht über den Begriff der historischen Werthaftigkeit gesprochen werden. Vgl. 9. II 1893. der 2. a. 17. KultxirWissenschaft S. die 2. Seite 5) vornimmt: die Geschichte werde von den Geschichtsphilosophen . 10. Es ist der Gedanke. I 1878. Rickert: Z. Ebenso heben Jost und Lutterbeck in ihren Rezensionen des MoHtorschen Werkes (s. Band 27. Ebenso Ch. d. Rappo- port: Zur Charakteristik der Methode und der Hauptrichtimgen der Philosophie der Geschichte (1896). . 100. 3. B. Grotenfelt in seinem "Werk: Historische Wertmaßstäbe (1905) S. h. z. Hälfte des 4. VgL Baader Werke (1851 ff. XI. 4. Bemheim: Lehrbuch der historischen Methode und der Geschichts- und Kobb: Die Offenbarung (1915). S. 1852. Mr. So schreibt sein Freund Schelling an Cousin am phüosophie (1908) S. 1834: „la partie philosophique est digne d'attention. 736. der 3. 11. auch die Unterscheidimg. 78. 8. unteii Anm. 13. Eiert: Prolegomena zur Geschichtsphilosophie (1911) S. (Bd. Vgl. erschien 1827 (und wurde 1834 ins Französische übersetzt). uns in der Darstellung von Molitors Geschichtsphilosophie beschäftigen wird und den die Mystiker aller Zeiten so aussprachen: der Mensch wirkt durch sein Leben auf Gott und die Welt in bestimmender. 6. die 1. die RochoU (Philosophie der Geschichte Bd. Hofmann) Bd. 7 f. Engert: Teleologie imd Kausalität (1911). 1834. Rickert: Kant als Philosoph der modernen Ktdtur (1924). skeptische und kritische Geschichtsphilosophie (Gph. 746. 1857. 7. also tmhistorischen Erörterung dar. O. Auflage des 1. d. ergibt sich die Einteilung in dogmatische. wenn auch in einem anderen Sinne. a. wenn auch mit nicht ganz einleuchtenden Argumenten. 1. S. der Geschichtsphilosoph stelle das aus der Historie Ausgewählte zum Zwecke einer philosophisch-systematischen. Rickert: Ktdturwissenschaft und Naturwissenschaft (1921). Vgl. Der 1. 133). übersetzt von Julius Nestler (1921) 2. S. Rickert: Probleme der Geschichtsphilosophie (1924) S. Simmel: Probleme der Geschichtsphilosophie (1905) S. Papus: 1. B. O. Hälfte des 4. 14. und der 5. Molitor lui meme est un homme de beaucoup de merite et d'un esprit au dessus de l'ordinaire. S. parce qu'elle presente plusiemrs idees de la nouvelle philosophie aUemande avec clarte et dans un beau style.

20. von E. den er bei jeder neuen negativen Wendung einfügt. 35. Erziehung des Menschengeschlechts § 89 f. 28. S. Bernheim Geschichtsauffassung und Ge- schichtsphüosophie (1880) S. Rickert Gph. Was nach Rickert (Gph. Ph. S. 29. 49) die Funktion des Historikers ist. Abteilung (1856—61) Bd. 193. bei Hegel: Philosophie der Weltgeschichte (ed. Denn es ist natürlich noch ein großer Unterschied zwischen Hegel und den Aufklärungsphilosophen. die Theorie vom Kulturmaximum. I 1920) S. darauf hinzuweisen. S. 234. 24. G. Rickert Gph. Gesammelte Werke (Fritz Medikus 1911—12) Bd. — 44. die ihm volle Freiheit bei der Schöpfung vindizieren. Man denke nur an die von Comte an die Geschichtsphilosophie gestellte Forderung. Bd. Was schon Lessing an seiner Konstruktion tadelt. S. IV. 144 ff. Kant als Phüosoph der modernen Kultur S. die Gravitation wäre vielleicht das Zentralgesetz auch für die Geschichte. 2. Denn er macht j a die konstruierte Entwicklung von Aber das Endziel bestimmten. S. S. Ph. 130. ebenfalls konstruierten Bedingungen abhängig. Werke herausg. 162 f. Die nähere Bezeichnung ist für 45. 47. Vgl. 14 f. 21. Windelband Präludien (1916) Bd. Da es sich hier noch nicht um eine eingehende Analyse seiner Geschichtsphilosophie handeln kann.- 120 — 18. hinfällig. 16). 46. Gph. Auch hier muß man unterscheiden zwischen den Theorien. 27. S. Daraus. also die Selbstmanifestation Gottes in seinem Wesen mit Notwendigkeit bedingt ist. Sämthche Werke 1. daß Molitor 650 Jahre nach Floris fast die gleiche Behauptimg aufstellte. (1916) S. S. d. S. S. erklärt sich dann auch. daß sie nicht die phänomenale Wirklichkeit zum Objekt ihrer Betrachtung zu nehmen gezwungen ist. 56. 38. Damit steht in Zusammenhang das Problem der VorherbestimmbarkeitBei Mohtor ist zwar die unmittelbare empirische Zukunft nur hypothetisch vorher bestimmbar. S. 158 f. s. (1921). Cassirer (1922) Bd. Vgl. 19. Werke (Nationalbibliothek) Bd. Gph. III. Daß dabei auch ganz bewußt die naturwissenschaftliche Betrachtung ausschlaggebend ist. 156. XXL 37. Auch Carlyle nahm bekanntlich die Durchkreuzbarkeit des göttlichen Plans durch den bösen Willen des Menschen an (s. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant. Gesetze der geschichtlichen Entwicklung zu finden. 33. Nur die letzten sind eigentlich theologisch zu nennen. sondern die bewegenden Prinzipien der Welt als noumenale Realitäten anzusehen pflegt. und denen. S. 102. daß die Geschiclitsphilosoplue in der Hauptsache eine ethische DiszipHn ist. S. 54). . Friedrich Schlegel: Philosophie der Geschichte (1829) Bd. Philosophie der Geschichte S. 41. Lasson Bd. man könne doch nichts mit Sicherheit vorher bestimimen. S. d. S. IV. 42. 23. 26. Hier handelt e? sich um das Gesetz im eigentlichen Sinn (s. S. 39. der Entwicklung ist auch seiner Ansicht nach absolut vorher zu bestimmen. 43. ebenso wie die Konstruktion des jeweüs anderen. 22. 146). 13 f. 25. 388. S. nach denen die Instituierung des Planes. positiven Entwicklungsganges. 9. Rappoport S. 152 f. ersehen (vgl. S.o. Und insofern ist der Einwand eines seiner Rezensenten. 168. 407. 34. II. Werke Bd. 36. 30. Hensel: Carlyle (1905) S. so sei auf die Aiisführungen im Hauptteil dieser Arbeit verwiesen. 152. S. 40. kann man schon aus Comtes Vermutung. 2. z. XXL 31. uns im Moment nicht von Bedeutxmg.B. 2. 112. 46 ff. 604. XIV. Philosophie der Weltgeschichte 48. Werke (Nationalbibliothek) Bd. G. 32. Baader: Werke Bd. Friedrich Schlegel: Philosophie des Lebens (1828). Lindner Gph.

Es wäre vor allem nötig. Baader Werke I. deshalb kennt die Bibel auch keinen Gott vor oder gar unabhängig von der Schöpfung. Nicht Jissrael als Nation. Heiliger Geist. 15. daß er die drei ersten Ssephiroth -(als weltschaffende Prinzipien) als Vater. Dies bedeutet der Begriff AzUah. die an manchen Stellen der kabbalistischen Literatur vorkommt.^ 121 -^ 49. — Am 54. S. 51. kann jedoch auch daraus erklärt werden. 37. Einl. die Anschaung von dem aUmählichen Verfall der Menschheit gezählt werden. 81 ff. :auch Joel: Das Buch Sohar S. welcher zugleich die erste Ssephirah darstellt. sondern auch seines in diesen Schöpfungen sich manifestierenden Wesens enthielte. daß die Kabbalah das Entstehen der Ssephiroth nicht durch Spekulationen über eine urbildlich-transzendente Gottheit zu begreifen «ucht. vor der Schöpfung „hatte Gott keinen Namen". vollendende . die das Prinzip und den Urgrund nicht nur seiner Schöpfungen. die sechs mittleren (als welterhaltende Potenzen). 104. 202: über das anthropologisch-organische Büd Gottes (nach Baumgardt: Baader und die philosophische Romantik 1927). entsprechend der Zalil der Erdenvölker. 55. Ernst Müller: Der Sohar und seine Lehre (1923) S. sie hier auseinanderzusetzen. 71. Eine eiagehendere — Auseinandersetzung der kabbalistischen Ssephiroth-Lehre kann hier natürlich nicht versucht werden. als ob er anabhängig von dem Geschaffenen eine Existenz hätte. Dies beruht allerdings auf einer falschen Identifizierung der (auch in ihrer Gesamtheit Ajin genannten) drei ersten Ssephiroth. dessen Herkunft von dem Verbum Azol auf eine Aktivität und nicht auf ein automatisches Emanieren hinweist (vgl. Jissrael fühlte sich verantwortlich für das Los der Völker. Joel: Das Buch Sohar (1923) S. soweit er die absolute Transzendenz betrachtet.). Deshalb opferte man auch am Laubhüttenfest siebzig Stiere. 13 f. um auch die Unreinheit der Heiden zu vertilgen (vgl. Zu den geschichtsphilosophischen Ideen kann z. 50. Es würde jedoch zu weit führen. S. S. (denn das ist ja in dem Begriff „Gott" auf jeden Fall enthalten). 134 f. der sich auch in der Abnahme des Alters symptomatisiert. Gph. deutHchsten tritt bekanntlich die Geschichtsphilosophie des alten Judentums in der Maschiach-Idee zutage. sondern Ajin. 52. 53. das Verhältnis von Ejn Ssoph tmd Ajin. das Molitor an einer Stelle (I^ 389) fälschlicherweise dem von Ding an sich und Erscheinung gleichsetzen wül. ihren Mittelpunkt Thiph'ereth als Sohn und die letzte. Daß diese Identifikation nach Molitors eigener Auffassung der Kabbalah «ine Inkonseqpienz ist. 58. 57. S. keine Funktion. Der Begriff des Göttlichen ist ihr korrelativ mit dem der Welt verbunden. Damit ist jedoch keineswegs gesagt. Molitor IV 169 f. 59. die alle anderen implicite in sich trägt. Wenn man sich den Sinn der Altersverschie- denheit bei jenen ersten Geschlechtern der Menschheit überlegt. also hat es auch keinen Sinn. Keter (Ajin) Chochmah i(Abah) und Binah (Imah) mit den drei göttlichen Hypostasen Vater. 37. 83). 42. Molitor III. S. S. 204). „die Grundsätze der Kabbalah bis in ihre höheren Prinzipien hinaufverfolgen" muß (II 150). Vgl. B. 56. daß nicht über den Prozeß der Schöpfung spekuliert werden kann. doch für dieses weltschaffende göttliche Prinzip gebraucht die Kabbalah dann nicht den Begriff Ejn Ssoph in seinem eigentlichen Sinne. sondern das heilige Volk als Zentrum einer gotterfüllten Welt wird in ilen Visionen der Propheten in künftiger Pracht geschildert (so sagt auch Jost in seiner Rezension Molitors in der Neuen Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung (Jahrgang 1842. 215): „der temporelle Partikularismus hat die spätere Universahtät zum Zweck" (vgl. Noch deutlicher Sengler: Die Idee Gottes (1852) Bd2. Franz Hofmann: Zur katholischen Theologie und Philosophie (1836) S. zu klären und die eigentümliche Identifikation dieser beiden Begriffe. so wird man eine strenge Gesetzmäßigkeit finden. bzw. über seine Struktur zu spekulieren. Sohn. läßt sich daraus erweisen. 394. Vgl. Baader Werke Bd. aus der doppelten Bedeutung von Ejn Ssoph abzuleiten. daß sie unter Ejn Ssoph zunächst iind im eigentlichen Sinne nur eine Abstraktion und keine reale kreatorische Gottmacht versteht. Die Tatsache. Nach Siebert: Die Bedeutung der Geschichtsptiilosophie iu R. Sodaß er also. Euckens Weltanschauung (1909) S.

Baader Werke Bd. 61.) scheint die Darstellung dieser kabbalistischen Lehre in enger Anlehnung an die Molitorschen Ausführungen gegeben zu sein. daß die Gottheit einmal als absolut vollkommen auch unabhängig von der Schöpfung. daß der belebende Einstrom der Gott- 67. 78. in dreifacher Bewegung begriffene Gott-Vater mit Ajin identifiziert werden und nicht die gesamte dreieinige Gott* heit. 36. die Aufbauprinzipien. sondern erst durch die nachkonstruierende Spontaneität „lebendig"" gemacht Averden muß. daß die hier als reale Naturbasis und als ideale Seite des Universums bezeichneten Prinzipien nicht zu identifizieren sind mit dem großen realen und idealen Menschen. Vgl.zu einem Spiegel der Totalität im Kleinen wird. S. 76. h. 1922. die Verbindung und Überleitung zwischen dem Göttlichen und dem Kreatürlichen dar. Eckhardt nach Pfeiffer: Deutsche Angelus SUesius: CherubinischerWandersmann (ed. So setzt auch die theoretische Einheit das praktische Wollen ihrer selbst voraus und bleibt trotzdem in sich notwendige theoretische Einheit. vmd lungekehrt verlangt das praktische Wollen die theoretische Einheit. wie weiter unten noch auseinandergesetzt werden wird. nach denen der Inhalt organisiert ist. Mystiker Bd. Der Widerspruch. Das Wollen muß also in gleicher Weise bei der Betrachtmig des Lebens berücksichtigt werden. die sich darin offenbart. 70. In%vieweit überhaupt die christliche Trinitätslehre mit der kabbalistischen Einteilung der Ssephiroth zu identifizieren ist. daß die reale Wirklichkeit die Grundlage bildet. 157 ff. gehört einer be» sonderen Untersuchung an. 130) zitierteß Sätze aus dem Sohar Idra Rabba. In dem stofflichen Grundwesen erhebt nur die Rede von den ii» göttlichen Schöpfungsplan gewollten Verhältrdssen der Kreatur. weil sonst die Kreatur die gleiche Positivität me Gott hätte. 74. Hier. der darin besteht.) gegen Sengler. Vgl. S. D. (IV. daß dem obersten Teil der Neschammah die Funktion der eigentlichen Belebung zukommt. denn keiner ihrs Geschlechts kann Gotts Gemahlin werden". weil ein einheitsloses WoUen einen Widerspruch in sich darstellt. 134): „Der Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen tmd die Welt nach dem des Menschen". heit — scheinbar — größer ist. sie ist in gewissem Sinne die immanente belebendeGottheit selbst. 376 ff. 71.: „Den Engeln geht es wohl: noch besser uns auf Erden. mit dem er die Kreatur setzt. 324). (VgU damit Windelband. AusdrückUch betont Molitor (IV. Vgl. mit dem Gott sich selbst denkt (und produziert). Ellinger 1895) S. 72. 318). 62. wie oben zu zeigen versucht wurde. irgendwie unterschieden sein von dem. Wir werden auf dieses Problem noch bei der Darstellung der jüdischeai Realität zurückkommen und dort auch das Problem der göttlichen Barmherzigkeit (Rachamim). auch ScheUing (VIII. 224). S. wie auch im folgenden bei der Neschammah ist der Weg der Betrachtung umgekehrt ^vie bei dem Nephesch. In der Wirklichkeit sind alle diese Beziehungen und Prozesse nur stark getrübt und entstellt vorzufinden. 74). 73. Aufl. II (1907). zu erörtern haben. als es der kreatürlichen Intention entspräche. Einleitung in die Philosophie (1920) S. Diese bezeichnen den Inhalt. Mißverständnissen vorzubeugen. 64. 20)._- 122 — Ssephirah Malkuth als Heiligen Geist bezeichnet. die bei Frank: Die Kabbalah (3. Wodurch jede allerdings wegen ihrer aller Homogeneität . 69. wenn man es nicht in ein totes formales Sein verwandeln will (IV. 65. 60. In diesen ganzen Ausführungen ist natürlich — — II. S. sie stellt. 63. Hensel Carlyle S. das andere Mal als nicht ab- Um . sei hier noch erwähnt. also. wie das Denken. die Negativität zur Positivität. das festzustellen. Wie z. jene die Form. 66. Dann kann doch also auf jedeis Fall nur der. Genau übereinstimmend sagt auch Görres (Gesammelte Schriften (1854) Bd. Denn selbstverständlich muß der Gedanke. S. V. 68. die allerdings als solche noch kein fertige» Sein darstellt. bei NovaHs (s. B. In dem von Julius Nestler übersetzten Buch von Papus „Die Kabbalah"" (S. sich erst. von dem soeben die Rede war.

Hier liegt die Ansicht des großen Kabbalisten Jizchack Lurja (1534 1572) zugrunde. 75. 330). 24). soweit man ibn absolut (das heißt absolut unabhängig von der Schöpfung) betrachtet. 708) „Gott ist seine eigene kommen — : seiner Peripherie. auch J. Wie es z. kann natürlich erst im Laufe der ganzen Darstellung seiner Geschichtsphilosophie klar werden. Er habe also den Begriff der Kontraposition z^var aufgestellt. V. Hier identifiziert Mohtor den Sohn mit dem kabbalistischen Adam zum Zentrum Objektivierung. durch den Hinweis darauf. Es sind vielmehr stets metaphysische Bezeichnungen für zwei Zuständlichkeiten. daß er seinem unendlichen Wesen nach dem Vater gleich. 623). Und dann gilt allerdings» daß der Gott. nach der Gott und Welt Korrelatbegriffe sind (s. Dort sagt er (S. So beantwortet Molitor die Frage. das Fichte seiner Perioden86. ihn richtig angewandt zu haben. im zweiten Fall von Gott bereits in seiner Beziehimg zur Schöpfung die Rede. „Idealismus" mit Kritizismus zu identifizieren wären). wie 77. Das ist der spekulative Begriff der Kontraposition. während andererseits Gott. wie in dem Sinne der Schellingschen Potenzenlehre. 80. 87. I. Werke Bd. Suso forderte (s. B.solut 12S — vollkommen gedacht wird. durch eine strenge Scheidung zwischen Gott an sich und Gott in seiner Offenbarung am besten dieser Gefahr entgehen zu können. Dieser letzte Satz läuft also auf das analytische Urteil hinaus : Gott als Absolutima ist absolut. S. 3. durch den Molitor meint die Schide von Günther den Pantheismus zu vermeiden versucht (II. Friedrich Schlegel bezeichnet „die Zeit als die in Unordnung gebrachte Ewigkeit" und „die Ewigkeit als die vollständige seelige Zeit" (Philosophie der Sprache (1830) S. 85. daß Molitors Ansicht über die Günthersche ICreationslehre auf einem Mißverständnis beruhte. 325). 78. Windelband: Geschichte der neueren Philosophie (1911)^ Bd. seiner endlichen Erscheinung im Menschen nach jedoch dem Vater untergeordnet ist. daß sich aus dem großen Menschen in sukzessiver EntAnzahl der Menschen entwickle. bzw. Auch . Übrigens weist Brühl in der oben erwähnten Schrift darauf hin. Vgl. 81. 325 f. 82. A. 106). Indem er aus freier Liebe schafft. auch Cuno Fischer: Schelling (1923) S. Hamberger: Stimme aus dem Heiligtum der christlichen Mystik und Theosophie (1853) Bd. Hier sei nur vorläufig zur Vermeidung von Mißverständnissen darauf liingewiesen. ob Christus dem Vater gleich oder nur ähnlich ist. S. beruht vielleicht auf folgender Begriffsverschlingung: im ersten Fall ist von Gott iq. ische Philosophie nicht entschieden genug hervorheben. I 1855). leugnete bekanntlich Malebranche die Existenz einer realen Körperwelt (s. Die Ähnlichkeit dieses Prinzips mit dem. vgl. 84. 83. Weil er dies annahm. (Ebenda Seite 609). II. deren Verschiedenheit sich aus der verschie- denen Beziehung des Wirklichen zu Gott und Gottes zur Wirklichkeit ergibt. der die Welt geschaffen hat. ergibt sich daraus für hn keine logische Notwendigkeit. 76. S. M. der annahm. I. daß sie ebensowenig in erkenntnistheoretischem Sinne gebraucht werden (so daß also „Realismus" etwa mit Dogmatismus. 71). I. S. macht er sich ztun zweiten Male aber imcmerhin. Mit Baader glaubt MoHtor. Gen. beschränkte faltung der Seelenfunken die — — — Schelling läßt bekanntlich die Zentrifugälität in der Geschichte bis zu Christus gehen. Brühl in seiner „Studie zur christlichen Philosophie'* (in „Civiltä catholica" deutsche Ausgabe Bd. 292. Was diese beiden Begriffe „Realität" und „Idealität" bei Molitor bedeuten. Denn Günther hielt die Schöpfung für eine Vermehrung des Wissens Gottes. wo er die Günthersche Spekulation mit der Molitorschen vergleicht. auf die kabbalistisch-jüdische Gottesauffassung. von da an führe die Ent-wicklung weder zu Gott zurück (Werke Bd. und diesen Punkt kann die katho- — — — — Kadmon. ohne diese Aktion nicht absolut vollwäre. sei jedoch erst das Verdienst Molitors. 79. seinem Ansichsein. S. auch ohne diese Aktion ist.

X. während ohne den SündenfaU das irdische Dasein „durch den Kuß der Liebe" vollendet worden wäre (I^. Vgl. 28. Bd..). das außerdem noch wegen seiner geringeren Spontaneität der Natur näher steht. 97. glaubte auch Lessing.).) 104. Vgl. dem Menschen jeweils gemäßen Weise erfolge. § 5. 45. Vorrede S. worauf die Vernunft nicht auch von selbst gekommen wäre. Vielleicht liegt eine ähnliche Anschauung der Böhmeschen Interpretation zugrunde. die gleiche ist. Vgl. d. G. 796 f. 100. Auf Molitors sehr interessante Sprachphüosophie kann hier nicht eingegangen werden. der wahren. d. I. ging die Initiative zu dieser kontraktiven. Gang 101. wie Molitor selbst (III. S." S. Werke Bd. S. 63. 205). Vgl. Fischer S. 142). Von dem Weib als dem kontraktiven Prinzip. so daß sie also das Böse vielleicht aus dieser Negativität ableiten könnte. zwischen denen sich die geschichtliche Entwicklung abspielt. (Daß die Offenbarung übrigens in einer ganz bestimmten. daß die Proportion der beiden gleichsam Pole. Baader Werke Bd." Damit ist die Form (aber auch nur diese) der kreatürlichen Süude vorgebildet. Baader: „Nicht nur das Heil. Windelband: f. 178) und als die ersten Wegweiser der göttlichen Erkenntnis (nach Fester: Rousseau und die deutsche Geschichtsphilosophie. 103. S. S." (Diesen Satz zitiert übrigens Moütor in der Widmtmg seines 4. wodurch er den Zorn als von der Liebe Gottes geschieden. daß durch die Offenbarung nichts gegeben werden kann.) zitiert: „Anfangs war Ssemael ein großer Fürst. Friedrich Schlegel: Die Hebräer als die Überleiter der Wahrheit. Seidmann: Aus dem heihgen Buch Sohar (1920) S. Müller: Der Sohar und seine Lehre S. daß die Offenbarung sich nicht auf Fischer Vernunftwahrheiten. 246). I. auch Frank: Die Kabbalah S. I. 362 ff. 280: die Natur. auf Gott gerichteten Spontaneität entgegenlaufenden Aktion aus (III. I. beruht natürlich nicht auf^ einer sachlichen Übereinstimmung. Vgl. 600 f. 91. (Ph. 90. Herder (z. 93. 3: den der Wiederherstellung des verlorenen göttlichen Ebenbildes in der Geschichte nachzuweisen. Aber er wollte sich selbst zu Gott machen. VII. S. Wenn das Offenbarte auch allmählich im Laufe der Entwicklung aufgeschlossen wird. S. Molitor teilt hier \delmehr die ScheUingsche Anschauung. 177. 368 Ebenda S. Bandes .) Werke Bd. 81. 729 f. Damit wurde auch der Tod als ein gewaltsames Zerbrechen der materiellen Natur nötig. VI. ist mitinfiziert durch die Sünde des Menschen. ist die Aufgabe der Geschichtsphilosophie. 120. 95. B. Werke Bd. Vgl. 99. Vgl.- 124 - einteilung zugrunde legt. S. 1890. erweckte. Wirklich zerstört wurde der ursprüngliche Zusammenhang des Polaren erst durch die Sünde des Menschen (vgl. S. sondern auf Übervernünftiges erstrecke (vgl. Hamberger: Stimmen aus dem Heiligtum der christlichen Mystik Bd. Geschichte der neueren Philosophie Bd. Die Abstammung der Menschheit von einem Urvater ist für Molitor natürlich absolut selbstverständlich. — — 88. 117 f. 92. so wäre doch diese ganze Entwicklung nie möglich ohne vorangegangene Offenbarung. Und auch mit Böhme. die durch den Fall zur Materie geworden ist. 109). sondern auch die Wissenschaft kommt von den Juden. S. 89. deshalb wurde er verstoßen. Geschichte der neueren Philosophie Bd. 96. von der strengen Gerechtigkeit und der liebenden Gnade Gottes eingeführt. S. 301 f. — 94. Aber die Kabbalah sieht hierin noch nichts Negatives. wenn er sagt: „Luzifer vergaffte sich in das centrum naturae. Den konträren Gegensatz zu MoHtors Anschauung von der Offenbarung bildet die von Lessing in der „Erziehung des Menschengeschlechts" § 4 vorgetragene Ansicht. Friedrich Schlegel: Philosophie der Geschichte. Windelband. Er sagt: „Mit deinem eigenen Willen brichst du dich von Gottes Wollen ab" (s. auch Joel: Das Buch Sohar S. 283. Durch diesen Abfall Sseuiaels war die Dualität von Dijn und Ghessed. 102 Ebenso auch die Sprache des Urmenschen. sondern sie ist dadurch gegeben. Die Kabbalah sagt. und das auch bei Kant im Mittelpunkt seiner Geschichtsphilosophie steht. h. S. VII. Frank: Die Kabbalah Seite 166.

je nach dem Wachstum des Menschen. Bd. Nach Kant (Werke Cassirer. Nach der Kabbalah. und lehnt jede Interpretation. 164. d. Auch Schlegel hält es (in der Rezension des Rhodeschen Werkes „Über den Anfang unserer Geschichte und letzte Revolution der Erde" (1819). Görres: Über die Grundlage. Bd. Ein formales Kriterium ist femer: daß sie nicht willkürlich an einem Punkt der Zeit beginnt. 109. sondern sie muß sich auf die ganze Menschheit erstrecken (sodaß also auch die Verirrungen der anderen Völker durch sie ihre Erklänmg finden können). 349: Die Geschichte Jissraels als „das kontrahierte Bild der Menschheit". wenn sie auch ein solches erwähltes Volk zunächst braucht als Träger und Verkünder ihrer Wahrheit. dmrch die die Echtheit und Wahrheit nur einer (und zwar der in der jüdischen Tradition niedergelegten. Baumgardt: Baader und die philosophische Romantik (1926). Vgl. dessen Organ er ist. 105. als sie unter den Ptolemäem in den Kreis des griechischen Staatslebens treten. und die anderen Religionen mit ihren Bugrundeliegenden Offenbarungen als Abirrungen imd Entstelltmgen der einzig wahren tmd reinen Offenbarung erklärt werden. Bibel sind deshalb wahr. 108. Nach Klees Rezension in der Zeitschrift „Der Katholik". weswegen jede Geschichtsphilosophie die Geschichte dieses Volkes an erster Stelle zu berücksichtigen habe. die in der Tatsache in Erscheinung tritt. S. I. 44 und 49.). für den sie doch da ist. Da sich das ganze Gebäude der Tradition demnach auf dem Prinzip der Offenbarung aufbaut. 83. Später (Ph. S. Bd. Baader-Werke. 50 ff. Gliederung und Zeitenfolge der WeltS. (1825). bz^v. Und hauptsächlich: die wahre Offenbarung muß zu jeder Zeit die Mittel rar Regeneration des gefallenen Menschen zeigen. sondern nur mit der metaphysisch spekulierenden Vernunft). h. andererseits doch nur eine wahre Offenbarung existieren kann. 82 ff.- 125 — an König Ludwig von Bayern. Die gefühlsmäßige Ahnung von Gott muß zu lebendiger Gewißheit aufgeschlossen werden. 106. in Verbindung stehen. ihre praktische. S.). sondern von Anfang an da ist und sich wie aus Keimen genetisch entDeshalb faltet. aus diesem Grunde als irrig ab (S.: Die Ereignisse der geschichte (1830) S. da finden die Juden eine weniger günstige Beurteilung. 53) glaubt er allerdings. Bd. 1) werden sie überhaupt erst in dem Moment geschichtlich. IV. 431). daß einerseits jedes Volk. Baader: Werke Bd.). weil sie sich in jedem einzelnen wiederholen. W. 211 ff. 284) für nötig. alle asiatischen Urkunden mit der biblischen prüfend zu vergleichen. 107. ferner muß der Verkünder der wahren Offenbarung mit Gott. so wird die Diskrepanz zum Problem. die sich vom Alten Testament loslöst. was auf eine gemeinsame Urtradition hinweise. Alle diese Bedingungen sieht Mohtor einzig und allein in der jüdisch-christlichen Tradition erfüllt. darf sich ihre Geltimg auch nicht auf ein einzelnes Volk beschränken. 24 (1827) — — S. wie bei Kant und Hegel. VII. G. so daß also nur hier die wahre Offenbarung zugrundeliegt (III.) Ähnlich Kleuker: tJher die Natur und den Ursprung der Emanationslehre bei den Kabbalisten (1786) (S. zitiert. um so das Uralter der letzteren festzusteUen. Von den Wahrheitskriterien. ScheUing dagegen sieht nur in der Geschichte des Christentums die Menschheitsgeschichte abgebildet (Werke Bd. und auch Hegel weiß in der „Philosophie der Weltgeschichte" wenig mit ihnen anzufangen. S. Bd. erwähnen wir hier nur: Alles Offenbarte muß mit der Vernunft übereinstimmen (allerdings nicht mit der empirischbeschränkten. die in der biblischen X X . d. 3 ff. S. Anm. 299. daß auch in den anderen Völkern die gleichen Ereignisse vorkämen. wie ja überhaupt das Judentum bei ScheUing niemals die Betomm^g erhielt wie bei den kathohschen Philosophen. schließlich auch Stolberg und Jung-StiUing. Vgl. S. siehe Müller S. jede Religion im Besitze der einzig wahren Offenbarung zu sein behauptet. allmählich entfalteten und im Christentum endgültig aufgeschlossenen) Offenbarung nachgewiesen. Es ist daher eine Kritik der Offenbarungen nötig (die Molitor auch im Anfang seines 3. Sämtl. Wo dagegen die Staatsentwicklung im Zentrum einer Geschichtsphilosophie steht. V. das gesamte Leben beeinflussende Wirkung ist das Kriterium ihrer Echtheit. 302). Bandes gibt). Für ScheUing ist dagegen die Bibel nur eine wUlkommene Bestätigung (s. die Mohtor an dieser Stelle anführt. Vgl.

welche jene veranlassen muß. Bd. 505. 58). Leopold Schmid (in seiner kleinen Schrift „Wo wird die Wissenschaft ihre Ruhe und Vollendung finden" (1835) sowie besonders die anonyme Rezension im „KathoHken" (Bd. A. der am 4. 725 f. S. 35 (1830) S. d. 114. 58 f. S. der die sj)ekulativen Teüe des MoUtorschen Werkes ablehnt. und 222 ff. Auch Fr. (?) (im Januarheft der katholischen Literaturzeitung von Kerz 1827). G. S. Vgl. Auflage 1882) S. Darauf. . S. aus dem die Forschungen des Verfassers des merkwürdigen Buches — . XII. 85 ff. Adam am 21. W. Nr. S. II. L. Ferner Baader: Werke Bd. 140. Klee (im „Katholiken" 1827. Derusch (umschreibende) und Ssod (geheimnisvolle Deutung). Band der „Philohat bei allen tieferen Exegeten Aufsehen erregt" sophie der Geschichte" (Briefe (1855) Bd. 482 ff. S. II. Oktober 1835: „Das erste Buch von Molitors Philosophie der Geschichte war ein Ereignis in meinem Leben wegen seiner Darstellung der Kabbalah" Karl Philipp Fischer rühmt an Leopold Schmids „Erklärung (Briefe 1850). Gemäß den hebräischen Interpretationsarten: Peschath (wörtliche. 2. fügt^^die Kabbalah zwischen die erste und zweite Art noch den Remes. 286 f.Die hohe Bedeutung der altjüdischen Tradition" (1844). Band rezensiert). Einiges einzuräumen und -vielleicht selbst ihre Resultate zu modifizieren. in seinem Werk „Gott und seine Offenbarungen" (1837. VIII." 113. 52): „Wir müssen. sowie in seiner Anthologie „Stimmen aus dem Heiügtum der christlichen Mystik und Theosophie" (1853) Bd. Bd. schreibt an Ph. 111. Doch einfache). Endlich sei noch auf eine Äußerung Josts hingewiesen. S. . der Genesis". 116. 285. 112. Bd. der in seiner ganzen rationahstischen Grundeinstellung nichts mit Mohtor gemeinsam hatte mid trotzdem das Werk zu den „bedeutsamsten Erscheinungen" seiner Zeit zählte. M. S. II. S. J. S. Bischoff: Die Kabbalah (1917) S. Schlegel erwähnt das anonym erschienene Buch in der Vorrede zu seiner „Philosophie der Geschichte" sehr lobend. J. S. sowie in seinem bereits erwähnten Aufsatz über Günther und Molitor. November 1827 an seinen Bruder Christian schreibt: „Molitors 1. J.. wo er den 3. 48). X.. S. 115. Görres (in seiner Rezension im Februarheft des „Katholiken" aus dem Jahre 1826). daß diese bei Molitor. Schmids Leben und Denken (1871)). IV.. wo auch der modernen Zeit die notwendige Empfänglichkeit für jede mündliche Übermittlung abspricht. Lutterbeck (im . . Er sagt in seiner Rezension in der „Neuen Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung" (1841. Müller S.Gescliiclite 126 — das Symbol aller GescMcLte überhaupt sehen (nach Schneppe: Görres' Geschichtsphilosophie in seiner Frühzeit (1913) S.). 7. 196). und J. Fr. 86 (1842). 80 ff. die andeutende Erklärung ein (vgl.Nippold: L. weist auch Jost (in der erwähnten Rezener on) hin. zugeben. . Die verschiedensten Rezensionen und Bemerkungen von Theologen und Kabbalahforschern weisen nicht nur auf die Bedeutung des Molitorschen Werkes für die Theologie und die spekulative Philosophie. fehlt. W. Wagner.). daß der Verfasser seine Sache mit sehr guten Waffen verficht und der Kritik manche Gegenkritik entgegenstellt. 171). »Philosophie der Geschichte oder über die Tradition' zu erklären sind" (Fr. wo er auch die spekulativen Teile des Werkes würdigte). Ebenso Fr. Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie (1916) S. Brühl (in seiner „Geschichte der katholischen Literatur Deutsehlands" (1854). sondern auch die Bemerkung seines Freundes Clemens Brentano. 549. 8. I. X. Schleeel: Ph. das sich in der Autographensammlung der Berliner Staatsbibliothek befindet). Band des Molitorschen Werkes. 110. sondern auch auf die Tiefe gerade dieser Darstellung der einzelnen Teüe der jüdischen Literatur xtnd ihrer Probleme hin. der hier wohl von Origines (s. Ähnlich Fichte in den „Grundzügen" (Werke Bd. S.Katholiken" Bd.). Meyer (in der Einleittmg zu seiner Übersetzung des kabbedistischen Buches Jezirah (1830) sowie an mehreren Stellen seiner „Blätter für höhere Wahrheit"). sie sei „in demselben Bedürfnis eines gotterleuchteten Wissens begründet. Th. Siehe nicht nur die Rezensionen seiner Freunde Augusti (in einem handschriftlichen Gutachten über den 1. 184) beeinflußt war. Hamberger (in seiner Schrift :..

Es versteht sich von selbst. Dieses äußerliche Prinzip veranlaßt ihn dann auch dazu. bzw. Worin der Unterschied der jüdischen von der heidnischen Ansicht besteht. auf den die Lehre von Adam überging (I ^. Bd. konnte in der Schönheit nur eine unvollkommene Vorstiife zur vollendeten Spontaneität für Gott sehen.und Nebenträgern der Tradition. die ihnen identisch war mit höchster Aktivität und Belebung. daß das Normalvolk sich unter die wilden Völker zerstreuen sollte. 142. soweit es im Rahmen dieser Arbeit möghch ist. Amram und Moscheh) auch Chanoch. 140) „den Schlüssel zur Urgeschichte". Also genau das Gegenteil der Fichteschen Ansicht. G. auch Dittmann: Der Begriff des Volksgeistes bei Hegel (I^. Die Erklärung der niedrigen Kultur der Wüden aus ihrer Isoliertheit und daraus folgenden Dekadenz finden wir bei all den Geschichtsphilosophen. So z. So ist ja auch die Seele in der Struktur des einzelnen das System. der obersten Ssephirah. Schiller. Aber er zählt ihn scheinbar deshalb nicht zu der Kette der Hauptträger. So erwähnt er in der Tafel der ersten acht Traditionsträger (Adam. 119. G. auch bei Friedrich Krause <8. B. 125. daß sie sich so schnell den kultivierten Völkern assimilieren. bis sie schließlich zu den eigentlichen Göttern werden (im Sabäismus). In dieser Polarität sah Schlegel (Ph. ScheEing.). 118. Jaakob. das •die — aktive — Individualität konstituiert. werden wir. sondern die Lehre von Schem (wenn auch tmter Mitwirkung Abrahams) auf Jaakob übergehen zu lassen. Dort sagt er: Durch die Trennung der göttlichen Einheit in eine Mehrheit von Wesen bekommen diese Selbständigkeit. Goethe imd Humboldt. Nur dies letztere ist die Funktion. . 122. was auch z. Abraham. Die beiden niederen Formen des Heidentums dagegen. ist daraus auch Lasaulx betonte (s. die ebenso wie Molitor die Schönheit als den höchsten Wert der Griechen aus der Synthese von Notv/endigkeit vmd Freiheit ableiteten. ebenso sagt Molitor die „Tatsache" ableitbar.). der noch von Noach tmterrichtet worden war. entstehen die beiden männlich und weiblich : gedachten Ssephiroth.) in genetische Verbindung. gaben jedoch diesem konstitutiven Prinzip des Hellenen120. weü nach seinem Tode noch zu Lebzeiten Adams die Tradition dem Methuschelach übergeben wurde. MoHtor dagegen. 126. Rocholl I. 127. 306 ff.— 127 - 117. 123. daß die Wilden sich in der Latenz weiter entwickeln. Levi. Noach. tums eine völlig andere Wertung als Molitor (wie es aus der Verschiedenheit ihrer Ausgangspunkte mit Notwendigkeit folgt). wenn sie mit ihnen in Berührung konmaen. wodurch es überhaupt nur möglich wird. damit Kultur und Geschichte überhaupt erst möglich \vürden. Chochmah und Binah. daß damit diese eigentümliche Erscheinung in keiner Weise genügend erklärt ist. noch zu erörtern haben. zum Knabenalter der Menschheit. 36 f. bringt MoHtor an einer anderen Stelle (III. MoUtor unterscheidet offenbar zAvischen Haupt. Die ganze Zeit von Adam bis zur Sintflut xmd vonNoach bis zu Abraham rechnet Molitor also zur Kindheit. I. und in einer noch weitergehenden Verfallsentwcklung nur ihre äußere Gestalt als göttlich verehrt ivird (im Fetischismus). S. die MoUtor den Propheten zuweist. Eine ähnliche Entwdcklung finden wir bekanntlich auch in der Kabbalah aus Kether. Hegel schied dagegen die Wilden vollkommen von der geschichtlichen Ent^vicklung aus (Ph. die von einem positiven Urzustand ausgehen. Methuschelach. 121. B. 260). die Notwendigkeit des Schicksals war für sie gerade die durch ihren Gegensatz belebende Gegenkraft. und durch sie wird die unendliche Einheit zur Vielheit entfaltet. d. — — <1909) S. Fester S. 124. s. 146 f. Ebenso -wie sich aus dem „organischen Gesamtleben der Menschheit" 136) die Gleichzeitigkeit der Kulturerscheinungen erklärt. Sie bejahten die Schönheit. 163). den Fetischismus xmd den Sabäismus. nicht zu den Hauptträgern der Tradition zu zählen. S. d. Sehern. als ethischer Piletaphysiker.

Molitor die theoretische Reflexion mit dem praktischen Leben in soll später erörtert werden. um deren Auseinandersetzung es sich hier doch zunächst nur handelt. Denn da in (I den Herrn" 136. jeder — — 138. fort über die Generationen der Nassim (deren Harptfunktion für die Iradition die mündliche Auslegung des Kanons und schließlich die Fixierung ihrer Interpretationen usw. bezeichnet bekanntUch Nietzsche in seiner „Götzendämmerung" (Kröner Taschenausgabe (1906) Bd. so wären sie die Träger der Geschichte geblieben. die ihre Lehren noch dem Thalmud einverleibten. daß die Tat der Juden die Tat des natürlichen Menschen überhaupt war. die „Meinenden". Das Material zu dieser Darstellung liefert ihm außer der Thorah und Mischnah die gesamte exegetische Literatur der Kabbalah. die Gaonim und endlich die Rabbanim. Nur wo das Prinzip der Loslösung in einer ganzen Gemeinschaft herrschend ist. wenn sie sich gegen eine solche Vorstellung von der künftigen Erhebung der Juden auflehnten. S. was wir als chamitisches Volk bezeichnen. die er in einer bewunderungs^vürdigen Weise beherrscht. daß es sich hier um ein Gesetz der Realität handelt. 129. 344) Wie Piaton als „präexistent christhch". Wir werden auf dies schon einmal berührte Problem bei der Besprechung der jüdischen Realität noch in anderem Zusammenhang zurückkommen. und deren Lehren schließlich in der Gemara fixiert wurden) zu der Generation der Posskim.— 128 - 128. Das Wesen des christlichen Geistes sei ja gerade die Loslösung von allem Stolz und Hochmut. 133. Hätten die Juden Christus nicht verworfen. IV. durch die Annäherung an Gott bedingt gewesen wäre. nämlich daß auch hier der äußere Erfolg durch die innere Vervollkommniing. er übertrüge Vorschriften und Anschauungen. Diese zerfällt wiederum in drei Teile: die Ssebaraim. daß die Christen. 13. Ebenso. 10. der Auslegenden. Häufig betont Molitor. so wurde in den äußeren Erfolgen des Menschen niemals ausschließlich ein „Lohn'* gesehen. Gal. Molitor weist darauf hin. sondern Kampf für Gott ausgefochten und jeder Sieg für Gott errungen ^vm:de. X. und sie wären wieder eingetreten. 137. 131. Verbindung bringt. da sie Christus nicht anerkennen wollten. ist nach MoHtor das Kennzeichen der Realitätsstufe der Menschheit. Es ist hier nur von den nichtjüdischen Völkern die Rede. 130.. In jedem Volke gibt es Chamiten. aber mit umgekehrter Wertung. die er von Jehoschua über die Richter und Propheten bis zu Esra verfolgt hatte. Man könnte ihm vielleicht einwenden. der durch seinen Sieg ermöglicht war. 25. Kapitel 53. die sich erst allmählich entwickelt . daß schon auf Erden ein gerechter Ausgleich zwischen Verdienst und Lohn. 135.. Wenn MoHtor also jetzt von der plangemäßen Entwicklung der idealen christlichen Wirklichkeit das gleiche aussagt. bzw. Diese — — der damaligen Zeit das Äußere niemals als Selbstzweck erstrebt wurde. so müßte er konsequenterweise zugeben. Annahme. \ 238 f. als ob er damit ein Prinzip der menschlichen Struktur und nicht eine nationale Eigentümlichkeit bestimmter Völker meint. 139. So scheint es. die „gewissermaßen noch täglich von uns wiederholt wird .). allzu sehr zerrissen werden würde. III. da durch eine (unbedingt notwendige) ausführlicher» Darstellung der Zusammenhang der geschichtlichen Entwicklung. entsteht das. Über dieses wiclitigste Problem der jüdischen Realität kann hier nock nicbt gesprochen werden. Schuld und Strafe mit Notwendigkeit eintritt. dessen reale Geltung von bestimmten Bedingungen abhängt. um derentwiUen die Juden verstoßen wurden.. in den gleichen Fehler verfielen. Jeder natürliche Mensch verwirft imd kreuzigt immerfort Christus. 25. in der Mischnah war) und der nachmischnaitischen Amoraim (die die Mischnah kommentierten. Römer III. wenn die Idealentwicklung der Menschheit plangemäß verlaufen wäre. sondern der Erfolg des Menschen war die Folge des göttlichen Einstroms. 134. Diese Bedingungen lagen vor in der Realität der Juden. 132. sagt Molitor. Molitor führt die Kette der jüdischen Traditionsträger.

weil er im Bewußtsein handelte. in eine der Levitenstädte fliehen. auch seine Umgebung. in denen er solange isohert bleiben mußte. B. so konnte es keine Tumah annehmen. Daher behandelt Molitor auch die Frage nach der Beeinflussung der jüdischen durch die nichtjüdische Literatur nur mit geringer Intensität (ohne damit jedoch in Kritiklosigkeit zu verfallen (s. indem sie zunächst die Physis verunreinigt. Wobei wir jedoch nur die wichtigsten Punkte auswählen können. und hier lag der Keim zu aller späteren Entwicklung.) am Bhck. Für die Darstellung der psychischen Unreinheits. sobald er es aber für sich bestimmte. daß er durchaus nicht allen Tumah.) . weim nicht das Empfangende dem Beeinflussenden konform ist. 147. 274: eine „Signierung" des jeweihgen Geisteszustandes im Äußeren des Menschen an). das Prinzip der jüdischen Realität und seine metaphysische Gesetzmäßigkeit ist einmal wirksam gewesen. z. was sich auch (z. Wir wiederholen hier kurz das auf S. 63 f. 144. Dieses Bewußtsein stärkte ihn in einem solchen Maße. und 668 f.und Reinigungslehre benutzt Mohtor außer dem Thenach den Thalmud mit seinen Zusätzen und wiederum die kabbaHstische Literatur. daß die Stellen aus der bibHschen Literatur. wurde deshalb weniger verunreinigt. Frank S. MoKtor sucht häufig mit eifriger Entrüstung und großer Intensität gegen Eisenmenger auseinander zu setzen. 146. sowie die Thorah der Keim der gesamten folgenden Literatur ist. ja am ganzen Aussehen des Menschen zeigt (ähnlich wie die Kabbalah (vgl.~ ihn aus dem Grunde nicht. Vielleicht könnte man aber diese Tatsache auch so interpretieren: Der Mensch. B. der einen anderen versehentlich getötet hatte. Diese strömt dann eine leichte physische Tumah aus. Dann aber infiziert seine Unreinheit. an der Haltung. 120). 387). Der Hohepriester war also gleichsam der stellvertretende Erlöser seines Geschlechtes : (III. Hierbei ist es wichtig. die Kirche machte auch den unrein. Dadurch wurde seine Tumah getilgt. d.) den Versöhntmgsbock in die Wüste zu bringen bestimmt war.) einem Gerät gegeben hat. der (z. schneller wieder auszuscheiden imstande war. I ^. bis der Hohepriester starb. daß kein Einfluß von außen wirksam werden kann. die zum Beweis eines fanatischen Hasses gegen alle Heiden angeführt werden. 143. 145. der Verbrecher ist für ein direktes In-Beziehung-treten zu Gott unfähig. B. sodaß die kabbahstischen Schriften ihrem Wesen nach zu allen Zeiten gleich sind (III. an der er sagt. die Stelle dienen. die natürHch trotzdem in ihn kommen mußte. daß er die Tumah. so konnte dieser eine Gedanke jenen früheren nicht vernichten das Gerät blieb vertmreinigungsfähig. 148.Gesetzen metaphysische Realitäten zugrunde legt. Nur indirekt infiziert auch die psychische Timaah. dann seinen Entschluß und bestimmte es zura Gebrauch für Tiere. Deshalb mußte ein Mensch. denn er geht von der Voraussetzung aus. (P 213). Die trotzdem vorhandenen prinzipiellen Unterschiede zwischen der Tabu. 142. IV. 141. Aber auch in der tiefsten Gesunkenheit bleibt dem Menschen noch ein winziger Rest von RegenerationsmögHchkeit. Als Beweis dafür. B. Zunächst ist allerdings die verunreinigende Wirkimg der Verbrechen nur für das Heilige „spürbar".und der Kadoschauffassung können hier nicht auseinandergesetzt werden. sondern nur durch die Beschränktheit oder auch durch die Ängsthchkeit einzelner zu erklären sind.) nimmt auch Jakob Böhme (nach Baader Werke Bd. welche Bestimmung der Mensch (z. 129 — Bäben. der von einem an Aas Venmreinigten be- — rührt wurde. ob diese oder jene Anschauung erst später aufgetaucht ist. 149. 39 ff. Es ist daher irrelevant. 158 ff. . sich nicht mit der allgemein herrschenden jüdischen Ansicht deckten. S. Doch dieser Einwand trifft da ja in der wahren Tradition das Spätere immer • der Aufschluß des Früheren ist. War es nur für ein Tier bestimmt. B. eine eminent metaphysische Tat für sein Volk auszuführen. bis eine reale Änderung an ihm vorgenommen war. mehr spekulativ Entwickelte. falls er nicht aus dem Volke ausgeschieden wird. h. 140. erhielt es die VerunreinigungsHatte er es erst für menschlichen Gebrauch verfertigt und änderte fähigkeit. auf die Vergangenheit des jüdischen Volkes. mag z.

151. 152. Das Leiden findet natürlicJb nicht in der Gottheit an sich statt. hingegen ist die göttliche Kraft. besonders im alten Judentima. in Anlehnung an die Kabbalah (s. (Übrigens lehnt Molitor die Ekstase als nicht-zentrale Verbindung des Menschen mit Gott ab. 160. so darf man jedoch die in ihr vorkommenden Begriffe nicht auf die drei göttlichen Hypostasen der christlichen Trinitätslehre. Martin. über die sich Molitor selbst nicht ausführlich äußert. Rachamim als das übergeordnete Prinzip der beiden Pole (d.). Molitor erinnert als Hohepriester. 350). in der Ekstase). Geht also die Verbindung dieser beiden Ssephiroth von Thiph'ereth aus. Was sich übrigens axif alle Arten von Wesen bezieht. in seinem Werk „Ministere de l'homme" (übersetzt von Ozanam 1845) über das Opfer (S. 157. Die Idee Gottes Bd. 162. indem sich Thiph'ereth mit Malkuth oder. daß alle Produkte der menschlichen Aktivität. 163. indem sich umgekehrt Malkuth mit Thiph'ereth verbindet (Joel 219). 13 f. was er zu diesem Zwecke bestimmt. 159. Die Kabbalah nimmt an. Thiph'ereth Avird vielmehr immer als das Zentrum des Ssephirothbaumes bezeichnet. Wollte er aus seiner Ich-Beschränktheit heraustreten (z. entspricht auch vielmehr dem ganzen Aufbau der als — — kabbalistischen Ssephirothlehre. 78) und auf die oberen Sphären einwrken (III. also als das Gesetz des Ausgleichs) anzusehen. daß die Mitglieder des Sanhedrins Kenntnisse auch von der Zauberei haben mußten. so brauchte er dazu künstliche Mittel. 161. so bemächtigt sich Gott (das will die Kabbalah . vgl. so sieht er in dem Opfer des Jomhakippur ein Vorbild der großen Sühneaktion durch Christus. B. so behandelt sie auch dieses Problem in keiner Weise. Die Kabbalah lehrt. Malkuth 164. spricht z. Ex. So stehen die Begriffe Ahawah und Rachamim in einem ähnlichen Verhältnis wie Identität und Indifferenz in der ScheUingschen Philosophie des Ab- Über den Begriff und die Bedeutimg des Opfers. an dieser Stelle daran. III. Wenn man schon diese kabbalistische Ansicht zur Interpretation des großen Versöhnungsopfers durch den Hohepriester am Jom hakippur heranziehen will.-31 definierten Bedeutung.— 130 — 150. (Schechinah). So interpretiert Molitor die Verse Ex. daß in der Kabbalah Thipherth Malkuth als Knesseth Jissrael bezeichnet wird. Interessant ist die Bestimmung. Aber da die Kabbalah Gott nur in seiner Beziehung zui Welt zu verstehen sucht. Geht sie dagegen von Malkuth aus.) 156. also auch die intellektuellen Erkenntnisse. 155. „Universum" in der auf S. aber nicht immer restlos wirksame. die das Irdische erst vollendet und lebensfähig macht. h. Über den Begriff der Kawannah s. 158. xsxa in vorkommenden Fällen Entscheidimgen treffen zu können. Wie es auch wohl die Ansicht der Kabbalah sein muß. 153. 271 ff. wenn sie Dijn das verzehrende Feuer. XXVI Vers 23 f. eine magische Existenz haben (II. der hier wohl auch für Baader das Vorbild war. göttliche Lebenskraft zusammenreißt zur Stärkung ihrer Fimdamente und zur Vermehrung der göttlichen Kraft. daß die Welt die in ihr immanente. Einl. Band seiner Werke (S. so bedeutet dies. St. Schon dmrch den Willen zum Götzendienst verumreinigt der Mensch sich und alles. die Gottimmanenz. S. Vgl. : soluten. Vater. Doch glauben wir ihm auch hier entgegenhalten zu müssen. daß die christliche Interpretation der jüdischen Anschauung nicht gerecht zu werden vermag.). Martin Bubers Einleitung zu seinem Buche: „Legenden des Baal Schem" (1918). Alles ist also ein reales Produkt. II. 154. hauptsächlich Baaders „Vorlesimg über eine künftige Theorie des Opfers und des Cultus" (1836) im 7. 196 ff. XXIII. die Doppelbedeutung des hebräischen Wortes Jadoa: erkennen und beschlafen. Malkuth mit dem Heiligen Geist identifiziert. Vers 19. Sohn und Heiliger Geist übertragen. 278). Da er nun Thiph'ereth mit dem göttlichen Sohn. in dem alle Ströme des irdischen Lebens sich vereinen. daß auf zwei Wegen der Einstrom Gottes in die Welt zu erreichen ist entweder. Chessed als mild belebendes Wasser bezeichnet. B.

wenn wir untersuchen wollten. . ist so gering des Molitorschen Werkes. so daß die Idee der Unsterblichkeit — — unnötig gewesen wäre (vgl. 183). Jedenfalls folgt sie aus dem Prinzip der Molitorschen Geschichtsphüosophie mit Notwendigkeit. geben. geht es nicht an. Es sei nochmals darauf hingewiesen. 825). daß in der ersten Epoche das Reale prädominiert hätte. So sagt Mohtor (IV. 174. Als Verminderung der Zahl oder der Klraft der einzelnen Ssephiroth (vgl." Und weiter unten: „. daß er die Entwicklung vom Realen zum Idealen als Typus des historischen Verlaufes ansieht. Wollte man diese Anschauungen zur Interpretation des Jomhakippur heranziehen. Dort Augustin Mauriner Ausgabe Bd. . sondern weü sie als selbstverständliche Voraussetzung in allen zur Pflicht gemachten äußeren Werken zugrunde lag. sie durch schranken. Gen. [s. XV. 136). aber nicht deshalb. Dies ist der Wille Gottes. — Doch ist in dieser Anschauung offensichtlich ein christlicher Einfluß zur Geltung gekommen. 133): in der Jugendepoche der Menschheit sei die reine Gesinnung niemals geboten worden. . Brief 1942. 657). 171. (Worauf Molitor jedoch hier wie an vielen anderen Stellen nicht achtet.— m — damit sagen) der zu seiner Manifestation notwendigen irdischen Realität von sich aus (also in gewissem Sinne ein rein transzendenter Einstrom).. der sich auf diese Entwicklung beim Vergleich zu der Darstellung der realen Geschichtsepoche^ daß sich daraus die Kürze auch unserer nunmehr folgenden Betrachtung ergibt. wem Gott die gratia zuteil werden läßt und wem nicht. non quia ipsi. Joel 123. . daß neben den Strafen zur Tilgung desV erbrech ens im Interesse des Volkes noch die eigentliche psychische Reinigung des Verbrechers im „Interesse" Gottes nötig war. Auch wenn man jede Gerechtigkeitsvorstellung aus der Religion verbannt wissen will." Daher ist jede Zauberei verboten (III. Deshalb heißt es auch in einem kabbalistischen Buche: „der Mensch muß die Welt lassen nach dem einfachen. Erziehung des Menschengeschlechts § 17. oben Anm. auch wenn schon überall das Ideale als treibender Faktor im Spiel gewesen wäre. wie weit diese jüdische Aiiffassung der christlichen Versöhnungstheorie zugrunde gelegen hat. ist unvorstellbar. Wie sollte dann eine historische Entwicklung überhaupt zustande gekommen sein? Gerade daraus." (S. . Darüber. inwieweit diese Behauptung tatsächlich zutrifft. volentibus hominibus . 985 f. 175. 165. Ein äußeres Werk ohne intentionale Gesinnung galt im Judentum ebensowenig als „Tat" wie im Christen- tum. wie er sie den Frommen entzieht. Frank 177 f. Brief I8625. folgt doch mit Notwendigkeit. entscheidet einzig und allein sein absolutes Vorherwissen der Zahl der Heiligen (s. Vers 15. . Der Teü . natürhchen Gang. 876). Die Vorstellung eines liebenden Gottes wird dadurch jedenfalls nicht gefestigt. die Lessing (Erziehung des Menschengeschlechts § 24) anführt und aus teleologischen Gründen ablehnt: In der früheren Zeit hätte ein gerechter Ausgleich schon auf Erden stattgefunden. weü man in ihr keinen Wert sah. 173. 168. Es würde natürlich zu weit führen. An dieser Stelle sei jedoch auch auf die Interpretation William Warburtons hingewiesen. 167. Joel S. S. sed quia Deus heißt es: „. so würde eich eine der christlichen Auffassxmg gerade entgegengesetzte Anschautmg er- Ein anderes (historisches) Problem wird voö der Frage berührt. Brief 179. Nicht herangezogen werden kann in diesem Zusammenhang die gratiaVorstellung. 172. 176. non vult. 170.)] Auch Augustin stellt ja neben sed Deo nolente salvos non fieri die Barmherzigkeit Gottes die „strafende Wahrheit" (s. zieht.) wie Molitor sagt in der plangemäßen Entwicklung 169. 166. II. videmus tam multos. 188 und besonders 217i9. S. cum tam multi salvi non fiant.und sinnlose Willküt zu ersetzen. Bischoff 79f. Vgl. die wir bei Augustin (und in konsequenter Weiterfiihrung bei Calvin) vielfach finden: daß Gott in seiner Allmacht seine Gnade völlig frei und willkürlich den Sündern ebenso zukommen läßt. Daß allerdings niemals ein Pol über den anderen prädominiert hätte.

179. 219. XXVIII. lichkeit einer Regeneration sieht. Er ist eine (mehr gefühls- umfassen. Wirksamkeit. 417). 34: Marc. Minor (1907) II. daß er einen Überblick über die Entwcklung der modernen Philosophie. Hier erhebt sich die Frage. Zum Materialismus verhält sich dieser Pantheismus wie die Form zum Stoff. Ricker t: Kant als Philosoph der modernen Kultur S. auf dem er einzig und allein die Mögaufgetaucht sind. 20. tmd wies auf die Notwendigkeit des Studiums der jüdischen Geheimlehre hin (Werke Bd. Umgekehrt bildet das Leiden des zur Spontaneität bestimmten Christen die Vorbereitung und den Vorklang der Realität jenes endgültigen Zustandes. Wenn Molitor diese Frage auch nicht klar beantwortet. dem um um mäßige) Anschauuiig der Natur als TotaHtät. Vgl. lY. Matth. die ganze Menschheit d. XXVII. So weist Novalis (Schriften. Windelband: . 105. Ahnliches findet sich bekanntlich noch an vielen anderen Stellen. S. II. d. bei denen die Spontaneität im Vordergrund stand. XIII. durch äußere Naturi 177. Über die einzelnen Entwdcklungsstadien der patristischen und scholastischen Philosophie spricht Molitor nirgends. Für die Mohto. wenn auch in vielfach entstellter Form. XVI. 185. XIII. ob nicht ein Widerspruch darin liegt. Deshalb sollen hier nur einige Punkte hervorgehoben werden. Job. während der Materialismus den stofflichen Aufbau dieser Welt zu analysieren sucht. 10). Lehrbuch der Geschichte der Philosophie S. wie das QuaHtative zum Quantitativen. in dem alles Reale ins Ideale emporgehoben und verklärt sein Avird. bei denen doch die Rezeptivität überwog. 24). 187. 15. Über mente s. oben S. die im Laufe der modernen Geschichte den Weg zu zeigen. die Kleider zu waschen. 178. ed. h. Gott will die irdische Entfaltung zur Manifestation seiner Herrlichkeit. 181. 196. Es handelt sich für ihn ausschließlich Kritik der einzelnen Weltanschauungen. 195. 189. 188. 193. Marc. weil sie dann ja das Papsttum hätte bestehen lassen müssen (Ph. B. Vgl. Dies vergleicht Molitor mit der Institution des Jom hakippur (Ex. xind wenn auch nur im gröbsten Umriß eine „katholische" Analyse und gibt. 203). XIX. Dort weist er darauf hin. 180. 3. Job. 191." Und der späte Schlegel bezeichnet (wie Molitor) die Reformation aus Grunde nicht als eine wahre Wiederherstellung der Kirche. G. . 194. durch leidende Idealität „erzogen" werden sollten. 102 ff. 11. sagt die Kabbalah (IV. die Christen.B. den Typus sieht.1B2 die aus dem Judentum doch noch übrig gebliebenen realen Elc' weiter unten. 190. ^ 186. 10). Hier erinnert er an die Schaubrode und Speiseopfer. durch das sie den Zustand der Ideal-Realität herbeiführen sollten. daß die Juden. 18'i. Man darf selbstverständlich nicht erwarten. 183. 192. in dem Gebot. um christlich zu bleiben. bevor das Volk vor Gott erschien (Ex. 182. Bd. IV. so scheint er doch die Wirksamkeit in der Zeit des Realismus gleichsam als Nachklang und Abbild der Idealität anzusehen. S. des göttlichen Alls. So weihte auch Moscheh den Jehoschua zu seinem Nachfolger durch Handauflegen (Num. die in jenem aufgegebenen real-idealen Urzustand allem Realen immanent war^ "vV^ährend die Rezeptivität der Juden sich aus der Verbundenheit ihres Daseins mit der den Urzustand charakterisierenden Realität alles Existenten (auch des Idealen) erklärt. die zur Veranschauhchung des Entwicklungsganges dienen können. daß die Kirche. Auf die Organisation des Christentums soll später ausführlicher eingegangen werden. VIII. daß sie politische Aktionen unternehmen mußte. 34. 12. Ihre Spoiitaiieität dagegen ist das Mittel.r z. 197. 528) darauf hin. 18). daß „durch den sich abspaltenden Protestantismus die Religion ihre einende Bedeutimg verlor. so z. Auch ScheUing sah in der Kabbalah das Ursystem. Hegel betont Molitor relativ wenig. aber. Matth. Über das plangemäße Verhältnis von Staat und Kirche s. XV. 33.

109). erschien 1857) Vorzeichen des nahenden Greisenalters. So waren die Erlasse Gregors des Großen. 201. S. I. XXIII. Bd. d. wie im Christentum als absolute Transzendenz aufgefaßt wurde. Soweit es sich hierbei Dinge handelte. die durch den Menschen hergestellt werden mußten. es auch nicht eiimial sein darf. vom christlichen Standpimkt aus gesehen. wie z. Die Konzentrierung auf das Irdische war allerdings im Judentum. deshalb scheint es. S. aus denen die christlichen Väter schöpften. 213. Nach Thess. der als solcher natürlich nicht bewußt zu sein braucht. führt Molitor auf ihn zurück. bzw. Medicus Einl. daß diese Gegenstände nicht als bloß willkürlich ausgedachte Symbole. Nur symbolische um . Ebenso sagt Hegel: so wie ein Volk sich Gott vorstellt. 25). 200. W. clairvoyance. 212. also auf den Gang der Geschichte. X. Werke Bd. enthalten (s. Titus I. (nicht imitative) Darstellung göttlicher Kräfte (nicht des Göttlichen selbst) war also erlaubt. B. ist auch in Schlegels Ansicht. d. 204. Bd. 199. 202. ^^de wir oben sahen. sieht. (1917) S. Döller: Die Reinheits. Denn in der letzten Epoche der Geschichte werden alle Menschen vor Gott gleich sein. sondern gleichsam als konform sein sollende Reservoire des Göttlichen angesehen wturden. IV.). V. bzw. in der einige der alten Väter schrieben. 105). In diesem Sinne sagt auch Steffensen (Philosophie der Geschichte (1894) S. 179) weist Molitor übrigens darauf hin. 278): „nur den Juden ist das Di es seitsieben von feierlichem Ernst. Lederbogen: Fr.— 133 — 198. 15. Auf sozialpolitischem Gebiet sieht Molitor in den kommunistischen Tendenzen seiner Zeit (die 2. ins Ideale transponiert seui. S. der Mensch müsse erst „theoretisch gut sein. Matth. sondern es war im höchsten Maße Konzentration auf Gott. G. 206. fanden sich teils in dem hellenistischen. also als negatives. 203. sowie die Midraschform. sogar geboten. 178). Wenn MoHtor es auch nirgends deutlich äußert. An dieser Stelle (S. 209. sondern auch das Leben regenerieren werde. daß er den einzigen „Zweck" der Kunst. „Die Quellen. der Norm nahen Realismus. h. als ob damals keine Konzentration auf Gott vorlag. wurde ein besonderes magisches Wissen verlangt: ein Zeichen dafür. ja. Aufl. so stellt es sich auch seine Beziehung zu Gott vor (Ph. 287 ff. 290. differenzierendes Moment nicht mehr existieren wird. Lithurgie und Symbolik. 24. weil alles Reale. zeigen deutHch die starken Beziehungen zu dem Judentum. Das ist die psychologische ümkehrung des realen Gesetzes: wie der Mensch seine Beziehung zu Gott gestaltet. Schlegels Geschichtsphilosophie (1908) S. teils in dem palästinentischen Judentum" (IV. 81). nicht Symptom bloßer Sinnlichkeit. zu Fichtes Werken S. Job. Dieses Buch bietet übrigens viel Material und eine umfangreiche Literaturangabe zur Auffassung der Unreinheit bei anderen Völkern der Erde. daß die Abkehr vom PantheisiQus nicht nur den Geist. In ähnlicher Weise glaubte ScheUing. die die Erkenntnis der Oflfenbarung. 5. so ist doch nach seinen Voraussetzungen anzunehmen. S. o. Weil aber Gott nicht." 207. Auch die telepathischen Fähigkeiten.und Speisegesetze des A. 208.) 210. das die Unterschiedlichkeit bedingt. Abteilung Bd. in dem wahren. in der Konkretisierung der Idee der metaphysischen Beziehung von Gott und Welt 211. S. Die Überzeugung von der Ein^virkung theoretischer Aktionen auf das praktische Leben. nur Konsequenzen aus der veränderten historischen Gegebenheit (vgl. S. die auf eine Beseitigung der alten übernommenen Unreinheitsgesetze abzielten. In ähnlicher Weise bezeichnet ScheUing als die dritte Epoche die philosophische Religion. daß der Einfluß des Judentums auf das frühe Christentum doch nicht zu unterschätzen ist. 109 f. des I.T. 20. 205. 25 f. so wirkt Gott auf ihn zurück (s. der Prinzipien der übernatürlichen Religion enthält (Werke 2. um es praktisch zu werden" (s.

229. Jones Fränkel Bd. I (1906). nach Frankfurt a. 232. wollte diesen mit Molitor und seinen Freunden bekannt machen. Daß sich daraus das Eheverbot für die Geistlichkeit ergab.und Judenkinder in eine Schule zu bringen. ib.die im Mittelalter in jenen Bünden real gewesen waren. Schelling dagegen sah nva dies als Funktion Christi: die abgefallene Menschheit wieder mit Gott zu versöhnen. in : 227. das Prinzip zu verdammen. 465). 226. der Freund Hegels. 48. 230.) 225. 220.274. daß er es unterlassen hätte. 217. Aber alle sozialen Wohltaten seien noch kein Ersatz für die umfassenden Inhalte. Inwieweit diese psychologische Erklärung mit den historischen Tatsachen übereinstimmt. Hegels Briefe (1887) I. So weist er darauf hin. — von der allerdings nur das 1. zu kommen. erst das rein ideal gerichtete kathohsche Christentum vollzog diese Identifizierung. daß die nur-praktische Unterweisung keinen festen Bestand haben konnte. 231. S. Diese Äußerung kann sich nicht auf die pädagogischen. Heft zustande gekommen ist. 215. 222. ob und wo sich noch ein Exemplar dieser Zeitschrift.Die Günderode" in Bettinas Werken Bd. 228. Molitor für die Übersendung der „Ideen" zu danken (s. S. weil es einzelne gegeben hat. die in der Organisation des historischen Mittelalters lagen. 10 f. um . Bärwald: Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (1904). 223. 88). 233. II. und forderte ihn deshalb (1810) auf. Sinclair. Molitor vertritt damit also die Ansicht des Duns Scotus. Über das Philanthropin und Molitors Tätigkeit an dieser Schule vgl. S. weil MoHtor selbst in früheren Jahren sich mit Leib und Seele der Freimaurerarbeit hingegeben hatte. Steick S. Auch hier weist Molitor auf die Schwächen des Freimaurersystems hin." (Bettina Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde. 216. M. Das Höchste ist für die Maurer Humanität. daß nur Adel. 56. nicht aber die Bauern zu Zünften zusammengeschlossen waren. sondern nur auf die philosophischen Schriften beziehen: denn die pädagogischen erhielt Goethe erst später zugesandt (s. die es mißbrauchten (IV. aber er ließ MoKtor mehrmals herzlich grüßen und entschuldigte sich. 431 und S. II (1920). 221. 218. soll hier ganz dahingestellt bleiben. Geistlichkeit und Bürger. 742). Bärwald und Adler: Geschichte des Philanthropins (1904). Siehe Staatskalender für das Großherzogtum Frankfurt a. Vgl. Leider war es nicht möglich. Steick: Bettinas Briefwechsel mit Goethe (1922). 70. 59. Diese Stellungnahme zum „Der Mensch lebt nicht von Brod allein" (I^. Liermann: Das Lyzeum Carolinum (1908). Bettine und die Frankfurter Juden (1903). S. geht aus einem dem sie schreibt „Es war ein höchst genialer und glückhcher Gedanke von meinem Molitor.) Neuerung Molitor nicht unbeteiligt war. auf ihre rationalistischen und allzu wenig christlichen Tendenzen. 50. fürs erste Christen. Problem der Freimaurer in der letzten Zeit seines Lebens ist deshalb interessant. daß den Korporationen ein bewußter Aufbauplan fehlte. Die könnens dann miteinander versuchen und den Alten mit gutem Beispiel vorangehen. v. Die „Unreinheit" war in den früheren Zeiten etwas anderes als Sinnlichkeit. Görres Briefe (1874) Bd.. durch eine Umfrage an die deutschen Bibliotheken zu ermitteln. hierzu auch Bettinas Korrespondenz mit der Günderode. u. S.134 214. S. S. ib. der bekanntlich gegen Thomas von Aquinos Theorie vom überschüssigen Verdienst Christi die Akzeptilationslehre verfocht. zeigt wiederum den Unterschied zwischen Judentum und Christentum. ib. 120). befände. S. 151. die sich das Problem der theoretischen Pädagogik drehte (. Vgl. S. Herausg. 219. S. Auch hier warnt Molitor davor. S. da ihr das theoretische Fundament fehlte (IV. M. 52. Hegel folgte dieser Einladung jedoch nicht. Molitor verkennt keineswegs die großen Gefahren und Nachteile. dieser Daß an Brief Bettinas an Goethe hervor. Ludwig Geiger: Goethe. 1812. 224. 41. 234. 110).

eine solche Herzensgute. 506 ff. werden selten gefunden übertroffen wohl nie! Darum ward ihm auch die Liebe aller. S. Ebenso 1. 239. in einem Grade. 243. IV. 238. Vgl. daß er schon früher in direkter Abhängigkeit von Baader gestanden habe. übersetzt von S. um die fundamentale Wandlung zu beleuchten. daß wirklich große und edle Eigenschaften im Menschen noch imm. S. Baader sagt in einem Brief an Molitor (Werke Bd.. "wie er besaß.er — — — Anerkennung und Würdigung finden. die ihn kannten. freudig bezeugen and ein solches wahrhaft kindlich frommes Gemüt. Sogar aus Moskau kam man nach Frankfurt a. Grande Encyclopaedie Franqaise. Grundriß der Geschichte der Philosophie (1878) Bd. 1. 240. S. die sich in der Berliner StaatsbibUothek befindet). 241." Diese Stelle sei erwähnt. 237. zuerst wieder auf diese Lehre (von der Triplizität der Kreatur) hingewiesen zu haben.K. 235. S. Varnhagen von Enses Notiz über Molitor aus dem Jahre 1821. Bei Molitor wäre eine solche Befürchtung das werden alle. das einer imparteiischen Kritik gegenüber leider nicht probehaltig ißt. haben sich das große Verdienst erworben. um noch einmal die Unmöglichkeit der Annahme zu zeigen. Vgl. Hester (1860) Bd. •verehrter Freund. und dann. Außerdem im allgemeinen Handbuch der Freimaurerei (1900) den Artikel über Molitor. einmal." . der im Frankfurter Konversationsblatt vom März 1860 zu finden ist: „gar manchmal geschieht es. M. die Mohtor unter dem Einfluß der Kabbalah erfahren hatte. 114) hält ihn wegen seiner jüdischen Gelehrsamkeit für einen getauften Juden. Nikolas (in seinen Philosophischen Studien über das Christentum). Zur Charakterisierung Molitors sei zum Schluß eine Stelle aus dem Nekrolog zitiert. 236. die ihn näher undenkbar. 325): „Sie. In der Allgemeinen deutschen Biographie (1885).— 135 — . A. welcher ein ehrendes Zeugnis dafür gibt. um ihn aufzusuchen (s.Fischer: Über die jetzigen Wirren im eklektischen Freimaurerbtmde (1845). der sich in der Darmstädter Dokumentensammlung in Berlin befindet. daß einem Heimgegangenen ein Lob nachgesendet wird. Wagner (Briefe imd LebensMachrichten (1851). Eine solche Liebe gegen alle Menschen kannten. 242. K. Wenz: Geschichte der Loge Carl zum aufgehenden Licht ^1891). II. 417). III. den Brief an das preußische Kultusministerium (Oktober 1826).

das ich Mommsengymnasium zu Charlotten^ im März 1923 verließ. Es sei mir gestattet.136 — Lebenslauf. Februar 1905 wurde ich als manns Emil Frankenstein und Söhn des verstorbenen KaufRosa geb. Hensel für die vielfachen Anregungen zu danken. Ich bin jüdischer Konfession und preußischer Staatsangehörigkeit. um zunächst an der BerBner Universität sechs Semester lang Philosophie. Pädagogik und Semitistik (als Nebenfächern) promovierte. zu seiner Ehefrau Charlottenburg geboren. Vorschulklasse bis zum Abitur be- suchte ich das humanistische bürg. Im Apr 1 1926 wurde ich bei der Universität Erlangen in der philosophischen Fakultät eingetragen. die ich aus seinen Vorlesungen und Seminaren wie auch in persönlichem Ver- kehr erhalten habe. Psychologie. bei denen ich dann im Februar 1927 in Philosophie (als Hauptfach). an dieser Stelle Herrn Geheimrat Professor Dr. Leser und HeU. Am 16. Spanisch und Semitistik zu studieren. Pädagogik. Kunstund Li^raturgeschichte.Czempin. Russisch. Von der 3. Hier studierte ich zwei Semester lang bei den Herren Professoren Hensel. .

1920) von Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde (herausgegeben Briefe (1855) an J. L845) rankfarter Konversationsblatt (1860) Goethe. A. M. der Geschichte oder Über die Tradition des alten Bundes und hre Fortführung in der Elirche des neuen Bundes. 2. Hoffnung. 2. Jlgemeine deutsche Biographie (Prandtl. 1 4 (1827 1852) Philosophie der Geschichte. Fränkel.Sammlung (Berlin) Radowitzsche Sammlung (Berlin) : i'reimauTer-Schriften ) De ) ITnstitution mac(onniqiie dans l'ordre poUtique et moral) (in: Annales mag. 1855) Erdmann: Grundriß der Geschichte der Philosophie (1878) l. K. 1825) B. 1906) lemens von Brentano: > . Brühl: In Civiltä catholica (Deutsche Ausgabe.Sammlung (Berlin) Autographa der Berliner Staatsbilihothek Darmstädter-Dokumenten. Fischer: Über die jetzigen Wirren im eklektischen Freimaurerbunde . Molitors Lelien und Urteile üher ihn. Bd.?^issenschaft und Kunst" (1808) Jber den Geist der modernen Philosophie und die verschiedenen Stufen ihrer eitherigen Entwicklung (ibid. Auflage (1857) !deen zu einer künftigen Dynamik der Geschichte (1805) Der Wendepxmkt des Antiken und Modernen (1806) Die Philosophie der modernen Welt (1806) i*hilosop}iie — — Snige Worte über Erziehung (1807) Jber bürgerliche Erziehung (1808) Jber den Geist des Sittlichen in der Erziehung (1808) Jber die Tendenzen des jetzigen Zeitalters (in Friedrich Asts „Zeitschrift für .) . 1903. 1885) Jlgemeines Handbuch der Freimaurerei (1900) Jlgemeine Zeitung (Augsburg 1860) Saerwald: Geschichte der Realschule der israehtischen Gemeinde zu Frankfurt a.) Jriefmanuskripte i) i) .— 187 Literatur -Verzeichnis.M. 1808) Liebe. Nr. Bettine und die Frankfurter Juden (AUgemeiae Zeitung für as Judentum. 6. I. Molitors Werke.Brühl: Geschichte der katholischen Literatur Deutschlands (1854) A.A. Glaube (ein Wechselgesang.) : Varnhagen von Ense. (1904) {aerwald »ettina »ettina und Adler: Geschichte des Phüanthropins (1904) von Arnim: Die Günderode (Werke Bd. Bd. 40) rörres: Gesammelte Briefe (1858 und 1874) reiger: Die christliche Mystik (1836 1842) rrande Encyclopaedie Frangalse (Ruyssen) [amberger: Über die hohe Bedeutimg der altjüdischen Tradition (1844) rörres: — . M.

Hamberger: Christentum und moderne Kultur (1863) 21. Latomia. Anonym: Die Kabbalah. A. Bloch: Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt (1905) Buber: Legenden des Baal Sehern (1918) .) —1806) 21. 1910) Wenz: Geschichte der Loge Carl zum aufgehenden Licht (1891) J. 17. Pütt: Aus Schellmgs Leben (1869 f. tum (1885) Bischoff: Die ihre Hauptlehren und ihr Verhältnis zvaa Christen- 2. Hegel: Briefe (1887) 23. (dtsch. 35. Leopold Schmid: wird die Wissenschaft ihre Ruhe tmd Vollendung Wo 33. 1. Kabbalah (1917) 3. Fr. Der Katholik. Schlegel: Philosophie der Geschichte (1829) 22.) 13. tmd Zeitenfolge der Weltgeschichte (1830) Görres: Ges. Windelband: Geschichte der neueren Philosophie (1911) 25. Windelband: Einleitung in die Philosophie (1924) Kafobalab. GUederung 4. IL 1852) Steick: Bettinas Briefwechsel mit Goethe (1922) Strich: Die Mythologie in der deutschen Literatur (Bd. Freimaurerische Zeitschrift (1860) 28. (1825) 20. St. 138 — christliclien Hamberger: Stimmen aus dem HeiKgtum der Sophie (1857) Mystik mid Theo* 20.) Fischer: Fichte (1914) 6. Bezlehimgen Molitors zu anderen Philosophen. Schlegel: Sprache und Weisheit der Inder (1808) 18. X. Hamberger: Erinnerungen aus meinem Leben (1883) 22. Fr. Schlegel: Sämtliche Werke Bd. Nietzsche: Werke (Kröners Taschenausgabe) Bd. 36. finden? (1835) Sengler: Die Idee Gottes (Bd.) romantische Schide (1870) Franz Hoffmann: Zur Katholischen Theologie und Philosophie (1836) 12. Nikolas: Philosophische Studien über das Christentum Bd. Jahrgang 1842. 1860) 31. (Lutterbeck) 27. Franz Hoffmann (1851 —1860) Baumgardt: Baader und die philosophische Romantik (1927) Fichte: Werke ed. Jahrgang 1830. Jahrgang 1827. (Anonym) 26. Der Käthohk. 2. Fr. 37. Görres: Aphorismen über die Kunst 8. Schlegel: Philosophische Vorlesimgen ed. (Görres) 24. 38. Liermann: Das Lyceum CaroKnum (1908) 29. 15. F. Schlegel: Phüosophie der Sprache (1830) 23. Wagner: Briefe und Lebensnachrichten (1851) Werle: Baader und sein Kreis (1924) C. Fr. (1906) 10. Haym: Die X 14. Angelus Süesius: Der Cherubinische Wandersmann (ed. Jahrgang 1826. 34.— 19. 9. II. 5. Augustin: Mauriner Ausgabe Bd. 11. Jahrhunderts (1906 Schelling: SämtHche Werke (1856—1861) f. 3. Noack: Philosophiegeschichtüches Lexikon (1879) 30. (Klee) 25. 4. Der Kathohk. IL Baader: Sämtliche Werke ed. Windischmann (1804 19. Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie (1916) 26.) 32. Medicus (1911 f. A. J. 16. Fr. Görres: Über die Grundlage. III. Schlegel: Philosophie des Lebens (1828) NovaUs: Werke ed. Fr. Der Katholik. Schriften (1854 ff. Martin: Ministere de l'homme (deutsch v. Fischer: Schelling (1923) 7. Ozanam 1845. 1. Minor (1907) Pfeiffer: Deutsche Mystiker des 14. EUinger 1895) 24.

1922) Jellinek: Beiträge zur Kabbalah (1852) Joe!: Midrasch Hasohar (3. . Papus: Die Kabbalah (übersetzt von J.— 5. Cassirer (1922) 14. Kaulfuss: Die Grundprobleme der Geschichtsphüosophie (1907) 15. Philosophie der Geschichte (1896). 1. 5. J. Hegel über das Auftreten der christlichen ReUgion in der Weltgeschichte (1908) Rickert: KultTirwissenschaft und Naturwissenschaft (1921) Rickert: Kant als Phüosoph der modernen Kultur (1924) Rickert: Probleme der Geschichtsphüosophie (1924) Rocholl: Die Pholosophie der Geschichte (Bd. 1823) 14. 34. 35. Ernst Müller: Der Schar tmd seine Lehre (1923) 16. Wertmaßstäbe (1905) Hegel: Philosophie der Weltgeschichte (ed. Bemheim: Geschichtsauffassung und Geschichtsphilosophie (1880) Bemheim: Lehrbuch der historischen Methode und der Geschichtsphilosophie (1908) 3. 189 — Ehrenpreis: 13. Mehlis: Lehrbuch der Geschichtsphüosophie (1915) 22. Kobb: Die Offenbarung (1915) 12. 30. Reese: 24. 8. X) 12. Lessing: Erziehung des Menschengeschlechts (Nationalbibliothek) 18. Lederbogen: Schlegels Geschichtsphilosophie (1908) 17. 28. Lasaulx: Neuer Versuch einer alten auf die Wahrheit der Tatsachen gegrün- deten Philosophie der Geschichte (1856) 16. Bd. von Meyer: Jezirah (1830) 15. 7. Seilin: Die geisteswissenschaftKche Bedeutung des Sohar (1913) Geschiehtspliilosopliie. Mehlis: ScheUings Geschichtsphilosophie in den Jahren 1799 bis 1804 (1906) 21. Otto Braun: Geschichtsphilosophie (1923) G. Seidmann: Aus dem heiligen Buche Sohar (1920) 18. Fr. Prolegomena zur Geschichtsphilosophie 1(911) Engert: Teleologie und Kausalität (1911) Grotenfelt: Historische 8 9.und Bildungsproblems (1922) Dittmann: Der Begriff des Volksgeistes bei Hegel (1909) Eiert: 6. 32. 25. Die Entwicklung der Emauationslehre in der Kabbalah des Jahrhunderts (1895) Frank: Die Kabbalah (3. 10. IV. J. 2. Aufl. 6. Nestler 1921) 17. II 1893) Schneppe: Görres' Geschichtsphüosophie in seiner Frühzeit (1913) Siebert: Die Bedeutung der Geschichtsphüosophie in Rudolf Euckens Weltanschauung (1909) Simmel: Die Probleme der Geschichtsphüosophie (1905) Steffensen: Zur Phüosophie der Geschichte (1894) Troeltsch: Moderne Geschichtsphüosphie (1904) Wiener: Fichtes Lehre vom Wesen imd Inhalt der Geschichte (1906) Windelband: Geschichtsphüosophie (1916) Windelband: Präludien (1924). 7. 4. 1923) 9. XXI) 13. Rappoport: Zur Charakteristik der Methode und der Hauptrichtungen der 23. Lindner: Geschichtsphilosophie (1921) 19. Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (NationalbibHothek Bd. Aufl. Lasson 1920) 10. Medicus: Kants Philosophie der Geschichte 20. Burckhardt: Geschichte des Kultur. Hensel: Carlyle (1901) 11. Fr. Kleuker: Kaufmann: Philosophisches in der Kabbalah (1901) Über die Natur und den Ursprung der Emanationslehre bei den Kabbalisten (1786) 11. I 1878. Kant: Bd. 31. Köster: Nachweis der Spuren einer Trinitätslehre vor Christo (1845) 13. 26. 29. IV ed. Herder: Auch eine Philosophie der Geschichte (Bd. von Meyer: Blätter für höhere Wahrheit (Bd. 33. 27.

Buchdruckerei. Berlin SW68. RittersixßBeflSi ^^'^^J'^^'s^r .Gehring & Reimers.

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