Seite 1/4 DCTB–Themenblätter: Bibel-, Ethik- und Zeitfragen Themenblatt 18

Ökumene – Was ist das?
Armin Bachor Einleitung Der Begriff Ökumene wird heute ausschließlich im Raum der Kirche gebraucht. Er hat im ursprünglichen und aktuellem Sinn eine politische Bedeutung. Ökumene ist ein von kirchlichen Funktionären gesteuertes Programm zur Zusammenführung der unterschiedlichen christlichen Kirchen und Konfessionen mit Ausnahme der Römisch Katholischen Kirche (ÖRK = Ökumenischer Rat der Kirchen in Genf
http://www.wcc-coe.org/wcc/deutsch.html

Ökumene ist die planmäßige Zusammenführung der Weltreligionen. Ökumene ist der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Römischer Katholischer Kirche und den im ÖRK zusammengefassten Kirchen
http://www.ekd.de/oekumene/44582.html

Die Gefahren:
http://www.bibelbund.christen.net/htm/2001-1-064.htm

Ökumene ist der Wunsch nach Harmonie und Einheit (EINS- Programm der Evangelischen Allianz Deutschland, Aufbruch zur EINheit, www.ead.de) aller Christen, die Christus als Herrn bekennen (Christozentrische Bekenntnisökumene: http://www.institut-diakrisis.de/bekenntnisoekumene.pdf) Motto: „Lehre trennt, Liebe eint“ und „Einheit in der Vielfalt“. Dazu: http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=436

Zeit: „Römisches Reich“, ein politischer Begriff. Neutestamentlicher Gebrauch Gesamte bewohnte Welt, auch gleichbedeutend mit kosmos (Welt): Matthäus 24,14; Lukas 21,26; Offenbarung 3,10; 12,9; 16,14. Römisches Reich Lukas 2,1: „Welt“ (L84) ist hier das römische Reich (Hoffnung für Alle) Lukas 4,5: Der Begriff kosmos bei Matthäus wird hier bei Lukas mit oikumene wiedergegeben. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Lukas die unterschiedlichen Herrschaftsgebiete innerhalb der grenzen des römischen Reiches meint, die von Satan beherrscht werden. Das Imperium Romanum, die Ökumene, ist ein von Satan beherrschtes politisches Gebiet. Apostelgeschichte 11,28: Hungersnot beschränkt auf das Römische Reich, näher bestimmt durch die Angabe eines römischen Kaisers (Apg. 17,6; 19,27; 24,5). Zukünftige Welt/Heilszeit Hebräer 1,6; 2,5: Bei seiner Wiederkunft wird Jesus in der zukünftigen Ökumene (Weltreich) von den Engeln als Gott angebetet.

Theologische Anmerkungen Der Begriff „Ökumene“ im Zusammenhang mit endzeitlichen Entwicklungen Angst und bange Erwartung vor Katastrophen bestimmt das Leben der Menschen in der Ökumene (Luk. 21,26). Die Menschen in der Ökumene leiden unter satanischen Mächten religiöser, aber vor allem politischer Art (Offb. 12,7-12; 16,13-16; so auch Luk. 4,5). Die Verkündigung des Evangeliums wird gerade in der Ökumene weitergehen bis Jesus wiederkommt (Matth. 24,14). Aber Evangeli-

Neutestamentliche Wortstudie zu oikumene Grundbedeutung von oikeo: bewohnen; oikos: das Haus Bedeutung im klassischen Griechenland: bewohnte Erde (Kultur); Bedeutung in römischer

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sation und Mission wird zunehmend unter politischen Druck von außen geraten (Matth. 24,913), so wie bereits bei Paulus im Römischen Reiches. Sein Verkündigungsdienst wird als ein politisches Verbrechen verurteilt, das sich gegen die allgemein anerkannten Grundsätze (Kaiserkult) der Ökumene wendet (Apg. 17,6). Die Evangeliumsverkündigung stört massiv das friedliche Nebeneinander der unterschiedlichen Religionen und damit wird Paulus zu einem Unruhestifter (Apg. 19,27; 24,5). Mit Bezug auf das Römische Reich redet der Hebräerbrief (1,6; 2,5) von einer zukünftigen allein durch die Herrschaft Christi bestimmten Ökumene (Weltreich). Damit erscheint die religiös-politische Ökumene des Römischen Reiches als eine satanisch bestimmte Vorwegnahme des Reiches Christi.
„Aufs Ganze gesehen wird man zuzustimmen haben, daß im NT die Oikumene ‚nicht die Gemeinschaft der Christen’ (dies ist vielmehr die ekklesia), ‚sondern gerade die noch von den Mächten der Finsternis bedrohte Welt des heidnischen griechisch-römischen Kaiserreiches’ ist. Das schließt nicht aus, daß gerade diese Oikumene im NT als das Arbeitsfeld der Kirche angesehen wird.“
O. Flender, ThBLNT, 240

gehören zur Gemeinde Jesu (Apg. 2,47). Sie sind Glieder am Leib Jesu (Kol. 1,24). Das Haupt der Gemeinde ist Jesus Christus (Eph. 1,22-23; 5,23; Kol. 1,18). 2. Gemeinde Jesu ist ein Organismus (Leib), der lebt und wächst. Ökumene dagegen ist Organisation und Institution. Sie wird gemacht. Gemeinde Jesu ist niemals gleichzusetzen mit der politischen Ökumene (Europa, Welt) oder der gegenwärtigen kirchenpolitischen Ökumene. Das würde ihren Verkündigungsauftrag verfälschen und letzlich überflüssig machen.
„Bei allen Versuchen, die Attraktivität der Kirche und die Effektivität ihrer Verkündigung zu erhöhen, darf freilich nicht übersehen werden, daß Kirche nicht ihren eigenen Bestand zu wahren, nicht sich selbst durch Anpassung „über die Runden zu bringen“ hat, sondern daß ihre Existenz damit steht und fällt, daß sie Beauftragte, Repräsentantin ihres Herrn sein soll. Sie ist weder autark noch autonom, noch ist sie schon das Ziel des Christus-Handelns, eher dessen Mittel. So soll sie sich um der besseren Ausübung ihre Auftrages willen – mit gutem Gewissen! – moderner Methoden der Situationsanalyse, der Organisation und der Publizistik bedienen, - aber wehe, wenn sich Menschen zu Managern der Sache Gottes machen, wenn man glaubt kalkulierende Planung und selbst entworfene Strategie an die Stelle göttlicher Führung und Zielsetzung, propagandistische Werbemethoden an die Stelle der Fürbitte und des Zeugnisses setzen zu können. Solojews „Antichrist“ und Dostojewskis „Großinquisitor“ machen deutlich, dass eine autonome, autokratische Kirche von Christus geschieden und deshalb nicht mehr Kirche wäre, ob sie die Gestalt einer Weltkirche oder einer kleineren Versammlung hat.“ L. Coenen, 1979

In der Kirchengeschichte taucht das politische Konzept der Ökumene wieder auf, als die Vereinheitlichung von Politik und Christlicher Religion in der „Konstantinischen Staatskirche“ (324 n.Chr.) ihren ersten Höhepunkt erlebte. Das Römische Reich mutierte zu einem „Gottesreich“. Dort fand auch die erste Ökumenische Synode 325 n. Chr. in Nicäa statt. Deren Beschlüsse galten für das gesamte Kirchenstaatsgebiet. Unter dem Dach der Ökumene wurden Andersdenkende zunehmend gewaltsam verfolgt. Die Fortsetzung dieser Staatskirchenform erfolgte in Form der Römisch-Katholischen Weltkirche, die bis heute beides ist: Staat und Kirche. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt mit Nathan Söderblom die moderne ökumenische Bewegung. Implikationen für die Gegenwart – Vier Thesen 1. Menschen, die an Jesus Christus, den Sohn Gottes, als ihren Erretter und Herrn glauben,
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3. Wie die institutionell verfassten Kirchen sich gegenwärtig im Gemeinsamen Haus Europa unter dem Stichwort Ökumene gemäß der Charta Oecumenica (http://www.ceckek.org/Deutsch/ ChartafinG.htm) aufstellen, ist ein politisches Unternehmen. Wir sollten jedem Versuch, die Gemeinde Jesu politisch zu vereinnahmen, widerstehen. Das führte in der Geschichte letztlich immer zur Diktatur: „Konstantins Staatskirche“, die RömischKatholische Kirche, oder die Deutschen Christen unter den Nazis. Das bestätigt auch die Barmer Theologische Erklärung von 1934.
Nach 1933 konnte Karl Barth nun als Professor in Bonn erleben, dass seine noch unfertige Theologie offensichtlich bereits eine beträchtliche Wirkung bei evangelischen Christen und Gemeinden hatte, indem sie zum

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Seite 3/4 Widerstand weniger gegen den Nationalsozialismus als politisches System als vielmehr zum Widerstand gegen seine das Evangelium und die Kirche verfälschende Kirchenpolitik aufforderte. Barth selbst hat den Nationalsozialismus von Anfang an auf allen Ebenen abgelehnt, weil er in ihm den letztlich religiösen Versuch sah, »einen falschen Gott anzubeten.« Das Dokument dieses Widerstandes, die fast ganz allein von Barth verfasste Barmer Theologische Erklärung vom 31. Mai 1934, ist die bekennerische Fassung der theologischen Grundeinsicht Barths. Bereits mit ihrer entscheidenden ersten These »Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben« ist das »Barmer Bekenntnis« der Bekennenden Kirche der Rückruf zur Bibel und zur Reformation, und mit seinen Bekräftigungen und Verwerfungen hat es die evangelische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus theologisch orientiert.
(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005 Die sechs Thesen der Barmer Theologischen Erklärung Die Erklärung enthält sechs Thesen, die jeweils aus Bibelwort, Bekenntnis- und Verwerfungssatz bestehen: These 1: Jesus Christus schließt als das „eine Wort Gottes“ andere „Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung“ aus, der die Kirche folgen darf. Die den Deutschen Christen als Norm geltenden „Lebensordnungen“ sind damit abgelehnt. These 2: Wort Gottes hat zwei Aspekte: Es ist einerseits Gottes vergebender Zuspruch und andererseits sein Anspruch „auf unser ganzes Leben“. Das bedeutet, dass ein Christ in seiner öffentlichen Verantwortung nicht unter dem Gebot einer christusfremden Eigengesetzlichkeit stehen darf. Thesen 3, 4 und 6 folgern: Die Kirche hat nicht zwei, sondern nur einen Herrn. Deshalb muss sie ihre Botschaft und Ordnung allein von ihm und nicht von „herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen“ bestimmen lassen. Kirche ist „Gemeinschaft von Brüdern“, ihre Ämter sind Dienste, ihre Botschaft an das Volk ist Gottes freie Gnade, sagt die Erklärung. These 5: Der Staat darf nicht die „totale Ordnung des Lebens“ sein, der man blind zu gehorchen hat. Der Staat ist begründet und begrenzt durch Gottes „Anordnung für Recht und Frieden zu sorgen.“ Die Kirche ist eindeutig nicht Organ des Staates, hat aber ihm gegenüber an Gottes Reich, Gebote und Gerechtigkeit zu erinnern und damit an „die Verantwortung der Regierenden und Regierten“ zu appellieren. Und was leider nicht in der Erklärung steht In der Barmer Theologischen Erklärung fehlt leider ein Wort zur sich anbahnenden Judenverfolgung. Status Ganz überwiegend betrachten die Kirchen die Barmer Theologische Erklärung als wegweisendes Lehr- und Glaubenszeugnis der Kirche im 20. Jahrhundert. Nicht wenige messen ihr darüber hinaus verpflichtende Bedeutung bei, einige rechnen sie zu ihren Bekenntnisgrundlagen (Evangelisch-reformierte Kirche, Evangelische Kirche der Union).

4. Als Glieder am Leib Jesu leben die Gläubigen in der Ökumene (Europa, Welt) und verkündigen ihr (einschließlich den politisch verfassten Kirchen) das Evangelium von der alleinigen Errettung im Namen Jesu Christi. Das geschieht auch unter kritischer Ablehnung und Verfolgung seitens der politischen bzw. kirchenpolitischen Ökumene (Matth. 28,18-20; Apg. 1,8; 4,12; 5,29). _____________________________________ Barmer Theologische Erklärung
http://www.theology.de/barmer_theologische_erklaerunghintergrund.htm

Die theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen vom 29. bis 31. Mai 1934
Die Barmer Theologische Erklärung ist eines der wichtigsten Dokument des Kirchenkampfes im nationalsozialistischen Deutschland. Diese Erklärung ist der Beschluss der ersten Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) in Barmen (1934). Die „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche“ ist von Karl Barth, Hans Christian Asmussen und Th. Breit konzipiert worden. Der theologische Vater ist Karl Barth. Die Barmer Theologische Erklärung richtete sich gegen die DEK, eine Glaubensbewegung unter dem unmittelbaren Einfluss der NSDAP. Die Deutschen Christen hatten seit 1933 – unterstützt von der Gleichschaltungspolitik des nationalsozialistischen Staates – erhebliche Macht in den Kirchen errungen. Die DEK setzte sich - ganz im Sinne der NSDAP - für einen „artgemäßen Christusglauben und von den göttlichen „Lebensordnungen“ in „Rasse, Volkstum und Nation“. Die Barmer Theologische Erklärung grenzt sich von den Deutsche Christen ab.

THESEN Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9) Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerken-

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Seite 4/4 nen. II Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (1. Kor 1,30) Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften. III Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. (Eph 4, 15.16) Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, daß sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte. Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen. IV Jesus Christus spricht: Ihr wißt, daß die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener. (Mt 20, 25.26) Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürDeutscher Christlicher Techniker-Bund e.V. (DCTB) Postfach 11 22 Tel. 0711/8380828 70807 Korntal-Münchingen Fax 0711/8380829

fe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen. V Fürchtet Gott, ehrt den König. (1. Petr 2,17) Die Schrift sagt uns, daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden. VI Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20) Gottes Wort ist nicht gebunden. (2. Tim 2,9) Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.

©

Deutscher Christlicher Techniker-Bund e.V., Korntal 2006 Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des DCTB

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