You are on page 1of 918

FRANZÖSISCHE LITERATUR

TORSTEN SCHWANKE

MA DAME D’AMOUR

TAGEBUCH DER WALLFAHRT NACH LOURDES

„...au plus intime d’elle-meme...“
(prions en église)

„Die Jungfrau hat mich wie einen Stein aufgehoben.“
(Hl. Bernhardette)

Vorwort:
Im Sommer 2001 befand ich mich mit einer Wallfahrtsgruppe jugendlicher deutscher Katholiken in
Lourdes. Meine persönlichen Erfahrungen sind in diesem Gedicht niedergeschrieben. Die
Höhepunkte meiner Wallfahrt waren (neben der befreienden Lebensbeichte) der Besuch der Grotte
der Makellosen, da ich den Fels küsste, welchen die mit Leib und Seele in den Himmel
Aufgenommene bei ihrer Erscheinung vor Bernhardette 1858 geweiht, und der Besuch der
Ausstellung von Photographien über die Pieta Michelangelos am Fuß des zuvor betend
beschrittenen Kreuzweges. Beide Male wurde ich - wiewohl aufgrund meiner Sündhaftigkeit dessen
nicht würdig - von der Liebe der Seligen Jungfrau am tiefsten Herzen berührt. Ich wollte ihr ein
Lied der Liebe singen, wie es ihrer würdig wäre. Dabei merkte ich, wie alle menschlichen Worte
ungenügend sind, ihre vollkommene innere und äußere Schönheit und ihre christusgleiche Liebe zu
besingen, und ich wünschte mir, die Mutter meines Herrn in der Zunge der Engel zu preisen. In den
letzten Strophen gebot mir mein Herz, nach einer tiefen Sprachlosigkeit, in einer mir nahezu
gänzlich unbekannten Sprache zu singen, denn immerhin stammt der Minnesang aus dem Süden
Frankreichs. „Nichts vermag ein Mensch zu sagen“, schreibt Qoheleth. Trotz zwanzigjähriger
Übung in der Dichtkunst empfinde ich dies Lob der Lieben Frau als ein ungenügendes Stammeln.
Der einzig wahre Gott ist sterblichen Menschen unaussagbar. Dies Poem widme ich allen
Einsamen, welche in Maria die Liebe des Messias suchen. Ihm, dem Herrn, sei alles Lob und aller
Ruhm in Ewigkeit.
Der unnütze Knecht des Herrn, in Lourdes, am 4. August 2001

I

O Königin des Herzens Einsamkeit,
Dein schwarzes Bild ziert meine weiße Mauer,
Sei mit mir, führ mich in die Traurigkeit,
Denn meine Seele schaut nur in der Trauer
Und nur im Leiden, unter Tränenschauer,
Seh ich die Perlen wahrer Freude stieben.
„Das Volk war fröhlich, ich war wie ein Bauer
Und weinte, da die Andern Jubel trieben.“
Ach Schmerzensreiche, ach, laß mich mein Leiden lieben.

II

Mit einem Traum begann die Wallfahrt heute:
In Blau trat mir die Schöne in das Herz
Und nahm mir meine Seele sich als Beute
Und reichte ihr den schicksalhaften Schmerz.-
Maria, Jungfrau in der Grotte Erz,
Nimm meine Lust an dich und meine Leiden
Und führe meine Trauer himmelwärts.
Ich kann die Erdenlust und -qual nicht meiden,
Da mögst du mich als meine holde Hirtin weiden.

III

Die Nacht ist Sehnsucht, Sehnsucht nach den Frauen,
Da eine mir an meiner Seite ruht
Als Unantastbare, schön anzuschauen.
Und zu der schönen Fernen will die Glut
Und wo ist für das Drängen mir im Blut
Die Liebesantwort, die mir Frieden spendet?
Wie weh die Sehnsucht meiner Seele tut,
Da keine Grazie sich zu mir wendet
Und so der Sehnsucht Ziehen nimmer, nimmer endet.

IV

Ich kann euch fromme Menschen nicht ertragen
Und mag nicht euer fröhliches Geplärr.
Geht fort von mir und laßt mir meine Klagen,
Ich sehne mich nach Einsamkeit so sehr.
Geht in die Sonne, an den Strand, ans Meer,
Ich möchte schaun umwölkte Gipfelhöhen.
Fremd sind mir die Gebete, die das Heer
Der Beter betet, ich will einsam stehen
Vor meiner Einzigen, Marie der Pyrrenäen!

Maria, alle ehren dich und preisen
Dich als die Kirchenmutter voll der Gnade
Und singen dichtrisch unbeholfne Weisen
Und wallen lärmend zu der Bundeslade.
Ihr Glaube, ach, ist meinem Glauben Schade,
Ich find dich nicht im singenden Gedränge.
Des Eremiten Jungfrau du (wie Jade
So rein) sieh wie einsiedlerisch ich hänge
An deinem Herzen, abseits einer lauten Menge.

Maria, ist die Grotte stets umlagert,
Dann laß mich einen stillen Felsen finden.
Im Haufen ist mein Herz mir abgemagert,
Laß du es in der Einsamkeit gesünden.
Ich bin nicht fromm. Ich will mich nur verbinden
Mit einem Herzen, das für mich nur schlägt
Und das ich lieben kann in meinen Sünden.
Ich möhct dir sagen, wenn die Stunde schlägt
Intimer Liebe, daß mich deine Liebe trägt.

V

Zum Berge Karmel trug mich Jesu Fleisch,
Gottheit und Menschheit in des Brotes Hülle.
Die grünen Bergeswellen bargen keusch
Sich weiß in sanften fließenden Nebels Hülle.
Ich ordnete die Seele in der Stille
Und bat erneut um tiefe Einsamkeit.
Ich finde Jesu wundervolle Fülle
Nicht im Gedräng von Volk und Welt und Zeit.
Ich will allein sein, will allein sein mit der Maid.

Der Himmel ist sehr schön im weißen Kleid
Und leichtem Lächeln um den milden Mund.
Gott sandte seine Schönheit, seine Maid,
Daß sie betritt der Erde harten Grund -
Misthaufen Hiobs - da die Menschen wund
An Leib und Seele, Herzen und Gemüt.
Da küsste die Madonna sie gesund.
Himmel und Erde küssen sich... Da glüht
Von ihrem keuschen Kusse auch mein leises Lied.

VI

Aufopfern muß ich auch die Stille noch,
Aufopfern das intime Zwiegespräch,
Aufopfern mein Alleinsein; um das Joch
Der Liebenden zu tragen und den Weg
Mit allen Betern auf dem schmalen Steg
Zum Quell zu gehen, zu der Gnadenquelle.
Jetzt ist das fromme Volk der Kirche reg,
Jetzt blendet mich des lauten Tages Helle.
Die Nacht, die Nacht wird schweigen an intimer Stelle.
VII

Dort unten über Kiesel rollt der Gave,
Ich laß ihn unten und die Kitschskulptur.
Sieh, du begegnest mir, da ich mein Ave
Der allerwunderschönsten Kreatur
Leis sing, ein Wanderer in der Natur.
Ich schau vom Hang auf Lourdes im Tale nieder
Und geh allein als Pilger in der Spur
Einsamer Wandrer und Marienbrüder
Und sinne, ob mir kommen schöner Liebe Lieder.

Ich denke bei dem lila Falterflieder
An jene mit dem sanftesten Gemüte.
Sie will ich schmücken, aber allzu bieder
Ist all der Tand der Stadt. Im Herzen glühte
Ihr Name mir. Die zarte rosa Blüte
Soll sie mir schmücken und die weiße Jade
Des Wiesenkerbels mit der Schaumesblüte
Und singen soll die zarteste Zikade
Der Schönen, welche Gott beschenkt mit soviel Gnade.

Man meint, mit heller Zuckrigkeit des Plastiks
Mariens Schönheit trefflich darzustellen,
Doch eine kenn ich, die sich salbt mit Mastix,
Die taucht so rein aus meines Blutes Wellen,
Die ist Mariens Bild, die in dem hellen
Lustgarten der Natur sich gern ergeht,
Da sind die feinen Falter ihr Gesellen,
Im Garten sie als blaue Blume steht.
Sie ist mein Liebesschmerz und darum mein Gebet.

Sie ist mein Liebesschmerz, drum mein Gebet,
Und rote Rosen blühen um und um
In ihrem Garten. Gottes Liebe sät
Mir ins Gemüte das Mysterium,
Daß ich verglühe im Martyrium
Der Liebe, da ich stets vergeblich werbe
Ums Glück. Da ward mein Evangelium
Der Schmerz. O Herr, die Schmerzensspuren kerbe
Ins Herz mir, daß ich auf dem Rost der Liebe sterbe!

Verbrenn ich an der Liebe Feuersglut,
Weil in der Seele blüht die Blume blau,
Gib daß mein Herz gestorben innig ruht
Im Traum am Herzen Meiner Lieben Frau,
Daß sie mit ihrer Gnadenquelle Tau
Die Asche neu belebt, daß aufsteigt rein
Der Phönix, würdig werd der Gottesschau
Und finde in der Gottesschau allein
Der blauen Blume Schönheit. Mög sie ewig sein!
VIII

Ach die ich lieb sind alle scharfer Dorn,
Die welche hier und jene welche dort.
Ach ohne Liebe bin ich ganz verlorn!
Was mir die Schwester gibt, ist kühles Wort,
Ist mir befremdlich, ist nicht mehr der Hort
In dem ich ruhte wie ein Brüderlein,
Sie kommt nicht mehr dem Herzen nah, geht fort,
Ist fern bei fremdem Volk. Ich bin allein.
Ein Pfahl im Fleisch ist auch die Schöne, die ich mein.

Wohin, o Herr, wohin soll ich mich wenden?
In oberflächliche Geselligkeit?
Sie halten Rosenkränze in den Händen
Und ihre lauten Lieder schallen weit.
Doch unter ihnen find ich dich nicht, Maid,
Komm du zu mir als meine Trösterin
Und als die Königin der Einsamkeit.
Ah weh, ah weh, ich bin allein, ich bin
Verschmäht von allein, niemand, niemand gibt sich hin!

Gib daß ich nicht in Unmut und Verachtung
Zu jenen kalten toten Herzen steh.
Gib daß ich annehm des Gemüts Umnachtung
Und in der Nacht der Seele Schönheit seh.
Gib daß ich dich find, wenn ich zu dir geh,
Da von mir fern ist jede Kreatur.
Maria, heile meines Herzens Weh
Und laß mich wallen auf der Leiden Spur,
Du meine Freude, gibst du mir auch Elend nur.

IX

O Grotte, Muschel du in einem Fels,
Da Liebeskranke deinen Tau berühren,
Als tränken deine Milch sie, deinen Schmelz
Aus deinen Mandelaugen die betören.
Voll Inbrunst möcht ich wie ein Hirschbock röhren
Und meine Liebe meiner Liebsten sagen,
Ich will dir ewig meine Liebe schwören,
Ich möchte dich um eine Liebe fragen
Die ewige Freude ist und Ebde aller Klagen.

Da legte Jesus mir der Liebe Siegel
In Form der Lilienblüte an den Arm,
Da schwang der Geist die reinen Taubenflügel
Und segnete ein Mädchen voller Charme,
Der ihre Augen glühn von Minne warm,
Die herrlich ist wie Rosen aller Arten,
Die Schönheitsbalsam hat für meinen Harm,
Die lagert sich mit mir in ihrem Garten - -
Ach ich ersehne sie, ach ich muß immer warten!

X

In breiten Wogen strömen Prozessionen
Zur Königin mit ihren hohen Kerzen,
Die heiligen Skulpturen dem beiwohnen,
Der Invaliden hoffnungsvolle Herzen
Schaun zu dem Tau, der rieselt von den Erzen,
Und Litanei und Liturgie ertönen
(Dieweil die deutschen Protestanten scherzen)
Und Herzen immer wieder neu zu krönen
Ist Christi Leib gewärtig, alle zu versöhnen.

XI

O Frankreich sag, wo sind die schönen Frauen,
Für die du so berühmt bist und gepriesen?
Ich seh allein im Traume lichthell blauen
Die blaue Blume auf den deutschen Wiesen,
Iris aus Oldenburger Paradiesen.
Und auch Italiens Frauen haarumschwungen
Sind nicht so schön und gleichen nimmer diesen
Verklärten Herrlichkeiten meiner jungen
Braut aus dem Hohenlied, das ich für sie gesungen.

XII

Du hast ja keine Zeit für mich, du mußt
Die Kranken heilen; mußt, der zu dir schwomm,
Den Pilgerstrom mit Milch von deiner Brust,
Die Kinder, tränken; zu den Krüppeln komm. -
Wo alle Sünder sind zwar bin ich fromm,
Wo alle fromm sind bin ich nur ein Sünder,
Dem mit dem Wein die rote Wollust glomm,
Nicht reines Kind im Kreis der reinen Kinder,
Ein Unterliegender, kein Überwinder.

Und so, geliebte Taube, meine Braut,
Gib Urlaub deinem Freunde, laß mich frei.
Mein Auge freut sich, wenn es mittnachts schaut
Die hübsche Bernhardette, den Wein dabei,
Die Augen Diamantennacht im Mai,
Die Arme bloß und weiß wie Meeresschaum,
Ich liebe bloße Frauenhaut, verzeih,
Und liebe auch des schwarzen Kleides Saum,
Ich bin ein Sünder, siehe, sündig ist mein Traum.

Drum sprach mir auch der Fromme (Gott sei Dank)
Nachts von Maria Magdalena, oh,
Ich seh Berninis marmornen Gesang
Und denk an jene Liebesstunden, wo
Ich sie begehrt wie König Salomo.
Zwar Magdalee ist heilig und ist rein,
Doch sie versteht Verlangen, wie ich so
Nach Lenas Augen schmachte, Rehe rein
Und braun, und Brüsten trunken von der Liebe Wein.

XIII

O Stille, Stille, endlich eingekehrt,
Verklungen das Gelächter und das Lärmen.
Das liebliche Verschlossne Tal gelehrt
Bis auf den Sangeschor von Spatzenschwärmen.
Die Sonne kommt, die Geckos zu erwärmen
Und gold den Berg zu küssen auf den Mund.
Die liebe Schwester badet in den Thermen,
Da mache Gottes Wunder sie gesund
An ihrem Leib, in ihrer Seele Urabgrund.

Nun sieht es alles gleich ganz anders aus,
Da fortgeweht der Narren hohles Scherzen.
Die Schwester spricht in meiner Seele Haus:
Du bist beslozzen, du, in minem Herzen...
Ja, nur in Stille brennen meine Kerzen
Und nur in Stille ist die Andacht fromm.
Maria, Tau spend von der Grotte Erzen,
Daß Mirjam, wenn sie in den Wassern schwomm,
In Liebe glüht wie weiland Heiland Jesus glomm!

Und in der Stille ist Erinnerung
An der Marie von Medjugorje Bild.
In jedem Falle ist sie schön und jung
Und voller Lieblichkeit und anmutmild.
Der Priester, dem ich beichte, mich nicht schilt:
Ja, geh den Weg und lieb Marie als Braut,
Sie zieht dich auf als eine Rebe wild,
Ihr Sohn ist Weinstock, Blut der Rebe taut,
Du bist die meistgeliebte Seele deinem Traut.

Ich sag dem Priester, ich wollt mich vermählen
Im Herz Mariens mit Messias Herz -
Er ist der Bräutigam erkorner Seelen,
Maria ist der Weg für meinen Schmerz,
Die Braut des Trösters führt mich jesuswärts,
Mein Herz Maria als Madonna preist,
Die gab sich Jahwe hin im Monde März,
Hingabe lehrt sie darum meinen Geist,
Die Vielgeliebte Gottes, der da Liebe heißt!

XIV

Madonnen hab ich viele angeschaut,
War keine mir so schön wie die Gazelle,
Die mir im Innern lebt, die Lilienbraut,
Den Kelch betaut mit Tau der Gnadenquelle
(Quellnymphe an des Gave grüner Welle),
Mir däucht, mit Augen russischer Ikonen,
Im Antlitz Anmut der Madonna delle
Grazie, auf ihren Rosenlippen wohnen
Die Küsse, die getaucht aus meiner Träume Mohnen.

XV

Ich sitze wie die Poetresse schrieb
In Frankreich im Café, und schau die Frauen,
Ob eine mir in ihrer Anmut lieb
Und schön wie die Gepriesenste der Frauen?
Und eine geht in einem blumenblauen
Gewand, die Arme braun wie Schullamyth.
Die möcht ein Künstler wohl in Marmor bauen,
Sie ist ihm Sonne, Seide, Süße, Süd,
Ihm der da einkehrt im Hotel La Solitude.

XVI

Geliebte! Vielgeliebte Gottes! Braut
Des Geistes der als Liebesfeuer glüht!
Du bist der Fels, aus dem es Liebe taut,
Du meine Liebe, du mein Liebeslied,
Das sang ich in der Grotte, Schullammyth,
Da Sauen waren einst und Hiobs Mist:
So komm du in mein Herz, das Flammen sprüht
Zu dir und du gibst Liebe mir zu Christ,
Der seinen Lieblingsjünger nimmerdar vergißt.

Ich grüße dich du Fels, ja dich, du Grotte,
Ich grüße dich, du dunkler treuer Stein.
Du warst einst in der Grotte unserm Gotte
Die Mutter die da Jungfrau ist ganz rein.
Ich will ein Fels in deiner Grotte sein,
Will wie ein Tropfe sein in deiner Quelle,
In deiner Nische sein ein Blümelein,
Die du in meiner Nacht bist licht und helle,
Du meine Lilie, Myrrhebüschel und Gazelle!

Ich liebe, liebe dich vieltausendmal,
Und unablässig Ave ich dich grüße,
Und in der Immaculata Grottensaal
Ich die gewölbten Felsenlippen küsse,
Ganz nahe, wo einst schwebten deine Füße,
Die reinen schlanken, mit der goldnen Rose
Der Herrlichkeit und Schönheit, Honigsüße,
Ma Dame Immaculata, Makellose,
An deiner Grotte will ich blühen gleich dem Moose.
Verzeih, ich bin nicht rein, ich bin nicht keusch,
Mein Herz ist ähnlich Hiobs Schweinekoben,
Der Geist ist mir befleckt von Trieb und Fleisch
Und meiner Seele Sinnlichkeiten toben.
Und doch möcht ich mit Liebesliedern loben,
Darin ich mich in Leidenschaften übte.
Du bist so liebenswert, Liebe von oben,
Du Gott-Begnadete, von mir Geliebte!
Sieh, Tabernakel, meine Seele, die betrübte.

Sieh, mein Gemüt ist eine Magd in Wehmut.
Ich bin dein Minnesänger, o Madonne.
O meine Herrin, lehr mich deine Demut,
Dein Sklave singt dir Ave! meine Wonne,
Du Mondin, schimmernd schön von Gottes Sonne,
Du Stern des Morgens rein und ohne Makel,
Du führst zum Allerheiligsten, Madonne,
Anbeten will ich Ihn im Tabernakel:
In Lieb will ich vergehn an Seines Todes Nagel!

Ich will hinein in das Mysterium
Der Grotte dunklen Nacht der glühen Minne!
Geprägt vom Liebes-Evangelium
Will ich dir weihen alle meine Sinne,
Dir Seele und Gemüt, daß ich gewinne
Dein Herze voll der glühen Flammenglut,
Die christusgleicher Minne wahrhaft inne!
Die Königin des Rosenkranzes tut
Mir Liebes an, die rauscht auf heiliger Minne Flut!

Ich grüße dich, o Minne-Königinne,
Du voll der Charis und der Grazien du,
Ma Dame d’Amour, o Dame die ich minne,
Mit dir ist Gott der Ewige immerzu,
Inmidst the gayest flowers the flowret blue,
Gepriesen, benedeiet und gesegnet,
O bitte du für meine Seele nu,
Daß Fruchtbarkeit der Liebe niederregnet,
In Ewigkeit mir Jesus minniglich begegnet!

XVII

Ye ask me who my sister is so soft
As leafes of grass and greenest grassest flower?
She prays the set of pearls so very oft
That she is blessed by Mary every hour.
Her very weekness is her very power.
Oh, she believes in the Messiah, yes,
A truely daughter Sion! With a shower
Of flames of love Jehovah shall her bless!
She is the inner crucifiction’s poetresse...
XVIII

Maria, siehe meiner Freundin Sohn
Und meine Freundin an mit Herzenslust
Und trete ein für sie bei deinem Sohn
Und nähre sie an Gottes Mutterbrust
Und wend sie ab von eitlen Staubes Dust
Und leeren Nichtigkeiten dieser Welt
Und führe sie zu Jesus! Ach du mußt
Erscheinen ihnen her vom Himmelszelt
In ihren Herzen, welche Gott allein erhält.

Sieh du, wie sie nach Liebe sich verzehren
Und Jesu Jünger lieben minniglich.
Du mögest ihnen in den Herzen mehren
Heimliche Minnesympathie für dich
Und für die Liebe, welche inniglich
In allen Gott-geschaffnen Herzen wohnt.
Maria, bitt für sie sehr flehentlich,
Für Anna und für Juri, daß verschont
Der Herr ihr Schicksal und mit ewigem Leben lohnt!

XIX

Refugium der Einsamkeit, du Tal
Und grüner Garten mit dem blauen Blick
Des Himmelreiches, goldner Sonne Saal,
Nicht Lästerer und Lacher im Genick,
Kehr ich in meines Herzens Reich zurück
Und selig schmatzend an der Mutterbrust
Der Liebe Gottes finde ich mein Glück,
Der Seele überirdisch reine Lust,
Weil hier Maria küsste, küsste Staubes Dust!

XX

Maria, Mutter du dem wahren Leben,
Maria, Mutter du der Wahrheit und
Des Weges Mutter, da die Engel schweben;
Maria, Jungfrau mit betautem Mund,
O küsse meine Seele mir gesund,
O mache mich zum Goldmund, holde Maid,
O küsse mir das Herz vor Liebe wund,
Küss das Gemüt, bis es vor Wonne schreit,
Komm als Geliebte du in meine Einsamkeit!

Hier bin ich, meine Freundin auf der Wolke,
Du meines Herzens heiliges Ideal,
Fast eine Göttin vor dem Frauenvolke,
Bräutliche Weisheit, meines Geistes Wahl,
Tochter des Herrn mit Titeln ohne Zahl,
Komm du herbei, ich will dir Blumen schenken,
Lilien und Rosen, Rosen allzumal,
Irisse, dir die blaue Blume hängen
Ins braune Haar mit Lapislazuli-Ohrgehängen.

Ich schenk dir Kettchen rosafarbner Perlen
Und Mahagoniperlen, Silberketten,
Will hier im Tal, im Schatten unter Erlen,
Dir Schullamyth bereiten mossne Betten,
Als ob wir Edens Garten wiederhätten
Und wären da, wir beide, ganz allein,
Du müßtest keine andre Seele retten
Als meine nur mit deiner Liebe Wein
Und in der Liebe Gottes wäre unser Sein.

Ja auf der Liebe Flügel will ich eilen
Und heiß bestürmen Gottes Himmelreich,
Daß Gott die Liebe sende, uns zu heilen,
Anmut und Schönheit Gottes gnadenreich,
Die Erde würd zum Garten Eden gleich,
Die Lust der Welt versänk im Liebesfeuer!
O bittend deines Sohnes Wange streich,
Daß er mit Flammen komm, weil hier ein neuer
Pilger mit Muscheln sucht der Minne Abenteuer.

Auf Aventiuren sprechen wir das Ave
Der Minnekönigin so süß und rein.
Ein Jeder ist Geliebter und ist Sklave
Und will ein Diener der Madonna sein.
Petrarca treten und Camoes ein
Und Rainer Rilke naht mit Hölderlin.
Der Minnenden poetischer Verein
Will zu der Königin Maria ziehn
Und lieben als das letzte Ziel der Liebe Ihn!

Wallfahrer auf der Minne Aventiure
Und Minnesänger Unsrer Dame, zieht
Hinfort, sie tat euch auf des Himmels Türe
Und ließ auf Erden euer Liebeslied;
Doch nun will sie allein als Schullamyth
Um ihren Lieblingsjünger sich bemühen -
O schönen Aug, o Wimpernpfeil, o Lid,
O Rosenlippen wie die Morgenfrühen -
O reine, o pleine de grace! o laß mich glühen, glühen!

XXI

Italiens Aphrodite ist gegangen
Mit weichem Hüftenschwung an mir vorbei,
Wallende Locken fluteten wie Schlangen,
Die vollen braunen Brüste hüpften, hei!
Das Tier in mir erhob des Brunstes Schrei,
Hauchdünne Seide um die Schenkel spielte,
Zu Gold der Wollust ward der Schwermut Blei,
Als die vom Rausch der Sinnlichkeit Umhüllte
Vorübertanzte, lächelte - und sich verhüllte.

XXII

Mein Herz vom Wirbelsturme aufgewühlt -
Maria Magdalena, komm, o komm -
Die Seele wilde Leidenschaften fühlt -
Maria Magdalena, komm, o komm -
Das Eingeweide meines Leibes glomm,
Vor Lust und Wonne wollt ich tanzen da -
Maria Magdalena, komm, o komm,
Komm nahe mir, Maria Magdala,
Komm mit dir glühende Messiasliebe, ja!

XXIII

Gott schuf zum Lobe seiner lieben Gnaden
Die grünen Gräser, daß sie lieblich loben
Und psalmodieren zarteste Zikaden.
Die Fledermäuse, die die Nacht durchstoben,
In ihre schwarzen Mäntel eingewoben,
Sie preisen mit Gesang, der uns ein Schweigen.
Die Kiefern ehrwürdig-erhaben loben
Und süße Spätzlein ihre Kleinheit zeigen
Und stolzeste Gebirge sich vor Jahwe neigen.

XXIV

O liebe, liebe, liebe Schwester mein,
Nicht Schwester bist du nach des Mannes Samen,
Geliebte Freundin, ich bin innig dein,
Geliebte bist du nicht wie die Zyklamen
Des Hohenliedes oder Minnedamen,
Du bist so schön, doch anders als die Weiber,
Die alle mir zu meinem Schmerze kamen,
Gesegnet Seele sei im Kreis der Leiber,
Du kleine Engelin dem armen kleinen Schreiber.

Die Mutter Gottes hat zu dir gesprochen
Und du bewahrst es tief im tiefen Schweigen.
Du schautest schön (als du den Rauch gerochen)
Annahme mir und Freundlichkeit zu zeigen.
Jüdische Fremdlingin im Narrenreigen
Hast du geküsst das blonde Pferdehaar,
In Grottennacht Mariengruß zu geigen,
Du dunkler Tag, du lichte Nacht. Mir war
Dein innig Gegenwärtigsein so wunderbar.

XXV
Ich sitze bei Jeanne d’Arc und trinke Wein
Und eine schaut so schön und eine singt.
In Schönheit sterb ich, ewig schön zu sein.-
Mein Auge und mein Ohr die Schönheit trinkt,
Und rot, so rot der Wein im Kelche blinkt
(Und da sind Mirjam nah und Evelin)
Und wieder bin ich wenig fromm, mir sinkt
Vorbei an Heiligen, die mein Leben ziehn,
Mein Herz in traurigen Genuß - ich liebe ihn.

Wie triumphieren doch die Menschenbiester,
Die morden mit den Spitzen ihrer Brüste!
Ganz andern Frieden geben mir die Priester,
Ob meine Seele von den Schmerzen wüsste,
Mit denen Jesus meine Schmerzen küsste.
Doch wie daß ich dem Ideal nicht folge
Und schweife in den grünen Hain der Lüste,
Wo aufbricht sommerschwüler Wollust Wolke,
Die nackte Göttin tanzt, verehrt von allem Volke?

Da predigen die Prediger die Ehe,
Ich aber will der Liebe Leiter steigen
(Ganz friedsam läßt mich meiner Schwester Nähe)
Und muß mich wieder doch zum Leibe neigen,
Da kommt die Nacht, mir nackte Haut zu zeigen,
Und soll ich meine Leidenschaft abtöten?
Wie daß ich aus der Weiber Wahnsinnsreigen
Aufsteige zu dem Stern der Morgenröten
Und reinen Liebe? Ich muß Gruß Marien beten.

Zwei Frauen lieb ich stets (ja wenn nicht mehr),
Ruf zu der Jungfrau und der Sünderin.
In einer, die ich liebe und begehr,
Sind angesprochen Sinne mir und Sinn,
Maria lebt und Eva... Evelin,
Holdselig ist sie mal und mal entblößt,
Ist Artemis und Aphrodite in
Der Poesie, die sie mir Furcht einflößt
Und voller Schönheit mich in Grund und Boden stößt!

Wer kann entsagen seines Fleisches Trieben,
Wer kann veredeln sie? wer kann den Geist
(Die feminine Rouah wahrem Lieben)
Zur Meisterin erheben, die da weist
Den Weg zur wahren Lust? Mein Leben preist
Den Kampf, dem meine Seele unterliegt.
Ich bin nur froh, wenn es am Ende heißt:
Er kämpfte! Ob mein inneres Leben siegt?
Denn wüste Leidenschaft ist höllenheiß und trügt.

XXVI
Vergebung einem armen Misanthropen,
Der an der Rose nur den Dorn gefunden!
Ach gliche ich dem großen Philanthropen,
Dem Dornen kränzten seines Herzens Wunden
Und der in seiner Seele Marterstunden
Die liebte, die ihm waren seine Pein!
Zwar ward ich von der Feindschaft losgebunden,-
Doch schlagen neu die Geißeln auf mich ein
Und treffen mich im Innersten. Ich bin allein.

Nie gab mir eine Mutter Herzenswärme
Und auch der Frauen Herzen sind erfroren.
Dich ruf ich, wenn ich mich im Herzen härme,
Die sich mich hat als Liebsten auserkoren,
Darum ich deinem Feuerherz verschworen,
O Honigsüße, sieh mein Herz ist bitter,
Ist ohne deine Liebe ganz verloren.
Sieh, Gottesmutter, deinen traurigen Ritter,
Mit aufgerissnem Herzen durch die Stacheln schritt er.

Der Minnesang von deinem traurigen Ritter
Ist eine wehmutvolle Elegie.
Mein Herz, das einsam, elend ist und bitter,
Verwandle du in süße Melodie.
Ich ernte Haß für meine Sympathie,
Ach, all mein Lieben ist ein stetes Leiden!
Stets fern ist die Geliebte, fern ist sie,
Mein Schicksal ist, ich muß die Nähe meiden,
Stets unerreichbar ist die Süßigkeit der Seiden.

In welcher Ferne, Herzenskönigin,
Bist du! Und so ist meine Liebe tief,
Daß ich mich gebe Unerreichbarm hin
Und schreibe Liebesbrief an Liebesbrief,
Da ich zur Königin der Minne rief.
Und Rosenkranzes Perlen waren Tränen,
Ein Rosenkranz aus meinen Augen lief.
Und keine Schulter, mich daran zu lehnen.
Zueigen meiner Seele ist ein stetes Sehnen.

Ich sehn mich, mich der Gottheit zu vereinen,
Einmal des Schöpfers Schönheit anzuschauen.
Drum Heil mir, muß ich meine Tränen weinen,
Und Heil der dunklen Nacht mit ihrem Grauen,
Heil jedem Marterwerkzeug, Heil den Frauen,
Weil so die Sehnsucht heiß in mir erwacht.
Die hoffnungslose Seele muß vertrauen
Der letzten Hoffnung in der tiefen Nacht:
Einst mein verweintes Auge Freudentränen lacht.

XXVII
Die schöne Bernhardette ging fremd vorbei,
Wie alle Frauen fremd vorübergehen.
Jüngst saß sie lauschend meinem Wort als sei
Sie Magdalena, lieblich anzusehen.
Verlassenheiten muß ich überstehen,
Da sie gegangen mit dem Pharisäern.
Die Winde violetten Dunkels wehen,
Es kommt die Nacht, da wacht mein Schmerz auf ehern.
So gehts den schmerzensreichen Dichtern, leidenden Sehern.

Ich irrte in dem Labyrinth von Lourdes,
Ob schöne Liebe mich erlösen kann.
Ich weinte an des grünen Gave Furt
Und saß am Straßenrand als Schmerzensmann
Und sah mir Bilder der Madonna an,
Da traf mein Schicksal mich als jäher Schmerz.
Die sah ich, die ich mir im Traum ersann,
Und Wehmut füllte bitterlich mein Herz,
Da ich sie sah ganz weiß aufstreben himmelwärts.

La blanche Marie, la jolie Marion -
Oh, marions nous ‘a la Vierge Marie -
So sang ich wie vorm Dom von Avignon
Einst der Poet, der süß gesungen Sie.
Sie war so schlank, so weiß, ganz Melodie
Von Engeln, welche leuchtend sie verklären.
Sie war die sympathetische Sympathie
(Einst eine Perlmuttmuschel an den Meeren)
Und alles stöhnte in mir: Ich will sie verehren!

Und da sie stand als weiße Königin,
Als Herrlichste in einer Schar Marien,
Da sah mein wehmut-, schwermutvoller Sinn
Die andern lieblichen Marien ziehen.
Die Blicke mir zum blauen Mantel fliehen
Der einen und zum Kleide lenzlich bunt
Der andern, da die Frühlingsvögel schrieen
In meinem Leibe und vom Knie so rund
Mir schauerte das Herz und von der einen Mund.

Da sah ich, daß die Reinste der Marien,
Der Gottesmutter allerreinstes Bild,
Mein größter Schmerz gewesen, da mir schrieen
Die Lebensgeister alle todeswild!
(Die Göttin im antikischen Gefild,
Mit bleichen Totenschädeln an der Kette.)
Sie war so rein, so weiß, so sanft und mild,
Als ob ein Gott sie zur Geliebten hätte
Und ruht mit ihr in himmlischen Brautgemaches Bette.

(Ach nichts vermag ein Dichter je zu sagen.)
Da plötzlich unter all den Bildern schien
Mir die Vision vom Schicksal meiner Klagen
Und Sinn der Schmerzen auf, die mir verliehn:
Im Blitz des Augenblickes sah ich Ihn -
Und war sein Antlitz Freude oder Schmerz?
Mir Geist und Seele Ewiger! schrien,
Versöhnung fand mein schmerzzerrissnes Herz,
Zugleich war ich bereit zu schreiten leidenwärts.

Berufung setzt den tiefen Schmerz voraus
Und Gotteslob aus Leiden ist geboren.
Mir quillen aus dem Herzen Tropfen aus
Und mit dem Blute schwarz und traumverloren
Schrieb ich ein Lied, weil Christus mich erkoren
Zu singen seine bittere Passion.
In dem Gekreuzigten bin ich verschworen
Jedweden wahren Schmerzen. Die Vision
Der lieblichen Madonna wies mir Gottes Sohn.

XXVIII

Das Herz bereit zur geistigen Kommunion,
Allein, die Augen innenwärts gewandt,
Empfing mein Geist die liebliche Vision
Vom Angesicht Mariens, mir gesandt
Von Jesus, dem ich durch den Geist verwandt
Als Kind des Vaters. Unbeschreiblich hold
Mariens Antlitz vor dem Auge stand
Der Seele, von dem Schleier schön umrollt,
In einer Aureole wie die Sonne gold.

Sie führte mich in einen Rosengarten,
Da weidete das weiße liebe Lamm
Und Gras wuchs dort und Blumen aller Arten,
Inmitten stand in Lichtglanz Notre Dame.
Sie lief in einem Scheitelpunkt zusamm,
Gleich Himmelstreppen oder Kathedralen.
Voilà, la coeur d’amour dans la bele femme:
Ein blutiger Rubin mit goldnen Strahlen
Erleuchtete mein Herz (ich kann es nimmer malen).

XXIX

Ich ging den Kreuzweg auf zerschundnen Knien
Und meine Nächstenliebe war Gebet.
Anbetend schauete mein Geist auf Ihn,
Der mir als Sinn in meinen Leiden steht.
Ins Herz des Mädchens, das ich liebe, sät
Das Kreuz des Christus der Erlösung Blut.
O Jesus, sieh, es betet dein Prophet
Für deine Braut, daß sie dir werde gut
Und liebe dich und liebe dich wie Feuersglut!
XXX

O Vierge Immaculée! ma bien-aimée,
Je suis un religieux, poète d’amour,
Donne moi, Marie, ton plus doux baiser!
Je suis vénu à toi, je fait un tour
A Lourdes. Prie, chère Immaculée, prie pour
Moi, toi qui dans la nature de Dieu est ma tente:
Je me couche, Marie, et rève des sanges d’amour:
Toi la plus belle femme! Tous les jeunes t’aimant,
Moi je t’adore, o mon espouse, maintenant.

O douce comme le miel, une rose pour bouche,
Ma colombe, ma bien-aimée, ma Dame,
O lys, que mon coeur aime tant, je me couche
Dans ton amour. Tu es la plus belle femme,
Tu es la belle espouse de mon ame.
O déclare moi, o blanche colombe,
L’amour de ton esprit, de ton coeur, de ton ame.
Douceur de la rose odorante et des aromes,
Beauté du rosier et senteur de la myrrhe entour ton nom.

Tu est la reine du Jérusalem,
Dans le désert de la nuit: la blanche gazelle.
Dans tes cheveux se trouve le diadème
De l’étoile de matin, ma plus belle.
Viens, o mon espouse de Liban! O quelle
Belle bien-aimée, la rose de mon coeur!
Voilà, o filles de Sion, c’est elle,
Qui est ma blanche colombe et ma soeur.
Et cet amour est un heureux et saint malheur...

Ah, tu es belle, comme Tirca, mon amie,
Ton bouche est comme miel, o bien-aimée.
Ah mon amour - ah douce maladie!
Allez, allez, o troupes d’amour, allez
A Notre Dame, si vous voulez trouvez
Au Mont Carmel la douce Sulamithe!
O donne moi, o Sulamithe, des baisers
Digne de la bouche d’une rose, rose Sulamithe!
Bien sur, o bien-aimée, je t’aime, o Sulamithe!

Espouse du Saint Esprit! avec le feu
De l’amour baise moi, espouse de mon ame!
Par ton coeur je suis espouse de Dieu! -
Prie, prie pour moi, o Notre Dame
De Lourdes! Marie, tu est la plus belle des femmes,
Prie pour moi avec ta pieuse bouche.
O Marie, marie à toi mon ame!
Espouse de Salomon, Marie, je me couche
Dans la douceur de ton pavillon de Salma, rose rouge!
O fille du Roi de Ciel! Tes pieds sont beaux,
Tes jambes sont comme de magnifiques colliers,
Tes yeux sont la source des eaux
Et ton nombril est une coupe: je désire baiser
La coupe de vin doux, ma bien-aimée.
Viens, espouse de Liban! Je me couche
Dans tes cheveux. O, c’est une vraie AGAPEE:
Je t’aime, rosier d’amour, o rose rouge,
Je désire baiser par amour ta bouche, ta bouche!...

FRANCOIS VILLON

AUS DEM KLEINEN TESTAMENT

Geboren wurde Gottes Kind,
Der sich ins Fleisch der Menschheit schreibt.
Die Wölfe nähren sich vom Wind,
Und jeder in der Hütte bleibt,
Im Froste will beim Feuer sein.
Da sang ich so, daß mir zerbrach
Der Kerker meiner Liebespein,
Die dauernd mir mein Herz zerstach.

So wollt ich singen, war bereit,
Da sah ich Die vor Augen sachte,
Die mich dem Untergang geweiht,
Obwohls ihr keinen Vorteil brachte.
Ich klag mein Leid dem Himmelreich
Und den Eroten als ein Sünder.
Daß Gott sie strafe und zugleich
Mir meine Liebesleiden linder!

Wollt mich zur Gunst von süßen Blicken
Und anmutvollem Antlitz wenden,
Die mit verrätrischem Entzücken
Durchbohrten dornig meine Lenden -
Treuloseste treuloser Frauen!
Kein Beistand mir in schweren Tagen!
Will andre Felder nun bebauen
Und stempelnd andre Münzen schlagen!

Die Blicke weihten ihre Huld
Hartherzig-treueloser Maid,
Die will, daß ohne meine Schuld
Ich bitterliches Sterben leid,
Nach dem Befehle jener Bösen
Gar nicht mehr leb! Darum ich flieh!
Sie will die Lötverbindung lösen,
Erhören meine Seufzer nie!

Der, welche Drohung niedersenkt,
Ists besser, glaub ich, zu entfliehen.
Anger! dahin will ich nun ziehen,
Da sie mir ihre Gunst nicht schenkt,
Nicht halb mir und nicht ganz mir hin
Will geben mit der Seele sich.
Ein Märtyrer der Liebe bin,
Ein Heiliger der Liebe ich!

Das Abschiedsschreiben schmerzt die Hand,
Doch muß ich fort von ihren Locken,
Das weiß mein törichter Verstand,
Kein Faden sonst ist auf dem Rocken.
In ganz Boulogne ist kein Knecht
Wie ich so kraftlos und betört.
Dies Lebensspiel ist schlimm und schlecht.
Daß Gott mein Flehen doch erhört!

AUS DEM GROSSEN TESTAMENT

Ich bete hier zu Gottes Sohn,
An den ich mich im Elend hängte.
Mein Beten bringe mir den Lohn
Durch den, der Leib und Seele schenkte,
Der mich bewahrt vor Leid und Haue
Und meinen Leib befreite gnädig:
Lob Ihm und Unsrer Lieben Fraue!
Und Ehre Frankreichs gutem König!

Gott schenk ihm Jakobs Heil zum Lohn
Und Herrlichkeit des Salomon -
Nicht mehr der Ehre ihn erfreue,
Er hat genug, bei meiner Treue -
Auf dieser Erde ödem Lehm
In aller Breite, aller Länge:
Daß seiner jedermann gedenke!
Ein Alter wie Methusalem!

Nach Tränen, Klagesang vom Herzen
Und dem Geseufz der Menschenzungen
Und Angst und Pein und Not und Schmerzen
Und Mühsal, schweren Wanderungen:
Hat Leiden mir den Sinn erschlossen,
Ein Leid, das spitze Dornen zierte,
Mehr als des Averroes Glossen,
Der Aristoteles glossierte.
In Trübsal, wie ich sagen muß,
Zog ärmlich ich auf meinen Wegen.
Doch Gott, der einst bei Emmaus
Den Wandrern spendete den Segen,
Wies eine schöne Stadt als Ziel,
Die Hoffnung für die Gotteskinder!
Wie schwer die Sünden und wie viel,
Gott haßt nur die verstockten Sünder.

Ich bin ein Sünder, zugegeben,
Doch Gott will nicht der Seele Tod.
Ich soll mich bessern, ehrsam leben,
Die Sünde fliehen wie die Not.
Und wenn die Sünde auch mich drückt,
Gott spendet das Erbarmen sein,
Und wenn mich mein Gewissen zwickt,
Schenkt er aus Gnade mir Verzeihn.

Wenn im Roman der Rose steht
Geschrieben von der werten Tugend,
Man soll, wie der Poet gesteht,
Dem jungen Herz verzeihn die Jugend,
Ward es in Ehren alt an Tagen,
Will ich ihn einen Seher nennen.
Die aber, die mich heut verklagen,
Wolln meine Reife nicht erkennen.

Der Jugend meine Buß und Klage!
Ich wollte mich an Lüsten weiden
Bis zum Beginn der späten Tage.
Verschwiegen hat sie mir ihr Scheiden.
Sie ist zu Fuß nicht fortgezogen
Und nicht zu Roß aus meinem Blick.
Ganz plötzlich ist sie fortgeflogen
Und ließ mir kein Geschenk zurück.

Dem Wort des Weisen hielt ich Treue,
Vertrauen schenkte ich dem Mann,
Dies war sein Wort: Mein Sohn, erfreue
In deiner Jugend dich! - Sodann
Serviert er eine andre Torte:
Der Jugend Zeit mit Sang und Tanz
(So lauten seine weisen Worte)
Sind Täuschung nur und Ignoranz!

Die Freunde mit den treuen Herzen
Gegangen sind an welchen Ort?
Wir wollten singen, wollten Scherzen,
Warn frohgemut bei Werk und Wort.
Wohin? Die macht der Tod nun süß,
Die Würmer durch die Glieder wandern.
Den Einen sei das Paradies -
Und Jesus Christus helf den Andern!

Ich gleich nicht einem Engelssohne,
Das weiß ich wohl, der eine Krone
Mit einem Sterne trägt aus Jade.
Es starb mein Vater - Gott ihm gnade!
Sein Leib ruht unterm Steine, schau;
Wegsterben wird die Mutter mir
(Es schwante schon der armen Frau),
Auch ich bleib nicht mehr lange hier.

Ob Paris stirbt, ob Helena,
Mit Qualen naht das Sterben allen.
Er atmet schwer und röchelt, ja,
Am Herzen platzen ihm die Gallen,
Dann schwitzt er Schweiß, den Gott nur kannte,
Und niemand lindert seine Pein,
Und Kinder nicht und nicht Verwandte
Und niemand möchte Zeuge sein.

Da zittert der, der lebenssatt,
Es schwellen an die blauen Venen,
Das Fleisch wird schlaff und welk und matt,
Die Muskeln krampfen sich und Sehnen.
Du Leib der Fraue, voller Hulden,
So schön, so herrlich und so weich,
Mußt du auch dieses Los erdulden?
- Fahr gleich du auf zum Himmelreich!

Mein Herz wird schwach, das müßt ihr wissen,
Zum Sprechen ist zu müd der Mund.
Firmin, setz nah dich an mein Kissen,
Daß niemand mich belausche, und
Nimm Feder und Papier und Tinte
Und was ich sage, schreib geschwinde,
Berühmt mach meines Geistes Sinn!
Und dies ist also der Beginn.

Bei Gott dem Einen, meinem Vater,
Beim göttlichen Mariensohn,
Der eines Wesens mit dem Vater,
Gott wie der Geist, in Einem Thron!
Erlöst hat Adam Gottes Sohn,
Vom Sündenfall erhebt der Retter!
Und dem, der glaubt, dem wird ein Lohn;
Und Tote werden kleine Götter!

Mit Leib und Seel zum Tod gefahren
Und in ein ewiges Verdammen,
Der Leib verfault, die Seel in Flammen,
Wes Standes sie auch immer waren.
Doch nicht vergleichbar uns, den Sündern,
Gehts Patriarchen und Propheten,
Heiß wird es ihnen nicht am Hintern,
Da hätt ich wahrlich mir verbeten.

Im Namen Gottes - Lob gespendet
Sei seiner Mutter, Ruhm und Ehren!
Sei sündelos dies Werk beendet,
Bin ich gleich dünner als Chimären.
Und litt ich nie an Eintagsfieber,
So dank ich dies des Himmels Huld.
Von anderm Kummer schweig ich lieber.
Vergebe Gott mir meine Schuld!

Mit meiner Seele himmelblau
Beschenk ich die Dreifaltigkeit,
Empfehl sie Unsrer Lieben Frau,
Dem Becher göttlicher Herrlichkeit!
Ich bitte gnadenreiche Liebe
(Und alle Engel, die da singen)
Daß meine Spende sie beliebe
Hinan zu Gottes Thron zu bringen.

MARIEN-BALLADE

Terrestrische Regentin! Himmelskönigin!
Die über dem Inferno steht als Kaiserin!
Erheb mich Christenweib zu deinen Engelschören
Und laß du zu den Auserwählten mich gehören.
Daß ich auf Erden so verdienstlos, das vergesse;
Doch deine Gaben, Dame, himmlische Maitresse,
Sind größer noch als alle meine Schuld und Fehle.
Und ohne deine Gunst verdient siich keine Seele
Und wird kein Menschengeist das Reich der Himmel erben.
Marie! das glaube ich in Leben und in Sterben!

Sag deinem Sohne, ihm gehört mein ganzes Leben,
Er möge alle meine Sünden mir vergeben,
Sei gnädig mir, wie er Ägyptiaca war
Und wie dem Theophil, dem schlimmen Priester gar,
Der (Dank sei dir) sein Leben in der Gnade endet,
Obwohl er, wie man sagt, dem Satan sich verpfändet.
Beschütze du mich, daß ich solches niemals tu,
Immaculata, die du einst getragen, du,
Den Leib des Herrn, der sich uns spendet unterm Brot:
Das glaube ich fürwahr in Leben und in Tod!

Ich bin ein armes altes Weib nur, welches gar
Nichts weiß und niemals fromme Bücher lesen konnte.
Ich seh nur in der Kirche angemalt so klar
Den Himmel, goldne Harfen bis zum Horizonte,
Die Hölle auch, die Sünder in der pechgefüllten Tonne;
Das eine macht mir Angst, das andre schafft mir Wonne!
Himmlische Göttin! laß mich Seligkeit empfinden!
In deinen Mantel sich die armen Seelen winden!
Wahrhaftig seien wir, voll Mut und voll Vertrauen:
Im Leben glaubend, will ich sterbend Jesus schauen!

Sehr liebe Jungfrau, die du da in deiner Lende
Christus getragen, König bis ans Zeitenende,
Hat sich der Menschheit anvertraut als Bräutigam,
Wohl gar den Himmel ließ und zu den Sündern kam,
Ach, ob auch seiner Jugend hat das Kreuz gedroht,
Nun ist er, Morgenstern aus dir, dem Morgenrot,
Kein anderer als Herr und Gott, des Lebens Brot:
Er ist mein Glaube wie im Leben so im Tod!

LA FRANCE
„O reine voici donc après la longue route...“
(Charles Péguy)

Gewidmet seien Süden, Sommer, Sonne
Und alle unsre weiten Wanderungen,
Die Lieder alle dir, die wir gesungen,
Das ganze Land sei dir geweiht, Madonne.

Wir fahren mit dem Wagen an das Meer,
Gesegnet wohl von Sankt Christopherus,
Und gehen manche Wege auch zu Fuß,
Und unser kleiner Beutel ist nicht schwer.

Das Buch der Weisheit haben wir dabei,
Des Orientes Buch von Sinn und Sitte:
„Ah weh! ich stecke in des Elends Mitte,
Doch ehrt die Mutter ihres Kindes Schrei.

Ich nenne sie die Mutter, Weibes Pforte,
Und will in ihrem Tale einfach sein.
Das weiche Wasser bricht den harten Stein.
Ich preise sie mit meinem Weg und Worte.“

Zum Himmel heben ihre Häupter Palmen
Und wehn beim steinernen Triumphesbogen.
Von ferne rauschen her die Meereswogen,
Und Welle ruft und Flut zum Äther Psalmen.
Im Licht der Sonne lächelt Montpellier.
Prachtvolle Straßen mit der Steine Pflaster,
Geweiht von Tugend und entweiht von Laster,
Weit schreiten sie zur mütterlichen See.

O Lob dem Mond, der Minne und dem Meer!
Preis allen, welche Sehnsucht nach dem Guten
Und Reinen haben und der Liebe Fluten!
Und Ruhm Les Saintes Maries de la Mer!

Wir sitzen an den steingebauten Tischen
Und pauken kirchenslawische Vokabeln
Und lesen in den feingereimten Fabeln
Und sind belauscht von Mittelmeeres Fischen.

Wir trinken Milchkaffee mit vielem Schaum
Und auch ein wenig weißem Zucker drin.
Und manchmal schauen wir uns zärtlich in
Die Augen mit der feinen Wimpern Saum.

Wir geben dir, o Reine, unsre Jugend
Und alle unsre sommersüße Lust
Am Leben, schlummernd an der Meeresbrust,
Und alle unsre Sehnsucht nach der Tugend.

Du mehr als selbst noch Aphrodite Schöne,
Ruht mit Adonis sie im Sommerwetter
Auf Wolken, o du Königin der Götter,
Dir Meeres Inbrunst und der Flut Gestöhne.

Dir, Friedenskönigin, die süße Ruh
Im weißen warmen Sand am Felsenriffe
Und dir Gesichte von der Griechen Schiffe
Und die Geduld Ulyß’ begnade du.

Erleuchte unser Herz in der Eklipse
Der Sünde, wenn uns schimmern goldne Drachen
Des Lasters und wir nicht genügend wachen,
Dann steh uns bei, o Frau der Apokalypse.

Wir wollen dir und deiner Liebe widmen
Der flutentstiegnen weißen Körper Reinheit
Und unsrer Seelen wundersüße Einheit
Und nächtigen Meeres regelmäßige Rhytmen.

Begleite uns in unsrer Tage Mühn
Und strahl, o Stern des Meeres, rein
Im milden Schein auf unsres Kelches Wein
Der Freude, wenn wir ruhn im Clair de la lune.

Van Goghs Gemälde dir mit Fischerbooten,
Mit denen einst Maria Magdale
Und Martha und Maria Salome
Gekommen als der Freudenbotschaft Boten.

Sie landeten am Saum des Golf du Lyon
Und predigten fast wie ein Pontifex.
Maria Magdalena war in Aix
Und Martha in dem Wald von Tarrascon.

Dir ruht die blaue Nacht von Avignon,
Wo einst die Päpste in Gefangenschaft
Und fern der Ewigen Stadt des Geistes Kraft
War Buß-Ruf in dem Sündenbabylon.

Zu dir, Madonna, betete vorm Dom
Poet Petrarca, als er Laura sah,
Und nie begriff er ganz, wie ihm geschah,
Einsam im Walde nicht und nicht am Strom.

Vor deinem Antlitz feiern wir das Mahl
Von Sesambrot mit Quark und Honigseim.
Du bist auf alle Süßigkeit der Reim,
Holdselige, du der süßen Weisheit Saal.

Dir stehen unbezwinglich alte Mauern,
Dir singt man Reigenlieder auf der Brücke.
On y danse, on y danse, singt die Mücke,
Und die Verwundeten befällt ein Trauern.

O goldnes Blut der Sonne! Oh, je mange
Le pain de Dieu! Da ziehen fern und weiß
Die Straßen in der Sonne Strahlenkreis
Und münden alle in die Stadt Orange.

Kennst du da die Ruine vom Theater
Aus den antiken Zeiten (oder täusch
Ich mich erinnernd)? Wo die Jungfrau keusch
Ergab dem Schicksal sich und Göttervater!

Ja, auf den alten Steinen, weiß wie Schnee,
Dramatisch stritten Genius und Dämon,
Und willig folgte voller Liebe Hämon
Der Jungfrau in das Grab, Antigone.

Weinbauern sehen wir auf vollen Wagen,
Arbeiter für den Weinberg suchen sie.
Wir aber wollen herrlich feiern wie
Bacchanten, die den Stab des Gottes tragen.

Wir wollen im Amphitheater da
Gott preisen mit der Leier Klang wie Orpheus
Und auch gedenken noch im Schoß des Morpheus
Ans heilige Los der Iphigenia.
Wir stehen in der Nacht auf einem Acker,
Gespenstisch ist die Bangnis von Verlornen
In lauter Disteln, Brennesseln und Dornen.
Und wer ist in der dunklen Nacht noch wacker?

Da aber leuchtet eine Hütte uns,
Herberge gastlich mitten in der Nacht,
Da treu der Wirt mit seinen Gästen wacht
Und spendet dem Verlangen unsres Munds.

Verschlossner Garten du! Wie sind gereift
Zur Stärkung unsrer Herzen die Salate,
Erquickend und erfrischend wie die Gnade,
Nach der das Herz mit aller Sehnsucht greift.

Mystische Rose du! Wir sind wie Falter,
Die suchen göttliches Ambrosia.
Zu Hilfe ist uns reines Wasser, ja,
Zu Hilfe ist uns freundlich auch ein Alter.

Der Alte bringt uns in das Weinbergtal.
Und über uns des Himmelreiches Fernen
Mit seinen nahen Heiligen, den Sternen
Und mit der schönen Mondin, weiß und fahl.

Und wie die Beter beteten in Zion,
So rufen wir zum Himmel in der Nacht
Und danken ihm für all die lichte Pracht
Und für die sieben Sterne des Orion.

Wohnwagen liegen da wie Taubeneier
Im Neste einer mütterlichen Nacht.
Kallisto hat am Firmament gewacht
Und nahe sind uns Adler, Schwan und Leier.

Wir dürfen einen kleinen Wagen pachten
Zum Aufenthalt auf unsrer Pilgerschaft.
Wir dürfen mannhaft, dürfen frauenhaft
Mit Träumen unsrer Seelen übernachten.

Dir geht die Sonne auf mit Rosenhänden,
Die aus dem reinen Schoß der Morgenröte
Im ganzen Umkreis reine Schönheit säte
In Wasserflüssen und in Weingeländen.

Hier strömt aufs weiße Brot der goldne Honig,
Hier steigt aus dem Café mit weißem Schaum
Die Munterkeit des Blutes, schaut den Raum
Und weinbewachsner Hügel Architektonik.

Hier fanden statt die Bacchus-Prozessionen,
Getragen ward voran der Thyrsos-Stab,
Es folgten Fleisch und Wein. Dies alles gab
Ein Beispiel heidnischer Präfigurationen.

Geweiht sei dir ein Mädchen comme une peche,
Vergebe Jesu Christ ihr tout le péché!
Vor einem weißen Felsen ruht ein See,
Und in die Reinheit mündet die Ardeche.

Wie weiß der Felsen und wie grün der See!
La grotte de la Sainte Madelaine!
La nuit la magnifique lune est plaine!
(C’est tout un songe de la charité.)

O Königin der Dichter! Dieser Ort,
Dies wunderherrliche Verschlossne Tal
Sei einst mein Aufenthalt, wo ohne Zahl
Ich dir Sonette schaffen wollte dort.

Mir ist es ja der schönste Fleck der Erde,
Von all den Flecken, die ich bisher sah.
Hier war des Garten Edens Schönheit nah,
Hier all der goldnen Süßigkeiten Fährte.

O Meisterin! wenns irgend möglich wäre,
So wollt ich leben einst in der Provence
Und feiern Notre Dame de la France
Und nahe der Ardeche des Höchsten Ehre!

Wir kehren heim zum Nebel; kehren wieder
Ins süße Südland, und sind irgendwo
Im großen Kiefernwald von Fontaine Bleau
Und hören junger Nachtigallen Lieder.

Ob Kiefern stehn, wer weiß das, oder Fichten
In diesem tiefen märchenhaften Wald?
Genug, sie dienen uns zum Aufenthalt.
Und was denn wissen jene, welche dichten?

Und hier begehen wir die Osterfeier
Und sind wie muntre kleine Kinder froh
Und suchen in dem Wald von Fontaine Bleau
Die in dem Moos versteckten Ostereier.

Am Ostermorgen steigt die Sonne herrlich
Zum Himmel auf aus ihrem Waldesgrab.
Da steht ein Alter an dem Fichtenstab,
Der Himmel ist nach ihm schon sehr begehrlich.

Da spricht der Zimmermann von seinem Dach,
Mit Josefskraut verbindend seine Wunden,
Schafgarbe heilend hat er umgebunden
Und denkt nur an die Königin des Schach.

Und wie in China spielen gern die Götter
Des Nordpolsterns und Südpolsternes Schach.
Mit Weisheit spielt der Alte geisteswach,
Der Junge träumt nur seiner Liebe Letter.

Das Mädchen trägt das Samthemd in Türkis,
Die Fichten tragen Moose von Smaragd,
Des Laubbaums grüner Jadewipfel sagt,
Er sehne sehr sich nach dem Paradies.

Wir übernachten auch in der Rue M.
In jener wundervollen Stadt Paris.
Der Schlaf ist oft ein kleines Paradies,
Am Morgen, Mädchen, deine Haare kämm.

Auch dies ist ohne Heros ein Poem,
Wie es gelegen in dem Bücherlädchen.
Auch Russen sind hier heimisch, weißes Mädchen,
Die Kolonie der Maler außerdem.

Auch Paul Gauguins Madonna von Taheiti
Wird hier geehrt mit einem braunen Kind.
Von Arles die Kirche, schwanger von dem Wind,
Wird hier gezeigt in schöner Geistesweite.

Auch Paul Verlaine ist einstmals hier gegangen
Und dichtete Romanzen für Mathilde.
Arthur Rimbaud ging mit ihm einst, der wilde,
Wo schwarze Katzen von den Dächern sprangen.

In der Rue M. verkauft man Kohl und Obst,
Da Turteltauben vor den Fenstern thronen,
Verkauft auch frisch geröstete Maronen,
Die du, o meine Muse, gerne lobst.

In dem Betonwald der Trabantenstadt
Erwächst uns Sehnsucht nach des Grases Grün
Und nach den Mandelbäumen, welche blühn,
Doch alles starrt so starr und grau und matt.

Und in der Metro in den Fensterscheiben
Gespenstisch spiegeln sich die Chrysanthemen
Wie Weiße Damen oder schöne Schemen,
Im eilenden Vergehn der Zeit - sie bleiben.

Wir sind im Tempel auch der Kinoniter
Gewesen, da zu Gott im Widerspruch
Frau Bovary gepflegt den Ehebruch
Nach sündigem Gesetz der Amoriter.
Dein, Arche Noah, auch gedenkt man hier,
Die in der hohen Sintflut grauen Steines
Zum Zeichen sich erhebt für wahrhaft Reines,
Das Rettung ist für Mann und Frau und Tier.

O Nächte auf der Ile de la Cité,
Da schweigend fließt die blumenblaue Seine
Wie wortlose Romanzen von Verlaine.
Und dort - die Kathedrale der Idee!

O Priester du mit deiner Alchemie,
Machst aus dem Blei des Daseins Liebesgold,
Ein wahrer Künstler, deiner Muse hold.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Vom Turme klingt der Glocken Melodie,
Und in den Norden schaut die Fensterrose,
Da Quasimodo träumt die Makellose.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Hier stehen wir, im Herzen Häresie
Und tote Totengötter aus Ägypten
Und sehnen uns zum reinen Schrein der Krypten.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Die Asiaten stehn zur Photographie,
Dieweil wir trinken den Café au lait
Und blicken auf die Ile de la Cité.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Der Dichter denkt in seiner Melancholie
An seines Herzens Herrin, la fleur bleue.
Das Mädchen denkt an das Hotel de Dieu.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Hier klinge eine welsche Liturgie:
Oh je t’adore, Seigneur Jésu, mon Maitre,
Je suis ton disciple et ton homme de lettre.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Hier feiern die Franzosen Eucharistie,
Die Hostien sind im heiligen Tabernakel,
Das Fleisch des Sohns der Jungfrau ohne Makel.
Oh! Marions nous à la Vierge Marie!

Wir kommen auch ans Ufer der Garonne,
Die breit dahinströmt, eine grüne Blume.
Da steht der Dichter, Sehnsucht nach dem Ruhme,
Und widmet dir den blauen Strom, Madonne.

Auch sehen wir den Strand am Golf du Gascogne,
Da von Atlantis sind herbeigezogen
Die Meeresmädchen reitend auf den Wogen,
Braun wie die braunen Frauen der Dordogne.

Hier denken wie an Friedrich Hölderlin,
Der stets gedachte seiner Diotima.
Das Meer ist schön hier wie bei Paphos-Ktima.
Lachmöwen heiter in den Lüften schrien.

Hier gehen wir durch einen Hain von Pinien.
Eichhörnchen knabbern an den Pinienzapfen.
Auf seidnem Boden sind zu sehn die Tapfen
Der braunen Hindinnen mit schlanken Linien.

O Lob dem roten Wein von Aquitanien!
Lob der Musik, dem schönen Lied der Erde!
Und Mond und Schatte ist beim Wein Gefährte
Dem Wanderer, dem Dichter aus Germanien.

Vom Firmamente schauen die drei Schönen
Des Sommerhimmels zu: beim weißen Schwan
Und bei dem Adler auf der blauen Bahn
Sieht man die Leier glühn und herrlich tönen.

Als Fürst des Firmamentes aber steht
Saturnus mit der Sense und dem Ring.
O Seele du, in deiner Schwermut schwing
Dich auf zum Himmel durch ein Dankgebet.

Hier wollen wir auch denken an die Toten,
Da wie ein Geist schwebt auf der Fliederduft
In tiefer Nächte leisverwehte Luft,
Wo weiß der Flieder blüht wie Gottes Boten.

Wir fahren mit der Eisenbahn nach Pau.
(Was soll ich sagen, müd der Poesie,
Doch hab ich nichts als mein Gemüt und sie.)
Wir kommen abends nach Abense-de-haut.

Beim Bauernhof empfängt uns Madelaine
Mit Fleisch und Wein und Pommes de Paradis.
Am Sonntag betet in der Kirche sie
Für Dichter und für Mädchen von der Seine.

Die Enten jagen kopflos auf dem Acker
Und spenden Fleisch und für die Kissen Daunen.
In Lindenwipfeln ist ein Sommerraunen,
Durchkräht vom Hahn und seines Volkes Gegacker.

Die fetten Säue stehen in den Koben.
Die Lämmer werden umgeworfen und
Geschoren. Lauthals kläfft der dürre Hund.
Sehr wollig gehn die Lämmerwolken oben.
In Baumswipfeln schwarze Katzen lauern
Mit grünen Augen und bereit zum Sprung.
Poet berauscht sich an der Verse Schwung.
Und Salamander fallen von den Mauern.

Und in dem Dorfe reden alte Basken
Vom Pastorale, von dem Kampf der Christen
Mit den Muslimen, von dem komisch-tristen
Theaterspiel der Tänzer in den Masken.

O Königin der Engel! laß uns feiern
Den Feiertag der lieben Schützer Engel,
Zum Engel tragen einen Blumenstengel
Und alle Lieder unsrer goldnen Leiern.

Wir steigen auf den Chapeau-de-Gendarm,
Um näher unserm Schutzengel zu sein.
Der Hügel ist sehr hoch, der Berg sehr klein,
Der Weg an Dornen reich, an Blumen arm.

Wir irren zwischen Dornen, Disteln, Nesseln,
Da schlingen um den Fuß sich Brombeerranken,
Und zwischen Gipfelhöh und Abgrund schwanken
Die Glieder in den früchtelosen Fesseln.

Am Gipfel hängen wir, dem Abgrund nah,
Erbärmlich, hoffnungslose kleine Weiner.
Doch Schönheit ist mit uns, der Reim von Rainer
Maria Rilke; und ein Ausweg da.

Und da wir an dem Hang zum Leben stolpern,
Da schweben silberblaue Schmetterlinge,
Schutzengel mit ätherisch-feiner Schwinge.
Und Felsgerölle in die Tiefe holpern.

Der Gottesacker steht in Grün und Blume.
Die Pfade winden sich. Da stehen Steine
Und künden, wer da lebte. Mädchen, weine,
Ja weine, Mädchen, und gedenk der Muhme.

Da steht der Engel, sieh da steht er! steil
Ragt er vom Hügel bis zur Wolke hin!
Ein reines Licht, zu rein dem Menschensinn,
Das Mädchen tröstend. Heil dir, Engel, Heil!

Hinauf nun, aufwärts, in die Pyrrenäen,
Den Sitz von einem ururalten Volke!
Wir fahren mit dem Wagen durch die Wolke,
Darüber lichten Himmel blau zu sehen.

In Serpentinen winden sich die Wege,
Die Gipfel steigen, Täler sinken nieder.
In luftiger Höhe zwitschern Spatzen Lieder,
Sperlinge Aphrodites trillern rege.

Doch über Spatz und Sperling fliegt der Geier,
Der Lämmergeier, den der Lämmer Herde
So fürchtet. Knochen liegen auf der Erde,
Nackt, abgenagt, in lila Heideschleier.

Wir heben auf gewundnen Widderschädel
Und eines Mutterschafes weißen Schenkel.
Der Heide gelb und lilanes Gesprenkel
Verhüllt sich mit des Reifes Schleier edel.

Wir kommen zu der kleinen Hirtenhütte,
Da du, Maria, uns als weiße Kerze
Empfängst mit einem feuerspendenden Herze,
Gepriesen nach der Katholiken Sitte.

Wir essen nichts als Reis und Salz und Butter
Und trinken frisches Wasser von der Quelle.
O holde Hirtin mit des Busens Welle!
O Königin der Pyrrenäen, Mutter!

Ein Wandrer grüßt in alter Baskenzunge
Die wunderbare Sonne (die Ekija)
Und wunderbaren Regen (den Ebija)
Und lobt den Lebenstaem in der Lunge.

Der alte graue Basken-Domestik
Mit seinen hundert Jahren hier ist Hirt.
Mit Brot und Wein ist er den Jägern Wirt,
Der einsam dann mit seinen Schafen stieg.

Die Schafe klingeln mit den Glöckchen leis,
Zusammgehalten von dem Hirtenhund,
Die weiße Herde in des Tales Rund
Verschleiert ist von Nebelschwaden weiß.

Im Tal der Höhe rinnt ein reiner Bach,
Terrassen violetter Heide führen
Hinab, darüber reine Sterne zieren
Des schwarzen Himmelszeltes lichtes Dach.

Und scheues weißes Einhorn, phantasiert,
Von einer Jungfrau wird es nur gezähmt.
Rein, wer sich sündigen Verlangens schämt,
Und rein, wen Träne seiner Reue ziert.

Und Steine stehen da, die sind wie Throne
Der Jungfrau-Königin der Pyrrenäen.
Traumhafte grüne Täler sind zu sehen
Und Donnerdisteln mit der Silberkrone.

Dem vierundzwanzigsten September Ruhm!
Dein Tag, o Mutter der Barmherzigkeit!
Erbarme dich des Mädchens kindlichem Leid
Und segne sie aus deinem Heiligtum!

So wie sich einst die heilige Katharina
Mit Jesus als dem Bräutigam verbunden,
In dem sie alle Weisheit aufgefunden:
Dahin, Maria, führe auch Karina!

Maria, Gottes Tochter, milder Miene,
Maria, Jesu Mutter, voller Gnade,
Maria, Geistes Braut, so weich wie Jade,
Du segne den Poeten und Karine!

THERESE VON LISIEUX

WARUM ICH DICH LIEBE, MARIA
(Auszug)

Ich möchte singen, Mutter, warum ich dich liebe,
Warum dein süßer Name Jubel weiß zu schenken,
Warum in meiner Seele keine Schrecknis bliebe,
An deine Hoheit und Erhabenheit zu denken.

Würd ich in deiner Gloria dich nur betrachten,
Wie du den Glanz der Sel’gen überschreitest, denken,
Könnt ich mich nicht im Glauben als dein Kind erachten
Und müßt vor dir, Maria, meine Augen senken.

Damit ein Kind die Mutter lieben kann, vereint
Muß weinen sie mit ihm und seine Schmerzen teilen.
Du Königin des Herzens, wie hast du geweint
Im fremden Land, um mich an dich zu ziehn derweilen!

Seh ich dein Leben in dem Evangelium stehen,
Wag ich’s, dich anzuschaun, zu nahn mich deiner Seite,
Dann fällts nicht schwer mir, mich als dein zu sehen,
Dein Kind, weil ich dich leidend sehe wie ich leide.

Als dir des Himmels Engel angeboten hatte,
Mutter des Herrn zu sein, des Ew’gen - ungelogen
Seh ich (o welch Mysterium) daß du voll Gnade
Geheimnisvollen Schatz der Jungfrau vorgezogen.

Ich sehe, unbefleckte Maid, daß deine Seele
Dem König lieber noch als seine Einkehr ist,
Ich seh, daß deine demutvolle sanfte Seele
Den Ozean der Liebe fasst, Herrn Jesu Christ!

Ich liebe dich! Ich nenne dich die kleine Magd
Des Herrn, den du entzückt durch Demut, reine Maid;
Durch diese große Tugend, die dich mächtig macht,
Ziehst du ins Herz die Heiligste Dreifaltigkeit!

Der Geist der Liebe überschattet deinen Schoß,
Der Sohn, dem Vater gleich, hat Fleisch von dir genommen.
Weil seiner sündigen Geschwister Zahl so groß,
Den Erstgebornen nennen Jesus alle Frommen.

O Josef, o Maria! Dann in Bethlehem
Seh ich von den Bewohnern euch zurückgestoßen,
Daß niemand solche armen Fremden zu sich nehm,
Sind Wohnungen in dieser Welt nur für die Großen.

Den Großen ist der Raum. Madonna ungeehrt
Gebären muß in einem Stall des Vaters Wort.
O Mutter des Erlösers, o wie liebenswert,
Wie find ich dich so groß an solchem armen Ort!

Seh ich den Ewigen in Windeln gar bescheiden
Und hör das schwache Schrei’n des ew’gen Wortes, Mutter,
Soll ich in dem Moment die Engel denn beneiden?
Anbetungswerter Herr ward mein geliebter Bruder!

Wie ich dich liebe, die du diese Gottesblume
An unsern Ufern zur Entfaltung kommen ließest
Und Weise auch und Hirten hörst im Heiligtume
Und jedes Wort in deinem Herzen still verschließest!

Ich liebe dich, weil mit den Fraun du dich begeben
Auf einen Weg, der zu dem Tempel führt, ich weiß,
Wie du den Retter unsrer Seelen, unsrer Leben,
Den Sohn gelegt in seinen Arm dem frommen Greis.

Erst hör ich freudig seinen Lobpreis, geistgehaucht,
Dann muß ich weinen, vielgeliebte Maid,
Weil Simeon, den Blick ins Kommende getaucht,
Der Seele dein das Schwert der Schmerzen prophezeit!

O Königin der Marterzeugen, dieses Schwert
Wird bis zum Lebensabend dir das Herz durchbohren!
Schon mußt du fliehen, Mutter mit dem Sohn geehrt,
Vor einem König, der der Eifersucht verschworen.
Gott schlummert unter deinem Schleier, alles schweigt,
Doch Josef bittet dich, in Eile aufzubrechen.
In diesem Augenblick sich dein Gehorsam zeigt,
Und du brichst auf in Eile, ohne Widersprechen.

Im Land Ägypten scheint es mir, Maria, und
In dem Exil, blieb deine Seele arm und froh:
Ist denn nicht Jesus allerschönster Heimatgrund?
Du hegst den Himmel! Was ist denn Verbannung so?

Doch in Jerusalem dich flutet Bitterkeit,
Dein Herz ist voll der Traurigkeiten wie ein Meer:
Drei Tage birgt sich Jesus deiner Zärtlichkeit -
Das ist Verbannung nun in aller Härte schwer!

Dann sahst du ihn, denn Liebe trug dich hin,
Du sprachst zum Sohn, der Schriftgelehrten Freude jenen:
Warum behandelst du uns so? dies frugst du ihn;
Dein Vater, sieh, und ich, wir suchten dich mit Tränen!

Sagt Gottes Sohn - geheimnisvoll - der Mutter an,
Die er so liebt, und breitet seine Arme, spricht:
Was habt ihr mich gesucht? An meines Vaters Plan
Muß ich schon heute denken, wusstet ihr das nicht?

(.......)

ENTBLÄTTERTE ROSE

Wenn ich dich sehe, von der Mutter Arm,
Die dich getragen, Jesus, ihn verlassend
Mit zagem Fuß, des Erdengrundes Harm
Mit eines kleinen Kindes Fuß erfassend -
Möcht ich entblättern Rosen, die erglühten,
Die Rosen voller Frische vor dir streuen,
Auf daß du sänftlich schreitest auf den Blüten
Des Weges, den ich nimmer will bereuen.

O göttlich Kind, die Ros, die ich entblätter,
Dem Herzen Spiegel der Wahrhaftigkeit,
Des Herzens Bild, das opfert sich dem Retter
Ganz ungeteilt, für heut und alle Zeit.
Herr, auf dem Altar in des Tempels Raum
Aufleuchten Rosen in der Blütenpracht,
Dir schön sich schenkend - schöner ist mein Traum:
Entblättern will ich mich in Lieb und Nacht.

Das Blühende verklärt dein Fest der Freude,
Doch das Entblätterte, du liebes Kind,
Vergessen wird, und wenn man es verstreute
In seinem Liebestod, trägt es der Wind.
Die Ros, die sich entblättert voller Beben,
Nicht mehr zu sein, das ist ihr Wunsch allein.
O göttlich Kind, mich dir ganz hinzugeben
Begehr ich und die Freud, in dir zu sein!

Auf Rosenblättern, hingestreut im Dunst,
Man achtlos geht und ohn Bedauern geht.
Ich hab verstanden diese schlichte Kunst:
Die Liebe, die für dich als Zier verweht!
Vergeudet hab ich Leben, Geist, Gemüt
Und alles Kommende aus Lieb zu dir!
O Herr, verwelkt die Ros, die kaum erblüht,
Stirbt sie dahin, so sagen Weise mir.

Dir sterb ich, Schönheitssonne ohnegleichen,
Entblätter dir mich, dies mein Weg ins Glück,
Mein Zeugnis dies und meiner Liebe Zeichen,
Die sich der Liebe völlig schenkt zurück.
Geheimnis ist: verborgen allerwegen
Zu deinem Fuß, der an die Erde greift,
Küss ich den Fuß dir auf den Leidenswegen,
Dein letzter Schritt erlösend sanft mich streift.

AUS LIEBE LEBEN

Am Lieb-vollendenden, am Abend dort,
Wollt Jesus das Geheimnis offenbaren:
Will einer minnen, möge er mein Wort
Vertrauensvoll im Herzen sich bewahren.
Gott wird das Herz als Wohnung sich erwählen,
Dem Himmel gleich, des wahren Lebens inne.
Ich wünsch und geb den Frieden solchen Seelen.
Du bleib in meiner Minne!

Aus Liebe leben dich bewahren ist,
Du ungeschaffnes Wort von Zebaoth!
Du weißt, daß ich dich liebe, Jesu Christ!
Um mich der Liebe Geistes-Flamme loht!
Dich liebend, ich den Ewigen gewinne!
Mein nichtig Herz hält dich so innig nu,
Dreifaltiger, Gefangner mein bist du,
Gefangner meiner Minne!

Aus Liebe leben: in dir atmen Odem,
Du Wonne der Erwählten, König mein!
Du lebest und verbirgst dich mir in Broten,
Mein Du, für dich will ich verborgen sein!
Die Minner suchen des Alleinsseins Schleier,
Der Herzenseinigungen immer inne.
Mein Glück erglänzt in deines Blickes Feuer,
So leb ich nur aus Minne!
Aus Liebe leben - wollt ich daß ich bliebe
Im Licht des Tabor auf der Erde da?
O nein! Mit dir zu gehn nach Golgatha,
Im Kreuz das Glück zu ahnen, nenn ich Liebe!
Im Himmel werden wir an Wonnen weiden
Die Seelen, Zeit der Prüfungen verrinne -
Auf Erden aber, hier in meinen Leiden,
Ich reife in der Minne!

Aus Liebe leben - schenken heißt es Seelen,
Nicht Trost erbetteln im Hienieden schon.
Ich möchte schenken immer, nimmer zählen,
Die wahre Liebe rechnet nicht mit Lohn.
Dem Jesusherzen, das so zärtlich brennt,
Geb alles hin und Leichtigkeit gewinne,
Mein Herz nun keinen andern Reichtum kennt,
Als leben nur in Minne!

Aus Liebe lebt, wer bannt sein Herzensbangen,
Dem das Gedächtnis an die Schuld vergangen,
Dem von der Sünde nimmer Wunden blieben,
Die Jesus löschte mit der Glut aus Lieben.
Du Heilungsmeer aus zarter Flammen Schimmer,
O Geist, in dich versenk ich mich auf immer!
Lobpreisend singe ich in meinem Sinne
Dies Leben, Gott, in Minne!

Aus Liebe leben heißt zu tragen gern
Unsterblichkeit in sterblichschwachem Becher.
Die Liebe du - ich Schwachheit schwach und schwächer,
Dem Morgensterne noch unendlich fern!
Und doch, und fall ich Stund um Stunde bebend,
Umarmungen ich stets von dir gewinne,
Erhebend mich und gnadenvoll vergebend -
Und weiter leb ich Minne!

Wer lebt aus Liebe, ohne Säumnis schenkt
Nur Glück und Frieden, wer zum Himmel glüht,
Den vielen Herzen, weil ihn Liebe drängt.
Das Bildnis des Piloten, den er sieht
In Brüderseelen, führt als Licht und Lieben
Und Stern auf gradem Weg. So steht es inne
Dem Banner meines Herzens eingeschrieben:
Mich führt allein die Minne!

Aus Liebe lebt - schläft Jesus in der Ecke
Im Boot im Seesturm - wer da hegt den Frieden.
Befürchte nicht, o Herr, daß ich dich wecke!
Vertrauend ruh ich, schaue aus hienieden
Zur ew’gen Bucht, wo bald mein Leben bleibt.
Ein kurzer Tag nur ists in meinem Sinne,
An dem mein Schifflein durch die Zeiten treibt
Im Fluten deiner Minne!

Aus Liebe leben - Meister, allzumal
Ich bitt, entzünde deine Glut in ihm,
Der Priester ist durch Weihe und durch Wahl,
Daß feuriger er glüht als Seraphim!
Beschirm die heilige Ecclesia,
Beschwör ich täglich dich in kindlichem Sinne:
Mein Leben gebe ich der Mutter ja
Und leb in ihr aus Minne!

Aus Liebe leben, trocknen heißt es Tränen
Von deinem Antlitz, Herr von allem Lieben,
Verzeihn erflehn den Sünderseelen, jenen,
Heimkehrend sie als Lob der Gnade blieben.
Wie hallen Übel mir im Herzen wider,
Die auszulöschen, sprech ich vor dir innen:
O heilig Herz, anbetend fall ich nieder,
Will stellvertretend minnen!

Wer liebt, wird gleich der Gläubigkeit Marias
Mit Reuetränen, Perlen frommer Wehmut,
Dir deine Füße küssen, o Messias,
Und in sein Haar sie hüllen voller Demut;
Sich dann erhebend, hohen Mutes inne,
Dein Antlitz salben, das war ihre Spende.
Der Balsam aber, den ich dir verschwende,
Ist einig meine Minne!

Aus Liebe leben - „Wahnsinn (ruft mir lang
Die Welt schon zu), laß diesen Lobgesang!
Vergeude sinnlos nicht den Duft des Lebens,
Genieße heute, lebe nicht vergebens!“
Gern laß ich alles, wenn ich dich gewinne,
Du fruchtbare Entsagung! Ich bin dein!
Die Welt verlassend, wird mein Singen sein:
Ich sterb, ich sterb aus Minne!

Aus Liebe sterben heißt, zuletzt erwerben
Das Martertum, das möchte ich erleiden.
O Engelchöre, schlagt die Harfensaiten,
Wenn der Verbannung Ende naht im Sterben!
Du Liebesfeuerpfeil! nicht länger säume,
Mein Herz verwunde, rufe es vonhinnen!
O Jesus, Freund, erfülle meine Träume,
Laß sterbend dich mich minnen!

Aus Liebe sterben, darin liegt mein Hoffen,
Seh ich die Fesseln dieser Erde fallen,
Mein Gott, mein Erbe du, mein Himmel offen,
Kann keine andre Wonne mir gefallen!
Ich bitte, deiner Liebe heut schon inne:
O Jesus, komm! umarme mich, mein Glück!
Das ist mein Paradies und mein Geschick:
Allewigliche Minne!

LOURDES
Maria erschien der siebzehnjährigen Bernadette in der Grotte von Massabielle im August 2001 für
sieben Tage. Bernadette war ein schönes Mädchen von aphrodisischer Gestalt, kurze goldenen
Locken, Diamanten an den Ohren, himmelblauen Augen, ein schwarzes Kleid, das bis zu den
Oberschenkel reichte und die schlanken Arme frei ließ. Der Dichter betete sie an und gestand ihr in
seiner Ohrenbeichte: Ich bin verliebt und weiß nicht in wen, ich glaube, ich liebe die Liebe!
Bernadette ging mit einer jungen Frau namens Judith, die ein langes weißes Seidenkleid trug, einem
kleinen afrikanischen Mädchen mit großen Brüsten und einer kleinen blonden deutschen Novizin
vor die Grotte von Massabielle, wo sonst die Schweine gehütet wurden. Ja, sagte der Dichter, Herr
Toto, mein Herz ist solch ein Schweinestall, will sich Gott in den Schweinestall betten und in
meinem schweinischen Herz geboren werden? Bernadette ging mit den Schwestern in Christus an
den grünen Gavestrom, Brennholz zu sammeln. Sie wollte am Abend ein Lagerfeuer entzünden und
die Gitarre spielen, die Jünglinge würden rauchen und die Mädchen mit ihren glockenreinen
Stimmen charismatischen Lobpreis singen, Herr Toto aber heimlich eine Flasche Wein von der
Rhone entkorken. Plötzlich hörte Bernadette ein leises Singen von himmlischen Frauenstimmen und
sah dann eine junge schöne Dame in einem weißen Licht. Die Dame sah die schöne Bernadette
lange an. Sie trug ein weißes Kleid von hauchfeinem Stoff, der ihren perfekten Körper lieblich
umspielte und einen himmelblauen Mantel, den sie weit öffnete, um alle an ihren Busen zu rufen!
Dann bat die Dame Bernadette, das Ave Maria Gratia zu beten. Die Dame betete immer den
Lobpreis Jesu mit. Die Dame selbst hielt in den Händen eine lange Perlenkette von rosanen und
weißen Perlen, der ihr um den Hals, die Arme glitt und in den Schoß rollte. Sie nahm die Perlen an
den Mund und küsste die Perlen, denn es sind dies die Perlen des Evangeliums, von dem die
Weisheit Jesu sprach, ein Mann gibt alles hin, um diese Perle zu gewinnen! Dann verlöschte die
Erscheinung. Die Frömmler hatten die junge schöne Bernadette aufgefordert, die Erscheinung der
himmlischen Jungfrau mit Weihwasser zu bespritzen. Nun stand die himmlische Jungfrau wieder
vor der blonden Bernadette. Diese tat, wie ihr die Pfaffen und die alten Weiber aufgetragen. Sag
mir, du schöne Dame, ob du von Gott kommst, sprach Bernadette. Die Jungfrau verneigte sich vor
dem Namen Gottes. Da strahlte Bernadettes Antlitz. Herr Toto, der alte Dichter im Kreis der jungen
Mädchen, sah den Glanz auf Bernadettes Antlitz. War es das Sonnengold ihrer Locken, war es das
Himmelblau ihrer klaren Augen, der Lichtglanz ihrer Jungmädchenseele, das strahlende Weiß ihrer
nackten Haut, der Glanz der Diamanten an ihren Muschelohren, das Perlenweiß der Elfenbeinzähne
bei ihrem strahlenden Lachen? Alles an ihr glänzte, sie schien eine glänzende Jugendgöttin der
Freude, ein Abglanz der himmlischen Jungfrau. Herr Toto sah die himmlische Herrin nicht, aber den
Abglanz an dem jungfräulichen Göttinnenkörper der schönen Bernadette sah er. Bei der nächsten
Erscheinung hatte Bernadette ein Schreibheft und einen Federhalter mit Tinte bei sich. Herr Toto
hatte sie gebeten, Worte der himmlischen Jungfrau aufzuschreiben, wenn die Herrin des Himmels
der jungen reizenden Katholikin etwas diktiere. Die Jungfrau lächelte und sprach: Du brauchst die
Feder nicht ins Tintenfaß zu tauchen, ich werde dir nichts diktieren. Ich werde dir himmlische
Eingebungen geben und Einsichten, aber dazu bitte ich dich, sieben Tage lang zu mir zu kommen in
diese Grotte am grünen Strome Gave. Da freute sich Bernadette, dass sie nicht schreiben musste,
dass aber die himmlische Jungfrau sie erleuchten wollte mit Visionen. Sie sprach: Wenn du mich
rufst, Frau Schönheit, dann will ich gerne kommen, hier in Südfrankreich am Fuß der Pyrenäen, am
Strome Gave in der Grotte von Massabielle in deine Schule zu gehen. Dann sprach die himmlische
Herrin zur jungen Katholikin: Gnädige Frau, ich kann Ihnen nicht versprechen, Sie in dieser Welt
schon glücklich zu machen, aber im Paradiese werden Sie glückselig sein! Bernadette wunderte
sich, dass die Herrin sie nicht mit Du, sondern mit Sie ansprach. Aber die Herrin wollte sie wohl an
den Umgangston in der Kirche gewöhnen. Kommunisten und Pietisten sagen wohl immer Du
zueinander, aber der Priester sagt zum Laien Sie. Das mag man bedauern, aber wenn selbst die
himmlische Dame zu einem hübschen jungen Ding von siebzehn Jahren Sie sagt, dann muß das
wohl in Ordnung sein. Dann sprach Bernadette zu dem vierzehnjährigen braunen Mädchen aus
Afrika, der braunen Gazelle mit dem prachtvollen Brüsten: Jetzt schaut die Jungfrau dich an. Da
sprach das junge Weib: Darf ich auch zur Herrin kommen? Da sagte Bernadette: Ja, meine kleine
Schwester, und auch die deutsche Novizin und auch die Jungfrau aus der Herzegowina und auch der
alte Dichter, alle dürfen sie kommen zur Dame. Und bald sollen sich Scharen von lärmenden
Jugendlichen hier einfinden, die ihre Hochzeiten feiern vor der Grotte der Jungfrau, und Scharen
von alten Weibern, die zahnlos der Großen Mutter singen! Ich will euch alle hier bei mir sehen,
sagte die Dame und verschwand wie ein still verlöschender Schimmer. Nun kamen Scharen von
jungen Mädchen und Jünglingen an, sie scherzten und lärmten und suchten sich zu haschen und zu
fangen zu der heiligen Ehe. Die Jungfrau war zufrieden, dass die Jugendlichen sich in solchen
großen Scharen vor der Grotte einfanden, um fröhlichen Lobpreis zu singen zu Tamburin und
Saitenspiel. Besonders zufrieden war die himmlische Jungfrau, dass die schöne Bernadette wieder
gekommen war. Es hatten zwar zweifelnde Priester ihr abgeraten, aber die schöne junge Bernadette
war einfach bezaubert von der himmlischen Schönen Dame, so dass sie kam. Da sagte die Jungfrau
zu Bernadette: Du wirst noch größere Offenbarungen empfangen! Dann lehrte die Schöne Dame
das hübsche Mädchen ein ganz persönliches Gebet, das nur diese einsame Seele zum Himmel beten
sollte. Bernadette sprach auch zu keiner Menschenseele von diesem intimen Gebet. Als die
allerschönste Jungfrau wieder erschien, bat sie Bernadette, auf Knieen über den harten Steinboden
zur Grotte zu kriechen. Herr Toto, als er das sah, kroch auch auf Knieen den Felsweg hinan.
Bernadette hatte Tränen in den Augen. Ihre Tränen glänzten wie die Diamanten an ihren
Muschelohren. Auch die himmlische Jungfrau schaute wehmütig melancholisch, sie schaute in die
Ferne, als ob sie vom glühenden Südland in das nordische Nebelland schaue und sagte: Bete für die
armen Sünder und Sünderinnen! Bete für die Krankheit dieser Welt! Bei der nächsten Erscheinung
rief die himmlische Jungfrau das hübsche Mädchen mit ihrem Taufnamen an. Bernadette fühlte sich
wie von einer ewigen Mutter gerufen, die sie schon gerufen hatte, als sie noch im Schoß ihrer
leiblichen Mutter war. Es war, als hätte die Schöne Dame damals am Taufbecken gestanden, als die
kindliche Bernadette getauft worden war. Da freute sich Bernadette und trat ganz nah an den Winkel
bei der Felsgrotte, wo die himmlische Jungfrau mit bloßen Füßen erhoben auf einem Felsvorsprung
stand. Da sprach die Jungfrau in der Grotte zur Mädchenseele: Ich vertraue dir ein Mysterium an,
das nur dich allein etwas angeht und dir allein geoffenbart ist. Versprich mir, es nicht in der Welt
bekanntzumachen... Am Abend bat der alte Dichter Herr Toto zwei junge Mädchen, für ihn zu
musizieren. Die deutsche Novizin Michal und die Jungfrau Judith von Herzegowina spielten: Maria
durch einen Dornenwald ging, der hatte in sieben Jahren keine Rosen getragen, aber als Maria, mit
dem Kinde unterm Herzen, durch den Dornenwald gegangen, da trugen die Dornen Rosen, o Jesus
und Maria! Die deutsche Novizin Michal spielte auf ihrer Geliebten, der Viola d’amore, und die
Jungfrau Judith von Herzegowina blies die Flöte. Am Morgen aber kam die italienische
Pilgergruppe an. Herr Toto las gerade seine liturgische Lektion im Dichter Camoes, da der Seher die
Göttin Venus besang, nur leicht bekleidet, die trat zum Vater der Götter und Menschen, umschlang
den Nacken Jupiters und bat für ihr auserwähltes Lieblingsvolk. Da sah der Dichter Herr Toto
wahrlich in der italienischen Pilgergruppe, wahrlich, wahrlich, er sah, und siehe, was er sah, war die
römische Venus, die pilgerte zur Regina dell’Amore! Sie hatte einen perfekten Körper, makellose
straffe Jugendbrüste und langes goldenes Haar, das in freien Locken sie umflutete, ihr Kleid war
weiß wie Meeresschaum und ihr Gang war entzückend, das Schwanken der Hüften! Herr Toto sah
der katholischen Callipygos nach und staunte die Schönheit Gottes an! Aber nun trat Bernadette
wieder vor die Grotte, die Jungfrau erschien. Bernadette berichtete der Dame, was der Pfarrer
erzählt hatte, aber die Jungfrau schwieg. Dann bat die Jungfrau das Mädchen Bernadette, für die
Sünder und Sünderinnen zu beten, für die, die sich dem Satan verpflichtet, für die Atheisten, die
Materialisten, die Hedonisten und die Epikuräer und die Okkultisten. Dann lud die Jungfrau das
süße Mädchen ein, in die Grotte zu kommen. Bernadette sah die Jungfrau die Himmelstreppe
herabsteigen und in die Grotte treten. Sie trug ein reines weißes Kleid und einen Charis-Gürtel in
Meeresbläue um die Lenden. Auf den bloßen Füßen blühten goldene Rosen, dornenlose Rosen. Ihr
kastanienbraunes Lockenhaar fiel ihr auf die Schultern, verhüllt vom weißen Schleier der Braut
Gottes. Da sprach die Dame: Buß! Buß! Buß! Dann vertraute die Dame der Mädchenseele der
Seherin ein Geheimnis Gottes an, sie erkannte den Plan Gottes für ihr Leben, einen Plan in dem
Heilsplan Gottes für die Menschheit. Sie erkannte die Liebe des göttlichen Herzens ganz persönlich
zu ihr, der Mädchenseele, der Seherin. Da wurde ihr Herz froh wie ein geliebtes Kind. Dann sprach
die Dame zu Bernadette: Nun geh und wasche dich in der Quelle! Nicht
im grünen Gave sollst du baden, sondern dort in jener Quelle! Trinke das frische Quellwasser!
Bernadette grub in der Erde und es kam die Quelle des Heils hervor. Die Jungfrau hatte mit ihren
bloßem Fuß die Quelle des Heils hervorsprießen lassen, so wie Pegasus mit seinem Huf den
Hufquell schuf, die kastalische Quelle der Musen. Denn die himmlische Dame war die himmlische
Muse vom Sion für den Poeten Toto. Maria lächelte, sie war offensichtlich zufrieden, denn sie
segnete Bernadette und Herrn Toto mit einem Heilssegen. Bald kam auch das Volk und drängte sich
in die Grotte und sie baten alle um den Segen des Heils, um die Gnade der himmlischen Dame! In
der Nacht erzählte Herr Toto einem alten Priester das Märchen vom Affenkönig Sun Wu Kung, der
Großen Leere des Herzens. Er war vom Diamantring der Gnadengöttin Guan Yin in den Himmel
geholt worden und stand in der Hand Buddhas. Buddha sagte: Du kannst meiner Hand nicht
entfliehen! Aber Sun Wu Kung lief davon, bis ans Ende der Welt. Da kam er zu fünf steilen Gipfeln.
An dem Fuß des mittleren Gipfels urinierte er, wie man sagt. Dann kehrte er zu Buddhas Thron
zurück. Buddha aber lächelte voll goldener Weisheit und sprach: Siehe, mein Affe, hier an der
Wurzel meines Mittelfingers ist es noch feucht von deinem Ausfluß. Da erkannte der Affenkönig
Sun Wu Kung, dass er nie aus der allmächtigen Hand Buddhas fallen würde. Der alte Priester
segnete den Herrn Toto. Aber am Morgen erschien die himmlische Dame wieder der jugendlichen
Bernadette. Sie bat das Mädchen, auf Knieen den Felsweg heranzukriechen für die Bekehrung der
Sünder und Sünderinnen. Dann sprach die Dame liebevoll lächelnd: Küsse die Erde Südfrankreichs
zur Buße für die Sünden der Sünder und Sünderinnen! Dann sagte die Dame zu Bernadette: Ich
wünsche breite Ströme von Prozessionen, in der Nacht sollen sich auf breiten Alleen zwischen
Marmorgöttern von Heiligen alte Mütter und Krüppel und junge Pilgerinnen und Pilger in einem
Menschenstrom mit Kerzen in den Händen singend zum Tempel meiner Gnade bewegen und die
Herabkunft des Manna feiern! Ich will sie ein Lied lehren: Ah weh, ah weh, Mutter! Dann will ich
die an Leib und Seele Kranken heilen. Noch am Abend des Tages wurde der einjährige Jedidja
geheilt. Am fünften August 2001, am 2017. Geburtstag der Jungfrau Maria, lief Bernadette schon in
der Frühe unter den Wimpern der Morgenröte zur kristallklaren Quelle. Schon von ferne sah sie die
Aura der Aurora, den Lichtglanz der himmlischen Dame, die die Inder Uscha nennen, Göttin der
Morgenröte. Bernadette kniete vor der Dame und sagte: Schöne Dame, entschuldigt, dass ich erst so
spät zu Euch gekommen bin! Die Dame aber öffnete ihre Arme und die Brüste bebten der schönen
Sünderin entgegen. Da begann Bernadette das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Pater-in-
Uranos zu beten, da spürte sie den leidenschaftlichen Drang, die Schöne Dame nach ihrem Namen
zu fragen. Dreimal frug Bernadette die Schöne Dame nach ihrem Namen. Da seufzte die Schöne
Dame und sagte leise flüsternd: Ich heiße Immaculata. Da sagte Bernadette zu den Jünglingen und
den jungen schönen Mädchen und zum Dichter Toto: Die Schöne Dame heißt Immaculata! Da
jubelte die deutsche Novizin Michal und sagte: Es ist Maria! Aber Bernadette in ihrer kindlichen
Einfalt sagte: Nein, es ist nicht Maria, die Mutter Jesu, sondern die Schöne Dame heißt Immaculata!
Da sagte Herr Toto, der alte Platoniker: Das ist der Ehrenname der Jungfrau Maria, denn sie ist die
makellose Konzeption. Sie ist die himmlische Weisheit, in ihr ist ein Geist, rein, heilig, makellos,
unbefleckt, kein Makel der Sünde dringt in sie ein. Zu allen Zeiten geht sie in reine Seelen ein und
macht sie zu Freunden der Weisheit und Propheten Gottes. Sie ist der Abglanz des strahlenden
Lichtglanzes der Gottheit und der reine Ausfluß der göttlichen Kraft. Sie ist strahlender als die
Sonne. Von einem Ende zum andern erstreckt sich ihre Macht und sie regiert das All mit Allmacht!
Ich habe ihre Schönheit liebgewonnen und will sie mir zur Braut gewinnen! Ich will sie heimführen
und den Lebensbund mit ihr schließen. Denn die Ehe mit ihr bringt keinen Überdruß und keinen
Liebeskummer, sondern nichts als Wollust und Wonne! - Aber der Landpfarrer schickte Bernadette
in die Psychiatrie! Sieben Tage blieb sie dort, angekettet wie ein wildes Tier. Die Psychiater gaben
ihr Drogen, so dass sie im Tiefschlaf sich fühlte wie im himmlischen Gartenparadies Eden! Dann
aber ward Bernadette wieder entlassen. Da ging sie in der Frühe auf den Berg Karmel und
kommunizierte und speiste das himmlische Hochzeitsmahl. Am Abend stieg sie wieder auf den
Berg Karmel, als ihr Schutzengel sie zur Grotte rief. Sie stand am Ufer des Gave, da sah sie Maria,
die Quellnymphe der Gave. Sie war von solcher übermenschlicher Schönheit, dass Bernadette die
Kniee zu zittern begann und sie in die Kniee sank! Die Jungfrau lächelte überaus liebreizend und
entzückend. Von Ferne schaute der Dichter Herr Toto ebenfalls die Jungfrau Maria, allerdings sah er
nur den Mund der Madonna! Fortan sprach der alte Dichter Herr Toto nur mit der allergrößten
Begeisterung vom Mund der Madonna! Da dichtete er als Troubadour:

MIDONSMARIE

O Notre Dame,
Plus belle des femmes!
O Vierge Marie,
Mon paradis!
Ta bouche… ta bouche…!

DIE HEILIGE JEANNE D’ARC
ERSTE SZENE

(Jeanne als Hirtin ihrer Lämmerherde ruht, an eine Eiche gelehnt, und schnitzt einen Becher.)

JEANNE
Kommt zu der Hirtin heim, ihr lieben kleinen Lämmer!
Die Vesperglocke ruft! Es kommt der Abenddämmer.
STIMME DER HEILIGEN MARGARETHE
O süße Jungfrau Jeanne, tu auf dein Muschelohr,
Dich rufen Heilige aus hoher Himmel Chor.
JEANNE
Was ist das für ein Ton, was spricht für eine Stimme?
Schlägt Gott mich jetzt mit Wahn, der Herr in seinem Grimme?
MARGARETHE
Sei, Jungfrau, ohne Furcht, es ruft durch uns dich Gott.
JEANNE
Die Menschen in dem Dorf verspotten mich mit Spott.
MARGARETHE
Erhaben stehe du darüber, laß die Kerle.
Sankt Margarethe ich bin, Gottes Meeresperle,
Und hab mit Drachen auch heroisch einst gekämpft.
JEANNE
Wie deine Stimme rauscht, wie redest du gedämpft.
MARGARETHE
Befrei du Frankreich auch vom Drachen, Jungfrau! Diene
Gott und dem Vaterland! Jetzt hör auf Katharine!
JEANNE
Sankt Margarethe, du sprichst mild und mütterlich,
Hör ich dich noch einmal? Ach, wie ich liebe dich!
STIMME DER HEILIGEN KATHARINE
O süße Jungfrau Jeanne, die liebe Margarethe
Wacht über deinen Geist, sie hört auf dein Gebete.
Sankt Katharine ich, die führte einst den Papst
Von Avignon nach Rom. O dass du dich erlabst
An deiner Freundin Gruß! Mit jedem der Gedanken
Und aller deiner Kraft Gott diene und den Franken!
JEANNE
Ich arme Hirtin nur, will nur im Schatten ruhn,
Was soll ich für den Herrn und für mein Frankreich tun?
KATHARINE
Geh eilig zum Dauphin und krön zum König ihn!
Dir ist das scharfe Schwert der Ritterin verliehn!
JEANNE
Ich kenne nur den Stab, den Stecken und die Flöte,
Wie ich die Flöte blies in stiller Morgenröte.
STIMME DES ERZENGELS MICHAEL
Maria sendet mich, ich Engel bin ihr Knecht,
In Frankreich richte du die Wahrheit auf, das Recht!
JEANNE
Ich liebe Frankreich ja, die Heimat der Franzosen,
Mein süßes Heimatland, mein Leben unter Rosen,
Und darf ich nicht als Lamm in Lilienauen ruhn,
Was, Engelsstimme, was soll eine Jungfrau tun?
MICHAEL
Geh du zu dem Dauphin, zum König ihn zu krönen,
Vertreibe England aus dem Vaterland, dem schönen,
Drei weiße Lilien auf der blauen Fahne Grund
Dein Liebesbanner sei, sei du von Sehnsucht wund,
Erlöse Frankreich aus der Knechtschaft Allerleiheit,
Nimm dieses Engelsschwert und kämpfe für die Freiheit!
JEANNE
Wenn ich berufen bin von dir zum Freiheitskrieg,
Werd ich erlangen dann, erringen dann den Sieg?
MICHAEL
Die Briten wird dein Schwert im Freiheitskampf besiegen,
Doch siegend wirst du selbst den Feinden unterliegen.
JEANNE
Sag, Engel, sterbe ich, komm ich ins Paradies?
MICHAEL
Vertraue Notre Dame, die gütig, mild und süß!
STIMME DER JUNGFRAU MARIA
Du süße Jungfrau Jeanne, sei du Marien Gleichnis!
Das Unbeschreibliche, hier wird es zum Ereignis.
JEANNE
Wie kann ein Mädchen arm und schlicht dir gleichen, Frau?
Jetzt hör ich dich nicht nur, jetzt schau ich eine Schau!
Im weißen Seidenkleid mit langen schwarzen Haaren,
Im weißen Schleier seh ich dich mir offenbaren,
Du anmutvolle Frau, viel schöner als mein Traum,
Wie du erscheinend schwebst hier überm Eichenbaum.
MARIA
Sei du zum Kampf bereit, ja selbst zu Todesschmerzen,
Um Frankreich mir zu weihn und meinem reinen Herzen!
JEANNE
In deinem Namen will ich kämpfen, Notre Dame,
Idee der Frauen du, Marie, plus belle des femmes!
MARIA
Du süße Jungfrau Jeanne, der Jungfrau Ebenbild,
Jetzt Löwe mehr als Lamm bist du im Kampfgefild,
Heerscharenführerin bin ich in Schlachtenreihen,
Nun sollst du selber dich, Jeanne, meinem Herzen weihen!

ZWEITE SZENE

(Jeanne und der Dauphin, alte Nonnen und junge Theologen.)

JEANNE
Mein heiliger Dauphin, zum König krön ich dich,
Dazu bin ich gesandt von Gottes Mutter, ich!
DAUPHIN
Ich bin von Herzen dir, du schönes Kind, gewogen,
Dich sendet Notre Dame? Das prüfen Theologen.
THEOLOGE
Dich sendet Notre Dame? Wer ist denn Notre Dame?
JEANNE
Die forma dei! O Marie, plus belle des femmes!
THEOLOGE
Du sahst vielleicht ihr Bild. Ist sie dir eine Göttin?
JEANNE
Des Vaters Tochter und des Sohnes Mutter, Gattin
Des Geistes ist Marie, sie ist total perfekt!
THEOLOGE
Ist von Empfängnis an die Jungfrau unbefleckt?
JEANNE
Begnadete von Gott, die Kecharitomene,
Wie Gabriel gegrüßt in der berühmten Szene,
Begnadet ist Marie vom ersten Augenblick,
Geschöpf des Geistes und des Schöpfers Meisterstück,
Das Allbegnadetsein ist immerdar ihr Wesen,
Die allgebenedeit, vom Schöpfer auserlesen.
THEOLOGE
Dich sendet Notre Dame? Dich sendet nicht der Sohn?
Ist Jesus nicht der Herr im höchsten Himmelsthron?
JEANNE
Daß Jesus Mittler ist zu Gott dem Himmelsvater,
Verkünd ich deutlich hier in dem Sakraltheater,
Allein der Mittler schenkt uns seiner Gnaden Tau
Durch seine Mittlerin der Gnaden, Unsre Frau.
Wie Jesus kam zur Welt durch Unsre Frau, die keusche,
Der Logos Gottes nahm von Unsrer Frau vom Fleische,
So Gottes Gnade kommt zu uns durch Unsre Frau,
Die Gnadenmittlerin, die aller Gnaden Tau
Vermittelt von dem Sohn zu ihren Kindern nieder.
Drum sendet mich Marie, ich sag es immer wieder,
Weil so es will der Sohn. Maria ist so schön
Und möchte, dass ich den Dauphin zum König krön!
THEOLOGE
Folgst du bist in den Tod der Jungfrau, der perfekten?
JEANNE
Ich sterbe für das Herz der Ewig-Unbefleckten!
DAUPHIN
Mein Theologe, sag, rechtgläubig ist sie doch?
THEOLOGE
Sie ist ein Ochse, der nur zieht an Jesu Joch.
DAUPHIN
Doch, soll sie retten uns, ist sie denn auch jungfräulich?
Ach, wär sie schon entweiht, weh mir, das wär mir gräulich!
NONNE
Ich werde prüfen Jeanne, ob sie ist Christi Braut,
Ob sie ist keusch, ob heil ist ihre Jungfernhaut.
Komm, süßes Mädchen Jeanne, hier ist ein Zelt im Raume,
Hier will ich prüfen dich, du süß gleich einem Traume,
Ob noch dein Hymen heil, ob makellose Maid
Du bist, ob heilig noch an dir Jungfräulichkeit.
(Jeanne folgt der alten Nonne in das Zelt mitten im Raum. Nach einiger Zeit erscheinen sie wieder.
Jeanne errötet vor Scham, aber strahlend.)
JEANNE
Ich Jungfrau bin noch heut ein makelloses Mädchen,
Nicht irgend so ein Weib, ein Evchen oder Käthchen,
Ich bin die reine Jeanne, die Lilie weiß und keusch!
NONNE
Ja, unverletzt, intakt ihr Hymen ist im Fleisch.
JEANNE
Wie Sankt Hieronymus, Jakobus auch berichtet
Und wie ein Dichter einst in Versen es bedichtet,
War Unsre Liebe Frau viel keuscher als der Schnee,
Doch wurde sie geprüft vom Weibe Salome,
Die wollte sich vor Gott des klugen Zweifels rühmen
Und rührte Unsrer Frau versuchend an das Hymen,
Daß ihr verbrannt die Hand, da schrie sie in den Wind:
Verzeihe mir, mein Gott! Da kam das Jesuskind
Und rührte Salome verzeihend an, die Flamme
Erlosch an ihrer Hand, die zweifelnde Hebamme
Nach dieses göttlichen Erbarmens Gnadenakt
Versicherte der Welt: Die Jungfrau ist intakt!
DAUPHIN
So bist du orthodox und nicht wie Ketzer gräulich,
Du bist kein wildes Weib, bist Mädchen und jungfräulich,
So sage mir das Wort und richt die Botschaft aus!
JEANNE
Mein heiliger Dauphin, bei Gottes Vaterhaus
Beschwör ich dich, Dauphin, sei deiner Sklavin gnädig:
Preis Eurer Majestät, der Ihr seid Frankreichs König!

DRITTE SZENE

(Der Dauphin und Jeanne. Adel und Klerus.)

DAUPHIN
Von England sind wir rings umgeben, unser Feind
Allgegenwärtig ist, allmächtig, wie es scheint,
Wir aber sind verzagt wie kranke Eremiten,
Was können wir noch tun bei dieser Macht der Briten?
Sie haben unser Land erobert, herrschen jetzt,
Sie haben ihren Herrn auf unsern Thron gesetzt.
Franzosen denken nur an süße Liebeslust,
Ja, der Franzose denkt an der Französin Brust,
Die Briten aber ernst und streng an ihre Waffen,
Als Krieger hat sie wohl der böse Feind geschaffen.
Was soll die Venus mit der Amatoris Ars,
Wenn mächtig triumphiert mit seiner Waffe Mars?
Was soll der Liebespfeil im Angesicht des Krieges?
Die Liebeswonne geht verlustig ihres Sieges!
Der Brite mit Gewalt in die Provinzen brach,
Wie aber sind geschwächt, sind wie Verliebte schwach.
Der Brite will am Mast die Kriegesfahne hissen,
Franzosen denken nur ans Küssen, Küssen, Küssen.
Es sprach ein Philosoph im alten Griechenland,
Es habe alle Welt den inneren Bestand
Durch süße Liebeslust, der Liebe Seligkeit
Und gleicherweise auch durch Hass und Krieg und Streit.
Jetzt aber scheint die Lust der Liebe sich zu zieren,
Der Hass und Streit und Zorn des Feinds zu triumphieren!
Franzosen glauben zwar, die Liebe sei uralt,
Doch hat sie uns geschwächt. Der Brite mit Gewalt
In seinem Hass und Zorn kommt als ein großer Krieger
Und Herzenshärtigkeit bleibt in der Schlacht der Sieger.
Ich sehe einen Kampf, ich sehe deutlich das,
Die Liebe streitet mit dem Widersacher Hass,
Die Liebe streitet mit der Feindin Anti-Liebe!
Ach, wenn doch der Triumph der Liebe ewig bliebe!
Kannst du beweisen, Jeanne, dass du als Kriegerin
Zu mir geschickt von Gott? Und wirst du Siegerin
Im Kampfe sein und wird des Feindes Waffe stumpf
Und jauchzt noch Frankreich auf und feiert den Triumph?
Wird triumphieren nach des Krieges Allerleiheit
Das süße Liebesglück in Frankreichs wahrer Freiheit?
JEANNE
Mein heiliger Dauphin, komm in den Nebenraum,
Ich sage dir, was du gesehen hast im Traum...
Ich sage dir, was dein tief-innerstes Geheimnis,
Dann wirst du glauben mir, dann länger kein Versäumnis!
(Jeanne und der Dauphin gehen allein in die Nebenkammer.)
ADLIGE
Das junge Teufelsweib – Sie tut, was ihm beliebt –
Französin jung und schön – Sie weiß, wie Frankreich liebt –
Wie voll ihr Busen ist – Heiß pochen ihre Herzen –
Wie ihn verhext die Hex – Gott Amor scheint zu scherzen –
KLERIKER
Gott stehe Frankreich bei, geb uns den alten Glanz!
O betet oft für den Dauphin den Rosenkranz!
Die Maid und der Dauphin, die sich jetzt mystisch paaren,
Und Gott wird Frankreichs Ruhm aufs neue offenbaren!
Chérie Marie, chérie Marie, plus belle des femmes!
Die Glocke läuten lass im Dom von Notre Dame !
(Jeanne und der Dauphin erscheinen wieder, der Dauphin lächelnd.)
DAUPHIN
Jetzt weiß ich es und knie auf meines Gottes Stufen,
Die Weisheit Gottes hat zum König mich berufen!
Unwürdig bin ich zwar, ich bin im Grunde schlecht,
Als König bin ich auch nur meines Gottes Knecht,
Herrsch ich auch absolut, so bleibe ich ein Sklave,
Die Jungfrau helfe mir, ich bete stets mein Ave,
Die Jungfrau steh mir bei in dem Mysterium
Der jungen Jeanne, sie führt mich zu dem Königtum,
Die Jungfrau sendet Jeanne, Heerführerin der Heere,
Die Frankreich uns befreit, die Berge und die Meere,
Ich weiß, sie führt das Heer, die unsern Feind abwehrt,
Die Jungfrau in der Hand hält Gottes scharfes Schwert!
JEANNE
Berufen zu der Schlacht, Heerführerin der Heere,
Befreie Frankreich ich, die Berge und die Meere,
Befreie Notre Dame und ihren Sohn Paris,
Ja, Frankreich wieder wird der Liebe Paradies!
Vertreiben England wir im großen Freiheitskriege,
Der Brite unterliegt, die Liebe wird im Siege
Der Freiheit jauchzen laut! Die Freiheit führt uns an,
Die Jungfrau Freiheit führt, wir folgen wie ein Mann!
Ich aber künde euch ein heiliges Geheimnis,
Wenn ich verschwiege das, es wäre ein Versäumnis:
Ich sieg nicht mit dem Schwert in meiner rechten Hand,
Das Schwert in meiner Hand, befrei ich nicht das Land,
Ich siege mit dem Schwert in dem durchbohrten Herzen,
Triumph der Liebe glüht wie heiße Todesschmerzen!
Die Jungfrau Freiheit siegt in jauchzendem Triumph,
Wenn man der Jungfrau schlägt das Haupt von ihrem Rumpf,
Die Lilienflamme wird im Opferfeuer wehn,
Dann erst wird im Triumph die Freiheit auferstehn!
VIERTE SZENE

(Schlacht im Loire-Gebiet zwischen Franzosen und Engländern. Jeanne in Ritterrüstung reitet dem
französischen Heer voran. Neben Jeanne reitet La Hire, der Wilde, ihr eifrigster Paladin.)

ENGLÄNDER
Soldaten der Armee, so kämpft in diesem Krieg,
Des Krieges Pflicht und Amt allein, das ist der Sieg,
Unsterblichkeit allein sei euch das Schild, die Waffe,
Denn der Franzose ist doch nur ein geiler Affe.
Ob euer Körper auch verübt im Krieg den Mord,
Ob euer Körper gar fährt in den Hades-Ort,
Das ist uns alles gleich, denn wir sind nichts als Seele,
Die Seele hört allein die göttlichen Befehle:
Tu, was du tuen musst! Bist du ein Krieger nun,
Sollst du nicht als Poet im Arm der Muse ruhn,
Bist du ein Krieger, dann erhebe deine Waffe!
Was schadet es, ob stirbt ein geiler Franken-Affe?
Der Leib ist gar nichts wert! Sie säen in das Fleisch,
Unsterblich sind nur wir, wir reinen Engel keusch!
Was ist uns Schmach und Scham? Wenn wir im Krieg versagen!
Ja, soll die Nachwelt denn von Englands Kriegern sagen,
Sie seien Weiber zag und Memmen weibisch feig?
Zu der Unsterblichkeit Olymp als Krieger steig,
Mein britischer Soldat, für deines Nachruhms Ehre,
Erhebe Pfeil und Schwert, erhebe die Gewehre!
JEANNE
Bei Frankreichs Fahne schwört! Auf blauem Fahnengrund
Drei Lilien weiß und rein! Vernehmt vom Mädchenmund:
Die erste Lilie ist Maria vorm Gebären,
Als Jungfrau keusch und rein wir Unser Mädchen ehren,
Die zweite Lilie ist Liebfrau in der Geburt,
Da Gottes Logos ging durch ihres Schoßes Furt,
Da wollen wir die Maid als Unverletzte rühmen,
Intakt und unverletzt die Jungfernhaut, das Hymen,
Intakt und unverletzt des Hymens Jungfernhaut,
So rein die Mutter ist, die Tochter und die Braut,
Die dritte Lilie ist Maria auserkoren,
Jungfräulich unverletzt, nachdem sie Gott geboren!
Ja, die drei Lilien sind der Jungfrau Ruhmespreis,
Auf blauem Himmelsgrund der Jungfrau Lilie weiß.
Bei David, Salomo und Gad und auch bei Nathan,
Die Jungfrau ganz intakt vertilgt die Schlange Satan!
LA HIRE
O Jeanne, du wildes Weib, ich reit dir hinterher,
Ich schau dir hinterher, ich seh geteilt das Meer,
Du reitest mir voran, du Frankreichs freie Liebe,
Auf Englands Hinterteil verteil ich meine Hiebe,
Ich schau dir nach, o Jeanne, und deines Pferdes Schwanz,
Wie tanzt die Stute doch in wilden Kampfes Tanz!
(Ein englischer Soldat schießt auf Jeanne einen Pfeil ab. Verwundet stürzt sie vom Pferd.)
JEANNE
Ah, Pfeil in meine Brust! Wir werden nicht verlieren
In diesem letzten Kampf, wir werden triumphieren!
Ich weiß, in meiner Brust des Feindes spitzer Pfeil,
So sehr es mir zum Schmerz, so sehr es euch zum Heil!
Jetzt weiß ich, Gottes Hand schenkt Frankreich die Loire
Zum Eigentum zurück. Ich Jungfrau offenbare:
Der Pfeil in meiner Brust, das Schwert mir hier im Herz,
Der Pfahl in meinem Fleisch, in meiner Brust der Schmerz,
Wird mehr als alles Werk der Waffen in dem Kriege
Die Heerschar Frankreichs bald zuführen ihrem Siege!
(Jeanne, mit dem Pfeil in der Seite, hält die Fahne mit den weißen Lilien hoch und rennt den
berittenen französischen Soldaten voraus.)
LA HIRE
Du Tapferkeit im Schmerz! Du Heldenmut im Schmerz!
Du Mädchen sanft und zart mit deinem Löwenherz!
Am Abend sanft ein Lamm, ein friedevolles Lämmchen,
In deinen Augen blau des Venussternes Flämmchen,
Jetzt, wo vom Busen dir herabströmt heißes Blut
Und du uns gehst voran mit starkem Todesmut,
Jetzt alle Männer wir von einem Mädchen lernen,
Der Mond begeistert uns, uns, die Armee von Sternen,
Wir folgen in den Tod, das Haupt fällt uns vom Rumpf,
Bei deinem Herzensblut, wir glauben dem Triumph
Von Frankreichs Freiheit und französisch freier Liebe!
Gott der Allmächtige in seinem höchsten Triebe,
In seiner Zeugungskraft und göttlichen Potenz,
In seinem freien Akt, der schuf die Welt im Lenz,
Gott der Allmächtige im Ewigsten der Triebe
Ist höchste Liebeslust und ewig-freie Liebe!
Die freie Liebeslust im göttlichen Erschaffen
Die Lilienfahne weiht und segnet unsre Waffen!
JEANNE
Ha, England klemmt den Schwanz wie feige Hunde ein,
Sie fliehn aus Frankreich fort, sie fliehn den Sonnenschein,
In ihre Scheiden nun sie stecken ihre Säbel
Und flüchten wieder heim in ihre Geisternebel!
Loire, du bist frei, Loire, du bist frei,
Dein Paradies ein Mai, dein Paradies ein Mai,
Wo über Frankreich herrscht der Geistesfreiheit Sonne
Und Unsre Liebe Frau ist unsre Liebeswonne!
(England flieht! Jeanne bohrt den Schaft der heiligen Fahne in den blutigen Boden der Loire.)

FÜNFTE SZENE

(In einer Prozession ziehen der Dauphin und Jeanne, gefolgt von Klerus, Adel und Volk, auf den
Königsthron zu Reims zu. Jeanne trägt die marianische Fahne der französischen Freiheit.)

JEANNE
O Mon Seigneur Dieu! La France kommt jetzt zu Gott !
La France sei unbefleckt von allem bösen Spott!
Die Erstgeborene der Kirche ist die Schöne,
Von der Apostelin geborn, La Madelaine!
La Madelaine war die Braut vom Menschensohn,
Ihr Sohn ist der Dauphin auf Frankreichs Königsthron!
La France weiht sich jetzt ganz Notre Dame Noire,
Paris und die Provence, Bordeaux und die Loire!
Maria liebt La France, sie hat sie angeschaut
Als Erstgeborene und schöne Jesusbraut,
Ja, Notre Dame Noir, die Gottesmutter, Schwarze,
Den König selber stillt an ihres Busens Warze.
Der König Frankreichs kommt, der Siebte König Karl,
Aix-en-Provence bringt er und Avignon und Arles,
Er bringt dem großen Gott den Gave der Gascogne,
Die braunen Frauen auch vom Weinberg der Dordogne
Und Rhone und Ardeche und auch den Berg Ventoux,
Die Pyrenäen führt er Gott dem Schöpfer zu,
Les-Saintes-Maries-de-la-mer im Löwengolfe
Und alle Lämmlein, die er schützte vor dem Wolfe,
Und jedes Mutterschaf trägt er in seinem Arm
Und bittet für La France: O großer Gott, erbarm!
Zum Gott der Liebe führt er liebend die Pariser,
Pariserinnen auch, sie sollen Paradieser
Und Paradieserin einst sein im Paradies,
Jerusalem von Gott beschützt die Stadt Paris!
Wir weihen Ludwig dir den Elften, Henri Qutare,
Wir weihen Sacré Coeur und weihen den Montmartre!
Ich bin ein Mädchen nur, ein armes schlichtes Weib,
Dazu ein schlechtes noch, und sterblich ist mein Leib,
Mein Atem ist sehr knapp in meiner armen Lunge
Und unbeholfen lallt französisch meine Zunge!
(Der Dauphin vor dem Königsthron. Die goldene Krone liegt auf dem roten Samt des
elfenbeinernen Thrones. Über dem Thron die Ikone der Schwarzen Gottesmutter.)
DAUPHIN
Ich weihe Frankreich Gott, der göttlichen Vernunft,
Dem Logos, Gottes Sohn! Seraphisch sei die Brunft,
Mit welcher Frankreich sich der Gottheit schenkt zukünftig,
Die voller Glauben ist, zugleich ist ganz vernünftig.
Der göttlichen Vernunft wir weihen den Verstand,
Die Weisheit voll Esprit in der Franzosen Land!
Die göttliche Vernunft wir preisen weise, witzig,
Das Feuer der Vernunft voll von Esprit, der spritzig
Ist wie der Schaum des Sekts! Champagner in das Glas!
Vor Gott bekennt La France: In vino veritas!
Dir weihn wir uns, o Saint Esprit! Der Liebe Pfingsten
Gieß aus auf deine Braut und schenke deiner jüngsten
Geliebten, schenk La France, die schäumt wie Meeresschaum,
Den Menschheitsfrühling, den uralten Menschheitstraum
Des goldenen Äons! Nach trister Allerleiheit
Den Menschheitsfrühling schenk und blase, Geist der Freiheit!
O Saint Esprit, du bist die Freiheit, die da bläst
In Stürmen übers Land, und ohne dich verwest
La France wie ein Skelett! Mit deinem Blasen, Wehen,
La France wird mit Gebein und Fleische auferstehen,
Mit Muskel, Sehne, Nerv, mit lichtem weißem Fleisch,
Gehüllt ins Kleid aus Duft und Licht der Sonne keusch!
Zum Garten Frankreich wird von Pinien und Akazien,
Französinnen im Hain lustwandeln wie die Grazien!
Zur Stadt der Liebe wird die Marmorstadt Paris,
La France wird auferstehn, der Menschheit Paradies!
Dann auftaucht aus dem Schaum der Wasserflut der Seine
Des Herrn Geliebte voll von Reiz, La Madelaine!
Zum König krönt sie mich, La Madelaines Sohn!
Nur Liebe dann durchströmt die Zivilisation,
In Frankreich Liebe herrscht, die Gottheit, fern des Spottes,
Dann waltet in La France die Freie Liebe Gottes!
(Der Bischof nimmt die Krone und krönt den Dauphin zum König Karl dem Siebenten.)
BISCHOF
O Sapientia Divina, Königin!
Inthronisiere Karl, den Siebten König, in
Dem Throne von La France! Vernunft der Gottheit walte!
Jetzt segne Gott La France, der Ewige-Uralte!
(Karl der Siebente setzt sich gekrönt in den Thron.)
VOLK
Heil Karl der Siebente! Mehr als Gerechtigkeit
Den Miserablen, Herr, erweis Barmherzigkeit!

SECHSTE SZENE

(Jeanne in Paris. Vor Notre Dame von Paris auf der Isle de la Cité. Gespräch mit dem Priester von
Notre Dame, einem ernsten Mann im schwarzen Rock.)

JEANNE
Du, Unsre Liebe Frau in deinem großen Tempel,
Immaculé, du bist ja allzeit mein Exempel,
Ich preis dein Gotteshaus inmitten von Paris,
Du, Neue Eva, herrschst in Frankreichs Paradies!
Ich klage dir mein Leid, o meine Große Mutter,
Ich armes Lämmchen klein ward eines Wolfes Futter.
Ja, Karl der Siebente verübte den Verrat,
Juristen halfen ihm, die Anwaltschaft im Staat,
Der Advocaten List, der Rechtsanwälte Listen
Verübten den Verrat, ach wehe den Juristen!
Jetzt bin ich ganz allein, an meinem Herzen wund,
Von Norden kommt herab betrügerisch Burgund,
Verräter allesamt, nach Satans Messe-Riten,
Die Judaspriester mich ausliefern an die Briten.
O Mutter groß und schwarz, welch bittre Leiden, welch
Verachtung leide ich! O Mutter, laß den Kelch
An mir vorübergehn! Ich bin kein trunkner Zecher,
Doch sehe ich im Geist den riesengroßen Becher,
Der größer ist als ich, gefüllt mit Lug und Trug,
Mit Hinterlist, Verrat! Voll Galle ist der Krug,
Und lecken muss ich noch den Essig von den Scherben
Und sterben! Jesus sei bei mir in meinem Sterben!
PRIESTER
Ich habe mich befasst mit Mystik, Alchemie,
Dies eine weiß ich nur, die eine Lehre, die
Geheime: Gott erzeugt mit schöpferischem Triebe
Noch aus dem letzten Dreck die Allgewalt der Liebe!
JEANNE
Kennst du die Liebe auch, du ernster Gottesmann?
Ich seh dein Studium dir und dein Grübeln an.
Studierst du Wissenschaft? Chaldäa und Ägypten?
Steigst zu den Toten noch in Katakomben, Krypten?
Und kennst die Liebe doch, des Universums Sinn?
PRIESTER
Die mit dem schwarzen Haar, ach die Zigeunerin,
Mit ihrem Beckenschwung und ihrem kurzen Rocke!
Sie ist mein Fluch! Denn sie, ach, tanzt mit ihrem Bocke!
JEANNE
Und dennoch, Gottesmann, und höher als Verstand
Begreifen kann, geweiht, gesegnet deine Hand,
Die knetet uns den Gott! Gib mir den Priestersegen!
PRIESTER
Der Schmerzensmann am Kreuz führ dich auf seinen Wegen!
(Der Priester geht in den Tempel zurück. Jeanne setzt sich an den Uferquai der Seine unter eine
Brücke. Von ferne tönt eine traurige Flöte.)
JEANNE
Julie, Erinnerung dich wieder jetzt erkennt,
Wie in der Unzucht du genommen den Student,
Der junge Philosoph studierte Philosophen
Und suchte dennoch nur die Närrischste der Zofen,
Dem gabest du dich hin. Das Ende von dem Lied:
Der junge Philosoph verlor sein Mannesglied
Und du verlorest so der Buhlereien Wonne
Und tratst ins Kloster ein als Büßerin und Nonne.
Ach wärst du jetzt bei mir, du reizende Julie,
Die Schönheit wollt ich schaun, der Jugend Harmonie,
Die marianisch ist, die christlich-aphrodisisch,
Die Schönheit staunen an und trunken dionysisch
Noch einmal singen laut der Gottesschönheit Preis!
Doch Gott will andres jetzt von seiner Magd, ich weiß,
Nicht Schönheit soll ich schaun, ich soll dem Herzensdiebe
Ein Opfer bringen dar, ein Opfer meiner Liebe
Und Jesus lieben weiß und Jesus lieben rot
Und seine Schönheit schaun in seinem Martertod!
Ich bin bereit, mein Gott, die Sünden abzuzahlen
In letzter Agonie, der Todeskrämpfe Qualen,
Verkrüppelt an dem Leib und fast schon ganz verwest,
Zu lieben noch mein Kreuz, weil nur das Kreuz erlöst!
Ah wilde Liebesglut! Mit fürchterlichem Reize
Erscheint der Bräutigam, mein Gott an seinem Kreuze!
Ich seh den Bräutigam, den mystischen Gemahl,
Zum Bette ward sein Kreuz, zum Brautgemach der Pfahl,
Zur Hochzeit ruft der Tod, mein Gott will mich umwerben,
Den Kleinen Liebestod soll ich im Feuer sterben,
Daß, wie der Meeresschaum umgischtet weiß den Fels,
Ich in der Todesnacht mit meinem Gott verschmelz!
(Burgunder und Engländer kommen mit Spießen und Stangen und nehmen die Jungfrau gefangen.)
BURGUNDER
Du junges schönes Weib, ach, gib mir einen Kuss,
Nur Einen Liebeskuss zu trunkenem Genuss!
ENGLÄNDER
Du Hexe ganz fatal! Du alte Satansschlange!
Als nackte Hure du an deinem Pfahle prange!
Vampir, Vampir, umsonst schminkst du die Lippen rot,
Dein Buhle Luzifer begattet dich im Tod!
JEANNE
Die arme Jungfrau fällt jetzt in die Hand der Sünder.
La France! Weinen muß ich heiß um deine Kinder!

SIEBENTE SZENE

(Jeanne vorm Ketzerprozess der Inquisition der englisch-burgundischen Gegenkirche.)

INQUISITORISCHER JURIST
Glaubst du, im Gnadenstand gerechtfertigt zu sein?
JEANNE
Ach das weiß Gottes Gnad im Innersten allein!
Doch wär ich nicht im Stand gerecht in Gottes Gnade,
So wäre übel das und ewiglich mein Schade,
Dann flehte ich zu Gott trotz aller meiner Schuld:
Herr, schenk Barmherzigkeit mir armem Kind und Huld!
JURIST
Ein Werkzeug willst du sein des Himmelreichs hinieden?
JEANNE
Ein Werkzeug Gottes bin ich, Werkzeug für den Frieden.
Ob ich im Gnadenstand befindlich, weiß nur Gott,
Doch dass ich Werkzeug bin, da duld ich keinen Spott!
Ich bin von Gottes Geist Berufene, Erwählte,
Von Unsrer Lieben Frau und ihrem Herz Beseelte.
JURIST
Glaubst du, das Himmelreich zu gründen in der Welt?
Das Himmelreich allein ist in dem Himmelszelt!
JEANNE
Ich bin das Himmelreich, denn in mir herrscht der König,
Die Basileia ich, denn in mir waltet gnädig
Der König aller Welt, der König Jesus Christ,
Drum Himmelreich mein Herz schon hier auf Erden ist.
JURIST
Jetzt tust du wie ein Lamm so sanft und so demütig,
Wie eine Taube girrst und gurrst du jetzt sanftmütig,
Doch sahen wir dich auch in kriegerischer Schlacht,
Da warst du ein Skorpion, vom Tod war deine Macht,
Da warst du nicht so sanft wie Jakobs Liebling Rachel,
Da warst du Furie, Skorpion mit seinem Stachel,
Da warst du nicht so süß wie Sulamith der Schrift,
Der Schlange warst du gleich, in deinen Zähnen Gift,
Nicht gleich der Freundin Ruth, geschmiegt an Boas Wange,
Empuse warst du da und mörderische Schlange,
Medusa warst du gleich in wildem Hass und Wut,
Gezücht der Natter du, der Otter, Schlangenbrut,
Nicht gleich der Lieben Frau mit Liebe in dem Herzen,
Da war dein Herz von Stein, mit bitterbösen Scherzen
Du scherztest mit dem Tod und führtest manchen ein
Ins Totenreich, da war den bittres Herz von Stein!
JEANNE
Nein, ich bin wie ein Fisch, bin keusch gleich einem Fische,
Wie aus dem Wasser klar die Speise kommt, die frische,
Ich bin so sanft und rein wie Wachteln in dem Mai,
Ich bin so lieblich wie ein kleines Wachtel-Ei,
Ein weißes Dampfbrot ich, gleich Kuchen, süßem Brote,
Mit meiner Liebe speis ich tröstend sogar Tote!
JUDASPRIESTER
Ich kenn dich wildes Weib, du bist die femme fatal!
Du saugst wie ein Vampir den Mann aus, deinen Baal!
Der Juden Lilith du, du ,mordest unsre Kinder,
Lockst in das Lotterbett des Ehebruchs die Sünder,
Die Hure Babel in Aix-en-Provence, in Aix,
Vampir in der Provence, du Hure und du Hex!
JEANNE
Warum bist du so streng zu einem armen Mädchen?
Nein, ich bin keine Hex, kein Evchen oder Käthchen,
Ich glaub an Unsre Frau und an den lieben Gott,
Ja, Jesus ist mein Gott! Was soll mir da dein Spott?
JUDASPRIESTER
Wie, Jesus ist dein Gott? Ihr Weiber seid doch Biester!
Warum verneigst du dich dann nicht vor Christi Priester?
Der Priester ist allein der Christus in der Zeit,
Ja, er ist Christus selbst, von Gottes Geist geweiht,
Drum küss du mir die Hand und weine deine Beichte,
Die sinnlich und lasziv, die sexuelle, feuchte!
JEANNE
Ich seh dir in das Herz und kenne deinen Traum,
Von Kindern träumst du nachts in deines Bettes Flaum,
Du willst dich tierisch geil den Affen gleich erlaben
Und dich erquicken an der Unschuld kleiner Knaben!
Nicht Christus bist du gleich! Betört von jedem Reiz,
Du schlägst das Christuskind alltäglich an das Kreuz!
Ich sehe: Christus steht an seiner Martersäule,
Die Peitsche zischt um ihn, er schreit mit Wehgeheule,
Die falschen Kleriker, sie geißeln meinen Gott
Mit ihrer Unzucht und der Blasphemie, dem Spott,
Sie geißeln meinen Herrn, wie Schlangen sind die Sünder,
Denn Gottes Liebling lebt im Herzen kleiner Kinder!
JUDASPRIESTER
Ein Laie bist du nur in Christi Kirchenleib,
Ein Laie und sonst nichts, dazu ein schlechtes Weib,
Die Weiber aber sind, fern allen Hexenzweifels,
Wie Mutter Eva nur das Einfallstor des Teufels!
Die Weiber sind Natur, sind Sünde und sind leiblich!
Die Sünde seh ich nackt, Frau Sünde nackt und weiblich,
Frau Sünde weiblich nackt, sie packt den Schlangenschwanz
Und nimmt ihn in den Mund in dem lasziven Tanz!
JEANNE
Du Judaspriester wirst noch in der Hölle braten!
Wer deinem Rat gehorcht, ist nicht von Gott beraten!
Gehorchen will ich nur dem weisen Papst von Rom
Und meinem Vater Gott im hohen Ätherdom!
JUDASPRIESTER
Nur Gott gehorsam und dem eigenen Gewissen?
Im Höllenfeuer wirst du Satans Arsch noch küssen!
Verbrennt die Hur und Hex, vernichtet den Vampir!
Sie ist der Antichrist, der Lügner und das Tier!
JEANNE
Prophetin Gottes bin ich in Jungfräulichkeit
Und Jesu Christi Braut in aller Ewigkeit!

ACHTE SZENE

(Jeanne wird von englischen Soldaten und einem englischen Priester zum Scheiterhaufen geführt.)

JEANNE
O armer Gottesmann, ich hab nur Ein Begehren,
Du sollst mir Christi Leib im Sterben nicht verwehren!
Ich weiß, jetzt kommt der Tod! O Jesus, Gottes Sohn,
Gib Anteil deiner Jeanne an deiner Kommunion!
ENGLISCHER PRIESTER
Nur schlechte Früchte bringt ihr teuflischen Gewächse!
Das weiße süße Brot, das geb ich nicht der Hexe!
Bist du denn gar getauft, du wüste Sünderin?
Rebellin bist du nur und wilde Ketzerin!
Du sollst das weiße Brot mit deinem Mund nicht schänden,
Nein, ohne einen Trost sollst du allein verenden!
JEANNE
(flüsternd)
O süßer Jesu mein, du schaust mir in das Herz,
Du weißt, o Menschenfreund, mein Leiden ist dein Schmerz,
Es steckt ein Schmerzensschwert, durchbohrend meine Brüste,
Voll Qual im Herzen mir, ich gleich dir, Jesu Christe!
Dahin die Weiblichkeit, des jungen Leibes Reiz,
Ich bin zu Tode krank, ich häng an deinem Kreuz!
Was meint der Liebe Gott mir alles zuzumuten?
Das Blut fließt aus der Brust und alle Wunden bluten!
Jetzt will ich nur noch eins, dass du jetzt bei mir bist
Und spendest deinen Leib, o Retter Jesus Christ,
Geheimnisvoll dein Fleisch in meinen Mund zu stecken
Und meinen lieben Leib vom Tode zu erwecken!
ENGLISCHER PRIESTER
Du meinst, du armes Weib, in deiner Sünden Reiz,
Der Venus Tochter du seist von dem Vater Zeus?
Was wird dein Leichnam sein? Du wirst wohl zum Vampire,
Zu einem Werwolf gar, du Gattin von dem Tiere!
Ja, zum Vampir allein du wilde Hure taugst,
Die du als ein Vampir dem Mann den Saft aussaugst!
JEANNE
(singend)
O Große Mutter, schwarz in deinem goldnen Throne,
O Schwarze Mutter, groß mit deinem kleinen Sohne,
Vierge Marie, chérie, plus belle des femmes,
O Notre Dame Noir, Marie, mon ame, mon ame !
(Der englische Soldat bindet Jeanne an die Martersäule inmitten des Scheiterhaufens und zündet
den Scheiterhaufen an.)
SOLDAT
O liebes Mädchen du, verzeihe meiner Seele
Und deine Seele Gott dem Vater anbefehle!
JEANNE
(in den Flammen)
So lobe Gott den Herrn, du schönes Sonnenlicht,
So lobe Gott den Herrn, der Luna Angesicht,
So lobe Gott den Herrn, du Regen aus der Wolke,
So lobe Gott den Herrn mit allem Vogelvolke,
So lobet Gott den Herrn, ihr früchtereichen Bäume,
So lobet Gott den Herrn, ihr weißen Meeresschäume,
So lobet Gott den Herrn, du Wiese und du Au,
So lobe Gott den Herrn, du Blume weiß und blau,
So lobet Gott den Herrn, ihr Mutterschafe, Lämmchen,
So lobet Gott den Herrn, ihr grünen Glühwurm-Flämmchen,
So lobe Gott den Herrn, du Tau auf grünem Gras,
So lobe Gott den Herrn, du Wasser klar wie Glas,
So lobet Gott den Herrn, ihr Gipfel und ihr Berge,
So lobet Gott den Herrn, ihr Nymphen und ihr Zwerge,
So lobet Gott den Herrn, du Kaiser und du Papst,
So lobe Gott den Herrn, du Mutter mit dem Obst,
So lobet Gott den Herrn, ihr Afrikaner, Inder,
So lobet Gott den Herrn, ihr Mädchen und ihr Kinder,
So lobe Gott den Herrn, du hochzeitliches Weib,
So lobe Gott den Herrn, du Seele in dem Leib,
So lobet Gott den Herrn, ihr Mönche und ihr Nonnen,
So lobet Gott den Herrn, ihr Maler und Madonnen,
So lobe Gott den Herrn, du Denker und Prophet,
So lobe Gott den Herrn, du Minner und Poet,
So lobet Gott den Herrn, du Freier und du Dame,
So lobe Gott den Herrn, du keuscher Mannessame,
So lobe Gott den Herrn, du Priester an dem Tisch,
So lobet Gott den Herrn, ihr Brot und Ei und Fisch,
So lobe Gott den Herrn, du mächtigster der Triebe,
So lobe Gott den Herrn, du eheliche Liebe,
So lobe Gott den Herrn, du Sämann deiner Saat,
So lobe Gott den Herrn, du Mann im Zölibat,
So lobe Gott den Herrn, du Spieler auf der Leier,
So lobe Gott den Herrn, du Sankt-Marien-Freier,
So lobe Gott den Herrn, du Minner voller Brunst,
So lobe Gott den Herrn, du Dichter mit der Kunst,
So lobe Gott den Herrn, du kirchliches Theater,
So lobe Gott, denn Lust hat an dir Gott der Vater!

LOURDES-ERZÄHLUNGEN
Es war im Jubiläumsjahr 2000, als eine Gruppe von Pilgern aus allen Teilen der Welt sich
aufmachten, nach Lourdes zu pilgern, um die Unbefleckte Empfängnis zu bitten um das Seelenheil
der Großen Kaiserin Corinna vom Tiber, die gestorben war. Es trafen sich in Lourdes Sankt Susanna
von Rom, die Nichte des Papstes, Hassan der Zweite, der König von Marokko, Sankt Markus, der
Bischof von Alexandrien, Mara von Moab, die Mutter des Machlon, Josef Maria Mayer, der
deutsche Dichter und Denker, und Kaiser Konrad, der Kaiser des heiligen römischen Reiches
deutscher Nation.
Sankt Susanna von Rom, des Papstes Nichte, war eine heilige Jungfrau, die Jesus zu ihrem
Bräutigam erwählt hatte. Sie war aber trotz ihrer Jungfräulichkeit von einer zärtlichen geistigen
Mutterschaft. Ihr Haar war kastanienbraun, von Henna rot gefärbt, ihre Augen waren warm und
braun, von schimmernder Freundlichkeit. Ihr Hals war ein weißer Elfenbeinturm Davids. Wenn sie
baden ging, so ließen ihre beiden Mägde Dina und Lea das Wasser ein und sie badete in den
Vatikanischen Gärten, nur von Kardinälen heimlich beobachtet.
Hassan der Zweite von Marokko war ein Moslem, der alle Christen gerne an seinen
Abendmahlstisch einlud. Dort gab es für die Christen sogar Wein aus Shiraz. Er selber bereitete das
Lamm zur Speise, buk das Fladenbrot und machte Knoblauchquark und reichte Salat dazu. Er
begrüßte jeden, sei es ein Moslem oder ein Christ, mit den Worten: Komm an meinen
Abendmahlstisch, mein lieber Freund, ich bereite dir sehr gerne, sehr gerne das kostbare Lamm! In
allen Straßen von Agadir hing das Bild von Hassan dem Zweiten, der ein milder König war.
Sankt Markus, der Bischof von Alexandrien, war ein rechter Pope, das heißt, er sah aus wie ein
Weinfaß. Denn das leckere Essen ist die Erotik des katholischen Klerus. Er war ein Evangelist und
lernte immer wieder von der Weisheit des heiligen Petrus. Immer, wenn Petrus bei Sankt Markus zu
Besuch war, sagte Sankt Markus zu Petrus: Du bist mein bester Freund! Ich schätze die Gespräche
mit dir! Mit keinem andern Apostel kann ich so tiefe Gespräche führen wie mit dir, mein Papst!
Mara von Moab, die Mutter des Machlon, war eine schlanke Frau, die trotz ihrer Mutterschaft
immer noch aussah wie eine pythagoräische Bohnenstange. Sie hatte tiefe dunkle Augen, von
nächtlichen Schatten umkränzt, denn sie trauerte sehr, dass Gott ihr zu ihrem lieben Machlon nicht
noch ein zweites Kind schenkte. Darum litt sie sehr und fand allein in den Psalmen Davids und in
den Klagen Hiobs einen Trost.
Josef Maria Mayer war ein deutscher Dichter und Denker, und seine Freunde setzten ihn schon in
einen Thron neben dem Thron Goethes und neben dem Thron Dantes. Er aber sagte sich oft: Vanitas
Vanitatem! Vanity, vanity, all that she has, is a vanity-bag! Seine Freunde sprachen: Mein lieber
Freund, das ist vielleicht die Bruderschaft von Genie und Wahnsinn, aber was du da von dir gibst,
ist purer Wahnsinn! Und bist du denn überhaupt irgendwann einmal nüchtern?
Kaiser Konrad, der Kaiser von Gottes Gnaden, Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher
Nation, war ein Greis, der die ganze Welt gesehen hatte, denn sein Reich reichte von den
Philippinen bis nach Peru. Er war dem Tode nah und sein letzter Glaubensakt vor seinem Tode war
es, mit den andern Pilgern allen, in Lourdes zu beten zur Unbefleckten Empfängnis, dass die
Augusta Corinna vom Tiber ihren Thron im dritten Himmel, der Sphäre der Venus, besteigen möge
durch die Universale Barmherzigkeit Gottes.
Um sich die Geselligkeit schöner zu gestalten, beschlossen die Pilger, sich an den Abenden ihrer
Pilgerschaft Geschichten zu erzählen. Sankt Susanna von Rom, die Nichte des Papstes, sollte den
Anfang machen. Sankt Susanna war sonst sehr schweigsam, aber wenn die Rede auf historische
Kriminalromane kam, dann sprach sie begeistert. So erzählte Sankt Susanna den historischen
Kriminalroman mit dem Titel: Die goldene Sandale der Himmelskönigin.

DIE GOLDENE SANDALE DER HIMMELSKÖNIGIN

ERSTES KAPITEL

Liebe Leserin, ich bin ein Professor der Philosophie und Theologie an der dogmatischen
Hochschule Benedikt XVI. am Zisterzienserstift Heiligen Kreuz. Ich habe von meinem Abt
Maximilian den Auftrag bekommen, die religiösen Kriminalromane unserer Zeit zu analysieren.
Hier findet man an jedem Bahnhofkiosk zwischen den schmutzigen Tageszeitungen dicke Romane,
Bestseller, weil sie sich so gut verkaufen, denn das deutsche Volk lässt sich gern einen Apfel für ein
Ei vormachen und ein X für ein U. Da finden wir die Kriminalromane von Schmierjournalisten
geschrieben über das Leben Jesu, der mit Maria Magdalena verheiratet war, der nicht wirklich am
Kreuz gestorben ist, sondern geflohen ist. Nun teilen sich die Auffassungen, ob Jesus allein nach
Indien gepilgert ist, um ein Yoga-Meister zu werden, oder ob er mit Maria Magdalena in Frankreich
Liebe gemacht hat und ein Kind gezeugt, welches Stammvater der Merowinger-Dynastie geworden
ist. Diese Dynastie von König Jesus und Königin Maria Magdalena begründet, wurde in Europa
lange unterdrückt, vermutlich von der Inquisition oder auch von den Freimaurern, aber am Ende der
Zeiten wird die Merowingerdynastie ein Königreich des Vereinigten Europa errichten. Die
Geschichte des Christentums ist eine Kriminalgeschichte. Schon auf dem Konzil von Nizäa hat sich
die katholische Kirche durch Intrigen gegen die andern christlichen Lehren durchgesetzt und
Christus nachträglich zu einem Gott erklärt, obwohl Jesus doch nur einfach einer der besten
Menschen war, vielleicht ein Weisheitslehrer, ein Rabbi, ein Prophet oder ein Sozialrevolutionär,
aber wahrlich kein Gott. Dann entstanden die Geheimorden der Templer und er Prières de Sion, die
geheimnisvolle Schätze hatten. Der Papst aber und der Vatikan und die Inquisition haben den
Templerorden unterdrückt, aufgelöst, und alle Tempelritter gefoltert und hingerichtet, denn der
Papst wollte den geheimen Schatz der Templer haben. Diese Templer hatten einen geheimen
goldenen Kelch, den sie anbeteten, das war der Gral. Der Gral wurde das ganze Mittelalter gesucht,
und es ist sicher dummes Zeug, dass der Kelch, der das Blut Christi aufgefangen hat, in jeder
Heiligen Messe der katholischen Kirche auf dem Altar steht, nein, sondern der Gral geht zurück auf
das Soma-Opfer der Inder. In den verborgenen Jahren Jesu war er ja bekanntlich nach Indien
gepilgert und hatte die Lehren Buddhas und der Brahmanen aufgesogen. Die Templer leben aber im
Geheimen fort, und so war Leonardo da Vinci ein geheimer Templer. Auf seinem Letzten
Abendmahl ist darum an der Seite Jesu zu sehen nicht Johannes, sondern Magdalena, die schöne
Sünderin, die Geliebte Jesu, die er, wie die von der Kirche unterdrückten Evangelien sagen, auf den
Mund geküsst hat. So hat die Kirche viele Evangelien unterdrückt, in denen die Petruskirche
kritisch gesehen wird und eine gnostische Magdalenenkirche als die bevorzugte Freundin Jesu
erscheint. Auch die Rollen von Qumran sind vom Vatikan natürlich unterdrückt worden, hier sehen
wir nämlich einen ganz anderen Jesus, als ihn der Papst verkündet, welcher ja bekanntlich, nach
einem Wort des großen Reformators Martin Luther, der Rattenschwanz des Antichristen ist. Bis in
moderne Zeiten reicht die Kriminalgeschichte des Christentums, da der Papst und sein Vatikan mit
dem berühmten Vatikanischen Geheimarchiv den fortschrittlich-liberalen Johannes Paul den Ersten
umgebracht hat und anschließend einen Bund mit dem CIA geschlossen hat, welcher von der
Freimaurerloge geführt wird, um den Kommunismus zu besiegen. Das ist also die Lehre der
religiösen Kriminalromane, und da das dumme katholische Volk solche Romane in Massen
verschlingt, darum hat mich mein Abt Maximilian aufgefordert, auch einen religiösen
Kriminalroman zu schreiben. Ich widme ihn meiner evangelischen Schwester Schoschanna, er
behandelt im Stile eines historischen Romans den Diebstahl der goldenen Sandale der
Himmelskönigin.

Schwester, ich gebe dir einen sachlichen Bericht über Ophoven. Im Jahre 1191 nach der Geburt
unsres armen Herrn Jesus Christus beliebte es Otto von Born, der vermählt war mit seiner Frau
Petronella, den Zisterzienserinnen von Heckenrode einen an dem schönen blauen Flusse Rur
gelegenen Schaphauser Hof zu vermachen. Er bat sie, für sein Seelenheil zu beten. Dem Kloster der
Zisterzienserinnen stand der Zehnte zu, wie man im Buch Maleachi lesen kann. Aber vergeblich
wurde immer wieder gepredigt, das christliche Volk solle den Zehnten zahlen, es ward doch immer
dagegen gestritten. Geldgier ist die Wurzel allen Übels, wie Jesus Sirach in der Bibel sagt. Auch
nach dem Tode des Otto von Born – ob er im Himmel ist oder im Fegefeuer oder gar in der Hölle,
das weiß Gott allein – nach seinem Tode bestätigten seine Witwe Petronella und ihr Sohn die Pflicht
des Volkes, den Zehnten zu zahlen. Die Äbtissin von Heckerode war Jutta von Wasserberg, eine
Herzogin von Limburg, die im Jahr 1197 das Tochterkloster des großen weltberühmten Klosters
Citeaux leitete. Zu dem Kloster gehörte eine Klosterkirche. Dort wurde besonders die Mutter Gottes
verehrt als das Vorbild aller christlichen Frauen. Ursprünglich lebten mit den Nonnen aber auch
Mönche in Ophoven, die hatten nämlich die schwere Waldarbeit und Feldarbeit und Bauarbeiten an
der Klosterkirche zu tun. Ab 1232 hört man aber von keinen Mönchen mehr, es blieben die Frauen
Christi zur Pflege des Seelenheils allein zurück. Die Wallfahrtskirche von Ophoven ist der Überrest
des Konvents. Ursprünglich war sie eben die Klosterkirche der Zisterzienserinnen, sie stammt aus
der Zeit um 1200, der Blütezeit der deutschen Frauenmystik (Hildegard von Bingen, Gertrud die
Große, Mechthild von Magdeburg und andere). Um 1500 wird die ehemalige Klosterkirche
Pfarrkirche des Pfarrbezirks. Um 1700 wird die Kirche von Pfarrer Abraham renoviert, er liegt auch
in der Kirche begraben. In der Kirche befindet sich das Gnadenbild der Jungfrau Maria als Mater
amabilis, das heißt: Die liebliche Mutter! Die liebenswürdige Mutter! Das Gnadenbild der
Lieblichen Mutter stammt aus dem Jahr 1350. Patroninnen der Kirche sind neben der Gottesmutter
auch noch die heilige Agatha, eine frühchristliche Märtyrerin, die ein sehr schönes Mädchen war,
jungfräulich leben wollte um des Himmelsreichs willen, ihr wurden im Martyrium die Brüste
abgeschnitten – darum ist sie auch Schutzpatronin aller Glockengießer. Der Altar der Kirche ist der
Jungfrau Maria als Gottesgebärerin gewidmet und zeigt auf der Altarwand das Leben der Jungfrau
Maria. Erst wird gezeigt, wie Adam und Eva für eine Feige das Paradies verscherzt haben, wie
Abraham dann seinen Sohn dem Herrn aufopfern musste, und wie schließlich Christus seine Gnade
seinen Christen durch die sieben Sakramente eingießt. Das Leben der Jungfrau Maria zeigt die
Szene, da der Engel Gabriel sagt: Freue dich, du Gnadenvolle, der Herr ist mit dir! Und gebenedeit
bist du unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, sagte die Cousine
Elisabeth. Das meditieren wir im Rosenkranz. Dann muß die heilige Jungfrau mit dem göttlichen
Kind nach Ägypten fliehen, während Herodes den Holocaust an den kleinen Kindlein vollstreckt.
Am Ende entschläft die Jungfrau im Kreis der zwölf Apostel, Johannes an ihrem Haupt, Petrus an
ihren Füßen, dann kommt Christus und nimmt die Psyche der Jungfrau als ein junges Mädchen in
den Himmel auf: Veni sponsa mea, komm, meine Braut, komm mit mir, herab von den Bergen des
Libanon, von den Wohnungen den Panther und Leoparden! So wird Maria von Jesus mit verklärtem
Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Der Zweifler Thomas zweifelte an der leiblichen
Aufnahme Mariens in den Himmel, da fand er ihren Gürtel im Grabe liegen, nur ihren Gürtel, den
trug er auf den Gipfel des Olymp, wo er im Kreuzkloster als Reliquie verehrt wird, der
Liebreizgürtel der Mutter der Schönen Liebe oder, wie die orthodoxen Griechen sagen, der
Panhagia Aphroditissa. Das Gnadenbild der Mutter Maria, der lieblichen und liebenswürdigen
Mutter stammt aus dem Jahr 1350, es zeigt die junge schöne Mutter mit dem göttlichen Kind. Maria
hat ja Jesus mit vierzehn Jahren empfangen, das Kind in den Armen der Mutter ist etwa zwei Jahre
alt, die Madonna ist also eine sechzehnjährige Schönheit! Man hat die Madonna bekleidet mit edlen
und kostbaren Gewändern und auch dem Kinde kostbaren Kleidung geschenkt. Die Wunder der
lieblichen Mutter von Ophoven waren weit berühmt, viele Heilungen und andre Gebetserhörungen
sind bezeugt. Mächtige Fürsten und Herrscher zogen mit Tross und Mannen an die Rur zur
lieblichen Mutter, um ihr Seelenheil zu bitten. Heute noch finden Wallfahrten statt zur lieblichen
Mutter, dabei werden über die holländische Grenze Süßigkeiten geschmuggelt und die Knaben
klauen unter dem Lächeln der Madonna leckere Äpfel aus Nachbars Garten. Bis 1826 besaß die
Kirche von Ophoven den Reliquienschatz eines Schuhs Mariens, der aber in der Nacht zum achten
Dezember, dem Festtag der unbefleckten Empfängnis Mariens, frei von allem Makel der Erbsünde,
gestohlen wurde und bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Darauf erbat sich die Kirche von
Ophoven aus Rom eine neue Reliquie und bekam ein Stück vom Rock Mariens, der in einer
Monstranz aufbewahrt wird.

ZWEITES KAPITEL

Liebe Leserin, die Geschichte erfordert es, dass ich die Historie berichte vom deutschen König
Konrad III. Er ward geboren im Jahr 1093 und ist gestorben am 15. Februar des Jahres 1152 in
Bamberg und sein Leib liegt begraben im Bamberger Dom. Er gehörte zu dem Geschlecht der
Staufer. Von 1127 bis 1135 war er selbsternannter Gegenkönig, der sich aber doch dem König
Lothar III. unterwerfen musste. Im Jahr 1138 ist er dann rechtmäßig zum König gewählt worden
und wurde so der Nachfolger Lothars III. Da der Welfe Heinrich der Stolze sich weigerte, König
Konrad III. anzuerkennen und ihm zu huldigen, nahm Konrad dem Welfen das Herzogtum Sachsen
und das Herzogtum Bayern ab. Im Jahre 1142 erkannte Konrad aber Heinrichs des Stolzen Sohn,
Heinrich den Löwen, als Herzog von Sachsen an. Im Jahre 1146 ließ sich Konrad vom heiligen
Bernhard von Clairveaux, dem Troubadour Unserer Lieben Frau und Minnesänger des süßen
Namens Jesu, zum Kreuzzug gegen die Muslime im Heiligen Land begeistern. Nach Deutschland
zurückgekehrt, starb Konrad während der Vorbereitungen einer Reise nach Rom und im Kampf
gegen aufständische Welfen. Als seinen Nachfolger designierte er nicht seinen Sohn, sondern seinen
Neffen, den späteren Kaiser Barbarossa. Nun, meine Leserin, diese knappen Notizen werden dir in
deiner Wissbegierde nicht genügen, darum füge ich folgendes hinzu: Konrad war deutscher König
von 1127, genauer gesagt von 1138 bis zum Jahr 1152, er war Herzog von Ostfranken seit 1116 und
auch König von Italien. Er war der zweite Sohn des Herzogs Friedrich I. von Schwaben aus dem
Hause der Staufer und der Agnes von Waiblingen, einer Tochter von Kaiser Heinrich IV. Konrad
wurde im Jahre 1116, als sein älterer Bruder Friedrich II. von Schwaben zum Reichsverweser für
Kaiser Heinrich V. aufstieg, zum Herzog im östlichen Franken ernannt. Nach einer Pilgerfahrt ins
Heilige Land ließ er sich am 18. Dezember 1127 zum deutschen Gegenkönig ausrufen. Gegen
Lothar von Süpplingenberg aber konnte Konrad sich nicht durchsetzen und musste sich dem
deutschen König Lothar III. im Jahre 1135 unterwerfen. Zu dieser Zeit heiratete er Gertrud von
Sulzbach. Erzbischof Albero von Trier förderte am 7. März 1138 in Koblenz die Wahl Konrads zum
römischen König deutscher Nation, am Pfingstfest desselben Jahres wurde das Königtum Konrads
vom deutschen Adel angenommen, mit Ausnahme der Welfen, weshalb der Welfe Heinrich der
Stolze die Herzogtümer Sachsen und Bayern verlor. Der staufisch-welfische Gegensatz, den Konrad
nicht aufheben konnte, behinderte die deutsche Außenpolitik. Das Ziel Konrads, die Eroberung des
süditalienischen Normannenstaates, konnte nicht erreicht werden, denn Süditalien war schon
Manuel I. von Byzanz versprochen als Mitgift seiner Braut Bertha, welche später den Namen Irene
annahm. Konrad führte als Zeichen seiner königlichen Autorität die gehobene Urkundensprache ein
und war ein Wegbereiter des späteren Kaisers Barbarossa. Liebe Leserin, mit weiblicher Neugier
erkundigst du dich nach der deutschen Königin Gertrud. Was wissen wir von der Frau im Leben
Konrads? Nun, er war zweimal verheiratet. Im Jahre 1115 heiratete er Gertrud von Comberg, die im
Jahre 1130 starb. Nach dem Tod seine ersten Frau heiratete Konrad im Jahre 1131 Gertrud von
Sulzbach. Allerdings liegt der Flecken auf Konrads Biographie, dass er vor seiner ersten Ehe im
Konkubinat mit der Frau Gerberger zusammenlebte und mit ihr uneheliche Töchter und Söhne
zeugte. Konrad wurde im Jahre 1128 in Monza zum König des Königreichs Italien gekrönt. Am 7.
März 1138 wurde er in Koblenz zum römischen König deutscher Nation gewählt und als solcher am
13. März 1138 gekrönt. Konrad war eine ritterliche Erscheinung von edler Gestalt, ein tüchtiger
Ritter und Krieger, lebendig und gesellig, fröhlich und fromm und bei Verfehlungen der Reue fähig.
Von 1147 bis 1149 nahm Konrad auf Anregung des heiligen Bernhard am zweiten, leider
missglückten Kreuzzug gegen die Seldschuken teil. Bernhard hatte im Dom von Speyer eine feurige
Rede gehalten zur Befreiung des Heiligen Landes von den Muslimen, die Jerusalem erobert hatten,
denn seit Mohammed versuchte der Islam die Welt mit dem Schwert zu missionieren. Die deutschen
Kreuzritter wurden am 25. Oktober 1147 bei Doryläum von den Seldschuken geschlagen und fast
vollständig aufgerieben. Konrad und König Ludwig VII. von Frankreich erreichten zu Schiff
Jerusalem, kehrten aber ohne Erfolg zurück. Unter Konrads Regierung und zu Zeiten des Petrus-
Amtes von Papst Eugen III. hatte der politische Einfluß der heiligen römisch-katholischen Kirche
auf die Reichsgeschäfte des römischen Reiches deutscher Nation ihren Höhepunkt erreicht.
Dennoch gelang es Konrad nicht, trotz eines Angebots von Papst Eugen III., deutscher Kaiser zu
werden, aber er war das Vorgebirge zu den drei großen Gipfeln der Staufer: Barbarossa, Heinrich
VI. und Friedrich II. Unvergesslich bis zum Ende blieb ihm die feurige Predigt des heiligen
Bernhard im Dom von Speyer, denn der Gelehrte der honigfließenden Reden hatte seine
Beredsamkeit, seit die Mutter Christi ihn mit ihrer eigenen Milch genährt hatte. Konrad war
gebrochen und krank aus dem Heiligen Land zurückgekommen und starb mit fünfzig Jahren
zermürbt und enttäuscht. Seine Gattin Gertrud begleitet ihn bis zu seinem Ende, die deutsche
Königin Gertrud war eine Frau von tiefem ernstem Glauben an die göttliche und katholische
Offenbarung. Nun, du fragst dich sicher, liebe Schwester, warum ich dir so lang und breit von dem
alten Konrad erzählen, aber du musst wissen, dass er es war, der aus Jerusalem den Schuh Mariens
mitgebracht hatte. Nach seinem Heimkehr aus dem Heiligen Land hatte er die kostbare Reliquie des
Schuhs Mariens dem Zisterzienserinnenkloster zu Obhoven geschenkt, damit die frommen Bräute
Christi zur Zeit seines Abscheidens seine sündige Seele erbitten von der göttlichen Barmherzigkeit.

Vom Schuh Mariens ist schon in den Visionen des blinden Sehers Homeros von Chios die Rede. Du
wunderst dich, dass ich dir mit einem alten heidnischen Dichter komme? Die heilige Katharina von
Alexandrien bewies einst den heidnischen ägyptischen Philosophen allein aus Homer und Platon die
Wahrheit des katholischen Glaubens, für dessen Wahrheit sie ihr Leben opferte. Platon berichtet von
Sokrates, der sagte: Eines Tages wird der Gerechte noch vor den Toren der Stadt gekreuzigt werden!
Was aber sagte Homer? Ein Hirte hatte eine göttliche Vision, er sah die mächtige Himmelskönigin
Hera, die weisheitvolle Göttin Athene und die liebreizende Göttin Aphrodite. Diese Dreifaltigkeit
weist auf die Dreifaltigkeit Gottes hin, denn die Theologen des Mittelalters nannten den Vater die
Allmacht und den Sohn die Weisheit und den Heiligen Geist die Schöne Liebe. Nun stand der Hirte
in Asia auf dem Berge und sah die göttliche Allmacht mit ihrem mächtigen Lilienarm und die
Himmelskönigin trug goldene Sandalen, er sah die göttliche Weisheit, die jungfräulich aus dem
Haupt des Vaters geboren worden, und sie trug das Schwert des Wortes, und sie sah die göttliche
Liebe als die Idee der Schönheit, und sie trug den Gürtel der Charis, den Gürtel der Gnade, auch
Liebreizgürtel genannt. Die Himmelskönigin Hera mit dem Lilienarm (und Lilie heißt auf hebräisch
Schoschanna), sie wollte als Fürsprecherin zu Zeus treten, dem Vater der Götter und Menschen, und
für die Griechen bitten, da ging sie zur göttlichen Aphrodite und borgte sich von ihr den Gürtel der
Charis, den Gnadengürtel, und mit dem Gnadengürtel der göttlichen Liebe angetan trat die
Himmelskönigin in ihren goldenen Sandalen zu Zeus, das heißt zu Theos, und trat als Fürsprecherin
ein für die Griechen, und Zeus erhörte ihr Gebet.
Wir sehen also die Himmelskönigin in goldenen Sandalen, angetan mit dem Gürtel der Gnade, also,
wie die Bibel sagt, gegürtet an den Lenden des Gemütes, mit dem Lilienarm, denn die
Himmelskönigin ist die Lilie unter den Disteln, wie Salomo sagt, und wir sehen sie als
Fürsprecherin beim Vater des Himmels, dem Gott der Götter und Vater der Menschenkinder. Dies
ist also eine prophetische Vision des blinden Sehers von der Himmelskönigin Maria.

Wenn du aber dem Logos Spermatikos, das heißt, dem Samen der göttlichen Wahrheit in den
Lehren der Heiden, nicht vertraust, sondern allein dem Logos, der in der Heiligen Schrift bezeugt
ist, so höre dies, meine evangelische Schwester: Als Adam und Eva um den Genuß einer Feige (la
figue) willen den Garten Eden verscherzt, da machte Gott eine Verheißung zu ihrer Hoffnung. Gott
sprach zur Schlange Satan: Feindschaft setze ich zwischen dich und die FRAU! Feindschaft setze
ich zwischen deinen Samen und den Samen (Spermos) der FRAU und er wird der Schlange das
Haupt zertreten, so heißt es im hebräischen, er wird zertreten, aber im lateinischen heißt es: Sie, die
Frau, wird der Schlange das Haupt zertreten. Das ist der Anfang des Evangeliums im Buche
Genesis. Der Fuß der FRAU wird der Schlange Satan das Haupt zertreten. Im Buch Judith ist es
Judith, das heißt, die vollkommene Tochter Juda, die das Haupt des Feindes abschlug, und sie
schmückte sich, wie es in der Schrift heißt, mit schönen Sandalen, nicht aus böser Lust, sondern
Gott zum Lobpreis. Und es ist die größte Demütigung des Feindes, dass der allmächtige Gott den
Feind durch die Hand der FRAU gestürzt hat. Am Ende der Heiligen Schrift in der Apokalypse
erscheint am Himmel das Zeichen der FRAU, die gegen den scharlachroten Drachen kämpft, gegen
die alte Schlange. Und es ist diese FRAU der Offenbarung, die wir in der Jungfrau Maria verehren,
und wir verehren ihren Fuß, weil dieser schöne Fuß der wunderschönen Madonna der Schlange das
Haupt zertreten wird! So steht es geschrieben! Und indem wir den Schuh Mariens verehren,
nämlich die goldene Sandale der Himmelskönigin, verehren wir den schönen Fuß der schönen
Madonna, und in dem wir die schöne Madonna verehren, beten wir den allmächtigen Gott an, der
der FRAU die Macht gegeben hat, den Satan zu zertreten!

Hier also nun der Worttext der Schenkungsurkunde, mit welcher der deutsche König Konrad, dem
Kloster von Ophoven den Schuh Mariens schenkte: „Wir, König von Gottes Gnaden, Konrad der
Dritte, König des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, König von Deutschland und Italien
und Herzog von Ostfranken, kurz vor unserm Abscheiden aus dem Jammertal (valle lacremosum),
zur Ehre der Himmelskönigin (Regina coeli) und zur Ehre des heiligen apostolischen Glaubens und
zur ewigen Anbetung unseres Gottes und Herrn Jesus Christus, vermachen dem
Zisterzienserinnenkloster von Ophoven zur frommen Verehrung den Schuh Mariens, den die
allgütige Vorsehung Uns auf unserm Pilgerzug zum heiligen Grabe Christi im Heiligen Lande
finden ließ, und bitten mit der Gabe dieser kostbaren Reliquie die Bräute Christi in
immerwährenden Gebeten für Unsre Majestät und Unsre Gemahlin und Unsre Nachfolger im
deutschen Regententum in diesem Leben und auch nach dem Abscheiden zu beten und zu flehen,
auf dass Wir, in den Kämpfen um die Macht und in den Irren der menschlichen Liebe befleckter
Sünder, der Wir sind, nicht aufgrund eigenen Verdienstes, sondern ganz allein aufgrund der
unerforschlichen Barmherzigkeit Jesu, unsres Herrn, die ewige Seligkeit am Ziel unsres Glaubens
erreichen. Dazu verhelfe Unsrer armen Seele neben den frommen Gebeten der gottgeweihten
Töchtern des heiligen Bernhard vor allem die allmächtige Fürsprache der allerseligsten und
allerschönsten Jungfrau Maria, die bei ihrem göttlichen Sohn alles erlangt, was sie erbittet. Zur
größeren Ehre Gottes! Konrad.

DRITTES KAPITEL

Im zwanzigsten Jahrhundert und besonders nach dem zweiten Weltkrieg tat man die Wallfahrten ab
als unmodern. Aber das zweite vatikanische Konzil sprach von der Kirche als dem pilgernden
Gottesvolk. Wir sind Pilger, persönlich und in Gemeinschaft. Wir pilgern zum Ziel, das der
Ursprung ist. So pilgert auch die Pfarrgemeinde Ratheim nach Ophoven zum Gnadenbild der
lieblichen Mutter. Ophoven ist westlich von Wasserburg, nahe der niederländischen Grenze, an der
Rur gelegen und hat etwa fünfhundert Einwohner. Es ist ausgezeichnet worden mit einem Preis als
schönstes Dorf Deutschlands. Im Jahre 1200 befand sich hier ein Zisterzienserinnenkloster. 1571
wurde Ophoven eine Pfarrei. Im Jahre 1700 wurde die Kirche renoviert. Rechts vom Chor befindet
sich in einem Holzgebäude das Gnadenbild der lieblichen Mutter mit dem Kinde, eine Holzfigur, im
Jahre 1350 in Köln geschnitzt. Bis 1826 befand sich in dieser Kirche der Schuh Mariens, in einem
silbernen Behälter aufbewahrt, der aber in der Nacht zum 8. Dezember 1826 gestohlen wurde und
bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Anschließend gewann die Gemeinde in Rom als Ersatz für
den Schuh Mariens als Reliquie ein Partikel vom Kleide Mariens. Die Wallfahrt von Ratheim nach
Ophoven geht mindestens ins 16. Jahrhundert zurück. Am 31. August 1715 pilgerte Kurfürst Johann
Wilhem von Düsseldorf mit seiner Gemahlin und einem großen Gefolge nach Ophoven zur
lieblichen Mutter. Seit wann pilgert eigentlich Ratheim zur lieblichen Mutter von Ophoven? Fragt
man die Großmütter, sagen sie: „Dat weet ech net. Ech weet wal, dat ümmer jedes Joar na Ophoave
getrekket wuet.“ Der Musikverein Sankt Josef begleitet die Prozession und der Schützenkönig zieht
mit. Pfarrer und Kaplan und Ministranten ziehen voran. Nach dem Herbstjahrmarkt am Sonntag im
September trifft man sich um Viertel vor sieben Uhr an der Pfarrkirche von Ratheim. Der Priester
stimmt die Pilger geistlich ein. Das Thema der Prozession und die besonderen Gebetsanliegen
werden vorgetragen. Auf einem Ponywagen zieht ein Lautsprecher mit. Der Küster und Organist
betet den Rosenkranz vor. Die erste Station befindet sich am Krickelberger Kreuz, die zweite
Station am Ortsausgang von Orsbeck, die dritte Station an der Wegegabelung Krafeld-Eulenbusch.
Dort werden die besonderen Gebetsanliegen vorgetragen. Außer den Gebeten ist auch noch Zeit für
ausgiebige Gespräche zwischen den Pilgern. Kommt die Kirche von Ophoven in Sicht, so singt
man: Maria, zu dir kommen wir, um deine Gnade bitten wir! Und verlässt man die Wallfahrtskirche
wieder, so singt man: Maria, von dir kommen wir, für deine Gnade danken wir! Um 9 Uhr wird in
der Kirche von Ophoven die Heilige Messe gefeiert. Dann geht es zur Gaststätte „zur Mühle“, dort
isst man Butterbrote und Apfeltaschen. Der Pfarrer von Ratheim bekommt im Pfarrhaus von
Ophoven Kaffee. Früher brachte man das Pulver zum Mucke-fuck selber mit und ließ es in der
Gaststätte mit heißem Wasser für 20 Pfennig begießen, wollte man Milch dazu, so kostete es noch
einmal 10 Pfennig. Die Knaben und Mädchen zogen in Richtung Effeld über die niederländische
Grenze und kauften dort für 10 Pfennig Schokolade, die sie unter einem Augenzudrücken der
Zöllner über die Grenze schmuggelten. Früher führte der Prozessionsweg von Ratheim über
Krickelberg, Wasserberg, Rosstor, Forst nach Ophoven, aber heute führt der Prozessionsweg von
Ratheim über Krickelberg, Garsbeck, Luchtenberg, Orsbeck, Eulenbusch, Krafeld nach Ophoven.
Außer der Pfarrei Ratheim pilgern noch die Pfarreien Irsbeck, Wasserberg, Oberstedt, Hilfahrt,
Effeld, Karken, Eschweiler, Heinsberg, Birgden, Oberbusch, Kempen, Dalheim und Einzelpilger. Es
sind holprige Wege durch grüne Felder. Die Gebetspausen nutzen die Kinder, um in den
anliegenden Gärten Äpfel zu klauen. Nachbars Äpfel schmecken eben am besten. Die Madonna
lächelt dazu. Wenn die Kinder an der niederländischen Schokolade und den geklauten Äpfeln noch
nicht genug haben, gibt es auch für 5 Pfennig Eis in der Eisdiele. Von 11 Uhr bis 13 Uhr pilgert man
zurück nach Ratheim, dort begrüßen einen schon die Glocken. Und in der Kirche wird dann
gemeinsam das Te Deum gesungen: Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke!
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke!

Du fragst, meine schöne Schwester, wer denn der Kurfürst Johann Wilhelm von Düsseldorf
gewesen sei, der mit Gemahlin und Tross und Gefolge zur goldenen Sandale der Himmelskönigin
gepilgert sei? Nun, dieser Kurfürst Johann Wilhelm war Johann Wilhelm Joseph Janaz von der
Pfalz, genannt Jan Wellem. Er ist am 19. April 1658 in Düsseldorf geboren und am 8. Juni 1716 in
Düsseldorf gestorben und liegt begraben in der Düsseldorfer Jesuitenkirche Sankt Andreas. Er
gehörte zum Geschlecht der Wittelsbacher. Ab 1690 war er Erzschatzmeister des heiligen römischen
Reiches und Pfalzgraf-Kurfürst von der Pfalz. Später wurde er auch noch Erztruchsess des heiligen
römischen Reiches. Er wurde von Jesuiten erzogen und war ein tief gläubiger Katholik. Wegen
eines Krieges residierte er nicht in Heidelberg, sondern im Düsseldorfer Schloß. Er erreichte die
Rückgabe der pfälzischen Gebiete, die von den Franzosen erobert worden waren. Die Franzosen
hatten die Rekatholisierung der Pfalz gefördert, und nur unter der Bedingung, dass die
Rekatholisierung der Pfalz nicht rückgängig gemacht werde, gaben die Franzosen die pfälzischen
Gebiete dem Kurfürsten Jan Wellem zurück. Der hatte auch kein Interesse daran, die
Rekatholisierung der Pfalz rückgängig zu machen, denn er war ein treuer Sohn der heiligen Mutter
Kirche. Darum aber wurde er von den Protestanten auch nicht besonders geliebt. Er förderte vor
allem die Kunst und Kultur in seiner Pfalz, baute herrliche Schlösser und sammelte Gemälde von
Rubens, diesem Maler der katholischen Gegenreformation. Er war in erster Ehe verheiratet
mit Maria Anna Josepha, der Tochter von Kaiser Ferdinand III. Sie gebar ihm zwei Söhne, die aber
beide bei der Geburt starben. Maria Anna Josepha starb auch im Jahre 1689. Zwei Jahre später
heiratete Jan Wellem seine zweite Frau, die Prinzessin Anna Maria Luisa de’ Medici, die Tochter
des Cosimo von Medici. Nach dem Tode des Kurfürsten Jan Wellem schuf ein Künstler auf dem
Düsseldorfer Marktplatz ein Reiterstandbild des Ritters vom goldenen Vlies Jan Wellem, aber es
gab nicht genug Material, darum zog der Glockengießerjunge von Haustür zu Haustür und bat um
Silberlöffel für Jan Wellems Denkmal. Heinrich Heine, der Düsseldorfer Jude, scherzte: Wie viel
Apfeltörtchen hätte ich wohl essen können mit all den vielen Silberlöffeln?

Du fragst, schöne Schwester, mit welcher seiner Gemahlinnen Jan Wellem zum Schuh Mariens
gepilgert ist? Nun, im Jahre 1715 ist er mit seiner zweiten Frau Anna Maria Lusia de’ Medici zum
Schuh Mariens gepilgert, ein Jahr vor seinem Tod. Du fragst, ob wir Näheres wissen über diese
zweite Frau Jan Wellems? Nun, Anna Maria Louisa de’ Medici war die Tochter von Cosimo III. de’
Medici und seiner Ehefrau Margherite Louise d’Orléans. Die Mutter verließ aber die unglückliche
Ehe mit Cosima und floh nach Paris, in die Stadt der Liebe, und ließ ihre einzige Tochter zurück.
Cosimo ließ die Tochter von der Großmutter Vittoria della Rovere erziehen. Acht Jahre alt war Anna
Maria Louisa, als ihre Mutter sie verließ. Cosima zog einige Freier in Erwägung für seine Tochter,
aber schließlich gewann unser Kurfürst Johann Wilhelm den Liebesapfel. Die Ehe wurde
sakramental geschlossen am 29. April 1691 im Dom von Florenz, allerdings war Jan Wellem nicht
persönlich zugegen, sondern nur durch einen Stellvertreter anwesend. Am 5. Juni 1691 wurde die
sakramentale Ehe dann in Neuburg an der Donau vollzogen. Damals heirateten viele Herrscher aus
bloßer Staatsräson, aber hier war es wirkliche Liebe. Jan Wellem und Anna Maria lebten glücklich
in ihrer Ehe bis zum Tode des Kurfürsten. Ihre Ehe blieb allerdings kinderlos. Beide liebten die
Musik und die Malerei. Sie wurden zusammen zu bedeutenden Förderern der Künste, nicht nur der
Architektur, zum Beispiel an dem Düsseldorfer Schloß und einem barocken Opernhaus, sondern
auch der Malerei. Vor allem liebte Jan Wellem die appetitlichen Weiber von Peter Paul Rubens. Am
31. August 1715 pilgerte Anna Maria Louisa mit ihrem Gemahl Jan Wellem nach Ophoven zum
Schuh Mariens. Hier bat Jan Wellem um die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria in seiner
Todesstunde, auf dass der barmherzige Jesus aus reiner Gnade seine Seele aufnehme in die
Herrlichkeit des Himmels. Nach dem Tode Jan Wellems kehrte Anna Maria nach Florenz zurück.
Die Stadt empfing sie mit Glockenläuten. Sie wurde die erste Dame des Staates und Herrscherin der
Toskana. Nach ihrem Tode, da sie die letzte Medici war, fiel die Toskana an Franz III., den Gemahl
Maria Theresias und Kaiser des römischen Reiches. In ihrem Testament vermachte Anna Maria
Louisa de’ Medici all ihre Kunstschätze den Uffizien von Florenz, wo sie heute noch zu sehen sind.

VIERTES KAPITEL

Lutheraner:
Warum betest du zu Maria? Du hast doch Gott zum Vater und Jesus zum Bruder!
Katholik:
Und hast du Gott zum Vater und Jesus zum Bruder und hast du nicht Maria zur Mutter?
Lutheraner:
Ihr macht Maria zur Abgöttin!
Katholik:
Anbetung sei dem ewigen Gott allein! Aber Jesus hat uns unterm Kreuz Maria zur Mutter gegeben.
Lutheraner:
Mutter, Mutter, wenn ich das schon höre! Du meinst wohl, die Kirche sei eine heilige Mutter?
Katholik:
Ja, die heilige, apostolische und katholische Kirche gebiert die Menschen zu Kindern Gottes durch
das Bad der Wiedergeburt, welches die Taufe ist, und ernährt sie mit dem Wort Gottes und mit dem
Brot des Lebens, welches Christi Leib ist, darum ist sie eine Mutter.
Lutheraner:
Ich glaube, was Martin Luther gelehrt hat: Allein die Gnade durch den Glauben macht gerecht vor
Gott, und dazu braucht es keine Kirche.
Katholik:
Luther meinte, den einen schenkt Gott die Gnade und macht sie zu Gerechten und die andern
verstockt Gott und macht sie zu Verdammten, denn in Gott ist Gutes und Böses, und entweder reitet
die Gnade auf dir oder der Satan reitet dich, das steht in der freien Willkür Gottes. Nicht so ist der
christliche Glaube, sondern Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.
Lutheraner:
Und braucht es zur Rettung denn eure verdammten Werke und Verdienste?
Katholik:
Luther meinte, Gott habe Maria nicht um ihr Jawort gebeten, sondern er habe sie mit seiner Gnade
vergewaltigt und ohne ihr Jawort den Sohn in ihr gezeugt. Nicht so der heilige Glaube, sondern Gott
erbittet die Mitwirkung des Menschen am Heil, so bat Gott Maria auch um ihr Jawort, und sie gab
es ihm, und daraufhin erst zeugte Gott in der willigen Maria den Sohn.
Lutheraner:
Und nun Jesus geboren ist, so bitten wir den Herrn Jesum allein und nicht eure Jungfrau Marie. So
hat doch auch Jesus zu Maria gesagt: Weib! Was hab ich denn mit dir zu schaffen!
Katholik:
Das hat Jesus nicht gesagt, sondern er hat gesagt: Frau! Was ist das zwischen dir und mir? Und dann
hat er auf ihre Fürsprache hin das erste Wunder getan.
Lutheraner:
Da hast du es, Jesus nennt sie Weib oder Frau, aber nicht Muttergottes!
Katholik:
Er nennt sie Frau, aber wieso meinst du, das sei eine Abwertung? Wie denkst du über die Frau? Er
nennt sie Frau, weil sie die Frau ist, die in der Genesis prophezeit ist, die dem Satan den Nacken
zertritt. Denn sie ist die Frau der Genesis, die Frau der Hochzeit zu Kana, die Frau unterm Kreuz
und die apokalyptische Frau.
Lutheraner:
Das hast du den Widerspruch: Ihr sagt, Maria sei ohne Erbsünde empfangen und darum auch schon
auferstanden von den Toten und mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Und weil sie
nicht unter dem Fluch Evas stand, habe sie auch ohne Schmerzen Jesus geboren. Aber nun gebiert
die apokalyptische Frau in Schmerzen den Messias.
Katholik:
Maria bringt unter Schmerzen den mystischen Leib Christi hervor, nämlich die Kirche. So wie sie
die Mutter des Hauptes ist, so ist sie auch Mutter des Leibes. Denn keine Mutter hat das Haupt je
ohne den Leib hervorgebracht. Wer aber das Haupt Christus ehrt und als Glied an seinem Leibe die
Mutter nicht ehrt, die ihn hervorgebracht hat und sich nicht von Maria gebären lässt zu einem Glied
an seinem mystischen Leib, welcher ist die katholische Kirche, wer also behauptet Gott zum Vater
zu haben, aber Maria nicht verehrt als seine Mutter, der hat den Vater der Lüge zum Vater.
Lutheraner:
Und ihr Papisten betet in eurem Papst, den ihr über die Bibel stellt, den Rattenschwanz des
Antichristen an!
Katholik:
Und ihr Lutheraner habt den mystischen Leib Christi zerrissen und damit dem Herzen Jesu eine
schwere Wunde zugefügt.
Lutheraner:
Wenn ihr nicht die Bibel allein als Fundament des Glaubens nehmt, sondern Papst und Konzilien
hinzu, so werden wir uns niemals einig.
Katholik:
Und bevor ich mit dir weiter disputiere, bitte du die Jungfrau Maria, dich in die Wahrheit über ihren
Sohn einzuführen, dann wird sie dir verbieten, deinen Augsburger Katechismus weiter zu studieren.
Lutheraner:
O Jungfrau Maria, du Mutter von Joses, Jakob, Simon und den Schwestern Jesu...
Katholik:
Und nun würde Luther dich einen schweren Häretiker nennen, denn Luther, Calvin und Zwingli
glaubten an die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens, wie es Dogma der Kirche ist.
Lutheraner:
Wie soll denn Maria Jesus geboren haben und dennoch Jungfrau geblieben sein?
Katholik:
Semper virgo! Virgo intacta! Mysterium fides!
Lutheraner:
Das kann ich nicht glauben.
Katholik:
So glaubst du der von Gott offenbarten Wahrheit nicht, denn wenn du gegen die von Christus
gestiftete Kirche streitest, so streitest du gegen Christus.
Lutheraner:
So willst du mich wohl auf den Scheiterhaufen werfen?
Katholik:
Ich bitte die Jungfrau Maria, die Besiegerin aller Irrlehren in der Welt, dich zum göttlichen und
katholischen Glauben zu bekehren.
Lutheraner
(ironisch)
Ich danke für dein Gebet!

Wunderschöne Schwester, am Tag des Herrn hast du zu mir gesagt: In deinem historischen
Kriminalroman ist nur von unbedeutenden Adligen die Rede. Das ist, als wenn man im Louvre in
Paris eine endlose Galerie mit Ölgemälden von unbedeutenden Adligen betrachten, das ist
langweilig. Schreib doch lieber einmal einen Kriminalroman über Moses. Ja weißt du,
wunderschöne Schwester, du himmlische Grazie, das tat ich schon einmal, denn du weißt als
Bibelleserin, dass Moses einen Ägypter erschlagen. Und nun hat gewiß der Pharao einen Weisen
eingesetzt, den Fall zu lösen und den zu finden, der den Ägypter erschlagen. Es war ja juristisch
gesprochen, kein Mord, sondern Totschlag im Affekt. Aber weißt du, der Auszug der Israeliten aus
Ägypten fand vielleicht gar nicht statt zur Zeit Ramses II., denn damals war Kanaan eine ägyptische
Kolonie, es hätte wenig Sinn gemacht, die Israeliten aus Ägypten fortzuführen und in eine
ägyptische Kolonie zu führen. Ich habe vierzig Jahre lang Ägyptologie studiert. Die Ägypter ehrten
ja Amun und Osiris und Isis und andere Götter, aber der große Reformator Echnaton hat dann den
Monotheismus in Ägypten eingeführt. Es sollte nur noch einen Gott geben, Aton, den Sonnengott
am Himmel, der nicht allein der Gott Ägyptens war, sondern Gott der ganzen Welt, und so würden
alle Völker in Frieden leben, wenn sie den einen und einzigen Gott anbeten. Echnaton schrieb auch
einen Psalm auf Aton, den Gott am Himmel, und dieser Psalm Echnatons ist verwandt mit dem 104.
Psalm Davids, dem Lob des Schöpfers in seiner Schöpfung. Aber ob nun Moses seine Idee des
Monotheismus von Echnaton hatte, oder ob Echnaton seine Idee des Monotheismus von Moses
hatte, darum streiten sich die Gelehrten noch. Du fragst, wer Moses Mutter war? Jochebed, meine
Schöne. Und als die anmutige Tochter des Pharao in ihren Spinneweben-Badeanzug im Nil baden
ging und das Mosebaby fand, sagte Mirjam Prophetissa: O Tochter des Pharao, ich weiß eine
hebräische Frau, die stillt dir das Kind. Und so wurde Moses Mutter Jochebed zu Moses Amme.
Aber du sagst lächelnd mit deinem süßen Mund: Die Paläste der ägyptischen Herrscher waren
zweihundert Kilometer von den Lagerplätzen der israelitischen Schafhirten entfernt. Also muß
entweder das Mosebaby im Korb zweihundert Kilometer den Nil herunter geschwommen sein, oder
die Tochter des Pharao ist zweihundert Kilometer weit geritten, um im Nil zu baden, das sei aber
unwahrscheinlich, denn die Tochter des Pharao badete wohl in Kamelstutenmilch, aber nicht im
schlammigen Nil, der Brutstätte von Würmern und schädlichen Insekten. Echnaton, sagst du, hatte
eine Lieblingsfrau, die schöne Nofretete, und ich weiß nicht, ob sie so schön war wie du, o
Schönheit! Aber Nofretete schenkte dem Echnaton keinen Sohn, dafür seine Nebenfrau, die Mutter
ward des kleinen Tut-Anch-Aton, der sich später wieder Tut-Anch-Amun nannte, denn als er Pharao
wurde, führte er die Kulte der ägyptischen Götter wieder ein. Moses aber, das bedeutet einfach
Sohn, wie Ramses Ra-Moses heißt, nämlich Sohn des Ra, und Tutmoses heißt Sohn des Thot. Ich
denke Moses müsste dann Jah-Moses heißen. Aber der Fall des Totschlags im Affekt, den Moses
begangen hatte, wurde in Ägypten nie aufgeklärt. Moses floh vor dem Pharao und seinen
Kriminologen auf die Sinai-Halbinsel, wo ihm Gott in einem brennenden Dornbusch erschien, in
einem brennenden Dornbusch, der brannte, ohne zu verbrennen, so wie Maria den Sohn Gottes
empfangen hat, ohne ihre Jungfräulichkeit zu verlieren.

FÜNFTES KAPITEL

In der Nacht zum 8. Dezember 1826 wurde der Schuh Mariens aus der Kirche zu Ophoven
gestohlen! Oh wo bist du hin, du goldene Sandale der Himmelskönigin? Wohin bist du entschwebt?
Ich streife durch alle Felder und frage das Korn: Weißt du, Weizen, wo die goldene Sandale der
Himmelskönigin ist? Ihr Hühner, sagt mir, wo ist der Schuh meiner Herrin? Ihr Fasane und ihr Rehe
auf den Auen, habt ihr die goldene Sandale meiner Fürstin gesehen? Aber die Kreaturen schweigen.
Ihr Glocken, bei den Glockenbrüsten der heiligen Agatha, läutet Sturm und weckt die fünfhundert
Christen von Ophoven, auf dass wir alle suchen den verlorenen Schuh der Herrin! Sagt mir, ihr
Grashüpfer und ihr grünen Raupen in den Kastanienbäumen, saht ihr der Herrin Fuß
vorüberschlüpfen? Hebt eure Häupter, ihr Gräser, rauscht im Winde, ihr Büsche und Sträucher,
schüttelt eure Kronen im Himmel, ihr Bäume, und gebt uns Kunde, wo die goldene Sandale der
Königin der Liebe ist? Und wenn du schweigst, o Deutschland, meine blonde, bleiche Mutter, so
frag ich die süße La France: O la France, Geliebte, bei deinem heiligen Engel, sahest du den Schuh
der Jungfrau Maria? Und wenn du deine blühenden Lippen verschließt, La France, so frag ich dich,
Lusitanien: Bei deinem heiligen Fatima, wo ist der Schuh der Gottesmutter hin? Wenn du es nicht
weißt, Europa, so frag ich dich, du schwarze Afrika: Sahest du den Schuh des himmlischen
Mädchens? Ihr Äthiopier, habt ihr ihn gesehen, ihr Schwarzen von Ruanda, saht ihr die Sandale der
Jungfrau? Aber weißt du es nicht, o schwarzes Afrika, so geh ich zur uralten Mutter Asia: Jungfrau
China, gegürtet an den Lenden deines Gemüts mit der Großen Mauer, hast du die Jungfrau gesehen,
die Königin Chinas? Und du, Mutter India, bei deinen hindusanften Augen einer heiligen
Mutterkuh, hast du die bloßen Füße der Unbefleckten gesehen? Und du, kaiserliches Japan mit
deinen bebenden Inseln, ich beschwöre dich bei deiner Kirschblüte, sahest du die strahlende
Sandale der Mutter der Barmherzigkeit? Wenn ihr es nicht wisst, ihr uralten Hochkulturen, so frag
ich Ozeanien: Papua-Neuguinea, bei deinen siebenhundert Sprachen, und ihr, Katholiken der
Philippinen, habt ihr die heilige Mutter vorüber wandeln sehen mit ihren bloßen Füßen? Und wenn
ihr es nicht wisst, O Jawa und Sumatra, so frag ich euch, ihr Osterinseln, bei euren steinernen
Götzen, habt ihr die himmlischen Mutter gesehen? Und du, Bolivien mit deinen jungen schönen
Mädchen, und du, Chile, mit deinen Poeten, und du, Nicaragua, mit deinen wilden Dichtern, und du
Mexiko, mit deiner allerheiligsten Ikone der Jungfrau, sagt, ob ihr die goldene Sandale der
Himmelskönigin gesehen habt? Und wenn Südamerika es nicht weiß, so frag ich Nordamerika und
Kanada und die Eskimos, ob sie die himmlische Mutter gesehen? Sagt es, Grönland, Skandinavien,
England, ob ihr die Jungfrau habt vorüberwandeln sehen? Und du, o Polen, bei deiner schwarzen
Königin und Göttin vom klaren Berg, und du, heiliges Mütterchen Russland, beim unbefleckten
Herzen des Mütterchens Gottesmutter, hast du Maria gesehen und den Schuh Mariens an ihren
kleinen Füßen? Aber die Erde schweigt. O Venus, Geliebte, sahst du die Jungfrau? O Sonne, du
strahlende Herrin, sahst du die Mutter vom Himmel? Und du, Andromedanebel, hast du die Königin
des Himmels gesehen? Sag mir, geliebtester Carina-Sternennebel, hast du die Königin des Weltalls
und die Herrin der armen Seelen gesehen? O du goldene Sandale der Himmelskönigin, bist du denn
aus der ganzen Schöpfung geschlüpft und reichst du in das himmlische Jerusalem am Busen der
Allerheiligsten Dreifaltigkeit?

Der oberste Abt-Primas aller Zisterzienser und Zisterzienserinnen des heiligen römischen Reiches
deutscher Nation befragte alle Mütter Abtissinnen, ob unter ihren Lämmern eine wäre, die
kriminalistischen Spürsinn habe? Da sagte die Mutter Äbtissin von Dahlheim: Ja, meine Schwester
Susanna von der Mystischen Rose, die liest in jeder Stunde der Rekreation einen Kriminalroman.
So trat der Abt-Primas Maximilian zu Schwester Susanna von der Mystischen Rose. Sie saß gerade
im Klostergarten. Nun, Schwester Susanna, was meditierst du im Klostergarten? Vater Abt, sagte
Schwester Susanna, ich beobachte die Vögelein. Ich dichte ein Vogelbuch, in dem ich die kleinen
Gefiederten des Himmels besinge. Ich lerne sie alle zu unterscheiden und finde ihre Eigenarten
heraus und wie sie sich lieben und wie sie ihre Küken lieben und wie sie zur Matutin und zur
Vesper den Schöpfer loben und ein gewaltiges Tedeum zwitschern und tirilieren. Ja, fragte erstaunt
der Abt-Primas Maximilian, du hochbegnadete Jungfrau, verstehst du denn die Sprache der Vögel?
Man sagt bekanntlich vom weisen Salomo, dass er die Sprache der Vögel verstand. In der deutschen
Edda ist auch die Rede von Odin, der neun Tage verkehrt im Baume hing, und dann die Sprache der
Vögel verstand. Und der heilige Franziskus muß wohl die Sprache der Vögel beherrscht haben, wie
hätte er sonst den Vögeln predigen können? Ach, seufzte die sanfte Schwester Susanna, so heilig
bin ich nicht, dass ich den Vögeln predigen könnte, nein, sondern die Vögel predigen mir und
künden mir von der verborgenen Schöpferweisheit Gottes, die alles so wohl und gut und schön
bereitet hat. Aber nun etwas anderes, sagte Maximilian, Schwester Susanna, warum hast du den
Ordensnamen Susanna von der Mystischen Rose gewählt? Oh, sagte Susanna, ich liebe die Rosen
im Rosengarten des Klosters. Vater Abt, schnuppert doch einmal an dieser Rose, ob sie nicht duftet
wie das Parfüm der Madonna? Maria ist die Rose am Herzen Gottes und der Duft der mystischen
Rose Maria ist der Heilige Geist, ihr Bräutigam. Sehr schön, lobte sie der Vater Abt, aber ich
komme vor allem, weil ich gehört, dass du kriminalistischen Spürsinn hast. Es ist, wie du sicher
weißt, der Schuh Mariens aus der Kirche von Ophoven gestohlen worden. Und ich beauftrage dich
nun und gebiete dir im Namen des Gehorsams, den du gelobt hast, alles zu unternehmen, um
herauszufinden, wer den Schuh Mariens gestohlen hat und wo der Schuh der allerseligsten Jungfrau
jetzt ist. Wie ihr gebietet, Vater Abt, flötete Susanna und machte sich an die Arbeit. Zuerst ging sie
in die Kirche von Ophoven, die Spuren zu sichern, sie untersuchte alles, nahm Fingerabdrücke auf
und befragte dann alle Anwohner, ob sie einen Zeugen finde, der etwas Verdächtiges in der Nacht
gesehen habe. Nach einem Tag kriminalistischen Spürsinns saß Susanna am Abend im
Klostergarten. Ihr weißes schlankes Antlitz war umrahmt von einem Schleier, wie ihn die Bräute
Jesu tragen. Aus dem Schleier schauten braune Haare, kastanienbraun. Die Augen der Schwester
waren dunkel und glühend, sie schauten überaus zärtlich auf alle Kinder und streng und mahnend
auf Kinderväter, die zu streng mit ihren Kleinen umgingen. Ihre Lippen waren überaus schön, wie
die Blüte einer Rose, und besonders schön, wenn sie zur Vesperstunde den Lobpreis sang mit ihren
Schwestern. Dann spielte Schwester Susanna die Gitarre und alle Bräute Jesu sangen: Er kommt,
lasst uns tanzen und jauchzen, denn er kommt, der König kommt, so lasst uns jauchzen und tanzen!
Die Schwestern hatten alle hohe feine Stimmen, und wer den Chorus der Schwestern hörte, der
meinte schon im Garten Eden die himmlischen Jungfrauen flöten zu hören. Aber in der Nacht
schlief Schwester Susanna nicht, sondern untersuchte die Untersuchungsergebnissse und die Akte,
die sie angelegt hatte. Sie war ratlos und zweifelte an ihrem Spürsinn und an ihrer kriminalistischen
Nase. Nun war sie aber kein weltlicher Kriminologe, der auf sich allein vertraut, sondern sie
vertraut auf den Heiligen Geist und auf Maria, die Braut des Heiligen Geistes.
SECHSTES KAPITEL

Morgens um fünf erhob sich Schwester Susanna vom Lager und betete vor dem Kruzifix und vor
der Ikone der Muttergottes ihr Morgengebet, da hörte sie wie ein leises Flüstern eine himmlische
Mädchenstimme in ihrem Herzen flüstern den Namen: Clemens Maria Brentano. Susanna dachte:
Jungfrau, was willst du mir sagen mit dem wirren Poeten der überschäumenden Phantasie? Manche
nennen ihn einen Satanisten und einen dämonischen Mann! Aber sie traute der Eingebung und
besorgte sich das Lexikon der deutschen Dichter aus der Klosterbibliothek und las: Clemens
Brentano ist am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein geboren, welches man heute Koblenz nennt.
Als seinen Geburtstag gab er aber immer den 8. September an, denn der 8. September ist der
kirchliche Feiertag Mariä Geburt. So gab er seine Werke unter dem Pseudonym Maria heraus,
darum nennt man ihn auch Clemens Maria Brentano. Er gehör zu den Hauptvertretern der
Heidelberger Romantik. Er ist katholisch getauft und begab sich als junger Mann zum Studium,
nahm das Studium aber nicht ernst, sondern wollte poetisch leben. Er lernte Wieland und Herder
und Goethe kennen und lernte Fichte und Friedrich Schlegel und Tieck kennen. Er schrieb seinen
ersten verwilderten Roman unter dem Pseudonym Maria mit dem Titel: Das steinerne Bild der
Mutter. 1801 ging er zum Studium der Philosophie nach Göttingen. O Göttingen und deine
Philosophen! Dort lernte er auch Achim von Arnim kennen, mit dem er bis 1811 zusammenlebte. Er
heiratete seine große Liebe Sophie Merau und zog 1804 nach Heidelberg. Zwei seiner Kinder
starben gleich nach der Geburt, bei der Geburt des dritten Kindes starben das Kind und die Mutter.
Seit 1809 lebte Brentano in Berlin und schrieb die Romanzen vom Rosenkranz, ein großes Versepos
zu Ehren der Jungfrau Maria, welches manche mit Goethes Faust und Dantes göttliche Komödie
verglichen. Um 1815 geriet er in Berlin in eine tiefe Lebens- und Sinnkrise. Er wandte sich erst der
pietistischen Erneuerungsbewegung zu, kehrte dann aber zur heiligen römisch-katholischen Kirche
zurück. Diesen Prozess der Konvertierung führte die Pastorentochter Luise Hensel an, in die er sich
verliebt hatte. Erst erwog er, Protestant zu werden, um die protestantische Pastorentochter heiraten
zu können, entschied sich aber doch, der wahren Kirche der Apostel beizutreten. Dann bemühte er
sich, Louise Hensel zur Konvertierung zu bewegen. 1818 wurde Luise Hensel Katholikin. Die Lyrik
Brentanos an Louise ist eine Mischung aus Romantik, geistlichem Lied und Erotik. 1818 ging
Brentano fort aus Berlin, um am Krankenlager der stigmatisierten Nonne Anna Katharina
Emmerick deren Visionen vom Leben des armen Herrn Jesus und vom Leben der seligen Jungfrau
Maria aufzuschreiben. Nach dem Tod der Seligen Anna Katharina im Jahr 1824 gab er das Leben
der Jungfrau Maria heraus. Die katholische Kirche stellt fest, dass die Visionen der Seligen Anna
Katharina über das Leben Jesu und Mariens echt sind, allerdings in der vom Dichter
herausgegebenen schriftlichen Fassung sich manches eigene Gedankengut des romantischen
Dichters findet.

Susanna dachte: Was macht der Dichter, der erst einen Roman schrieb über das steinerne Bild der
Mutter, dann die Romanzen vom Rosenkranz dichtete als ein gewaltiges Epos und dann die
Visionen einer Stigmatisierten über das Leben der Jungfrau Maria niederschrieb, was macht er
heute, zwei Jahre nach dem Tod der Seligen Anna Katharina? Und Susanna erkundigte sich und
fand heraus den Wohnort der romantischen Dichters und reiste dahin und kam in der Abendstunde
an und schaute durch das Fenster des Hauses und sah den Dichter verzückt knieen und den Schuh
Mariens küssen!

Plötzlich sah Schwester Susanna von der mystischen Rose im Spiegel des romantischen Dichters
eine charismatische Vision, ein Gesicht, und was sie sah, siehe, das war eine Stadt im Heiligen
Land, vermutlich Haifa, dort sah sie eine Prozession von Engeln, weißgekleideten Engeln, kleinen
Knaben gleich, die zogen in einer feierlichen Prozession zum Berge Karmel und zogen den Berg
Karmel hinauf, und der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, und oben auf dem Gipfel sangen sie
Hymnen an die allerseligste Jungfrau: Salve Regina Coeli! Und da sah Schwester Susanna von der
mystischen Rose am blauen Himmel über dem Karmel, verschleiert von weißen Wolken, die
allerseligste Jungfrau. Ihre bloßen Füße standen auf den Wipfeln des Waldes vom Berge Karmel.
Ihre schlanke Gestalt war umflossen von einem feinen weißen Seidengewand, das schien wie
transparent zu sein. Umhüllt war die himmlische Madonna von einem himmelblauen Umhang, den
sie weit über das Heilige Land ausbreitete. Auf ihrem Haupt saß ein weißer bräutlicher Schleier,
denn sie ist die Frau, die Gefährtin Jesu. Aus ihrem weißen Schleier quollen goldene Locken. Ihr
Antlitz war anmutig, weiß und schlank, ihre kusslichen Lippen waren lächelnd, charmant, und ihre
Augen strahlten vor Liebe und Freundlichkeit. Und sie begann zu sprechen, auf deutsch, aber schön,
und Schwester Susanna von der Mystischen Rose hörte ihre Stimme innerlich: Meine liebe Tochter,
ich bin die Hilfe der Christenheit, und ich sage dir, dass mein Schuh, den meine geliebten Kinder in
Ophoven verehrten, nun zu meinem bevorzugten Favoriten, dem romantischen Dichter gekommen
ist. Er hat mir seinen Diebstahl gebeichtet, schweren Herzens, denn er fürchtete sehr, ich würde ihm
gebieten, den Schuh der Kirche von Ophoven zurückzugeben. Aber ich sah in die Tiefe seines
Herzens, ich sah, dass alle seine Liebe mir allein gilt. Seine Liebe zu mir steht zwar in keinem
Verhältnis zu meiner Liebe zu ihm, aber ich freue mich über seine Liebe zu mir. Ich erlaube ihm,
niederzuknieen vor mir und meinen Fuß zu küssen. Ich segne meinen Schuh und erlaube meinem
Favoriten, in einer privaten Frömmigkeit meinen Schuh in seiner Kammer zu verehren, denn indem
er meinen Schuh verehrt und oftmals küsst, verehrt er meinen bloßen Fuß, den der Allmächtige
dazu ausersehen hat, der Schlange das Haupt zu zertreten. Aber auch du, meine Tochter, sollst
wissen, dass es mein herzlicher Wunsch ist, dass die Kirche von Ophoven wieder eine Reliquie von
mir bekommt, damit sie nicht nachlässt, zu mir zu rufen und Deutschland meinem unbefleckten
Herzen zu weihen, denn das ist das Heilmittel für die deutsche Kirche, dass der Allmächtige
ausersehen hat und heute durch mich, seine Magd, kundtut. So melde deinen Oberen und vor allem
dem lieben Pater Maximilian, meinem vielgeliebten Sohn, dass die Kirche von Ophoven nach Rom
zum Heiligen Vater pilgern soll, um den Stellvertreter Christi auf Erden zu bitten, der Kirche von
Ophoven und der ganzen Kirche Deutschlands einen Partikel von meinem Rock zu schenken. Nun
du meinen Willen gehört hast, der eins ist mit dem Willen meines göttlichen Sohnes Jesus, geh,
meine Tochter Susanna, und tu alles, was ich dir geboten habe. Ich segne dich und alle meine
Kinder! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste!

Als Sankt Susanna von Rom die Geschichte beendet hatte, erhob Hassan der Zweite, König von
Marokko, seine Stimme und sagte: Ihr Christen glaubt ja, in das himmlische Jerusalem zu kommen
und dort Halleluja zu singen. Wir Muslime haben aber einen schöneren Himmel, denn wir kommen
in den Garten Eden und werden da von den Huris verwöhnt. Ich will fünf mal am Tag Allah bitten,
dass er Corinna vom Tiber zu einer paradiesischen Huri im Garten Eden macht. Aber was die Huris
sind, das will ich euch jetzt erzählen. Und so sprach Hassan der Zweite, König von Marokko:

HURIS

Huris oder Al-Hur, gesprochen: Huriya, das Wort bedeutet: die Weißen. Es ist grammatisch
maskulin. Im Koran ist nicht von sexueller Vereinigung der Männer Glaubenshelden mit den Huris
die Rede. Daß sie die Weißen heißen, wird gedeutet als das Weiße in ihren Augen, das heißt, sie
haben schöne große Augen. Einer meinte, es könnte auch das Weiße ihres nackten Körpers
bedeuten. Weiß verweist auf ihre Reinheit. Ihre Körper werden von kristallen transparenter Lichtart
sein. Daß es gerade zweiundsiebzig Huris für jeden Glaubenden seien, steht nicht im Koran,
sondern in den Hadith, den Sprüchen Mohammeds. Dort steht auch, dass die Huris keine
Menstruation haben, keine Menopause und auch keine Kinder bekommen, dass sie immer
jungfräulich bleiben, dass die Männer 30 Jahre alt sein werden und ihre Erektion nie nachlassen
wird. Das alles steht nicht im Koran. Muslime sagen, Männer werden im Paradies mit ihren
Ehefrauen zusammensein, welche tausendmal schöner als die Huris sein werden. Die Huris sind nur
für jene zuständig, die keine Ehefrau hatten. Oder Muslime sagen, das Gleichnis von den Huris sei
nur ein sinnliches Symbol für die spirituelle Wahrheit von der Glückseligkeit des Paradieses. Ein
deutscher Wissenschaftler deutet das Wort Hur als weiße Weintrauben, meint, es sei ein Überrest
eines altchristlichen Eucharistie-Hymnus. Der Koran im übrigen verurteilt die Selbstmörder in die
Hölle. Sufis deuten die Huris auf mystische Weise. Huris, unberührt von Männern und Engeln, auf
Kissen in Zelten, werden mit den Erlösten vermählt. Die Frauen werden mit männlichen Huris
vermählt, sagen die Türken.

König Hassan hatte seinen Vortrag beendet, da sagte Sankt Markus, Bischof von Alexandrien: Wir
Christen und Muslime wollen uns in Ägypten vertragen! Ihr dürft eure Moscheen in Europa bauen
und wir dürfen unsere Kirchen in Ägypten und Arabien bauen. Du sprachest vom Himmel als einem
Garten. Ich hatte einmal eine Vision vom Himmel, mir scheint, es war dieselbe Vision, die Dante
hatte. Wenn du Corinna vom Tiber einen Platz unter den Huris erbitten willst, so erbitte ich ihr
einen Platz im Weinberg Gottes, welcher sich auf der Carina Nebula befindet. Wer oder was Carina
Nebula sei? Hört meine Geschichte! Und Sankt Markus erzählte folgende Science-fiction-
Geschichte:

LUKE SKYWALKERS ODYSSEE IM WELTRAUM 2011

Luke Skywalker war ein Doktor der Informatik. Aber er hieß nicht immer Luke Skywalker, getauft
ist er auf den Namen Markus Eichel und stammt von einem Vater ab, der pietistischer Prediger war,
des Sohnes eines pietistischen Predigers, des Sohnes eines pietistischen Predigers, des Sohnes eines
pietistischen Predigers. Er saß eines Abends bei einer Flasche spanischen Rotweins in seinem
deutschen Häuschen und schaute aus dem Fenster, da sah er den Abendstern. Im gleichen
Augenblick hatte er eine Vision: Goethe stand vor ihm mit dem Zaubermantel des Doktor Faust und
lud Markus Eichel zu einem Himmelfahrt ein. Goethe und Markus Eichel, der sich nun Luke
Skywalker nannte, reisten auf dem fliegenden Teppich von Faustens Zaubermantel zur Venus. Die
Venus ist 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und hat einen Durchmesser von 12
Millionen Kilometern. Sie ist einer der erdähnlichen Planeten, der terrestrischen Planeten. Sie
kommt auf ihrer Umlaufbahn der Erde mit 38 Millionen Kilometer am nächsten. Sie hat die gleiche
Größe wie die Erde, die Mutter Erde mit den breiten Brüsten, wie Hesiod so geschmacklos sagt.
Nach der Luna ist die Venus das hellste Lustobjekt am Himmel. Sie wird auch Abendstern und
Morgenstern genannt. Als Morgenstern ist sie auch der Bibel bekannt. Sie ist auch am Taghimmel
sichtbar mit bloßem Auge oder kleinem Fernrohr. Ihr Symbol ist der Handspiegel der Göttin Venus.
Da sahen Goethe und Luke Skywalker die Liebesgöttin Venus: Nackt kam sie aus dem Badezimmer
und schaute in ihren Handspiegel und kämmte ihre langen rötlichblonden Locken, die keusch die
nackten Brüste und den keuschen Schoß verbargen. Die Göttin Venus lächelte Luke Skywalker an
und sagte: Komm, komm in meine Liebeslaube! Und so traten Goethe und Luke Skywalker in den
Garten der Venus. Sie kamen zuerst ins Land der Aphrodite: Aphrodite Terra, so groß wie das
katholische Lateinamerika. Aphrodite tauchte eben aus dem Schaum des Meeres und trat auf die
Muschel und fuhr ans Land, da sprossen Rosen unter ihren Füßen auf. Aphrodite Terra hat die Form
eines Skorpions, und gefährlich ist Aphrodite wie ein Skorpion. Nun gingen Goethe und Luke
Skywalker in die nördliche Region von Aphrodite Terra, da kamen sie in die Thetis-Region. Thetis,
dieMeeresgöttin, badete eben ihren Sohn Achill und machte ihn unverwundbar. Peleus bewarb sich
schon um die schöne Thetis, und bei der Hochzeit der Thetis mit dem Peleus kam die Zankgöttin
Eris und ließ einen Apfel der Schönheit fallen, um den bewarben sich Venus und Minerva und Juno.
Juno versprach dem Hirten Paris Macht und Herrschaft, wenn er ihr den Apfel gäbe. Minerva
versprach dem Hirten Paris Sieg in jedem Krieg, wenn er ihr den Apfel gäbe. Aber Venus ließ
einfach alle Hüllen fallen - da gab Paris der Venus den Apfel. Die Hochlandregion der Thetis ist ein
Bestandteil des äquatorialen Hochlandgürtels mit einzelnen größeren Inseln, auf denen sich die
Nymphen am Strand betten und in Grotten spielen. Nun gingen Goethe und Luke Skywalker
nordwestlich von Aphrodite Terra in die Ishtar-Terra, die Erde der Ishtar. Da war die Tochter Babel
mit ihrem großen blauen Löwentor, wie in Berlin auf der Museumsinsel. Die Göttin Ishtar ritt auf
einem Löwen und hielt einen goldenen Kelch in der Hand, gefüllt mit dem Blut der Märtyrer. Ishtar
Terra ist einem irdischen Kontinent vergleichbar und so groß wie Australien. Dort befindet sich in
den Bergen der Einschlagskrater Kleopatra. Dort begrüßte Kleopatra den Luke Skywalker. Sie war
ja die Inkarnation der Göttin Isis und Gottkaiserin Ägyptens, die gerne in Kamelstutenmilch badete
und eine unverschämt schöne Nase hatte. Gekleidet war sie in ein Kleid, gewoben aus Spinnweben.
Sie biß sich die Lippen blutig, um ihre Lippen schön dunkelrot zu färben. Sie hielt in der Hand
einen Kelch mit Wein, in dem sie eine Perle geschmolzen hatte, und in der anderen Hand hielt sie
eine giftige Schlange, um sich das Leben aus Liebeskummer zu nehmen. Aber Markus Eichel sagte
zu Kleopatra: Nimm dir nicht das Leben! Heute Nacht werde ich dich trösten! Am nächsten Morgen
gingen Goethe und Luke Skywalker weiter und kamen vom Kern der Ishtar-Terra zu der im Westen
liegenden flachen Hochebene Lakshmi-Planum. Dort war das Milchmeer vom Anbeginn der
Schöpfung. Die indischen Götter standen am Rand des Milchmeers und nahmen die Urweltschlange
und quirlten mit der Urweltschlange das Milchmeer auf, bis aus dem Milchmeer die Göttin des
Glücks aufstieg, die wunderschöne Lakshmi. Jede indische Frau nimmt sich die Lakshmi zum
Vorbild, denn sie war eine anschmiegsame Göttin, ihrem Göttergatten ganz gehorsam! Fein, dachte
sich Markus Eichel, solch ein Weib wünsch ich mir! In der Lakshmi-Planum befanden sich zwei
vulkanische Einsenkungen, da wartete an der einen Colette, eine Dirne aus Paris, und Sacajawea,
eine indianische Squaw! Dann gingen Luke Skywalker und Goethe in den Süden und kamen zu den
Danu-Montes. Da lachte sie Danu an, die Weiße Göttin der Kelten, sie saß auf einem weißen Pferd
und trug einem silbernen Bogen über die Schulter gehängt und einen kristallenen Köcher an der
Hüfte. Weiter nordwestlich in den Freyja-Montes war schon Freyja ganz neugierig auf die
Himmelsbesucher. Sie saß in einem Wagen, von Katzen gezogen, um den Hals den kostbaren
Halsschmuck, in welchem Zauberkraft wohnte. Nach Freyja ist der Freitag heilig, und am heiligen
Freitag versammeln sich alle auf der Venus, um zu Ehren der Freyja nichts als Fisch zu essen, kein
Fleisch, kein Fleisch! Die Gebirge der Göttinnen Danu und Freyja waren ganz wie die Anden. Im
Osten von Ishtar-Terra war ein Hügel-Plateau mit Namen Fortuna-Tessera. Dort saß die Göttin
Fortuna auf ihrem Glücksrad, das mal aufwärts und mal abwärts drehte und ganz nach der Laune
der Göttin Fortuna das Glück auf Erden verteilte. Oh, sagte Luke Skywalker, die Göttinnen auf der
Venus sind wohl genauso launisch wie die Weibchen auf Erden! Und so kamen Goethe und sein
Freund zum südlichen Westrand der Alpha-Region und sahen Eva-Corona. O, die Mutter Eva!
Immer noch stand sie unter dem Feigenbaum und kokettierte mit der Schlange! Nimm dich in Acht,
Luke Skywalker! Hüte dich vor der Feige der nackten Eva! Goethe sagte zu Luke Skywalker:
Rasch, mein Freund, fort von der nackten Eva, fort von der Feige und der Schlange! Und Goethe
breitete wieder Faustens Zaubermantel aus und Goethe und Luke Skywalker schwebten aufwärts in
die Gegend zwischen dem Mars und dem Jupiter. Da befanden sich Zwergplaneten,
vierhunderttausend Zwergplaneten von der Masse des Uranus-Mondes Titania, und Titania, die
Feenkönigin, war wesentlich schlanker als die lehmige Mutter Erde mit den breiten Brüsten. Titania
trug ein Kleid aus Libellenflügeln und durch das transparente Kleid in Regenbogenfarben schillerte
ihr Leib so weiß wie weiße Jade. Zuerst begrüßten Luke Skywalker die Asterioden - denn sie waren
im Asteroiden-Sternengürtel - namens: Ceres, die Luke Skywalker eine Oblate anbot, Pallas, die
Luke Skywalker die gesammelten Schriften von Platon anbot, Vesta, die das Herdfeuer anzündete,
Asträa, die ihm die auf Erden verlorengegangene Gerechtigkeit zeigte, und Hebe, das war ein
junges Mädchen von sechzehn Jahren, schlank und nackt, die bot Luke Skywalker einen Becher
vom Wein der Götter an. Luke Skywalker nahm einen himmlischen Schluck. Ah, das ist ein
Tröpfchen! Und Hebe, das ist ein Mädchen wie ein Himmel! Die Asteroiden sind allesamt mit dem
Sonnensystem aus einem präsolaren Urnebel hervorgegangen. Im Innern des Gürtels war die
Familie der Flora, die Göttin der Blumen und alle ihre Blumenkinder bereiteten einen Garten, schön
wie der Garten Eden, mit Tulpen und Rosen und Orchideen und Lilien und Lotosblumen und Phlox
und antarktischen Sonnenblumen. Eben ging die Morgenröte auf, denn es erschien die Eos-Gruppe.
Eos oder Aurora, die Göttin der Morgenröte, war ein immerjunges Mädchen, nackt und weiß und
rosig blühend, und ihr Gemahl Tithonus war unsterblich, aber ach, nicht von ewiger Jugend. Er
wurde immer älter, immer älter, bis er als Zikade endete. Goethe sagte zu Luke Skywalker: Ich habe
immer geglaubt, die Jungfrau Maria mit ihren vierzehn Jahren hatte den Greis Josef zum keuschen
Bräutigam, und da über seinen Tod im Evangelium nichts berichtet ist, ist der heilige Josef sicher
auch als Zikade geendet. Luke Skywalker lächelte. Aber o Schreck, da kam die Hygiea-Gruppe, ein
Schwarm von himmlischen Putzfrauen! Hygiea, die Göttin der Hygiene, war die himmlische
Schutzpatronin aller Putzfrauen! Sie hielt in der einen Hand einen Putzlappen und in der anderen
Hand Seife. Ja, sagte Goethe, auch der Himmel muß täglich geputzt werden, sonst sieht es hier bald
aus wie bei Hempels hinterm Sopha! Das verstand Luke Skywalker und er war dankbar der Göttin
der Hygiene und ihren himmlischen Putzfrauen für den Fleiß und Schweiß der Götter. Aber, ah, da
war ja der Amor-Typ! Amor, ein kleiner nackter Knabe mit Flügeln an den Schultern, Pfeil und
Bogen über der Schulter, einem Köcher voller Pfeile an der Hüfte, sagte: Auf Erden hab ich viele
Pfeile zu verschießen mit Gift an der Spitze: Pfeile der unerwiderten Liebe! Aber im Himmel
verschieß ich nur Pfeile mit Honig an der Spitze: Pfeile der erwiderten Liebe, des Glücks, der Lust
und der Freuden des Paradieses! Neben dem Amor-Typ stand der Apollo-Typ, sein Antlitz leuchtete
wie die Sonne, er war schön wie der Apoll von Belvedere aus dem Vatikanischen Museum, aber er
hielt in den Händen eine siebensaitige Lyra: Gott aller Dichter, Apoll, ich danke dir, o Phöbus, daß
du mich mein Leben lang inspiriertest, sagte Goethe, und Apollo nickte. Da kamen die Trojaner-
Asteroiden, allen voran der Hektor-Asteroid, und mit ihnen die Zentauren-Asteroiden. Ja, das ist ja
wirklich wie beim Homer im Paradies! Ach, wie soll ich sie alle besingen, die Asteroiden? Da kam
Europa, die mit der christlichen Seele, da kam Juno, die Himmelskönigin mit dem lilienweißen
Armen, da kam Sylvia,
die Göttin der Wälder, da kam Euphrosyne, die graziöse Grazie, da kam Psyche, die Geliebte des
Eros, da kam Kybele, die Magna Mater auf dem Löwenwagen, und schließlich Metis, die Mutter
der Athene, selbst eine Göttin der Weisheit. Leise schlich sich herbei die keusche Ehefrau eines
irdischen Physikers, die Frau Muschi war auch an den Himmel versetzt worden. Astarte, die Göttin
der Liebe von Tyros und Sidon erschien, der Salomo in Israel ein Heiligtum gebaut hatte, und
schließlich: Sapientia! Gottes Weisheit! Goethe und Luke Skywalker fielen anbetend auf ihre
Angesichter, wie in priesterlicher Prostration! Da war eine halbe Stunde lang Stille im Himmel.
Dann erhob sich Goethe und sagte zu Luke Skywalker: Ich kann dich nun nicht weiter begleiten, ich
bin am Ziel alles meines Strebens angekommen. Von nun an wird die göttliche Sapientia dich
führen. Und die göttliche Sapientia, wie ein weiblicher Engel mit glühenden Flügeln in einem
goldenen Thron thronend, sagte zu Luke Skywalker: Kopf hoch, mein Liebling! Schau! Dein Platz
wird jetzt bei Carina Nebula sein! Und da sah Luke Skywalker die Carina Nebula. Achttausend
Lichtjahre von der Erde entfernt lag dieser Sternennebel. Aus solch einer Wolke von kosmischem
Staub und Gas ist einst unser Sonnensystem geboren worden. Die Gassäule der Carina Nebula war
drei Lichtjahre groß. Von ihren Zehen bis zu ihrem Haupt braucht das Licht drei Jahre. Sie war eine
gewaltige Gas-Säule, eine Brutstätte neuer Sterne, mit wirbelnden Gas-Schwaden vor einem
Hintergrund von rotem Purpur und blauem Purpur. Die Carina Nebula glich einer bizarren
Landschaft, wie sie sich Tolkien ausgedacht hätte, oder dem sagenhaften Land Narnia. Und Carina
Nebula erschien vor Luke Skywalker und lud ihn ein in die himmlische Provence des Himmels,
mitten in den Weinberg Gottes! Und dort blieb Luke Skywalker trunken vor Liebe bei Carina
Nebula in der Provence des Paradieses, im Weinberg Gottes! Carina Nebula aber gebar den
Kometen Juri, den Zwergplaneten Simon und die Sonne Milan. Und eben landete ein weiteres
Sternenschiff an und strahlendweiße Jedi-Ritter brachten die Seele der Schoschanna zum seligen
Markus Eichel, der eben jetzt von seinem Traum erwachte und wieder vor seinem Computer saß.

Sankt Markus hatte seine Vision erzählt, da lachte ihn Mara von Moab an, die Mutter des lieben
Machlon, und sagte: Wir kommen alle einst ins Jüngste Gericht! Wie, frag ich mich immer, wie
krieg ich einen gnädigen Gott? Der Vater muß wohl auf die fünf heiligen Wunden Jesu schauen,
dass wir die Gerechtigkeit Christi erlangen. Aber den Herrn Jesus muß man doch auch an seine
Menschwerdung erinnern, dass er uns nicht als Engel richtet, sondern als Lehm vom Lehm der
Mutter Erde, darum bitten wir die Gottesmutter, ihre schönen Brüste zu entblößen und zum Herrn
Jesus zu sagen: Schau, mein Sohn, schau diese gebenedeiten Brüste, an denen du Milch getrunken
hast! Erinnere dich an deine Menschwerdung und schenke all meinen Kindern grenzenlose
Barmherzigkeit! Ja, bei den gebenedeiten Brüsten der Gottesmutter, Corinna vom Tiber soll
Barmherzigkeit erlangen auf ihrem Sterbebett! Ich will nun aus eben diesem Grunde die Brüste der
Gottesmutter preisen!

DIE BRÜSTE DER GOTTESMUTTER

1

Die heilige Agatha ist zwar nicht Maria Galaktotrouphousa, aber sie wird bei Brustproblemen
angerufen. Agatha stammte aus einem edlen und wohlhabenden Geschlecht auf Sizilien und war
eine der schönsten Frauen der Christenheit. Bereits als Jugendliche entflammte sie in Liebe zu Jesus
und hängte sich eine Ikone von seinem Heiligen Antlitz in ihrem Zimmer auf und gelobte ihm
ewige Jungfräulichkeit um des Himmelreichs willen. Der Ruf ihrer Mädchen-Schönheit erreichte
den heidnischen Gouverneur von Sizilien, Quintianus, er rief sie zu sich. Da sprach sie: Jesus
Christus, höchster Herr aller Dinge, du siehst mein Herz, du weißt, was ich verlange, sei du allein
der Besitzer von allem, was ich bin und habe. Du bist mein Hirte, o Gott, und ich dein Schaf. Mache
mich würdig, dass ich über den Teufel siege. – Als Quintianus das schöne Mädchen sah, entbrannte
er in böser Lust, denn sie war ein überaus schönes Mädchen. Doch Agatha verwies auf ihr Gelübde
der ewigen Jungfräulichkeit und lehnte das Begehren des Heiden ab. Das erzürnte Quintianus so
sehr, dass er sie in ein Bordell schleppen ließ. Die Äbtissin des Freudenhauses hieß Aphrodisia und
hatte neun Freudenmädchen im Haus. Im ganzen Land waren diese Töchter der Aphrodisia wegen
ihrer Liebeskünste bekannt. Doch wenn ein Freier Agatha begehrte, sprach sie: Mein Mut ist auf
einen starken Fels begründet und in Christus gefestigt. Eure Worte sind nur wie ein Wind, eure
Versprechungen sind nur wie ein Regen, euer Drohen wie ein verfließendes Wasser. Und wie viel
ich angefochten werde, so werde ich doch nicht fallen, denn das Fundament meines Lebenshauses
steht fest. Solche Reden hörten die Freier nicht gerne und so schickte Aphrodisia nach einem Monat
die heilige Agatha wieder zurück zu Quintianus. Er sprach: Welchen Standes bist du? Sie sprach:
Ich bin eine Edle und Freie. Er sprach: Warum, wenn du eine Edle und Freie bist, schämst du dich
nicht, dich wie eine Sklavin zu kleiden? Sie sprach: Weil ich eine Magd des Herrn bin. Er sprach:
Wenn du freigeboren bist, warum nennst du dich dann eine Magd? Sie sprach: Christus zu dienen,
ist die wahre Freiheit. Er sprach: Wir sind also nicht frei, die wir den Gekreuzigten verhöhnen und
die heidnischen Götter ehren? Sie sprach: Wie kannst du frei sein, wenn du leblose Götzenbilder
verehrst und deine Seele an die Hölle verkaufst? Da ließ Quintianus die heilige Agatha ohrfeigen
und in den Kerker werfen. Freudigen Antlitzes betrat sie den Kerker und bat Gott um Kraft für ihren
Kampf. Am Morgen stand sie wieder vor Quintianus. Er sagte: Was hast du zu deinem Heil
beschlossen? Sie sagte: Mein Heil ist Christus. Er sagte: Wie lange willst du auf dieser Torheit
beharren? Bedenke, wie jung du bist! Verleugne den Gekreuzigten und ehre die Götter! Sie sagte:
Es ist besser für dich, deine Götter zu verleugnen, die nichts als Holz und Stein sind, und den
wahren und lebendigen Gott anzubeten, deinen Schöpfer, dem du dein Dasein verdankst. Wenn du
Gott verachtest, ist das ewige Feuer dein Teil. Da schickte er sie wieder in den Kerker, denn sie
machte ihn mit ihren Reden vor dem Volk zu Spott. Aber sie ging fröhlich in den Kerker, als sei sie
zu einem Mahl geladen. Aber Qunitianus ließ sie foltern und ihr die schönen Brüste abschneiden!
Oh schamloseste Unmenschlichkeit! Nach dieser Schandtat des Quintianus tauchte der heilige
Petrus im Kerker auf und wollte die Wunden der Brüste der heiligen Agatha heilen und salben, doch
sie wies es zurück. Am nächsten Tag aber sind durch ein Wunder Gottes die schönen Brüste der
schönen Jungfrau wieder heil und gesund. Sie ward wieder zu Quintianus geführt und sang dieses
Hohelied: Ich habe in dieser Pein so große Wollust und Wonne wie einer, der eine Freudenbotschaft
hört oder wie einer, der einen Freund wiedersieht, den er lange nicht gesehen hat, oder wie einer,
der einen großen Schatz gefunden hat. Der Weizen kann nicht in die Scheuer kommen, wenn er
nicht vorher kräftig gedroschen worden ist und zu Spreu geworden. Also kann meine Seele nicht ins
Paradies eingehen mit der Märtyrerpalme, wenn mein Leib nicht von den Henkern zugrunde
gerichtet worden ist. Du gottloser Wüterich schämst dich nicht, an einem Weibe das abschneiden zu
lassen, was du selber an deiner Mutter gesogen hast? Aber wisse, dass ich noch heile und gesunde
Brüste habe in meiner Seele, daran ich alle meine Sinne tränke, die ich von Jugend auf Gott geweiht
habe. Quintianus ließ Agatha dann sich in glühenden Kohlen und scharfen Scherben wälzen. Jesus
holte die Jungfrau zu sich. Quintianus aber ward bald von einem Pfeil getroffen und starb. Agatha
aber wurde wegen ihrer schönen Brüste zur Schutzpatronin der Glockengießer. Zu Ehren der
heiligen Agatha backen die Frauen in Catania die „minni di virgini“, die Jungfrauenbrüstchen, eine
Leckerei in Form einer großen Praline mit einem Knubbelchen obendrauf. Auch das Agatha-Brot
wird in Form einer Brust gebacken, das sollen die Glockengießer essen, bevor sie Glocken gießen,
und die entbindenden Mütter, damit ihr Milchfluss gesichert wird.

2

Klara kam aus adligem Haus, führte ein wohlbehütetes Leben als höhere Tochter. Eines Tages ging
sie in den Dom von Assisi. Dort predigte gewaltig Franziskus, er predigte über Frau Armut, Frau
Armut und nochmals Frau Armut! Sie war hingerissen von dem bärtigen Gottesmann und verliebte
sich noch in der Kirche in den armen Jesus. Am Ende der heiligen Messe nabelte sie sich von dem
reichen Leben ab und folgte Franziskus in seine Zelle in San Damiano. Franziskus schnitt der
heiligen Klara das lange schöne Haar ab, entkleidete sie ihrer reichen Kleider und hüllte sie in
Bettlerlumpen. Frau Klara erzählte, dass es ihr in einem Traum erschien, dass sie ein Gefäß mit
Wasser und ein Tuch zum Abtrocknen brachte dem heiligen Franziskus, sie stieg eine steile Treppe
hinan, aber sie schritt so leicht wie auf ebener Erde. Beim heiligen Franziskus angekommen, nahm
Franziskus eine seiner Brustwarzen zwischen die Finger und sagte zur Freundin Klara: Komm und
sauge! Und als sie gesaugt hatte, flüsterte ihr der Heilige zu, dass sie noch einmal saugen dürfe aus
seiner anderen Brustwarze. Was sie aus dieser Brustwarze sog, war so süß und lecker, dass es
unbeschreiblich war. Und nachdem sie gesaugt hatte, blieb die Brustwarze des Heiligen, woraus die
süße Milch geströmt war, zwischen ihren Lippen. Und als sie die Brustwarze, die zwischen ihren
Lippen war, mit den Händen anfasste, schien es ihr, als sei die Brust des Heiligen reines Gold
gewesen und klar wie ein Spiegel, in dem sie sich selber erkannte. Wegen dieser Visionen der
heiligen Klara wurde die Jungfrau von Papst Pius dem Zwölften zur Schutzpatronin der Tele-Vision
erwählt.

3

Augustinus sah in einer Vision rechts von sich stehen Jesus mit offener Seitenwunde, aus der sein
kostbares Blut floss. Zu seiner Linken stand Maria mit entblößtem Busen und drückte mit der
rechten Hand aus einer schönen Brust Milch. Augustinus wusste nicht, wohin er sich wenden sollte:
Zum blutigen Jesus oder zur milchigen Maria, er schien eigentlich beides zu wollen. Hilfesuchend
wendete Augustinus den Blick zum Himmel, um den Allerhöchsten um Weisung zu bitten.

4

Bernhard kniete in einer Vision vor dem Kreuz. Christus war an den Füßen mit einem Nagel
angenagelt, aber er neigte seinen Oberkörper zu Bernhard und umarmte ihn liebevoll zärtlich.
Neben dem Kreuz erschien Maria mit entblößtem Busen, die Hand auf der Brust, drückte sie mit
ihren Fingern Milch aus ihrer Brust. Im Arm hielt sie den nackten Jesusknaben, vielleicht vier Jahre
alt. Jesus, der den Arm um Bernhard legte, schien zu sagen: Ja, wende dich an die Jungfrau Maria
und erbitte von ihr die Milch des Trostes. Die Milch Mariens zu wählen, ist eine gute Wahl. Die
Jungfrau Maria melkt mit der Hand die Milch aus ihrer bloßen Brust und spritzt die Milch in einem
kräftigen Strahl auf Bernhards Stirn, so wird ihm ewige Weisheit und göttliche Erkenntnis
eingegossen. Dann aber ging es Bernhard nicht so sehr um das Disputieren, sondern um Gebet und
Meditation und Kontemplation, es ging ihm nicht in erster Linie um Wissen, sondern um das
Verkosten der göttlichen Liebe. Denn nachdem Maria die Milch der göttlichen Weisheit auf
Bernhards Stirn gespritzt, gießt sie ihre Milch der schönen Liebe in seinen liebedurstigen Mund.
Bernhard empfand Maria sinnlich durch das Sakrament ihrer Milch. Sozusagen drang Maria
feinstofflich in Bernhard ein. Das war ganz nach dem Geschmack des Mystikers Bernhard. Maria
schaute Bernhard dabei in verspielter Stimmung schelmisch lächelnd an, Bernhard war ganz
Mariens Milch genießend. Bernhard ist so ganz Sohn Mariens geworden und Mitsäugling Jesu.
Nachdem Maria ihre Milch, die süß wie Honig ist, ihm eingeflößt, ward Bernhard zum Doctor
melifluus, zum Lehrer der honigsüß-fließenden Beredsamkeit. Von deinen Lippen, o Braut, fließt
Honig! Aus deiner Honigwabe, o Braut, tropft Tau der Liebe!

Mara von Moab, die Mutter des Machlon, hatte eben ihre Rede beendet, da erhob Josef Maria
Mayer, der deutsche Dichter und Denker, seine Stimme: Bei den Brüsten Mariens! Bei der Milch
Mariens! Corinna von Tiber soll im dem himmlischen Totenreich mit allen meinen lieben Toten
versammelt selig sein! Ich bin ganz allein auf Erden, seit Corinna vom Tiber nicht mehr da ist! Ich
habe nur noch meine Toten! Aber das sind auch einmal wirklich treue Freunde, die führen einen als
inspirierende Geister zu Gott! Hört meine Briefe, die ich meinen Toten schrieb, weil ich auf Erden
keinem Briefe schreiben durfte!

BRIEFE AN MEINE TOTEN

1

KARINE AN JOSEF

(Oldenburg, Mai 1994)

Lieber Josef!
Na, wie schaut es aus bei dir? Ja, ich will noch mit dir zu tun haben! Aber du weißt auch, wie es
letztes Mal war, als du mich in der Ulme besucht hast... Es wäre gut, wenn du in Oldenburg bei
deinem Bruder übernachten könntest, wir würden dann einen schönen Tag miteinander erleben. Ich
würde auch einmal zu dir nach Norden kommen, aber ich möchte doch lieber nicht bei dir schlafen.
Ich schreibe übrigens mit deinem Füllfederhalter, den du mir geschenkt hast, danke! Du hast mir gar
nicht geschrieben, wie es dir geht, oder nur so ein klein wenig. Ich habe in der letzten Zeit viel
arbeiten müssen. Ich hatte eine Arbeitsstelle in einer Baguetterie, aber ich wurde entlassen, weil ich
zu langsam war. Aber so schnell bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht hin und her geeilt, wie
da. Aber es ist egal. Ansonsten arbeite ich immer noch an meinen Studienarbeiten und fühle mich
auch wohl dabei, aber die Monster erwarten schnellere Resultate. Hier in meinem Zimmer ist es
sehr schön, ich könnte fast noch abgeschirmter Leben. Heute Nachmittag gehe ich mit Bine
schwimmen und danach bei meiner Mutter essen. Für einen Tag würde ich ja auch gern nach
Norden kommen, aber die Züge fahren ja leider immer schon so früh wieder nach Oldenburg
zurück. Vielleicht komme ich einmal, aber dann musst du jegliche Avancen unterlassen. Mit meiner
Mutter hab ich eine ganz enge Beziehung. Bine war in Urlaub, aber wir sehen uns doch ab und an
und verstehen uns auch gut. Ich schreibe soviel Äußerliches, nicht wahr? Aber das ist meine Welt.
Innerlich fühle ich mich kugelwohl, ich habe mich auch lange ausgeruht. Meine Mitbewohner
meinten, du hättest, als du hier warst, einen sehr verwirrten Eindruck gemacht. Hoffentlich geht es
dir auch gut in deiner Isolation. Schwäne können Menschen doch nicht ganz ersetzen. Ich kann mir
nicht vorstellen, dass einer ganz allein glücklich sein kann. Es liegt an dir, deine Isolation
aufzubrechen.
Alles Gute, mein Lieber, ich wünsche dir auch alles Schöne!
Es wäre schön, wenn wir uns einmal wieder treffen könnten.
Deine
Karine

2

JOSEF AN KARINE

(Juni 2011)

Liebe selige Karine!

Ich erinnere mich an den Mai 1994, den Frühling meines blühenden Wahnsinns. Ich erinnere mich
an dich. Wir hatten uns vier Jahre zuvor im Zeichen der Venus kennen gelernt: Ich trat in dein
Zimmer, da stand eine Büste von den perfekten Marmorbrüsten der Venus. Diese Statue steht heute
in meiner einsiedlerischen Karmelzelle. Als ich dich sah, da begann ich eine sapphische Ode an
Aphrodite zu dichten: Danke, Königin der Liebe, dass du mir deine Priesterin geschickt! Und als
wir zwei Jahre im Konkubinat zusammen lebten, da war an der Tür zu deinem Bettkämmerchen das
Bild der Venus von Florenz. Aber nach dem Tod meiner geliebten Großmutter stand Christus vor
mir und ich warf mich vor ihm nieder und betete ihn an als meinen Gott. Von einem Tag auf den
andern war ich gläubiger Christ geworden. Nun konnte ich nicht mehr im Konkubinat leben und so
trennte ich mich von dir. Ich zog mich in die Einsamkeit zurück, abgeschieden von allen vorherigen
Freunden und Freundinnen, und begann zuerst, die Bibel zu studieren, die Bekenntnisse der heiligen
Augustinus zu lesen, das Leben unsres armen Herrn Jesus Christus nach den Visionen der seligen
Anna Katharina Emmerick, aufgezeichnet von Clemens Maria Brentano, den Messias vom
seraphischen Dichter Klopstock, die Gnadenwahl nach der Lehre des dunklen Jakob Böhme und die
göttliche Komödie von Dante. Die macht mir nun Mut, von der Abgeschiedenen zu schreiben. Dann
zog ich nach Norden in den Schwanenpfad am Schwanenteich und sprach nur noch mit Gott und
dem Trauerschwan. Aber du nahmest wieder Kontakt mit mir auf, denn du hattest mich als
Geliebten verloren, aber du wolltest mich als Freund nicht verlieren. Ich aber war in den Wahnsinn
hineingeraten. Die Ärzte sprachen später von einer paranoiden und schizophrenen Psychose. Ich
lebte in einem Übermaß von phantastischen Halluzinationen. Ich sehnte mich unwiderstehlich nach
dem Tod, das heißt, in meinen unerträglichen Leiden sehnte ich mich nach der Glückseligkeit des
Paradieses. Ich hatte Visionen von der Hölle, dem Pech- und Schwefelgestank der Hölle und von
dämonischen Ratten. Ich ahnte und schmeckte schon voraus die Glückseligkeit des Paradieses, ein
Feuer der Liebe, das der Stille Ozean nicht zu löschen vermag. Aber je mehr ich mich nach dem
Tode sehnte, umso größer wurde auch die Lust am Leben, ach, die Sehnsucht nach der verflossenen
Liebeslust, die wir zusammen genossen hatten. Du wurdest mir verklärt zu einer göttlichen Venus,
Inbegriff der Lust der Liebe und der Schönheit des Lebens, eine Verheißung der Freude des Lebens.
Ich wollte dich also besuchen, denn ich war ganz allein und es schien mir auch, ich sei allen
Menschen unsichtbar, und so wollte ich zu dir, denn eigentlich wollte ich von dir nicht allein die
Lust der Liebe erbetteln, sondern die Freude des Lebens, ja, das Leben selbst. Ich schrieb dir also
einen Brief, aber einen magischen Brief, indem ich einen altägyptischen Liebesbrief in
Hieroglyphen zu dir schickte. So kam ich zu dir, verwildert, geistesverstört, krank vor Einsamkeit
und Trauer, todessehnsüchtig, noch einmal das Leben selbst zu erhaschen.
Dein
Josef
3

KARINE AN JOSEF

(Juni 1999)

Lieber Josef,
nun schreibe ich dir endlich, ich habe oft an dich gedacht, aber ich hatte soviel zu tun, dass ich nicht
zum Schreiben kam. Nach deinen Karten zu urteilen, geht es dir in deiner Kur gut. Ich bin gespannt,
was du so alles erzählen wirst. Ich arbeite jetzt seit dem 1. Juni und habe viel Arbeit. Meine Arbeit
ist aber interessant und es geht mir gut dabei. Meine Wohnung ist schön, aber es ist hier ein
bisschen zu laut und ich möchte schon wieder umziehen. Mit Claudia will ich eine Musikgruppe
gründen, nur Frauen, ich werde trommeln. Ich freu mich schon darauf, aber ich habe manchmal
einfach zu wenig Zeit. Ich würde gern ein bisschen mehr vor mich in träumen. Das kann ich ja dann
nach meiner Arbeit tun. Am meisten fällt mir zu meiner Arbeit ein, die lässt mich manchmal auch
zu Hause in Gedanken nicht los. Im Moment haben wir ein Projekt für Schulen in Afrika. Ich habe
die Kinder und die Lehrerinnen interviewt. Das war gut. Die Arbeit ist sehr interessant, aber lustig
ist sie nicht gerade. Für mich ist es gut, das alles einmal kennen zu lernen. Ich hoffe, die Therapie
bringt dir auch Heilung. Arbeitest du dort an deiner Tier-Phobie? Wer ist eigentlich Mirjam?
Bestimmt eine liebe Frau... Demnächst machen wir eine Vortragsreihe zum Thema: Altsein im
fremden Land. Da berichten alte Emigranten über das Altsein in ihrer Heimat und in Deutschland.
Ich muß die Menschen interviewen und dann eine Radiosendung daraus machen. Hassan, er kommt
aus dem Iran, er macht die Technik im Radio. Vorletzten Samstag hatten Sabine und Robert
Richtfest vor ihrem Haus. Das war schrecklich schön – mit ganz vielen Kindern! Bei Evi bin ich
selten, es geht ihr so nicht gut und nicht schlecht.
Ich gebe dir einen dicken Kuß!
Ich gehe schlafen, ich bin schon wieder müde.
Ich hoffe, du erfährst in der Therapie viel über dich, hast aber auch viel Freude!
Bis bald!
Karine.

4

JOSEF AN KARINE

(August 2011)

Liebe selige Karine!

In meiner Psychotherapie haben die Seelsorger mir gesagt, ich hätte das junge Mädchen Marion
meiner Jugend zu einem Idol und Götzen gemacht. Ich sagte, in der Kirche meines Herzens gebe es
einen Hauptaltar für Gott und eine Seitennische für Marion. Da haben die Seelsorger gesagt, ich
solle Marion aus meiner Kirche verjagen und einen Abschiedsbrief an sie schreiben, ohne ihn ihr zu
geben, nur, um mich freizusprechen. Sei gegrüßt, Marion, zum letzten Mal gegrüßt! Raus aus
meiner Kirche, du Idol! Ich setze nicht den Menschen als ein Idol auf den Thron Gottes! Ich bete
den Menschen nicht an! Ich bete keinen Kaiser als Gott an und bete keine Frau als Gott an! In
meiner Kirche wird keiner Sünderin gedient! Du sagtest, als ich durch Deutschland gefahren, um
noch einmal deine Augen zu sehen: Was willst du von mir? Ich habe dir doch gesagt, dass ich keine
Lust auf dich habe! Geh mit Gott, Marion, aber geh! Reise zum Mond, aber plage mich nicht mehr
bis aufs Blut! Nein, ich mache nicht einen Menschen zum Sinn meines Lebens! Die Liebe Gottes ist
der Sinn meines Lebens! Wenn du mich nicht lieben willst, nun, das steht dir frei, das ändert nichts
an der Liebe Gottes zu mir! Ich mich umbringen wegen dir? Zwanzig Jahre später bist du ein
zänkisches Weib, ein griesgrämiges, hässliches, altes Weib! Ich, ein Dichter Gottes, ein Genie von
Gottes Gnaden – in aller Demut gesagt – soll mein Amt nicht erfüllen, meine Berufung nicht
vollenden, weil irgendein Mädchen keine Lust auf mich hat? Hab du deine Lust an wem du willst!
Dein unwürdiger Menschenaffe möge dich beglücken! Aber quäle nicht den Liebling Gottes! Du
bist nämlich nicht die Madonna! Nein, Marion bist du, aber nicht Maria! Jetzt sind meine Ohren
frei, seit Jesus Heffata über mich gesprochen, jetzt höre ich, du bist Marion, und Maria allein ist
Maria, Maria allein ist immerwährende Jungfrau, Maria allein die reine Lichtgestalt, Maria allein
die Himmelskönigin, Maria allein ist es wert, in der Nische meiner Herzenskirche verehrt zu
werden, denn sie ist ganz rein! Du aber bist böse! Du hast mich nie geliebt! Du hast mir fast mein
Leben geraubt! Fort aus meinem Leben! Fort aus meiner Seele! Fort aus meinem Herzen! Fahr zum
Mond oder geh nach Timbuktu! Fahr nach Buxtehude oder dahin, wo der Pfeffer wächst! – Karine,
du hast einmal eine Fotografie von Marion gesehen und hast gesagt: Aber ich bin doch schöner als
sie! Ja, Karine, du warst gut zu mir, du hast mir dein Herz geschenkt! Ich weine schon ein Jahr lang,
weil du tot bist, aber du bist jetzt bei Maria und wartest auf mich. Ich will Maria allein lieben, sie
allein ist wirklich liebenswert, sie liebt mich, sie hat Sehnsucht nach mir, sie liebt mich mit einer
grenzenlosen und brennenden Liebe! Morgen ist Maria Himmelfahrt! Karine, du bist gen Himmel
gefahren, wo Maria dich empfangen hat, dich an die Hand genommen hat, sie, die Schönste Frau
des Himmels, und dich zu Jesus geführt hat! Und Maria führe auch mich durch dieses Tal der
Tränen zu den unendlichen Freuden des Himmels, wo ich dich wiedersehen werde, Karine! Diese
Hoffnung stärke mich in meiner Traurigkeit. Sei gegrüßt und gesegnet, Karine, ich bete jeden Tag in
der Heiligen Messe für deine Seele, und du, Karine, bete auch für meine Seele und steh mir als
Engel bei! Adieu, Karine!
Josef

5

INKA AN JOSEF

(16.6.1999)

Lieber Josef,
wie geht es Dir in Deiner Kur? Ich hoffe, es ist für Dich eine spürbare Änderung zum Guten
eingetreten und Du kannst Gottes Gegenwart in deinem Leben hautnah spüren. Ich schicke Dir ein
Buch über Gottes Weisheit in den chinesischen Schriftzeichen, ich dachte, Du könntest Freude
daran haben. Herzliche Grüße auch vom christlichen Mittagstisch!
Alles Liebe –
Inka

6

JOSEF AN INKA

(28.8.2011, Goethes Geburtstag)

Liebe selige Inka!
Dir darf ich schreiben, Inka, denn du bist nun tot, du verstehst mich nun, und du lebst nun im Reich
der Liebe, da Liebe alles in allen ist. Dir darf ich sagen, dass du in Frankfurt im Schnee mir wie
eine zarte Pusteblume erschienen warst, zart wie die rosige Morgenröte über einem
weißverschneiten Feld. Dein Antlitz war so fein, so rein, so edel, ich habe noch die Fotografie, wie
gütig du schaust und wie liebevoll du lächelst. Ich sah dich einmal im Winter in einem Café, da
machtest du mit der Händen nach, wie deine Katze mit den Schneeflocken spielte. Du erzähltest
von deinem Pferd und ich bot dir meinen Mantel an, wenn du durch den Schnee nach Hause
musstest. Wir waren auf einem Kongreß über die Apokalypse des Johannes. Ich saß mit meinem
Freund, dem Doktor, bei einem Glase roten Weins. Die Ärztin wollte mir das Weintrinken ganz
verbieten, aber mein Freund, der Doktor sagte: Laß dir doch den Wein nicht nehmen, das ist doch
ein Stück Lebensqualität. Und Karines Vater sagte: Mein sehr verehrter Poet, wenn du dir den Wein
nehmen lässt, dann werden deine Verse schlecht! Wir saßen also bei einem Glas Rotwein und ich
sah, wie sich der rubinrote Wein im Fuß des Kelches spiegelte, wie eine feurige Flamme, die die
Form einer Taube aus Feuer hatte. Das ist die Liebe! Ich sah einmal in Karines Garten auf einer
hohen Tanne eine weiße Taube sitzen, die angestrahlt war von der Morgenröte, sie sah aus wie eine
Taube aus Glut. Das ist die Liebe. Und da ich dich liebte, Inka, schrieb ich dir Liebesgedichte, und
sogar ein Liebesgedicht auf chinesisch, und du sagtest: Ich nehme einfach deine Liebesgedichte als
Liebesgedichte Jesu, meines Bräutigams, an mich! Das hast du richtig gemacht, Inka. Und was
lernten wir über die Apokalypse? Ich weiß nur noch, dass der Bibellehrer von der siebenten Königin
sprach. Ich weiß nicht, wer diese siebente Königin ist, aber es soll fortan der Name sein, den ich dir
gebe, Inka, du siebente Königin der Apokalypse!
In ewiger Liebe,
dein Josef

7

INKA AN JOSEF

(31.1.2000)

Lieber Josef!
Wie schön, dass du geschrieben hast! Ich habe mich gefreut, von dir zu hören! Ich hoffe, es geht dir
schon etwas besser. Ja, das kann ich nachfühlen, dass du dich schlecht fühlst, wenn du in deine alte
Gewohnheit zurückfällst. Und auch die Selbstverurteilung macht einem dann zu schaffen. Aber
Jesus klagt uns nicht an! Er vergibt, wenn du ihn um Vergebung bittest, und er hilft, wenn du ihn um
Hilfe bittest. Er liebt dich auch weiterhin und wird dir heraushelfen. Vielleicht hilft dir die
Erfahrung deiner Schwäche, dass man sich nicht seiner eigenen Kraft rühmt, sondern Gottes Kraft.
Und manchmal sehen die Brüder gar nicht, wie sehr man leidet, und dass man ihre klugen Sprüche
nicht braucht, um so richtig niedergeschlagen zu sein! Aber nun: Kopf hoch! Der Herr wird dir alles
tausendfach erstatten! Gott liebt dich sehr! So viele Wunder habe ich erlebt, das würde einen ganzen
Abend füllen, dir das zu erzählen. Gott fordert immer wieder mein Vertrauen heraus. Er fordert auch
dein Vertrauen immer wieder heraus, dass er dich und mich liebt, so wie wir sind. Er ist es, der das
Vollbringen in uns wirkt. Er wird das Vollbringen auch in dir wirken. In diesem Sinne sei herzlich
gegrüßt von deiner –
Inka

8

JOSEF AN INKA

(September 2011)

Liebe selige Inka!
Heute habe ich einem kleinen Knaben ein Märchen erzählt, das schreib ich für dich auf: Mein
Urgroßvater war ein Seebär, und er erzählte immer reichlich Seemannsgarn, ich kleiner törichter
Knabe glaubte ihm aber alles. Er war einmal mit seinem Segelschiff zu der Insel Melodia
gekommen, da wurde er herzlich willkommen geheißen von den allerschönsten Mädchen. Die
Königin dieser Insel war die Jungfrau Libussa. Man meinte auf der Insel, dass die Buchstaben, die
von Kindern so schwer zu lernen sind, alle Weisheit vernichten. Darum bewahrte man die Weisheit
in Gesängen auf. Die Königin Libussa war die Meistersängerin und die Mutter der Weisheit. Ihre
wunderschönen Gesänge, die noch das Flöten der Nachtigall übertraf, bewahrte man in leeren
Weinflaschen auf. Nun fand ich eines Tages an dem Strand der Insel Baltrum eine leere
Weinflasche, verkorkt, da war eine Botschaft drinnen gefangen. Ich entkorkte die Weinflasche und
hervor kam eine traurige Melodie voller Seufzer: Bitte, Josef, rette uns! Unsre Insel Melodia ist in
großer Not! Eile herbei, du schöner junger Ritter, zu unserer Rettung! Da machte ich ein Schiff klar
und segelte über die sieben Weltmeere zu der Insel Melodia. Ich wurde aber gar nicht herzlich
willkommen geheißen von den wunderschönen Mädchen! Alle hatten sich Stöpsel in die Ohren
gesteckt! Denn auf der Insel herrschte nicht mehr die wunderschön singende Königin Libussa,
sondern der Böse Onkel, der die Insel erfüllte mit seinen teuflischen Brüllen. Ich kam in ein Schloß,
das leer zu sein schien, aber da sah ich das kleine Mädchen Valea, die Nichte der Königin Libussa,
sie war etwa vier Jahre alt, und sagte mir unter Tränen, dass ich meinem Urgroßvater, dem
Seebären, sehr ähnlich sähe. Sie hätte die Flaschenpost geschickt, denn ihre Tante, die schöne
Königin Libussa, sei von dem Bösen Onkel mit seinem teuflischen Brüllen verzaubert worden, so
dass sie die Stimme verloren habe. Außerdem käme morgen der Drache von der Nachbarinsel, um
alle Jungfrauen zu verschlingen! Einmal im Jahr wachte er auf und käme auf die Insel Melodia,
aber der wunderschöne Gesang der Königin Libussa habe ihm immer ganz zahm und sanft gemacht,
so dass er sich mit Bananenkeksen zufrieden gab. Aber nun sei ja die Königin Libussa stumm, und
der Böse Onkel mit seinem teuflischen Brüllen würde den Drachen sicher nur noch mehr aufreizen,
die niedlichen Jungfrauen zu verschlingen. Ich versprach, die Insel zu retten und alle niedlichen
Mädchen zu beschützen vor dem Drachen. Aber ich schlich mich in den Herrscherpalast des Bösen
Onkels und erfuhr, dass er in der Nacht die Insel Melodia heimlich verlassen wollte und die
Mädchen dem Schicksal und dem Drachen überlassen wollte. Ich sah auch schon sein Schiff, auf
dass er alle Weinflaschen der gesungenen Weisheit gebracht hatte. Ich leerte aber alle Gesänge ins
Meer aus, mögen die Delphine weise werden und schöne Gesänge lernen! Nur die Weinflasche mit
dem Weisheitsgesang der Heilung nahm ich mit und öffnete sie vor der stummen Königin Libussa,
zu der mich ihre kleine Nichte Valea geführt hatte. Da begann die schöne Königin Libussa zu
singen, eben als die Morgenröte im Osten erschien. Gerade kam der wilde Drache von der
Nachbarinsel, aber er war so sanft und zahm, dass die kleinen Mädchen ihn mit Bananenkeksen
abspeisen konnten. Der Böse Onkel aber war geflohen, er hatte nur noch eine einzige Weinflasche
an Bord seines Schiffes, darin war gefangen die Torheit seines teuflischen Brüllens, die ihn nun alle
Ewigkeit plagte. Nun war die Insel Melodia gerettet, die Königin Libussa sang wieder. Ich verließ
stolz und glücklich die Insel und versprach, in hundert Jahren wiederzukommen. Die Königin
küsste mich zum Abschied und so – Ende gut, alles gut!
Dein
Josef

9

PAPST JOHANNES PAUL AN JOSEF MARIA MAYER

Sehr geehrter Herr Josef Maria Mayer!
Gerne bestätige ich Ihnen den Empfang Ihrer Namen-Marien-Litanei vom Mai des Jahres 2002, die
Sie dem Heiligen Vater gewidmet haben. Zugleich darf ich Ihnen freundlich mitteilen, dass Seine
Heiligkeit für dieses Zeichen der Verbundenheit mit dem obersten Hirten aufrichtig dankt. Papst
Johannes Paul II. schließt Ihre Anliegen in sein Beten ein und erbittet Ihnen für Ihren weiteren
Lebens- und Glaubensweg Gottes treuen Schutz und die Freude des Heiligen Geistes.
Mit besten Wünschen
Pedro

10

JOSEF MARIA MAYER AN JOHANNES PAUL DEN GROSSEN

Heiliger Vater!
In Indien ist eine tödliche Seuche ausgebrochen, so las ich vor einigen Wochen in der Zeitung. Ich
kümmerte mich nicht weiter um die dreißigtausend Toten, so viele Menschen sterben täglich. Aber
dann las ich, die Seuche habe den ganzen asiatischen Kontinent ergriffen, sei übergesprungen nach
Amerika und von dort nach England gekommen. Die deutsche Regierung erlaubte keinem
Ausländer mehr, nach Deutschland zu kommen. Die Zahl der Toten ging in die Millionen. Da fand
ein Wissenschaftler ein Gegenmittel heraus: Das Blut eines kleinen Kindes, das noch nicht von der
Seuche befallen ist, kann als Gegenmittel gegen die tödliche Seuche verwandt werden. Ich sagte zu
meinem Sohn Milan: Milan, bist du bereit, einige Tropfen Blut zu spenden als Gegenmittel gegen
den Tod. Und Milan, ein kleiner Heiliger und ein wahrer Heros, sprach: Ja, Papa! Wir gingen in das
Pius-Hospital und dort erklärte uns der Arzt, er bräuchte alles Blut, jeden einzelnen Blutstropfen
meines Lieblings. Ich war zu Tränen erschüttert. Ich besprach mich mit Milan: Mein Liebling,
wärest du bereit, all dein Blut zu opfern, um die Fluten des Todes aufzuhalten? Milan sagte: Papa,
ich habe Angst, aber wenn es nicht anders geht? Es geht nicht anders, mein Schatz, sagte ich. Dann
gebe ich mein Blut zur Rettung der Menschheit, sagte Milan tapfer. Und so wurde die Seuche
aufgehalten, die Menschheit gerettet, aber mein geliebter Milan war tot. Ich stiftete ein
Gedächtnisfest, an diesem Tag der Woche versammelten sich die Menschen, dachte ich, um an den
heldenhaften Opfertod meines über alles geliebten Milan zu denken. Aber die einen mussten an der
Börse spekulieren, die andern mit ihren Hunden spazieren gehen, andere meinten, so wäre das doch
nicht im Sinne des Erfinders, andere suchten sich flüchtige Liebschaften, und ich war traurig: War
keiner Milan dankbar? Ihr Undankbaren! rief ich, ihr habt euer Leben meinem Milan zu verdanken
und nun ist er euch nicht eine Stunde der Woche wert, um sein Andenken zu ehren? – Heiliger
Vater, es ist die Liebe, die rettet, die Liebe bis zum Tod, die Liebe bis zum letzten Blutstropfen!
Meine Liebe zu Milan hab ich von dir gelernt, o Heiliger Vater, denn so wie ich meinen Milan
liebte, so liebtest du die ganze Menschheit!
Dein dankbarer Sohn –
Josef

Als Josef Maria Mayer seine Briefe vorgelesen hatte, erhob der Kaiser von Gottes Gnaden, der
römische Kaiser Konrad seine Stimme und sagte: Ihr wollt Corinna vom Tiber bei den Huris
unterbringen, auf dem Carina-Sternenhaufen, an den Brüsten der Gottesmutter, im seligen
Totenreich des Himmels, aber ich gebe ihr den höchsten Ort: Im Herzen der Ewigen Weisheit soll
Corinna vom Tiber ihren Thron erhalten! Darum preise ich die Ewige Weisheit, die so voller
Barmherzigkeit und Gnade ist, dass sie in ihren inneren Zyklus der Liebe Corinna vom Tiber
aufnehme! Und Kaiser Konrad pries die Ewige Weisheit:

INDISCHE WEISHEIT

1

Einst, als der Herr auf Erden war, da lebte ein Mönch auf dem schwarzen Felsen. Durch ständiges
Streben nach Heiligkeit erreichte er die himmlische Freiheit. Aber obwohl er sechsmal die
himmlische Freiheit erreichte, ging sie ihm sechsmal verloren. Da dachte der Mönch auf dem
schwarzen Felsen: Wie, wenn ich zum siebenten Mal die himmlische Freiheit erreichte und sie nicht
wieder verlöre, weil ich mir mit dem Messer die Pulsadern aufschneide? Da erkannte der Teufel,
was im Geist des Mönches vom schwarzen Felsen vorging und der Teufel sprach zum Herrn: O
Gott-Held, Ewige Weisheit, göttliche Kraft und schönste Herrlichkeit, ganz in der Liebe lebend,
gegrüßet seiest du! Dein Jünger wünscht sich den Tod, obwohl er von dir das Ewige Leben
empfangen hat. Rede ihm das aus, du Licht der Welt! Denn wie, o Herr, kann einer deiner Jünger
sich selbst ermorden? Im gleichen Augenblick schnitt sich der Mönch auf dem schwarzen Felsen
unter einem Feigenbaum die Pulsadern auf. Da sprach der Herr zum Teufel: Ja, so handeln die
Weisen, es verlangt sie nicht nach dem irdischen Leben. Das Begehren nach Lust der Erde hat der
Mönch an der Wurzel ausgerissen und das Jenseits erreicht, das Reich Todlos. Da ging der Herr mit
seinen Jüngern zum schwarzen Felsen, und sie sahen einen Qualm aufsteigen, einen stinkenden
grauen Qualm, und da sprach der Herr zu seinen Jüngern: Das ist der Teufel, auf der Suche nach der
unsterblichen Seele des Mönches vom schwarzen Felsen. Aber, o meine Jünger, der Mönch vom
schwarzen Felsen, der aus einer guten Familie stammt, hat das Jenseits erreicht. Er war ein Weiser,
immer Weisheit suchend, er war ein Heiliger, immer der Heiligkeit nachjagend, er hat die Heere des
Todes überwunden, er kommt nicht wieder in das irdische Tal der Tränen, der Mönch vom
schwarzen Felsen hat den Fuß des Fegefeuers erreicht.

2

Der Teufel sprach zu einer Nonne vom Heiligen Herzen: Woran hast du keine Lust? Die Nonne vom
Heiligen Herzen sprach zum Teufel: Ich habe keine Lust an dem Tage meiner Geburt! Da fragte der
Teufel: Warum nicht? Nur weil du geboren worden, konntest du dich ergötzen an den Lüsten der
körperlichen Liebe! Wie kommt es, dass du keine Lust hast an dem Tage deiner Geburt? Da gab die
Nonne zur Antwort: Als ich geboren wurde, begann ich zu sterben! Der Tag des Todes ist besser als
der Tag der Geburt! Besser als die Lebenden haben es die Toten! Ja, und besser als die Toten haben
es jene, die nie empfangen worden sind! Der Herr lehrt doch die Erlösung von Leid und Tod, er hat
mich in der Ewigen Weisheit verwurzelt. Jene Wesen, die in dem Ätherleib leben in den kristallenen
Ätherwelten und jene, die noch als bloße Idee im Geiste des Ewigen leben, wenn sie nicht bleiben,
wo sie sind, so müssen sie leiden im Tal der Tränen! Doch jene Geister, die in geistigen
Lichtkörpern leben in den himmlischen Welten und dort bleiben, die sind erlöst vom Jammertal.
Dort lehrt sie der vollkommene Herr den fleckenlosen Zustand der Seligkeit.

3

Der Herr sprach zu seinem Lieblingsjünger: Du lebst das Leben des Herrn nicht mit dem eifrigsten
Streben! Willst du denn verharren in dem Tal der Tränen? Da sprach der Lieblingsjünger zum
Herrn: Mein Herr und mein Meister, als ich von meinem Vaterhause fortging, da schaute ich ein
appetitliches Weib mit wonnigen Brüsten, die sagte mir: Komm in meine Liebeslaube! Herr, an
dieses appetitliche Weib mit den wonnigen Brüsten muß ich immer denken und habe darum wenig
Lust zur Askese der Heiligkeit, ich kann die Ehelosigkeit kaum noch ertragen und möchte sie
fortwerfen und zurückkehren an die wonnigen Brüste dieses appetitlichen Weibes! Da nahm der
Herr seinen Lieblingsjünger liebevoll in die Arme und verschwand mit ihm aus dem Garten und
erschien mit ihm in den dreiunddreißig Himmeln. Dort waren tausend Jungfrauen, taubengleiche
Bräute, alle bereit, dem Herrn zu dienen. Und der Herr sprach zu seinem Lieblingsjünger, wo mehr
Schönheit sei, bei seinem irdischen Weib mit den wonnigen Brüsten oder bei diesen paradiesischen
Bräuten? Da sagte der Lieblingsjünger dem Herrn: O Herr, verglichen mit diesen paradiesischen
Jungfraun mit den Taubenbrüsten ist das irdische Weib eine Affenmutter mit Affentitten, die tausend
paradiesischen Jungfraun sind von einer nahezu göttlichen Schönheit! Daraufhin nahm der Herr den
Lieblingsjünger wieder in die Arme und drückte ihn an sein Herz und verschwand mit ihm aus den
dreiunddreißig Himmeln, und sie waren wieder in dem Garten auf Erden. Die andern Mönche
hörten, dass der Herr seinem Lieblingsjünger einen Himmel voller paradiesischer Jungfraun mit
Taubenbrüsten verheißen hat, und da verspotteten die keuschen Mönche den Lieblingsjünger des
Herrn: Du wirst sehr von deinen Trieben beherrscht! So verspottet von den anderen Mönchen, blieb
der Lieblingsjünger des Herrn allein, lebte einsam, lebte ehelos, strebte der Heiligkeit nach,
meditierte lange, fastete und betete, denn er wusste: Das Leiden ist bald vorüber, und der Herr wird
mich in einen Himmel voller Schönheit und Liebe führen. So war der Lieblingsjünger zu einem
Eremiten geworden.

4

Der Herr sprach: Meine lieben Jünger, so wie der Löwe der König der Tiere ist, weil er so voller
Kraft ist, so ist die Weisheit die Königin der Tugenden. Welche Gaben schenkt der Geist? Die
Ehrfurcht vor der Göttlichkeit, den vernünftigen Rat, die Vernunft und den Verstand, den Mut, die
Gerechtigkeit, die Besonnenheit, aber die Weisheit ist die Krone und Königin dieser Tugenden. Was
ist denn Weisheit? Sie ist Einsicht, Klugheit, Besonnenheit, Keuschheit, Jungfräulichkeit,
Urteilsvermögen, die Gabe der Unterscheidung der Geister, die Geschicklichkeit des Zimmermanns,
die Kunst des Dichters, sie ist der geistliche Spürsinn, sie ist der überlegene Geist des Menschen,
sie ist fein und rein und alldurchdringend. Die Weisheit ist göttliche Kraft, ist das Schwert des
Wortes, ist ein Weinberg, ist das Licht der Welt, ist der Glanz der Ordnung und die Idee der
Schönheit, ist die Herrlichkeit in Ewigkeit, ist die Wahrheit und der rechte Glauben, das ist die
Weisheit. Was ist der Edelstein der Weisheit? Es ist die Gabe der Unterscheidung der Geister, auch
genannt der geistliche Spürsinn, die heilige Nase, die unterscheiden kann den Duft des Ewigen
Lebens und den Gestank des Zweiten Todes, der unterscheiden kann das Gute vom Bösen und es
nicht vermischt, der unterscheiden kann die eine reine und absolute Wahrheit von den vielfältigen
Formen der Lüge und des Irrtums, der unterscheiden kann geistiges Licht und spirituelle Finsternis,
der die Ursache aller Leiden erkennt und den Sinn der Leiden und die ewige Erlösung von den
Leiden und der unterscheiden kann die breiten Straßen in die Unterwelt und den schmalen Pfad und
die enge Pforte zum Heil. Bald wird erlöst sein, wer in sich die Weisheit empfängt, bald erreicht er
das todlose Leben und das reine Sein.

5

Der Jünger fragte den Meister: Mein Herr und Meister, was ist das Wesen der Ewigen Weisheit?
Und der Herr sprach zum Schüler: Die Ewige Weisheit ist mit menschlichen Worten nicht
aussprechbar. Da sagte der Jünger: Ist es mit der Ewigen Weisheit so wie mit der Ewigen Liebe, der
Göttlichen Kraft, der Universellen Barmherzigkeit? So wie man jene findet, so findet man auch die
Ewige Weisheit? Der Herr sprach: Eben durch die eine Gottnatur, in welcher die Ewige Liebe, die
Göttliche Kraft und die Universelle Barmherzigkeit existieren, eben durch dieselbe eine und einzige
Natur existiert auch die Ewige Weisheit. Der Jünger sprach: Wie kann ich zur Ewigen Weisheit
gelangen? Der Herr lächelte und sprach: Sind nicht die Menschen befangen in ihrem Ich-Denken, in
ihrer Selbstverliebtheit und in ihrer Verkrümmung in sich selbst? Sind sie nicht blind vor lauter
Habenwollen und Selbstanbetung? Wie sollen solche blinden Menschen die Ewige Weisheit
erkennen? Man muß leer sein, das ist die Lehre von der Leere, man muß leer sein, um als ein Gefäß
die Fülle der Weisheit empfangen zu können. Der Jünger sprach: Kann ich also, wenn ich leer bin,
die Ewige Weisheit besitzen? Der Meister lächelte und sprach: In Demut erkenne, daß nicht du die
Weisheit besitzt, sondern dass die Weisheit dich besitzt!
6

Ehre sei der Ewigen Weisheit! Der Heilige der Barmherzigkeit bewegte sich auf der Bahn der
Ewigen Weisheit, die zum Himmel führt. Er schaute auf die Welt herab und sah die Formen der
Dinge und dann sah er ins Nichts, und im Nichts war kein Körper, waren keine Brüste, waren keine
Münder und keine Nasen, war kein Geruch von Rauch und kein Geschmack von Fischen, gab es
keine mandelförmigen Augen und keine Pfirsichwangen, im Nichts gab es kein Werden und
Vergehen, im Nichts gab es kein Leben und keinen Tod, im Nichts gab es keine Torheit und keine
Weisheit. Diesem Heiligen der Barmherzigkeit ist alles Wirkliche nur ein Nichts, er schwebt über
allem in der vollkommenen Weisheit und so ist er frei von Bindungen an die Dinge und kann mit
aller Seelenruhe in den Himmel eingehen. Alle, die auf Erden als Heilige erschienen sind, haben
sich allein verlassen auf die vollkommene Weisheit, und man sollte wissen, dass es der Spruch des
Meisters ist, der alle erleuchtet: Es ist vollbracht! Ich lege meinen Geist in deine Hände, Vater!

7

Ehre sei dir, Ewige Weisheit! Du bist ein grenzenloser, transzendenter Gedanke! Alle deine Glieder
sind ohne Makel, du Makellose, Frau Weisheit! Die dich erkennen, werden rein von Sünde. Ohne
Flecken, Runzeln und Falten schwebst du von einem Ende des Alls zum andern, schweigend wie
der Raum. Wer dich in Wahrheit schaut, der sieht den Herrn. Wie das Mondlicht nicht verschieden
ist vom Mond, so bist du, die reich an allen Gnaden ist, nicht unterschieden von dem Herrn der
ganzen Welt, dem einzigen Lehrer der Menschheit. Die zu dir kommen, Barmherzigkeit, denen du
den wahren Glauben offenbarst hast, Frau Weisheit voll der Gnade, die werden leicht die
Herrlichkeit des Himmels erreichen. Sind sie reinen Herzen, ungeteilten Herzens, werden sie dich
schauen, dich zu schauen, bringt in ihnen gute Früchte hervor. Allen Menschen guten Willens,
denen das Heil der andern Menschen am Herzen liegt, bist du eine liebende Mutter, eine Frau
Weisheit mit nährenden Brüsten, die grenzenlose Liebe schenkt. Alle Heiligen sind deine
barmherzigen Söhne, so, Gebenedeite, bist du die Mutter aller Lebendigen. Immer bist du umgeben
von allen Vollkommenheiten, wie der Mond umgeben ist von den Sternen, o du Allreine, o du
Heiligste aller Heiligen! Die Lehrer der Menschheit zeigen dich den Menschen als die Einzige. Wie
die Tautropfen verschwinden von der Wärme der Sonne, so verschwindet alles Grübeln, wenn wir
dich erschauen. Wenn du deinen Zorn offenbarst, erschrecken vor dir die Toren, wenn du voller
Güte lächelst, ergötzen sich an dir die Weisen und finden neuen Mut und neue Lebenskraft. Du bist
überall und nirgends, und selbst die Weisen haben keinen Ort gefunden, wo du lebst. Dich zu sehen,
die du nirgends gefunden wirst, an keinen Ort gebunden bist, dich so zu sehen und zu finden, heißt,
der Freiheit Flügel zu geben. O wie süß ist das und voller Wunder! Wer dich schaut, der ist an dich
gebunden, und wer an dich gebunden ist, der ist frei. Wer dich nicht kennt, der ist nicht an dich
gebunden, und wer nicht an dich gebunden ist, der ist nicht frei. Wundervoll bist du, hocherhaben
über alles Seiende, schwer ist es, dich zu erkennen, denn du bist tief verborgen und sehr
geheimnisvoll. Wir sehen nur Schatten, und in dem Reich der Schatten wirst du nicht erblickt, denn
du bist das Licht, du bist die Sonne der Erleuchtung. Alle Heiligen und alle Lehrer verkünden dich
als den einzigen Weg zum Heil, wahrlich, du allein bist der Weg und außer dir gibt es keinen Weg
zum Himmel. Der barmherzige Erlöser spricht von dir nach seiner Art, er spricht so von dir, dass
das Volk ihn verstehen kann. Wer aber kann dein Lob singen? Mit meiner Muttersprache lobpreise
ich dich und schere mich nicht um den Beifall der Welt. Irdischer Ruhm ist eitel. Aber wer dich
preist, Ewige Weisheit, der gelangt in die Glückseligkeit! Möge das Verdienst, das ich mir erwerbe
durch den Lobpreis der Ewigen Weisheit, erreichen, dass sich die ganze Welt der Ewigen Weisheit
zu Füßen legt!

8
HYMNE AN DIE MUTTER

O der wonne-schöne Gipfel
Mit den mannigfachen Erzen,
Mit den Ranken und den Bäumen,
Echo hallt den Sang der Vögel,

Wasserfälle rauschen murmelnd,
Viele wilde Tiere wimmeln
Aller Arten, aller Arten
Wachsen Gattungen von Blumen,

Voll von Saft sind da die Früchte
Und man hört die Bienen summen
Und die Nachtigallen singen
Und die Elefantenherden

Und die Scharen weiser Zaubrer
Und die Jünglinge der Götter
Und die göttlichschönen Nymphen
Und die heiligen Asketen

Und die Heiligen des Himmels
Und die eingeweihten Meister,
Göttinnen und Königinnen,
Mütter, Mütter, junge Nymphen,

Götter in dem Zorn der Götter
Und viel andre ernste Götter
Und den Meister des Erbarmens,
Der sich müht ums Wohl der Menschen,

Um das Wohlsein aller Wesen,
Er sitzt auf dem Lotossitze,
Ein Asket von ernster Würde,
Voller Freundlichkeit und Mitleid,

Die Versammlungen der Götter
Hören seine Glaubenslehre
Und der größte Dichter-Seher
Kam zum Meister des Erbarmens

Und getrieben von Erbarmen
Frug den Meister jener Dichter:
Ach, von Mördern und von Schlangen
Und von Flammen und von Panthern

Sind bedrängt die Menschen, Meister,
In dem Werden und Vergehen,
In den Fesseln dieser Erde
Und der Leidenschaften Ketten.
Sage mir, o großer Weiser,
Was denn kann die Menschen retten
Aus dem Werden und Vergehen?
Der Erlöser sagte leise:

Mütter, Mütter aller Welten,
Die aus meiner Kraft geboren,
Die begabt sind mit Erbarmen,
Zur Errettung sind geschaffen,

Wie die Sonne anzuschauen,
Anzuschauen wie der Vollmond,
So erleuchten jene Mütter
Bäume, Götter und die Menschen.

Sie erschüttern alle Welten
Und erschrecken die Dämonen.
Und die große Göttin-Mutter
Spricht: Habt keine Angst, o Menschen!

Zur Beschützung aller Wesen
Haben mich gezeugt die Götter.
An den dunklen Schreckensorten
Und in Zeiten der Gefahren,

Denkt man nur an meinen Namen,
So beschütz ich alle Wesen.
Durch die Sintflut führ ich alle,
Durch der eignen Ängste Sintflut.

Deshalb singen Dichter-Seher
Lieder von mir auf der Erde,
Nennen mich die Himmelsmami
Und die Schwarze Große Mutter,

Heben ehrfurchtsvoll die Hände,
Voller Achtung und Verehrung.
Also sprach ein Dichter-Seher:
Mutter, sag mir deinen Namen!

Nenne deine hundert Namen,
Von den Göttern einst verkündet,
Von dem heiligen Erlöser
Und den eingeweihten Meistern,

Die vernichten alles Böse,
Glück und Dichterruhm vermehren,
Die uns schützen die Gesundheit,
Nenn uns deine Namen, Mutter!

Und der Meister des Erbarmens
Schaute lächelnd auf den Kosmos,
Hob die Hand und gab ein Zeichen,
Reich an Weisheit, also sprach er:

Höre, der du reich begabt bist,
Dichter-Seher voller Weisheit,
Du, beliebt bei allen Wesen,
Höre du der Mutter Namen.

Menschen, die sie wiederholen,
Allzeit diese Namen murmelnd,
Werden Menschen, reich an Schätzen,
Reich an Tugend, frei von Krankheit.

Frühen Tod vermeiden jene
Unterm Schutz der Großen Mutter.
Wer der Mutter Namen murmelt,
Geht im Sterben ein ins Leben.

Ihre Namen will ich singen.
Die Versammlungen der Götter
Sollen lauschen meiner Hymne.
Friede sei mit euch, ihr Götter!

*

Du bist Licht mit schönen Augen,
Freude du des Sternenlichts,
Alle Wesen Mitleid saugen
Aus dem Glanz des Angesichts,

Du Erlöserin der Wesen,
Tausend Augen voller Charme,
Drin wir süßes Mitleid lesen,
Tausend Arme, Arm in Arm,

Ehre der Gebenedeiten,
Mutter, blick herab auf mich,
Läuternde in Sternenweiten,
Nur gereinigt schau ich dich,

Tochter du der Himmelsgötter,
Herz voll süßer Freundlichkeit,
Mutter aller unsrer Retter,
Makellos, gebenedeit,

Du in deinem grünen Mantel,
Weisheitsvoll hervorgeragt,
Schöngeschminkte Augenmandel,
Dein sind die Triumphe, Magd,

Führerin der Kriegerheere,
Furchtbarschrecklich anzuschaun,
Du Allmächtige der Meere,
Du Gewaltigste der Fraun,

Wild wie Fegefeuers Hitze
An dem Ende unsrer Zeit,
Amme auf dem Lotossitze,
Weltberühmt, gebenedeit,

Göttin Wort, mit großen Augen,
Die die Weisheit wachsen lässt,
Draus wir große Klugheit saugen,
Du der Himmelsschönheit Fest,

Du Verleiherin des Mutes,
Du Verleiherin von Gold,
O du Herrin unsres Blutes,
Form der Formen, schön und hold,

Die das Heil will aller Wesen,
Aus den Nöten Retterin,
Da wir vom Triumphe lesen,
In den Kämpfen Siegerin,

Göttin der vollkommnen Weisheit,
Die du mir das Herz erhebst,
Die in Stille und in Leisheit
Sanft in meinem Herzen lebst,

Freundin von den Trommelschlägen,
Du vollkommne Königin,
Die du spendest Himmelssegen
Und die Lehre meinem Sinn,

Königin, die freundlich redet,
Mit dem Monden-Angesicht,
Wenn ich still zu dir gebetet,
Lächelst du mich an im Licht,

Unbesiegte, glänzend scheinend,
Du im goldenen Gewand,
Diese ganze Welt vereinend,
Mutter du in jedem Land,

Heldenhafte, voller Stärke,
Fähig auch zu wildem Zorn,
Wie verdienen unsre Werke,
Doch auch aller Gnaden Born,

Die den Bösen wird erschlagen,
Du, die voller Seelenruh,
Sieghaft in den Kriegestagen,
Schön von mildem Glanze du,

Die am Gürtel trägt die Blitze,
Unsre Fahnenträgerin,
In der Scheide schmalem Ritze
Trägt das Schwert die Kriegerin,

Auf dem Rade aller Welten,
Mit dem Pfeil und Bogen du,
Die du allen wirst vergelten,
Die du führst dem Himmel zu,

Stürzt die Bösen in die Hölle,
Die du wandelst in der Nacht,
Schützerin, du Lebensquelle,
Ruhevolle Liebesmacht,

Liebende und Vielgeliebte,
Liebliche Gespielin mein,
Von der Sünde du Betrübte,
Wortes Mutter willst du sein,

Du Verborgene, Geheime,
Wohnend an verborgnem Ort,
O du Muse meiner Reime,
Mutter du dem Gotteswort,

Wohlgesinnte, voller Gnade,
Voller Sanftmut, voller Gunst,
Alle kennend, rein wie Jade,
O du Muse meiner Kunst,

Schneller du als der Gedanke,
Mit der Perlenschnur geschmückt,
Ehrt dich Retterin der Kranke,
Der zum Tod schon aufgeblickt,

Morgenstern der Dämmerungen,
Groß an Kraft und reich an Tat,
O du Feuer meiner Zungen,
Siegerin und voll der Gnad,

Führerin der Karawanen,
Mit dem mitleidsvollen Blick,
Rettung weißt du uns zu bahnen,
Führest uns zu Gott zurück,

Du Verteilerin von Gnaden,
Meisterin und Lehrerin,
Von dem Scheitel zu den Waden
Unsre schönste Lieblingin,
Wie ein bunter Regenbogen,
Du vollkommne Zauberin,
Armut, die uns nie betrogen,
Unsrer Armut Retterin,

Du bist ewig und unsterblich,
Du bist reich und voll Verdienst,
Gut veranlagt, unverderblich,
Die du stets voll Schönheit schienst,

Die du kannst den Tod erschrecken,
Fürchterlich und schauerlich,
Führst uns zu den letzten Zwecken,
Willst das Heil für jedes Ich,

Zuflucht, Freundin deinen Freunden,
Meisterin der Sprache, Glück,
Herrin ewiger Gemeinden,
Die uns führt ins Licht zurück,

Du Beständige, voll Dauer,
Mutter jedes guten Plans,
Helferin und Trost der Trauer,
Pflegerin des wilden Wahns,

Tochter Gottes, unsre Göttin,
Mutter des Erlösers du,
Du des Gottesgeistes Gattin,
Mama, meine Seelenruh !

PEGUY’S JEANNE D’ARC UND GENEVIEVE

ERSTER TAG

Da hat sie die Schafe in Nanterre geweidet,
Wir haben eine ganz andere Herde zu weiden,
Die enorme Horde, wo der Wolf und das Lamm sind,
Schon verwirrt ihr gemeinsames Elend.

Und als sie jeden Abend allein war
Auf dem Hof oder an dem Wasser,
Am Fuße der gleichen Weide und der gleichen Birke,
Sie sorgte dafür, wenn heute auf diesem Steine Monster sind.

Und wenn die Nacht kommt, die den Tag beendet,
Sie ist die alte Schäferin,
Wer abgeholt wird aus Paris und allen seine Gegenden,

Bleiern festen Schrittes und einer leichten Hand,
Zum letzten Mal zum letzten Gericht
Die größere Herde in der rechten Hand des Vaters.

ZWEITER TAG

Da hatte sie die Schafe in Nanterre geweidet
Und wir waren glücklich mit ihrer Genauigkeit,
Es begann unter ihrer Führung und ihrer Fürsorge
Die bewegendste Herde, die meisten kamen freiwillig.

Und als sie sahen, vor dem Presbyterium,
An den Abenden und in den Nächten die lange Gewohnheit,
Das sorgt heute für diese Undankbarkeit,
In dieser Herberge die riesige Phalanx.

Und wenn der Abend mit seiner ganzen Fülle kommt,
Sie ist die weise und alte Schäferin,
Wer abgeholt wird aus Paris in ihrer Obhut,

Bleiern festen Schrittes und einer leichten Hand,
In der Rechtsprechung des Gerichtshofs und mit Glück
Die Herde der weiseste Schäferin zur rechten Seite des Vaters.

DRITTER TAG

Sie kannte die geheimsten Tiefen der Weiler,
Reputation über die Seine und die Oise,
Weder der Wolf noch die Forscher machten Lärm,
Sie konnte sie nicht berauben des kleinsten Lammes.

Jeder kannte Limours in Pontoise
Und der alte Schiffer sprach am Wasser,
Beim Sitzen am Fuße der gleichen Weide und Birke:
Niemand war in der Lage, in diesem bescheidenen Dorf zu spielen.

O Heilige, die jeden Abend bringt in den Schoß
Die ganze Herde, fleißige Hirtin,
Wenn die Welt nach Paris für einen Mietvertrag kommt,

Mögest du mit festem Schritt und einer leichten Hand
Im letzten Gericht durch das letzte Tor
Zurück in den Tresor führen, den zweiflügeligen,
Die ganze Herde zur rechten Seite des Vaters.
VIERTER TAG

Als die alte Großmutter auf der Höhe ihrer Zeit
Sich freute, die Ausschreibung ihres Kindes zu sehen,
Das Kind an der Brust und das letzte Saugen,
Begannest du das Leben als eine Erbschaft;

Sie machte einen großen Fortschritt im Charakter,
Die kühnsten Schnitter zum Zeitpunkt der Ernte,
Die kühnsten Sänger zum Zeitpunkt des Liedes.
Wir werden immer in diesem bescheidenen Dorf sehen,

Dass die alte, ewige, heilige Weise
Wusste, was die Ehre ihres Hauses war,
Als sie sie kommen sah, gekleidet wie einen Jungen,

Während der Einnahme ihrer Rüstung rechts am Baum,
Betend gestützt auf den Griff ihres Großschwerts,
Nach neunhundertzwanzig Jahren zu fahren an des Mädchens Bluse;

Und sie lebt bis über den Horizont,
Flexibel auf dem Pferd und mit dem Zaumzeug,
Die größte Schönheit all ihrer Ahnen.

FÜNFTER TAG

Als die alte Großmutter in den Tiefen ihres Alters
Es liebte, zu blicken auf ihre Tochter,
Schwellenländer am anderen Ende der langen Familientradition,
Begannst du das Leben als eine Erbschaft;

Sie machte einen großen Fortschritt im Charakter,
Spinner kombinieren die volle Sichel
Der flinker Zeit, der weisesten Nadel.
Es wird nie in diesem einfachen Dorf gesehen werden,

Dass die alte, ewige, heilige Weise
Die Kante des Berges und die Doppel-Bank geliebt hat.
Wir freuen uns auf alle die Hände

Bei der Gestaltung einer Kerze und eines Degens,
Und den Helm übergab sie der Kleinen,
Dem Mädchen nach der Art der allerheiligsten Jungfrau Maria.

SECHSTER TAG
Da Gott nichts tut ohne Gnade,
Sie brauchte das Reich nur in Trümmern zu sehen,
Und ihr Patenkind die Stadt in Flammen von Fackeln,
Und verwüstetet von den Händen der finsteren Horden;

Und es fraß die Herzen die niedrigste Zwietracht,
Und Tote setzten sich nieder in den Gräbern,
Unschuldige und hunderttausend ausgesetzte Krähen,
Und ihre Zungen hängen am Ende des Stranges,

Denn es blühte das größte Wunder,
Gott der Vater in seiner Einfachheit,
Die Gärten blühten von seiner Gnade und seinem Willen,
Er hat es weiter mit Gewalt und Notwendigkeit gebracht;

Nach neunhundertzwanzig Jahres des Gebets und des Schlafes
Sah sie es kommen, es kommt auf die antike Stadt,
Bewahrend den Kern intakt in der Mitte des Unglücks,
Versteckt unter ihrem Visier die Effizienz;

Nehmend das ganze Reich in ihrer Hartnäckigkeit,
Lebend im Geheimnis mit voller Weisheit,
Sterbend mitten im Martyrium ernsthaft,

Die Tochter Lorraine ist unübertroffen.

SIEBENTER TAG

Da Gott nichts tut als eine einfache Schäferin,
Sie brauchte den zivilen Unfrieden nur zu sehen,
Schüttelnd ihre Lampe über den Dächern der Stadt
Und legend ihre Wut auf den ausländischen Krieg;

Es brachte sie zu dem schrecklichen Fischweib, zu sehen
Tiraden der servilen Bevölkerung und den Torf
Und das Korn im Rathaus,
Durchfluss wieder auf den verhassten Schluckauf.

Für sie wars, um zu sehen eine wunderbare Zukunft und einen Leichtbau
Für die Pfade aus Brombeeren und gebrechlichem Adlerfarn,
Faltend ihre wunderschönen Flaggen als bescheidene Näherin;

Des leitenden Kampfes Hausfrau,
Ziehen die drei Tugenden in jedem Futter mit sich
Für die alten Schiffe der jungen Passagiere.
ACHTER TAG

Da Gott nichts tut aus armem Elend,
Sie brauchte Zeit, um zu sehen ihre wunde Stadt,
Und die Menschen waren unterdrückt und verdorrt die Rasse,
Die Unruhen eitrige Geschwüre als ein Geheimnis;

Es dauerte bis zu ihrem Geburtstag, um zu sehen
Die Leichen punktiert, die die Seine mit sich führte,
Und die Quelle der Gnade offenbar ausgetrocknet,
Und das Kind und die Frau in den Händen des Gerichtsvollziehers,

Um zu sehen ein Pferd im kommenden Krieg,
Führende eines ganzen Volkes im Namen Unseres Vaters,
Nur wegen ihrer Pflege und Gendarmerie;

Engagierte während des Tages, bei einem Arbeitnehmer,
Unter dem alten und dem jungen Banner,
Niederwerfend eine Armee am Fuße des Gebetes;

Das Anzeigen einer Flagge, die aufgepflanzte Stickerei,
Daher auch der Name Jesu kommt in Silber,
Und Waffen desgleichen zum gleichen Schmuck;

Spinnend ihren Standard als Spinnerin,
Die Herstellung eines Leinens als Wäscherin,
Die Macht ließ sie fließen in den großen Kessel;

Die Arme des Kreuzes Jesu werden quadriert,
Diese Aufrüstung ist ihr Wappen,
Dies ist ihre Rüstkammer;

Sie spült ihre wunderschöne Flagge in dem Wasser des Flusses,
Sie wäscht in der Wäscherei als Wäscherin,
Schlagend die Schlacht als Söldnerin;

Die Arme Jesu sind in ihrem Gesicht dünner,
Und die Tränen und das Blut in seinen Bart verletzt,
Und Beleidigung und Empörung im eigenen Land;

Hissend ihre Fahnen als eine Bürgerliche,
Aufstellend sie auf der Vorderseite der Grenze trocken,
Indem sie sie einer Marketenderin zu halten gegeben;

Die Arme Jesu sind die wütende Menge,
Barabbas wird bejubelt und die Anwaltschaft,
Und das Gericht und seine Erben;

Das Färben ihrer wunderschönen Flagge als Färberin,
So dass sie durch einige Farben geht,
Anbetung Gottes als Näherin;

Die Arme Jesu sind diese Barbarei,
Der Dekurio führte die Zehn,
Und der Hauptmann Centurionen.

Die Arme Jesu sind der Mann,
Und die römischen Speerträger stehen in den Gerichtssaal,
Spott aus dem Publikum;

Die Arme Jesu sind dieser Mangel,
Und das Fleisch ausgesetzt bei irgendwelchem schlechten Wetter,
Und Hunde fressen die Packung und sind verwirrt;

Die Arme des Kreuzes Jesu sind von Gott,
Es ist ein Vagabund ohne Herd oder Umgebung, dort zu Hause zu sein,
Und drei Kreuze stehen und sein eigenes in der Mitte;

Die Arme Jesu sind die Plünderung
Seiner armen Herde, ist diese Lotterie,
Ein Bündel von seinen armen Soldaten sich angeeignet;

Die Arme Jesu sind dieses zarte Schilf,
Und Blut aus seiner Seite wie ein Strom,
Und der alten Liktoren Strahl;

Die Arme Jesu sind dieser Witz
Zu Füßen des Kreuzes, dieser Spott
Zu Füßen des Todes und die Plötzlichkeit

Der Henker, der Gesellschaft und der Regierung,
Es ist kalt und es ist das Grab zur Beerdigung da,
Die Arme Jesu sind die Abrüstung;

Die Beleidigung und der Affront sind seine Industrie,
Die Asche und die Steine sind sein Betrieb
Und seine Wohnung und sein Herzogtum und sein Adelsstand;

Die Arme Jesu sind der Strauch, der weiche,
Geflochten auf seine schöne Stirn wie ein gebrechliches Netzwerk,
Siegelnd eine Parodie von seines Reiches Dichtung;

Die feigen Jünger seiner Bruderschaft,
Peter und das Krähen des Hahnes, sein Fürstentum,
Dies ist sein Leutnant und Kapitän;

Das Waschen der Hände und die Prahlerei
Als Siegelbewahrerin und der Witz
Dieser schönen und tapferen Knappen,

Von diesen schönen Jünglingen ist die Bäckerei,
Und das Brot geknetet aus Staub und Schweiß,
Und der Schwamm von Galle und Essig;

Obwohl der Querbalken montiert ist doppelt,
Die ironischen Zeichen eingraviert mit einem Meißel,
Die Halterung für die Füße in einem Winkel;

Ein weiterer Arbeiter hatte das Holz geschnitten,
Ein weiterer Zimmermann hatte das Kreuz geschnitten,
Aber er selbst und niemand sonst hatte dieses Gewicht gebracht;

Das Bild der Jungfrau von Seidentuch,
Und Sankt Margarethes Gewandung in voller Blüte,
Und Sankt Katherine und die Tapisserie,

Wo sehen wir Sankt Michael angezogen,
Der Heilige Geist schwebt in der Gestalt eines Vogels,
Satan und der Erzengel haben kleine Nasen;

Aber er widerstand dem Satan und der Hexerei
Und der Verschleppung und dem Machen ohne Bezahlung,
Gelübde zu absorbieren und die Beauce und Brie;

Die Heiligen trugen auf dem Kopf einen leichten Reifen,
Um zu sehen, dass sie es sind, eine Art Bogen
Öffnet den Himmel, Jesus in seiner Krippe,

Sankt Joseph sieht spielerisch,
Er will seinen Bart von dem alten Proteste ziehen
Und gibt vor, das Kind zu beißen lachend;

Aber wie Satan aussieht und ein Rauchen seiner Nasenlöcher,
Diese Giftschlange, diese Drecksau,
Er gelobte, den Faubourg Saint-Marceau zu infizieren;

Diese Klapperschlange mit dem Finger
Prahlte, er würde es tun (siehe seine Prahlerei),
Wirf du seine Agenten auf die Straße;

Die Arme Jesu werden das Stroh und die stabile Krippe
Und Brot und Wein und das Wasser
Und die meisten bedauern, dass der Polizist da ist;

Die Arme Satans sind Täuschung,
Ein Teufelskreis Gelassenheit, ein bitterer Humor,
Das Wissen der Gelehrten und Zynismus;

Die Arme Jesu sind der ergreifende Dorn,
Es ist die Blume seines Blutes auf dem weißen Weißdorn
Und Blumen von seinen Tränen auf der roten Wildrose;

Die Perlentropfen auf seiner Wange zärtlich,
Und er trinkt die Perle mit seiner Lippe, der verarmten,
Da ist in Ordnung Kristall und Schmuck;

Die Arme Jesu sind die grüne Krone,
Es ist diese Front, die Liebe und Gnade der Umwelt,
Und die ewige Blume ist ein Juwel auf seiner Haut;

Die Perlentropfen auf seinem Gesicht haben abgenommen
Und befeuchten nur seine Zunge, die verkümmerte,
Das ist sein sicherer Schmuck;

Die Arme Jesu sind unser Verlust,
Die Nägel und der Hammer, das nahtlose Gewand,
Der Mann, der Engel und das Biest und die duale Natur;

Die Arme des Teufels sind die Leichtgläubigkeit,
Dies ist die Wissenschaftlichkeit und die Künstlichkeit,
Dies ist das Labor und die Kriecherei;

Die Arme Satans sind unser Verlust,
Alles ist zu haben, er verteilt das nahtlose Gewand,
Dies ist das Tier in dem Engel und die duale Natur;

Die Arme Satans sind Clownerie,
Und sie sind der Moralist und die Krankenstation
Und hohe Eloquenz und süßes Gebäck;

Die Arme Jesu sind der einzige Mensch,
Das ist der Weg zurück nach Rom,
Es ist die Hand, der Streik, die Faust, die ihn mit einem Schlag schlug;

Die Arme Satans sind Parfüm,
Der Autor ist eloquent und verteilt Süßigkeiten,
Der Schriftsteller ist bitter und voller Prüderie,

Wie Mangold ist die Trockenheit der alten Verehrer,
Es ist die Seele wie Marmelade und Birnen-Kompott,
Rote Trauben auf der Motorhaube;

Die Arme Satans sind der Nagel im Kofferraum,
Das Kirchenschiff kennt keinen Schiffer, die unbemannte Flotte,
Das verdorrte Joch, die Störungen, die Handschellen;

Die Arme Satans sind ein Jonglieren,
Sie sind der Wolf auf der Farm und in der Falle,
Der Fuchs im Hühnerstall, totgeschwiegen;

Die Arme Jesu sind Liebe und Trauer,
Die Arme Satans sind Neid und Hass,
Und Krieg liegt in den Händen jeder Dame;

Die Arme Satans sind eine Fälschung,
Ein geheimes Dokument in einem Hotel,
Die Arme Satans sind jede Teufelei;

Die Arme Jesu werden zum Kreuz von Lothringen,
Und das Blut in der Arterie und das Blut in der Vene,
Und die Quelle der Gnade und die klare Quelle.

Die Arme Satans sind das Kreuz von Lothringen,
Und die gleiche Arterie und die gleiche Vene,
Und es ist das gleiche Blut und ein getrübter Brunnen;

Die Arme Jesu sind der Sklave und die Königin
Und jedes Unternehmen mit seinen Kapitän
Und das doppelte Schicksal und menschliche Elend;

Die Arme Satans sind der Sklave und die Königin
Und jedes Unternehmen mit seinen Kapitän
Und das gleiche Schicksal und das gleiche Pech;

Die Arme Jesu sind Tod und Leben,
Dies ist die holprige Straße, die ständig stieg,
Es ist die Seele im Himmel unverschämt glücklich;

Die Arme Satans sind Leben und Tod,
Der Wunsch und die Frau und die Würfel und das Schicksal
Und rechts neben dem Antrieb das Recht des Stärkeren;

Die Arme Jesu sind Tod und Leben,
Dies ist das Schwert Gottes, und es zögert abweichend,
Dies ist die wahre dunkle Straße, ihr ist gut zu folgen;

Die Arme Satan sind Leben und Tod,
Es ist immer noch in der Mitte des Hafens ein Rock,
Dies ist das einzige Unveränderliche in der Mitte der Partie;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Es ist ein glückliches Wrack in der Mitte des Hafens,
Dies ist das beste Omen in der Mitte der Partie;

Die Arme Satan sind Leben und Tod,
Dies ist die Gefahr des Meeres, ist der Mann in der falschen Welt,
Der Dieb auf der Hut, der Tyrann in seinem Schloss;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Gott in seiner Gerechtigkeit und Satan in der Lüge,
Die Schönheit der Reinsten, der Mann nur in seiner Burg;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Das Kind und die Frau und das Geheimnis des Schicksals,
Das Schiff verankert in dem Hafen;

Die Arme Satans sind der Mann, der abweicht,
Sowohl mit gebundenen Händen als auch mit der Seele versklavt,
Es ist unerbittliche Rache verfolgend;

Die Arme Jesu sind die beiden gefalteten Hände,
Und Wirbelsäule und rosa Nägel und Stacheln,
Und auf dem Sterbebett die arme Seele gesalbt;

Dies ist der Wechselchor der Märtyrer und Heiligen,
Dies ist der kombinierte Chor von Schluchzen und Klagen,
Des Tempels Grat, Pilaster, Sockel;

Die Arme Satans sind eine grüne Eiche,
Das Baumharz und die Koloquinten,
Dieser Kürbis ist die düstere und bittere Wermut;

Die Arme Satans sind an den Händen,
Die Arme Jesu sind in den demütigen Herzen,
Die armen Knie sich beugender Bittsteller;

Die Arme Jesu sind die schöne Hyazinthe,
Gestellt auf einen Teppich in einem schönen schwangeren Krug,
Weicher als Wolle und mehr flexibel und der Krug von Ton;

Die Arme Jesu sind die Glocke, die Ringe,
Die sieben Sakramente, Ordnung und Zurückhaltung,
Und loyale Zeichnung und gut gemaltes Bild;

Die Arme des Teufels sind die Glocke, die Ringe,
Das Feuer der Hölle ist der Stress in der Stadt,
Durch das Los ist jede Seele gemalt.

Mit einer falschen Bürste gibt es keine Regelverletzung,
Im Namen aller Religionen und in der Regel beschränkt,
Im Namen aller Lehrer und jeder Stadt, die uns umgibt.

An einer Wand die Blume verblüht und jegliche betrügerische Art,
Kraft regt sich und man löscht die Flammen,
Kraft brannte und uns erreichte ein Unglück.

An der Schwelle des Todes all die trostlose Klage,
In allen Leben die flüchtigen Eindrücke,
Unsere Schritte auf dem Sand und die tödliche Umarmung.

Die beiden Liebenden, unreine Körper, Seelen im Zwang;
Die Arme Satans sind Täuschung und Verstellung,
Angst, Neid und das tropfende Fett

Und der Doppelchor von Husten und Asthma,
Komplizierte Herzenssorgen
Und Herzen als verschlungene Labyrinthe;

Die Arme Jesu sind das ewige Impressum
Seiner Spuren im Sand und Umarmung der Unsterblichen,
Ein Paar aus sehr reinem Körper und der Buße der Seele;

Die Arme Jesu haben den Hunger gestillt,
Dies ist der verherrlichte Leib, es ist nicht das Überleben,
Es ist die ewige Tabelle reichlich aufgeschrieben;

Satan ist die Rache, mit sich selber zufrieden,
Die Arme Satans sind eine Uhr,
Ein Meisterwerk der Kunst, und Schlösser;

Aber der Schlüssel ist Jesus und Jesus ist die Tür,
Und die Pforte des Himmels, die hat er in seiner Hand,
Er ist der Schlosser und befiehlt allen, an der Tür zu bleiben;

Die Arme Jesu sind die große Begleitung,
Rom verlieh ihm Macht, es ist die schwere Kohorte,
Es war eine Ehre und er trägt das Kreuz;

Die Arme Satans sind die gleiche Weise,
Rom als die gleiche Macht und die gleiche Begleitung
Und die gleiche Kohorte und das gleiche Tote Meer;

Die Arme Jesu sind es, dass er uns tröstet
In unserm Unbehagen und er kommt zu uns zurück,
Der erste Himmel, und die er hinein bringt.

Die Vergebung des Vaters bringt er und dass er uns führt,
Das Paradies, und die letzte Tat ist, dass wir zu deportieren sind,
Das Exil der Sünde, für alles, was zählt.

Und das ist unser Heil und das gibt er uns,
Er ist in dem Reich der Gnade, die wir unterstützen,
Wir und unsere Sünde, die riesigen toten Hände.

Er trägt auf seiner Schulter, und er drängt uns
Durch seine sehr stille Art, und er klopft an die Tür
Und dass der Mensch in dem Wind weht wie tote Blätter;

Die Arme Satans sind die gleichen toten Hände,
Die gleiche Verwirrung, ist das Unbehagen, dass wir
In unseren Komfort leben und er ist wieder da.

Die Erbsünde ist er und das sagt uns
Die Verachtung der Vergebung und dass wir gewonnen haben
In der Wissenschaft des Bösen, und wir bringen es zurück,

Das Land des Gefängnisses, und wir transportierten zurück
Ins Schattenreich, wo er sich selbst unterstützt
Mit dem Gewicht einer ganzen Welt und wir fordern

Schöne Komplimente und kratzen an der Tür
Und dieser Mann ist so leicht wie welke Blätter
Und wie es verrottet unter den Füßen der Kellerassel;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Es ist ein solides Fundament in der Mitte des Hafens,
Und es ist die große Kluft in der Mitte der Partie;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Es ist ein glücklicher Brunnen in der Mitte des Hafens,
Dies ist das große Erbe in der Mitte der Partie;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Dies ist die richtige Nachbarschaft in der Mitte des Hafens
Und die Pilgerfahrt in der Mitte der Partie;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Dies ist der Begleiter in der Mitte des Hafens
Und die Ausrüstung in der Mitte der Partie;

Die Arme Satans sind die sieben Sünden
Und mit der Luft wird die Übelkeit untersucht,
Und schade, Federn sind geschickt ausgelöst;

Die Arme Jesu sind die drei Tugenden,
Und der gebeugte Oberkörper und die schmerzenden Nieren,
Und Sträflinge werden geschlagen und zerdroschen;

Die Arme des Teufels sind die Methode,
Das Blut aus dem Atrium und das Blut der Aorta,
Das Blut aus der Herzkammer und der Pfortader;

Die Arme Jesu sind alles Blut aus dem Herzen,
Das Blut der Opfer und das Blut der Sieger,
Das Blut, das edle Blut von Rehen und Jägern;

Die Arme Satans sind die sieben Todsünden,
Zusammengebettet vier zu vier und sie liegen schlaff
In freier Wildbahn, die Kombüse befiedert vom Baldachin;

Die Arme Jesu sind die Rinde des Petrus,
Die immer wechselnde, und er ist immer Schiffer,
Kratze du die Unterseite des Netzes aus dem Fluss;

Die Arme Jesu sind die Rinde des Petrus,
Dies ist der alte Fischer, ein Mann, er lehnt an den Rücken,
Entvölkert sind Meer und See und Fluss;

Die Arme Jesu sind die sieben Sakramente
In Peters Boot und die sieben Gebäude
Von hinten und die sieben Denkmäler,

Welche nicht verloren gingen, sieben Mützen,
Es sind die sieben Schmerzen, die sieben blühenden Blüten
Am Baum der Gnade und in den sieben Himmeln;

Die Arme Jesus sind das Kirchenschiff,
Kein Herrscher so nah wie dieser einzige Führer,
Immer offen und immer ohne Gefahr des Unfugs;

Die Arme Jesu sind diese einzigartige Festung,
Gehalten von einem Mann, mit einem kurzen Schwert bewaffnet,
Immer offen und immer ohne Gefahr der Beschwerde;

Die Arme Jesu sind die ewige Strafe,
Sitzend in der Höhle des Bettes einer menschlichen Rasse,
Und der Tod liegt in den Händen jeder Dame;

Die Arme Jesu sind die große Woche,
Welche beginnt am Heiligen Montag und ist die große Novene,
Welche startet am dritten Januar, und das Boot ist voll;

Die Arme Jesu sind das Kirchenschiff,
Das Boot vertäut, das Schloss in den Händen,
Das Boot vom alten Sankt Joseph strukturiert;

Aber es sind auch die ersten Jakob und Joseph,
Moses auf dem Nil in einem schmalen Korb,
Und das Volk Gottes wieder regiert;

Die Arme Jesu sind das Blut in den Adern,
Und das Blut seines Herzens, die Tränen seiner Strafe,
Und die großen Seufzer der ganzen Menschheit;

Die Arme Satans sind taube Kopfschmerzen
Und dunkle und schwere Migräne
Und der Stolz und das Schlechte und die schlechte Saat;

Die Arme Jesu sind das Doppel-Gebet,
Der eine Fuß vor, der andere Fuß hinter dem anderen,
Wie er am Morgen geht und täglich;

Die Arme Jesu sind das Doppel-Gebet,
Der eine kommt nach vorne, voran dem anderen,
Wie es ihm täglich geht und abends;

Es ist auch das Geheimnis des Nacht-Gebets,
Das unveränderliche Herz im stillen Bedauern,
Und der Tod der Liebe und die Asche in der Urne;

Die Arme Jesu sind der abendliche Angelus
Und das Gebet der Morgenstille,
In der Prozession die brillante Monstranz,

Balancierend an den Fronten als brennende Sonne;
Die Arme Satans sind Klauen und Zähne,
Aufgeworfene Nase hochmütig, er sah unverschämt aus;

Die Arme Jesu sind die Ruhe am Abend,
Dies ist die Prozession zum Altar,
Blätter und Blüten, die schwere Monstranz,

Erhoben über die Vorderen wie die aufgehende Sonne,
Die Arme Jesu sind der Regen und der Wind,
Blasend über das Kirchenschiff und das Herz ist stark;

Es ist die Frucht, die auf der Kommode reift,
Wenn das Kind zu Bett geht und du sagst: Gute Nacht,
Und es schläft während des Betens, die schwere Monstranz,

Erhöht über die Vorderseite wie eine untergehende Sonne,
Dies ist das sanfte Tal, die Hangneigung,
Die Kirche und die schlichte Prosa und der Gesang;

Die Trauben, die unter dem enormen Drücken spritzen,
Dies ist der Teich über dem verschütteten Wehr,
Es ist der Weihrauch im Räuchergefäß, im schweren, geschwungen;

Die Arme Satans sind ein Schild,
Das Verlockende über dem vernichtenden Atem,
Die Kirche und die Ebene ohne Brennnesseln und das Feld;

Die Arme Jesu sind die Schiffe,
Die guten und die schlechten, das schöne Handelsschiff,
Die Kirche auf den Ebenen und der Mann auf dem Feld;

Die Arme Jesu sind die gute Patin,
Und es ist die schöne Taufe und das schöne Weihnachtslied
Und Hafer und Roggen und wird zum guten Samen,

Und das Kreuzkraut und die sieben Todsünden,
Durch Reue und andere Komponenten freigesetzt,
Satans Netzschnüre sind zerschnitten;

Die Arme Satans sind sieben Ausschweifungen,
Und es ist der Kardinal mit den sieben Bischöfen,
Und Versuchungen auf dem gemeinen Markt;

Die Arme Jesu sind siebenhundert Bistümer,
Und der Papst, der Bischof und hundert Erzdiözesen
Und der Sklave und das Kind, auf den Märkten verkauft;

Die Arme Jesu sind sein Kopf nach unten hängend,
Sein Ellbogen, sein Knie, seine Schulter, geschunden,
Sein Magen, seine Nieren, seine Hüfte;

Sein Bart, sein Haar, seine zerrissene Kleidung,
Seine Brust, die Arme, die gebundenen Handgelenke,
Die meisten Gelehrten haben nun Federn ausgehängt;

Es befindet sich im alten Paris das Publikum verkleidet
Am Sonntagmorgen, es löscht den Durst
Am Kelch aus purem Gold, es sah die arme Frau,

Wie über einer arme Frau ist die Liebe und versteckt
In der Seele der Ärmsten und derer, die im Schmerz liegen,
In dem Bett eines jeden Menschen und unter der Gerste;

Die Arme Jesu umarmen die ganze Welle
In einem Fieber und haben den Rachen jeder Seele umrissen
An der Ecke einer jeden Lippe und sie mit Blumen bestreut,

Am Fuße der blutenden Füße, und jede Waffe angeschlagen,
Mit der Kraft zu dienen, und den Stamm zurückgeschnitten
Mit der Kraft der Produktion und der Spreu;

Die Arme Jesu sind Liebe und Trauer,
Und Liebe ist in den Händen von Anhängern des Hasses,
Und der Tod liegt in den Händen jeder Dame;

Die Arme Jesu sind Leben und Tod,
Dies ist der fruchtbare Fluss, ist die ewige Hauptstadt,
Schlamm und Schlick in der Mitte des Hafens;

Die Arme Jesu lassen dieses Kind schlafen,
Es ist die Scham und der Schmerz, und sein Bruder ist heraus,
Und Liebe ist in den Händen der Händler des Todes;

Satans Waffen sind von Sentimentalität,
Dies ist angeblich das Recht, zu humanisieren,
Und es ist die Täuschung und die Habgier;

Die Arme Satans sind das Tier, das losgelassene,
Kostenlose Schande, und gekaute Scham,
Der Herde Fehlverhalten, schlecht gegrabene Erde;

Die Arme Satans sind ein Mitglied, das uns entrissen ist,
Die Knospe abgeschnitten, die abgelöste Filiale,
Fleisch beflügelt das geschlagene Pferd;

Die Arme Jesu sind die hohe Terrasse,
Wo in den Brunnen die Quelle der Gnade fällt,
Und die ernste Seite der Schüssel und das Blut der Rasse;

Die Arme des Teufels sind die geringe Bedrohung,
Die Ecken einer klebrigen Lippe und Spurenelemente,
Dass die Blütenblätter auf die schleimige Schnecke fallen;

Die Arme Satans sind ein scharfer Verstand,
Es ist der Körper in Fetzen, ist das umkämpfte Herz,
Der Henker, schlecht bezahlt, diskutiert den Fall;

Die Arme Jesu sind das umkämpfte Herz,
Dies ist der ganze Körper und auch unter der Haut,
Und die Trauben gebrochen und geschlagen der Weizen;

Die Arme Jesu sind das Korn in der Mühle,
Die Trauben in der Presse und der Vogel in seinem Mund,
Und der Sohn im Vater und das Kind in der Großmutter;

Aber Satan schaut ihn an, der gemeine Wurm,
Eine Jury erstickt unter dem Schatten und der Stecker
Gibt Licht und die Lampe und die Monceau-Ebene;

Die Arme Satans sind eine Not,
Dies ist seine Prahlerei und seine Dreistigkeit,
Und das ist der Philologe und die Technik;

Die Arme Satans sind unsere Knechtschaft,
Dies ist unser Stupor, unsere langjährige Gewohnheit,
Und die Nacht und der Tag eilen vor, und die Lampe und das Studium;

Die Arme Jesu sind Glück,
Und das ist das Gleichnis und die Sanftmut,
Und das ist, wenn er über die Menge weint;

Die Arme Satans sind unser Friede
Und dass der Satz erfüllt ist,
Macht, Wissen und Verfall;

Die Arme Jesu sind der Rand des Schicksals,
Dies ist die Spitze des Schwertes, wo Leben und Tod stechen
Einen Strich durch die Körper, und die Seele in der Mitte des Hafens;

Die Arme Jesu sind unser Anliegen,
Das Axiom, die Regel und unsere Unsicherheit,
Pflicht, Macht und Wandel;

Die Arme Jesu sind unsere Knechtschaft,
Das ist er ganz allein und in seiner ganzen Fülle,
Und unsere Verderbtheit und unsere Müdigkeit;

Die Arme des Teufels sind das Quietschen,
Die Abstimmung, das Mandat und die Frauenbewegung,
Und Rabulistik und Streitlust;

Die Arme Jesu sind seine Sorge
Und unsere Undankbarkeit und Genauigkeit
Und Ähnlichkeit und jede Rechtschaffenheit;

Waffen Satans können sich rühmen, sie sind rein,
Es ist alter Kram, Antiquitäten,
Die hergestellten Dinge, die falschen, der Schmiedekunst;

Die Arme des Teufels sind die verbotene Frucht,
Dies ist der Mord an Abel, das Blutvergießen,
Es hing Judas am Strick, es ist Judas vergessen;

Die Arme Satans sind das Netz, das sich verbreitet,
Es geht um den Verdacht und die Implikation
Und Kontroversen und Missverständnisse;

Die Arme Satans sind der Verkauf Jesu Christi,
Dies sind die dreißig Silberlinge nach Joseph,
An der Unterseite des Panzers und in die Gefangenschaft verkauft;

Die Arme Satans sind das verlorene Rennen,
Dies ist die Spitze geflochtenen Seils, das verdreht ist,
Alles Fleisch gebissen und alles Fleisch angegriffen;

Die Arme Satans sind all der Rückstand
Und der Abschaum und das Gesindel, und es ist das Individuelle
Und der Kommentar und die Berichterstattung;

Satans Waffen, das sind etwaige Schulden,
Unwiderruflich ausgesetzt zu sein der Schande
Und der Gouverneur jeder Stadt;

Die Arme Jesu sind es, die Satan verwirren,
Jede Lücke geschützt, der Wall verteidigt,
Terrain zurückgewonnen auf verlorenem Boden;

Und ausgegebene Schuldtitel
Durch den Bruder an seinen Bruder, das verlorene Schaf,
Und jede Seele angegriffen und gebissen jede Seele;

Die Arme Jesu sind es, die die Nacht weit verbreiten
Für den Rest der Menschen, und der Hof ist verkauft,
Steuern zu zahlen und die geschorenen Lämmer;

Die Arme Jesu sind der schmelzende Schnee
In der Frühlingssonne, die Axt hängt,
Der Tag des Gerichts und die Seele ist verzweifelt

An ihrer Unwürdigkeit, die in hohem Maße da ist,
Und der Weihnachtsbaum und das Scheitholz
Und da zu erwarten ist der neue Adam;

Die Arme Jesu sind unsre Geschicke
Und dass der Schöpfer schuf das Geschöpf
Und das Siegel des Herrn setzt die Unterzeichnung;

Die Arme Satans sind die Karikatur
Und Fälschung von Signaturen
Und der Mann, der den Mann betrügt, und die Justiz,

Sitzend im Hof, es ist des Briefes Siegel,
Die dumpfe Wörtlichkeit und das bereits Morsche,
Die Arme Satans sind der Bundespräsident;

Die Arme Satans sind ein Witz,
Diese Sauce ist da auf der Tour und bei der Gastfreundschaft
Für Fußgänger und es ist schlechte Trunkenheit,

Ellbogen auf dem Tisch und Klatsch
Und Albernheit und Verdrossenheit
Und Verdrossenheit und Albernheit;

Die Arme Jesu sind die Tischlerei,
Die etablierte, die Mitarbeiter und die Zimmermannsarbeiten,
Die Säge und der Hobel und der Schrank,

Das Scherflein der Witwe und der gute Arbeiter;
Die Arme Satans sind der gemeine Wucherer,
Der Waffenschmied, der Krieger, der Hersteller der Waffen;

Die Arme Satans sind der Landstreicher,
Der schlechte Begleiter, die Kameradschaft,
Der arme Kerl und Vagabund,

Und der böse Bube ist der Seitenblick,
Geworfen auf den Nächsten, lässt hungern die Menschen
Bei dem enormen und gigantischen Fest;

Die Arme Jesu sind der katholische Glaube,
Eingebettet in den Lobpreis aus Gold, die runde Basilika
Und die öffentliche Ruhe und die heilige Reliquie;

Die Arme Satans sind alles, was kompliziert ist,
Die Existenz ist sehr einfach, wenn es gut geht,
Der unschuldige Mensch gerät in die Kriminalität und das Böse;

Die Arme Jesu sind die biblische Zeder,
Der Gruß, der Engel Inbrunst,
Die Verkündigung des Evangeliums-Zeitalters;

Die Arme Satans sind eine listige Clique
Und schlüpfrig, schlau wie Mephistopheles,
Und ihre Geräusche sind gedämpft und machiavellistisch;

Die Arme Jesu sind das Licht,
Peter auf dem See, die archaischen Erzengel,
Schließend den Himmel für den jüdischen Glauben

Und das erste Gesetz ist die hebräische Rasse
Und der Stamm Israel, und dass das Mosaik
Die Tugend des Klerus ist, unter den weltlichen Leuten;

Die Arme Jesu sind das mosaische Gesetz,
Die Zehn Gebote dem Volk liturgisch gegeben,
Und er hat es nicht aus dem Rom der Apostel gestrichen;

Die Arme Jesu sind der Heldentod
Des Märtyrers in der Arena und die Süße stoischer Ruhe,
Der Heilige und auch das prosaische Leben;

Die Arme des Teufels sind die Kurve,
Flexible Unterstützung des Schiffes ist die Kunst der Chaldäer,
Und die Macht der Reichen und der Gerichte;

Und es ist die Replik, die saure und somnambule,
Und Cyrenaika und die aristotelische Lehre,
Und das Schlimmste von allen ist es, wenn er sich erklärt;

Die Arme Jesu sind das inbrünstige Flehen
Des Gouverneurs der Armen, des parabolischen,
Und das Glück ist im Rom der Apostolischen Kirche,

Und es ist der König von Frankreich und es ist die Republik,
Und das ist die kurze Zeit des Papstes und der schweren Enzykliken
Unter dem privaten Kummer und der öffentlichen Tugend;

Die Arme Satans sind der gemeine Zöllner,
Der Kollektor in Rom und der schlimme Bube,
Welcher versenkte den ehrlichen Mann, und das machte den Welpen;

Der Geizhals, der Zöllner, mit servilen Pailletten,
Der untreue Hirte, das Bühnenportal,
Laster und Tugend, die groben Modelle,

Das schreckte die Spatzen, die robuste Jacke,
Die Rüstung des Krieges und die schwere Rüstung
Auf dem Kriegspferd, und der langweilige Pasquin;

Die Arme Jesu sind die Samariter,
Die den Verwundeten erhielten, die armen Franziskaner,
Die Arme Jesu sind der Republikaner,

Die Arme Satans sind das falsche Symbol,
Die Steintafel, Marmor, Majolika,
(Der Stein Jesu ist das pure Pentagramm);

Die Arme Satans sind keine hyperbolischen Arme,
Die Maske Satans ist alle pastoralen Szenen,
Stetig in einem reinen Buche, einem idyllischen;

Die Arme der beiden sind der Melancholische,
Er wird von der alten Zeder, der biblischen, abstammen,
Vielleicht hat eine junge Republik ihn abgeholt;

Satans Waffen sind aller Götzendienst,
Jede Wiederholung alles Veralteten,
Alle Abfälle, die alle passend sind, alle Vorspiele;

Die Arme Jesu sind die Verehrung und Hyperdulie
Oder der Dienst ist Anbetung
Oder es ist die Verehrung der Heimat,

Oder Heimat und Idolatrie,
Zurück zum Satan mit Tieranbetung,
Mit der Psychiatrie, mit den Chimären,

Mit Mutterkorn des Roggens und anderen Hohlräumen,
Und Reblaus und verwelkter Rebe,
Und trockene Brunnen und trockene Rassen;

Die Arme Jesu sind das arme Tier,
Das Fohlen der Eselin und die Krümmung
Der Nieren und es schlug durch die Bestattung -

Fastenzeit - in einem Gewölbe ist das Lamm ohne Nahrung,
Das ist Petri Boot und wandert ohne Mast,
Und der Prätor von Rom und die Präfektur,

Und der Präfekt von Rom unter dem bescheidenen Dach,
Das Stroh auf dem Boden und das einzige Auto,
Mit einem Pferd und dem alten Zaun,

In einem schlechten Drahtgeflecht, und die Nachkommen,
In der Zwischenzeit unter der Lampe eine bescheidene Nahrung,
Vage Hoffnung auf einen Stau;

Satans Waffen sind die Diktatur,
Sieben von diesen sieben sind in dem gleichen Rahmen,
Auf einem Pferd durch den Gurt gehalten;

Die Arme Jesu sind die Heilige Schrift,
Das erste Buch, und es ist alle Gerechtigkeit,
Seit dem ersten Schritt und der gesamte Rahmen,

Man hielt steif daran fest, und der gesamte Rahmen,
Man hält sein Architekturbüro fest und alles,
Nachdem das Haus voll ist und von flacher Statur;

Die Arme des Teufels sind der schlechte Arzt,
(Oder ist er doch gut?) und ist der schlechte Schauspieler,
Der spielt gegen die falsche Richtung und gegen den Antrieb,

Von diesem Text liest er, und es ist der Kritiker,
Ablenkung und Verstimmung und einzelne Wähler,
Das zieht an, und die Abstimmung und der stumpfe Inspektor,

Der sieht alles und überwacht alles, und der harte Manager,
Das Aussehen und die Regierung und die schwere Schutzkleidung,
Beobachtung und Wiegen, das macht der Rektor;

Die Arme Satans sind der Widersacher,
Wer zuerst gesagt: Nein, es sind die alten Liktoren,
Und die alten Balken, die zerstören den Satan;

Die Arme Satans sind Satans Hersteller,
Der verdammte Hof ist Satans Fahrer,
Der fährt den Menschen zu seinem Schaden, und Satan ist Verleger,

Die falschen Berichte und alle Abstraktion,
Das fünfte Wesen und der Verletzende,
Was fortgesetzt wird, Satan ist Sammler

Von Steuern an den Staat, Satans Korrektur,
Wie eine schlechte Zeitung und tückische Übersetzer
In gebrochenem Dialekt, und hinterlistige Produzenten

Von verfälschten Produkten, brillante Einführschleuse
In das Reich der Hölle, enttäuschende Lehrer,
Schlechte Amateure,

Die Kunst für ihre Sammlungen und wissenschaftliche Besitzer,
Wracks und schöne gelehrige Betrüger,
Die Arme Satans sind Satan der Verführer;

Die Arme Satans sind der schwere Mantel
Und auch der Blick, der blinkende,
Unter dem schweren Schild und unter der Sturmhaube;

Die Arme Jesu sind die Zukunft der Rasse,
Es ist ein reiches Messbuch, ist der Miniatur-
Himmel und Hölle und Erde in der Malerei;

Die Arme Satans sind ist das Malheur,
Der Verräter krönte die falsche Lesart,
Die Arme Satans sind Literatur;

Die Arme Jesu sind der Adlige und der Bürgerliche,
Gleich ist ihr Gesicht, und die schöne Skulptur
An der Tür der Kirche und die feinen Formen;

Die Arme Jesu sind die reiche Tapisserie
Vor dem Tabernakel und der rote Farbstoff
Des Priestergewands und Kreuze von Folter;

Die Arme Satans sind nichts als Vermutung,
Marodierende auf dem Text und die ganze Betrügerei,
Alle Notizen mit Bleistift geschrieben, alles verdorben;

Und diese Lektion ist keine Lektüre,
Und trotzdem ist es nicht die Rechnung
Und die ganze Ernte, die ist nicht dicht und hart;

Und das ganze Gefängnis ist nicht die Einnahme,
Und jede Verbindung bricht nicht,
Anfallende Asche, während Feuer nicht das dauernde Feuer nährt;

Die Arme Satans sind das Lässige,
Dies ist der falsche Stil, irgendwelche Bedingungen,
Wo der Mensch richtig in die schräge Position gebracht ist;

Die Arme des Teufels sind die falsche Kultur,
Wo sich im Gras die Säue decken lassen,
Decken der alten Stute und das ganze Offne,

Wir haben nichts geöffnet und nichts geschlossen,
Wir haben keine Quadratur geschlossen,
Daß man nicht quadratisch sehen kann den ganzen Bogen,

Wir haben nichts gewölbt und den gesamten Temperaturbereich
In der Mitte der Seite und jedes Blatt gezählt,
Das ist nicht für die Transplantation und den Gartenbau,

Das ist nicht für die Blume, für jeden Baum,
Das ist nicht das Ergebnis, kein Wein,
Das ist nicht für den Wein, die gesamte Landwirtschaft,

Das ist nicht für den Weizen, die ganze Imkerei,
Das ist nicht für den Honig, all die Forstwirtschaft,
Das ist nicht dafür, das Holz zu schneiden und das Ganze,

Wer hat nicht die Wurzel und alle Fräsen genommen?
Das ist nicht die ganze Mühle und alle Porträts,
Das ist nicht das Modell und jede Nominierung,

Das kommt nicht von Gott, die Naht,
Wenn es schlecht genäht wird, ist es die Rechtsprechung,
Die ein Mann auf den Mann anwendet,

Sitzend in einem weißen Kleid an der Schwelle des Gerichtsgebäudes;
Die Arme des Teufels sind die Nomenklatur,
Und das Zählen, die gesamte Lieferkette,

Das ist nicht ein gutes Gewicht, es sind schöne Zähne,
Tiere in der Arena, es ist die Front,
Masken haben die Häuser und das gesamte Gelenk,

Das ist schlecht und baut den ganzen Bruch,
Das ist nicht reduziert, die ganze Kontraktion,
Das ist nicht gelöst und nicht die gesamte Struktur.

Das ist nicht organisch und alle Questiones,
Wo es einen Kandidaten gibt und die gesamte Textur,
Das ist nicht gut und die ganze Mischung ist überflüssig,

Das ist nicht guter Wein und alle Fräsen,
Das ist nicht gutes Brot und die ganze Weide,
Das hat nicht guten Samen und alle Zäune.

Das ist nicht von gutem Holz und die ganzen Questiones,
Das erfordert falsche Gewichte, falsche Treffer zu messen,
Zahlend mit Falschgeld und verleihend mit Interesse;

Die Arme Jesu sind der Begriff,
Die Zehn Gebote und die Tabulatur,
Die Tabellen des Gesetzes, der Nuntiatur,

Wenn der Nuntius ist der Papst und die Judikatur,
Wenn der Richter Gott fürchtet, die Justiz,
Wenn sie meisterhaft ist, und die Klerikalen,

Wenn der Angestellte arbeitet, und es ist der Jedermann der Prälatur,
Wenn es ist der Bischof von Aignan und Sankt Bonaventure
Oder Sankt Cosmo und Sankt Loup, das Priestertum,

Wenn er das Opfer und die ganze Verkleidung darbringt,
Der kleidet die Seele und den Körper und es ist alles rein,
Der nicht erniedrigt das schwache Geschöpf;

Die Arme Jesu sind die schöne Pfarrkirche,
Sitzend im Herzen von Frankreich, und ist die edle Angst,
Der Priester ist besorgt darüber, dass seine Herde nicht nachwächst;

Die Arme Jesu sind das schöne Credo,
Sind die schöne Nahrung, der Thymian, der Lavendel
Und die Rose und der Nelke Kranz, flexibel;

Die Arme Jesu sind der gute Nachbar,
Unter den Armen lebend, das arme Dorf,
Und die Kirche in der Mitte, die Kameradschaft

Zwischen guten Freunden, die Wallfahrt
Von guten Pilgern, der armen Haushalt
Zwischen Mann und Frau und die lange Ehe;

Die Arme Jesu sind gut erzogene Kinder,
Am Feuer sitzend, die schönen Bilder,
Sie sehen aus den Fenstern, und die drei Waisen;

Die Arme Satans sind der Magier
Und Zauberei und gefälschte Interviews
Und freie Meinungsäußerung im Ältestenrat;

Die Arme Jesu sind die arme Familie,
Die Brüder und Schwestern, Jungen und Mädchen,
Die Zeit der schweren Wolle und der wissenschaftlichen Nadel,

Die Arme Jesu sind alle heidnischen Herzen,
Vorausgesetzt, sie werden getauft und zu Christen gemacht,
Das ist das reinste aller seiner Pfarrkinder;

Die Arme Jesu sind alle Plebejer,
Sofern sie umworben und wertlos sind,
Dies ist der schwierigste seiner treuesten Anhänger;

Die Arme Jesu sind der gute Bürger,
Wenn die Gnade Mittel wird durch ihre Geheimnisse,
Dies ist der sicherste seiner Priester-Dekane;

Die Arme Jesu sind die Fügsamkeit,
Es ist Glaube, Hoffnung und Liebe,
Es ist den Frauen und Kindern eine Treue;

Die Arme Jesu sind die Fragilität,
Es ist staatsbürgerliche Tugend und Freiheit,
Es ist den Frauen und Kindern eine Armut;

Die Arme Jesu sind die Einfachheit,
Es ist die ewige Ruhe, und es ist in der Stadt,
Während ein Fluss der Gnade und der Effizienz fließt;

Die Arme Jesu sind die Notwendigkeit
Von Arbeit und Brot und es ist in der Stadt,
Während ein Fluss der Gnade und Seligkeit fließt;

Die Arme Jesu sind die Weisheit,
Vergebung der Straftat, und es ist in der Stadt,
Während ein Fluss der Gnade und Lebendigkeit fließt;

Die Arme Jesu sind das Betteln,
Die letzten elenden Bettler, und es ist in der Stadt,
Während ein Fluss der Gnade und Zähigkeit fließt;

Die Arme Satans sind der krummen Weg,
Der Weg gestohlen, das Pferd erschossen,
Die vier Beine in der Luft und das hartnäckige Maultier;

Die Arme Satans sind die falsche Zärtlichkeit,
Im Bett zu liegen für Männer und weicher Müßiggang,
Wer schläft den ganzen Tag und zeigt kein Interesse

Für die Armen und die Kinder und die Zauberin
Mit schönen Worten und die Wahrsagerin
Und ihr altes Gesicht und es ist bezaubernd

Mit alter Salbe und Dürre,
Das Herz, und das ist wahr, es ist die falsche Adresse,
Der sehr kluge Mann, der Mann, der vergeht,

Die alten Gesetze des Menschen, und es ist der Mann, der Zopf
Hängt an dem Galgen, und es ist der Mann, der Verlauf,
Die Arme Satans sind der Mann, gemästet

Vom Blut der Unglücklichen, er richtet die Schlange,
Der Kopf ist auch für die Winzer, die Presse
Der Trauben und bringt den süßen Wein und die Trunkenheit;

Die Arme Jesu sind die ganze Festung,
Was uns hält, es ist die edle und reine Zärtlichkeit
Der Mutter zum Kind und die Unbeholfenheit,

Menschliches Übel nicht und nicht langweilige Zärtlichkeit
Von der Mutter zur Tochter, so dass wieder
In diesem Kind eine angehende gleiche Zärtlichkeit wird,

Und in der Zukunft gleichzeitig streicheln wird,
Und das gleiche Aussehen und das gleiche Geflecht,
Blonde Blüte, die gleiche Not,

Um zu trösten und die arme Seele
Und das letzte Mal die gleiche Freude;
Die Arme Jesu sind der Mann, der entwickelt sich

Direkt zu Gott, der den Mann führt,
In seinem Schutzpatron ist der Mann, der fest steht,
Gegen Ungerechtigkeit ist der Mann, beeilt sich,

Zu heilen die Verletzungen, es sind kühle Kompressen,
Das Stechen der Wunde und es ist der Mann, gemästet
An Schluchzen und Tränen, Kummer und Not,

Und man bedauert, schöner ist sie als die gleiche Zärtlichkeit,
Und die Waffe in den Händen trägt der feurige und rachsüchtige Engel,
An der Schwelle des Paradieses vor dem Herrn zu erscheinen,

Die Seele wird immer angetrieben und ist immer Jägerin,
Die Seele ist immer und sind alle Sklaven der Herrin,
Die Seele ist noch ein Kind und wird immer sündigen;

Die Arme Jesu sind der Geist und die Buchstaben,
Aber es ist der Geist, der den Geist nährt und führt,
Und der Brief ist nur, um ein Wort zu schreiben;

Die Arme Jesu sind der Geist und die Buchstaben,
Der Vater schimpft das Kind aus und lächelt,
Es ist der Vater und der Sohn und der Heilige Geist;

Der Brief, der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig,
Und der Brief ist der Tod, und der Geist ist das Leben,
Und der Brief ist der Stolz und der Brief ist der Neid;

Es ist der Geist und der Buchstabe, die Befehle werden verwendet,
Es ist der Geist und der Brief mit der Bitte, die sich verliert,
Und es ist der Geist, und er spart sich die Predigt in der Wüste;

Es ist der Geist, der Geist regiert und führt,
Der Mann steht auf einem einzigen Punkt und dem folgenden Brief,
Durch die Lampe des Oger ist der Geist hell, der feuert,

Das Brot ist heiß, es ist der Geist, er leitet
Jesus vom alten Adam an und wieder einführt
Israel in Jesus als auf den Buchstaben reduziert;

Es ist der Geist und der Buchstabe, die undicht kämpfen,
Es ist der Geist der Werke und der Geist, der erzeugt
Stroh und Spreu, Blätter und gute Früchte;

Und der Brief wurde nie ein bisschen zum Lärm,
Er ist, was er ist, der verführt in der Nacht,
Und der Geist und die Buchstaben sind der Tag und die Nacht;

Aber der Geist und die Buchstaben sind Tag und Nacht,
Die Arme Jesu sind die Ehre und die Liebe,
Und der König auf seinem Lager und der König an seinem Hof;

Die Arme Jesu sind das Feuer im Ofen,
Teig und Brot zu backen und es ist der Tag
Und dass König David zog sich zurück in seinen Turm;

Die Arme Jesu sind jeder Mann, der verboten ist,
Wer sich erinnern wird, es werden die jungen Wehrpflichtigen
Einberufen werden, es trat der junge Mann ein,

Das Buch ist das ewige und zerschlagene Herz,
Welches wird inszeniert, die Notiz zu geben,
Und präsentiert das Glück, das beschriebene,

Ein Tag auf dem Berg und die ehrliche Abschrift
An den König des Himmels und die Vergebung erforderlich,
Das neue Gesetz ist von Gott selbst transkribiert,

Moses in Jesus, Satan ist begrenzt,
Das ist alles, was er hatte, um für Jesus zu leiden,
Die Arme Jesu Christi sind es vor allem;

Das ist alles, es dauerte, bis Jesus öffnet
Die Tür des Grabes, so dass Jesus uns angeboten
Das erste Opfer, und er gab den Geist auf;

Das ist alles, Jesus könnte überschatten, nahm
Den Sünder vor Gott an, dass er wiederentdeckt
Den Weg der Erlösung, und er unternahm alles,

Um wieder den Hügel hinauf zu steigen, und er ertappte sich dabei,
Und er sagte, die Welt sei so, dass der Mensch lernen könnte
Den harten Weg und vergessen

Den Weg ohne Steine und einen Tag in Galiläa,
Andere römische Soldaten, den Mantel auf der Schulter,
Der Torso auch in ihrer Metallklinge eingegossen,

Reitend an der Straße so dick wie ein Maulwurf,
Die Lanze zwischen den Fingern, als ob sie eine Stange hielten,
Eines Tages im Winter unter dem Schnee von der Stange,

Entlang der weißen Birke, an der Weide entlang, der gleichen,
Sehend einen Vagabunden, entkamen einige aus dem Gefängnis,
Ein weiterer Hauptmann, der Studierender war in Rom,

Der Mantel, der militärische, endlich entdeckt;
Das ist alles, es nahm es der Mann und verliebte sich in
Die einzige Liebe, die dauert, und dass die Depression

Die einzige Liebe ist, die vergeht, und dass er die Worte verwechselte,
Wie sollte es missverstanden werden, und dass er dann erkannte
Alles, was du verstehen musst, und dann nahm er,

Alles was du brauchst, um zu nehmen, und dann überraschte er
Die schlecht gehüteten Geheimnisse, das Geheime Manuskript,
Was nicht in Geist und Buchstaben versteckt ist;

Die Arme Jesu sind ist der Weg der Blumen,
Aber die meisten der Federn waren galant,
Dies ist der schwere Sturz, sie ist sofort zu entjungfern;

Und Maria ist die Blüte der Rosenblume,
Aber mehr Blumen als die bescheidene Rose blühen im Frühling wieder,
Es ist die Rose, die lässt ihre Blütenblätter demütig fallen;

Die Arme Jesu sind das Tal der Blumen,
Aber mehr als Frühlingsblumen blühen unaufhörlich,
Und mehr als unverschämte Frühlingsblumen

Und mehr als dreiste Frühlingsblumen
Und mehr als freche Frühlingsblumen,
Dies ist die bescheidene Rose, ihr fallen immer die Blütenblätter;

Die Arme Jesu sind ein auserwähltes Volk,
Wie ein Sohn, der zurück kommt, ist es ein geheiltes Sterben
Durch die letzte Ölung, ist ein erfahrener Mensch

Für einen gerechten Krieg und der Matrose starb
Auf die Gefahr hin des Meeres, es landete das Schiff,
Nachgeschnitten in den Hafen, man fütterte ein Volk

Mit ein paar getrockneten Fischen, eine Welt wird gespeist
Mit einem Opfer und die Trauben reiften
Für den Wein des Kelches und der anderen Becher sauren Wein,

Für den Schwamm und den Speer und den sauren Essig,
Die Arme Jesu sind die geknetete Hefe
In der Mitte des Sauerteigs;

Die Arme Satans sind der Fluss, ausgetrocknet,
Es ist in der Abdeckerei des Pferdes ein Quadrat,
Dies ist das hungrige Kind, fügt es das Brot zusammen;

Die Arme Satans sind das böse Herz, geheilt,
Die alte Wunde und das Herz ist vertrocknet,
Kraft von Blutungen und das Herz ist unterernährt

Kraft des Fastens, das ist alles vertrocknet,
Das ist alles, was vergeht, und alles zerfällt,
Und das alles ist Schimmel und alles verfault;

Die Arme Satans sind der Saft, der verarmte,
Dies ist das Blutvergießen der verkümmerten Branche,
Die dürren Äste, die prüden, teuren;

Die Arme Satans sind alles, was Widerrist ist,
Schrumpft, erniedrigt, beleidigt, abnimmt,
Das ist alles, Prellungen werden verachtet;

Die Arme Jesu sind alles, was nährt,
Das ist alles, Knöpfe und alles, was vergeht,
Die Gärten von Touraine und alles, was reift;

Die Arme Jesu sind ein Herz voller Blüte,
In den jungen Herzen blüht es im Frühjahr,
Es ist das Herz im Herbst entblättert immer;

Satans Waffen sind des Friedens und des Krieges,
Die Menschen ausgenommen, die Sakramente auf dem Boden,
Scham, Angst und militärische Wut,

Die Arme Jesu sind Krieg und Frieden,
Die Menschen werden respektiert und nutzen das Neueste,
Krieg hängt an den Fassaden der Paläste;

Die Arme Satans sind der Schrecken des Krieges,
Die Menschen gerieten in Panik, Jesus auf Golgatha,
Das Blut, der Schrei des Todes, Freitod;

Die Arme Jesu sind die Ehre des Krieges,
Die Menschen wiederhergestellt, Jesus auf Golgatha,
Blut, Opfer und Freitod

Für sie, um zu sehen, ob es gibt es in einer solchen Norm
Soldaten Jesu Christi gegen Satans Soldaten,
Und der alte Sankt Stephanus und der alte Sankt Medard;

Denn sie sah es, aus einem Feldweg kommend,
Als kleines Kind, zu ihrer Großmutter kommend,
In den Wäldern von Puteaux, umgeben von Feldern von Nanterre;

Denn sie sah kommen feurig das Militär,
Gehorsam, sanft und fest und freiwillig,
Von Boulogne und Neuilly nach Puteaux und Nanterre;

Gehorsam, aufmerksam und gerecht
Und schnell zu manövrieren und nicht langsam,
Dazu bestimmt, als Abenteurer zugrunde zu gehen;

Während in den Sattel sie sich schwang vor den Augen ihrer Kavallerie,
Maskierend ihre Bomber und Bomben,
Ziehend die Ihren schwer wie ein Netzwerk von Infanterie;

Rührend ihre Trommeln für die Messe,
Da waren die Räuber, die zur Beichte gingen,
Ehrerbietig zu den drei Stimmen, die ihr Versprechen besiegelten;

Nachdem sie die Soldaten, nicht sakramentale,
Nachdem sie die Priester, keine regulatorischen,
Und die Tugenden ihres Regiments-Zugs untergebracht;

Obwohl mutig und gehend ohne Gedankenlosigkeit,
Obwohl angenehm, ohne Koketterie,
Obwohl mit einem Angebot und sprechend ohne Schlechtigkeit;

Verehrend Kisten mit kostbarem Edelstein gemeißelt,
Wo die Reliefs der Heiligen arbeitete ein Goldschmied,
Basierend auf dem Altar und seinen Stickereien;

Sage, wie eine Großmutter in ihrer frühen Jugend,
Jüngere mit dem besten Geburtsrecht gewonnen,
Ernst und die Augen leichter als eine Stiftsdame,

Das Allerheiligste nach Sankt Maria.

NEUNTER TAG

Da Gott nichts tut ohne Begleitung,
Es dauerte, bis diese schlechten Gefährten sehen
Die Engländer (die Französischen), Verräter, die Burgunder,
Entvölkernd das Reich um ein Privileg;

Es dauerte, bis sie diesen ungeheuerlichen Haushalt sehen,
Es wächst wie Pilze,
Und von Wand und Dach und Giebel und Winkel
Blut tropfte und die Ermordung des Gemetzels;

Sie brauchte Zeit, um zu sehen, was ein Kuhhandel ist,
Der nackte Körper in einen Graben gedrückt,
Die Verwundeten schleppten ihre verstümmelten Stümpfe,
Die Toten und Sterbenden treiben schwimmend;

Es dauerte, bis diese schreckliche Bande zu sehen war,
Nehmend ganze Reich, und diese üblen Burschen,
Raubend ein starkes Volk und den Braten der Ernte,
Aus dem gemeinen Volk oder hohe Barone;

Die Arme Jesu sind die gute Patin,
Und es ist schön und die schöne Taufe wird begünstigt,
Aber das meiste der Prozession und deren Höhepunkte
Sind Trauer und meine Scham und mein Schmerz;

Es dauerte, bis in diese Libertinage zu sehen war,
Aufzuräumen mit dem Schatz der Ehre, dass wir gewinnen,
Und die Wüste des Gottes, den wir unterstützen,
Wie ein einsamer Tod in einem armen Dorf;

Es dauerte, bis von den Wandernden was zu sehen war,
Zurück im Vergangenen, dass wir wegziehen,
Sie brauchte Zeit, um die Übel, die wir beklagen, zu sehen,
Auf der Fahrt mit uns als Gerüst;

Sie war verpflichtet, die Falschaussage zu leben,
Zu verleugnen die Verbindung, die wir bezeugen,
Es führte sie in die Kammer, wo wir sie baden sehen
In Unreinheit und Ausschweifung;

Es dauerte, alles lebte durch Geduld,
Wähle du die Früchte, die schimmeln, und die wir verachten,
Es führte sie in die Stadt, wo wir die Regierung sehen,
Entmantelt in die Hände des Diebstahls;

Es dauerte von so Kindischen zu finden
Die Erniedrigung, den Glaube, den wir uns einprägten,
Es brachte sie in das Blut, das wir bluten sehen,
Lüfte du das gleiche Herz und den gleichen Mut;

Es dauerte, ein dummes Geschwätz zu sehen,
Das Dogma des Augustus und wir lehren es,
Trockene, und sie sah die Gnade, in der wir schwimmen,
Lichtstrahl und Taufe in einem schweren Geplänkel;

Es dauerte, alles in Raub zu sehen,
Übernimm du die Verbrechen, die wir empört geschaut,
Und es klingeln Münzen und wir richten,
Schmelze im Tiegel des Stolzes und der Fälschung;

Es dauerte nach dem, was Starke sehen,
Entartete Rennen, wir richten uns selbst,
Und die ewigen Worte, die wir betonen
Unten in der Stille und im Hohn;

Sie brauchte Kraft, um durch alle Schminke zu sehen,
Die Unterschrift, dass wir Kontrakte verzerren,
Und der Begriff und der Tod, den wir vergeben,
Anfahrt jeden Tag wie in ein fernes Land;

Es führte sie, in die Eifersucht zu sehen,
Den Angriff der Kaserne, wo wir aufgenommen sind,
Und die berüchtigten Kneipen, die wir bezeichnen,
Im Namen der Offensive gespült an den Strand;

Es führte sie, in den wilden Hass zu sehen,
Sie entstellen die Situation, mit der wir uns abfinden,
Und der Dornbusch und die Brennnessel,
Unsere Hände verstrickt im jungen Hain;

Es dauerte, auf den Treidelpfad zu sehen,
Ausgerissen das Terminal, dass wir erkennen,
Und sie sah die Ecke, wo wir wiedererkennen,
Wir lehnen an die Liste und das Brot der Reise;

Es dauerte, in dieses gemeinsame Schiffswrack zu sehen,
Sinkend den gebrochenen Bogen, und dass wir begreifen,
Und sie sah die große Armee, die wir mürrisch waren,
(Aber noch haben wir zu Fuß zu gehen), durchlaufend in diesem Winter;

Es dauerte, eine solche Sabotage zu sehen,
Denaturalisiere du die Arbeit, die wir begonnen,
Und sie sah die Ungerechtigkeit, die wir nur ungern gestehen,
Regierung und Herrschaft in der Abbildung der Verachtung;

Sie brauchte Zeit, um zu sehen entlang der Schiene,
Das Rauschen des Wassers, dass wir das Gold retten,
Und sie sah den Hof, wo wir uns lagerten,
Falter fallen durch die Wirkung der Tonhöhe;

Es dauerte, in den gleichen Winter zu sehen,
Die Kühlung der Wärme verschwindet, wie wir behaupten,
Und sie sah die Mühe, in der wir geackert,
Vergehend mit dem Tod in einem schönen Sarkophag;
Es dauerte, in dieses Gerät zu sehen,
Vor der Küche, wo wir gehalten die Gefangenen,
Und sie sah das Schiff, wenn wir über schwere Lasten klagen,
Klagend in sein Leichentuch und das Holz der Montage;

Es dauerte, eine Stammaktie zu sehen,
Geschehend genau die Situation, die wir fürchten,
Und das Gesetz, das uns rettet, und das wir brechen,
Ausgesetzt in dem gleichen Wrack zugrunde zu gehen;

Es führte sie in den gleichen Dübel,
Sinkend in die Verzweiflung, die wir annehmen,
Und sie sah, daß wir verloren
Die Ruderbänke und die Takelage;

Es dauerte, in diese Gelenkschäden zu sehen,
Falte du die Disziplin, in der wir zu beschränken sind,
Und sie sah die Strafe, auf die wir uns beschränken,
Entspanne du dich und stirb wie bei einem schlechten Eisstockschießen;

Es führte sie dazu, in die Bewegung und das Wecken zu sehen,
Das Schwimmen und das Sinken in den Tod,
Und sie sah den Blutfluss,
Reinigend unsere Kleidung und unsere kindische Art;

Es dauerte, ein Spiel der Illusion zu sehen,
Zurück zum Ziel, das wir erreichen,
Und sie sah den Begriff, als wir beigetreten waren,
Ausschüttend unsere volle Landung,

Es dauerte, in das Herz des Sturms zu sehen,
Die Flamme brennt teuer, und wir setzen aus,
Und sie sah das Übel, wir fügen uns,
Liegend gegen uns in einer edlen Leibeigenschaft;

Es dauerte, alles im Kritzeln zu sehen,
Zu versteifen die Pflichten, die wir fordern,
Und die akuten Sorgen, dass wir erkranken,
Wir dringen in das Herz, in alles Verschmierte,

Denn sie sah aus den Tiefen der Landschaft kommen
Den Klerus, unter seinen Seiten,
Um die römische Arena und den steilen Berg

Ziehen die drei Tugenden, um das Zugpersonal,
Ihr dünner und fester und süßer Begleiter
Und das schönste Kind ihrer langen Schirmherrschaft.

SANKT GENEVIEVE, SCHUTZPATRONIN VON PARIS
Hirtin, tendenziell Schafe hütend in Nanterre
Und du sahest die erste Schwalbe im Frühjahr,
Du musst nur wissen, wie es treu ist,
Es durchwandert die Stadt, aber ist sesshaft.
Du weißt, wer umschließt uns in dem Ihren
Und in ihrer Verworfenheit und ihrer Buße,
Und ihrer Richtigkeit und ihrer Widersprüche,
Und das heilige Feuer ihrer Fackel,
Du weißt, wer seine Exzesse auslebt,
Und das Spiel ihrer schlanken Inkompetenz,
Und in den Schlägen der Ihren intermittierend,
Und die Angst ihres langen Brüllens,
Du musst nur wissen, dass sie nicht rebellisch ist,
Die kreisfreie Stadt, und doch abhängig.
Du weißt, dass das Blut der Märtyrer strömt
Und Anerkennung in dem Blut der Henker,
Ihr, die ihr die Tiefen der Sünden bekannt
Und Anerkennung in ihrer schönen Reue,
Und in der Privatsphäre ihre wertvollen Erinnerungen
Und ihr Sohn härter als harte Knappen,
Und die Absurdität dieser Godelureaux
Marschierend in den Tod als würden sie ihr Feuer suchen,
Du musst nur wissen, da sie jung und schön ist,
Die Stadt ist intolerant und doch libertinär.
Du weißt, wer in ihr Stöhnen eindringt,
Und kannst anerkennen ihre Widersprüche,
In ihrer Verschleppung und ihrem Widerstand,
In ihrem Schmerz und ihrer Trauer und Abrüstung,
Du weißt, wer sein Brüllen hören lässt,
Und die Demut ihrer Allmacht,
Und die Sicherheit ihrer Versäumnisse
Und in der Höhle ihres geheimen Nervenkitzels,
Du musst nur wissen, wie sie ein Mädchen ist,
Die Stadt, und doch im Widerspruch die Statuten.
Du, die den Luxus von Tyrus kennt
Und erkennt die Macht Roms,
Du, die du dich in das Herz des armen Mannes einfühlst,
Kälte und Fairness des Gebäudes aus Stein,
Und die Armut des Fleisches zu leiden
An dem Zahn, der beißt, und der Faust, die ihn mit einem Schlag schlägt,
Und schreibt, dass der Name genannt wird,
Und wer zahlt das Geld und will es verhängen,
Du musst nur wissen, wie sie eine Jungfrau ist,
Die Stadt, und doch üppige Volkszählung.
Du weißt, wer an seinem alten Galgen hängt
Und erkennst ihre Fehler,
Und in der Tiefe ihrer Sammlungen,
Und ihre Gerüste und Seuchen,
Und die feierliche Stille ihres Grabes,
Und in dem geheimen Auftrag ihres Kribbelns,
Und die Nacktheit ihrer Zusammenstellung
Und in ihrer Unwissenheit und Unschuld,
Du musst nur wissen, dass sie Schäferin ist,
Die Stadt, die ohrenbetäubende, und doch allein.
Du weißt, wer in ihren Bürgerkriegen starb
Und anerkennst die Massaker,
Nur in ihrem Mut und ihrem Zittern,
In ihrem Volk die furchtlose und servile Menge,
In ihrer Regierung Horden und Städte
Und die Loyalität ihrer Lehren,
Das Schicksal der Umzüge
Zu Ehren ihres Gesichts und ihres niederträchtigen Schlammes,
Du musst nur wissen, wie sie ein Oberst ist,
Die Stadt, und doch ein turbulentes Militär.
Du weißt, dass die Fehler in ihrer langen Geschichte
Und Anerkennung in ihren besten Renditen lebt,
Du weißt, wer liebt ihre lange Geschichte,
Gehörlose und Taube, und der Zärtlichkeit Schrecken
Und Befehle ihrer langsamen Wut
Und die Umkehrung der Werke und Tage
Und die Niederwerfung der Paläste und Türme
Und das Blut blieb in den gleichen Schrecken rein,
Du musst nur wissen, wie sie eingeboren ist,
Die Stadt, die maßlose und doch gesunde.
Ihr, die ihr die Geheimnisse der Herzen wisst,
Und das Geheimnis ihres schluchzenden Gebrülls,
In der Loyalität ihrer Anhänger
Und Demut ihrer größten Gewinner,
In der Höhle des stärksten Bebens der Bohrer
Und der Glaube, der ihre Begleitungen regelt,
Und die Ehre, die alle ihre Verpflichtungen regelt,
Und die Stimmung, die ihren gröberen Spott regelt,
Du musst nur wissen, dass es an der Zeit ist,
Deine Stadt, und doch die feuerfesten Diener.
Ihr, die ihr Geheimnisse seufzt zu wissen,
Und das Bedauern ihrer schönen Ausschnitte,
Die Strapazen ihrer steifen Hindernisse,
Und der langsame Rückgang der langen Zukunft,
Ihr, die ihr die Hände der Triumvirn bekannt,
Und Anerkennung in ihrer Vorsicht,
Sie hat nie zögert an der Schwelle ihrer Qual
Und manchmal zögert sie an der Schwelle ihres Vergnügens
Und nur du weißt, wie sie ein Mädchen ist,
Die Stadt, und nie ins Stocken geraten ist der Ehebruch.
Du weißt, dass das Blut der Könige geflossen,
Und in den alten Straßen die heiligen Barrikaden standen,
Und ihr März-Gras und ihre Kavalkaden,
Und alle Altäre und auf allen das Kreuz,
Du weißt, wer auf ihrem Holzpflaster geht,
Die Hautfarbe des gleichen Blutbades in ihrem Hinterhalt,
Und die Ufer der Seine und ihre Anleger
Und ihre rauen Manieren und der Respekt für die Gesetze,
Du musst wissen, wie sie brüderlich ist,
Die Stadt, und doch eine enttäuschende Partei.
Du hast die Macht der Waffen zu wissen
Und die Festigkeit ihrer Erlösungen,
In der Schwere ihrer Ergüsse,
Im stillen Schmerz und in ihrem Fluss der Tränen,
Du weißt, wer in ihrem heiligen Totschläger lebt
Und kennst die Härte einer Ecke
Und die Demut ihrer Änderungen
Und die Sicherheit bei den schlimmsten Alarmen,
Du musst nur wissen, wie sie Ritual ist,
Die Stadt, wir sind die Vermächtnisnehmer.
Du weißt, wer die Straßenkinder sind,
Und die Festigkeit ihrer Gebote,
In ihrem subtilen Verständnis,
In ihrem geheimen Schatz und ihren erhöhten Kräften,
Und ihre Veteranen und Rekruten,
Und die Festigkeit ihrer Verpflichtungen,
Und die Sicherheit ihrer Veröffentlichungen,
Und Pont Royal und die enorme Flut,
Du musst nur um die hohe Karavelle wissen,
Bedrohliche der Stadt und des Zielorts.
Du weißt, was in den alten Häusern geschieht
Und in all den Vororten ihrer Erweiterungen,
Und in allen Bereichen ihrer Zersplitterung,
Und das Alter ihrer alten Gründe,
Du weißt, wer an ihrem schönen Horizont erscheint,
Und das dumpfe Dröhnen der Schocks,
In den dumpfen Gemurmel der Montage,
In der Tür und der Wand ihres alten Gefängnisses,
Du allein weißt von der Flamme und dem Funken,
Der süßen Innenstadt, aber auf freiwilliger Basis.
Du weißt, dass die Mängel in ihrer Hand liegen,
Und ihre versteckten Häuser und latenten Tugenden,
Und ihre langen Hoffnungen und trüben Erwartungen,
Und in ihrer Gemeinde und bei ihren Bewohnern,
Du weißt, wer in ihrer Zeit brillant war,
Und in den schweren Gebäuden und allen ihren Zelten,
Und in ihrem alten Prinzip und ihren Meinungsverschiedenheiten,
Und in ihrem Geiz und in ihrer Barschaft,
Du musst nur wissen, dass sie sakramental ist,
Die Stadt, und doch respektvoll wie ein Pamphlet.
Du weißt, dass die Armen in ihrem Elend leben,
Und die Eitelkeit ihrer Niedergeschlagenheit,
In der Stärke ihrer Sequenzen,
In ihrer Polizei und ihren Vögten,
Du weißt, wer an deinem Geburtstag feiert
Und am Abend fiel aus seiner Beteuerung,
In der Frivolität ihrer Vergnügungen,
Und weniger in deiner Unterstützer gegen ihre Gegner,
Du musst nur wissen, dass sie ernst wird,
Die Stadt, und doch blendend bettlägerig.
Und wenn die letzten Schlucke gestohlen werden
Und wenn es ein ganz anderes Frühjahr wird,
Du betrittst das erste und die zwei anderen Blätter,
Vor Gericht und in der Zitadelle.

Wir wenden uns an dich als den besten Blick,
Die ganze Welt wird sagen, das ist Paris.
Wir werden dich in den Himmeln lila sehen
Und dann findest du Berichte über die Vormundschaft.

Die Seeigel werden sagen: Dies ist eine alte Frau.
Und Wissenschaftler sagen: Sie ist von alten Zeiten.
Hier wird die schwere Stadt und alle ihre Bewohner leben.
Und hier ist ihre Führung und die Pflege der Seele.

Du lebst vorab in deiner Antike.
Wir werden dich als Hymne hören
Und immer mehr werden wir Bürger-Dorf
Und als hätten wir die größte Stadt.

Nur wenn alles, was du schweigst zu sprechen, gesagt wird.
Und Gott nie verunsichert seine Heiligen,
Weder werden seine Worte verdreht noch maskiert seine Entwürfe,
Sie werden den Namen seiner Tochter nennen und hören.

Wie du mit Ihm sprichst, wie sein Agent
Für deine Treue und deine Kunden
Und nur du wirst sagen, wie treu sie war,
Die Stadt der Demokraten und doch monarchistisch!

RIMBAUD ILLUMINATIONEN

NACH DER FLUT

Unmittelbar nachdem die Idee der Sintflut war abgelaufen,
Ein Hase blieb im Klee und die Glocken waren in Bewegung und sagten ihr Gebet an den
Regenbogen durch das Spinnennetz hindurch.
Oh! Edelsteine versteckt, - die Blumen waren schon zu sehen.
In der schmutzigen Hauptstraße standen Stände auf, und wir zogen die Boote ins Meer, die traten
dort auf wie auf den Kupferstichen.
Das Blut floß wie im Märchen von Blaubart – in den Schlachthöfen - im Zirkus, wo das Siegel
Gottes verblasste auf dem Fenster. Blut und Milch floss.
Die Biber haben gebaut. Die „Gitanes“ wurden in Bars geraucht.
In dem großen Haus aus Glas weinten noch Kinder, die in Trauer blickten auf die wunderschönen
Bilder.
Eine Tür knallte, und auf dem Dorfplatz winkte das Kind mit seinen Armen, einschließlich der
Wetterfahnen und der Hähne und der Eulen überall, unter dem brillanten Schneeregen. Madame ***
installiert ein Klavier auf den Alpen. Messe und Erstkommunion wurden an den hunderttausend
Altären der Kathedrale gefeiert.
Die Wohnwagen waren abgereist. Und das Splendid-Hotel wurde in dem Chaos aus Eis und
Polarnacht gebaut.
Seitdem gehört der Mond den heulenden Schakalen in den Wüsten von Thymian - und Eklogen in
Holzschuhen murren in dem Obstgarten. Dann, in dem Wald blühen die aufkeimenden
Krokusblumen, da sagte Eucharis: Für mich war es der Frühling.
Des Teiches Schaum rollt über die Brücke, und über dem Wald - schwarze Blätter und Organe -
Blitz und Donner – erheben sich und rollen - Wasser und Leiden, steigen und erhöhen die Fluten.
Denn da werden sie abgeführt – oh, Edelsteinen graben sich ein, und die geöffneten Blüten! - Es
ist langweilig! und die Königin, die Hexe, die ihre Kohlen leuchten lässt im irdenen Topf, wird uns
niemals sagen, was sie weiß, und wir tun ihren Willen nicht.

KINDHEIT

1

Dieses Idol, mit schwarzen Augen und blondem Haar, ohne Eltern oder Richter, edler als in der
Fabel, mexikanische und flämische Fabeln seiner Domäne, unverschämt azurblau und grün hinter
den benannten Bereichen, auf Schiffen ohne Wellen, mit Namen, wild griechischen, slawischen,
keltischen.
Am Rande des Waldes – Traum, die Blumen klirren, es bricht auf das Licht, - das Mädchen mit
orangefarbenen Lippen überquerte mit den Knien die klare Flut, die von den Wiesen, von der
Nacktheit beschattet, das Kreuz des Kleides und der Regenbogen steigt über den Regenbogen, über
die Flora, über das Meer
Damen, die auf Terrassen flanieren neben dem Meer, Babys und Riesinnen, hervorragende
Schwarze in dem Moos-grünen Grau, Juwelen aufrecht auf dem Boden, Gehölze und wenig
aufgetaute Gärten - junge Mütter und große Schwestern mit Augen voll von Wallfahrten,
Sultaninen, Prinzessinnen mit tyrannischen Ansatz und Kostüm, wenig ausländische und sanft
unglückliche Menschen.
Wie langweilig, die Zeit von „lieber Körper“ und „liebes Herz“...

2

Es sind sie, die kleinen Toten hinter den Rosenstöcken. - Die junge Mutter, die tote Frau geht die
Treppe hinunter. - Die Beförderung des Vetters schrie auf dem Sand. - Der kleine Bruder - (er ist in
Indien!) - gibt vor Sonnenuntergang auf, auf der Wiese aus Nelken. - Der Alte wurde aufrecht an
dem Wall bei den Mauerblümchen begraben.
Der Schwarm von Blattgold rund um Haus des Generals. Sie sind im Süden. - Sie folgen dem
roten Weg, um die leere Schenke zu erreichen. Das Schloss steht zum Verkauf, es werden die
Jalousien herabgerissen. - Der Priester muss den Schlüssel der Kirche gefunden haben. - Rund um
den Park sind die Hütten der Parkwächter unbewohnt. Die Zäune sind so hoch, dass man nur die
rauschenden Baumwipfel sieht. Außerdem gibt es nichts zu tun.
Die Wiesen schauen zurück zu Weilern ohne Hähne, ohne Ambosse. Die Sperre wird
aufgehoben. O ihr, die ihr durchquert die Wüste und die Windmühlen, Inseln und Oasen!
Magische Blumen summten. Die Hänge wiegten sie. Die Bestien von einer fabelhaften Eleganz
verbreiten sich. Die Wolken zogen sich zusammen auf hoher See für eine Ewigkeit von heißen
Tränen.
3

Im Holz ist ein Vogel, der hält seinen Gesang ab, der euch erröten macht.
Es ist eine Uhr, die nicht klingelt.
Es ist eine Höhle mit einem Nest von weißen Tieren.
Es ist eine Kathedrale, die hinabsteigt, und ein Fluß, der fortfließt.
Es gibt ein kleines Auto in dem verlassenen Wäldchen, oder es kommt unten auf die Spur, voller
Kurven.
Es gibt eine kleine Truppe von Schauspielern in Kostümen, auf dem Weg durch den Waldrand zu
erblicken.
Es ist schließlich so, als wie wenn man hungrig und durstig ist, jemand, der dich wegschickt.

4

Ich bin der Heilige im Gebet auf der Terrasse - wie die Tiere grasen friedlich an dem Meer von
Palästina.
Ich bin der Gelehrte des dunklen Sessels. Zweige und Regen stürzen an der Kreuzung der
Bibliothek nieder.
Ich bin der Fußgänger von der Landstraße, im Wald ein Zwerg, da übertönt das Rauschen der
Schleusen meine Schritte. Ich sehe die lange Melancholie, das Baden der untergehenden Sonne.
Ich würde das verlassene Kind auf dem Steg auf die hohe See bringen, ein angestellter Junge zu
sein, auf dem Weg, dessen Stirn den Himmel berührt.
Die Wege sind rauh. Die Hügel sind mit Blättern bedeckt. Die Luft ist still. Die Vögel und die
Quellen sind weit weg. Es kann, dass dies das Ende der Welt ist - vorwärts!

5

Lassen Sie mich dieses Grab mieten, mit Zement-Linien im Relief, im weiß getünchten - weit
unter der Erde.
Ich lehne mich mit meinem Ellbogen auf den Tisch, die Lampe leuchtet hell auf dieser Zeitung,
wie dumm ich bin, diese Bücher zu lesen, ich ernte keine Zinsen.
In einem riesigen Abstand über meiner unterirdische Lounge, die Häuser schlagen Wurzeln, es
versammeln sich die Nebel. Der Schlamm ist rot oder schwarz. Monströse Stadt, endlose Nacht!
Weniger hoch sind die Abwasserleitungen. Zusammen ist nur die Dicke der ganzen Welt.
Vielleicht Golfe von Azur, Brunnen des Feuers. Es ist vielleicht auf diesen Ebenen, wo die Monde
und Kometen treffen die Fabeln und die Meere.
In Stunden der Bitterkeit stelle ich mir vor Kugeln aus Saphir, aus Metall. Ich bin Meister des
Schweigens. Warum ein Erscheinungsbild der blinden zersplitterten Scheibe unter einer Ecke des
Gewölbes?

MÄRCHEN

Ein Prinz wurde nicht dazu geboren, jemals als die Vollendung der Großzügigkeit vulgär
verwendet zu werden, das hat ihn geärgert. Er sah voraus erstaunliche Revolutionen der Liebe, und
verdächtigte seine Frauen, besser zu sein als diese Selbstgefälligkeit und dekoriert mit Luxus-
Himmeln. Er wollte die Wahrheit, die Stunde der Lust und die wesentliche Befriedigung sehen. Ob
es war oder nicht war eine Verirrung der Frömmigkeit, er wollte es so. Er hatte mindestens eine
breit genug seiende menschliche Macht.
Alle Frauen, die ihn gekannt hatten, wurden ermordet. Welche Verwüstung in dem Garten der
Schönheit! Unter dem Schwert segneten sie ihn. Er wollte nicht neue bestellen. - Die Frauen stehen
wieder auf...
Er tötete alle, die ihm folgten, nach der Jagd oder nach dem Trankopfer. - Alle folgten ihm nach.
Er amüsierte sich, die Kehle durchzuschneiden den Bestien, er leistete sich diesen Luxus. Er
machte die Paläste brennen. Er stürzte auf die Menschen nieder und schnitt sie in Stücke. - Die
Menge, die goldenen Dächer, die schönen Tiere existieren noch.
Können wir die Zerstörung bestaunen, sich zu verjüngen durch die Grausamkeit? Die Leute
murren nicht. Niemand bot ihm Unterstützung seiner Ansichten an.
Eines Nachts galoppierte er stolz. Ein Genie erschien, von unbeschreiblicher Schönheit, auch
beschämend. Sein Gesicht und seine Haltung zeigten das Versprechen einer vielfältigen und
komplexen Liebe! eine unaussprechliche Freude, sogar unerträglich! Der Prinz und das Genie
vernichteten wahrscheinlich wesentlich die Gesundheit. Wie konnten sie nicht gestorben sein? So
starben sie zusammen.
Aber dieser Prinz starb in seinem Palast, in einem normalen Alter. Der Prinz war das Genie. Das
Genie war der Prinz.
Die Kunst der Musik ging verloren in unsern Wünschen.

PARADE

(Von sehr lustigem Ton.) Einige haben deine Welten ausgenutzt. Ohne Bedürfnisse, und sie
haben es nicht eilig, ihre brillanten Fähigkeiten und ihre Erfahrungen mit deinem Gewissen
umzusetzen. Was für erwachsene Männer! Stumpfe Augen zugeschlossen, wie die Sommernacht,
rot und schwarz, dreifarbig, Stahl übersät mit goldenen Sternen, verformte Gesichter, bleiern,
blanchiert, verbrannt, die Heiserkeit verspielt! Die grausame Gleichheit von Lametta! - Es gibt ein
paar junge Leute - wie sie aussehen würden, mein Cherub? - Mit erschreckenden Stimmen und
einigen gefährlichen Mitteln ausgestattet. Sie werden zurück in die Stadt geschickt, in einem Luxus
ekelhaft geschmückt.
O die heftigsten Paradiese der wütenden Fratze! Nicht mit dem Fakir und anderen theatralischen
Mätzchen kann es verglichen werden. In improvisierten Kostümen mit dem Geschmack von bösen
Träumen spielen sie Balladen, haben Tragödien der Räuber und der Halbgötter als spirituelle
Geschichte oder Religion, mehr als jemals zuvor. Chinesen, Hottentotten, Zigeuner, Einfaltspinsel,
Hyänen, Molochs, alte Demenzkranke, finstere Dämonen, all das kombinieren sie beliebig mit
mütterlichen Wendungen zu den bestialischen Posen und Liebkosungen. Sie würden zu deuten
haben neue Stücke und Lieder: „Sweet little sixteen“. Meister-Jongleure, verwandeln sie Orte und
Personen, und haben den Rückgriff auf magnetische Komödien. Augen wie Flammen, Blut das
singt, Knochen die sich erweitern, die Tränen und roten Rinnsale fließen. Ihr Spott oder ihr Terror
dauert eine Minute oder ganze Monate.
Ich allein habe den Schlüssel zu dieser wilden Parade.

ANTIK

Graziöser Sohn des Pan! Rund um deine Stirn, gekrönt mit Blumen und Beeren, deine Augen
kostbare Kugeln. Vom Braun gebeizt der Weinhefe, die Wangen hohl. Deine Zähne schimmern.
Deine Brust ist wie eine Zither, Glocken zirkulieren in deinem blassen Arme. Dein Herz schlägt in
diesem Bauch, wo der Sex schläft. Geh um in der Nacht, sanft bewegt die Oberschenkel, die
Unterschenkel und das linke Bein.

SCHÖNSEIN
Vorm Schnee eine hohe Schönheit. Flüstern des Todes und der Kreise der gedämpften Musik,
steigt sie, sich aufzubauen und zu zittern wie ein Geist im angebeteten Körper; Verletzungen
schwarz und Scharlach-Wunden in dem hervorragenden Fleisch. Die richtigen Farben des Lebens
zu vertiefen, zu tanzen und zu tauchen rund um die Vision, auf dem Schaum. Und es schaudert der
Aufstieg und das Grollen, und der Geschmack dieser rasenden Ladeeffekte mit tödlichem Zischen
und lauter Musik, dass die Welt, weit hinter uns, schleudert unsere Mutter der Schönheit - sie weicht
zurück, sie bäumt sich auf. Oh! unsere Knochen sind mit einem amourösen neuen Körper bekleidet.

. ***

O das aschgraue Gesicht, der Haarkamm, die Kristall-Waffen! Die Kanone, auf der ich mich
durch das Gewirr von Bäumen und durch die dünne Luft schieße!

LEBEN

1

Oh die großen Alleen des Heiligen, die Terrassen des Tempels! Was ist aus den Brahmanen-
Sprichwörtern erklärt worden? Von da, von dort, ich sehe immer noch die gleiche Alte! Ich erinnere
mich an die Stunden des Sonnenscheins und das Gold in den Flüssen, es steht der Campagne Hand
auf meiner Schulter und unsere Liebkosungen sind auf den Ebenen gespickt. - Ein Flug von
Scharlach-Tauben donnert rund um meine Gedanken - Exiliert hier, musste ich eine Szene spielen,
wo die dramatischen Meisterwerke aller Literaturen vorkamen. Sie werden benachrichtigt und
bringen unermessliche Reichtümer. Ich schaue mir die Geschichte an von den Schätzen, die du
gefunden. Ich sehe das Ergebnis. Meine Weisheit ist so verpönt wie das Chaos. Was ist mein Nichts
gegen den Stumpfsinn, der dich erwartet?

2

Ich bin ein Erfinder, viel besser als die, die mir vorangegangen sind, bin selbst Musiker, der so
etwas wie den Schlüssel der Liebe gefunden hat. Nun, ein Herr von einer erbitterten Campagne voll
nüchternen Himmels, versuche ich, mich auf die Erinnerung an die Kindheit zu konzentrieren, an
die Bettlerzeit, Lehrzeit oder die Ankunft in Holzschuhen, Polemik, fünf oder sechs Witwenschaften
zu bewegen, und wenige Hochzeiten, wo mein starker Kopf mich daran hinderte, bis zur Melodie
von Klassenkameraden. Ich bereue nicht meinen alten Teil an der göttlichen Heiterkeit: die
nüchterne Luft dieser bitteren Campagne ist sehr aktiv bei der Fütterung meiner grausamen Skepsis.
Aber da diese Skepsis nun umgesetzt werden kann, und außerdem habe ich mich einem neuen
Problem gewidmet, - ich erwarte eine sehr böse Verrücktheit.

3

Auf einem Dachboden, wo ich mit zwölf Jahren war, wusste ich, die Welt war verschlossen, da
illustrierte ich die menschliche Komödie. In einem Keller habe ich gelernt die Geschichte. In einer
gewissen Party-Nacht in einer nördlichen Stadt traf ich alle Frauen der alten Meister. Auf einer alten
Reise nach Paris ward ich gelehrt in den klassischen Wissenschaften. In einem schönen Haus, vom
ganzen Orient umgeben, habe ich meine immense Arbeit geleistet und verbrachte meinen illustren
Rückzug. Ich rührte mein Blut. Meine Aufgabe wurde überwiesen. Es sollte auch daran zu denken
sein. Ich bin wirklich aus dem Jenseits, und bekomme keine Provisionen.
ABFLUG

Genug gesehen. Die Vision hat die ganze Luft erfüllt.
Ich hatte genug. Klänge der Städte bei Nacht und die Sonne, und dies immer.
Genug erkannt. Die Urteile des Lebens. – O Töne und Visionen!
Abfahrt in Zuneigung und zu neuem Lärm!

ROYAL

Eines schönen Morgens, in einer sehr sanften Menschenmenge, schrieen ein großer Mann und
eine Frau auf einem öffentlichen Platz: „Meine Freunde, ich möchte sie zur Königin!“ – „Ich will
Königin sein!“ Sie lachte und zitterte. Er sprach mit Freunden der Offenbarung, der
abgeschlossenen Prüfungen. Sie fielen in Ohnmacht voreinander.
In der Tat waren sie Könige für einen ganzen Vormittag, wo karminrote Vorhänge wieder
aufstiegen an den Häusern, und den ganzen Nachmittag, wenn sie auf der Seite des Palmengartens
fortschritten.

ZUR VERNUNFT

Ein Tippen des Fingers auf der Trommel entlädt alle Klänge und beginnt die neue Harmonie.
Ein Schritt von dir, das ist die Erhebung der neuen Männer und ihre Demonstration.
Ihr Kopf dreht sich weg: die neue Liebe!
Ihr Kopf dreht sich, - die neue Liebe!
„Ändere du unsere vielen Nöte, verändre die Plagen, beginne mit der neuen Zeit“, singen diese
Kinder. „Studiere überall die Substanz unserer Geschicke und unsere Wünsche“, betteln sie.
Immer kommt, der überall hingehen wird.

MORGEN DER TRUNKENHEIT

O mein Guter! O mein Schöner! Wilde Fanfare, wo ich nicht zaudere! Staffelei magisch! Hurra
für die unglaubliche Arbeit und für die wunderbaren Körper, zum ersten Mal! Es begann in dem
Lachen der Kinder, da wird es enden. Dieses Gift wird in all unseren Adern bleiben, auch wenn die
Fanfare sich drehen wird, wir auf der alten Disharmonie gehen. Oh nun, wenn wir uns quälen mit
diesen Torturen! inbrünstig sammeln wir diese übermenschlichen Versprechen, die gemacht sind,
für unseren Körper und unsere Seele geschaffen: das Versprechen des Wahnsinns! Die Eleganz, die
Wissenschaft, die Kraft! Sie versprachen, im Schatten des Baumes von Gut und Böse uns zu
begraben, um die tyrannische Seriosität abzuschieben, damit wir unsere sehr reine Liebe
darbringen. Es begann mit einem gewissen Ekel, und es endet, - nicht auf der Stelle der Ewigkeit,
uns gegeben - es endet in einer Orgie von Parfüm.
O Lachen der Kinder, Wahl des Sklaven, Strenge der Jungfrauen, Horror von Gesichtern und
Objekten, Heiligkeit, die Erinnerung an diese Nachtwache. Es ist mit jeder Art von Grobheit
begonnen worden, siehe, es endet mit Engeln aus Flammen und Eis.
Wenig Schlaf der Trunkenheit, heilig! wenn auch nur für die Maske, die du uns geschenkt hast.
Wir erklären dir die Methode. Wir dürfen nicht vergessen, dass du gestern verherrlicht hast jeden
unseres Alters. Wir haben Vertrauen in das Gift. Wir wissen, wie wir unser ganzes Leben geben,
jeden Tag.
Dies ist die Zeit der Assassinen...

SPRÜCHE

Ein Strand für zwei treue Kinder, - wenn die Welt auf ein einziges dunkles Holz für unsere vier
erstaunten Augen reduziert wird, ein musikalisches Haus für unsere klare Sympathie, - ich werde
dich finden.
Es gibt hier auf der Erde einen einzigen alten Mann, ruhig und schön, von einem „beispiellosen
Luxus“ umgeben - und ich bin auf seinen Knien.
Ich erkannte all deine Erinnerungen - ich bin derjenige, der dich erwürgen könnte, - ich werde
dich erwürgen.

*

Wenn wir sehr stark sind - wer zieht sich zurück? Wer schwul ist, muß der für Spott sorgen?
Wenn wir sehr schlecht sind, was würden sie mit uns machen?
Versteck dich, tanze, lache. - Ich könnte niemals Amor aus dem Fenster werfen.

*

- Mein Kamerad, Bettler, Kind, Ungeheuer! wie es dir egal ist, diese unglücklichen Frauen, diese
Manöver, und meine Verlegenheit. Sich an uns zu klammern mit deiner Stimme ist unmöglich,
unmöglich deine Stimme! Lecke den Stiefelabsatz dieser abscheulichen Verzweiflung!

*

Ein trüber Morgen im Juli. Ein Geschmack von Asche fliegt durch die Luft - ein Geruch von
Holz schwitzt auf dem Herd – das Gemüse geröstet - die Plünderungen gehen vor - Nieselregen
über Kanälen von Feldern - warum nicht die Spielsachen und der Weihrauch?

*

Ich habe Seile von Kirchturm zu Kirchturm gespannt, Girlanden von Fenster zu Fenster, goldene
Ketten von Stern zu Stern, und ich tanze!

*

Der obere Teich dampft ununterbrochen. Welche Hexe wird gegen den weißen Sonnenuntergang
aufsteigen? Was für violette Blätter werden sinken?

*

Während öffentliche Gelder fließen, Brüderlichkeit in den Parteien herrscht, ertönt eine Glocke
von rosigen Feuern in den Wolken.

*

Man schmeckt einen angenehmen Geschmack von Tusche, ein schwarzer Pulver-Regen auf
meinem Wachtposten - Ich senke die Gewinde der Kronleuchter, ich werfe mich aufs Bett und
gewandt gegen die Schatten, sehe ich euch, meine Jungfraun! meine Damen!
PROLETARIER

Oh diese warmen Februar-Morgen. Der Süden kam, um unerwünschte Erinnerungen an
mittellose Menschen absurd zu machen, unser junges Elend zu lindern.
Henrike hatte einen Rock aus Baumwolle mit braunen und weißen Mustern, die im letzten
Jahrhundert erhöht werden mussten, eine Haube mit Bändern und ein Seidentuch. Es war viel
trauriger als die Trauer. Wir machten eine Tour in die Vororte. Der Himmel war bedeckt und der
Wind von Süden begeisterte all die schlechten Gerüche der verwüsteten Gärten und verdorrten
Wiesen.
Dies war nicht die gleiche Stelle, wo meine Frau mich müde machte... In einer Pfütze von der
Flut des Vormonats, auf einem ausreichend hohen Weg verließ sie mich und hat mich noch
hingewiesen auf die sehr kleinen Fische.
Die Stadt mit ihrem Rauch und dem Lärm der Händler folgte uns sehr weit auf den Wegen. Oh
die andere Welt, das Haus, vom Himmel und den Schatten gesegnet! Der Süden erinnerte mich an
meine Kindheit, an miserable Vorfälle, meine Verzweiflung war die schreckliche Menge an Kraft
und Wissen, das Schicksal ging immer von mir weg. Nein! wir werden nicht den Sommer in diesem
Land verbringen, in dem wir von den Geizigen nie als Waisenkinder behandelt werden. Ich möchte
diesen gehärteten Arm ziehen über ein teures Bild.

DIE BRÜCKEN

Grauer Himmel wie Kristall. Eine seltsame Konstruktion von Brücken, diese rechte Brücke,
diese bauchige oder anderer Nachkommen schräge Winkel, und diese Zahlen werden in anderen
Kreisen die Erneuerung des Kanals beleuchten, aber alles ist schon so lange da und leichter ist ihre
Verantwortung als die der Banken, verantwortlich für Kuppeln, die steigen und sinken. Einige
dieser Brücken sind noch mit Schuppen bedeckt. Andere behaupten, Pole, Signale und gebrechliche
Brüstungen zu haben. Moll-Akkorde kreuzen und drehen sich, klettern an Seilen über den Banken.
Wir unterscheiden eine rote Jacke, eventuell auch andere Kostüme und Musikinstrumente. Sind dies
populäre Melodien, Hits von herrschaftlichen Konzerten, Reste von öffentlichen Hymnen? Das
Wasser ist grau und blau, breit wie ein Arm des Meeres - Ein weißer Strahl, der vom Himmel fällt,
zerstört diese Komödie.

DIE CITY

Ich bin ein ephemerer und nicht zu unzufriedener Bürger einer modernen Metropole, weil alle
bekannten Geschmäcker sich in den Möbeln und dem Äußeren der Häuser als auch in der Stadt
ausgebreitet haben. Hier findest du keinen Grund, darauf hinzuweisen, dass dies die Spuren eines
Denkmals des Aberglaubens sind. Die Moral und die Sprache werden auf ihre einfachste Form
reduziert, endlich! Diese Millionen von Menschen, die nicht zu wissen brauchen, ob ähnliche Leute
ihnen Bildung bringen, einen Beruf und ein Alter, dass dieser Lauf des Lebens mehrmals kürzer
sein muss als das, was eine verrückte Statistik für die Völker des Kontinents errechnen wird. Auch
von meinem Fenster aus sehe ich Gespenster in neuen Rollen durch den dicken Kohlenrauch und
ewig, - unser Wald ist voller Schatten, unsere Sommernacht! - Die neuen Furien sind vor meinem
Haus, das meine Heimat und mein Herz ist, da alles hier so aussieht – es ist ein Tod ohne Tränen,
unsere aktive Tochter und Magd, und eine verzweifelte Liebe, und ein ziemliches Verbrechen
wimmernd im Schlamm der Straße.
SPUREN

Auf der rechten Seite das Sommer-Morgengrauen weckt die Blätter und die Abgase und den
Lärm dieser Ecke des Parks, und die Pisten links in ihrem violetten Schatten halten die tausend
schnellen Spurrillen auf der Straße feucht. O Parade der Feen! In der Tat: beladene Tankfahrzeuge
sind wie Tiere aus vergoldetem Holz, Masten und farbenfrohe Bilder, die galoppierenden zwanzig
Zirkus-Pferde und die Kinder und die Männer auf ihren erstaunlichsten Kreaturen; - zwanzig
Fahrzeuge, Beulen, geschmückt und wie antike Kutschen oder Geschichten, voll von Kindern in
einem Vorort, pastoral geschmückt, erblüht. - Auch Särge unter ihrem Baldachin der Nacht,
Lochfraß im Ebenholz, Federn, Spinnen der großen Trabrennen, blaue und schwarze Meere.

STÄDTE

Dies sind Städte! Sie sind ein Volk, die diese Rocky Mountains und diese Libanongebirge des
Traumas installiert haben! Bungalows aus Holz und Kristall bewegen sich auf unsichtbaren
Schienen und Rollen. Die alten Krater, umgürtete Kolosse aus Kupfer und Palmen brüllen melodiös
in den Feuern. Es klingt der romantische Urlaub, der über den Kanälen hängt hinter den Bungalows.
Die wilde Jagd des Glockenspiels in den Schluchten. Korporationen von Sängern und Riesen eilen
in der Kleidung und mit dem Banner hell wie das Licht auf die Gipfel. Auf Plattformen und in
Abgründen mitten drin singt der Roland seine Tapferkeit. Auf dem Gehweg des Abgrunds und über
den Dächern der Hitze der Himmel-Hotels brüsten sich die Masten. Der Zusammenbruch der
Apotheose erreicht Höhen-Bereiche, wo die weiblichen seraphischen Zentauren sich vor Lawinen
entwickeln. Über dem Niveau der höchsten Kuppen ist ein Meer von der ewigen Geburt der Venus
gestört, zuständig für orphische Flotten und das Treiben der Muscheln, Perlen und Edelsteine - das
Meer verdunkelt sich manchmal mit tödlichen Splittern. An den Hängen der großen Ernten von
Blumen sind unsere Waffen der Schnitter, wir brüllen. Prozessionen von Elfen in rotbraunen
Gewändern, Titania klettert durch die Schluchten. Dort oben, die Füße in der Kaskade und in den
Brombeeren, Hirsche säugen Diana. Die Bacchanten der Vororte schluchzen und der Mond brennt
und schreit. Venus betritt die Höhlen der Schmiede und Einsiedler. Gruppen von Glockentürmen
singen von den Ideen der Menschen. Burgen von Knochen, deren Schicksal unbekannt, haben eine
Musik gebaut. All die Legenden entstehen und Elche wandern in den Hauptverkehrszeiten durch die
Städte. Das Paradies der Stürme fällt in sich zusammen. Die Wilden tanzen unaufhörlich auf dem
Fest der Nacht. Und in einer Stunde ging ich hinunter in die Bewegung eines Boulevards von
Bagdad, wo ich das Unternehmen der Freude an der Arbeit gesungen habe, wieder unter einer
schweren Brise, zirkulierend ohne die Möglichkeit, den Geistern der Berge, wo wir zu finden sind,
zu entgehen.
Was nützen die Arme, was für schöne Stunden werde ich haben in dieser Gegend, wo sind mein
Schlaf und jede meiner Bewegungen?

VAGABUNDEN

Mitleidswürdiger Bruder! Die schrecklichen Nächte schuldete ich ihm! „Ich habe nicht genug
Glut für dieses Unternehmen. Ich hatte mit seiner Gebrechlichkeit gespielt. Meine Schuld, sollen
wir zurück gehen ins Exil, in die Sklaverei.“ Er deutete an, ich hätte Pech und eine sehr
merkwürdige Unschuld, und würde beunruhigende Gründe hinzuzufügen.
Ich antwortete mit einem Grinsen diesem satanischen Arzt und gewann schließlich den Weg zum
Fenster. Ich schuf, über der Landschaft, Bands seltener Musik, Phantome der Zukunft, vom
nächtlichen Luxus gekreuzt.
Nach dieser vagen Hygiene lag ich auf einer Matratze. Und fast jede Nacht, wenn ich einmal
schlief, würde der arme Bruder herein steigen, mit seinem dreckigen Mund, die Augen
ausgestochen, - wie das zu träumen ist! - Und er zieht mich in den Raum, heulend seinen Traum von
schwachsinniger Trauer.
Ich hatte in der Tat, in aller Aufrichtigkeit des Geistes, mich verpflichtet, ihn zu seinem
primitiven Zustand als Sohn der Sonne zurückzuführen - und wir wanderten, genährt vom Wein der
Kavernen und vom Biskuit der Straße, so beeile ich mich, zu finden den Ort und die Formel.

STÄDTE

Die offizielle Akropolis hat ein Design moderner Barbarei, die kolossalste Stadt. Unmöglich, den
Tag durch den matten, standhaft grauen Himmel, die Pracht der kaiserlichen Gebäude und den
ewigen Schnee auf dem Boden produktiv auszudrücken. Es wurde in einem einzigartigen
Geschmack die Ungeheuerlichkeit aller Wunder der klassischen Architektur wiederholt. Ich besuche
Kunstausstellungen in den Räumen zwanzigmal größer als Hampton-Court. Was für ein Bild! Ein
norwegischer Nebukadnezar hatte die Treppen-Abteilungen gebaut; Untergebene, die ich gesehen
habe, sind schon stolz auf diese Brahmas, und ich zitterte beim Anblick des Riesen, der Wachen und
Offiziere der Konstruktionen. Durch die Gruppierung von Gebäuden in Plätzen, Höfen und
Terrassen geschlossen, verdrängt es die Treiber. Parks stellen die ursprüngliche Natur durch eine
hervorragende Technik gearbeitet wieder her. Der obere Bereich hat unerklärliche Teile: einen Arm
des Meeres, ohne Boote, der rollt mit den streuglasgrauen Tuch zwischen den Docks, mit riesigen
Kandelabern beladen. Eine kurze Brücke führt zu einer Poterne unmittelbar unter der Kuppel der
Heiligen Kapelle. Diese Kuppel ist eine Stahlkonstruktion, Kunst von fünfzehntausend Fuß im
Durchmesser.
In einigen Punkten von Kupfer sind da Stege, Plattformen, Treppen und Hallen, die die Pfeiler
umgehen, so dachte ich, ich könnte die Tiefe der Stadt beurteilen! Dies ist das Wunder, dass ich
erkennen konnte, was die Ebenen der anderen Bereiche sind über oder unterhalb der Akropolis. Im
Ausland ist es für die Anerkennung unserer Zeit unmöglich. Das Einkaufszentrum ist ein Zirkus aus
einem einzigen Stil, mit gewölbten Galerien. Wir sahen keine Geschäfte. Aber der Schnee vom
Bürgersteig wird zerkleinert; wenige Nabobs so selten wie Wanderer an einem Sonntagmorgen in
London, den Kopf für eine Diamanten-Fähre. Ein paar Sofas aus rotem Samt: polare Getränke
werden mit einer Preisspanne von 800 bis 8000 Rupien serviert. Dem Gedanke, auf der Suche nach
Theatern in diesem Zirkus, antworte ich, dass die Geschäfte recht dunkle Dramen enthalten müssen.
Ich glaube, es gibt eine Schrift, aber das Gesetz muss so seltsam sein, dass ich aufgebe, einen Sinn
für das Abenteuer hier zu finden.
Der Vorort ist so elegant wie eine schöne Straße in Paris ist mit einem Hauch von Licht. Das
demokratische Element hat einige hundert Seelen. Auch hier sind die Häuser nicht hintereinander
liegend, es wird der Vorort selten in der Campagne, der Landschaft, die den Westen ewiger Wälder
und Plantagen bildet, auf denen gewaltige Herren auf ihrer Wilden Jagd ihre chronische
Unterfinanzierung beleuchten.

NACHTWACHEN

1

Dies ist die Ruhe, die weder Fieber noch Mattigkeit erleuchtet, auf dem Bett oder auf der Wiese.
Er ist der Freund, weder glühend noch schwach. Der Freund.
Dies ist die Geliebte, weder quälend noch gequält. Die Geliebte.
Die Luft und die Welt wollen das Leben zeigen. Das Leben.
- War es das?
- Und der Traum wurde aufgefrischt.

2

Die Beleuchtung reicht bis zum Baumhaus. Beide Enden des Zimmers, jedes Dekor, treten den
Erhebungen der Oberwellen bei. Die Wand gegenüber dem Wächter ist eine psychologische Folge
von Schnitten, Streifen, Streifen und Wetter und geologischen Akzidenzen. - Intensiver Traum von
sentimentalen Gruppen und schnell bevölkert mit Menschen aller Charaktere und aller
Erscheinungsart.

3

Lampen und Teppiche der Nachtwache bewegen nachts die Wellen an der Bordwand entlang und
um das Zwischendeck.
Das Meer der Nachtwache, wie die Brüste von Amalia.
Die Tapisserien, auf halber Höhe, Baumgruppen aus Spitze, smaragdgrüne Farbe, in denen die
Turteltauben der Nachtwache liegen.

Die Platte auf dem schwarzem Herd schlägt echte Sonnen, ah! Brunnen der Magie; bloßer
Anblick der Morgenröte, diesmal.

MYSTIK

Am Hang der Engel drehen sie ihre wollenen Gewänder im Grünland zwischen Stahl und
Smaragd.
Flammen springen auf in der Nähe der Spitze der Brustwarze. Am linken Rand des Bodens
werden alle Tötungsdelikte und alle Schlachten mit Füßen getreten, und alle Klänge spinnen ihre
katastrophalen Kurven. Hinter dem rechten Rand der Zeile orientiert sich der Fortschritt.
Und während die Band am oberen Rand des Tisches besteht aus rotierenden Scheiben, prellt das
Gerücht von Muscheln und menschlichen Nächten an,
Die Süße der Blumen und die Sterne am Himmel und die Ruhe des Gesichts hängen nach unten
am Hang wie ein Korb, uns gegenüber, und machen das tiefe Blau und den Geruch da unten.

MORGENRÖTE

Ich umarmte den Sommermorgen.
Nichts bewegte sich wieder vor dem Palast. Das Wasser war tot. Feldschatten waren nicht im
Wald unterwegs. Ich ging, erwachte lebendigen warmen Atems, und sah die Steine, und Flügel
stiegen ohne einen Laut.
Die erste Unternehmung war auf dem Weg bereits mit frischem und hellem Schimmer, eine
Blume, die mir sagte, wie ihr Name sei.
Ich lachte über den zerzausten blonden Wasserfall zwischen den Kiefern: auf dem Silber-Gipfel
erkannte ich - die Göttin!
Also stand ich auf und nahm ihr einen Schleier nach dem andern. Auf dem Gang fuchtelte ich
mit den Armen. Durch die Ebene ging ich, wo ich verurteilte den Schwanz. In der Stadt floh sie
unter den Türmen und Kuppeln hindurch, und lief wie ein Bettler auf den Marmor-Kais, da jagte ich
ihr nach.
An der Spitze der Straße in der Nähe eines Lorbeerhaines, hob ich ihren Schleier, und ich fühlte
mich ein wenig näher ihrem immensen Körper. Die Morgenröte und das Kind fielen nieder im Hain.
Nach dem Erwachen war es Mittag.

BLUMEN

Von einer Bank aus Gold, - unter den Kordeln aus Seide, grauer Gaze, grünem Samt und
Kristall-Scheiben, die schwarz wie Bronze in der Sonne sich drehen - ich sehe die Finger offen auf
einem Teppich aus filigranen Gold, Augen und Haare.
Goldmünzen auf dem gelbem Achat verstreut, Mahagoni-Säulen, eine Kuppel von Smaragden
umgeben Sträuße aus weißem Satin, und Höfe feiner Rubine umgibt das Rosenwasser.
Wie ein Gott mit riesigen blauen Augen und Formen von Schnee, Meer und Himmel, will die
Marmorterrassen das Publikum von jungen und kräftigen Rosen gewinnen.

VULGÄRE NACHT

Ein opernhafter Hauch öffnet Breschen in die Mauern, - verwischt die Konturen des
Schornsteins, - die Grenzen der verstreuten Häuser - über die Sonnenfinsternis. - Entlang der
Weinstöcke wird mich unterstützen der Fuß auf einem Wasserspeier - Ich stieg aus dem Wagen, in
dem die Zeit ziemlich durch den konvexen Spiegel ging, Paneele und geschwungene Sofas wurden
umgangen - Leichenwagen von meinem Schlaf, isoliert, das Haus war der Hirte meiner Dummheit,
es schaltet sich das Fahrzeug an auf dem Gras der geräumten Straße, und standardmäßig am oberen
Rand des Eises rechts kreisen die blassen Mond-Figuren, Blätter, Brüste - Eine grüne und sehr
dunkle blaue Invasion das Bild. Entkopplung an einer Grube von Kies.
- Und Sodom, - - Hier wirst du nach dem Sturm und Sodom pfeifen und wilden Tieren und
Armeen,
- (Postillion und Tiere denken, dass sie unter dem erstickenden Dickicht wieder aufzunehmen
sind, um bis zu den Augen in die Quelle der Seide zu stürzen).
- Und sende uns Sahne durch die Gewässer, und verschüttete Getränke rollen auf dem Bellen der
Hunde ...
- Ein Hauch verteilt die Grenzen der Heimat.

MARINA

Die Wagen von Silber und Kupfer -
Der Bug aus Stahl und Silber -
Löschschaum, -
Hebe den Stamm der Dornen -
Die Ströme des Moores,
Und riesige Furchen der Ebbe,
Die sich im Kreis drehen nach Osten,
Um die Säulen des Waldes -
Trommeln auf dem Pier,
Deren Winkel wird getroffen durch Wirbelwinde von Licht.

WINTERFEST
Der Wasserfall klingt hinter den Hütten der komischen Oper. Verlängere du die Kronleuchter in
den Gassen und in den Gärten der benachbarten Mäander - Grün und Rot des Sonnenuntergangs.
Nymphen des Horaz ganz oben aus dem ersten Kaiserreichs - Rundherum sibirische Tänze,
chinesische Tänzerinnen wie bei Boucher.

ANGST

Ist es möglich, dass du mir verzeihst die Ambitionen immer wieder, zerkleinert - eine feine leichte
Reparatur, das Alter von Armut, - pro Tag Erfolg, den wir auf der Schande unserer Unfähigkeit
tödlich verschlafen.
(O Flossen von Diamant – Liebe! Kraft! - höher als alle Freuden und alle Herrlichkeit - Wie auch
immer, überall - Dämon, Gott, - Jugend wird dies sein - ich!)
Dass Unfälle einer wissenschaftlichen Magie und soziale Bewegungen der Brüderlichkeit als
progressive Wiederherstellung der erste Freiheit gepflegt werden?...
Doch die Vampire, die uns festhalten, geben den Befehl: amüsieren wir uns mit dem, was sie uns
hinterlässt, oder sonst sind wir die lustigsten Leute.
Sich wälzen in Verletzungen, per Flugzeug und Schiff ermüdend; sich zu quälen mit der Stille des
Wassers und der mörderischen Luft, die Folter, in ihrem Schweigen furchtbar, macht mich
stürmisch lachen.

METROPOLITAN

Straßen von Indigo, Meere wie bei Ossian, der Sand ist pink und der orangene Himmel von
Tränen gewaschen, überquert werden die Boulevards aus Kristall sofort von den jungen armen
Familien, dass Futtermittel in Früchte umgesetzt. Nichts ist reich. - Die Stadt!
Asphalt-Wüsten fliehen in Unordnung vor dem Recht mit Platten aus Nebel, in furchtbaren
Bändern sich im Himmel zu verbreiten, dass in den Kurven die Schritte zurückfallen, durch den
düstersten schwarzen Rauch, so könnten der Ozean in Trauer und Helme und Räder gebildet sein ,
die Boote. - Der Kampf!
Sucht: Diese Holzbrücke, gewölbt, die letzten Gärten von Samarien, diese Masken, von der
Laterne beleuchtet, peitschten die kalte Nacht, der Meerjungfrau Kleid ist dumm, laut ist es am
unteren Rand des Flusses: die leuchtenden Schädel, die Pläne, die Erbsen - und andere
Phantasmagorien – die Campagne.
Straßen von Mauern und Toren gesäumt, kaum da mit ihren Hainen, und Blumen würden
Schwestern mit grausamen Herzen, Damaskus vernichtender Länge, - Aristokratien mit magischem
Besitz von links-rheinischen Ländereien, japanischen Gärten, noch fit zu bekommen die Musik der
Alten - und es gibt Hotels, die nie sich mehr öffnen - es gibt Prinzessinnen, und wenn du nicht zu
überwältigt bist: die Lehre von den Sternen - der Himmel.
Der Morgen. Kämpfe du unter den Scherben von Schnee, grünen Lippen, Eis, schwarzen Fahnen
und blauen Strahlen, Parfums und Purpur der polaren Sonne - deine Stärke.

DER BARBAR

Lange nach den Tagen und Jahreszeiten und Menschen und Ländern,
Der Pavillon von rohem Fleisch auf der Seide der Meere und arktischen Blumen; (sie existieren
nicht.)
Erholte er sich von den alten Fanfaren des Heldentums - die immer noch ergreifen das Herz und
den Kopf - weit weg von den alten Killern -
Oh! Der Pavillon von rohem Fleisch auf der Seide der Meere und arktischen Blumen; (sie
existieren nicht)
Süßigkeiten!
Es lodert der Regen in Böen von Frost - Süßigkeiten! - Brände im Regen, der Wind von
Diamanten, durch das Herz geworfen der ewigen Erde, für uns verkohlt. - O Welt! -
(Weit entfernt von den alten Lieblingsplätzen und alten Flammen, hören wir, fühlen wir,)
Töpfchen und Abschaum. Musik, Transfer und Abgründe, Zusammenprall von Eis und Sternen.
O Süße, o Welt, o Musik! Und dort, die schwimmende Formen, Schweißausbrüche, Haare und
Augen. Und weiße Tränen, und Kochendes, - O wie süß! - Und die weibliche Stimme erreicht den
Boden der Arktis, die Vulkane und Höhlen.
Der Pavillon...

DIE FEE

Für Helena die ornamentalen Säfte verschworen sich mit der Jungfrau im Schatten und
teilnahmsloser Ausstrahlung in astraler Stille. Die Hitze des Sommers wurde für stille Vögel und
Trägheit benötigt, eine unbezahlbare Trauer, das Boot wurde durch Schleifen von toten Geliebten
und versunkenen Parfums mir anvertraut.
- Nach der Zeit der Luft, die Holzfäller hören das Gerücht von dem Strom unter den Trümmern
des Waldes, und das Klingeln des Viehs, die Echo des Tales und der Steppen. -
Kinder der Helena frösteln in den Fellen und Schatten - und unter den Armen, und die Legenden
des Himmels.
Und ihre Augen und ihr Tanz überlegen sogar die kostbaren Stücke mit Einflüssen von Kälte,
Freuden der Landschaft und einzigartiger Zeit.

KAMPF

Kind, geschärft sind die bestimmte Himmel meiner Sicht: alle Zeichen verfeinern mein Gesicht.
Die Phänomene wurden geweckt. - Nun jagen die ewigen Beugungen der Momente und die
Unendlichkeit der Mathematik mich durch diese Welt, wo ich alle erfolgreichen, zivilen,
angesehenen, seltsamen Erkrankungen bei Kindern und Riesen gelitten habe. - Ich träume von
einem Kampf der Gesetze oder der Kraft, wenn auch mit unerwarteter Logik.
Es ist so einfach wie eine musikalische Phrase.

BALANCE

Zu verkaufen, was die Juden nicht verkaufen, was weder Adel noch Verbrechen gekostet haben,
nicht konfrontiert werde diese Liebe und verflucht sei die höllische Redlichkeit der Massen, dass
weder die Zeit noch die Wissenschaft zu erkennen brauchen;
Die Stimmen sind gemischt, das brüderliche Erwachen aller Chöre und der Orchesterleitung
schafft Energien und ihre Anwendungen sofort, bei dieser Gelegenheit, einzigartig, um unsere Sinne
auszulöschen!
Zu verkaufen ist der Preis ohne den Körper, aus jeder Rasse, aus jeder Welt, aus jedem
Geschlecht, aus jeder Nachkommenschaft! Reichtümer sprudeln bei jedem Schritt! Unkontrollierter
Verkauf von Diamanten!
Zu verkaufen ist die Anarchie für die Massen; unbändige Befriedigungen für höhere Liebhaber;
der grausame Tod für die Gläubigen und die Liebhaber!
Zu verkaufen sind Häuser und Wanderungen, Sport, Verzauberungen und perfekter Komfort und
Lärm, Bewegung und die Zukunft!
Zum Verkauf stehen Maschinen-Anwendungen und es entspringt eine ungehörte Harmonie.
Funde und Begriffe sind nicht im Verdacht des unmittelbaren Besitzes,
Momente und Sinne sind die unendliche unsichtbare Pracht, unmerklich den Freuden - und ihre
Geheimnisse sind zum Verrücktwerden für jedes Laster - und seine erschreckende Fröhlichkeit ist
für den Pöbel -
Den Körper, die Stimme, den ungeheuren Reichtum, unfraglich ist es das, was wir nie verkaufen
werden. Anbieter sind wir nicht mehr, nicht nach dem Verkauf! Reisende müssen nicht ihre
Provision so schnell machen!

DIE LANDZUNGE

Die goldene Morgenröte und der Schüttelfrost am Abend, so findest du unsere Brigg, die vor der
Villa und ihren Nebengebäuden liegt, die eine Landzunge, so umfangreich wie der Epirus und der
Peloponnes, oder die Hauptinsel von Japan, oder Saudi-Arabien! Beleuchtet durch den Beginn der
Theorien, illustriert die riesige Aussicht auf die Küste durch Abwehrkräfte moderner Dünen mit
warmen Blumen und Bacchanalien; große Grachten von Karthago und Venedig in einer Pfanne aus
Böschungen; aus weichen Eruptionen Ätnas und Spalten mit Blumen und Wasser aus Gletschern,
sie waschen die Häuser, die von Pappeln umgeben sind aus Deutschland, seltsame Parks von
Bäumen, Köpfe für Japan, die runden Fassaden des „Royal“ oder „Le Grand“ von Scarborough oder
Brooklyn, Eisenbahnen und ihre Flanken, eingegraben, ein Blick auf die Bestimmungen dieses
Hotels, in der Geschichte der elegantesten und kolossalsten Konstruktionen von Italien, Amerika
und Asien, deren Fenster wählen nun die Terrassen voller Lichter, Getränke und Brisen reichen
heran, sind offen für die Köpfe der Reisenden und Adligen - das heißt, das Tageslicht zu
ermöglichen, allen den Tarantellas der Küste - und sogar klimpern die Täler der illustren
Kunstwerke, schön schmücken die Fassaden das Palais.

HINGABE

Für meine Schwester Louise Vanaen van Voringhem: - Ihre blaue Haube wandte sich an die
Nordsee. - Für die Schiffbrüchigen.
Für meine Schwester Leonie Aubois Ashby. Ein Bau. - Das Gras wird brummen und stinken. -
Fieber von Müttern und Kindern.
Für Lulu, - Dämonin - wer hat sich einen Geschmack für die Oratorien der Freunde und die Zeit
seiner unvollständigen Ausbildung erhalten? Die Männer! Und Madame ***.
Für den Jugendlichen, der ich war. An diesen alten Heiligen, diese Einsiedelei oder Mission.
Im Geist der Armen. Und im Geiste eines sehr hohen Klerus.
Sowie im Gottesdienst an jedem Ort der Anbetung und an der Gedenkstätte bei solchen
Ereignissen, wir sollten gehen, je nach den Wünschen unserer eigenen Zeit oder umgekehrt,
jedenfalls ernst.
Heute Abend Eisspeise, Fett und Fisch, und alles beleuchtet, wie die zehn Monate der roten
Nacht, - (ihr gelbes Herz und Sperma), - für mein eigenes stilles Gebet in dieser Region der Nacht
von Tapferkeit und heftiger noch dieses polaren Chaos.
Um jeden Preis und mit allem der Luft, sogar auf metaphysischen Reisen. - Aber immer alles um
so mehr.

DEMOKRATIE

„Die Flagge geht über die verfaulte Landschaft, und unsere Mundart dämpft die Trommel.“
„In den Zentren werden wir füttern die zynischste Prostitution. Wir töten die logischen
Revolten.“
„In Ländern, pfeffrig und feucht - Im Dienste der ungeheuerlichsten militärischen oder
industriellen Betriebe.“
„Auf Wiedersehen hier und überall den Wehrpflichtigen, die guten Willens sind, müssen wir die
Philosophie kennen, die Wissenschaft der wilden Unwissenden, das Rechnen für den Komfort; die
Wende für die Welt wird dies und dies ist die eigentliche Arbeit: Vorwärts! Auf die Straßen!“

SZENEN

Die alte Komödie setzt ihre Vereinbarungen fest und verteilt ihre Idyllen:
Boulevards der Böcke.
Ein langer Holzsteg von einem Ende zum anderen aus einem felsigen Gebiet, wo die Menge
barbarisch sich entwickelt unter den kahlen Bäumen.
In den Korridoren der schwarzen Gaze, auf den Spuren der Wanderer an Laternen und Blättern.
Vögel der Geheimnisse, herabsteigend auf einen Pier des Mauerwerks vom Archipel, bedecken
die Zuschauer, und die Boote sind bewegt.
Lyrische Szenen von Flöte und Trommel in Bögen reduziert unter den Decken, von den Salons
der modernen Clubs oder Hallen des alten Orients begleitet.
Die Magie des Manövers an der Spitze eines Amphitheaters von Feldgehölzen, gekrönt - oder
man rührt an Böotien, im Schatten des Waldes am Rande des Wanderfeldbaus.
Die komische Oper basiert auf einer Bühne, an der Schnittkante von zehn aufrechten Wänden
der Galerie unterteilt.

HISTORISCHE NACHT

An manchem Abend, zum Beispiel, sind da die naiven Touristen, voll von unserem
wirtschaftlichen Schrecken, die Hand eines Meisters spielt Cembalo auf den fernen Wiesen;
Spielkarten liegen am unteren Rand des Teiches, der Spiegel erinnert an Königinnen und niedliche
Heilige, Schleier und Söhne der Harmonie, Chromatik und Legenden, in dem Sonnenuntergang.
Er schaudert bei der Passage von Jagden und Horden. Komödie auf der Bühne des Grases. Und
Verlegenheit der Armen und Schwachen nach diesen dummen Plänen!
In seiner Vision ein Sklave - Deutschland arbeitet für die Monde; Tartarische Wüsten werden
beleuchtet - Revolten alten Schwarms in der Mitte des Himmlischen Reiches, von den Treppen und
Stühlen gestürzt - ein wenig blasse und flache Welten des Westens und Afrikas werden gebaut.
Dann wird ein Ballett von bekannten Meeren und Nächten aufgeführt, ein wenig wertlose Chemie
und unmögliche Melodien.
Die gleiche bürgerliche Magie in allen Punkten, wo wir den Rumpf einführen werden! Der
elementarste Physiker fühlt, daß es nicht mehr möglich ist, die persönliche Atmosphäre, die
körperliche Reue, eine Feststellung, die bereits ein Leiden einreicht.
Nein! - Die Zeit des Ofens, entfernter Meere, Verbrennungen des Untergrunds, der Planeten und
der daraus folgenden Vernichtung, diese angegebenen Gewissheiten mit so wenig Bosheit in der
Bibel gefunden und bei den Nornen, und das wird schwer zu überwachen sein. - Aber es wird nicht
ein Effekt der Legende sein!

DER GRUND

Tatsächlich ist Mangel an Dornen mein toller Charakter - war ich noch mit meiner Frau in einem
blaugrauen Vogel, drückte in die Decke hängende Formen und stellte den Flügel in den Schatten des
Abends.
Ich war am Fuße des Baldachins, zu unterstützen seine Juwelen und seine geliebten Meisterwerke,
die körperlichen, ein großer Bär mit lila Fell und Zahnfleisch, haarig, voller Trauer, Augen voll
Kristall und Silber-Tropfen.
Alles ist dunkel und feurig das Aquarium. Am Morgen - kriegerische Anfänge des Juli - Ich rannte
zu den Bereichen der Esel, der Trompeten und ließ wehen meine Beschwerde, bis die Außenbezirke
der Sabinerinnen sich auf meine Brust warfen.

HASCH

Alle Ungeheuerlichkeiten verletzen die wilden Gesten von Hortensia. Ihre Einsamkeit ist
erotische Mechanik, ihre Müdigkeit ist die Dynamik der Liebe. Unter der Aufsicht eines Kindes,
das war sie, um ein Vielfaches gespielt, das Verbrennen der Rassenhygiene. Ihre Tür ist offen für
das Elend. Hier ist die Moral entkörpert eines existierenden Wesens in seiner Leidenschaft oder
seinem Handeln. - O schreckliche Schauder, der Novize liebt auf dem Boden blutig und der klare
Wasserstoff wird Hortensia finden.

DIE BEWEGUNG

Gischt am Ufer des Wasserfalls,
Die Kluft bis zum Heck
Die Drehzahl der Rampe,
Die große aktuelle Modeerscheinung
Angeführt von den unglaublichen Lichtern
Und neue chemische Verbindungen,
Reisende von Wasserhosen über dem Tal umgeben
Und der Strom.

Dies sind die Eroberer der Welt,
Ich suche das persönliche chemische Glück;
Sport und Komfort, eine Reise mit ihnen;
Sie nehmen Bildung an,
Rassen, Klassen und Tiere auf diesem Schiff.
Ruhe und Schwindel
Angesichts des Regengusses,
Die schrecklichen Nächte des Studiums.

Wegen der Diskussion unter den Geräten, - Blut, Blumen, Feuer, Schmuck -
Aufgeregte Konten des Flüchtlings an Bord,
- Man sieht, er rollt wie ein Deich über den hydraulischen Antriebsmotor,
Monströse Wesen, endlos erhellende - ihr Bestand an Studien; -
Sie jagten in der harmonischen Ekstase,
Und das Heldentum der Entdeckung.

Unfälle sind meistens überraschend in der Atmosphäre,
Ein paar Jugendliche auf der Arche isoliert,
- Haben wir vergeben die alte Wildheit? -
Und singt und steht!
DER GENIUS

Er ist Zuneigung, und das war das Haus, offen für den Winter und schaumig das Gerücht des
Sommers - wer hat die Getränke und Speisen gereinigt? – er ist der Charme der Orte und die Flucht
der übermenschlichen Freude der Stationen. - Er ist Zuneigung und zukünftige Stärke, und wir
lieben ihn, stehend in Wut und Langeweile, finde du ihn, zu gelangen in den stürmischen Himmel
und zu dem Banner der Ekstase!
Er ist die Liebe, die perfekte Maßnahme, neu erfunden, der wunderbare und unerwartete Grund,
und er ist die Ewigkeit: die geliebte Maschine des Todes. Wir haben alle die Schrecken seiner
Konzessionen bekannt: O Freude an unserer Gesundheit, Dynamik unserer Fakultäten, egoistische
Liebe und Leidenschaft für ihn – für ihn, der uns liebt mit seinem ewigen Leben ...
Und wir erinnern uns und reisen ... Und wenn Anbetung kniet, Ringe geben ihr Versprechen, die
Ringe für ihn... Weg mit diesem Aberglauben, diesen alten Körpern, diese Paare und diese
Altersklassen - Es ist die Zeit, er hat es versenkt!
Er ging nicht, er kommt nicht wieder herab zu einem Himmel, uns wird er nicht erreichen, die
Erlösung vom Zorn der Frauen und Männer und von den Lustbarkeiten aller Sünden: für sie
gemacht wird, dass sie da geliebt werden.
O seine Atemzüge, seine Köpfe, seine Rassen, die schreckliche Schnelligkeit der Vollkommenheit
der Form und Aktion.
O Geist der Fruchtbarkeit und der Weite des Universums!
Sein Körper! Man träumte vom Durchbrechen der neuen Gewalt!
Seine Vision, sein Anblick! alle alten knieenden Aussagen und Sätze über ihn.
Sein Tag! die Aufhebung allen Leidens in Ton und bewegter intensiver Musik.
Sein Schritt! Migrationen mehr als die alten riesigen Invasionen.
Oh, Er und Wir! Stolz, wohlwollender als verlorene Liebe.
O Welt! - Und der klare Gesang der neuen Kreuze!
Er wusste uns alle geliebt und liebte uns alle, lass es uns wissen, in dieser Winter-Nacht, von Kap
zu Kap, vom Pol zum tumultartigen Schloss, die Menschenmenge am Strand, schaut es in den
Blicken, Kraft und müde Gefühle, ihn zu sehen, und zurückzukehren, und wie die Gezeiten und die
hohen Wüsten aus Schnee, seinen Ansichten zu folgen - den Atem anzuhalten - seinen Körper –
seinen Jüngsten Tag.

MEINE FRANZÖSISCHE GELIEBTE
Die Schäferin: Paris, obwohl er Hirte war, sich die weise Helene nahm. Der Schäfer: Und ich, weil
ich Helena küsst, meine Hirtin. Die Schäferin: Sei weniger stolz, mein indiskreter Junge, ein Kuss
ist nichts! Der Schäfer: Ein einfacher Kuss hat tausend Reize! Die Schäferin: Gut, ich wische mir
den Mund, und ich werde deinen Kuss löschen. Der Schäfer: So lösche den Kuss! Lass mich dir
einen andern geben! Die Schäferin: Geh, küsse deine Jungkühe, du triffst ein Mädchen, das noch
rein ist. Der Schäfer: Sei weniger stolz: Die Jugend flieht wie ein Traum. Die Schäferin: Rosinen
behalten ihren Geschmack und ein Mann nimmt immer noch verblichene Rosen. Der Schäfer:
Komm in den wilden Ölbaumwald, ich habe dir zwei Worte zu sagen. Die Schäferin: Nein, nein, Du
machtest bereits einen Fehler mit deinen süßen Worten. Der Schäfer: Komm, höre Abalone in
diesen süßen Klängen meiner Flöte! Die Schäferin: Lass es, ist es ein Spaß für dich, fürchte ich
doch die Gefahr. Der Schäfer: Komm, junge Schäferin, fürchte den Zorn der Venus! Die Schäferin:
Venus, was kümmert sie mich? Diana beschützt mich! Der Schäfer: Sprich nicht, damit sie dich
nicht bestrafe, und du fällst in die Falle der Venus. Die Schäferin: Lass Venus tun, was sie will,
Diana wird wissen, wie sie mich verteidigen kann. Deshalb nimm deine Hand zurück oder ich
werde dein Gesicht zerkratzen. Der Schäfer: Du wirst nicht der Liebe entfliehen, da leiden alle
Mädchen Amors Gesetz. Die Schäferin: Ich entging dem Amor, ich schwöre beim Gotte Pan! Lässt
du mir meinen Schleier? Der Schäfer: Ich fürchte, dass ich liebe dich mehr, als eine Ehefrau
verdient. Die Schäferin: Viele wollten mir ihre Hand geben, aber keiner gefiel mir. Der Schäfer:
Und ich, allein, frage dich, gibst du mir dich? Die Schäferin: Was ist zu tun, mein Freund? Das
Jungfernhäutchen verliert sich mit so viel Qual! Der Schäfer: Das Jungfernhäutchen hat keine
Schmerzen oder Leid zu fürchten, es bietet nur Freuden! Die Schäferin: Aber Frauen, so heißt es,
sollen leben in Ehrfurcht vor ihren Ehemännern. Der Schäfer: Sag lieber, dass die Frauen über die
Männer herrschen! Hast du etwa Angst vor deiner Schönheit? Die Schäferin: Ich fürchte zu
gebären, die Wunde der göttlichen Hebamme ist grausam. Der Schäfer: Aber Diana, deine
Beschützerin, wacht über die Geburten. Die Schäferin: Wenn ich eine Mutter werde, werde ich
meine Schönheit verlieren! Der Schäfer: Du findest sie in deinen Kindern wieder. Die Schäferin:
Wenn ich zustimmen, was schenkst du mir zur Hochzeit? Der Schäfer: Alles, Vieh, Bäume, Weide.
Die Schäferin: Schwöre mir, mich nicht nach unserer Heirat zu verlassen! Der Schäfer: Ich
schwöre, beim Pan! Nein, ich werde dich nie verlassen, und solltest du mich auch verbannen von
deinem Angesicht! Die Schäferin: Willst du mir ein Brautbett, ein Haus, einen Stall schenken? Der
Schäfer: Oh ja! Ich gebe dir ein Ehebett, und das ist, was ich für dich tue, ich gebe dir diese feine
Weide und Herde. Die Schäferin: Was soll ich meinem Vater sagen? Ja, was soll ich sagen? Der
Schäfer: Er wird das Jungfernhäutchen genehmigen, wenn er meinen berühmten Namen kennt. Die
Schäferin: Sag mir deinen Namen: der Namen des geliebten Menschen ist immer schön. Der
Schäfer: Ich heiße Daphnis. Die Schäferin: Deine Familie ist ehrlich, meine nicht weniger. Der
Schäfer: Nicht ganz so, denn du bist die Tochter deines Vaters. Die Schäferin: Zeige mir deinen
Wald, wo dein Hirte ist! Der Schäfer: Komm und sieh meine hohen immergrünen Zypressen! Die
Schäferin: Das ist ein Zelt für meine Ziegen, ich werde in dem Bereich meinen Hirten sehen. Der
Schäfer: Weide meine Schafe, und ich werde dir mein Holz zeigen, meine Schäferin. Die Schäferin:
Was machst du da? Warum die Hand unter meinen Schleier? Der Schäfer: Ich möchte diese runden
Äpfel sehen! Die Schäferin: O Pan! Ich bin ganz verwirrt! Deshalb nimm deine Hand zurück! Der
Schäfer: Mach dir keine Sorgen, meine schöne Schäferin, warum zitterst du? Du bist zu schüchtern.
Die Schäferin: Wirf mich auf den nassen Boden! Ah! Meine besten Kleider ruiniert! Der Schäfer:
Dies wird das Vlies mir gewähren. Die Schäferin: Du zerreißt meinen Gürtel! Aber was tust du?
Der Schäfer: Devotion für meine Venus, mein erstes Angebot. Die Schäferin: Halt, Schelm! Da
kommt jemand, ich höre ein Geräusch. Der Schäfer: Diese Abalone feiert unsere Ehe. Die
Schäferin: Du zerreißt meinen Schleier! Ich bin nackt! Der Schäfer: Ich gebe dir einen besseren
Schleier. Die Schäferin: Ja, jetzt versprichst du alles, später gibst du mir nichts. Der Schäfer: Ah!
warum kann ich nicht meine ganze Seele dir schenken? Die Schäferin: O Diana! Sei nicht böse! Ich
folge dir Ungläubigem. Der Schäfer: Ich opfere eine Jungkuh dem Amor, einen Stier der Venus. Die
Schäferin: Ich kam unschuldig und nun bin ich verheiratet. Der Schäfer: Besser Ehefrau und Mutter
als nutzlose Tochter, deine Brüste sollen nähren unsere Kinder. - So murmelte der junge Liebhaber
in der Mitte ihrer süßen Liebe. Das Paar heimlich vereinigt, geht, die Schäferin zurück zu ihren
Schafen, Röte auf den Wangen, aber Freude im Herzen, und der Schäfer, stolz auf seine Eroberung,
glücklich verbunden, zu seinen Bullen.

*

Sie:

Großes eben geschehen ist, ich interessierte mich für einen Ritter, den ich als Diener hatte, habe die
ganze Zeit gewusst, wie ich ihn so sehr liebte, aber jetzt bin ich verraten, weil ich ihn, den ich liebe,
abgelehnt habe. Aber ich war im Bett wie jede große Törin gekleidet. Wie würde mein Ritter einen
Abend in meinen Armen liegen, dass ich ihn allein halte, er wäre erfüllt, ich würde Kissen unter
meine Hüften legen, weil ich mehr in der Liebe bin, als wäre ich Flora Blanchefleur. Meine Liebe
und mein Herz gab ich ihm, meine Seele, meine Augen und mein Leben. Freue dich, mein Lieber,
so schön und gut, wenn ich dich finde und zu Bett gehe mit dir heute Nacht! Und die Liebe gibt dir
einen Kuss, kein Vergnügen wird besser sein als das deine, wenn du mir versprichst zu tun, was ich
will.

*

Sie:

Steh schnell auf, meine Liebe! - Meine Lieber Gott sprach zu der Jungfrau in seiner göttlichen
Schrift: Ich bin die Schönheit der göttlichen Liebe! Komm schnell, meine süße Taube! Das Land ist
wieder grün und neu gekleidet, hergestellt sind viele Blumen von Wert und Preis, ja, der Regen und
Winter sind ärgerlich, aber die bösen Geister sind Vergangenheit, und dieses Mal erneuert sich die
Welt. Der regnerische Winter, das war das alte Gesetz, doch dieser anmutige Frühling, das ist Gnade
und Glauben, dass die Blumen überall umher glänzen, die wurden hervorragend schön gemacht,
weil der große Gott Liebe hat für die, welche er als Ehefrau und Mutter erwählte.

*

Sie:

Bildhauer meiner Sinne, weich und verrückt, unendliches Fieber deiner Hand...

*

Sie:

Gierigen Mundes anzügliche Explosion aller deiner Sinne!

*

Sie:

Mörderischer Sommer! Lass uns in Freude leben unsre Liebe. Lecke mein blaues Aug! Zähme
deine Ängste! Deine Tränen sehen den Himmel voller Trunkenheit in der Luft! Zurück zu unserer
dunklen Zeit und der Liebe Verlangen! Pflücke mit all deinen Fingern von den Lippen Seide für
mich!

*

Sie:

Das Jammern in deinen Armen zu fühlen, war es meine Freude, das Streicheln nicht zu beenden,
ohne zu vergessen, den Morgen auf Flügeln von lumen zu finden. Als leichte Feder mich dir zu
präsentieren und einzutauchen, kann ich nicht widerstehen, da ich ertrinken würde in dir.

*

Sie:

In der Flutwelle oder dem Kamm der Wellen treiben die, die Backbord oder Steuerbord surfen. Die
Nieren verlieren meinen Kompass, im nördlichen Bogen erleidet meine Muschel einen Schock.
Spritzer bot der weiße Schaum. Auf der Sturm-Skala wird meine Sturmflut nicht mehr gemessen.
Mein Boot, warst du bereit für die Insel Kythera? Walzer tanzen die Möwen. Ein Spray benetzt
meinen nassen Körper der Kollision im Hafen voller Vergnügen.

*

Sie:

Das Spiel der Begierde macht Vorschläge für einen süßen Geschmack, Er kam wie ein Kuchen: Ja,
iss mich!

*

Freundin, du sagst: Erotik ist ein Reich der Erwartung und Aufmerksamkeit. Als Prophet gemäß den
Psalmen habe ich meine Religion. Du verfeinerst deine Literatur, deine Gedichte, um erfolgreich zu
spielen die schöne Erotomanie. Deine neue erotische Venus und die lustigen Vögel machten mich
hektisch auf dem Papier der beunruhigenden Worte: Bilder zart und heiß, manchmal weiblich,
manchmal männlich, meine zitternden Hände offenbaren die Matrix meiner lasziven Maschine. So
oft ich versuche, dich nicht aus den Augen zu verlieren, verliere ich mich an deinen Geist und im
Schlaf an die nackte Transparenz.

*

Sie:

Er küsste sie und hielt ihre Brustwarzen, es ging ihm durch die Kehle die zweifarbige Brust voller
Süße und Harmonie und in diesem Punkt war seine heimliche Leidenschaft und ich liebe ihn, aber
er gähnt. Dann waren wir an einem Ort, wo es keine Angst brauchte, wir konnten einander gut
zuhören, die Zuneigung hat uns sehr glücklich gemacht, uns zu küssen. In einem Garten mit unseren
Medaillons und einer Rose, die riecht unendlich gut, da haben wir es gemacht. Dann, ohne
nachzudenken, endete unsere Rede, dem Spaß am Spiel haben wir uns wieder zugewandt und
werden uns noch oftmals küssen

*

Die Lamentationen des jungen Mannes: Verheiratet bin ich mit zwei Frauen, sie haben beide keine
große Lust, weil mir zu schwach der Kopf war. Immer gab es endlosen Lärm und Geschrei hinter
mir, ich fürchte sie mehr als Blitze und Sturm. Herren, Kaufmänner und Menschen der Kirche, die
diese Zeilen lesen, habt Glauben an meinem Wahnsinn: Für die Frauen bin ich viel gerannt.
*

Bis vor die Haustür begleitete ich frei deine schöne Gestalt des Körpers, dass Tag und Nacht ein
großes Fest geworden ist. Geh, weil ich so bewundere, wie dein süßes Gesicht in mir bleibt,
graviert, ein Aufdruck, dass selbst vom Tod es kann nicht gelöscht werden: Wenn ich mich an das
ganze Jahrhundert wende, werden diejenigen, die meinen toten Körper tragen, am Grab dein
Zeichen auf meinem Gesicht sehen. Als ein Kind betrachtete ich ein Altarbild, da blieben die Farben
der Bilder, die nicht als Gold mir ablenkte mein reines Herz, kann also die Gefangenschaft dieses
Bild in mir behoben werden? O Kreis der Liebe, die den Körper und die charmante Gnade umfängt,
ich betrachte dich und wie Gott bewundere ich dich und bin so glücklich, dass die Liebe
durchdringt mich. Also nimm mich an! Die Charta geht über die brennende Liebe, als wenn in
einem sicheren Ort, hinter Schloss und Riegel, war mein ganzer Körper eingeschlossen, ohne zu
bewegen die Gliedmaßen. Für die Liebe, die das Herz stärkt, Schöne, hab ein Auge auf mich! Ich
habe Angst, und will dich nicht verlassen. Errichtet in deiner Liebe allein, o weiße Taube, Schöne,
unvergleichliche Präsenz und edel, hat Gott deinen Körper schöner gemacht als alle die Körper, und
das Lachen und die sanfte Beleuchtung als Schmuck dir gegeben. Aus durchdringender Liebe bist
du mein Sternbild. Wenn ich dich sehe unter den anderen Frauen, scheinst du wie ein Karfunkel.
Wer gibt den Tugenden Edelsteine, als die Niederlagen? Auf allen Seiten ist meine Liebe eine
männliche, wie kein anderer Mensch in seinem Herzen Liebe hat, und du gehst von einem Angebot
so großer Liebe fort? Du durchbohrst mich! Die Öffnung des Herzens blutet, kein Mensch jemals
war nicht in der Seele. Aber noch beunruhigender ist, dass Aristoteles von Liebe besiegt war, die
alle meine Sinne, wie ein guter Schreiber, in ihre Zelle verfolgt, ich dir bleibe, wie meinem Finger
der Fingernagel. O deinen Körper zu ehren, ohne Sünde oder Lüge, erbarme dich meiner, so schöne
Dame, und leide nicht, dass ein solcher Liebhaber sterbe. Ich bitte dich: Du bist der schöne Baum
von allen Früchten, und du legst Wert auf Schatten. Halte mich in deinem guten Zimmer, dein Wille
ist wie Daumenschrauben mir und mein Leben. Du bist ein reiches Juwel, du übertriffst alle Frauen,
die liegen im Register der Welt. In dir immer wieder geboren wurden Schönheit, Tugend, mehr und
mehr. Du bist meine Penthesilea.

*

Das Mädchen, dem die Brustwarze wie ein Punkt ist, die so freundlich ist und die Augen so blau,
nicht will sie unhöflich sein zu ihm oder seiner Sorte, sondern behandelt ihn sanft und schenkt ihm
ihren Punkt . Raube ihr Hemd und Rock und wirf sie auf das Bett, den Kopf nach unten, dieses
kleine Mädchen, das dir die Brustwarze zeigt. Löse ihre Knie aus den Verschleierungen, dass sie
den Schoß öffnet. Gib mir den Punkt, und spare nicht den Punkt, Mädchen, das mir die Brustwarze
zeigt.

*

Sag, Freundin, findest du das gut, wenn du das tust, wenn du das Spiel mit dem Begleiter ausgehen
lässt? Beim Gott Priap! meine Geliebte, ich habe den Ruf: Wie süß er Milch gibt! Sauge! Wollen
wie uns lieben? Wir werden leiden keine Rückschläge an einem geheimen Ort und bereuen nicht,
was wir so sehr lieben, und werden es nicht lassen.

*
Leg, um die ich seit lange gestritten habe, eine festen starken Bogen gespannt, die Oberschenkel
härter als Marmor, unterstützt von dem Baum, das Bein, die Oberschenkel, die Blumen, das Obst
und auch das Bein, dass der Ballen trägt - ich wage zu behaupten, der Wurzelballen - Wer von Natur
aus anders als das braune Vlies geschmückt ist, ist dies Ebenholz, Samt oder Seide, aber ein wenig
feiner dein gelocktes Haar, wie feine Seide. Nun meine Oberschenkel, ich überdenke meine Freude
am Oberschenkel, die Unterschenkel sind ein Boulevard, die Öffnung dient so selten, sie könnte
roten Satin gewählt haben. Die Oberschenkel sind perfekt geschnitten, eine dünne weiße Emaille
glasiert dein Bein, das nicht geknickt oder zerknittert ist, aber die gewünschte Ware muß ich rügen,
da der Staatsanwalt darauf die Hände hat. Die Oberschenkel, die Hitze, das Berühren der Sache ist
tödlich, tödlich bis zum Tod. Der Oberschenkel wird stärker und härter, wie der Magnet das Eisen
anzieht. Es kann die Hand nicht zurück von dir, ohne darüber nachzudenken, was das für eine
Krankheit ist. Plump sind die Oberschenkel, die Unterschenkel und das Löchlein ist wie neu. Leg
die Beine, die Oberschenkel willig in die Runde, es ist das beste Bein der Welt, das mein Auge sich
bewegen lässt, der Sauger will dein Bein bewegen, fährt über den Oberschenkel mit dem Mund,
eine schöne Zeit, bevor ich dich berühre, diene deinem Fuß. Die Oberschenkel, die den ganzen
Körper tragen, die Stützen der Beine halten die Tür, und ich nehme die feste Burg des Genusses ein.
Die Oberschenkel, die die Macht haben ein Angebot zu machen, lösen mich fast auf. Die
Oberschenkel geben, was getan wird und wieder gemacht wird, ohne was kein Bein gut gemacht ist.
Die Oberschenkel, die mich oft erinnern an den Geschmack, lassen nach den Schwierigkeiten
kommen tausend Meilen Freuden. Die Oberschenkel in der fruchtbarsten Schönheit, die
Oberschenkel sind ein Meisterwerk der Natur.

*

Sicherlich einen Tag in der Woche mir passierte etwas ganz Wunderbares, weil ich eine o so
Souveräne zwischen zwei Blättern duftenden Lavendels rosa legte nackt nieder, aber wenn ich sie in
meine Arme eingeschlossen hatte, war ich ein zu hartes Ding. Sie sagte, ihre Sprache war glänzend:
Halte still! Ich werde meine Mutter rufen! Da war ich erstaunt, dass sie zu mir so wild war. Nichts
sagte mir, wie ich lag: Unsere Art war die Art der Weisen. Aber ich sah über ihr Gesicht Tränen
fließen auf verschiedenen Wegen, immer sagte sie leise in ihrer Sprache: Halte still! Ich rufe meine
Mutter! Wenn mein Wille geschehen und getan war, diese Stunde war eine perfekte Sache. Ich hatte
die große Freude in meinem Herzen, weil ich sah, dass das, was Er liebte, geschehen war. Wenn
aber küsste meinen Mund die schöne Freundin, die mir lachend gutes Essen anbot, muß ich sagen,
dass ich das würde gerne anfangen: Sei still, ich rufe meine Mutter! O Prinzessin der Liebe, so
schönes Mädchen, berauschenden Leibes, ich komme mit einem ganz guten Mannesding! Sie aber
sagte mit den Lippen lächelnd: Halt still, ich rufe meine Mutter!

*

Was verkaufst du deine Kugeln? Zwischen dir, geliebte Pilgerin! Du glaubst mir, durch deine
Ausrüstung, für alle Öffnungen sind die Stecker gefunden! Das sind diese Stäbe und diese Kugeln!
Was wird das Gesetz sagen von unserem frommen Zeugen? Und was sagen deine Nachbarn?
Warum verkaufst du deine Kugeln? O du geliebte Pilgerin! Wir kennen alle Tricks von Schlangen!
Gut ist dein Französisch, nimm deine Perlenschnüre und nimm die Finger zu Hilfe!

*

Junge Geliebte, in der neue Saison, auf den Straßen kreuzen sich die Narren und die alten Böcke.
Hinein in das Feuer mit der Kohle! Junge Liebhaberinnen, neue, in der neuen Saison, sind lustig!
Ich weiß nicht, ob sie ihre Arbeit gut machen oder nicht, aber wir stechen mit dem Sporn in die
Flanken der jungen Ponys!

*

Ich verließ die Kunst der Liebe der Brünetten und habe ausgezogen mein Flanellhemd. Denn jetzt,
da das Alter nimmt mir zum Trotz die Zähne, fühle ich mich schwach und kann nicht mehr. Die
junge Hündin wird nicht zittern vor meinem Eisen, wir werden uns in kleinen Kabinen treffen, in
Kasernen, Gärten und Hütten. Egal wo, ich spiele auf deinem Gesäß nach allen Notenblättern der
Kunst. Ich habe mehr als die andern alten Böcke Röcke verbraucht und feine Schleier. Wer den
Kirchenchor zu traurig findet, sollte jetzt tun, auf welche Art auch immer, die Frauen oder Mädchen
ansprechen. Ich beherrsche alle Künste, Mädchen!

*

Unsere Wünsche sind es, die uns verschlingen in der Glut der Liebe, ihr Geschäft unseres Körpers,
die Flammen unsere Sorgen, ihre Zangen unsere Augen und Härten unsere Tränen,
unsere Seufzer ihr Blasebalg, und unsere Sinne ihr Ofen. Voll des Zornes, quält Amor uns mit
seinem Hammer, quält er uns einfach mit seiner Härte, die Klappen unseres Herzens unser Unglück,
unser Herz dient als Amboss und er schlägt unsre Herzen. Das Feuer wird zu heftig, um es zu
beruhigen, fließen unsere Tränen, damit die wohltuende Benetzung allmählich es brennen lässt
immer schwächer. Aber der Reichtum an Wasser könnte dämpfen die Flamme. Ich täusche das Kind
Amor, weil er mich entflammte zum Nachdenken. So viele Tränen kommen aus dem Feuer, das
entzündet. Er ertränkt seinen Ofen mit Wasser.

*

Wenn dein Hals rosa zu meiner Umarmung sich schmiegt und dein Auge hat eine leichte Sehnsucht,
die Augen halb geschlossen, der Boden meiner Seele ist voll Lust und kämpft nicht ernsthaft mit
Schwierigkeiten voller Kraft, da ich mit einer so großen Freude leide. Dann bei der Annäherung an
das Halten meine Lippe, bin ich so auf die Blüte gepresst, dass ich aus deinen Atem Ambrosia
sammeln kann, wenn der Seufzer diese Gerüche versendet, wo die beiden Sprachen und die
Ausgelassenheit spielen sehr gebildet und fächeln meinen süßen Leidenschaften, es scheint mir, am
Tisch mit den Göttern zu sitzen, ich bin so glücklich, und trinke zutiefst von ihrem Getränk,
schmackhaft köstlich. Wenn die Eigenschaft, dass das größere Wohl kommt, nimmt mich oder
verlässt mich, warum sollte ich es erlauben, Herrin, die du immer noch die größte Mine bist? Hast
du Angst, dass der Genuss von so viel Glück mich zum Gott macht? Und dass ich ohne dich fliegen
könnte in ewiger Freude? Schöne, habe keine Angst davor, wo immer deine Wohnung ist, da ist
mein Himmel, bis ich sterbe, und mein Himmel wird da sein.

*

Bereits in der Nacht in dem Park sah ich eine große Herde von wandernden Sternen, sie geben in
den tiefen Höhlen Zuflucht vor dem Tag, seine Jagd war schwarz. Bereits am Himmel errötete
Indien, und doch ist die Morgenröte so, dass sie ihre Locken durchflechtet mit Perlen. Hagel fällt im
Westen, ich lebe wie ein Stern, ich sehe deine grünen Ufer, o mein Fluss, ich sehe eine Nymphe,
lachend. So sehen wir die neue Aurora, die beschämenden Tage mit einer doppelten Hautfarbe und
der Hund zeigt gen Osten. Und es leuchtet die Feige in Indien.
*

Eine Kurtisane weiht sich der Venus: Wenn ich wütend meine Jugend eindringlich den Bordellen
gegeben habe, die Garantie, die nie in der Lage war, junge Fohlen fühlen Stachel, Krebs oder andre
Geschwüre. O Venus! Bacchus, dein Begleiter, bei ihm verspreche ich dir, in meinen Wünschen,
meinen Schwamm und meine falsche Haare, mein Make-up, meinen Spiegel und mein Kamm.

*

Adieu, mollige Scham, Freundin, schöne Natur und großes Universum, adieu, haarige Höhle, voll
von verschiedenen Vergnügungen, Quellen des Nektars. Jetzt, wo du im Gesäß die Ringe und
Grübchen und Fleisch aller Art gefunden hast, werden die Grübchen mehr als die Hinterteile offen:
die Günstlinge des Hofes setzen sich auf ihre Lanzetten. Der König liebt mich nicht, weil ich zu
bärtig bin. Er liebt es, Samen das Feld zu streuen, das Gras wird, und wie ein echter Ritter will er
reiten den Rücken, wenn die Sorgen Falten bilden, wer es verengt von den Schößen, das sind die
Medici, und von vorne imitiert er seinen Vater!

*

Freundin, du mit den rosigen Wangen, die im Mai heraufkam, du hast Haare, kastanienbraune,
frisiert mit Knoten, sanft um die Ohren verdreht. Als du noch klein warst, bildete eine zierliche
Biene in deinen Lippen ihren süßen, süßen Honig. Liebe strahlt aus deinem Gesicht in deinem Hain,
du hast eine Stimme wie keine andere. Du hast Nippel wie zwei Berge von Milch, Quark sehr weiß.
Dass ein junges Mädchen im Juli Formen hat, von Juno die Arme, deine Brüste sind Grazien, du
bist die schöne Morgenröte und Stirn und Hand sind weiß und rosig, aber du hast das Herz eines
stolzen Löwen.

*

Ode an meine Geliebte - Für meine Freundin - Wenn wir im Tempel knien, werden wir die
Gläubigen, durch diejenigen, die Gott, demütig, gebeugt in der geheimsten Kirche loben. Aber
wenn wir im Bett miteinander verflochten sind, werden wir die Stellungen nach des Liebemeisters
Gestalten, die, frei praktiziert, Sport sind, die Blätter in hundert Süßigkeiten pflücken. Wenn ich
will, beiß ich dein schönes Haar oder küsse deine geliebten Lippen oder optimiere dir deinen
schönen Rahmen, verletzt du die Kloster-Nonne inwendig eingesperrt? Warum hältst du deine
Augen und deine Gebärmutter lecker, deine Wange, Lippen so schön? Küsse, die dir Pluto gibt,
nachdem Charon dich in seinem Boot geliebt? Nach deinem letzten Tod, Heil dir, sollst du mir es,
Freundin, das blasse Leibchen geben, und wenn der Tod kommt und ich sehe dich im Schatten,
dann gestehe ich, dass du einmal meine Liebe warst. Dein Kopf wird keine Haut oder dein Gesicht
so schöne Venen oder Arterien haben, du wirst nicht die Zähne blecken, wie man es an den Köpfen
der Friedhöfe gesehen hat. Also, während du lebst, Herrin, bewahre deinen Verstand und nicht
verschone mich mit deinem Mund: Ausschweifend stirbst du, wenn meine Buße heftig war. Ah! Ich
sterbe! ah! liebe mich! Ah! Herrin, nähere dich! Du wie eine Liebhaberin, leide mindestens meine
Hand ein wenig herumtollend in deinem Schoß, oder tiefer anzusetzen, wenn du siehst, es passt und
du zitternd fliehst!
*

Hymne an die Nacht: Nacht der Liebe, treue Diener und Sergeanten hält Venus mit ihrem heiligen
Gesetz, die Begleiterin des ungeduldige Freundes sondert die Zeit ab, o Liebling der Götter! Vor
allem liebe die Sterne als Begleiter, eure Gaben der Natur lieb ich, das Beste: Sie unterhalb der
Genüsse verbergen die tiefe Stille. Lass die Liebe Freuden tun, wenn du deine dunklen eng
versammelten Liebhaber umarmst, und sie fallen alle unter der Hitze matt, wenn der Freund mit der
Hand berührt dein kurzes Bein, und nun die Zitzen, die nicht verglichen werden können mit
Elfenbein, und wandert in die Sprache der Wange, und auf dem Gesicht, kein Geruch ist da von
Blumen, die im Entstehen begriffen sind. Was wird der Orient senden? Es ist dir gegeben, dass du
dich sorgst und die Gene beißt, und die Pflegestifte benutzt für die glühenden Seelen, für diese
deine Tränen, du bist es, die das Leben gibt, die schmachtenden Obstgärten, Gärten aus Tau, und
vom Himmel schwärzesten Idols die Verbindungselemente. Wenn ich bitten darf, Göttin, ein Ende
meinem Schmerz zu machen, und die unter meinen Armen, diejenige, die voll von grausamen
Drohungen ist, dass ihre Augen (Augen, die mich gefangen halten) zu feurigen Fackeln brennen,
mir auf den Boden sinken meines Knochenmarks.

*

Ich erinnerte meine süße Freundin: Trinken wollen wir heute Abend vor allem, und aus diesem Faß
fülle Carinena-Wein in meine Flaschen und lass mich bezahlen, um die Aufgabe des Weinfestes für
das gesamte Unternehmen zu gewährleisten. Entweder nenn ich deinen Namen oder ich nenn dich
meine Liebe und Madonna, ich werde so viel trinken wie dein Name Buchstaben hat, und du, wenn
du die Liebe deines jungen und schönen Freundes nicht vergisst, meine Schöne, ich bitte dich,
vergiß es nicht. Ich trinke, bis der Kopf der Weinreben und des Efeu taumelt, Ellbogen und Nacken,
dass blumige Land der Rosen und Lilien, und über dem Ring, den ich mich schäme zu tragen, sind
Milch und Erdbeeren und Wachteln. Und ist es nicht gut getan? Nun denn! lass uns beginnen, und
jagen wir weit von uns alle Sorgen und dulden wir keine Beschwerden.

*

Neulich war ich auf einem Gipfelgrat, drehte mich und informierte mich, und ich drehte die Augen,
man hat geblendet meine Augen, meine Seele berührt wurde von einem Blitz, von deinen Augen
erfüllt zu werden. Deine Augen schossen in mein Herz, in mein Blut, wie ein Blitz kam und spaltete
die Wolken, während ich kalte und heiße Fieber anhaltend hatte, ein ergreifender Blick hat mich
tödlich empört. Und wenn du nicht mit der schönen Hand gegeben hättest mir Zeichen, mit der
weiße Hand, die die Tochter eines Schwans zu sein sich rühmt, wär ich gestorben, Freundin, von
den Strahlen aus deinen Augen, dein Zeichen aber bewahrte meine Seele in der Freude, dein Auge
wollte lediglich siegreich sein, deine Hand freut sich, mir das Leben zu geben.

*

Freundin, küss mich, küss mich, halte mich, dein Atem gegen meinen Atem wärmt mein Leben,
tausend Küsse sollst du mir geben, ich bitte dich, liebe sie alle, ohne Zahl, die Liebe kennt kein
Gesetz. Beschlafe mich, liebkose mich mit deinem schönen Mund! Warum willst blass küssen (oder
bist du Plutos Frau oder Freundin?) da du doch blühst, ohne Farbe so etwas wie du? Drücke mir auf
die Lippen deine Rosen, stotternd will ich geküsst zu halbgeschlossenen Lippen mehr als tausend
Worte stammeln, sterbend in meinen Armen seufze du deine Seele aus. Ich sterbe in dir, dann werde
ich auferstehen, ich hebe Ihn in die Höhe, und gehe dorthin, wo der Tag, ob er nur kurz sein kann,
besser ist als die Nacht.

*

Wie du deine Hand gelehrt hast, freundlich und schön zu sortieren die duftenden Blumen geschickt,
für diese Wiesen emailliert mit Hunderten von Farben, durch die heilige Arbeit der Truppe der
Unsterblichen: Amor lauert unter dem neuen Kleid, aus einer schönen Blume spendet er seine
Wärme und anstatt zu denken, gibt er Kissen deinen Schmerz, eine Schusslinie, dich zu erneuern.
Sammle Blumen, Europa war überrascht, zu lieben, und immer noch war Prosperina eine
Königstochter, allen anderen höchste Göttin. Es sollte nur ein wenig Atem beheizten die Kohle im
Feuer, von welchem du schließlich Herrin sein könntest.

*

Wenn du mich in deinen Armen sterben lassen willst, meine Liebe, in dem Scharlachsamt deines
Rockes, dann küss mich, drück mich und wir lassen Abelone rund in den Falten des Efeu. Ich greife
diese Freundin, meine Liebe, meine Gewohnheit, berühre deine Brüste, diesen Zwillingshügel:
Dann küss mich und fordere mich, und Er stand so, dass die gemeinsame Freude uns und mein
Leben vergiftete. Einer sucht den Tod, um die Seiten einer Wand im Scharmützel zu finden, warnte
im Angriff, im Kampf um einen Namen, den wir nennen, ihm die Ehre zu kaufen. Aber ich will auf
deinen Lippen, meine Dame, meine Ehre, mein Glück, mein Schatz, mein Reichtum, mein Leben
sterben lassen, weil in deinen Mund mein Herz blieb.

*

Lass du einem Freund sagen, ich möchte dass du meine Freundin wirst so, dass alle Streitigkeiten
darüber, ob nicht eine gute Frau zu sprechen ist, wegen der Schönheit Spaß, Lustigkeit, meine
zappelnde Hand bemüht ist, dein Gesäß zu schlagen, wird sie all ihr Gesicht mir zuwenden, dann
wird es, wenn sie mich zu küssen kommt, mein Gehalt sich in sie ergießen. Denn wenn es anders
wäre, schlichte Frau, beschämend wär es einer keuschen Frau, ja, ja, es wäre beschämend, sie zu
meiner Frau zu machen.

*

Liebhaber, Brust gegen Brust, wie zwei Mandarin-Enten Liebe machend sich tummeln im Wasser,
mit dem Kopf an dem Kopf, wie ein paar sanfte Phönixe, die gebaut ihr Nest aus Zweigen. Voll
Eifer sie ihre Lippen und rosigen Wangen an den Liebhaber drückt, so hält er in seinen starken
Händen ihren Kopf nach unten. Der Liebhaber, dessen Beine umhüllt in Seide, die suchen
Unterstützung auf ihren Schultern. Mit der Aufdeckung der beiden Bögen der Sichel des neuen
Mondes! Kastanienbräune auf ihrem Kopf und ihr Haar ist rückgängig fließend. Entspann dich auf
den Kissen wie eine dunkle Wolke! Er sprach Eide so tief wie das Meer, wie Berge kraftvoll, und
ihre Zärtlichkeiten tausendmal abwechslungsreich zerstreuen die letzten Ängste wie der Wind
verteilt die Wolken. Bombardiert mit ungestümer Zärtlichkeit sie weint vor Glück Ihr Mund füllt
sich mit süßem Speichel, lüstern, sie bohrt ihre Zunge in den Spaß. In jeder Straße jeder Ader ihres
Körpers geschmeidig und schlank, fühlt sie sich wie eine schwere, dunkle, rollende Flut der Freude.
Aber der Hauch seiner Lippen öffnet die zinnoberrote Hose und geht mit der Schwächung der
Augen nach unten auf die Nacht. Seine Haut ist nass von Perlen, Schimmer. Ihre Kehle ist wie ein
Köcher, da die sanften Wellen des Meeres all die Freuden der Liebe gestohlen haben: Zwei perfekte
Liebhaber haben ihre Umarmung.

*

In der Mitte der Wüste ist der Weg in den wildesten Terror, und am Rande der am weitest entfernten
Ufer, fliehe ich die Szene, von Männern bewohnt, und bedaure, deine göttliche Schönheit nur von
der Seite zu sehen, ich höre den Gesang von tausend Sprachen der Vögel, die singen Liebe der
heiligen Götter. Aber müde, Herrin, bin ich des traurigen Schicksals! Du wirst sehen, mein Leben
wird vorzeitig beendet unter diesem Wald, und dann sagst du: Ruhe, Liebhaber, in diesen dunklen
Hainen, diese Tränen, diese Schreie ergieße ich in deine Schattierungen, es sind diese, die mich zu
der lieben Madonna machen.

*

Du stolzer Felsen, treu sind die Wälder und du und ich, meine Gesänge klingen matt, Lieder, die
meine traurigen Akzente reagieren lassen, wenn du den Klang meiner tödlichen Beschwerden hörst,
die übermäßigen Berge und die wunderschöne Landschaft, die schattigen Geheimnisse, die schönen
Wiesen grün, die auseinandergezogenen Wüsten, die grünen Hügel, die sicheren Zeugen meiner
rebellischen Liebe, ihr Nymphen und Waldgötter seid da, du kannst Faune und Satyrn hören, die zu
den Klängen meine traurigen Lieder traurig seufzen. Wann werde ich von einem ruhigen Frieden
gesichert werden? O, er werde in den Himmeln, bitte ich, eines Tages zu sehen sein, in den
Himmeln, die ich nicht bewegen kann, Mitleid habe der Himmel über die Tränen, die ich zu
destillieren gedenke in deiner Liebe.

*

In den Tälern, Wüsten, Bergen, Wäldern, habe ich immer behauptet, dem schönen Namen meiner
Freundin ein Echo zu sein, die Mitleid mit meinem traurigen Leben hat. Sie reagiert morgens und
abends auf meinem klagende Stimme. Moosige Küsten und Höhlen, wer am besten kann erzählen
die schönen Namen meiner Liebe? Ströme! Es zwitschern im Gras mit den Blumen die Vögel
einverstanden mit meinen Gesetzen. Innerhalb der großen Abelone und über der Arena an tausend
Orten, schreibe ich den Namen meiner Sirene, mit viel Liebe zum anderen Spirituellen. Ich weiß
andere Töne klingeln in der Campagne, Gebüsche, Wälder, Höhlen, Berge, und alles ist die
Beantwortung meiner tristen Gesänge in deiner Liebe.

*

Freundin, deine Handschuhe decken die Hand nett und schön, dass man die Ursache meiner
Schmerzen nicht erkennt, sie schützen vor Wind, Kälte, Hitze, und all um dein Bestes, um es zu
schützen, die Handschuhe verwendet werden. Die Wahrheit ist, dass ich für eine solche Nymphe,
deren Haut subtil und von seltenem Wert ist, da deine Haut ist die Haut einer Blume, nichts wollen
kann, nicht wahr? Es ist noch nicht würdig meiner Rebellion. Aber wenn du sicher sein willst, oh
Handschuh, wie geehrt du bist? Sie berührte dich einmal, da wirst du es wissen. Ihre Zeit genießen
wollte einzigartig Jupiter, der wieder in die Haut glücklich umgewandelt wird, zu berühren und zu
küssen den Elfenbein der mörderischen Hände, die das Glück meines Leben sind.

*
Wir sahen die Ehe als die Ehe von einem Bösartigen und einer Bösartigen. Einer der Eltern sagte, so
wie sie behandelt wurde, es sei eine Schande! Sie werden kämpfen jeden Morgen und Abend! Nein,
sagte der Weiseste von ihnen, er muss zusammen so genommen werden, dass zumindest dieses Paar
Meuterer kann den Haushalt des Dichters stören.

*

Freundin, deine Brust ist weißer als Alabaster und ist fest und auf ihr ist ein Punkt, der kann nicht
ohne Liebe sein, einen roten Knopf sehen wir da und wundern uns, wenn ich mich ergehe in
Götzendienst! Als ich meine Hand mit ihrer Zustimmung wandern ließ, kam nichts gleich meiner
Zufriedenheit, ich freute mich. Lass mir dieses schöne Privileg, aber wenn du gnädig bist meinem
heißen Ziel, o Freundin, mein Gegensatz! O Schelm, bald, rief ich, bist du mit deinem schönen
Busen zufrieden, ah! deine Brust ist wirklich schön wie Schnee.

*

Du, warst du eine Jungfrau? Ha, du warst der Teufel, du warst es, aber es war in der Wiege, als du
noch eine Jungfrau warst, da war ich auch noch Jungfrau, ich lasse euch was zu denken, wie es
wahr ist. Nein, du warst nicht Jungfrau, das ist eine Fabel. Ich dachte, mein Glaube könnte dich ein
bisschen mehr lieben, sollten wir doch alle schreien wegen dieser schönen, sehr schönen Frau:
Mord, mein Nachbar, komm mir zu helfen! O die feine, hässliche, o meine angenehme Rede ruft
ihre Nachbarin, um Hilfe zu bitten, um zu zeigen, dass ich neu in diesem Geschäft war. So hast du
einen Fehler gemacht, du erinnerst dich gut, du gehst verdammt heiß, du warst keine Jungfrau,
meiner Treu, du wirst nie mein Ding sein.

*

Geh, mein Gedicht, gib Nachricht, geh singen über das Ende meiner Mattigkeit in den Augen, die
eine, die so viel Strenge verborgen an sich trägt, erscheint nun so sanft wie sonst. Liebhaber, der
Spaß der ewigen Liebe, Liebhaber, die verachten die Länge der Zeit, die ist manchmal dazu da,
unsere Sätze zu rächen. Liebhaber, Liebhaber, Liebe machen ist nicht, um zu sehen, ob sie fest und
treu ist. Ich möchte einen Tempel auf meine Treue gründen, bei dem eine Seite die Grausamkeit der
Arbeit ist, eine andre Seite die Schmerzen, welche die Bären erleiden, und an die Stirn des Tempels
wird geschrieben: Liebe brachte mich in ihr Paradies, wer wird konstant pochen an ihre Tür?

*

Sie:

Mich hast du entehrt, ach, das verhindert, dass mein Herz, ich bitte dich, es schwächte die Schande
der Sünde mich so, alle meine Gefühle sind fehl am Platz. Ein gutes Gefühl zumindest, was du tun
wirst: Und warum ist es so, dass ich jetzt vergessen bin? Nein, nein, ich will nicht diesen Wahnsinn
tun, wenn ich dir egal bin. Ha, mein Gott, lass mich, oh du sollst mich nicht falsch finden, wenn du
wirklich würdest reiten ein Pferd, das würde dir die Zeit nehmen und den Atem. Was gefällt dir
nicht? He, raus hier! Deine Liebe ist schmutzig und hässlich, wenn du in meinem Bauch pisst, was
ist das?
*

Berühre nicht meine kleine Freundin, sie gibt mir die Meinung, dass ich ihr Hals und Kinn bin und
will mich, obwohl ich mich zurückhalte. Aber sobald ich den schön blühenden Geschmack auf ihrer
Brustwarze schmecke und nehme ihr den Gürtel, sagte sie lachend: Geh, berühre mich nicht, da
unten, da ist das Juwel der Mädchen. - Aber ich lege meine Hand dahin, ich erreichte das tiefe Ende
ihrer Brust. Eile nicht, dass die zierliche Zärtlichkeit bleibt, aber wenn ich die Rutschgefahr meine
Hand sehe und denke an die Eskapaden unserer hellen Funken, und wenn ich sie unten erreiche,
sagt sie weinend: Nimm deine liebe Hand weg, du würdest du es falsch finden, mich zu den
Jungfrauen zu zählen.

*

Willst du nicht gut sein, süß sein, niedlich sein, willst du nicht, und dann die Liebe und die
Reihenfolge einhalten, wie wir unser Liebesspiel nehmen? Mein törichtes Mädchen, willst du nicht,
dass ich mich ausruhe in deinen Armen? Du schuldest mir tausend Küsse. Du kannst beruhigt sein,
wenn du auf diese Weise die Wärme, die mein Herz quält, fühlen willst. Du schuldest mir, dich
nicht abzuwenden. Du schuldest mir den einsitzenden Punkt, aber du musst auf mich hören: Mit der
äußersten Liebe liebe ich dich, erbarme dich, empfange die Hälfte, das ist das Geschenk und der
Lohn. Einschließlich des Bogenschützen Amor haben wir alles für diesen Zweck anmutig gemacht
und können es noch besser errichten. Der Himmel ist mit uns zufrieden, wir sind der schöne
Frühling. Die Liebe hilft uns, sehen wir unsere blühenden Jahre, Freude haben wir nun in dem
angenehmen Obstgarten, die Presse dort ist der Ort, wo der Gott der Liebe alles macht. Wer bleiben
kann, wenn er wieder alles geben will, Liebe, glücklich, zufrieden wollen wir sein. Komm früh,
meine Liebe, früh sollst du kommen und bald stelle ich mich rüstiger, zwing mich nicht an den Ort
der Abweisung. Uns Jugendliche verlässt nicht der Genuss. Die Zärtlichkeit folgt uns; liebkose
mich, mein süßes Herz, mit dem Gefühl, komm zu mir, meine Liebe, heute muss es dein Wunsch
sein, deine Freude gegeben zu haben.

*

Die Brustwarzen, meine Freundin, ich stimme dir zu: das C ist das Ornament, Schatz, das a ist
schön. An den Nippeln kann man rebellisch werden! Und das I? Er kann es nicht sehen, nichts ist
süßer. Gesegnet ist die Hand, die sich wohl tut! Und noch glücklicher dieser liebkosende Mund!
Ach! Warum mit ihrer Freiheit beeinträchtigt umgehen? Keine Anpassung der Abschirmung! Wie?
Vollständige Nacktheit! Was? Sollte das Übergewicht, die Elastizität, das Interval zwischen ihnen,
dieser polierte Satin, diese charmante Rundheit, die Taste des Scharlach entstehen? Diese Fläche
übertraf die Form und Farbe, in transparentem Stoff wie Schnee blendend, und die azurblauen unten
trennt ein Mäander. Alles in Eile zu sehen, benutzt, war die schöne Brustwarze sanft von dir, es
feierten die Nippel, um die ich seufze! Meine liebe Freundin, eh, was sollen die Spitzen? Reize
fliegen wieder! Schufen sie nicht diese Welt? Und ich? Soll ich deine Herrlichkeit auf die Leier
übertragen? O all die Brustwarzen, Brustwarzen, dieses siegreiche Meisterwerk! Praxis der Liebe!
Zitzen, Brustwarzen der Göttin! Schwache Sterbliche, reichen sie nicht mehr, um das Reich der
Göttin zu singen? Soll ich den Olympus montieren? Er könnte groß genug sein. Und, was den
Lobpreis deiner Brüste betrifft und was mich glücklich macht, von den Nippeln fühle ich mich
glücklich! Ich fühle mich als ein Herz.

*
Ich werde als ein Hund kühner, mehr bin ich als ein Löwe in der Schlacht mutig, agil und schnell in
deinen närrischen Spielen, mehr als der Affe oder ein junges Kätzchen, du trägst dein Haar am
Schoß, reicher als das Vlies de des braunen Widders, du erstickst mich mit deinem Schoß, der ist
ohne Knochen, ohne Knochen, ein Stück naive Güte, o Schoß, ziemlich gut sitzend, es häuften sich
die Stunden, die wir weit entfernt von Gefahr und Lärm der Sippe benutzten, die ich nicht für deine
Schwester mir nahm. Obwohl eine schöne Fläche dein Mund oder ein Rubin mit ornamentalem
Schmuck, gemeinsam und dicht geschlossen liegen wir, da du so hübsch deine Bewegungen
machst, oder der Körper rechts, sitzend, wir scherzen oder spielen, wenn du liebst es, einen
Schmollmund zu machen, Quelle der Liebe, Quelle der Süße, kleiner Hügel beruhigend jedem Eifer
und der Mattigkeit Übel: O köstlicher Ort, anmutig, ein angenehmer Aufenthalt, lüsterner mehr als
jede andere Welt, der kleine Weg, rechts führt er in einen Graben, sehr gut, sehr gut, das sind
souveräne Vergnügen, dir gerne das zu sein, was dein Wunsch ist, du kannst zufrieden sein, und
meine Liebe voll und ganz genießen.

*

O runder Bauch, straffer Bauch, du bist die beste Politik, dein Bauch ist mehr weiß als Alabaster,
der Bauch ist kälter als Gips, den berührt die kalte Hand, und ich weiß nicht, was heiß und steif
mein Glied ist. Dein Bauch ist voll von Glück, der Bauch, wo alle Mitglieder zu ehren sind,
gezwungen bin ich, den Bauch nach seinen Bürgern zu fragen, oder ob er starke Beschwerden hat.
O Bauch, zu jeder Zeit weißt du, wann der Mann, den du behauptest, gewonnen zu haben, wenn er
siehst, wie du gekleidet so fein, kann er auch feststellen, dass du nackt bist. Er wäre also sehr froh,
dass du zeigtest den nackten Bauch. Wer wird noch glücklicher, wenn du darauf bestehen wirst? O
Bauch, nach unten ist ein Brunnen für die menschliche Natur, um sie neu zu erzeugen. Dein Bauch
ist keiner, den du verleugnen musst. Was ist die Frucht des Lebens? O Mutterschoß, berechtigt zu
empfangen, was denkbar ist, dies, Bauch, was gibt und nimmt, und den geb ich dir und du hast ihn.

NOTRE DAME DE PARIS

ERSTER SPAZIERGANG

Karine zeigte mir Paris. Wir waren auf der Isle de la Cité. Die zwischen zwei Armen der Seine
gelegene Isle de la Cité ist die Wiege der Hauptstadt. Frankreich ist ein auf der Seine
dahingleitendes Schiff. Karine ist die aus der Seine aufgetauchte Vénus.
Die Römer nannten diesen Ort Lutetia Parisiorum.
Karine zeigte mir die Mutter-Kirche Notre Dame. Sie zeigte mir das Hotel de Dieu, das bereits im
siebenten Jahrhundert als Frauenkloster bekannt war. Die Kathedrale Notre Dame steht auf der
Ostseite des Place du Parvis. Franz von Sales hielt hier im Jahre 1602 eine Trauerrede...
Notre Dame de Paris war für Paul Claudel Asyl, Lehrstuhl, Heim, Ärztin und Ernährerin. Der
Dichter war am 25. Dezember 1886 Christus hier begegnet. Die Knaben in weißen Gewändern
sangen gerade das Magnifikat, den Lobgesang Mariens. Er stand unter der Menge, nahe beim
zweiten Pfeiler beim Chor-Ausgang, rechts auf der Seite der Sakristei. Da nun vollzog sich das
Ereignis, das sein ganzes Leben veränderte: In Einem Augenblick wurde sein Herz ergriffen und –
er glaubte an Christus.
Bei der Trauerfeier der Beerdigung Claudels hörte man in Notre Dame diese Worte: In dem kalten
Gotteshaus zittern die Mitglieder der Akademie vor Kälte, aber was sie sehen, ist so schön, so
schön, dass sie darüber die Kälte vergessen. Ihnen gegenüber lässt eine Rosette ein übernatürliches
Licht einfallen. Ein Mitglied der Akademie spricht mit leiser Stimme: Sieh dort oben die Menschen
auf der Empore! Wie klein sie wirken vor den Maßen dieser Kathedrale! Man meint, Quasimodo zu
schauen!
Der Parvis-Notre-Dame, der weite Platz vor der Kathedrale, ist das Herz der Isle de la Cité und
zugleich das Herz Frankreichs.
Karine führte mich zur Kneipe Pomme de pin (Tannenzapfen), wo Francois Villon verkehrte. Auch
Boileau, Molière und Racine waren dort zu treffen.
Dann zeigte Karine mir in der Rue Chanoinesse am Ufer der Seine das Haus des Kanonikers, der
den weisen Abälard entmannen ließ, weil er die schöne Nichte des Kanonikers, Héloise, liebte. In
der Rue des Ursins finden sich noch Reste der Saint-Aignan-Kapelle, in der Abälard und Héloise
beteten. Hier hat auch der heilige Bernhard von Clairvaux gepredigt.

ZWEITER SPAZIERGANG

Die Cité, der Kern von Paris, erweiterte sich zuerst an den Ufern der Seine. Da entstanden Viertel
auf dem linken und dem rechten Ufer. Die Quais des linken Ufers zeigen noch heute eine
charakteristische Atmosphäre, nämlich die des geistigen Lebens.
Karine führte mich in die Rue Mazarine. Dort wohnte die Schauspielerin Marie Desmares. Sie war
in Rouen geboren im Jahre 1642 und wurde unter dem Namen ihres Gatten Champmeslé bekannt.
Sie spielte im Ensemble des Théatre du Marais, das Corneilles Cid uraufführte. Racine, ihr in Liebe
verbunden, überließ ihr die Hauptrollen in seinen Tragödien und sprach die Rollen selbst mit ihr
durch.
Dann gingen wir zur Rue du Seine. Frank Wedekind kam im September 1893 zum drittenmal nach
Paris und nahm Wohnung in dem kleinen Hotel Mont-Blanc. Hier schrieb er seine Lulu und nahm
seine freundschaftlichen Beziehungen zu Emma Herwegh wieder auf.
Nun gingen wir zur Rue des Beaux-Arts. Hier fanden wir die Geschäftsräume der Revue des Deux
Mondes. In einem Salon trafen sich die Vertreter der romantischen Schule. Hier fand am Fest
Heilige Drei Könige im Jahre 1834 das Königsessen statt. Victor Hugo, Heinrich Heine, Mérimée
und die Tragödin Rachel nahmen daran teil. Bohnenkönig würde, wer eine Bohne in seinem Stück
Kuchen fand. Heinrich Heine gewann das Spiel und erwählte Rachel als seine Bohnenkönigin.
Nun kamen wir in die Rue de Beaune. Wir stiegen zu Théophile Gautier hinauf, der von Neuilly in
den fünften Stock einer Arbeiterwohnung in der Rue de Beaune in Paris geflüchtet war. Die
Dachstube, in der sich Theo aufhielt, und die er, klein und niedrig wie sie war, mit dem Rauch
seiner ewigen Zigarette ausfüllte, enthielt ein eisernes Bett, einen alten Lehnstuhl aus Eichenholz,
einen Strohsessel. Hier fanden wir Theo in einer roten venezianischen Kappe, einem ehemals für
den täglichen Gebrauch in Saint-Gratier bestimmten Samtrock, der aber jetzt so fettig und fleckig
war, dass er die Jacke eines neapolitanischen Kochs gewesen zu sein schien. Und der üppige
Meister der Schrift und des Wortes machte den Eindruck eines in Not geratenen Dogen.
Auf dem Place du Chatelet fanden wir in den Armenvierteln zwischen den Hallen und der Seine den
verkommenen, geistig umnachteten Dichter Gérard de Nerval am Morgen des 26. Januars 1855 am
Gitter eines Klosettfensters einer Erdgeschosswohnung erhängt auf. Der Soufleurkasten des
Theaters befand sich genau an der Stelle, an der Nerval in der eiskalten Winternacht Selbstmord
begangen hatte. Nerval berichtete selbst von seiner Verzweiflung und seinen Visionen: Ich richtete
meine Schritte, ohne gegessen zu haben, nach Montmartre. Der Friedhof war geschlossen, das war
eine üble Vorbedeutung. Als ich um das Clichy-Tor bog, wurde ich Zeuge eines bösen Streits. Von
diesem Augenblick irrte ich als Beute der Verzweiflung in dem unbegrenzten Gelände umher, das
die Vorstadt von dem Clichy-Tor trennt. Ich ging kreuz und quer durch die Straßen nach dem
Zentrum von Paris zurück. In der Rue de la Victoire begegnete ich einem katholischen Priester. In
der Verzweiflung, in der ich mich befand, wollte ich bei ihm beichten. Er aber hatte keine Zeit...
Verzweifelnd und weinend lenkte ich meine Schritte nach der Kirche Notre-Dame-de-Lorette. Ich
erhob mich vom Gebet und ging hinaus und schlug die Richtung nach den Champs-Elysées ein. Als
ich bei der Place de la Concorde angekommen war, hatte ich den tiefen Wunsch, mich zu
vernichten. Verschiedene Male ging ich zur Seine, um mich zu ertränken, aber etwas hinderte mich,
meinen Entschluss auszuführen.
Wir verließen Nerval, für seine Arme Seele betend, und kamen zum Cour Carrée du Louvre. An der
Stelle des Pavillon de l’Horloge stand der sogenannte Bibliotheksturm, in dem Karl der Fünfte seine
Sammlung von fast tausend Manuskripten bewahrte. Zu der Sammlung gehörten Schriften von
Aristoteles und Seneca, der Kirchenväter, der Roman de Renart, der Rosenroman und der Bericht
Marco Polos über seine Reise nach China.
Weiter gingen wir zum Cour du Carrousel. In der Rue Saint-Thomas-du-Louvre wohnte Madame de
Blacy, die Schwester der hochgebildeten Sophie Volland. In ihrem Haus fand 1755 die erste
Begegnung Diderots mit Sophie statt. Zwanzig Jahre lang würde die Liebe die beiden verbinden.
Eine Liebe, wie Diderot sagte, wie ich sie noch nie empfunden hatte. Sie wurde die Empfängerin
seiner berühmten Briefe an Sophie.

DRITTER SPAZIERGANG

Karine ging mit mir in die Rue du Président-Wilson, die früher Rue du Trocadéro hieß. Dort wohnte
Laure Hayman, Tochter eines englischen Malers und Geliebte reicher Männer. Mit ihr pflegte
Marcel Proust auszugehen, er schickte ihr Rosen und überhäufte sie mit Briefen. Sie nannte ihn
„meinen kleinen Marcelino“ oder „meinen Psychologen von Porzellan“. Wesenszüge der Laure
finden sich in der Odette de Crécy in dem Roman auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Einem
andern Autor diente sie zum Vorbild seiner Heldin eines Romans. Laure verehrte diesen Roman
dem kleinen Marcel. Sie hatte das Buch in die geblümte Seide eines ihrer Röcke einbinden lassen.
In der Rue Hamelin wohnte Proust. Proust ließ nie Staub wischen in seiner Wohnung. Die Flusen
lagen wie Chinchilla auf den Möbeln. Beim Eintritt wurden wir von der Haushälterin gefragt, ob
wir Blumen mitbrächten, ob wir uns parfümiert hätten. Wir fanden Proust meistens im Bett, aber
angezogen, er trug gelbe Handschuhe, weil er seine Nägel nicht abkauen wollte. Er gab viel Geld
aus, damit die Handwerker im Hause ihn nicht störten. Nie durfte ein Fenster geöffnet werden. Der
Nachttisch war mit Medikamenten bedeckt.
In der Rue Franklin besuchten wir einen Grafen. Er wohnte im Erdgeschoss, es hatte hohe Fenster,
deren kleine Scheiben im Stil des siebzehnten Jahrhunderts dem Haus ein altertümliches Gepräge
verliehen. Die Wohnung war angefüllt mit einem wirren Durcheinander nicht zusammenpassender
Dinge, alter Familienbilder, Empiremöbel, japanischer Kimonos, Radierungen. Ein eigenartiger
Raum war das Toilettenzimmer mit einer in eine Badewanne umgewandelten persischen Schale,
daneben ein riesiger orientalischer Wasserkessel aus gehämmertem Kupfer, das Ganze durch
Vorhänge aus farbigen Glasstäbchen abgeschlossen. Es war ein Raum, in dem die Hortensienblume
in Gedenken an die Königin Hortensie aus jedwedem Material und malerisch und zeichnerisch zu
finden war. Mitten in diesem Toilettenzimmer war ein Glasschränkchen, aus dem zarte
Schattierungen von hundert Krawatten hervorleuchteten.
In der Rue Vineuse lebte die Witwe Hélène Grandjean, die Heldin des Romans „Une page d’amour“
von Emile Zola. Sie unternahm die lange Reise von Montpellier nach Paris, um das Grab ihrer
Tochter Jeanne auf dem Friedhof von Passy noch einmal zu besuchen. Sie beschrieb das Panorama:
Die Ulmen am Quai d’Orsay, die sich in Entfernung weit kleiner ausnahmen, als sie in Wahrheit
waren, reihten sich wie lauter Blumen aus Kristall hintereinander und ihre Spitzen stachen wie
Nadeln in die Luft. Mitten in dem reglosen Meer aus Eis wälzte die Seine ihre erdgrauen Fluten
zwischen den Uferböschungen wie zwischen weißen Hermelinpelzen einher. Der Fluss führte seit
dem Vortag Treibeis, und von den Pfeilern des Pont des Invalides war deutlich das Aufbrechen der
Eisschollen zu hören, wenn sie sich unter die Brückenbogen zwangen. Hinter dem Pont des
Invalides staffelten die andern Brücken ihr lichtes Filigran, dessen Maßwerk immer zarter wurde,
bis an das glitzernde Gefels der Cité, über dem die Türme von Notre Dame ihre verschneiten
Zinnen emporreckten. Zur Linken durchbrachen andere Gipfel das Gleichmaß der Stadtviertel. Die
Kirche Saint-Augustin, die Oper, der Tour Saint-Jacques erhoben sich über die Niederung wie
Berghäupter, die ewiger Schnee krönt. Weiter vorn im Blickfeld formierten die Pavillons der
Tuillerien und des Louvre, durch die Trakte miteinander verbunden, den Doppelgrat einer
jungfräulichen, von Schnee bedeckten Bergkette. Zur Rechten gesellten sich ihnen die weißen Firste
des Hotels des Invalides und der Türme von Saint-Sulpice, des Panthéon, es projizierte das
Panthéon ein mit bläulichem Marmor umkleidetes Traumschloss gegen den azurenen Himmel.
In der Rue Vineuse wohnte einst Béranger bei seiner alten Freundin Judith Frères, deren Garten er
mit besonderer Freude bestellte. Ein paar Schritte und wir pochten an die Tür einer
Parterrewohnung. Mehrere Stimmen riefen herein, wir standen in einem freundlichen kleinen
Zimmer, durch dessen offenes Fenster Weinlaub hereindrängte. Das Fenster ließ auf einen Garten
blicken. Da saß ein freundlicher alter Mann, eine Samtmütze auf dem Kopf, und ihm gegenüber
eine alte Dame, sie hatten eine Flasche Wein und ein köstliches Frühstück vor sich. Ein Jüngling las
dem alten Mann die Zeitung vor. Da hatten wir denn alles beieinander: Der alte Mann war Béranger
und die alte Dame Judith Frères.
In der Rue Berton richtete Doktor Esprit Blanche seine psychiatrische Klinik ein, die sein Sohn
nach seinem Tode weiterführte. Gérard de Nerval war hier 1851 zum ersten Mal interniert. Seine
immer häufiger auftretenden Zustände von Wahnsinn machten zwei weitere Aufenthalte in den
folgenden Jahren nötig.
Guy de Montpassant wurde 1892 nach einem Selbstmordversuch in die Klinik gebracht, wo er als
Nummer 15 im Jahre 1893 an Paralyse starb. Seine Beerdigung fand auf dem Friedhof
Montparnasse statt, wo Emile Zola ihm die Grabwache hielt. In der Klinik hatte der kranke
Schriftsteller versucht, mit dem Finger Löcher in die Gartenerde zu bohren und seinen Arzt zu
überzeugen, dass im nächsten Jahr Kinder aus dem Boden sprießen würden.
Wir kamen auf die Avenue de Versailles. An der Straße nach Versailles, am Point-du-Jour, neben
einem Wirtshaus mit dem Schild „Zum neuen gelehrten Papagei“ ist eine Mauer, deren
vorgeschobene, alte, rostige Gittertüren aussehen, als würden sie nie geöffnet. Über die Mauern
ragen das Dach eines Hauses und die Gipfel von Kastanienbäumen, in deren Mitte sich ein kleiner,
viereckiger Bau erhebt, ein Eiskeller, darauf eine ganz abgeblätterte Statue: Die Fröstelnde. In
dieser verwitterten Mauer war eine Tür und an dieser eine Klingel mit beschädigtem Glockenzug,
deren dünnes Geläute das kräftige Bellen von Bernhardinerhunden hervorruft. Es dauerte lange, bis
geöffnet wurde.
Auf der Pont Mirabeau gingen Karine und ich. Auteuil ist mit dem linken Seine-Ufer durch den
Pont Mirabeau verbunden, dem Apollinaire 1913 nach seiner Trennung von Marie Laurencin diesen
Vers gewidmet hat: Unter dem Pont Mirabeau fließt die Seine und mit ihr fließen unsere Geliebten
davon.
Wir kamen in die Rue La Fontaine. Apollinaire zog 1911 hier bei Freunden ein. Er wollte so seiner
Geliebten Marie Laurencin nahe sein. Sie war eine Malerin, die er 1907 bei einem Kunsthändler
kennen gelernt hatte. Sie wohnte auch in der Rue La Fontaine. Im Herbst 1912 trennte sich Marie
von ihm. Apollinaire wollte nicht länger in der Gegend bleiben, in der er glücklich gewesen war,
und zog an den Boulevard Saint-Germain. Aus seinem Schmerz entstand sein Gedicht Pont
Mirabeau: Nicht ohne Bitterkeit verließ ich dich, o fernes Auteuil, o liebliches Viertel meiner
großen Traurigkeit!
Auf dem Place d’Auteuil sahen wir das alte Gotteshaus Notre-Dame-d’Auteuil. Rechts von der
Kirche stand das alte Pfarrhaus, in dem Abbé Layseau wohnte, der beim König die Erlaubnis
erwirkt hatte, dass Molière ein christliches Begräbnis erhielt, und der der Tragödin Champmeslé,
der Geliebten Racines, bei ihrem Tode 1698 geistlich beistand.
So gingen wir auf der Rue d’Auteuil. Die Tragödin Champmeslé starb 1698 in einem Haus in der
Rue d’Auteuil, nicht weit von der Kirche. Racine war ihr eng verbunden. Sein Sohn sagte: Ich muß
der Champmeslé Abbitte leisten, die sehr anständig aus dem Leben ging. Sie verzichtete auf das
Theater und bereute ihr Leben sehr. Boileau hat mir alles erzählt, er weiß es vom Pfarrer von
Auteuil, der ihr bei ihrem Tode den letzten Beistand leistete. Sie starb in Auteuil, wo sie in frischer
Luft sein wollte.

VIERTER SPAZIERGANG

Karine ging mit mir den Weg vom Bois du Bologne zu den Champs-Elysée. An dem Square Tolstoi
zeigte sie mir das Denkmal Leo Tolstois. Tolstoi war am 10. November 1910 in Krasny Rog in
Russland verstorben. Seine Bildungsreisen führten ihn auch 1860 nach Paris.
Auf der Avenue Victor-Hugo befand sich die letzte Wohnung Victor Hugos. Hier überraschte ihn
auch die Nachricht vom Tode Juliette Drouets, die ihn ein halbes Jahrhundert lang mit bewegender
Selbstlosigkeit geliebt hatte. Sie starb im Alter von 77 Jahren. Er hatte zu der Zeit neben Juliette
noch eine jugendliche Geliebte.
Auf dem Boulevard Lannes zeigte Karine mir die Villa Les Talus. Sie gehörte Méry Laurent. Sie
war eine Frau von zweifelhaftem Ruf. Sie war die Geliebte des Dichters Mallarmé und Geliebte und
Modell eines Malers.
Auf der Rue Balzac zeigte Karine mir das Haus, das Honoré de Balzac im September 1846 für
Eveline erwarb. Er war damals schon fast erblindet. In einem Brief an Victor Hugo schrieb Balzac:
Ich bewohne jetzt das Haus des Herrn von Beaujon, allerdings ohne dessen Garten, aber mit dem
Oratorium für die kleine Kirche an der Straßenecke. Von meiner Treppe führt eine Tür direkt zur
Kirche. Ein Drehen des Schlüssels und ich bin direkt in der Heiligen Messe. - Nach fürstlicher
Einrichtung des Hauses und der Eheschließung mit Eveline in der Ukraine bezog das Paar das Haus,
in dem der Schriftsteller einige Monate später an einem Herzleiden starb.
Auf der Avenue des Champs-Elysées erlebte ein Wachtmann dies: Ich arretierte gegen acht Uhr
abends einen Abbé und eine schöne Negerin, von der er behauptete, ihr Beichtvater zu sein. Ich
habe ihn dann wieder freigelassen und den Abbé ermahnt, künftig nicht mehr nachts unter üppigen
Bäumen Beichte zu hören.
Auf der Rue Jean-Goujon zeigte Karine mir das Haus, in dem Victor Hugo Anfang Januar 1831 den
großen Roman Notre Dame de Paris beendete. Er hatte ihn in sechs Wochen niedergeschrieben.
Adèle Hugo gebar in diesem Haus ihr fünftes Kind. Allerdings unterhielt sie zu dieser Zeit schon
eine Beziehung zu Sainte-Beuve.
Auf der Avenue Matignon hatte Heinrich Heine eine Unterkunft in dem Erdgeschoss eines Hauses
mit Garten. Mutter, du hast keinen Begriff, wie sehr die gute Luft und der Sonnenschein mir wohl
tut. Gestern saß ich, wohler als je, unter den Bäumen des Gartens und aß die schönste Pflaume, die
mir überreif ins Maul fiel. - Von seiner Matratzengruft aus konnte er die Champs-Elysées sehen. In
dieser Wohnung vegetierte er bis zu seinem Tode. Seine Frau bat an seinem Sterbebett Gott, ihm
seine Sünden zu vergeben, da sagte er: Sei ruhig, Kindchen, er wird vergeben, denn das ist sein
Beruf. Sterbe ich in Paris, so will ich auf dem Kirchhof des Montmartre begraben werden, denn
unter der Bevölkerung des Faubourg Montmartre habe ich mein liebstes Leben gelebt. Obgleich ich
doch lutherisch-protestantisch bin, wünsche ich auf jenem Teil des Kirchhofs begraben zu werden,
der den Römisch-Katholischen zugewiesen ist, damit die irdischen Reste meiner lieben Frau, die
römisch-katholischen Glaubens ist, einst neben meinen Gebeinen ruhen können. – Der beste Freund
seiner letzten Zeit war der Dichter Gérard de Nerval. Im Oktober 1855 hatte Heine die
Bekanntschaft seiner Mouche gemacht. Es war die siebenundzwanzigjährige Pianistin Elise aus
Prag. Sie besuchte ihn täglich und las ihm vor. Wenn sie auf Reisen war, schrieb er ihr Gedichte der
Sehnsucht aus seiner Matratzengruft. Am 14. Juni kam sie zum letzten Mal zu dem sterbenden
Schwan.
Karine führte mich in die Rue de Berri. Hier wohnte Eveline. Sie hatte 1832 ihren ersten
verehrungsvollen Brief an Balzac geschrieben, mit der Unterschrift: Die Fremde. Sie hatte sich in
den folgenden Jahren mit dem Schriftsteller an verschiedenen Orten Europas getroffen. Die
Komtesse Evelin war 1841 Witwe geworden. Im Jahre 1850 heiratete sie in der Ukraine den
todkranken Balzac, der kurz darauf starb.
Wir kamen in die Rue de Miromesnil. Chateaubriand schrieb in seinen Memoiren: Mein kleiner
Garten grenzte an einen Hof, und vor meinem Fenster stand eine große Pappel. Das Pflaster der
Straße endete vor meiner Tür, weiter oben stieg der Weg durch unbebautes Gelände. Das nur von
wenigen Hütten bebaute Gelände grenzte rechts an den Jardin de Tivoli und links an den Park
Monceau. Ich ging häufig in diesem verlassenen Park spazieren. Dieser Zufluchtsort war mit
Nacktheiten aus Marmor geschmückt und mit künstlerischen Ruinen verschönt, Symbolen der
leichtfertigen und ausschweifenden Lebensweise, die alsbald Frankreich mit Trümmern und Huren
bedecken sollte.
Nun kamen wir in die Rue d’Anjou. Hier wohnte eine Gräfin, die das Modell gab zur Herzogin
Guermantes im Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Ein Dichter wollte bei einer
Begegnung mit der Gräfin auf der Treppe ihres Hauses die Schnauze ihrer Hündin küssen. Aber die
Gräfin bat den Dichter, davon Abstand zu nehmen und sagte: Gib acht, du wirst ihre Schnauze weiß
machen mit deinem weißen Pulver!
Etwas weiter wohnte Madame Récamier, die Geliebte Chateaubriands. Der Schriftsteller besuchte
sie hier regelmäßig. Er sagte: Ich besuchte Madame Récamier in der Rue Basse-du-Rempart und
dann in der Rue d’Anjou. Wenn man seinem Schicksal begegnet ist, glaubt man, es niemals
verlassen zu haben. Das Leben ist nach Ansicht des Pythagoras nur ein Wiedererinnern. Bei dem
Haus lag ein Garten, in diesem Garten standen Lindenbäume, zwischen deren Blätter ich einen
Strahl der Luna sah, als ich auf Madame wartete. Mir schien es, dieser Strahl der Luna gehörte mir,
und wenn ich ihn wiedersehe, begebe ich mich unter den selben Schutz. Der Sonne, die ich auf so
vielen Stirnen haben leuchten sehen, der Sonne kann ich mich nicht mehr erinnern.
Nun führte Karine mich auf den Boulevard Haussmann. Eine Zeit lang hatte Proust vor seiner Tür
Tag und Nacht ein Taxi stehen, für den Fall, dass er Lust bekäme, auszufahren. Oft verließ er nachts
das Haus und bat den Taxifahrer, ihn zu einem Hurenhaus zu fahren. Dann bat er den Taxifahrer, die
Äbtissin des Hurenhauses zu holen. Wenn sie gekommen war, ließ er sich von ihr zwei junge
schöne Huren herausführen. Er bat sie ins Taxi und bot ihnen Milch an und verbrachte einige
Stunden der Nacht mit den beiden schönen jungen Huren indem er mit ihnen über die Liebe und
den Tod und dergleichen wichtige Dinge sprach. Wenn man zu Proust kam, lag er in voller
Kleidung im Bett, mit Krawatte und Handschuhen, in Höllenangst vor einem Parfüm, einem
Windhauch, einem Sonnenstrahl. Er empfing uns mit den Worten: Mein Lieber, du hast doch nicht
etwa einer Dame die Hand gegeben, die eine duftende Rose angefasst hat?

FÜNFTER SPAZIERGANG

Karine führte mich zum Place du Palais-Royal. Casanova sagte über die dortigen Gärten: Ich ließ
mich zum Palais Royal führen und war schon neugierig auf diese so viel gepriesene Promenade und
begann sogleich, alles zu betrachten. Ich sah einen schönen Garten, Alleen mit großen Bäumen,
Wasserbecken, und ringsum hohe Häuser. Viele Herren und Damen spazierten da umher, hier und
dort gab es Stände, an denen man neue Flugblätter, Riechwasser, Zahnstocher und andern Tand
kaufen konnte. Man vermietete strohgeflochtene Stühle. Ich sah Zeitungsleser im Schatten der
Bäume sitzen, ich sah Mädchen und Männer, die allein oder in Gesellschaft frühstückten, Kellner,
die geschäftig eine kleine Treppe auf und ab liefen. Ich setzte mich an einen freien Tisch und
bestellte Schokolade ohne Milch, und der Kellner brachte mir abscheuliches Zeug in einer silbernen
Tasse.
Karine, du nanntest Paris die Stadt der ewigen Jugend!
Dann führte Karine mich in die Rue Croix-des-Petits-Champs. Dort gingen wir in das Café
allemand der Madame Bourette, der Muse der Limonade, der Muse und Kaffeewirtin, die besonders
Voltaire zu ihren Gästen zählte.
Nun gingen wir in die Rue de Rivoli. Den jovialen Alexandre Dumas fand ich wie gewöhnlich im
Bett, auch wenn es schon nach Mittag war. Hier lag er mit Papier, Feder und Tinte und schrieb an
seinem neusten Drama. Er nickte mir freundlich zu und sagte: Setz dich eine Minute, ich habe eben
Besuch von meiner Muse, sie wird gleich wieder gehen. Er schrieb, sprach dabei laut und rief: Viva!
Er sprang aus dem Bett und sagte: Der dritte Akt ist nun auch fertig.
An der Ecke der Rue des Prouvaires und der Rue Saint-Honoré stand der Strumpfladen, der
Casanova zu seinen besten Kunden zählte. Casanova, als er sich in die Frau des Besitzers verliebt
hatte, bestellte hier einige Hosen, wie sie gerade Mode in Paris waren. Die Frau probierte sie ihm an
und ließ sich von ihm verführen. Er verführte die Siebzehnjährige in seinem Haus in Petite Pologne.
Wir kamen zum Square des Innocents. Der Friedhof der Unschuldigen Kinder war im Mittelalter
ein berühmt-berüchtigter Anziehungspunkt. Tagsüber spazierten hier die Pariser, nachts sammelten
sich hier die Huren und die Verbrecher. Auf dem Platz erhebt sich das Beinhaus der Unschuldigen
Kinder, das Rabelais beschrieb. Die Wände der Kapelle waren mit einem Totentanz bemalt.
Francois Villon schrieb in seinem Testament von diesem Friedhof und sprach von der Nichtigkeit
des irdischen Lebens:
Seh ich im Beinhaus mir daneben
Die Schädel an, die aufgereihten:
Juristen waren das im Leben...
Nun kamen wir zu Les Halles. In seinen letzten Lebensjahren irrte der Dichter Gérard de Nerval,
der in den kleinen Kneipen der Hallen gut bekannt war, nachts durch die lauten Straßen des Viertels.
In dieser Gegend erhängt er sich in einer eiskalten Januarnacht des Jahres 1855.

SECHSTER SPAZIERGANG

Karine, die einzig mich liebte, führte mich zum Boulevard de la Madelaine. Dort wohnte Juliette
Récamier. Madame de Stael führte Chateaubriand in ihren Salon. Chateaubriand, der Juliette zum
ersten Mal in ihrer damaligen Wohnung in der Rue de la Chaussée d’Antin begegnet war, las ihr
hier seinen Roman vor. Im Jahre 1817 begann seine dreißig Jahre währende Liebesbeziehung zu
Juliette.
Nebenan, in dem Haus der Schokoladenfabrik starb im Februar 1847 im Alter von 23 Jahren die
durch ihre Schönheit stadtbekannte Kurtisane Alphonsine Plessis, die sich selbst Marie Duplessis
nannte. Sie gehörte zu den schönsten und elegantesten Mädchen von Paris. Franz Liszt machte ihr
den Hof. Alexandre Dumas der Jüngere hat sie in der Gestalt der Marguérite Gautier in seinem
Roman von der Kameliendame verherrlicht. Dumas behauptete, den Grund, warum Marguérite
Gautier die Kameliendame genannt wurde, nicht zu kennen. Fünfundzwanzig Tage im Monat trug
sie weiße Kamelien, an den übrigen fünf Tagen rote Kamelienblumen. Den Grund dafür kenne ich
nicht, aber die Besucher der Theater, in denen sie am häufigsten war, und ihre Freunde haben den
Wechsel der Blumenfarbe bemerkt.
Karine führte mich in die Rue Vignon. Die am meisten durchgeisterte von allen diesen Wohnungen
war die in der Rue Vignon. Sie lag fast an der Ecke des Place de la Madelaine, eine Dachwohnung,
die keine einladende Miene machte. Aber sie war erfüllt von Sturm und Feuer. Ich kann sie nicht
beschreiben. Am erfülltesten war in ihr die Leere. Möbel und Gegenstände waren nicht besonders
ausgesucht. Man sah sie nicht. Was man sah, war die Leere, ein Mülleimer voller Leere, eine
randvoll erfüllte Leere. Die Phantome standen dort Schlange. Eine so dicht gedrängte Menge von
Phantomen war es, dass keiner Platz zum Liegen fand, und noch weniger zum ungewissen
Umherirren. Ein Gedränge von Schatten hielt mich ständig auf den Beinen. Sie waren im Zimmer,
im Vorraum, auf der Treppe, Schulter an Schulter, übereinander, in dichten Trauben. Ihr Getümmel
äußerte sich als Stille.
In der Rue de la Paix sahen wir das Blumengeschäft, bei dem die Kameliendame, die junge elegante
Kurtisane, ihre Kamelienblumen kaufte.
In der Rue de Richelieu erlebte Stendhal die Publikation seines Werkes de l’Amour, hier schrieb er
auch die Schrift über Racine und Shakespeare. Nach Theaterschluss fand er sich allnächtlich bei
seiner Freundin ein, der italienischen Sängerin Guiditta Pasta, die im selben Hause wohnte.
Am Place Boieldieu mietete Dumas der Ältere ein bescheidenes Zimmer. In der Nachbarwohnung
lebte die jüdische Näherin Catherine Labay, in die er sich verliebte und zu der etwas später zog.
Sonntags pflegten sie im Wald von Meudon zu spazieren, wobei er seinen Sohn Alexandre Dumas
den Jüngeren mit Catherine im Wald zeugte.
Wir kamen zum Boulevard des Italiens. Flaubert erinnerte sich, wie er in den ersten Jahren seines
Aufenthalts in Paris an heißen Sommertagen im Café saß und die vorüberflanierenden jungen
Hürlein beschaute.
Karine führte mich zur Rue de la Chaussée-d’Antin. Hier stand das Hotel Necker, das Juliette
Récamier mit ihrem Ehemann im Jahre 1798 kaufte. Hier gab Juliette ihre berühmten Empfänge.
Hier sah Chateaubriand nach seinem Exil im Jahre 1801 seine Juliette zum erstenmal. Doch
unversehens senkte sich der Vorhang zwischen ihm und ihr. Erst sechzehn Jahre später sollte er sie
bei der sterbenden Madame de Stael wiedersehen.
Nun gingen wir in die Rue Taitbout. Dort hatte Madame Jaubert ihren literarischen Salon. Heinrich
Heine begegnete der Madame Jaubert im Jahre 1835 auf einem Ball. Bis in seine letzten Tage, als er
schon die Treppen zu ihrer Wohnung hinaufgetragen werden musste, war er ihr ständiger Besucher.
Nun kamen wir auf den Boulevard Poissonière. Dort befand sich das Café Vachette. Bei einem
Essen fragte der Schriftsteller Renan den Kellner mit weinerlicher Stimme: Kellner, nicht wahr, das
ist kein Hundefleisch? Der Kellner: Aber es ist schon das dritte Mal, das Sie Hundefleisch
bekommen. Renan: Nein, das ist nicht wahr. Der Wirt ist ein anständiger Mensch, er würde es uns
vorher wissen lassen. Hundefleisch ist doch unreines Fleisch. Pferd ja, aber nicht Hund! Der
Kellner: Hund oder Hammel, es gibt sonst nirgendwo so gutes Fleisch. Ja, wenn man Ihnen Ratten
vorsetzen würde! Ich kenne das Rattenfleisch, es ist sehr gut, eine Mischung von Schwein und
jungem Rebhuhn. - Renan, mit einem bekümmerten Blick, wird erst blass, dann grün, wirft seine
Francs auf den Tisch und verschwindet.
Wir aber gingen zum Boulevard de Bonne-Nouvelle. Am 7. April 1852 gab Baudelaire nach der
Trennung von seiner Geliebten, der Mulattin Jeanne, seine Wohnung in der Rue du Marais-du-
Temple auf und zog an den Boulevard de Bonne-Nouvelle.
Weiter gingen wir in die Rue de l’Echiquier. Dort wohnte Juliette Drouet, die Geliebte Victor
Hugos. Ein Prinz, ein reicher Nichtstuer, hatte ihr dort ein luxuriöses Appartement eingerichtet.
Victor Hugo sagte: Wir sind in dieser Wohnung so sehr glücklich und so sehr unglücklich gewesen!
Später übersiedelte Juliette in die Rue de Paradis.
Nebenan war der Boulevard Saint-Martin, wo sich ein Theater befand. Hier las Victor Hugo seine
Lukrezia Borgia vor. Der Lesung wohnte auch Juliette Drouet bei. Victor Hugo war der
Schauspielerin Juliette bereits im Mai 1832 bei einem Ball begegnet. Sie sollte ihm bis an ihr
Lebensende eine treue Geliebte bleiben.
Nun kamen Karine und ich auf die Avenue de la République. Im Mai 1851 hatte Baudelaire dort
eine Unterkunft. Seine Mutter, die mit ihrem Gatten aus Konstantinopel nach Paris zurückgekehrt
war, war entsetzt über die armseligen Verhältnisse, in denen ihr Sohn lebte.

SIEBENTER SPAZIERGANG

Karine führte mich zur Rue des Fontaines-du-Temple. Hier stand das Kloster der Madelonetten, das
sich besonders der Huren annahm. In dieses Kloster sperrte die fromme Anna von Österreich,
Regentin an Stelle Ludwig XIV., die wilde Ninon de Lenclos einige Monate ein.
Wir gingen weiter zur Rue du Temple. Hier ging Balzac zur Schule. Seine Eltern waren völlig
befriedigt bei dem Gedanken, dass er ernährt und bekleidet, mit Griechisch und Latein vollgestopft
wurde. Er hat während seines Internats etwa tausend Kameraden kennen gelernt, aber er konnte sich
nicht erinnern, auch nur bei Einem ein derartiges Beispiel von Gleichgültigkeit der Eltern
angetroffen zu haben.
Nun gingen wir in die Rue de la Perle. Hier lernte Molière die Schauspielerin Madelaine Béjart
kennen und lieben. Er wurde ein ständiger Gast im Hause der Schauspielerfamilie. Später gründete
Madelaine eine eigene Schauspielertruppe, das Illustre Theater, dem sich Molière anschloss und mit
dem er auf Tournee ging. Die Liebesbeziehung zu Madelaine übertrug er später auf deren Tochter
Armande. Der vierzigjährige Dichter heiratete die Neunzehnjährige.
Wir kamen in die Rue Payenne. Dort starb Clothilde de Vaux, die Geliebte des Philosophen Auguste
Comte. Der Philosoph hatte sich in die unglückliche und schwer kranke Clothilde verliebt, die ihn
zu seinem Mystizismus eines übermenschlich-weiblichen Wesens namens Grand Etre geführt hatte.
Von dort gingen wir in die Rue Saint-Anastase. Victor Hugo richtete hier seiner Geliebten Juliette
Drouet eine kleine Wohnung ein. Hier konnte er sie schnell von dem Place des Vosges erreichen.
So gingen wir also auf den Place des Vosges. Heimlich empfing er seine Geliebte Juliette auch hier.
Auf der Rue Saint-Martin dachten wir an Gérard du Nerval, den Dichter zwischen den Nationen,
der als Achtzehnjähriger den Faust ins Französische übersetzt hatte. Der achtzigjährige Goethe
sagte einmal zu dieser Übersetzung: Im Deutschen mag ich den Faust nicht mehr lesen, aber in
dieser französischen Übersetzung wirkt alles wieder frisch, neu und geistreich.
Jetzt kamen wir auf den Place de l’Hotel de Ville, den Rathausplatz. Hier fanden Jahrhundert lang
Volksfeste statt. Victor Hugo schildert in seinem Roman vom Glöckner von Notre Dame die
Enthauptung der jungen Zigeunerin Esmeralda, die zu Lebzeiten zur Freude der Pariser auf dem
Platz zu tanzen pflegte. Auch die öffentliche Auspeitschung des Glöckners Quasimodo fand auf
diesem Platz statt.
Auf dem Place Baudoyer dachten wir an den Philosophen Blaise Pascal. Seine Mutter war jung
gestorben. Den Unterricht seiner Kinder übernahm der Vater selbst. Die ältere Schwester von Blaise
Pascal berichtete von der außerordentlichen mathematischen Begabung ihres Bruders, der schon als
Zwölfjähriger die wesentlichen Lehrsätze Euklids entdeckte und als Sechzehnjähriger eine
Abhandlung über die Kegelschnitte verfasste.
Von dort gingen Karine und ich in die Rue Clocheperce. Francois Villon hat diese Straße
unsterblich gemacht, denn hier befand sich das Bordell der dicken Margot, in dem der Dichter
zuhause war.
Weiter gingen Karine und ich und kamen in die Rue Louis-Philippe. Dort mietete Baudelaire eine
Wohnung, der an seiner syphilitischen Ansteckung schwer litt. Seine halbgelähmte Geliebte, die
Mulattin Jeanne, die schwarze Venus, übernahm die Unterkunft. Ihren Geliebten, der bisweilen bei
ihr wohnte, gab sie als ihren Bruder aus.
Ganz in der Nähe war die Rue des Jardins-Saint-Paul. Dort stand ein Haus, in dem Molière gewohnt
hat, nachdem er sein Elternhaus verlassen und zum Theater gegangen war. Er konnte hier seine
Geliebte, die Schauspielerin Madelaine Béjart, ungestört empfangen.
Nicht weit von der Rue Louis-Philippe war die Rue Beautreillis. Dort lebte Baudelaire, der wieder
einmal keine eigene Wohnung hatte, bei seiner schwarzen Venus Jeanne, mit der ihn eine bis in
seine letzten Lebensjahre reichende Freundschaft verband. Sie war Soubrette am Théatre du
Panthéon.

ACHTER SPAZIERGANG

Hier verließ mich Karine wegen einem andern Mann. Ich aber ging zum Quai d’Anjou. In dem
Palast der Madame Dupin sah ich Rousseau, der die Kinder der Madame erzog. Rousseau sagte: Ich
ging fast täglich zu Madame und speiste zweimal oder dreimal die Woche bei ihr. Ihr Haus, so
glänzend wie kein anderes in Paris, versammelte Gesellschaften, die nur etwas weniger zahlreich
hätten sein müssen, um in jeder Beziehung ausgezeichnet zu sein. Sie liebte es, alle Leute zu sehen,
die Glanz verbreiteten, die Großen, die Gelehrten, die schönen Frauen. Voltaire gehörte zu ihrem
Gesellschaftskreis und zu ihren Tischgästen. Ihr Stiefsohn aber gab mir zu verstehen, dass Madame
meine Besuche zu häufig fand und mich bäte, sie auszusetzen. Zehn Jahre später: Madame du
Chatelet, Voltaires göttliche Emilie, kaufte den Palast. Voltaire hatte als achtunddreißigjähriger
Philosoph die elf Jahre Jüngere kennen gelernt. Er wünschte oft, sie wäre weniger gelehrt, ihr Geist
weniger scharf und ihr Verlangen nach Liebe unmäßig! Und vor allem, sagte er, wäre ich glücklich,
wenn sie zuweilen den Mund halten würde.
In der Rue Le Regrattier sah ich das Haus, da Baudelaire bei seiner schwarzen Venus wohnte. Er
war ständig auf der Flucht vor seinen Gläubigern und hatte stets gespannte Beziehungen zu seiner
Familie. Damals heiß die Straße noch Rue de la Femme-sans-Tete.
Am Quai d’Orléans sah ich das Geburtshaus seines Sonett-Dichters, der Marie Nodier, die Tochter
eines Dichters, in seinen Sonetten anbetete.
In der Rue Cuvier sah ich eine illustre Gesellschaft. Stendhal führte hier seinen Freund Mérimée
ein, den er bei seiner ersten Begegnung charakterisierte als einen hässlichen kleinen Bengel mit
einer aufgestülpten Nase und bösen Augen. Mérimée dagegen erkundigte sich, wer jener dicke
Mann mit dem schwarzen Bart und den Kopf eines neapolitanischen Schlächters sei. Sophie
Duvancel, die Mérimée reizende Briefe schrieb, war die Seele des Salons.
Zum Abschluss meines heutigen Spaziergangs besuchte ich die Rue de Bièvre. Der Gott der
Dichter, Dante, soll sich auch in Paris aufgehalten und in dieser Straße gewohnt haben. Er soll im
Jahre 1310 nach Paris gekommen sein, um an der Sorbonne Philosophie zu studieren.

NEUNTER SPAZIERGANG

Ich kam ins Quartier Latin. Bereits im Mittelalter hieß das Universitätsviertel am Seine-Ufer
Quartier Latin, da sich hier die Studenten aus allen Ländern versammelten. Es ist neben der Cité der
älteste Teil von Paris. – Hier ist der Ofen, wo das geistige Brot für die ganze Menschheit gebacken
wird!
Ich ging zum Place Maubert. Dies ist einer der berühmtesten Plätze des Quartier Latin. Dort hielt
Albertus Magnus, der Gelehrte und Weise, seine Vorlesungen unter freiem Himmel. Dieser Platz
Maubert ist nach dem Magister Albert benannt.
In der Rue Saint-Honoré starb ein Märchendichter, er hinterließ so gut wie nichts. Lediglich ein
paar hundert leere Weinflaschen fand man in seiner Wohnung.
Weiter ging ich zum Place du Panthéon. Simone de Beauvoir, die Feministin, sagte: Ich eröffnete
meine neue Existenz damit, dass ich die Treppen der Bibliothek Sainte-Géneviève erstieg. Dort
setzte ich mich in den Teil, der für die Leserinnen reserviert war, an einen großen schwarzen Tisch
und vertiefte mich in die menschliche Komödie. Mir gegenüber blätterte eine Dame reiferen Alters
in einem Journal. Sie sprach halblaut vor sich hin und schimpfte manchmal. Zu jener Zeit war der
Eintritt in den Lesesaal frei, viele Verrückte flüchteten sich dorthin. Sie hielten Selbstgespräche,
summten vor sich hin, es gab einen, der unaufhörlich hin und her ging. Es ist soweit: Ich bin
Studentin, sagte ich mir selbst. Ich trug ein kariertes Kleid und während ich Kataloge wälzte und
hin und her ging, glaubte ich, ungeheuer reizend zu sein!
Einer sagte über den Place du Panthéon: Ich sah die zierliche Galerie um die Kuppel, einen scharfen
Dachfirst, Säulen und Giebel, in denen die Tauben nisteten, auch sah ich den alten Turm, in dem
noch die gleiche Glocke hing, die schon zur Zeit Villons geläutet hat, ich sah die steinerne Rose,
durch deren Verzweigungen das Licht auf Blaise Pascals Grab fiel, ich sah Glockenstühle, eine
gebaute Landschaft uralten Zusammenlebens, auf der der Blick der heiligen Genoveva ruhte, die
nachts die still im Mondschein schlafende Stadt bewacht.
Ich kam zur Ecke der Rue Saint-Jacques und der Rue Soufflot, dort stand ein Dominikanerkloster,
wo der engelgleiche Thomas von Aquin studierte und lehrte und wo der weise Albertus Magnus
seine Kommentare zur Philosophie des Aristoteles schrieb.
Der kleine Raum zwischen dem Place du Panthéon, der Rue de Cuny, dem Seine-Ufer und dem
Justizpalast umfasst das ganze Pariser Leben dieses Genius, ich meine Francois Villon, der hinter
der Kirche des heiligen Benedikt einen Priester erstach, viele Kerker kennen lernte, Magister der
Universität von Paris wurde, im Sängerwettstreit zu Bois gewann, auf den Landstraßen Frankreichs
umherirrte, im Bordell der dicken Margot Unterschlupf fand und schließlich spurlos verschwand. Er
starb mit dreiunddreißig Jahren. Es war zur Weihnachtszeit. Die Wölfe wagten sich bis ans Eis der
Seine. Die vielen Aufenthalte in den eisigen Kerkern, das kraftraubende Leben in den Bordellen,
der Trunk und der Hunger hatten seinem Leben ein frühes Ende gemacht. Der Nordwind pfiff vom
Montmartre her über die gefrorene Seine. Die Schilder der Kneipen schaukelten im Wind. Matt
schimmerte die ewige Lampe vorm Allerheiligsten...
Im Théatre du Panthéon lernte Baudelaire die Schauspielerin Jeanne kennen, die Mulattin, seine
schwarze Venus, die mit dem Dichter bis zu seinem Tode verbunden blieb. Ihr widmete er die
schönsten Liebesgedichte seiner Blumen des Bösen.
Ich kam zum Place de la Sorbonne. Der engelgleiche Thomas wirkte hier, der Doctor Universalis
Albertus Magnus, Duns Scotus und viele andere Gelehrte. Die Sorbonne-Kirche zeigt das Marmor-
Grab von Kardinal Richelieu, die trauernde Wissenschaft zu seinen Füßen.
Der katholische Dichter Bernanos ward in der Sorbonne immatrikuliert. Im Jahre 1909 verprügelte
er einen Professor, der sich abfällig über die heilige Jeanne d’Arc geäußert hatte! Bernanos wurde
zu einer Haftstrafe verurteilt, die er im Gefängnis der Santé absaß.

ZEHNTER SPAZIERGANG

Ich kam in die Rue Cassini. Balzac empfing hier den ersten Brief einer Frau, die sich die Fremde
nannte. Für Sie, verehrter Poet, bin ich und bleibe ich die Fremde, schrieb sie. Aber später stellte sie
sich als Komtesse Eveline vor. 1850 heiratete Balzac die Komtesse Eveline.
Ich kam in die Rue d’Enfer. Der Pavillon, den Chateaubriand nahe der Stadtgrenze bewohnte, war
dort. Es handelte sich damals darum, das von Madame Chateaubriand gegründete Pflegeheim
Marie-Thérèse, das an den Pavillon grenzte, zu retten. Aus den Fenstern des Salons sah man zuerst,
was die Engländer pleasure-ground nennen, im Vordergrund einen Rasen und etliches Gebüsch.
Jenseits des Platzes lag ein Feld, auf dem Verschiedenes angebaut wurde, das zur Ernährung des
Viehs des Pflegeheims gedacht war. Tausenderlei verschiedene Bäume umgaben den Dichter,
Magnolienbäume, Tulpenbäume, portugiesischer Lorbeer, Rotbuchen. Der Dichter hat
vierundzwanzig Salomon-Zedern gepflanzt und eine Druiden-Eiche. Diese Bäume verspotten ihren
kurzlebigen Herrn. Eine Kastanienallee führte vom oberen zum unteren Garten. Der Abbruch einer
Mauer hatte den Dichter in Verbindung mit dem Pflegeheim Marie-Thérèse gebracht. Er befand sich
gleichzeitig in einem Kloster, auf einem Bauernhof, in einem Weinberg und einem Park. Später
erwarb der Erzbischof von Paris das Heim. Der Dichter konnte für den Erlös sich ein Haus in der
Rue du Bac kaufen...
Weiter ging ich und kam zum Boulevard Edgar-Qinet. Dort befand sich der Eingang zum
Montparnasse-Freidhof. Ich sah dort den Grabstein der Schauspielerin Marie Dorval, deren
Grabstein trug die Worte: Morte de chagrin: gestorben vor Kummer!

ELFTER SPAZIERGANG

Karine kam zu mir zurück, sie hatte unsern Knaben dabei, Mignon, meinen Pagen! Wir gingen in
den Jardin du Luxembourg. Maria von Medici erwarb das Schloss und den Garten und beauftragte
den Architekten Salomon mit dem Bau eines neuen Palastes in Anlehnung an den florentinischen
Stil ihrer Heimat.
Rubens, der im Auftrag Marias von Medici nach Paris kam, malte hier die Szenenfolge aus dem
Leben der Königin. Der Park, der den Palast umgibt, ist der Treffpunkt und Lieblingsaufenthalt von
Dichtern und Studenten, falls die Laune des Fürsten den Eintritt gestattet.
Ich ging mit Karine und Mignon zum Boulevard Saint-Michel. Flaubert lebte dort und sagte: Wie
dem auch sei, ich scheiß auf die Rechtswissenschaften! Das ist meine Delanda Carthago.
Wir gingen in die Rue Monsieur-le-Prince. Inmitten der Umgestaltung des Quartier Latin und der
großen Durchbrüche, welche die Originalität des alten Paris samt allen Erinnerungen daran
verwischt haben, bewahrt die Straße Monsieur-le-Prince noch ganz den Charakter der
Studentengasse. Buchläden, Milchhandlungen, Speisehäuser, Kramläden, Trödlerbuden wechseln
einander ab bis zum Hügel von Sainte-Geneviève, und die Studenten von ehedem mit langen, unter
der Mütze hervorquellenden Haaren.
In der Rue Monsieur-le-Prince wohnte einst Blaise Pascal. Hier erlebte er am 23. November 1654
nach einem Unfall seit ungefähr halb elf abends bis ungefähr eine Stunde nach Mitternacht die Nuit
de feu, die Nacht seiner Bekehrung. Das Gedenken an diese Bekehrung hielt er in seinem Memorial
fest, das er in seinen Rock einnähte.
Rimbaud wohnte hier auch einst. Er wohnte in der Straße Monsieur-le-Prince, wieder im
lateinischen Viertel. Er sah von seinem Dachfenster in den Garten des Gymnasiums. Er arbeitete.
Um drei Uhr morgens fing das Licht der Kerze zu erbleichen an. Die Vögel lärmten plötzlich in den
Bäumen. Schluss mit der Arbeit! Er musste die Bäume und den Himmel betrachten, die unter der
unsagbar schönen Morgenstunde erschauerten. Er sah in die Schlafsäle der Schule. Schon wurde auf
den Boulevards das Geräusch der Wagen laut. Er rauchte seinen Tabak und spuckte auf die
Dachziegel, denn er wohnte im Dachzimmer. Um fünf Uhr ging er herunter, um Baguette zu kaufen.
Auf den Straßen hallten die Tritte der Arbeiter. Das ist die rechte Stunde, um sich in der Schenke ein
wenig Wein hinter die Binde zu kippen. Er kehrte zurück, frühstückte und legte sich um sieben Uhr
morgens zu Bett, wenn die Sonne unter den Dachziegeln die Asseln hervorlockte.
Von der Rue Monsieur-le-Prince gingen Karine, Mignon und ich zur Rue Racine. Hier fand
Rimbaud bei einem unbedeutenden Musiker eine Schlafstätte auf dem Sofa. Hier fanden sich die
Mitglieder einer literarischen Vereinigung, zu der Rimbaud und Verlaine eingeladen waren. Immer,
wenn einer der modernen Literaten sein neues Versgestammel vorbrachte, rief Rimbaud: Merde! So
lud man bald die beiden Poeten nicht mehr ein.
Wir gingen weiter zur Passage du Commerce-Saint-André. Dort wohnte einst Nerval bei einem
Maler. Zu dieser Zeit begegnete er jener schönen Schauspielerin, zu der er in leidenschaftlicher,
aber unerwiderter Liebe entbrannte. Sie wurde der Mittelpunkt seines Lebens und seiner Dichtung.
Er hat sie als Aurélia verherrlicht.
Von dort kamen wir zur Rue du Buci. Ich widmete der Straße ein Gedicht, der Straße, die einst so
glücklich war und so stolz darauf, Straße zu sein, wie ein junges Mädchen glücklich ist und stolz an
seine schöne Nacktheit denkt! Ach, arme Straße! Verlassen bist du in deinem Viertel, das selber
verlassen ist in der menschenleeren Stadt Paris!
Daneben lag die Rue de Tournon. Balzac wohnte dort mit seiner Geliebten – nunc et semper dilecta!
Sie war ihm Mutter, Freundin, Familie, Gefährtin und Ratgeberin. Er konnte dort täglich ungestört
mit ihr zusammensein und blieb ihr bis zu ihrem Tode in Liebe verbunden.
Wir gingen in die Rue de Vaugirard. Dort vereinigte Madame de La Fayette die Geistesgrößen ihrer
Zeit in ihrem grünen Kabinett: Molière, Racine und La Fontaine zählten zu ihren Gästen. Madames
Garten war das Schönste, was es in dieser Welt gibt, alles blüht, alles duftet. Wir haben dort sehr
viele Abende verbracht, denn die arme Frau ging nie aus.
Heine mietete sich in dieser Straße ein Zimmer. Fragte ihn jemand, wie er sich dort befinde, sagte
er: Wie ein Fisch im Wasser. Oder eben: Wie Heine in Paris. Es lebt sich so herrlich, es lebt sich so
süß / am Seinestrand in der Stadt Paris.
Dann gingen wir zum Place Saint-Sulpice. Heine heiratete dort seine Mathilde. Seiner Familie in
Hamburg schrieb er: Am 31. August heirate ich Mathilde Mirat, mit der ich mich schon länger als
sechs Jahre täglich zanke! Beim Betreten der Kirche sagte er: Ich verheirate mich bei 40 Grad
Hundtagshitze. Möge mich der allmächtige Gott stets bei gleicher Temperatur erhalten!
Von dort gingen wir in die Rue Cassette. Dort stand das Kloster der Ewigen Anbetung, in dem die
Mystikerin Madame Guyon lebte.
Dann führte Karine mich und Mignon in die Rue du Cherche-Mide. Victor Hugo hatte Adèle
geheiratet, nachdem er ihr seine Liebe unter einem Kastanienbaum gestanden hatte. Die Trauung
fand in der Kirche statt. Im Verlauf der Hochzeitsnacht hat Victor Hugo seine Frau neunmal
genommen.
Dann gingen wir zum Boulevard Saint-Germain. Diderot hatte hier gewohnt. Er hatte eine
Wäscherin geheiratet. Rousseau nannte sie eine faule und gemeine Natur. Die Ehe war nicht von
Dauer. Zehn Jahre lang währte sein Verhältnis zu einer Kokotte, die ihn während seiner Inhaftierung
verließ. Dagegen beglückte ihn die Begegnung mit Sophie, die er als Vierzigjähriger kennen lernte
und die ihm die Treue bis zu ihrem Tod bewahrte. Später verkaufte er seine Bücher an die Zarin
Katharina die Große, die Semiramis des Nordens. Sie bestimmte, dass er die Bücher weiter
benutzen dürfe, bis es ihr gefiele, sie zu verlangen. Er reiste nach Russland, um ihr für ihre
Großzügigkeit zu danken.
Von dort gingen wir zum Place Saint-Germain-des-Prés. Die dortige Abtei war ein Zentrum des
geistigen Lebens. Der Mönch Abbon bezeichnete Paris als eine Königin, die über allen Städten
glänzt. Ein Domherr verfasste eine Geschichte des Benediktinerordens und einer eine Geschichte
der Stadt Paris, ein dritter übersetzte Origenes und Johannes Chrysostomus.

ZWÖLFTER SPAZIERGANG

Karine ging mit Mignon und mir in die Rue des Saints-Pères. Bis zu ihrer Eheschließung wohnte
hier Julie, die als Fünfzehnjährige den dreißig Jahre älteren Banker Récamier heiratete. Für sie
schrieb Chateaubriand, dessen Geliebte sie war, seine Geschichte der Jugend. Der Herzog von
Wellington und Metternich lagen Julie zu Füßen, Prinz August von Preußen wollte sie zur Frau
nehmen und Madame de Stael wendete ihr eine exaltierte Freundschaft zu. Einer verlor fast den
Verstand, er machte um ihretwillen einen Trümmerhaufen aus seinem Leben. Nur Chateaubriand,
der ihr leidenschaftlich zugetan war, war in der glücklichen Lage, dass er sie ein wenig weniger
liebte als sie ihn.
Von dort gingen wir in die Rue de Sèvres. Einst stand dort eine Wald-Abtei, die umgebaut wurde zu
einem Altersheim. Hier fand Julie eine bescheidene Unterkunft, nachdem sie von Bankier Récamier
wegen Verschwendungssucht geschieden worden war. Hier empfing die göttliche Julie den Prinzen
August von Preußen, Lucien Bonaparte, Lamartine, Balzac, Stendhal und andere große Männer.
Chateaubriand besuchte sie in den letzten Jahren ihres Lebens in ihrer kleinen Zelle täglich um drei
Uhr. Ein dunkler Korridor trennte zwei kleine Räume. Das Schlafzimmer war mit einer Bibliothek
ausgestattet, man sah eine Harfe, ein Klavier, an der Wand das Porträt von Madame de Stael. An
den Fenstern standen Blumentöpfe. Wenn Chateaubriand ganz erschöpft die drei Stockwerke
hochgestiegen war, betrat er in der Abenddämmerung die Zelle und war entzückt. Der Blick aus den
Fenstern fiel auf den Garten der Abtei, auf den grünen Rasen, auf dem Nonnen und Pensionäre
herumgingen.
Nun führte mich Karine in die Rue du Bac. Mignon nahm mich an die Hand und führte mich in die
Kapelle. Ich sah, und siehe, was ich sah, war Unsere Liebe Frau, ganz in ein langes weißes Kleid
gehüllt, einen weißen Schleier auf dem Haupt, aus dem die schwarzen Haare hervorquollen. Ihr
Angesicht war entzückend, sie lächelte lieblich. Sie breitete die Arme aus und von ihren schlanken
Händen flossen Strahlen der Gnade.

DREIZEHNTER SPAZIERGANG

Nichtigkeit der Nichtigkeiten! Alles ist nichtig! Karine ist tot! Tot ist Karine!
Mit Mignon ging ich in die Rue Lemercier. Verlaine lebte dort mit seinen Eltern bis zum Tode
seines Vaters. Verlaine gab wegen seiner Liebe zum Rotwein das zutiefst verhasste juristische
Studium auf.
Von dort ging ich mit Mignon in den Parc Monceau. Rousseau ging hier eines Tages spazieren und
sprang über den Graben, um Blumen zu pflücken. Die Lehrerin der Kinder des Herzogs von
Orléans spielte eben mit den Kindern im Park, sie floh entsetzt, als sie den Eindringling sah, obwohl
sie ihn erkannt hatte. Am Tag danach erhielt der Philosoph einen Schlüssel zum Tor des Parks mit
der Erlaubnis, den Park jederzeit betreten zu dürfen.
Nun ging ich mit Mignon in die Rue d’Anjou. Dort lag ein Friedhof. Hier wurden die sterblichen
Überreste des Königs Ludwig XVI. und seiner Marie-Antoinette exhumiert. Chateaubriand war
zugegen bei dieser Exhumierung auf dem Friedhof. Inmitten der Gebeine erkannte er den Kopf der
Königin durch das Lächeln, das sie ihm in Versailles geschenkt hatte.
Weiter ging ich mit Mignon in die Rue des Mathurins. Madame de Stael hatte Chateaubriand und
Julie Récamier zu sich eingeladen. Chateaubriand war mit Julie einen Augenblick allein. Aus dieser
Begegnung entwickelte sich die langjährige Liebe des Dichters zur göttlichen Julie. Madame de
Stael verschied hier in ihrem eigenen Haus. August Wilhelm Schlegel, Lehrer ihrer Kinder, weilte
an ihrem Sterbebett. Chateaubriand sagte: Madame de Stael hatte mich eingeladen, bei ihr zu Mittag
zu essen. Ich ging hin. Sie war aber nicht in ihrem Salon und konnte am Mahl nicht teilnehmen. Ich
saß neben der göttlichen Julie. Ich sah sie nicht an, sie sah mich nicht an, wir wechselten kein Wort.
Dann sprach Julie von dem nahen Tode der Madame. Ich sah Julie in die Augen. Dieser Augenblick
war von einem Zauber, der mit den Jahren zunimmt. Ich schiebe meine alten Tage beiseite, um
dahinter eine himmlische Erscheinung zu entdecken, um aus der Tiefe des Abgrunds die Harmonie
der glückseligen Gefilde zu vernehmen, Madame de Stael hatte mich mit der göttlichen Julie
verbunden. Sie vermachte mir von ihrem Totenbett das Beispiel einer unsterblichen Liebe.

VIERZEHNTER SPAZIERGANG

Die Richter hatten mir Mignon genommen! Gott segne ihn! Meine Feinde sollen ewig gepeinigt
werden in Dantes Hölle!
Ich ging einsam und traurig zum Place Clichy. Hier wurde an einem kalten nebligen Wintermorgen
Heinrich Heine beerdigt. Ich denke mit Bitterkeit daran, dass bei Heines Begräbnis nur neun
Personen anwesend waren. O Publikum! O Bürger! O Lumpenpack! O ihr Elenden! Es waren nur
neun deutsche Schuster bei seinem Leichenbegängnis gegenwärtig.
Weiter schlich ich in die Rue d’Amsterdam. Die Schüler haben diesen Hof zu ihrem Hauptquartier
erwählt. Er ist ihr Spielplatz. Er ist eine Art mittelalterlicher Platz, ein Liebeshof, ein Bettelmarkt,
ein Femegericht, wo man die Schuldigen verurteilt und das Urteil an ihnen vollstreckt, wo von
langer Hand jene Streiche vorbereitet werden, die während des Unterrichts ausbrechen und deren
Späße den Ärger der Lehrer erregen. Denn die Knaben der dritten Klasse sind schrecklich! Nächstes
Jahr kommen sie in die vierte Klasse, wenn alles gut geht, dann werden sie auf die Kleineren
verächtlich herabsehen und sich sehr wichtig vorkommen.
Nun schlich ich traurig zur Avenue Frochot. Ich werde in einen kleinen Saal geführt, dessen Decke
und Wände mit alten Gobelins bezogen sind. Vor dem Kamin sitzen zwei schwarzgekleidete
Frauen, ihre gegen das Licht gewendeten Gesichter sind schwer zu unterscheiden. Rings um Victor
Hugo, auf dem Diwan liegend, seine Freunde. In einer Ecke lässt der dicke Sohn des Dichters
zusammen mit einigen jungen Damen ein kleines blondes Knäblein mit rotem Gürtel auf einem
Schemel spielen. Victor Hugo drückte mir die Hand und nahm dann seinen Platz vor dem Kamin
wieder ein. Im Halbschatten des altertümlichen Wohnungsplunders, an diesem tristen Herbsttag, der
durch den Rauch der Zigaretten blau umwölkt ist, inmitten dieser Dekoration vergangener Zeiten
erscheint Victor Hugos Kopf in vollem Licht und wirkt bedeutend. Seine Haare sind unbedeckt,
schöne weiße Strähnen, wie sie an den Köpfen Michelangelos zu sehen sind, und auf seinem Antlitz
liegt eine verzückte Gelassenheit.
Ich ging hinüber zur Rue Frochot. Hier wohnte die Präsidentin, wie sie von ihren Freunden genannt
wurde. Baudelaire war bei ihr eingeführt worden, er verliebte sich in die Hausfrau, die er seine
Muse und Madonna nannte. Er schenkte ihr Gedichte, die von der Zensur wegen Obszönität
verboten worden waren. Nach ihrer ersten und einzigen Liebesnacht, die keine Erfüllung brachte,
zog sich Baudelaire von ihr zurück.
Ich ging auch enttäuscht vom Leben von allen fort und so kam ich allein in die Rue Ravignan. Dort
hatte Max Jacob ein Zimmer. Er sagte: Gott kam heute Nacht zu mir! Der himmlische Körper
erschien an der Wand meines armseligen Zimmers. Darum hab ich, Jude von Geburt, mich zum
Katholizismus bekehrt. Ich ließ mich in der Kirche Notre-Dame-de-Sion taufen.
Schließlich kam ich an in der Rue de Paradis. Juliette Drouet zog aus dem Appartement, das ihr ein
Liebhaber eingerichtet hatte, in eine kleinere Wohnung in der Rue de Paradis. Der Dichter sagte:
Diese Straße hat den richtigen Namen! Das Paradies ist für mich in dieser Straße – in diesem Haus
– in diesem Zimmer – in diesem Bett!

EINE SAISON IN DER HÖLLE

Von Arthur Rimbaud

PROLOG

Einst, wenn ich mich recht erinnere, war mein Leben ein Fest, wo alle Herzen geöffnet waren, und
alle Weine geflossen sind.
Eines Abends saß die Schönheit auf meinen Knien - und ich fand sie bitter - und ich beleidigte
sie.
Ich bewaffnete mich gegen die Justiz.
Ich floh. O Zauberinnen, o Elend, o Hass, es war dir mein Schatz anvertraut!
Es gelang mir, alle menschliche Hoffnung aus meinem Kopf zu entfernen. Ich habe das Tier im
stillen Sprung auf jede Freude erwürgt.
Ich rief die Henker, ihre Äxte zu schärfen, als ich starb. Ich rief die Plagen, mich mit Sand und
Blut zu ersticken. Das Unglück war mein Gott. Ich streckte mich in den Schlamm. Ich trocknete
mich in den Lüften des Verbrechens. Und ich spielte einige feine Tricks des Wahnsinns.
Und der Frühling brachte mir das schreckliche Lachen des Idioten.
Nun, gerade in letzter Zeit, da ich auf dem Punkt bin mich zu äußern, das letzte Krächzen, da
dachte ich, die Suche nach dem Schlüssel zum alten Fest zu haben, wo ich vielleicht meinen Appetit
wieder finden könnte!
Karitas ist der Schlüssel - Diese Inspiration beweist, dass ich immer geträumt habe!
„Du bist ein Schakal...“, der Dämon schreit mich an, gekrönt mit schönem Mohn. „Gewinne den
Tod mit all deinem Appetit, deinem Egoismus, allen deinen Todsünden.“
Ah, ich habe zu viele praktiziert! - Aber, Satan, ich flehe dich an, ein Auge etwas weniger
entzündet zu haben! Und während des Wartens auf meine wenigen feigen kleinen Taten, für dich,
die Auszeichnung bei einem Schriftsteller ist das Fehlen von beschreibendem oder lehrreichem
Geschick, für dich reiße ich diese wenigen hässlichen Seiten aus meinem Notizbuch einer
verdammten Seele.

BÖSES BLUT

Ich habe die weißlichen blauen Augen meiner gallischen Vorfahren, den schmalen Schädel, und die
Unbeholfenheit im Kampf. Ich finde meine Kleidung so barbarisch wie ihre. Aber ich weiß nicht zu
salben mein Haar.
Die Gallier waren die unfähigen Hüter von Rindern und Niederbrenner von Gras in ihrem
Alter.
Von ihnen bekomme ich: Götzendienst und der Liebe Sakrileg: - oh, alle Laster, allen Zorn, alle
Wollust - herrlich, die Lust - vor allem die Lüge und das Faulsein!
Ich habe einen Horror vor allen Gassen. Herren und Arbeiter: alles Bauern, unedel. Die Hand mit
dem Stift ist die gleiche wie die Hand am Pflug. - Was für ein Alter von Händen! - Ich werde nie
meine Hand hineinlegen. Jedenfalls geht der Dienst mir zu weit. Die Ehrlichkeit der Bettelei regt
mich auf. Kriminelle ekeln mich an wie Eunuchen: ich, ich bin ganz, und es ist alles eins für mich!
Aber! Wer hat meine Zunge so trügerisch gemacht, dass sie geführt hat und abgesichert meine
Faulheit bis jetzt? Ohne auch nur mit meinem Körper zu leben, und eitler als eine Kröte, ich habe
gelebt überall. Nicht eine Familie in Europa, davon weiß ich nichts. - Ich meine Familien wie die
meine, die sich dank all der Erklärungen der Rechte des Menschen bildeten. - Ich habe jeden Sohn
aus guter Familie gekannt!

*

Wenn ich doch nur Vorläufer wäre zu einem bestimmten Zeitpunkt oder ein anderer in der
Geschichte Frankreichs!
Aber nein, nichts.
Es ist mir klar, ich habe immer zu einer minderwertigen Rasse gehört. Ich verstehe nicht die
Rebellion. Mein Gang erhob sich nie, außer zu plündern: wie Wölfe rund um ein Tier, das sie nicht
getötet haben.

Ich erinnere mich an die Geschichte Frankreichs, die älteste Tochter der Kirche. Als Bauer würde
ich die Reise ins Heilige Land gemacht haben: Ich habe alle Straßen der Schwäbischen Ebenen in
meinem Kopf, alle Ansichten von Byzanz, die Wälle Suleimans: der Kult der Jungfrau, die
Zärtlichkeit für den Gekreuzigten, wecken in mir tausend profane Verzauberungen. - Ich sitze, ein
Aussätziger unter zerbrochenen Töpfen und Nesseln, am Fuß einer Wand, von der Sonne verwüstet.
- Später, ein Söldner, würde ich unter deutschen Mitternächten gezeltet haben.
Ah! Nochmals: Ich tanze den Sabbat auf einer roten Lichtung, mit alten Frauen und Kindern.
Ich erinnere mich an nichts weiter als an dieses Land und das Christentum. Ich würde nie mit
mir selbst in dieser Vergangenheit abgeschlossen haben. Aber immer bin ich allein: ohne Familie:
welche Sprache hab ich zu sprechen? Ich habe nie mich gesehen in den Räten der Christen: noch in
den Räten der Herren Vertreter Christi.
Wer war ich im letzten Jahrhundert? Ich habe mich nur entdeckt in der Gegenwart. Kein
Vagabund, kein vager Krieger. Die minderwertige Rasse hat sich überall verbreitet - die Menschen,
wie man sagt: die Nation und die Wissenschaft.
Oh! Wissenschaft! Sie haben alles verändert. Für den Körper und die Seele - die Eucharistie -
wir haben Medizin und Philosophie - alte Frauen haben Heilmittel und Arrangements bekannter
Lieder. Und die Führung der Fürsten und die Spiele, die sie verboten haben! Geographie,
Kosmographie, Physik, Chemie!...
Wissenschaft! Der neue Adel! Fortschritt. Die Welt schreitet voran! Warum sollte sie es auch
nicht tun?
Es ist die Vision von Zahlen. Wir fördern uns in Richtung des Geistes. Es ist ganz sicher: es ist
ein Orakel, was ich sage. Ich weiß, und bin ahnungslos, wie ich mich ohne heidnische Worte
ausdrücken soll, da wäre ich lieber stumm.

*

Das heidnische Blut kehrt zurück! Der Geist ist in der Nähe, warum hilft mir Christus nicht durch
die Gewährung meines Seelen-Adels und meiner Freiheit? Das Evangelium hat bestanden! Das
Evangelium! Das Evangelium.
Ich warte auf Gott mit Begierde. Ich bin von minderwertiger Rasse von Ewigkeit gewesen.
Hier bin ich an der bretonischen Küste. Wie die Städte leuchten am Abend. Mein Tag ist getan:
Ich habe verlassen Europa. Seeluft wird versengen meine Lungen: verlorene Klimazonen werden
mich umgeben. Zu schwimmen, zu trampeln das Gras, zu jagen, vor allem zu rauchen: zu trinken
harte Spirituosen wie kochendes Metall - wie jene lieben Vorfahren um das Feuer zu sitzen.
Ich werde mit Eisen-Gliedern zurückkehren; dunkle Haut, ein wütender Blick: nach meiner
Maske werde ich als mächtige Rasse beurteilt werden. Ich werde zu Gold: Ich werde frei sein und
brutal. Frauen sorgen für jenes harten Invaliden Rückkehr aus heißen Ländern. Ich werde an der
Politik beteiligt sein. Gerettet.
Jetzt bin ich verdammt, jetzt hab ich einen Horror vor dem Land. Am besten ist ein guter
betrunkener Schlaf am Strand.

*

Man muss nicht gehen. - Lasst uns wieder auf die Straßen gehen, voll von meinem Laster, das
Laster, das seine Wurzeln des Leidens in meine Seite gestoßen hat, seit dem Zeitalter der Vernunft -
das steigt in den Himmel, scheint mir, es schlägt mich, es zieht mich mit.
Die letzte Unschuld, und die letzte Scheu. Ich hab es gesagt. Nicht zu meinem Ekel den Verrat
durch die Welt tragen.
Lasst uns gehen! Marschieren, Belastungen, Wüsten, Langeweile, Wut.
Wem soll ich mich verdingen? Welches Tier muss angebetet werden? Welches heilige Bild
angegriffen werden? Welche Herzen werde ich brechen? Welche Lüge muss ich ertragen? - Durch
wessen Blut waten?
Vielmehr schützt man sich vor der Justiz - ein hartes Leben, pure Verrohung - den Sargdeckel
mit einer verdorrten Hand öffnen; sich setzen, anhalten den Atem. Also kein Alter, keine Gefahren:
zu erschrecken die Unfranzösischen.
Ah! Ich bin so verlassen, ich konnte kein göttliches Bild anbieten, egal, was meine Richtung zur
Perfektion fordert.
O meine Selbstverleugnung, o mein wunderbarer Schade! Sogar hier unten!
De profundis Domine, was für ein Wesen, das ich bin!

*

Noch ein Kind bewunderte ich den hartnäckigen Sträfling, hinter dem sich die Gefängnistore immer
wieder schließen: Ich besuchte Pensionen und Unterkünfte, die er mit seiner Gegenwart geheiligt
hat: Ich sah den blauen Himmel mit seinem Geist und die Blüte der Arbeit auf dem Land: Ich
parfümierte sein Schicksal in den Städten. Er hatte mehr Kraft als ein Heiliger, mehr gesunden
Menschenverstand als ein Reisender - und er, er allein! Zeuge seiner Herrlichkeit und Vernunft.
Auf den Straßen, in den Winternächten, ohne Obdach, ohne Kleidung, ohne Brot, würde eine
Stimme verkuppeln mein gefrorenes Herz: Schwäche oder Stärke: mit dir deine Stärke. Du weißt
nicht, wohin du gehst und warum du gehst: geh überall, reagiere auf alles. Sie werden dich nicht
mehr töten als Leiche. „Am Morgen hatte ich einen solchen verlorenen Blick, wie ein totes Gesicht,
dass diejenigen, die mich trafen, vielleicht sahen sie mich nicht.“
Plötzlich, in den Städten, würde der Schlamm scheinbar rot oder schwarz für mich sein, wie der
Spiegel, wenn die Lampe in den nächsten Raum geführt wird, wie ein Schatz im Wald! Viel Glück,
würde ich weinen, und ich würde ein Meer von Flammen und Rauch am Himmel sehen, und rechts
und links alle Reichtümer flammend wie eine Billion Blitze.
Aber Orgien und die Werke der Frauen wurden mir verboten. Nicht einmal ein Freund ist da. Ich
konnte mich vor einer wütenden Menge sehen, gegenüber dem Erschießungs-Kommando, weinend
in einem Elend, das sie nicht verstanden haben, und Vergebung! - Wie Jeanne d’Arc! – „Priester,
Professor, Meister, du irrst dich, mich zu übergeben der Gerechtigkeit. Ich war noch nie Teil dieser
Rasse. Ich bin noch nie ein Christ gewesen: Ich bin von der Rasse, die unter der Folter singt: Ich
verstehe nicht das Gesetz: Ich habe keinen moralischen Sinn, ich bin ein Tier: Du irrst dich...“
Ja, ich habe meine Augen geschlossen, wandernd zu deinem Licht. Ich bin ein Tier, ein
schwarzes. Aber ich kann gerettet werden. Sie sind wirklich Schwarze, sie Wahnsinnige; wilde
Tiere, Geizhälse. Händler, du bist ein Schwarzer: Magistrat, du bist ein Schwarzer: Allgemeinheit,
du bist schwarz: Kaiser, du alte Wunde, du bist ein Schwarzer: Sie haben einen unversteuerten
Alkohol, den Satane machten, getrunken. - Dieses Rennen ist durch Fieber und Krebs inspiriert.
Alte Leute und Kranke sind so respektabel, sie bitten, gekocht zu werden. - Die Klügsten sind es,
die diesen Kontinent verlassen, wo der Wahnsinn schleicht, um Geiseln für diese Unglücklichen zu
finden. Ich bin dann in das wahre Reich der Söhne Hams gegangen.
Kenne ich die Natur noch? Kenne ich mich selbst? - Keine Worte mehr. Ich habe die Toten
begraben in meinem Bauch. Schreie, Trommeln, tanzen, tanzen, tanzen, tanzen! Ich kenn nicht
einmal den Moment, da die Weißen das Land betreten und ich ins Nichts fallen werde.
Hunger, Durst, Schreie, tanzen, tanzen, tanzen, tanzen!

*

Die Weißen sind gelandet. Canyon! Wir müssen die Taufe, die Kleidung, die Arbeit einreichen.
Ich habe den Gnadenstoß in meinem Herzen empfangen. Ah! Ich hatte es nicht geplant!
Ich habe nichts Unrechtes getan. Die Tage werden leicht vorübergehen für mich, Reue wird mir
erspart werden. Ich werde nicht kennen die Qualen der Seele, die fast tot zur Tugend kamen, wo das
Licht stark steigt, dass von einem Begräbnis verjüngt ist. Das Schicksal eines Sohnes aus guter
Familie, ein früher Sarg mit kristallenen Tränen. Zweifellos ist Ausschweifung töricht; Laster ist
töricht, Fäulnis muss weggeworfen werden. Aber die Uhr hat noch nicht die Stunden reiner Trauer
gezählt! Soll ich ausgehen wie ein Kind, im Paradies zu vergessen alles Unglück und heiter zu
spielen?
Schnell! Gibt es noch ein anderes Leben? - Auszuruhen mit Reichtümern ist unmöglich.
Wohlstand ist immer so gewesen in der Öffentlichkeit. Göttliche Liebe allein bietet den Schlüssel
der Erkenntnis. Ich sehe, dass die Natur nichts als eine Show der Güte ist. Adieu Chimären, Ideale,
Fehler.
Das rationale Lied der Engel steigt vom Rettungsboot auf: es ist die göttliche Liebe. - Zwei
lieben! Ich kann der irdischen Liebe absterben, oder sterben an Hingabe. Ich habe Seelen, für die
der Schmerz meiner Abreise aufsteigt! Sie haben mich aus dem Schiffbruch erwählt: diejenigen, die
übrig sind, sind sie nicht meine Freunde?
Rette sie!
Die Vernunft ist in mir geboren worden. Die Welt ist gut. Ich werde segnen das Leben. Ich
werde lieben meine Brüder. Dies sind nicht mehr kindische Versprechungen. Noch die Hoffnung auf
ein Entkommen vor Alter und Tod. Gott gebe mir die Kraft und ich lobe Gott.

*

Langeweile ist nicht mehr meine Liebe. Wut, Ausschweifung, Wahnsinn, von allen Freuden und
Katastrophen weiß ich - meine ganze Last ist festgelegt. Lass uns schätzen ohne Schwindel das
Ausmaß meiner Unschuld.
Ich glaube nicht, dass ich für eine Hochzeit mit Jesus Christus als Schwiegervater geeignet bin.
Ich bin nicht ein Gefangener meiner Vernunft. Ich sagte: Gott, ich will Freiheit im Heil: wie
kann man es verfolgen? Frivoler Geschmack hat mich verlassen. Keine Notwendigkeit zur
Selbstaufopferung und göttliche Liebe auch nicht mehr. Ich bereue nicht das Alter von sensiblen
Herzen. Jeder hat seinen Grund, Verachtung, Mitleid: Ich behalte meinen Platz auf dem Gipfel
dieser engelhaften Treppe des Menschenverstandes.
Für das etablierte Glück: Inland oder nicht... nein, ich kann nicht. Ich bin zu zerstreut, zu
schwach. Das Leben blüht durch Arbeit, das ist eine alte Wahrheit: ich, mein Leben ist zu dürftig, es
fliegt aus und driftet weit über die Aktion, die sich auf die Welt richtet.
Was für eine alte Jungfer ich immer liebe, ich habe nicht den Mut, sie zu Tode zu lieben!
Wenn Gott mir Himmelskörper schenkte, Luft, Ruhe, Gebet - wie den alten Heiligen - die
Heiligen! Starken! Die Eremiten, Künstler, für die es nicht mehr benötigt wird!
Kontinuierliche Farce! Meine Unschuld sollte mich weinen lassen. Das Leben ist die Farce, die
alle spielen.

*

Genug! Hier ist der Satz. - Marschiere!
Ah! Meine Lungen brennen, meine Stirn pocht! Nacht dreht sich in meinen Augen in dieser
Sonne! Herz... Glieder...
Wohin? Kämpfen? Ich bin schwach! Die anderen gehen voraus. Ausrüstung, Arme... das
Wetter!...
Feuer! Feuer auf mich herab! Hier! Oder ich werde dazutun - Feiglinge! - Ich werde mich
umbringen! Ich werde mich unter die Hufe der Pferde werfen!
Ah!...
Ich werde mich daran gewöhnen.
Das wäre der Französische Weg, der Weg der Ehre!

NACHT DER HÖLLE

Ich habe einen berühmten Schluck Gift geschluckt - Dreimal gesegnet sei der Gedanke, der zu mir
kam! - Meine Eingeweide brennen. Das Gift der Gewalt ruiniert meine Glieder; verformt mich, lässt
mich fallen. Ich sterbe vor Durst, ich bin erstickt, kann nicht schreien. Es ist die Hölle, die ewige
Qual! Sieh, wie die Flammen steigen! Ich brenne in der richtigen Weise. Na dann, Dämon!
Ich habe mich umgestellt auf Güte und Freude, ich habe das Heil erblickt. Lass mich
beschreiben die Vision, es leidet die Luft der Hölle keine Hymnen! Es waren Millionen von
zauberhaften Kreaturen, süße geistige Harmonie, Kraft und Frieden, edle Ambitionen, wer weiß?
Edle Ambitionen!
Das ist noch nicht das Leben! - Was, wenn die Verdammnis ewig ist! Ein Mann, der zu
verstümmeln sich selbst, wirklich verdammt sein will, ist er es nicht? Ich denke mich in der Hölle,
also bin ich dort. Es ist die Ratifizierung des Katechismus. Ich bin der Sklave meiner Taufe. Eltern,
verursacht habt ihr mein Elend und euer eigenes. Arme Unschuldige! – Die Hölle können nicht
berühren die Heiden - Es ist noch nicht das Leben! Später wurden die Köstlichkeiten der
Verdammnis vertieft. Ein Verbrechen, schnell, lass mich ins Leere fallen, im Namen des
menschlichen Gesetzes.
Ruhig, ruhig dort!... Hier Schande und Schmach: Satan, der das Feuer ist, sagt, dass meine Wut
fürchterlich dumm ist. - Genug!... Der Fehler flüsterte mir zu, Magie, falsches Parfüm, kindische
Musik. - Und zu denken, dass ich die Wahrheit erfasse, siehe die Gerechtigkeit: mein Gericht ist
gesund und solide, ich bin bereit für die Perfektion... Stolz - die Haut meines Kopfes ist austrocknet.
Schade! Herr, ich habe Angst. Ich habe Durst, großen Durst! Ah, Kindheit, Gras, der Regen, der See
über den Steinen, das Mondlicht, wenn die Uhr zwölf geschlagen!... Der Teufel im Glockenturm, in
dieser Stunde. Maria! Heilige Jungfrau! - Horror meiner Dummheit.
Zurück, gibt es nicht ehrliche Seelen, die mir wünschten nur Gutes?... Komm... Ich habe ein
Kissen auf dem Mund, sie können mich nicht hören, sie sind Phantome. Außerdem denkt niemand
an andere. Niemand kommt mir nahe. Ich rieche die sengende Glut, das ist sicher.

Die Halluzinationen sind unzählbar. Das ist, was schon immer falsch war mit mir, in der Tat: kein
Glaube in der Geschichte, vergessliche Prinzipien. Ich werde still sein darüber: Dichter und Seher
wären neidisch. Ich bin tausendmal reicher, lasst uns so geizig sein wie das Meer.
Siehe! Die Uhr des Lebens hat gerade aufgehört. Ich bin nicht mehr in der Welt - Theologie ist
kein Witz, die Hölle ist sicherlich unten - und der Himmel oben - Ekstase, Alptraum, zu
schlummern in einem Nest von Flammen.
Welche Tricks während des Wartens in der Landschaft... Satan, Ferdinand, das Wild läuft...
Jesus geht auf den lila Disteln, ohne sie zu verbiegen... Jesus ging einmal auf den Wogen. Die
Laterna Magica zeigte ihn uns stehend, blass mit braunen Locken, auf der Flanke einer Smaragd-
Welle...
Ich werde enthüllen alle Geheimnisse: Mysterien, religiöse oder natürliche, Tod, Geburt,
Zukunft, Vergangenheit, Kosmogonie, das Nichts. Ich bin ein Meister der Phantasmagorie.
Hör!...
Ich besitze alle Talente! - Es ist niemand hier, aber es ist jemand da: Ich möchte nicht meinen
Schatz verschütten - Sollen es Neger-Gesänge sein, Tänze der Huris? Soll ich verschwinden,
tauchen tief in die Suche nach dem Ring? Soll ich? Ich will Gold, ich will eine Reinigung.
Habt Glauben an mich, heiler Glaube beruhigt, führt. Komm, alles, was du sagst - sogar die
kleinen Kinder - soll mich trösten, kann es ein Herz wie deins - dies wunderbare Herz! - Arme
Männer, Arbeiter! Ich glaube nicht, ich will nicht zum Gebet einladen; mit deinem Vertrauen allein
werde ich glücklich sein.
- Und lass uns mich betrachten. Es lässt mich die Welt sehr wenig bedauern. Ich hatte das
Glück, nicht mehr leiden zu müssen. Mein Leben war nichts als süße Dummheiten, es ist
bedauerlich.
Pah! Lass uns alle möglichen Grimassen schneiden.
Entschieden sind wir über die Welt. Keine Geräusche. Mein Tastsinn ist verschwunden. Ah,
mein Schloss, meine Sachsen, meine Weidenbäume! Abend dämmert, Nächte, Tage... Wie müde ich
bin!

Ich sollte eine Hölle für meine Wut haben, eine Hölle für meinen Stolz - und eine Hölle für
meine Liebkosungen, ein Konzert von Höllen.
Ich werde an Mattigkeit sterben. Es ist das Grab, und ich bin für die Würmer, der Schrecken
aller Schrecken ist los! Satan, du Betrüger, du willst mich mit deinem Zauber zerstören. Ich
verlange, verlange einen Stich der Forke, einen Tropfen des Feuers!
Ah, wieder zu steigen, in das Leben! Die Augen sind auf unsere Deformitäten eingestellt. Und
das Gift, ein Kuss, tausendmal verflucht! Meine Schwäche, weltweite Grausamkeit! Mein Gott, hab
Erbarmen, versteck mich, ich kann mich nicht wehren! - Ich bin noch versteckt.
Es ist das Feuer, das Aufflackern wieder mit seiner verdammten Seele.

DELIRIUM I
DIE TÖRICHTE JUNGFRAU / DIE HÖLLISCHE BRAUT

Hören wir das Geständnis einer Gefährtin in der Hölle:
O göttlicher Bräutigam, mein Herr, ich verweigere nicht das Bekenntnis der Traurigsten deiner
Mägde. Ich bin verloren. Ich bin betrunken. Ich bin unrein. Was für ein Leben!
Vergebung, göttlicher Herr, Vergebung! Ah, Verzeihung! Was für Tränen! Und was für Tränen
wieder, später, hoffe ich!
Später erfahre ich, dass der göttliche Bräutigam lebt! Ich war als seine Sklavin geboren. - Die
anderen können mich jetzt schlagen!
Zurzeit lebe ich in der Welt der Tiefe! Oh, meine Freunde!... Nein, nicht meine Freunde... Nie mit
solchen Schwärmereien ward ich gequält... Es ist so dumm!
Ah, ich leide, schreie! Ich leide wirklich. Und doch ist es mir erlaubt, mit Verachtung den
erbärmlichsten Herzen zu begegnen.
Na dann, lasst uns anvertrauen dieses Ding, wenn wir es wiederholen zwanzigmal mehr - wie
trostlos, wie unbedeutend!
Ich bin Magd des höllischen Bräutigams, der die törichten Jungfrauen ruiniert. Es ist in der Tat noch
der selbe Dämon. Er ist kein Gespenst, er ist kein Phantom. Aber ich, die ich habe meine Weisheit
verloren, ich bin verdammt und tot für die Welt - sie wird mich nicht umbringen! - Wie kann ich ihn
euch beschreiben! Ich kann nicht mehr sprechen. Ich bin voller Trauer, ich weine, ich fürchte mich.
Ein wenig Kühle, Herr, wenn du willst, wenn du gnädig bist!
Ich bin eine Witwe... - Ich war eine Witwe... – Warum, ja, ich war sehr respektabel, ich wurde einst
nicht geboren, um ein Skelett zu sein!... - Er war fast noch ein Kind... Seine geheimnisvollen
Empfindlichkeiten haben mich verführt. Ich habe alle meine menschlichen Aufgaben erfüllt, ihm zu
folgen. Was für ein Leben! Das wahre Leben fehlt. Wir sind nicht in dieser Welt. Ich gehe, wohin er
geht, ich muss. Und oft ist er böse mit mir, mit meiner armen Seele. Der Dämon! - Er ist ein
Dämon, ihr wisst, er ist nicht ein Mensch.

Er sagt: Ich mag Frauen nicht. Liebe muss neu erfunden werden, das ist sicher. Alles, was sie tun,
ist für die lange Sicherheit. Einmal gewonnen, Herz und Schönheit tut er beiseite: nur kalte
Verachtung bleibt das Futter der Ehe, heutzutage. Oder sehe ich Frauen, mit den Zeichen des
Glücks, die ich in feine Genossinnen verwandelt haben könnte, von Anfang an von Bestien
verschlungen...
Ich höre ihm zu in der Schande seiner Herrlichkeit, im Charme seiner Grausamkeit. Ich bin von
einer entfernten Rasse: Meine Vorfahren waren skandinavisch: sie haben aufgeschlitzt ihre Seiten,
sie tranken Blut. - Ich werde Schnitte machen, ich werde mich tätowieren lassen, ich sehne mich
nach Scheußlichkeiten wie ein Mongole: du wirst sehen, ich werde in den Straßen schreien. Ich
möchte verrückt sein vor Wut. Nie zeige mir Edelsteine, ich würde auf dem Teppich kriechen. Mein
Schatz, ich möchte über und über mit Blut befleckt werden. Ich werde nie funktionieren... - In
mehreren Nächten sein Dämon ergriff mich, und wir rollten, ich rang mit ihm! - In der Nacht, oft
betrunken, liegt er in der Wartezeit auf den Straßen oder vor den Häusern, mich zu Tode zu
erschrecken. - Sie werden mir die Kehle durchschneiden, wahrlich, es wird ekelhaft. - Oh, jene
Tage, als er wie ein Verbrecher das Bummeln wählte!
Manchmal spricht er in einer Art von Dialekt, der Tod, der die Umkehr bringt, der Teufel, der
muss vorhanden sein, die schmerzhafte Arbeit, und Abschiede, die Herzen zu zerreißen. In den
Hütten, wo wir uns betrinken zusammen, würde er weinen, um Menschen um uns herum elend wie
Vieh zu sehen. Er würde zu ihren Füßen den Betrunkenen in dunklen Gassen helfen. Er hatte eine
böse Mutter ohne Mitleid für kleine Kinder. - Er würde gehen vorüber mit der Miene eines kleinen
Mädchens auf dem Weg zu ihrem Katechismusunterricht. - Er täuschte alle Kenntnisse vor, des
Handels, der Kunst, der Medizin. - Ich folgte ihm, ich muss!

Ich konnte sehen die ganze Szene in seinem Kopf, er umgab sich mit Kleidern, Stoffen, Möbeln, ich
lieh ihm Embleme, ein anderes Gesicht. Ich sah alles, was ihn berührte, wie er es für sich selbst
geschaffen hätte. Als er lustlos war, folgte ich ihm, in fremde und komplexe Taten, weit draußen,
gut oder schlecht: Ich war mir sicher, nie gab es seine Welt. Wie viele Stunden hielt ich Wache,
neben seinem lieben schlafenden Körper, fragend, warum er sich der Realität so tief zu entziehen
gesucht! Kein Mensch, jeder wünschte es so. Ich erkannte - ohne Angst um ihn - dass er sich sehr
wohl als eine ernste Gefahr für die Gesellschaft erwies. - Er weiß vielleicht Geheimnisse über die
Transformation des Lebens? Nein, er sucht sie nur, würde ich mir sagen. Dann wird seine Liebe
bezaubern, und ich bin ihr Gefangener. Keine andere Seele hätte die Kraft - die Kraft der
Verzweiflung - es zu ertragen – sich zu schützen und von ihm geliebt zu werden! Außerdem konnte
ich mir nie vorstellen, ihn mit einer anderen Seele zu sehen: man sieht den eigenen Engel, nie
wieder - denke ich. In seiner Seele war es, als ob ich in einem Palast wäre, entleert, so dass keiner
darin als selbstverständlich gesehen werden kann: das ist es. Ach! Ich hing ihm zutiefst an. Aber
was hat er mit meiner stumpfen feigen Existenz gewollt? Er hat mich nicht besser gemacht, obwohl
sein Versuch, mich zu töten, fehlgeschlagen! Leider enttäuscht, habe ich manchmal zu ihm gesagt:
Ich verstehe dich. - Er zuckte mit den Achseln.
Also, meine Trauer ward endlos erneuert, da ich mich noch mehr in meinen eigenen Augen verwirrt
gesehen - wie in all den Augen, die wollten mich anstarren, wäre ich nicht dazu verdammt, für
immer von allen vergessen zu werden! - Ich wurde immer hungriger auf seine Güte. Mit seinen
Küssen und liebevollen Umarmungen, es war wirklich der Himmel, ein düsterer Himmel, in den ich
eintrat, und den ich gerne verlassen hätte, arm, taub, stumm, blind. Ich war schon daran gewöhnt.
Ich sah uns wie zwei gute Kinder, frei im Paradies der Trauer wandernd. Wir waren sehr gut
geeignet. Tief gerührt, schufteten wir zusammen. Aber nach einem durchdringenden Streicheln
würde er sagen: Wie seltsam es dir scheint, wenn ich nicht mehr bin, alles, was du durchgemacht
hast. Wenn du nicht mehr meine Arme um deinen Hals hast, noch mein Herz zur Ruhe, noch diesen
Mund auf deinen Augen. Da muss ich weit weg sein, einen Tag. Und dann muss ich anderen helfen:
es ist meine Pflicht. Obwohl das kaum ansprechend ist... liebe Seele... - Plötzlich sah ich mich, mit
ihm verschwunden, im Griff des Schwindels, ich schleuderte in die schrecklichste Dunkelheit: den
Tod. Ich nahm ihm das Versprechen ab, mich nie zu verlassen. Er gab es zwanzigmal, das
Versprechen des Geliebten. Es war frivol wie mein: Ich verstehe!
Ah, ich war noch nie eifersüchtig auf ihn! Er wird mich nie verlassen, denke ich. Um
was zu tun? Er kennt niemanden, es wird nie funktionieren. Er will wie ein Schlafwandler leben.
Würden seine Güte und Freundlichkeit allein ihm Rechte in der Welt der Wirklichkeit gewähren?
Manchmal sehe ich den erbärmlichen Zustand, in den ich gefallen bin: er wird mich stark machen,
wir reisen, wir werden in den Wüsten jagen, schlafen auf dem Bürgersteig unbekannter Städte, ohne
Sorgen oder Probleme. Oder ich werde erwachen, und Gesetze und Gebräuche verändert haben -
dank seiner magischen Kräfte - die Welt bleibt sich gleich, er wird mich verlassen, wegen meiner
Wünsche, Freuden, meiner Nonchalance. Oh, wirst du mir gewähren das Leben von Abenteuern, die
es in Kinderbüchern gibt, die mir zurückzahlen, was ich so gelitten habe? Er kann es nicht. Ich weiß
nicht, was ideal für ihn ist. Er erzählte mir, er habe bedauert die Hoffnungen: Sie können nicht mit
mir kommen. Hat er mit Gott gesprochen? Vielleicht sollte ich mich an Gott wenden. Ich bin im
tiefsten Abgrund, und weiß nicht mehr, wie man betet.

Wenn er seine Traurigkeit mir erklärte, ich würde sie nicht besser verstehen als seinen Spott. Er
greift mich an, verbringt Stunden damit, dass ich mich schäme in dieser Welt, die die Macht hat,
mich zu berühren, er ist empört, wenn ich weinen muss.
Du siehst, dass elegante Jugend freien Eintritt hat in diesem feinen und ruhigen Haus:
er heißt Duval, Dufour, Armand, Maurice, wer weiß? Eine Frau widmete sich diesem lieben, diesem
boshaften Narren: sie starb, sie ist sicherlich eine Heilige im Himmel, jetzt. Du wirst mich töten,
wie er sie getötet hat. Das ist unser Schicksal, wir gemeinnützigen Herzen... Ach, Tage, wenn alle
menschlichen Aktivitäten zum Spielball von grotesken Delirien werden, er würde furchtbar lachen
stundenlang! - Dann nahm er seine junge Mutter, eine geliebte Schwester darstellend. Wenn er nur
weniger wild wäre, würden wir gerettet werden! Aber seine Süße ist auch tödlich. Ich lege ihn hin. -
Ah, ich bin verrückt!
Eines Tages vielleicht wird er auf wundersame Weise verschwinden, aber ich muss
wissen, ob er den Himmel erreicht, so kann ich Einblick gewinnen für meinen kleinen Freund, dass
er angenommen wurde!
Eine seltsame Vereinigung!

DELIRIUM II
DIE ALCHEMIE DES WORTES

Jetzt bin ich dran. Die Geschichte einer meiner Torheiten.
Vor Kindern prahlte ich, zu besitzen alle möglichen Landschaften, und fand die Prominenten der
modernen Malerei und Poesie absurd.
Ich liebte Bilder von Idioten, Oberlichter, Bühnenbilder, Gaukler, Wirtshausschilder, populäre
Drucke, unmoderne Literatur, Kirchen-Latein, erotische Bücher mit schlechter Rechtschreibung,
Romane aus Großmutters Zeiten, Märchen, kleine Bücher für Kinder, alte Opern, leere Refrains,
naive Rhythmen.
Ich habe von Kreuzzügen, Entdeckungsreisen, Republiken ohne Geschichte, Kriegen der
unterdrückten Religion, moralischen Revolutionen, Bewegungen von Rassen und Kontinenten
geträumt: Ich glaubte an jede Verzauberung.
Ich erfand die Farbe der Vokale! A schwarz, E weiß, I rot, O blau, U grün. - Ich regelte die Form
und Bewegung eines jeden Konsonanten, und mit instinktiven Rhythmen schmeichelte ich mir, ich
hätte eine poetische Sprache erfunden, zugänglich einige Tage für alle Sinne. Ich habe mir die
Übersetzung vorbehalten.
Es war auf der ersten Akademie. Ich schrieb in der Stille der Nächte, ich drückte das
Unaussprechliche aus. Ich definierte die Höhenangst.

*

Weit entfernt von den Mädchen des Dorfes, den Vögeln und dem Vieh,
Auf meinen Knien war, was ich trank,
Alle umgeben von zarten Haselnuss-Wäldchen,
In einem Nachmittags-Nebel, grün und warm.

Von dieser jungen Oise, was könnte ich trinken,
Stumme Ulmen, blumenloser Rasen, trüber Himmel -
Von gelben Kürbissen, wer schleicht fern von meiner lieben Hütte?
Eine Gold-Flotte, die Schweiß vergießt nach und nach.

Ich habe ein zweifelhaftes Wirtshausschild - Wetter
Kam durchkreuzend den Himmel. Am Abend
Verloren in jungfräulichem Sand das Holz, das Wasser,
Der Wind, der Gott, die Teiche wieder vereist:

Ich konnte nicht trinken: Ich sah Gold weinen!

*

Um vier an einem Sommermorgen,
Der Schlummer der Liebe dauert noch.
Unter dem Verschwinden der Sicherheit schnelle
Düfte der Nacht schlemmen.

Dort unten und schon starrend
In die Hesperiden-Sonne,
In ihrem großen Werk, wie man
In Hemdsärmeln die Zimmermänner sieht.

In ihren Wüsten Schaum, ruhig,
Sie bereiten kostspielige Verkleidung vor,
Auf der die Stadt
Ihre betrügerischen Malereien schmieren kann.

O, für die Arbeiter, charmant,
Die Themen eines Königs von Babylon,
Venus! Verlasse die Liebhaber schlafend,
Deren Seelen eine Krone tragen.

O Königin der Hirten,
Nimm starkes Getränk für die Arbeiter mit,
So deine Bemühungen können aufgeschoben werden,
Wenn du dich im Meer zu Mittag badest.

*

Poetische Archaismen spielten eine wichtige Rolle in meiner Alchemie des Wortes.
Ich gewöhnte mich an reine Halluzinationen: Ich sah ganz klar eine Moschee statt einer Fabrik, ein
Kollegium von Trommlern, bestehend aus Engeln, einen Salon in den Tiefen eines Sees; Monster,
Rätsel, einen Varieté-Titel, der heraufbeschwor Schrecken vor mir.
Dann erklärte ich meine magischen Sophismen mit halluzinatorischen Worten!
Ich endete mit der Behandlung meiner psychischen Störung als ein Heiliger. Ich war im Leeren,
Beute eines schweren Fiebers: Ich beneidete das Glück der Tiere – der Raupen: Der Schlaf der
Jungfräulichkeit: Limbo der Unschuld, der Maulwürfe!
Mein Charakter war verbittert. Ich nahm meinen Abschied von der Welt in verschiedenen Balladen:

GESANG VOM HÖCHSTEN TURM

Lass ihn kommen, lass ihn kommen,
Den Tag, in dem Herzen eine Liebe.

Ich habe Geduld so lange,
Ich habe sogar vergessen
Den Terror und das Leid,
Bin bis in den Himmel geflogen,
Ein Kranker hatte wieder Durst,
Der dunkelt in meinen Adern.

Lass ihn kommen, lass ihn kommen,
Den Tag, in dem Herzen eine Liebe.

So die Wiese ist
Befreit von Vernachlässigung,
Blühend, überwuchert
Mit Unkraut und Weihrauch,
Das Summen in der Nähe
Von faulen Fliegen.

Lass ihn kommen, lass ihn kommen,
Den Tag, in dem Herzen eine Liebe.

Ich liebte die Wildnis, verbrannte Obstgärten, verblasste Geschäfte, lauwarme Getränke. Ich würde
mich über stinkende Gassen ergehen und, die Augen geschlossen, mich anbieten der Sonne, dem
Gott des Feuers.
General, wenn es eine alte Kanone auf der zerstörten Stadtmauer gibt, bombardiere uns mit
Stücken getrockneter Erde. Feuer auf die Fenster der herrlichen Läden! In die Salons! Lass die Stadt
fressen ihren Staub. Oxidiere die Wasserspeier. Fülle die Boudoirs mit brennendem Pulver von
Rubinen...
Oh, die betrunkene Mücke in dem Kneipenklosett, verliebt in Kohlsuppe, dass sie ein
Lichtstrahl erlöst!

HUNGER

Wenn ich für alles Geschmack habe, dann vor allem für das Knappe,
Alles andere als Stein und Schlamm.
Ich frühstücke immer Luft,
Kohle, Eisen und Steingärten.

Mein Hunger, dreh dich. Hunger, durchsuche
Das Feld des Klanges.
Saugen die knalligen Schlangengifte
Von dem Unkraut auf dem Boden.

Iss, was kaputt ist, Kies,
Die alten religiösen Trümmer;
Felsen aus einer vergangenen Sintflut,
Brote in graue Täler gesät.

*

Der Fuchs heult in den Blättern,
Spuckt helle Federn
Von seinem Geflügel:
Wie er, will ich selbst konsumieren.

Die Früchte und das Gemüse
Warten nur auf die Pflücker;
Aber die Spinne auf der Hecke
Isst Veilchen, nichts anderes.

Lass mich schlafen! Lass mich köcheln
Auf den Feuern des Salomo.
Nieder den Rost, Überkochen,
Ich mischte es mit dem Kidronfluss.

Endlich, o Glück, o Grund, hab ich gezupft vom Himmel das Azurblaue, die Schwärze, und ich
lebte, ein goldener Funken natürlichen Lichts. Aus Freude nahm ich die närrischen übertriebenen
Ausdrücke als möglich an:

Es fand sich, wir sehen!
Was? – Die Ewigkeit!
Es ist die Sonne, vermischt
Mit dem Meer.

Meine unsterbliche Seele,
Halte deine Versprechen
Trotz der leeren Nacht
Und den Tag leuchte.

So wirst du herausgehen
Aus dem sterblichen Wohl,
Aus dem gemeinsamen Drang,
Zu fliegen, wie du dich fühlst...

Keine Hoffnung, nie,
Kein Bitten hier.
Wissenschaft und Geduld,
Die Folter ist echt.

Kein Morgen mehr,
Kohlen aus Satin,
Deine eigene Begeisterung
Ist die einzige Pflicht.

Es fand sich, wir sehen.
Was? – Die Ewigkeit!
Es ist die Sonne, vermischt
Mit dem Meer.

*

Ich wurde eine fabelhafte Oper: Ich sah, dass alle Wesen zum Glück verdammt sind: Aktivität ist
nicht das Leben, sondern ein Weg, Kraft zu verschwenden, eine Erschlaffung. Moral ist eine
Schwäche des Gehirns.
Mit jedem Wesen fühlte ich, mehrere andere Leben waren fällig. Diese Herren wissen nicht, was
er tut, dass er ein Engel ist. Diese Familie ist ein Rudel Hunde. Vor mehreren Männern habe ich laut
über einem Moment ihres anderen Lebens gesprochen. - So habe ich dich geliebt wie ein Schwein.
Keine der Spitzfindigkeiten des Wahnsinns – den Wahnsinnigen, den sie wegsperren - von mir
war vergessen: Ich könnte sie alle herunterbeten, ich kenne das System.
Meine Gesundheit wurde bedroht. Der Terror ist angekommen. Ich fiel in einen
Dornröschenschlaf für mehrere Tage, und wachte, setzte mich im traurigsten Traum auf. Ich war reif
für den Tod, und auf einer gefährlichen Straße führte meine Schwäche mich bis an die Grenzen der
Welt und nach Kimmerien, ins Land der Schatten und Wirbelstürme.
Ich war gezwungen zu reisen, um mich von den Verzauberungen abzulenken, die bedrängten
mein Gehirn. Über dem Meer, das ich geliebt, als ob es sicher für mich war, es von Verunreinigung
zu reinigen, sah ich das tröstende Kreuz entstehen. Ich wurde durch den Regenbogen verdammt.
Das Glück war mein Verhängnis, meine Reue, meine Wurm: mein Leben für immer sollte der
immensen Kraft und Schönheit gewidmet sein.
Glück! Seine Zähne, süß bis zum Tod, warnten mich beim Hahnenschrei – am Morgen kommt
Christus, - in den dunkelsten Städten:

O Jahreszeiten, o Schlösser!
Wo ist die makellose Seele?

Die Magie der Studie verfolgte ich,
Dem Glück kann sich niemand entziehen.

Eine Gesundheit jedes Mal,
Der gallische Hahn macht Reime.

Ah! Es gibt nichts, was ich wünsche,
Alles besaß mein Leben insgesamt.

Der Charme hat Herz und Seele genommen
Und aufgelockert alle meine Bemühungen.

O Jahreszeiten, o Schlösser!

Die Stunde meines Fluges, ach!
Sie wird die Stunde, die ich weitergebe.

O Jahreszeiten, o Schlösser!

*

Das ist alles Vergangenheit. Ich kenne diese Tage, wie die Schönheit zu begrüßen ist.

DAS UNMÖGLICHE

Ah, das Leben meiner Kindheit, die Straße bei jedem Wetter, auf übernatürliche Weise nüchtern,
desinteressierter als der feinste Bettler, stolz darauf, dass ich weder Land noch Freunde hatte, wie
töricht es war. - Und erst jetzt realisiere ichs!
Es war richtig, zu verachten jene Burschen, die verlieren nie die Chance einer Liebkosung,
Parasiten an der Sauberkeit und Gesundheit unserer Frauen, jetzt sind sie im leichten Einklang mit
uns.
Ich war ganz recht in meiner Verachtung: Seit ich auf der Flucht war!
Ich bin auf der Flucht!
Ich werde es erklären.
Gestern noch seufzte ich: Himmel! Es gibt genug von uns hier unten, verdammt! Ich habe schon zu
lange Zeit verbrachte unter dieser Truppe! Ich kenne sie alle. Wir werden immer einander erkennen,
wir finden einander widerlich. Karitas ist uns unbekannt. Aber wir sind höflich, unsere Beziehungen
zu den Menschen sind vollkommen richtig: Ist es nicht überraschend? Volk! Händler, Narren! - Wir
sind nicht entehrt - Aber die Auserwählten, wie würden sie uns empfangen? Denn es sind
kämpferische und fröhliche Leute: falsche Auserwählte, da wir weder Mut noch Demut haben
müssen, uns ihnen zu nähern. Sie sind die alleinigen Auserwählten. Sie haben nie gesegnet die
anderen!
Nachdem sie festgestellt zwei Groschen Sinn – die sind schnell ausgegeben! - Ich sehe meine Übel,
nichts ahnend, früh genug, dass wir im Westen angekommen. Die westlichen Sümpfe! Nicht, dass
ich glaube, dass das Licht verändert die Form, die Bewegung in die Irre... Na dann! Hier mein Geist
will sich belasten absolut mit allen grausamen Entwicklungen der Geister seit dem Ende des
Ostens... es trägt einen Groll mein Geist!
Meine zwei Groschen Sinn werden ausgegeben! – Der Geist hat seine Berechtigung: Er will mich
im Westen. Es hätte mich zum Schweigen gebracht, um zu beenden, was ich will.

Ich sandte dem Teufel der Märtyrer Palmen, das Licht der Kunst, den Stolz der Erfinder, die Glut
von Plünderern, ich kehrte in den Osten - und in die urewige Weisheit - Es scheint, das ist ein
Traum von grobem Nichtstun!
Doch ich habe kaum von der Freude an der Flucht aus dem modernen Leiden geträumt. Ich würde
nicht die Bastard-Weisheit des Koran im Kopf haben - Aber ist es nicht wahr, Folter ist in der
Tatsache, dass seit dieser Erklärung von Wissen des Christentums man sich betrogen hat, es erwies
sich die Öffentlichkeit als geschwollen mit Vergnügen, zu wiederholen den Beweis, und sie lebte
nur so! Subtile Folter, töricht; die Quelle meiner geistigen Abschweifungen. Die Natur konnte
langweilig werden! Herr Biedermann wurde mit Christus geboren.
Ist es nicht, weil wir den Nebel pflegen? Wir essen Fieber mit unserem tränenden Grün. Und die
Trunkenheit! Und Tabak! Und Unwissenheit! Und Andachten! - Ist das nicht allzu weit von dem
Gedanken, die Weisheit des Ostens, das Ur-Land? Warum eine moderne Welt, wenn sie solche Gifte
erfinden!
Männer der Kirche sagen: Verstanden. Aber sie suchen wirklich Eden. Nicht für sie, die Geschichte
der östlichen Völker. - Es ist wahr: es war Eden, wovon ich geträumt! Was hat diese Reinheit der
alten Rassen mit meinem Traum zu tun!
Die Philosophen: Die Welt hat kein Alter. Die Menschheit bewegt sich einfach vorüber. Sie sind im
Westen, frei zu bewohnen ihren Osten, so alt wie sie es wünschen - und leben dort gut. Nicht einer,
der besiegt wird. Philosophen, gehört zu eurem Westen.
Mein Verstand ist es, auf der Hut zu sein. Keine gewalttätigen Entscheidungen zur Erlösung. Rühre
dich selbst! - Ah, ist die Wissenschaft nicht schnell genug für uns?
- Aber ich sehe meinen Verstand schlafen.
Wenn wir immer wach wären, von nun an würden wir bald zur Wahrheit gelangen, die vielleicht
umgibt uns mit ihren weinenden Engeln!... – Wäre ich bis heute wach geblieben, würde ich nie
verderblichen Instinkten nachgeben, in einem uralten Alter!... Wenn ich immer wach gewesen wäre,
sollte ich schauen voller Weisheit!...
O Reinheit! Reinheit!
Es ist in diesem Augenblick, dass mir eine Vision von Reinheit gekommen ist! - Durch den
Geist geht man zu Gott!
Herzzerreißendes Unglück!

DER BLITZ

Menschliche Arbeit! Es ist die Explosion, die meinen Abgrund aufhellt von Zeit zu Zeit.
Nichts ist umsonst: auf, Wissenschaft, vorwärts, ruft der moderne Prediger, das wird die ganze
Welt sagen. Und doch sind die Leichen der Gottlosen da auf die Herzen der anderen gefallen... Ah!
Schnell, schnell, einen Moment: dort, jenseits der Nacht, der künftige Lohn, ewig... werden wir
ihnen entkommen?...
Was kann ich tun? Ich weiß, Arbeit ist zu tun: und die Wissenschaft ist zu langsam. Wie das Gebet
galoppiert mit leichtem Stöhnen... Ich sehe das deutlich. Es ist zu einfach, und das Wetter ist zu
warm: sie werden es ohne mich tun. Ich habe meine Pflicht getan: Ich werde stolz sein, wie es
andere sind, bei der Festlegung treten sie beiseite.
Mein Leben ist aufgebraucht. Lasst uns gehen! Betrügen, nichts tun, oh das Mitleid! Und wir
werden durch Amüsantes existieren, träumen von monströser Liebe und fantastischen Universen,
Stöhnen und Streit mit der Welt, Akrobat, Bettler, Künstler, Grobian - Priester! In meinem
Krankenhausbett kehrte der Geruch von Weihrauch zurück, der machte mich so stark als Hüter der
heiligen Kräuter, Beichtvater, Märtyrer...
Ich erkenne jetzt meiner faulen Kindheit Erziehung. Was solls!... Lass mich zwanzig sein, wenn
die anderen gehen, um zwanzig zu sein...
Nein! Nein! Jetzt habe ich mich gegen den Tod aufzulehnen! Arbeit scheint zu trivial für meinen
Stolz: Mein Verrat an der Welt wäre zu kurz eine Qual. Beim Letzten werde ich nach rechts und
links angreifen...
Dann - oh - arme Seele, würde die Ewigkeit uns nicht verloren gehen!

DER MORGEN
Einst hatte ich nicht eine angenehme Kindheit, heroisch, fabelhaft, auf Blättern von Gold
geschrieben – zu meinem Glück! Für welche Verbrechen, welche Fehler hab ich verdient die
derzeitige Schwäche? Sie behaupten, dass die Kreaturen mit Trauer schluchzen, dass die Kranken
verzweifeln, dass die Toten schlechte Träume haben, versuch du meinen Fall und meinen
Schlummer zu erzählen. Ich kann mich nicht besser erklären als der Bettler mit seinem
unaufhörlichen Vaterunser und Ave Maria. Ich spreche nicht mehr.
Doch heute hab ich glaube, ich habe meine Geschichte der Hölle fertig. Es war die Hölle, für
bestimmte Seelen, deren Tore der Sohn des Menschen weit geöffnet hat.
Aus der gleichen Wüste, in der gleichen Nacht, immer meine müden Augen wachen bei den
Sternen aus Silber, immer, ohne die Könige des Lebens, die drei Magier, Herz, Seele und Geist.
Wann werden wir über die Grenzen und die Berge gehen? Stammt die Geburt von frischer Mühe,
frischer Weisheit? Die Niederlage der Tyrannen und Dämonen, das Ende des Aberglaubens zu
verehren - als Neuling - Weihnachten auf Erden!
Das Lied des Himmels, der Marsch der Völker! Sklaven, lasst uns nicht verfluchen das Leben.

ADIEU

Herbst ist schon! - Aber warum bedauern eine ewige Sonne, wenn wir mit der Entdeckung des
göttlichen Lichtes beschäftigt sind - weit weg von Rassen, die mit den Jahreszeiten sterben.
Herbst. Unser Schiff ragt in den regungslosen Nebel und wendet sich dem Hafen der Armut zu, der
riesigen Stadt mit einem Himmel, der mit Feuer und Schlamm gesprenkelt ist.
Ah! Die Fäulnis der Lumpen, das Brot mit dem Regen der Trunkenheit getränkt, die tausendfache
Liebe, die mich gekreuzigt hat! Sie wird nie so getan haben, diese gruselige Königin von Millionen
Seelen und Leichen, die verurteilt werden! Ich sehe meine Haut wieder durch Schlamm und
Seuchen heimgesucht, Würmer füllen meine Haare und meine Achselhöhlen, und größere Würmer
sind in meinem Herzen, ausgestreckt unter einen alterslosen Unbekannten, ohne Gefühl... Ich
könnte dort gestorben sein... Schreckliche Vorstellung! Ich verabscheue Armut.
Und ich fürchte den Winter, weil es die Jahreszeit des Trostes ist!
Manchmal sehe ich grenzenlose Strände am Himmel mit weißen Völkern voller Freude. Ein großes
goldenes Gefäß über mir, es wellen die bunten Fahnen im Morgenwind. Ich habe alle Feste, alle
Triumphe, all die Dramen geschaffen. Ich habe versucht, neue Blumen zu erfinden, neue Sterne,
neues Fleisch, neue Sprachen. Ich glaubte, ich würde übernatürliche Kräfte erlangen. Ah gut! Ich
muss begraben meine Phantasie und meine Erinnerungen! Süßer Ruhm als Künstler und
Geschichtenerzähler hinweggefegt!

Ich! Ich, der ich mich Magier oder Engel nenne, befreit von aller Moral, bin auf dem Boden zurück,
mit einer Aufgabe zu erledigen, und die faltige Wirklichkeit zu umarmen! Ein Bauer!
Bin ich falsch? Hat die Schwester des Todes Mitleid für mich?
Nun, ich werde um Vergebung bitten für die Kommunikation mit Lügen. Lass uns gehen.
Aber keine freundliche Hand! Und wo finde ich Hilfe?

*

Ja, ist die vorliegende Stunde ist sehr schwer.
Da kann ich sagen, der Sieg ist errungen: das Zähneknirschen, das Zischen der Flammen, die
verpesteten Seufzer verblassen. Alle faulen Erinnerungen verschwinden. Mein letztes Bedauern
flieht. - Mein Neid auf Bettler, Räuber, Freunde des Todes, alle Arten von Zurückgebliebenen. -
Verdammte Liebe, wenn ich mich räche!
Es ist notwendig, absolut modern zu sein.
Keine Hymnen: Halte den Hafen für gewonnen. Rauhe Nacht! Das getrocknete Blut raucht auf
meinem Gesicht, und ich habe nichts in meinem Rücken, als diesen schrecklichen verkrüppelten
Baum!... Spirituelle Schlachten sind ebenso brutal wie der Kriegsführung Männer: aber die Vision
der Gerechtigkeit ist Gottes Freude allein.
Dennoch ist nun der Vorabend. Lass uns erhalten allen Zufluss von Stärke und wahrer
Zärtlichkeit. Und in der Morgendämmerung, bewaffnet mit einer glühenden Geduld, geben wir
Feste in den prächtigen Städten.
Was habe ich gesagt über eine freundliche Hand? Ein echter Vorteil ist es, dass ich über die alte
falsche Liebe lächle, und besprenge diese liegenden Paare mit Schande - ich habe die Hölle der
Frauen dort unten gesehen: - und es wird mir gewährt, die Wahrheit in einer Seele und einem
Körper zu besitzen.

FIGURIS VENERIS

1

Ein Altar. Auf dem Altar steht der nackte Knabe Amor, weiße Flügel an den Schultern, kurze blonde
Locken, in der rechten Hand eine brennende Fackel. Mit dem linken Arm umarmt er seine Mutter
Venus. Venus ist ganz nackt und sitzt mit dem Popo auf dem Altar und schaut auf zu Amor und naht
sich ihm, um ihn zu küssen. Sie hat lange rotblonde Locken und ein blaues Band im Haar. Sie ist
vielleicht neunzehn Jahre alt. Ihr Mund ist kusslich und rosenrot. Ihre Brüste sind groß, aber nicht
üppig. Ihr Schamdreieck bildet die Mitte der ganzen Szene. Unten vor dem Altar ist wie eine Ikone
ein Bild aufgestellt. Zwei nackte Frauen sind auf dem Bild. Die Linke steht aufrecht und hebt die
Arme zum Kopf, an ihren Unterschenkeln rauscht ein Seidengewand herab, es ähnelt dem weißen
Meeresschaum. Die Frau hat lange rotblonde Locken. Die andere Frau rechts ist ganz nackt, hat
lange schwarze Haare und kniet vor der ersten Frau und küsst ihren Bauch unter den Brüsten. Das
schwarze Haar der knieenden Frau ist auch zwischen ihren Schenkeln. Im Hintergrund der beiden
Frauen ist ein Bett mit einem hellroten Betthimmel darüber. Rechts und links vom Altar sind zwei
nackte Figuren. Vom Betrachter aus gesehen rechts vom Altar ein knieender Satyr mit behaarten
Beinen eines Ziegenbockes, nacktem Mannesoberkörper und vollbärtigem Manneskopf mit
dunkelblonden, kurzen Locken und einem Paar Hörner eines Ziegenbockes. In der Linken hält er
eine Panflöte und mit der Rechten erhebt er eine Traube Weinbeeren dem Schoß der Venus
entgegen. An der linken Seite des Altars eine Meerjungfrau, eine Nymphe mit langem grünem
Fischschwanz, kleinen festen Mädchenbrüsten, freiflatternden goldblonden Locken. In der Rechten
hält sie eine große Muschel in der Form einer Vulva, mit der Linken reicht sie der Venus einen
bunten Blumenkranz. Ihre Augen schauen verzückt zum Amor-Knaben.

2

Ein Schlafzimmer, dunkle Wände, davon abstechend die weiße Bettdecke auf dem Bett. Über dem
Bett ein rosa Betthimmel. Eine junge Frau steht an der Längsseite des Bettes, den Oberkörper auf
das Bett gelegt. Sie trägt blondes glattes Haar und ein hellblaues Stirnband. Ihre klugen zärtlichen
Augen sind dem Betrachter zugewandt. Ihr runder ebenmäßiger Popo bietet sich dem nackten Mann
an, der aufrecht hinter ihrem Popo steht. Es ist ein junger Mann von vielleicht vierundzwanzig
Jahren, etwa ein Jahr älter als die nackte Geliebte. Er hat keine Haare auf der Brust. Sein Haupthaar
kurz, dunkle Locken mit einem weißen Stirnband. Sein Schamhaar ist dunkel und kraus. Seine
Hoden kraftvoll, sein Penis steht waagerecht, ganz gerade, weiß, die Eichel ist hellrot und berührt
den Anus der Geliebten. Hinter dem Mann steht auf einem Postament eine kleine goldene Amor-
Statue. Amor stützt sich auf seinen Bogen, hat an der rechten Hüfte den Köcher, Flügel an den
Schultern, legt er nachdenklich den Zeigefinger der rechten Hand an den Mund.

3

Ein Schlafzimmer. Hintergrund eine dunkelbraune Wand. Links hängen rote Vorhänge von der
Decke auf den Boden. Das Bett füllt den ganzen Raum aus. Hinter dem Fußende des Bettes erhebt
sich eine Säule, darauf eine Figur, den erhobenen Phallus mit Hoden darstellend. Am Kopfende
angelehnt ans goldene Gitter ein hellblaues Kissen mit roten Mäandern am Rand. Auf dem weißen
Laken ein Liebespaar in Umarmung. Die Liebenden sind etwa vierundzwanzig Jahre jung. Die Frau
liegt unten, der Mann liegt auf der Frau. Sie lässt den linken Arm herunterfallen, ihre Beine hat sie
erhoben und umfängt mit ihnen die Hüften des Mannes. Der Mann kniet vor der Frau, er streckt
seinen Oberkörper über den Oberkörper der Frau, ohne sie zu beschweren, und umarmt mit den
Armen ihre Hüften, gleichzeitig sich abstützend. Sein Becken ist genau vor ihrem Becken und sein
Phallus ist im Innern ihrer Vulva, allerdings nicht ganz versenkt. Die Frau hat die Augen
geschlossen und schaut aus wie in seligem Genießen. Der Mann schaut voller Liebe, voller
Bewunderung das hübsche Antlitz der Geliebten an.

4

Dunkles Schlafzimmer. Ein breites Bett, am Kopfende ein breites hellgrünes Kissen, anschließend
ein weißes Laken. Links vom Bett hängt ein roter Vorhang von der Decke und fällt auf einen
schlichten Holzstuhl, der umzukippen scheint. Am Fußende des Bettes auf dem Boden steht eine
breite Schale, ein Becken, auf einem Fuß, und eine Kanne in der Form einer Vase. Auf dem Bett
liegt eine junge Frau, nackt, kurze braune Haare, den rechten Arm streckt sie nach oben über ihren
Kopf. Am Fußende steht ein junger Mann, nackt, dunkles kurzes Haar mit rotweißer Stirnbinde,
einen Anflug von Bartschatten auf den Wangen. An den Füßen trägt er rote Sandalen. Die Frau trägt
blaue Sandalen. Die Frau spreizt die Beine. Das rechte Bein hebt sie bis zur linken Schulter des
Mannes, der Mann umfängt mit der linken Hand ihr Knie. Das linke Bein der Frau ist auch
abgespreizt, aber waagerecht gelegen auf der rechten Hand des Mannes. Da die Beine der Frau
gespreizt sind, liegt die Scham offen vor den Augen des Betrachters. Es sind da die dunklen Locken
des Schamhaars und die hellroten Schamlippen. In die Scheide der Frau dringt der Phallus des
Mannes ein. Der Mann erscheint in athletischer Stärke, die Frau in lachender Verzückung.

5

Ein Schlafzimmer. Das lange und breite Bett füllt den ganzen Raum aus. Am Kopfende fällt von der
Decke ein roter Vorhang. Am Fußende steht neben dem Bett eine Skulptur, einen Baum ohne Laub
darstellend, wobei der Ast mit einem Pinienzapfen daran an einen Penis erinnert und ein zweiter
breiterer Stamm unten mit seiner Baumhöhle an die Vulva erinnert. Hinter dem Bett steht ein breites
großes Bronzebecken auf vier Beinen. Über dem Bett schwebt von der Decke eine Öl-Lampe. Auf
dem Bett ein weißes Laken. Am Kopfende eine rotgoldene Kopfkissenrolle aus Samt. Am Fußende
liegt eine feine rosa Bettdecke. Ausgestreckt auf dem Bette liegt ein nackter Mann, vielleicht
dreißig Jahre alt, mit kurzen dunklen Haaren, glatt, und kurzgeschnittenem dunklem Vollbart. Sein
Kopf liegt auf der Kopfkissenrolle. Er ist vollkommen ruhig und entspannt. Über ihm kniet eine
nackte Frau, kurze blonde Haare mit hellblauem Stirnband. Die Brüste sind klein und fest. Mit der
rechten Hand stützt sie sich auf das Bett, und mit der linken Hand berührt sie die rechte Schulter des
Mannes. Ihr Becken befindet sich in geringem Abstand über seinem Becken. Deutlich ist zu sehen,
wie aus seinem dunklen lockigen Schamhaar sich der starke Phallus aufrecht erhebt und wie sich
die Vulva inmitten ihres dunklen lockigen Schamhaars auf seinen Phallus stülpt. Es scheint so, als
ob die Frau allein sich bewegt und durch Hebung und Senkung des Beckens auf dem Manne reitet
und so die Lust erregt.

6

Eine Stube. Links steht ein Marmorsockel mit einem Bild des kleinen nackten Amor-Knaben. Links
und rechts von Amor zwei Pfauen, Männchen und Weibchen. Amor hebt die Arme und trägt einen
Blumenkranz auf den Händen. Auf dem Sockel befindet sich eine Blumenschale mit einem Gesteck
von hellroten und gelbweißen Blüten. Hinter dem Sockel ist ein dunkelbrauner Vorhang. An der
Wand befindet sich ein Holzregal, darauf verschiedene Vasen und Kelche, sowohl von der
schlanken länglichen Form des Männlichen, als auch von der runden bauchigen Form des
Weiblichen. Am rechten Rand raucht ein Ofen. Vor dem Ofen befindet sich eine goldene Ruhebank
mit einem purpurnen Samtpolster und einem langen und breiten weißen Laken darüber. Eine junge
nackte Frau liegt wie hingegossen auf der Bank, den linken Arm auf das purpurne Samtpolster und
den rechten Arm auf das Haupt gelegt. Ihr Haar ist dunkelblond, fast brünett. An den Oberarmen
und Handgelenken trägt sie Spangen von Kupfer. An den Füßen trägt sie rote Sandalen. Das linke
Bein steht auf dem Boden und das rechte Bein liegt auf der linken Schulter des Mannes, der auf
dem Boden vor dem Schoß der Frau kniet, das linke Knie auf dem Boden, das rechte Knie
angewinkelt. Er trägt blaue Leinenschuhe, ansonsten ist er nackt. Sein braunes Haar ist kurz und
glatt. Er trägt ein rotes Stirnband. Der bartlose Mann und die nackte Frau sind vielleicht neunzehn
Jahre jung. Sie bietet ihm ganz ihre behaarte Scham dar und er liebkost zärtlich mit einer
geduldigen und feuchten Zunge ihre inneren und äußeren Schamlippen und die Klitoris.
Cunnilingus heißt das, denn Cunnus heißt Scheide und Lingua heißt mit der Zunge lecken. Die Frau
genießt es in höchster seliger Wonne und Entzückung in einem himmlischen Frieden. Der Mann ist
sehr konzentriert und aufmerksam bemüht, der Frau die süßeste Lust zu bereiten.

7

Ein geräumiger Balkon oder eine Terrasse. Im Hintergrund ein See und eine weiße Stadt mit einem
marmorweißen griechischen Tempel. Vor der Balkonbrüstung steht ein imposantes Becken. Eine
Säule von Marmor trennt den Ausblick auf die Stadt von der braunen Wand mit grünem Vorhang,
die einen Innenraum schafft. Ein Sessel steht da, purpurne Draperien lässig darüber geworfen. Auf
einem schlichten Holzstuhl sitzt ein junger nackter Mann. Sein dunkelblondes Haar ist kurz, er trägt
ein rotes Stirnband. Er öffnet leicht seine kräftigen Beine. Aus der behaarten Scham schauen
Phallus und Hoden hervor. Vor ihm sitzt seine junge Geliebte. Sie ist ganz nackt und sitzt auf einem
wohlgeformten Popo und mit angezogenen Beinen auf einem Lammfellteppich. Mit dem linken
Arm stützt sie sich ab. Ihre rechte Hand hält zärtlich den erigierten Penis des Mannes. Ihre
brünetten Haare sind aufgesteckt zu einem Knoten. Mit den weichen feuchten Lippen und der
warmen feuchten Zunge umschließt sie den Phallus des Mannes. Mit der Zunge umspielt sie die
Eichel und mit dem Mund saugt sie an dem Penis. Der Mann ist in höchster Seligkeit und
himmlischem Frieden versunken.

8

Eine öffentliche Halle. Im Hintergrund sind offene Toreingänge. Neben einer Säule stehen zwei
nackte Frauen in den Haltungen, die man von antiken Venus-Statuen kennt. Die eine zeigt die ganze
nackte Vorderansicht der göttlichen Frau, die andere die ganze nackte Rückenansicht. Im
Vordergrund befinden sich drei breite Treppenstufen. Auf den Treppenstufen gemütlich gelagert
eine Gruppe von fünf nackten Menschen. Ein nackter Mann, vielleicht vierzig Jahre alt, mit kurzem
dunkelblondem Haar und kurzem Bart, sitzt in der Mitte. Er spreizt die Beine. Sein Penis steht in
die Höhe. Zwischen seinen Schenkeln sitzt ein junges Mädchen, vielleicht sechzehn Jahre jung. Sie
hat langes glattes schwarzes Haar, das auf ihre Schultern fällt. Sie spreizt weit ihre jungen
schlanken Beine, so dass deutlich die jungen Falten der Vagina zu sehen sind. Die rechte Hand legt
sie zärtlich auf den linken Oberschenkel des Mannes. Ihren kleinen Mund hat sie völlig gestülpt auf
den Phallus des Mannes, um saugend dem Manne höchste Lust zu bereiten. Sie hat die Augen
geschlossen, er schaut ihr sehr aufmerksam zu. Hinter ihm sitzt eine junge Frau von vielleicht
achtzehn Jahren, schwarzes Haar, in der Mitte gescheitelt, erhebt sie glücklich lachend die Augen
nach oben, denn der Mann lässt den linken Arm auf ihrem nackten Oberkörper ruhen und berührt
mit dem kleinen Finger seiner Hand die Klitoris des jungen Mädchens. Vor dem Mann, eine
Treppenstufe tiefer, sitzt ein junges Mädchen. Ihr Kopf ist in der Nähe des Gliedes des Mannes, als
ob sie darauf warte, das Fellatio-treibende Mädchen abzulösen. Lachend und glücklich wendet sie
ihr Angesicht dem Betrachter zu, aber auch den breiten straffen Popo. Zwischen dem
sechzehnjährigen Mädchen, das die Flöte des Mannes bläst, und dem jungen Mädchen, das uns den
prallen Hintern darbietet, liegt auf der steinernen Stufe das vierte Mädchen, mit dem Rücken auf
dem Stein. Ihr Kopf aber befindet sich zwischen den Schenkeln des Mädchens mit dem breiten
Popo, direkt unter ihrem Becken. Mit einer kleinen hellroten Zunge leckt sie die Vagina des
Mädchens mit dem breiten Becken. Fellatio und Cunnilingus machen alle glücklich, sie lachen mit
leuchtenden Augen.

9

Ein junger nackter Mann sitzt aufrecht auf einem weißen Bett. Neben ihm liegt eine Harfe. Vor ihm
steht eine große Vase. Er schaut auf zu einem lebensgroßen erotischen Wandgemälde. Im blauen
Himmel des Südens schweben weiße Wolken, auf den Wolken nackte schöne Frauen und Männer.
Eine Frau liegt quer zu den Füßen des Mannes und zeigt ihren perfekten Rücken und Popo, die
Hand erhoben bis zum Knie des Mannes, der auf einer höheren Wolke sitzt. Über sein nacktes
Mannesglied beugt sich eine zweite Nackte in wollüstiger Fülle und stülpt ihren feuchten Mund auf
den Phallus des Mannes, und mit der Zunge leckend und mit dem Munde saugend bereitet sie ihm
süße Lust. Neben dem Manne, der entspannt im Genuss versunken sitzt, liegt ein nackter Mann auf
der Wolke, sein Phallus ragt senkrecht empor. Ein nacktes Weib schwingt ihr Becken über das
Becken des Mannes und ist im Begriff, ihre warme feuchte Vulva auf seinen heißen steifen Phallus
zu stülpen. Eine vierte Nackte sitzt daneben und wartet auf ihren Einsatz. Der junge Mann, der das
erotische Wandgemälde betrachtet, nimmt in aller Ruhe sein Mannesglied in die rechte Hand und
erregt sich selber. In seiner Phantasie nimmt er an der Kopulation teil. Er schläft mit seiner
Traumfrau bei einsamer Masturbation.

10

Hier ist zu sehen die Dichterin Sappho. Die Szene ist an einem Strand. Runde Felsen erheben sich
über dem Sand. Im blauen Meer treiben Meerjungfrauen mit nackten Oberkörpern und
Fischschwänzen ihre Liebesspiele. Eine Meerjungfrau neigt den Mund zur Vagina der andern
Meerjungfrau. Ein Meergott und eine Nymphe sind in inniger Liebesumarmung. Auf der anderen
Seite des Meeres ist ein weißer antiker Tempel der lesbischen Göttin Aphrodite zu sehen. Aber an
die Felsen des Strandes lehnt sich die nackte Sappho. In der Rechten hält sie ihre siebensaitige Lyra,
mit roten Rosen umwunden. Sie breitet die Arme weit aus und spreizt ihre schlanken weißen Beine
weit. Ihr Antlitz strahlt im Frieden des heitersten Glücks, denn zwischen ihren Schenkeln sitzt ihre
Freundin, ein junges wunderschönes Mädchen von vielleicht neunzehn Jahren, von vollkommener
Schönheit, und berührt mit den rosigen Lippen das schwarze krause Schamhaar der heiligen
Sappho.

11

Ein Schlafzimmer. An der braunen Wand im Hintergrund die Darstellung der großen Göttin, auf
einem Wagen stehend, von zwei Fabelwesen gezogen. Neben dem Bilde links ist der Eingang zum
Schlafzimmer, von einem grünen Vorhang verschleiert. Den Vorhang teilt ein junger nackter Herr,
schön wie Adonis, alles an ihm kraftvoll, auch sein Glied. Auf dem Bett im Schlafzimmer liegen die
beiden Schwestern Ohola und Oholiba. Ohola liegt unten ganz nackt, lang ausgestreckt, lächelnd,
glücklich. Die langen dunklen Haare fallen über das grüne Samtkissen auf der Bettdecke aus
purpurner Wildseide. Oholiba, auch ganz nackt, mit kurzen brünetten Haaren und einem weißen
Stirnband, sitzt mit dem Schoß auf dem Schoß der Schwester. Etwas fehlt ihnen. Oholiba beugt den
Oberkörper auf den Oberkörper der Schwester Ohola und umfasst mit der rechten Hand die pralle
weiße Brust der Schwester. Der junge nackte Herr, der kommt, wird seine beiden Bräute kräftig
beglücken, und sie werden sich alle Mühe geben, ihren Herrn zu befriedigen.

12

Das dunkle Schlafzimmer ist ganz von dem Bett ausgefüllt. Vorne liegt ein umgefallener Stuhl. Im
Hintergrund eine Säule, auf der eine Schale mit qualmendem Weihrauch steht. Ein roter Betthimmel
ist hochgezogen. An die Säule mit der Weihrauchschale lehnt sich eine nackte Schwester. Ihr Haar
ist schwarz und hochgesteckt, von einem hellblauen Band zusammen gehalten. Ihre Brüste sind
nicht zu groß, nicht zu klein, aber fest. Ihr dunkles Schamdreieck ist behaart, aber nicht üppig. Über
die Arme fällt ihr die leiseste Andeutung eines Gewandes, nämlich ein transparenter Gaze-Schleier,
der aber nichts verbirgt von ihrer köstlichen Nacktheit. Sie schaut aufmerksam dem Liebespaar auf
dem Bett zu. Der junge Herr, der gutgebaute Adonis, liegt lang ausgestreckt auf einem weißen
Laken, den Kopf mit dem kurzen dunkelblonden Haar und dem roten Stirnband gebettet auf einem
roten und einem grünen samtenen Kissen. Auf seinem Schoß sitzt die andere nackte Schwester
knieend, allerdings so, dass sie ihren prächtigen prallen Popo ihm zuwendet. Mit der linken Hand
berührt er die linke Hinterbacke. Sie aber hockt mit ihrer Vulva auf seinem Phallus und glitscht
ruhig auf und ab. Dabei stützt sie sich mit den Armen auf dem Bett ab. Der junge Herr und die
lüsterne Schwester haben die Augen geschlossen und genießen in seliger Ruhe, in entspannter
Spannung, die Reibungen des Phallus in dem Innern der Vulva.

13

Dies scheint ein Harem nach des Propheten Vision vom Himmel zu sein. Im Vordergrund links liegt
eine nackte Jungfrau-Huri, die Brüste fest und spitz, der Körper schlank, in Traum versunken wie
von einem Haschisch-Rausch, angelehnt an ein samtenes Polster. Neben ihren ausgestreckten
weißen schlanken Beinen liegt eine junge schlanke Huri wie ausgegossen auf dem Marmorboden,
ihre goldene Haarflut fließt in Locken auf den Boden. Ihre Augen sind geschlossen, ihr Antlitz
glänzt im Genuss des seligen Friedens. Ihre Brüste sind rund und fest. Ihre rechte Hand liegt
zärtlich an dem Nabel ihres Bauches, der flach und fest ist. Die schlanken langen Beine hat sie
gespreizt und angewinkelt. Das dunkle lockige Schamhaar der Huri empfängt den Kopf eines
Gläubigen, der, tief versunken in den Schoß der Huri, mit seiner Zunge leckt an dem feuchten
Cunnus der Huri. Dasselbe Liebesspiel genießt auch eine weitere nackte Jungfrau-Huri, die auf
einem Marmorblock sitzt und den Oberkörper weit nach hinten biegt und mit geschlossenen Augen
und seligem Verzückungsglanz auf dem Antlitz genießt, was ihrem Schoß geschieht, an den sie die
Finger ihrer rechten Hand legt. Während sie mit den Fingerspitzen an ihrer Klitoris fummelt, sitzt
vor ihr ein junger Gläubiger, schön wie ein siebzehnjähriger Jussuf, der die Beine spreizt, sein Glied
starrt hervor mit rotleuchtender Eichel. Seine Zunge aber streckt er hervor, um die äußeren und
inneren Schamlippen der Huri zu lecken. In der Mitte des Harems der Huris ist ein Marmor-Diwan,
auf dem ein Gläubiger und eine wollüstige Huri kopulieren. Die nackte Huri liegt auf der rechten
Seite und wendet dem Glaubenshelden den himmlischen Popo zu. Er kniet vor dem prallen
prächtigen Popo der Huri und drängt von hinten und unten mit seiner nie ermattenden Latte in die
ewig eng gebaute Scheide der Huri ein. Ein Gottesbild steht im Huri-Harem, vielleicht den
einsamen monotheistischen Gott Amon der Ägypter darstellend, der masturbierend die Welt
erschuf. Der Gott von Stein ist ein starker reifer Mann, der aufrecht steht, waagerecht steht sein
Phallus von ihm ab. Ein schönes nacktes Huri-Mädchen schwingt sich mit dem Becken auf den
steinernen Phallus des Gottes und reitet den Phallus und befriedigt sich selber an dem
monotheistischen Gott der einsamen Masturbation. Im Hintergrund ist eine himmlische Huri zu
sehen, die sich soweit vorbückt, dass allein der pralle Apfel ihres verehrungswürdigen Popos
erscheint. Der starke Gottesmann und gutgebaute Glaubenszeuge steht hinter dem allerwertesten
Popo der Huri und dringt von hinten in die feuchte warme Vulva der Huri mit dem schönen Hintern
ein.

14

Wir sind wieder im Schlafzimmer des jungen nackten Herrn Adonis mit den beiden nackten
Schwestern Ohola und Oholiba. Es könnte auch der nackte König Salomon mit den beiden
Dämoninnen Lilith und Karina sein. Ein breites Liebeslager erfüllt den Raum. Gemütlich an ein
weißes Kissen gelehnt liegt die eine Schwester mit dem kurzen dunkelblonden Haar. Neben dem
Bett steht der junge Herr Adonis, mit dem rechten Knie auf dem Laken knieend. Er betrachtet seine
Fingernägel, ob sie sauber sind. Götter können ja aus dem Dreck unter ihren Fingernägeln noch
Welten erschaffen. Sein Mentula ist erigiert und starrt in die Höhe, seine rotleuchtende Eichel ist gut
durchblutet. Die nackte Schwester auf dem Bett umfasst zärtlich und liebevoll mit den Fingern ihrer
rechten Hand den Phallus des Mannes und beginnt ihn mit aller Geduld zu liebkosen. Die andere
nackte Schwester mit den schwarzen aufgebundenen Haaren und dem perfekt gemeißelten Körper
steht hinter dem Herrn Adonis und bewundert, wie Frauen gerne tun, den Popo des Mannes, der
rund und straff ist. Mit der rechten Hand hält sie eine Rute aus Birkenzweigen und scheint Lust zu
haben, dem Bruder auf den Popo zu klatschen.

15

Eine Säulenhalle. Im Hintergrund eine Marmorsäule, auf der sich eine Statue befindet, entweder die
Venus oder die archaische Magna Mater darstellend. Ein bartloser wunderschöner Jüngling ist
zusammen mit drei göttlichen Jungfrauen. Die größte der drei göttlichen Jungfrauen sitzt in einem
Stuhl ganz entspannt und streckt die Beine aus, die Schenkel leicht gespreizt. Die zweite göttliche
Jungfrau kniet vor der ersten göttlichen Jungfrau, mit Armen und Knieen sich abstützend, das Haupt
an der Vulva der thronenden Jungfrau, mit der Zunge leckend an dem Cunnus der Jungfrau. Unter
dieser knieenden und leckenden Jungfrau liegt hingebungsvoll ausgestreckt auf dem Marmorboden
auf einem schneeweißen Laken die dritte göttliche Jungfrau. Mit erhobenen Armen umfängt sie die
zweite göttliche Jungfrau, die leuchtenden mondweißen Augen erhoben zum Schoß der thronenden
Jungfrau, denn deren Scham ist unmittelbar über dem Antlitz der dritten göttlichen Jungfrau. Der
begnadete Favorit der drei göttlichen Jungfrauen kniet zwischen den Beinen der beiden liegenden
Jungfrauen und dringt mit aller zärtlichen Sorgfalt von hinten in die enge Vulva der zweiten
göttlichen Jungfrau.
DIE JUNGFRAU VON ORLEANS

(Fragment)

ERSTE SZENE

(In der königlichen Kapelle des Schlosses zu Rouen, Februar 1431. Monseigneur Pierre Cauchon
und andre Doktoren der Theologie, und Jeanne.)

CAUCHON
Dies Mädchen, das ihr seht, die Jeanne, nahm man gefangen
In unsrer Diözes. Dass sie sich hat vergangen
Am Glauben, klag ich an, in unsrer Diözes
Beauvais und andern Orts, wovon ich vieles les,
Die ganze Christenheit hat davon klare Kunde
Und König Heinrich hat sie heut in dieser Stunde
Uns übergeben, dass wir machen den Prozess
In Glaubenssachen ihr. So, Jeanne, sei sicher des,
Drum luden wir dich ein. Nun sollst du eidlich schwören
Aufs Evangelium, und sollst uns nicht betören,
Jeanne, willst du, was ich frag, mir Antwort geben wahr,
Beim Evangelium, mir Antwort geben klar?
JEANNE
Ich weiß nicht, was du fragst. Vielleicht da gibt es Fragen,
Da kann ich leider dir nicht rechte Antwort sagen.
CAUCHON
Nun, schwören sollst du mir, dass du die Wahrheit sagst,
Wenn fragen will ich dich, was du zu glauben wagst.
JEANNE
Die Wahrheit sage ich, wo ich geboren bin,
Von allem was ich tat, seit mündig ward mein Sinn
Und ich nach Frankreich kam. Doch von der Offenbarung –
Nun, davon sprech ich nie, so sagt mir die Erfahrung,
Hab keinem sie vertraut, nur Charles allein, dem Herrn,
Und schlägst du mir den Kopf vom Rumpf, ich leid es gern,
Denn die mir geben Rat, so sei es Gott geklagt,
Die Stimmen haben mir zu schwätzen untersagt.
Doch eine Woche noch, ich von den Stimmen werde
Vernehmen, ob ich darf bekennen auf der Erde.
CAUCHON
Ich wiederhole dir: Schwör, dass du Wahrheit sagst
In Glaubensfragen, was du da zu glauben wagst.

(Jeanne kniet nieder und schwört auf das Evangelium.)
CAUCHON
Wie ist dein Name und Vorname, sollst du sagen.
JEANNE
Man nannte mich Jeanette. Jedoch seit jenen Tagen,
Da ich nach Frankreich kam, da nannte man mich Jeanne.
Nachnamen weiß ich nicht.
CAUCHON
Geboren wo und wann?
JEANNE
In Domremy geborn.
CAUCHON
Wie heißen Vater, Mutter?
JEANNE
Mein Vater, der hieß Jacques, und Isabelle die Mutter.
CAUCHON
Und wo ward sie getauft, ward neugeboren sie?
JEANNE
Getauft, ich bin getauft, das war in Domremy.
CAUCHON
Und bei der Taufe, wer war Patin da und Pate?
JEANNE
Mir Patin Agnes war, dazu im Gottesstaate
Mein Pate, der hieß Jean.
CAUCHON
Wer war der Gottesmann,
Der Priester, der getauft dich auf den Namen Jeanne?
JEANNE
Hochwürden Jean Minet.
CAUCHON
Und lebt er noch, Hochwürden?
JEANNE
Ja, heute trägt er noch des Hirtenamtes Bürden.
CAUCHON
Wie alt bist du denn nun?
JEANNE
Bin neunzehn Jahre jung.
CAUCHON
Und hat man dich gelehrt?
JEANNE
Gebete voller Schwung,
Das Vaterunser erst, desgleichen auch das Ave.
Die Mutter unterwies im Glauben mich an Jahwe.
CAUCHON
Das Vaterunser sprich!
JEANNE
Nur wenn ich beichten darf,
So sag ich dir genau, wem ich mich unterwarf.
CAUCHON
Das Vaterunser sollst du auf der Stelle beten!
JEANNE
Nur wenn ich beichten darf, will ich freimütig reden.
CAUCHON
Dir ist es untersagt, dich zu entfernen aus
Dem Kerker hier, es ist dein Kerker dieses Haus.
JEANNE
Das ist mir ganz egal. Wenn ich entkommen könnte,
So täte ich es gleich, und keiner sagen könnte,
Dass ich ein Unrecht tät. Erheb ich Einspruch doch
Hier gegen dies Verließ, die Fesseln und das Loch.
CAUCHON
Du hast ja schon versucht zu fliehen aus Verließen
Und darum wir dich hier in Ketten lassen büßen.
JEANNE
Gewiss, ich hab’s versucht zu fliehen, denn ich dächt,
Dass die Gefangene zu fliehen hat ein Recht.

ZWEITE SZENE

(Pierre Cauchon, Magister Beaupère, Andere, und Jeanne.)

BEAUPERE
Der Bischof sagte mir, ich solle dich verhören.
Ich fordere dich auf, bei Gottes Wort zu schwören,
Wie gestern du getan, dass du die Wahrheit sagst
Und nichts als Wahrheit nur.
JEANNE
So wie du mich verklagst,
Wenn du mir Fragen stellst, darauf ich möchte schweigen,
Dann schweige ich, doch sonst will ich nur Wahrheit zeugen.
Ich habe nichts getan, was Offenbarung nicht
Mir aufgetragen hat als meine Glaubenspflicht.

(Jeanne schwört auf die Bibel.)

BEAUPERE
Wie alt warst du, als du das Vaterhaus verlassen?
JEANNE
Wie alt ich war? Ich kann mein Alter gar nicht fassen.
BEAUPERE
Hast du erworben dir je eine Fertigkeit?
JEANNE
Ja, gut war ich als Kind in Frauenhandarbeit.
Als ich beim Vater war, ich ihm den Haushalt führte.
Die Schafe hab ich nicht gehütet, wie’s gebührte.
BEAUPERE
Hast du gebeichtet auch die Sünden jedes Jahr?
JEANNE
Beim Pfarrer tat ich dies. Wenn er verhindert war,
Beim andern Pfarrer dann. Ich beichtete auch zweimal
Bei einem Bettelmönch, vielleicht war es auch dreimal,
Das war in Neufchateau, vor den Burgundern bang,
Ich ging nach Neufchateau, und dort auf meinem Gang
Ich kam zu einer Frau, La Rousse, genannt die Füchsin,
Die hatte rotes Haar und Augen einer Lüchsin.
Zu Ostern dort empfing ich auch den Leib des Herrn.
BEAUPERE
Wann hörtest du zuerst die Stimmen nah und fern?
JEANNE
Da war ich dreizehn Jahr, da hörte ich die Stimme,
Die kam von meinem Gott, mit einem sanften Grimme
Zu führen mich geschickt. Da war ich voller Angst.
Es war zur Mittagszeit. Ich sagte: Jeanne, du bangst?
In Vaters Garten wars, die Sommersonne glastet,
Den ganzen Tag zuvor ich hatte streng gefastet.
Zur Rechten hörte ich die Stimme schön und schwer,
Die Stimme wundervoll kam von der Kirche her.
BEAUPERE
Und sahst du einen Glanz, als du die Stimme hörtest?
JEANNE
Fast immer sah ich Licht. Und wenn du mich beschwörtest,
Ja, große Helligkeit, stets von der Seite dort,
Wo auch die Stimme war, das Licht war bei dem Wort.
BEAUPERE
Wenn von der Seite kam des Himmelslichtes Brennen,
Wie konntest du das Licht mit dem Gesicht erkennen?
JEANNE
Und wär ich anderswo und wär in einem Wald,
Die Stimme hörte ich, die wie ein Echo hallt.
BEAUPERE
Was von der Stimme denkst du denn mit deinen Gaben?
JEANNE
Die Stimme war sehr ernst und heilig und erhaben.
Ich glaube, dass sie war zu mir von Gott gesandt.
Beim dritten Mal wars klar: Ein Engel vor mir stand.
Die Stimme leitete mich gut durch aller Landen.
Ich hab die Stimme stets gehört und stets verstanden.
BEAUPERE
Was sagte sie dir denn zu deinem Seelenheil?
JEANNE
Der Tugend Weg zu gehn und sei er noch so steil,
Zur Messe auch zu gehn, dass ich die Messe singe,
Dass es notwendig sei, dass ich nach Frankreich ginge.
Zwei-, dreimal sprach das Wort, dass ich nach Frankreich muss,
Vom Vater ginge fort und ohne Abschiedsgruß.
So konnt ich bleiben nicht, da wo ich war gewesen,
Denn von der Stimme war ich also auserlesen,
Um die Belagerung von Orléans mit Kraft
Schnell aufzuheben und mit Jugendleidenschaft.
Robert de Baudricourt, den sollte ich besuchen,
Dass er mir Leute gibt. Doch tat er mich verfluchen,
Ich sei ein dummes Ding, er zweimal wies mich ab,
Beim dritten Mal er mir dann meine Leute gab.
Das wusste ich vorher, die Stimme hat’s gesprochen,
Und was versprochen sie, das hat sie nie gebrochen.
Der Fürst von Lothringen, der wollte mich dann sehn,
Ich ging und sprach zu ihm, ich wollt nach Frankreich gehn.
Da fragte mich der Fürst, ob er genesen werde?
Ich sprach: Das weiß ich nicht, o Herzog dieser Erde.
Von Reisen sprach ich kaum. Ich bat ihn, seinen Sohn
Mir mitzugeben und die Schar von seinem Thron,
Dass sie nach Frankreich mich begleite, dass sie ritten,
So wolle ich zu Gott um sein Gesunden bitten.
Dann kehrte ich zurück nach Vaucouleurs, dann frei
Zog ich nach Saint-Urban und schlief in der Abtei.
Ich trug ein Männerkleid, mir war ein Schwert gegeben,
Sonst andre Waffen nicht, ich schwörs bei meinem Leben.
Ein Ritter war bei mir, ein Junker war bei mir
Und vier Bewaffnete, ich glaub es waren vier.
Wir kamen nach Auxerre. Und dass ich’s nicht vergesse,
Im Kirchlein von Auxerre, dort hörte ich die Messe.
Und gleich nach dieser Zeit oft hörte ich den Schall
Der Stimme, einen Ton wie leisen Echohall.
BEAUPERE
Wer hat geraten dir, ein Männerkleid zu tragen?

(Jeanne schweigt eine Zeit.)

BAUDELAIRE – LIEBESGEDICHTE

FÜR EINE DIE ZU LUSTIG IST

Dein Kopf, deine Gestik, deine Aura
Sind schön wie eine schöne Landschaft;
Gelächter spielt in deinem Gesicht
Wie ein frischer Wind an einem klaren Himmel.
Deine Trauer weidet
Und wird von der Gesundheit geblendet.
Strömend wie Klarheit
Sind deine Arme und Schultern.
Die sensationellen Farben,
Die du ausstreust in deiner Kosmetik,
Werfen in die Köpfe der Dichter
Das Bild von einem Ballett aus Blumen.
Diese Kleider sind verrückt, ein Zeichen
Deines verrückten bunten Verstandes;
Wahnsinn, ich bin verzweifelt,
Ich hasse dich, so sehr ich dich liebe!
Manchmal in einen schönen Garten
Ich schleppe meine Schwäche,
Ich fühle mich wie eine Ironie,
Die Sonne reißt an meiner Brust
Und der Frühling und das Grün
Haben so mein Herz nicht gedemütigt,
Wie ich mit einer Blume bestraft bin
Von der Frechheit der Natur.
Deshalb möchte ich in einer Nacht,
Wenn die Stunde der Freude kreist,
Zu den Schätzen deiner Person
Wie ein Feigling lautlos kriechen,
Um dein Fleisch freudig zu bestrafen
Und um das Blut zu vergießen deiner Brust
Und deiner Flanke überraschend
Eine große Wunde beizubringen
Und schwindelerregende Süße!
Mit diesen neuen Lippen
Heller und schöner
Saugst du mein Gift ein, meine Schwester!

AN EINE KREOLEN-DAME

Das duftende Land von der Sonne liebkost,
Ich wusste, alles ist unter einem Baldachin von Bäumen hochrot
Und Palmen, wo es regnet auf die Augen Faulheit,
Die Kreolen-Dame hab ich bezaubert betrachtet.
Deine Haut ist blass und warm; braun zauberhaft
Am Hals der Aura edle Manieren;
Groß und schlank wie eine Jägerin schreitend,
Dein Lächeln ist ruhig und deine Augen sind bedeckt.
Wenn du gehst, Lady, ist es das wahre Land der Herrlichkeit
An den Ufern der Seine oder der grünen Loire
In schöner Form, welche die alten Herrenhäuser schmücken,
Du würdest in schattigen Lauben
Zeugen tausend Sonette in den Herzen der Dichter,
Die würden deinen schwarzen Augen unterwürfig sein.

AN EINE MADONNA

Ex-voto im spanischen Geschmack,
Ich möchte für dich bauen, Madonna, meine Geliebte,
Einen Altar in der Tiefe meiner Not,
Und in der dunkelsten Ecke meines Herzens graben,
Weit weg von weltlichen Begierden und spöttischen Augen,
Eine Nische, Azurblau und Gold alles emailliert,
Wo du hinten drauf stehst, erstaunte Statue.
Mit meinem polierten Gitter aus reinem Metall
Und fachmännisch besetzt mit dem Kristall der Reime,
Ich werde auf deinen Kopf eine riesige Krone setzen;
Und in meiner Eifersucht, o sterbliche Madonna,
Ich weiß dir zu schneidern einen Mantel, so
Barbarisch, steif und schwer, und gefüttert mit Argwohn,
Welcher, wie ein Posten, den Mund hält vor all deinen Reizen,
Nicht mit Perlen bestickt, aber allen meinen Tränen!
Dein Kleid wird mein Wunsch sein, zitternd,
Mein Verlangen nach oben und unten,
Der Täler Gleichgewicht beruht,
Und mit deinem Weiß und Rosa küsse ich deinen Körper.
Ich werde mein Bestes tun, respektable Schuhe
Aus Satin, von deinen göttlichen Füßen gedemütigt,
Dass sie einfangen in einer sanften Umarmung
Als treue Form die Flächen deiner Sohlen.
Wenn ich es nicht kann, trotz all meiner fleißigen Technik,
Deinen Schritt auf einem silbernen Mond zu schnitzen,
Ich habe die Schlange, die beißt mein Inneres,
Unter deinen Fersen, so dass du in Kraft,
Erfolgreiche und fruchtbare Königin, wegnimmst
Dies geschwollene Monster des Hasses und Speichels.
Du wirst sehen meine Gedanken, wie Kerzen angeordnet,
Vor dem Altar Blumen für die Königin der Jungfrauen,
Sternstrahlende Reflexionen von der Decke blau lackiert,
Du hast immer mit den Augen des Feuers ausgeschaut;
Und wie alles in mir liebt und bewundert dich,
Alles wird Onych, Weihrauch, Tragakant, Myrrhe,
Und steigt ständig zu dir auf, weißer und schneebedeckter Gipfel,
Die Dämpfe steigen in meinem Geist stürmisch auf.
Schließlich vervollständige ich deine Rolle als Maria,
Und die Liebe mit der Barbarei zu mischen,
Schwarzes Vergnügen der sieben Todsünden,
Ausführend meine Reue, ich werde sieben Messer
Geschärft und als unempfindlicher Jongleur
Unter deine tiefste Liebe in das Ziel bohren,
Ich werde sie alle in dein Herz pflanzen keuchend,
In dein Herz schluchzend, in dein Herz tropfend!

AN EINE MALABARIN

Deine Füße sind so schlank wie deine Hände und deine Hüfte
Und sind von dem schönsten Weiß, beneidenswert;
Dem nachdenklichen Künstler ist dein Körper weich und teuer;
Deine Augen sind Samt, schwärzer als dein Fleisch.
Die heißen und blauen Länder, wenn dein Gott dich dahin geführt,
Deine Aufgabe ist es, das Rohr deines Herrn zu drehen,
Fülle die Flasche mit frischem Wasser und Gerüchen,
Zu verjagen die Mücken vom Bett,
Und wenn der Morgen die Ebene erpresst,
Auf dem Basar Ananas und Bananen zu kaufen.
Den ganzen Tag, wo immer du willst, führe deine nackten Füße umher,
Und summe leise unbekannte alte Melodien;
Und wenn am Abend der rote Mantel fällt,
Lege deinen Körper sanft auf eine Matte,
Wo deine Träume sind voll von schwimmenden Kolibris,
Und immer wie du, Gnädige und Blumenhafte.
Warum, glückliches Kind, siehst du unser Frankreich,
Dieses Land, von Leiden überfüllt,
Und vertraust dein Leben Matrosen mit starken Armen an,
Nimmst einen großen Abschied von deinen lieben Palmen?
Dich kleidet zur Hälfte Musselin gebrechlich,
Schimmernd wie Schnee und Hagel,
Wie du deine süße Freiheit beweinst,
Wenn das brutale Korsett einschließt deine Flanken.
Du musstest dir dein Abendessen in unserem Dreck auflesen
Und verkaufen das Parfüm deines seltsamen Charmes,
Schauen nachdenklich durch unsere schmutzigen Nebel,
Kokosnüsse abwesend streuen den Geistern!

MIT IHREM FLIESSENDEN PERLENDEN KLEID

Mit ihrem fließenden perlenden Kleid,
Selbst wenn sie geht, sie könnte tatsächlich tanzen,
Da zu diesen langen Schlangen die heiligen Jongleure
Schwenken ihre Stöcke rhythmisch.
Wie öder Sand und azurblaue Wüsten,
Unempfindlich gegen menschliches Leid,
Solange Netze quellen im Meere,
Sie wächst mit Gleichgültigkeit.
Ihre Augen sind aus poliertem charmantem Mineral
Und in diesen seltsamen und symbolischen Augen
Der Engel unverletzt verbindet die alte Sphinx,
Wo alles ist nicht wie Gold, Stahl, Licht und Diamanten,
Nie glänzt sie wie ein Stern nutzlos,
Die Majestät der kalten Unfruchtbarkeit.

BEATRICE

In aschfahlem Land, ohne Grün verbrannt,
Als ich mich beschwerte eines Tages über den Charakter,
Und meine Gedanken wandern nach dem Zufallsprinzip,
Ich langsam bohre einen Dolch in mein Herz,
Lebendig mittags auf meinen Kopf
Kommt eine Beerdigungswolke und heftiger Sturm,
Das Tragen einer Herde von bösartigen Dämonen
Ähnlich wie grausame seltsame Zwerge.
Um mich zu behandeln, begannen sie kalt,
Und wie Narren die Passanten, die sie bewundern,
Ich hörte sie lachen und flüstern miteinander,
Es tauschen viele ein Zeichen und winken:
“In der Freizeit betrachte diese Karikatur,
Wie den Schatten des Hamlet imitiert seine Haltung,
Des Unentschlossenen Augen und Haare im Wind.
Ist es nicht schade, dieses gute Leben zu sehen
Als Bettler, diesen Schauspieler im Urlaub, diesen lustigen,
Denn er kann seine Rolle künstlerisch spielen,
Will interessant singen seine Schmerzen,
Adler, Grillen, Bäche und Blumen,
Und auch wir, die Autoren dieser alten Elemente,
Rezitieren schreiend seine öffentlichen Reden?"
Ich konnte (mein Stolz war so hoch wie die Berge,
Dominierend die Wolke und den Schrei der Dämonen)
Einfach drehen meinen Kopf souverän,
Hätte ich nicht einen von ihrer obszönen Truppe gesehen
Verbrecherisch taumeln in der Sonne!
Die Königin meines Herzens sieht nicht übel aus
Und mit ihrem Lachen zu meiner dunklen Seenot
Manchmal bezahlt sie etwas mit einem schmutzigen Streicheln.

SCHÖNHEIT

Ich bin schön, o ihr Sterblichen! wie ein Traum aus Stein
Und meine Brust, wo jeder zerquetscht wird,
Ist dazu da, zu inspirieren dem Dichter eine Liebe
Ewig und still wie die Materie.
Ich sitze im Himmel, eine geheimnisvolle Sphinx;
Ich habe ein Herz aus Schnee von der Weiße der Schwäne;
Ich hasse die Bewegung, die die Linien bewegt,
Und ich habe nie geweint und ich habe nie gelacht.
Dichtern, vor meinen großen Haltungen,
Scheine ich die stolzesten Monumente zu leihen,
Verbrauchen sie ihr Leben in kargen Studien;
Weil ich diese gelehrigen Liebhaber fasziniere
Mit dem reinen Spiegel, der Dinge schöner macht:
Meinen Augen, tief und voll ewiger Leuchtkraft!

DIE ZWEI GUTEN SCHWESTERN

Die Ausschweifung und der Tod sind zwei schöne Töchter,
Reich an Küssen und reich an Gesundheit,
Die noch leere Seite drapiert in Lumpen,
Unter der ewigen Arbeit nie geboren.
Der unheimliche Dichter, Feind der Familie,
Bevorzugt die Hölle, übler Höflinge Ruhe,
Gräber und Bordelle zeigen sich in ihren Lauben,
Ein Bett, dass die Reue noch nie besucht.
Und Bier und Lästerungen fruchtbar
Bieten wir wiederum zwei Nonnen,
Schreckliche und schrecklich süße Genüsse.
Wann wirst du mich begraben,
Ausschweifung mit den unreinen Händen?
O Tod, wann kommst du, meines Rivalen Attraktion,
Und gibst deine Myrten den faulen schwarzen Zypressen?
HYMNE AN DIE SCHÖNHEIT

Bist du aus dem tiefen Himmel gekommen
Oder stammst du aus dem Abgrund,
O Schönheit? Dein Blick, dämonisch und göttlich,
Verse verwirrend mit Sinn und Verbrechen,
Und man kann dich vergleichen mit dem Wein.
In deinen Augen der Sonnenuntergang und die Morgenröte;
Du streust Parfüm aus wie eine stürmische Nacht;
Deine Küsse sind ein Gift und dein Mund ist eine Amphore.
Wer sind die Helden und tapferen Feiglinge, Kinder?
Hast du den schwarzen Abgrund oder unten die Sterne?
Das Schicksal bezaubert folgt deinem Rock wie ein Hund;
Du säest zufällige Freuden und Katastrophen
Und du beherrschst alles und gibst Antwort auf nichts.
Du läufst als tote Schönheit, die du Scherze machst;
Von deines Schmuckes Horror ist alles charmant,
Und Mord ist unter deinem liebsten Schmuckstück,
Auf deinen Bauchtanz liebevoll stolz.
Die geblendeten Fliegen stürzen zu dir, du Kerze,
Knisternder Flammen, und sagen: gesegnet diese Fackel!
Das Keuchen deiner Liebhaber stürzt sich auf die Wunderschöne
Und ein Sterbender streichelt sein Grab.
Ob du vom Himmel oder von der Hölle kommst, was auch immer,
O Schönheit! riesiges Monster, furchtsam und naiv!
Wenn dein Auge strahlt, öffnest du dein Lächeln, deinen Fuß, die Tür
Zur Ewigkeit liebe ich und habe dich noch nie erkannt?
Satan oder Gottheit, was auch immer? Engel oder Dämonin,
Was auch immer, wenn du da bist - Fee mit Samtaugen,
Rhythmus, Duft, Glut, meine einzige Königin! -
Das Universum ist weniger scheußlich
Und es gibt auch heitere Momente!

DAS IDEAL

Es werden nie diese müden Schönheiten sein,
Beschädigte Ware, ein Schelm, dem Jahrhundert geboren.
Aber diese Stiefel der Füße, Finger mit Kastagnetten,
Das wird genügen einem Herzen wie meinem.
Ich überlasse Gavarni, dem Dichter,
Seine Herde von zwitschernden Schönheiten aus dem Krankenhaus.
Ich kann nicht unter diesen blasse Rosen finden
Eine Blume, die aussieht wie mein rotes Ideal.
Es ist im Herzen als einem tiefen Abgrund,
Du bist es, Lady Macbeth, kraftvolle Seele voller Kriminalität,
Traum von Aischylos, geschlüpft aus einem heißen Klima;
Oder du bist es, tolle Nacht, Tochter von Michelangelo,
Die du friedlich in einer seltsamen Pose
Deinen Charme geprägt für den Mund von Titanen!
LOLA

Unter den vielen Schönheiten kann man überall wählen,
Ich sehe auch, Freunde, diesen Wunsch nach Harmonie;
Aber wir sehen flimmern an Lola de Valence
Den unerwarteten Charme eines rosa und schwarzen Schmucks.

DIE KRANKE MUSE

Meine arme Muse, ach! was fehlt dir heute morgen?
Deine hohlen Augen sind voll von nächtlichen Visionen,
Und ich sehe wiederum sich spiegeln auf deinem Teint
Wahnsinn und Horror, kalt und schweigsam.
Der grünliche Succubus und die rosa Elfe,
Haben sie vergossen die Angst und die Liebe ihrer Fragen?
Der Alptraum eines despotischen und schelmischen Faust
Ertrank am unteren Rand eines fabelhaften Minturnae?
Ich möchte ausatmen den Geruch von Gesundheit,
Denn dein Busen war mit starken Gedanken immer beschäftigt,
Und dass dein christliches Blut floss in rhythmischen Wellen,
Wie viele Klänge der alten Silben,
Wo Herrschaft wiederum innehat der Vater der Lieder,
Phoebus, und der große Pan, der Herr der Ernte.

DIE MUSE DER HEILIGEN MESSE

O Muse, der mein Herz gehört, Geliebte von Palästen,
Wirst du, wenn der Januar entfesselt seine Schneewehen,
In den Wirren der schwarz verschneiten Abende
Mit einem Feuerbrand erwärmen deine beiden Füße?
Massierst du deine süßen Schultern,
Da die nächtlichen Strahlen durchdringen die Fensterscheiben?
Fühlst du deinen Geldbeutel trocken wie deinem Gaumen?
Du erntest die goldenen Bögen des Azurblauen?
Du musst dein Brot verdienen jede Nacht
Als Messdienerin, da spielt das Weihrauchfass
Te Deum, dass du nicht viel denken musst,
Oder bist Akrobatin im Fasten, verbreitest deine Reize
Und dein Lachen in Tränen ungesehen ertränkt,
Um die Milz des Vulgären zu entfalten.

SISINA

Stelle dir vor Diana und ihre tapfere Truppe
Wandernd durch Wälder oder sich durchs Dickicht schlagend,
Haare und Rachen, Windgeräusche berauschend,
Schöne und herausfordernd die besten Reiter!
Hast du gesehen Theroigne, Liebhaberin des Gemetzels,
Spannend, ein Volk ohne Schuhe anzugreifen,
Wangen und Augen brennend, spielt sie ihren Charakter,
Das Schwert in der Hand, die königliche Treppe stürmend?
Wie Sisina! Aber die sanfte Kriegerin wie tödlich;
Ihr Mut, Panik, Pulver und Schlagstöcke,
Vor Flehenden ihre Waffen niederzulegen,
Und ihr Herz hat immer zerrissen die Flamme,
Die sich ihr würdig zeigt in einem Reservoir von Tränen.

DU WÜRDEST DIE GANZE WELT DIR NACH ZIEHEN

Du würdest die ganze Welt dir nach ziehen,
Unreine Frau! Langeweile macht deine Seele grausam.
Um deine Zähne in diesem einzigartigen Spiel zu üben,
Jeden Tag musst du ein Herz zum Fraß haben.
Deine Augen leuchten auf, sowie Geschäfte in Sicht sind
Und lodernde Eiben an Feiertagen
Unverschämt tragen einen geliehenen Mantel,
Ohne jemals zu kennen das Gesetz deiner Schönheit.
Blinde und taube Maschine, in Grausamkeit fruchtbar!
Heilsames Instrument, Blut-Trinkerin in der Welt,
Wie schämst du dich nicht, und wie willst du nicht
Vor allem die Spiegel sehen, da verblassen deine Reize?
Die Größe dieses Bösen, wo du denkst, du bist schlau,
Ist nie so voller Terror gewesen,
Wenn die Natur, groß in ihren verborgenen Motiven,
Verwendet dich, o Weib, o Königin der Sünden,
Aus dir, du geiles Tier, zu kneten ein Genie!
O schlammige Größe! O sublime Schande!

DIE REISE NACH KYTHERA

Mein Herz wie ein Vogel flatterte fröhlich
Und hing frei in den Seilen;
Das Schiff rollte in einem wolkenlosen Himmel
Wie ein Engel betrunken an einem sonnigen Tag.
Was ist das für eine traurige schwarze Insel? - Es ist Kythera,
Wird uns gesagt, berühmt aus ländlichen Liedern,
Banales Eldorado aller alten Knaben.
Schau, nach allem, das ist eine schlechte Erde.
Insel süßer Geheimnisse und der Feiertage Herz!
Von der alten Venus hervorragendes Gespenst,
Vor deiner Wohnung im Meere ein Aroma
Und viel Liebe und Mattigkeit in den Köpfen.
Schöne Insel mit grünen Myrten, voll von blühenden Blumen,
Jemals von irgendeiner Nation verehrt,
Wo Seufzer der Herzen im Gottesdienst
Rollen wie Weihrauch in einem Rosengarten
Oder ewiges Gurren einer Taube!
Kythera war nur ein Feld, schlank,
Eine felsige Wüste weinte beunruhigt.
Doch sah ich ein seltsames Objekt!
Es war nicht ein Tempel an der schattigen Hecke,
Wo die junge Priesterin, Liebhaberin von Blumen,
Verbrannten Körpers von geheimer Hitze,
Schleiert ihr Kleid an den Brisen vorbei;
Aber jetzt, da wir fuhren die Küste in der Nähe entlang,
Um die Vögel mit unseren weißen Segeln zu stören,
Wir sahen, dass es ein Galgenplatz war mit drei Kreuzen,
Der Himmel in schwarzer Silhouette wie eine Zypresse.
Wilde Vögel auf ihrer Weide thronend,
Zerstörte mit einer ausgereiften Wut,
Jede Pflanzung, wie ein Werkzeug, seine schmutzigen Schnabel
In jeder Ecke dieses blutigen Rot;
Die Augen waren zwei Löcher und der Bauch zusammengebrochen,
Der schwere Darm rollte über seine Oberschenkel,
Und seine Henker küssten abscheuliche Köstlichkeiten,
Die hatten ihre Schnäbel absolut kastriert.
Unter den Füßen eine Herde von vierfüßigen Tieren eifersüchtig,
Die Schnauze spitz, eingekreist, und schwebten;
Ein großes Tier in der Mitte zappelte,
Als Testamentsvollstrecker von seinen Adjutanten umgeben.
Leben von Kythera, das Kind eines schönen Himmels,
Schweigend litt diese Beleidigungen
In Sühne für eure berüchtigten Kulte
Und die Sünden, die haben das Grab verboten.
Lächerlich gehängt, sind deine Schmerzen die meinen!
Ich fühlte mich beim Anblick deiner schwimmenden Glieder
Zum Erbrechen, zurück in meine Zähne
Floss der schwarzen Galle Schmerz;
Bevor ich den armen Teufel in Erinnerungen so lieb gewann,
Ich fühlte mir alle Backen zerrissen
Von Krähen und schwarzen Panthern,
Die es einmal geliebt, mein Fleisch zu zermahlen.
Der Himmel war schön, das Meer war glatt;
Für mich war alles schwarz und blutig jetzt
Und ach! und ich, wie eine dicke Ummantelung
Das Herz in dieser Allegorie begraben.
Auf deiner Insel, o Venus! fand ich stehen
Ein symbolisches Kreuz, wo mein Bild aufgehängt war...

Ah Herr! gib mir die Kraft und den Mut,
Mein Herz und meinen Körper ohne Ekel zu betrachten!
CHANT D’AMOUR

Moi, Marie,
Je suis Notre Dame Noire,
Et je suis belle,
O filles de Paris,
Comme les tentes des bergères,
Comme les pavillons du roi.

Ne prenez pas garde à mon teint noir:
C'est le soleil qui m'a brûlée.
Les fils de ma Mère Dieu
Se sont irrités contre moi,
Ils m'ont faite gardienne des vignes,
Mais m vigne, à moi,
Je ne l'ai pas gardée.

Dis-moi, ô Josèphe-Marie,
Toi que mon coeur aime,
Où tu fais paître tes brebis,
Où tu les fais reposer à midi.
Car pourquoi serais-je comme une égarée
Près des troupeaux de tes compagnons?

A ma jument
Qu'on attelle aux chars du roi
Je te compare, ô mon amie Marie.

Tes joues sont belles
Au milieu des colliers,
Ton cou est beau
Au milieu des rangées de perles.

Je te ferons des colliers d'or
Avec des points d'argent.

Mon bien-aimé Josèphe-Marie est pour moi
Un bouquet de myrrhe,
Qui repose entre mes grande seins!

Que tu es belle, mon amie Marie,
Que tu es belle!
Tes yeux sont des colombes.

Moi, Marie,
Je suis un narcisse des jardins,
Un lis des vallées.

Les fleurs paraissent sur la terre,
Le temps de chanter est arrivé,
Et la voix de la tourterelle
Se fait entendre dans nos campagnes.

Le figuier embaume ses fruits,
Et les vignes en fleur
Exhalent leur parfum.
Lève-toi, mon amie Marie,
Ma belle, et viens!…

Ma colombe,
Qui te tiens dans les fentes du rocher,
Qui te caches dans les parois escarpées,
Fais-moi voir ta figure!
Fais-moi entendre ta voix!
Car ta voix est douce
Et ta figure est agréable.

Prenez-nous les renards,
Les petits renards
Qui ravagent les vignes;
Car nos vignes sont en fleur.

Mon bien-aimé Josèphe-Marie est à moi,
Et moi, Marie, je suis à lui;
Il fait paître son troupeau
Parmi les lis.

Sur ma couche,
Pendant les nuits,
J'ai cherché Josèphe-Marie,
Celui que mon coeur aime;
Je l'ai cherché,
Et je ne l'ai point trouvé.

Je me lèverai,
Et je ferai le tour de la cité
Dans les rues et sur les places;
Je chercherai Josèphe-Marie,
Celui que mon coeur aime.
Je l'ai cherché,
Et je ne l'ai point trouvé.

Les gardes qui font la ronde dans la cité
M'ont rencontrée:
Avez-vous vu Josèphe-Marie,
Celui que mon coeur aime?

A peine les avais-je passés,
Que j'ai trouvé Josèphe-Marie,
Celui que mon coeur aime;
Je l'ai saisi,
Et je ne l'ai point lâché
Jusqu'à ce que je l'aie amené
Dans la maison de ma Mère Dieu,
Dans la chambre de celle
Qui m'a conçue immaculé.

Qui est celle Marie
Qui monte du désert,
Comme des colonnes de fumée,
Au milieu des vapeurs de myrrhe
Et d'encens
Et de tous les aromates des marchands?

Que tu es belle, mon amie Marie,
Que tu es belle!
Tes yeux sont des colombes,
Derrière ton voile…
Tes cheveux sont comme un troupeau de chèvres,
Suspendues aux flancs
De la montagne des Pyrenées.

Tes dents sont comme un troupeau
De brebis tondues,
Qui remontent de l'abreuvoir;
Toutes portent des jumeaux -
Aucune d'elles n'est stérile.

Tes lèvres sont comme un fil cramoisi,
Et ta bouche est charmante!
Ta joue est comme une moitié de grenade,
Derrière ton voile…

Ton cou est comme la tour d’Avignon
Bâtie pour être un arsenal;
Mille boucliers y sont suspendus,
Tous les boucliers des héros.

Tes deux seins sont comme deux faons -
Comme les jumeaux d'une gazelle -
Qui paissent au milieu des lis!

Avant que le jour se rafraîchisse,
Et que les ombres fuient,
J'irai à la montagne de la myrrhe
Et à la colline de l'encens.

Tu es toute belle, mon amie Marie,
Et il n'y a point en toi de défaut, Immaculée!

Viens avec moi des Pyrenées,
Ma fiancée,
Viens avec moi des Pyrenées!
Regarde du sommet de la montagne,
Des tanières des lions,
Des montagnes des léopards.

Tu me ravis le coeur, Marie,
Ma soeur, ma fiancée,
Tu me ravis le coeur
Par l'un de tes regards,
Par l'un des colliers de ton cou.

Que de charmes dans ton amour,
Ma soeur, ma fiancée!
Comme ton amour vaut mieux que le vin,
Et combien tes parfums
Sont plus suaves
Que tous les aromates!

Tes lèvres distillent le miel, Marie,
Ma fiancée;
Il y a sous ta langue
Du miel et du lait,
Et l'odeur de tes vêtements
Est comme l'odeur du orient.

Tu es un jardin fermé, Marie,
Ma soeur, ma fiancée,
Une source fermée,
Une fontaine scellée.

Tes jets forment un jardin,
Où sont des grenadiers,
Avec les fruits les plus excellents,
Les troënes avec le nard;

Le nard et le safran,
Le roseau aromatique
Et le cinnamome,
Avec tous les arbres
Qui donnent l'encens;
La myrrhe et l'aloès,
Avec tous les principaux aromates;

Une fontaine des jardins,
Une source d'eaux vives,
Des ruisseaux des Pyrenées.

Moi, Marie,
J'étais endormie,
Mais mon coeur veillait.
C'est la voix
De mon bien-aimé Josèphe-Marie,
Qui frappe:
Ouvre-moi, ma soeur, mon amie Marie,
Ma colombe, ma parfaite!
Car ma tête est couverte de rosée,
Mes boucles sont pleines
Des gouttes de la nuit.

Moi, Marie,
J'ai ôté ma tunique;
Comment la remettrais-je?
J'ai lavé mes pieds;
Comment les salirais-je?

Mon bien-aimé Josèphe-Marie
A passé la main par la fenêtre,
Et mes entrailles
Se sont émues pour lui!…

Je me suis levée pour ouvrir
A mon bien-aimé Josèphe-Marie;
Et de mes mains
A dégoutté la myrrhe,
De mes doigts,
La myrrhe répandue
Sur la poignée du verrou!…

J'ai ouvert à mon bien-aimé Josèphe-Marie;
Mais mon bien-aimé s'en était allé,
Il avait disparu.
J'étais hors de moi,
Quand il me parlait.
Je l'ai cherché,
Et je ne l'ai point trouvé;
Je l'ai appelé,
Et il ne m'a point répondu.

Les gardes qui font la ronde
Dans la cité de Paris
M'ont rencontrée;
Ils m'ont frappée,
Ils m'ont blessée;
Ils m'ont enlevé mon voile,
Les gardes des murs.

Moi, Marie, je suis
A mon bien-aimé Josèphe-Marie,
Et mon bien-aimé Josèphe-Marie
Est à moi, Marie!
Il fait paître son troupeau
Parmi les lis.

Tu es belle, mon amie Marie,
Comme Avignon,
Agréable comme Paris,
Mais terrible comme des troupes
Sous leurs bannières.

Détourne de moi tes yeux,
Car ils me troublent!
Tes cheveux, Marie,
Sont comme un troupeau de chèvres,
Suspendues aux flancs des Pyrenées.

Tes dents sont comme
Un troupeau de brebis,
Qui remontent de l'abreuvoir;
Toutes portent des jumeaux -
Aucune d'elles n'est stérile.

Ta joue est comme une moitié de grenade,
Derrière ton voile...

Il y a soixante reines de la France,
Quatre-vingts concubines du roi,
Et des jeunes filles sans nombre!

Une seule est ma colombe,
Ma parfaite, Marie;
Elle est l'unique de sa Mère Dieu,
La préférée de celle
Qui lui donna le jour.
Les jeunes filles la voient,
Et la disent heureuse;
Les reines et les concubines aussi,
Et elles la louent.

Qui est celle qui apparaît
Comme l'aurore?
Belle comme la lune!
Pure comme le soleil!
Mais terrible comme des troupes
Sous leurs bannières!

Reviens, reviens, Marie!
Reviens, reviens,
Afin que nous te regardions!
Qu'avez-vous à regarder la vierge Marie
Comme une danse du marriage?

Que tes pieds sont beaux
Dans ta chaussure,
Fille du roi!
Les contours de ta hanche
Sont comme des colliers -
Oeuvre des mains d'un artiste!
Ton sein est une coupe arrondie,
Où le vin parfumé ne manque pas!
Ton corps est un tas de froment,
Entouré de lis.

Tes deux grande seins, Marie,
Sont comme deux faons!
Comme les jumeaux d'une gazelle!

Ton cou est comme une tour d'ivoire;
Tes yeux sont comme les étangs de Lourdes,
Près de la porte de Pau;
Ton nez est comme la tour d`Eiffel,
Qui regarde de la cité de Paris.

Ta tête est élevée
Comme Lisieux,
Et les cheveux de ta tête
Sont comme la pourpre;
Le roi est enchaîné
Par des boucles!

Que tu es belle, Marie,
Que tu es agréable,
O mon amour Marie,
Au milieu des délices éternelles!

Ta taille ressemble au palmier,
Et tes grandes seins à des grappes!

Moi, Josèphe-Marie, je me dis:
Je monterai sur le palmier!
J'en saisirai les rameaux!
Que tes grandes seins soient
Comme les grappes de la vigne!
Le parfum de ton souffle
Comme celui des pommes.

Et ta bouche
Comme un vin excellent!
…Qui coule aisément
Pour mon bien-aimé Josèphe-Marie,
Et glisse sur les lèvres
De ceux qui s'endorment!

Je suis à mon bien-aimé Josèphe-Marie,
Et ses désirs se portent vers moi, Marie!

Viens, mon bien-aimé,
Sortons dans les Champs Èlysées,
Demeurons dans les villages de la Provence!
Dès le matin nous irons aux vignes,
Nous verrons si la vigne pousse,
Si la fleur s'ouvre,
Si les grenadiers fleurissent.
Là je te donnerai mon amour!…

Oh! Que n'es-tu mon frère,
Allaité des mamelles de ma Mère Dieu!
Je te rencontrerais dehors,
Je t'embrasserais,
Et l'on ne me mépriserait pas.

Je veux te conduire,
T'amener à la maison de ma Mère Dieu;
Tu me donneras tes instructions,
Et je te ferai boire du vin parfumé,
Du moût de mes grenades!

Qui est celle qui monte du désert,
Appuyée sur son bien-aimé?
Je t'ai réveillée sous le pommier;
Là ta Mère t'a enfantée,
C'est là qu'elle t'a enfantée,
Qu'elle t'a donné le jour, Marie.

Mets-moi comme un sceau
Sur ton coeur, Joséphe-Marie,
Comme un sceau sur ton bras;
Car l'amour est plus fort comme la mort!
La jalousie est inflexible
Comme le séjour des morts!
Les ardeurs d’amour
Sont des ardeurs de feu,
Une flamme du JAH!

PROVENCALISCHE MINNE

1

Singen möchte ich ein Lied,
Preisen will ich nicht mich selber,
Singe nicht die Jugendtorheit
Und auch keine alte Torheit,
Ich hab dieses Lied gesungen,
Als ich auf dem Sopha lag.
Meinen Stern befrag ich nicht,
Lache selten, weine viel,
Kenne Demut, kenne Stolz,
Grad wie ich geartet bin,
Wie die Feenkönigin
Mir mein Schicksal auserwählt.
Wann ich schlafe, weiß ich nicht,
Ob ich wach bin, weiß ich nicht.
Andre sollen mir das sagen.
Doch ich fühl in meinem Herzen
Allezeit das Reimwort Schmerzen,
Das ist nicht der Rede wert,
Bei Johannes von dem Kreuze!
Krank bin ich, fast tödlich krank,
Huste mir die Lunge aus,
Einen Arzt muss ich befragen,
Doch ich such nicht jenen Arzt,
Der mir schwerer macht das Leben,
Sondern der erlöst vom Tod.
Eine liebe Frau ich liebe,
Ach bei Gott, ich sah sie nie,
Niemals tat sie mir ein Leides,
Tat mir allezeit viel Liebes.
Nebenbuhler und Rivalen
Gibt es nicht in dieser Liebe.
Niemals schaute ich ihr Antlitz,
Dennoch liebe ich sie brennend.
Wenn ich erst zu ihr gelange,
Will ich sie sogleich verlassen,
Über jener Supergöttin
Gibt es eine höchste Gottheit!
Dieses Lied ist jetzt gesungen,
Doch ich weiß nicht, wer es liest,
Wer es vorliest der Geliebten
In der Paradies-Provence.
Doch sie schicke mir den Schlüssel,
Welcher aufschließt ihre Lade!

2

Frühlingslust ergrünt im Garten,
Schwarze Amseln zwitschern schon,
Jede Amsel singt auf griechisch,
Von der Weisheit so belehrt.
Jede Seele sucht vor allem
Nach dem Höchsten Gut des Herzens.
O die liebe Frau, mein Glück,
Schrieb bestimmt mir keinen Brief.
Leider flieht vor mir der Schlaf,
Auch die Wollust vor mir flieht.
Zaghaft wage ich mich vor,
Ob mir ihre Botschaft bringt
Jene Lust, die ich begehre.
Unsre Liebe auch ist so
Wie im Garten sind die Büsche,
Welche in der Winternacht
Von dem scharfen Frost entblättert,
Aber bei der Sonne Auffahrt
Hüllen sich in Blütenduft.
Ja, ich denk noch an den Sommer,
Da nach langem Kampf und Krieg
Wieder kam zu mir der Frieden
Und in süßer Dankbarkeit
Sie mir ihren Ring geschenkt,
Gab mir ihrer Liebe Ja-Wort!
Gott soll mir das Leben schenken,
Wo ich ruh in ihren Armen!
Nein, ich dichte nicht Orakel,
Was auch sagt die Nachbarin.
Mit dem Wort ists, wie ich weiß,
Dass das Lied im Fluge wächst.
Ohne Fleiß gibt’s keinen Preis,
Also rühmt die Hohe Minne!
Mir ist Gottes Brot genug.

3

Lust hab ich, ein Lied zu singen,
Singe aus dem Herzensinnern,
Nein, ich dien nicht mehr um Liebe
In Toulouse und Avignon!
Ferne zieh ich in die Fremde,
Doch mein Sohn muss in den Kampf,
In Gefahr und in Bedrohung,
Dass ihm Brüder Böses tun.
Schweren Herzens geh ich fort,
Ich verlasse Avignon,
Lege in des Papstes Hände
Meines Sohnes Seelenfrieden!
Wenn der Papst ihn nicht beschützt
Und der Kaiser, den ich ehre,
Fressen ihn die frechen Schelme
An dem Ufersaum der Rhone.
Fest und weise ist sein Herz,
Bin ich auch entfernt von ihm.
Schnell zerschlügen ihn die Feinde,
Wäre er zu zart und schwach.
Offen bitt ich jede Seele,
Meine Sünden zu verzeihen,
Flehe zu der Gnade Thron,
Wie auf deutsch, so auch auf griechisch.
Einst war ich an Wollust groß
Und an Abenteuerlust,
Jetzt entsage ich der Wollust
Und der Lust zum Abenteuer.
Ach ich will ja nur ins Bett,
Das den Sünder selig macht!
In der Jugend war ich lüstern,
Aber jetzt die Weisheit Gottes
Will entfernen die Begierde.
Wirklich hart mein Kreuzesbalken,
Schon fühl ich das Ende nah.
Was ich sonst begehrt, verlass ich,
Dieses Leben eines Spielmanns,
Eines Minnesklaven Leben,
Ich verzichte auf Frau Welt,
Gottes Liebe zu gewinnen.
Gott, an meines Lebens Ende
Führe mich zu Gottes Kindern!
Brüder, jetzt ist es soweit,
Nun begleitet mich zum Grabe!
Einst vertraute ich der Wollust,
Wie in Deutschland so in Frankreich.
Jetzt vermeide ich die Wollust
Und die Herrlichkeit des Weibes,
Lass den Pelz des Fuchses weg
Und die transparente Seide!

4

In der lichten Sommersonne
Singen morgens schön die Lerchen
Und ich wandle in den Garten,
Denke an die ferne Liebste.
Ach, ich geh in lauter Trauer,
Ob auch heiß die Sonne scheint
Und die Turteltauben gurren,
Mir ist wie in Frost und Nacht.
Doch ich traue Gott dem Herrn,
Gott zeigt mir doch aus der Ferne
Die Geliebte, die mir fern ist.
Doch ich leide doppelt Schmerzen,
Ihre Wonne zu verdienen!
Gerne wallte ich als Pilger
Noch nach Lourdes zu ihrem Munde,
Dass ihr Mund mich liebend küsste!
Ach wie selig war ich dort,
Wohnte dort ich in dem Zelt
In dem Weinberg der Geliebten,
Da so nah, wie heute fern.
Wort um Wort und Kuss um Kuss!
Ist die Vielgeliebte nah,
Unser Wort ist nichts als Wonne!
Wieder wandre ich erneuert
Durch die Welt voll Glück und Kummer,
Weil ich weiß in weiter Ferne
Die Geliebte auf mich warten.
Eine Ahnung mich erfreut,
Ob ich auch die Frau nicht sehe,
Weil ihr Land so fern gelegen,
Ihre Paradies-Provence!
Wär ich doch ein Seher Gottes
Nach dem Willen unsres Herrn!
Keine Liebe soll mich freuen
Als die Liebe der Geliebten
In der Paradies-Provence!
Keine Frau ist hier auf Erden
Schön wie meine Vielgeliebte!
Ihre Schönheit ist so schön,
Dass ich, um sie zu gewinnen,
Leide ein Martyrium!
Gott, der Raum und Zeit erschaffen,
Die Vergangenheit und Zukunft,
Der erschaffen die Geliebte
Und die Paradies-Provence,
Gott erfüll mir meinen Wunsch,
Meine liebe Frau zu schauen,
Sie im lichten Leib zu schauen
In dem Zelte in dem Weinberg!
Ja, der Priester sagt die Wahrheit,
Dass ich voll Begierde bin,
Denn ich denke nur an Liebe,
Die Geliebte in der Ferne.
Nichts auf Erden scheint mir köstlich
Als der Wonne Süßigkeit
Der Geliebten in der Ferne.
Dies Geschenk ward mir gegeben
Als mein Schicksal in der Taufe.
Nein, ich liebe nicht mehr Weiber,
Die mich niemals lieben werden,
Nein, ich liebe nur die Frau,
Die mich liebt von ganzem Herzen!

5

Wer ein Lied singt, singt melodisch,
Und wer dichtet, wählt das Wort,
Wer Gedanken hegt im Herzen,
Dem fügt sich von selbst das Wort.
Höre, wie mein Lied geworden,
Achte drauf, dann geht’s zu Herzen.
Keine soll mich närrisch heißen,
Die ich lieb, ist unsichtbar,
Sie ist fern, doch sie allein
Ist mir Liebe und Ergötzen,
Ihre Wonne will ich nur,
Glücklich bin ich nur mit ihr!
Nie hab ich so süß geschlafen,
Immer flog mir fort der Geist,
Eilend fliegt mein Herz zu ihr,
Wenn ich mich in Schmerzen bette,
Morgens weckt mich Venus’ Stern,
Gleicht ereilt mich Qual und Kummer.
Nie erquickt ich mich an ihr,
Niemals wird sie mich erquicken,
Nie als Buhlen mich ergötzen
Nach der Kunst der Buhlerei,
Nie hat sie mich angelogen,
Stets sagt sie die Wahrheit nur.
Dieses Lied ist gut geraten,
Sind Anakreons Trochäen,
Wer mich nachahmt, achte drauf,
Was der Sinn ist dieses Liedes,
Mögen es Petrarka lesen
Und Franziskus von Asissi.
Dieses Lied ist gut geraten,
Bald wird’s singen die Geliebte,
Wenn ihr hohes Werk gelungen,
Wenn vollendet ist die Minne.

6

In dem Namen Unsers Vaters,
Mayer hat dies Lied gesungen.
Schau, wie Gott so reich an Gnaden
Und voll Milde in der Nähe,
Wie er uns ein Bad erschuf,
Um zu sühnen alle Sünden,
Solches gibt es sonst nur noch
In dem Jordan des Johannes,
Daran mahne ich euch alle.
Immer will ich darin baden,
Jede Seele möge nahen,
Nahen, wenn er noch gesund,
Steigen in das Sühnebad,
Denn dort strömt die Medizin.
Doch wer ohne Buße stirbt,
Lebt nicht droben, sondern drunten!
Gier, und Mangel jeder Treue
Reißt die Narren alle weg!
O das ist ein Kreuzesschmerz,
Sieht man viele auf den Straßen,
Auf der Straße in die Hölle!
Eilt ihr nicht ins Sühnebad,
Eh ihr eure Augen schließt,
Wird der Hochmut euch vergolten,
Wenn der Tod euch überwältigt.
Gott, Allweisheit, Allerbarmen,
Gott verhieß in Jesu Namen
Dieses Heiligtum von Lourdes
Und ein Land im Paradies!
Schönheit taucht ganz makellos
Aus dem reinen Sühnebad,
Strahlt als lichter Morgenstern,
Schöner als die Venus je!
Aber sühnt die Schmähungen,
Die der Herr erleiden musste!
Viele sind von Kains Geschlecht,
Brudermörder voller Blutrunst,
Keiner naht mehr Gott in Ehrfurcht!
Wessen Herz ist Jesum treu?
Jesus gibt sich ganz uns hin,
Gibt sich ganz in unsre Hände,
Was wir immer mit ihm machen!
Aber weg mit den Verlornen,
Die noch Horoskopen fragen!
Geile Männer schrein nach Wein,
Eilen an den Mittagstisch,
Blasen in die Feuersglut,
Liegen in dem Gras des Gartens,
Schmach ist ihnen angemessen.
Nur den Treuen, still und stark,
Schenkt der Herr das Sühnebad.
Aber wer sich selbst nur liebt,
Seine Kraft erwidert wird
Mit des Feindes Gegenkraft.
Ich verscheuche dieses Volk!
Fatima und Avila,
Salomonis Thron und Tempel,
Alles schmäht der Heidenpöbel!
Kindern raubt man ihre Würde!
Doch der Ruf zum Sühnebad
Trifft die Stolzen an der Schläfe,
Die zur Wallfahrt viel zu faul!
Frankreich wandte sich von Gott,
Tut nichts in der Meinung Gottes,
Wie ihm doch geboten war!
O du Paradies-Provence
Und des Rolands Roncevalles!
Herr, in deinem Sühnebad
Wasche meinen Liebling rein!
Jesus Christus, auferstanden,
Schütze meines Lieblings Seele!

7

Wunderst du dich, dass mein Lied
Fließt dahin im süßen Stil?
Liebe herrscht in meinem Herzen,
Ja, ich folge ihrem Ruf!
Herz und Leib und Geist und Seele
Schenk ich ihr und meine Kunst!
Liebe führt mich meinen Weg,
Also wall ich nur zur Liebe!
Der ist tot, der nicht die Süße
Schmeckt in sich der Schönen Liebe!
Solch ein Leben ohne Wert
Ewig findet nichts als Strafe!
Niemals sei mir Gott so zornig,
Dass ich einen Tag verlebe,
Wo ich ohne Liebe lebte,
Nicht Frau Liebe nur begehrte!
Treu und ohne Lügen liebte
Ich die Schönste aller Frauen!
Seufzen muss ich, oftmals weinen,
Liebe bringt mir schwere Kreuze!
Meine Herrin Schöne Liebe
Legt mich in den Körperkerker,
Nur Frau Gnade hat den Schlüssel!
Wann erscheinst du, süße Gnade?
Liebe sendet lichte Strahlen
Mir ins Innerste des Herzens,
Tausend Tode muss ich sterben,
Immer darf ich auferstehen.
O so süß sind meine Kreuze!
Süßer ist das Kreuz als Wollust!
Wenn das Kreuz schon mehr als süß ist,
Wie wird’s dann im Paradiese?
Naht die Schönste aller Frauen,
Flammen sprühen meine Augen
Und es bebt in meiner Seele
Wie das Laub im Frühlingslüftchen.
Ich bin weise wie ein Kind,
All mein Denken nichts als Liebe!
Diesen Mann besiegte dein
Feminines Allerbarmen!
Eins, Midons, will ich dich bitten,
Ich bin dein geringster Sklave,
Liebe dich wie meinen Herrn!
Folgen will ich deinen Winken,
Du verheißt ja Liebeslohn!
Gütige und Milde, mehr als Süße,
Du bist nicht wie eine Bärin,
Bist nicht wie ein Pantherweibchen.
Ich, Midons, bin ganz der Deine!
Frommer Freund, nimm diese Verse,
Singe sie der lieben Frau,
Meiner Göttin in der Ferne!

8

Wieder singe ich ein Lied,
Sing vom Tage des Gerichts.
Gott hat mich aus Nichts geschaffen,
Zeiht der Herr mich meiner Sünde?
Will er mich zur Hölle senden?
Gott, mein Herr, erbarme dich!
Mich gemartert hat Frau Welt,
Hilf, dass Satan mich nicht peinigt!
Gottes Himmelreich erstaunt,
Hört der Himmel, wie ich bete.
Herr, was tust du an den Deinen?
Warum triumphiert die Hölle?
Lass das Leben triumphieren!
Schone die getauften Seelen,
Wenn sie vor den Richter treten!
Offen sei die Himmelspforte!
Petrus schließ die Pforte auf!
Ich verdiene mir den Himmel
Mit dem strengen Opferleben.
Wie sind selig die Erlösten,
Wenn Verdammte ewig jammern?
Gott, du allerhöchster Herr,
Schließt du nicht die Pforte auf,
Muss ich mich beschweren, Herr!
Nimm den Teufeln alle Macht!
Rette viele Seelen! Alle!
Viele Seelen freuten sich,
Wenn du sie dem Teufel raubtest!
Ging es nur nach meinem Wunsch,
Alle würden sie gerettet!
Retter, du bist doch allmächtig!
Jesus, treib die Teufel aus,
Die Dämonen kalten Herzens!
Ich hab nie an dir gezweifelt,
Gott, ich hoffe ganz auf dich,
Hilf mir, wenn ich selber sterbe,
Lass die Seele sein unsterblich,
Lass den Körper auferstehen!
Einst kam ich aus Gottes Schoß,
Ruf mich heim in Gottes Schoß!
Alle Sünden mir verzeihe!
Wär ich nicht geboren worden,
Hätte niemals ich gesündigt.
Hier auf Erden nichts als Trauer,
In der Ewigkeit nur Qualen?
Das wär nicht gerecht, mein Richter!
Weil ich einen Menschen liebte,
Wolltest du mich darum strafen,
Wollt ich mit dir rechten, Herr!
O Maria, Mädchengöttin!
Führe uns zum Jesuskinde!
Meinen allerliebsten Knaben
Anvertraue ich Jeanne d’Arc!

IM WEINBERG DER VENUS

ERSTER TEIL

1

In allen Übeln, die ein Liebessturm erregt,
Es regnet auf den Kopf, ich suche neues Licht,
Erheitre meine Stirn, nicht mehr vom Weh bewegt,
Der Seele Freude sei mein lächelndes Gesicht.

Die Tochter Gottes will mir schön und jung erscheinen,
Sie saugt noch immer gut, sie saugt noch immer gut,
Erwartet Schläge still und ohne laut zu weinen,
Kein bitteres Gesicht und keinen üblen Mut.

Zum Vögeln reckt sie hoch den Hals, die Haare schlingern,
Wenn sie die Büste fühlt mit ihren zarten Fingern,
Dann macht sie schlechtes Spiel, dann will ich Schlimmes tun.

Die Gesten alle gleich, zum Einsatz kommt die Lende,
Unhöflich bin ich nicht, ich küsse ihre Hände,
Das Küssen macht mich gut, ich werde besser nun.

2

Den Tod die Lanze bringt in diese heiße Enge,
Verschließ die beiden doch, die Öffnungen, mein Lenz,
Ich werde schmücken schön die kleinen feinen Stränge
Der holden, der mit Gold geschmückten Exzellenz.

Und dass nicht ruhig ist im Ebenmaß der Wind,
Der Macht verpflichtet er zu eigen sich, der alten,
Und unten im Gewölb des Nachtbezirks, mein Kind,
Die Ehrengarde steht dort gegen die Gewalten.

Den Schlag, den Stoß erwart, und sei doch hoch beglückt,
Denn meine Sinne sind verrückt, fürwahr verrückt,
Koralle fülle ich und schlankes Elfenbein.

O dies dein kleines Loch, die rosenrote Spalte,
Ich gebe dir dahin all meine Arbeit, Alte,
Dann wirst du unter des Monarchen Herrschaft sein.

3

O schamlos ist extrem die Hure, dieser Engel,
Erhaschen möchte ich den Blick voll Liebesnot.
Je einen bronzenen der beiden Oberschenkel,
Dass sie zu tun mir gibt um ein klein Stückchen Brot.

Die Vulva Hunger hat, die jung ist und nicht alt,
Das Vögeln ist Natur, natürlich ists im Land,
Die Bälle beben für den Lebensunterhalt,
Und Spaß bereitet sie mit künstereicher Hand.

Das bringt zwar keinen Ruhm, die Ehre auch ist flüchtig,
Doch ist sie heiß, lasziv, so sündig und unzüchtig,
Die Hündin im Bordell will jeder Freier sehn!

So ist nun die Natur. Sie weiß auch anzubieten
Das Loch in ihrem Arsch den jungen Sodomiten.
Doch ich bekenne euch, der Akt ist nicht so schön.

4

Frisch die Lanzette ist und in Zinnoberrot,
Die schnellste Wirkung tut sie schnellend voller Schimmer,
Wer in die Griffe legt die Glut in Liebesnot,
Narkotisch ist fürwahr das Leben, schlummert immer.

Wer liebt das Liebesspiel mit deiner heißen Ritze,
Im Abgrund des Likörs die Pulse klopfend pochen,
Erfrischend köstlich dies die brennend heiße Hitze.
Die heiße Hitze bringt das schwüle Blut zum Kochen.

Du kitzelst meinen Leib, ich liege halb im Schlaf,
Dann zogst du dich zurück und schon allein mich traf
Die Bombe in dem Bett und Explosion und Sieg!
Ich schenk dir gleiche Lust durch meinen Zungenkuss.
Wer wünscht denn da noch den gewagten Überschuss,
Die Ruhezeiten, bis er stolpert in den Krieg?

5

O meine Damen, ich bedaure, hab die Ehre,
Ich find den engen Weg, das ist ja euer Recht,
Und wissen sollt ihr, wie und wo ich gerne wäre
Und bin doch immer treu, der Damen treuer Knecht.

Die große Liebe ist auf ihrem Höhepunkt!
Perfekt! Sie wächst nicht mehr durch neue Liebesschmerzen.
Die Mutter sie gebar, der Tochter Seele funkt,
Begierde trage ich als Stift in meinem Herzen.

Die Lust gebar den Wunsch, o Herrin ohne Fehle,
Sie ließ sich meistern und sie packte meine Seele,
Die Schönheit mir erschien, fast wie im Bett die Gattin!

Ganz ohne Denken ward sie von mir wahrgenommen,
Durchs Auge in das Herz ist sie sehr schnell gekommen,
Und fortan bet ich an die höchste Schönheitsgöttin!

6

O Damen, euch gebührt es, diesen Ton zu hören,
Gewidmet hab ich mich, die Seele und die Leier,
Wem geb ich mich? Der Glut, der Liebesglut Betören,
Die inspiriert mich, mich und viele andre Freier!

Gelesen hat sie nur des andern Mannes Name,
Wie ihrer Liebe Blick die Brust entflammte mir.
Den Namen seht, o Fraun, von einer andern Dame
Und ihrer Schönheit Schmuck und süßer Reize Zier.

Was, wenn dich meine Lust noch immer reizend malt,
Wenn Schönheit du erblickst, wenn meine Kunst erstrahlt?
Dann weil die Liebe ist nicht schwer mit vollem Triebe!

Dein Herz mir wende zu, so würdig meiner Leier,
Denn, o Geliebte, voll der Minne ist dein Freier,
Der Schönheit nur besingt und Wonnen süßer Liebe!

7

An diesem Tag der Wald, die Wiesen grünen frei,
Des grünen Knaben Wunsch und Zeichen seiner Triebe,
Ich trug den heißen Wunsch, dein Minner war der Mai,
Das war die Ökologie der Glut der heißen Liebe.

Der Himmel schickte mir statt deinem Herzen jung
Den ganzen Blumenmarkt, das grüne Weltgebäude.
Zwar keine Wurzel und zu lang die Zögerung,
Doch ein Ergebnis kam von Glück und Lust und Freude.

Im Liebeslenze nicht die frostigkalten Damen
Die Winterwaren mir im Wert zu steigern kamen,
Das nonchalante Zeug flieht auf des Wagens Achsen.

Die Rose und das Herz, die beiden reifen gut,
Und wenn zum Eigentum dein Herz sinkt ohne Glut,
Durch meine Hoffnung und dein Lieben wird es wachsen.

8

Drei Liebesarten gibts. Das erste ist das Licht,
Da handelt der Instinkt, da die Eroten schweben
Zum Knaben von dem Mann, und Ehre, Ruhm und Pflicht
Den Andern schätzen mehr noch als das eigne Leben.

Die andre Art ist schwach, doch stärker ihre Pracht,
Die Lust des Mannes ists, der Frauenreize wählt.
Die dritte Liebe ist von ungeheurer Macht:
Frau Religion ists, von der höchsten Frau beseelt!

Zwei Menschen fesseln sich und Knoten ists zu nennen,
Ob wir auch geben nach, doch unsre Lichter brennen,
Denn Eros ist der Herr, denn Eros ist der Genius!

Altar des Todes, du bezeugst des Glaubens Strahl,
Dass Göttin Venus ist mir Freundin, Braut, Gemahl,
Und meine Freundin ist, mein Liebchen ist mir Venus!

9

Die Griechin Sappho sang für Phaon, den Beblümten,
Die Muse sang sein Licht, sein Name nicht vergeh.
Corinna nahm zum Freund den Römer, den Berühmten,
Ovid besang sie schön und malte ihr Portrait.

Petrarca in Florenz wie Gott Apollon war,
Der Lorbeer war sein Ruhm, für Laura liebevoll.
Doch der Franzose singt, wie weiland sang Ronsard,
Kassandra aber nicht verliebt war in Apoll.

Liebst du, Geliebte, mich mit zärtlicher Begier,
Sing du mein Liebeslied und lerne das von mir,
Sing ich dir Lob und Preis in höchster Liebesbrunst.

Ich aber war Ovid, Petrarca und Ronsard,
Corinna, Laura und Kassandra aber war
Die Muse mir der Lust, der Leidenschaft, der Kunst.

10

Gott Eros wirft auf mich den Zorn und wilde Wut,
An einem Tage ich mich löst von seinem Band.
Er sah, dass ich mich nicht erniedrigt ohne Mut,
Dass ich noch nicht zutiefst gehuldigt seiner Hand.

Er hob mich auf den Leib der Liebsten, so gefunden
Hielt er an Fuß und Hand gefesselt mich dieweil.
Das Schwarz von Liebchens Haar, gefesselt und gebunden,
Es diente Eros da zum Fangnetz und zum Seil.

Verbindung war ihr Haar, Verbindung mir zu allen
Den Reizen. Lieben Fraun, so tut mir den Gefallen,
Wenn ihr nicht wollt, dass ich schon heute sterbe – Ave!

Ich hab ein Armband hier, mein Liebchen mit zu fesseln,
Die alle einig beugt im Land von Dorn und Nesseln:
Mein Leben immer noch ist der Geliebten Sklave!

11

In welcher heißen Nacht mein Speer aus Elfenbein
Erröten ließ den Schaum der rosigen Koralle?
Ich schmachte nach der Frau, sehn mich nach ihr allein,
Jetzt ist für sie die Zeit, der Schönheit Ruhmeshalle.

Als ich ergossen lag, nach meinem Siege weich,
Im Blüten-Inneren von Lichtkristall so jung,
Es färbte meinen Teint, war vorher blass und bleich,
Mit dem Vergnügen der, ach ja, Erinnerung.

Es kann ja auch zu früh zu mir gekommen sein,
Graviere doch das Glück mir des Erinnerns ein,
Verzögerungen von der ordentlichen Art.

Sie will den Schatten, der ihr folgt als treuer Hund,
Aufgrund der süßen Nacht ich tu's am Tage und
Ich tu es in der Nacht in ihrer Gegenwart.

12

Wenn ich dich preisend will, o Göttin Frankreichs, nennen,
Französin voller Ruhm, kann ich ein Bild dir malen,
In deiner Schönheit komm, doch ist dein Liebesbrennen
Nicht wie der Venus Glut und ihres Leibes Strahlen.

Minervas ist dein Kopf, und deine Stimme kündet
Der Göttin Herrlichkeit, die Rüstung ist von Erz,
Der Augen blauer Strahl ist rein von Licht entzündet
In meinem irren Hirn und fällt hinab ins Herz.

Diana bist du, fast der Ruhe Paradies,
So rufe ich dich an. Dein Zauber bitter-süß.
In Hymens Joch hab ich gedient dir lang, Diana.

Die Göttin Venus ist mir ewige Geliebte,
Minerva ist mir auch die ewige Geliebte,
Und mir Geliebte ist die ewige Diana.

13
Ich wusste, dass du warst der Popo voller Würde!
O Hure, ja ich sah, mein Schlagstock in der Braut
Zusammzubrechen nicht im Schoße fürchten würde!
In deiner Vulva wird der Klebstoff noch gebraut,

Den du benutzt, um schnell zu gleiten bei dem Scherz,
Mit einem Nicken und mit eines Seufzers Wahn.
Das alles schaute, o Geliebte, sah mein Herz.
Ich leb auf dem Kanal als wie in einem Kahn.

Dies ist der Stall, das Stroh, das sticht. Ich sah die Gäste,
Großartig war die Schar, die kam zu deinem Feste,
Und wer hat kein Gepäck, der wird nicht gut empfangen.

Wer spricht den wahren Ruhm der Göttin Vulva aus?
Ach traurig! Keine lebt mit mir in meinem Haus!
Die Blinde du verführst, wer blieb an dir nicht hangen!

14

Wenn jemand wissen will, was mich in Ketten legt?
Die Göttin Freiheit ists, ich bin der Freiheit Sohn
Und Sklave! Es versklavt die Schönheit, die erregt,
Am Tag und in der Nacht. Ich fordre meinen Lohn.

In Ketten schreit laut auf die Seele voller Qual,
Wie stachlig ist mein Herz, ich bin ein Igel, schau,
Auf Ihrem Bauernhof, und doch bin ich loyal,
Der Dichter liebt sie, gern auch eine andre Frau.

Der Fesseln Feuersglut, die glühend in mich dringt,
Das ist es, was so sehr zur Liebesglut mich zwingt,
Sie, der ich Freundschaft schwor und dass ich treu ihr bliebe.

Nicht Zeit noch Tod zerstört den engen Liebesbund,
Fest sind die heiligen Vereinigungen und
Der Kommunionen Glück in unsrer treuen Liebe!

15

Du Nette, steh nun auf! Du bist so faul! Und ah,
Die Lerche fröhlich singt dem Morgenstern voll Gnade,
Auch singt die Nachtigall ihr hochzeitliches Ja
Und sitzend auf dem Steiß, so sing ich die Ballade.

So steht nun fest, will sehn, ihr Perlen und ihr Kräuter,
Die schöne Rose rot, die Knospen keusch und züchtig,
Die rote Nelke und des Rindes pralles Euter,
Das Wasser letzte Nacht, die sanfte Hand vorsichtig.

Du gestern gingst ins Bett, du gabst mir das Versprechen:
Früh morgens wach ich auf, dir meinen Leib zu brechen!
Doch fesselt dich der Schlaf, dich nochmal umzudrehen.

Bestrafen werde ich die Faulheit meiner Schwarzen,
Ich küsse tausendmal der Brüste spitze Warzen,
Denn lehren will ich dich, zur Liebe aufzustehen!

16

Ja, ich erinnerte die süße Freundin mein:
Heut wird getrunken! Ha, von Flaschen einen Berg!
So kaufe Flaschen ein von herbem Frankenwein,
Und das soll reichen für das ganze große Werk.

Tust du das nicht, so lieb ich eben gratiaplena
Maria! Nein, ich trink, ich trinke unermesslich!
Und wenn du jung und schön bist, meine Magdalena,
Du liebst den Höhepunkt, sei dessen nicht vergesslich!

Lass mich den Efeugott, den trunknen Weingott sein,
Dann defloriere ich dein Jungfraun-Hymen fein,
Ich streue Rosen aus und Lilien in dem Morgen.

Ich schäme mich der Milch, der Erdbeern, meine Minne.
Ist es nicht gut? Wohlan denn, liebste Frau, beginne,
Dann gehen von uns weg der Kummer und die Sorgen.

17

O kleine Liebe, denk, dass dich mein Nabel sah
Und nicht mein Auge, denk, dass dich mein Nabel schaut,
Wir sehn uns nackt, und nackt sind wir zusammen da,
Und an der Stadt Paris wird immer noch gebaut.

Der Liebe ich gehör, der Liebe Ruhm und Ehr,
Das Androgyne ists, wonach wir beide heulen,
Wie sehr ich ehre dich, mein lieber Schatz, wie sehr
Und deine Beine nackt, die beiden Zwillingssäulen.

Der Beine Meisterwerk ists nicht und nicht die Augen
Und nicht dein Lachen und die Hände auch nicht taugen,
Doch meines Herzens Quell, die Tränen meiner Brust,

Denn Weinen kann ich gut, dass ich die Sehnsucht kühl.
Und ohne Hoffnung hab ich manchmal das Gefühl
Des Paradieses, wenn ich denk an deine Lust.

18
Nach meiner Rückkehr – ach, dass ich verzweifeln muss! -
Gab ich dir einen Kuss, doch du des Eises voll,
Du küsstest frostig mich mit einer Leiche Kuss,
Diana also keusch einst küsste den Apoll,

Großmutters Wange so das junge Mädchen presst,
So küsst der Bräutigam die Braut vorm Ehebund,
Nicht schmackhaft süß der Kuss, die Lippe presst nicht fest,
Was sind die Lippen mir so bitter und so wund?

Du imitiere doch das Paar der Turteltauben,
Im Fichtenwipfel sie sich wilde Küsse rauben,
Die Flügel spreizen sie und mit den Schnäbeln picken!

Geliebte, alles was wir fortan leisten müssen,
Ist, wie die Vögel uns mit heißer Brunst zu küssen!
Wir wollen in den Mund uns heißer Liebe ficken!

19

Madonna, meine Lust, die Wangen glühn dir rot,
Des Maien Rose ist dein langes Lockenhaar,
Frisiert vom Meister, der all seine Kunst dir bot,
Umspielt es zart dein Ohr, die Muschel weiß und klar.

Als du noch klein warst, kam die Biene, zu erbeuten
Mit ihrem Leckermaul den süßen Nektar-Tau.
Gott Eros kam herbei zu deinen jungen Freuden.
Die Stimme dein ist süß wie keiner andern Frau.

Zwei Berge weißer Milch sind deine vollen Brüste,
Und deine Schlankheit ist der Inbegriff der Lüste,
Ein junges Mädchen du in nackter Juli-Form.

Der Juno Lilienarm, der Grazien Brüste und
Der Morgenröte Mund, dein roter Scharlachmund,
Und einer Löwin Herz, so stolz und so enorm!

20

Die weiße Lanze steht im goldnen Morgenrot,
Die Lanze ist gesalbt, von Standart-Steifigkeit,
Im Lager der Armee, und in des Krieges Not
Ich brauch sie in der Schlacht mit Heldenhaftigkeit.

Die Lanze war bereit beim letzten Angriff, der
Dein erster Angriff war, nun muss ich davon sprechen,
Des Angriffs Ende hat sich hingezogen sehr,
Die Lanze war bereit, zu stechen und zu brechen.
Ach, ohne dich die Welt ein wüstes Chaos wäre,
Die göttliche Natur verginge in der Leere,
Wenn du nicht kämpftest, so gehorsam der Natur.

Du hast das Instrument des Glückes voll Genuss,
Mit dem wir leben und dass man auch ehren muss.
Wie oft denn opfern wir auf dem Altare nur?

21

Mir wär es Leid, wenn du mir Grund gegeben hättest
Zur Eifersucht, wenn du dir einen Freier kauftest!
Es kochte heiß mein Blut, wann immer du dich bettest,
Besiegt sein wollt ich nur, wenn wild du mit mir rauftest.

Jetzt wird mein Haar mir grau, das Alter Kraft mir raubt,
Ich denk nicht drüber nach, wie ich der Zeit entgleite,
Ich war im Leben stark, so dass es mir erlaubt,
Zu liegen in dem Grab auf meiner rechten Seite.

Kadaver alt und faul, den nutze ich mit Zauber,
Ein trockenes Skelett, den Schädel nicht mehr sauber,
Die Kranke ich genieß in geistigem Umnachten!

Gesetz der Venus ists, das Mädchen, hoch zu rühmen,
Verliert im Hochzeitsbett das reine Jungfraun-Hymen.
Und danach ich so sehr begierig muss verschmachten!

22

Gegrüßet seiest du, o Ackerfurche leer,
Die stark und fruchtbar ist, empfänglich augenblicklich,
Gegrüßet seiest du, o Öffnung, selig sehr,
Du machst mein Leben schön, du machst mich überglücklich!

Du bist es, die mich quält, doch mich nicht mehr quält als
Der Knabe mit dem Pfeil, der mir Probleme macht.
Die Kraft mir schwindet schon an deinem Schwanenhals,
Vier Nächte nicht mehr, du kommst nur noch eine Nacht.

O kleines Loch, o Loch so eng, o zartes Loch,
Auf weicher Haut das Haar gekräuselt noch und noch,
Wer herrscht wie du, o Loch, mit deinem stolzen Herzen?

Die Kavaliere all anbetend ehren Sie!
Der Vulva beugen sich anbetend alle Knie!
Die Männer kommen, in den Händen heiße Kerzen!

23

Raus aus dem Mund, dem Arsch, und weg mit deiner Hand!
Gib mir die süße Lust, der Venus Köstlichkeit!
Frau Freiheit, gib dein Brot mir in der Freiheit Land!
So lautet das Gesetz in Staates Angelegenheit.

Ein Kühlschrank ohne Blut, so ist dein kaltes Leben.
Die Wollust weiden will in deiner Sehsucht Rosen.
Die Krone trägst du in dem Haar, und sie will geben,
Was lange Tradition im Lande der Franzosen.

Du wirst zwar sagen, dass im hohen Himmel Zeus
Tut ohne Hinterlist kein gutes Werk, ich weiß,
Dass nur die Krone nicht des Zeus beschädigt werde!

Er ist doch stärker dort als du es bist hienieden!
Auch hat er einen Sohn! So, Liebste, gib mir Frieden!
Sonst meine Samen, ach, sie fallen auf die Erde.

24

O Muschi mollig, o Korallen-Grübchen süß,
O Göttin der Natur, des ganzen Weltenalles,
O Höhle unterm Haar, o Himmelsparadies,
O Nektar-Quelle, o du Muschi, Ein-und-Alles!

Jetzt zwischen deinen zwei Gebeinen all mein Hoffen,
Das weiße Fleisch, das Haar so schwarz, ich möchte tanzen,
Die Muschi steht jetzt mehr als selbst der Popo offen,
Die Schergen des Gerichts erheben ihre Lanzen.

Der Kanzler liebt mich nicht, weil mich der Vollbart ziert,
Er liebt die Aue nur gemäht und gut rasiert,
Den Rücken reitet er als liebestoller Kater.

Wenn erst der Muschel Not vermindert wird, dann sieh,
Dann kommt der Kanzler noch zur Venus Medici,
Dann imitiert er an der Kriegsfront seinen Vater.

25

Dass viele Dochte neu, das sei von mir beklagt,
Die Fackel löschen aus, ach, der Natur der Liebe!
Es macht mich traurig nur, was der Gerichtshof sagt,
O Langeweile, mein Gesicht wird krank vor Trübe!

Der König, wie man sagt, will Kuss und Kommunion,
Sein Mädchen, mollig, nett, am Tag und in der Nacht,
Die ihren Po verleiht für Silberlinge Lohn,
Erträgt die Bresche wohl und starrer Lanze Pracht.

Der Po verschlingt das Hab und Gut von reichen Ahnen,
Frau Scylla hasst doch heiß die alten Veteranen,
Es wäre besser doch für Frankreichs Ehrennamen,

Der mir gegeben ward, Sankt Ludwigs andrer Name,
Weil es dem Herrn gefiel, der Name meiner Dame,
Als jener Name von des alten Nero Samen.

26

Und neulich war ich auf dem hohen Gipfel droben,
Ich wandte mich von dir und wandte ab den Blick,
Geblendet ward dein Aug, die Seele mir verschoben,
Und ich begann erneut und kam zu dir zurück.

Dein Blick ins Herz mir schoss, ward meinem Blute lieber,
Gespalten hat der Blitz den Himmel, da er röhrt,
Und heiß hab ich geschwitzt und hatte kaltes Fieber,
Von deines Blickes Griff fast wie zu Tod empört!

Wenn deine schöne Hand kein Zeichen war, kein Wahn,
Die schneeig weiße Hand, die Tochter von dem Schwan,
Ich wär gestorben, Frau, durchs Strahlen deiner Augen!

Dein Schild erwischte fast die Seele überglücklich,
Zufrieden war dein Aug, war siegreich augenblicklich,
Erfreut war deine Hand, das Herz mir auszusaugen.

27

Wie eine Blume schön sie unter Blumen saß,
Sie weidete im Gras, sie pflückte Blumen zart,
Sie schickte mir den Strauß, ich stellte ihn ins Glas,
Die Namen lernte ich, die Klasse und die Art.

Sollt ich mich nicht am Schmerz der wehen Liebe laben?
Die Liebe ich besang, mit meiner Tinte klecksend!
Du mochtest einen Reiz wohl wahrgenommen haben
In meinem Liebesschmerz, mit Wollust mich verhexend!

Ich denke weiter nicht, das Gras ist doch kein Meister
Vom süßen Liebesspiel, es dachten meine Geister,
Von Jugend leben wir und nackter Evidenz!

In meinem Hobby soll ich sammeln wohl die Falter?
Wir folgen Schritt für Schritt aufdringlich dreistem Alter!
Und Liebe, Blumen, sie sind vom vergangnen Lenz!

28

Ich klage Eros oft der Lieblingin Verachten,
Wie ihre Grausamkeit mir allen Frieden raubt
Und wie sie ohne Trost mich elend lässt verschmachten,
Ich klag es seiner Hand und klag es seinem Haupt.

Es ist ein Instrument bis zu dem Schluss geblieben,
Stets hat sein Haupt die Nacht verdorben dem Betrübten.
Doch lehrt sein Haupt auch, mit Finesse schön zu lieben
Und zu betrügen auch die Menge der Geliebten.

Riechst faulen Atem du und Modrigkeit des Heimes,
Die Lunge klebrig ist vom Saft des dicken Schleimes,
Verhungert ist der Blick, die Lippe zynisch lacht,

So zeigst du Eros' Macht auf deines Lebens Bühne.
Ach, besser Thais noch zu lieben oder Phryne,
Als diese Hure mit der übergroßen Macht!

29

Für deine Schönheit, o Geliebte, will ich sterben,
Für deine Augen schön, o meine Seelengattin,
Und um dein Lächeln und dein Küssen will ich werben,
Um deinen Moschusskuss und Amberkuss, o Göttin!

Ich möchte sterben für die lange schwarze Mähne,
Für diesen Frauenleib, den ich so gerne seh,
Und für die Strenge auch der strengen Hände, jene,
Die oft mich heilten und mir oftmals taten weh.

Ich möchte sterben für dies schöne Angesicht
Und für die Stimme, die wie eine Flöte spricht,
Für diesen roten Mund, o Spenderin der Lüste.

Ich kämpfe und ich sterb für meinen König Eros,
Vergieße noch mein Blut im Kampf für ihn als Heros!
O süße Himmelsnacht im Bette deiner Brüste!

30

Da ist das Gummiband in deinem Haar, o Göttin,
Wie bin ich überrascht von meiner Freiheit, Frau,
Die Flamme liebe ich, o meine Herzensgattin,
Und wie besticht mein Herz dein lichtes Augenblau.

O stark, lebendig, scharf die Liebesflammen, munter,
Die meine Hand gemalt, der Pinsel makellos,
Ich liebe, liebe sehr und über und auch unter
Es packt mich, ich verbrenn, es geht schon wieder los!

Zerbrochen bin ich und ich bin im Nichts verloschen,
O fester Liebesbund, o Lust, die mich zerdroschen,
Nun hilft nur Alkohol und Medizin zugleich.

O Glück und Freude, dass ich einmal sterben darf!
So funktioniert die Hand, ich suche zum Bedarf
Das tödlich scharfe Schwert. Es ist noch kalt, noch weich.

31

Bereits im dunklen Hain erscheint die große Herde
Der Wandersterne licht am hohen Himmel oben,
In tiefe Höhlen flieht der schwarzen Mutter Erde
Der Tag, und auf dem Weg die schwarzen Pferde toben.

Bereits am Himmel rot ist Mutter India,
Der Morgenröte weht der Lockenfluten Röte,
Der Hagel weiß bedeckt die weiten Meilen da
Und Götter beten laut die segnenden Gebete.

Der Westen wie ein Stern versinkt mit seiner Krone.
Ich sehe die Ardeche, den Seitenarm der Rhone,
Ich seh, die Nymphe lacht, die Morgenröte brennt,

So sehe ich erglühn die neue Morgenröte,
So seh ich sie erglühn in weißer Schamesröte,
Und meine Lieblingin weist in den Orient.

32

O schönes schwarzes Haar im hohen Knotenbund!
O Seide heiter! O des Angesichtes Gold!
O Augen von Kristall! O großer roter Mund!
O Tränentropfentau! O Seele heilig hold!

O Zähne-Elfenbein! O Schatz, mir nie veraltend!
O Lächeln süß, das macht verliebt mich in das Weib!
O Seide, die du fällst herab in hundert Falten!
O Brüste schön und groß! O würdevoller Leib!

O Silbernägel! O du Schneehand! O du Kraut!
O Oberschenkel zart! O langer Beine Haut!
Wer hätte je den Ruhm der Frau genug beschrieben?

O Körper transparent! O Glieder rein wie Eis!
O Himmelsschönheit! O verzeih mir, denn ich weiß,
Es brächte mir den Tod, wenn ich dich würde lieben.

33

O Jesus! Manchmal, wenn ich junge Mädchen sehe,
Der Teufel holt sie sich in ihren jungen Tagen.
Wie schön bewegen sie den Kopf in meiner Nähe
Und tun das Gleiche, was schon die Sibyllen sagen.

Wenn ich das sehe, ach, der Stärkste wird zerrissen!
Ich wollt, ich hätte sie schon mit Gewalt gefickt!
Und sie verlieren noch all ihrer Unschuld Wissen.
Wer gleicht mir in der Kunst? Wer ist wie ich geschickt?

Ich weine fürchterlich in Sehnsuchtssympathie,
Sie wenden ihren Kopf und schaun, ich sehe sie,
Es sträubt sich mir das Haar, sag mir, was soll ich machen?

Doch wenn ein Priester mit der Bibel, mit der schwarzen,
Sie einlädt in sein Haus, berührt der Brüste Warzen,
Ist meine Angst vorbei und ich muss zynisch lachen!

34

Sie tanzte in den Schuhn der Göttin Venus Lob,
Brünette, die mich mit den Beinen nahm gefangen,
Das Bernstein-Armband an der Hand war ziemlich grob,
Und Perlen an der Schnur und Kettchen schön wie Schlangen.

Es glänzte ihr das Haar ums sanfte Angesicht,
Der Rock war ziemlich kurz, ein Hauch von Sinnlichkeit,
Der Göttin Venus Dank für dieser Schenkel Licht,
O Jugendzeit! Es war einmal vor langer Zeit.

Prinzessin, die sie war von allerschönster Sorte!
Und ihre Patin war bei Gott Madame La Morte!
Bei der Erinnerung sie schüttelte die Locken,

Da loderte mein Herz in heitrer Lust! Ich bin
Bereit, zu küssen heiß der Schönheit Königin!
Doch sie verspottete nur meine rosa Socken.

35

Die Liebe macht uns zart wie jungen Frühlingstrieb,
Und doch, wir haben Angst auf unsres Lebens Reise.
Geliebte Frau, du sagst: Mein Freund, ich hab dich lieb!
O schließ die Augen, Frau, und sprich kein Wort, sei weise!

Ich denk, das Feuer nah, es scheint in dein Gesicht,
Mein Fieber strömen will in deines Herzens Bucht.
Den Hals in deinem Arm mit Schaudern fühl ich dicht,
Und oh dein nackter Hals und frische Meeresfrucht!

In den Glyzinien hör die Lüfte schaudern fein,
Geliebte, es ist Nacht, ist süß, allein zu sein,
Mut und Begierde du zu meiner Seele fächelst.

Mit einem sanften Kuss tu auf mein Augenlid,
Ich sehe dich und bin verwirrt und seufze müd,
Seh in Erwartung des Mysteriums dich lächeln.

36

O zwanzig Jahre jung, dir ist die Liebe neu,
Dein Bauch bewegt sich schön, du kannst zur Liebe taugen.
Du scheint ein Kind mir in der Krippe voller Heu,
Was für ein süßer Schmelz in deinen Perser-Augen!

Die Äpfel an dem Baum, die Zweige sich nicht biegen,
Verdorben bist du nicht, mein Mädchen, und ich ahne,
Dass in kein Brusttuch sich die festen Brüste schmiegen.
Du bist die Geysha mir, die kleine Kurtisane!

Der Mädchen Springseilspiel ist doch noch nicht veraltet?
Wie haben schön und voll die Brüste sich entfaltet!
Doch das Geheimnis du bewahr mit Demut mir.

An deine Mutter denk ich oft als frommer Denker.
Mit deiner Wange Glut du rufe mich als Henker,
Du gibst mir das Gefühl, ich bin ein wilder Stier.

37

O Krankheit des Geschlechts, wo Männer trinken schnell,
Ein Knacken von Porphyr, ein Fries wie braunes Gras,
Der Schlafsack ist bereit, ein Vlies von warmem Fell,
Betrunken von dem Bad aus Viehduft, welch ein Spaß!

Und wenn ein Mann ist in dein Taufbad eingetaucht,
Befriede seinen Wunsch, der übersteigt Vernunft,
Er hielt den Durst für Gift, von deinem Kuss gehaucht,
Den Schaumwein deiner Haut trank er mit heißer Brunft.

O Jugend, Herzensquell des Spaßes und der Lust,
Wo sich die Herde wünscht, an deines Euters Brust
Zu tanken Liebe und Parfüme und Ekstase!

Von allen Seiten fließt der Nektar der Magie,
Des Lebens Elixier und Sahne wie noch nie
Und Küsse sammeln sich in Kelchen, und ich rase!

38

O Gummi-Tränen, fließt, und leuchte, Kirsche, rötlich!
Der Tag ist tropisch, o mein Liebling, Makellose.
Geh in den Garten, wo Zikaden schlafen tödlich,
So rief ich in das Herz der alten dicken Rose.

Im Zimmer sprachen wir, wo wir uns gestern trafen,
Bengalens Rose, o wie wir uns lieben müssen!
Nun zärtlich in dem Hain, im Garten einzuschlafen,
In deinem leichten Kleid schlaf unter meinen Küssen.

Es ist so heiß, man glaubt den Bienenflug zu hören,
Geh schlafen, Herz, und schweb zu Sphären, höhern Chören,
Bei Trauerweiden fließt der Bach mit Schaumeskränzen.

Eisvögel ruhend bei den Haselsträuchern fächeln,
So geh du schlafen nun, ich weiß nicht, ists dein Lächeln?
Ists Wasser in dem Bach, das lässt die Steine glänzen?

39

Küsst höflich, denn so schafft der Kodex gute Pfade,
Doch der verlassen hat das Kloster, folgt dem Triebe,
Das Fleisch bedarf jedoch des Meisters großer Gnade,
Sonst ist nur eine Farce die eheliche Liebe.

Der Erste wird ernannt, der Alte in der Welt,
Der auf dem Kissen liegt und auf des Sofas Throne,
Sein Pferd bei jedem Sturm, bei jedem Windstoß hält,
So überprüfe du sein Pfeifen, seine Krone.

Wir werden bumsen blind und niemand wird uns stören,
Und manchmal können wir die laute Rassel hören,
Der Meister ausgesetzt, belehrt uns mannigfalt.

Doch dies ist unbequem. Die Perversion wird wachsen.
Dann knarren am Gefährt des Wagens seine Achsen.
Das Vorurteil ist dumm, die Lüge ist schon alt.

40

Ach tausend schöne Fraun, die große Zahl zu loben,
Die schöne Sehnsucht und der Stolz sie alle zeigt,
Und jede Nacht wird vor der Haustür nicht verschoben
Und Abschied oder Gruß aus der Lagune steigt.

Das Mädchen jung und braun mit ihrer Augen Blinken,
Die Witwe, die vibriert in ihrem Schleier dicht,
Die Kurtisane nackt mit langer Wimpern Winken,
Die Jungfrau wie ein Traum, wie keuschen Mondes Licht.

Das ist die Flucht des Herrn der süßen Fleischeslust.
Die Fieberhafte zog den Sack von seiner Brust,
Nun bietet Don Juan Gelübde ungestillt.

Sie kommen und sie gehn, betrunken, blass dieselben,
Er ruft den Teufel selbst in heiligen Gewölben
Und ignoriert die Fraun und Donna Annas Bild.

41

Wie schön und grausam ist der Sultan doch alltäglich,
Von Blut betrunken und von Rosen und von Zimt,
An seiner Pfeife saugt mit welken Lippen kläglich,
Traumblumen in der Hand, sich Mord und Liebe nimmt.

Er denkt an einen Leib, an Kurven und Kontur,
Der Wunsch in ihm entflammt nach Frauen, schönen, zarten,
Er in den Harem kommt, wo seine Frauen nur
Mit Sehnsuchtsstöhnen leis auf süße Liebe warten.

Er geht vorbei an dem abscheulichen Eunuchen,
Ein Schauer ihn durchzückt, und weiter will er suchen
Die Lieblingin zur Nacht, dass sie das Herz ihm heile.

Der er das Taschentuch gebracht, dass er sie so erkennt,
Die fliegt voll Hoffnung und voll Schwindel im Moment
Und ist doch nicht verliebt, aus purer Langeweile.

42
Der Ackerboden brennt, die Ernte überall,
Der Ackermann hält in der Hand die Sense und
Die Magd klagt leise und der Kürbis ist schon prall,
Die Sonne im Zenit, verstummt der Vögelmund.

Der Wunsch nach Flammen und nach Spielen für die Jungen,
Gut ist die Scheune und die Mühle und die Lichtung.
Natur in Freiheit! Sie von Liebeslust durchdrungen!
Sie legt den Schauder ab und schaut in seine Richtung.

Im beißenden Geruch der Bauch fett, fest die Brüste,
O Jungfrau oder Frau, o Hure heißer Lüste,
Brutaler als der Stier ist auf dem Hof des Bauern.

Der Mann verschenkt sich ihr und in der Lust versinkt,
Sie dreht sich um und rasch ergibt sich ihr Instinkt,
Und o Delirium, wo Samenquellen schauern!

43

Die Näherei, das Mahl, die Wäsche, das Geschirr,
Das Schwitzen vor dem Herd, der Hausfrau steter Fleiß,
Dem Bürger sie zu arm, kein Lustobjekt der Gier,
Alltäglich müdes Fleisch, in Achselhöhlen Schweiß.

Sie kann nicht mehr, ihr Leib erschöpft das arme Weib,
Ein Opfertier, das Haar wie bei den Tieren braun,
Wer öffnet ihr den Schuh, braucht sie zum Zeitvertreib?
Wo ist der Liebe Glut im Heim der armen Fraun?

Doch freie Arbeit gibt es, die man gerne macht,
Die Arbeit dauert nicht bis in die tiefe Nacht.
Und schlimmstenfalls muss sie mal wieder ins Verließ.

Ein Schritt im Treppenhaus, o grausige Vision,
Ihr Arbeitgeber hat so einen groben Sohn,
Er riecht noch den Geruch von Wolle und vom Vlies.

44

Erstelle Fieberglut mit nichts als vierzehn Versen,
O zartes, scheues und glückselig-süßes Schlüpfen,
Schenk einen Blumenstrauß, schenk Rosen rot von Herzen,
Rhetorik weise, alt, und junger Auen Hüpfen.

Sieh das Geheimnis an des Herzens und der Aura,
Die Worte lieblich süß, die Liebe wird gefeiert,
Sag, ist sie Helena, sag, ist sie Donna Laura,
Sprich von der Liebe schön, geheimnisvoll verschleiert.
Sie würde lesen nicht wie die schon alles weiß,
Nein liebevoll für dich, intim und heimlich, leis,
Dann wäre dein Sonett ein brüderlicher Kuss.

Dann drückte sie das Blatt an ihren roten Mund,
Sie würde fragen leis, du gäbest Antwort und
Genössest schweigend den Triumph und den Genuss.

45

Wenn ich den falschen Weg genommen habe, sag,
Erinnerst du dich, o Geliebte, an das Städtchen?
Nach Mittag war es, war ein heißer Nachmittag,
Fünf Stunden ging ich mit dem allerschönsten Mädchen.
Das kann es geben nicht, doch ists notwendig so,
Die Seele lebt, wir sehn doch selig das zusammen.
Und de la Rochefoucauld, und de la Rochefaucauld?
Da war ein Ozean von weißen Liebesflammen!

Der grüne Park war so wie die verschlossne Schere
Und mächtig war der Charme der heitern Vögel-Heere,
Und deines Freundes Arm genossest du so froh.

Jetzt wollen wir noch auf den Regenbogen warten.
Im Wesentlichen wars die Lust im Liebesgarten,
Im Wesentlichen Lust und o Fellatio!

46

Die Reisen hatten ihm die Haare dünn gemacht,
Die Glieder waren bleich, es war des Alters Zwang,
Er wollte sich den Wunsch erfüllen in der Nacht,
An jedem Sonntag war er zaghaft, war er bang.

In seinem Schlafrock lag er einmal in dem Bett
Und mit dem heißen Wunsch in seinem Geiste focht er,
Und die Matrone war schon fett und doch noch nett,
Es bot ein fauler Knecht ihm seine junge Tochter.

Das Opfer war bereit, bereit des Mädchens Hand,
Das Opfer wurde nun ein Vorspiel fulminant,
Die Schaukel fehlte nicht, das Buttern nicht, o nein,

Das Früchtchen aber tat den reifen Mann verspotten,
Da er vergeblich sich bemüht, sie zu vergotten,
Ironisch lachte sie: Du sollst mein Bruder sein.

47
Sein Mund war wie ein Quell, vertrocknet und verglühend,
Der Schaum vor seinem Mund natürlich war und matt.
Er feuchtete den Mund und seine Lippen blühend,
Den Durst zu stillen, doch die Seele ward nicht satt.

An einer Stange steil sog die Koralle zart,
Den Nervenkitzel scheu die Schöne absorbiert.
Er widmet sich dem Wunsch, verrückt war seine Art,
Ein Rausch des Augenblicks, die Seele sich verliert.

Gedrückte Stille klagt Minuten in der Helle,
Und unsre Leiber oft ergossen Wasserfälle
In diesen Abgrund, wo die Unschuld ward zum Opfer.

Der Schatten jäh verbannt das Licht, das uns geblendet,
Im gleichen Geist erblüht der Blume Blüte endet,
Der Quell ergoss den Tau, die Quelle strömte tapfer.

48

In diesem leeren Raum gelöscht der Feuerbrand,
Es riecht die stille Luft, dass ich bin ungeborgen,
Gedanken las ich grad von Trance im fernen Land,
Mich trägt der Schönen Brief, er trägt mich an dem Morgen.

Die Grenze ists vom Land, das fern in Raum und Zeit,
Was geben mir die Zeit, der Raum und die Distanz?
Es redet das Papier, es lacht und seufzt und schreit,
Ein Geist im Spiegel spricht, ich denk an ihren Tanz.

Mirakel! Es ist Glut in Asche angefacht,
Bin neugeboren und die Flamme ist erwacht,
Ich seh dich wieder und ich hör dein Wort, dein mildes.

Mein Herz ist mir erfüllt von einem großen Staunen,
Und mich gemahnt dein Brief und des Orakels Raunen
An deiner Stimme Glanz, ans Echo deines Bildes.

49

Nimm diesen Dialog, der weich ist, sanft und glatt,
Papier von erster Wahl, die Blätter weiß wie Schnee,
Die erste Seite ist das schöne Titelblatt,
Delphine spielen um den Anker in der See.

Du schreibe deinen Brief auf altes Pergament
Und hülle ihn in Samt, die Schönheit ist so hold,
Und seine Zeilen schwarz, ein schwarzes Feuer brennt,
Der Rand der Blätter ist verziert mit reinem Gold.
In seiner nüchternen und düstern Kleidung schön,
Venedigs Gondel ich ersehne voll Gestöhn,
So golden und so schwarz, galant und dunkel, edel.

Es ist Venedigs Herr in gnädiger Gewährung,
Verbunden bin ich ihm, doch nicht durch Geld und Währung,
Dies Buch erfreute nur voll Liebe Herz und Schädel.

50

Auf frischem Kissen liegt der Marmor, schön gemeißelt,
Korallen schwinden hin, die Wissenschaft errötet,
Die Freier werden von den Freundinnen gegeißelt,
Doch wer das Wort verhext, wird vom Gericht getötet.

Der alten Männer Geiz, fast den beneidest du,
Ekstasen springen still hinein ins Himmelszelt.
All die Minuten fliehn die Länder immerzu,
Nun, eben wie sie ist, so fürstlich ist die Welt.
Nachts, aber ungeliebt, er liegt in dem Geblüte,
Der Daumen riesig groß und dick in seiner Güte,
Die Augen rollen und der Traum schließt auf die Truhe.

So weit gesegnet in dem Land, der süße Schrei
Der Violinen in der fernen Mongolei,
Und Zärtlichkeit, es schweigt der alte Gott der Ruhe.

51

Ich, Sappho, schaue in den Spiegel, selbst mir gleichend,
Am Abend steh ich schlank und nackt und ich betracht
Flexible Kurven und der Hüften Schwung ausreichend
Und voller Wollust ich liebkos mich in der Nacht.

Und Psyche, blass und blond, ist furchtlos und geweiht
Als eine Göttin in der Aphrodite Tempel.
Und Eros androgyn ist Gott. Die Einsamkeit
Der Liebesgöttin nehm ich selbst mir zum Exempel.

Von toten Blumen in der transparenten Vase
Morbider Duft geht aus,Verzweiflung und Ekstase,
Und meine Sinne glühn, es lodern heiß die Lüste.

Ich blicke doppelt und so lieb ich meine Augen
Und mit dem Mund komm ich, mich selber auszusaugen,
Und vierfach sehe ich die Schönheit weißer Brüste.

52
Mit deiner Hand führst du den schönen Phallus ein
Ins heilige Bordell dort zwischen deinen Schenkeln.
Ich sage, mit dem Papst, dass deine Liebe rein
Mir Freuden schenkt, ich bin an Freuden gleich den Engeln.

Eichhörnchen gleich mein Mund dir lutscht an deiner Brust,
Da ist kein bittres Gift, wie Milch der Mutter hold,
Die Scheide und das Glied sind Mann und Weib voll Lust,
Die Schleuse öffnet sich, der Samen strömt wie Gold.

O Hure liebevoll, ich schlag auf deinen Po,
O honigsüße Frucht, Geheimnispforte, oh,
Die Mutter Erde rund, an Demut reich der Sex,

Und jeden Monat zeigt die Mondin deinen Po,
Dein Auge überquillt, du schwebst gen Himmel froh,
Vom Sternenhimmel sinkt herab des Lichts Reflex.

53

Der Sommer neigt sich jetzt, die Erde wird jetzt kahl,
Das Licht vergoldet noch den Horizont mit Flammen,
Die Ebne streckt sich still, und rot des Himmels Strahl,
Ein Blick wie auf ein Bild, wie alles stimmt zusammen.

Und feierlich der Tag versinkt und ist begeistert,
Die Bauern hören schon die abendlichen Glocken.
Ich bin umarmt, besiegt, von Liebe schön bemeistert,
Enthalte mich des Weins und bin zutiefst erschrocken.

Die menschliche Natur, o sanfte Marterzeugen,
Wenn Arbeit uns nicht schwächt, die Wünsche noch nicht schweigen,
Das Schicksal wollte das, nimm an du dein Geschick!

Den Bösen haben wir verflucht und Satans Kuss!
Allabendlich wir flehn und singen Angelus!
Weihwasser überströmt das Haupt mit wehem Glück.

54

In ihrem Boudoir, da schwebt ein roter Falter,
In ihrem Wäschekorb, da liegt die rote Seide.
Harmonium ertönt, das Lied ertönt zum Psalter,
Da blättert um der Mönch, dass er am Buch sich weide.

Die Möbel alle sind aus nacktem Rosenholz,
Vorm trüben Fensterglas die Rotbrust lustig hüpft.
Des Tages mattes Rot ein Hemdchen und was solls?
Dem Spitzenhöschen ist errötend sie entschlüpft.
Der Mönch ist beinah schön, kein Pfarrer will ihn leiten,
Er blättert immer um und liest zerstreut die Seiten,
Die Liebe erst beginnt, wenn schließt des Tages Prosa.

Es gingen Frau und Mönch, die tausend Dinge glühten,
Die Rose auf dem Bett, Gemälde roter Blüten,
Und Eros' Rosen rot in Himmelswolken rosa.

55

Ein Heidentempel stand im Lande Attika,
Gebildet du in ihm, du treue Seelengattin,
Wie dich mein Traum geschaut, wie mein Genie dich sah,
Dein Körper ist der Leib antiker Liebesgöttin!

Der harte Marmor ists und deine weiche Demut,
Die ohne Feuer mich verbrennt in stiller Größe
Und eifernd mich verlässt, ich bleib zurück in Wehmut,
Der ich liebkoste doch so zärtlich deine Blöße.

O Primavera du, ich möchte mit dir schlafen,
Du Jungfrau, Marmorbild, Hetäre in dem Hafen,
Geschmückt dein Unterbauch mit feinsten Härchen, Braut!
Die schönen Tempel sind gebaut für deine Küsse,
Und reifer Weizen, Stroh, verrückte Zaubernüsse,
Und Vögel haben sich ihr Nest in dir gebaut.

56

Der Morgensonne Licht hervor zieht rundes Gold,
Die Falten aus Satin, Narzissen aus dem Dunkeln,
Es leuchtet in dem Haar des müden Mädchens hold
Und unterstreicht den Glanz, der Diamanten Funkeln.

Sie tut die Augen auf, ans Chaosbett sich schmiegend,
Im Bett gekentert und umarmt die ganze Nacht.
Nun froh, allein zu sein, doch auf dem Rücken liegend,
Sie spricht von ihrem Traum, spricht zu des Bettes Pracht.

Die Brüste wiegen sich, die Hände zärtlich schlingern,
Brustwarzen sie umspielt mit den geschickten Fingern,
Sieht friedlichen Genuss vor sich und ohne Eile

Genießt sie wundervoll die Wonne wie ein Engel
Und streckt die Arme aus und spreizt die straffen Schenkel,
Stürzt ohne Kunden ab, in großer Langeweile.

57
Dort unterm braunen Vlies gezogen lieblich lind
An Bauches Basis ein obszöner Sieg sehr niedlich,
Der Venus Hügel dort und vorne dort ein Kind,
Französisch weiß das Weib, wie glänzt sie froh und friedlich.

Ich kann es sehen kaum, berühren mit der Hand,
Das Fruchtfleisch weich, gesenkt die Augenlider keusch,
Und all mein Denken fromm bis an der Weisheit Rand,
Und heilig wird mein Herz und selig wird mein Fleisch.

Sei überrascht nicht, mich behindert meine Demut,
Trüb ist der Fischfang nur, ich liege still in Wehmut,
Ich fürchte, was ich will, die tollen Liebesfeste!

Wie du die Schenkel spreizt, dies gleich mein Geist erkennt,
Das ist der Venus Berg, der Ehe Sakrament,
Tannhäuser griff sich so die saftig langen Äste.

58

Gebettet in die Glut, der Nymphen heitern Scherz,
Des Fleisches Stempel dies der schmerzensreichen Lilien,
Der Frauenscham Korall, der dunklen Liebe Herz,
Heiß vom Erinnern an vergangene Vigilien.

Das Feminine stöhnt und fokussiert vibriert,
Dies ist der Furche Quell in Fingern des Gebärens,
Das Zentrum immerdar, der Wunsch dort konvergiert,
Das Paradies, der Krampf des schmachtenden Verzehrens.

Sie flüstert leise und ich lausche ihrem Schweigen,
Bei ihrem Schüttelfrost die Brüste schwer sich neigen,
Ein Rhythmus setzt in Brand des Körpers tiefen Riss.

Wie Götterbilder schön verzieren die Juwele,
O schwarzes Blut, steh auf vor roter Lippen Seele:
Gegrüßet seiest du, o Göttin Klitoris!

ZWEITER TEIL

DIE JUNGFRAU

Die Lieblingin verfolgst du. Doch ihr schwarzes Haar
Ist für der Venus Joch noch nicht bereitet gar.
Sie ist ja noch ein Kind und floh vor dem Betören
Und rein und unschuldsvoll will sie dich nicht erhören.
Dein neugebornes Kalb ist auf der Weide grau
Und sucht den Schatten sich auf der erhitzten Au.
Gibt Antwort nicht dem Wort des Bräutigams mit Brüllen
Und mischt sich mit dem Spiel der andern jungen Füllen.
Unreife Reben, die noch ziemlich sauer sind,
Versuche, das voll Angst und voll Begier, das Kind.
Im kommenden, im Herbst die schönen Blumenmeere
Sie werden reif und süß und dienen zum Liköre.
Du wirst bald sehen dein Liebkosen sehr lasziv,
Dann küsst du ihren Kopf, dann senkt den Kopf sie tief.
Erwarte das. Mit Nacht sind nicht gekrönt die Ohren,
Es hat der Maulbeerbaum blutroten Saft geboren.
Die Blume ist nicht wild, durchbohrt die Tunika,
Dem jungen Vöglein sind noch keine Federn da.
Das hinderte die Zeit, sie kommt nicht zu den Linden,
Doch wer die Lust verschmäht, der kann die Wonne finden.
Sind aufgegangen grad die Orchideen weiß,
Verheißungen der Herbst erfüllt genau, ich weiß,
Die Frucht ist reif, bewahrt die Süßigkeit mit Frohheit,
Wie reife Früchte auch genau in ihrer Rohheit.
Des Vögleins Federn weich die jungen Flügel sind,
Im Laub die Knospen sind wie Funken in dem Wind.
Die Jungfrau rosig hält die Jungen im Gefängnis,
Die eifersüchtig doch durchbrechen die Bedrängnis.
Verängstigt und verwirrt, vergießt sie Tränentau,
Die Mutter tröstet sie, die Angst der jungen Frau.
Und Hymen lächelte, als er gesehn die Brüste,
Die füllen bald die Hand mit weißer Milch der Lüste.
Die Quitten dufteten und waren bunt im Lenz,
Ein weiches Vlies intakt, der Jungfrau Evidenz,
Granaten offen halb und offen ihre Miene,
Und sichtbar die Brillanz der rosigen Rubine,
Kastanienfrüchte auch, gefährlich sonst für mich,
Die Schale brechen auf und selig spalten sich.

DIE NYMPHE

Die Nymphe, die er liebt, sagt Halt mit scheuem Sinn,
Auf eine Rasenbank zieht er sie zärtlich hin.
Sie setzt sich hin. Er kommt, ist schüchtern und ist offen,
Bewegt sich etwas stolz, mit Freude und mit Hoffen.
Und nach dem Zufall nun der Nymphe Hände gehn,
Sind an der weißen Stirn, im schwarzen Haar zu sehn,
Die Löckchen kräuseln sich. Sie fasst die Brust, die volle,
Des Mannes zärtlich und liebkost die weiche Wolle.
O schöner Knabe, sagt sie, eben wächst dein Bart,
Du bist so jung und schön, mir nahe, jung und zart.
Komm, lieber Freund, und setz auf meinem Schoß dich nieder,
Wie alt bist du, mein Sohn? Wie schlank sind deine Glieder!
In dem Gymnasium gewannest du den Streit?
Und deine Freunde sind in junger Herrlichkeit,
Glückselig du! Und mit den Armen drückt sie nieder
Des Manns Oliven und sank hin auf seine Glieder.
Du senkst die Augen blau? O bei dem Gott der Welt!
Gebildet bist du schön, dein schlanker Leib gefällt!
Bei Venus! Deine Brust steigt zitternd bei dem Worte,
Komm, Knabe, leg die Hand an diese Himmelspforte!
Die runden Brüste mein, sie steigen höher stark,
Doch das ists nicht allein (O wisse! Schon im Park
Die Nymphe fallen ließ den letzten Schleier seiden!)
Auch andre Dinge noch uns beide unterscheiden.
Du lächelst? Du wirst rot? Brillant das Wangenpaar!
Dein Mund ist rosig und wie reines Gold dein Haar!
So liebte Hyazinth einst Phoebus, und so steht es
Geschrieben auch von Zeus und seinem Ganymedes.
So war Adonis auch, der schönen Venus Traum,
Den Myrrha einst gebar aus einem grünen Baum.
Wer immer du auch bist, wie schön sind deine Augen!
Komm, Bursche, fick mich! Ich will dir den Saft aussaugen!
Nur dich will ich allein, ich will nur dich allein,
Denn lieben will ich und geliebt von Herzen sein.

DIE SCHWESTER

Er ist zu achten nicht, der mir Geliebter sei,
Der ein Geliebter war der Schwester mein im Mai,
Als ich den Tag verbracht in Mutters Heiligtume
Und gute Hirten mir gebracht so manche Blume,
Ich weiß, sie schauen mich mit meiner Schwester an,
Sie ist die Attraktion, der Schönheit Zauberbann.
Zur Schwester sagen sie: Du bist der Schönheit Bildnis!
Was lebte ich erst nur zwölf Jahre in der Wildnis?
Kein Freier schmeckt mir gut mit seinem süßen Lied,
Sagt keiner, dass er stirbt, wenn meine Huld ihn flieht.
Geduld! Es kommt die Zeit, da Liebe wird mich lohnen,
Ich weiß, es sieht der Mann allein die Attraktionen,
Ein schmales Angesicht und langer Haare Gold,
Im Mund die Perlenschnur, ein Lächeln zärtlich hold,
Die Augen licht und blau und lange feine Wimpern,
Der Augen Leuchten und der Wimpern zartes Klimpern.

DER BRIEF DER FERNEN GELIEBTEN

O Kraft, die seine Hand ans Herz zog unverzagt!
O Name! Kuss um Kuss! Die Bangnis ward verjagt!
Der lange Weg und die Erfahrung meiner Triebe,
Ich hatte Angst, doch dann der Brief von unsrer Liebe,
Erinnerung, all das sind Freunde in der Welt,
So sag die Wahrheit nur! Ich bin bei dir im Feld,
Wo die Ardeche durch die Provence hin strömt mit Wallen,
Stets wachsend und stets klar der schöne Strom kristallen.
Dein Brief verspricht, dass hier das schöne Ufer blüht,
Wo Laub verdeckt die Glut, mit der die Sonne glüht.
Und deines Namens Vers, nach Haus dich zu geleiten,
Umarmungen und Lust und Trank und Süßigkeiten.
Von Sorgen bin ich wie von Feuern sehr geplagt,
Doch die Geliebte kehrt zur Ruhe unverzagt.
Fern von der Lieblingin bin müde ich des Scherzens
Und singe still mein Lied vom Mühen ihres Herzens.
O Frau, wo du nicht bist, ist auch die Muse nicht,
Im Hain von Helikon kein Geist zum Dichter spricht,
Und meine Hand vergisst das Saitenspiel der Leier,
Ich werde ignoriert vom Gott und seinem Feuer.
Die sieht zwar niedlich aus, wie dieser schöne Ort,
Des Himmels Freund mein Vers und Gottes Freund mein Wort,
Doch meine Sinne ruhn und still ist meine Seele.
Der Magna Mater schenk ich Perlen und Juwele.
Die Farben haben mir erzeugt den schönsten Traum,
Doch Langeweile still herrscht unterm Lebensbaum.
O du bist attraktiv, dein Reiz nicht auszusagen,
Jedoch das Leben floh vor mir im schnellen Wagen.
Ich Wanderer, ich frag mein Liebchen voll Gefühl
In diesen Grotten, hier wir fanden ein Asyl,
In diesen Mauern ich vertraure meine Leiden.
Nie nur von mir bewohnt, du wolltest dich verkleiden,
Wo meine Harfe schwieg in der Gewölbe Klang,
Von deiner Stimme voll, die in die Grotte drang.
Erinnerung und Schmerz an meiner Seele saugen
Und hoch auf dem Gewölk verdämmern deine Augen.
Doch Schreien bitter ist für solche schöne Huld,
Vor dir zu weinen ist mein süßer Minnekult,
Zu sehen auch, wie du liebkost mir meine Schmerzen,
Die Tränen trocknet ab die Hand, das Blut vom Herzen.
Du solltest schimpfen: Schwör, daß sie dich lieb hat! Fick
Dich selber! Schreie laut und weine laut vor Glück!
Wie sehr sind wir gespannt, dich wieder bald zu sehen!
Du Herzensherrscherin mit deinen süßen Wehen!
Siehst deine Tage du, von Schönheit voll und Krieg,
Und zählst du jeden Schritt als einen neuen Sieg?
Was ist mein Unglück, wenn beim ausgelassnen Feste
Verklagen dich des Glücks der Heiterkeit die Gäste?
Und deine Seele sie zum Schweigen bringen so,
Die besser wäre wohl gewesen anderswo.
O Götter! Seht ihr nicht? Die Ratten fressen Krumen!
Seht ihr die Schönheit nicht der vielgeliebten Blumen?
Nicht auf Eroberung du stütze deine Brust,
Auf dass du Urlaub kriegst und neue Liebeslust,
Und dass du lächelst nachts, sitzt du im Baume droben,
Dass du dort Schmeichelein von Stimmen dürftest loben,
Wie Jugend gottlos oft, nichts Neues unterm Mond,
Und wie der Himmel nie die Schönheit mild verschont?
Unsichtbar, unbekannt, ihr Götter! Warum gehen
Wir nicht im Schleier, um fern eure Spur zu sehen?
Ich kann dein Sklave sein, voll Eifer liebevoll,
Ich trag des Glaubens Kleid, wie mir das Wort erscholl.
Was, weiter weg von mir, wie wolltest du mich pflegen?
Bedürfnis, Auftrag, Werk, Gedanken voller Segen!
Und wenn die Felsen fest von Bitternissen hart
Beleidigt haben dir die schwachen Füße zart,
Dann ist mein Arm nicht da, dich langsam fest zu drücken,
Die Last ist schwer, doch süß dem Freier ist das Ficken!
Das ist nicht so, das man das auf sich nehmen kann,
Nicht fern vom Lustobjekt glückselig lebt der Mann.
Geliebte, früher tat ich hitzig um dich werben
Und lieber, als dich zu verlieren, wollt ich sterben!
Und dann ein schöner Ton in deinem Briefe fragt,
Was ich denn von dir will? Es werde dir gesagt.
Was ich begehre? Du willst wissen meine Meinung?
Ich will dich Tag und Nacht! Doch du in der Erscheinung
Willst langsam lieben nur, ach dass ich bin beseelt
Von Liebe Tag und Nacht! (Wie doch mein Herz mich quält!)
So in dem Schoß der Nacht denk dich in meine Nähe,
Fließ über und mir in die tiefste Seele sehe!
Und kehrst du heim vom Fest, oh Götter, in dem Bett,
Wenn dies Papier sich naht sanft deinen Lippen nett!
In Seide leicht verhüllt, wenn deine weichen Hände
Geruhen sanften Drucks auf deiner süßen Lende!
Ja, Eros flog herbei und sagte ohne Spott:
In meines Dichters Geist und Seele atmet Gott!
Dein Herz ein hohe Gut mir gestern wie auch morgen,
Geliebte, mögen nur entweichen alle Sorgen.
In meinen Adern still und ruhig Blut mir fließt
Und mir wie Honigmilch das Innere versüßt.
Und meine Seele ist daheim im heitern Himmel!
Geliebte, bist du fern im weltlichen Gewimmel,
Wie deine Seele in dem Eichenschatten schlief,
Und überprüftest du noch einmal deinen Brief,
Mein schöner Liebling weint in Trauer immerzu!
Die Zeilen las ich still, in tiefer Seelenruh,
Ich möchte deinen Brief an meine Lippen drücken.
Ich denke dich mir nackt.. O Frau, ich will dich ficken!

WIE SIE MIT EINEM ANDERN GEVÖGELT HATTE

Was sehe ich? Ah weh! Die Pforte ist verschlossen!
Hat die geheime Tür sie selber mir geschlossen?
Geliebte, offen bin ich dir! Doch kommst du nicht.
Gott, ist sie nicht allein? Die Stimme flüsternd spricht,
Der Freundin Stimme ists. Sie reden eine Weile.
Ich zittere vor Angst, ich beb in heißer Eile.
Was soll das? Öffne mir! Warum Verzögerung verstockt?
Was soll dem Sterbenden die Haarflut reich gelockt?
Warum denn diese Angst und diese süßen Wehen?
Warum willst du allein die Freundin bei dir sehen?
Mir schien, ich hörte zwei Geheimnisse gehaucht,
Geflüstert, nicht im Sturm, mein Ohr in Stille taucht,
Doch was errötest du, erblasstest unterm Schleier?
O Himmel, sie entfloh! Da war ein zweiter Freier!
O Götter! Ein Betrug! Doch hab ich sie gehabt!
O Freundin, öffne mir, dass sich mein Herz erlabt,
Lass reden mich mit dir, die Pforte stehe offen,
Vergeblich und umsonst ist meiner Liebe Hoffen!
Vertrauter war ich doch der Liebsten liebeviel,
Schuf in der Freizeit ein gelehrtes Werk subtil,
Ein Sprachwerk tief gelehrt, ich übergab es allen,
Doch das, was ich gesehn, das hat mir nicht gefallen.
O Götter, das Geschlecht der Frau, vom falschem Geist,
Was hat sie nicht versucht, teils schüchtern und teils dreist,
So mühte sie sich ab, mich weiter zu betrügen,
In meinen offnen Arm sich zärtlich einzuschmiegen,
Und so erschoss sie mich! Die Stimme wie gehaucht,
Die Augen offen und in Tränen eingetaucht,
Wild ihr zerzaustes Haar trug Chaos noch der Lüste,
Ihr Atem hastig noch, zerbissen ihre Brüste!
Liebkosungen voll Glut aus ihres Herzens Grund,
Liebkosungen, und ich liebkoste ihren Mund.
Ich hab gesehen! Ach, ich sah die Nacht der Sünde!
Sie floh vor mir wie rein, und ohne weitre Gründe,
Und ich versprach zum Trost mir selber einen Traum
Von Liebe, Lust und Glück im schönsten Himmelsraum.

ICH LIEBE SIE NICHT MEHR

Ich liebe sie! Jedoch ein Anderer besitzt sie!
Doch man gewöhnt sich an den Bösen, der benützt sie.
Da hilft nicht Medizin, da hilft der Mohn nicht sehr,
Umsonst die Launen sind, ich will nicht leiden mehr.
Ich wein die Elegie, die Elegie des Lebens,
Geh, Nutzen, geh nur weg, die Kunst ist auch vergebens!
Lässt du den Lorbeer mir? Kannst du entkommen, Frau?
Die Unterstützung wollt ich gerne haben, schau,
Geht, Musen, wenn man nicht mehr helfen kann mit Gaben,
Wir streicheln uns nicht mehr, so wie wirs gerne haben,
Verheißungen sind stets auf kussbereitem Mund,
Erinnerungen an die frommen Feinde und
Projekte, Hoffnungen, Geduld, was sie erlaubte,
Wir gingen bis zur See. Die Stadt, die uns beraubte,
War fern, und friedlich war die Stille, voll Gefühl.
Und erst im Himmelreich steht offen das Asyl!...
Und dort wird dein Gemüt mich innig glühend lieben!...
Den eitlen Luxus flieh, bis nichts mehr uns geblieben,
Und ohne Zeugen lass ich es geheimnisvoll,
Ein Auge tödlich und ein Blick begierdevoll,
So wirst du nicht erkannt und dein Geheimnis blühend.
Ich lebe nur für dich, mein Geist und Sinn ist glühend,
Es werde mir dein Wunsch und Denken offenbar,
Und so bin ich Spion. Und mich umschlingt ihr Haar
Des Hauptes in der Nacht, das Haar geknüpft zum Knoten,
Und nackt steht sie vor mir bis auf den Slip, den roten.
In meiner Hand der Stift häuft Worte jeden Tag
Und mach glückselig auch dich meine Liebe? Sag!
Zerstöre du mein Buch an jedes Tages Abend!
Dein Tisch durch meine Hand ist reich an Brot erlabend
Und reines Wasser wird dir zu Ambrosia
Und ich bin überall zu allen Tagen da
Und bin dein treuer Knecht und stets bereiter Freier,
Der Wind umsonst zog fort in seinem Wolkenschleier!
Wenn Hoffnung schmeichelte den großen Wünschen dein,
So hast verzichtet du, geseufzt in stiller Pein.
Wie oft hab ich gesagt: Sei nicht so wankelmütig!
Liebhaberinnen mag ich nicht, die so kaltblütig!
Lass lieber ächzen mich vom heißen Blut des Schwerts,
Zerreiße mit der Glut die Lenden mir, das Herz!
O Schande! Auf das Knie ich stütze mich mit Stöhnen,
Benetze deinen Fuß mit Küssen und mit Tränen,
Ich bet dich an! Und so beruhige dein Leid,
Und mir zur Ruhe kam dein treuer Liebeseid.
Beleidigt dich mein Schmerz und kannst die Angst du spüren?
Doch du bist nicht gesinnt, der Flamme Glut zu schüren.
Ein Zepter geb ich dir, wenn du beim Glauben schwörst!
Und willst du nicht das Glück, dass du zu mir gehörst?
Bei dem Diskurs du wärst voll Glauben, und ich dächte,
Der Glanz der Sonne scheint in meine dunklen Nächte.
Sie weinte leis sogar wie an der Freundin Grab,
Ich eilte, mit dem Tuch wischt ich die Tränen ab,
Ich trocknete den Tau der Tränen mit dem Tüpfer
Und in dem Kleiderschrank ich küsste ihre Schlüpfer!
Ich Tor! Ich werde rot und tausendmal darob!
Und meine Leier singt zehn Jahre schon ihr Lob.
Ist alles nun im Meer begraben und im Schweigen,
Um meinen Unverstand und Wahnsinn zu bezeugen!
Die gleiche Leier doch sich voll des Zornes rächt,
Doch denk ich nicht mehr an Verrat, und ach, ich dächt,
Zu seufzen kann ich doch nicht länger unterlassen,
Ich also hasse dich, das Lieben wird zum Hassen!
Ich hasse dich, ich hass dich tausend Tode schwer!
Genug, genug! Du weißt: Ich liebe dich nicht mehr!

DER WEINGOTT

O bleib, o bleib bei uns, o Herr des guten Weins,
O Bacchus, gnade uns, du, dessen Meer des Seins
Gießt uns Vergessen ein, dich ehren unsre Leiden,
Vor dem geflohen ist der Eros tief bescheiden
Und ist verdampft! Wie der Kristall, der schnelle Blitz
Dein Geist weht guten Duft von deinem Himmelssitz.
Nichts ist doch seliger als Ruhe süßen Todes!
Wer, liebe Freunde ihr, voll des geweihten Brotes,
Das Leben fließen lässt beim Plaudern und Bankett,
Der braucht zu denken nie! Frau Torheit liegt im Bett!
Die leere Seele nur, die Seele voller Trauer
Ist ruhelos und kennt nicht frohen Freudenschauer!
Ich weiß es nicht genau, ich aber höre, ich,
Dein Geist ist überall und voller Reiz für mich.
Dein Name wandert mir ins Ohr mit süßem Triebe,
Der Wein ist mir das Licht, das weckt die heiße Liebe!
In Zyperns Götterhain, der Venus fromm geweiht,
Dem Bacchus reift der Wein in seiner Heiligkeit.
Ich habe Angst, das Hass und Rache wird mein Meister,
Denn alle Götter sind vielleicht nur böse Geister?
Doch ich erinnre mich, wenn Wein verwendet ward,
Belebt der Weingott uns das Fest auf heitre Art.
Ich eilte, mit dem Mund am Kelche fromm zu nippen,
Den vollen Becher an vom Durst geplagte Lippen,
Der Liebe Nektar dies, der Knecht, der Gottessohn,
Und neu entflammte er der Leidenschaft Passion!
Ich fass sie mit der Hand, da der Verkehr uns kitzelt,
Und ich zerzaus ihr Haar, und ihre Spottlust witzelt,
Sie lacht, und darauf ich, trotz ihrer Eifersucht,
Ich kam an ihren Mund, hab einen Kuss versucht.
Ich sorg mich um den Trick, ich hab die Brust gesichtet,
Die Spitzen ihrer Brust vor Freude aufgerichtet,
Von Wollust süß erregt die Spitze ihrer Brust,
So spiele ich mein Lied zur Lyra süßer Lust,
Auf dieser Brust die Hand die Harfe spielt, ihr Musen,
Ich folgte meiner Hand auf ihrem vollen Busen.

DIE LAMPE SPRICHT

O Nacht! Ich schwor dereinst dem Sünder voller Triebe
Mit meinem vollen Mund die ewig schöne Liebe,
Und dir geschworen ist der Treue-Eid, genau,
Der Sünder, undankbar, liebt eine andre Frau.
Sie heiß zu lieben, schwört er laut bei allen Riesen
Und schon wird ihm von mir der Meineid nachgewiesen.
Dein Licht, Nacht, liebt die Lust, der Stern die Liebe mag,
Auf Marmor hier gestellt, ich leuchte bis zum Tag.
Dein Kerker in dem Glas das Opferfest erleuchtet,
Bezeuge, wie er sein Versprechen angefeuchtet.
Unsicher war verliebt er in die Frau, verdarb,
Verbraucht ward er und ward benutzt und er verstarb.
So ist der Liebesschwur des vielgeliebten Mundes
In lauter Rauch verweht, im Rauch des Untergrundes.
Doch neben seinem Bett hab ich das Licht entfacht,
Zu leuchten unserm Spiel der Liebe in der Nacht.
Verlösche nicht, o Licht, beim Anblick des Verbrechens!
Strahl der Rivalin nicht, dem Brechen des Versprechens!
Dem Ungetreuen gib die Lüge offenbar,
Der einer andern ist, was einst für mich er war.
Nun andre Augen sehn dich, in der Nacht sich spreizend,
Wie trügerisch ist er, und sie wie nackt und reizend!
Unglücklicher Poet! Beschuldigst etwa mich?
Ich hab doch stets getan, was irgend konnte ich.
Doch meine Augen trotz der Sünde weiter leuchten,
Die Eifersucht will mir die heißen Lippen feuchten.
Noch gestern war sie schwach und schien sich zu bemühn,
Probleme hast du nun und deine Füße glühn.
Der Tag entflohen war, ich glänzte und ich klagte
Und dir mein Ja-Wort treu im tiefen Dunkel sagte!
Von seinem Körper kam nur schwache Mattigkeit,
Aus einem langen Schlaf kam keusche Köstlichkeit.
Du küsstest sie, du gingst, du sahst sie eingeschlafen.
Der Freund ging durch die Tür, die Hure schlief im Hafen.
Die Tür geht auf und es erscheint ein schwarzer Schopf,
Ich sah zum ersten Mal der Freundin kleinen Kopf.
Mit Zitterstimme sprach sie voller Gunst und Hulden:
Nein, geh, mein Freund, nein, geh, ich bin so voller Schulden!
Sie sprachs und streckte doch die Arme in das Licht.
Der Mann, zu Seiten ihr, zu gehn vermochte nicht.
Ich sah den Mundverein, der Lippen blaue Astern,
Ich sah die Flanken glühn gleich weißen Alabastern,
Sah Ebenholz und Pink, Korallen und Azur,
Bevor er schließlich ging, er zeigte mir Natur,
Die Nacktheit schön und schmuck, so recht gemacht zum Küssen,
So flog er in der Nacht und auf dem weichen Kissen
Die Küsse weckten auf des Lebens Lustigkeit.
Da prahlte stolz die Frau in Selbstgefälligkeit.
Die Frau sah auf und sprach ein Wort, zum Fluch es nützend,
Der Gott der Liebe, dacht ich, hilft, mich unterstützend.
Ich frug den Gott, er gibt heut alles voller Huld
Und Tränen um den Mann, den Sünder voller Schuld.
Undankbar wäre ich, den Frevler noch zu lieben,
Die ich bei seinem Kiel im Wasser bin getrieben.
Und Reue, Schreckens wars, was einzig ich vermocht,
Ich machte großen Lärm um einen kleinen Docht.
Zu tausend Blitzen grell die Flamme konnte taugen.
Da zitterte die Frau, sie wandt zu mir die Augen:
O Götter! wie vorm Tod ihr Stimmchen sterbend summt,
Ist meinem Murmeln denn der Götter Huld verstummt?
Auf meinem Konto steht die Schuld, bei diesem Zeugen!
Sie eilt davon, und er umarmt sie noch im Schweigen,
Hielt sie zurück und sprach: Lösch nicht die Lampe aus!
Ich glüh nicht mehr, ich brenn nicht mehr in Saus und Braus!
Und du glüh auch nicht mehr, verlösche, schöne Närrin! -
Ich rat dem Manne: Lieb doch eine andre Herrin!
Die Liebe atme aus und sei ein guter Hirt!
Zeit ists, dass nun mein Licht mir ausgeblasen wird.

DIE NYMPHOMANIN
Ich weiß, am Mittag ist dein Wunsch der kühle Schatten,
Gehst du auf Zehen auf dem Felsen, auf dem glatten,
Dann unter Kresse und den nassen Kieseln schräg
Die Nymphomanin geht allein den stillen Weg.
Beobachtet hab ich hier in den freien Stunden
Die Nymphomanin nackt und hab sie schön gefunden.
Auf einer Gartenbank lag lässig sie im Schlaf,
Das Wasser murmelte, als ich die Schöne traf.
Sie ließ den schönen Kopf, den schilfbekränzten, hängen.
Die Nymphe preis ich mit erotischen Gesängen.

BLUMIGE LIEBE

Ist es unmöglich dir, mit deinem Augenstrahl
Zu sprechen, reden wir, siehst du, das Herz genial
Gibt jedem Stimme, wer auch stumm ist wie ein Gletscher.
Dein süßes Denken ist der liebliche Dolmetscher.
Wunsch, Angst, Liebkosung, Eid und Kränkung, Tränentau
Sind deine Gaben, Schrift der schönen Blume blau.
Mit Tulpenflammen brennt der Richter wie ein Schauer,
Unsterblich Amaranth bescheinigt deine Dauer,
Die schöne Orchidee, die Lilie liebt Genuss,
Die rote Rose seufzt, die Rose ist ein Kuss.
Sultanin, jeder Tag ist glücklich wie ein Heros,
In deines Briefes Bett ist das Bukett des Eros!
Mit Seufzern schmückest du den Busen wunderbar,
Und Liebesflüstern hüllst du in dein schwarzes Haar.

DIE BLUMENKÖNIGIN VON FONTAINEBLEAU

Die Blumenkönigin macht Freiern Körbe fruchtbar,
Die Blumen sind ihr Spiel, nicht nutzlos, sondern furchtbar.
Den Freier rächen oft die Blumen voller Wut,
Wenn er beleidigt ist, dann glüht des Zornes Glut.
Er setzt den Spieltrieb ein, er hält, er drückt penibel,
Mit Widerspenstigkeit die Flanken sind flexibel,
Auf Balken heimlich sind die Trauben dargebracht,
Er wird bestraft, denn schuld ist seiner Güte Macht,
Er wird bestraft sehr streng, geschlagen mit der Blüte,
Weil er so herzlich war, von göttergleicher Güte.
Die Stille brüllt gemein, der Lehrer ist sehr gut,
Es brüllt die Klage laut, die Mimik heißer Wut,
Man ignoriert den Schrei, den Kampf und die Bewegung,
Die Peitsche und den Dolch, die heftige Erregung.
Oft gibt es einen Streik, bedrohlich ists und bös,
Dann öffnet er den Mund, dass Gnade ihn erlös.
So vor Adonis lag Frau Venus auf dem Boden,
Sah seiner Füße Spur, die Röschen auch, die roten.
O solche Liebe, süß verspielt, charmanter Traum,
Und Mutteraugen warm, am grünen Ufersaum
Gott Eros streichelte der Psyche straffe Lenden,
Schnürsenkel hielt sie in den makellosen Händen.
O Fontainebleau! Statt Gott die Rose ward geborn,
(Ich glaub, die Seele ruht, erlöst von Gottes Zorn),
Ich werde schauen auf zu dir und zu der Flora,
Zum Himmel schaue ich, zur glänzenden Aurora
(Und meine Göttin folgt mir nach sehr angenehm),
Auf meinem Bette ich dein Lieben zu mir nehm,
Bescheidenheit und Reiz und zart fragiles Wesen,
Wie Alabaster weiß, wie Marmor auserlesen,
Mit Glut verwechselbar, des Veilchens Demut gleich,
Und deine Mutterbrust an Milch des Trostes reich!

HEIMKEHR

Wie schön die Heimkehr ist zur kalten Jahreszeit,
Der vor dem Frühling kommt nach Haus und kommt von weit,
Dann im Vorübergehn du eilst, um ihn zu schauen,
Zerzaust das schwarze Haar im Angesicht der Frauen.
Sein Ohr hat nicht erkannt der Stimme süßen Charme,
Er fliegt und weint und fällt in deinen offnen Arm.
Du unterstützt ihn, kaum kannst du den Atem saugen,
Bei dir zuhause du beschaust ihn mit den Augen.
Viel fragst du und du senkst die Stimme wie ein Wurm,
Ein Vorwurf und ein Kuss, dann heißer Liebessturm!
Der Tisch ist schnell gedeckt, getrunken um die Wette,
Der Wonne Blick vergisst die herrlichen Bankette,
Das Mahl auf dem Tablett, in Frieden fütterst du,
Betrachtest ihn voll Lust, sein Gutsein voller Ruh.
Sein Mund ist stumm, jedoch sein Herz wie eine Amme
Spricht zärtlich, bald umarmt dich seine heiße Flamme,
Führt dich zum weißen Bett, dort bettest du dich leicht.
Du fragst voll Eifersucht, wem deine Schönheit gleicht,
Ob eine Menge Spaß er hatte bei der Messe?
Und ob er fern von dir wohl jemals dich vergesse?

DER SÜSZE KNABE

O Knabe, Knabe! Du errötest vor mir fast?
Doch sieh mein Angesicht, es ist für dich verblasst.
Ach deine Jungfraunstirn, die Gnade immer linder,
Komm! Es gibt noch ein Spiel, nicht nur das Spiel der Kinder.
O Knabe, wisse, dass mein Herz voll Zärtlichkeit
Kann nie vergessen dein Gesicht voll Süßigkeit!
O schöner Knabe, auf der Stirn die Wonne nüchtern,
Vergnügen auf der Stirn, der Blick wie Jungfraun schüchtern,
Die Brust so weiß, dein Kleid sich um die Glieder dehnt,
Doch ignorierst du, dass man sich nach Liebe sehnt.
Komm, lerne dies von mir, ich lehr dich ohne Fehle,
In meine Hände leg nur deine zarte Seele.
Mein Unterricht sei nicht so scheu wie du. Wir dachten,
Voll Sehnsucht seufzen wir, nach süßer Liebe schmachten!
Die Ruhe findet er und spielt nun ohne Spott
Und ich werd schamhaft rot und küsse meinen Gott.

KNIDIA

Es war Paxiteles und seine Künstlerhand,
Der dieses Marmorbild der Venus schön erfand
Für den Rivalen von Anchises und von Paris,
Der liebte dieses Bild der nackten Göttin Charis!
Er wusste, dieses Bild steht in dem Tempel hohl,
Da blieb er eine Nacht ganz nah bei dem Idol.
O welche schöne Zeit, zu schaun mit heißem Triebe,
Verfolgt von böser Wut der unerfüllten Liebe!
Er ist im Tempel stets und betet mit Gestöhn
Und schmeichelt ihr und sagt, sie sei so wunderschön!
Er ruft den Namen an, der Gottheit warm zu danken,
Er pilgert immer zu den Brüsten und den Flanken.
Dann wieder voller Furcht, voll Ärger mannigfalt,
Er nennt das Mamorbild versteinert, hart und kalt,
Sagt, sie sei hart wie Stein und frei von süßen Charmen.
Doch sie verzeiht ihm! Er hält sie in seinen Armen:
Komm, fick mich, sagt er und die Lippen spitzt er leis,
Komm, fick mich mit dem Mund und schmelz das lange Eis!

DIE LÜGNERIN

Nein, lass mich! Dieses Wort ist wie ein Streicheln tief,
Die Trügerische lacht so viel, so attraktiv.
So göttlich dieser Blick, wenn er Verletzung spendet,
Die Lippe oft so leis und doch im Meineid endet,
Und küsst doch oft so süß, unmenschlich unverhofft,
Beim Siegel treuer Lust und doch vergeblich oft.
Soll sprechen ich davon, in Wahrheit von dem Bösen?
Lös ich die Angst so auf, kann ich das Rätsel lösen?
Was willst du? Wofür hast du denn dein Herz geübt?
Zu sehr daran gewöhnt bin ich, dass sie nicht liebt!
Ich weiß es nicht. Allein nur selten zart gewähren
Mir deine Koserein ein Glück, zugleich erklären
Sie mir, dass unterm Kuss die Lüge ist versteckt,
Die Falle deines Trugs hat Tränen mir erweckt.
O du Verräterin, du sollst mich nicht verraten!
So tückisch und so schön, so schlecht bist du geraten!

GROLL

Erfindest du für ihn die Torheit voller Harm?
Wir ziehen jetzt uns an. O Groll in deinem Arm!
Mit Küssen liebst du nicht, mit immer süßern, lindern,
Vorwürfe täuschen vor den Ärger bei den Kindern!
Das Wort liebkost das Kind bis zur Verweichlichung...
Die unversöhnte Wut versüßt die Lästerung.

HASSLIEBE

Da bräuchte es Humor, der Willkür Heiterkeit,
(Viel schöne Brüste gibts!), die Ungerechtigkeit
Ist ihm bewusst, er schreit und flucht, er wird betrogen,
Denn du verdienst ihn nicht als Freier, dir gewogen.
Sein Herz ist allzu gut! Schwer ist der Torheit Joch!
Er hasst, Verfluchte, dich, und mehr, er liebt dich noch!

DIE TURTELTAUBEN

Die beiden Vögelein, die schönen treuen Tauben
Sich küssen. Ihren Gott sie lassen sich nicht rauben.
Auf ihrem schlanken Hals ein Köpfchen rund und ganz
Und weißer als der Schnee des weißen Leibes Glanz.
Die Stimme rein und sanft, wie Kinder ihre Seelen,
Die Augen klar, der Mund, der Mund darf auch nicht fehlen.
O Wanderer, vorbei an diesem Garten froh!
O schöne Tauben! Oh, so schöne Frauen, oh!
Da hielt er inne, um die Spiele zu betrachten,
Dann wandert weiter er, in seiner Seele Schmachten.
Er sagte: Fickt euch, fickt, ja fickt, ihr Täubchen rein,
Wie rein ist euer Herz, die Stimme ist so fein,
Wie schön dein schwarzer Kopf, wie schön dein weißer Busen,
Viel weißer als der Schnee, du Inbegriff der Musen.

DER SPAZIERGANG

Als nun die Frühlingszeit gemacht die Bäche nasser,
Zur stillen Abendzeit such du das frische Wasser,
Wie nonchalant und schön war der Spaziergang fein,
Sein Mund war offen und sein Atem frisch und rein,
Er spannt die Brust und grüßt, begeistert glühn die Augen,
Er ruft dich auf zum Kuss, dein Feuer einzusaugen.
Der Freier kommen kann, er muss nicht fürchten mehr
Den Erdengrund, der weich, dass er sich nicht beschwer.
Da über das Gesicht der feurig-jungen Blume
Ein Lächeln breitet sich vom innern Heiligtume,
Sein Hals trägt kaum den Kopf, sein Blick glüht inniglich,
Die Feueraugen glühn und sie verschlingen dich!
Und deine Wimpern kaum sich öffnen, dass es tagt,
Und Eros schmachtet, ach, so zärtlich und verzagt.
VENUS ERSCHEINT MIT IHREM KLEINEN EROS

Zu blumig ist der Strand von Knidos und von Zypern,
Ich habe Angst vorm Feind, ich sah die schwarzen Vipern,
Ich ging als Hirte auf das Feld von Syrakus
Und gab mit meinem Vers der Nymphe meinen Kuss.
Und Venus mir erschien, die Königin des Sphäros,
Und Venus brachte mir den kleinen Knaben Eros.
Die beiden lächelten. Nun, Hirte (Venus sprach),
Ich lasse meinen Sohn in deinem Brautgemach.
Die Süßigkeit vom Land ist sein und aus den Wäldern,
Zeig deine Weisheit du und leb sie auf den Feldern.
Und Venus ging davon. Ich glaub der Stimme lind,
Ich rief den Knaben an, das süße kleine Kind.
Ich sprach von meinem Glück, vom Frieden im Reviere,
Selbst ein Peneios reicht zum Tränken nicht der Tiere.
Ich sprach vom Weingott und vom Erntegott und Pan
Und von der Flöte auch, die meine Augen sahn.
Er hörte mir nicht zu, was ich ihm kund gegeben,
Er lehrte mich den Tanz und singend froh zu leben.
Wie lieblich war sein Kuss, der Himmelsschönheit Reich!
Die Himmlischen verliebt sind doch in Frauen gleich.
Der Venus Glut erglüht im Hades und auf Erden,
Zu lieben ist mir Lust und auch geliebt zu werden.
Wie überrascht ich ward! Wie süß des Gottes Lied!
Zu hören dieses Lied wird nie die Seele müd.
Mein Denken war verbannt und das was ich begehrte,
Doch nie verlor ich das, was mich der Knabe lehrte.
So triumphierte er, und seines Herzens Grund
War süß wie Honigseim und lieblich war sein Mund.
Er blieb im Herzen mir, dass er dort ewig bliebe,
Mein Mund und Herz fortan verkünden Gottes Liebe.

EROS AUF DEN FELDERN

Gott Eros liebt das Feld, so ward das Feld geboren.
Des Hirten Tochter dort, die Jungfrau auserkoren,
Die Herzensrose rot, ein Morgenrot, ein Wind,
Beim Neugeborenen gefunden ward, dem Kind.
Schlaf gähnte auf dem Mund, dem scharlachroten Siegel,
Da packte sie ihn fest bei seinem goldnen Flügel.
Ein Händchen schüchtern ward gefasst mit scheuer Lust,
War alles feucht von Tau, und legts an ihre Brust.
Das Feld blieb doch sein Reich mit allen seinen Prachten,
Der allen er gefällt, sein Seufzen und sein Schmachten.
Die schönsten Sonnen hier vergolden den Azur,
Und Wiesen gibt es hier und Wald in der Natur,
Der Strom bewegt sich hier mit Rauschen und mit Tosen,
Und in die Luft gepflanzt sind tausend rote Rosen.
Dort bei den Vögeln er setzt sich sehr gerne hin,
In kühlen Grotten wohnt des Kusses keuscher Sinn.
Die Musen und der Gott sind von der selben Mutter,
Der Dichter Stern, dem Land von Honigseim und Butter.

AN DIE GELIEBTE

Unsagbar, liebe Frau, dein Liebreiz, Seelengattin!
Dein Himmelreich ist gleich dem Himmelreich der Göttin!
Kannst du mich denken denn ohn Ganzhingabe, Frau?
Mich denken seelenlos und ohne Augen blau?
Nun, ich gesteh, sobald ich dich gesehen hatte,
Ich konnt nicht widerstehn, ich nahm dich wie ein Gatte!
Ich war entzückt, besiegt die menschliche Vernunft,
Mein Herz gehorcht fortan nur dem Gesetz der Brunft!
Der Unmut floh von mir, die Wonne wurde fruchtbar,
Nichts war mir sein Verlust, der Unmut war so furchtbar.
Ja, alles ich verlor in Einem Augenblick,
Dein Sklave wurde ich und so fand ich das Glück.
Die Schönheit sah ich an, sie, deren Reich nicht endet,
Von deiner Augen Licht war vollends ich geblendet,
Und deiner Stimme Klang verzauberte mein Ohr,
In deinem schwarzen Haar die Freiheit ich verlor.
Den Liebreiz sensitiv ich liebe anzuschauen,
Mein Schatz, du Sinnlichste der sinnlich-schönen Frauen,
Bewundert hab ich gleich dein Schönstes, liebes Weib,
Ich glaubte gleich, dein Herz so schön war wie dein Leib!
Das lohnte sich zu schaun! Und gleich dich anzubeten
Und dir zu huldigen als Muse des Poeten,
In allem sah ich dich, in allem offenbar
War deine Liebe, in mir nichts als Liebe war!
So lernte ich die Kunst der Liebe in der Gleichheit,
Die Tränen segnend, ich mocht sehr des Herzens Weichheit.
Vor Augen hab ich dich, vor Augen stets dein Bild,
In Herzens Mitte die Geliebte süß und mild.
Ja, meiner Liebe Blick entflammt von deinem Segen,
Ich atme, weil du liebst und nur noch deinetwegen!
Gott Eros liebt in mir, es lebt in mir der Herr,
Ich lebte länger, wenn ich nicht so lechzend wär.
Ihr, die ihr nicht gesehn des Liebchens Leibeswonnen,
Genießt die Gegenwart, ihr Wälder, Berge,Bronnen.
Ich leide ja so weit, wie schön ihr Name tönt,
Vergesse nicht die Lust, die unsre Zeit verschönt.

DER BANN

Die Geliebte:

Poet, es ist genug. Ich seh es lächelnd, zag,
Wie deine Illusion nur währte Einen Tag!
Und wenn du mit mir sprichst, nicht diesen Tag betrübe,
Willst werden du geliebt, so respektier die Liebe!
Ist dir die Müh zu groß, die deiner Schwäche frommt,
Das Übel du verzeih, das dir von andern kommt.
Bewahre länger nicht des Hasses Qual, Poete,
Wenn du auch nicht vergibst, doch trinke von der Lethe!
Und ist jetzt nicht vor dir die Frau, schön überaus?
Und wenn du einschläfst, schenk ihr einen Blumenstrauß.
Und die Erinnrung an die Torheit deiner Jugend,
Ist sie nicht süßer noch als deiner Weisheit Tugend?
Vereint spazieren gehn im Geist dein Auge sah
Die Blumen auf dem Berg von Südamerika.
Der grünliche Palast, der Espen Zittern rege
Weiß an dem Abend dir zu weisen gute Wege.
Und siehst du nicht den Schein des Mondes schön und warm?
Wie bog sich einst der Leib so weich in deinem Arm!
Da fandest du den Weg der launischen Fortuna,
Und über ihr ertönt Gesang von Jungfrau Luna.
Und was beschwerst du dich, da die Unsterblichkeit
Der Hoffnung mildert dir des Unglücks wehes Leid?
Auch hassen sollst du nicht der Jugendzeit Erfahrung,
Das Böse und den Hass, des Guten Offenbarung.
Schatz, Mitleid hab ich mit der ungetreuen Maid,
Die sehr in dir bewirkt des Todes Traurigkeit!
Belehre mich! Gott gab dein Herz doch der Madonne,
Nun rate, das ist das Geheimnis deiner Wonne!
Was war denn Gottes Plan? Die Maid, die ward dein Schmerz,
Das Schicksal wollte es, so brach sie dir das Herz!
Erschaffen ward die Welt, dass du sie kennst von Herzen,
Ein andrer sammelt ein die Früchte deiner Schmerzen.
Belehre mich! Die Lust so wie ein Traum verfließt,
Die Liebe schon verging, und bald die Wunde schließt.
Die Tränen logen nicht, die feuchten Herzensdiebe,
Beschwert sich auch die Welt, du aber kennst die Liebe!

Der Dichter:

Der Hass ist gottlos ja, des Grauens grauser Schmerz,
Die Schlange müd und faul, sie zischt in unserm Herz.
O Göttin, hör mich an und höre mein Gelübde,
Beim Schwarz der Mutter Nacht, bei deinem Aug, Geliebte,
Beim Funken dieser Frau, der Jungfrau auf dem Mond,
Bei Venus, die erglüht als Stern am Horizont,
Bei der Natur und bei des Schöpfers Huld, der leisen,
Der Stern schaut gern herab auf Liebende, die reisen,
Und bei dem Wiesengras, des Waldes grünem Wall,
Und bei der Lebenskraft und bei dem Strom im All,
Verbannen werd ich dich, nicht länger auf dich harren!
Die Liebe länger nicht aus mir macht einen Narren!
Ich schlafe nicht in der Vergangenheit! Enorm
Dein Name war mir süß und reizend deine Form!
Vergessen hab ich bald, wie meine Seele weinte,
Ich breche nun den Bann, der uns in Gott vereinte!
Mit letztem Tränenstrom ich nehme Abschied, Leid!
Und jetzt, o Muse, jetzt kommt unsre hohe Zeit!
Nun sing ein frohes Lied, wie wir in Lust geborgen,
Der Rasen war betaut, schön strahlte auf der Morgen.
Geliebte, komm zu mir, die ich im Garten traf,
Die göttliche Natur erwacht aus tiefem Schlaf,
Wir werden mit der Gott-Natura neugeboren,
Kommt Morgenröte schön vom Osten auserkoren.

IN DEINEN ARMEN

O Schwert des Ginster, o dein Arm voll heißer Triebe,
Das Kitz bläst deinen Arm, zu kneten deine Liebe, ,
Verschweige deinen Arm und die Hellsichtigkeit,
Beim Vögeln baden die Bereiche blind und weit,
Ich sprech des Pfeiles Holz, o Kind, von deinen Brüsten,
Geboren das Geschlecht, die Früchte voll von Lüsten.

MILCH

O schwere Bäuche, o wie Bienen faul der Wind,
Wie die Erinnerung, der Sturm gefärbt, geschwind,
Wie sind die Augen klar, Verheißung wird gehalten,
Geschwollen süß von Milch, von Honig die Gestalten,
Von oben cremig Milch, der Knabe wird gestillt,
Und von der Mitte Milch, die Rose ist gefüllt,
Ein kleiner Spritzer nur von flüssigen Opalen,
Der Tropfengeberin wir ihre Schätze stahlen.
Nicht fade Speise gib, der Vulva Pfeffer gib,
Der Strohhalm tief steckt in der Tonne mit dem Sieb,
Die Straße fördert das Delirium im Jammer,
Verzweifelt schüttelt sich die Motte in der Kammer.
Geduldig strecke in die Trüffel deinen Mund,
Verachte den Flakon zu deiner Freude und
Mit einem Meißel wirst du deine Schenkel meißeln,
Du schmachtest nach dem Salz der Vulva, dich soll geißeln
Der Griff, der lockert sich, ein schrilles Grunzen schreit,
Dein leuchtendes Gesicht kennt nur Zufriedenheit.
Und schwer und träge sind die Zeiten, die verwehten,
O Ammen, Mütter und o Schwestern von Sekreten,
Und andre Frauen schlank und jung und blond und nackt.
Doch mit dem Teufel sollst du schließen keinen Pakt.

DIE ROTE FAHNE

Der Straße Speise ists, die führen wir zum Maul,
Ich liebe Knoblauchquark und Zwiebeln, ich bin faul,
Verstummt das Radio, dann gehen schlafen alle,
Der Nachmittag ist träg, ein Ochse träg im Stalle,
Du zeichne auf dem Blatt der dicken Kutten Zwang,
Ein Toast und neues Blut und Zeit für die, die bang,
Am Abend hören wir die Hymnen oft, die frommen,
Wenn Männer wieder aus der Arbeitssitzung kommen,
Dann sind wir müde, doch wir kämpfen bis zum Tod,
Wir wickeln sterbend uns in unsre Fahne rot.

BEERDIGUNG

Grünweißer Wachs ist nur noch da, ihr Lieben,
Nach der Beerdigung die Blumenkränze blieben,
Die Weihrauchkerze raucht, die mir die Sinne raubt,
Ein wirklich Trauernder in seine Orgel schnaubt.
Nun jung und üppig sind nicht länger ihre Hüften,
Und die Erregung ist vorbei von ihren Düften.
Doch übermäßige Begräbnisriten lass!
Es bleibt doch nur der Duft der weiße Tulpe blass.
Die Erde offen steht und alles, Solarplexus
Und alles stirbt, ihr Leib, der liebte sehr den Sexus.

SIE IN MEINEN TRÄUMEN

In meinen Träumen ist die schöne Ruhestätte
In ihrem Lächeln süß, so niedlich und so nette,
Die Augen schauen klug und ihre Hand liebkost,
In meinen Träumen ist die schöne Frau mein Trost,
Und süß ruft sie mich an, mich fesselt ihre Mähne,
Die Augen lüstern schaun, fast beißen mich die Zähne,
In meinen Träumen ist die Frau, die hört mir zu,
Ich trink der Schwermut Trank, ich trinke ohne Ruh,
In meinen Träumen seh ich oft die Makellose,
Die Rose in dem Licht, das Licht in ihrer Rose.

DAS ERSTE TREFFEN

Das erste Treffen in dem Nest, da wir zusamm,
Was war das schrecklich doch und was für ein Programm,
Von vielen Freunden sprach zu mir die oft Betrübte
Und ich verschwieg vor ihr die heimliche Geliebte.

KOITUS DER ATOME

Es war ja nichts geschehn zur dunklen Nacht im Wind,
Kein Nervenkitzel sprach von Welt, die jetzt beginnt,
Ganz formlos, farblos ists und starr und ohne Lärmen,
Konfuse Keime in immensen Schatten schwärmen.
Und plötzlich, ohne Ziel, in Gottes lichtem Blick,
Es schauderte das Licht vor Dämmerung zurück,
Und die Atome sind der Liebe auserkoren,
Im ersten Koitus das Molekül geboren.
Und kopulierend war die Geistkraft wie betäubt,
Im Abgrund nun ein Schwarm trotz starker Strömung stäubt,
Das Leben im Abyss des neuen Alls vertrauend,
Den kleinen Embryo des neuen Weltalls schauend.
Wie quälend langsam sie sich streichelt voller Müh,
Der Körper drehte sich, anklammernd da hing sie,
Die Liebe unverhofft besaß subtile Sinne,
Ein leichtes Reiben wars, das war der Schatten inne.
Gekeimt ist alles, Pracht, o Morgenrot enorm,
Affinität von Sein, von Wesen und von Form,
Die Sonnen flogen hin und ferne die Kometen,
Die große Herde zog der leuchtenden Planeten.
Und leuchtend dreht der Spalt sich der Unendlichkeit,
Die Kugeln geil und rund, sie rollen lang und weit,
Die Seiten brennend von der Fruchtbarkeit und Liebe,
Vulkane spucken heiß das Sperma ihrer Triebe.
Die Elemente schwer verteilt von Gottes Hand,
In Pflanzen und Gebirg gekleidet ist das Land,
Die warme Luft umhüllt den Globus heiß mit Küssen,
Die Meere singen den Gesang mit blauen Flüssen.
Dann mitten in der Welt der dicken Grobheit Krieg
Und Grobe stehen stolz und Dicke schrein vom Sieg.
Das Meisterwerk der Lust erschien in der Victorie,
Und Gott war traurig und allein in seiner Glorie!

DRITTER TEIL

1

Du ganz alleine neben mir,
Das Auge stirbt am Horizont,
Des sexuellen Lebens Sieg,
Das will dich lieben ewiglich,
Der Hüften Kriminalität,
Die Nägel in dem rechten Fuß,
Da rissen sie die Bibel auf,
Die Nägel in dem linken Fuß,
Sie rissen auf den Sinai.
Die Frau ist eine Ewigkeit,
Unglücklich schrie ich mich im Weh,
Meine sexuelles Leben steigt
Und wird dich lieben ewiglich,
Wie eine Pflanze Fliegen frisst,
Mein Leben kletterte hinan,
Mit meinem Herzen ess ich Fleisch,
Und kariös ist mein Gebiss
Und deines Munds Beleidigung
Wird eben beißen in mein Fleisch,
Mein Blut fließt, fruchtbar ist das Land,
Dies ist es, wie ich sterben will.

2

Die Hand berührte deinen Rock,
Die weißen Lilien sind verblasst,
Doch ich erinnere mich gut
An früher, sommerheiße Haut,
Ein Feuer brennt in Mark und Blut.

Ein Spalt saust unter deinem Leib,
O Honig und der Öse Rot,
Rot wie das Feuer Griechenlands,
Wo Vögel fliegen in der Luft.

Karriere roter Feuersglut,
Des Wassers Nähe in der Stadt,
Der Stadt, die ungefüttert ist,
Wo die Bescheidenheit versinkt,
Der Windstoß aus der Ferne bläst.

Es raschelt reizend im August,
Das Fieber ist noch frisch im Geist,
Noch brennt in stiller Glut das Eis,
Verlorner Lippen heißer Durst,
Der Körper heiß und heiß das Blut!

Hier ist die Bucht der Beine bloß
Vor der verlornen Insel, wo
Vielleicht ein wenig Schnee zu sehn,
Geduldig wartend auf den Kopf,
Der ohne Denken etwas lallt.

3

Es spricht die dunkle Nacht zu mir,
Sie gibt mir keine Träume ein
Von schöner Frauen Transparenz,
Doch gibt sie mir dein lichtes Bild,
Erstickt wird dein Abwesendsein,
Der ich dich nicht verstehen kann.

Sie schaute aus wie ein Skandal!
Dein Leib ist nicht in meinem Arm
Und leise legt sich neben mich
Nur das Gespenst der nackten Haut.
Sie sagte mir: Ich liebe dich
Mit jener Kraft, mit der du liebst.
Ich bin nicht länger schlaflos nun
Bei deiner Nachtanwesenheit
Und deinem wahren warmen Blut.

4

O Fortschritt in der Haare Flut
Des großen Sternenkörpers, nackt,
So nackt wie ein kristallner See
Und so gespalten wie ein Baum.

Und Blitze in der kalten Milch,
Sie schimmern wie gefrornes Gold,
Wo eine Schlange trinkt den Trank,
Die Rote, die Gefangene.

Und schau der Oberschenkel Paar
Im dunklen Gras der Mitternacht
Und die Brillanz aus kaltem Stahl,
Gebunden an der Blume Kelch.

O duftender Spaziergang und
O klare Ritterrüstung und
Es stoppt der wilde Hurrikan
Der Beine Halle mit dem Tor.
Was ist für eine Rose dies,
Die zwei so feste Wurzeln hat
Und hat so wenig Blätter nur?
O Rose strahlender Brillanz!

Und wenn zuende geht die Nacht,
Dann hat des Blattes Farbe rot
Das makellose Spiegelbild.
O meines Körpers Einsamkeit!
O wildes Ficken in der Nacht!
Ein heißes Küssen ohne Mund,
Ein breites Bett, in dem du träumst.

5

Ich halt nun wieder meinen Mund
Nach dem erotischen Gedicht,
So lass es kommen und geschehn,
Die Zeit, da alles dies geschehn,
Als hättest du nicht existiert.

Ich habe dich doch noch gesehn,
Gesehen in der Hand der Nacht,
Empört, dass du so fern erscheinst,
Ein Strahl aus Milch, ein Feuerpfeil,
Ein Feuerpfeil der Sternenfrau.

O Herrin, du bist eine Frau
Mit An- und Ausziehn deiner Haut,
So frisch und voll von heißen Blut
Und voll von heißem Mark und Bein,
Die Liebe unaussprechlich groß,
Die ich zur ganzen Herde hab.

O Blätter, Blätter, Blätter, o
Die schöne Liebe und das Wort!
Und trennst du dich von meinem Lied?
O Kunst, o Schlamm, o Diamant!
Du blase meinen heißen Blitz!

6

Auf dem verlassnen stillen Weg
Der Freundin Haus eröffnet sich
Und eine strahlend weiße Hand
Voll Huld und Gnade kommt vom Mond.

Beginne mit dem Salbungsöl
Und voller heißer Sehnsuchtsglut
In der Verfolgung jenes Wegs
Inmitten ihrer Beine nackt.

Die tote Frau entdeckte ich
Nach vielen Gängen, manchem Gang,
Und stolze Stühle fielen um
Und Katzen waren ordinär.

Mit einem leisen Glockenspiel
Geknebelt haben wir das Blut,
Das frische Blut, mit hellem Klang,
Gefeiert in des Fiebers Glut.

Und wieder auferstanden,ja,
Entzündet unter deiner Hand,
Wir kleideten die Lippen rot,
Sanft auf den Lippen lag das Knie.

Und nur um Luna anzuschaun
Wir schauten durch das Fensterglas
Und sahn der Glieder sanfte Nacht
Und sahn verhindert unsre Lust.

Doch schob man dann die Pforte auf,
Des Hauses Hinterseite wars,
Und sanft bringt man der Liebe Boot
Demütig in des Hafens Port,
Und kalt drang ein der lange Blitz.

7

Es kann sich öffnen nicht mein Mund,
So dass du deinen Namen sagst,
Zu küssen deinen Rosenmund
Bin immer ich um dich besorgt.

Du meiner Worte letzter Schluss!
Den Hohlraum füllt der Liebe Glut.

Hier bist du innerlich in mir,
Du bist mein Speichel und mein Mund,
Mein angespanntes Schweigen du.

Die Augen zu, ich lieg im Staub.

Die Nacht ist wie das Morgenrot
Und dann des Fleisches großer Tag,
Dann will ich mich verschenken ganz,
Sind große Sonnen auf der Flucht.

8

Ich schlief, o schöne Liebe mein,
Mein Traum auf deinem Rosenmund,
Ein Umweg in der Dämmerung,
Wir traten in den Abflug ein.

Und leise sprudelte der Quell
Und schaurig schauderte das Laub
Und ausgewogen war die See,
O rücksichtslose Hochzeitsnacht!

Dies ist die Zeit, ich weine viel,
Und schwindlig wird mir auf dem Turm
Und Freudenglocken läuten laut
Und Sonnen singen Jubelsang.

Perfekte Flamme lodernd steil
Auf dem geheimen Inselreich
Und süß durchdringt die Süßigkeit
Den Schatten deines Angesichts.

Der Tag steht oben im Zenit
In seines Bogens Mittelpunkt,
O Hände voller Offenheit,
O Spur und Zeichen und Alarm!

Die Schale deines Körpers schön,
Die Himmelspforte bist du mir,
Ich glühe heiß in deiner Glut,
O wunderschöne Agonie!

9

Für Ziegenlederschläuche dies,
O aufgeblasner Trinker Schlund,
Der Gott der Reben spricht durch mich,
Ich winde auf den Wellen mich,
Erweitere der Sonne Kraft.

Nicht Eiche schmückt und Myrte schmückt,
Die grünen Wermutherden nicht,
Die Liebe füllt mich furios
Und Plutons Feuer brennt in mir.

In nackiger Verlorenheit
Grünt ihre lichte Stirne mir,
Bacchantin ist sie wild und nackt
Und ihre Flanken sind intakt
Und voll von tollen Ranken braun.

10

Des eleganten Zimmers Grund
Berührte den Gesalbten sanft,
Allein und stille sie liebkost
Ihm lässig seine große Hand.

Der Globus heiß, die Lampe matt,
Im Dunkel leuchtet dunkles Licht,
Und ihre Schläfen, ihre Stirn
Das reine Licht erleuchtet sanft.

Und ihrer langen Haare Flut,
Wo Wasser glänzt als ein Kristall,
Es rollt auf ihren bleichen Hals,
Verliert sich in der dunklen Nacht.

Und um die Schultern schimmert bloß
Des Büstenhalters schwarzer Samt,
Der Mond taucht aus dem Wolkenmeer
Und schwer und stürmisch ist die Nacht.

Bevor er überquert das Eis
Mit ruhigen Vergnügens Glück,
Ihr weißer Arm umfasst das Gold,
Den Büstenhalter legt sie ab.

Nur nett war er, war einfach nett,
Sein Auge glänzt von dem Porträt,
Und grausam fest ist seine Art,
Geheimnisvoll und voller Ruh.

Der Spiegel ähnelt einem Bild,
Der Meister malt den Liebenden,
Der Menschheitszukunft Opfer er,
Ganz klar auf dunklem Hintergrund.

Die Schönheit schön wird reflektiert
Und die Beschwichtigung, der Stolz,
Und prächtiger Toilette Prunk
Gefaltet sittsam wie im Schlaf.

Und diese Form der Wissenschaft,
Sie scheint zu saugen in sich ein
Für einer Ruh Lebendigkeit
Das Ding, das ewig dauern wird.

Und während diese Kreatur
Mit ihrem Schicksal hadert, wird
Vergöttlicht die Natur der Frau,
Ihr Fleisch mit all dem schönen Schmuck.
Der Spiegel zeigt im Schatten ihn,
Und der Geliebte langsam kam,
Der dunkle Rand der offnen Tür
Vertraut zeigt ihr sein Angesicht.

Sie drehte heiter sich herum,
In ihrer Falten Trauben schräg,
Dass schwer zu heben hinter ihr,
Und ihre Fersen sind entspannt.

Pfeil ohne Mitleid oder Zorn,
Die Klarheit ihrer Augen müd,
Die Stimme gleichberechtigt klar,
Sagt: Nein, ich liebe dich nicht so.

11

Profaner Wünsche Eitelkeit,
Bewahre uns die Liebe, Tod.
Die Blumen deines Busens welk,
Der Seele Blüten und Parfüm.

Die Arme Ketten sind aus Lehm,
Um deinen Hals gegossner Schmuck,
Zuvor zerbrochen ist dein Kreis,
Der gar nicht aufgeschlossen war.

Melancholie, o Nacht, o Haar,
Was nützt mir weiter denn dein Rausch,
Wenn in den Todesschatten taucht
Ein liebes Nichts für immer ein?

Der Taube Nasenflügel bebt,
Verachtet wird sehr schön der Stolz,
Zum letzten Mal Geruch des Grabs,
Du hast bereits gepocht ans Tor.

Der Lippen Lebensrosen, Blut,
Erfüllen dich bei unsrem Kuss,
Nachts brennen Feuer wie Kristall,
Die kurze Blüte trockne du.

Vergebliche Versuche dies,
Zwei Münder in Vereinigung,
Unendlich ist die Müdigkeit,
Fragil ist der Geliebten Brust.

12

Ausschweifungen sind nun Ruin,
Vergangenheit. Es war dein Kopf
Ein Heer von Engeln destruktiv,
Ich aber lieb dich auch für das.

Du kommst nicht. Bitte küss mich nicht,
Du, die dereinst war meine Braut.
Küss meinen Anfang, küss mein Ziel,
Du meines Lebens Süßigkeit.

Die Seelen sind nun ruiniert,
Ausschweifung wollten wir dereinst.
Geheimnis unser Schicksal ist,
Und ich, ich liebe dich für das.

13

O meine Frau mit Feuerhaar,
Gedanken wetterleuchtend hell,
Die Größe einer Sonnenuhr,
Mein Weib ist wie die Otter groß.
Und zwischen Tigerzähnen ist
Ein Mund, ein rosiges Bouquet,
Von Sternen eine letzte Schar,
Wie weiße Maus auf weißem Grund
Der weißen Zähne Impression,
Die Zunge Bernstein oder Glas,
Die deutsche Sprache sie erstach,
Die Zunge einer Puppe, die
Die Augen öffnet oder schließt,
Unglaublich spricht sie wie ein Fels.
Die Wimpern wie des Kindes Schrift,
Die Augenbraun ein Schwalbennest,
Mein Weib ist an der Schläfe schön
Und auf dem Treibhaus-Schieferdach.
Und um die Fenster Nebel wallt.
Champagner-Schultern hat mein Weib
Und des Delphines Brunnenkopf.
Gut passt das Bündchen zu der Frau,
Gefingert hat das Glückslos sie,
Herzdame hat sie ausgespielt,
Die Finger haben Heu gemäht.
Mein Weib mit Marder-Achseln scharf,
O Nacht, Johannes von dem Kreuz!
Die Arme Meerschaum und das Schloss,
Aus Weizen und aus Mühle sie,
Raketen vom Sylvesterfest
Die Beine meines Weibes sind.
Das Uhrwerk, der Verzweiflung Qual.
Die Brust das Euter einer Kuh,
Die Füße wie ein Anbeginn,
Champagner trinkt das Schlüsselloch.
Wie Gerste meines Weibes Hals,
Die Kehle wie ein Tal aus Gold,
Sie offenbart des Turmes Bett,
Die Brüste wie die Mutter Nacht,
Wie Maulwurfshügel ihre Brust,
Wie Tiegel aus Rubin die Brust,
Der Brüste Spektrum glänzt im Tau.
Der Bauch entfaltet sich am Tag,
Der scharfen Riesenklaue Bauch.
Der Rücken, eines Vogels Flucht,
Quecksilber glänzt im Gegenlicht.
Im Nacken der gewälzte Stein
Und Tropfen in des Trinkers Glas.
Erotisch Bauchtanz tanzt mein Weib,
Der Hüften Glanz, ein schlanker Pfeil
Und weißer Pfauenfeder Stiel.
Des Weibs Gesäß ist aus Asbest,
Mein Weib hat eines Schwanes Arsch,
Der Arsch ist für den Frühling gut
Und Gladiolen sexuell.
Ihr Sex, der Schnabeltiere Ort,
Ihr Sex, von rosa Zuckerguss,
Ihr Sex ist wie ein Spiegelbild.
Die Augen sind voll Tränentau,
Wie Regenschirme violett
Und wie die Nadel des Magnets,
Savannen-Augen hat mein Weib,
Wie Wassertropfen im Verließ,
Wie Bäume unterm Schlag der Axt,
Niveauvoll ist ihr Wasserstand,
Der Augen Feuer, Erde, Luft.

14

Es war dein Herz geschlossen ach,
Tu auf dein Herz, tu auf dein Herz,
Abdeckung stiller Glut dein Herz,
Entglitten ist dein leichtes Herz,
Du zählst den Sand in meinem Schlaf,
Verzauberst meine Müdigkeit,
Dein Haar ein Gitter zwischen dem
Geliebten Auge und dem Wein,
Dein Haar, es schimmert die Ardeche,
Dein Aug im Schatten stille steht
Und kalte Säulen auf dem Meer,
Dein Aug taucht in Vaucluses ein,
Pailletten rauben deinen Quell,
Dein Aug ist Regen auf dem Flug,
Und deine Arme ausgestreckt.
Die Geste für die Wäscheschnur,
Der Ernte Leinwand vor der Brust,
Die Wohnung der Erinnerung
Gehalten in den Wirbelwind.
Viel Marmelade trägt dein Arm.
Die Brüste Dünen in der Nacht,
Die Brust, die Hand von Arbeit rauh,
Es graben sich die Räder ein,
Du machst mir liebend ein Geschenk,
Wenn abends wir zur Ruhe gehn,
Du steckst die Nase in das Gras,
Der Seemann singt sein Nebel-Lied,
Die Brüste ungebunden frei!
Schlaflosigkeit, die Hand voll Mohn,
Die Hand gebunden an die Hand,
Ein Siegelring verheißungsvoll,
Die Hände reichen mir das Brot,
Die Hände rühren deine Huld,
Die Hüften schwankend wie ein Schiff,
Amphore mit dem Wein verlobt,
Die Fingerspitzen auf und ab,
Die blaue Schürze vor dem Bauch,
Des Luxus Seiden-Mitternacht,
Der Bauch voll Freude auf das Meer,
Die Oberschenkel Holland gleich.
Dein Kiel ist glücklich und dein Rumpf
Und alles riecht nach Pfefferminz.
Kuhhirtin, Hindin im April,
Gesunde Haut, die Slalom fährt
Auf Pisten in der Sommerzeit,
Dein Kleid ein bunter Blumenstrauß,
Auf einem Schulheft liegt ein Stift,
Dein Kleidchen ist ein Sonntagskleid,
In deinem Bett dein Morgen ist
Ein schlichtes Schwimmen in der Bucht.
Und hier bist du bereit gepflanzt
Auf deine Wollust, deinen Wahn,
Ich möchte deinen Feigensaft!
Neuschwanstein deiner Stimme Klang,
Wie heiliger Legenden Schrift,
Und deine Lippen sagen Ja,
Ich trinke deinen Speichel gern,
Der deiner Kindheit Lächeln fand.

15

Frau Fieber auf des Wassers Blatt
Sich öffnet und sich schließt und blüht
Wie eine Blume Japans schön.

Spaliere stimuliert das Spiel
Rund um die Haut, die leuchtet hell,
Und die Komplizen deiner Haut
Sind Blätter, Blätter rosenrot,
Die seufzen voller Weh im Herbst.

Ein Blumenblatt, ein Zeitungsblatt,
Inmitten zweier Buchten Schlafs,
Umarmt das goldne Flügelpaar,
Nicht rühren sie den feinen Staub
Von deiner Huld und Gnaden Laub,
Wir hören auf, wir hören auf.

16

Abbildung trotzt dem Wettersturm,
Verrückter Haare langes Seil,
Die Wände klaffen vor dem Wind,
Die Wellen tragen Arme sanft,
Der Fuß verstreut, die Hand verstreut,
Aufnahme der gebrochnen Brust,
Das Haar gelockt und ausgesetzt,
Ein Anfall, Ulmen-Feuer heiß
Der Liebe, die ich totgelacht,
Des kurzen Lebens Feuerbrand,
Wo du mich bettest in den Staub.
17

Ich möchte diese Verse widmen
Den Frauen allen, die wir lieben,
Für den Moment – Mysterium,
Für jene, die ich kenne kaum,
Ein andres Schicksal führte sie,
Für jene, die wir nie gefunden.

Und eine zeigt sich an dem Fenster
Und eine zweite vorm Balkon,
Flink wie ein Wiesel sie verschwindet.
Doch welcher Frau Figur ist schlank,
Ach voller Anmut, ach so schlank!
Die Überreste blühen fein.

Und die Begleiterin der Reisen,
Die Augen gleichen schöner Landschaft,
Sie machte mir die Wege kurz.
Nur du verstehst mich, du allein,
Und darfst noch steigen auf den Berg
Und halten meine Hand, Genossin.

Und dann die schlanke Tänzerin,
Beweglich, graziös der Leib,
Doch scheint sie traurig und nervös
In wilder Nacht des Karnevals.
Sie wollte bleiben unbekannt
Und kehrte nie zurück zu mir,
Sie tanzt auf einem andern Ball.

Für die, die schon ergriffen wurde,
Die lebt nun lange graue Stunden,
Die schloss sich einem andern an,
Ganz nutzlos ist mir ihre Torheit.
Doch lass dich sehen, Herrin Schwermut,
Mit einer hoffnungslosen Zukunft!

Gesehen hab ich liebe Bilder,
Enttäuschte Hoffnungen der Tage,
Ich habe morgen sie vergessen,
Solange noch Fortuna auftritt,
Kaum bleibt dies in Erinnerungen,
Wie wir gefolgt sind dem Verkehr.

Wenn du jedoch verpasst ihr Leben,
Man denkt mit etwas Neid daran,
All diese Fremden, die du sahest,
Die Küsse, die sie nicht gewagt,
Die Herzen, die dich warten ließen,
Die Augen, die dich nicht gesehen.
So in der Nacht der Müdigkeit,
In abgrundtiefer Einsamkeit,
O Geister der Erinnerung,
Ich weine, denn mir fehlt ihr Mund!
All diese schönen breiten Brüste,
Die ich nicht wusste festzuhalten!

18

O dunkler Dichter, eine Jungfrau
In deiner Burg der Seele spukt,
Du Dichter voll Verbitterung,
Das ist ein Leben nach dem Leben,
Es brennt die Stadt von dem Kometen,
Sie saugt den Himmelsregen auf,
Dein Stift kratzt in das Herz des Lebens.

O Wald! Es wimmeln blaue Augen,
Es wimmeln Augen auf den Rädern,
Das lange Haar im Sturm, o Dichter,
Den Sattel lege auf die Stute
Und lass die jungen Hunde bellen.

O blaue Augen, sanfte Zungen!
Es bläst der Himmel in die Nase,
Die rote Muttermilch ernährt mich,
Ich häng an deinen roten Lippen.
Doch Frauen haben harte Herzen
Und geben Essig meinem Durst.

19

Poeten heben auf die Hände,
Wo zitternd lebt das Elixier,
Am Tisch des Himmels das Idol,
Und fest fundiert ist das Geschlecht.

Laternenlicht, der Zunge Eis,
In jedem Loch an jedem Ort
Das Himmelreich lässt euch nach vorn.

Der Grund, des Pazifisten Seele,
Die Femininen hübsch und sexy,
Und kleine Kinder, deren Körper
Die Ahnen-Mumien ersetzen.
FRANZÖSISCHE BALLADEN

nach Francois Villon

BALLADE VOM GIFTTOPF

Nimm dir Arsen und harten Stein dabei
Und nimm dir bleichen Kalk und nimm Salpeter
Und koche das zu einem dicken Brei
Und nimm dir Talg und Pech und Rabenfeder
Und Unterwäsche nimm und Pisse, Scheiße,
Den Topf mit Huren-Schamhaar anzufüllen,
Nimm dir den Saft von altem Achselschweiße
Und Schlangenblut und Stoff von Drogen-Pillen,
Von Wölfen, Füchsen, Dachsen nimm die Galle
Und schmor darin die Lästerzungen alle!

Nimm das Gehirn von Fischen und von Katzen
Und faules Zahnfleisch nimm und schwarze Zähne,
Dem alten Hund aus seinem Maul zu kratzen,
Und Hundespeichel nimm, Urin der Schwäne,
Den Samen eines alten Eselsgatten,
Das Glied sollst du mit einer Schere töten,
Nimm Schimmelfleisch, das angefressen Ratten,
Nimm Bestien, welche bissig sind, und Kröten,
Nimm Schlangen dir und Salamander-Jungen
Und dann frittier darin die Lästerzungen!

Sublime Dinge nimm, die explodieren,
Beim Nabel einer Schlange sollst du schwören,
Nimm trocknes Blut von abgestorbnen Tieren
Und Frauenhaar verschaff dir von Friseuren
Und Frühlingszwiebeln soll im Topf man finden
Und Krebsgeschwüre aus den prallen Eutern
Und von den Krankenschwestern Monats-Binden
Und junger Mädchen Blut, das sollst du läutern,
Dann gieße auf den ganzen Sud Bordeaux
Und dann frittier die Lästerzungen so!

Mein Prinz! Zum Leckerbissen eine Rose,
Das Monatsblut der Mädchen nimm, das reine,
Den braunen Boden jeder Unterhose
Und nimm den Mist dazu der reinen Schweine
Und sprich zuletzt noch einer Hexe Witz,
Die Zungen dann frittier wie Pommes frites!

BALLADE VON DER CARITAS

Kommt teuer mir zu stehn die falsche Schöne,
Ich bin sehr roh in heuchlerischer Trauer.
Die Liebe dauert nicht wie Eisen, jene,
O Schwester schrecklich, o mein Tränenschauer!
Ich schenke dir den Tod des armen Herzens,
Der Mensch zum Tod verurteilt, Fleisch ist Gras!
Erbarmungslose Augen, kalten Scherzens,
Doch besser das als schlechte Caritas!

Ich kannte bessre Fraun voll Leidenschaft,
Auch ihnen half ich gern in jedem Lande,
Nichts konnte mir zerstören meine Kraft,
Als Vagabund ich lebte in der Schande
Der große und der kleine Mann ist kühl.
Die allzu schnell errungne – willst du das?
Was willst du weiter noch? Mein Mitgefühl?
Doch besser das als schlechte Caritas!

Kommt eine Zeit, da ist es alles trocken,
Die Blumen deiner Schönheit welken herrisch,
Das Süßholz ist verzehrt und grau die Locken,
Ach ja, auch noch im Alter bin ich närrisch!
Ich bin gealtert, du bist kalt, mein Herz,
Geliebte, du bist hässlich, weißt du das?
Im Rotwein aber wird ersäuft der Schmerz!
Was besser ist als schlechte Caritas.

Prinz Amor ist noch immer voll der Hulden!
Nur widerwillig wird die Wollust nass!
Ein jeder Mann muss dies vom Herrn erdulden!
Doch besser dies als schlechte Caritas!

BALLADE GEGEN DIE FEINDE FRANKREICHS

Wirf Feuer auf das Tier, das schlimm gehandelt,
Das Goldne Vlies schon Jasons Augen sahn,
Für sieben Jahre in ein Tier verwandelt
War Nebukadnezar in seinem Wahn,
Verluste sind und Kriege sind auf Erden,
Trojaner kämpfen hart um Helena,
Mit Tantalus wirst du verschlungen werden,
Im Hades wartet schon Proserpina,
Du wirst dem Dädalus im Turme gleich.
Wer will das Böse in der Franken Reich?
Vier Monde lang im Lied und in dem Bade,
Das Bitterwasser und herab die Leiter,
Die Bank verkauft das Silber ohne Gnade,
Die Ströme reißen wütend immer weiter,
Und dreißig Jahre wie bei Magdalene,
Kein Tuch, kein Kleid, kein Linnen immerdar,
Und du bist wie Narzissus war, der Schöne,
Und wie bei Absalom ist lang dein Haar,
Im Sturze bist du Simon Magus gleich.
Wer will das Böse in der Franken Reich?

Und nach Oktavian kommt neue Zeit,
Der seinen Schatz saugt in des Magens Kühle,
Den Mühlstein um den Hals in Ewigkeit,
Und wie Sankt Viktor hangend an der Mühle,
Ersaufen ohne Odem in dem Meer,
Wie Jona oder wie im Wein Silenus,
Verbrannt von Phöbus und dem Himmelsheer,
Getröstet nur noch von der nackten Venus,
Sardanapal, dem König, wirst du gleich.
Wer will das Böse in der Franken Reich?

O Prinz, des Zephyr Sklave du hienieden,
Von Glaukos dominiert, dem Walde gleich,
Gut ist die Tugend, Hoffnung oder Frieden.
Wer will das Böse in der Franken Reich?

BALLADE VOM GUTEN RATSCHLAG

Die Männer sind gesunken auf den Grund,
Verzerrt die Leute, welche sonst verwandt,
Und sinnlos sinken sie in Wahnsinn und
Sind blinde Narren voller Unverstand!
Was hackst du gegen deiner Mutter Schoß?
Was suchst du dir die schlimmsten Todesarten?
Die Reue groß und auch die Feigheit groß,
Auf schreckliche Beschämung musst du warten.
Wie viele sind gestorben von den Frommen!
Wer mich beleidigt – Rache wird genommen!

Auf eigne Weise jeder eingeschlossen,
Noch räche ich mich nicht, ich üb Geduld.
Die Welt ist ein Gefängnis, ihr Genossen,
Man will mich plagen bis zur Ungeduld.
Nun auf zum Kampf! Zu rosten ist nicht weise!
Raub, Plünderung und Blutvergießen, Krämpfe!
Zu viel ist falsch an meines Körpers Speise.
Schon in der Jugend kämpft ich solche Kämpfe.
Die Faust geballt bin ich zum Kampf gekommen.
Wer mich beleidigt – Rache wird genommen!
Der Flötenspieler spottet der Verräter,
Wir liegen bettelnd, betteln voll Vertrauen,
Wir mischen Gift für Mütter und für Väter,
Die Existenz ist schuldhaft anzuschauen.
Und wir vertrauen nicht einmal den Freunden,
Nur mühsam wird das Gute je erreicht.
O Herz, getrost in Gott, trotz all den Feinden,
Ein Tag der Woche schon dem Himmel gleicht.
Uns sind die Eltern gar nicht gut bekommen!
Wer mich beleidigt – Rache wird genommen!

Und ohne Zwietracht leben wir im Frieden,
Vereint sind jung und alt im Gnadenstrom,
So sagte der Apostel es hienieden
Und schrieb es der Ecclesia von Rom.
Wie sind wir doch im Gnadenstrom geschwommen!
Wer mich beleidigt – Rache wird genommen!

BALLADE VON DEN TAVERNEN UND JUNGEN MÄDCHEN

Für Borstenvieh und die Trompetenbläser,
Für trunkne Meister bei dem Würfelspiel,
Für schlechte Schneider, ungelehrte Leser,
Für die Verbrannten, die gebrannt zu viel,
Für die Verräter, die den Herrn verraten,
Für Diebe, welche plünderten das Städtchen,
Für Profiteure aller reichen Staaten
Sind die Tavernen und die jungen Mädchen!

Für schlechte Reimer und für fette Spötter,
Für die Verrückten, welche schamlos sind,
Für Flötenbläser und für Tänzer-Götter,
Für Täter, die in Städten tätig sind,
Für Possenreißer, Spieler, Moralisten,
Für Sieger aus Verdun und andern Städtchen,
Für taube Ottern und für laue Christen
Sind die Tavernen und die jungen Mädchen!

Für Leute, welche schleudern Mist und Dreck,
Für alte Gärtner und für alte Bauern,
Für Pferdereiter, die da reiten weg,
Für die nicht lesen können, darum trauern,
Für die nicht dauerhaft wie Erz und Stein,
Für hanfberauschte Männer in dem Städtchen
Und für die Alkoholiker vom Wein
Sind die Tavernen und die jungen Mädchen!

Für Taugenichtse und für Doppelgänger
Und für die Hurenböcke aus dem Städtchen,
Für Dichter und für Kirchenliedersänger
Sind die Tavernen und die jungen Mädchen!

BALLADE VON DEN SCHÖNEN HUREN

So liebe immer, schöne Claudia,
Du Schülerin der älteren Sabine,
Du strahlendweiße Evi auch bist da,
Nimm dir für deine Fotze Vaseline,
Jetzt ist die Zeit, dass ich dich kennen lerne,
Nimm jeden Mann, ob Heide oder Christ,
Ob aus der Nähe oder aus der Ferne.
Ich klage, dass das Geld so wertlos ist.

Du Soßenköchin voller Freundlichkeit,
Wer, sag mir, ist dein Meister in dem Tanz?
Martina, sei zum table-dance bereit,
Versteh mich richtig, ich bin auch ein Schwanz,
Martina, du wirst schließen bald das Fenster,
Wenn alte Männer nahen voll Gelüst,
Ob Priester oder andere Gespenster.
Ich klage, dass das Geld so wertlos ist.

O Julie, Mannequin von frischer Jugend,
Halt deinen lieben Freier fest, du Perle!
Und Silke mit der alten Hexen-Tugend,
Ist grade gut genug für alte Kerle.
Doch wer so schön wie Julie, wird begehrt,
Begierde jeden trunknen Freier frisst,
Doch alter Weiber Liebe ist nichts wert.
Ich klage, dass das Geld so wertlos ist.

Fürsprecherinnen seid mir, junge Mädchen,
Und weint und schreit nicht, dass ihr mich vermisst,
Ich komm zu jeder Hure und zu Käthchen.
Ich klage, dass das Geld so wertlos ist.

BALLADE VON DER VOLLBUSIGEN KARINE

Ich will dich lieben und das Heil erharren,
Ich halte dich, nicht nur gemeine Narren,
Den Handel sollst auf meinen Wunsch beenden,
Für deiner Liebe Schild und Schirm und Lenden,
Wenn Männer kommen, schnapp ich mir den Topf,
Du weine, um zu sehen meinen Kopf,
Ich geb dir Wasser, Käse, Brot und Frucht,
Die Männer zahlen gut für deine Zucht,
Wir werden wohlig wohl im Wohlstand schweben
In diesem Freudenhaus, in dem wir leben.

Ja, es war toll und es war wirklich nett,
Und war kein Geld da, ging mein Weib ins Bett,
Sie nicht zu sehen, hasst ich wie den Bock,
Schon war sie halb umkreist vom Waffenrock,
Er schwor, er werde sich dem Preise neigen,
Den Arsch tat sie dem Antichristen zeigen,
Sie schwor jedoch auf Jesu Christi Tod.
Das geht nicht gut, mein Weib, in dieser Not,
Er wird als Narr nach Narren-Nachruhm streben
In diesem Freudenhaus, in dem wir leben.

Wir machen Frieden und ich furze toll,
So wie ein Butterkäse schwanger schwoll,
Ich setz mich lachend auf die Wirtin drauf,
Komm, sag ich, sie bewegt sich ab und auf,
Betrunken waren wir und kreiselnd schliefen,
Und morgens ihre großen Brüste triefen,
Ich sacht, dass nicht verdirbt die Leibesfrucht,
Doch werde steif ich unter ihrer Zucht,
Wir in zerstörerischer Unzucht beben
In diesem Freudenhaus, in dem wir leben.

Bei Frost und Hagel habe ich mein Brot,
Die Hure geht mit mir durch jede Not,
Es ist nicht schlecht, die Katze jagt die Ratte,
Wie süchtig sich berauscht der Hure Gatte,
Entjungferung, o Jungfrau, wird es geben
In diesem Freudenhaus, in dem wir leben.

BALLADE DES DANKS AN DIE MENSCHEN

Ein Karmeliter und Karine,
Der Bettelmann und die Beguine,
Ein Penner, Säufer aus dem Städtchen,
Ein Knecht und hübsche junge Mädchen,
Ein Waffenrock und ein Jackett,
Die Blinden finden Taube nett,
Und hohe Stiefel, will ich meinen,
Ich dank den Menschen! Ich muss weinen!

Ein Mädchen zeigt der Brüste Schwere,
Im Staub marschieren große Heere,
Ein Bauer und ein Zimmermann,
Jongleure, Murmeltiere dann,
Verrückte, die dem Geiste lauschen,
Sechshundertsechsundsechzig rauschen,
Ein Blasen will mir süß erscheinen,
Ich dank den Menschen! Ich muss weinen!

Sonst nur Verräter, sonst nur Hunde,
Wir nagen am Baguette zur Stunde,
Man kaut am Abend und am Morgen,
Sonst Kot nur, finanzielle Sorgen,
Den Hund als Haustier muss ich halten,
Ich kann nicht wehren den Gewalten,
Kaum kann ich schützen die Gemeinen,
Ich dank den Menschen! Ich muss weinen!

Da kränkeln ihre fünfzehn Rippen,
O Manneskraft, o große Sippen,
Die Bomben allzu schlimm erscheinen,
Ich dank den Menschen! Ich muss weinen!

BALLADE VON DEN SCHLECHT BERATENEN LIEBHABERN

Gebt acht, wenn ihr zu hungern meint,
Dann ist aktiv der Menschen Feind,
Zu kauen nicht ein Bissen Fleisch,
Zu schauen schwer der Schläfer keusch,
Das Kapitalverbrechen schwer,
Gewiss ist nur, die Angst herrscht sehr,
Gott wird geleugnet in den Staaten,
Liebhaber sind nicht gut beraten!

Von Spielern ist das ein Geschlecht,
Das klingt doch gut, o Mann, und recht,
Nach einem Faustschlag nicht zu lachen,
Die Schulden, die sich wichtig machen,
Und nichts als Schmeichelei die Liebe,
Die unerwidert-gro0e Liebe,
Beziehungslose Kameraden,
Liebhaber sind nicht gut beraten!

Und ruhig mit den Sorgen leben,
Und Ehre nehmen, Ehre geben,
So prahlt doch nicht, ihr stolzen Nasen,
Gesund sind Menschen aufgeblasen,
Und manche wollen hoch hinaus,
Kein Rat von Kriegern in dem Haus,
Wie reizend ist die Frau geraten,
Liebhaber sind nicht gut beraten!

Willst du denn Wirbelkörper schlank?
Der Spieler ist, der Mann ist krank.
Und tragisch kommen Briefe an
Und höflich ist der feige Mann,
Zum Horror die Musik geraten,
Liebhaber sind nicht gut beraten!

BALLADE VON DEN FRAUEN DER VERGANGENEN ZEIT

So sagt mir nun, in welchem Land sie lebt,
Die einst die schöne Flora war von Rom.
Und wo ist Thais, wo ihr Busen bebt,
Wo meine Nichte, duftend wie Arom.
Wo redet Echo hallendes Getön,
Die bei dem Fluss im weißen Kleide war?
Sie waren wahrlich übermenschlich schön!
Doch wo ist nun der Schnee vom letzten Jahr?

Wo ist die weise Heloise hin,
Für welche ward kastriert und ward ein Mönch
Der weise Abälard mit klugem Sinn,
Den Penis opferte der weise Mensch!
Und als die Königin mit großem Wissen
Es so gebot, ward Einer wunderbar
In einem Sacke in die Seine geschmissen!
Doch wo ist nun der Schnee vom letzten Jahr?

Wo ist die Heroine, weiße Lilie,
Die sang mit der Sirenen-Stimme stark,
Wo ist Alice, die Luna der Vigilie,
Und wo um Gottes Willen ist Jeanne d'Arc,
Die von der falschen Kirche ward verbrannt,
Wo ist Virginia, die wunderbar
Bewahrte die Jungfräulichkeit im Land?
Und wo ist nun der Schnee vom letzten Jahr?

Mein Prinz! Mein Bester! Wer hat uns gestohlen
Die schönen Frauen all mit langem Haar?
Wir können nur mit Trauer wiederholen:
Wo ist denn nun der Schnee vom letzten Jahr?

BALLADE VON DEN FRAUEN VON PARIS

Was immer wir für schöne Frauen minnen,
Die aus Florenz, die Venetianerinnen,
Genug, wir lieben sie und wir sind Boten
Der Lust an Jugendlichen und an Toten,
Wir lieben Römerinnen ohne Fehle,
Und die aus Genf, gefährlich meiner Seele,
Und die aus der Toskana tun wir minnen.
Die schönsten Fraun sind die Pariserinnen!

Chérie, Chérie, wir wollen singen, minnen!
Die heißen Neapolitanerinnen
Geeignet sind sehr gut zum Kokettieren,
Die Deutschen, ach, die Preußinnen sich zieren,
Die Griechinnen und die Ägypterinnen
Wir wollen und Zigeunerinnen minnen.
Die Spanierinnen sind sehr schön zu schauen.
Die schönsten aber sind Pariser Frauen!
Die Frauen der Gascogne, die der Schweiz,
Die Frauen aus Toulouse sind voller Reiz,
Fischweiber lieben wir aus Hafenstädtchen,
Aus Lothringen die reinen Wundermädchen,
Die Frauen aus Britannien unermessen,
Und sagt mir, habe ich ein Land vergessen?
Das Baskenland ist fast ein Paradies!
Am schönsten sind die Frauen in Paris!

Mein Prinz, mein Lieber! Die Pariser Damen
Besitzen allesamt der Schönheit Namen,
Ist die Provence auch wie das Paradies,
Das schönste Liebchen sah ich in Paris!

BALLADE VOM PLAUDERER

Ich kenne ihn sehr gut, er schwimmt in Milch,
Ich kenn das schöne Kleid von diesem Knilch,
Kenn gutes Wetter und kenn schlechtes Wetter,
Kenn Edens Apfel und den Menschheitsretter,
Ich kenn den Baum, der ist an Baumharz reich,
Ich kenn den Mann, und mir ist alles gleich,
Ich kenn des Mannes Pflicht, wie ich es nenne,
Ich freue mich, doch nicht, dass ich ihn kenne.

Ich kenne ihn an seinem steifen Kragen,
Ich kenn die Mönchslegenden und die Sagen,
Ich kenn den Meister und ich kenn den Schüler,
Den Mönch, der schwärmt für Nonnen immer schwüler,
Ich finde seine Gossensprache stark,
Er ist verrückt, er liebt den Knoblauch-Quark,
Den Wein der Tonne und das Brot der Tenne,
Ich freue mich, doch nicht, dass ich ihn kenne.

Ich kenn die Esel und ich kenn die Stuten,
Ich kenne die Verwandten auch, die guten,
Ich kenne Beatrice, kenn Anais,
Ich kenne Diotima, kenne Thais,
Ich kenn Visionen, bin mit Geld bekannt,
Kenn die Bohème und das Böhmenland,
Ich kenn den Vatikan, wie ich bekenne,
Ich freue mich, doch nicht, dass ich ihn kenne.

Mein lieber Prinz! Ich kenne ihn, ich weiß,
Ich kenne Rot und Gelb und Schwarz und Weiß,
Ich kenn die Todin, die ich Schwester nenne,
Ich freue mich, doch nicht, dass ich ihn kenne.

BALLADE UND FÜRBITTGEBET
O Vater Noah, der den Weinberg baute,
O Lot, der hob den Rock und sich vertraute
Den Töchtern, welche waren in der Nähe!
Ich will nicht schelten solche Inzest-Ehe,
Das waren Männer, die die Menschen liebten!
Die Patriarchen auch, die sehr beliebten,
Die bitte ich, dass sich im Fegefeuer
Die Seele Vater Eberhards erneuer!

In frühern Zeiten warst du sportlich schlank,
Der immer nur vom besten Weine trank,
Und wenn dein Pinienzapfen war geschwellt,
Der beste Bogenschütze du der Welt,
Du zogest deine Hände aus dem Topfe,
Der Spiritus stieg abends dir zu Kopfe,
Die Geister bitt ich, dass im Fegefeuer
Der Geist sich Vater Eberhards erneuer!

Du wanktest als ein Greis, der Karten sammelt,
Der selten faul in seinem Bett gegammelt,
Und manchmal gab es Birnen in dem Trubel,
Wie aufgeregt die Elster war vom Jubel,
Kurz, wenn wir weg von dieser Welt versinken,
Sag, gibt es dann noch guten Wein zu trinken?
Euch Engel bitt ich, dass im Fegefeuer
Der Geist sich Vater Eberhards erneuer!

Mein Prinz! Wie unersättlich seine Seele,
Noch, als es ihm zuletzt ging an die Kehle!
Ihr Götter, sagt mir, gibt es auch noch Eier
Geschwollen droben in dem Fegefeuer?

FINALE BALLADE

Hier schließt den letzten Willen, ihr Gelichter,
Maria Josef Mayer ab, der Dichter.
Kommt zur Beerdigung mit armen Leuten,
Nur, wenn ihr liebt das fromme Glockenläuten.
In Purpur tragt zu Grabe seine Sinne,
Er starb als Märtyrer der heißen Minne.
Er schwor zuletzt auf seinen Schwanz: Der steht!
Wenn diese Erde aus den Fugen geht.

Es macht doch keinen Sinn die Erdenpampe,
Verachtet der Poet wie eine Schlampe!
Von seiner Liebe hasserfülltem Schrein
War er besoffen wie von schlechtem Wein.
Nicht Schwamm noch Seife hat ihm je behagt,
Und keiner hörte, was er weisgesagt
Von Evas Slip, der an der Leine weht,
Wenn diese Erde aus den Fugen geht.
Es ist nun einmal so und leer der Humpen,
Er hatte schließlich nur noch schlechte Lumpen,
Normalerweise in dem Tode nicht
Ein Schmerz so wie der Liebe Stachel sticht
So scharf wie Rattenzähne in dem Pfühl.
Die Liebe war ein Joch für sein Gefühl,
Und ihr bewundert, was geschrieben steht,
Wenn diese Erde aus den Fugen geht.

Mein Prinz! Ein Gentleman geht in die Nacht,
Was er euch zur Beerdigung vermacht,
Ist Rotwein und gebratne Ente, seht,
Wenn diese Erde aus den Fugen geht.

BALLADE UND GEBET ZU UNSERER LIEBEN FRAU

Des Himmels Kaiserin, der Erde Königin,
Der grausen Unterwelt gestrenge Herrscherin!
O nimm mich Christin an, ich komm bescheidner Demut,
Mit Zähnen weiß und rein ich komm und stiller Wehmut,
Ich bin zwar gar nichts wert und tauge wenig, schau,
Doch groß ist dein Verdienst, o Königin, o Frau,
Und größer dein Verdienst als alle meine Fehle.
Den Himmel kann man nicht besitzen ohne Seele,
Erbarmungswürdig bin ich nichtige Gestalt.
In diesem Glauben leb ich und ich sterbe alt.

Sag deinem Sohn, ich bin als Fleisch ihm doch verwandt,
Und meine Sünden hab im Beichtstuhl ich bekannt.
Wie der Ägypterin Maria mir verzeihe,
Wie Bischof Theophil den Pakt, die Satansweihe.
Durch dich bin ich erlöst und völlig absolviert.
Was schloss er auch den Pakt? Der nur dabei verliert!
Bewahre immer mich, den Teufelspakt zu schließen,
O Jungfrau, denn ich will das Paradies genießen
So wie das Sakrament in beiderlei Gestalt.
In diesem Glauben leb ich und ich sterbe alt.

Ich bin ein altes Weib, bin arm und krumm und schief,
Mit schlechten Augen kann ich lesen keinen Brief,
Sieh die Kapelle, wo ich zähle zur Gemeinde,
Die Hölle ist gemalt und Feuer für die Feinde
Und auch das Paradies, ich will dahin zurück,
Das Feuer macht mir Angst, der Himmel ist mein Glück,
Ich habe große Lust, o Göttin in dem Himmel!
Was soll der Sünder Schar, das sündige Gewimmel?
Mein Glaube ist doch fest und ist mein letzter Halt.
In diesem Glauben leb ich und ich sterbe alt.

Du Himmelspforte, Frau, wie man die Herrin nennt,
Im Himmel herrscht der Herr, der keine Ruhe kennt,
Der Herr der Heere, ach, da unsre Schwäche zittert,
Wenn der Allmächtige in seinem Thron gewittert,
Dann lass den Himmel du und komm im Jugendreiz,
Der sich geopfert hat für uns am schlimmen Kreuz,
Denn Jesus ist mein Herr, ich singe stets den Psalter.
In diesem Glauben leb ich, sterb in hohem Alter.

EROTISCHE HAIKUS

1

Nach des Meeres
Salzigen Küssen
Süßen Tee.

2

Seine niedrigen Jeans
Und sein hohes T-Shirt
Zog mein Bauch an.

3

Röckchen, Flipflops, Beine,
Brüste, Lippen, blauen Augen,
Die Treppe hinunter.

4

Alle Parfums
Aller Geheimnisse Asiens
In ihrem Höschen.

5

Blackout...
An der Spitze der Zunge
Vergnügen!

6

Die Tuilerien:
Die nackte Brust einer Frau
Von einem Baby versteckt.

7

Plötzlich ohne Unterstützung
Ihre Brüste brauchen Hände,
Deine! Das ist gut.

8

Die Stufen
Von Sacre Coeur hinauf steigt
Ein heiliger Arsch.

9

Ohne Schlaf.
Schiebe deine Hand zwischen deine Beine.
Einschlafen.

10

Tauwetter,
Frauen, Terrassen,
Entdeckungen.

11

Windflügel.
Zwei Blumenkleider
An der Leine.

12

Vorfrühling,
Ihr offenes Blumenkleid,
Zwei Tasten.
13

Kleine Hand,
Lediglich
Ihres (auch meines).

15

Am Strand
Zwei nackte Frauen
Undurchdringlich.

16

Wäscheleine.
Schriftsätze der Nachbarin,
Größer als die Vorbestellung.

17

Vorfrühling.
Eine Pionierin auf der Straße
Mit nackten Beinen.

18

O nackte Beine,
Wir denken an die Dinge,
Welche nicht sichtbar

19

Frühjahr auf der Erde
Und unter den vielen
Blumen Frauen.

20

Erste Blumen,
Weiß wieder
Mädchen.

21

Vergewaltigung durch die Hummel:
Schwarze Hummel in der makellosen
Weißen Blüte.

22

Die schwarze Hummel,
Der jungfräuliche Hof und Obstgarten,
Alle zu befruchten.

23

Insel-Gletscher,
Die nicht apologetische Dame
Mit drei Bällen

25

Sein kleiner geschmolzener Mann
Hinter zwei
Bällen.

26

Schwester, neidische Süße,
Sexy Anrufe
Deiner Kollegin.

27

Dickicht des Körpers
Im Bett,
Zu Ende lesen.

28

Das Lotterbett,
Seine Schenkel und sein Buch
Geöffnet.

29

Geringe Masse
Der Pyjamas
Im Bett

30
Die Buchhandlung:
Posiert ein erotisches Buch,
Ich sehe seinen Dichter.

31

Sein Buch,
Sein Kopfkissenbuch,
Unvollendet.

32

Frische Feigen,
Nervenkitzel der Phantasie,
Die gespaltenen Früchte.

33

Heiß
In seiner Nase
Sein Lächeln.

34

Herbst-Nebel,
Wilden Wein muss man
Pflücken.

35

Zitternd
Heirate ich mit der Hand
Ihre Gebärmutter.

36

Blumenkleid,
Es sitzt,
Es entbrennt.

37

Mini-Minirock,
Die Länge der Beine
Verkürzt meine Nächte.
38

Gib mir einen Kuss!
Spaß haben mit meine Muse
Im Museum.

39

Die Tochter des Museums,
Ich gebe alle Bilder der Welt
Für diesen Arsch.

40

Fliegend
Zwei verbundene Libellen
In der Hitze der Luft.

41

Erste Zärtlichkeit
Für dein Gesäß,
Keine Eile.

42

Auf der Straße
Vertraue ich ihrem Arsch
Und es funktioniert.

43

Ihr Dekolleté
Seine Wirkung überprüft
In meinen Augen.

44

Gratis.
Es belebt Che
Ihr T-Shirt.

45
Eine Zeichnung,
Ihre Brüste
Dreidimensional.

46

Miteinander verflochten
Hinter ihrem Parfüm
Sein Geruch.

47

Geviertelt,
Die Bescheidenheit im Bett
Ist fort.

48

Ich krieche,
Während ich mich ausgezogen,
Ist sie schon nackt.

49

Wir lesen im Bett
Leblose Bücher:
Unsere Oberschenkel durchbohrt.

50

Heute Abend
Ist sie dreimal gestorben.
Sie vergibt dem Mörder.

51

Ausschnitt
Sie können nicht wahr sein, das
Sind Implantate.

52

Erschrocken
Zwischen weißen Zähnen
Die rote Klitoris.
53
Was für eine Wärme!
Es ist Zeit für Blumenkleider
Auf der Haut.

54
Was für eine Wärme!
Komm, das tut gut!
Sie sagte nichts.

55
Was für eine Wärme!
Wir können uns nicht vorstellen
Das Ding.

56

Was für eine Wärme!
Es gibt sie zweimal
In so gut wie nichts gekleidet.

57
Meine Güte,
Sie riß
Ein Loch in seine Jeans.

58

Wenn sie sich hinsetzt,
Etwas Haut nimmt man wahr
Unter der Seide.

59

Wenn es auch ein Trick ist,
Ich liebe diese
Selbsthingabe.

60

Rückenwind, die Röcke heben sich,
Die Fahnen sind Kleidchen,
Die Fahnenstangen sind Männer.

61

Heilige Jeanne,
Du sollst verteidigt werden
Wie ein Schwarm.
62

In Rosa und Süße der Sonne,
Nie kam der Retter,
Sie sah nur den Gärtner.

63

Der Büstenhalter ihrer Brüste,
Mein Heiligenschein,
OO!

64

Die Spitze seines Schwanzes
Sagte laut:
O!

65

Eisheilige,
Die Spitzen ihrer weißen Brüste
Stehen.

66

Frühling,
Männer und Frauen begeistern sich
An Schminke.

67

Erste Abteilung,
Eine Frau,
Alles was man braucht.

68

Es ruft das neue Jahr.
Eingefügt in Münder,
Für Liebhaber.

69

Ende Dezember:
Nackt auf der Straße
Fichten.
70

Diese Lippen,
All diese Küsse auf die Wangen,
Erster Januar.

71

Für Küsse
Zieht er die Lippen zur Wange
Wegen der Nase.

72

Allein in ihrem Bett
Die Frau, die im Bett träumt:
Betten, Betten, Betten!

73

So im Gesicht
Und auf dem frechen schwarzen Kleidchen
Tautropfen.

74

Um beide Brüste zu mieten
Ich habe entwickelt
Ihr Dekolleté.

75

Die untergetauchten Teile
Ihrer Brüste
Von des Eisbergs Farbe.

76

Sein runder Bauch
So süß wie ihre Wangen
Oder ihr Gesäß.

77
Neigung
Zu sich selber enthüllt
Ihre Natur.

78

Die sonnigen Brüste
Für diejenigen, die wenig haben,
Den Arbeitern ein Wunder.

79

Parfüm der Damen,
Der mehrdeutige Duft
Einer unbekannten Pflanze.

80

Unter Druck
Ihre Brüste angehoben,
Um sie besser zu sehen.

81

Sommermorgen,
Sogar die Schatten
Sind in der Liebe.

82

Mond am Morgen.
Ejakulations-Gesänge
Des frühen Hahns.

83

Das Sommerkleid
Offenbart den warmen Wind,
Ein wenig Frische.

84

Sommermorgen,
Der Duft von Jasmin
Ist bereits in der Liebe.
85

Eichel im Herbst,
Nichts ist von größerer
Weichheit.

86

Der Herbstmond
Versucht, einen Nimbus zu zeigen
Hinterrücks.

87

Pfeffer und Sandelholz und Moschus,
Die duftende Spur
Der Joggerinnen.

88

Lutschtabletten, halbiert,
Ihr Höschen aus diesem Blickwinkel
Trianguliert.

89

Der Hüfte Linie,
Höhepunkte
Meines Glücks.

90

Lust, grün,
Nichts gibt mehr Anreiz zur Liebe
Wie Gras.

91

Ich traf eine Braut,
Weißes trägerloses Hemdchen und Mini-Rock,
Bereit zu essen.

92

Museums-Kleidung,
Spitzenunterwäsche,
Wärmer als String-Tangas.

93

Was für eine Wärme!
Mehr trockenes Haar unter Kleidern,
Sogar mit nichts bedeckt.

94

Salzige Küsse
Des Meeres, süß
Zu schmecken

95

Der kleine Tod!
Sie vergibt
Dem Mörder.

96

Ihn an der Bar interessieren
Apropos tausend Dinge,
Denkend nur Eine.

97

Einziger Wermutstropfen,
Hell blond unten,
Seine Lippen.

98

Aufkeimender Frühling,
Sein runder Bauch,
Kuchen oder Fleisch.

99
Meine Hand auf deinen Brüsten,
Berge in meiner Hand,
Sonst müssen wir nichts.

100

Sexy der String-Tanga,
Zwischen den beiden
Harmonie.

101
Alter Ledersattel
Auf dem Fahrrad, unterm Kleid
Das Mädchen trägt keinen Slip.

102

Ihr Höschen
Von Spitze, Korallen.
Ich höre das Meer.

103

Das junge Mädchen
Mit den Formen der Frau.
O Phantasie!

104

Das als Frau
Gebildete Mädchen.
Brennendes Verlangen!

105

Eng anliegende Shorts,
Sie streichelt ihr Gesäß,
Dass wir nicht sehen können.

106

Auf der Straße sind
Ihre Brüste gepresst,
Erigierte Spitzen.

107

Zittern in der Stadt,
Zitternder Inhalt
Des Dekolletés.

108

Brutzeit.
Männchen haben schöne Körper,
Frauen noch viel mehr.

109

Frühling in der City,
Frauen, die bereits
Schwanger sind.
110

Der Brüste Zeichnung,
Schöner als ihre eigenen.
Und dennoch!

111

Weinen in der Sommernacht,
Sternschnuppen
Oder Orgasmus?

112
Sommernacht.
Ihre weißen Brüste.
Unschärfe der Nacht.

113

Mutter und Tochter,
Eine im weißen Kleid,
Die andere schwergewichtig.

114

In ihrem Kleid
Ich sehe, wie sie oben ohne
Gut angelegt ist.

115
Indisches Restaurant:
Sie fühlt sich schon
Scharf wie Curry.

115

Klappern.
Am Ende des Films klatschen
Auf ihr Gesäß.

116
Das Kleid
Fliegt auf dem Fahrrad,
Entdeckung des Sattels.

117
An des Nordens Küste
Die weißen Brüste
Der Kellnerin.
118

Am Ende
Bietet sie ihren Duft,
Den real blonden.

119

Vom Wind aufgedeckt
Die Spitze der Beine
Und das Lächeln.

120

Salbe auf meinen Körper,
Ein Körperteil
Wird nicht verschwinden.

121

Ihr Höschen?
Ich hab es nicht gesehen,
Es war so klein.

122

Sogar nackt
Sie plaudert
Unbeschränkt.

123

Schüchternheit,
Doch die Wahrheit hat verraten
Ihre Feuchtigkeit.

124
Am sinnlichen Abend,
Höschen und Büstenhalter,
Ihr charmantes Lächeln.

BERANGER LIEDER

ALLES LIEBE.
Trotz der Stimme der Weisheit
Will ich das Gold erheben:
Plötzlich vor die Füße meiner Herrin
Will ich meine Schätze legen.
Adele, jede deiner Laune
Will ich befriedigen täglich.
Nein, nein, ich bin geizig,
Aber ich habe viel, viel Liebe!

Adele zu verewigen,
Sind meine inspirierten Lieder da,
Meine Verse, in denen ich sie male,
Dass sie für immer bewundert werde.
Im Mai und im ewigen Speicher
Sind unsere Namen eingraviert!
Ich habe keinen Ruhm,
Aber ich habe viel, viel Liebe!

Providentia hebt mich
Bis zum lichten Thron des Königs,
Adele verschönert diesen Traum:
Ich werde ihr all meine Rechte geben.
Um sicher zu sein, ihr zu gefallen,
Ich möchte auf einem Innenhof stehen.
Ehrgeiz habe ich wenig,
Aber ich habe viel, viel Liebe!

Aber was für ein eitler Wunsch verstört mich?
Adele, erfülle alle meine Wünsche!
Die Helligkeit, der Ruhm, das Glück,
Weniger als Liebe kann uns nicht glücklich machen.
An mein Glück wollt ich glauben,
Aber das Schicksal trotzte mir!
Ich habe weder Ehre noch Ruhm,
Aber ich habe viel, viel Liebe!

ALTER WEIN UND JUNGE MÄDCHEN

Liebe, Freundschaft, Wein,
Das soll beleben das Fest;
Trotzt jeder Etikette!
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

Amor gibt uns die Lehre;
Überall auf diesen gottlosen Straßen
Nimmt er das Tischtuch als Taschentuch.
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

Ob mit Gold das Essen ist reichlich,
Es dauert zwei Lieben lang,
Ein Glas Wein und ein Teller Fleisch.
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

Auf einen Thron freun wir uns?
Wir können uns beide setzen
An den Tisch des Lebens!
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

Wenn die Armut uns folgt,
Ein Loch in meinem Mantel,
Blumen schmücken deine Toilette.
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

Aber was sag ich? Ach, in diesem Fall
Lass ich meine Gewohnheit:
Lida scheint besser gebaut,
Tirileia, tirilei,
Alter Wein und junge Mädchen!

DIE BACCHANTIN

Sehr geehrter Liebhaber,
Ergeben bin ich Ihren Wünschen;
(Mit Julie hab ich Champagner getrunken).
Erfinden Sie, wenn möglich, Vergnügungen,
Ich liebe den Wahnsinn!.
Gießen Sie mir ein dies fröhliche Gift;
Aber meistens ist steif Ihre Herrin:
Ich erröte in meiner Trunkenheit,
Wenn Sie konservieren Ihre Liebe.

Schon sehen Sie leuchten in meinen Augen
All das Feuer, das in meinem Blute kocht!
Auf Ihrem Bett, zerzaust mein Haar,
Blumen fallen zu Blumen, mein Kranz...
Kristall hat gerade zusammen geklungen:
O Gott! Ficke meine brennende Kehle!
Und der berauschende Schaum ist getrocknet,
Den Sie mir einzugießen beliebten.

Verse gibt es; aber warum diese Hülle
Zwischen Ihren Küssen und meinen Reizen?
Zerschlagen Sie diesen Knoten, zerschlagen ihn für immer,
Meine Bescheidenheit kennt keine Vorsicht.
Drücken Sie Ihre Arme an meine nackten Reize!
Ah! Ich fühle verdoppelt mein Dasein!
Eine heftige Lust können Sie in mir erregen,
Ihre Begeisterung wird nicht ausreichen.

In meine Arme fällt schließlich der Schatz;
Aber ach! Ihre Küsse schmachten noch!
Ich trinke nicht mehr, meine Liebe
Ist der Nektar, der Ihr Feuer löschen wird.
Meine Begierden sind gestillt,
Undankbarer, wenn Sie sich beschweren,
Ich werde zumindest löschen
Den Wein, den ich getrunken.

FRÜHLING UND HERBST

Zwei Spielzeiten regeln alles
Für diejenigen, die im Spaß leben können:
Im Frühjahr gibt es Rosen,
Im Herbst einen positive Saft!
Die Tage werden neu, das Herz erwacht,
Wir haben Wein, wenn sie kurz sind.
Im Frühjahr - Abschied von der Flasche!
Im Herbst - Abschied von der Liebe!

Besser wäre es wahrscheinlich, zu vereinen
Diese beiden Tatsachen, Neigungen bezaubernd,
Aber ich fürchte, für meine Gesundheit
Zu viel zu trinken und zu liebevoll zu sein.
Aber Frau Weisheit rät mir,
So zu teilen meine Tage:
Im Frühjahr - Abschied von der Flasche!
Im Herbst - Abschied von der Liebe!

Im Mai, sah ich Rosa
Und mein Herz hat gelitten.
Dass ihre koketten Launen
Verwischen mich in sechs Monaten!
Um mich endlich revanchieren,
Ich rufe zu meiner Rettung den Oktober.
Im Frühjahr - Abschied von der Flasche!
Im Herbst - Abschied von der Liebe!

Ich nehme Zweige und strafe Adele
Ohne Möglichkeiten der Reue.
Adieu, sagte sie eines Tages zu mir;
Sie kehrt lange danach zurück.
Ich sang unter dem Weinstock:
Ach! Ich sagte, das Jahr ist abgelaufen.
Im Frühjahr - Abschied von der Flasche!
Im Herbst - Abschied von der Liebe!

Aber es ist eine bezaubernde Zeit,
Da verändern sich meine Freuden.
Es reizt der Wein die Trunkenheit
Und der Meister begehrt sogar.
Für sie ist es kein Wunder,
Zu stören die Reihenfolge meiner Tage:
Im Frühjahr - mit der Flasche!
Im Herbst - mit der Liebe!

MADAME GREGORIUS

Es war meine Zeit,
Da schien Madame Gregorius.
Ich war zwanzig Jahre alt,
In seinem Kabarett lachend und trinkend;
Sie zog die Menschen an
Durch die Einbeziehung der Luft.
Über einer breiten braunen Brust
Gab es eine Gutschrift vom Bergwerk.
Ah! als wir eintraten,
Trinken wir gleich den Wein!

Von ihrem Mann,
Obwohl sie weinte Tränenfluten,
Keiner von uns
Wusste etwas vom Verstorbenen;
Aber ihn zu ersetzen,
Wer wollte nicht darüber nachdenken!
Glückliche Abrechnung, wo Gerüchte
Brachten sein Bier und sein Glas!
Ah! als wir eintraten,
Tranken wir gleich den Wein!

Ich sehe noch
Sein lautes Lachen zu Tränen werden,
Und unter seinem goldenen Kreuz
Das Ausmaß seines bescheidenen Charmes.
Auf alle seine Annehmlichkeiten
Überprüft sie ihre Liebhaber:
Dichterlinge empfindlich braun
Haben ihre Stücke für sie gemacht.
Ah! als wir eintraten,
Tranken wir gleich den Wein!

Ein Trinker war dreist,
Die Frauen suchte gleich Streit mit ihm.
Ich habe oft gesehen
Den tapferen Kampf um sie!
Der Wachmann liebt
Und immer streitet,
Sie, als Frau die fähigste,
Im Bett versteckt die Schuldigen.
Ah! als wir eintraten,
Tranken wir gleich den Wein!

Als ich an der Reihe war,
In des Meisters Haus zu sein,
Es kam täglich
Zu meinen Freunden eine neue Partei.
Ich war nicht eifersüchtig;
Wir erdrückten alle.
Die Gastgeberin drückte der Verkauf,
Wir lieferten an das Dienstmädchen.
Ah! als wir eintraten,
Tranken wir gleich den Wein!

Alles wird geändert.
Mit nichts mehr durchstochen zu sein,
Sie nahm verlassen
Die Freuden und den Handel.
Ich bedauere, leider,
Seinen Keller und ihre Reize!
Lange Zeit jede Praxis
Wird als sein Geschäft geschrieben:
Ah! als wir eintraten,
Tranken wir gleich den Wein!

MEINE OMA

Meine Oma eines Abends in ihrem Zimmer,
Reinen Wein trank sie mit zwei Fingern,
Wir haben gesprochen und schüttelten den Kopf:
Wie ich früher in der Liebe war!
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Was! Oma, warst du nicht klug?
- Nicht wirklich. Und meine Reize
Mit fünfzehn Jahre wusste ich nicht zu gebrauchen,
Denn in der Nacht konnte ich nicht schlafen.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Oma, hattest du ein weiches Herz?
- Ja, so zärtlich, dass mit siebzehn Jahren
Lindor ließ nicht lange auf sich warten,
Und er wartete auch nicht lange.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Oma, Lindor erkannte dich? Wie bitte?
- Ja, er gefiel mir, aber nur drei Monate;
Doch schon bald fühlte ich für Valerius,
Und ich machte zwei Menschen glücklich zugleich.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Was! Oma! zwei Liebende zugleich!
- Ja, aber beide haben mich betrogen.
Dünner war ich, wie es schien,
Als ich deinen Opa geheiratet hatte.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Oma, sag, wolltest du von ihm Kinder?
- Nein; aber ein vernünftiger Mann
Könnte sich über die Schale informieren,
Das Ei wurde bereits aufgebrochen.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Oma, warst du Opa treu?
- Oh! Ich bin still über diesen guten Mann.
Es sei denn, dass Gott mich ruft,
Mein Beichtvater soll nichts wissen.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

In der letzten Zeit, Oma, warst du Witwe.
- Ja; aber Dank sei meiner Fröhlichkeit,
Wenn auch die Kirche nicht mehr ganz neu war,
Der Heilige war nicht weniger berühmt.
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

Wie du, Oma, soll ich es jetzt tun?
- He, meine lieben Kinder, warum,
Als ich das tat, tat ichs wie meine Oma,
Habt ihr mich etwa nicht geliebt?
Wie ich bedauere
Meine Arme so rund,
Meine wohlgeformten Schenkel
Und die verlorene Zeit!

PARNY EROTISCHE POESIE

AN ELEONORE

Liebe mit dreizehn Jahren, sagst du,
Ist zu früh. Wie? Ist sie nicht unabhängig vom Alter?
Du benötigst, weise zu sein,
Um die Wollust zu schmecken?
Nimm nicht einen Fall an,
Dies ist nur ein Spaß.
Wenn es zur rechten Jahreszeit kommt,
Ist das Herz nicht lange Kind.

Entlang einer flüchtigen Welle,
Königin der umliegenden Büsche,
Halb eine rosa Gefangene,
Den Strahlen eines schönen Tages geöffnet.
Von einem wankelmütigen Geschmack irre
In diesen Orten geht Zephyr um,
Er sieht und hat Spaß,
Er liebt das Lernen;
Aber vergeblich: seine naive Luft
Berührt nicht die grausame Blume.
Bitte, lass mich, sagte sie;
Kaum habe ich dich erblickt.
Wieder bin ich gerade geboren.
Komm zurück heute Abend, und vielleicht
Wirst du ein wenig besser empfangen werden.
Zephyr flog davon, hinkend,
Um an anderer Stelle zu trösten.
Außerdem, weil es Blumen gibt
Ähnlich wie unsere Schönen,
Als er floh, ein Wind erhob sich
Ein bisschen lauter als sonst,
Der von der Rose, spielend,
Löst den leichten Bogen,
Das Blatt fällt, und der Strom
Folgt dem steilen Hang;
Ein anderes Blatt macht das gleiche,
Dann drei, dann vier; in einem Augenblick,
Der Aufwand des tückischen Nordwinds
Hatte geerntet all diese Reize,
Fakten für zartere Götter,
Wenn die Rose feiner gewesen wäre.
Zephyr kam zurück, aber ach,
Es blieb nur die Wirbelsäule aufrecht.

AN ELEONORE

Wenn die Nacht auf unsere Häuser
Sich breitet mehr dunkel,
Sobald das Stöhnen des Messings tönt
Unterm Hammer des Mittags;
Auf den Spuren der gläubigen Liebe,
So die Freuden hundert Prozent,
Fliegst du zu meinem Souverän,
Und Freuden biegen ab
Bei der Parade vor den Augen ihrer Königin;
Sie bleiben dort bis zum Tag;
Und wenn die Dämmerung schimmert,
Gib das Wort, um die Sonne zu öffnen,
Ihre breiten Türen vergoldet,
Abends würden sie wieder schließen.

AN ELEONORE

Ah, wenn überhaupt, waren wir begeistert von der Erde,
Wenn sie sah die tödliche Eifersucht der Götter,
Es war in den Tagen, als, leichtgläubig und aufrichtig,
Ich war glücklich und war bei euch.
Diese sanfte Verbindung hatte Modellcharakter:
Weniger zärtlich der Bruder liebt seine Schwester,
Die neue Frau den jungen Mann,
Der sensible Freund den Freund seines Herzens.
O du bist meine treue Geliebte,
Du bist es am meisten! Also diese Liebe -
Lass deine Versprechen im Voraus ertönen!
Du kamst; bereits deine Unbeständigkeit
In trauriger Nacht änderte meine Blütezeit.
Ist das nicht die, die mich erfreut,
Denn mein Vergnügen ist angewiesen auf deine Jugend?
Soll ich mein Herz dir geben?
Deine Seufzer waren die ersten für mich,
Erhielt ich deine ersten Versprechen.
Du hast mir gesagt: In Pflicht und Ehre
Will ich nicht deine Partnerin sein.
Erwarte nichts; wenn ich mein Herz gegeben,
Du wirst meine Jugend täuschen.
Du sagtest mir, das Geschlecht ist irreführend.
So sprach deine ängstliche Weisheit;
Und doch ist man nicht auf der Flucht vor mir;
Noch ein tiefes Rot
Verschönert deinen bescheidenen Charme;
Und doch hast du unaufhörlich gesprochen
Das Wort der Liebe, die einen Schrecken verursacht;
Und in meiner Hand mit deiner Weichheit
Kamst du, um nach meinem Glauben zu fragen.
Ich gab mich hin, mich dir wieder zu geben.
Ich schwöre bei Gott allein, dass ich liebe!
Gott selbst hegt Liebe!
Von deinen Fehlern habe ich den ersten verursacht;
Von meinen Fehlern wirst du der letzte sein.
Und wenn deine verlorene Liebe
Sich ändern könnte, wenn sie auf der Erde gesehen
Auf der Anderen Glück, um dir zu gefallen,
Ah, kann dann der Himmel mich bestrafen?
Von deiner Bevorzugung nehmen meine Erinnerungen?

MEINE FLASCHE

Komm, o mein lieber Flasche,
Nur betrunken ertrag ich alle meine Schmerzen.
Süße Begleiterin, glückliche Freundin,
Verse in meiner Begeisterung,
Vergesslichkeit von Göttern und Menschen.
Trinke, aber trinke ein volles Glas;
Und wenn des Schlafes Hand
Schließt meine traurigen Augenlider,
O Götter, bewegt meinen Wecker!
Wenn die Dämmerung langsam Fortschritte macht,
Um die Türen des Tages zu öffnen:
Sklaven, schweigt
Und lasst meine Liebe schlafen.

AN MEINE FREUNDE

Lachen und singen, meine Freunde,
Wir wollen sonst nichts tun,
Lasst uns flüstern vulgäre Worte,
Vergnügen ist immer erlaubt.
Dass unser Dasein leichter werde,
Spielen wir, wie wir in Ohnmacht fallen.
Leben wir für uns, um glücklich zu sein,
Egal wie!
Eines Tages wird es uns beugen
Unter der Hand der Zeit, die bedrängt uns;
Aber genießen wir in der Jugend,
Und raubt uns das Alter die Freuden,
Können wir sie immer noch stehlen.
AN HERRN F.

Abzuschwören meinem süßen Nichtstun,
Ich war bei ihr;
Aber mein Herz hat wieder seine Schwäche;
Adieu, verlasse mich!
Die Küsse meiner jungen Geliebten
Haben alle meine Pläne geärgert.
Ihre Augen sind schöner als je zuvor;
Ihre Schmerzen berühren mich.
Sie hat mich in ihre Arme genommen,
Beschwört die Macht der Götter,
Bereits beweinte sie meine Unbeständigkeit,
Stöhnte und hörte nicht auf mich.
Komm, sagte sie; ein anderes Ufer
Erwarten wir beim Versinken des Tages;
Wir werden zusammen eine Reise machen,
Aber es geht zum Tempel der Liebe.

AUF DIE WIESE UNTER ELEONORES FÜSSEN

Thron der Blumen, Bett von Grün,
Gras, von der Liebe eingepflanzt,
Halte frisch und rein die Zweige!
Meine Hand sollte dich jeden Tag berühren.
Runde von neuem Gras;
Wachse, üppiges Gras.
Am Mittag Zephyr, der Liebhaber,
Trägt die Schätze im Flügel.
Dieser verflochtene Flieder,
Dessen Blüten abgerundete Gewölbe,
Darauf klopfte er leise,
Stieß um den Tropf der Tränen,
Welche die Morgenröte bezahlt hat.
Unter dem Charme meiner Herrin
Blühen sie immer beweglich,
Aber ihr solltet euch sofort erheben;
Unsere Liebe ist Liebelei,
Bewahre das Zeugnis;
Sie könnte mich eifersüchtig machen.

AN EINEN FREUND, DER VON SEINER FRAU BETROGEN WURDE

Was! Über Unbeständigkeit stöhnen?
Du weinst wieder, Seladon?
Ah! Die Wolke hat ihren Grund
In der Schande deiner Erfahrung.
Bist du wirklich so unvorsichtig
Zu wollen, dass eine Frau dir treu sei?
Zu einfältig und zu leichtgläubig, Liebhaber,
Wie falsch und blind deine Seele!
Du wolltest leicht beheben
Das zitternde Laub der Bäume,
Die vom Sturm geschüttelten Zweige,
Und das wehende Gold der Felder
Im Gleichgewicht einer wankelmütige Brise?
Du liebtest sie in gutem Glauben;
Aber konnte sie jemals lieben?
Ein Rivale bekommt ihre Zärtlichkeit;
Ein anderer hatte sie vor dir;
Und morgen, ich wette,
Ein dritter, dümmerer,
Ersetzt in seinem Wahnsinn
Den, der unvorsichtig dich hat ersetzt.

AN EINEN WOHLTÄTIGEN MANN

Suche auszurotten auf der Erde
Der sensitiven Herzen Vorteil;
Der Mensch verzeiht nie
Die gute Tat, die wir wagten zu tun.
Macht nichts, werde nicht müde;
Im Grund bist du ihnen doch gut;
Die Menschheit wäre weniger schön,
Wenn sie nicht so undankbar wäre.

AN DIE MYRTE

Schöner Baum, ich lösche
Diesen Namen, in deine Rinde graviert,
Die Scheidung des Liebhabers
Wird fortgesetzt, um fortzugehen.
Du sprich nicht von Eleanore;
Nenne diese Zahlen Lügner;
Die Zeit hat unsere unvereinigten Herzen
In deiner Rinde noch vereint.

IN EINEM LANDASYL

In einem Landasyl
War der Ruheort des Damis,
Die ruhigen Bäche,
Unter den Blumen, da er geboren wurde,
Ihre Wellen rollten lustlos.
Auf dem Lande hat er voll Neid
In seinem Garten eingesperrt
Das Wasser, das ihm Leben gab.
Er bereitet sich auf einem großen Teich aus.
Wer bekommt die erstaunte Quelle?
Was passiert da? Der schwarze Schlick
Hat bald gefesselt die Welle:
Diese Welle wird zum Gift.
Die zarte Blume, nur blühend,
An seinen Ufern sieht traurig aus;
Lebewohl, Nelke, Rose, auf Wiedersehen!
Flora in der Ferne hör ich stöhnen.

AN DIE UNGLÄUBIGE

Du, die weiß, dass sie schön ist,
Du übertriffst den Gott der Liebe;
Zu dir, ungläubige Mätresse,
Komm ich und wieder flieh ich;
Hallo, zärtlichen Tribut dir, fröhlicher Tag,
Und die größten neuen Freuden!
Höre! Jeder nach Belieben
Liebt dich und du wirst ihn schelten;
Für mich, ich sage Dank.
Besitzt du bereits die traurige Welt,
Hast Kunst, um Langeweile zu vertreiben;
Du unterscheidest die Bühne
Unseres Geschmacks und unserer Fehler:
Du steckst zusammen mit den Spielern;
Du ärgerst die Zuschauer,
Dass die Neuheit dir werde;
Der Wirbelwind, der du bist,
Du bist bereit zu weichen Reizen;
Am Tag nach einem Termin
Der Mann kaum kann dich erkennen;
Alle Augen sind auf dich gerichtet
Und erkennen deine Reize;
Fast bist du geboren als Sirene;
Beschwerden magst du nicht;
Vorbei, dass Cato dich lobt;
Glückliche sogar von Rigorosität,
Jeder verfolgt deine Unbeständigkeit;
Und wenn er dich nicht zum Gefallen bekommt,
Er wird immer voller Hoffnung sein.

MELODIE

Erfahre, meine Liebe,
Um Schlag Mitternacht,
Eine treue Hand,
Ein Liebhaber der Hand
Wird genüsslich langsam
Abgleiten in den Schatten,
Drehen die Federn
Der dunklen Nacht,
Du wirst aufgezeichnet.
Weitere Botschaften
Ein Liebhaber verabscheut,
Ein eifersüchtiger Liebhaber.
Und vielmals zarter,
Ohne Putz und Schminke komm,
Und erwäge, Geliebte,
Die Gewohnheiten Amors.

MORGEN / AN EUPHROSYNE

Du amüsierst mich mit Liebkosungen,
Du versprichst unaufhörlich
Und Zephyrs Hauchen, indem er säuselt,
Er schlägt deine leeren Versprechungen.
Morgen, sagst du, jeden Tag,
Bin ich zu Hause vor dem Morgengrauen;
Aber fahre zu deiner Rettung,
Denn Bescheidenheit liebt die Jagd;
Morgen, um dich zu wiederholen.

Danke den wohlwollenden Göttern,
Die haben dir bisher gegönnt
Die Kunst eines jeden neuen Tages;
Aber die Zeit, mit der Spitze ihrer Flügel,
Beeinflusst die Art und Weise,
Ab morgen wirst du weniger schön sein;
Und ich kann weniger zudringlich sein.

PIK

Ja, für immer
Chasson's Bild,
Das schmeichelhafte,
Ich liebe!
Den Ungläubigen
Verbergen wir unsere Tränen;
Wie an anderer Stelle;
Fehler haben wir wie sie.
Ihre Schönheit,
Die frisch geschlüpfte,
Ihr Herz immer noch
Ist geschmeichelt.
Eitel und kokett,
Sie lehnt ab
Mein schlichtes Gelübde;
Falsch und licht,
Sie möchte bitte
Andere Augen.
Sie genießt
Mein Bedauern;
Bei ihrer Sehenswürdigkeit
Applaudiert sie.
Das Alter wird kommen;
Der Schwarm von Grazien
Fliegt davon,
Und in ihren Fußstapfen
Amor wird fliehen.
Grausames Loch!
Adieu, Hoffnung
Und Kraft,
Untreue...

GOTT SEGNE DICH

Wenn ich dir sage: Gott segne dich!
Ich meine nicht den Schöpfer,
Von dessen fruchtbarer Hand
Du hast alles, was mein Glück ist;
Nein, ich meine den Gott Hymen,
Dessen Weihwasser unglücklich
Ändert den Spaß, indem er spricht:
Wenn er glücklich ist, kann es gesagt werden,
Du wirst nicht seiner Aufsicht unterstehen,
Und er macht es unwissentlich.
Aber ich höre, dass der Gott des schönen Zeitalters lebt,
Mit dem würdest du gehen in Paphos.
Oder lerne ein paar Worte,
Wie er gesegnet wird, der Gott wankelmütig.
Wünsche, die Luft wird geweckt
Und kennt genug Ungeduld,
Er hat ein nasses Bouquet
Im Jungbrunnen;
Augen zu befeuchten mit Mattigkeit,
Die roten gehen über in die schönen,
Und Weihwasser sanft
Fällt in die Seele der Gläubigen.
Diesem Gott gilt es, fromm zu werden,
Ihr Mädchen, die ihr seine Macht beweist.
Niesen möge er zur Versicherung;
Möge er die Liebliche segnen.

ELEGIE

Ja, ohne Reue die Fackel meines Lebens,
Ich sehe schon das verfinsterte Licht.
Du wirst bald aus meinem Kopf verschwunden sein,
Grausamer Gegenstand der zärtlichsten Liebe!
Diese traurige Hoffnung ist meine einzige Freude.
Aufdringliche Betreuung wird mich nicht halten.
Eleonore hat mir den Tod geschworen;
Ich will gehen, wohin ihre Strenge mich schickt,
In dieses Asyl, offen für alle Sterblichen,
Wo die Kette des Unglücks abgerissen wird,
Wo wir in einen ewigen Schlaf versinken,
Wo alles endet, auch Liebe und Hass.
Du stöhnst, Freundin, zu empfindlich!
Von meinen Kummer bewahre die Geschichte
Und mein Name auf der Erde werde vergessen,
Nur Wien gelegentlich biete dein Gedächtnis an.
Vielleicht wirst du dann stöhnen,
Und deine Augen werden sich noch richten
Auf meine Heimat, undankbare Eleonore,
Erstes Objekt, für das mein Herz sich entschieden.
Zu spät, leider, streust du deine Tränen.
Ja, deine schönen Augen mit Tränen sich füllen.
Ich kenne dich, und trotz deiner Rigorosität,
Meine Liebe findet deine Reize schön.
Wenn der Tod begünstigt meine Wünsche,
Meine Zeit wird vom Faden abgeschnitten,
Wenn ein trauriges und stilles Grab
Enthält all meinen Schmerz und meine Flamme;
Oh meine Freunde, die ich verloren habe,
Geht und findet diese grausame Schönheit,
Und sagt ihr: Es ist alles vorbei, er ist nicht mehr.
Mögen die Tränen, die ich für sie gezahlt habe,
Trocknen... Aber nein; Gott liebt,
Ich verzeihe ihr; Gott füge ihrem Leben hinzu
Glückliche Tage, die er den Ungläubigen nimmt.

ES IST ZU SPÄT

Denker an jene glücklichen Tage,
Wo mein leichtgläubiges aufrichtiges Herz
Dir legte meine ersten Gelübde ab.
Wie warst du so lieb zu mir!

Welcher Verkehr! Was für ein Wahnsinn!
Du schienst nie so schön wie damals
In den Augen des Geliebten verzaubert;
Nie ein treuloseres Objekt
Wurde zärtlicher geliebt.

Die Zeit war da, war flatterhaft;
Die Zeit verstand es, mich zu trösten.
Für immer sah ich schweben
Diese Liebe, die deine Arbeit war:
So halte ein, Erinnerung!
Mein Schweigen war vergeblich,
Du scheinst zu mir zurückzukommen;
Du behauptetest, vergeblich die Treue
Hätte dein Ich versprochen:

Mit deiner Leichtigkeit
Ich verlor meine Leichtgläubigkeit,
Die allein könnte dich haben.
Man ist sofort sehr in der Irre.
Die Illusion, ich sehe,
Das Kopfband kann sich erholen.

Aus einer Falle der Lügner entkommen,
Die geflügelten Bewohner des Haines
Erkennt und flieht die Sklaverei,
Die überreichte ihm die Schlimme.

VERLUST

Acht Tage sind seit diesen Ebenen vergangen,
Eine unwillkommene Pflicht fing meine Schritte ein.
Glaube an meinen Schmerz, aber erlebe ihn nicht.
Kannst du lieben und nicht die Schmerzen fühlen?

Freude umgibt mich in lachendem Aufenthalt.
Meine jungen Freunde haben laute Freude.
Kann ein Augenblick ablenken meine Traurigkeit?;
Und mein Herz ist dem Vergnügen verschlossen.
Deine Fröhlichkeit und meine klagende Stimme zart,
Ich frage die Nacht, ich frage den Tag
Nach dem Objekt, das mich nicht hören will.
Weg von dir, sobald ich erfahre Langeweile;
Die Hoffnung tröstet mich: meine Liebe heute
Weiß nicht mehr zu ertragen die kurzen Fehlzeiten;
Alles, was nicht mein ist, du wirst unausstehlich.
Ah! Du hast mich all meiner Freuden beraubt;
Ich verlor alle, die mich glücklich gemacht haben.
Du allein bleibst bei mir, meine Eleonore!
Aber was wirst du mir antun, ich schwörs bei den Göttern;
Und ich habe noch nichts verloren, wenn du mich noch liebst.

NACHT

Noch unglückliche Anrufe,
O Nacht voll Leiden!
Komm und breite deine Flügel
Über das Vergessen des tückischen Menschen.

Es segeln meine einsamen Schmerzen;
Und wenn die Hand des Schlafes
Schließt meine traurigen Augenlider,
O Götter! Weckt mich wieder auf;

Da rückt die Dämmerung langsam vor,
Die Türen des Tages zu öffnen;
Unwillkommen ist mir das Schweigen,
Und lass meine Liebe schlafen.

RÜCKFALL

Es ist geschehen, ich zerbrach meine Ketten.
Freundin, ich komme zurück in deine Arme.
Schöne, du bist es nicht wert;
Deine Sätze sind mein Gefallen.
Spielzeug deiner wankelmütigen Stimmung,
Ich errötete wegen meine Sucht:
Ich fand wieder meine Gleichgültigkeit,
Und ich fand wieder das Glück.

Der mollige Gott der Weinlese
Wird mich inspirieren, mehr Lieder zu singen;
Dies ist die einzige ungetrübte Freude;
Er ist für alle Jahreszeiten gut;
Er allein tröstet uns und rächt uns,
Herr, wir verlieren uns im Rausch!

Nein, ich bin unglücklich! Ach, es ist schwierig
Heiterkeit bei Herzschmerz vorzutäuschen!
Der Mund lächelt schwach, die Augen in Tränen.
Weg von uns diesen nutzlosen Nektar!
Und du, zarte Freundin, Genuss pur und göttlich,
Nein, du musst nicht mehr sorgen für meine verlorene Seele,
Der Schrei der grollenden Leidenschaften in meiner Brust
Vergeblich sich mit deiner süßen Stimme mischen möchte:
Du stöhnst über meine Übel, kannst es nicht verhindern;
Du bietest mir deine Unterstützung an, als der Fall da war;
Und du willst meine Wunde zur Heilung untersuchen.
Geh, nicht bringe mir besorgt deine Klugheit:
Darf ich die Realität nicht vergessen?
Lass mich selbst im Schoß der Chimären begraben,
Alle gebogen in Eisenketten singen von Freiheit,
Gib mir die Schatten wieder,
Und von der Glückseligkeit sollst du sprechen
Und ich vergieße bittere Tränen.

Du wirst diese friedlichen Tage kommen,
Diese Momente des Erwachens, wo schwer
In der Nacht leuchten Fehler im Licht,
Und es leitet uns der Traum von der, die uns liebt.
Die Zeit, die ein Lichtflügel ist,
Sieg durch das Spielen unserer Vorlieben und Neigungen,
Es wird bald das Ende meiner Wanderschaft kommen.
Oh meine Freundin! dann entkam ich aus meinen Ketten,
Und meine langen Sätze sind gehärtet,
Das Herz, das verrät dich, das fliegt wieder zu dir.
Basierend auf deiner Erfahrung meiner Schwäche,
Vielleicht kann ich eine verrückte Zärtlichkeit geben
Und verhindern eifersüchtige Zinsen,
Auf die Freuden meiner Morgenröte
Wirst du sehen, mir werden die Augen nass von Tränen,
Seufzend trotz meiner selbst, ich bedaure meine Fehler,
Und selbst erröte und bereue.

DER BLUMENSTRAUSS DER LIEBE

In dieser Zeit waren Höflichkeiten
Die Wünsche zwanzig Mal wiederholt
Und langweilige Liebkosungen
Wahrscheinlich regnend an deiner Seite.
Nach diesen Komplimenten ohne Zahl
Die treue Liebe leuchtet:
Sobald Amor die dunkle Nacht sieht,
Ersetzt du das Licht der Welt,
Er wird weggehen, kein anderer Begleiter,
Den Spaß liebend und diskret,
Freundlich reimen an deiner Tür;
Dir bietet er seine Wünsche und sein Bouquet.
Wenn Zeitalter haben meinen Kopf weiß gemacht,
Leider bin ich dann zu reduziert, um dich aufzulesen,
Ich wünsche dir zu deinem Geburtstag Glück,
Nicht mehr in der Lage, es dir zu geben.

DIE TOILETTE

Hier die charmante Wohnung,
Wo die Grazien sich schminken in der Toilette.
An diesem romantischen Rückzugsort
Ich erlebe einen leichten Schock.
Alles erinnert mich an meine Geliebte,
Sie sprechen über ihre Sehenswürdigkeiten;
Ich glaube, mich zu hören; und meine Trunkenheit
Ist dieser Strauss, dessen Helligkeit verblasst,
Alabaster berührte deine Brust;
Gestört in der Hand,
Meine Lippen nahmen ihren Platz ein.
Dieser Hut, diese Bänder, diese Blumen,
Dieser gebildete Schmuck,
Diese glatten Haaren
Bewahren die süßen Gerüche.
Hier unnötige Wale,
Wo deine Reize sind im Gefängnis.
Ich sehe die rosa Schuhe,
Die deine Füße leicht füllen.
Die Bettwäsche, das letzte Kleidungsstück...
Sie bedeckte alles, was ich liebe;
Mein Mund blieb eifrig stecken
Und glaubt an einen Kuss in diesem Moment,
Die Attraktion küßte mich.
Dieses geheimnisvolle Asyl
Der Venus ist wahrscheinlich das Reich der Liebe.
An dem Tag beleidigt es meine Augen;
Zärtlicher seufzt mein Herz;
Die Luft, die wir atmen, und Düfte
Der Liebe erleuchten die Feuer.
Erscheine, o hochgebenedeite Herrin!
Ich höre das Klingeln der heiligen Stunde,
Die bringt uns Freude;
Die Zeit kennt nur die Verwendung
Und verdoppelt alle Wünsche,
Die erregt mir dein einziges Bild.

AM NÄCHSTEN TAG

Du kanntest, meine liebe Eleonore,
Dieser süße Freude, dass die Sünde so charmant ist,
Du fürchtetest sie, doch wolltest sie auch;
Verkostung immer noch voller Angst.
Wohlan, sag mir, was hat dich so beängstigt?
Was lässt sie hinter sich in deiner Seele?
Eine geringfügige Störung, eine zarte Erinnerung,
Das Erstaunen neuer Flammen,
Ein mildes Bedauern, und vor allem ein Wunsch.
Bereits rosa Lilien des Gesichts
Mischen ihre hellen Farben,
In deine schönen Augen wilde Bescheidenheit,
Es gelingt die weiche Mattigkeit,
Über unseres Zauberer Freuden
Kommen das Ergebnis und das Omen.
Bereits in deinen Armen, leicht geschüttelt,
Mit weniger Scheu
Beleuchtete Gaze,
Arrangiert von der Hand einer Mutter,
Und die Hand voll zarter Liebe,
Weniger diskret und vertraut,
Werden stören wiederum.
Eine angenehme Träumerei
Schließlich ersetzt diese Verspieltheit,
Diesen spritzigen Leichtsinn,
Wenn verzweifelt ist dein Geliebter;
Und deine Seele zarter
Hingibt sich nonchalant
Mit köstlichem Gefühl
In einer sanften Melancholie.
Ah, lass unsere traurigen Zensoren
Uns gönnen unverzeihliche Verbrechen,
Den einzigen Balsam für unsere Schmerzen,
Diesen Genuss pur, unter einem günstigen Gott
Lege die Samen in alle Herzen,
In ihrer Lüge glauben sie nicht.
Ihr heuchlerischer und eifersüchtiger Eifer
Ist eine Verachtung der Natur:
Nein, das Verbrechen ist nicht so süß.

KÜHLE

Sie sind nicht mehr, diese köstlichen Tage,
Wo meine Liebe respektvoll und zärtlich
In deinem Herzen sich wusste, erhört zu werden,
Wo du mich geliebt, wir waren glücklich.

Du liebst mich, sagst du, und ich bitte dich,
Nach deinen Wünschen zu regeln alle meine Wünsche,
Es war mein Schicksal; ich genoss meine Freuden.
Von dir geliebt, was könnte ich mehr wünschen?

Alles änderte sich, als ich in deine Nähe kam,
Traurig und sprachlos, du hattest nichts zu sagen;
Wenn ich manchmal auf die Knie falle,
Du erhörtest mich mit einem kalten Lächeln,
Und in die Augen leuchtete Zorn.

Es gab jene Zeit, könntest du sie vergessen?
Wo ich die weiche Mattigkeit fühlte,
Dieses Feuer, das vom Verlangen geboren ist,
Und das zu der Zeit des Glücks überlebte.
Alles hat sich verändert, alles, außer meinem Herzen!

MUSIK

O du, die du warst meine Schülerin
In der Musik, und selbst geliebt,
Komm in meinen ruhigen Aufenthalt,
Übe dein Talent, um zu gefallen.
Komm und siehe, was es mich kostet,
Weil ich ein zu guter Meister bin.
Ich würde besser vielleicht sein,
Wenn ich weniger fleißig wäre in deiner Nähe,
Wenn weniger ängstlich, wenn weniger treu,
Und weniger zart in meinen Liedern,
Ich verschonte den Unterricht,
Wo mein Herz zu viel Eifer zeigte.
Ah, komm zumindest, komm zu beschwichtigen
Die Übel, die du mir grausam zugefügt!
Belebe meine sterbliche Mattigkeit;
Komm unbeschwert, und mit einem Kuss
Ich finde neue Gesundheit.
Getreu meiner ersten Neigung,
O Liebe, ich schwöre,
Wieder, ich werde dich verlieren.

DER GEIST

Meine Gesundheit ist schlecht. Diese Ungläubige
Verspricht nicht, zurückzukommen,
Und meine Natur wankt,
Ich konnte es nicht verhindern,
Nicht mich auf sie zu viel verlassen.
Im zweiten Akt plötzlich,
Also letztlich eine Komödie:
Ich gehe schnell auf das Ergebnis zu;
Der Vorhang fällt, und du vergisst mich.

Ich weiß nicht, was wir dort tun.
Wenn der Schoß der tiefen Nacht offen ist,
Wir können auf diese Welt zurückkommen,
Ich komme wieder, zweifle nicht daran.
Aber ich werde nie das Tempo haben
Dieser Geister, die neugierig sind,
Wer durch eine lange Murmeln vorausgegangen,
Erfreut sich an ihren Gesichtern blass,
Und deren Bestattung ein Schmuck,
Immer inspirierend die Angst,
Fügt noch Hässlichkeit hinzu,
Man erhält dann ein stilles Begräbnis.
Ich weiß zu gefallen, du bist eifersüchtig,
Und ich möchte unsichtbar bleiben.
Oft sind die mildesten Brisen da,
Ich werde den Atem unempfindlich machen;
All meine Seufzer sind für dich.
Du wirst wanken,
In deinem Haar, verknotet ohne Kunst,
Und streuen zufällig
Die geruchsarme Blume und die voller Düfte.
Wenn Du Rosa liebst,
Wiedergeboren auf deinem gläsernen Thron;
Wenn deine Lampe wieder angezündet
Zaubert ein helleres Licht;
Wenn die Ausstrahlung eines neuen Karminrot
Plötzlich ist der Wange Farbe,
Und so oft schöne Brüste
Zu festen Knoten entwirrt;
Wenn das Sofa leiser
Das Gewicht deiner Faulheit trägt,
Gib mir nur ein Lächeln,
Um zu pflegen meine Zuneigung.
Wenn ich deine Attraktion
Liebkose mit meiner streichelnden Hand,
Meine Liebe und berührende Stimme
Wird von Bedauern murren;
Und du wirst glauben, dann wirst du hören
Diese Harfe, die unter meinen Fingern stöhnt,
Die manchmal zu wiederholen
Wusste, was mein Herz mir beibrachte.
O Süße des Schlafes!
Ich werde kommen mit solcher Lüge;
Ich selbst, unter dem Deckmantel eines Traums,
Ich werde dazu führen, dass du Alarm schlägst.
Nackte Reize, oder kühles schönes Alter,
Perfekte Konturen, dank euch, oder Übergewicht,
Ich sehe alles; aber wie schade!
Die Toten werden nicht wiederkommen.

LEBEWOHL

Bleibe traurig, Landasyl,
Verschönert eine Boutique in meinen Augen,
Ich fliehe zu dir, vielleicht für immer!
Erhalte meinen letzten Abschied.

Verlassen, seufzt mein Herz.
Ah, mehr Lieder, mehr Liebe.
Eleonore!... Ja, für immer
In deiner Nähe spiele ich meine Leier.

DER TRAUM

Schlaf berührt die Augen;
Unter leckeren Mohnblumen
Sie schließen sich, und mein Herz schlägt,
Fehlenden Sinnen ausgeliefert.
Auf meinem Gesicht nach und nach
Die Rose wird immer rosiger;
Meine Hand scheint jemanden wegzuschicken;
Auf der anderen Seite rührt sie jemanden an;
Die Brust voll besorgter Seufzer
Und stößt unwillkommene Schleier fort.
Schließlich ruhiger und friedlicher,
Sie fällt schlaff herab;
Und meinem Mund langsam
Entweicht ein unempfindliches Flüstern.
Dieses sanfte Murmeln
Sieht aus wie der Atem des Zephyr,
Wenn er geht von Blume zu Blume;
Es ist dere Freude Seufzen;
Ja, das ist das Stöhnen
Einer Jungfrau von vierzehn Jahren,
Die, in einem Traum unfreiwillig
Sieht ihren blühenden Mund
Berührt von jungen Reizen,
Und der sie streichelt in seinen Armen,
Sie drückt einen imaginären Mann.

Schlaf sollte charmant sein,
Justine, mit einer solchen Lüge;
Aber glücklicher Liebhaber wieder,
Die du einen solchen Traum verursachen kannst!

MADRIGAL

In dieser Ferne, wo wir sind,
Sechsmal während des gleichen Tages,
Ich war der glücklichste Mensch.
Wir waren allein mit der Liebe.
Auf den Lippen meiner Freundin
Entkam mein letzter Atemzug;
Ein Kuss ließ mich sterben;
Ein anderer schenkte mir das Leben.

MEIN TOD

Meine Gedanken lieben die Vertraute,
Sie, deren einfachen und schmeichelhaften Lieder
Manchmal kommen, auszusetzen die Schmerzen,
Deren Liebhabereien haben mein Leben bestreut,
Lyra treu, wo meine faulen Finger
Finden ohne Kunst melodische Klänge,
Nimm jetzt deine bewegendste Stimme,
Und sag mir was über meine abwesende Geliebte.

Gehegtes Ziel, in deinen Armen vorgesehen
Meine Akkorde amüsieren dein Ohr,
Ich bin lebendig und voll vom Saft der Traube,
Im Gesang, ich küsse deine Reize;
Wenn du die Augen im Delirium
Auf deinen Freund fallen lässt träge;
Mit meinem Akzent, wenn du dazu herab lächelst;
Wenn du mehr tust, und wenn meine bescheidene Leier
Frei nach dem Schoß zielt;
Was ist mir der Rest der Welt?
Witze, was auch immer das Gerücht sagt,
Und der Öffentlichkeit schwere Strafe!
Ich bin ein Liebhaber, ich bin kein Autor.
Ich will nicht eine schmerzliche Herrlichkeit;
Zu viel Klarheit schreckt den süßen Genuss.
Ich bin nichts, und meine Muse friedlich
Kennt das brave Lachen meines Jahrhunderts und der Zukunft.
Ich werde mein Leben nicht opfern
In freier Wildbahn der Hoffnung auf das Leben nach dem Tod.
O meine Herrin! Eines Tages das Dekret des Schicksals
Wird nahe kommen meinem geschwächten Augenlid.
Wenn du deine Arme schlingst um deinen Freund,
Entlaste seinen trägen Kopf,
Und seine Augen heben sich um die Hälfte
Und werden von einer sterbenden Flamme erfüllt;
Wenn meine Finger versuchen zu wischen
Deine Augen, auf meine ruhige Schicht fixiert,
Und mein Herz versucht, meinen Mund zu entkommen,
Deine Küsse werden dauern;
Ich will nicht eine Pumpe indiskret
Und Wien verraten meine süße Dunkelheit,
Weder eine große Botschaft gerührten Lärmens
Sagen an alle Botschafter, immer bereit.
Mein Asyl, glücklich und unbekannt,
Gleichgültig gegenüber dem Rest der Erde,
Aus meinen Freuden mache ich ein Rätsel:
Ich will sterben, wie ich gelebt hab.

RONSARD SONETTE

AN KASSANDRA

1

Ich möchte das tiefste Gold ergießen,
Fallen, Tropfen für Tropfen, in einem Sekt der Natur,
In deinen Schoß, meine schöne Kassandra,
Wie sich der Schlaf stiehlt über die Stirn.

Dann möchte ich ein Stier sein, schneeweiß,
Verwandeln mich, für die Begattung dein,
Im April, wie auf Wiesen so zärtlich
Eine Blume durch tausend Blumen geht.

Ich möchte dann, desto besser, meine Schmerzen lindern
Um Narziss, und du bist ein Teich,
Wo ich die ganze Nacht schwimme, mir ein Vergnügen:
Und ich möchte es auch, wenn Aurora nie
Den lichten Tag erneuert, oder wecke mich überhaupt,
So dass diese Nacht könnte ewig dauern.

2

Aus Leid bin ich gemacht, um Liebe zu fühlen,
Phöbus beklagt dich wie ich,
Wenn du sangst im Exil, leidenschaftlich,
In der Nähe von Ilion am Ufer des Xanthus.

Du bezauberst die Flüsse, Blumen und Wälder,
Mit deiner Lyra, vergebens, aber betörend,
Noch nicht, was deine Seele fühlte, die Schönheit
Hat das behandelt, was in deinem Blut eiterte.

Dort standen die Blumen blass, mit Farbe,
Es flossen Ströme von Tränen für dich,
In der Hoffnung, dort lebtest du, aber alles war umsonst.

Liebe schmerzt mich für den gleichen Namen in dieser Stunde,
In der Nähe von Vendome, am Ufer der Loire,
Wie Phönix wieder aus meinen Schmerzen geboren.

3

Jetzt Ängstlichkeit und jetzt Hoffnung
Lagern in jedem Teil meines Herzens:
Am Krieg kann der Sieger teilnehmen,
Gleich in Kraft und Eindringlichkeit.

Jetzt mit Vertrauen erfüllt, jetzt voll Fragwürdigkeit,
Ich verspreche meine Befreiung, gefangenes Herz,
Vergeblich versuch ich mich in der Kunst zu täuschen,
Zwischen Hoffnung und Zweifel und Furcht.

Soll ich nicht sehen, dass die Uhr abläuft, eh ich sterbe,
Wenn ich die Blüte deines Frühling pflücke,
Wer lässt mein Wesen im Dunkeln schmachten?

Werde ich mich in die Arme verschränkt nicht sehen,
Atemlos und durch Reize der Liebe erschöpft,
Die einen süßen Tod in deinen Umarmungen schenken?

4

Ich möchte Ixion oder Tantalus sein,
Oder fest an das Rad gebunden dort unten am See,
Und drücken diese Schönheit nackt in meine Arme,
Die ist der Engel über uns.

Wenn es sein könnte, so würde ich kein Aufhebens machen,
Alles Schicksal aller Leiden scheint heute süß,
Nicht einmal, wenn ich eines Geiers Beute werde,
Auch er musste den Stein rollen, Sisyphus.

Um zu sehen oder um die Kurven der Brüste zu berühren,
Würde das Schicksal meiner Geliebten über den Rest erheben,
Erhöhend mich in die Höhe wie einen asiatischen Prinzen.

Ich würde ein Halbgott sein mit dem Wunsch, geküsst zu werden,
Und Brust auf Brüste, schrecklich mein Feuer,
Eine Gottheit bei der Götter ambrosischem Festmahl.

5

Ob ihr goldenes Haar Locken trägt
Oder ob es schwimmt in zwei fließenden Wellen,
Die über ihre Brüste wandern da und sich verstreuen
Und über ihren Hals spielerisch schwimmen:

Egal, ob ein Knoten, reich verziert,
Mit vielen Rubinen, vielen runden Perlen,
Bindet den Strom ihrer plätschernden Locken,
Mein Herz freut sich, zufrieden.

Welche Freude es ist, ein Wunder,
Wenn ihr Haar über ihr Ohr hängt,
Das imitiert den Stil der Venus!

Oder mit einer Mütze auf dem Kopf, sie ist Adonis gleich,
Und niemand weiß, ob sie ein Mädchen oder ein Junge ist,
So süß ihre Schönheit versteckt sich in den beiden Verkleidungen.

6

Süße Schönheit, Mörderin meines Lebens,
Anstelle eines Herzens hast du einen Felsblock:
Das Leben lässt du mich verschwenden mit Schaudern,
Von verliebten Wünschen mit Leidenschaft erfüllt.

Das frische Blut, das du in Brand stecken würdest,
Hat es versäumt, deine eisigen Natur zu schmelzen,
Wild und grausam, du magst nichts lieber,
Als Bittsteller zu versetzen in den Ruhestand.

Oh, erfahre in deiner Grausamkeit das Leben heftig:
Du wirst im Dis nicht deine süße Schönheit behalten,
Wir müssen ein wenig Freude in liebevoller Lust erfassen.

Wir müssen ihn sanft täuschen, den süßen Tod:
Da dort unten, dort unten, dort unter der Erde,
Der Körper ist nicht mehr als Asche, leer von Gefühl.

7

Mond mit dunklen Augen, Göttin mit schwarzen Pferden,
Die du lenkst auf und ab und hoch und niedrig,
Nie ruht einer lang, wenn sie einmal sich gezeigt,
Ziehe deinen Wagen endlos hin und zurück:

Meine Wünsche und deine sind nie nur ein Spiel,
Weil die Leidenschaften, die in deine Seele dringen,
Und die Glut, die meine Seele entflammt, gleich sind,
Verschiedene Wünsche werden ihren Mangel erleichtern.

Denn du hätschelst auf Latmos deinen schlafenden Jungen,
Ich würde immer wollen etwas träge Listen anwenden,
Wie Zurückhaltung für deinen fliegenden Streitwagen:

Aber ich, den Liebe verschlingt die ganze Nacht lang,
Wünsche dich von Abend bis zur Morgendämmerung,
Und das Tageslicht, das deine Nacht vergaß zu finden.

8

Nun, wenn Jupiter, von seinen Lüsten angefeuert,
Will das Juwel seiner Augen begreifen,
Und mit der Hitze seiner brennenden Oberschenkel
Füllt Junos feuchten Mutterschoß mit seinen Stößen:

Jetzt, wo das Meer oder heftige Böen
Stürmen einher, um große Kriegsschiffe zu bewegen,
Und da die Nachtigall im Walde flötend
Erneuert ihre Beschwerde gegen Tereus:

Nun, wenn die Wiesen und wenn die Blumen
Mit Tausenden und Abertausenden von Farben
Malen die Brüste der Erde so hell rundum,

Allein und nachdenklich den geheimen Klippen
Mit einer stillen Herzen sag ich mein Bedauern
Und durch den Wald geh ich, verstecke meine Wunde.

9

Ich möchte all die Schlacken meines menschlichen Tons wegbrennen,
So dass ich meinen Flug in den Himmel nehmen kann,
Das machte mich göttlich, wie Alkmenes Sohn
Herkules, die Vereinigung mit den Göttern, in Flammen.

Bereits mein Geist voll Sehnsucht nach besseren Möglichkeiten,
Bohrt durch mein Fleisch, rebellisch,
Und schon bringt das Opfer Brennstoff zu füttern
Seiner Verbrennung in deiner strahlenden Vision.

O heiliger Scheiterhaufen, o Flamme, die genährt ist,
Ein Feuer göttlich, kannst du dein Herz jetzt verbrennen,
Meine vertraute Oberfläche so vollständig, mich,

Frei und nackt, das lässt mich mit einem einzigen Flug
Steigen über den Himmel, um wiederum zu verehren
Dies andere Schönheit, von der du deine eigenen ableitest.

10

Nun, wenn der Himmel und wenn die Erde wieder
Sich füllt mit Eis, kalter Hagel verstreut sich überall,
Und der Schrecken der schlechtesten Monate des Jahres
Macht das Gras erstarren über der Ebene:

Nun, wenn der Wind mutwillig umherstreift,
Risse die Felsbrocken und die Bäume entwurzelt,
Wenn das verdoppelte Brausen des Meers
Füllt die ganze Küstenlinie mit ihren wilden Wogen:

Liebe verbrennt mich, und Winter bitterer Kälte,
Das friert alles, kann nicht die alte Liebe einfrieren
Glut in meinem Herzen, die ewig dauert.

Siehe, ich Liebhaber, wie ich behandelt werde,
Ich sterbe vor Kälte in des Sommer sengenden Tagen,
Vor Hitze in den Tiefen des eisigen Wetters.

11

Es war heiß, und ich schlief, sanft fließenden Schlaf,
Durch meine Seele rieselten Träume,
Als die vage Form eines lebendigen Geistes
Kam zu meinem Träumen störend, weich,

Beugte sich zu mir, mit reinen Elfenbeinzähnen,
Und bietet mir ihre flackernde Zunge,
Ihre Lippen waren bereit, mich zu küssen süß und lang,
Mund auf Mund, Schenkel an Schenkel unten.

Was für Korallen, welche Lilien, welche Rosen,
Es offenbarte meine offene Hand
Mit zwei Liebkosungen sanftes Streicheln.

Glaube, oh mein Glaube, welche duftender Atem,
Was für ein süßer Geruch aus ihrem Mund fließend,
Was für Rubine und welche Diamanten!
12

Diese Doppelimpulse dicht geronnener Milch
Ebben ab und durch ihr weißes Tal fließen,
Als Salz-Flut in seiner Mündung,
Langsam erheben sie sich und langsam verebben sie wie Seide.

Ein Raum ist zwischen ihnen geschaffen,
Wie ein Tal zwischen zwei Hügeln,
Dass die Schneewehe die Weißheit sanft erfüllt,
Wenn die Windböen haben sich im Winter fallen gelassen.

Es stehen zwei glänzende Rubine aufrecht,
Deren karminroten Strahlen auf Elfenbein gesetzt,
Geglättet, so gleichmäßig von allen Seiten:

Es ist alles Gnade reich und jeden Wertes voll,
Und Schönheit, wenn es irgendeine auf dieser Erde gibt,
Fliegt in das süße Paradies zur seligen Ruhe.

AN MARIA

1

Ich schicke dir ein paar Blumen, die meine Hand
Gerade jetzt von all diesem Aufblühen gepflückt,
Dass, wenn sie würden nicht an diesem Abend zusammengetragen,
Morgen würde sie auf dem Boden verstreut werden.

Nimm diese zum Beispiel, eine, die Klang ist,
Dass deine Schönheit, in all ihrer Blüte,
Fallen wird, in einem Moment, schnell welken,
Und wie die Blumen nicht mehr gefunden werden.

Die Zeit vergeht, meine Herrin, die Zeit vergeht,
Ah, es ist nicht die Zeit, sondern wir selbst vergehen,
Und schon bald unterm stillen Grabstein liegen wir:

Und nach dem Tod gibt es keine Nachrichten mehr
Dieser Wünsche, von denen wir so voll sind:
So liebe mich jetzt, während du schön bist.

2

Maria, der Mann, der die Buchstaben deines Namens ändert,
Möchten herausfinden, wenn ich liebe. So liebe mich, Maria,
Dein Name lädt ein, dich zu lieben, ganz natürlich.
Es gibt keine Entschuldigung, die Natur verrät uns nicht.

Wenn du bereit bist, mir zu verpfänden dein Herz,
Ich werde meins bieten. Und so werden wir ganz erfassen
Alle Freuden des Lebens, und kein fremder Wunsch
Wird meinen Geist gefangen nehmen, andere zu lieben.

Man muss etwas in dieser unserer Welt lieben, Herrin,
Du hast nichts zu leben, nichts in deinem Elend zu lieben,
Wie die Skythen tun und ihr Leben verbringen,

Ohne Verkostung der Süße der süßesten Freude.
Nichts ist süß ohne Venus und ihren Knaben:
Und wenn ich nicht mehr liebe, dann lass mich sterben!

3

Küss mich, Maria! Nein, nicht küsse mich,
Aber sauge mein Herz aus mit deinem sanften Atem:
Nein, nicht saug es mir aus, sondern streichle mich,
Saug meine ganze Seele aus, jede Ader von mir.

Doch dies sollst du nicht tun, denn was wäre ich dann
Anders als ein leeres Phantom nach dem Tod,
Körperlos an diesem Ufer, wo die Liebe fehlt.
(Entschuldige bitte, Dis!) Ist das nur eitle Phantasie?

Marie, während wir leben, wollen wir uns lieben,
Liebe regiert nicht diese blassen bleichen
Geister, deren Augenlider in eisernem Schlaf versiegelt sind.

Es ist nicht wahr, dass Dis geliebt Persephone.
Das gefühllose Herz kann nicht kennen so süße Schmerzen:
Liebe herrscht auf der Erde, nicht unter unseren Füßen.

4

Wie im Maien-Monat auf ihrem Stiel sehen wir die Rose
In ihrer süßen Jugendlichkeit in ihrer frischesten Blüte,
Sie macht den Himmel neidisch mit lebendigen Farben,
Dämmerung besprengt sie mit Tränen in der Morgenröte:

Grazie liegt in all ihren Blütenblättern, und die Liebe, ich weiß,
Wittert die Bäume und den Duft der Gartenlaube,
Aber, von sengender Hitze oder Schauern angegriffen,
Schmachtend, stirbt sie, und Blütenblatt auf Blütenblatt fällt.

Also in deiner Frische, so in all deiner ersten Neuheit,
Wenn Himmel und Erde beide geehrt deine Lieblichkeit,
Das Schicksal zerstört, und du bist nur Staub drunten.

Nimm meine Tränen und meine Trauer für die Trauerfeier,
Diese Schale Milch, diesen Blumenkorb von mir,
So der lebende und tote Körper wird immer noch Rose sein.

AN HELENE

1

Es brauste das Meer der Liebe, für mich gibt es keine Hilfe,
Und ich kann kein Licht sehen und habe keine Wünsche
(O fette Wünsche!), außer, wie mein Schiff reift,
Dass nach solchen Gefahren ich noch erreiche den Port.

Leider! Bevor ich meine Gebete an Land darbringe,
Schiffbrüchig, ich sterbe, denn ich sehe nur ein Feuer
Brennend über mir, Helene, die begeistert
Mein Schiff zu seinem Tod am Riff.

Ertrunken! Ich bin alleine und mein eigener Selbstmörder,
Die Wahl eines Kindes, ein blinder Junge ist mein Führer,
Also, sollte ich weinen und erröten vor Scham.

Ich weiß nicht, ob meine Vernunft oder die Sinne mich führen,
Zu lenken mein Boot, aber ich weiß, dass es mich schmerzt,
So schön einen Hafen noch nicht zu erreichen.

2

Neulich, als du mich gesehen hast, wie du vorbeigingst,
Während ich über dir auf der Treppe stand: Da wandte sich
Dein Blick, blendete meine Augen, meine Seele verbrannte
Auf der Suche nach mir selbst den Fokus deiner Augen.

Dein Blick drang in mein Herz und Blut, wie
Ein Blitz durch die Wolken. Ich brannte
Heiß und kalt, in einem anhaltenden Fieber, wohlverdient,
Durch die tödliche Wunde deines Blicks durchbohrt.

Wenn deine schöne Hand nicht ein Zeichen mir gegeben hätte,
Die weiße Hand, die eine Tochter des Schwans,
Ich würde gestorben sein, Helene, vom Strahlen aus deinen Augen:

Aber die Geste gegen mich hat gerettet meine Seele vom Schmerz:
Deine Augen freuten sich, wegzutragen den Preis,
Doch deine Hand freute sich, mir das Leben wieder zu gewähren.

3

So oft wird Frieden geschmiedet, so oft Krieg,
So oft wird zerbrochen, und dann neu gebildet,
So oft beschuldigt man die Liebe, so oft lobt man sie,
So oft auf der Suche, so oft auf der Flucht,
So oft verstecken wir uns, so oft sind wir aufschlussreich,
So oft unter dem Joch, so oft befreit,
Wir machen Versprechungen und dann ziehen wir sie zurück,
Wir geben Zeichen, dann tritt in den Streik unsere Liebe.

Ein Zeichen der Liebe ist die liebevolle Unbeständigkeit.
Wenn in einem Moment das Gefühl Hass und Mitleid ist,
Schwur, Unschwur, geschworene Eide und ungeschworene,

In der Hoffnung ist Hoffnungslosigkeit, im Trost Trostlosigkeit,
Das sind wahrer Liebe Zeichen, dann ist unsere Liebe am besten,
Da wir immer im Frieden sind oder im Krieg.

4

Obwohl der menschliche Geist gibt sich noble Attitüde
In Platons Lehre, die ihn göttlichen Ausfluss nennt,
Ohne Körper wäre nicht viel zu tun,
Während vergeblich man lobte seinen Ursprung dort oben.

Die Seele sieht durch die Sinne, stellt sich vor und hört,
Hat von den körpereigenen Kräfte ihre Handlungen:
Der Geist, einmal verkörpert, hat Genie, macht Bücher,
Materie macht ihn perfekt und schön.

Du liebst den Geist, jetzt, und doch, ohne Grund,
Du sagst, dass all die Leidenschaft vom Körper besudelt ist.
Das zu sagen ist nur ein Fehler der Phantasie.

Das dauert, was falsche für wahre Realität nimmt:
Und erinnert an den alten Mythos von Ixion,
Wer auf Luft ausgeht und liebt einer Wolke Betrug.

5

In diesen langen Winternächten, wenn leer die Mondin
Lenkt ihren Wagen so langsam auf seinem Weg,
Wenn der Hahn so spät am Tag ruft,
Wenn die Nacht der unruhigen Seele scheint Jahre zu währen:

Ich würde vor Elend gestorben sein, wenn du nicht wärst,
In schattenhafter Gestalt gekommen, mein Schicksal zu erleichtern,
Völlig nackt in den Armen zu liegen und zu warten,
Lieblich mich zu täuschen mit einem fadenscheinigen Blick.

Die wirkliche Du ist hart, von erbarmungsloser Grausamkeit:
Die falsche Du genießt, in wahrer Intimität,
Ich schlafe neben deinem Geist, die Ruhe einer Illusion:

Nichts ist mir versagt. So gut zu schlafen, täuscht
Meine liebenden Sorgen mit deiner falschen Realität.
In der Liebe gibt es keinen Schaden durch Selbsttäuschung.

6

Wenn du wirklich alt bist, neben des Abends Kerze,
Am Feuer sitzend, Wolle webend und spinnend,
Murmelnd meine Verse, die dich wundern werden, du sagst:
"Vor langer Zeit sang Ronsard mich, als ich wunderschön war."

Es wird kein Mädchen bei dir sein, die alles hört,
Selbst wenn, müde von der Arbeit, sie schon schläfrig ist,
Es schlägt fehl, beim Klang meines Namens das Echo zu wecken,
Und segnet deinen Namen dann, mit unsterblichem Lob.

Ich werde unter der Erde sein, ein knochenloses Phantom,
Im Ruhezustand im Myrten-Hain des Hades:
Hier wirst du eine alte Frau über das Feuer gebeugt sein,

Bedauernd meine Liebe zu dir, deine heftige Verachtung,
So zu leben, glaube mir: warte nicht auf einen anderen Tag,
Sammle jetzt die Rosen des Lebens und der Begierde.

7

In dieser Nacht die Liebe zog dich nach unten in den Ballsaal,
Um ein süßes Liebes-Ballett mit subtiler Kunst zu tanzen,
Deine Augen, als es Abend war, brachten den Tag,
Wie so viele Blitze durch die Dunkelheit.

Ein göttlicher Tanz, von Zeit zu Zeit wieder aufgenommen,
Brach zusammen und ward wieder neu gebildet, kreisender Weise,
Zusammengeführt und dann sich trennend, sich abwendend,
Spiegelnd der Kurven Mäanders Kurs genommen.

Jetzt abgerundet, jetzt ausgestreckt, jetzt verengt,
Jetzt verjüngt, jetzt dreieckig, jetzt bildend
Ordnungen wie Flüge von Kranichen fliehender Linie.

Ich irre mich, du hast nicht getanzt: Deine Füße flatterten
Über die Oberfläche des Bodens, dein Körper veränderte sich,
Du hast deine Natur verwandelt in der Nacht zum Göttlichen.
JOACHIM DU BELLAY

ANTIQUITÄTEN VON ROM

DEM KÖNIG

Göttliche Geister die pulverförmige Asche
Der babylonischen hohen Mauern rühmen,
Neulinge, die Rom in Rom gesucht,
Eines, dass sein Haupt gestreckt zu den Sterne.
Wer möchte all diese gewesene Art sehen,
Wie dem Wagen gleich der Berecynthia
Heilige Berge sind, und die heiligen Ruinen,
Denn Waffen und Schiffe Roms unterwarfen die Welt.
Grausame Sterne und ihr unmenschlichen Götter,
Mehr als an den Rändern Aeteans der tapfere Sohn Jason,
Die so viel Glück gegeben haben,
Als wir einmal sahen die Kinder der Mutter Erde.
Nicht die Wut der tobenden Flammen,
Als wir im Sommer sicher uns bewegen,
Bleiche Geister, und ihr Schatten im Staubschleier,
Wie wir aus der Ferne auf dem wütenden Meere sehen.
Diese Steinhaufen, diese alten Mauern, die du siehst,
Alles perfekt mit dem Himmel ehrt uns,
Sonst ward nicht gesehen der Regen nackt
Der einen Pyrrha und des Mars von Libyen,
Wenn dieser gute Aufenthalt ehrt den lateinischen Namen,
O, das war klug und voller Weisheit,
Wenn die blinde Wut die Kämpfe verursacht,
Was habe ich wieder die Harfe Thraziens?
Was wäre der Römer Größe,
Ihr, die ihr erstaunt Rom betrachtet,
Die manchmal sahen eine große trockne Eiche,
Alle Obelisken Ägyptens nach der Mode gebildet,
Wie es auf dem Gebiet gesät ist voller Pflanzen
Von dem, was wir nur in der vagen Kampagne sehen,
Hast du gehofft, dass die Nachwelt sich an dich erinnert.

I

Göttliche Geister, die pulverförmige Asche
Liegt unter der Last so viele Mauern bedeckt,
Euer Los, die ihr lebt von euren schönen Versen,
Die werden nicht unter der Erde versinken,

Wenn die menschliche Stimme erweitert werden kann,
Von hier aus bis in die Tiefen der Hölle,
Mein Geschrei, um Abgründe zu öffnen,
Wie der Abbé kannst du mich hören.

Identifizierung dreimal unter dem Schleier des Himmels,
Aus euren Gräbern steigt Devotion,
Ein lautes Heil dreimal rufe ich euch zu:

Ich rufe euch und euren antiken Zorn hierher,
Euch, jedoch in einem heiligen Schrecken,
Ich singe eure schönste Pracht.

II

Babylon rühmt ihre hohen Mauern,
Die Obstplantagen in der Luft Ephesus,
Griechenland beschreibt die alten Helden,
Und das Volk des Nils singt ihre Spitzen:

Das gleiche Problem hat Griechenland wieder,
Sein großes Bild des olympischen Jupiter,
Das Mausoleum wird die Herrlichkeit Kariens,
Und seine alten Labyrinthe Kreta vergisst.

Die alte Herrlichkeit von Rhodos steigt auf,
Sein berühmter Koloss, der Tempel der Erinnerung:
Und wenn einige Arbeit ein würdiger Mann wieder rühmt,

Auf der Stelle einige größere Geläufigkeit,
Da sagen wir: Was mich betrifft, möchte ich singen
Die sieben römischen Hügel, die sieben Wunder der Welt.

III

Neulinge, die Rom in Rom suchen
Und nichts von Rom in Rom wahrnehmen,
Diese alten Paläste, die alten Bögen, die ihr seht,
Und diese alten Mauern, das ist die sogenannte Roma.

Set, welchen Stolz, welche Ruinen,
Diejenigen, die die Welt nach ihrem Recht einnahmen,
Um alle zu zähmen, alle zu dämpfen,
Und wurde zum Opfer der Zeit, die alles verbraucht.

Rom ist das einzige Denkmal,
Und Rom besiegte alles.
Allein die Tiber, die in Richtung Meer geflohen,

Ist der Rest von Rom. O weltliche Unbeständigkeit!
Was fest ist, wird von der Zeit zerstört,
Und was locker ist, vom beständigen Wetter.
IV

Eine, die ihr Haupt bis zu den Sternen erhebt,
Und einen Fuß auf Thetis setzt, den andern auf den Osten,
Mit einer Hand auf den Skythen, der andern auf dem Moor
Der Erde und des Himmels Rundheit umfangend:

Jupiters Stolz, wenn immer mehr wuchs,
Dieser Stolz ist ist im Riesen wieder,
Das überfordert in diesen Bergen, diesen sieben Bergen,
Erz-Gräber der Größe, die den Himmel bedrohen.

Er legte den Kopf auf den der Saturnal,
Dann den Bauch auf den Quirinal,
Den Schoß pflanzte er auf den alten Palatin,

Er legte seine rechte Hand auf des Cölestins Höhe,
Auf den finsteren Exquilin die Wirbelsäule,
Den einen Fuß auf den Viminal, den andern auf den Aventin.

V

Wer möchte allen die Art zu sehen schenken,
Die Art und den Himmel, Rom, zu dir zu kommen:
Ich meine, wenn er deine Größe entwerfen kann,
Dies ist nur gut, deine Toten zu malen.

Rom ist nicht mehr, und wenn die Architektur
Einige Schatten von Rom lässt wieder sehen,
Es ist wie ein Körper mit magischem Wissen,
Entnommen der Nacht vor ihrem Begräbnis.

Der Körper ist Asche, Rom ist gestürzt,
Ihr hoher Geist ist weggetreten,
Der allgemeine Geist dieser runden Masse.

Aber seine Schriften, seine schönsten,
Trotzen der Zeit, reißen auf das Grab,
Und das Idol wandert unter der Welt.

VI

Wie in ihrem Wagen die Berecynthia
Gekrönt mit Türmen, und voller Freude,
Die geboren so viele Götter, als zu sehen war
In ihren Tagen glücklicher diese alte Stadt:

Diese Stadt, die mehr als die phrygische war
Reich an Kindern, und deren Macht
War die Macht der Welt und kann vergleichen
Ihre Größe nur mit ihrer eigenen Größe.

Rom konnte man nur in Rom suchen,
Allein Rom konnte sich erschüttern:
Das fatale Rezept hatte es erlaubt,

Als jede menschliche Kraft fett war,
Wenn gerühmt ward das, was gleich gemacht ward
Ihrer Macht über die Erde und Herrschaft im Himmel.

VII

Heilige Berge, und ihr heilige Ruinen,
Dass der Name von Rom bewahrt wird,
Alte Denkmäler, die Unterstützung wieder sind
Der pulverförmigen Ehre von so vielen göttlichen Seelen:

Triumphbögen, dem Himmel benachbarte Gipfel,
Ihr seht den gleichen Himmel der Wunder,
Ihr wurdet allmählich zu Asche,
Fabel der Menschen und der öffentlichen Plünderung!

Und obwohl manchmal eine Zeit lang Krieg führten
Die Gebäude, auch die Zeit wird
Werke und Namen letztendlich erschrecken.

Traurige Wünsche, Leben sinnlosen Inhalts:
Denn wenn das Wetter endlich etwas zu schwer wird,
Er wird den Schmerz, den ich ertrage, beenden.

VIII

Mit Waffen und Schiffen Rom unterwarf die Welt,
Und könntest du eine Stadt bestimmen,
Die hatte die begrenzte Größe der Dauer,
Gleichzeitig die Rundheit der Erde und der Wellen.

Und wie war die Kraft dieses fruchtbaren Menschen
In tugendhaften Neffen, seinen Nachkommen,
Die Überwindung seiner Vorfahren tapferem Amt,
Gemessen bis in den Himmel die tiefe Erde:

Nachdem er dies entfernt, alle Macht legte sich in seine Hände,
Nichts konnte das Römische Reich beschränken:
Und so die Zeit zerstört Republiken.

Die Zeit würde die römische Höhe so niedrig setzen,
Das Haupt hätte ausgegraben die alten Fundamente,
Die ihre Namen haben, hergestellt, und liegen darnieder.

IX

Koryphäen, grausame, unmenschliche, und ihr Götter,
Neidischer Himmel und Stiefmutter Kunst,
Ob durch die Politik oder das Abenteuer
Verging der Verlauf der menschlichen Angelegenheiten,

Warum arbeiteten früher die Hände
Eine Form dieser Welt so schwer?
Oder war nicht so schwer das Material
Der tapferen Front die römischen Paläste?

Ich habe nicht den gemeinsamen Satz gesprochen,
Dass alles, was unter dem Monde ist,
Korrumpiert ist und neigt zum Tode:

Aber ich sage (und will nicht missfallen dem
Der versucht, das Gegenteil zu lehren)
Alles wird so toll einmal untergehen.

X

Mehr als an den Rändern Aetëans der brave Sohn Jason,
Der auf magische Weise erobert die reiche Wolle,
Zähne eines alten Schlange infizieren die Ebene,
Sie zeugte Soldaten auf dem Gebiet der Vlieses,

Diese Stadt, die in ihrer jungen Jahreszeit war,
Eine Hydra der Krieger, voller Leben tapfer,
Brave Säuglinge, deren stolze Pracht
Die Sonne erfüllte und das andere Haus:

Aber letztlich finden sich in der Welt
Des Herkules Samen so fruchtbar,
In einer schrecklichen Wut gegeneinander streitend.

Wenn alle von einem plötzlichen Sturm erschüttert,
Kommt die Erneuerung ihrer brüderlichen Wut,
Wer einmal geblendet die stolzen Soldaten gesät.

XI

Der März lebendig hat so viel Glück gebracht
Dem Neffen, dass die menschliche Ohnmacht
Selbst in der römischen Kühnheit sich rühmte
Und schien die himmlische Herrlichkeit zu treten,

Abgekühlt dieser erste Eifer,
Dessen Römer hatte die Seele so voll,
Hat mit Feuer und einem feurigen Atem
Erhitzt die gothische Kälte.

Dieser Mensch nun, der neue Sohn der Erde,
Stechend über den Zorn des Krieges,
Diese tapferen Wände überwältigte seine Hand;

Dann ging er im Mutterleib verloren,
So dass niemand, auch der Vater der Götter nicht,
Könnte mehr das Römische Reich rühmen.

XII

Als wir einmal sahen die Kinder der Erde
Über die Berge in den Himmel gepflanzt,
Den Kampf der Hand mit der Macht der Götter,
Und Jupiter gegen sie, der seinen Zorn verlor:

Dann umgekehrt alles plötzlich Donner,
Das Schreiten der Wütenden über die Staffeln,
Das Stöhnen der Erde, und die herrlichen Himmel
Nach dem Abschluss der Ehre dieses Krieges:

Bis jetzt haben wir Menschen darüber gesehen,
Die kühne Stirn der sieben römischen Hügel
Gegen den Himmel ihr stolzes Gesicht gerichtet:

Und wie bereits diese Schande der Felder gesehen ward,
Bedauernd ihren Untergang, und die gesicherten Götter
Keine Angst mehr hatten vor so schrecklicher Kühnheit.

XIII

Weder die Wut der tobenden Flammen,
Weder die Kante des siegreichen Eisens,
Noch der Schaden des rasenden Soldaten sind es,
Die so viele Male, Rom, dich entlassen,

Weder das eine nach dem Zufall geändert,
Weder der nagende Neid der Jahrhunderte,
Weder der Trotz der Menschen und Götter,
Weder gegen deine Macht ein Vers,

Weder die Erschütterung von starken Winden,
Noch die Übermacht des gewundenen Gottes,
Der so viele Male überdachte seine Wellen,

Haben so erniedrigt deinen Stolz,
Dass die Größe von allem, was du verlassen hast,
Versetzt immer noch die Welt in Erstaunen.
XIV

Als wir im Sommer sicher die Meerflut bewegten,
Die hat im Winter getrunken, um König der Ebene zu sein,
Und Freude von Feldern eines hochmütigen Lecks
War die Hoffnung der Bauern und Hoffnung des Hirten:

Wie zu sehen ist, Feiglinge beleidigen die Tiere,
Die mutigen Löwen in der Arena liegen,
Blutige Zähne und eine eitle Kühnheit
Dazu führen, dass der Feind nicht Rache nehmen kann:

Und wie wir vor Troja die Griechen wieder gesehen,
Wie trotzten die weniger tapferen um den Körper des Hektor:
Also die, die einmal stolz waren, mit niedrigem Kopf

Des römischen Triumphs Ruhm begleiten,
Auf den staubigen Gräber üben ihre Kühnheit
Und wagen die Besiegten die Sieger zu verachten.

XV

Bleiche Geister, und ihr pulvrige Schatten,
Wer genießt das Tageslicht,
Du hast diesen stolzen Aufenthalt,
Wir sehen die äschernen Reliquien:

Sage, Spiritus (und die dunklen
Ufer des Styx sind nicht schön, zurückzukehren,
Sie umarmt einen dreimal, umarmte alle,
Schließe nun dein schattiges Bildnis),

Sag mir (weil einige von euch
Möglicherweise wieder lauern hier unten)
Hast du das Gefühl, deinen Satz zu erhöhen,

Wenn manchmal diese römischen Hügel
Du betrachtest und die Arbeit der Hände,
Wobei es nicht mehr ist als eine staubige Ebene?

XVI

Wie wir aus der Ferne auf dem wütenden Meer
Einen Berg von Wasser sehn mit großer Wellenbewegung,
Da ziehen tausend Wellen, ein großer Schock bellt,
Wenn sie gegen den Felsen bersten, vom Wind geschoben:

Wie voller Wut gejagt ward Aquilon sichtbar
Vom schrillen Pfiff des wirbelnden Sturms,
Da ein großer Drachen in der Luft bewegte sich,
Anhaltend plötzlich, müde seiner Karriere:

Und wie wir sehen die wogenden Flammen an hundert Stellen
Versammelt in einer, scharf gen Himmel,
Dann träge fallend: so in der Welt

Dauern die Monarchie und das Kreuz,
Eine Flut, ein Wind, ein Feuer nehmen ihren Kurs,
Durch ein tödliches Dekret hierher gekommen, um zu verlieren.

XVII

Wenn der Vogel fliegt des Jupiter,
Trage die Lampe der Himmels, die uns bedroht,
Der Himmel war in Angst vor der schrecklichen Kühnheit,
Der Riesen Mut war in Panik:

Aber sobald die Sonne brannte,
Der Flügel kam zur niedrigen Erde,
Die Erde begann außerhalb ihrer schweren Masse
Das alte Entsetzen, dass das Recht verletzt wird.

Dann eine germanische Krähe sahen sie
Verschleiernd den gefälschten römischen Adler,
Und gen Himmel auferstehen

Diese tapferen Berge einmal, um Pulver zu werden,
Nicht zu sehen, fliegt über den Köpfen
Dieser große Vogel, der Minister des Blitzes.

XVIII

Diese Steinhaufen, diese alten Mauern, die du siehst,
Waren die ersten, eingeschlossen in ländliche Lage:
Und diese mutigen Paläste, deren Zeit wurde Herr,
Einfache Hirten sind hier manchmal gewesen.

Wenn die Hirten nahmen die Ornamente der Könige,
Und der Arbeiter schwer zu schaffen seine rechte Hand anlegte:
Dann sah der größte jährliche Strom selbst,
Und er war wieder die größte Kraft sechs Monate lang:

Der tatsächlich an eine solche Macht glaubte,
Daß der Reichsadler von ihm nahm seinen Geburtsort:
Aber der Himmel, entgegen solcher Erhöhung,

Mit dieser Macht der Bachelaurus in Händen des Nachfolgers Petri,
Der Pfarrer im Namen Gottes, fatal auf der Erde,
Zeigt, dass alles zu seinem Anfang zurückkehrt.

XIX
Alles perfekt, und der Himmel ehrt uns,
Alle Unvollkommenen unter dem Himmel geboren,
Alle, die wir unseren Geist und unsere Augen füttern,
Und alle unsere Freuden, die werden verschlungen:

All das Unglück, das unsere Zeit getrübt hat,
Alles Glück der ältesten Altersgruppen,
Rom zur Zeit seiner ersten Vorfahren,
Geschlossen gehalten die Büchse der Pandora.

Aber das Schicksal, das Chaos zu entwirren,
Wo all die Guten und Bösen wurden eingeschlossen,
In der Tat, da die göttlichen Tugenden

Gen Himmel fahren, nicht so die Sünden,
Die bis dahin standen versteckt
Unter den Halden der alten Ruinen.

XX

Sonst wurden nicht gesehen die Regen nackt,
Die Dämpfe der Erde aufsteigend in der Luft,
Dann geschwungenen Bogens, um zu trinken,
Tauche ein in den Schoß der Tethys,

Und wieder dahin laufend, von wo es kam,
Unter einem großen dunklen Bauch jede Brut
Letztendlich, wie wir sterben,
Goldener Regen, goldener Schnee, Hagel von winzigem Gold:

Diese Stadt, die die Arbeit eines Hirten war,
Sich erhebend allmählich in einer solchen Höhe,
Sie sah sich selbst als Königin der Erde und der Wellen:

Zwar nicht in der Lage, große Lasten zu tragen,
Ihre Verluste trennten die Welt,
Die zeigen, dass nichts ist, das jemals werden wird.

XXI

Die eine Pyrrha und der Mars von Libyen
Haben gezähmt dieses brave Stadt,
Wer Mut zum Bösen hat,
Anhaltend die Hauptlast war der gemeinsame Wunsch,

Als ihr Schiff durch so begeisterte Wellen
Hatte gegen sich selbst die ganze Welt aufgehetzt,
Wir haben nicht die Felsen von Widrigkeiten gesehen,
Brechende Wellen glücklich folgten ihrem Rennen:
Aber andernfalls das Thema der Tugend,
Seine Macht wird erschossen,
Wie die grausamen Stürme,

Ein langer Sturm, der alle gehalten,
Wenn zu viel Wind im Rücken jagt,
Oberhalb des Hafens ist Schiffbruch gesehen worden.

XXII

Wenn dieser tapferen Aufenthalt zu Ehren des lateinischen Namens,
Der beschränkt seine Pracht von Afrika,
Bis zu diesen Menschen, die die Ufer der Themse bewohnen,
Und derjenige, der sieht den gestreiften Morgen,

Die Anima stellt sich gegen einen aufrührerischen Geist,
Schützt ihre eigenen Kinder, erobert ihren Körper,
Sie hatte so viele Jahre in aller Welt gewonnen,
Die Welt wurde plötzlich ihre Beute:

Also, wenn das große All den Rückflug antritt,
Oder 36 000 Jahre haben ihren Lauf beschränkt,
Brich die Naturelemente der Vereinbarung,

Samen, die Mütter aller Dinge sind,
Doch zu ihrem ersten Zwietracht zurückkehren,
Der Magen des Chaos ist ewig geschlossen.

XXIII

O das war klug gedacht,
Wer angeraten, so verschimmelte
Bürger ihre faule Freizeit
An Karthagos Mauern verbringen zu lassen!

Er sah voraus, dass der Römer Mut
Ungeduldig im trägen Vergnügen,
Der Rest würde geben
Eine Wut der zivilen Wut.

So sehen wir, dass ein böser Mensch,
Wie die Stimmung in eines Teufels Körper,
Ambition leicht erzeugt.

Was geschah, als der neidische Stolz
Nicht wollte größer oder gleich sein,
Da brach die Zustimmung des Schwiegervaters.

XXIV
Wenn die blinde Wut die Kämpfe verursacht
Dieser Tiere erleuchteten Herzens,
Seien es diejenigen, die schwimmen oder gefiedert sind,
Diejenigen, die kriechen oder mit Schuppen bewaffnet sind:

Welche feuerroten Furien ihre Zangen
Bohren in von Tollwut vergiftete Herzen,
Wenn so grausam aufeinander gehetzt
Ihr stoßt das Eisen in eure Herzen?

War diese Furie, Römer, dein grausames Schicksal?
Oder einige alte Sünden, die der Meuterer Zwietracht
Ausgeübt in ewiger Rache gegen dich?

Ohne sich des Urteils nur der Götter zu bedienen,
Deine Mauern, durch die brüderliche Hand blutig geschlagen,
Sind in der Lage, eine solide Grundlage zu schaffen.

XXV

Was habe ich wieder die thrakische Harfe genommen,
Um die faulen Teufel aufzuwecken,
Diese alten Cäsaren und die Schatten derer,
Die diese antike Stadt gebaut?

Oder dass ich das getan habe wie Amphion,
Um eine glückliche Vereinbarung zu animieren
Dieser alten Mauern, steiniger Knochen
Ausoniens, zur Wiederherstellung ihrer Ehre?

So nehme ich mindestens einen agilen Pinsel
Nach dem Muster eines großen Virgils,
Aus diesen Palästen Porträts zu formen:

Ich würde es übernehmen, da die Glut mich antörnt,
Wieder zu erschaffen den Zirkel mit der Feder,
Welche Hände können Mauerwerke erschaffen.

XXVI

Wer hätte die römische Größe zeigen können
In seinen Dimensionen, würde sie dauern
In Zeile und Blei, im Zirkel, der Platz,
Seiner Länge und Breite und Tiefe Hoheit:

Er würde mit gleicher Rundung sich identifizieren
Mit all dem Meer, das umgibt seine langen Arme,
Oder die jährliche Sonne wärmt die Erde mehr,
Aquilon ist, wo seine größte Kälte schlägt.

Rom war jeder, und jeder ist Rom.
Und wenn die gleichen Dinge mit den gleichen Namen genannt werden,
Wie es dem Namen Roms geschehen könnte,

Benenne den Namen des Landes und der Wellen:
So kann die Welt Rom umrunden,
Da die Karte von Rom ist die Karte der Welt.

XXVII

Ihr, die ihr erstaunt Rom betrachtet,
Den alten Stolz, der droht dem Himmel,
Diese alten Paläste, diese gewagten Berge,
Diese Mauern, diese Bögen, die Bäder und Tempel,

Richter, da diese Ruinen so reichlich sind,
Was hat die offensive Zeit geplagt,
Da den meisten fleißigen Arbeitern
Diese alten Fragmente wieder als Beispiel dienen.

Kümmre dich um das tägliche
Rom, auf der Suche nach ihrem alten Wohnsitz,
Umgebaut werden so viele göttliche Werke:

Du bist der Römer Dämon des Urteils,
Wenn wieder versucht eine tödliche Hand
Die Wiederbelebung dieser staubigen Ruinen.

XXVIII

Die manchmal sahen eine große trockene Eiche,
Einige Zierde für ihre Tür die Trophäe,
Sonnenaufgang am Himmel zeigt noch den alten toten Kopf,
Deren Fuß fest in den Boden gesteckt,

Aber mehr als die Hälfte über dem gebogenen Bereich
Siehst du ihre nackten Arm und verschlungenen Wurzeln,
Und ohne schattiges Blatt, ihr Gewicht stützt sich
Auf einem Stamm, gekappt am Platz:

Und obwohl sie zum ersten Mal in ihren Untergang gewickelt,
Und mancher junge Baum herum hat feste Wurzeln,
Die beliebte Gottgeweihte wird nur verehrt werden:

Wer hat die Eiche gesehen, noch steht sie
Da zwischen den Städten, die mehr wie Erz gedeihen,
Die alte staubige Ehre ist die am meisten geehrte.

XXIX

Alle ägyptischen Spitzen,
Griechenlands korinthischer Stil,
Der ionische oder der dorische,
Ziert der Tempel Schönheit.

All die Kunst des Lysippos,
Die Hand des Apelles oder Phidias
Betrunken schmücken diese alte Stadt,
Deren Größe den Himmel selbst überrascht:

Alle der Pallas Athene Weisheit,
Alles war wie Asien Prunk und Reichtum,
Alles war wie Afrika wieder,

Das ist hier zu sehen. O tiefes Wunder!
Rom lebte als die Zierde der Welt,
Und tot ist das Grab der Welt.

XXX

Wie auf dem Gebiet gesät ist voller Pflanzen,
Grüne Gärten durch Begrünung zu erhöhen,
Rohre in blühenden Netzen,
Kolben gelben Korns in den warmen Jahreszeiten:

Und wie die rustikalen Saison der Ernte
Die gewellte blonden Haare in der Furche bringt,
Der Auftrag setzt Garben, und Vergils Weizen
Hat sofort abgezogen tausender Garben Formen:

So nach und nach wuchs das Römische Reich,
Während er mit der Hand abgestreift die Barbaren,
Die ihn verlassen, diese alten Marken,

Dass jeder die plündert: so gesehen
Schritt für Schritt zu sammeln Reliquien
Von dem, was nach dem Schnitter fällt

XXXI

Von dem, was wir nur als eine vage Kampagne sehen,
Wo der ganze Stolz der Welt manchmal gesehen ward,
Du bist nicht schuldig, du jemand bist,
Im Tigris und Nil, Euphrat und Ganges zu baden:

Die Täter sind nicht Afrika oder Spanien,
Noch diese Menschen, die die englischen Küsten besiedeln,
Noch diese tapferen Soldaten, die den gallischen Rhein trinken,
Auch nicht der andere Krieger, Deutschlands Säugling.

Du bist nur die Ursache, O zivile Wut,
Die aussät von Feldern das Grauen,
Sohn gegen seinen Schwiegervater kämpfen lässt:

So dass es zum Grad gekommen
Der römischen Größe, der lange wohlhabenden,
Sie hetzen um den Boden eines schrecklichsten Sprungs.

XXXII

Hast du gehofft, dass die Nachwelt
Meine Verse für immer lesen wird?
Hast du gehofft, dass die Arbeit einer Leier
Solche Unsterblichkeit erwerben kann?

Wenn der Himmel war in Einigen in Ewigkeit,
Die Denkmäler, sag ich euch,
Nicht auf Papier, sondern in Marmor und Porphyr,
Hatten ihr tiefes Altertum erhalten.

Hinterlasse keine Schellen,
Laute, die geruhte Apollo mir zu geben:
Denn wenn Zeit nicht stiehlt deine Herrlichkeit,

Sie können eine geringe Laute rühmen,
Nachdem gesungen der Erste der Französischen
Das alte Ehrenkleid den Menschen.

ANDRE CHENIER GEDICHTE

AN ABEL

Abel, süße Vertraute meiner jungen Geheimnisse,
Siehe, wir haben einsame Spaziergänge gemacht.
Komm in den Schatten, auf meine neue Liebe zu hören,
Komm! Wie schön ist der Frühling, und ich liebe dich noch immer!
Da der kalte dunkle Winter im Reich dauerte,
Wisse, dass der Nordwind mit meiner Leier sich vereint.
Meine Muse wendet nicht zu hartem Eis ihre Schritte;
Zart ist sie und zittert beim Anblick des Frosts,
Und ein fast reines Haus, in seinem Ruhestand verbogen,
Hört den Wind brüllen, und seine Stimme ist leise.
Aber sobald Procne bringt die Sperlinge
Zu diesen lachenden und rauschenden Wäldern und Gewässern,
Die Felder zogen an ihre Roben des Hymen,
In ihrer vergeblichen Laune und Angst verlassen,
Sie ist wiedergeboren; sie hat ihre Stimme gefunden;
Und wie die Heuschrecke, Liebhaberin der Büsche,
Zweige über Zweige biegt und ausruht,
Von einer kleinen Blume sich nährt und ein wenig Tau,
Freue dich! Und harmonischen schönen Wetters Prophet,
Der Arbeiter seiner Gesänge mischt freudige Lieder;
So der Strom strömt überall unter dem neuen Schatten,
Ich singe den Zephyr, die Nymphen, die Gärten
Und die Frühlingsblumen und satte Farben
Und meine schöne Liebe, schöner als Blumen.

AN CHARLOTTE CORDAY

Was! während überall, aufrichtig oder täuschend,
Feiglinge, Perverse, ihre Tränen und Klagen
Widmen Marat unter den Unsterblichen,
Und stolze Priester dieses abscheulichen Idols,
Sumpf-Herzen von Reptilien unverschämt,
Erbrechen berüchtigte Hymnen am Fuße seiner Altäre,

Die Wahrheit ist da, seid still! In ihrem eisklaren Mund
Fürchten wir die Zunge verlegen
Und stehlen den Tribut an die glorreichen Taten!
Und ihr lebt so süß? Welcher Preis ist das Leben,
Wenn in einem beschämenden Joch, versklavt,
Zitternd, am Herzen liegend, vor allen Augen verborgen?

Nein, nein, ich werde dich nicht schweigend ehren
Dich, die dachte, dass dein Tod wiederbelebe Frankreich
Und deine Tage das Verbrechen bestraften.
Das Schwert im Arm, großes Mädchen und erhabenes,
Zu schade, dass die Götter ihre Verbrechen wieder begehen,
Wenn ein Mann ein Monster ist, da gibt es Schläge.

Die schwarze Schlange aus ihrer Höhle unrein,
So wurden schließlich mit deiner Kraft und ruhigen Hand
Die giftigen Gewebe verabscheut in ihren Tagen!
Die Eingeweide des Tigers, der mit seinen Zähne mordet,
Er kam gierig und mit bleichen Gliedern
Und hatte das Blut von Menschen gefressen!

Sein sterbendes Auge sah man, in deiner großen Freude,
Gratuliere deinem Arm und siehe deine Beute!
Deine Augen sagten ihm: Geh, verrückter Tyrann,
Geh über die Straße zu den Tyrannen, wo deine Komplizen laichen.
Dich zu baden im Blut war die einzige Freude,
Bade in deinem Blut und die Götter erkenne!

Griechenland, Tochter, bewundert deinen Mut,
Das erschöpfte Paros präsentiert dein Bild
Mit Harmodius und seinem Freund;
Und Chöre auf deinem Grabstein, im heiligen Rausch,
Singen für Nemesis, die späte Göttin,
Die trifft den Bösen schlafend auf seinem Thron.

Aber Frankreichs Axt hat ihn den Kopf verlieren lassen.
Dies ist das Monster, das ein Fest geschlachtet,
Es kommt zu seinen Gefährten, alle würdig seines Schicksals.
Oh! was für edler Verachtung Lächeln zeigte der Mund,
Als ein Räuber Rache nahm an diesem wilden Räuber,
Ist er erbleicht vor den Morddrohungen!

Er war es, der erbleichen mußte, und du warst Richterin
Und unser Senat schrecklich und Minister schrecklich
Im Gericht, ohne Angst und ohne Unterstützung,
Deine Süßigkeit, deine Sprache einfach und großmütig,
Du erfuhrst, dass in der Tat allmächtig die Kriminalität.
Wer auf das Leben verzichtet, ist stärker als das Leben.

Unter dem Deckmantel eine Art Freude,
In ihrer tiefen Undurchdringlichkeit lässt du deine Seele
Gehalten sein, das Schicksal der Gottlosen war verborgen.
So wird sich im Geheimen der Sturm erheben,
Da lachte ein schöner blauer Himmel, der jedoch
Blies über die Berge und erhöhte die Meere.

Schöne, junge, helle Frau, du schlugst die Henker,
Dich sah man vorn auf dem Wagen des Hymenäus;
Deine Stirn blieb ruhig und gelassen dein Blick.
Ruhig auf dem Schafott, schüttetest du Wahnsinn
Auf den erbärmlichen Menschen
Und unterwürfige fruchtbare Verachtung,
Und glaubtest immer noch, frei und souverän zu sein.

Der einzige Vorteil ist Freiheit. Ehre unserer Geschichte,
Unsere unsterbliche Scham lebt mit deiner Herrlichkeit;
Nur du warst ein Mann und wahrer Mensch!
Und wir, Eunuchen abscheulich, feige Herde und seelenlose,
Wir wissen, dass einige Frauen die Beschwerden wiederholen;
Aber das Eisen wiegen unsere schwachen Hände.

Ein Bösewicht ist unter der Rampe in diesem Sumpf.
Die Tugend applaudiert dir, ihr Lob ist männlich,
Höre, schöne Heldin, höre die erhabene Stimme.
O großer Vorzug, o Dolch, o einzige Hoffnung der Erde,
Es ist deine heilige Waffe, während der Donner
Lässt die Herrschaft dem Verbrechen und vertreibt das Gesetz.

FANNY I

Nein, alle Liebhaber von Blicken, Seufzern,
Sind in tückische Fallen verwickelt.
Nein, täuschend zarte und schüchterne Herzen
Nicht geben alle ihre Freuden.
Immer ein Vorwand
Hat die Art von Kindern, wegen der Neigung zu weinen,
Ein schleichendes Gebet.

Nein, mit deinem Bild, künstlich und auf Umwegen,
Fanny, lebt nicht Eine Seele;
Voll Augen deine Eigenschaften sind bei dir und keine Frau
Ist würdig der Liebe zu betrachten.
Ah! bleiche Blume Clytie,
Sie sieht einen Stern am Himmel; und das Fehlen des Tages
Schwer belastet den Kopf.

Aufstehen eines schönen Tages, ein Wort ist entgangen
Und hinterlässt einen tiefen schmerzlichen Eindruck.
Das Herz eines Unglücklichen, der es in der Welt sieht,
Sein Herz weint im Geheimen getroffen,
Als ihr Mund vorgab zu lächeln.
Undicht, und bis zu dem Tag seiner Not beschäftigt,
Abwesend, zumindest wagt er es zu sagen.

Fanny, angebetete schöne Augen weich und heiter,
Glücklich mit keinem anderen Wunsch
Als dich zu sehen, bitte, gib mir das Leben,
Das Losungswort für alle Menschen,
Fast kommen die Väter,
Du wirst sagen, dass du dich
Zu seinen sterbenden Händen drängst.
Glaubst du, dass er aufrichtigen Herzens ist?

FANNY II

Mai unter Rosen, Herbst
Unter des Weinstocks Kronen,
Wenige Ähren in der Ernte schwebend,
Auf meine Lippen, meine Leier,
Fanny, deine Augen, dein Lächeln,
Es schlüpfen Lieder.

Die geheimen Gedanken meiner Seele,
Kommende Worte flammen,
Einer sanft berührt deinen Namen:
Also das fleißige Perlmutt
Wirft seine kostbare Perle,
Sultanas Ehren von Ormuz.

So seine fruchtbaren Maulbeeren
Cathay dem Wurm mischte und nahm
Seinen glitzernden Goldrahmen.
Komm, meine Muse, zu deinem Schmuck,
Deiner unsterblich reinen Seide,
Zahle einen reicheren Schatz.

Die Poesie der Perlen
Bildet sich unter den Fingern
Auf des hellen Kragens Kontur.
Komm, Fanny, lege meine Hand
Auf deinen Busen, dieses edle Opfer ...
..................

FANNY III

Fanny, du glückliche Sterbliche, die du in der Nähe atmest,
Ich weiß dich zu sehen und zu erröten und lächelnd zu sprechen,
Welche göttlichen Gäste den Himmel bewohnen.
Anmut, Offenheit, naive Unschuld
Hast du seit deiner Kindheit,
Vor allem, was deine Kosmetik angereichert.

Auf deine Merkmale, wo die Seele ihren Adel verlässt,
Du konntest sie mit der Jugend von Rosen mischen,
Solche Bescheidenheit aus Rosen, verführerische Anhänger,
Und fülle die Augen, die Lippen, deine Zunge,
Mit diesem Honig, dessen Weisheit
Sucht sich vergeblich zu verteidigen, ihre Sinne.

Oh! wie habe ich die ganze Pracht und Herrlichkeit!
Das gibt Talente, Schönheit, Sieg,
Um dies zu beheben, wende deinen Geist auf mich und die Augen;
Fern von mir, dein Herz war voll von meiner Gegenwart,
Wie in deiner Abwesenheit,
Dein geliebter Aspekt ist mir überall gegenwärtig!

Ich denke: Du warst da; so ist alles gesagt: Wie schön!
So war dein Aussehen, war dein Gang so,
Und wie deine Kleidung, deine Stimme und deine Rede.
Das Sitzen auf dem Gras, und der Blick auf die Ebene,
Der Mäander der Seine,
Der Träumer folgte den schrägen Umwegen.

So wandere ich mit deinem Bild in den Wald;
So das junge Reh in freier Wildbahn der Wüste
Durchbohrt von fliegendem Blei, gefällt seine Schritte.
Es trägt seine tödliche Wunde auf der Flucht;
Liegend nah an einem reinem Wasser,
Spannend, atemlos, es erwartet, dass der Tod bald kommt.

DIE KRANKE FANNY

Manchmal eine kurzfristige Explosion
Verdunkelt eine Zeit unter ihrem nassen Dampf,
Gold, das seine helle Farbe plötzlich gewinnt:
Und Sirius, o junge Geliebte,
Ein Moment des flammenden Atems,
Deiner Schönheit rote müde Blume.

Was für eine weiche und leichte Wolke,
Ein wenig weiche Blässe, verstreut übers Gesicht,
Eingewickelt deine Ruhe und träge Herzschläge!
Was siehst du, was für ein Lächeln, gerade auf dem Bett
Schließt du die Augen und den Mund!
Und Honig tropft aus dem schwachen Akzent!

Oh! das war schön zu fürchten,
Als du stöhntest, so dass man sich beschwerte,
Lasst den Alarm für sie! Ah, wenn es Herzen gibt,
Fanny, die deine Helligkeit gefunden haben,
Du bleibst ruhig am Ort,
In der Nähe der Stirn verschleiert die süße Mattigkeit.

Ja, obwohl du besser und schöner bist,
Selbst aber bist du auch nur ein Mensch;
Ich sehe es. Aber der Himmel, du, der Stolz und die Liebe,
Deine schönen Jahre sind heilig. Deine Seele und dein Gesicht
Sind der Götter Gottesbild;
Und der Himmel applaudiert und hält dich auf dem Laufenden.

Der Himmel sah dich in deinen Wiesen.
Vergiss deine Hobbys, deine langsamen Träumereien;
Und deine Geschenke und deine Pflege unglücklich;
Deine zarten Hände mit deinen bitteren Lippen,
Anwesend vorteilhafte Säfte
Oder ein reines Leinen drückt deine schmerzenden Glieder.

Das Leiden - ich fühle mich wie das Leiden!
Sie waren glücklich, um dein Leben zu zittern,
Da sie sahen, da sie dich streichelten und bedauerten
Und unterm Dach strahlten in deiner süße Gegenwart,
Und Güte, Selbstzufriedenheit,
Erweichende Worte, teurer als dein Geschenk!

In der Nähe von deinem Bett, in deiner Hütte,
Sie dachten, sie sähen einen Engel des Lichts hier unten,
Dass der Tod seine Schatten verströmte zu ihrer Fackel;
Ihre Herzen waren bewegt, wie die Augen von Griechenland,
Das Opfer einer Göttin bringend,
Voll Freude in Aulis der Tod durch Kalchas.

Ah, wenn fremde Schmerzen
In edlen Tränen befeuchten deine Augenlider
Und nicht die Schuld, wegen des Schicksals Strenge,
Beschwerden für dich, die du erduldest vielleicht;
Und Schmerzen, die du hervorbringst,
Sind sie weniger berechtigt, dein Herz zu interessieren?

Troja, von alten Ehren von Asien,
Sah die Fürsten und auslaufenden Krieger Mysiens
Von einem großzügigen Sieger die Vorteile erfahren.
Achilles entwaffnete die freundliche Hand und sicher
Berührte er die tödliche Wunde
Und erleichtert die Schmerzen, die er selbst gemacht hatte.

An alles das erinnert, im Momente,
Dein Anblick, und es beruhigt die erschütterte Seele.
Fanny, für mich deine Ansicht ist die Klarheit des Himmels;
Pass auf, und ich liebe dich, wirst du sagen;
Und wenn du geruhst, mich anzulächeln,
Das Bett selbst der Venus ist von unschätzbarem Wert für mich.

AN FRANKREICH

Frankreich! O schönes Land, o großzügiges Land,
Das gefällige Götter gebildet, glücklich zu sein,
Man spürt den Punkt des Nordens, die kühlen Schrecken;
Der Süden seiner Lichter schont die Wut;
Deine unschuldigen Bäume haben keine tödlichen Schatten;
Weder gestreute Gifte in deinen neuen Rasen
Täuschen eine leichtgläubige Hand; noch dein Wald
Zitternder Stimme die Tiger fürchtet;
Weder die große Schlange liegt über deinen Pflanzen
In langen Kreisen klingelnd ihre abscheuliche Zunge.
Eichen, Kiefern und dicke Ulmen
In nützlichen Zweigen geben Schatten deinen Winkeln;
Und Beaune und Ai, wohlhabende Ufer,
Aquitanien und die Reiche und die hohen Pyrenäen
Unter ihren lärmenden Maschinen werden in Strömen laufen
Von köstlichen Weinen gereift auf ihren Hängen.
Provence duftend, und Zephyrus geliebt,
Atme du der Meere lauen Atem,
Am Rand der Wellen, köstlicher Schatz
Der Orangen und Zitronen goldener Tunika;
Und weiter, die Steigung der steinigen Hügel
Bildet die öligen Oliven mit leckeren Likören,
Diese helle und netzgleich durchscheinende Kleidung,
Wo der frische Granatapfel umschließt seine Rubine.
Auf dem buschigen Felsen Ziegen weiden,
Ihre Milch fließt in der Nähe der fruchtbaren Jungkuh
Und ihre Herde ist im jungen Gras zu sehen,
Verdickend den Stoff ihres weißen Vlieses.
In den fruchtbaren umliegenden Feldern der Touraine,
In Ländern, wo das Meer die Urne der Seine trinkt,
Weiden kriegerische Rosse.
Diese Trauben von kleinen Flüssen:
Die unbezwingbare Garonne, die sinnlosen Wellen
Der Rhone, ungestüme Tochter eisiger Alpen,
Die Seine royal flutet in die Loire
Unsicher und die Saone und tausend andere endlich
Geben ihr Futter überall an deine edlen Küsten,
Blumen, Getreide und Obstgärten und Wälder und Weiden
Kriechen an den Füßen von opulenten Städten,
Unter den Steinbögen fern geräuschvoll gewaschen.

Ich würde sagen, diese Arbeit, Quelle des Überflusses,
Diese Häfen, wo der beiden Meere tätige Liebe
Führt die Tribute von den fernen Ufern herbei,
Phöbus besucht sie an diesem Abend oder am Morgen?
Ich würde von diesen Kanälen sagen, diesen Durchbrüchen der Berge,
Breiten Becken, diesen Wellen angehäuft
Bis zu den Ausläufern der einen und der anderen Tethys.
Und diese großen Wege veräußern alle Orte,
Wo im Ausland, komfortabler Abschluss ihrer Reise,
Denkst du im Namen von Trudaine und segnest ihre Arbeit.

Dein fleißiges Volk wurde für den Kampf geboren.
Das Schwert, die Muskete überwältigen seine Arme nicht.
Es eilt zum Angriff, und seine unerschrockenen Eisen
Schickten die englischen Gottlosen fort, gierige Usurpatoren.
Der Himmel war menschlich, fürsorglich und gut,
Freund der süßen Genüssen, der Feste, der Lieder;
Aber schwache Unterdrückte, voll Traurigkeit und Sorgen,
Lassen erfrieren diese freudigen Lieder auf ihrem stummen Mund,
Denn Spiele, sie tanzen ihre Schritte,
Kippen die Tische vor ihnen Mahlzeiten um,
Lange Sorgen, schmerzhafte Eindrücke,
Und ihre Stirn und ihre Seele. Oh la France! sehr glücklich,
Wenn du deine Immobilie sehen könntest,
Wenn du die Vorteile besser wahr nähmst
Der Geschenke, die du von der Güte des Himmels erhalten hast!

Siehe die schöne Englische, den Engländer, dessen Mut
Nicht nur nach dem Gesetze eines freien und weisen Senats
Spioniert bei dir, und in Indien verdunkelt deine Pracht,
Auf deiner Fehler unzählige Schüler-Größe.
Er triumphiert, er beleidigt dich. O wie du deine Hügel
Siehst reparieren deine Ruinen,
Und die Freiheit zu geben, ohne Bedauern,
Und Wein und Öl und schöne Wälder!
Ich sah im Weiler klagendes Elend
Betteln und bittere Schmerzen.
Ich sah dich in deiner Eigenschaft, mittellose Arbeiter
Auf geizige und harte Steuer fluchend mit Strenge,
Wunde Füße, von großen unnötigen Tränen,
Getränkt in Schweiß, selbst unfruchtbar,
Entmutigt zu leben und eins nur fürchten,
Den unglücklichen Sohn, wie man ihn aussetzt.
Du siehst die Soldaten in den Städten stöhnen;
Nagetiere, Steuern, Abgaben, Belastungen durch Steuern,
Salz, Sohn der Erde oder des Wassers,
Quellen der Unterdrückung und verschiedene Plagen;
Zwanzig Räuber den heiligen Namen Fürst tragen,
Vereint eine traurige Provinz zu zerreißen
Und nach Belieben zu laufen, sein verändertes Blut
Teilen sie und seine zerrissenen Gliedmaßen.
O heilige Gleichheit, vertreibe unsere Dunkelheit,
Kehre Schlösser, Bestattungen, Bastionen um.
Die gleichgültigen Reichen fahren in einem Wagen,
Diese Abgründe der Geheimnisse überall uns umgeben,
Man lacht mit den Henkern, wenn es der Henker selbst ist;
In der Nähe die Schwarzen zu extremer Armut gezwungen,
Mit unreiner Herrin kauft man den Verkehr,
Singt auf den Gräbern, und trinkt Getränke der Toten.

Malesherbes Turgot, du, dem Frankreich
Das Leben erleuchtet, leider, vergeblich die letzte Hoffnung,
Minister, dessen Herz hatte Mitleid,
Minister, dessen Name nicht vergessen wurde;
Ah, wenn solche Hände souverän,
Dennoch war dieses Reichs Zügel gehalten,
Der Hellseher wäre sicher, dass das Kapital über uns herrschte;
Die Geringen haben es gewagt, in deiner Nähe zu atmen;
Die Unterdrücker, die Vermeidung der Armen ungerechten Beschwerden,
Sonst hätte einige Bescheidenheit einige Befürchtungen gebracht;
Die gottlosen Informanten, unterdrückt von Hunger,
Schließlich starben in Ungnade gefallen, und viele Männer
Unbemerkt von unseren Gesetzen, ohne das Wissen des Vulgären,
Sturm in den Händen der Willkür,
Nicht hörte man Schreie, Schluchzen der Beerdigung,
Wäre das nicht der Punkt des Stöhnens im Gewölbe-Misthaufen.

Nein, ich möchte nicht in servilem Aufenthalt leben;
Ich gehe, ich werde gehen weit und nehme mir ein Asyl,
Ein Asyl in meinem Leben in seiner ruhigen Art und Weise,
Ein Grab mit meiner Asche am Ende meiner Tage,
Wo eine große hartherzige Opulenz des Totschlags
Das Blut eines ganzen Volkes wird eifrig treffen
Und sage nicht mir mit einem häßlichen Lachen,
Du beschwerst dich unaufhörlich und bist sehr glücklich;
Wo, weit weg von den Entführern, des Landwirts Hand
Spendet und sammelt geeignete Grundstücke;
Wo mein Herz in einem fremden Himmel atmet,
Und sieht nicht mehr die Übel, die nicht zu entlasten;
Wo meine Augen weg von dem öffentlichen Elend,
Nicht mehr alle Tränen meiner Brüder sehen,
Bleiches und Bedürftigkeit in den sterbenden Stimmen,
Und mächtig das Verbrechen schüttelt die Gesetze.
Und du Retterin heilig, du Jungfrau angebetet,
Unser trauriges Klima hast du lange ignoriert,
Geruhe vom Himmel den freien Weihrauch zu schmecken
In einer Leier zum Herzen keusch, unschuldigen Verkehr,
Wer wird jemals wissen, durch Gelübde der Söldner
Schmeichelei mit Geld willkürlich begünstigt,
Aber das will noch, von der Liebe und von der Wahl,
Eine reine und edle Hommage an deine Gesetze.
Schwört auf den Menschen und alle seine Gesangs-Töne;
Die Wahrheit entzündet, und die Saiten zittern,
Wenn die Luft umher konzentriert
Die süßen Namen der Tugend und der Freiheit.

DIE KUNST DER LIEBE / FRAGMENT II

Wenn die brennende Saison die Ströme beliebt gemacht,
Zu der Zeit des Abends, auf der Suche nach frischem Wasser,
Die schönen lässigen schattigen Wanderungen,
Der offene Mund und sein reiner Atem
Und noch mehr aufgeregtes Brustspannen und Grüßen
Rufen dich zum Küssen und zum Atmen des Feuers;
Der Liebhaber kommt, und braucht nicht zu fürchten
Den Grund, erleichtert, und beginnt sich zu beschweren;
Da über das ganze Gesicht, und die feurige junge Blume,
Breitet sich ein verträumtes Lächeln unempfindlich;
Sein niedriger und langsamer Hals nicht mehr unterstützt den Kopf;
Seine Augen...
Unter ihren langen Augenlidern kaum der Tag der offenen Tür,
Schmachtend matschig und es ertrank Amor...

(Unvollendet)

DIE KUNST DER LIEBE / FRAGMENT III

So ist die junge Geliebte, allein, weit weg von seiner Freude,
Sitzt unter einer Lärche an Abgründen,
Und dort, wo das Schreiben ein kleines Ärgernis überprüft,
Seine schöne Geliebte weint und lebt für ihn.
Er genoss in Ruhe diese Linien verschlungen;
Er liest, liest sie und las sie wieder,
Küsst das geliebte Blatt und die Tür zu seinem Herzen.
Plötzlich die Finger seiner Entführer
Kommen, gewinnen. Götter! er steht auf, er ruft:
Er sieht durch das Tal, in die Luft, von der Wiese,
Weglaufend mit diesem Papier, der Unterstützung seiner Tage,
Seine Seele und alles, was er ist und alle seine Lieben.
Er zittert vor Schmerz, Angst und Wut.
In seinen wilden Augen eine bittere Träne rollt.
Er wirft sich blind, schnell zu folgen,
Rennt, springt, fliegt, und das Auge immer auf ihn gerichtet,
Kreuzend Bäche, Sträucher, Felsen, herabhängende Spitzen,
Und erreicht, atemlos, die Tiefe.

DIE KUNST DER LIEBE / FRAGMENT VI

Wenn ein Wort entging der empörenden Unhöflichkeit
Und verletzen könnte Liebe und Zartheit,
Regungslos, stöhnte er, alles zu denken.
Ohne Scham, ohne Vorbehalt, muss er demütigen
Frau Egle, fällt auf die Knie, bereit zu verteidigen sich selbst;
Sie wird ihn plötzlich mit mehr Liebe zarter sehen,
Führen und stoppen ihn, und kniend
Beschuldigen mit Weinen den ungerechtfertigten Zorn.
Aber oft trotz dir, ohne Bitterkeit und ohne Verletzungen,
Ihres Mundes helle Linie schärft seinen Stachel;
Die Linie fliegt, vergeblich sich erinnern zu wollen,
Ihren bestürzten Liebhaber verschlingt die Trauer.
Oder Ablehnung einer harten unflexiblen Treue,
Sein ganzer Tag ist Licht getäuschter Hoffnung;
Er schmollt: ein wenig Bitterkeit, ein fragliches Wort
Kann den Streit in ernsthafte Debatten einschalten.
Oh! also, wenn auch glücklich, diesem Sturm zu entkommen,
Den Grazien gab man ihre göttliches Tändelei,
Dieses Bescheidene und unterwürfig sich nicht zu nähern wagen,
Aus Angst vor seinen Augen, und geh dich verstecken,
Und tausend andere unvermeidliche Geschicklichkeitsspiele,
Tausend angenehme Worte der Freundschaft,
Schließlich alle diese Umwege, deren naiver Charme
Wirkt ein Lachen, dem Liebhaber vergeblich vorbehalten.
Er küsst sie, er hält dich mehr als je zuvor, er liebt dich;
Jetzt bist du dran, schmollend jetzt.
Weit davon entfernt, zu erschrecken, und er lachte,
Und meine Geheimnisse,
Die Gebildeten haben die Mittel, Frieden zu bringen.

DIE KUNST DER LIEBE / FRAGMENT VIII

Wie süß ist die Rückkehr der kalten Jahreszeit,
Bis der neue Frühling nach Hause kommt,
Vor dem rauschenden Mann, im Vorbeigehen zu sehen,
Sein unordentliches Haar auf seinem Gesicht verstreut!
Sein Ohr weit, seine Schritte anerkannt:
Sie fliegt, und weint, und fällt ihm in die Arme;
Und du unterstützt und wagst kaum zu atmen,
Ein Haus sein Geheimnis-Auge richtet auf dich.
Dort tausend Fragen, die deine Stimme schneiden,
Milder Vorwurf, Küsse, eine Menge auf einmal.
Auf der Tafel zwischen den beiden in Eile wird serviert
Der feuchte Blick, mit Freude bei dem Bankett sie vergisst,
Und das Essen und die Tafel, und Speise in Frieden,
Das Vergnügen, dich zu sehen, zu betrachten deine Funktionen.
Sein Mund sagte nichts, aber seine Augen, aber seine Seele,
Sie sprechen; und bald die Flammen der Liebkosungen
Sie führen zu diesem Bett, das ihr beschwert.
Er fragte sie mit eifersüchtiger Pflege,
Bei eine Menge Spaß, vor allem, wenn einige Mengen
Lebten in dem Land, wo du weg von ihm warst.

BACCHUS

Komm, o göttlicher Bacchus, o junger Thyone,
Dionysus, oh Evan, Jacchus, Lenäus;
Komm, wie du die Wüsten von Naxos heimsuchst,
Wenn deine Stimme die Tochter des Minos beruhigt.
Der große Elefant, geplagt von deinem Sieg,
Hatte seine Trümmer im Ton des Elfenbein-Wagens gebildet.
Mit Reben, lose Trauben gekettet,
Der Tiger fleckige Flanken gefurcht von den Laren,
Und Sterne, Luchse, Wild-Panther,
Gehen mit dir und deinem Gericht auf diesem Ufer.
Gold glänzte über die Achsen der Wagen.
Die Mänaden liefen, die langen Haare zerzaust,
Und sangen Evius, Bacchus und Thyone,
Und Dionysus, Evan und Jacchus und Lenäus,
Und das alles sind in Griechenland deine schönen Namen.
Und die Stimme der Felsen wiederholt ihre Lieder;
Und lärmende Trommeln, die Becken,
Die gewundene Oboe, Doppel- und Klapperschlangen
Lasziv tanzen auf deine lautstarke Art,
Die Tierwelt, der Satyr und der junge Sylvanus,
Zufällig rund um den alten Silenus gruppiert,
Der schnitt seine Hand, das indische Ufer,
Immer betrunken, immer schwach und schwankend,
Schritt er und ging auf seinem faulen Arsch.

(Unvollendet)

SCHÖNER STERN DER VENUS

Schöner Stern der Venus, deine zarte Stirn,
Da Diana wieder den sanften Schein segeln lässt,
Wie lang diese Linden, am Fuße des Hügels,
Nicht bereit für meine Geheimnisse dein göttliches Licht.
Ich werde versuchen, nächtliche Diebstähle zu erkennen,
Weder Ausschreibungen, Reisende, noch Mörder.
Ich liebe: Ich werde die gegenseitige Begeisterung finden,
Eine geliebte Nymphe und schön die Schöne,
Wie bei den Bränden, die Diana geführt,
Voll Glanz dein Licht so rein, Ornament der Nacht.
EUPHROSYNE

Ah! es ist nicht für mich, das es mir gefalle, gepflegt zu werden.
Meine Schwester früher als ich war der Tag meiner Mutter.
Wenn einige schöne Freier bringen eine Blume,
Ich weiß in mir, dass sie nach meiner Schwester sehen;
Wenn sie die Attraktionen rühmen, die mein Gesicht zeigt,
Sie sagen zu meiner Schwester: Dies ist dein Lebensbild.
Ah! warum sah ich nur zwölf Ernten?
Kein Liebhaber schmeichelt mir in seinen süßen Liedern;
Niemand hat gesagt, dass er sterben wird, wenn ich untreu bin.
Aber warte. Das Alter kommt. Ich weiß, ich bin schön.
Ich weiß, dass die Dinge nicht die begehrtesten Attraktionen gesehen,
Ein rundes Gesicht, langes goldenes Haar,
In einem schmalen Mund eine Doppelreihe von Elfenbein,
Und schöne blaue Augen, schwarze Augenwimpern.

DER VERSCHLAFENE AMOR

Amor ruhte dort, und auf seiner Wange in voller Blüte
In einer brillanten Explosion die Farbe des Apfels.
Ich sah, als ich in den dichten Hain eingegangen,
Seinen Bogen und Köcher im Laub hängen.
Auf rosa Haufen einbalsamierter Kelche
Er schlief. Eine Maus über dem Mund gebildet,
Die sanft angelehnt war, und Jungbienen
Kommen, Honig von seinen rosigen Lippen zu holen.

AMOR UND DER SCHÄFER

Viel zu blumige Ufer von Gnidus und Paphos,
Erschrocken ein Feind des Glücks ruht,
Ich ging, neuer Pfarrer, durch die Felder von Syracus,
Summte meine Verse über die Nymphe Arethusa,
Als Venus von der Spitze in himmlischer Verkleidung kam,
Ohne Waffen und Köcher, kam, mich zu ihrem Sohn zu führen.
Beide lächelten: Nun, Schäfer, sagte sie,
Ich überlasse ihn dir. Mein Sohn, sei seine treue Führung;
Im Landhausstil Süßigkeiten anweise jungen Jahren;
Zeige deine Weisheit, sie lebt in den Feldern.
Sie flieht. Ich, leichtgläubig dieser verräterischen Stimme,
Ich rief zu mir das süße und schüchterne Kind.
Ich sagte ihm unsere Freuden und den Frieden am Weiler;
Ein Gott Peneus bewässerte die Herden;
Bacchus und Ernten; der Gott des Menalus
Formte neun Schilfrohre ungleich zur Flöte.
Aber er, ohne auf meine rustikale Lektionen zu hören,
Ich habe gelernt, Liebeslieder zu blasen:
Die Süße von einem Kuss und das Reich des Guten;
Olympus von tödlichen Schönheiten überzogen;
Flammen der Venus selbst Pluto animieren;
Und die göttliche Freude zu lieben und geliebt zu werden.
Seine Lieder waren süß! Ich lasse mich überraschen.
Meine Seele konnte es nicht müde werden zu hören.
Alle meine vergeblichen Vorschriften, verbannt aus meinem Kopf,
So gab es nie einen Weg zu allem, was er mir gesagt hat.
Er weiß, dass sein Sieg gewiss ist, und sein einbalsamierter Mund
Verse eines Liebhabers fließen Honig meiner Mund-Ohnmacht.
Es sank in mein Herz; und dieser glückliche Tag
Und mein Mund und mein Herz atmeten Liebe!

AMOR ALS BAUER

Neuer Landwirt mit einem Stachel bewaffnet,
Amor führt den Pflug durch die Rillenspur ;
Er presst unters Joch, das die Stiere verbindet.
Sein Arm trägt den Samen, den er in der Ebene sät.
Strahlende Stirn, rief er zum König der Götter:
Du, meine gereifte Ernte, damit der Himmel weit
Das Joch von Europa
Wieder meiner mächtigen Rache unterwirft,
Will man den Kopf brausend beugen.

DIE LIEBE ZU MÄGDEN BRINGT VIELE TRÄNEN

Die Liebe zu Mägden bringt viele Tränen!
Wenn ein paar Freuden Amors so viel Schmerz bereiten!
Er hat seine Freuden. In einem ruhigen Tal
Die Musen gegen ihn bieten uns eine Zuflucht;
Die Musen, Gegenstand meiner jugendlichen Wünsche,
Meine einzigartige Liebe, mein einzigartiges Vergnügen.
Amor wagt den Frieden dieses Ufers zu stören.
Ihre bescheidenen Blicke waren weit von ihrem Ackerland,
Dieser grausame Gott entfernt, ihre berechtigte Angst.
Keusche Musen, sicher, passt immer auf mich auf.

Aber nein, der Gott der Liebe ist nicht Furcht den Musen;
Sie suchen ihn nicht, sie lieben seine Tücken.
Das Herz, das nichts umsonst erfleht, liebt,
Ihre Truppe, die flieht, will nicht emulieren.
Ein Liebhaber ruft, und seine Stimme zieht an;
So immer sie in meine Leier fahren.
Wenn ich singe die Götter oder Helden, plötzlich
Meine Zunge stammelt und arbeitet umsonst;
Wenn ich von der Liebe singe, mein Lied selbst
Aus dem Mund fließt aus und fliegt zu der, die ich liebe.

LYDA
Mein Gesicht verdorrt und sieht die Sonne.
Mein Fuß unter dem weißen Dornbusch wurde verletzt.
Ich folgte den ganzen Tag dem Boden des Tals;
Entferntes Blöken rief mich überall.
Ich lief; sie floh vor mir wahrscheinlich:
Es waren andere Hirten. Wo euch suchen, o
Die schönsten Menschen? Sag mir, zeig mir jetzt,
Wo sind deine Herden, mit denen du grasen tust?

O Junge! Du errötest vor mir.
Siehe meine farblosen Züge; sie verblassen vor dir:
Das ist deine jungfräuliche Stirn, deine Grazie, dein Anstand.
Komm; es gibt andere Spiele, die Kinderspiele.
O Junge, wisse nur, dass mein Herz
Konnte nicht vergessen dein Gesicht so sanft.
Schönes Kind, auf der Stirn wohnt Freude;
Dein Blick ist der einer schüchternen Jungfrau.
Deine weiße Brust, die dein Kleid am Tag zu verstecken wagt,
Scheint sich immer noch nicht bewusst, dass Amor seufzt;
Komm, zu kennen mich; komm, ich will dich unterrichten.
Komm und lege zurück in meine Hände
Deine jungfräuliche Seele rein und zart,
Also meine Lektionen, weniger ängstlich als du,
Machen mich seufzen und schmachten;
Und schließlich versichert dieses kindliche Spiel
Meine einzigen Küsse, die göttlichen Rötungen.
Oh! Ich wünschte du kämst hier an einem Morgen,
Sanft ruhe deinen Kopf auf meiner Brust!
Ich werde sehen, du schläfst, hältst den Atem an,
Damit dich nichts weckt, die Atmung atmet kaum nur.
Mein Leinenschal, dass ich schwimme,
Weit davon entfernt, dein schönes Gesicht zu entfernen,
Fliegende Insekten und Bienen eifersüchtig...

Die Nymphe sieht ihn und hält ihn an und seufzt.
Zu einer Rasenbank, mit Zittern, sie zieht ihn;
Sie sitzt. Er erschrickt offen,
Bewegte sich ein wenig mit Stolz, Freude und Bescheidenheit.
Beide Hände der Nymphe wandernde Abenteuer.
Ihre weiße Stirn, es wird ihr Haar
Zu blonden Locken. Ein weiteres sein Kinn
Streichelt die weiche Baumwolle langsam.
Auf, schönes Kind, auf, sagte sie:
Du bist so jung und schön, mit mir jung und schön.
Komm, mein guter Freund, komm, setz dich auf mich.
Sprich, wie alt mein Sohn ist mir dir gegangen?
Der Kampf im Gymnasium, du hast den Sieg?
Heute hab ich mir gesagt, deine Begleiterin in Herrlichkeit,
Zu glücklich! dich in die rutschigen Arme zu drängen,
Und Oliven sanken auf deine glänzenden Glieder.
Du senkst deine schwarzen Augen? O Gottesmutter!
Wer hat dich gebildet so schön, gefüttert euch alle!
Kein Zweifel, sie ist Göttin! Was? Deine junge Brust
Zittert und steigt? Kind, sei gut, deine Hand an die Tür.
Die rundere Brust von mir steigt weiter.
Dies ist nicht (kennst du es? Bereits im Hain
Ist der Nymphe Segel für dich gefallen?)
Dies ist nicht die einzige Sache, die die Heimat unterscheidet.
Du lächelst? Du errötest? Deine Wange ist brillant!
Dein Mund ist rosig und transparent deine Haut!
Bist du nicht Hyazinth dem blonden Phöbus teuer?
Oder der junge Trojaner-Freund von Jupiter?
Oder der, geboren für mehr Unsterblichkeit,
Dem sich die Myrrhe-Rinde als Mutter geöffnet?
Kind, wer auch immer du bist, oh, deine Augen sind schön,
Schönes Kind, fick mich! Mein Herz hat tausend Liebhaber
Abgelehnt, tausendmal entzündet Strafverfolgung;
Aber nur du, liebe mich, ich muss geliebt werden!

Der Stein von meinem Grab die Zukunft der Rasse
Will ein Jungfernhäutchen lösen meinen Gürtel.

Komm hier auf frischen Binsen, dein Platz ist fertig.
Komm, komm, auf meine Knie, deine Kopfstütze.
Oben schau auf mich, du schweigst,
Und ich werde dir das Lied singen, das du magst.
Wie ersichtlich ist, wann wird Phöbus wiedergeboren werden,
Nacht ist bereit, den Tag zu veröffentlichen, zu fliehen,
Ich werde deine schönen Augen sehen, die Augen meines Freundes,
In leichtem Schlaf fast die Hälfte der Nacht.
Du wirst sagen: Adieu, ich schlafe, Adieu meine Liebe!
Adieu! Ich würde sagen, adieu, schlaf, mein treuer Freund,
Denn ich auch schlafe, die Stirn in den Himmel,
Und ich werde dich und Stirn und Augen küssen.

Das geht mich nichts an; verstecke deine Augen;
Mein Blut ist verbrannt; deine Augen sind Brände.
Komm, komm. Obwohl am Leben, und deine erste Blüte,
Ich will meine Hände schließen um den Deckel,
Oder trotz deiner Bemühungen werde ich dies Haar nehmen
Und ein Stirnband, das deine Augen versteckt.

(Unvollendet)

MNAIS

Fische, nicht hier die wandernden Ziegen,
Die Schafe unter ihrer fruchtbaren Wolle kriechen
Am Abhang des Berges, mit ihnen nicht
Der junge Mnais kommt, zur Ernennung, ach,
Durch Cybele und Ceres, und seine geliebte Tochter,
Eine leichte Anmut, eine sakrale Anmut.
Früher mit dir hatte sie ihre Wiege,
Und in ihrem zwanzigsten Jahr fand sie das Grab.
Deine Lämmer zumindest nahe kommen meiner Asche,
Ich blöke die Akzente ihrer weichen und zarten Stimme,
Und grase am Fuße eines Felsens, wo eine Bezaubernde ist,
Die Flöte spricht unter den Fingern der Hirten.
Die Rückkehr des Frühlings, die Prärie entblättert sich,
Es spenden die Dorfbewohner meinem Grab Blumen;
Dann wird ein Mutterschaf fügsam seiner Hand,
In einem Tontopf wird er das Euter drücken;
Und jeden Tag wird bewässert reine Milch sein,
Der Stein in der Gruft sich auf meine Stimmung hob.
Tot und lebendig, es ist wieder zu vereinen
Eine Liebe, Handeln und süße Erinnerung.

SUSANNE

Ich sage, Unschuld der Täuschung ausgesetzt
Und ungerechter Macht und unreinem Alter,
Das kluge Kind, und Gott in seinen Vorteilen,
Geruht, die Pakete für die Rache zu wählen.
O Tochter des Höchsten, schöner Körper
Erhaben und berührende Stimme, unsterbliche Harmonie,
Ihr Echos, die Heiligen des Himmels erklingen,
Zu singen Hymnen, die in der Nähe des ewigen Throns sind,
Junge Seraphim mit brennenden Flügeln;
Ihr, die ihr auf der Erde in Wein-Tälern Idumäas
Wiederholt Zärtlichkeit und Transport so süß
Zum schönen Ägypten und zu des Königs Männern;
Und stolzer an den Rändern, wo die Themse rumpelt,
Haben da gehört die Kindheit der Welt,
Und das alte Chaos und die bösen Engel
Und rollende Wellen in das Höllenfeuer,
Und die erste menschliche keusche Hochzeit,
Und Eden voller Leckereien bald aufgegeben,
Kommt, fließt nach unten auf meinen Mund und mein Herz.
Setzt auf meine Zunge ein wenig von diesem Honig, Verführer,
Welche Würmer benetzen alle eine liebende Trunkenheit,
Ergießen dem weisen König eine bezaubernde Sprache;
Ein paar von diesen großen Reden, tief wie du,
Worte der Freude oder Schreckens-Worte
Miltons Lippen haben unaufhörlich ausgebrütet,
Großer Blinder, dessen Seele so viel sehen konnte!
ALSO SPRACH NOSTRADAMUS

ERSTER GESANG

1

Sitzt in der Nacht allein, geheim studierend,
Auf messingnem Stativ das Licht platzierend,
Die leichte Flamme aus der Leere kommt,
Erfolgreich, wenn dir nur der Glaube frommt.

2

Der Zauberstab zur Hand ist in der Mitte,
Ob Wasser auf dem Saum des Kleides glitte,
Die Stimme er zitiert, dass er sie sähe,
Der Glanz ist göttlich, Gott ist in der Nähe.

3

Die Würfel werden durch den Sturm gestürzt,
Das Antlitz von dem Mantel wird bedeckt,
Die Republik vom Volke wird gekürzt,
Der Rote die Regierung dann bezweckt.

4

Dann in der Welt der König wird erkoren,
Kaum Frieden hat, kurz leben wird der Hirt.
Zu der Zeit geht des Papstes Schiff verloren,
Zum großen Nachteil das geregelt wird.

5

In lange Kämpfe werden sie getrieben,
Die Landschaft wird aufs schrecklichste erschrecken.
Und Land und Stadt wird schwere Arbeit lieben,
Die Herzen prüft man dann an allen Ecken.

6

Das Auge von Ravenna wird verlassen,
Die Flügel scheitern werden an den Füßen,
Verfassungen dann schreiben selbst die Massen,
Und in Turin Franzosen müssen büßen.

7

Zu spät gekommen, ist die Tat geschehen,
Und Gegenwind und Briefe aufgerührt,
Verschwörer vierzehn der Partei zu sehen,
Rousseau hat seine Arbeit durchgeführt.

8

Wie wirst du dann ergriffen, Sonnenstadt!
Gesetze ändern sich, barbarisch eben.
Kommt schlechte Zeit, der Sklave wird nicht satt,
Und Hadrian die Venen wird beleben.

9

Vom Orient und Afrika, beim Gotte,
Ein Herrscher kommt, der nicht wie Romulus
Und Hadrian, und Libyen die Flotte
Zur Insel Malta führt auf Meeres Fluss.

10

Ein Sarg liegt im Tresor aus kaltem Eisen,
Des Königs sieben Kinder werden stehen,
Die Väter wird man in die Hölle weisen,
Die Frucht des Stammbaums wird man klagen sehen.

11

Und Sinne, Hände, Füße, Herzen hoffen
Dann auf Neapels und Siziliens Stirn,
Schwert, Feuer, Fluten, Römer sind ersoffen,
Getötet, weil so schwach war ihr Gehirn.

12

Den Mann der Tücke wird man kurz nur loben,
Schnell werden Immobilien angehoben,
Dann wird er illoyal den Thron verlieren,
Der wusste nicht, Verona zu regieren.
13

Durch Wut und Hass Verbannte dann regieren,
Dem König wird der Rebellion Verletzung,
Die Feinde werden drohend sich platzieren
Und ihre Schüler treiben Volksverhetzung.

14

Von Sklaven Lieder und Gesang auf Erden,
Die Fürsten sind im Kerker wie die Toten,
Dann aber in der Zukunft die Idioten
Das göttliche Gebet empfangen werden.

15

Mars droht uns mit der Kraft des Krieges, seht,
Und siebzig Male werden Köpfe rollen,
Der Klerus wird erhöht und wird geschmäht
Von jenen Narren, die nichts wissen wollen.

16

Ein Sinn zu Sagitarius getreten
Ist an dem höchsten Aszendenten jung,
Pest, Tod, durchs Militär herbei gebeten,
Kommt das Jahrhundert der Erneuerung.

17

Seit vierzig Jahren scheint kein Regenbogen,
Seit vierzig Jahren alle Tage Glut,
Die trockne Erde nässen keine Wogen,
Dann aber kommen wird die große Flut.

18

Französisch Zwietracht herrschen wird auf Erden,
Mohammedaner werden alles regeln,
Siena wird in Blut gebadet werden,
Marseille bedeckt mit Schiffen und mit Segeln.

19

Die Schlangen am Altar bedrohn die Herden,
Und Trojas Blut von Spanien wird befleckt,
Die große Zahl wird dann verringert werden,
Der Führer flieht, in Sumpf und Marsch versteckt.

20

Und Orleans und Reims und Tours auf Erden
Beunruhigt werden von Veränderungen,
Die Zelte schlägt man auf vor fremden Zungen,
Geschüttelt Länderein und Meere werden.

21

Der Fels hat in der Tiefe weißen Ton,
Milchweißes kommt aus Spalten, wie zu spüren,
Die Menschen wagen nicht, das zu berühren,
Das Fundament der Erde ist aus Ton.

22

Bestehendes führt ohne Sinn dazu,
Das alles kommt zum eignen Schluss, ich weiß,
Bei Langres und Autun, das höre du,
Wird Hagel Schaden bringen, Schnee und Eis.

23

Im dritten Monat, wenn die Sonne steigt,
Dann treffen Wildschwein sich und Leopard
Auf einem Schlachtfeld, müd der Leopard
Schaut in das Licht, wo sich der Adler zeigt.

24

Nachdenklich ist New City, trotz der Spötter,
Raubvögel beten an die Himmelsgötter,
Und nach dem Siege kommt Vergebung zart,
In Mantua, Cremona wird es hart.

25

Verlorenes, Jahrhunderte verborgen,
Pasteur wird fast als junger Gott gefeiert,
Schließt Luna ihren Zyklus dann am Morgen,
Dann wird er werden vom Gerücht entschleiert.
26

Der große Mann wird dann vom Blitz getroffen,
Vorausgesagt wird Böses, das steht fest,
Nach der Prognose kann man nachts noch hoffen,
In London Streit, in der Toskana Pest.

27

Am Eichenbaume, der vom Blitz gespalten,
Liegt in Gienne ein Schatz verborgen dort,
Was lange Zeiten sammelten die Alten,
Das findet man. Ein Mann wird gehen fort
Aus dieser Welt, sein Auge wird durchbohrt.

28

Tobruks Barbaren-Flotte ist gefährlich,
Des Westens Flotte später, wie ich sage,
Vieh, Volk und Wohlstand geht verloren, ehrlich,
Ein Todeskampf zu sehn in Stier und Waage.

29

Wenn Fische über Land und Meere fahren,
Die Flut am Ufer gibt des Wassers Spende,
Ausländisch ist die Form und voll Gefahren,
Dem Meer fern Feinde lehnen an die Wände.

30

Der Meersturm wird das fremde Schiff erreichen,
Das Schiff in unbekannte Häfen geht,
Abweichend von des Palmzweigs Segenszeichen,
Kommt Tod und Raub, der Ratschlag kommt zu spät.

31

Der Krieg in Frankreich wird sehr lange tosen,
Die Könige von Kastulon regieren,
Ein ungewisser Sieg krönt die drei Großen,
Hahn, Adler, Mond und Sonne triumphieren.

32

Das große Reich wird ausgewechselt werden,
Ein kleiner Ort wird wachsend sich bewegen,
Ein winziger Bereich ist es auf Erden,
Er kommt dahin, sein Zepter festzulegen.

33

Der Brücke nah und nah der großen Klarheit
Der Löwe mit den Kaisertruppen naht,
Das führt dazu, dass außerhalb vom Staat
Die Angst das Tor ihm öffnet, sagt die Wahrheit.

34

Der Geier fliegt nach links, bereitet vor
Den Krieg mit Frankreich, Frankreich abzuschlachten,
Dem ist er klug, dem anderen ein Tor,
Als gutes Omen wird man ihn betrachten.

35

Der kleine Löwe dann besiegt den großen,
Im Feld im Einzelkampf, das Blut fließt rot,
Das Auge wird des Käfigs Gold durchstoßen,
Zwei Wunden, dann stirbt er den grimmen Tod.

36

Zu spät dem König ist es umzukehren
Und lassen seinen Feind die Todin erben,
Bald kommen größre Dinge, größre Ehren,
Doch schließlich wird die ganze Linie sterben.

37

Vor Sonnenuntergang der Kampf wird beben,
Das große Volk ist ungewiss in Worten,
Der Hafen wird ihm keine Antwort geben,
Das Grab, die Brücke sind an fremden Orten.

38

Das Licht den Adler wird dem Sieger senden,
Ein leeres Wort dem Untergang vielleicht,
Nicht Horn noch Schreie wird das Heer beenden,
Wird Freiheit, Frieden durch den Tod erreicht.
39

Der Letzte wird in seinem Bett verletzt,
Weil er zu sehr geliebt den blonden Erben,
Versklavt ist das Imperium, entsetzt,
Der lesen nicht noch schreiben kann, muss sterben.

40

Verbergen die Trompeten dann den Wahn,
Byzanz dann ändert das Gesetz den Ländern,
Es kommt ein Ritter auf Ägyptens Bahn
Und wird Edikt und Geld und Standard ändern.

41

Belagert, überfallen wird der Thron,
Der Kampf ist nah dem Meer und seinen Wettern.
Die Frau in Ohnmacht, kehrt zurück der Sohn,
Gift in den Falten der verborgnen Lettern.

42

Den Zehnte im April, so Goten stammeln,
Die böse Menschheit wird ihn unterjochen,
Das Feuer diabolisch wird sich sammeln
Und es verbrennt des Dämons Psellus Knochen.

43

Im Reiche wird es Änderungen geben,
Beim wundervollen Fest wird man sich wälzen,
Das Feld bewegt, der Porphyrschaft wird beben,
In Kraft gesetzt, getauscht am harten Felsen.

44

Bald wird das Opfer wieder aufgenommen,
Es fallen Märtyrer dem Feind wie Flachs,
Abt, Mönch, Novize sind nicht mehr, die Frommen,
Der Honig wird viel teurer sein als Wachs.

45

Die Sekten machen Müh dem Staatsanwalt,
Sind Tiere im Theater, Licht und Prisma,
Autoren schreiben Akte der Gewalt,
Die Welt verwirrt wird von der Sekte Schisma.

46

Lektüre und Miranda in der Nähe,
Ein großes Feuer fällt herab, ich sehe,
Der Grund betäubend ist und wundervoll,
Die Erde später beben wird wie toll.

47

Verärgert wird das Wort des Genfer Sees,
Die Tage Wochen werden über Nacht,
Dann Mond und Jahre schlagen fehl, ich seh's,
Das Amt verurteilt seine leere Macht.

48

Wenn zwanzig Jahr von Lunas Herrschaft sinken,
Dann siebenhundert Jahre herrscht die Nacht,
Erschöpft wird Sol von Amphitrite trinken,
Und meine Prophetie erfüllt die Macht.

49

Und lang vor den Ereignissen auf Erden
Die Luna wird des Ostens Menschen schärfen,
Im Jahre Siebzehnhundert viele werden
Dem nördlichen Gebiet sich unterwerfen.

50

Drei Zeichen werden einen Mann gebären,
Am Donnerstag den Urlaub wird er kosten,
Sein Ruhm wird wachsen, Macht und Lob und Ehren,
Doch Land und Meer Probleme kriegt von Osten.

51

Saturn und Jupiter die Widder führen,
Mein Gott der Ewigkeit, es ändert sich,
Nach dem Jahrhundert wird sich Böses rühren,
Unruhen in Italien sehe ich.
52

Ein doppelt böser Einfluss im Skorpion,
Man wird den Herrn in seinem Haus ermorden,
Der König hetzt die Kirche, Gottes Sohn,
Ins untere Europa, in den Norden.

53

Ein großes Volk in Unruh steht und Schmerzen,
Und das Gesetz ist vom Ruin befleckt,
Ein anderes Gesetz nach Christi Herzen,
Ein neuer Quell für Silber wird entdeckt.

54

Revolution vom bösen Sensenmann,
Regierungen gewechselt und die Zeiten,
Das Zeichen regt sich überm Hause dann,
Mobiles Zeichen, gleich für beide Seiten.

55

Das Klima gegenüber Babylon
Wird Blutvergießen bringen, alle keuchen,
An Land scheint ungerecht der Himmelssohn,
Verwirrung, Durst und Hunger, Sekten, Seuchen.

56

Bald wirst du große Änderungen sehen,
Furchtbaren Schrecken, Rache bis zur Trance,
Im Mondenlicht des Mondes Engel wehen,
Den Himmel zeichnen sie in der Balance.

57

Trompeten schütten große Zwietracht aus,
Vertrag gebrochen, schau zum Himmel auf,
Der Mund im Blute schwimmt und voller Graus,
Milch nimmt und Honig nimmt den eignen Lauf.

58

Der Bauch zerschlitzt, zwei Köpfe, ein Geschöpf,
Vier Jahre, es wird Jahre überleben,
Am Tag ein Fest begeh und Hoffnung schöpf,
Ferrara und Turin, der Fürsten Streben.

59

Zu Inseln deportierte Exilanten,
Ein schlimmer König wird dann eingesetzt,
Er wird ermordet, und die zwei Verbrannten
Nicht sparen ihre Reden, sind verletzt.

60

Ein Kaiser in Italien wird geboren,
Doch teuer kommts zu stehen der Provinz,
Die Freunde werden sagen, auserkoren,
Er ist ein Metzger, weniger ein Prinz.

61

Die elende glücklose Republik
Durchs neue Amt vernichtet werden mag,
Die Menge im Exil wird krank vom Krieg,
Die Schweiz bricht einen wichtigen Vertrag.

62

Ach leider, ein Verlust ist es dem Lernen,
Der Luna Zyklus ist nun abgeschlossen,
Flut, Feuer und Tyrannen in den Sternen,
Die Zeit wird wieder hergestellt, Genossen.

63

Die Seuchen schwinden und die Welt wird kleiner,
Für lange Zeit die Länder haben Frieden,
Wird sicher reisen unterm Himmel Einer,
Dann wieder kommt ein Neubeginn hienieden.

64

Nachts denken sie, das Sonnenlicht zu schauen,
Doch bis zur Hälfte sind es Schweinehunde,
Lärm, Schlachten, Schreie, unterm Himmel Grauen,
Die stummen Tiere sprechen zu der Stunde.
65

Ein Kindlein ohne Hände, wie ein Blitz,
Des Königssohnes Tennis ist ein Witz,
Der Blitzschlag trifft ihn, da er sitzt im Sessel,
Und an die Eiche fesselt ihn die Fessel.

66

Wer bringt die Botschaft nach der Boten Brauch?
Nach kurzer Zeit hält an sein Atemhauch
In Vivíer, Tournon und in Pradelles,
Und Sturm und Hagel werden trauern schnell.

67

Die große Hungersnot, ich spürs, kommt näher,
Regieren wird sie dann an allen Küsten
Und gierig greift sie jäh und immer jäher
Die Früchte und die Kinder an den Brüsten.

68

Wie schrecklich doch ist dieses Elends Qual,
Drei reine Menschen werden umgebracht,
Das Gift ward vorgeschlagen und der Stahl,
Betrunknen Henkers Horror in der Nacht!

69

Wie sieben Stadien der große Hügel,
Nach Frieden kommt der Hunger, Krieg und Flut,
Und manches Reich ertrinkt, des Sturmes Flügel
Deckt Altertümer Fundament mit Blut.

70

Krieg, Hunger endet nicht im Land der Meder,
Der Glaube wird verraten den Monarchen,
In Frankreich die Aktion begann und jeder
Gibt acht auf Zeichen, während viele schnarchen.

71

Und der Marine Tower wird gefangen
Von Spaniern dreimal und von den Barbaren,
Und nach Marseille und Pisa wird gelangen
Das Schwert, und Avignon erlebt Gefahren,
Und die Turiner Satanisten waren.

72

Die Leute von Marseille sind sehr verwandelt,
Bis nach Lyon verfolgt man ihre Flucht,
Narbonne, Toulouse, Bordeaux, sehr schlecht behandelt,
Millionen in Gefangenschaft zur Zucht.

73

Doch Frankreich schlecht behandelt die Genossen,
Und Algier wird von Persien geführt,
Sevilla, Barcelona sind verdrossen,
Der Venezianer Flotte schon sich rührt.

74

Sie ruhn, dann reisen sie nach Epirus,
Die Hilfe kommt aus Antiochia,
Der König strebt nach seines Reichs Genuss,
Der Stahlbart wird am Spieß gebraten da.

75

Siena wird besetzen dann Savona,
Die Meeresflotte wird zurückgehalten,
Armeen unterm Banner von Ancona,
Die Führer voller Angst vor den Gewalten.

76

Der Mann trägt einen Namen von Barbaren,
Drei Schwestern ihn vom Schicksal wohl erhalten,
Er spricht zum Volk in Wort und Tat, in raren,
Den Ruhm erlangt er wie die Großen, Alten.

77

Landzunge zwischen zweier Meere Pegel,
Ein Mann stirbt von des Pferdes Biss im Tal,
Und Neptun hisst dem Volk ein schwarzes Segel,
Die Flotte von Gibraltar und Rocheval.
78

Zum Alten kommt ein Erbe, ein Idiot,
Der schwach im Wissen ist und schwach im Krieg,
Dem Franken macht die Schwester nichts als Not,
Schlachtfelder und Soldaten bis zum Sieg.

79

Und Bazas und Lektüre und Kondom
Belästigt durch Gesetz und Monopole,
Bordeaux wird ruiniert am breiten Strom,
Massaker gibt es, nicht dem Volk zum Wohle.

80

Und kommen wird das sechste Himmelslicht
Und es wird donnern mächtig in Burgund,
Ein Monster wird vom Tier geboren und
März, Mai und Juli Wunden heilen nicht.

81

Neun werden ausgesetzt sein aus den Herden,
Sie werden vor Gericht gerufen werden,
Ihr Schicksal ist, sie fahren an das Ziel,
K. T. ist tot, befreit aus dem Exil.

82

Und wenn die großen Säulen bebend sind,
Mit Blut bedeckt, von Süden kommt der Wind,
Die mächtige Versammlung wird erschüttert
Und Österreich und Wien inmitten zittert.

83

Nation der Aliens, so teil die Beute,
Saturn steht schlimm im Mars in jenen Tagen,
Toskana und dazu Lateiner Leute,
Die Griechen wünschen nur noch, zuzuschlagen.

84
In tiefer Nacht versteckt der Luna Boot,
Ihr Bruder hell erstrahlt in Purpurrot,
Im Schatten steht der Große jener Stunde,
Die Klinge blutig bohrt sich in die Wunde.

85

Die Königin den König macht besorgt,
Die Boten fürchten darum um ihr Leben,
Der große Bruder leiht, der kleine borgt,
In Hass und Neid die zwei den Geist aufgeben.

86

Wenn sich die Königin erst selbst besiegt,
Dann wird sie zeigen wahren Mannesmut,
Und nackt zu Pferd sie übers Wasser fliegt,
Den Glauben füllt sie mit empörter Wut.

87

Erdbeben, Glut vom Mittelpunkt der Erde,
New City zittert in den großen Nöten,
Zwei Felsen wollen, dass es Kriegszeit werde,
Und Arethusa wird die Ströme röten.

88

Den Gotteszorn erteilt der große Prinz,
Zuvor vermählt er sich in der Provinz,
Und Gläubiger und Schuldner werden wenig,
Geschornen Kopfes sterben wird der König.

89

Die von Lerida kommen nach Moselle,
Loire, Seine, ach man tötet schnell,
Die Küstenbahn kommt in des Hochtals Nähe,
Die Spanier öffnen Wege, wie ich sehe.

90

Bordeaux und Poitier beim Klang der Glocken,
Mit großen Flotten werden sie nicht stocken,
O Wüten gegen der Franzosen Herden,
Ein Schreckensmonster wird geboren werden.
91

Die Götter werden Menschen dann erscheinen,
Die sind Autoren eines großen Krieges,
Von Waffen und Raketen wird man weinen,
Die rechte Seite ist gewiss des Sieges.

92

Ein Mann des Friedens überall verkündet,
Dann kommen Plünderung und Rebellion,
Die Stadt sich nicht mehr mit dem Land verbündet,
Millionen Tote und Gefangne drohn.

93

Die Italiener landen, Berge beben,
Der Hahn und Löwe sind nicht fest verbunden,
Nicht Angst, man hilft einander mehr im Geben,
Und Freiheit wird in Frankreich einst gefunden.

94

Und Selim, der Tyrann, er stirbt im Hafen,
Doch Freiheit wird erobert, Ruhm vermehrt,
Ein König kommt der Buße und der Strafen,
Durch Terror wird die Dame nicht geehrt.

95

Im Kloster wird ein Säugling dann gefunden,
Der von der alten Linie eines Mönchen,
Und Sekten, Zungen, groß zu jenen Stunden,
Die Zwillinge verehrt man bei den Nönnchen.

96

Ein Mann wird dann an die Zerstörung denken
Von Tempelsekten durch die Phantasie,
Den Felsen wird er sich, den Toten schenken,
Die Ohren sind erfüllt von Poesie.

97
Nicht Waffe und nicht Flamme kann erreichen
Des süßen Redners Zunge in dem Rat,
Im Traum der König sieht, im Schlummer Zeichen,
Nicht siegt der Feind, nicht Militär im Staat.

98

Der Führer große Scharen Menschen führt,
Vom Himmelreiche fern, zu fremden Sitten,
Ein großer Haufen Kreter sterben wird,
Der Führer wird zur Flucht um Schiffe bitten.

99

Der König ist dem Kriege beigetreten
Mit Fürsten, die in Freundschaft Überwinder,
Doch seufzen wird der Haushalt des Propheten
Und großer Schade trifft die jungen Kinder.

100

Ein grauer Vogel schwebt am Himmel dort,
Ist Dole und ist der Toskana nah,
Im Schnabel einen Ölzweig, nach dem Mord,
Man stirbt zu früh, dann ist der Frieden da.

ZWEITER GESANG

1

Von Aquitanien zu dem Reich der Briten
Macht einen großen Einfall die Armee,
Der Regen flutet reich in den Gebieten,
Port Selin greift das Heer an, wie ich seh.

2

Der blaue Kopf erzeugt den weißen Kopf,
Franzosen wirken Böses in den Tagen,
Am Segelmast hängt tot des Großen Schopf,
Vom Volk des Königs wäre viel zu sagen.

3
Aufgrund der Sonnenwärme auf dem Meer
Von Negropont die Fische sind gekocht,
Es kommt das Volk, das liebt die Fische sehr
Als Speise, Genua aufs Essen pocht.

4

Monaco bei Sizilien von den Feinden
Verwüstet wird die ganze Küste lang,
Es bleiben keine Städte und Gemeinden,
Barbaren rauben alles aus mit Zwang.

5

Das Eisen in den Fischen eingeschlossen,
Das einer zieht heraus, der zieht den Krieg,
Die Flotte auf der See bewegt die Flossen,
In der Lateiner Land erscheint der Sieg.

6

Den Toren nah und innerhalb der Städte
Zwei Geißeln gibt es, wie noch nie gesehen,
Pest, Hungersnot und schwere Stahlgeräte,
Von Gott ist die Erleichterung geschehen.

7

Sind viele zu den Inseln transportiert,
Ein Zahn geboren ist im Mund, zwei Zähne,
Sie sterben Hungertod, das Laub verliert,
Der Herr gibt neue Weisung aus für jene.

8

Der Tempel ist geweiht auf Römerweise,
Sie lehnen ab die Stiftung, voller Schuld,
Human ist das Gesetz, das neue, weise,
Befolgt wird, doch nicht ganz, der Heilgenkult.

9

Neun Jahre hält der Mager schon den Frieden,
Dann wird er fallen in sehr großem Dürsten,
Das Volk stirbt ohne Glaube, Recht hienieden,
Getötet werden sie vom milden Fürsten.
10

In Ordnung alles ist nach kurzer Zeit,
Doch finstere Jahrhunderte erscheinen,
Verändert wird der Maske Einsamkeit,
Wen aber findet man bereit? Nicht einen!

11

Der nächste Schritt des Alten wird erreicht,
Zur Höhe, bis zum Reich des Privilegs,
Vor solcher Herrlichkeit ein jeder weicht,
Die Kinder man verstößt vom Pfad des Wegs.

12

Antike Phantasie, die Augen offen,
Die Mönchsgewänder wirft man zu dem Krempel,
Monarchen rasen, wenige nur hoffen,
Der Herrscher stiehlt den Goldschatz aus dem Tempel.

13

Dem Körper ohne Geist wird nicht gehuldigt,
Geburtstag, besser ist der Todestag,
Der Gott beseelt die Seele und entschuldigt,
In Ewigkeit das Wort der Weisheit sag!

14

Bei Tours bewacht, die Augen auf der Suche,
Entdeckt wird die Durchlaucht, so stehts im Buche,
Sie sind bereit, zum Hafen einzulaufen,
Den Kampf, die souveräne Macht zu taufen.

15

Kurz vor dem Mord des Kaiserlichen Herrn,
Kastor und Pollux segeln, Bart am Stern,
Der Schatz von Land und Meer entleert geschickt,
Turin und Pisa unterm Interdikt.

16
Palermo, Syrakus das Feuer kennt,
Zur New Tyrannis grelle Blitze gleiten,
Aus London Kraft, aus Susa und aus Gent,
Der großen Schlacht Triumph und Festlichkeiten.

17

Der Tempel der Vestalin auf dem Feld,
Der Tempel ist nicht fern den Pyrenäen,
Das große Rohr versteckt im Schlund der Welt,
Des Südens Weinstock wir zerschlagen sehen.

18

Neu, impulsiv, und plötzlich fällt der Regen,
Und plötzlich stoppen beide, Heer und Heer,
Das Feuer lässt das Meer sich nicht bewegen,
Der Tod der Sieben jäh auf Land und Meer.

19

Und Neue, nichts ist zur Verteidigung,
Den Platz bewohnen nicht mehr alt und jung,
Dorf, Haus und Feld und Wiese, nach Belieben,
Und Pest und Hunger, Kriegsschlacht wird getrieben.

20

Gefangen sind die Brüder und die Schwestern,
Die waren nahe dem Monarchen gestern,
Nachsinnend über seiner Söhne Sinn,
Mißfallen, Zeichen sind an Stirn und Kinn.

21

Der Bote wird von Bremen ausgesendet,
Auf halbem Weg sein Weg durch Feinde endet,
Und Trier kommt und Salz wird stark gefunden,
Euböa ist mit Ketten angebunden.

22

Und die Armee Europas kommt gefahren,
Bei der versunknen Insel alle waren,
Die schwache Flotte die Phalanx besiegt,
Der Nabel dieser Welt nicht unterliegt.

23

Palastgetier vom Vogel wird gejagt,
Der Prinz ist angekommen und es tagt,
Jenseits des Flusses ist der Feind erledigt,
Der Trick des Vogels draußen wird bestätigt.

24

Die Tiere hungernd schwimmen durch die Flüsse,
Die Welt bekriegt den Hister, tausend Schüsse,
Der Große wird im Käfig übernachten,
Das deutsche Kind wird weiter nichts beachten.

25

Des Auslands Wache wird die Burg verraten,
O Hoffnung hoher Ehe in den Staaten,
Getäuscht die Wache, in der Kelter Störung,
Rhone und Garonne in sterblicher Empörung.

26

Die Gunst der Stadt zu zeigen auf dem Nachtfeld,
Die Große wir