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Die Wölfe sind zurück - und breiten sich immer weiter aus.

Inzwischen leben in Deutschland 60 Rudel und 13 Paare.


Für Schäfer wie Jochen Rehse aus Niedersachsen ist das
ein Problem, denn immer wieder greifen die Raubtiere
Herden an: "Das ist eine ganz schlimme Situation, wenn
die Tiere verstreut auf der Wiese liegen, teilweise schlimm
zugerichtet."
Wie umgehen mit dem Wolf? Diese Frage ist längst zum
Politikum geworden. Der Lösungsvorschlag der FDP: Die
Jagd auf Wölfe soll in Deutschland erlaubt werden. Andere
Maßnahmen wie zum Beispiel Schutzzäune seien keine
realistische Lösung, sagt FDP-Agrarexperte Karlheinz
Busen: "Nur so kann die Gefahr für Herdentiere und andere
Wildbestände wirksam gebannt werden." Viele Landwirte
seien in ihrer Existenz bedroht, wenn der Wolf ihre
Herdentiere reiße. "Mehr und höhere Zäune allein werden
dieses Problem hierzulande nicht lösen."
Rita Schwarzelühr-Sutter von der SPD ist parlamentarische
Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium. Sie hält
nichts vom Abschuss des Wolfes: "Auch wenn sie nur
einen Wolf haben, dann wird der eine Herde angreifen und
auch ein Nutztier reißen können. Deshalb ist das der
falsche Ansatz." Vielmehr müssten Wolfsschutz und
Herdenschutz Hand in Hand gehen. Außerdem sollten
Agrarsubventionen dafür eingesetzt werden, die oft
schwierige wirtschaftliche Situation der Weidetierhalter zu
verbessern.
Alles Panikmache - findet Steffi Lemke von den Grünen.
Ängste vor dem Wolf zu schüren, sei in einer sachlichen
Debatte vollkommen fehl am Platz. "Es gibt keine real
existierende Gefahr für dreijährige Kinder im deutschen
Wald. Es ist die Aufgabe von Behörden, dort wo
Problemwölfe auftauchen, Lösungen zu kreieren und nicht
Angstdebatten im Deutschen Bundestag zu kreieren." Nach
dem Willen ihrer Partei müsse der Wolf in Deutschland
umfassend geschützt werden.
Auch die Linken wollen dem Wolf nicht an den Pelz. Sie
setzen bei den Nutztierhaltern an. Diesen müsse geholfen
werden, ihre Tiere besser zu schützen. Außerdem fordert
die Partei, den finanziellen Ausgleich für Schäden durch
Wolfsangriffe bundeseinheitlich und unbürokratischer zu
regeln.
Die Anträge von AfD, FDP, Linkspartei und Grünen werden
nun im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz beraten