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D i e Pa ral ogis m en Zenos, genauer gesagt, die drei

tinuum als d iskre te G rö ß e b e h a n d e hl_ .IO )


11. Wer die Unsterblichkeit der Tierseele annimmt,
m uß au ch ann eh m en, daß es Tiere mit vielen, ja unend­
lich vielen Seelen gebe.11)
12. Es gibt so viele Vermögen der Phantasie als es Sinnes-
vermögen gibt, und die Phantasiebilder sind in den Sinnen
selbst.12)
13. Nichts ist im Verstande, was nicht früher in einem
Sinne war, der V�erstand selbst ausgenom.men.13)
14. Von manchen wird dem. Menschen je�des erkenn�ende
Vermögen außer den Sinn�en ,abgesprochen, von anderen
eine Mehrheit· übersinnlicher Erkenntniskräfte ihin zu­
gesprochen. Beides Init Unrecht.14)
15. Der Noik :n:Ot1Jnx6� des Aristoteles ist keine er­
.e
k nnende, sondern einewirkende K.raft.15)
16. Es ist falsch, daß von Gattung und Differenz
.
die eine die andere nicht enthalten dürfe. Viellllehr
enthält jede spezifische Differenz das Genus, und die
letzte Differenz ist gleich der ganzen Definition.16)
17. Eine Definition für Akzidentien iDl strengen Sinne
des Wortes gibt es nicht, eine Substanz zu definieren
ist uns aber ganz unmöglich.17)
18. Man denkt nicht vollständig, was Inan spricht,
und selbst die strengsten Denker pflegen dies nicht zu
tun, auch bei genauester Beweisfübrung.18)
19. Weit entfernt, daß, wie Herbart meint, die
Sprache uns nur als Verkehn1mittel förderlich sei, beim
Denken aber uns zu111 Hindernisse werde, leistet sie viel­
mehr auch für das Denken des einzelnen wesentliche IIi1fe.19)
20. Dars disjunktive Urteil ist ein zusam.mengesetztes
hypothetisches Urteil, der disjunktive Schluß ist daher
keine besondere Form, sondern 11nvollkom:mene Dar­
telJung eines hypothetischen Schlu ses.20)
21. Es gibt � chlüsse aus einer Prämi sse.2I )
140 Die Habilitationsthesen

22. Falsum est, hominem natu ra sie sui amantem esse

23. Considerationibus metaphysicis multi, sicut Spi·


noza, arbitrii libertatis opinionem, quam vix effugeris,
refellere conati ,sunt; ,at contra considerationes meta­
physicae hanc opinionem confirmant.

24. Boni et pulchri notiones sie inter se differunt, ut


bonum id quod expetendum, pulchrum autem, cujus
apprehensio expetenda sit dicamus.

25. Praecipue ac peculiariter hon1inuD1 anim.os tra­


goediae primum eo delectant, quod interiorem hominis
decorem et majoris cujusdam potentiae divinae numen
introspiciendi potestatem. faciunt; deinde autem eos
motus delectant, qui in eorum, qui spectant, animis euro
dolore excitati duplicem tarnen voluptatem prae bent,
turn quod generosi ac suh'·· •es sunt, turn, quod dolor,
qui intus haeret, in eis effunditur et levatlir.
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Glauben zur Bestät"gung.18)
24. Die ·

e des G te d des hOnen unter-


scheiden sich in der , daß wir etwas gut nennen,
insofern es begehrenswert ist, schön aber, ·
em sein
Erscheinen hege nswert ist. M)
25. Das vorzugsweise und eigentümJich Anziehende
tragischer Darstellungen ist zunächst der Einblick in
die innere Schönheit des und in das Walten
einer höheren göttlichen Macht. Sekundär aber sind
es die Bewegungen, die, in der des Betrachtenden
s� e ·eh erregt, dennoch doppelten Genuß gewä n,
einmal, weil s ie edel d erhaben sind, dann aber auch,
weil eine verhaltene 1hnen sich ergießt und
Erleichterung findet.•)