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ANTHROPOMORPHE GEFÄSSE

UND PLASTIKEN
Ohne gynäkomorphe Gefäße

Abb.1
Inhalt
Einleitung ................................................................................................................................................. 2
Starčevo-Kultur ........................................................................................................................................ 2
Körös-Criş-Kultur ..................................................................................................................................... 2
Vinča-Kultur ............................................................................................................................................. 3
Linearbandkeramische Kultur ................................................................................................................. 3
Bemaltkeramische Kultur ........................................................................................................................ 4
Begriffliche Definition.............................................................................................................................. 4
Verbreitungsgebiet figürlicher Darstellungen und Chronologie ............................................................. 5
Österreich ........................................................................................................................................ 5
Transdanubien ................................................................................................................................. 6
Fundumstände................................................................................................................................. 6
Merkmalanalyse ...................................................................................................................................... 6
Fertigungstechnik ................................................................................................................................ 7
Verzierung ........................................................................................................................................... 9
Geschlechtsmerkmale ......................................................................................................................... 9
Anthropomorphe Gefäße ...................................................................................................................... 10
1) Figürliche Gefäße................................................................................................................... 10
2) Gesichtsgefäße ...................................................................................................................... 11
3) Füßchengefäße ...................................................................................................................... 12
Anthropomorphe Applikationen und Handhaben ........................................................................ 12
Quellenangabe: ..................................................................................................................................... 14
Abbildungen: ......................................................................................................................................... 14

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https://de.wikipedia.org/wiki/Star%C4%8Devo-Kultur
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https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6r%C3%B6s-Kultur
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https://de.wikipedia.org/wiki/Vin%C4%8Da-Kultur
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Urban 2003, 64-100
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https://de.wikipedia.org/wiki/Linearbandkeramische_Kultur
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Becker 2011, 109-137
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Becker 2011,14-107
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Becker 2011, 29-103
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Einleitung
Um nicht den Rahmen zu sprengen habe ich mich bei diesem, doch sehr umfassenden Thema, vor
allem auf die linearbandkeramische Kultur, die bemaltkeramische Kultur und die Lengyel-Kultur
bezogen und dabei versucht einen guten Überblick über das Aussehen von anthropomorphen
Gefäßen und Statuetten zu geben. Im Weiteren werde ich einen kurzen Überblick über die
linearbandkeramische Kultur sowie die Lengyel-Kultur geben. Danach folgt eine Beschreibung der
anthropomorphen Gefäße und zum Schluss der Statuetten aus diesen Kulturen.

Starčevo-Kultur
Diese datiert von ca. 6000 bis 5400 v.Chr. Sie wurde nach einem Fundort in Serbien benannt. Das
Verbreitungsgebiet dieser Kultur zieht sich über Südwestungarn, Serbien, Nordkroatien, Makedonien
und Teile Bosniens. Die Starčevo-Kultur in Südwestungarn und Serbien, die Körös-Kultur in Ostungarn
und die rumänische Criş-Kultur treten vor 6000 überregional einheitlich auf, danach setzt eine
Differenzierung ein, die in die Starčevo-Körös-Criş-Kultur übergeht. 1

Körös-Criş-Kultur
Sie wird um 6200 bis 5600 v. Chr. datiert. Sie stellt die älteste neolithische Kultur des westlichen
Karpatenraumes dar. Benannt ist sie nach einem Nebenfluss des ostungarischen Flusses Theiß.2

Alsónyék-Bátaszék; Frühneolithikum Südost-Transdanubien; Abb.2

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https://de.wikipedia.org/wiki/Star%C4%8Devo-Kultur
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Vinča-Kultur
Sie lässt sich von 5400 bis 4600/4550 v.Chr. datieren. Der Schwerpunkt dieser Kultur liegt vor allem
im heutigen Serbien, sowie in West-Rumänien, Süd-Ungarn und im östlichen Bosnien. Sie fällt in das
Mittel- und Spätneolithikum.3

Sitzende Vinča-Figur, British Museum, London Abb.3

Linearbandkeramische Kultur
Während des 6. Jahrtausends. v. Chr. entstanden in Mitteleuropa die ersten bäuerlichen Siedlungen,
beziehungsweise Kultur. Nach der Verzierung auf der Keramik, die Bänder darstellt, wurde diese
Kultur Linearbandkeramische Kultur genannt. Diese ist in mehrere Phasen geteilt, während der
jüngsten Phase hat sie ihre größte Ausbreitung. 4

• etwa 5700/5500 bis um 5300: älteste LBK
• um 5300 bis 5200: mittlere LBK
• um 5200 bis 5000: jüngere LBK
• um 5100 bis 4900: jüngste LBK 5

Man kann Zusammenhänge, zwischen den Kulturerscheinungen im Balkan, die nach Mitteleuropa
und von dort nach Skandinavien gekommen sind, erkennen. Wie dieser Austausch allerdings

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stattgefunden hat, ist ungeklärt und es stecken wahrscheinlich sehr komplexe Vorgänge dahinter, die
heute nur schwer nachvollziehbar sind, da wir die damaligen gesellschaftlichen Zusammenhänge
nicht kennen. 4

Die westliche Linearbandkeramik bildet sich aus der Starčevo-Kultur in Serbien, Bosnien, Rumänien
und Südwestungarn und verbreitet sich nach Westen, Norden und Nordosten. Vor allem um den
Plattensee häufen sich die Funde. Dort befindet sich gleichzeitig die nördliche Verbreitungsgrenze
der Starčevo-Kultur. Über Mähren und die mährische Pforte breitet sich diese nach Norden und
Osten aus, nach beispielsweise Polen, Kleinpolen und Schlesien. 6

In der älteren Phase gibt es in Österreich ebenfalls einige Fundorte. Sie befinden sich im mittleren
und nördlichen Burgenland, im südlichen Wienerbecken, im Wein- und Waldviertel sowie im
oberösterreichschen Trauntal. 4

Bemaltkeramische Kultur
Im 5. Jahrtausend v. Chr. ändert sich dies Kultur deutlich. Einflüsse aus dem Donauraum dürften das
Karpatenbecken und das östliche Mitteleuropa erreicht haben. Um 4900/4700 v. Chr. können
verschiedene Kulturgruppen ausgemacht werden, die nach ihrer Verzierung benannt wurden. So
kann sie auch in verschiedene Phasen eingeteilt werden, diese werden vor allem aufgrund des
Musters vorgenommen. Während der frühen Phase gibt es polychrome und während der mittleren
und älteren Phase meist eine bichrome Verzierung. Während der jüngeren Phase kann keine
Bemalung festgestellt werden, was zu dem Begriff „unbemalte Phase der Bemaltkeramik“ führt. 4

Das Verbreitungsgebiet entspricht annähernd dem, der linearbandkeramischen Kultur und reicht
während der jüngeren Phase, in dieser nimmt das Gebiet deutlich an Größe zu, im Norden bis
Mittelpolen, im Westen bis nach Bayern und Mitteldeutschland und im Südwesten bis in das Drau-
Save-Gebiet. 4

Begriffliche Definition
Anthropomorphe Darstellungen könne aus Knochen oder Ton gefertigt sein, wobei solche aus
Knochen seltener zu finden sind.7

„Unter anthropomorph versteht man im wörtlichen Sinne des Begriffes „menschengestaltig“, d.h. die
Darstellung eines Gebildes mit Kopf, Körper, Armen und Beinen, nicht notwendigerweise die
Darstellung eines Menschen; ob Menschen wiedergegeben sind oder den Stücken ein anderer
Bedeutungsinhalt inneliegt, kann letztlich nicht beantwortet werden.“ [Becker 2011 Seite 28]

Die Benennung ist nicht einheitlich. Der am häufigsten gebrauchte Begriff ist wohl „Idol“. Er stammt
vom griechischen Wort „Bild“ oder „Bildnis“ ab. Da es sich mit Sicherheit um eine Darstellung, vor
allem bei anthropomorphen Figuren, handelt die ein Bild oder ein Synonym von jemandem oder

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etwas gemeint war, kann der Begriff als passend bezeichnet werden. Allerdings meinte H. Müller-
Karpe, für ihn sei ein „Idol“ ein Bild eines Gottes oder einer Göttin, was nicht passend ist, da ja nicht
klar ist was dargestellt wird. Daher ist der Begriff „Plastik“ besser geeignet, da keine
Missverständnisse auftreten können.7

Verbreitungsgebiet figürlicher Darstellungen und Chronologie
Nicht im gesamten Bereich der Linearbandkeramik gibt es eine gleich hohe Funddichte an solchen
Plastiken. Nur vereinzelte Funde sind in der östlichen Peripherie, der Ukraine und Rumänien und
selten aus der westlichen, dem Pariser Becken, beispielsweise, bekannt. Es ergeben sich Regionen
mit einer hohen und solche mit einer geringen Funddichte. Es können 3 Fundschwerpunkte erfasst
werden.7

„1. Für den Donauraum zeichnet sich eine Massierung figürlicher Funde in Transdanubien, Mähren
und Niederösterreich ab; Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Polen sind dagegen weniger
Funde bekannt.
2. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Wetterau und am Untermain, eine Fundlücke zwischen
beiden Regionen ist nur durch Höhenzüge des Spessarts begründet. An Nieder- und Oberrhein finden
sich jedoch nur vereinzelte figürliche Funde nur in wenigen Fällen kommen figürliche Funde westlich
des Rheins vor, hier vor allem beschränkt auf das Elsass und das Moseltal.
3. Im Raum um Elbe, Saale, Mulde und Unstrut gruppieren sich größere Mengen von Funden. Sie
dünnen jedoch in Richtung Süden und Osten aus; weder in Böhmen noch in Großpolen, Kujawien und
Schlesien kamen größere Mengen an anthropomorphen Darstellungen zutage.“ [Becker 2011 Seite
14]

Bisher lässt sich dieser Unterschied allerdings nicht erklären. Es lässt sich nicht nur auf den
Forschungsstand zurückführen wie man anhand dem Beispiel Niederbayern und Niederösterreich
erkennen kann. Denn beide Gegenden sind gut erforscht. Auch klimatisch sind beide begünstigt,
genauso wie es sich um einen guten Boden handelt.7

Durch das große Verbreitungsgebiet und die großen Unterschiede des Forschungsstandes in
manchen Gegenden, ist es nahezu unmöglich eine einheitliche Chronologie oder Ansprache für die
gesamten Plastiken zu finden.7

Österreich
Hier kann die Linearbandkeramik in drei Stufen geteilt werden. Die älteste dieser Stufen, auch
Vornotenkopfkeramik, genannt ist bislang am besten erforscht. Das ist vor allem durch großflächige
Grabungen in Neckenmarkt und Strögen sowie in Brunn am Gebirge bedingt.
Die darauffolgende Stufe wird als Notenkopfkeramik bezeichnet. Die jüngste Phase wird als
Želiesovce bezeichnet.7

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Anhand von 14C-Daten kann der Linearbandkeramik in Österreich eine Dauer von 5620 bis 5000/4900
v. Chr. Zugesprochen werden. Die ältere Linearbandkeramik umfasst damit etwa die Zeit zwischen
5620 und 5200 v.Chr.7

Transdanubien
Im Gebiet Westungarns ist besonders die als „transdanubisch LBK“ bezeichnete LBK erforscht. Einige
Forschungen zielen auf die Erarbeitung einer formativen Stufe der Linearbandkeramik als Übergang
zwischen der jüngeren Ausprägung der Starčevo-Kultur und der ältesten Linearbandkeramik,
aufgrund von Fundmaterial welches spät Starčevo-Tradition aufweist, jedoch auch schon
frühbandkeramische Verzierungen.7

Fundumstände
Nahezu alle Plastiken, über die Aussagen getroffen werden können, stammen aus einem
Siedlungszusammenhang. Nur sehr wenige stehen nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit
Siedlungen, bisher wurde außerdem keine einzige in einem Grab gefunden.7

Merkmalanalyse
E. Bánffy fordert in einem Aufsatz zur Methodologie „möglichst alle erreichbaren Idol-Darstellungen
einer bestimmten archäologischen Kultur in Betracht zu ziehen; sie können auf Grund ihres
Materials, ihrer Größe, Formgebung, Körperdarstellung, Verzierung, der geschlechtlichen Merkmale
des naturalistischen oder abstrakten Charakters usw. verschiedenen Typen zugeordnet werden (…).
Für eine solche Untersuchung [sind] nur Idole geeignet, deren Fundumstände von den Ausgräbern
genau beobachtet wurden.“ [Becker 2011 Seite 33]
Allerdings wird die Analyse durch zwei Faktoren beeinflusst, nämlich zum einen die Fundumstände
und zum anderen der Fragmentierungsgrad. Da solche Plastiken oft als Lesefunde gemacht werden
und diese ohne Befundzusammenhang sind, und Grubenfunde zum Teil auch nicht immer ein
geschlossener Fund sind, muss die Analyse solcher Plastiken hinsichtlich der Typologie und
Chronologie größtenteils unabhängig vom Befund, erfolgen. Ein weiteres Problem stellt der hohe
Fragmentierungsgrad der Plastiken dar. So kann eine Typologisierung durch eine rein
formtypologische Methode oft völlig ausgeschlossen werden. Ein sehr großer Teil liegt nur in
Bruchstücken vor.8
Daher ist es für eine sinnvolle Zuordnung notwendig, auf die von P.F Biehl für spätneolithische und
kupferzeitliche Plastiken in Südosteuropa verwendete merkmalanalytische Methode zurückzugreifen.
Laut dieser sind solche Gefäße und Plastiken selbst ein geschlossener Fund und werden demnach
nach ihren Verzierungen, ihrer Herstellung oder den Fundumständen bewertet. Allerdings können
niemals alle Merkmale einer Plastik oder eines Gefäßes aufgenommen werden und die Auswahl ist
immer subjektiv. So konnte man zu einer sinnvollen Typologie der Plastiken gelangen. Aber auch
durch diese Methode, lassen sich, aufgrund der Quellenbasis, nur Tendenzen feststellen.8

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Fertigungstechnik
In der älteren Linearbandkeramik findet sich für Plastiken, sowie Gefäße eine Magerung mit
organischem Material auf, die in der jüngeren Stufe nicht mehr fassbar ist. Es finden sich auch, je
nach Region, Magerungen mit Sand, Quarz, kleinen Steinchen , Schamotte oder Kalkanteile. Bei den
besser erhaltenen Stücken, kann man eine Glättung feststellen. Einige der Plastiken weisen eine
Herstellung in Einzelteilen auf, die durch entweder ein organisches Material oder einen Tonzapfen
miteinander verbunden war und an dieser Stelle überglättet wurde. Diese Sollbruchstelle, könnte ein
Hinweis sein, dass das Zerbrechen der Plastiken zu einem bestimmten Zeitpunkt beabsichtigt war. Es
gibt Beispiele wie Fragmente aus Bösenburg oder Bad Nauheim-Nieder-Mörlen, bei denen die
Plastiken an diesen Stellen mit Harz oder Pech wieder verkleb wurden und später erneut zerbrochen
wurden. Außerdem kann man an einigen Stücken zum Beispiel Glättungen an den Bruchstellen
erkennen, was darauf hindeutet, dass sie nach dem Zerbrechen noch bearbeitet wurden. 8

Die älteren Plastiken der Lengyel-Kultur sind durch einen Doppelkonischen Kopf gekennzeichnet, mit
sehr schematischen Gesichtern. Ohren und Nasen werden mit kleinen Knubben angedeutet.
Manchmal lassen sich auch geritzte Frisuren erkennen. Das Gesäß und auch die Oberschenkel sind
oft sehr massiv gearbeitet. Der untere Teil des Körpers wurde gewöhnlich aus zwei Teilen gefertigt.
Neu sind die schräg nach oben geformten, stumpfartigen Arme, die Beine wurden aneinandergefügt.
Weitere neue Merkmale am Übergang von Ia zu IIa sind vollständige Arme die vor dem Körper mit
zum Körper gewandten Handflächen sind. Finger werden bereits angedeutet. Sitzende Plastiken
weisen ebenfalls Arme auf. Die Bemalungen oder eingetieften Verzierungen sind charakteristisch,
sowie geritzte Zickzacklinien. 9

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Plastik mit nach oben geformten Armen mit Verzierungen Abb. 4 und 5

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Die Venus von Falkenstein, weist eine gut erhaltene Bemalung auf. Zu sehen sind ein kurzer
schwarzer Schurz, mit rotem Gurt, sowie ein rot bemalter Gehängeschmuck. Am Hinterkopf befinden
sich schwarze Linien, die man wohl als Haartracht deuten kann. Es handelt sich mit hoher
Wahrscheinlichkeit nicht um einfache Alltagskleidung.4

Venus von Falkenstein Abb. 6

Verzierung
Es lassen sich Plastiken mit verschieden stark ausgeprägten Verzierungen erkennen. Solche die
verziert sind und deren Körper stärker gegliedert ist, sind meist am Kopf, am Hals- und
Schulterbereich sowie am Brustbereich, am Bauch- und am Hüftbereich, auch am Rücken, an den
Beinen und an den Füßen, verziert. Weniger gegliederte Figuren sind am Kopf-, Hüft- und/ oder
Fußbereich verziert.8

Geschlechtsmerkmale
Die meisten anthropomorphen Plastiken weisen weibliche Geschlechtsmerkmale auf. Also Brüste
oder Darstellungen der Vulva durch zum Beispiel ein Schamdreieck, eine Ritzlinie oder einen Einstich.

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Es kommt vor, dass diese kombiniert oder auch manchmal nur einzeln auftreten, also zum Beispiel
nur Brüste/ Vulva. In einigen Fällen kann man auch kein Geschlechtsmerkmal ausmachen. Eher selten
treten männliche Darstellungen, also mit Phallus, auf.8

Anthropomorphe Gefäße
Ja nach Ausprägung der Verzierung unterscheidet O. HÖCKERMANN anthropomorphe Gefäße nach
„Figurgefäßen“, die den gesamten menschlichen Körper darstellen, „figürliche Gefäße“ die nur
einzelne anthropomorphe Merkmale aufweisen und „Kopfgefäße“ die nur als Kopf gedeutet werden
können. Allerdings konnte man mit dieser Einteilung nur einen Bruchteil der Fragmente richtig
einordnen, sodass eine neue Gliederung eingeführt wurde: 6

1) figürliche Gefäße: das sind all jene Fragmente beziehungsweise Stücke die ganz
anthropomorph oder einzelne Merkmale aufweisen
2) Gesichtsgefäße: nur menschliche Darstellungen die sich lediglich auf das Gesicht reduzieren
3) Fußgefäße: solche die nur menschliche Füße aufweisen 6

1) Figürliche Gefäße
Diese haben aufgrund ihrer Herstellungsart eine andere Erhaltungsbedingung als Plastiken, was dazu
führt, dass sie oft nicht mehr erhalten sind. Man kann also davon ausgehen, dass sich nur ein kleiner
Teil der ursprünglichen Menge der Gefäße finden lässt. 6

Abb. 7 Fragment eines figürlichen Gefäßes

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2) Gesichtsgefäße
Das einzige Merkmal ist ein Gesicht am Gefäßkörper das sich ein bis dreimal wiederholen kann.
Meistens sind diese auf flaschenförmigen oder halbkugeligen Gefäßen zu finden. Auch dieser
Gefäßtyp ist meist stark fragmentiert. 6

Die Augen werden durch horizontale Linien dargestellt, die Nase und die Augenbrauen als plastische
Leisten. 6

Abb. 8, Gesichtsgefäßfragment

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Abb. 9 Gesichtskumpf

Einige wenige Sonderformen stellen Mischwesen dar. Es handelt sich um ein Gefäß, dass zwar
eindeutig ein menschliches Gesicht zeigt, dem aber aus dem Ende der Augenbrauen Hörner
entwachsen. Es handelt sich aber nicht um ein Tier, da die restlichen Merkmale und Darstellungen
denen, der normalen Gesichtsgefäße gleicht. 6

3) Füßchengefäße
Diese können auf zwei bis vier menschliche Füßen ruhen. Bislang wurden keine Gesichter darauf
entdeckt. Sie müssen deutlich ausgeprägte menschliche Beine oder Füße haben, vor allem Schalen
und Schüsseln werden oft so verziert. Es gibt manche Gefäße, die ausgeprägte Zehen haben können,
wie die aus Asparn oder Halle Trotha. Allerdings gibt es sie öfter ohne Zehen. 6

Anthropomorphe Applikationen und Handhaben
Es gibt ganz vollplastische und teilweise überrandständige Applikationen, diese Form unterscheidet
sich nur geringfügig von Plastiken. Bei genauerer Analyse ließen sie sich jedoch trennen. Dann gibt es
noch die Grupp der teils halb-, teils vollplastischen und teilweise überrandständigen Applikationen,
das ist eher eine kleine Gruppe, die durch einen halbplastischen Unterleib gekennzeichnet ist, der am

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Rand des Gefäßes fixiert ist, der Kopf und Oberkörper ragen über das Gefäß hinaus. Größtenteils
unterrandständig und halbplastische Gefäße sind durch die einseitige Abflachung der Figur gut zu
erkennen. 6

Im Fundgut der Linearbandkeramik lassen sich auch anthropomorphe Handhaben nachweisen.
Solche finden sich vor allem im östlichen Verbreitungsgebiet der Linearbandkeramik und datieren
fast alle in die jüngere Phase, nur wenige sind älter. 6

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Quellenangabe:
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Otto H. URBAN, Der lange Weg zur Geschichte, Die Urgeschichte Österreichs (Wien 2003)
6,7, 8
Valeska BECKER, Anthropomorphe Plastik der westlichen Linearbandkeramik Teil 1, Band 83; (2011 Bonn)
9
KOVÁRNÍK, JAROMÍR, Idole der Lengyel-Kultur in Mähren, in: K. SCHMOTZ (Hrsg.) Vorträge des 28.
Niederbayerischen Archäologentages, (2010 Rahden/Westfahlen) 91-137

Links:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Star%C4%8Devo-Kultur
2 https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6r%C3%B6s-Kultur

3https://de.wikipedia.org/wiki/Vin%C4%8Da-Kultur

5 https://de.wikipedia.org/wiki/Linearbandkeramische_Kultur

Abbildungen:
Abb. 4,5 KOVÁRNÍK, JAROMÍR, Idole der Lengyel-Kultur in Mähren, in: K. SCHMOTZ (Hrsg.) Vorträge des 28.
Niederbayerischen Archäologentages, (2010 Rahden/Westfahlen) 91-137 Seiten 100,101

Abb. 6 Otto H. URBAN, Der lange Weg zur Geschichte, Die Urgeschichte Österreichs, Wien 2003, Seite 91

Abb. 7,9: Valeska BECKER Anthropomorphe Plastik der westlichen Linearbandkeramik Teil 2, Band 83, (Bonn
2011); 833,

Links:
Abb. 1 https://de.wikipedia.org/wiki/Linearbandkeramische_Kultur
Abb.2 https://fallback.dainst.org/projekt/-/project-
display/1248088?_projectdisplay_WAR_daiportlet_deltaMembers=15&_projectdisplay_WAR_daiportlet_keyw
ords=&_projectdisplay_WAR_daiportlet_advancedSearch=false&_projectdisplay_WAR_daiportlet_andOperato
r=true&_projectdisplay_WAR_daiportlet_resetCur=false&_projectdisplay_WAR_daiportlet_curMembers=

Abb. 3 https://de.wikipedia.org/wiki/Vin%C4%8Da-Kultur

Abb. 8 http://www.wikiwand.com/de/Linearbandkeramische_Kultur

14
1
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https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6r%C3%B6s-Kultur
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https://de.wikipedia.org/wiki/Vin%C4%8Da-Kultur
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5
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6
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7
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8
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9
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