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Tausende demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch in

Berlin
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Todestag von Rudolf Heß : Tausende demonstrieren gegen


Neonazi-Aufmarsch in Berlin

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Vor dem Zug der Neonazi-Demonstration anlässlich des 31. Todestages von Rudolf Heß
kniet ein Mann mit einer Fisur, die bei Neonazis üblich ist. Bild: dpa

Sie sind deutlich mehr als die Neonazis - doch den üblichen Marsch zum Heß-Todestag
verhindern die Gegendemonstranten nicht. Auch, weil die Rechtsextremisten taktieren.

Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin gegen einen Neonazi-Aufmarsch protestiert –


ohne ihn allerdings stoppen zu können. Begleitet von lauten Protestrufen sowie einigen
Stein- und Flaschenwürfen marschierten weit mehr als 600 Rechtsextremisten einen Tag
nach dem 31. Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß durch die Stadtteile
Friedrichshain und Lichtenberg. Zuvor hatten sie ihren ursprünglich geplanten Aufmarsch in
Spandau in der Nähe des früheren Kriegsverbrechergefängnisses abgesagt.

Mehrere Hundert Gegendemonstranten folgten ihnen in den Osten der Stadt, darunter ein
paar Dutzend schwarz gekleidete Linksautonome sowie Vermummte. Die Stimmung an der
Strecke des Neonazi-Aufzugs durch Friedrichshain war aggressiv.

Insgesamt rund 2300 Polizisten auch aus anderen Bundesländern waren laut Behörde im
Einsatz, um Neonazis und Gegendemonstranten voneinander fern zu halten und
Gewaltausbrüche zu verhindern. Nach Angaben der Polizei wurden 45
Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei gehe es um Körperverletzung, Landfriedensbruch,
Sachbeschädigung, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen
Vollstreckungsbeamte, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. 29 Menschen seien
1/4
vorübergehend festgenommen worden. Sechs Polizisten wurden laut Behörde verletzt.

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Zudem überprüft der Staatsschutz, ob zwei Fahrzeugbrände in Zusammenhang mit den


Protesten stehen. Die örtliche und zeitliche Nähe zur Demonstrationsstrecke lege dies
nahe, hieß es.

Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Initiativen hatten zu Kundgebungen und


Demonstrationen in Spandau gegen die jährliche Neonazi-Veranstaltung aufgerufen. Dort
beteiligten sich bis zu 3000 Menschen am Fest der Demokratie, wo früher das Gefängnis
stand, in dem sich Hitler-Stellvertreter Heß am 17. August 1987 selbst tötete.

Neonazis weichen aus : Verwirrung um Heß-Aufmarsch


Video: afp, Bild: EPA

Zuvor waren abermals Forderungen nach einem Verbot des jährlichen Neonazi-
Aufmarsches lautgeworden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte bedauert,
dass dieser wegen der gesetzlich garantierten Versammlungsfreiheit nicht untersagt
werden könne. Die Polizei hatte jedoch eine Reihe von Bestimmungen festgelegt und etwa
„jede Verherrlichung von Rudolf Heß in Wort, Schrift oder Bild“ untersagt. Laut Polizei gab
es einige Fälle, in denen ein Verstoß gegen das Verwenden von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen auffiel.

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