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SOVIET PAST RESEARCH LABORATORY

www.sovlab.ge Non nobis solum
S O V I E T PA S T R E S E A R C H L A B O R AT O RY -
SOVLAB
Das „Soviet Past Research Laboratory“ (SOVLAB) wurde
im Jahr 2010 von Historikern, Journalisten, Wissen­
schaftlern und Personen mit Interesse an einer Aufarbei­
tung der sowjetischen Vergangenheit gegründet.

Bis heute ist SOVLAB die einzige nichtstaatliche Orga­
nisation in Georgien, die kontinuierlich an der Aufarbei­
tung der sowjetischen Vergangenheit arbeitet und ihre
Erkenntnisse der Öffentlichkeit vermittelt. Ziel von
SOVLAB ist es, die totalitäre sowjetische Vergangenheit
zu erforschen, die politische, rechtliche und moralische
Verantwortung des sowjetischen Erbes wahrzunehmen
und einen freien Raum zum Denken und Diskutieren zu
schaffen – mit dem Ziel einer demokratischen Entwick­
lung Georgiens.

Finanzielle Unterstützung erhält SOVLAB hauptsächlich
durch internationale Organisationen und Stiftungen.

LAUFENDE UND GEPLANTE PROJEKTE FÜR 2018-2020:
1. FORSCHUNGSPROGRAMM

Das Ziel der wissenschaftlichen Arbeit von SOVLAB ist es, die sozialen und politischen
Prozesse des 20. Jahrhunderts in Georgien und im Kaukasus zu erforschen. Dazu gehört
die Suche nach dokumentarischen Quellen und deren Analyse sowie das Einfügen dieser
Quellen in einen wissenschaftlichen Kontext. Auf Grundlage dieser Materialien werden
informative Ressourcen erarbeitet, die sowohl für professionelle Historiker als auch für
die breite Öffentlichkeit zugänglich und verständlich sein sollen. Die Forschungsarbeit ist
ein grundlegendes Programm von SOVLAB. Die gewonnenen Materialien und Ressourcen
bilden die Basis für weiterführende Bildungsarbeit und Publikationen.

1.1. MASSENGRÄBER

SOVLAB arbeitet seit 2012 an der Identifizierung und Erforschung der Gemeinschafts­
gräber (Massengräber) der Opfer des sowjetischen Terrors in Georgien. 2013-2015 war
der Projektpartner DVV International. Die Forschungstätigkeit konzentriert sich auf Orte,
an denen 1921-1953 Regimegegner und andere Opfer des Massenterrors hingerichtet
wurden. Bis heute sind keine dieser Orte wissenschaftlich erforscht worden. SOVLAB kon­
nte Massengräber in Tbilissi, Telawi, Gori, Kutaissi, Osurgeti, Batumi und an anderen Orten
ausfindig machen. Die Forschungs- und Analysearbeiten sind noch nicht abgeschlossen.
Zur Identifizierung der Gräber und zur Durchführung umfassender kriminalistischer und
archäologischer Arbeiten ist technischer Einsatz nötig und werden finanzielle Ressourcen
benötigt, die einer staatlichen und internationalen Teilnahme bedürfen.
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.
1.2. KRIEGSGEFANGENE DES ZWEITEN WELTKRIEGS

Seit 2018 nimmt SOVLAB an der Arbeit des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge
und des Deutschen Historischen Instituts in Moskau teil, in der eine Datenbank der Kriegs­
gefangenen des Zweiten Weltkriegs erstellt wird. SOVLAB forscht in Georgien zum Schick­
sal der deutschen Gefangenen sowie der Gefangenen aus anderen Ländern, klärt Per­
sonalien, untersucht das System der Gefangenenlager und sucht nach Angaben zu den
ehemaligen georgischen Kriegsgefangenen.
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.

1.3. ORGANISATION DER JUNGEN MARXISTEN GEORGIENS

Die Geschichte der stärksten und einflussreichsten Jugendorganisation der So­
zial-Demokratischen Partei Georgiens, der „Organisation der jungen Marxisten“, ist in
Vergessenheit geraten, obwohl diese Organisation ein aktiver und wichtiger Teil der An­
ti-Okkupationsbewegung von 1921 bis 1930 war. Schülerinnen und Schüler und Studier­
ende kämpften unerschrocken für ihre Ideale: Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Das
Regime hat sie durch Erschießungen, Gefangennahme und anschließende Lagerhaft er­
barmungslos bestraft. Die Erforschung dieser Organisation hat zum Ziel, die Geschichte
des jugendlichen Widerstands für die Nachwelt festzuhalten.
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.
1.4. GEORGISCHE STUDENTEN IN EUROPÄISCHEN UNIVERSITÄTEN:
DAS STAATLICHE STIPENDIENPROGRAMM VON 1919

Zusammen mit tiefgreifenden staatlichen Reformen hat die Demokratische Republik
Georgien (1918-1921) auch ein bedeutsames kulturelles Projekt auf den Weg gebracht. In
einem Wettbewerbsverfahren wurden mehrere hundert Studenten ausgewählt, die mit
einem staatlichen Stipendium an verschiedenen führenden europäischen Universitäten
(Deutschland, Frankreich, Tschechien, Italien) studieren durften. Bedingung war, nach
dem Abschluss des Studiums in die Heimat zurückzukehren und als junge Fachleute ein­
en Beitrag zur Entwicklung des Landes zu leisten. Eine große Rolle bei der Ausreise der
Studenten nach Deutschland in den Wirren der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg spielte
der damalige deutsche Konsul Ulrich Rauscher. Nach der Okkupation Georgiens durch
Russland blieben die Studenten ohne Stipendium, viele konnten ihr Studium trotzdem
abschließen und in die Heimat zurückkehren, wo sie zu führenden Fachleuten in ihren Ge­
bieten wurden. Einige sind später dem sowjetischen Terror zum Opfer gefallen. SOVLAB
dokumentiert dieses Programm der Demokratischen Republik Georgien, erforscht die Per­
sonalien der Studenten und deren Schicksal und richtet damit den Blick der Öffentlichkeit
auf die erste Initiative zur Integration junger Georgier in das europäische Bildungssystem.
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.
1.5. STÄDTISCHE SELBSTVERWALTUNGEN UND MUNIZIPALITÄTSPOLITIK IN DER
DEMOKRATISCHEN REPUBLIK GEORGIEN 1918-1921

Dieses Projekt widmet sich der Reform der städtischen Selbstverwaltung in der
Demokratischen Republik Georgien und hat zum Ziel, eine Publikation dazu zu erstellen.
Damit soll die Tradition der demokratischen Selbstverwaltung ins Bewusstsein der heuti­
gen Öffentlichkeit gebracht werden.
// Das Forschungsprojekt wird durch die Open Society Georgia Foundation finanziert.
2. ERSTELLUNG EINES ÖFFENTLICHEN ARCHIVS
Das öffentliche Archiv www.archive.ge existiert seit 2010. Es handelt sich um einen digitalen
Raum, in dem Dokumente, aufgezeichnete mündliche Erinnerungen von Zeitzeugen und
audiovisuelle Materialien gesammelt und einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt werden. Sie stammen häufig aus Familienarchiven. Das Archiv ist eine frei zugängliche
Plattform. Durch den Beitrag jeder beteiligten Person werden Spuren und Stimmen der zahl­
reichen Menschen erhalten, die absichtlich oder zufällig jenseits der offiziellen Historiografie
geblieben sind. Das Archiv will eine Alternative und Ergänzung zu den staatlichen Archiven
sein, die aufgrund bürokratischer und finanzieller Hürden oft nur beschränkt zugänglich sind.
// Das Projekt wird durch die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.
3. GEORGISCH-DEUTSCHES PROGRAMM
Die Ansiedlung der Deutschen im Kaukasus hat bereits Ende des 18. Jahrhunderts einge­
setzt. Die ersten Siedlungen in Georgien sind 1817 entstanden. Im Jahr 2017 wurde das
Deutsch-Georgische Jahr als Jubiläum der 200 Jahre alten deutsch-georgischen Freundschaft
in beiden Ländern gefeiert. SOVLAB forscht zu verschiedenen Aspekten der deutsch-geor­
gischen Geschichte.

3.1. GEORGISCH-DEUTSCHES INTERNETARCHIV

Das Deutsch-Georgische Archiv www.german-georgian.ge wurde im Jahr 2017 mit Unter­
stützung der Deutschen Botschaft Tiflis und des Goethe-Instituts Georgien auf den Weg
gebracht. Ziel ist es, Dokumente und andere historische Zeugnisse dieser langjährigen und
vielfältigen Beziehungen zu systematisieren, zu erhalten und für die Öffentlichkeit aufzu­
bereiten. Neben Familiensammlungen, Fotodokumenten und mündlichen Zeugnissen
vereint diese Plattform Notizen und Blogs verschiedener Autoren zu unterschiedlichen
Aspekten der deutsch-georgischen Beziehungen.
// Seit 2017 wird das Projekt ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.

3.2. ERSTELLUNG VON HISTORISCHEN FÜHRUNGEN DURCH NEU-TIFLIS

Eine der deutschen Siedlungen ist 1818 in der Nähe von Tbilissi am linken Ufer des Flusses
Kura entstanden. Neu-Tiflis ist später mit der Stadt zusammengewachsen. Bis heute sieht
man, dass ein Teil der multiethnischen Stadt durch Deutsche erbaut worden ist, obwohl
dort heutzutage keine Deutschen mehr leben. Sie sind im Jahr 1941 Opfer von Stalins De­
portationen geworden. Informationen zu den einzelnen Gebäuden und deren Geschich­
ten sind in den Archiven und in der Fachliteratur zu finden, sie sind jedoch weitgehend
unbekannt und die Spuren gehen langsam verloren. Mit einer Karte von Neu-Tiflis und
verschiedenen Besichtigungsrouten sollen die deutschen Spuren und die Bedeutung der
deutschen Siedler für die Entwicklung der Stadt sowie deren tragisches Schicksal vor dem
Vergessen bewahrt werden.
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.

3.3. GEORGIEN IN DEN ERINNERUNGEN DEUTSCHER KRIEGSGEFANGENER

Die Erinnerungen der deutschen Kriegsgefangenen in Georgien (aus den 1940er Jahren)
haben uns ihre Familienangehörigen mitgeteilt. Oftmals ergänzen diese Erinnerungen Ehrengast Georgien

jenen Teil der modernen Geschichte Georgiens, der aufgrund der sowjetischen Zensur
weitgehend unbekannt war, wie das System der Zwangsarbeitslager, geheime Baustellen
und anderes. Im 2018 Rahmen dieses Projekts werden Erinnerungen übersetzt, kommentiert
ist Georgien Gastland auf der Frankfurter Buch­

und herausgegeben.
messe. Aus diesem Anlass führt die georgische Or­

SOVLAB sammelt zurzeit Finanzmittel, um die vorhandenen Erin­
ganisation Soviet Past Research Laboratory (SOVLAB) GEORGIEN – AUFARBEITUNG
DER SOWJETGESCHICHTE
eine Veranstaltungsreihe zur Aufarbeitung der sow­
nerungen von zwei Kriegsgefangenen zu übersetzen und zu publizieren.
jetischen Geschichte Georgiens in verschiedenen
Bereichen des gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kul­
// Das Projekt wird ohne finanzielle Unterstützung verwirklicht.
Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Diskussionen,
turellen Lebens durch. Das Projekt wird gefördert vom Georgian Ausstellungen und Filmvorführungen in Deutschland.
National Book Center und dem georgischen Ministerium für Kultur
SOVIET PAST RESEARCH LABORATORY
und Sport.

3.4. GEORGIEN – AUFARBEITUNG DER SOWJETGESCHICHTE
Was sind die zentralen Fragen, die die georgische Gesellschaft im
Hinblick auf ihre sowjetische Vergangenheit beschäftigt? Wie will
Im Rahmenmandes mit dem Ehrengastauftritts
historischen Erbe umgehen? Diese Georgiens
Fragen stehen auf der Frankfurter Buchmesse 2018 führt
im Mittelpunkt von insgesamt 16 Vorträgen, Diskussionen, Ge­
SOVLAB eigene
sprächen, Veranstaltungen in Deutschland
Ausstellungen und Filmvorführungen, die mit promi­ durch. In Zusammenarbeit mit deutschen
nenten georgischen Akademikern, Forschern oder Literatur­ und
Institutionen sindin verschiedenen
Filmkritikern Vorträge, Diskussionen,
Städten (darunter Berlin, Hamburg,Filmvorführungen und Ausstellungen in ver­
Leipzig, München, Jena, Stuttgart, Frankfurt, Bonn) und Partner­
schiedeneninstitutionen
Städten Deutschlands geplant.
von März bis Oktober 2018 stattfinden und mit einer Den Abschluss bildet eine Präsentation des
Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse enden.
deutsch-georgischen Internetarchivs am 10. Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse.
// Das Projekt wird durch das Georgian National Book Center finanziert.

10117 Berlin
Veranstaltungssaal, Kronenstraße 5 80539 München 60323 Frankfurt am Main
Bundesstiftung Aufarbeitung Amalienstraße 52, Raum K 201 IG. 135, Theodor­ W.­Adorno Platz 1
Historicum Goethe­Universität Frankfurt
Ilia Universität
Ludwig­Maximilians­Universität München,
4. BILDUNGSPROGRAMM
Ziel des Bildungsprogramms ist es, die bisher durchgeführten und zukünftig geplanten
Projekte von SOVLAB (Publikationen, Dokumentarfilme, Ausstellungen, Karten, Quel­
lensammlungen) für die schulische und die Erwachsenenbildung zu bearbeiten und damit
alternative Informations- und Bildungsressourcen zur Verfügung zu stellen.

4.1. INTERNETPORTAL „GEORGISCHE REPUBLIK”

Die Webseite www.firstrepublic.ge dokumentiert die sozialen und politischen Prozesse
der Jahre 1917-1921 und bietet eine Dokumentensammlung sowie Analysen zur Ersten
Republik. Sie soll ermöglichen, die verlorenen Erinnerungen an das „Große Experiment“
wiederherzustellen. Die Webseite wurde 2018 zur Jubiläumsfeier des 100. Jahrestages
seit der Gründung der Ersten Republik Georgiens erstellt.
// Das Projekt wird durch die Open Society Georgia Foundation finanziert.

4.2. SCHULWETTBEWERB – „MEINE VORFAHREN IN MEINEM ALTER“

Dieser Schulwettbewerb wurde erstmals im Jahr 2018 durchgeführt. Er wird durch die
Körber-Stiftung, den DVV International, den Verein der Geschichtslehrer Georgiens und
durch SOVLAB unterstützt. Der Wettbewerb hat das Ziel, Jugendliche anzuregen, sich
durch eigene historische Forschungen mit der jüngsten Vergangenheit zu beschäftigen
und Geschichte so lebendig werden zu lassen. Im Jahr 2018 wurde der Schulwettbewerb
durch das Auswärtige Amt finanziert.
// Für das Jahr 2019 ist die Finanzierung des Wettbewerbs noch unklar.
4.3. GEORGIEN IM 20. JAHRHUNDERT

„Georgien im 20. Jahrhundert“ ist ein forschungsbasiertes Projekt, dessen Ziel es ist, so­
ziale und politische Prozesse in den Jahren 1921-1991 aus dem Blickwinkel der Beteiligten
und der Opfer dieser Prozesse zu zeigen. Insbesondere für die sowjetische Periode fehlen
aufgrund einer ideologisierten Geschichtsschreibung individuelle Perspektiven. Die Stim­
men der Menschen, die Zeugen der historischen Katastrophen waren und entsprechende
Quellen hinterlassen haben, sollen hörbar gemacht werden. Die Publikation zum Projekt
zeigt in Form einer chronologischen Kette von 1921 bis 1991 grundlegende Ereignisse
aus der Perspektive beteiligter Menschen. Dabei werden auch visuelle Materialien (Fotos
u.a.), Archivmaterialien sowie alternative Zeitzeugnisse wie Tagebücher, Briefe, Memoiren
u.a. einbezogen. Auf diese Weise wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, Ereignisse aus
neuen Perspektiven zu betrachten.
// Das Projekt wird durch die Heinrich-Böll-Stiftung finanziert.
5 . P U B L I K AT I O N S R E I H E : V E R B O T E N E E R I N N E R U N G E N
Ziel der Publikationsreihe ist es, mit Hilfe von Erinnerungen und Erzählungen von Zeit­
აკრძალული zeugen das Wissen über die sogenannten „weiße Flecken“ in der jüngeren Geschichte zu
მეხსიერება ergänzen und zu erweitern. Im Jahr 2018 wurden in dieser Serie die Erinnerungen von Mi­
cheil Natroschwili herausgegeben, eines Bauern aus Ostgeorgien, der 1941 zwangsweise
in den Zweiten Weltkrieg einberufen worden war, in deutsche Gefangenschaft geriet und
nach der Befreiung aus der Kriegsgefangenschaft zur Strafe nach Sibirien ins Exil verschickt
wurde. Seine Geschichte zeigt exemplarisch das Schicksal Tausender solcher Menschen.
Für 2018 ist außerdem geplant, die in den 1950-60er Jahren in Berlin verfassten Erin­
nerungen einer georgischen Emigrantin, Christine (Badu) Todua-Tsulukidse, zu veröffen­
tlichen. Sie schildern das Emigrantenleben, das 1921 mit der sowjetischen Okkupation
Georgiens begann.
Dieses Programm ist überwiegend von privaten Spenden abhängig.

5.1. MEMOIREN VON ELISBAR MAKASCHWILI

Ein junger Mann, geboren in die Familie eines aufklärerischen Adligen in Ostgeorgien,
erinnert sich an seine frühe Kindheit und das Leben in der Region Georgiens (Kachetien)
während des Ersten Weltkrieges; die Jahre der georgischen Unabhängigkeit; den Krieg
mit Russland 1921, an dem er selbst als freiwilliger Soldat teilgenommen hat; die ersten
Jahre der Okkupation in Kachetien in der Stadt Telawi; das alltägliche Leben in Telawi; die
Widerstandsbewegung von 1921-1924, an der er selbst aktiv teilnahm; den Aufstand von
1924 und das durch das bolschewistische Regime angerichtete Massaker in Telawi; an die
erneute Untergrundbewegung und die illegale Auswanderung ins Ausland und das Leben
eines Emigranten in Frankreich. Die Erinnerungen enden im Jahr 1939, als Deutschland
während des Zweiten Weltkriegs Frankreich angriff und Elisbar sich der Fremdenlegion
anschloss, um das Land zu verteidigen. Insgesamt sind bis zu 200 Seiten zu digitalisieren,
zu kommentieren und mit einem Personenverzeichnis zu versehen, anschließend braucht
es Redaktion und Veröffentlichung.
// Das Projekt ist zurzeit ohne Finanzierung.
6 . E R I N N E R U N G S K U LT U R
Mit der Topografie des Roten Terrors ist SOVLAB bereits seit 2010 befasst. Ziel ist es, die
Entwicklung einer Erinnerungskultur zu unterstützen: Orte der Erinnerung werden Schritt
für Schritt erforscht und beschrieben, im Stadtbild markiert und verschiedenen Zielgrup­
pen der Gesellschaft zugänglich gemacht. Auf diese Weise soll die sowjetische Vergangen­
heit anschaulich gemacht werden und das Andenken an die Opfer des totalitären Regimes
in das kollektive Gedächtnis gebracht werden. Im Jahr 2018 hat SOVLAB begonnen, ein
Konzept der Markierung solcher Gedächtnisorte in Tbilisi zu erarbeiten.
// Diese Arbeit wird von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

6.1. TOPOGRAFIE DES TERRORS

Seit 2010 hat SOVLAB Stadttouren entwickelt, die zu Orten des Terrors der sowjetischen
Zeit führen und die mit den Orten verbundenen Geschichten erzählen. Die Touren sind
auch virtuell auf der Webseite von SOVLAB (www.sovlab.ge) zugänglich. Zurzeit werden
ähnliche Stadtführungen für Kutaissi und Batumi erarbeitet.
// Das Projekt wird durch den DVV International finanziert.

6.2. LETZTE ADRESSE - GEORGIEN

Im Jahr 2018 wurde SOVLAB Partner und Mitbegründer der georgischen Organisation
der internationalen Plattform „Letzte Adresse“ (Russland, Ukraine, Moldova, Tschechien,
Deutschland). Ziel der Initiative ist es, Gedenktafeln an den Gebäuden anzubringen, wo
die Opfer des sowjetischen Terrors zum Zeitpunkt ihrer Gefangennahme lebten.
SIE KÖNNEN UNS UNTERSTÜTZEN!
Ein Großteil der Arbeit von SOVLAB wird, soweit es möglich ist, ehrenamtlich durchgeführt.
Da für ehrenamtliche Forschungsaktivitäten nur wenige Freiwillige zur Verfügung stehen,
geht die Arbeit nur langsam voran. Viele Projektideen können nicht verwirklicht werden, weil
es an Mitteln fehlt.

Zur Verwirklichung unserer Projekte brauchen wir Unterstützung.
Wir freuen uns über jede Art der Unterstützung für unsere Arbeit an der Aufarbeitung der
sowjetischen Vergangenheit Georgiens.
Im Überweisungszweck können Sie den Titel des Programms angeben, das Sie fördern
möchten.
Unsere Bankangaben:
Empfänger: NNJP SOVIET PAST RESEARCH LABORATORY
Bank of Georgia
SWIFT: BAGAGE22
IBAN: GE78BG0000000495572600

Überweisungszweck: Nennen Sie ein beliebiges Programm oder allgemein „Unterstützung
von SOVLAB“
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