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INHALT

1.Einführung 1

1.1. Probleme einer Wortdefinition 1

2. Wort als Grundeinheit der Sprache und als sprachliches Zeichen 2

2.1. Struktur des Wortes 3

3. Lexem und Wort 5

Literatur 6
1.Einführung

Das Wort ist eine Einheit der Sprache (potentielles Zeichen) und eine Einheit der Rede
(aktualisiertes Zeichen als Textelement). Als Einheit der Sprache ist das Wort:
1. lautlich-inhaltlich strukturiert, d.h. konsituiert aus einem oder mehreren
Repräsentanten
(a) der Klasse Morphem und damit auch
(b) der Klasse Phonem;
2. organisiert im sprachlichen System
(a) stets als Vertreter einer bestimmten Wortklasse mit einer kategorialen
Grundbedeutung;
(b) meist auf Grund bestimmter semantischer Merkmale als Bestandteil eines lexikalisch-
semantischen Paradigmas.

Als Einheit der Rede (des Textes) ist das Wort:

1. artikuliert (notiert), d.h. textkonsituierend;


(a) isoliert, als Minimaläußerung eines Sprechers oder
(b) kombiniert, als Glied eingefügt in ein Syntagma, einen Satz oder eine Satzfolge;
2. mit Aktualisierung (s)einer Bedeutung bezogen
(a) als zeichenhafte Bestimmung (Symbol) auf ein sachlich Gemeintes;
(b) als Information (Signal des Sprechers) auf einen angesprochenen Hörer (Leser).

1.1. Probleme einer Wortdefinition

"Weil es trotz hunderter bestehender Definitionen des Wortes bisher nicht gelungen ist,
eine nach allen Seiten befriedigende Definition zu erreichen, haben viele zeitgenössische
Linguisten bei ihrer Sprachanalyse diesen seit alters bekannten und gebrauchten Begriff
zugunsten des Morphems völlig aufgegeben. Alle bisher vorgebrachten Argumente
gegen das Wort vermögen noch viel weniger zu überzeugen, als die Erklärung für das
Wort" (LEHNERT 1969, 47f.).

2. Wort als Grundeinheit der Sprache und als sprachliches Zeichen

Das Wort ist die grundlegende Einheit der Sprache, die in der Struktur einer Sprache
Schlüsselpositionen einnimmt. Die zentrale Rolle des Wortes im Mechanismus der
Sprache ist auf folgende Eigenschaften desselben zurückzuführen: Das Wort ist in Bezug
auf seine Funktionen in der Sprache universell und in Bezug auf den Umfang dieser
Funktionen unikal, denn nur das Wortzeichen und nicht das Morphem kann zugleich
sämtliche sprachliche Funktionen haben: die nominative (die Funktion der Bennenung),
die signifikative (die Funktion der Verallgemeinerung), die kommunikative und die
pragmatische.
Der funktionale Bereich des Wortes ist sehr groß, er reicht vom Morphem (bei der
Wortzusammensetzung als Wortbildungsart) bis zu der rein kommunikativen Einheit, der
Äußerung. Als sprachliches zeichen hat das Wort folgende Merkmale: Zum Unterschied
von den anderen bilateralen Einheiten der Sprache (den Morphem, Wortgruppen, Sätzen,
die ihren semantischen Wert nicht nach dem nominativen bzw. syntagmatischen Bereich
der Sprachtätigkeit verändern) existiert das Wort in seinen zwei Modifikationen- als
virtuelles polysemes Zeichen im System der Benennungen, im Vokabular als
gegliedertes, aktuelles Zeichen im Text. Die Bezeichnung "virtuell" und "aktuell"
verweisen auf die verschiedenen Modifikationen des Wortes und differenzieren es in
Bezug auf die Bereiche der sprachlichen Tätigkeit. Das virtuelle Zeichen gehört zur
nominativen Tätigkeit, das aktuelle zur syntagmatischen. Die Anerkennung des Wortes
als Grundeinheit der Sprache hebt die Schwierigkeiten nicht auf, die mit seiner
Defination verbuden sind. Eine befriedigenden Bestimmung des Wortbegriffs bereitet
Schwierigkeiten hinsichtlich folgender Aspekte:
1. die Isolierbarkeit des Wortes und die Festlegung der Wortgrenzen,
2. die Identität des Wortes
3. die kexikalische Bedeutung

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Trotz der Schwierigkeit, das Wort widerspruchsfrei und universell zu definieren, gab Th.
Schippan einen Vorschlag, eine widerspruchsfrei Definition der Einheit "Wort" zu
geben. Auf diese Weise erwiest sich das Wort :
(a) Auf der lexikalish-semantischen Ebene als kleinster, relativ selbständiger Träger der
Semantik;
(b) auf der morphematischen Ebene dagegen als eine aus dem Redestrom potentiell
isolierbare morphematische Einheit, die zwar teilbar sein kann, jedoch im System zur
Einheit eines morphologischen Paradigmas zusammengeschlossen ist;
(c) auf der phonologischen Ebene als eine durch mögliche Pausen isolierbare Einheit;
(d) auf der graphemischen Ebene als eine durch Leerstellen im Schriftbild isolierbare
Einheit;
(e) auf der syntaktischenen Ebene kann es durch seine syntaktische Funktion, Satzglied,
vertauscht- und umstellbar zu sein, definiert werden.
T.Schippan betont, dass auf jeder Ebene eine Kategorie "Wort" widerspruchsfrei zu
definieren ist. Für die Zwecke der Wortbedeutung wird das Wort als lexisch-
semantische Einheit interpretiert, als kleinster relativ selbständiger Bedeutungsträger,
dessen Formen durch die zu grunde liegende gemeinsame lexikalische Bedeutung zu
einem Paradigma vereint sind, das als Bestandteil des Systems (als "Wörterbuchwort")
als graphemische und phonemische Einheit auftritt.

2.1. Struktur des Wortes

Für die phonetische Ausgestaltung des deutschen Wortes sind folgende Merkmale
kennzeichnend:
1. Die Lautgestalt der deutschen Wörter wird durch die Kombination und wechselnde
Anordnung von etwa 40 Phonemen bestimmt.
2. Im Deutschen besitzt das Wort eine morphologische gebundene Betonung. Im
einfachen Wörtern ist gewöhnlich die erste Silbe betong: Erde, Acker. Dasselbe gilt für
abgeleitete Wörter außer Präfixbildungen mit be-, er-, ent-, ge-, ver-, zer-: langsam,
lesbar, möglich, Mannschaft, aber: besprechen, erzählen, zerreißen, Verfall. Typisch für

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abgeleitete und zusammengesetzte Wörter ist das Vorhandensein der Haupt- und
Nebenbotonung: Mannschaft, Schreibmaschine, Arbeitstisch
3. Die Hauptbetonung im Deutschen ist start zentralisierend, sie gestaltet das Wort als
eine lexikalische Ganzheit.
Die morphologische Struktur des Wortes stellt eine Morphemkombination dar.
Morpheme sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten der Sprache, die durch
Phoneme lautlich repräsentiert werden. Gewöhnlich wird zwischen lexikalishen und
grammatischen Morphemen unterschieden. Lexikalishe Morpheme sind Wurzel- und
Derivationsmorpheme bzw. Wortbildungssuffixe, und grammatische Morpheme sind
grammatische Suffixe und Flexionen.

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3. Lexem und Wort

Häufig wird in der Literatur für die Grundeinheit des Lexikons der Begriff "Lexem" statt
Wort verwendet. Obwohl eine gewisse inhaltliche Übereinstimmung beider Termini
besteht, sollte man diese Kategorien nicht identifizieren. Als Lexeme werden
benennende und verallgemeinernde Wortschatzelemente, Einzelwörter oder feste
Wortgruppen bezeichnet. Insofern ist der Lexembegriff weiter als der des Wortes.
Lexeme sind z.B. auch kurz und gut, guten Morgen, silbernde Hochzeit als
Mehrwortbezeichnungen, Phraseologismen und kommunikative Formeln. Im Text
begegnen uns sprachliche Gebilde, die wir als Wörter identifizieren, obwohl sie nicht
Bestandteile des Wortschatzes der deutschen Sprache sind, sondern einmalig in diesem
Text existieren, okkasionell sind: "Meine Anderthalbmeter- Großmutter hexelt nur für
den Hausgebrauch" (STRITTMATTER, Der Laden, 13). Anderthalbmeter- Großmutter
und hexeln haben Wortfunktionen, benennen und folgen den Regeln der deutschen
Grammatik, ohne Wortschatzelemente zu sein. Lexeme sind Systemelemente, die als
Einheiten des Lexikons gesellschaftlich verfestigt, lexikalisiert sind. Strukturell glieder
sich der Lexembestand in Lexeme, die nur aus dem Basismorphem bestehen: Tisch,
grün, Wortbildungskonstruktionen: Lehrer, verteilen, grünlich, feste Wortverbindungen
oder Wortgruppen: Antwort geben, klipp und klar. Mehrwortlegeme werden auch als
Paralexeme bezeichnet.

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Literatur

1. M. Lohde. (2006). Wortbildung des modernen Deutschen. Tübingen: Gunter Narr


Verlag

2. М. D.Stepanova, I.I.Cernyseva. (2003). Lexikologie der deutschen


Gegenwartssprache. Moskau: Akademia

3. Thea Schippan. (2002). Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen:


Max Niemeyer Verlag

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