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3/ 2007 | 2.

Jahrgang

Kraft-AusdauerTraining

Schnell und effektiv
Cholesterin

Hysterie oder Wahrheit ?
Powerfrauen um 105 Kilo leichter:

In neuem Look beim Stadtbummel
Expertenrat: Schutz vor Kalorienfallen im Urlaub

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Editorial

Leben und leben lassen
In jungen Jahren haben wir uns herzlich wenig Gedanken um unsere Gesundheit und um das Essen gemacht. Da schmeckten Pommes, Spaghetti und Eis. Nur in unserer Kindheit? Natürlich, denn die Ernährungswissenschaftler raten uns verantwortungsbewussten Erwachsenen zu einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung. Die Mahnung „Heute sorglos geschlemmt, rächt sich später bitter“ geistert immer im Hinterkopf herum. Wie steht’s denn wirklich mit Ihrer täglichen Ernährung? Auf die Frage, ob ich denn nicht eine etwas weniger ideale Lebensmittelauswahl mit Nahrungsergänzungsmitteln aufpeppen kann, um meinen Vitamin- und Mineralstoffhaushalt zu decken, wird abgewinkt. Besser ist, sich ausgewogen zu ernähren. Schön und gut, aber wo bleibt denn da Platz für meinen Käsekuchen, meine Weißmehlbrezeln und mein Eis, was auch mal gut schmeckt? Ein schlechtes Gewissen, gar Schuldgefühle schleichen sich ein, wenn meine Freundin trocken bemerkt, dass ich mehr in mein Auto investiere als in meine eigenen Lebensmittel. Aber so einfach lasse ich mich nicht in eine Schublade schieben und entscheide mich für ein gutes Vitaminpräparat. Denn mein Kopf muss ja auch mitmachen, wenn ich mir abends meinen frisch geschroteten Vollwertgrünkernbratling ansehe und von der Pizza träume. Nahrungsergänzungsmittel gehören für mich heute zur Realität, auch wenn es manche Ernährungsexperten nicht gerne sehen. Ich habe großen Respekt vor Leuten, die es schaffen, sich nach den idealen Vorgaben mit ausreichend Gemüse und Obst, vollwertig und ökologisch einwandfrei, immer frisch zubereitet zu ernähren. Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sollen es sein. Ich bemühe mich, aber es gelingt mir nicht immer. Ich habe mich jedenfalls dafür entschieden, meine Mineralstoffbilanz sinnvoll zu ergänzen. Entscheidend ist doch, dass Sie Ihren Körper in den Mittelpunkt Ihres Interesses stellen und dazu gehören nicht nur die Ernährung, sondern auch die Bewegung und die regelmäßigen Ruhephasen. Liebe Leserinnen und Leser, durchleuchten Sie kritisch Ihre eigene Tagesbilanz. Bewerten Sie realistisch, ob Sie mit der normalen Ernährung wirklich auskommen. Lassen Sie sich nicht beirren und finden Sie Ihren Weg.

Christine Gerstenberger, CaloryCoach-Gründerin

14 Kraft-Ausdauer-Training Wer rastet, der rostet 16 Ernährung Die Kalorientauschbörse
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22 Aus den Instituten Aktionen und Impressionen

30 CaloryCoach international Neues aus Österreich 30 Buchtipp Senta Bergers neues Buch 33 Service Was ist CaloryCoach? 22 34 Service CaloryCoach-Institute in Ihrer Nähe 36 Impressum

18 Expertenrat Tipps zur Gesundheit und Ernährung 20 Franchising Mit Leidenschaft und Ausdauer 7 4 Gesundheit Cholesterin: Blutfette im Visier 7 Marktplatz Alles für die Schönheit 8 Die Powerfrauen Stadtbummel durch die Barbarossastadt Gelnhausen 8 26 Leserbriefe 28 Rätsel Vier Karten für den Spiegelpalast zu gewinnen 29 Bewegung Der Abduktor/AdduktorTrainer

© Martin Manolito Maiwald

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© Martin Manolito Maiwald

Gesundheit

Blutfette
im Visier
Das Kühlregal im Supermarkt verspricht cholesterinsenkende Margarinen oder Joghurts. Der Begriff Cholesterin ist populär, der Feldzug gegen die erhöhten Blutfettwerte ist in vollem Gange Während jeder dritte Amerikaner mittlerweile auf Anhieb seine Cholesterinwerte nennen kann, fordert inzwischen das „American College of Physicians” eine drastische Reduzierung der Cholesterin-Tests, um einer Hysterie vor erhöhten Blutfettwerten vorzubeugen. Das von Professor Dr. Walter Hartenbach, früher Chefarzt an den Städtischen Kliniken Wiesbaden, herausgegebene Buch „Die Cholesterin-Lüge” spricht von keinem beweisbaren Zusammenhang zwischen Cholesterin und Arteriosklerose. Hartenbach behauptet, die Cholesterin-Senkung durch die sogenannten Statine sei für Pharmafirmen, Ärzte und Margarineindustrie ein Milliardengeschäft und eine industriell gesteuerte Irreführung. Untersuchungen an einer großen Zahl von Herzpatienten hätten ergeben, dass moderne Medikamente den Cholesterinspiegel deutlich drücken könnten, das Herzinfarktrisiko durch diese Maßnahme aber nur um 1,1 bis höchstens 4 Prozent sänken.
Bei Gesamt-Risiko Statine einsetzen
Anders bei einem Gesamtrisiko, das heißt, wenn ein oder zwei Risikofaktoren (siehe Kasten Seite 5 oben) aufeinandertreffen oder der Cholesterinspiegel deutlich erhöht ist. In diesem Fall hält Dr. Norbert Wittlich von der Universität Freiburg den Einsatz von Statinen für äußerst sinnvoll. Untersuchungen bei über 1000 Patienten ergaben 4 eine Senkung des Cholesterinspiegels um bis zu 60 Prozent. Die Statine schützen zudem die Blutgefäße. Dr. Hans-Wilhelm MüllerWohlfahrt, einer der erfahrensten Sportmediziner Deutschlands und Mannschaftsarzt des FC Bayern München, befürwortet bei einem überhöhten Cholesterinspiegel die Einnahme von Statinen mit einer Einschränkung. „Diese Medikamente bremsen die Produktion neuer Cholesterin-Moleküle und die Bildung des körpereigenen Coenzyms Q 10, das für den Energie-Stoffwechsel ungeheuer wichtig ist.“ Sollten Nebenwirkungen in Form von Schweregefühl und Muskelschmerzen auftreten, empfiehlt Müller-Wohlfahrt gleichzeitig mit Coenzym Q 10 die Nahrung zu ergänzen.

Was ist Cholesterin?
Cholesterin ist eine fettige Substanz, die wichtig für Zellen, Nerven und Hormone ist. Die Leber produziert aus Cholesterin Gallensäure. Nur 20 Prozent des Cholesterins werden mit der Nahrung aufgenommen. Fett ist im Blut schwer löslich und wird deshalb mit Hilfe von Lipoproteinen transportiert. Unter den verschiedenen Arten der LipoKoronare Herzkrankheit/ Arteriosklerose <180 mg/dl < 100 mg/dl < 40 mg/dl < 150 mg/dl <2

Ohne Risikofaktoren Gesamtcholesterin: LDL-Cholesterin: HDL-Cholesterin: Trglyceride: LDL/HDL: < 250 mg/dl < 160 mg/dl < 40 mg/dl < 200 mg/dl <4

Mit Risikofaktoren < 200 mg/dl < 130 mg/dl < 40 mg/dl < 200 mg/d <3

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Die Risikofaktoren
Erhöhter Blutdruck: Ab 140/90mmHg spricht man von Bluthochdruck. Erstrebenswert sind Werte unter 120/80 mmHg. Erhöhter Blutzucker: Der „Nüchternblutzucker“ sollte unter 110 mg/dl liegen. Ab 126 mg/ dl gilt der Betroffene als Diabetiker. Rauchen: Zehn Zigaretten pro Tag erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben, bei Männern um 18 Prozent und bei Frauen um 31 Prozent. Raucher haben doppelt so viel Herzinfarkte wie Nichtraucher. Übergewicht: Zu viele Pfunde überfordern das Herz. Blutfette und Blutdruck werden negativ beeinflusst. Gefahr besteht aber auch, wenn das LDL erhöht ist und ein niedriger Blutdruck vorhanden ist.

„Statine sind ein Bombengeschäft für die Pharmaindustrie“
Prof. Dr. Walter Hartenbach, früherer Chefarzt an den Städtischen Kliniken Wiesbaden

proteine gibt es das LDL-Cholesterin, auch als „schlechtes Cholesterin“, das die Blutgefäße schädigt, bezeichnet, und das HDL, das „gute Cholesterin“, weil es das LDL abbaut. Fließt zu viel Cholesterin im Blut, lagert es sich an den Gefäßwänden ab und begünstigt die Bildung von sogenannten Plaques. Brechen diese Plaques auf, werden die darin enthaltenen Fette zu einem Gerinnungsbeschleuniger für die Blutplättchen und es kommt zum Thrombus, einem Verschluss einer Gefäßöffnung. Dieses kann zu einem Herzinfarkt führen.

200.000 Schlaganfälle pro Jahr
Bei Herzinfarkt und Schlaganfall denkt man automatisch an seine Cholesterinwerte. Aber gerade dieser Zusammenhang ist umstritten. So argumentiert Professor Hans-Jürgen Holtmeier von der Universität Freiburg: „Ein Blutspiegel unter 300 mg/dl für das Gesamtcholesterin bringt bei einem gesunden Menschen keine Erhöhung des Herzinfarktrisikos.“ Aber: Jedes Jahr bekommen fast 280.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt, etwa die Hälfte von ihnen stirbt an den Folgen. Am Schlaganfall sterben jedes Jahr 70.000 Menschen. In den USA wurde das Cholesterin zu einem Renner für die Pharma-Industrie: Pro Jahr werden dort neun Millionen Packungen eines „Senkers“ in Form von Statinen verkauft. 40 Milliarden Dollar beträgt das Geschäft mit den Lipidsenkern. Sie gelten auch in Deutschland inzwischen als „Blockbuster“ mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde Euro.

Was bedeuten Triglyceride?
Vor allem für Diabetiker ist das Triglycerid eine wichtige Messgröße. Triglyceride sind Neutralfette. Wer einen hohen Triglycerid-Wert hat, besitzt auch meistens wenig HDL. Niedrige HDL-Werte können zu Krankheiten wie Leberschäden, einer Schilddrüsenüberfunktion und chronischem Rheuma führen. Wer abends Blutwurst isst, hat am nächsten Tag einen hohen Triglycerid-Wert. Nach drei bis vier Tagen fettfreier Kost sinkt dieser wieder.

In jungen Jahren droht schon Herzinfarkt
Dr. Norbert Wittlich, Kardiologe und Internist an der Universität Mainz, bezeichnete ein erhöhtes Cholesterin in einem Fernsehinterview kürzlich als „Gefäßkiller“. Kommen Diabetes, hoher Blutdruck, Übergewicht, Rauchen und erbliche Veranlagung dazu, wird es gefährlich. „Lassen Sie sich unbedingt einmal die Halsschlagader untersuchen und den Kalkgehalt der Herzkranzgefäße bestimmen“, rät der Heidelberger Mediziner eindringlich. Mit konsequenter gesunder Ernährung und Bewegung in Form von Gymnastik und moderater Bewegung kann das HDL, also das gute Cholesterin, um 10 Prozent erhöht werden. Das gefäßverstopfende LDL sinkt. Dafür muss man sich allerdings in der Woche dreimal 30 Minuten sportlich betätigen. Dass gerade bei Kindern und Jugendlichen durch Bewegung das LDL um fast 23 Prozent sank, darüber berichtet der Kinder-Kardiologe Dr. Richard Eyermann. Er untersuchte in München einige Monate 5

Entstehung einer Arteriosklerose

Arterie

Cholesterinpartikel

Cholesterinablagerung in der Gefäßwand Aufbau beginnt Plaque entsteht