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Südestnische Sprache

Als Südestnische Dialekte –


Südestnisch (lõunaeesti kiil)
etliche Forscher sprechen auch
von einer Südestnischen Estland, Lettland, Russland
Gesprochen in
Sprache (lõunaeesti kiil),
estnisch lõunaeesti keel –
Sprecher bis zu 80.000
bezeichnet man finno-ugrische
Dialekte im Süden des heutigen Linguistische Uralische Sprachen
Estland. Sie umfasst Klassifikation
hauptsächlich die Finno-ugrische Sprachen
Sprachvarietäten Võro, Tartu,
Finno-permische Sprachen
Mulgi und Seto.
Wolgafinnische Sprachen
Nach traditioneller
sprachwissenschaftlicher Finno-samische
Meinung handelt es sich beim Sprachen
Südestnischen heute um Ostseefinnische
dialektale Varianten des Sprachen
Nordestnischen, das seit dem
Ende des 19. Jahrhunderts als
Südestnische Sprache
Standard-Estnisch angesehen
wird. Nach einigen Autoren
gehört das Südestnische als
Offizieller Status
eigenständige Sprache der Amtssprache von -
ostseefinnischen Gruppe der
Sprachcodes
uralischen Sprachen an.
ISO 639-1 –

ISO 639-2 fiu

ISO 639-3 vro (Võro)

Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Südestnisch heute
Besonderheiten des Südestnischen
Sprachbeispiele
Vaterunser (Meie Esä) in der alten südestnischen Schriftsprache (T
artu)
Vaterunser (Mi Esä) in der modernen südestnischen Schriftsprache (Võro)
Vaterunser (Meie isa) im modernen Standard-Estnisch
Literatur
Weblinks
Anmerkungen

Geschichte
Die Geschichte der südestnische Schriftsprache beginnt mit
der Übersetzung des Neuen Testaments (Wastne Testament)
1686 ins Südestnische, lange bevor es eine Übersetzung in
die nordestnische Sprache gab. Die südestnische Sprache
hatte ihre Hochphase vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Ihre
Standardsprache fußte auf dem Dialekt des livländischen
Tartu und dessen Umgebung, dem baltischen
Bildungszentrum der damaligen Zeit.

Erst mit der ersten vollständigen Bibelübersetzung in die Sprachgruppen der südestnischen Sprache: Võro, aTrtu,
nordestnische Sprache 1739 begann der allmähliche Mulgi, Seto. Daneben die ehemaligen südestnischen
Sprachinseln der Dialekte Leivu undLutsi in Lettland und
Niedergang des Südestnischen. Ein zusätzlicher Schlag war
Kraasna in Russland.
zuvor der Brand Tartus und die vollständige Deportation
der einheimischen Bevölkerung durch russische Truppen
1708 gewesen. 1806 erschien die erste estnische Zeitung, Tarto-ma rahwa Näddali leht, in südestnischer Sprache. Um 1880 ging der
Einfluss des Südestnischen fast ganz zurück. Allerdings publizierte Johann Hurt 1885 in Tartu noch das bedeutendste Lesebuch in
Võro, das Wastne Wõro keeli ABD raamat („Neues ABC-Buch der Võro-Sprache“).

Die estnische Nationalbewegung forderte schließlich, dass es nur eine estnische Sprache geben dürfe. Das Nordestnische mit der
Hauptstadt Tallinn als politisches und wirtschaftliches Zentrum setzte sich schließlich durch. Am Ende des 19. Jahrhunderts war das
Südestnische vollständig an den Rand gedrängt. Mit Ausrufung der Republik Estland 1918 verschwand es praktisch und wurde zur
Mundart und reinen Umgangssprache.

Südestnisch heute
Seit den 1980er Jahren erlebt die südestnische Sprache eine Renaissance. Heute wird sie wieder gefördert.orVallem Võro gewinnt an
Stärke, da es in den regionalen Medien und an den Schulen verbreitet wird. Die Versuche, Võro als südestnische Standardsprache zu
etablieren, werden vom estnischen Staat unterstützt. Es wird auch an derUniversität Tartu unterrichtet.

Das 1995 gegründete staatliche Võru Instituut mit Sitz in Võru widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung der Sprache und gibt
ein Wörterbuch Võro – Estnisch heraus. Es untersteht dem estnischen Kulturministerium. Der estnische Staat unterstützt mit dem
Programm „Südestnische Sprache und Kultur“ (Lõunaeesti keel ja kultuur) die Stärkung von Sprache und Kultur Südestlands, vor
allem auf der Basis von Võro; Tartu und Mulgi sind dagegen als Schriftsprache fast ausgestorben. Seto hat als identitätsstiftendes
Element des Volks der Setukesen weiterhin einige Bedeutung.

Bedeutende Schriftsteller, die auch auf Südestnisch schreiben, sind heute die Dichter Mats Traat und Nikolai Baturin (beide 1936
geboren). Beim Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul trat die estnische Mädchenband Neiokõsõ mit einem Lied in südestnischer
Sprache für ihr Land an.

Besonderheiten des Südestnischen


Das Südestnische unterscheidet sich vom Standard-Estnischen durch seine Aussprache, oWrtfolge, Syntax sowie den Wortschatz.

Einige Unterschiede zum Standard-Estnischen sind:


Die 3. Person Singular hat im Standard-Estnischen immer ein -b als Endung. Im Südestnischen kann sie auf zwei
Arten gebildet werden: entweder mit der Endung -s oder endungslos. Die doppelte Konjugation gibt es außer im
Võro nur noch im Seto und imKarelischen.
Prägend für das Südestnische ist dieVokalharmonie, die es im Standard-Estnischen nicht gibt. „Dorf“ heißt daher im
Standard-Estnischen küla, im Südestnischen külä.
Bei der Verneinung steht die Verneinungspartikel im Standard-Estnischen immer vor dem V erb, im Südestnischen
meist danach.
Der Nominativ-Plural wird im Standard-Estnischen durch Anfügen eines -d gebildet, im Südestnischen jedoch durch
einen glottalen Verschluss, welcher durch den Buchstaben -q angezeigt wird. Der glottale erschluss
V macht das
Südestnische „ruckartiger“ im Vergleich zum gleichförmigeren Nordestnischen.[1]

Sprachbeispiele

Vaterunser (Meie Esä) in der alten südestnischen Schriftsprache (Tartu)


Meie Esä taiwan: pühendetüs saagu sino nimi. Sino riik tulgu. Sino tahtmine sündigu kui taiwan, niida ka maa pääl. Meie päiwälikku
leibä anna meile täämbä. Nink anna meile andis meie süü, niida kui ka meie andis anname omile süidläisile. Nink ärä saada meid
mitte kiusatuse sisse; enge pästä meid ärä kurjast: Sest sino perält om riik, nink wägi, nink awwustus igäwätses ajas. Aamen.

Vaterunser (Mi Esä) in der modernen südestnischen Schriftsprache (Võro)


Mi Esä taivan: pühendedüs saaguq sino nimi. Sino riik tulguq. Sino tahtminõ sündkuq, ku taivan, nii ka maa pääl. Mi päävälikku
leibä annaq meile täämbä. Nink annaq meile andis mi süüq, nii ku ka mi andis anna umilõ süüdläisile. Ni saatku-i meid joht
kiusatusõ sisse, a pästäq meid ärq kur’ast, selle et sino perält om riik ja vägi ni avvustus igävädses aos. Aamõn.

Vaterunser (Meie isa) im modernen Standard-Estnisch


Meie isa, kes Sa oled taevas: pühitsetud olgu Sinu nimi. Sinu riik tulgu. Sinu tahtmine sündigu, nagu taevas nõnda ka maa peal. Meie
igapäevast leiba anna meile tänapäev. Ja anna meile andeks meie võlad nagu meiegi andeks anname oma võlglastele. Ja ära saada
meid kiusatusse, vaid päästa meid ära kurjast. Sest Sinu päralt on riik ja vägi ja au igavesti. Aamen.

Literatur
Kalle Eller: Võro-Seto language. Võru 1999
Sulev Iva, Karl Pajusalu: „The Võro Language: Historical Development and Present Situation.“ In: Language Policy
and Sociolinguistics I: "Regional Languages in the New Europe" International Scientific Conference; Rēzeknes
Augstskola, Latvija; 20-23 May 2004.Rezekne: 2004, S. 58–63
Kadri Koreinik: Public Discourse of (De)legitimation: The Case of South Estonian Language. In: Journal of Baltic
Studies. Band 42, Nr. 2, 20. Mai 2011, S. 239–-261, doi:10.1080/01629778.2011.569071.

Weblinks
Wikipedia auf Võro
Võro Instituut (võro, estnisch, englisch)

Anmerkungen
1. nach Urmas Sutrop: Die estnische Sprache.Deutsch von Carsten Wilms. Tallinn: Eesti Instituut 2005, S. 12f. (ISBN
9985-9341-9-9)

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Diese Seite wurde zuletzt am 16. Dezember 2017 um 16:26 Uhr bearbeitet.

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