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Wem nützt es?...

"Kronen Zeitung" vom 30.01.2008 Seite: 28

Wem nützt es?...


Wem nützt es?

Nun hat auch Brüssel seine Liebe zum Klimaschutz entdeckt, und schon hagelt es Vorschriften für Österreich. Diese richten
sich natürlich in erster Linie gegen die Autofahrer, denn die sollen auch für den Klimawandel büßen, aber nicht etwa die
Millionen von Lkw des Transitverkehrs, sondern wie üblich die kleinen Pkw-Fahrer.

Obwohl Europa nur ein vergleichsweise winziger Teil der Weltbevölkerung ist, glauben die Träumer in der EU, wir könnten
den Klimawandel aufhalten. Selbst wenn wir ab morgen auf Eseln reiten, wird das die Erde überhaupt nicht beeindrucken,
denn auf der anderen Seite des Globus blasen zweieinhalb Milliarden Chinesen und Inder ihren Dreck völlig hemmungslos in
die Atmosphäre, und in den beiden Sprachen gibt es das Wort Umweltschutz offensichtlich überhaupt nicht.

Da erhebt sich natürlich die altrömische Frage: "Wem nützt es?" Dem Weltklima keinesfalls, aber irgendjemand muss sich
an diesem Spektakel eine goldene Nase verdienen.

Das ist auch der tiefere Grund, warum sich die EU plötzlich so für den Klimaschutz interessiert, denn die Welt ist ihr völlig
egal, Hauptsache, wir Blödiane zahlen unsere CO2-Abgaben. Günther Ruschowy, Wien

Tschad - Plassnik

Es spricht für die "Krone", dass sie Frau Minister Dr. Plassnik einen derart breiten Raum für einen Gastkommentar einräumt.
Inhaltlich hat sie in Wahrheit nicht viel Neues zu bieten; sie zählt die altbekannten Floskeln auf: UNO, EU, humanitäre Hilfe,
Flüchtlinge.

Auf die mögliche Gefährdung der Neutralität nimmt sie nicht Bezug, weil die Mission ja nicht als "Kampfeinsatz" definiert ist.
Nun, zu einem Kampfeinsatz kann es aber rasch werden. Das echte Leben im Tschad, mit diversen rivalisierenden Gruppen,
hält sich bekanntlich nicht an Mandate, die in Brüsseler Elfenbeintürmen diskutiert werden. Die Österreicher können schneller
in eine bewaffnete Auseinandersetzung verwickelt sein, als ihnen lieb ist. Und dann? Werden sie auch auf Kindersoldaten
schießen?

Afrika ist ein Kontinent, in dem die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien über Jahrzehnte hinweg so
ziemlich alles ausgebeutet haben, was zu bekommen war. Das hat auch wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg dieser Länder
beigetragen. Die Hauptverantwortung tragen daher diese Länder; dazu kann man auch die Chinesen zählen, die in den letzten
Jahren Afrika als wichtige Quelle für Energie und Bodenschätze jeder Art entdeckt haben.

Ihr schroffes "absurd" zu den Vermutungen, dass sich Österreich wegen des Interesses an einem Sitz als nichtständiges
Mitglied des UNO-Sicherheitsrates im Tschad wichtig macht, sehe ich in Wahrheit als Bestätigung. Als kleines Land muss man
im Hauptquartier in New York eben sehr präsent sein. Österreich ist keine Insel und hat selbstverständlich im Rahmen der
UNO und der EU auch Verpflichtungen. Wir sind diesen Verpflichtungen immer in bestmöglicher Weise nachgekommen und
werden dies auch in Zukunft tun.

Ich glaube nur nicht, dass es dieser Einsatz im Tschad sein muss. Dr. Wolfgang Srb, per E-Mail

Quelle: "Kronen Zeitung" vom 30.01.2008 Seite: 28


Ausgabe: Morgen
Dokumentnummer: 0750820790780690952008013 00910030346

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