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Poste Italiane s.p.a.

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Spedizione in Abbonamento Postale-D.L.353/2003
(conv.in L.27/02/2004 n°46)art. 1, comma2, NE Bolzano
Tassa Pagata/Taxe Percue I.R.
ISSN 2531-4874

9 772531 487407

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion
42. Jahrgang • erscheint zweimonatlich • N° 5 | Oktober 2018 • Bozen · Innsbruck · Kronmetz · Kochel am See

Unsere Heimat …
Der Bayerische Ministerpräsident
hat den Gebirgsschützen den Eh-
renpreis „100 Jahre Freistaat unsere
Heimat Bayern“ verliehen. Was
heißt das für uns? Die Bayerischen
Gebirgsschützen sind viel älter als
dieser Freistaat. Sie sind nicht unbe-
dingt Zeugen der Republik. Sie sind
keine Verteidiger von Systemen. Ge-
birgsschützen hat es gegeben im al-
ten Herzogtum, im Kurfürstentum
und im Königreich. Sie haben die
Revolution 1918 als Ordnungsfaktor
überdauert. Sie waren immer Schüt-
zer und Verteidiger ihrer Heimat
und ihrer Lebensordnung. Dafür
hat der Freistaat die Gebirgsschüt-
zen geehrt. Kann uns das genügen?
Nein. Unser modernes Bayern darf
bei allen Veränderungen seine Seele
und sein Gesicht nicht verlieren.
Dafür lohnt es sich zu kämpfen …

... meint euer Landeshauptmann
Martin Haberfellner
Friedrich IV., mit der leeren Tasche, Hzg. v. Österreich (1382–1439) mit seinen Gemahlinnen.
1420 gab Friedrich eine neue Landesordnung zur Sicherung des inneren Friedens heraus.

Friedrich IV., Herzog Friedl
WICHTIGE
UNTER-
STÜTZUNG:

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SSB-Hilfsprojekt
im Malmkrog mit der leeren Tasche
von Heinz Wieser

Das Landesmuseum Schloss Tirol hat kürzlich die Themenausstellung „Fridericus Dux Austriae –
Der Herzog mit der leeren Tasche“ eröffnet. Im Zentrum der Ausstellung steht das Wirken
STILLE HILFE: Friedrichs IV. von Österreich (1382–1439). Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog erschienen
Der Helfer von ist, bleibt bis zum 25. November auf Schloss Tirols geöffnet. 140 ausgestellte Objekte ermögli-
damals heute chen nun eine neue Begegnung mit dem Landesfürsten, dessen Politik nachhaltig die Geschicke
12 des Landes geprägt hat und ihn zu einer Symbolfigur eines geeinten Landes macht.
Durch seine Politik förderte er eine prosperierende Entwicklung, die Tirol zu einem der be-
gehrtesten Länder im Herzen Europas machte, wobei Bergbau und Handel den wirtschaftlichen
Aufschwung brachten. Die Ausstellung geht den zentralen Themen im Leben des Habsburgers
ANERKENNENDE nach. Beleuchtet wird die Erinnerungskultur, die aus dem Mythos und der Sagenwelt schöpft.
PRÄMIERUNG: Zudem wird von den kriegerischen Ereignissen in Appenzell erzählt, als dem jungen Herzog
Neues Feld- sein Besitz streitig gemacht wurde. Folgenschwer erwies sich die Schutzfunktion Friedrichs
zeichen für über den Gegenpapst Johannes XXIII., die ihm die Acht des Kaisers einbrachte und ihn vo-
Gebirgsschützen
17 rübergehend „mit leeren Taschen“ dastehen ließ. Friedrich verlegte 1420 seine Residenz von
Meran nach Innsbruck, gründete den Hof unter den Bürgern und stellte sich vehement gegen
06.07.2018 - 25.11.2018 findet die Ausstellung Fridericus N° 5 | Oktober 2018

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Dux Austriae auf Schloss Tirol statt.

Aus den LANDESTEILEN …

band ihn mit Hans Wilhelm von Mülinen, was sich nicht zuletzt in
Verträgen und Bildstiftungen niederschlug. Für die bildende Kunst
hatte Friedrich nicht viel übrig, wenngleich es zu seiner Zeit zu
einem ersten Höhepunkt in der Entwicklung der Gotik kam. Tirol
konnte seinen Herzog auch nach seinem Tod nicht vergessen.
Herzog Friedl mit der leeren Tasche wurde 1382 geboren und war
seit 1402 in Vertretung seines Bruders Leopold IV. in den Vorlan-
den tätig. 1406 wurde ihm die selbstständige Regierung von Tirol
und den Vorlanden übertragen. Die Regierung Friedrichs war von
vielen Kämpfen, besonders im Innern des Landes, ausgefüllt, die er
aber mit einem vollen Sieg abschließen konnte: so mit dem Bund
von Appenzell („Bund ob dem Bodensee“), mit dem er 1412 auf 50
Jahre einen Frieden vereinbarte, und mit dem Adel, der erstmals
gegen die habsburgische Landesherrschaft aufsässig wurde. Dies
alles gelang Herzog Friedrich, weil ihm die Tiroler Landstände,
besonders die Städte und die Bauern, die Treue hielten. Hierher
gehören die vielen Erzählungen von seinen Verstecken auf Bauern-
höfen. Daher bestätigte er 1417 die Landesfreiheiten von 1342 und
1406 „von Wort zu Wort“.
1420 gab Friedrich eine neue Landesordnung zur Sicherung des
inneren Friedens heraus. Die landesfürstliche Stellung Herzog
Friedrichs festigte sich immer mehr, unter ihm wurde der Titel
„Landesfürst“ und „landesfürstliche Hoheit“ in den Urkunden
verwendet. Das Lehensverhältnis der Tiroler Landesfürsten zu den
Abbildung aus der amtlichen Berner Chronik, 1478: Bischöfen von Trient und Brixen erkannte Friedrich 1424 und 1438
Herzog Friedl mit der leeren Tasche unterwarf sich Kaiser Sigmund, genauer als seine Vorgänger. Seine adeligen Gegner hatten ihm
der über ihn 1415 die Reichsacht verhängte, da er dem Gegenpapst zur Zeit seiner ärgsten Erniedrigung nach dem Konstanzer Konzil,
Johannes XXIII. Geleit durch Tirol zum Konzil von Konstanz gab. als 1415 über ihn die Reichsacht und der Kirchenbann verhängt
den ihn bekämpfenden Adel. So zwang er den mächtigen Heinrich worden war, den Beinamen „mit der leeren Tasche“ gegeben, was
von Rottenburg in die Knie, ließ mit Kanonen die den Starkenber- nicht zutreffend war, weil er seine und des Landes Stellung mehrte
gern gehörende Burg Greifenstein belagern und mischte sich in das und standhaft verteidigte. 1439 verstarb er. Er ist in der Basilika des
weltliche Geschäft der Bischöfe ein. Eine innige Freundschaft ver- Zisterzienserstiftes Stams begraben.. n

Alpbach
von Thomas Saurer

Denkdorf Alpbach Treffpunkt für Politik
Ein Fixpunkt des Europäischen Forums in
Alpbach sind Jahr für Jahr die „Politischen
Gespräche“. Heuer wurden sie am Samstag,
den 25. August feierlich eröffnet – nicht
weniger als vier Staatspräsidenten wohnten
dem feierlichen Akt im Denk- und Bergdorf
Alpbach bei. Der Zusammenhalt innerhalb
der Europäischen Union war dabei das
Kernthema des politischen Gipfels. Apropos
„Zusammenhalt“: Alpbachs Schützen unter
dem Kommando von Hauptmann Bgm.
Markus Bischofer bewiesen bei kühl-regneri-
schem Wetter Ausdauer und Standhaftigkeit.
Sie begrüßten die hochrangigen Vertreter
traditionell mit Hymnen und einer exakten
Ehrensalve. Die Tiroler unter den hohen
Repräsentanten, Österreichs Bundesprä- Hauptmann und Bgm. Markus Bischofer und seine Alpbacher Schützen ließen sich trotz
sident Alexander Van der Bellen, Tirols starken Regens nicht beirren und bewiesen neben der Tiroler Gastfreundschaft auch
Landeshauptmann Günther Platter und EFA- Standhaftigkeit.
Präsident Franz Fischler, lobten dabei die
Tiroler Qualitäten und waren stolz auf ihre der Europäischen Union im Mittelpunkt – Nachhaltigkeit in den Fokus des Denkens
Landsleute und ihre gemeinsame Heimat. Im mit dem Konferenzmotto „Diversität und gerückt. Österreichs EU-Kommissar Johan-
Rahmen der Eröffnungsansprachen stand Resilienz“ wurden auch Kernwerte wie Soli- nes Hahn nutzte den Gipfel zu Gesprächen
schließlich die Krisenwiderstandsfähigkeit darität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und in Bezug auf die EU-Erweiterung. n
Es ist eine Landesauszeichnung für besondere

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gesellschaftliche Leistungen, die an Menschen
aus Nord-, Ost- und Südtirol verliehen wird.
Aus den LANDESTEILEN …
Innsbruck
von Thomas Saurer

Verdienstmedaillen verliehen

Dank und Anerkennung: Stellvertretend für viele verdienstvolle Josef Plattner aus Schlaiten konnte sich doppelt freuen: „Seine“
Schützenmitglieder nahm auch der Viertelkommandant des Schützenkompanie Schlaiten stellte am 15. August die
Schützenviertels Tirol-Mitte, Mjr. Andreas Raass, die Verdienst- Ehrenkompanie, anschließend folgte die verdiente Auszeichnung
medaille stolz entgegen. aus den Händen der Landeshauptleute.

Tirols LH Günther Platter und Südtirols LH Arno Kompatscher das Schützenwesen in unserem Land aktiv mitgestaltet und geprägt:
zeichneten am Hohen Frauentag in Innsbruck insgesamt 127 Per- - Bernhard Berger, Prägraten, Verdienste um das Schützen-
sönlichkeiten nördlich und südlich des Brenners mit der Verdienst- und Chorwesen
medaille aus: „Am Hohen Frauentag holen wir jene Menschen vor - Johanna Daldoss, Verdienste um das Schützen- und
den Vorhang, die sich mit großem Einsatz dem Wohlergehen der Ge- Vereinswesen in Radein
meinschaft widmen“, betonte LH Günther Platter in seiner Anspra- - Helmut Heiseler, Ladis, Verdienste um das Schützenwesen
che. „Es braucht Menschen wie sie, die in ihren eigenen Lebensbe- - Elisabeth Huber, Ebbs, Verdienste um das Schützenwesen
reichen Außerordentliches leisten, die konsequent dafür sorgen, dass und die Jungschützenbetreuung
unser aller Leben ein bisschen besser wird. Mit ihrem Engagement - Fritz Noichl, Jochberg, Verdienste um das Schützenwesen
tragen sie dazu bei, dass unsere Gesellschaft zu einer Gemeinschaft und das Gemeinwohl
wird, die Zusammenhalt stärkt und Zuversicht erzeugt.“ Mit der - Josef Plattner, Schlaiten, Verdienste um das Schützenwesen
Verleihung dieser Landesauszeichnung wird auch verdienstvollen in Osttirol
Schützen-Mitgliedern Dank und Anerkennung für ihr ehrenamt- - Andreas Raass, Innsbruck, Verdienste um das Schützenwesen
liches Engagement ausgesprochen. Über viele Jahre haben sich in Tirol
folgende Mitglieder unseren Schützenwerten gewidmet – sie haben - Wolfgang Santa, Höfen, Verdienste um das Schützenwesen n

Unsere Leser meinen ...

Selbstbestimmungsrecht für Süd-Tirol
Das Selbstbestimmungsrecht ist ein Grundrecht im Völkerrecht und heute als Terroristen ansieht – keine Amnestie gewährt. Die EU
keine Alternative zur Autonomie auf gutem Willen oder Gnaden des und mit ihr Italien protestieren heftig gegen die Annexion der Krim
Staates, der die sich auf Selbstbestimmung berufende Minderheit in und verhängen sogar Sanktionen gegen Russland mit der sicherlich
seinem Staatsgebiet beherrscht. Das Recht auf Selbstbestimmung ist illusorischen Hoffnung, dadurch eine Rückgabe an die Ukraine zu
ein solch elementares Völkergrundrecht, dass es nicht durch eine noch erreichen. Und was ist anders zwischen der Annexion der Krim und
so weitgehend gestaltete Autonomie ersetzt werden kann, sondern der Annexion Süd-Tirols? Ja, es ist etwas anderes, denn die Krim war
über den nationalen Verfassungen und Rechtsgebungskompetenzen ewig russisches Kulturland, die Menschen weit überwiegend Russen
der Staaten steht. Die Menschen in Süd-Tirol sind als Minderheit im und sie kam nur durch ein Geschenk Chrutschows an die Ukraine.
Staat Italien nach wie vor Inhaber des Selbstbestimmungsrechts und Die Menschen auf der Krim waren also eine russische Minderheit in
haben aus der Unterdrückungsperiode bis Ende der 60er Jahre auch der Ukraine, die ein Recht auf Selbstbestimmung hatte. Süd-Tirol war
einen Anspruch, dieses Recht durchzusetzen. jedoch nie in der Geschichte italienisches Kulturland, selbst zur Zeit
In diesem Zusammenhang erscheint es verwunderlich, dass der des römischen Reiches nicht.
italienische Staat den Süd-Tiroler Freiheitskämpfern – die er noch Gerd Kohlhage, Rodeneck
N° 5 | Oktober 2018

4 Aus den LANDESTEILEN …

Als Adler und Löwe noch jung waren (Teil 4)
Eine Artikelserie von Dr. Florian Stumfall

Damit sind wir unversehens in der Gegenwart angelangt, und lassen Sie mich ein wenig dabei verweilen. Denn so sehen wir,
wie eng Geschichte und Gegenwart verflochten sind. Während nämlich die politischen Verbindungen zwischen Tirol und
Bayern, seit dem 13. Jahrhundert als zwei Staaten, vielerlei Höhen und Tiefen durchgemacht haben, hat sich die kulturelle
Gemeinsamkeit erhalten. Da ist zunächst einmal die Bauweise. Die Politik hat ja in unseren Tagen den Begriff vom landschafts-
gebundenen Bauen geprägt, eine Idee, für die unsere Vorväter keine Vorgabe von Seiten des Staates gebraucht haben.
Der berühmte Kulturhistoriker Hans Sedlmayr hat zwei wesentliche Elemente dafür genannt: die Anforderungen des Klimas
und die Frage, welche Baustoffe die Natur in einer gewissen Region bereitstellt.

ren sie sich kaum. Der sieht eine Lederhose oder einen Schalk und
meint, das sei alles gleich. Zu den augenfälligsten Gemeinsamkeiten
gehört natürlich die Musik. Hier wird jene emotionale Überein-
stimmung am unmittelbarsten deutlich. Gerade Südtirol hat hier
für Bayern eine große Rolle gespielt, seit der Wastl Fanderl viele,
viele vor allem junge Menschen aus Bayern auf seinen Singwochen
am Ritten zur echten Volksmusik geführt hat. Doch weit davon
entfernt, die Allmacht der Musik mit Worten beschreiben zu wol-
len, wende ich mich lieber der Sprache zu, und damit kommen wir
wieder zurück ins frühe Mittelalter.

Die Sprache
Im deutschen Norden herrscht neben anderen Vorurteilen die
Überzeugung, nur dort spreche man das richtige Deutsch, im
Dieses Beispiel eines Bauernhofes aus den französischen Seealpen Süden gebe es nur minderwertige Varianten. Sieht man sich aber
zeigt ein völlig anderes Bild als ein Bauernhof in Tirol oder Bayern. die Sprachgeschichte an, dann stellt sich die Sache genau andersher-
Die Front mit Eingang befindet sich an einer Längsseite, die um dar. In ihrer Entwicklung zum Neuhochdeutsch hat die Sprache
Proportionen sind völlig anders, kein Balkon, keine Pfetten, kein mehrere Phasen durchlaufen. Da war zunächst die erste, die
Bundwerk – obwohl auch dieses Haus aus dem Alpenraum
indogermanische Lautverschiebung. Um das Jahr 500 vor Christus
stammt, trotz gleicher Funktion ein grundlegend anderer Bau.
herum begann sich die so genannte vorgermanische Sprache aus
Die Kultur dem Verein der anderen indogermanischen Sprachen zu lösen.
So kommen wir, indem wir unter anderem die Vierseithöfe Nieder-
bayerns und Oberösterreichs bewusst beiseitelassen, zu dem typi-
schen alpenländischen Bauernhof, bei dem ein Stockwerk aus Na-
turstein aufgeführt ist, der darüber liegende Bau aus Holz, Wohn-
und Wirtschaftsräume befinden sich unter einem Giebel, die Front
ist eine Schmalseite, umgeben von ein oder zwei Balkonen, es gibt
ein vorstehendes Dach mit Pfetten. Zur Rückseite hin befindet sich
im Parterre der Stall, darüber, hölzern, der Stadel, meist mit einem
Bundwerk. Natürlich findet man zahlreiche Ausnahmen von der
Regel. So steht oftmals der Stadel abseits, in Tirol gibt es im Gegen-
satz zu Bayern häufig Schopfwalme an den Stirnseiten, und die
Proportionen weichen gerne ein wenig voneinander ab. Doch so
sehr Sedlmayers Hinweis auf die Baustoffe aus der Natur einleuchtet
und bei unseren Beispielen auch zutrifft, so wenig bedeutet das,
dass damit zwingend eine überall gültige Bauweise vorgegeben
wäre. Es muss also zusätzlich zu den beiden Sedlmayer’schen Vor- Ein typischer Hof in Tirol…
gaben eine gewisse Harmonie von Zweckmäßigkeit und Ästhetik
geben, eine emotionale Übereinstimmung, die in Bayern und Tirol Dabei änderten sich die Verschlusslaute p und b, t und d sowie
gleich oder weitgehend gleich ist, in anderen Ländern, auch in den k und g nach einer gewissen Gesetzmäßigkeit. Das war der erste
Westalpen, aber nicht. Dieser innewohnende Sinn kann nur aus Schritt. Rund tausend Jahre später beginnt die zweite, die hoch-
einer alten gemeinsamen Tradition kommen. Er ist Ausdruck des deutsche Lautverschiebung, wobei wir beachten müssen, dass in der
kulturellen Erbes. Linguistik „hochdeutsch“ gleichbedeutend ist mit „oberdeutsch“ im
Gegensatz zu „niederdeutsch“, womit das Idiom in Deutschlands
Trachten und Musik Norden gemeint ist. Diese zweite Lautverschiebung, ebenfalls eine
Dies zeigt sich in gleicher Weise bei den Trachten, so vielfältig sie Veränderung von Konsonanten nach festen Regeln, begann im tiefs-
auch sein mögen. Denn ein Sarner und ein Pusterer unterscheiden ten Süden des deutschen Sprachraums, bei den Langobarden. Deren
sich in ihrem Gewand ebenso wie ein Tegernseer und ein Berchtes- Sprache wird heute als althochdeutscher Dialekt angesehen, der mit
gadener. Doch hier gilt, wie auch beim Bauwesen: Die Unterschiede dem alten Bairisch so eng verwandt ist, dass manche Wissenschaft-
werden nur dem Zugehörigen bewusst – einem Fremden offenba- ler von einer langobardisch-bairischen Sprache sprechen.
N° 5 | Oktober 2018

Aus den LANDESTEILEN … 5
Langobardischen als diese Dichtung, die man zwar dem Bairischen
zurechnet, die aber von zwei Langobarden-Fürsten erzählt.

Ausklang
Wir nähern uns dem Ende meiner Artikelserie. Nicht nur dem En-
de dieses Beitrags, sondern zunächst dem Ende der staatlichen Ge-
meinschaft von Tirol und Baiern. Zwar waren die Grafen von Tirol
aus baierischem Geschlecht, der erste war Adalbert von Eurasburg,
das in Oberbayern liegt, doch es war eben diesen Grafen von Tirol
vorbehalten, die Selbständigkeit des Landes zu begründen. Im 12.
Jahrhundert machten sie sich vom baierischen Herzog unabhängig,
im Jahrhundert darauf wurde das Territorium als unabhängig an-
erkannt. Die letzten halbwegs realistischen baierischen Ambitionen

…und ein Hof in Bayern in ähnlicher Bauweise.

Der Unterschied zum Niederdeutschen wird anhand einiger
Beispiele deutlich. So geschieht in der zweiten Lautverschiebung die
Änderung von p zu f. Daher heißt es niederdeutsch slapen, englisch
sleep und oberdeutsch schlafen. Oder: Schipp, ship und Schiff.
P wechselt auch zu pf: niederdeutsch scherp, englisch sharp,
oberdeutsch scharf.
Bekannt ist der Wechsel von t zu s: dat, that, das oder eten, eat,
essen. Eine andere Verschiebung ist die von t zu ts: vertellen, tell,
erzählen.
Oder k zu ch: maken, make, machen. Oder niederdeutsch ik,
oberdeutsch ich.
Ob ik oder dat – man sieht: Hätte der deutsche Norden die zweite Fränkische Mundarten Schwäbisch-alemannische Bairisch-österreichische
Mundarten Mundarten
Lautverschiebung mitgemacht, so gäbe es heute keinen Berliner 1: ostfränkische Dialekte 3: schwäbische Dialekte 6: nordbairische Dialekte
Slang. Da aber die Lautverschiebung am südlichen Alpenrand ihren 2: südfränkische Dialekte 4: niederalemannische 7: mittelbairische Dialekte
Dialekte 8: südbairische Dialekte
Ausgang genommen hat, hat sie sich hier und in Süddeutschland 5: hoch- und höchstaleman-
am konsequentesten durchgesetzt. Je weiter man nach Norden nische Dialekte

kommt, umso weniger hat die zweite Lautverschiebung gewirkt.
Es gibt drei Unterkategorien im Bairischen: Nordbairisch,
Sie versickert an der sogenannten Benrather Linie, nördlich eines
Mittelbairisch und Südbairisch. Bairisch spricht man im Südosten
Streifens, der eine gemischte Zone darstellt. Komplett vollzogen ist des oberdeutschen Sprachgebietes – also ist Bairisch ein ober-
der Wandel zum Neuhochdeutschen nur südlich der Linie Plauen- deutscher Dialekt. Bairisch grenzt dialekttechnisch an Schwäbisch
Heidelberg. Vor diesem Hintergrund stellen das heutige Tirolerisch (im Westen) und Ostfränkisch (im Nordwesten).
und das heutige Baierisch zwei Formen ein und derselben Sprache
dar. Es ist wie mit Bau oder Tracht: die Unterschiede empfindet der wurden 1363 mit der Überschreibung Tirols an Habsburg durch
Zugehörige am deutlichsten, der Fremde kann sie kaum erkennen. Margarete Maultasch gegenstandslos. Jeder Blick zurück zeigt, dass
Es tut außerdem not, noch in einer anderen Weise zu differenzie- die Geschicke der Menschen und Staaten wandelbar sind. Seien wir
ren. Einerseits gehört nicht alles, was im heutigen Bayern an Dialek- deshalb froh, dass zum Besitz der Menschen auch die Kultur gehört,
ten gesprochen wird, zum Baierischen; da gibt es zusätzlich das denn die ist von größerer Beständigkeit. n
Schwäbische und das Fränkische. Andererseits wird das Baierische
nicht nur in Bayern gesprochen. Südlich der Alpen ist das Baieri-
sche allerdings weitestgehend verschwunden. Doch das ist noch
nicht allzu lange her. Als Goethe auf seiner Italien-Reise 1786 nach
Das Hildebrands-
Rovereto kam, war dort die Sprachgrenze, die heute bei Salurn liegt.
lied ist eines der
Und Rovereto hieß noch Rofreit. Freilich ist das Baierisch nicht völ- frühesten poeti-
lig ausgetilgt. In Form des Zimbrischen führt es noch ein bedrohtes schen Textzeug-
Leben in Welschtirol, Friaul und Venetien. Bei den wenigen Men- nisse in deutscher
schen dieser Sprachinseln handelt es sich nicht etwa, wie man lange Sprache aus dem
gemeint hat, um baierische Zuwanderer aus dem hohen Mittelalter, 9. Jahrhundert.
sondern tatsächlich um Volksreste aus der Langobardenzeit. An Es ist das älteste
ihrer Sprache ist das nachzuweisen. Eines aber hat aus jener Epoche erhaltene germa-
nische Heldenlied
überlebt, nämlich das erste deutsche Epos, das Hiltibrandslied. Es
und erzählt in
spielt in der Zeit der ausgehenden Völkerwanderung wohl in der
althochdeutscher
Gegend von Verona, das Bern hieß, und beschreibt den schicksals- Sprache eine
haften, tragischen Zweikampf auf Leben und Tod zwischen Vater Episode aus dem
und Sohn. Und nichts belegt eindringlicher und glaubwürdiger die Sagenkreis um
sprachliche Gemeinsamkeit zwischen dem Bairischen und dem Dietrich von Bern.
www.kiosk.at
Ab sofort ist die Tiroler Schützenzeitung N° 5 | Oktober 2018

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auch digital im Austria Kiosk verfügbar.

Aus den LANDESTEILEN …
Bozen/Innsbruck/Kronmetz/Kochel am See
von Günther Mairhofer

Sitzung der Schriftleitung – Regelung für Beiträge
in der Tiroler Schützenzeitung
Kürzlich trafen sich die Schriftleiter der Tiroler Schützenzeitung aus Bayern, Süd- und Nord-Tirol mit ihren engsten Mitarbei-
tern in Gschnitz im Norden Tirols zu einer gemeinsamen Arbeitssitzung. Neben einer Rückschau auf die vergangenen Aus-
gaben wurden verschiedene Vorschläge und Ideen ausgearbeitet, um unsere Zeitung auch in Zukunft möglichst interessant
und abwechslungsreich zu gestalten. Bereits vor mehreren Jahren wurden von den Schriftleitungen allgemeine Regeln für
Beiträge in der TSZ ausgearbeitet, die wir im Folgenden allen Beitragsverfassern nochmals in Erinnerung rufen möchten.

- Die Texte, die eingereicht werden, müssen so geschrieben sein,
dass nicht jeder Satz umformuliert werden muss. Es ist dies ein-
fach ein unzumutbarer Aufwand. Außerdem sollte darin immer
ein Ereignis oder etwas allgemein Interessantes oder Allgemein-
bildendes vorkommen.
- Alle Texte müssen grundsätzlich in der 3. Person stehen (also Er-
Form bzw. Sie-Form), keinesfalls aber in der Ich-/Wir-Form und
schon gar nicht bei Nachrufen in der Du-Form.
- Steht eine Rangbezeichnung unmittelbar vor dem Namen, so
wird sie aus Prinzip abgekürzt. Z.B.: Mjr., EMjr., oder beispiels-
weise LKdt. Elmar Thaler; aber: [...] so der Landeskommandant.
- Dasselbe gilt für die Kompanien. Unmittelbar vor dem Namen
der Kompanie steht SK bzw. GSK, ansonsten das Wort Kompanie
oder Schützenkompanie bzw. Gebirgsschützenkompanie.
- Wir müssen als TSZ nicht „gendergerechte“ Texte schreiben. Also
Kürzlich wurden die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der bitte kein „Teilnehmer und Teilnehmerinnen“ bzw. „TeilnehmerIn-
TSZ gestellt. V.l. der Medienreferent des SSB Mjr. Efrem Oberlechner, nen“, sondern nur Teilnehmer, wo eindeutig alle gemeint sind.
der Landeshauptmann des BBGK Martin Haberfellner, der Schrift- - Achtung: „zum 70. Geburtstag“ (das ig ist bereits in der Zahl ent-
leiter des SSB Mjr. Günther Mairhofer, der Schriftleiter des BBGK halten), und nicht: zum 70igsten Geburtstag oder: zum 70.igsten
Hptm. Hans Baur, die Schriftleiterin des BTSK Franziska Jenewein
Geburtstag...
und der Landeskommandant des SSB Mjr. Elmar Thaler.
- Bei Nachrufen nicht noch einmal angeben, an welchem Tag uns
Beiträge für die Tiroler Schützenzeitung der Verstorbene verlassen hat, weil der Todestag bereits unter
Die Zeitung ist aus Kostengründen auf einen Umfang von 32 bzw. dem Namen steht.
36 Seiten beschränkt. Deshalb ist es wichtig, dass die eingesandten
Artikel aktuell und von allgemeinem Interesse für möglichst alle Fotoqualität
(!) Schützen der Alpenregion sind. Es macht wenig Sinn, Berichte Kleine Bilder aus dem Internet und schlecht gescannte Vorlagen
über eine „normale“ Fronleichnamsprozession, ein Kompanietörg- sind für den Druck nicht geeignet. Sie würden außerdem das
gelen oder ein Preiswatten einzusenden. Solche Artikel können Gesamtbild der Zeitung beeinträchtigen. Für die Wiedergabe der
nicht berücksichtigt werden. Allgemeine Kompanieberichte (z.B. Bilder benötigen wir eine Auflösung von 300 dpi. Die Auflösung
Jahreshauptversammlungen, Jahrtage, allgemeine Kompanieaktivi- bezieht sich auf die wiederzugebende Bildgröße. Wer damit nichts
täten usw.) werden zum Teil in einer übersichtlichen, gut lesbaren anfangen kann: Als Faustregel gilt, dass Bilder unter 500 KB defini-
Kurzform (Kurz & bündig) wiedergegeben. tiv zu klein sind und nicht abgedruckt werden können.

Umfang der Artikel Redaktionsschluss
- Kompanieberichte: max. 1.500 Anschläge (inkl. Leerzeichen) Redaktionsschluss ist jeweils der letzte Tag der Monate Februar,
- Bezirks- bzw. Bataillonsberichte: max. 1.700 Anschläge April, Juni, August, Oktober und Dezember. Bei allen Artikeln
(inkl. Leerzeichen) immer den Namen des Verfassers angeben. Diesen bitten wir um
- Marketenderinnen & Jungschützen: max. 1.500 Anschläge Verständnis, wenn Beiträge sinngemäß gekürzt werden. Aus Aktu-
(inkl. Leerzeichen) alitätsgründen werden Berichte über Ereignisse, die schon längere
- Totengedenken (unbedingt das Sterbedatum angeben): Zeit zurückliegen, nicht berücksichtigt. Konstruktive Kritik sowie
max. 500 Anschläge (inkl. Leerzeichen) Verbesserungsvorschläge sind immer willkommen. Sämtliche Bei-
- Leserbriefe: max. 1.500 Anschläge (inkl. Leerzeichen) träge bitte immer direkt an die jeweiligen Schriftleitungen schicken:
- Gratulationen (ab dem 60. Lebensjahr): max. 500 Anschläge - In Bayern: Hptm. Hans Baur: baur-wallgau@gmx.de
(inkl. Leerzeichen) - In Nord-/Ost-Tirol: Franziska Jenewein: zeitung@tiroler-schuetzen.at
Bei den Schützenhochzeiten werden nur die Namen des Brautpaares, - In Süd-Tirol: Mjr. Günther Mairhofer: presse@schuetzen.com
das Hochzeitsdatum und die Stammkompanie angegeben (ohne Foto). - In Welsch-Tirol: LKdt. Mjr. Enzo Cestari: info@wtsb.org

Die wichtigsten Rechtschreib- bzw. Formregeln: Wunsch nach mehr Abonnenten
- Bei allen Texten muss prinzipiell der Vorname an erster Stelle Mit der Tiroler Schützenzeitung verfügen wir Schützen über ein
stehen. Druckmedium, mit dem wir in effizienter Weise unsere Themen,
Schnelle und unbürokratische Hilfe für in
N° 5 | Oktober 2018 Not geratene Schützen und deren Familien.

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Spendenkonto: Südtiroler Volksbank, Fil. Bozen -
IBAN: IT 06 J 05856 11601 050570013850
Aus den LANDESTEILEN …

Aktivitäten, Meinungen und Ziele in weite Teile der Bevölkerung auf lediglich 14,00 Euro, was für sechs Zeitungen im Jahr wohl auch
tragen können. Deshalb soll die TSZ nicht nur als Mitteilungsblatt für jedermann erschwinglich ist und „notfalls“ sicher auch von der
des SSB, des WTSB, des BTSK und des BBGK dienen. Die Schrift- Kompaniekasse bezahlt werden kann. Die TSZ kann jederzeit über
leiter sind nämlich überzeugt, dass die TSZ für ein breites Spektrum die jeweiligen Bundeskanzleien (in Bayern: info@gebirgsschuetzen.
der Bevölkerung eine informative und interessante Zeitung darstellt. org; in Nord-Tirol: kanzlei@tiroler-schuetzen.at; in Süd-Tirol: info@
Wir ersuchen deshalb alle Kompanien, die Tiroler Schützenzeitung schuetzen.com; in Welsch-Tirol: info@wtsb.org) abonniert werden.
in den Bibliotheken, den Bars und Gastbetrieben, den Friseursalons, Es ist für uns alle nur von Vorteil, wenn breite Teile der Bevölke-
den Arztpraxen usw. ihres Ortes kurz vorzustellen und dabei um rung über uns Schützen und unsere Aktivitäten informiert sind. Die
ein Abo zu werben. Aber auch im Freundes- und Bekanntenkreis Schriftleiter der Tiroler Schützenzeitung bedanken sich bei allen
kann unsere Zeitung gerne angeboten werden – je mehr Leser wir Kompanien, Bezirken und Bataillonen für die bisher geleistete Pres-
haben, desto besser. Die Kosten für ein Jahres-Abo belaufen sich searbeit und hoffen auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit. n

Auer
von Richard Andergassen

Herz Jesu Notfonds unterstützt Familie Greif
Der Herz Jesu Notfonds hat die Familie Greif aus Auer mit einer großzügigen Spende von 7.000 Euro unterstützt. Aufgrund eines
schweren Krankheitsfalles hat die Familie einen Treppenlift zu ihrer Wohnung anschaffen und sich dafür verschulden müssen.

Vor drei Jahren hat Schütze Thomas Greif aus Auer einen schweren
Schlaganfall erlitten. Seit jenem Tag kann er nicht mehr selbststän-
dig gehen und er ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Ärzte stellten
eine Invalidität von 100 Prozent fest. Das Ehepaar Greif musste sich
verschulden, um einen kostspieligen Treppenlift für ihre Wohnung
im dritten Stock anzuschaffen. Nur so ist es Thomas Greif möglich,
das Haus zu verlassen. Der Herz Jesu Notfonds unterstützte die
Familie mit einer Spende von 7.000 Euro finanziell, um die Schul-
den bei der Bank tilgen zu können und die Wohnung weiter auf die
Bedürfnisse des langjährigen Mitglieds der SK Auer anzupassen.
Den symbolischen Scheck überreichten Obmann Paul Bacher und
sein Stellvertreter Hubert Straudi in Begleitung von Hptm. Martin
Feichter. Die Freude bei der Familie Greif über die Unterstützung
des Herz Jesu Notfonds ist groß. n
V.l.: Obmann Paul Bacher, Hauptmann Martin Feichter,
Thomas Greif und Hubert Straudi.

Hall
von Thomas Saurer

Treffen der EU-Minister in Tirol
Tirol kam im Juli 2018 eine besondere Ehre zuteil: Im Rahmen des same Musikkapelle der Speckbacher-Musik und Salinen-Musik Hall
EU-Ratsvorsitzes von Österreich tagten die Innen- und Justizminis- sowie die Fahnenabordnungen der Tiroler Traditionsverbände und
ter der Europäischen Union in Innsbruck. Vertreter aus 30 Ländern Haller Traditionsvereine. n
konnten auf Tiroler Boden zukunftsweisende Maßnahmen hinsicht-
lich der europäischen Asyl- und Migrationspolitik besprechen.
Die Schützen repräsentierten unser Land Tirol erneut eindrucksvoll:
Im Rahmen eines Landesüblichen Empfangs empfingen die Speck-
bacher-Schützen aus Hall in Tirol die EU-Innen- und Justizminister,
die im Zuge eines informellen Ministerrates in Tirol weilten.
Österreich führt in der zweiten Jahreshälfte von 2018 den Vorsitz im
EU-Rat. Anlässlich des Treffens der europäischen Innen- und Jus-
tizminister wurden die hohen Repräsentanten zum Auftakt im Hof-
ratsgarten der Burg Hasegg standesgemäß willkommen geheißen.
Dort formierten sich die Speckbacher-Schützenkompanie Hall unter
dem Kommando von Hptm. Dr. Christian Visinteiner, die gemein-
Europa zu Gast in Tirol – EU-Ratsvorsitz und Ministerrat:
Landesüblicher Empfang in Hall mit Bürgermeisterin
Eva-Maria Posch, Justizminister Josef Moser,
Innenminister Herbert Kickl und LH Günther Platter.
Sieben Kräuter müssen es sein, erst dann ist es ein Kräuter- N° 5 | Oktober 2018

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büschel für die Weihe zu Mariä Himmelfahrt, am 15. August.

Aus den LANDESTEILEN …
Innsbruck
von Thomas Saurer

Traditionelle Feierlichkeiten am Hohen Frauentag
Die drei Landeskommandanten der Tiroler Schützenbünde Mjr.
Fritz Tiefenthaler, Mjr. Elmar Thaler und Mjr. Enzo Cestari feierten
gemeinsam mit vielen Schützenabordnungen und der Ehrenkom-
panie Schlaiten aus Osttirol den „Hochunserfrauentag“ in Inns-
bruck. Mit einem Landesüblichen Empfang am Vorplatz des Tiroler
Landestheaters begannen die Festlichkeiten zu diesem Landesfeier-
tag. Das Fest „Mariä Aufnahme in den Himmel“, der „Hohe Frauen-
tag“ oder „Hochunserfrauentag“ geht auf ein Marienfest zurück, das
Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert eingeführt hat. Papst
Pius XII. verkündete im Jahre 1950 das Mariendogma, welches
die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Inhalt hat.
In diesem Lehrschreiben heißt es: „Wir verkünden, erklären und
definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbe-
fleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres
irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit
aufgenommen wurde.“ Der Festgottesdienst fand traditions-
gemäß in der Jesuitenkirche statt – und dabei erinnerte der Haupt- erahnen. Wir können dieses Mysterium nur feiern – vor allem in
zelebrant, Prälat Mag. Raimund Schreier, Abt des Stiftes Wilten, in der heiligen Messe, in der wir Tod und Auferstehung Christi feiern.
seiner berührenden Predigt: „Die Auferstehung Christi feiern wir Maria assumpta, Maria, schon in den Himmel aufgenommen, bitte
vor allem zu Ostern. Wir feiern sie auch an jedem Sonntag. Und wir für uns!“ Den alten Brauch der Kräutersegnung zu Mariä Himmel-
feiern sie heute: am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. fahrt konnte man am 15. August 2018 auch in der Jesuitenkirche
Maria, die Mutter Jesu, ist mit Leib und Seele von Christus in den in Innsbruck erleben. Die geweihten Kräutersträuße wurden an die
Himmel aufgenommen worden. Der 15. August ist das große öster- Teilnehmer des Gottesdienstes verteilt. In den Heilkräutern soll die
liche Fest ihrer Heimkehr. Einige mittelalterlichen Theologen nann- Schöpfung Gottes besonders sichtbar, spürbar, erlebbar und sogar
ten dieses größte aller Marienfeste ‚das Osterfest des Sommers‘. – essbar werden... In der Natur findet sich gegen fast jedes Leiden ein
Das österliche Geheimnis der Auferstehung ist und bleibt ein Glau- nützliches Kraut! n
bensgeheimnis. Wir können es nicht wirklich begreifen, höchstens

Süd-Tirol/Siebenbürgen
von Richard Andergassen

Schützenbund unterstützt den Aufbau eines Fahrzeugschuppens
für die Feuerwehr in Malmkrog
Im Juni 2017 hat Margareth Lun, die Kulturreferentin des Südtiroler Schützenbundes, eine 4-tägige Kulturfahrt nach
Siebenbürgen organisiert. Dabei wurden die ersten Kontakte mit der deutschen Sprachminderheit in Rumänien geknüpft.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Mihai Eminescu Trust“ soll nun ein Fahrzeugschuppen für die Freiwillige Feuerwehr
von Malmkrog errichtet werden. Dieses Projekt wird vom Land Süd-Tirol mit 70.000 Euro mitfinanziert. Die Gesamtkosten
betragen 110.000 Euro.

Malmkrog (rum. Malancrav, ung. Almake-
rek) wurde durch deutsche Siedler gegrün-
det und 1305 erstmals urkundlich erwähnt.
Heute hat es 1.100 Einwohner. Nach dem
Exodus der Deutschen aus Siebenbürgen
in den 1990er Jahren blieben in Malmkrog
weit über 100 Sachsen wohnen. Heute gibt
es dort auch eine gedeihende rumänische
und eine Roma-Dorfbevölkerung. Es gibt
im Dorf eine Schule mit ca. 200 einge-
schriebenen Schülern, einen Kindergarten
Bundessekretär Richard Andergassen und
LKdt. Elmar Thaler bei der Unterzeichnung
der Vereinbarung zwischen dem Südtiroler
Schützenbund und dem Land Süd-Tirol, das
dieses Projekt mit 70.000 Euro unterstützt.
N° 5 | Oktober 2018 Malmkrog ist ein kleines Dorf in Siebenbürgen

9
und liegt im Norden des Kreises Sibiu, in einem
Seitental der Târnava Mare (Große Kokel).
Aus den LANDESTEILEN …

befindet. Die Stiftung MET hat bestätigt,
dass die freiwillige Feuerwehr in Malmkrog
dringend einen Fahrzeugschuppen braucht.
Es existiert neben einem modernen Lösch-
fahrzeug auch noch ein Anhänger mit
diversem Gerät und ein altes Feuerwehr-
auto, das besonders bei Waldbränden zum
Einsatz kommt, da es geländegängig ist.
Das Hauptziel des vom SSB unterstützten
Projektes ist es, den Einsatz der Freiwilligen
Feuerwehr von Malmkrog in Brandnotfäl-
len in der Gemeinde und den vier Nach-
bargemeinden durch die Modernisierung
der Feuerwehrinfrastruktur zu verbessern
bzw. einen verbesserten Brandschutz der
Baudenkmäler der Siebenbürger Sachsen
Der geplante Fahrzeugschuppen in Malmkrog/Siebenbürgen (5 Wehrkirchen in Malmkrog, Lasseln,
Neudorf, Rauthai und Felsendorf sowie ein
mit einer deutschen und einer rumänischen drei Volksgruppen des Dorfes beteiligt sind. Gutshaus in Malmkrog) zu gewährleisten.
Gruppe, eine Grundschule in deutscher und Im Winter 2016/2017 konnte sie erfolgreich Gebaut werden nun mit der Hilfe des
rumänischer Sprache und eine Mittelschule bei drei großen Hausbränden im Tal helfen Südtiroler Schützenbundes und des Landes
in rumänischer Sprache. Malmkrog ist aus und in zwei Fällen die Familien vor dem Süd-Tirol ein Fahrzeugschuppen, der sich
demografischer Sicht ein relativ junges totalen Verlust ihres Heims bewahren. Auch harmonisch in die Architektur des Dorfes
Dorf, weil nicht alle jungen Familien nach im Kampf gegen immer wieder auftre- einfügt, und ein Reservoir für 10.000 Liter
der Revolution von 1989 und dem EU- tende Waldbrände leistet die Malmkroger Wasser, auf das im Brandfall zugegriffen
Beitritt Rumäniens ausgewandert sind. In Feuerwehr wichtige Arbeit. Ihre Existenz ist werden kann, da es in der ganzen Umge-
Malmkrog gibt es schon seit Generationen sehr wichtig, da sich die nächste Berufsfeu- bung keine große Wasserquelle gibt. n
eine freiwillige Feuerwehr, bei der heute alle erwehr im ca. 25 km entfernten Schäßburg

Alpbach
von Thomas Saurer

Feierliche Unterzeichnung in Alpbach
Der Kick-Off zum Europäischen Forum Alpbach 2018 war für Tirols Befehl Napoleons eben in dieser norditalienischen Stadt hingerich-
Landeshauptmann Günther Platter und Südtirols Landeshaupt- tet worden, weil sich dort das französische Militärgericht befand.
mann Arno Kompatscher ein besonderer Freudentag: „Wir dürfen Das Land Tirol hat der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino für
in diesem Thinktank der Europaregion nicht nur nachdenken, das Museumsprojekt die Sammlung des Tiroler Publizisten Martin
sondern uns auch über Initiativen freuen, die uns gelungen sind. So Reiter zur Verfügung gestellt, die in dieser Ausstellung eingebracht
unterzeichnen wir als Euregio heute offiziell eine Absichtserklärung werden soll. Der Heimatkundler aus St. Gertraudi im Alpbachtal
gemeinsam mit der Stadt Mantua – und dieses Dokument sieht die hat in zehnjähriger Arbeit die unterschiedlichsten Exponate zu
Errichtung eines Andreas-Hofer-Museums der Europaregion an Andreas Hofer von der Zeit der Napoleonischen Kriege bis zur
der Porta Giulia direkt neben dem bestehenden Hofer-Denkmal heutigen Kommerzialisierung zusammengetragen. Dazu zählen
in Mantua vor.“ Auch die gebürtige Tiroler Bundesministerin Schriftstücke und original verwendete Waffen wie Dreschflegel und
Margarete Schramböck nahm am traditionellen Tirol-Tag teil. Die Morgensterne ebenso wie Reklamekarten. Die Präsentation wurde
Alpbacher Schützen unter dem Kommando von Hauptmann und 2009 im Gedenkjahr „Geschichte trifft Zukunft“ in ganz Tirol als
Bürgermeister Markus Bischofer eröffneten ein weiteres Mal das Wanderausstellung gezeigt. Mittlerweile stehen 2.555 Exponate zur
Europäische Forum mit einem Landesüblichen Empfang. BTSK- Verfügung. n
Landeskommandant Mjr. Mag. Fritz Tiefenthaler repräsentierte die
Tiroler Schützen. Für das Engagement in Sachen „Andreas-Hofer-
Museum Mantua“ dankte Tirols LH Günther Platter den Tiroler
Schützen. Massimo Allegretti, Präsident des Gemeinderats der Stadt
Mantua, und insbesondere Paolo Predella, Obmann des Vereins
Porta Giulia-Hofer, sowie Peter Assmann, dem aus Zams gebürti-
gen Direktor des Museums Palazzo Ducale in Mantua, sprach der
Landeshauptmann Dank für die fortgeschrittene Arbeit aus: Diese
kümmern sich federführend um die Umsetzung dieses Projektes,
das bis zum 210. Todestag von Andreas Hofer am 20. Februar 2020
fertiggestellt sein soll. Der Tiroler Freiheitskämpfer war 1810 auf

Das Andreas-Hofer-Museum in Mantua soll 2020 eröffnet werden.
In Alpbach wurden die Verträge dazu unterzeichnet.
N° 5 | Oktober 2018

10 Aus den LANDESTEILEN …
Tirol
Von Prof. Dr. Reinhard Olt

BAS – Opfer für die Freiheit.
Eine Ausstellung in Bozen (Teil 2)
Sepp Kerschbaumer Der BAS schlägt punktuell zu waren mehr oder weniger „eingeweiht“,
und seine Getreuen Doch mit derartigen Mahnungen und wussten von den Plänen der Freiheitskämp-
Weil sich Italien nicht nur nicht bewegte, Aufrufen war es umso weniger getan, als fer des BAS. Dessen Ziel war es, lediglich
sondern alle politischen Verhandlungen ins sich die Unnachgiebigkeit Roms zusehends Sachschäden anzurichten − Menschen soll-
Leere laufen ließ, trat in dem von Hoff- verhärtete. So gingen die BAS-Aktivisten ten auf Weisung des tiefgläubigen Kersch-
nungslosigkeit bis Verzweiflung schwanken- − einfache Bauern, Arbeiter, Handwerker, baumer keinesfalls zu Schaden kommen.
den südlichen Tirol eine bereits seit 1957 Kleingewerbetreibende – zu gezielten An- In Südtirol zählten der SVP-Obmannstell-
insgeheim wirkende Gemeinschaft von für schlägen gegen Symbole der unterdrücken- vertreter und Landtagsabgeordnete Hans
die Freiheit des Landes und dessen ange- den Staatsmacht über. In der Nacht vom Dietl, die SVP-Landtagsabgeordneten Friedl
stammte Bewohner kämpfenden Aktivisten 29. auf den 30. Januar 1961 sprengten BAS- Volgger und Peter Brugger sowie einige
stärker denn je zuvor seit ihrer Gründung Leute aus Nord- und Südtirol beispielsweise andere SVP-Funktionäre − wie etwa das
ins Rampenlicht. Sie wollte mittels spek- den sogenannten „Aluminium-Duce“, ein Parteiausschussmitglied Franz Widmann −
takulärer Maßnahmen die internationale überdimensioniertes Mussolini-Denkmal zu den Vertrauensleuten des BAS. Ihre
Öffentlichkeit auf den Konflikt und auf die vor dem Kraftwerk in Waidbruck, welches Namen wurden von den nachmals Verhaf-
kujonierende Entrechtung der deutschen zu dessen Lebzeiten die verherrlichende teten trotz erlittener Folter nicht preisge-
und der ladinischen Volksgruppe Südti- Widmung „Al Genio del Fascismo” („An geben. Auch Parteiobmann und Landes-
rols aufmerksam zu machen. Die um den den Genius des Faschismus“) trug. Und am hauptmann Magnago war in groben Zügen
Frangarter Kaufmann (und anfänglichen 1. Februar 1961 sprengte der Neumarkter unterrichtet, denn Kerschbaumer und sein
SVP-Ortsobmann) Sepp Kerschbaumer BAS-Aktivist Josef Fontana ein Loch in die enger Mitstreiter Georg („Jörg“) Klotz – der
im „Befreiungsausschuß Südtirol“ (BAS) Wand der Villa des faschistischen Senators Schützenmajor und Schmied aus Walten im
versammelten Gleichgesinnten aus beiden Ettore Tolomei, der einst die Maßnahmen Passeier, einer der leidenschaftlichsten Frei-
Teilen Tirols – einige auch aus anderen zur Entnationalisierung der Südtiroler heitskämpfer − hatten ihm unmissverständ-
österreichischen Bundesländern sowie der entworfen hatte. Es kam auch zu weite- lich klargemacht, dass sie Widerstands-
Hauptstadt Wien – protestierten zunächst ren Anschlägen auf Neubauten, in denen handlungen begehen würden. Magnago
mittels Flugblättern, Rundbriefen und an Wohnungen für italienische Zuwanderer bestritt dies Jahrzehnte später auch nicht,
öffentlichen Gebäuden sowie auf Straßen errichtet werden sollten. erklärte aber, Kerschbaumer und Klotz von
angebrachten Aufschriften. Kerschbaumer illegalen Aktionen abgeraten zu haben.
hatte auf Sigmundskron BAS-Flugblätter Mitwisser dies- und jenseits Wie auch immer − in Einzelheiten bevor-
unter den Kundgebungsteilnehmern vertei- des Brenners stehender Aktionen wurde Magnago
len lassen, auf denen es hieß: Österreichische Politiker wie Kreisky (SPÖ) tatsächlich nicht eingeweiht; man wollte
und die Nordtiroler Landesräte Aloys Ober- ihn nicht kompromittieren und seine Partei
„Landsleute! Noch nie in den fast 40 Jahren hammer (ÖVP) sowie Rupert Zechtl (SPÖ) nicht gefährden.
italienischer Herrschaft hat sich unser Volk und weitere bedeutende Persönlichkeiten
in einer so gefährlichen Lage befunden wie
heute. Was dem Faschismus in nahezu 20 Sepp Forer – Windjacke & Rucksack:
Jahren mit gewaltsamen Unterdrückungsme- Derartige Windjacken verwendeten fast alle BAS-Aktivisten bei ihren „Einsätzen“
in Südtirol. Üblicherweise waren die Jacken mit dem Tiroler Adler versehen.
thoden nicht gelungen ist, hat das demokra-
tische Italien in nahezu 10 Jahren beinahe
erreicht. Trotz des Pariser Vertrages! Noch 10
Jahre ‚christlich-demokratische‘ Herrschaft
in Südtirol und sie haben es erreicht, was
sie sich von Anfang an zum Ziele gesetzt
haben: Die Südtiroler im eigenen Lande in
die Minderheit zu drängen … Landsleute! Es
ist fünf vor zwölf … Südtirol erwache! Rüstet
euch zum Kampf! Zum Kampf um unsere
Existenz. Es geht um Sein oder Nichtsein un-
seres Volkes! Es geht um den Bestand unserer
Kinder, unserer Kindeskinder! Frei wollen
wir wieder werden in unserem Lande, frei
wie unsere Vorväter es gewesen über 1000
Jahre im deutschen Südtirol!“
N° 5 | Oktober 2018

Aus den LANDESTEILEN … 11
im Herzen Europas. Dorthin beorderte
Rom zusätzliche Carabinieri-, Polizei- und
Heereskräfte, sodass alsbald ungefähr
40.000 bewaffnete Uniformträger das Land
in ein Heerlager verwandelten.

Purgatorium der
Freiheitskämpfer
Im Juli war in Laas der Schützenmajor
Franz Muther verhaftet und in der Carabi-
nieri-Kaserne von Meran einer „Sonderbe-
handlung“ unterzogen worden, bis er unter
der Folter Namen von Mitverschwörern
preisgab. Die nächsten Verhaftungen mit
anschließender Folter galten Schützenmajor
Jörg Pircher aus Lana und Sepp Kersch-
baumer selbst. Bis Ende September 1961
wurden mehr als 140 BAS-Leute verhaftet
und skrupellos der Folter ausgesetzt;
höhnisch erklärten ihnen ihre Peiniger,
Handschellen der italienischen Sicherheitskräfte in den 1960er Jahren. Innenminister Mario Scelba persönlich
habe ihnen „carta bianca“ – „freie Hand“ –
Der „große Schlag“ – so aus, dass nach menschlichem Ermessen gelassen, damit sie mit den Häftlingen an-
die „Feuernacht“ Menschenleben nicht gefährdet waren. So stellen könnten, was immer ihnen beliebe.
Zum wirklich „großen Schlag“ des BAS hatte es Sepp Kerschbaumer von seinen Infolge der Folterung starben die Südtiroler
sollte es indes erst in der denkwürdigen Kameraden verlangt, und alle waren sich Franz Höfler und Anton Gostner; und
„Feuernacht“ kommen. Dem waren aber- darin einig gewesen: Der Freiheitskampf die Folter-Folgen führten auch bei Sepp
mals ergebnislos verlaufene Südtirol-Ver- sollte unblutig sein. Dennoch kam es zu Kerschbaumer im Gefängnis von Verona
handlungen Kreiskys mit dem damaligen einem tragischen Vorfall: Der Straßenarbei- 1964 zum Tode. Weitere Folteropfer trugen,
italienischen Außenminister Antonio Segni ter Giovanni Postal entdeckte nahe Salurn wie der Unterhasler-Bauer Sepp Mitterho-
am 25. Mai 1961 in Klagenfurt voraus- eine nicht detonierte Sprengladung und fer, lebenslange Gesundheitsschäden davon,
gegangen. In der Nacht zum „Herz-Jesu- wollte sie eigenhändig vom Mast entfernen, andere verstarben vorzeitig.
Sonntag“ vom 11. auf den 12. Juni wurden wobei sie nunmehr losging und er zu Tode
an markanten Stellen Südtirols, besonders kam. Es sollte hinfort nicht der einzige Tote Lesen Sie in der nächsten Ausgabe über die
rund um Bozen, mehr als 40 Hochspan- bleiben. Rolle der italienischen Geheimdienste und
nungsmasten durch Sprengladungen Mit der „Feuernacht“ hatte der BAS ein we- warum es ohne das Wirken des BAS wohl zu
zerstört oder stark beschädigt. Die Frei- sentliches politisches Ziel erreicht: Die Welt keinem Autonomiepaket gekommen wäre. n
heitskämpfer suchten ihre Anschlagsziele blickte auf Südtirol, auf einen Konfliktherd

Manghenpass von Herbert Empl

Zillertaler und Südtiroler vertiefen die Freundschaft
samt 60 Teilnehmer der SK Ried-Kaltenbach, der SK Gerlos mit
Baon-Kdt. Martin Kammerlander und Kameraden aus Südtirol
ca. 1½ Stunden vom Manghenpass aus aufgestiegen, um dem
Gedenkkreuz einen Besuch abzustatten. Hochw. Ferdinand Schnaiter,
der mit den Gerlosern angereist war, hielt eine Andacht und segnete
das Kreuz in einer feierlichen Zeremonie vor Ort. Der ganze Ablauf
inklusive Transfer mit Kleinbussen war von den Südtiroler Kame-
raden perfekt organisiert worden und führte zu einer nachhaltigen
Verbundenheit und Freundschaft zwischen den Zillertalern und
den Südtirolern. Am Abend besuchten dann noch einige Kamera-
den das Schützenfest in Salurn, wo beste Stimmung herrschte.
Am nächsten Tag wurde unter sachkundiger Reiseleitung des
Südtiroler Kameraden Thomas Winnischhofer – ein Schütze mit
Leib und Seele, der uns beide Tage begleitete – St. Pauls besucht
und kurze Rast bei einer Weinverkostung gemacht. Danach ging
Unter der Führung des Südtiroler LKdt. Mjr. Elmar Thaler und des es nach Bozen, wo die Teilnehmer viel über die Landeshauptstadt
Zillertaler Reg.-Kdt. Mjr. Herbert Empl sind am 23. Juni 2018 insge- erfahren durften. n
N° 5 | Oktober 2018

12 Aus den LANDESTEILEN …
Bayern/Tirol
von Günther Mairhofer

Ein beispielloses Hilfsprojekt – Die „Stille Hilfe für Südtirol“
Süd-Tirol in der Nachkriegszeit: ein Land in Not – der Süden Tirols politisch, kulturell und wirtschaftlich total am Boden. Nach
der vorübergehenden Befreiung durch die Alliierten fand die Italianisierung Süd-Tirols rasch ihre Fortsetzung. Dabei wurde
nach dem alten Rezept vorgegangen: Bau von Fabriken, Arbeiterwohnungen und Vergabe der Arbeitsplätze ausschließlich
an die zugereisten Italiener. Mit dieser Methode gelang es, die Zahl der Italiener in Süd-Tirol in den Jahren 1922 bis 1960 zu
verzehnfachen.

Prominente Unterstützer
Mitglieder und Förderer des gemeinnützigen
Vereins waren aus allen Schichten in
Deutschland, Österreichs, selbst aus den
USA und Südafrika, später auch aus Süd-
Tirol. „Auch quer durch die politischen
Parteien konnten wir Mitglieder gewinnen,
ob Bundeskanzler Helmut Kohl, Minister-
präsident Dr. Alfons Goppel, der sich be-
sonders engagiert hat, oder Dr. Hans Jochen
Vogel“, erinnert sich Gerhard Bletschacher,
der dem Verein 32 Jahre lang ehrenamtlich
als Vorsitzender vorstand. Die Spendengel-
der wurden fast ausnahmslos nach Befür-
wortung durch einen Süd-Tiroler Ausschuss
unter der Leitung von Landesrat Dr. Anton
Zelger unmittelbar auf dem Bankweg den
Zehnte Jahreshauptversammlung der Stillen Hilfe am 17. März 1973 in München. V.l.: Begünstigten überwiesen. In Zusammen-
Dr. Josef Rampold von der Tageszeitung „Dolomiten“, der Vereinsvorsitzende der „Stillen arbeit mit dem Südtiroler Bauernbund
Hilfe für Südtirol“ Gerhard Bletschacher, der LH von Süd-Tirol Dr. Silvius Magnago, und der Tageszeitung „Dolomiten“ wurde
Bayerns Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel und der LKdt. des Südtiroler Schützenbundes zudem jährlich der „Südtiroler Bergbauern-
Senator Dr. Karl Mitterdorfer.
preis“ für die Bewirtschaftung von Höfen in
benachteiligten Lagen vergeben.
Der deutschen Volksgruppe in Süd-Tirol Leid der Süd-Tiroler durch die Faschisten
fehlte es an allem. Zwar hatte Österreich überzeugten mich, aktiv werden.“ Ein Großzügige finanzielle
1960 die Süd-Tirol-Frage bei den Verein- Freund des Kammerabgeordneten Hans Unterstützung
ten Nationen aufs Tapet gebracht und die Dietl hat Bletschacher auf die Probleme der Mit den Spendengeldern wurden verschie-
Einhaltung des Autonomieabkommens Süd-Tiroler aufmerksam gemacht. Das hat denste Projekte, darunter 85 Kindergärten,
sowie die Einhaltung der Gleichberechti- ihn mit weiteren fünf Personen dazu bewo- 30 Rettungswägen fürs Weiße Kreuz (alle-
gung zwischen der deutschsprachigen und gen, am 13. März 1963 den Verein „Stille samt mit dem Namen „Bavaria“), der Bau
italienischsprachigen Bevölkerung verlangt, Hilfe für Südtirol“ zu gründen. des Kolpinghauses, des Blindenzentrums
doch blieb es in den Folgejahren bei einer „Ich wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. St. Raphael, der Bergbauernpreis, verschie-
deutlichen Benachteiligung der deutsch- Auf Anregung von Dr. Norbert Mumelter
sprachigen Bevölkerung. wollten wir besonders den Bergbauern
helfen, um deren Existenz am Berg zu
Hilfe aus Bayern erhalten und eine Abwanderung wie im
Eine Gruppe junger Männer aus Bayern übrigen Alpengebiet zu verhindern“, sagt
hörte von der Not südlich des Brenners Bletschacher. Mit den Jahren gelang es
und beschloss kurzerhand den Menschen dem gemeinnützigen Verein, über 30.000
in Süd-Tirol Hilfe zu leisten. Sie gründeten Mitglieder und Förderer zu gewinnen
den Verein „Stille Hilfe für Südtirol“, der und ca. 60 Millionen DM (umgerechnet
sich laut Satzungen für „in Not geratene ca. 33,2 Millionen Euro) einzunehmen.
Angehörige der Deutschen Volksgruppe
in Südtirol“ einsetzte. „Süd-Tirol und sein
Leid war schon Anfang der 1920er Jahre ein Gerhard Bletschacher, einst Vorsitzender
der stillen Hilfe, Ehrenleutnant der
Herzensanliegen in Bayern. Mit tiefem Mit-
Michelsburger Schützenkompanie:
gefühl empfand ich den Freiheitskampf der
Er wünscht sich, „dass sich das Heimat-
Süd-Tiroler in den 60er Jahren“, so Gerhard bewusstsein wieder mehr stärkt,
Bletschacher, einer der Gründungsmitglie- die Tradition erhalten bleibt und in
der des Vereins. „Die tiefe Liebe zu Süd- Europa die Selbstbestimmung eine
Tirol und mein Mitgefühl für das ertragene unabdingbare Voraussetzung ist“.
N° 5 | Oktober 2018

Aus den LANDESTEILEN … 13
Der Strafbestand der Untreue blieb, 1998 wurde Bletschacher zu drei
Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Einen Großteil davon saß
er im Gefängnis Landsberg am Lech ab. In der Folge versuchte Blet-
schacher die veruntreuten Gelder zurückzuzahlen. Seit dieser Zeit
bestreitet er seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer. Und warum lässt
er es mit seinen bald 88 Jahren nicht gut sein und kassiert Hartz IV
wie Millionen andere in Deutschland? „Solange ich gesund bin und
arbeiten kann, will ich keine Hilfe“, sagt Bletschacher.

Hochrangige Auszeichnungen
Der Verein „Stille Hilfe für Südtirol“ wurde schließlich Anfang 2000
aufgelöst. Der Süd-Tiroler Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder
dankte damals Gerhard Bletschacher mit herzlichen Worten für
seinen unermüdlichen humanitären Einsatz für die bedürftigen
Süd-Tiroler Landsleute. Zudem wurden Bletschacher mit zahl-
reichen hochrangigen Ehrungen (Bayerischer Verdienstorden,
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Großer Tiroler-Adler-Orden,
Konrad-Adenauer-Preis in Gold, Ehrenzeichen der Österreichi-
Mit Spendengeldern der „Stillen Hilfe“ wurden vor allem schen Albert-Schweitzer-Gesellschaft, Silbernes Ehrenzeichen des
Süd-Tiroler Bergbauernfamilien unterstützt, um deren Existenz Südtiroler Schützenbundes, Goldenes Ehrenzeichen des Südtiroler
am Berg zu erhalten und eine Abwanderung zu verhindern. Bauernbundes usw.) ausgezeichnet. „Die bedeutungsvollsten Aus-
zeichnungen sind für mich der Große Tiroler Adlerorden und das
dene Katastrophenhilfen (etwa nach dem Großbrand in Planeil), Silberne Ehrenzeichen des Schützenbundes“, freut sich der ehemali-
die Restaurierung von Kirchen, Müttererholungswochen, Mee- ge Vorsitzende.
raufenthalte für Kinder sowie 2.000 Stipendien für Heimschüler
unterstützt. Wunsch an Süd-Tiroler
In einzelnen Fällen wurden auch Süd-Tiroler Schützenkompanien Gerhard Bletschacher gilt als äußert politisch denkender Mensch
finanziell unterstützt. „Die Reaktionen der Empfänger der Spenden- und war 27 Jahre lang als Kommunalpolitiker in München tätig.
gelder waren teilweise sehr rührend und stets von tiefer Dankbar- Er hat nach wie vor vollstes Verständnis für die Zielsetzungen des
keit geprägt“, so der ehemalige Vorsitzende der Stillen Hilfe. Südtiroler Schützenbundes und der vielen Menschen im Land, die
„Unvergesslich ist für mich, als ich am 20. Mai 1979 zusammen mit sich vom italienischen Staat loslösen wollen. „Ein Grundrecht ist
Dr. Oswald Hager von Strobele am Bozner Bahnhof einen hohen die Selbstbestimmung ohne Wenn und Aber, ob für die Süd-Tiroler
geistlichen Würdenträger in Empfang nehmen wollte. Er sollte das oder die Katalanen“, stellt Bletschacher klar. Für Süd-Tirol und seine
Landestreffen der Schützen geistlich begleiten; auf höhere Weisung Menschen wünscht er sich deshalb, „dass sich das Heimatbewusst-
hin kam er nicht. Dr. von Strobele und ich eilten ins Kloster Muri sein wieder mehr stärkt, die Tradition erhalten bleibt und in Europa
Gries, wo wir zuerst abgewiesen wurden aber dann doch den Abt die Selbstbestimmung eine unabdingbare Voraussetzung ist“. Ger-
Dr. Dominikus Löpfe dafür gewinnen konnten, die Messe zu hal- hard Bletschacher ist und bleibt eine hochverdiente Persönlichkeit,
ten“, erinnert sich Bletschacher. der Süd-Tirol sehr viel zu verdanken hat. n

Die Käseschachtel-Affäre
Bis zum 5. Mai 1995 war Gerhard Bletschacher in Süd-Tirol ein
Mann, um den man sich drängte, den man hofierte, dem alle Türen
offenstanden. Im Zuge der sogenannten Käseschachtel-Affäre geriet
Bletschacher im Jahr 1995 aber in Schwierigkeiten. Von seinem
Amt als Vereinsvorsitzender ist er daraufhin umgehend zurück-
getreten. Was war passiert? „Die Stille Hilfe wurde von Anfang an
hinsichtlich der Kosten von meiner ehemaligen Firma „Eduard
Müller“ finanziert. Laut Gerichtsurteil mit knapp 10 Millionen
DM“, sagt Bletschacher. Auch die vielen Reisen nach Süd-Tirol –
rund 40 pro Jahr – hat Bletschacher stets aus eigener Tasche bezahlt.
Als die Firma „Eduard Müller“ selbst in finanzielle Schwierigkeiten
kam (höchstwahrscheinlich auch aufgrund der Finanzierung der
Stillen Hilfe), genehmigte Gerhard Bletschacher ihr ein Darlehen
von 4,7 Millionen DM aus dem Vereinsvermögen, in der Hoffnung,
dieses nach dem Verkauf zurückzuzahlen. „Die Beträge wurden
offen in den Büchern aufgeführt und nicht vertuscht. Leider ist es
nicht mehr zur Rückzahlung gekommen. Es wäre besser gewesen,
Beim Alpenregionstreffen der Schützen in Garmisch im Jahr
ich hätte für die Firma rechtzeitig Konkurs angemeldet. Im Gerichts-
1986 marschierte der Vorsitzende der „Stillen Hilfe“, Gerhard
urteil steht, dass ich ein bescheidenes Leben geführt habe und nicht
Bletschacher mit seinen Michelsburger Schützenkameraden mit.
eine DM für mich verwendet habe“, rechtfertigt sich Bletschacher.
N° 5 | Oktober 2018

14 Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN
Abfaltersbach von Bertl Jordan

Bataillonsschützenfest des Bataillons Oberland/Pustertal
Am 4. und 5. August 2018 feierte das Schüt- tales ein. Auch die Ehrengäste, unter ihnen Tragen der heimischen Tracht ausdrücken.
zenbataillon Oberland/Pustertal sein Batail- NR Hauser, die Landtagsabgeordneten Nach einigen Ehrungen (Johann Walder,
lonsfest in Abfaltersbach. Diese Kompanie Kuenz und Mayerl, Dr. Lamb als Vertreter Außervillgraten: Silberne Verdienstmedail-
durfte heuer ihr 170-Jahr-Bestandsjubiläum der Bezirkshauptmannschaft, Vertreter von le, Dr. Bertl Jordan, Abfaltersbach: Silbernes
begehen. Polizei und Bundesheer sowie die Bürger- Jungschützenverdienstabzeichen, Monika
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am meister des Oberlandes versammelten sich Außersteiner, Kals: Ehrenkranz) trug LKdt.
Samstag mit einem Totengedenken. EMjr. in Abfaltersbach. Fritz Tiefentaler seine Festrede vor. Darin
Bertl Jordan erinnerte daran, dass viele der Pater Martin feierte mit den Schützen den erinnerte er an den abgelaufenen Nach-
einberufenen Soldaten bewusst irregeführt Gottesdienst, und beim Anblick der schö- denkprozess im gesamten Bund und die
und auf Schlachtfeldern sinnlos „verheizt“ nen Trachten betonte er, dass die Kleidung daraus entstandenen 11 Grundsätze und
wurden. Viele der Lebensträume der meist Ausdruck dafür sei, wofür wir stehen. Leitmotive. Gespannt warteten die Süd-
jungen Männer wurden zerstört und großes Zweideutig legte er das Wort „behütet“ tiroler Kameraden auf seine Aussagen zu
Leid blieb in ihren Familien zurück. Bez.- aus: Einerseits sah er die Schützen und ihrer Heimat. Tiefentaler sieht Südtirol als
Mjr. Patrik Rossmann verlas die Namen Marketenderinnen mit ihren Hüten gut dreisprachige Region. Er bedauert, dass der
der verstorbenen Schützenkameraden des behütet, andererseits wünschte er uns mit Anfangsschwung in der Zusammenarbeit
Bataillons aus dem letzten Jahr. Diakon dem Segenszeichen, dass uns Gott behüten über die Grenze hinweg ziemlich verpufft
Andreas Rauchegger betete für die Verstor- möge. Die Ehrenkompanie Außervillgraten ist und wieder aktiviert werden sollte. Auch
benen, und unter den Klängen des „Guten schoss exakte Salven. Musikalisch umrahmt betonte er, dass die Tradition in unser
Kameraden“ wurde vom Bürgermeister An- wurden die Gottesdienstfeier und der an- heutiges modernes Leben als bewährtes
ton Brunner und Bataillonskdt. Hans Obrist schließende Festakt von den Musikkapellen Fundament eingebunden werden soll.
ein Kranz zur Erinnerung an die Verstorbe- Kartitsch und Abfaltersbach. Schließlich ermunterte er die Schützen zu
nen niedergelegt. An dieser Andacht nahm Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Aktivitäten außerhalb des Vereines wie z.B.
auch die Abfaltersbacher Bevölkerung teil. Anton Brunner überbrachte der L.-Abg. die Aktion „Schützen helfen“, oder Einsatz
Im Festzelt trafen sich dann viele vor allem Hermann Kuenz die Grüße von LH Gün- für die Familie, um so Wegmarkierungen
junge Leute – vielfach „trachtig“ gekleidet, ther Platter. Weiters meinte er, dass die für die Zukunft zu setzen.
um bei den Klängen der Band „Cäpt’n Klug Schützen zwar Inbegriff von Tiroler Tradi-
und die Zwergsteirer“ das Wochenende zu tion seien, dies genüge aber nicht, sondern Nach der Landeshymne fand bei starkem
feiern. die Schützen müssten sich auch Themen Interesse der Bevölkerung der letzte Teil des
der neuen Zeit widmen und Aktivitäten der Festaktes, die Defilierung, statt. Bei kame-
Am Sonntag trafen die 10 Kompanien des jungen Leute akzeptieren. radschaftlichem Beisammensein und guten
Oberlandes, Abordnungen aus den Batail- Auch NR Gerald Hauser gratulierte den Gesprächen klang dieser Festtag friedlich
lonen Lienzer Talboden und Hinteres Iseltal Abfaltersbacher Schützen zum 170. Grün- aus. n
sowie 10 Abordnungen und die Kompanie dungsjubiläum und lobte die Schützen,
Taisten aus dem Südtiroler Teil des Puster- welche zu ihren Werten stehen und dies im

Es wurde in Abfaltersbach nicht nur das Bataillonsschützenfest organisiert, zugleich konnte 170 Jahre Bestandsjubiläum mit den gelade-
nen Kompanien und Gästen aus Nah und Fern gefeiert werden.
N° 5 | Oktober 2018

Ettal
von Günter Bitala

Maria Himmelfahrt und der Mythos Heimat
gästen. Unter ihnen als Vertreter des Hauses
Wittelsbach S.K.H. Herzog Max in Bayern
mit seiner Gattin Elisabeth. Zur Serenade
postierten sich die Musikkapellen Eschen-
lohe, Ettal und Ohlstadt vor der Basilika
und stimmten die zweitausend Teilnehmer
musikalisch ein. Nach einer Andacht in der
Kirche trug Abt Barnabas das Gnadenbild
einmal um den Klosterhof. Bei der Prozes-
sion begleiteten ihn Gebirgsschützen und
eine große Zahl von Pilgern. Die Musikka-
pellen spielten Prozessionsmärsche, Choräle
und Marienlieder. Nach einer Predigt und
dem Tedeum folgte der Segen. Dann schos-
sen die Gebirgsschützen aus Murnau für die
Gottesmutter einen Ehrensalut. Landrat An-
ton Speer bedankte sich bei allen, die diese
Feier möglich gemacht hatten und nannte
Maria Himmelfahrt ist im Kloster Ettal ein diese Marmorstatuette im Hochaltar der stellvertretend für alle den Bataillonskom-
ganz besonderer Tag. Die Mönche stellen Klosterkirche. „Sie beschützt die Menschen mandanten Hans Jais und den LH-Stellver-
ihr Gnadenbild noch mehr in den Mit- vor Unheil und führt sie hin zu Gott“, wie treter Hans Baur. Mit der Bayernhymne und
telpunkt als sie es sonst im Jahr machen. Abt Barnabas Bögle in seiner Predigt sagte. dem anschließenden Festgeläut wuchs ein
Kaiser Ludwig der Bayer hatte im 14. Jahr- Durch das Oberammergauer Tor waren gewaltiger Klangteppich zum akustischen
hundert diese kleine Muttergottes mit dem 400 Gebirgsschützen mit ihren Fahnen in Symbol von Heimatliebe und Volksfröm-
Jesuskind zur Klostergründung ins Am- den Klosterhof gezogen; angeführt von migkeit. n
mertal gebracht. Seit fast 700 Jahren steht Blasmusik und begleitet von vielen Ehren- Foto: Herbert Brenner

Bad Tölz
von Tobias Riesch

300 Jahre Leonhardikapelle
Alljährlich ziehen am 6. November über
80 Vierer-Gespanne auf den Kalvarienberg
und umrunden dort die Leonhardikapelle.
Die Geschichte dieses kleinen Gotteshauses
kennen jedoch die wenigsten der tausenden
Besucher der größten Pferdewallfahrt des
Oberlands. Im Jahr 1705 gelobten die Tölzer
Zimmerleute, die lebend der Sendlinger
Mordweihnacht entronnen waren, den
Bau einer Kapelle auf dem damals noch
Höhenberg genannten markanten Punkt
über dem Markt Tölz und der Isar. Erst die
Friedensverträge von Rastatt und Baden im
Jahr 1714 beendeten den Spanischen Erb-
folgekrieg und ermöglichten Kurfürst Max
Emanuel die (erzwungene) Rückkehr in
sein ungeliebtes Bayern, das er gerne gegen
die Spanischen Niederlande oder Mailand,
Mantua und Sardinien getauscht hätte. So mit dem Bau der Kapelle begonnen werden. der Stelle gestanden. Sicher hatte der große
konnte erst nach dem Krieg im Jahr 1718 Zuvor hatte ab 1711 nur ein großes Kreuz an Brand im Jahr 1709, dem über zehn Häuser
Berichte aus Bayern N° 5 | Oktober 2018

16
zum Opfer fielen, auch zusätzlich nach den Abbruch durch die Obrigkeit beschlossen Wallfahrt, wie wir sie heute kennen. Im Jahr
Kriegszeiten die Not im Ort verschlimmert worden, die Tölzer Bürger und wieder voran 1955 brachte die eben erst wiedergegründe-
und den Bau verzögert. Bereits im No- die Zimmerer konnten dies jedoch ver- te Tölzer Schützenkompanie eine Gedenk-
vember 1718 konnte der Tölzer Pfarrer die hindern. Zu dieser Zeit war sie bereits Ziel tafel an der Leonhardikapelle an und ehrt
Kapelle zu Ehren der Schmerzhaften Mut- des Leonhardibrauchs. Die Burschen der die Gefallenen von 1705 seitdem alle fünf
tergottes weihen; der Heilige Leonhard von Umgebung ritten am Morgen des Leonhar- Jahre mit einer Gedenkfeier am Heiligen
Limoges ist mit dem Heiligen Josef und dem ditages im wilden Galopp vom Markt hinauf Abend in der Nacht. Am Freitag, den 17.
Heiligen Johannes dem Täufer nur eine der zur Kapelle, umrundeten sie und ritten im August 2018 feierten die Tölzer Schützen,
weiteren Figuren des Altars in der Kapelle. gleichen Tempo zurück in die Ortschaft. die Zimmerleute und die Leonhardifahrer
In der Zeit der Säkularisation in den ersten Erst 1856 ordnete der Tölzer Pfarrer Joseph gemeinsam einen eindrucksvollen Gottes-
Jahren des 19. Jahrhunderts war bereits der Pfaffenberger dieses unheilige Rennen in die dienst anlässlich des Jubiläums. n

Reutberg
von Tobias Riesch

Isarwinkler Schützenwallfahrt
konnte Klaus Kirschenhofer, der die Idee
dazu hatte, nicht mehr daran teilnehmen
− er verstarb Anfang Juli mit 52 Jahren an
Krebs. Bei bestem Wetter stellten sich die
sieben Isargau-Kompanien im Dorf auf und
marschierten ab den Klosterweihern im
Prozessionsschritt zur hinter dem Klos-
ter liegenden Kreuzigungskapelle. Dort
zelebrierte Pater Stefan Havlik vom Kloster
Weyarn mit Klosterspiritual Josef Beheim
und dem Sachsenkamer Pfarrer Jiri Tesar
einen eindrucksvollen Gottesdienst vor
unvergleichlicher Kulisse. In seiner humor-
vollen, aber auch kämpferischen Predigt
erinnerte Pater Havlik daran, dass die Treue
zum Glauben einen echten Gebirgsschützen
ausmacht, auch wenn der Zeitgeist eine an-
Im Jahr 1606 ließ das Ehepaar Papafava, Rückgabe ihres Vermögens im Jahr 1618 dere Richtung vorgebe. Nach einem kurzen
Inhaber der Hofmark Reichersbeuern, weitere Gebäude an der Kapelle errichten Festzug bildeten die Kompanien noch den
nach einer Wallfahrt zum Heiligen Haus und legte somit den Grundstein für das würdigen Rahmen für die Weihe eines re-
in Loreto, einen Nachbau auf einem Hügel erste Kloster der Kapuzinerinnen in Bay- novierten Kreuzes direkt am Kloster. Nach
zwischen dem Dorf Sachsenkam und dem ern. Im Jahr 1651 wechselten die Nonnen dem Englischen Gruß im Festzelt ließ man
Kirchsee errichten. Graf Papafava verübte zum Franziskanerorden, und noch heute den Tag ausklingen. Nächstes Jahr richtet
nach einem Streit einen Mordversuch an gehören die beiden Schwestern dem Orden die Antlaßschützenkompanie Wackersberg
seiner Ehefrau Anna von Pienzenau und mit strenger Klausur an. Aus Anlass des die in unregelmäßigen Abständen stattfin-
flüchtete danach mit ihrem Schmuck und 400-Jahr-Jubiläums fand nun die Isar- dende Schützenwallfahrt aus. n
ihren Edelsteinen. Diese ließ nach der winkler Schützenwallfahrt statt. Leider Foto: Hias Krinner

Flintsbach
von Hans Baur

65 Jahre GSK Flintsbach
Die Flintsbacher Gebirgsschützenkompanie feierte ihr 65. Wieder-
gründungsjubiläum am 18. August 2018 mit großem Festabend und
zahlreichen Ehrungen. Die Fahnenabordnungen umsäumten das
Kriegerdenkmal. Zum Gedenken der Verstorbenen wurde ein Kranz
niedergelegt und Salut geschossen. Kompanie-Hptm. Walter Wons
konnte am Festabend LH Martin Haberfellner, Gau-Hptm. Fritz
Kelzenberg und den 2. Bgm. Bernhard Pichler begrüßen. In seiner
Festansprache gab er einen historischen Rückblick und berichtete,
dass sich die Schützen u.a. für den Erhalt von Kapellen und Weg-
kreuzen in Flintsbach einsetzen. Dem Festabend vorausgegangen
waren eine hl. Messe, die Pfarrvikar Andreas Lederer zelebrierte,
und ein kleiner Festzug. n
N° 5 | Oktober 2018 Berichte aus Bayern

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München
von Hans Baur

Preisverleihung „100 Jahre Freistaat – unsere Heimat Bayern“
Der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-
kompanien wurde am 8. September 2018 mit
dem Heimatpreis des Bayerischen Minister-
präsidenten Dr. Markus Söder ausgezeich-
net. Dieser überreichte im Herkulessaal der
Münchener Residenz eine Standarte, die auf
der einen Seite das Bayerische Staatswappen
und auf der anderen Seite das erste Wappen
des Gebirgsschützenkorps von 1809 unter Max
Graf von Arco trägt. Mit dem Preis will Söder
die Menschen auszeichnen, die durch ihre Ar-
beit das Bewusstsein für Heimat und Identität
auf herausragende Weise stärken. LH Martin
Haberfellner nahm die Standarte entgegen. n

Aschau
von Anton Hötzelsperger

Aschauer Gebirgsschützen feiern 60-jähriges Bestehen
Die Königlich Bayerische Gebirgsschützenkompanie Aschau im
Chiemgau beging am 8./9. September 2018 ihr 60. Wiedergrün-
dungsfest. Mit einer eindrucksvollen Ehrung der Toten am Krieger-
denkmal in Niederaschau begann das Fest. Nach dem Gebet von
Kompaniepfarrer Hermann Overmayer erinnerte Hptm. Hubert
Stein namentlich an die seit der Wiedergründung im Jahr 1958 ver-
storbenen Mitglieder. Unter dem Kommando von Olt. Hans Rucker
wurden drei Salven abgefeuert. Das traditionelle Front-Abschreiten
nahmen LH-Stv. Hans Baur, Gauhauptmann Fritz Kelzenberg,
Hptm. Hubert Stein sowie Bürgermeisterin Marianne Steindlmül-
ler aus Frasdorf und Bürgermeister Peter Sollnar vor. Im Festzelt
fanden nach einer Ansprache von Hptm. Hubert Stein die Ehrungen
statt. Schönes Wetter belohnte die Aschauer Gebirgsschützen auch
am Hauptfeiertag, so dass der Festgottesdienst mit der Predigt von
Geistlichem Rat Paul Janßen und der Festzug zu einem besonderen
Erlebnis wurden. Sinn und Zweck der Gebirgsschützen hat 1968 den sind. Es sind zwar alte Waffen, die in unserem Jahrhundert zu
Ludwig Benedikt Frhr. v. Cramer-Klett wie folgt trefflich beschrie- einer militärischen Verteidigung nicht mehr die Kraft hätten. Aber
ben: „Der kriegerische Zweck, der die Gebirgsschützen entstehen sie sind Sinnbild für die Entschlossenheit einer kleinen Schar von
ließ, ist überholt. Geblieben aber ist der schöne, in ernster Zeit ge- bodenständigen Männern, sich, wo es Not tut, schützend vor den
borene Gedanke, die Verteidigung der Heimat in die Hände derer zu äußeren und noch mehr den inneren Wert unserer engsten Heimat
legen, die mit ihr in verantwortungsvoller Liebe am engsten verbun- zu stellen.“ n Foto: Franz Faltermaier

Partenkirchen
von Hans Baur

16. Bataillonsschießen des Bataillons Werdenfels

Die GSK Kohlgrub war beim 16. Batail-
lonsschießen des Bataillon Werdenfels
in Partenkirchen erneut erfolgreich.
(Mitte Hptm. Gottfried Schauer, Kohlgrub)

Foto: Hans Jais
Berichte aus Bayern N° 5 | Oktober 2018

18
Wir gratulieren …
Tegernsee Aschau Wallgau

Adi Lintner – 85 Totila Meissner – 80 Hans Baur – 70
Ehrenleutnant Adolf Lintner hat am 20. Taggenau zum 60. Wiedergründungsfest Hauptmann der GSK Wallgau, 24 Jahre
August 2018 seinen 85. Geburtstag began- der Königlich. Bayerischen Gebirgsschüt- Bundesschriftführer, seit 1996 Schriftleiter
gen. Adi Lintner trat 1971 in die Gebirgs- zenkompanie Aschau im Chiemgau konnte des Bayernteils der Tiroler Schützenzeitung
schützenkompanie Tegernsee ein und ist deren Ehrenhauptmann Totila Meissner und seit März 2018 Landeshauptmann-
seit 47 Jahren aktives Mitglied. 30 Jahre seinen 80. Geburtstag feiern, Die gesamte Stellvertreter: Diese ihm übertragenen Auf-
war er Leutnant und Protokollführer. 2003 Kompanie war vor dem Festzelt angetreten gaben bilden die Eckpfeiler des Schützenle-
wurde er zum Ehrenleutnant der Kompanie und Hptm. Hubert Stein dankte ihm für bens von Hans Baur, der kürzlich seinen 70.
ernannt. Da er von 1974 bis 1991 Bundes- seine 24-jährige Tätigkeit als Hauptmann Geburtstag feierte. Ideenreich und rührig
schriftführer war, berief ihn die Bundesge- mit den Worten: „Pflichtbewusstsein, trägt er erfolgreich dazu bei, das Schützen-
neralversammlung des BBGK zum Ehren- Gerechtigkeit und Fleiß sind deine Cha- wesen in Bayern und in der Alpenregion zu
offizier des Bundes. Adi Lintner rückt nach rakterstärken!“ Dan nahm der Jubilar den stärken und weiterzuentwickeln. n
wie vor mit der Kompanie aus und tritt Ehrensalut und eine Schützenscheibe mit
besonders bei den kirchlichen Festen und seinem Porträt entgegen und dankte mit
Feiern als Vorbeter und Mitgestalter äußerst bewegten Worten. n
aktiv in Erscheinung. n

Kochel

Franz Brucker †
Am 19. August 2018 verstarb im Alter von
95 Jahren Franz Brucker. Von 1980 bis 1992
Benediktbeuern war er Hauptmann der Kompanie Kochel.

Michael Gerg – 70
In seine Zeit fielen auch Ereignisse, die über
die Grenzen seines Heimatortes hinaus
wirkten: Die Bundesgeneralversammlung
Der Ehrenhauptmann der Antlaßschützen- 1985 und der Patronatstag 1992 sowie
kompanie Benediktbeuern Michael Gerg fei- die Renovierung des Tiroler Kreuzes am
erte im August 2018 seinen 70. Geburtstag. Schelmbichl. Die Kompanie geleitete ihren
Er war 1964 als Tambour zur Kompanie ge- Kameraden zur letzten Ruhestätte. n
kommen, diente 18 Jahre als 2. Hauptmann
und wurde im Jahr 2000 zum Hauptmann
gewählt. Dieses Amt übte er umsichtig und
zum Wohle seiner Kompanie bis 2015 aus.
Unter seiner Leitung wurden der Patronats-
tag und drei Paraden der Schützenkapellen
organisiert. Benediktbeuern stellte unter
seinem Kommando auch die Bayerische
Ehrenkompanie beim Tiroler Landesfest-
umzug 2009 in Innsbruck. n
N° 5 | Oktober 2018

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 19
Fieberbrunn von Christian Fuchs

Bataillonsfest Wintersteller in Fieberbrunn
Unter dem Motto „Altes bewahren – Neues
erfahren“ feierte die Christian-Blatt-SK Fie-
berbrunn ihr 60-Jahr-Wiedergründungsfest
in Verbindung mit dem Bataillonsfest des
Rupert Wintersteller Schützenbataillons.
Insgesamt waren 52 Kompanien aus Tirol,
Salzburg und Bayern sowie örtliche Vereine
der Einladung nach Fieberbrunn gefolgt.
Im Anschluss an die feierliche Feldmesse
wurden Ehrungen durchgeführt. Dem
diesjährigen Jungschützenkönig Johannes
Riedmann aus Oberndorf wurde die Jung-
schützenkette überreicht. Dem seit 1997 als
Hauptmann der Fieberbrunner Kompanie
tätigen Leo Trixl wurde von Baon-Kdt. Mjr.
Hans Hinterholzer das Winterstellerkreuz
verliehen, die höchste Auszeichnung des
Winterstellerbataillons. Für die fortwähren-
de Unterstützung ihres Mannes wurde seine
Gattin Waltraud Trixl von LKdt. Mjr Fritz
Tiefenthaler mit der Margarethen-Medaille
ausgezeichnet. n Waltraud und Hptm. Leo Trixl umringt von Ehrengästen

Längenfeld von Angela Klocker

68. Ötztaler Bataillons- und Bezirksschützenfest
für die Gefallenen und Vermissten beider
Weltkriege wurde beim Totengedenken
mit Ortspfarrer Dekan Mag. Stefan Hauser
auch der verstorbenen Schützenkameraden
gedacht und ihnen mit einer Kranznieder-
legung Respekt gezollt. Als Ehrenkompanie
fungierte die SK Obsteig. Der Abend klang
im Festzelt mit den Alpentornados aus. Am
Samstagabend spielte die heimische Gruppe
„Läts Fetz“ auf.
Am Sonntag konnten selbst tiefhängen-
de Wolken die festliche Stimmung nicht
trüben. Wie bereits am Freitag hatte Petrus
ein Einsehen und zeigte sich gnädig. Nach
dem Abschreiten der Front der ange-
tretenen Formationen und Kompanien
durch Viertelkdt. Mjr. Fritz Gastl und die
In diesem Jahr wurde ganz besonders an die Gefallenen und Vermissten beider höchstanwesenden Offiziere und Politiker
Weltkriege beim Totengedenken und für die verstorbenen Schützenkameraden und erfolgte der Aufmarsch zum Festplatz in
Marketenderinnen gedacht. der Klamm. Dort begrüßte Bürgermeister
Richard Grüner die zahlreichen Ehrengäste
Vom 20. bis 22. Juli 2018 fand in Längen- einem Fix- und sommerlichen Höhepunkt und Festbesucher. Die Feldmesse zelebrierte
feld das Imster Bezirks- und 68. Ötztaler etabliert, an welchem auch heuer wieder der Schützenkurat des Ötztaler Bataillons,
Bataillonsschützenfest statt. Seit die fünf zahlreiche Schützen aus nah und fern Abt Mag. German Erd vom Stift Stams,
Talbürgermeister 1950 die Gründung des teilnahmen. und erinnerte dabei an die Bedeutung der
Bataillons beschlossen hatten, hat sich das Der Auftakt zum diesjährigen Ötztaler Schützengemeinschaft. Der Gottesdienst
mittlerweile durch verschiedene Vereine Schützenfest erfolgte nach bewährter wurde von den Musikkapellen Längenfeld
organisierte jährlich stattfindende Fest zu Tradition am Freitag. An der Gedenkstätte und Huben festlich umrahmt. Die Eh-
N° 5 | Oktober 2018

20 Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN

renkompanie wurde diesmal von der SK Martin i. Pass. aus. Grußworte entrichteten funktioniert.“ Den anschließenden far-
Sölden gestellt. Anschließend konnten zahl- anschließend Viertelkdt. Mjr. Fritz Gastl, benprächtigen Aufmarsch zur Defilierung
reiche engagierte Jungschützen und Jung- Bezirkskdt. Mjr. Heinrich Gstrein, NR-Abg. verfolgten zahlreiche Zuschauer. Es folgten
marketenderinnen mit Stolz und Freude Dominik Schrott und LA KO Bgm. Mag. ein Frühschoppenkonzert mit der Musikka-
ihre Leistungsabzeichen in Gold, Silber und Jakob Wolf. Der Söldener Bürgermeister pelle Längenfeld und Unterhaltung mit der
Bronze entgegennehmen. Auch langjährige und Tiroler Gemeindeverbandspräsident „Huebar Böhmischen“, bevor das Fest mit
und verdiente Schützen wurden geehrt, Mag. Ernst Schöpf betonte in seiner Fest- Musik und Unterhaltung durch die „Fetzign
und mit einer Ehrensalve für die Geehrten rede: „Die Schützen haben immer wieder Zillertaler“ im Festzelt endete. n
zeichnete sich die Partnerkompanie St. dazu beigetragen, dass das Gemeinwesen

Mutters von Thomas Saurer

Bataillonsschießen der Sonnenburger
Hochspannung gab es beim heurigen Bataillonsschießen der kette entgegennehmen. Darüber freute sich sein Vater Klaus Bucher
Sonnenburger Kompanien sowohl im Team- als auch im Einzel- ganz besonders: Er hat viele Jahre lang selbst die Kette getragen und
bewerb. In der Mannschaftswertung hatten diesmal die Aldranser fungiert seit kurzem als Bataillons-Schießbeauftragter.
die Nase knapp vorne – das Team holte sich vor Grinzens, Sistrans Teambewerb: 1. Aldrans 614 Ringe, 2. Grinzens 605, 3. Sistrans
und Sellrain mit 614 Ringen den Sieg! Im Einzelbewerb war Manuel 596, 4. Sellrain 593, 5. Völs 572;
Bucher aus Grinzens erfolgreich und darf somit nach vielen Spit- Einzelbewerb: 1. Manuel Bucher, Grinzens, 355 Ringe | 2. Christian
zenplatzierungen in den vergangenen Jahren endlich die Königs- Früh, Aldrans, 352 | 3. Martin Kirchmair, Sellrain, 349 n

Obernberg von Josef Grünerbl

Obernberg ehrt und feiert Schützen und Marketenderinnen
den Klängen der Musikkapellen Obernberg,
Schmirn und Gries am Brenner sowie den
Trommlern der Kompanie Trins zur hl.
Messe einmarschiert, die durch den hochw.
Herrn Pfarrer Thaddäus Slonina zelebriert
wurde. Nach dem Festgottesdienst wurden
zahlreiche Schützen für ihre langjährigen
Tätigkeiten in ihren Kompanien ausge-
zeichnet. Unter diesen Geehrten wurde
auch Landesjungschützenbetreuer Mjr.
Rupert Usel mit der Silbernen Verdienst-
medaille des Bundes ausgezeichnet. Ein
weiterer Höhepunkt war die Aufnahme des
langjährigen Bataillonskommandanten des
Die Kompanie Obernberg, unter der Führung von Josef Grünerbl, feiert ein Bataillonsschüt- Stubaies Mjr. Hans „Donner“ Steuxner als
zenfest umringt von Bergen und geschützten Wiesen und Wäldern. Ehrenmitglied des Bataillons Wipptal.
Nach den Ansprachen der Festgäste und
Am 15. Juli 2018 wurde das Schützenbatail- Region u.v.m. begrüßt werden. Neben den dem Ausmarsch mit Defilierung konnte
lonsfest Wipptal-Eisenstecken in Obern- Kompanien des Wipptals rückten starke zum gemütlichen Teil des Tages übergegan-
berg abgehalten. Pünktlich um 9.30 Uhr Abordnungen des Bataillons Stubai und des gen werden. Zu den Klängen der Musikka-
meldete Bataillonskommandant Mjr. Paul Schützenbezirkes Südliches Wipptal sowie pelle Gries und der Obernberger Böhmi-
Hauser im Zuge eines Schützenempfanges der SK Oberperfuss aus. Eine besondere schen fand das Fest seinen Ausklang.
L.-Abg Florian Riedl die angetretenen For- Freude war es, die SK Josef Ignaz Straub aus Während des gesamten Festaktes hingen
mationen. Als weitere Ehrengäste durften Hall, die viele Jahre in Obernberg bei der Regenwolken über dem Tal. Allerdings zeig-
u.a. LKdt.-Stv. Mjr Christian Meischl, das Herz-Jesu-Prozession ausrückte, nach fast te Petrus seine Gunst und ließ die Wolken
Ehrenmitglied des Bataillons und Kom- 20 Jahren wieder als Ehrenkompanie ge- abziehen, ohne dass sie ihre Wasser über
mandant der Heeresunteroffiziersakademie winnen zu können. Sie zeichnete sich nicht die versammelten Festteilnehmer abließen.
Brgd. Klaus Egger, ELKdt. Mjr HR Dr. nur durch exaktes Exerzieren, sondern auch Zu guter Letzt schickte noch die Sonne ihre
Otto Sarnthein, Bgm. Mag. Josef Saxer durch perfekt ausgeführte Ehrensalven aus. Strahlen zu den feiernden Schützen. n
mit seinen Bürgermeisterkollegen der Nach dem Abschreiten der Front wurde zu
N° 5 | Oktober 2018 1.259 Soldaten fanden auf dem Soldaten-
friedhof Nasswand ihre letzte Ruhestätte.

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 21
Mutters von Thomas Saurer

65. Schützenfest der Sonnenburger
ges begeisterten Zuschauer und Ehren-
gäste gleichermaßen: „900 Schützen und
Marketenderinnen, Jungschützen und
Jungmarketenderinnen, vier Musikkapellen
und zahlreiche Fahnenabordnungen haben
eindrucksvoll gezeigt: Das ist gelebte Tra-
dition!“, freute sich Baon-Kdt. Mjr. Anton
Pertl. Der Hauptmann der SK Mutters,
Werner Graus, der mit seinem engagierten
Team für eine reibungslose Festorganisation
sorgte, fasste am Sonntag stolz zusammen:
„Wir haben viel gearbeitet, aber wir wurden
belohnt. Ich bin stolz, aber auch allen dank-
bar, die dazu beigetragen haben!“
Die SK Natters feuerte vier exakte Ehrensalven ab. Landeshauptmann Günther Platter dank-
te dem Bataillon Sonnenburg
40 Jahre nach dem ersten Alpenregions- schützen sowie Musikanten verwandel- Rund 900 Aktive nahmen zur Feldmesse
treffen war erneut die SK Mutters Gastgeber ten Mutters in ein buntes Farbenmeer an mit Blick auf die Nordkette Aufstellung.
eines großen Schützenfestes: Mit dem Auf- Trachten. LH Günther Platter konnte gemeinsam mit
marsch aller Kompanien des Schützenba- Gastgeber Mutters: Tiroler Gastfreund- dem Bürgermeister von Mutters, Hansjörg
taillons Sonnenburg am Sonntag, den 1. Juli schaft und gelebte Tradition Peer, die unglaublich lange Front von über
2018 in der Mittelgebirgsgemeinde erreichte Die Protagonisten der 14 Schützenkompa- einem Kilometer Länge abschreiten –
das 65. Schützenfest seinen Höhepunkt. 900 nien der Innsbrucker Umlandgemeinden, gemeinsam mit dem LKdt.-Stv. des BTSK,
Schützen, Marketenderinnen und Jung- des östlichen und westlichen Mittelgebir- Mjr. Christian Meischl. n

Toblach von Patrick Brugger

Gedenkfeier mit Reservisten der Deutschen Gebirgstruppe
Die Veranstaltung wurde stellvertretend
für die gefallenen Ahnen von der Gebirgs-
jägervereinigung Burgau und Umgebung,
der SK Toblach und durch den Ehrenmajor
des Südtiroler Schützenbundes Josef Kaser
organisiert.
Neben den erwähnten Persönlichkeiten
konnten Hptm. Georg Lanz und Ober-
stabsfeldwebel Harald Wagner auch den
Bundesfähnrich Olt. Robert Ventir mit der
Bundesfahne des SSB, den Bezirksmajor
von Brixen Florian Lechner und Fahnen-
abordnungen aus der Umgebung und
Ost-Tirol begrüßen. Pfarrer Josef Gschnit-
zer zelebrierte den Wortgottesdienst; in der
Predigt wurde der über 70 Jahre währende
Frieden in Europa gewürdigt. In seinen
Grußworten mahnte der Bezirksmajor des
Der Dolomitenkrieg war Geburtsstunde der Deutschen Gebirgstruppe, davon wusste Pustertales Erich Mayr, die geistige Einheit
in seiner Gedenkansprache OStFw. Harald Wagner zu berichten. Der EMjr. des SSB des Landes zu festigen, auf dass die Opfer
Josef Kaser schloss die Feier mit den Worten: „Nie wieder Krieg!“ der Helden nicht umsonst waren. Auch
der Bürgermeister der Gemeinde Toblach
Im Soldatenfriedhof Nasswand wurde am schützen mit Hilfe des Deutschen Alpen- Guido Bocher erinnerte an die vielen Opfer
Samstag, den 16. Juni 2018, 100 Jahre nach korps in dieser Gegend gekämpft hatten, des Ersten Weltkrieges. n
dem Ersten Weltkrieg, als Tiroler Stand- der Toten von damals gedacht.
N° 5 | Oktober 2018

22 Wir gratulieren …
Mühlwald

Peter Großgasteiger – 90
Einen guten Grund zum Feiern hatte man am 4. August 2018 beim
„Öbogossa“ in Mühlwald: Der Altbauer und Schützenkamerad
Peter Großgasteiger konnte seinen 90. Geburtstag feiern. Zu diesem
Anlass stattete ihm eine Abordnung der SK Mühlwald einen Über-
raschungsbesuch ab. Nach einem herzlichen Empfang wurde dem
Jubilar mit einigen Schwegel- und Trommeleinlagen aufgespielt.
Hptm. Roland Oberhollenzer und seine Kameraden gratulierten
„Peato“ herzlich zu seinem Freudentag und überbrachten ihm mit
einem Geschenk die besten Glückwünsche der gesamten Schützen-
kompanie. n
Die Schützen aus Mühlwald wünschen ihrem „Peato“ noch
viele glückliche und gesunde Jahre. V.l.: Peter Unterhofer, Ignaz
Unterkofler, Hptm. Roland Oberhollenzer, der Jubilar Peter
Großgasteiger mit Ehefrau Agnes, Günther Reichegger, Karl
Plankensteiner, Markus Laner und Monika Prenn.

Kastelbell Lienz

Anton Linser – 85 EMjr. Hermann Huber – 80
Am 27. Juni 2018 feierte das Gründungsmitglied der SK Kastelbell Hermann Huber, erster Obmann des „Gesamttiroler Schützenbun-
Anton Linser seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass überbrach- des - Europaregion Tirol“, Ehrenmajor des BTSK, Ehrenmitglied
ten zahlreiche Schützenkameraden dem Jubilar die besten Glück- der SK Lienz – aber vor allem Kamerad und Freund, vollendete am
wünsche. Toni war und ist ein Mann der ersten Stunde − er ist seit 8. August sein 80. Lebensjahr. Gefeiert wurde am Samstag, den 11.
1959 aktives Mitglied. n August in der Dorfstube Tristach. Viele Freunde und Weggefährten
nahmen daran teil. Am Nachmittag marschierte die SK Lienz auf.
Mit einer Salve und einer Ehrenscheibe gratulierten die Lienzer
ihrem treuen Kameraden. Die Überraschung war vollends gelun-
gen! Möge Hermann noch viele glückliche Jahre im Kreise seiner
Familie, Freunde und Kameraden verbringen! n

Mit Dankbarkeit für die vielen Jahre als Vorbild, gratuliert die
SK Kastelbell nochmals auf diesem Weg und wünscht Anton
für die Zukunft alles erdenklich Gute und noch viele
gemeinsame Tätigkeitsjahre. EMjr. Hermann Huber – hier mit der Ehrenscheibe – seine Gattin
sowie der Hauptmann und der Obmann der SK Lienz.
N° 5 | Oktober 2018

Wir gratulieren … 23
Strass Lana

Olt. Alt-Bgm. Klaus Knapp – 75 Franz Josef Mair – 70
Die SK Strass gratuliert dem langjährigen Schützen und Olt. Alt- Franz Josef Mair, die treue Seele der Lananer Schützenkompanie,
Bgm. Klaus Knapp herzlich zu seinem 75. Geburtstag. feierte vor kurzem seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar war und ist
Klaus Knapp wurde bereits für seine langjährige Mitgliedschaft aus- stets − sei es beim Beflaggen des Dorfes, sei es bei anderen wichti-
gezeichnet. Seine Kameraden wünschen ihm weiterhin viel Glück gen Aktivitäten der Kompanie − vorne mit dabei und somit vielen
und Gesundheit und bedanken sich aufrichtig für seine Kamerad- Mitgliedern ein Vorbild.
schaft. n Anschließend an die Herz-Jesu-Prozession in Niederlana über-
reichte die Schützenkompanie „Franz Höfler“ Lana ihrem Pepi eine
bemalte Schießscheibe. n

Die SK Lana wünscht Franz Josef Mair alles erdenklich Gute
Hall zum runden Geburtstag und noch viele Jahre in den Reihen
seiner Kompanie. V.l.: Olt. Joachim Trientbacher, der Jubilar
Oberleutnant Gerhard Plunser – 60 Franz Josef Mair und Hptm. Andreas Pixner.

Anfang August gab es für die Speckbacher Schützenkompanie Hall
Längenfeld
wieder einen besonderen Anlass zum Feiern – Olt. Gerhard Plunser
feierte seinen 60. Geburtstag. Gemeinsam mit den geladenen Gäs-
ten wurde der Oldtimertraktor-Konvoi, mit dem er zuhause abge- Talmajor Anton Klocker – 60
holt wurde, im Schützenheim begrüßt. Nach einer Ehrensalve und
den Glückwünschen der Kompanie wurde mit dem Hauptmann bei Am Sonntag, den 8. Juli lud der Talmajor des Schützenbataillons
einem Schnapserl angestoßen und ihm wurde sein eigener Oldti- Ötztal, Mjr. Anton Klocker, zu seinem 60. Geburtstag.
mertraktor von der Familie übergeben. Anschließend wurde im Zahlreiche Gratulanten, darunter Bataillonskurat Abt German Erd,
Schützenheim bis zu später Stunde gefeiert. die Nationalräte Franz Hörl und Dominik Schrott, der Ausschuss
Die Speckbacher SK Hall gratuliert ihrem Oberleutnant nochmals des Schützenbataillons Ötztal, der Innungsmeister der Bestattungs-
ganz herzlich und hofft auf viele weitere gemeinsame Jahre und unternehmen und zahlreiche weitere Freunde gaben Anton die
Ausrückungen. n Ehre. Anton Klocker ist nicht nur als Talmajor, sondern auch durch
sein Bestattungsunternehmen in Längenfeld und seine Kariere als
Profifotograf weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. n

Die SK Längenfeld unter Hptm. Oskar Bacher rückte aus,
um dem Talmajor Anton Klocker mit einer Ehrensalve zum
Geburtstag zu gratulieren.
N° 5 | Oktober 2018

24 Aus den KOMPANIEN …
Altrei
von Hildegard Flor

40 Jahre Schützenkompanie Altrei

Die 1978 wiedergegründete SK Altrei feierte am 19. August ihr 40-jähriges Bestehen.

Schützen aus dem ganzen Unterland, aus es schon in alten Zeiten Dekadenz, und es „Guten Kameraden“ wurde der Kranz bei
Meran, aus Welsch-Tirol und die Ehren- kamen Waffen zum Einsatz. Heute braucht den aus Birken gefertigten Kreuzen vor dem
kompanie Sellrain aus dem Oberinntal man diese nicht mehr, auch wenn es nicht Altar niedergelegt.
sowie zahlreiche Ehrengäste feierten auf einfach ist, Werte wie Glaube, Wahrheit Grußworte kamen von Bürgermeister Gus-
dem Altreier Rathausplatz das 40-jährige und Gerechtigkeit mit den Waffen Gottes tav Mattivi, LKdt. Elmar Thaler, Bezirksmjr.
Bestehen der Altreier Kompanie. Am Altar zu verteidigen“, sagte der Pfarrer. Peter Frank und dem Tiroler Landtagsab-
stand Pfarrer Heinrich Langes, die Mu- Die Heldenehrung nahm der Trudner geordneten Georg Dornauer. Zudem wurde
sikkapelle Altrei spielte die Haydn-Messe. Schützenhauptmann Günther Ventir vor. In auch die Ehrung des Sellrainer Oberleut-
Die Ehrenkompanie Sellrain feuerte zwei seinem kurzen geschichtlichen Rückblick nants Martin Kofler für 50-jährige Mit-
Ehrensalven ab. bezog sich der Redner auf die Nähe von gliedschaft nachgeholt.
Heute gelte es mehr denn je, sich vor Altrei zur Front im Ersten Weltkrieg und las Mit der Landeshymne und dem Abmarsch
falschen Propheten zu hüten, sagte Pfarrer einige Sätze aus dem Kriegstagebuch von mit Defilierung in Richtung Festplatz auf
Langes in seiner Predigt. „Allerdings gab Franz Lochmann vor. Zu den Klängen vom der Ebnerrast endete die Feier. n

Antholz
von Sabine Messner

„Die Marter“ am Antholzersee
Bereits 2005 hat die SK Rasen Antholz anlässlich ihrer Gründung das Wegkreuz und
die dazugehörige Holztafel am Antholzersee restaurieren lassen. Auch ein neues
Kruzifix wurde damals angebracht. Jetzt, nach 12 Jahren, wurde wiederum von den
Schützen eine neuerliche Restaurierung des Bildnisses in Auftrag gegeben, um es
weiterhin vor dem Verfall zu bewahren.

Der Heimatkundler und Namengeber der dem Wasser treiben. Unter dem Bild steht
SK „Pater Lorenz Leitgeb“ schrieb in seinem folgender Text: „Anno 1689 den 20. Mai ist
im Jahr 1909 erschienenen Buch „Mei Hoa- auf diesem See ein Schüff mit fünf Personen
mat“ wie folgt: „Am linken Seeufer, in der wegen ein grausammen Wint untergegan-
Nähe des Ausflusses steht am Weg unter ei- gen und zwei sind von diesen Personen,
nem Lärchenbaum eine große Holztafel, die nämlich Abraham Gogl und Brigitta Pass-
wegen ihrer Größe nicht Marterl, sondern ler, darin ertrunken und die anderen drei
die Marter genannt wird.“ Das Bild auf der sind vom augenscheinlichen Tod durch die
großen Tafel stellt ein Schiffsunglück dar. Anrufung dieser heiligen Patrone glücklich
Oben sind die heiligen Patrone abgebildet, gerettet worden.“
die in der Not angerufen wurden, unten Heute steht diese Holztafel in einem Weg-
der wogende See mit dem Kahn und seinen kreuz eingefasst neben der Straße auf der
jammernden Insassen, von denen zwei auf rechten Seite des Antholzersees. n

Kürzlich wurde von den Antholzer Schützen „die Marter“ am Antholzersee restauriert.
Erzherzog Maximilian III. der Deutschmeister
N° 5 | Oktober 2018 wurde später zum selbstständigen Tiroler Lan-

25
desfürst. Er förderte den Bau von Klöstern in
Tirol, wie auch das Servitenkloster in Innsbruck.
Aus den KOMPANIEN …
Innsbruck
von Thomas Saurer

400. Todestag von Erzherzog Maximilian III.
Der erste weltliche Hochmeister des Deut-
schen Ordens aus dem Hause Habsburg
war der vor 400 Jahren verstorbene Erz-
herzog Maximilian III. Am 12. Oktober
1558 in Wiener Neustadt als Sohn Kaiser
Maximilians II. geboren, starb er schließlich
am 3. November 1618 in Wiener Neustadt.
Gemäß seinem Testament wurde er am
21. Dezember in der St.-Jakobs-Kirche zu
Innsbruck beigesetzt. Im heutigen Dom zu
St. Jakob befindet sich sein Grabmal, das
schon in der alten gotischen Pfarrkirche
aufgestellt wurde. Der Erzherzog kniet mit
dem hl. Georg und dem Drachen auf einer
von vier bronzenen Säulen getragenen
Deckplatte. Im Jahre 1938 wurde der Orden
von den Nationalsozialisten aufgehoben
und konnte in dieser kritischen Situation
allein in Südtirol überleben. Von 22. bis 24. Der Generalabt des Deutschen Ordens, Dr. Bruno Platter, beim Abschreiten der
Juni 2018 fand die Investitur der Balleien angetretenen Formationen – gemeinsam mit Landesrat Prof. Dr. Bernhard Tilg
Deutschland, Österreich und „An der Etsch im Großen Burghof der Innsbrucker Hofburg.
und im Gebirge“ in der Landeshauptstadt
Innsbruck statt. Gleichzeitig wurde dem die Teilnehmer der Feierlichkeiten einen und Provinzoberen willkommen. Die Diö-
400. Todestag von Erzherzog Maximilian, Empfang im Großen Burghof der Kaiser- zese Innsbruck wurde durch Generalvikar
Hoch- und Deutschmeister, Regent von lichen Hofburg zu Innsbruck. Das Land Propst Prälat Dr. Florian Huber vertreten.
Tirol, gedacht. Im Rahmen des Pontifi- Tirol, vertreten durch Landesrat Univ.-Prof. Die Ehrenformationen stellten dabei die
kalamtes am Samstag, den 23. Juni 2018 Dr. Bernhard Tilg, würdigte mit einem 1. Schwazer Schützenkompanie und die
wurden im Dom zu St. Jakob ein Kleriker Landesüblichen Empfang die Verdienste Stadtmusikkapelle Schwaz. Das Gesamt-
und 26 Laien in das Familiareninstitut des damaligen Landesfürsten und hieß den kommando führte der Hauptmann der
aufgenommen. Im Anschluss an das Pon- Generaloberen des Ordens, Generalabt Dr. 1. Schwazer Schützen, Hannes Filzer. n
tifikalamt gab der Landeshauptmann für Bruno Platter OT, sowie die Balleimeister

Kastelbell
von Dietmar Pixner

Geschichtliche Exkursion zum Kriegsgeschehen
am Monte Scorluzzo
Alles für Tirol, Kaiser und Vaterland, so hieß es, als der Erste Welt-
krieg im Gebirge ausbrach. Diese treue Einstellung spürten die vie-
len Teilnehmer der SK Kastelbell und Tschars, als sie am 8. Juli die
Frontwanderung am Monte Scorluzzo mit Frontexperte Manfred
Haringer machten. Es ist kaum vorstellbar, wie unsere Vorfahren
standhaft in Fels und Eis für das Land Tirol gekämpft und gelitten
haben.
Bei einem kaiserlichen Wetter begann die geschichtliche Exkur-
sion am Festungswerk Gomagoi, weiter bis zum Kriegsgeschehen
am Monte Scorluzzo. Schützengräben, Unterkünfte, betonierte
MG-Stellungen, Seilbahnanlage, Absicherungszone, Stacheldraht,
Deckungsgräben und Felskavernen, all das bekam man auf dem
Weg zu sehen. Die Wanderung führte beim italienischen Unterab-
schnitt am Felszahn des Filon del Mot vorbei, wo sich noch eine
Bevor der erlebnisreiche Tag ausklang, bedankte sich der Haupt-
mann Dietmar Pixner im Namen der Kompanien Kastelbell und
Tschars bei Manfred Haringer für seine hervorragende Bergfüh-
rung und die so interessanten Informationen.
N° 5 | Oktober 2018

26 Aus den KOMPANIEN …

ausgezeichnet erhaltene Baukonstruktion die Frontwanderung. Anschließend wurde wurde an unsere Vorfahren, die gemeinsam
befindet. Weiter auf der Militärstraße zur der Kriegerfriedhof in Spondinig besichtigt. Seite an Seite den Unbilden des Krieges,
Bunkeranlage der ital. Artillerie „Seestel- Dort erzählte Manfred Haringer, wie es zur der Berge und des Wetters trotzen mussten,
lung“ bis zur vordersten Scorluzzo-Stellung Entstehung und zur faschistischen Zerstö- gedacht. n
der „roten Kuppe“, endete nach 7 Stunden rung des Friedhofs kam. Mit einem Gebet

Nals/Roncone von Georg Wenter

Eine besondere Einladung der SK Roncone
Seit vielen Jahren besteht ein reger Austausch zwischen der SK Nals und der Welsch-Tiroler SK Roncone. Dadurch haben be-
reits einige Schützen und Marketenderinnen enge Freundschaften geknüpft, welche auch über Veranstaltungen der Schüt-
zenbünde und der Kompanien hinaus gepflegt werden. Sehr erfreut zeigte sich daher die SK Nals über die Einladung ihrer
Welsch-Tiroler Kameraden, einen Tag gemeinsam mit ihnen zu verbringen.

Bereits in den frühen Morgenstunden machten sich Schützen,
Marketenderinnen, Jungschützen und einige Familienmitglieder
auf den Weg in Richtung Süden. Nach einer herzlichen Begrüßung
durch die Kameraden der SK Roncone wanderten alle gemeinsam
zur nahe gelegenen Malga Arnò, wo bereits ein außerordentlich
reichhaltiges „Holbmittog“ vorbereitet worden war. Anschließend
wanderten einige auf den Passo del Frate, wo Stellungen des Ersten
Weltkriegs besichtigt wurden. Die Welsch-Tiroler Kameraden er-
zählten in anschaulicher Weise vom Krieg in den Bergen. Besonders
die Jungschützen waren beeindruckt, unter welch harten Bedingun-
gen die Standschützen vor über 100 Jahren unser Land im Gebirge
verteidigten. Nach diesem tollen Erlebnis und dem Abstieg zur Alm
fuhren alle gemeinsam zum Schützenheim der SK Roncone, wo ein
vorzügliches Mittagessen vorbereitet worden war. In gemütlicher
Runde und mit vielen interessanten Gesprächen ließ man dort den
Tag ausklingen. n
Die SK Nals bedankt sich aufs Herzlichste bei den Freunden
der SK Roncone für diesen wunderschönen Ausflug und
die gelebte Freundschaft zwischen den Kompanien der
verschiedenen Tiroler Landesteile.

Pfunds von Wilfried Grießer

Gelebte Schützentradition in Pfunds
Ganz im Zeichen der Schützentradition stand Pfunds am Wo-
chenende vom 2. und 3. Juni 2018. Die Schützenkompanie richtete
nämlich in Pfunds das heurige Fest der Talschaft Pontlatz aus. Der
Auftakt erfolgte bereits am Samstagabend mit einem feierlichen
Zapfenstreich, gespielt von der Musikkapelle Pfunds und begleitet
durch die Ehrenkompanie aus Truden in Südtirol. Im Rahmen
dieser Feier wurden die aufwändig restaurierten Schützenfahnen der
SK Pfunds von Dekan Franz Hinterholzer neu gesegnet. Einmalig
war, dass zu diesem Festakt alle ehemaligen und aktiven Marke-
tenderinnen der Schützenkompanie persönlich eingeladen worden
waren. Der Schützenführung unter Obmann Christoph Pinzger war
es ein Anliegen, die ehemaligen Marketenderinnen zu ehren und
damit den Stellenwert der Frauen innerhalb der Schützen hervorzu-
heben. So folgten überraschend viele Frauen dieser Einladung und
Die Spitze der Ehrengäste – v.l. Vize-Bgm. Peter Wille, Kanonenpatin
Martina Pedross, Marketenderin des Viertels Oberland Magdalena
Klingenschmid, Bgm. Rupert Schuchter, Bundesmark. Franziska
Jenewein und Postenkommandant Gerhard Krenslehner.
Am 11. November jährt sich zum 100. Male der
N° 5 | Oktober 2018 Tag, an dem italienische Truppen im Jahre 1918

27
den Brenner erreicht und damit die Zerreißung

Aus den KOMPANIEN …
Tirols vollzogen haben.

nahmen Ehrenplätze ein. Die Bundesmarketenderin des BTSK Fran- Gattin, Regimentskommandant Fritz Gastl sowie den National-
ziska Jenewein hielt eine Festansprache, in der sie das Frauenbild ratsabgeordneten Dominik Schrott als Ehrengäste begrüßen. Mit
im Wandel der Gesellschaft ansprach und auf immer noch fehlende einer Kranzniederlegung und dem Gedenken an die verstorbenen
Gleichbehandlung und Gleichberechtigung der Frauen hinwies. Mitglieder der Schützenkompanien endete der kirchliche Teil der
Leider beeinträchtigte der einsetzende Regen den Ablauf der Feier, Feier. In eindrucksvoller Weise spannte dann Obm. Christoph
was neben allen Teilnehmern besonders die Musikkapelle zu spüren Pinzger in seiner Rede zur Bedeutung der Schützen den Bogen von
bekam. Dafür belohnte der Wettergott die Schützen am darauffol- der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Nach den
genden Sonntag. Bei sonnigem Wetter trafen sich über 400 Schützen Ehrungen verdienter Schützen aus der gesamten Talschaft mar-
und Marketenderinnen im Ortsteil Gatter zur feierlichen Feldmesse, schierten die Kompanien, gesäumt von zahlreichen Zuschauern, in
die Dekan Mag. Franz Hinterholzer zelebrierte. Die Ehrenkompanie einem farbenprächtigen Zug vom Ortsteil Dorf über die Innbrücke
stellte die SK Roppen, die durch ihr exaktes Auftreten beeindruckte. beim Turm nach Pfunds-Stuben. Bei Musik, Speis und Trank erleb-
Hptm. Arnold Wachter konnte den Landeskommandanten Mjr. ten die Teilnehmer einen gemütlichen Ausklang des Festes mitten
Fritz Tiefenthaler, den Bildungsoffizier Mjr. Hartwig Röck mit im Ortszentrum. n

Ravazzone
von Pio Gazzini

Eine neue Glocke läutet in Ravazzone
Seit Samstag, den 30. Juni 2018 läutet eine
„neue“ Glocke vom Kirchenturm in Ravaz-
zone, einer kleinen Ortschaft der Gemeinde
Mori. Die alte Glocke aus Bronze war nach
vielen Jahren wegen eines Risses schwer
beschädigt. Sie wurde abmontiert und in
einer Fachgießerei geschmolzen und neu
gegossen.
Neben den Spenden der Einwohner und pri-
vater Bürger hat sich die SK Destra Ades mit
einer Spende von 600 € beteiligt. Zum Dank
wurden auf der Glocke das Wappen und der
Name der Kompanie eingegossen. n

Dekan Don Augusto und Pfarrer Don Lucio zelebrierten die heilige Messe und segneten die
neue Glocke. An der Zeremonie nahmen zahlreiche Anwohner und die SK „Destra Ades“ teil.

Schenna
von Thomas Egger

Geschichtliche Tafel „1918 – 2018 – 100 Jahre Teilung Tirols“
Im heurigen Jahr gedenken wir insbesondere des Endes des Ersten Weltkriegs mit seinen vielen Opfern und dem großen Leid.
Für unsere Heimat war es ein besonders schmerzvoller, wurde doch das Land in zwei Teile gerissen und Süd- und Welschtirol
dem Staat Italien angeschlossen.

Um der Bevölkerung, Einheimischen und eine Tiroler Fahne gehisst und eine Tafel
Gästen, diesen Wendepunkt in der Ge- aufgestellt. Auf dieser wird in Deutsch und
schichte Tirols und den damit verbundenen Italienisch ein kurzer geschichtlicher Abriss
Schmerz in Erinnerung zu rufen, hat die SK über die Ereignisse gegeben, die zur Tren-
Erzherzog Johann - Schenna am Dorfplatz nung Tirols geführt haben. n

Die Tafel wurde am 23. Mai, dem Tag der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn
im Jahr 1915 aufgestellt und bleibt dort bis zum 11. November, 100 Jahre nachdem die
italienischen Truppen am Brenner standen.
N° 5 | Oktober 2018

28 Aus den KOMPANIEN …
Schwaz
von Martin Spreng

70. Bataillonsschützenfest Schwaz und 120 Jahre
1. Andreas-Hofer-SK Schwaz
Das 70. Bataillonsschützenfest des Schützenbataillon Schwaz fand Martin Haidacher und die neue Fahnenpatin Brigitte Filzer wohn-
am 7. und 8. Juli 2018 in der Silberstadt Schwaz statt. Ausrichter ten andächtig dieser Zeremonie bei.
des Festes war die 1. Andreas-Hofer-SK Schwaz, die gleichzeitig ihr
120-Jahr-Jubiläum beging.
Zum Auftakt wurde am Samstag, den 7. Juli 2018 im Knappensaal
des SZentrum Schwaz ein Symposium abgehalten. Nach einem
Image-Video über die gastgebende Gemeinde Schwaz und einer
Präsentation über die 120 Jahre der jubilierenden 1. Andreas-Hofer-
SK Schwaz informierte detailliert der bekannte Historiker, Buchau-
tor und Publizist Dr. Michael Forcher über die heurigen Jahresthe-
men – 100 Jahre Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg und
Ausrufung der 1. Republik Österreich. Äußerst kompetent schilder-
te er die Ereignisse aus unserer Vergangenheit und konfrontierte
die Teilnehmenden durchaus auch mit unbeliebten und deshalb
zumeist nicht erwähnten historischen Wahrheiten.

Baon-Fähnrich Martin Haidacher und Fahnenpatin Brigitte Filzer

Zur großen Überraschung aller Anwesenden fand der Schützen-
kurat, der allgemein für seine ausführlichen Predigten bekannt ist,
kurze und prägnante Worte. Nach Abschluss der Heiligen Messe
konnten im Anschluss an das Totengedenken und die Kranznieder-
legung zwei Kameraden aus den Händen von LHStv. Geisler und
LKdt. Mjr. Tiefenthaler Ehrungen des BTSK entgegennehmen: Der
Obmann der SK St. Margarethen Olt. Franz Lanthaler, erhielt die
Bronzene und der Obmann der 1. Andreas-Hofer-SK Schwaz, Olt.
Gerhard Müllner erhielt die Silberne Verdienstmedaille des Bundes.
Sowohl LHStv. Josef Geisler als auch LKdt. Mjr. Fritz Tiefenthaler
erwähnten in ihren Grußworten, dass die Schützen in den Städten
Die älteste Marketenderin der 1. Andreas-Hofer SK Traudl mit einem anderen, teilweise schwierigeren Umfeld zurechtkom-
Hecher mit Hptm. Gerhard Gründl, Bgm. Dr. Hans Lintner men müssen als im ländlichen Bereich. Nach den Dankesworten
und Obm. Gerhard Müllner von Baon-Kdt. Mjr. Karl-Josef Schubert − speziell auch an die gast-
gebende Gemeinde − ordneten sich die Formationen zum Festzug.
Am Sonntag, den 8. Juli 2018 konnten 29 Formationen aus Nord- Der gesamte Festzug inklusive der Musikkapellen (Knappenmusik
und Südtirol sowie aus Bayern begrüßt werden. Zum landesübli- Schwaz, BMK Terfens, BMK Pill und Stadtmusikkapelle Schwaz)
chen Empfang für LHStv. ÖR Josef Geisler, der mit vielen Ehren- traf nach der Defilierung vor der Bezirkshauptmannschaft Schwaz
gästen, unter anderen auch Bezirkshauptmann Dr. Michael Brandl, schon vor 12 Uhr Mittag im Festzelt ein. n
anwesend war, glänzte die angetretene Ehrenkompanie, die 1.
Schwazer SK mit der ersten von insgesamt vier tadellosen Salven.
Der Gesamtkommandierende Baon-Kdt. Mjr. Karl-Josef Schubert
konnte stolz auf sein Bataillon sein. Der in Vertretung des BTSK an-
wesende Landeskommandant Mjr. Mag. Fritz Tiefenthaler und der
Vertreter des Schützenviertels Unterland Hptm. Georg Huber freu-
ten sich ebenso über den vollständig mit Schützen gefüllten Pfarr-
park in Schwaz wie der Bürgermeister der gastgebenden Silberstadt
Schwaz Dr. Hans Lintner. Er bekannte sich in seinen Grußworten
als Ehrenleutnant der 1. Andreas-Hofer-Schützenkompanie zum
Tiroler Schützenwesen. Die Heilige Messe wurde vom Militärkurat
für Tirol, MMag. Hanspeter Schiestl, der zugleich seit vielen Jahren
auch der Schützenkurat der 1. Andreas-Hofer-Schützenkompanie
Schwaz ist, zusammen mit dem Pfarrer der Stadtpfarre „Maria
Himmelfahrt“, Mag. Martin Müller, zelebriert. Die musikalische
Gestaltung lag in den Händen der Knappenmusikkapelle Schwaz. V.l. Baon-Stv. Gerhard Danzl, Bgm. Hans Lintner, Franz Lanthaler,
Nach dem Evangelium fand die Wiederweihe der Bataillonsfahne, Baon-Kdt. Karl-Josef Schubert, Fahnenpatin Brigitte Filzer, Gerhard
die fachgerecht restauriert worden war, statt. Bataillonsfähnrich Müllner, LH-Stv. Josef Geisler und LKdt. Fritz Tiefenthaler
N° 5 | Oktober 2018

Aus den KOMPANIEN … 29
Sélva/Wolkenstein
von Dietmar Insam

40. Wiedergründungsjubiläum der SK Wolkenstein
Ein erstes Dokument über das Schützenwesen in Wolkenstein ist mit dem Jahr 1797 datiert, als mehrere Schützen im Kampf
gegen die französischen Feinde ausrückten. Danach gab es 1903 eine Reservistenkolonne, ehe 1923 der Faschismus alles zu-
nichtemachte und das Schützenwesen ausradierte. Die Schützentracht ging glücklicherweise an die Musikkapelle über. 1978
wurde dann die SK Wolkenstein wiedergegründet und der inzwischen verstorbene Ferdinand Mussner war erster Komman-
dant der neuen Einheit.

Das Festwochenende Ende Juli begann mit dem Großen Österrei-
chischen Zapfenstreich, bei dem neben der Ehrenkompanie Roppen
und den Gebirgsschützen Gmund in Bayern vor allem die örtliche
Musikkapelle mit ihrem Spiel den richtigen Ton anstimmte.
Tags darauf folgte die Feldmesse, zelebriert vom Schützenkuraten
Christoph Waldner. Landesrat Florian Mussner und Bürgermeister
Roland Demetz hoben in ihren Festreden die Tätigkeit der Wolken-
steiner Schützen hervor, die sich nicht auf einige Folklore-Auftritte
beschränke, sondern auch einen wertvollen Beitrag für die Erhal-
tung wichtiger Denkmäler und christlicher Symbole im Ort leiste.
So wird regelmäßig die Gefallenenkapelle am Friedhof restauriert
und gepflegt, so wurde der Kirchturm saniert, und letztlich fand
man auch für das Kruzifix auf Val Pudra eine neue, idyllische Stätte.
Nach dem Festgottesdienst fand ein viel beachteter Umzug durch Das Jubiläumsfest begann schon im Vorfeld mit dem Aufstellen
die Straßen des Ortes statt. n einer von Andreas Mussner geschnitzten Andreas-Hofer-Statue
am Ortseingang.

Strass im Zillertal
von Hannes Leitner

Ehrenbürgerschaft an Alt-Bürgermeister Klaus Knapp verliehen
Am 29. Juli fand anlässlich des Pfarrfestes
in Strass im Zillertal die feierliche Verlei-
hung der Ehrenbürgerschaft an Alt-Bgm.
und Olt. a.D. Klaus Knapp statt. Im Beisein
von vielen geladenen Ehrengäste und der
Gemeindebevölkerung von Strass konnte
ein schönes Fest gefeiert werden. Die SK
Strass gratuliert Klaus Knapp recht herzlich
zur Ehrenbürgerschaft. n

Im Bild v.l. Alt-LH DDr. Herwig van Staa,
Jubilar Klaus Knapp, Bgm. Ing. Karl
Eberharter, Hptm. Andreas Eberharter
und Baon-Marketenderin Magdalena
Kaltenhauser.

Kurz & bündig
- Rechtzeitig zum Schlern-Kirchtag wurde von der SK Völser - Bereits zum dritten Mal lud die SK Welschnofen zum Mühlen-
Aicha eine neue Leiter zum „Ölberg“ beim Prügelweg auf dem fest am Sonntag, den 17. Juni 2018 auf der Getreidemühle am
Schlern errichtet. Diese Leiter führt zu einem Unterschlupf mit Karerpass ein. Im Zuge des Festes wurde einer in Not geratenen
einer Jesus-Statue. Diese Statue wurde vor ca. 150 Jahren von Familie aus Langtaufers ein Scheck von 10.000 € übergeben. Es
einem Bauer aus Ums, der dort Unterschlupf nach einem hefti- war dies der Reinerlös einer im Winter organisierten Benefiz-
gen Unwetter gefunden hatte, hinaufgetragen. Erst im vorigen Schupfenwanderung. Vor allem die SK Welschnofen und das
Jahr hatten die Schützen dort einen Zaun mit einer Gedenktafel Hotel Castel Latemar zeigten hier großes soziales Engagement
errichtet. 1997 wurde von der SK Völser Aicha auch ein Dach und setzten alle Hebel in Bewegung, um dieser Familie, die
als Schutz vor Regen errichtet; auch dort mussten im Zuge der durch ein Lawinenunglück in Not geraten ist, diese finanzielle
Arbeiten ein paar Schindeln erneuert werden. Unterstützung zukommen zu lassen.
N° 5 | Oktober 2018

30 Aus den KOMPANIEN …
Strassen
von Karl Schett

Teilnehmerrekord beim heurigen Dorfschießen
254 Teilnehmer beim Schießen und die Siegerehrung mit einer Überfülle von Preisen bestätigten die Beliebtheit des Bewerbs
und den unermüdlichen Einsatz der Funktionäre.

Das Dorfschießen 2016 mit seinem durch-
schlagenden Erfolg ist erst zwei Jahre her;
dennoch beschlossen die Verantwortlichen
der Schützenkompanie auch heuer im Früh-
jahr wieder alle Schießfreunde zu diesem
Bewerb im vereinseigenen Schießstand
einzuladen. Neun Schießtage und manch
zusätzlicher Gruppentermin boten genug
Gelegenheit, die Zielsicherheit unter Beweis
zu stellen. Für die Funktionäre des Vereins
und den Diensthabenden waren dies zwei an-
strengende Wochen, die jedoch mit der gro-
ßen Teilnehmerzahl belohnt wurden. In neun
Klassen konnte man sich mit Gleichaltrigen
messen und in beliebig vielen Zehnerserien
versuchen, die höchste Trefferzahl 100 einmal Die glücklichen Gewinner und Gewinnerinnen mit ihren Pokalen und Sachpreisen.
oder mehrmals zu erreichen. Das Gleiche galt
auch für die Gästeklasse. Für Abwechslung entschied. Die Preisverteilung im Kultur- kale bzw. selbst hergestellte Trophäen sowie
sorgten das Schießen auf die Glücksscheibe saal zeigte wieder, welch große Mühe um Lebensmittel- und Sachpreise. Auch viele
mit drei Schuss und der Jagdbewerb mit Bewerb und Belohnung aller Teilnehmer die dahinter Gereihte wurden mit wertvollen
je zwei Schuss auf Gams, Auerhahn und Organisatoren auf sich nahmen. Bgm. Franz Preisen beschenkt, wie z.B. mit einem großen
Hirsch. Bei den Jugendklassen erbrachten Webhofer sagte angesichts der 230 Preise Panoramabild des Fronstadler Almkreu-
vor allem die beiden Jungmarketenderinnen allen Funktionären der Schützenkompanie, zes. Der Sieger im Bewerb Glücksscheibe,
Miriam und Rebecca Bodner hervorragende vorab dem einsatzfreudigen Obmann Rein- Manuel Kofler, erhielt sogar ein nagelneues
Leistungen. Bekannte Sieger-Gesichter gab hard Bergmann und seinem Vorgänger Hans Tourenski-Set, sein Pendant im Jagdbewerb,
es auch mit Monika Aßmayr bei den Damen Bergmann, ein großes Dankeschön. Der Helmut Bodner, ein qualitätsvolles Fernglas.
und Angelika Anfang-Notdurfter in der allge- Obmann selber würdigte auch die Mitarbeit Ebenso belohnt wurden die jüngste Teilneh-
meinen Klasse. In der Königsdisziplin, der vieler freiwilliger Helfer sowie die Spen- merin, Vanessa Notdurfter, sowie die Besten
Schützenklasse „stehend frei“, lieferten sich denfreudigkeit zahlreicher Sponsoren und im Schätzspiel, Alexandra Wieser, Eva Huber
JS-Betreuer Daniel Valtiner und Hptm.-Stv. Preisgeber. Beide konnten mit Unterstützung und Hilda Grünbacher, die der Gesamtzahl
Helmut Bodner ein Kopf-an-Kopf-Rennen, von Hptm. Stephan Golmayer die Ehrenga- von 17.243 Punkten auf allen Glücksscheiben
das schließlich Valtiner knapp für sich ben verteilen. Die Klassenbesten erhielten Po- am nächsten kamen. n

Strassen
von der SK Strassen

Spendenaktion für „Schützen helfen Schützen“
Das heurige Dorfschießen nahm die SK Strassen zum Anlass, eine
Spendenaktion für den Soforthilfefonds „Schützen helfen Schützen“
zu starten. Ausschlaggebend war hier sicher auch, dass der ehemali-
ge Obmann Lt. Hans Bergmann dem BTSK Miniatur-Gedenkkreuze
gestiftet hat, welche an spendenfreudige Kompanien und Schützen-
mitglieder vergeben wurden.
Des Weiteren konnte bei der Siegerehrung eine Skizze des bereits
verstorbenen Ehrenmitglieds Prof. Oswald Kollreider zugunsten
dieser Spendenaktion versteigert werden. Der Höchstbieter für diese
Skizze war Bgm. Franz Webhofer.
Mit dem Betrag aus der Spendenbox, der Versteigerung der Skizze
und einer Spende aus der Kameradschaftskasse der Schützenkom-
panie konnten insgesamt stolze 850.- € auf das Konto von „Schützen
helfen Schützen“ überwiesen werden. n

Herzliches Vergelt´s Gott an alle die mitgemacht und die
Kompanie in der Spendenaktion unterstützt haben.
N° 5 | Oktober 2018

Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN 31
Fiss
von Gabriel Geiger

Wandertag der Pontlatzer Jungschützen in Fiss

Die Jungschützen probierten sich im Minigolf, fuhren mit der Sommerrodelbahn und voll nach ihrem Geschmack war der Sprungturm. Zum
Abschluss bedankte sich Vierteljungschützenbetreuer Michael Dittberner bei den Organisatoren und wurden mit einer Grillerei belohnt.

Am 21. Juli sind fast 50 Jungschützen, auf der Möseralm voll genießen. Neben zenlokal ein. Vierteljungschützenbetreuer
Jungmarketenderinnen und Betreuer der Skyswing und Fisser Flieger war auch der Michael Dittberner bedankte sich bei seiner
Einladung der SK Fiss gefolgt und haben sich Sprungturm voll nach dem Geschmack der Abschlussrede bei den Bergbahnen Fiss für
zum gemeinsamen Wandertag getroffen. Das Jungschützen. Als nächster Programmpunkt die großzügige Unterstützung und hob insbe-
etwas unsichere Wetter konnte den bestens stand die Wanderung zum Steinegg an, und sondere die Wichtigkeit der Kameradschaft
gelaunten Teilnehmern nichts anhaben. von dort aus ging es über den Hexenweg und über die Kompanien hinaus schon in den
Begonnen wurde mit einer Partie Minigolf die Fisser Kuhalm bis zur Sonnenburg, wo jungen Jahren hervor. Auch Talschaftsjung-
in der Fisser Indoor-Arena an der Talstation. die Flotte Berta schon auf die jungen Schüt- schützenbetreuer Gerhard Kratter bedankte
Danach war die bekannte Fisser Sommer- zen wartete. Zum Abschluss lud die Gemein- sich bei allen Sponsoren und den anwe-
rodelbahn Fisser Flitzer trocken, und die de Fiss und die Raiffeisenbank Serfaus-Fiss senden Jungschützenbetreuern für die gute
Kids und Betreuer konnten die Attraktionen noch alle auf eine kleine Grillpartie im Schüt- Zusammenarbeit und die Unterstützung. n

Hopfgarten i. Def.
von Marion Kleinlercher

Jubiläumsfest der Jungschützen
50 Jahre Jungschützen Hopfgarten i. Def.
gab es am 16. Juni 2018 zu feiern. Mit
einem Aufmarsch der Ehrenkompanie Prä-
graten a. G. und deren Schwegelzug, zahl-
reichen Jungschützen vom Viertel Osttirol
und der SK Hopfgarten i. Def. begann die
Veranstaltung beim Kulturhaus. Andächtig
wurde eine Messe, zelebriert von Hochw.
Pfarrer Walter Stifter und musikalisch
gestaltet von der Musikkapelle Hopfgarten
i. Def., gefeiert. Besondere Aufmerksamkeit
galt dem verstorbenen Jungschützengrün-
der und langjährigen Betreuer Franz Ortner
sowie seinem Nachfolger Josef Stopp. Nach
der Messe fanden Ehrungen statt. Im An-
schluss daran begaben sich die Ehrengäste Bgm. Franz Hopfgartner, Dr. Karl Lamp und Viertelkdt. Mjr. Josef Außersteiner überreichen dem
und Gründungsmitglieder in Position für Jungschützenbetreuer Klemens Grimm das Ehrenzeichen der Tiroler Jungschützen in Gold.
die Defilierung, die auch von der Musik-
kapelle Hopfgarten i. Def. festlich begleitet 50-jährige Bestehen des Jungschützenzuges einer unterhaltsamen Partyband, die für
wurde. Ordentlich gefeiert hat man das auf dem Pavillonplatz mit Speis, Trank und hervorragende Stimmung sorgte. n
N° 5 | Oktober 2018

32 Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN
Innsbruck
von Maria Luise Feichtner

Schnitzeljagd durch Innsbruck

Bild von Hans Greogoritsch

45 Kinder vom Bataillon Innsbruck erober- über die Leopold-Straße und durch die ging’s zum Goldenen Dachl, zur Schwarz-
ten am 30. Juni 2018 mit ihren Betreuern Triumphpforte weiter bis zur Annasäule. manderkirche und zum Zeughaus.
bei schönstem Sommerwetter Innsbrucks Dabei mussten sie bei sämtlichen Denk- Im Schützenheim der SK Pradl warteten
Sehenswürdigkeiten. Mittels einem Fra- mälern einige Aufgaben erfüllen. Auch die noch 3 Aufgaben. Danach wurden alle mit
genkatalog gingen die Jungschützen und 166 Stufen auf den Innsbrucker Stadtturm Schnitzelburger, Saft und Eis verwöhnt. n
Jungmarketenderinnen vom Stift Wilten mussten bewältigt werden. Anschließend

Pians
von Alexandra Zangerl

Gipfelsieg für die Pianner Jungschützen und Jungmarketenderinnen
Den 30. Juni und den 1. Juli 2018 verbrach-
ten die Jungmarketenderinnen Christine
Kolp und Elena Luchetta gemeinsam mit
den Jungschützen Laurenz Falch, Fabi-
an Handl, Adrian und Armin Klimmer,
Paul Lederle, Julian Leitner und Manuel
Nöbl im Hochgebirge der Verwallgruppe,
professionell und kameradschaftlich betreut
von Johanna Pichler, Fabian Kolp, Helmut
Lederle, Philipp und Raffael Prantauer,
Thomas Waldner und Norbert Weiskopf.
Von der Darmstätter Hütte aus erkun-
deten sie am Samstag die Klettergärten
„Schneekönig“ und „Verwall di Mello“, um
Grundbegriffe des Kletterns zu erlernen
und sich mit Seil- und Sicherungstechnik
vertraut zu machen. Dieses einzigartige
Bergwochenende mit herrlichem Wetter,
bester Versorgung und Gaudi auf der Hütte,
gelebter Kameradschaft und einem beein- Kameradschaft, Disziplin, Sportlichkeit und Spaß lautete das Motto, mit dem der
druckenden Gipfelerlebnis wird eine schöne 2.978 m hohe Scheibler in der Kuchenspitzgruppe bezwungen wurde.
Erinnerung bleiben. n
N° 5 | Oktober 2018

Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN 33
Lienz von Eric Krautgasser

Jungschützenzeltlager des Baon Lienzer Talboden
Vom 25. bis 28. Juli veranstaltete das Batail-
lon Lienzer Talboden unter der Federfüh-
rung des Baon-Jungschützenbetreuers Olt.
Franz Walder das jährliche Zeltlager. Dieses
Mal führte Franz die Kinder und Jugendli-
chen in das wunderschöne Winkeltal. Vier
Tage Spiel und Spaß bei herrlichem Wetter
in den Tiroler Bergen! Den Anfang machte
eine würdige Flaggenparade, bei der auch
die Landeshymne angestimmt wurde. Nach
dem Aufbau der Zelte ging es bereits richtig
los: Schießen mit selbstgebauten Bögen
auf dem „lagereigenen Schießstand“. Auch
Schaukel, Wasserrutsche und Pool durften
ausprobiert werden. Am Freitag, den 27.
Juli, beehrte Pater Martin die Jungschüt-
zen und Jungmarketenderinnen. Er feierte Die Hl. Messe wurde sehr mitreißend und motivierend durch Pater Martin gestaltet.
mit ihnen die Feldmesse – dem Herrgott
zum Dank. Nach dem abendlichen Grillen den war. Leider musste diese wegen des nehmen. Das schöne Kreuz blieb wie jedes
und einem Eis warteten alle gespannt auf plötzlichen Regens vorzeitig abgebrochen Jahr zum Dank für ein unfallfreies Erlebnis
die Geisterbahn, welche von den älteren werden. Am Samstag blieb den Kindern am Lagerplatz stehen. n
Jungschützenkameraden errichtet wor- und Jugendlichen nur noch, Abschied zu

Sexten von Günther Mairhofer

„Tirol isch lei oans“ – Tiroler Jungschützen demonstrieren Einigkeit
Vizebürgermeister Thomas Summerer. An-
schließend folgte der Abmarsch zum Dorf-
zentrum, wo auf dem Sepp-Innerkofler-
Platz von Dekan Andreas Seehauser eine
Feldmesse zelebriert wurde. Als Ehrenkom-
panie fungierte die SK Sillian. Musikalisch
umrahmt wurde der Festakt durch die
Musikkapelle Sexten.
Nach der Hl. Messe wurden von einer Jung-
marketenderin und einem Jungschützen
mit viel Einsatz und Humor eine Begrü-
ßung vorgetragen. Es folgten Grußworte
vom Hauptmann der SK Sexten Hannes
Lanzinger, vom Vizebürgermeister Thomas
Summerer und vom Landeskommandanten
Mjr. Elmar Thaler.
Stolz, Tiroler Schützen zu sein – Über 300 Jungschützen aus allen Teilen Tirols waren Der offizielle Festakt endete mit der Tiroler
nach Sexten gekommen, um Meinungen auszutauschen sowie neue Kontakte und Landeshymne. Anschließend marschierten
Freundschaften zu knüpfen. die Jungschützen und Jungmarketenderin-
nen zum Festgelände, wo neben Essen und
Am Sonntag, den 2. September 2018 fand Schützen und Marketenderinnen aus allen Getränken auch zahlreiche Attraktionen für
in Sexten das 15. Gesamt-Tiroler Jung- Tiroler Landesteilen immer wieder die die Kinder geboten wurden.
schützentreffen statt. Über 300 Jugendliche Möglichkeit – über die Unrechtsgrenze Die Organisation des Festes hatten die SK
und Kinder sowie deren Betreuer aus dem hinweg – Meinungen auszutauschen sowie Sexten und die Jugendleitung des Südtiroler
ganzen historischen Tirol folgten der Ein- viele neue Kontakte und Freundschaften zu Schützenbundes inne. Für alle Beteiligten
ladung und verbrachten in der Pustertaler knüpfen. war das Fest ein tolles und unterhaltsames
Gemeinde einen aufregenden und erlebnis- Nach der Aufstellung der Formationen Beisammensein. n
reichen Tag. Das traditionelle Treffen, das folgte die Frontabschreitung durch Lan-
alle zwei Jahre stattfindet, bietet den jungen deskommandant Mjr. Elmar Thaler und
N° 5 | Oktober 2018

34 Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN
St. Martin i. P.
von Angelika Haller

A hoorige Ungelegenheit
statt. Die Marketenderinnen sind der erste
Blickfang der Kompanien bei den Ausrü-
ckungen in Tracht. Deshalb ist ein sauberes
Auftreten sehr wichtig. Dazu gehört nicht
nur das korrekte Ankleiden der wertvollen
Trachten, sondern auch das Tragen einer
angemessenen Frisur. Dabei gilt es, einige
Regeln zu beachten. So sollten die Haare
nicht ins Gesicht fallen und insbesondere
bei den Tüchltrachten im Nacken gesteckt
werden, damit die Haare nicht die Schultern
berühren. Lange Haare offen zur Tracht zu
tragen, ist für alle Marketenderinnen ein
absolutes Tabu.
Der Marketenderinnenbeirat bedankt sich
bei allen Teilnehmerinnen für das Interesse
Lange Haare zur Tracht offen zu tragen ist ein absolutes Tabu: Deshalb nutzen 13 Frauen und insbesondere bei Julia und Miriam
das Angebot, unter fachlicher Anleitung verschiedene Flecht- und Frisiertechniken zu (Marketenderin der SK St. Martin i. P.)
erlernen. von JuMi Hairstyle für die Unterstützung.
Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt auch der
Unter diesem Motto veranstaltete der grafenamt-Passeier für ihre Amtsperiode Beirätin Stefanie Heel von der SK „Mjr.
Marketenderinnenbeirat des Bezirks vorgenommen hat, einmal im Jahr ein wei- Georg Klotz“ Walten, welche der Bezirks-
Burggrafenamt-Passeier einen Frisierkurs terbildendes Kursangebot zu organisieren, marketenderin Angelika Haller bei der
für Marketenderinnen und deren Frisier- lud sie zur Teilnahme an einem Frisierkurs Organisation des Kursabends tatkräftig
helferinnen. Da es sich die Führungsspitze ein. Der Fortbildungsabend fand am 7. geholfen hat. n
der Marketenderinnen des Bezirks Burg- August 2018 im Friseursalon JuMi Hairstyle

Taufers im Münstertal
von Richard Andergassen

Erlebnis Avingatal – Tiroler Jungschützen beim traditionellen
Zeltlager im Vinschgau

Die Bundesjugendleitung bedankt sich bei der SK Taufers im Münstertal für die hervorragende Zusammenarbeit – die Organisation
und die Verköstigung waren perfekt – und bei den Jungschützen fürs Dabeisein.

Unter dem Motto „Abenteuer Heimat - schützen und Jungmarketenderinnen sowie um vom 19. bis 22. Juli vier abwechslungs-
Erlebnis Avingatal“ kamen an die 120 Jung- deren Betreuer nach Taufers im Münstertal, reiche Tage zu erleben. Am Donnerstag
N° 5 | Oktober 2018 Über 800 Fotos vom Jungschützen-

35
zeltlager 2018 auf www.schuetzen.com

Wir gedenken …

wurden die Zelte und Schlafunterkünfte Pferderanch der Pferdefreunde Taufers im ten im Südtiroler Schützenbund über das
aufgebaut. Anschließend begrüßte Bun- Münstertal, wo die Jungschützen vieles über Schmuggeln im Vinschgau erzählt. Dabei
desjugendreferent Werner Oberhollenzer Pferde, Pferdehaltung und das Reiten in wurde eine Szene zwischen einem Finanz-
die Teilnehmer und die Lagerfahne wurde Süd-Tirol erfuhren. Anschließend bot die beamten und zwei Schmugglern nachge-
gehisst. Am Freitag wurden die Kinder der Bergrettung des CAI Taufers im Münstertal stellt. Am Sonntag feierte Diakon Norbert
verschiedenen Kompanien in Gruppen ein- den Kindern ein tolles Programm. Dabei Punter mit allen Teilnehmern und der Dorf-
geteilt, welche die Aufgabe hatten, sich eine erfuhren die Jungschützen und Jungmarke- bevölkerung auf dem Zeltlagerplatz einen
kreative Wette einfallen zu lassen, um diese tenderinnen einiges über die Bergrettung, Wortgottesdienst. Anschließend wurde die
dann am Nachmittag bei der Wetten-dass- und jeder durfte mit den Einsatzfahrzeugen Siegerehrung der Wetten-dass-Show durch-
Show vorzuführen. Am Samstag ging es zur mitfahren. Am Abend wurde den Jüngs- geführt und die Lagerfahne eingeholt. n

Pflersch von Richard Andergassen

Herz Jesu Notfonds finanziert Therapie für Jungschütze Elias Ralser
Jungschütze Elias Ralser aus Pflersch wurde am 31. Oktober 2002 geboren. Durch eine Plazentainsuffizienz musste er in der 34.
Schwangerschaftswoche mittels Kaiserschnitt geholt werden. Leider war dies bereits zu spät, sodass Elias bleibende Schäden
durch Sauerstoffmangel davongetragen hat. Seine Leidensgeschichte begann.

er sich in Reggio Emilia einer Operation
an Beinen und Knien unterziehen. Er trägt
tagsüber 2 Streckschienen der Beine sowie
ein Korsett, damit er den Oberkörper auf-
recht halten kann. Er ist mit zwei Krücken
ohne Hilfsperson mobil, jedoch gestaltet
das Gehen sehr große Probleme. Aufgrund
der Schmerzen, fehlender Beweglichkeit der
Knie und der Füße sowie um den Ober-
körper wachstumsbedingt zu unterstützen,
sind zahlreiche Physiotherapie-Sitzungen
erforderlich. Der Vorstand des Herz Jesu
Notfonds hat unlängst beschlossen, die
Kosten für 50 Therapiesitzungen zu über-
nehmen. Kürzlich überbrachten Obmann
Paul Bacher und sein Stellvertreter Hubert
Im Bild (v.l.): Johann Ralser (Vater), Rosmarie Öttl, Hubert Straudi, Jungschütze Elias Ralser, Straudi vom Herz Jesu Notfonds sowie
Obmann Paul Bacher, Hptm. Reinhard Öttl, BzMjr. Rudolf Lanz sowie Schwester Leni und Bezirksmajor Rudolf Lanz und Hptm. Rein-
Mutter Margareth Ralser. hard Öttl den symbolischen Hilfsscheck in
Höhe von 3.500,- Euro.
Mühsam musste er alles mit Hilfe von Phy- sche Diplegie diagnostiziert. Er hat dadurch Jungschütze Elias sowie die ganze Familie
siotherapie, Ergotherapie und Logopädie Bewegungseinschränkungen an Füßen, Ralser freuten sich sehr und bedankten sich
erlernen. Zudem wurde bei ihm eine spasti- Beinen, Armen und Händen. 2017 musste herzlich für die Hilfe. n

Gottlieb Gatt nungen begleiteten ihn auf Johann Laner zurück. Sein Fleiß, der Ehrgeiz,
† 12. DEZEMBER 2017 - VALS seinem letzten Weg. n † 24. JÄNNER 2018 - OLANG die Pünktlichkeit und v.a. die
Die SK Vals - St. Jodok trauert Die SK Peter Sigmayr Olang Bereitschaft zur Mithilfe bei
um ihren Fähnrich Gottlieb trauert um Johann Laner, der Festen zeichneten ihn aus.
Gatt, der im Alter von 63 kurz vor seinem 85. Geburts-
Jahren nach kurzer schwerer tag im Kreise seiner Familie
Krankheit von uns gegangen verstorben ist. Der „Pracken
ist. Gottlieb trat im Jahre 1974 Hans“, wie man ihn kannte,
in die Schützenkompanie ein bewirtschaftete jahrelang die
und war über fünfundzwanzig Prackenhütte oberhalb von
Jahre lang deren Fähnrich. Vor Geiselsberg. Er war Grün-
ungefähr vier Jahren wurde er dungsmitglied im Jahre 1959
zusätzlich zum Bataillonsfähn- und wurde 2009 für 50 Jahre
rich des Bataillons Wipptal-Ei- Mitgliedschaft geehrt. Aus
senstecken gewählt. Zahlreiche gesundheitlichen Gründen zog
Schützen und Fahnenabord- er sich in den letzten Jahren
N° 5 | Oktober 2018

36 Für langjährige Treue WURDEN GEEHRT ...

15 Jahre
Peter Eder und Thomas Eder (Assling); René Gsaller (Hopfgarten
Termine 2018
in Def.); Franz Matthias, Franz Ulrich, Ptf. Günther Kaidisch 14. Oktober 53. Tiroler Schützenwallfahrt, Absam
und Andreas Wanker (Mühlau); Hannes Volgger, Ewald Wid-
mann, Florian Widmann, Viktoria Stampfl und Klaus Silgoner 24.-25. Oktober Offiziersausbildung 2018, Bildungshaus
(Rodeneck); Ptf. Harald Mayer (Speckbacher SK Alter Schieß- St. Michael
stand); sowie Katrin Klotz (Walten) 25. Oktober Großer Zapfenstreich zum Nationalfeiertag,
Innsbruck
25 Jahre 27. Oktober 40-Jahrfeier mit Törggeleball, Klausen
Michael Peinter, Christian Unterweger und Hannes Markl
2. November Tiroler Landesgedenkfeier, IBK/Berg Isel
(Assling); Walter Wurnitsch und Gerhard Lercher (Pradl); Stefan
Albertini, Franz Lanziner, Franz Palaoro, Martin Robatscher, 3. November Gemeindekongress Kongresshaus, Innsbruck
Jürgen Werth, Werner Zanotti und Jürgen Zorzi (Neumarkt); 4. November Gedenktag in den Gemeinden
sowie Armin Klotz (Walten) 10. November Bundesausschuss-Sitzung
20. November
40 Jahre
Generalversammlung Eusalp
25. November Franz-Höfler-Gedenkfeier, Lana
Karl Unterweger, Alois Markl, Erich Stocker (Assling); Josef
8. Dezember Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier, St. Pauls
Gratl, Gehard Staud und Alois Wieser (Gries a. Br.); Engelbert
Gsaller (Hopfgarten in Def.); Gerhard Kirchmayr (Mühlau); 16. Dezember Dr. Josef-Noldin-Gedenkfeier, Salurn
Karl Dorigoni (Neumarkt); Paul Pirchner (Reutte); Walter Pixner
(Walten); Arthur Delladdio, Bruno Demetz, Hermann Demetz,
Mainrad Insam, Luis Linder, Emil Mussner, Giampaolo Mussner,
Franco Nocker, Alois Nocker, Reinhold Nocker, Vinzenz
Oberhollenzer und Josef Paratoni (Wolkenstein)

50 Jahre
Hptm. Hubert Holzbaur und Gottfried Marcher (Mühlau); Alois
Ortner und Ludwig Zathamer (Hopfgarten in Def.); Johann Mair
(Gries a.Br); EHptm. Albert Kern, Olt. Franz Gatt und Gottfried
Kreidl (Vals-St. Jodok)

55 Jahre
Hermann Blassnig (Hopfgarten in Def.)

60 Jahre
Johann Markl (Assling); Franz Jenewein (Gries a. Br.); Anton

Impressum
Pfeifer (Pradl); Oj. Bruno Rudigier (Reutte); Ludwig Rieder und
Franz Amort (Rodeneck)

Anschriften der Schriftleitungen:

65 Jahre Bayern: Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau,
Tel. 08825/9219560, Fax 08825/9219561 E-Mail: baur-wallgau@gmx.de
Josef Pichler (Gries a. Br.); Zgf. Christian Hell und Zgf. Hermann Nord-/Osttirol: Franziska Jenewein, Gschnitz 140, A-6150 Gschnitz,
Marksteiner (Mühlau) Tel. 0664/88265867, E-Mail: zeitung@tiroler-schuetzen.at
Süd-Tirol: SSB, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,
Tel. 0471/974078, E-Mail: presse@schuetzen.com
Redaktionsschluss ist der jeweils letzte Tag der Monate Februar, April,
Juni, August, Oktober und Dezember.
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urheber-
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werden.
Die Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben.
Eigentümer und Herausgeber:
Bund der Tiroler Schützenkompanien, Brixner Str. 2, Innsbruck, und
Südtiroler Schützenbund, Schlernstr. 1, Bozen
Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortlicher
Schriftleiter im Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staffler. Die Tiroler
Schützenzeitung versteht sich als Mitteilungsblatt des Südtiroler
Schützenbundes, des Welschtiroler Schützenbundes, des Bundes der
Tiroler Schützenkompanien und des Bundes der Bayerischen Gebirgs-
schützenkompanien. Schriftleiter SSB: Mjr. Günther Mairhofer; BGSK:
Hptm. Hans Baur; BTSK: Franziska Jennewein, WTSB: Enzo Cestari
Druck: Karodruck, Frangart

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