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Manifest


Wer
in
der
Demokratie
schläft,
wacht
in
der
Diktatur
auf.


10
Forderungen
an
die
Politik

Eine
lebenswerte
Zukunft
ohne
Ausbeutung
und
Zerstörung
braucht
Regeln
–

und
Mut
zur
Veränderung:
Zehn
vertretbare
und
im
besten
Sinne
utopische

Vorschläge
für
mehr
Freiheit,
Gleichheit
und
Geschwisterlichkeit.
Und
für
den

Anspruch,
dass
die
Welt
uns
allen
gehört!


1.
Freiheit
schaffen!

Kein
Mensch
darf
in
seiner
Freiheit,
zu
kommen,
zu
gehen
oder
zu
bleiben,
eingeschränkt
werden.

Niemandem
darf
verboten
werden,
egal
wo,
wie
und
mit
wem
zu
leben,
‐
es
sei
denn,
um
im
Rahmen

demokratisch
gefasster
Rechtsnormen
zu
verhindern,
dass
er
oder
sie
die
Freiheit
oder
Sicherheit

anderer
gefährdet.
Viel
mehr
als
für
Kapital
und
Waren
müssen
Grenzen
vor
allem
für
Menschen

offen
sein.


2.
Ungleichheit
begrenzen!

Grenzenloser
Reichtum
schafft
Armut,
Umweltzerstörung
und
Machtmissbrauch
und
macht
fast

niemanden
glücklich.
Wenn
kein
Mensch
mehr
als
zum
Beispiel
das
20‐fache
eines
anderen
bzw.
des

gesetzlichen
Mindestlohns
verdienen
darf,
und
sich
keine
Privatperson
mehr
als
eine
maßvolle

Obergrenze
an
Vermögen
aneignen
kann,
erhöht
das
den
Wohlstand
für
alle
und
ermöglicht
die

gleichberechtigte
Teilnahme
an
demokratischen
Prozessen.



3.
Solidarität
belohnen!

Erziehung,
Schule,
Wirtschaft
und
politische
Institutionen
müssen
geschwisterliches
und
solidarisches

Verhalten
vorleben
und
belohnen.
Statt
Konkurrenz
und
Ellbogentechnik
werden
in
den
Lehrplänen,

bei
der
Vergabe
öffentlicher
Mittel
und
in
der
Gesetzgebung
Großzügigkeit,
Kreativität,

Eigenverantwortung,
ökologisches
Bewusstsein,
Respekt
und
Mitgefühl
gefördert.



4.
Diskriminierung
verhindern!

Jeder
Mensch
hat
das
Recht,
anders
als
andere
zu
sein
und
zu
leben,
und
die
Pflicht,
andere
in
ihrer

Unterschiedlichkeit
zu
respektieren.
Vielfalt
in
all
ihren
Aspekten,
insbesondere
die
Vielfalt
von

Meinungen,
aber
auch
der
Erhalt
ökologischer
Vielfalt,
wird
aktiv
gefördert.
Diskriminierung,
egal
ob

sie
sich
wirtschaftlich,
politisch,
kulturell
oder
emotional
äußert,
wird
ebenso
wie
grausames

Verhalten
gegenüber
anderen
Lebewesen
oder
der
Umwelt
sanktioniert.


5.
Demokratie
stärken!

Nationalstaaten
verlieren
an
Bedeutung.
An
ihre
Stelle
treten
einerseits
regionale

Verwaltungseinheiten
(
z.B.
Gemeinden,
Landkreise,
Bezirke).
Diese
lösen
gesellschaftliche
Aufgaben

unter
Beteiligung
aller
dort
gerade
lebenden
Menschen
jeder
Altersstufe,
die
zur
Mitbestimmung

ermutigt
werden
können.
Nur
was
hier
nicht
lösbar
ist
–
allen
voran
global
wirksame
Sozial‐,

Menschen‐
und
Umweltrechte
sowie
multilaterale
Verteilungsfragen
und
Konflikte
–,

wird

andererseits
von
übernationalen
Institutionen
wie
der
EU
und
UNO
geregelt,
die
dafür

demokratisiert
und
gestärkt
werden
müssen.



6.
Grundversorgung
für
alle!

Lebenswichtige
Bereiche
stehen
allen
zur
Verfügung
und
werden
von
den
NutzerInnen
demokratisch

mitgestaltet:
Jeder
Mensch
hat
unabhängig
von
Status
und
Herkunft
Zugang
zu
qualitätsvollen

Einrichtungen
wie
Trinkwasser‐
und
Gesundheitsversorgung,
Bildung
und
Kultur,
öffentlichen

Räumen
und
Infrastruktur,
Kommunikation,
Information
und
Natur
sowie
das
Recht
auf

Grundsicherung
und
Rente.


(cc)
Klaus
Werner‐Lobo:
Uns
gehört
die
Welt!
Macht
und
Machenschaften
der
Multis.
Hanser
2008

http://unsdiewelt.com


Manifest


7.
Steuergerechtigkeit
schaffen!

Um
dies
finanzieren
zu
können,
werden
Vermögen
und
Einkünfte
aus
Kapitalbesitz
mindestens
so

hoch
besteuert
wie
Einkommen
aus
Arbeit.
Alle
Einkommen
einer
Person
werden

zusammengerechnet
und
gemeinsam
einer
progressiven
Einkommenssteuer
unterworfen:
Wer
mehr

hat,
zahlt
mehr
fürs
Gemeinwohl.
Finanztransaktionen
werden
reguliert
und
besteuert,
Steueroasen

geschlossen.


8.
Soziale
und
ökologische
Kostenwahrheit
herstellen!

Alle
Kosten
für
mögliche
Sozial‐,
Umwelt‐
und
Gesundheitsschäden,
die
ein
Produkt
verursachen

kann
–
von
der
Herstellung
bis
zur
Nutzung
und
Entsorgung
–
werden
nach
dem
Verursacherprinzip

in
den
Preis
dieses
Produktes
eingerechnet.
Das
macht
Ausbeutung
sowie
schädliche
Technologien,

Güter
und
Transporte
teuer,
während
nachhaltige,
faire
und
regionale
Wirtschafts‐
und

Energieformen
billiger
werden.


9.
Verbindliche
Regeln
für
den
Welthandel
definieren!

Für
global
gehandelte
Rohstoffe,
Produkte
und
Dienstleistungen
gelten
verbindliche
Regeln
des

fairen
Handels:
internationale
Arbeits‐,
Umwelt‐
und
Menschenrechte,
Steuer‐
und

Antikorruptionsgesetze.
Wer
sich
nicht
daran
hält,
muss
sich
vor
internationalen
Gerichten

verantworten.


10.
Gemeinwohl
statt
Profitgier!

Als
Ziel
wirtschaftlicher
Tätigkeit
muss
das
allgemeine
Wohl,
nicht
der
maximale
Gewinn
von

Einzelnen
definiert
werden
–
ähnlich
wie
im
Fairen
Handel
oder
bei
gemeinnützigen
Vereinen.
Das

nützt
allen
–
UnternehmerInnen,
Beschäftigten,
KonsumentInnen
und
der
Umwelt.
Gesetze
und

Steuersysteme
belohnen
soziales
und
umweltverträgliches
Verhalten
sowie
die
demokratische

Mitbestimmung
in
Unternehmen.



(cc)
Klaus
Werner‐Lobo:
Uns
gehört
die
Welt!
Macht
und
Machenschaften
der
Multis.
Hanser
2008

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