Schweizer

Wirtschaftsbrief
18. Oktober 2010

Warum nicht Wetterschutz statt Klimaschutz?
Nun schwillt er wieder an, der Bockgesang vom „Weltuntergang“, denn Angst ist seit Urzeiten ein sehr probates Mittel der Politik. Die nächste globale UN-Klimakonferenz im mexikanischen Badeort Cancun wirft ihre publizistischen Schatten voraus. Diesmal ist es die Umweltstiftung WWF, die einen Bericht „Living Planet Report“ vorstellte und feststellte: „Der Erde geht’s schlecht!“ Über die Nachrichtenagentur dpa wurde verbreitet, dass der Gesundheitszustand der Erde alarmierend ist, eine Milliarde Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser haben, dass die Artbestände der Tropen seit 1970 um 60 % geschrumpft und 70 % aller Fischbestände bedroht seien. Der WWF-Bericht wurde in einem Berliner Kaufhaus vorgestellt, „um auf den für die Zerstörung der Natur maßgeblich verantwortlichen Konsum aufmerksam“ zu machen. Nun die Rechnung des WWF: Würde die Erde naturverträglich und gerecht aufgeteilt, bekäme jeder Mensch eine Nutzfläche von etwa 1,8 globalen Hektar (gha). Seit den 1970er Jahren aber überschreitet die Menschheit die jährliche Biokapazität der Erde deutlich und braucht durchschnittlich 2,7 gha pro Kopf. Der ökologische Fußabdruck ist damit 1,5 Mal so groß wie er bei naturgemäßem Verbrauch sein dürfte. Ende der vielen Konjunktive, denn nachprüfen kann diese Aussagen kein Mensch. Soll er auch nicht, denn es kommt einzig auf die psychologische und damit politisch instrumentalisierbare Wirkung an. Ist der globale Hektar so etwas wie der globale Niederschlag? Auch die Vereinten Nationen sind nicht untätig. Ganz zufällig halten sie im japanischen Nagoya eine UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt ab. Es mangelt nicht an Appellen zum Artenschutz mit dem Ziel, dass sich die Staaten auf eine Strategie zum Schutz

der Artenvielfalt einigen und auf ein verbindliches Protokoll gegen die sogenannte Biopiraterie verabschieden. Ausnahmsweise ist nicht Gleichheit gefragt, sondern Vielfalt! Vergleicht man die Aktionen der UN, den Kampf um den Schutz der Artenvielfalt und den Kampf um den Schutz des Globalklimas, dann können die Widersprüche nicht größer sein. Die Artenvielfalt oder die Biodiversität sind mitsamt der extrem unterschiedlichen Biokapazität der zahlreichen Biotope ein Ausdruck und eine Folge der Klimadiversität auf der Erde. Die Klimadiversität wiederum ist Ausdruck der großartigen Wetterdiversität oder Wettermannigfaltigkeit auf der Erde.

Nach der Definition der UN über die Weltorganisation für Meteorologie in Genf (WMO) ist das Klima an einem Ort der Ausdruck des mittleren Wettergeschehens einer Zeitspanne von 30 Jahren. Praktisch jeder Ort auf der Erde hat auch wegen der topographischen Vielfalt ein unterschiedliches Klima. Die Klimavielfalt bedingt die Vielfalt an Arten! Wer von diesen naturgegebenen Feinheiten abstrahiert und ein Monstrum „Globalklima“ daraus ermittelt, um dann als weltpolitisches Ziel die „globale Klimagerechtigkeit“ zu propagieren, der handelt widersprüchlich und unlogisch. Er handelt typisch ideologisch in der stillen Erwartung, dass die vielen Ängste ihre Wirkung zeigen, den Verstand lähmen und nur eine verschwindende Minderheit die nötige Kombinationsfähigkeit an den Tag legt dem amerikanischen Physikprofessor Harold und diese Widersprüchlichkeiten aufdeckt. Lewis eindrucksvoll bestätigt. In seinem an Diese Minderheit wird den schier aus- die Amerikanische Physikalische Gesellschaft sichtslosen Kampf gegen der herrschenden gerichteten Austrittsschreiben bezeichnete er Zeitgeist aufnehmen müssen. Sie wird gegen die Behauptung der menschlich verursachten das umweltpolitische Meinungskartell kaum Erderwärmung als den „größten und erfolgeine Chance haben und auch das Parteien- reichsten pseudowissenschaftlichen Betrug, kartell nicht aufspalten können, denn hier ist den ich während meines langen Lebens geseder Irrglaube an den Klimaschutz so tief verin- hen habe“. In Wirklichkeit handelt es sich um nerlicht, dass auch parteiinterne Kritik sofort einen knallharten, vorsätzlichen wissenschaftauf Abwehrreaktionen stößt. Dies widerfuhr lichen Betrug mit pseudowissenschaftlichen jüngst der umweltpolitischen Sprecherin der Argumenten! Dies geht allein aus der Tatsache CDU/CSU-Fraktion, Marie-Luise Dött MdB. Sie hervor, wie der Begriff „Klima“ definiert ist. hatte gewagt zu sagen, dass von freier Wis- Klima ist eine vom Wetter abgeleitete Größe, senschaft bei der Klimaforschung keine Rede mithin eine Abstraktion ohne Wirklichkeitssein könne. Sie wurde als „peinliche Witzfi- bezug wie das aktuell ablaufende Wetter! gur“ hingestellt, die „absoluten Irrsinn“ rede Harold Lewis hat mit seinem mutigen und sofort abgelöst werden müsse. und längst überfälligen Schritt das bestätigt, Doch kaum hatte Frau M-L. Dött diese was bereits im Jahre 2000 der Präsident der Wahrheit ausgesprochen, da wurde sie von Max-Planck-Gesellschaft e. V., der Konstanzer

Biologieprofessor Hubert Markl, öffentlich bekannt hatte. „Lug und Trug sind integrale Bestandteile des Forschens“! Jeder des logischen Denkens fähige Wissenschaftler, das gilt bereits für alle studierfähige Abiturienten, muss zwischen der Realität und den von ihr statistisch abgeleiteten Abstraktionen unterscheiden können. Die Realität heißt Wetter! Meine Damen und Herren Politiker: Wirklicher Klimaschutz fängt mit dem Wetterschutz an! Schließlich soll das Wetter besänftigt werden, sollen Wetterkatastrophen wie Hitze, Kälte, Dürre, Nässe vermindert werden. Ich fordere Wetterschutz, den Schutz des Wetters und nicht des Klimas, das ohnehin erst berechnet werden kann, wenn 30 Jahre Wetter mitsamt den üblichen Kapriolen vorüber sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Oppenheim, den 18. Oktober 2010 Dr. Wolfgang Thüne

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