E

s ist kein Geheimnis. Der Musikindustrie geht es schlecht. Die CD-Verkäufe schrumpfen, die Gewinne werden kleiner, den Majors steht das Wasser bis zum Hals. Erst kürzlich ist EMI knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Allein in den vergangenen zehn Jahren sank der Absatz von rund 209,7 Millionen verkaufter CDs um knapp ein Drittel auf rund 145,1 Millionen Stück. Fragt man nach den Gründen für die Misere, bekommt man immer dieselbe Antwort: Das Internet sei Schuld. Und die bösen Nutzer, die sich alles illegal aus dem Netz saugen und dafür keinen Cent bezahlen. Ihr kennt diese Leier. Ich muss gestehen, mir geht das ziemlich am Arsch vorbei. Mich würde es wenig stören, wenn die großen Labels über die Wupper gingen. Für Punk spielt das keine Rolle, ob es EMI gibt oder nicht. Um eine Punkplatte zu veröffentlichen, braucht es kein Majorlabel mehr. DIY lebt. Und trotzdem könnte es damit irgendwann vorbei sein. Denn nicht nur Platten von Lady Gaga, Britney Spears, Eminem oder Motörhead werden über Tauschbörsen oder Rapidshare aus dem Netz gesaugt, auch Alben von Pascow, Knochenfabrik, D.O.A. oder Bildungslücke erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Internet ist ein großer Gemischtwarenladen, in dem es jede Platte

für umme gibt. Sei es, dass jemand was in seinem Blog hochgeladen hat, dass sich tausende Nutzer in Foren die Alben hin und her schieben und wenn gar nichts mehr geht, das gute alte Soulseek hat noch jede Platte ausfindig gemacht. Wer will bekommt jede Punkplatte irgendwo im Internet als kostenlosen Download. Man muss manchmal nur ein bißchen suchen. Copy kills Music ruft die große Industrie immer. Alles nicht so schlimm, in den 80er Jahren wurden doch auch Alben auf Tape kopiert und hin und hergetauscht, sagt die andere Seite. Stimmt, aber in den 80ern war das Tapetauschen meist auf den Freundeskreis beschränkt. Zwar gab es auch Leute, die richtige Tauschlisten hatten und die verschickten, doch allein der Aufwand, Tapes zu überspielen, in einen Umschlag zu packen und wegzuschicken, was Porto kostete, verhinderte, dass die Tauscherei allzu große Ausmaße annahm. Das Internet dagegen ist global. Der Aufwand geht gegen null. Einfach Bandname bei Google eingeben und Rapidshare dahinter geschrieben und ihr werdet fündig werden. Mit dem Resultat, dass es auch für Punklabels immer schwieriger wird ihre Alben zu verkaufen. Ich glaube nicht, dass das allein an den

Downloads liegt. Die Flut an neuen Platten, die Monat für Monat auf die Menschheit losgelassen wird, spielt da sicher auch eine Rolle. Ich denke aber, dass für viele dieser kostenlos Effekt trotzdem der Grund ist, sich die Sachen zu saugen statt zu kaufen. Passt ja auch wunderbar zu dem antikommerziellen Anspruch, der an Punk in weiten Teilen gestellt wird. Außerdem gelten auch in der Punkwelt Labels oft als Halsabschneider, die sich von ihren Platteneinnahmen ein goldenes Näschen verdienen und davon in Saus und Braus leben. Aber zumindest in Deutschland ist das schlichtweg falsch. Klar gibt es einige größere Labels und Mailorder, die davon leben. Aber reich ist keiner von denen. Mit viel Leidenschaft, die oft Selbstausbeutung gleicht, kommen viele geradeso über die Runden. Und die kleineren Labels können erst recht nicht davon leben. Die machen das aus Liebe zur Musik, um was für die Szene zu tun und manchmal vielleicht auch um sich ein wenig selbst darzustellen. Finanziell geht es nur darum, die Kosten zu decken und ein paar Euro überzuhaben, die in die nächste geile Platte gesteckt werden können. Da bringt es wenig, wenn die Platten die Downloadcharts stürmen und zuhause die Plattenkisten einstauben. Irgendwann lässt man es halt bleiben, wenn man nur noch draufzahlt, und wieder ein Label verschwindet. Und wie ist es mit den Bands? Die könnten davon doch profitieren. Zwar werden ihre Alben vielleicht weniger gekauft, aber sie könnten über das Internet viel mehr Leute erreichen, als mit einer Platte, die vielleicht in 500er oder 1000er Auflage erscheint. Und mit steigender Bekanntheit durchs Internet, kommen mehr Leute zu den Konzerten, wo vielleicht ein paar T-Shirts mehr verkauft werden. Das mag stimmen, wenn man sich anschaut, welches Ausmaß das Merchandise bei manchen Bands angenommen hat. Manche Bands haben ganze Boutiquen mit auf Tour, aber keine CDs oder LPs. Aber ob kleine Bands deshalb wirklich so viel T-Shirts mehr verkaufen? Ich weiß es nicht.

Eine Plattenproduktion ist teuer. Die Aufnahme muss bezahlt werden, die Platten müssen gepresst werden, die Cover und Einleger gedruckt werden. Da kommt schnell eine vierstellige Summe zusammen. Dafür braucht man heutzutage nicht mehr ins Studio gehen. Das kann man auch im Proberaum mit einem Computer und der richtigen Software machen. Aber den Unterschied hört man schon, ob eine Platte von jemandem mit Ahnung aufgenommen wurde oder vom Kumpel, der die neuste Version von Audacity ausprobieren will. Oder ganz auf Plattenveröffentlichungen verzichten und die Songs nur noch als MP3-Alben vertreiben. Will man das? Ich nicht. Ich will dann doch lieber Vinyl mit Cover und Textblatt. Und wer braucht eigentlich überhaupt Labels? Kann doch jede Band selbst ihre Aufnahmen auf Platten pressen und vertreiben. Oder gleich ganz darauf verzichten und ins Internet stellen. Ja kann man. Klar. Aber gute Labels vertreiben ja nicht nur einfach Musik. Die stehen auch für einen bestimmten Sound, für eine bestimmte Haltung. Es gibt Labels, deren Platten kaufe ich, auch wenn ich die Band nicht kenne. Einfach, weil ich weiß, das Label bringt fast immer geilen Scheiß heraus. Ich fände es schade, wenn diese Labelkultur verschwinden würde. Und ob Internetlabels das ersetzen können? Es wird auf jeden Fall nicht dasselbe sein. Und kein Vinyl. Doch ist das wirklich so? Oder spinne ich mir nur etwas zusammen? Bedrohen illegale Downloads wirklich die kleinen Labels oder profitieren die vielleicht sogar davon? Was sagen die Labelbetreiber dazu? Und wie ist das mit den Bands? Finden die es gut, wenn jemand ihre Songs ins Internet stellt, sie die Downloadhitparaden anführen, dafür vielleicht aber keine Platten mehr verkaufen? Und was sagen die dazu, die sich die Songs und Alben im Netz herunterladen, egal ob erlaubt oder nicht? Ich habe aus diesem Grund Micha von Plastic Bomb Records, Tobi von Twisted Chords, Michel von Wilde Zeiten, Amen 81, Pascow und einige Nutzer aus dem Schrabbelpunk-Forum, in dem fast alle aktuellen Scheiben zum Download bereitstehen, dazu befragt. Und ich bat Mika Reckinnen, der in seinem vorzüglichen Zine Alleiner Threat sich zu dem Thema auch seine Gedanken gemacht hat, seinen „Offenen Brief an Joachim Hiller“ hier noch einmal abdrucken zu dürfen. Ihre Ansichten dazu könnt ihr auf den FALK FATAL nächsten Seiten lesen.

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AS ::: TI MI C BO CHA: MB :: RE CO R

MICHA, WAS HALTET IHR VON MUSIKBLOGS ODER FOREN, DIE AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD ANBIETEN?

Im Internet bin ich viel zu selten unterwegs, um mir ein objektives Urteil zu erlauben. Ich habe keinen Überblick über die Dimensionen. Generell gibt es auf MySpace und LastFM genügend geile Musik, wenn man sich kostenlos mit gutem Stoff versorgen möchte. Insofern besteht nicht die Notwendigkeit unbedingt komplette Alben ins Netz zu stellen und sie zu saugen. Wenn Bands das freiwillig machen, dann ist das natürlich ´ne andere Kiste. Dann ist das natürlich super. Ansonsten hat mich das Thema lange Zeit nicht sonderlich beschäftigt, inzwischen nervt es mich aber. Gerade wenn man Platten (im Vertrieb) hat, die richtig cool sind, die einem selbst super gefallen, die auch fast jeder kennt, mit dem du sprichst, die aber fast keiner wirklich im Original besitzt. Es heißt immer „Früher hat man sich auch gegenseitig Tapes überspielt“. Klar, hat man. Aber es wurde nicht ein ganzes Album innerhalb weniger Stunden ein paar Dutzend Mal von anonymen Menschen von einem (anonymen) Server gesaugt. Man steckt ja immer so ein bisschen in diesem Zwiespalt. Ist das jetzt cool und Punk, dass man alles für umsonst bekommt? Oder ist das einfach rücksichtslose Abzocke und blanker Egoismus. Persönlich brauche ich keine Downloads. Sie sind mir so egal wie die Frisur von Guido Westerwelle. Downloads besitzen für mich keine Seele, das sind Durchgangsprodukte, Wegwerfgegenstände, alles ist sehr beliebig. Bei Platten, speziell bei Vinyl ist das anders. Platten besitzen eine Seele, mit

DS

ihnen verbindet mich eine Geschichte, an einer tollen Aufmachung kann ich mich ergötzen. Wer keine Kohle hat, dem kann man nie und nimmer verübeln auf Downloads zurückzugreifen. Bei allen anderen kann ich das ehrlich gesagt nicht verstehen. Ich hab schon abends auf einem Konzert aufgehört zu saufen, weil mich die Band so begeistert hat, dass ich mir von den letzten 10 Euro die Platte kaufen musste (!), ganz gleich ob ich die Songs auch im Netz finde.

MACHEN EUCH DIESE SEITEN EIN STÜCKWEIT DAS GESCHÄFT KAPUTT? UND WIE VEREINBART SICH DAS MIT DER VIEL BESCHWORENEN SOLIDARITÄT IM PUNK?

Die Punkszenen (es gibt ja nicht nur eine, sondern viele kleine) funktionieren im Kleinen genau so wie die übrige Gesellschaft. Es gibt solidarische Menschen und andere, die nur konsumieren ohne sich Gedanken zu machen. Einige interessieren sich für die Zusammenhänge und verstehen bzw. interpretieren sie. Bei diesen Leuten ist ganz klar eine gewisse Solidarität erkennbar. Vielen ist das vollkommen egal. Alles muss billig sein, am besten noch umsonst. Bands haben gewisse Kosten, Studios und Equipment müssen bezahlen werden. Proberäume kosten Miete. Autos / Busse müssen gemietet und betankt werden. Plattenpressungen kosten Geld, pi-pa-po... Aber soweit wird oft nicht immer gedacht. Es gibt halt Idealisten und Egoisten. Man kann jammern, es zur Kenntnis nehmen, ignorieren oder drauf scheissen. That´s life. „Geschäft” ist auch immer so ein irreführendes Wort. Ich kenne niemanden, der mit Punk wirklich Geld verdient. Alle Vertriebe, Labels, Bands, Fanzines krebsen am Existenzminimum herum, sind oft hoch verschuldet. Das ist Fakt. Ich würde mich freuen, wenn´s etwas anders wäre. Ist es aber nicht.

MERKT IHR DAS IN GESUNKENEN VERKAUFSZAHLEN ODER AUFLAGENHÖHEN?

Na klar merkt man das. Mitte der 90er konntest du noch jede x-beliebte Platte veröffentlichen und hast im Grunde immer locker mindestens deine 1.000 Exemplare verkauft. Das ist heute undenkbar. Selbst wirklich exzellente Bands gehen in der Masse der Veröffentlichungen gnadenlos unter, werden zum Teil noch nicht einmal bemerkt. Wir haben ein paar Bands auf unserem Label, von denen man sehr viele Platten verkauft kriegt, bei anderen ist das eher schwierig. CDs kauft im Grunde kaum noch jemand. Wir haben zuletzt 4 sehr unterschiedliche CDs veröffentlicht. 80s-Hardcore, Deutschpunk, NDW-Punk und Punkrock´n´Roll. Weil wir da Bock drauf haben. Wir waren nie auf eine Sub-Szene, auf eine spezielle Punk-Szene beschränkt, sondern hatten schon immer einen breit gefächerten Geschmack. Mit einer Ausnahme sind das alles wirklich sehr geile Sachen von bekannteren Bands, die auch live sehr gut ankommen. Interessiert aber kaum jemanden. Sehr sehr schade... Wir werden daher in Zukunft wohl kaum noch CDs selbst veröffentlichen, höchstens noch Co-Produktionen. Die LP wurde schon lange tot geredet, aber Vinyl ist nicht klein zu kriegen. Das ist im Grunde auch sehr cool, weil ich mir ausschließlich LPs kaufe. Aber LPs sind in der Herstellung natürlich 3-4x teurer als CDs. Es dauert also ewig bis man seine Kosten wieder drin hat. Und dieses finanzielle Polster ist eigentlich nicht vorhanden. So ist das mit der Katze und dem Schwanz.

GLEICHEN KOSTENPFLICHTIGE DOWNLOADS MÖGLICHE RÜCKGÄNGE IM PHYSISCHEN VERKAUF AUS?

Kostenpflichtige Downloads sind auf jeden Fall im Vormarsch. Das merken wir. Aber nur in sehr sehr kleinen Schritten. Mag sein, dass das in Zukunft noch besser läuft. Aber ob der Online-Verkauf wirklich den Verlust bei den Tonträgern ausgleicht... da bin ich eher skeptisch.

HÄUFIG HEISST ES, DASS SICH DOWNLOADER DIE PLATTEN, DIE IHNEN GEFALLEN, SPÄTER AUCH ALS CD ODER VINYL KAUFEN WÜRDEN? AUSSERDEM WÜRDEN DADURCH MEHR LEUTE AUF BANDS AUFMERKSAM, DIE DANN AUCH AUF KONZERTE GEHEN UND DORT MERCHANDISE KAUFEN WÜRDEN. KÖNNT IHR DAS BESTÄTIGEN?

Dass sich die Leute nach dem illegalen Downloaden später die Platten kaufen halte ich für Quatsch. Das mag in Einzelfällen so sein. Aber im Allgemeinen werden Sachen runtergeladen, werden gebrannt, weiter verbreitet, landen auf Mix-CDs undsoweiter. Die Bands werden dadurch wahrscheinlich wirklich populärer und profitieren davon. Die Leute gehen zu den Konzerten und kaufen sich auch Shirts. Das Label hat davon aber rein gar nichts. Es verkauft dadurch kaum eine CD/LP mehr. Wenn es die neue Gogol Bordello schon Wochen vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin im Internet gibt, dann kann man sich ausmalen, dass die bis zum eigentlichen Erscheinen für viele Leute fast schon kalter Kaffee ist. Die letzte SS-KALIERT LP/CD war in irgendwelchen illegalen Download-Charts schnell auf Platz eins. Aber bei der Band und dem Label liegen die Platten wie Blei im Regal.

schönes Artwork... eben eine liebevolle Aufmachung. Aber das kostet natürlich, und niemand hat Geld. So funktioniert der Teufelskreis. Spezialisierung ist auch eine Möglichkeit. Also das Labels sich auf eine bestimmte Art Musik beschränken und nur Crust oder Deutschpunk oder Oi! oder Ami-Hardcore etc. veröffentlichen. Das passiert ja größtenteils schon. So entwickelt ein Label ein Profil, und die Käufer wissen, was sie erwartet. Für das Plastic Bomb ist sowas allerdings vollkommen indiskutabel. Punk lebt von seiner Vielfalt und Verschiedenartigkeit. Wir möchten uns selbst nie derart langweilen, dass wir nur eine bestimmte Art Punk auf unserem Label veröffentlichen. Das macht es für uns schwieriger, aber auch reizvoller. Trotz und wegen der Risiken.

GEHT IHR GEGEN ILLEGALE DOWNLOADS AUF MUSIKBLOGS UND FOREN VOR?

Wir gehen nicht dagegen vor. Einerseits weil die Server meist in Ländern stehen, wo es keine rechtliche Handhabe gibt und du an die Leute sowieso nicht rankommst. Andererseits habe ich eine extreme Abneigung gegen staatliche Autoritäten. Es erfüllt mich auch nicht mit Genugtuung irgendwelche Leute vor Gericht zu zerren. Das ändert ja auch nichts am Bewusstsein.

WAS DENKST DU, WIE WERDEN PUNKLABELS IN ZEHN JAHREN IHRE MUSIK VERKAUFEN?

WIE REAGIERT IHR DARAUF? MIT MEHR MERCHANDISE DER EIGENEN BANDS UND BOOKING DEREN TOUREN?

Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht so genau, wie wir darauf reagieren sollen. Es gibt Überlegungen, aber es ist noch nichts spruchreif. Merchandise ist eventuell eine Möglichkeit. Booking eher nicht, weil das ´ne Menge Arbeit ist, und meistens zahlt man drauf. Das sollte man denen überlassen, die sich damit auskennen. Eine gute Aufmachung der Platten ist bestimmt eine Lösung. Farbiges Vinyl, DownloadCoupon beilegen, Buttons und Aufnäher dazu,

Keine Ahnung ob es in zehn Jahren noch Labels gibt. Ob Bands generell noch Labels benötigen, um ihre Musik zu vertreiben. Ich bin kein Visionär. Aber es bringt definitiv nichts, sich an dem festzuklammern was einmal war... an der guten alten Zeit (sofern es sie jemals gab). Alles ist in Bewegung und entwickelt sich ständig. Du kannst dich drauf einstellen, du kannst mitmachen, Alternativen entwickeln, Nischen kultivieren oder untergehen. So wie immer. MICHA (Plastic Bomb Fanzine/Records)

ST DU VON TOBI, WAS HÄLT FOREN, DIE ER MUSIKBLOGS OD FFENTLICHUNGEN ZUM AKTUELLE VERÖ WNLOAD ANBIETEN? KOSTENLOSEN DOen, dass ich da als

sind aber nicht Blogs o.ä. schuld und das lässt sich vor allem auch nicht mehr ändern. Damit müssen wir lernen umzugehen, auch wenn es vielleicht schwer nachvollziehbar ist...

steh .) recht Ich muss ge ja auch bin… iegend ent (der ich Konsum ufe mir vorw n. Ich ka en altmodisch bi d in selten zu CDs un l, ab und icht eine Viny vielle e ich mir tz, Fällen saug be aus dem Ne ich schon ha oder auf den Platte die nen Auto zu bren um sie für`s zu ziehen… f Musikblogs MP3-Player und an mal au die h schaue ab Ic dnung, wenn nde es in Or atten vorbei und fi nd, die Pl gemacht si etc., Sachen gut gerippt sind nicht s germaßen ok eini mich da teressiert ch ansonsten in h mich da no ren kenne ic Form seine iter. Mit Fo we der aus… Wer in gen viel weniger das meinetwe en will, soll , Musik bezieh chvollziehen es nicht na en, ich kann mach cht… aber auch ni muss ich ja

Ich bemerke generell sinkende Verkaufszahlen und Auflagenhöhen, glücklicherweise weniger schlimm als bei den Major-Labels, aber ich bemerke es. Dafür gibt es sicherlich mehrere Gründe, siehe oben.

MERKST DU DAS IN GESUNKENEN VERKAUFSZAHLEN ODER AUFLAGENHÖHEN?

E SEITEN EIN MACHEN DIR DIES SCHÄFT KAPUTT? GE STÜCKWEIT DAS BART SICH DAS VEREIN UND WIE BESCHWORENEN MIT DER VIEL IM PUNK? SOLIDARITÄT

Ich glaube nicht, dass solche Seiten die Verkäufe ruinieren. Fakt ist, dass die Verkäufe zurück gehen, teilweise sogar sehr massiv. Ob das jetzt an generellem Desinteresse, Wirtschaftskrise, verschärfenden sozialen Zuständen und weniger Geld bei den Leuten, Downloads, Brennern, einer ganz neuen Generation von Musikkonsumenten, der hoffnungslosen Überproduktion im Punk/HC-Bereich oder der Schlechtigkeit der Welt liegt, weiss ich nicht. Es mag Leute geben, die über Blogs etc. Platten auschecken und sie bei Gefallen dann auch wirklich kaufen, das finde ich absolut legitim. Und es mag Kids geben, die noch nie eine richtige Platte in der Hand hatten und für die Musik nur als Daten auf dem Rechner existiert. Daran

Was Konzerte und Merchandise angeht, kann ich für bin ich urteilen, da aber die r begrenzt be das nu terwegs. Da den Bands un dingt zu wenig mit n nicht unbe auf Konzerte genen Jahren sucherzahlen Be rgan nd in den ve ll), würde ich explodiert si der Fa genteil ist e wird sicher (eher das Ge n. Merchandis Level, eher verneine das lt auf dem ft, aber ha nzert eher verkau nach dem Ko e früher haben, heute ss Leute, di da nommen ne CD mit ge n sich vielleicht ei Verkäufe habe ren kaufen. Die auf den ande ein T-Shirt m Bereich nur von eine also die Downloader, verschoben. t Sicherheit nd aufmerksam d es gibt mi Ba Un auf eine neue auch dadurch eher vielleicht haben d die dann werden un er auch da ine Frage. Ab rschoben: supporten, ke n einfach ve Wahrnehmunge sich die

EIN HÄUFIG GENANNTES ARGUMENT LAUTET, DASS SICH DOWNLOADER DIE PLATTEN, DIE IHNEN GEFALLEN SPÄTER AUCH ALS TONTRÄGER KAUFEN WÜRDEN? AUSSERDEM WÜRDEN MEHR LEUTE AUF BANDS AUFMERKSAM UND AUF DEREN KONZERTE GEHEN UND DORT MERCHANDISE KAUFEN. IST DAS WIRKLICH SO?

Nein, überhaupt nicht. Und ich lege auf die Downloads auch keinen großen Wert und bewerbe die auch nicht weiter. Grundsätzlich gibt es den Kram auch bei iTunes und Co. zu kaufen und ich freue mich, wenn da ein bisschen was geht, weil es einfach ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen ist. Aber weder gleicht es aus, noch interessiert es mich sonderlich…

GLEICHEN KOSTENPFLICHTIGE DOWNLOADS RÜCKGÄNGE IM PHYSISCHEN VERKAUF AUS?

Früher haben die Leute Platten gekauft, die gute Reviews in Fanzines bekommen haben oder von denen ihnen erzählt wurde, heute verlieren eben Magazine an Relvanz und Du ziehst Dir erst mal das Album und kaufst es dann vielleicht. Times are changing.

WIE REAGIERST DU MIT TWISTED CHORDS DARAUF? MIT MEHR MERCHANDISE DER EIGENEN BANDS UND BOOKING DEREN TOUREN?

Booking mache ich nur in Ausnahmefällen, Merchandise begrenzt. Insofern reagiere ich gar nicht, sondern kämpfe weiterhin mit Musik auf physischen Tonträgern, weil es einfach das ist, was mich interessiert und warum ich ein Label gegründet habe. So lange das finanziell irgendwie geht und ich Bock habe, geht das weiter und wenn es irgendwann anders ist, dann ist es halt so....

GEHST DU GEGEN ILLEGALE DOWNLOADS AUF MUSIKBLOGS UND FOREN VOR?

Nein, das ist Quatsch und würde auch überhaupt nichts bringen. Wir haben verdammt noch mal 2010, es gibt das Internet, es gibt Downloads, es gibt Brenner und das wird auch niemand mehr ändern – und das ist auch gut so. Bei den meisten Blogs kannst Du Dich ja sogar melden, wenn Du die Sachen da nicht stehen haben möchtest, selbst das mache ich aber nicht, wer das Ding nur als Daten auf dem Rechner haben will, soll das meinetwegen ziehen. Ich freue mich derweil über Cover, Booklets und Platten in der Hand.

WAS DENKST DU, WIE WERDEN PUNKLABELS IN ZEHN JAHREN IHRE MUSIK VERKAUFEN?

Keine Ahnung, einen kleinen Teil mit Sicherheit weiter auf Vinyl, weil es einfach immer Leute geben wird, die das geil finden und sammeln und sich dafür begeistern können. Vielleicht im Moment sogar wieder mit steigender Tendenz, zumindest werden angeblich wieder mehr Platten gepresst. In wie weit es die CD da noch geben wird, weiss ich nicht, bei der aktuellen Entwicklung wahrscheinlich eher nicht oder nur sehr marginal. Vielleicht kaufen wir dann Festplatten oder haben Download-Flatrates oder was weiss ich.... TOBI (Twisted Chords)

nloadseite, ein Schrabbel-Punk.me ist len e Dow Scheiben en alt auf der ihr neben vie aktuelle Punkalbum so ziemlich jedes erdem gibt es noch auch herunterladen könnt. Auß g um Punk, Politik ein Forum, in dem fleißi so einfällt, und was einem sonst nochIn dem Forum hatte diskutiert werden kann. mit Nutzern von ich eine kleine Umfrage Downloads geführt, Schrabbel-Punk zum Thema Seiten nachlesen die ihr auf den folgenden könnt.

WARUM LADET IHR EUCH MUSIK BEI SCHRABBEL-PUNK ODER ANDEREN FOREN UND BLOGS HERUNTER?
SIN: BadNenndorfPunk1990:

Ich lade Mukke runter, um den Horizont zu erweitern und Bands kennenzulernen. So ein Scheiss wie Myspace reicht da nicht mit nur meist 5 Songs. Scheiss-Mukke wird eh gleich wieder gelöscht. Weil ich meist ziemlich pleite bin. Und naja,

zum reinhören in die Alben gibts nix besseres. Man lernt viele neue Bands kennen K n o c h e n f a b r i k a n t : Früher hab ich stellenweise für 300-400 Mark Platten und LPs aus Katalogen bestellt, einfach auf Verdacht oder weil es irgendein Fanzine als toll bewertet hat. Zu 80 Prozent wars dann Rotz und gammelte nur im Schrank. In erster Linie lade ich nur Bands in die ich mal reinschnuppern will und wenn es gut ist, wird auch noch viel gekauft. Allerdings fast nur noch Vinyl. Aber nur wegen der Sammlung. Meistens dudeln bei mir die MP3s A s b e s t : Einfach nur, um zu schaun bei welchen Bands sich der Kauf der CD oder ein Konzert lohnt und welche Schrott sind. Man kann doch nicht erwarten, dass sich jemand von jeder Band, die ihn vom Namen oder von irgendwelchen Meinungen anderer Leute her anspricht, die CDs für 10 bis 15 Euro kauft. P s e u d o - P u n k : Ganz einfach, wenn ich es nicht tun würde, hätte ich kaum Mukke. Z e c k e : Weil ich fast keine Kohle hab, massig gute Bands finde. Bei uns aufm Land gibts keine fucking Läden, die die Musik anbieten, die mir gefällt und in Müller lauf ich nich wegen irgendwelchen Nix-Gut-Samplern. Und viele CD‘s oder Comp‘s die ich habe, gibts nur noch bei Ebay für gaaanz viel Geld! Pff, da gibts noch 20 Gründe, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Stomper:

Ganz einfach, weil in erster Linie Punkrock mehr als Musik für mich ist und ich nicht die Kohle habe mir alle CD‘s zu kaufen, die ich mir lade. Was aber nicht heisst, dass ich mir keine CD‘s kaufe, hab da schon nen paar Originale im Schrank stehen - auch nen paar Seltenheiten. Andere Dinger die selten sind, lade ich dann halt herunter, weil - wie schon erwähnt - es sie kaum bzw. garnicht mehr zu kaufen gibt.

STÖRT ES EUCH, DASS DAS MEIST ILLEGAL IST?
S I N : Illegal, aber legitim. BadNenndorfPunk1990: N öö is mir volkommen latte. Mach das seit fast drei Jahren. K n o c h e n f a b r i k a n t : Nein, ist mir vollkommen egal, aber darauf gehe ich später ein.... I llegal, was heißt das schon? Gesetze haben sich irgendwelche Menschen ausgedacht, und haben meist nicht mal den Hauch einer demokratischen Legitimation. Z e c k e : Legal, Illegal = Scheissegal! Also mal ehrlich, was interessiert mich ob das hier „illegal“ sei. Die solln froh sein, dass ich bei manchen Bands meine Bandbreite schinde und dann des Album trotzdem wieder lösche, weil es Mist ist. S t o m p e r : Legal,illegal,Scheißegal! A s b e s t : N ein. Pseudo-Punk:

S I N : Hin und wieder kauf ich auch ne Scheibe, wenns richtig geile Mukke ist. Die dann eh niemals abgespielt wird, weil Mukke übern MP3 Player oder übern PC läuft.
Wenn mir ne Band gefällt, die ich hier geladen habe, gehe ich natürlich auf die Konzerte, und kauf mir auch ein Shirt. Die müssen ja auch was verdienen. Knochenfabrikant: Wie gesagt: Vieles was mir gefällt, wird auch noch gekauft. Weiß Gott nicht alles, aber doch immer wieder. Und Konzerten nehme ich meistens mit, wenn sie in der Nähe stattfinden. ja, wenn die Mukke gefällt. Konzerte: Leider viel zu wenig, hier aufm Land hat man einfach zu wenig Möglichkeiten. Aber wenn mal was geht: natürlich! Merch: Ab und Zu. Aber eben nur, wenn grad Kohle zur Verfügung steht. P s e u d o - P u n k : CDs kaufe ich mir eigentlich nie. Dafür bin ich auf richtig vielen Konzerten, und organisier des öfteren auch welche. Merch kaufe ich mir auch selten, aber eher als ne CD. Z e c k e : Ich kauf mir grundsätzlich nur noch gaaanz wenig Alben, da die CD‘s in meiner WG eh rumgezogen werden ohne ende und meistens nach nem Jahr nich mehr abspielbar sind. Dafür gehe ich auf jedes Konzert von Bands, die mir gefallen. Bei uns haben letztens The Restarts gespielt, die ich durch Schrabbel erst kennengelernt hab, und des Konzi hat bei uns stolze 12 Eiro gekostet. Habe mir aber noch ein T-Shirt rausgelassen. Also lieber Konzis und Merch als Alben.

KAUFT IHR EUCH AUCH ALBEN, DIE IHR HERUNTERGELADEN HABT, SPÄTER ALS VINYL ODER CD ODER WENN NICHT, GEHT IHR DAFÜR MEHR AUF DIE KONZERTE DER BANDS UND/ODER DECKT AUCH DORT MIT BANDMERCHANDISE EIN?
BadNenndorfPunk1990:

A s b e s t : CDs:

Stomper:

Hin und wieder kaufe auch ich mir mal ne CD, die ich auch schon vorher geladen habe, aber eben auch nur, wenn die Scheibe auch rockt und es sich lohnt zu kaufen, NICHT jede CD lohnt sich zu kaufen, deswegen lade ich sie mir damit die Sammlung komplettiert wird und in den Weiten der Festplatte landet.

S I N : Ich hab fast immer Mukke laufen. Man kann nie genug haben, gibt einfach zuviel geiles Zeugs und vieles is gar nicht mehr erwerblich

WAHRSCHEINLICH LADET IHR EUCH MEHR ALBEN HERUNTER, ALS IHR EUCH OHNE DOWNLOAD-MÖGLICHKEIT KAUFEN WÜRDET. EIN TYPISCHES ARGUMENT VON DOWNLOADGEGNERN LAUTET JA, DASS DAMIT DIE MUSIK AN SICH ENTWERTET WÜRDE, WEIL SIE IN DER SCHIEREN MASSE DER HERUNTERGELADENEN MUSIK VERSCHWINDEN WÜRDE.

von der runtergeladenen Musik. Entwerten tun sich die Bands selbst. B a d N e n n d o r f P u n k 1 9 9 0 : Also is bei mir nicht so, ich lade mir das runter, was interessant klingt und das was ich lade, höre ich auch regelmäßig! K n o c h e n f a b r i k a n t : Ist zumindest bei mir absoluter Quatsch. Klar lade ich viel runter, aber es wird alles auf MP3-CDs gebrannt, die dann bei mir im LKW laufen. Somit komme ich im Laufe der Zeit auf jedenfall dazu, alles mal gehört zu haben. Die Meinung kann ich nicht teilen. Ich lösche zwar Musik nicht, die mir nicht gefällt, aber das kann der Band ja egal sein, ob da nun 50MB mehr oder weniger auf meiner Festplatte sind. Außerdem möchte ich dazu noch sagen, dass ich noch nie so viele CDs gekauft habe, wie in den letzten Monaten, in denen ich auch bei Schrabbel sehr aktiv geladen hab. P s e u d o - P u n k : Das stimmt absolut nicht, meiner Meinung nach wird Musik dadurch aufgewertet, einer viel größeren Masse zugänglich gemacht, und um einiges langlebiger, vielleicht sogar unsterblich. Zecke: Entwertet!? Genau das Gegenteil. Bei mir kommt alles in Winamp und dann auf Shuffle. So hat jede Band die Möglichkeit mal dran zu kommen. Wer Musik entwertet, sind die Bands/Labels! Wer Punk-Rock macht und für seine CD dann unrealistische 17 Euro will kann mich mal! Auch wenn Produktion und bla sooo teuer seien! Freunde von mir ham letztens auch ein Album gemacht und ham gemeint, das des mit ein bisschen Selbstaufwand keine 200 Euro gekostet hat. Nur so als Beispiel.

Asbest:

S t o m p e r : Jop, ich lade mehr als ich kaufe. Was Downloadgegner sagen, geht mir am Arsch vorbei.

SIN: Ich schade keiner Band Erstens: Die Bands werden durch solche Plattformen wie Schrabbel-Punk nur bekannter und mehr Leute besuchen die Konzerte (ich geh sauoft zu Konzerten!)

WAS SAGT IHR ZU DEM ARGUMENT, DASS IHR DEN BETREFFENDEN BANDS ODER LABELS DAMIT SCHADEN ZUFÜGT, AUCH SOLCHEN DIE DIY SIND, DA DIE PRODUKTION UND AUFNAHME EINES ALBUMS GELD KOSTET, DAS DURCH DEN TONTRÄGERVERKAUF ZUMINDEST WIEDER EINGESPIELT WERDEN SOLL, WAS ABER IMMER SCHWIERIGER WIRD, WEIL IMMER WENIGER CDS UND LPS VERKAUFT WERDEN?

Zweitens: Die Kommerzialisierung wird ein bissel runtergeschraubt, echte Punks erwarten doch keinen Ruhm und Reichtum mit ihrer Mukke. Und überproduzierte Alben sind Scheisse. B a d N e n n d o r f P u n k 1 9 9 0 : F inde ich Schwachsinn, die verkaufen trotzdem genug CD´s und in der heutigen Zeit muss man die (illegalen) Downloads einfach mit einberechnen, wenn man ne CD produziert. Ich schade keiner Band. Muss da allerdings aus dem Nähkästchen plaudern. Als Mitgründer dieses Forums habe ich von vielen Bands die Alben per MP3 oder sogar schon fertig auf Rapidshare hochgeladen bekommen, die mich gebeten haben, das Zeug ins Forum und auf die Homepage einzutragen. Sie habens sogar mit meinem Passwort versehen, damit nicht auffällt, wo es her kommt. Denn viele Bands haben die Werbewirkung von Plattformen wie Schrabbelpunk längst erkannt. Jetzt mal zu Zahlen: Mehrere Bands von einem bestimmten Label haben mir unabhängig voneinander erzählt, dass sie pro verkaufter CD nichtmal 10 Cent verdienen. Und diese Deals nur eingehen, weil sie die Labels als Werbeplattform, bzw also Konzertschleudern sehen. Denn NUR auf Konzerten können sie Kohle mit nach Hause nehmen, nicht wegen der CDs. Und je mehr Leute sich ihre Platten runterladen, um so mehr Besucher sind dann vielleicht beim Konzi was in irgendeinem Dorf stattfindet. So manches Label würde sich echt umgucken, wenn sie wüssten, wie viele Bands hier ihren Stuff indirekt selber anbieten. P s e u d o - P u n k : Ich hab schon von einigen Bands extra CD‘s bekommen, um sie der Warez-Szene zugänglich zu machen. Es gibt auch einige Bands, die ihre Mukke kostenlos zur Verfügung stellen. Zum Beispiel Wirksystem oder der VDS-FDS-Sampler. Z e c k e : Ha, das ich nich lache. Wer immer noch glaubt, dass die meiste Kohle mit den CD‘s gemacht wird, ist selber Schuld. Wir ham damals ganz billig mit Headset ein paar Songs als Sampler ins Internet gestellt und haben fast 100 Euro für grauenhafte Musik bekommen. Umdenken hilft!! Außerdem ham CD‘s ne scheiß Qualität.

Knochenfabrikant:

WAS DENKT IHR, WIE WERDEN PUNKBANDS UND LABELS IN ZEHN JAHREN IHRE MUSIK VERBREITEN?
SIN:
Entweder nur noch Download oda via Chipkarten oder direkter Übertragung per Bluetooth (wenns sowas noch gibt) auf tragbare Abspielgeräte. Aber wer weiss wie lange sich CDs & Vinyls noch halten. B a d N e n n d o r f P u n k 1 9 9 0 : G ute Frage. Glaub da wird sich nich viel ändern. Auf Konzerten, auf der straße und im Internet.

Knochenfabrikant:

Derzeit schießen ne Menge FREE DOWNLOAD LABELS aus dem Boden, weil sich das System des Freedownlad durchsetzt - wenn mans nicht verhindern kann, dann macht man halt

P s e u d o - P u n k : Zukunft

bringen

Geld,

Mukke

wird

das Beste draus, oder machts einfach gleich selbst. Und genau dahin wird sich zumindest der Punkbereich entwickeln. Free-Downloads und der Schwerpunk wird auf Merch und Konzis gelegt. Seiten wie Schrabbel werden dann überflüssig, oder es geht vielleicht so weit, das dann diese Labels und Bands auf Seiten wie Schrabbel ihre Sachen selbst verbreiten. A s b e s t : CDs/ LPs werden wie Merch behandelt: Kaufen und zu Hause an die Wand hängen. K o n z e r t e durchs Internet verbreitet.

Rahmen nicht noch -Punk-Nutzern. Um den pt. e unter den Schrabbel ben Teilnehmern gestop Soweit die Umfrag s, Umfrage nach den sie , auch der DIY-Label engen, habe ich die mehr zu spr Nöte der Labels adet, glaubt Verständnis für die sch Das Verhalten den Bands Als kurzes Resümee: s das eigene Downloadden Zeiten t sich in Grenzen. Das mit Michel von den Wil häl Fangen wir was sagen Bands dazu? man nicht. Und an.

ist so ne Sache, wenn es nach mir ginge, gäbe es dann schon kein geldbasiertes Leben wie heutzutage mehr. Ich denke das die Musik mehr und mehr kostenlos angeboten wird, auch weil die nötige Aufnahmetechnik immer billiger wird, und mit ein bißchen Köpfchen keine Verfolgung von Raubkopierern möglich ist. Z e c k e : Übers Internet natürlich. Nee keine Ahnung. Ist mir auch ziemlich Ralle. Aber viele gehen eh schon den digitalen Weg, da sie erkannt haben, das es übers Internet einfach einer größeren Basis zugänglich gemacht wird. Ein kleines Beispiel: Eine Band aus meiner Region (gute Freunde) spielen seit ca. drei Jahren Konzis und so. War nich immer wirklich was los, weil unbekannt. Dann haben sie ihr Album auf ein einschlägiges Download-Portal getan. Mittlerweile spielen sie mit Bands wie Agnostic Front. Vielleicht interpretier ich viel, aber nach knapp 6000 Downloads auf dem Portal wundert mich das nich. S t o m p e r : Hoffentlich nicht wie manch andere Band heutzutage, die ihre Alben im Saturn und sone Scheiße verscheuern.

EN (AUCH VERÖFFENTLICHUNG N, DIE AKTUELLE KBLOGS ODER FORE g ST DU VON MUSI ANBIETEN? los zur Verfügun MICHEL, WAS HÄLT er reich, kosten ENLOSEN DOWNLOAD richtig viel chen, ob arm od GENEN) ZUM KOST EURE EI jedem Mens e Aufnahmen ee, dass Musik , muss sten ordentlich Ich finde die Id Andererseits ko t werden können . gentlich gut. äufe eingespiel das finanziert ellt wird, ei hr durch Verk gest en nicht me urabgabe, die die Produktion GEZ, eine Kult Geld. Wenn wa wie die ative geben, et es eine Altern

Sonst können bald nur noch reiche Musiker Platten machen, und das ist Verzerrung von Kultur! - mal ehrlich: Jedes Theater wird subventioniert!!! STÖRT EUCH DAS? VERSUCHT IHR ETWAS DAGEGEN ZU UNTERNEHMEN? Wir schreiben durchaus mal Portale an, ich hab zum Beispiel jetzt mit einem Portal ausgemacht, daß es nur 5 bis 6 Titel von meiner neuen „Michel unplugged“ Platte reinstellt, nicht gleich alles. Ansonsten bin ich wenig am surfen, und kriege das meiste nicht mit. Meistens machen mich andere darauf aufmerksam. Dann hängt es für mich auch davon ab, wie dreist einer vorgeht, ob ich mich da melde. Insgesamt dient das ganze ja auch irgendwie dem Bekanntheitsgrad. Andererseits: Diese Downloader geben ja kein Geld für Musik aus, also zahlen die vermutlich auch keinen Eintritt und kaufen kein Shirt. Also ist da kaum mal einer dabei, der mir irgendwie bei meiner Selbstverwirklichung hilft!! MERKST DU, DASS IHR DESWEGEN WENIGER ALBEN VERKAUFT? Nein. Diesen free- downloads die Schuld zu geben, dass man keine Platten mehr verkauft, halte ich mit Verlaub für bescheuert! Wann immer eine glaubwürdige Band in den letzten Jahren ein gutes Album gemacht hat, hat sich das auch verkauft. Es würde hier das Thema sprengen, zu erörtern, warum zur Zeit im Punkrock- Bereich so wenige Alben verkauft werden. Das wäre ein eigener Artikel. Aber wenn ein Label/ eine Band in mehreren Belangen unprofessionell arbeitet, dann deshalb wenig Platten verkauft, und dann die Schuld bei FreeDownload-Portalen sucht, was will man dann noch sagen!

ES HEISST JA VIELERORTS, DASS VOR ALLEM BANDS VON DER KOSTENLOSEN VERBREITUNG IHRER MUSIK IM NETZ PROFITIEREN WÜRDEN, WEIL MEHR LEUTE DAVON MITBEKOMMEN UND ANSCHLIESSEND KONZERTE BESUCHEN UND MERCH KAUFEN. IST DAS BEI EUCH SO? Bei uns ist die Struktur von den Konzerten zur Zeit so unterschiedlich, daß jedes statistische Merkmal ganz viele mögliche Ursachen haben kann. Ich kann da im Moment noch keinen Zusammenhang erkennen. WAS DENKST DU, WERDEN IN ZEHN JAHREN NOCH RICHTIGE PLATTEN VON PUNKBANDS VERKAUFT ODER WIRD ALLES NUR NOCH ALS DOWNLOAD VERTRIEBEN? Da wäre mal ein Hellseher zu Rate zu ziehen. Wenn in zehn Jahren noch jemand Lust hat, ne Punkrockband zu machen, und noch jemand weiß was das ist, wird diese Energie ganz sicher das Vermögen haben, Menschen zu begeistern. Da das Internet irgendwann langweilig und nervig (out?) wird, kann ne richtige CD oder Platte dann der absolute Renner sein. Man muß dann aber ein Abspielgerät ersteigern, die werden in 10 Jahren wohl nicht mehr gebaut!!!

ere diese eine etwas and g zu Downloads. Dass wort bereit standen cow haben eine Meinun Auch Pas lesen. Zur Ant , könnt ihr ab hier ist, als Michels ist Swen, Alex und Ollo.

Ollo: Zum einen ist man ja froh, dass die Leute unsere Musik so gut finden,dass sie sie auch anderen ans Herz legen. Zum anderen ist die reine Musik selbst zwar der Großteil der Arbeit, die man sich für ein Album gemacht hat, aber auch nicht alles. Cover, Texte und Aufmachung gehören zu einem Album auch dazu und diese Bereiche fallen meistens bei solchen „Veröffentlichungsformen“ weg.

WAS HALTET IHR VON MUSIKBLOGS ODER FOREN, DIE AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN (AUCH EURE EIGENEN) ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD ANBIETEN?

Swen: Musik für lau online stellen finde ich nur dann gut, wenn dies mit Einverständnis der jeweiligen Band geschieht. Natürlich interessiert aber genau das die meisten „Onlinesteller“ vermutlich nicht sonderlich. Musik verkommt durch diese Art der Verbreitung leider oft zu einem Wegwerfartikel. Vor allem viele junge Leute verlieren zusehends den Bezug zum Medium CD oder LP, was sehr schade ist, und letzten Endes natürlich auch Auswirkungen auf die Verkaufszahlen hat. Da wir nicht von Einnahmen aus unserer Musik leben müssen, juckt mich die Problematik aber nicht sonderlich; und selbst wenn dem so wäre: durch das Internet ist es zur vollkommenen Utopie geworden die illegale Verbreitung von Musik und anderen digitalen Medien aufhalten zu können. Alex: So ähnlich sehe ich es auch. Man nimmt etwas, das ein anderer geschaffen hat und gibt es ohne zu fragen weiter. Vor allem, da du als Band dann keinen Einfluss mehr darauf hast, wo und wie deine Musik verbreitet wird. Dir wird die Kontrolle darüber genommen. Und in vielen Fällen wird auch Geld damit gemacht, nicht direkt durch die Musik, aber bspw. durch Werbung auf der Seite, die dann natürlich nur funktioniert, weil dort Musik kostenlos angeboten wird. Spätestens an dieser Stelle ist die Sache dann nicht mehr in Ordnung. Auf der anderen Seite stimmt es natürlich auch, dass sich Musik so weiter verbreitet und vielleicht kommen dadurch mehr Leute zu den Konzerten. Vielleicht.

wahrscheinlich auch höher, als der „Schaden“, der einer Band oder einem Label entsteht, zumindest in unseren Dimensionen. Alex: Klar versuchen wir was dagegen zu tun. Wir legen großen Wert auf die Gestaltung und Verpackung der Tonträger und lassen uns das auch was kosten. Wir wollen den Leuten, die etwas für unsere Platten bezahlen, auch einen guten Gegenwert bieten. Das beginnt beim Songschreiben, geht über die genannte Aufmachung des Tonträgers bis hin zu einem fairen Preis. Wir wollen zeigen, dass die Musik und das Medium einen Wert haben, der höher ist als der eines Downloads.

HABT IHR SCHON EINMAL DARAN GEDACHT, EURE MUSIK GLEICH ALS KOSTENLOSEN DOWNLOAD ANZUBIETEN?
Ollo: Wir haben ja ein komplettes „Best Off“-Album zum download angeboten, inkl. eigenem Cover und Texten. Alex: Vielleicht werden wir dies in Zukunft auch noch verstärkt tun.

VERSUCHT IHR ETWAS DAGEGEN ZU UNTERNEHMEN? UND WENN JA, WAS?
Ollo: Ich bin der Meinung, dass man das nie vollständig verhindern kann, auch wenn man das möchte. Der Aufwand wäre

Alex: Schwer zu sagen. Die Verkäufe haben sich immer etwas gesteigert, ob es allerdings mehr gewesen wären, wenn es das Download-Ding nicht geben würde... ich weiß es nicht. Swen: Sicher ist es kein Nachteil, wenn man seine Musik per Myspace usw. der Öffentlichkeit vorstellen kann. Aber bei der Masse an Bands, die dies tun, halte ich den resultierenden Effekt für eher minimal. Die Wirkung von Myspace & Co entfaltet sich höchstens dann einigermaßen, wenn man als Band Konzerte spielt, in Szenemagazinen (auch online Magazine) präsent ist usw. D.h. meiner Meinung nach muss man sich als Band live seine Sporen verdienen und überzeugen, sowie gute Platten machen. Spielt man nicht live und hat keine guten Songs, dann bringen auch alle kostenlosen Downloads nichts, weil sich kein Schwein dafür interessieren wird. Und so lange es ausreichend Erdöl gibt, wird es auch weiterhin Platten und CDs von Undergroundbands geben; da bin ich mir sicher.

MERKT IHR, DASS IHR DESWEGEN WENIGER ALBEN VERKAUFT?

ES HEISST JA VIELERORTS, DASS VOR ALLEM BANDS VON DER KOSTENLOSEN VERBREITUNG IHRER MUSIK IM NETZ PROFITIEREN WÜRDEN, WEIL MEHR LEUTE DAVON MITBEKOMMEN UND ANSCHLIESSEND KONZERTE BESUCHEN UND MERCH KAUFEN. HABT IHR DIESE ERFAHRUNG AUCH SCHON GEMACHT?

Ollo: Um das heraus zu finden, müssten wir jeden Besucher befragen, woher er uns kennt. Im Allgemeinen ist es aber bei uns so, dass Songs, die man z.B. Zum Start eines neuen Releases auf unserer MySpace Seite findet, auch als erstes mitgesungen werden. Alex: Merchkram verkauft sich mancherorts besser als die Platten, vor allem bei jungen Leuten. Das könnte damit zusammenhängen. Andererseits gibt es auch bei MerchandisingArtikeln schon jetzt ein Überangebot, da viele Bands schon T-Shirts verkaufen, bevor sie auch nur einen Song aufgenommen bzw. veröffentlich haben. Was die Konzerte angeht, so ist hier dem „Wachstum“ auch eine Grenze gesetzt. Immer mehr Bands, auch große Acts, gehen immer öfter auf Tour, es finden immer mehr Konzerte und Festivals statt und viele Bands sind dazu gezwungen viel zu spielen, damit sie

über die Runden kommen. Vor allem, da fast nur noch über Konzerte und Merch Geld in die Kasse kommt. So manche Band hat sich auch schon kaputt getourt und spielte so lange, bis sie keiner mehr sehen wollte. Von daher ist es auch ein Art Luxus, nicht von der Band leben zu müssen. Ich habe großen Respekt vor Bands, die alles auf eine Karte setzen und die Band so aufbauen, dass sie davon leben können. Und wenn du deine Miete mit der Band einspielen musst, machst du vielleicht auch das ein oder andere, was du nicht tun würdest, wenn du einem „normalen“ Job hättest. Du stehst als Band dann einfach unter einem finanziellen Druck. „Du musst“ auf einmal und kannst nicht mehr alles abschlagen, worauf du gerade keinen Bock hast. Es sei denn, du bist so groß und dick im Geschäft, dass du dir alles aussuchen kannst. Aber welche Punkband in Deutschland ist das schon. Nicht viel mehr als eine Handvoll…

Alex: Auch die Punkszene ist in weiten Teilen sehr konservativ und steht „modernen“ Veränderungen besonders kritisch gegenüber. Von daher wird es wohl immer die guten Vinyljunkies geben, die Geld in die Hand nehmen, um sich eine Platte zu kaufen. Die Downloads werden zunehmen, keine Frage. Aber das Medium Tonträger verdrängen werden sie nicht. Es wird vielmehr immer öfter eine Verbindung zwischen beiden Medien geben. Siehe Download-Codes. Ollo: Ich glaube, dass es VinylVeröffentlichungen noch sehr sehr lange geben wird, wenn auch in kleinen Auflagen. Bei der CD bin ich mir da noch nicht sicher. Aber es wird immer ein Medium geben, dass neben dem reinen Download von Daten erhalten bleibt.

WAS DENKT IHR, WERDEN IN ZEHN JAHREN NOCH PLATTEN VON PUNKBANDS VERKAUFT ODER WIRD ALLES NUR NOCH ALS DOWNLOAD VERTRIEBEN?

AMEN 81 UND DOWNLOADS:WAS SAGEN DIE SYMPATHISCHEN NÜRNBERGER DAZU? UND WAS HALTEN SIE VON MUSIKBLOGS UND DOWNLOADFOREN, DIE AUCH IHRE PLATTEN ANBIETEN?

Wir haben das Glück, so viel Vinyl zu verkaufen, dass damit auch die Unkosten der „Musikproduktion“ gedeckt sind. Vernünftige Aufnahmen benötigen nunmal ein Studio, welches auch Geld kostet. Es ist sicherlich schwierig für Bands, die nicht genügend Tonträger verkaufen können, diese Kosten zu decken. Sollte eine Band, deren Musik häufig heruntergeladen wird, keine Platten verkaufen, ist dies nicht richtig, da die Band auf den Kosten sitzenbleiben würde. Im schlimmsten Fall kann sich dann diese Band keine vernünftigen Aufnahmen mehr leisten. Andererseits ist es gerade für unbekannte Bands eine Chance, ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Bisher war ja der DIY-Gedanke, dass alle sozusagen zusammenlegen oder zusammenarbeiten, um etwas zu verwirklichen und nicht, dass nur ein paar Leute bezahlen oder sich abmühen und andere die Nutznießer sind. Beim Download von Musik muss man aber sicherlich unterscheiden, um welche Musik es sich handelt. Der größte Verdienst der Musikblogs ist allerdings die fast gänzliche Abschaffung von überteuerten Bootlegs. Was vor Jahren mit viel Glück nur noch als Bootleg erhätlich war, kann gedownloaded werden. Auch ist es toll, dass Musik durch Downloads für eine breitere Masse zugänglich ist, vorausgesetzt diese Leute können sich einen PC und einen Internetanschluss leisten. Nicht umsonst ist der Musikgeschmack der jugendlichen Mittelschicht aus Europa, Nordamerika und Asien am häufigsten im Internet vertreten.

Für uns persönlich ist es auch schmeichelhaft, wenn unsere Musik in Blogs oder Foren angeboten wird. Das bedeutet ja schließlich, dass manche Leute sie so toll finden und die Musik auch anderen zur Verfügung stellen wollen.

UND WARUM BIETET IHR EURE MUSIK DANN NICHT GLEICH ALS KOSTENLOSEN DOWNLOAD AN?
Uns ist genauso wie die Musik auch die Aufmachung unserer Platten wichtig. Wir haben uns bisher darüber noch keine Gedanken gemacht, da bisher immer andere Leute unsere Platten im Netz verfügbar gemacht haben.

MERKT IHR, DASS WEGEN DOWNLOADS IHR DESWEGEN WENIGER ALBEN VERKAUFT?
Nein. Dies kann aber auch daran liegen, dass wir bisher immer nur Vinyl und keine CDs herausgebracht haben.

ES HEISST JA VIELERORTS, DASS VOR ALLEM BANDS VON DER KOSTENLOSEN VERBREITUNG IHRER MUSIK IM NETZ PROFITIEREN WÜRDEN, WEIL MEHR LEUTE DAVON MITBEKOMMEN UND ANSCHLIESSEND KONZERTE BESUCHEN UND MERCH KAUFEN. IST DAS BEI EUCH SO?
Die Frage ist nicht mit Sicherheit beantworten. Wir glauben jedoch nicht. zu

WAS DENKT IHR, WERDEN IN ZEHN JAHREN NOCH PLATTEN VON PUNKBANDDS VERKAUFT ODER WIRD ALLES NUR NOCH ALS DOWNLOAD VERTRIEBEN?
Es werden sicherlich noch Platten verkauft. Vor mehr als zehn Jahren wurde bereits der Tod des Vinyls prophezeit und dies ist auch nicht eingetreten. Es wird auch in Zukunft solch verrückte Menschen wie uns geben, die die Musik gerne in der Hand halten und beim Hören das Beiheft betrachten. Oft ist es doch so, dass die Aufmachung einer Platte zur Grundstimmung der Musik beiträgt und eine Band und ihre Musik symphatisch macht.

MIKA RECKINNEN HATTE VOR EINIGER ZEIT IN SEINEM ALLEINER THREAT ZINE SEINE MEINUNG ZU PUNK UND DOWNLOADS KUNDGETAN. AUSLÖSER WAR EIN VORWORT VON OX-CHEF JOACHIM HILLER, IN DEM DIESER ZIEMLICH ÜBER ILLEGALE DOWNLOADS HERGEZOGEN HATTE.

Anfang 2010 hatte ich für mein Zine „Alleiner Threat“ versucht, eine Diskussion um illegale Downloads anzukurbeln, was nur mit mäßigem Erfolg funktioniert hat. Daher bin ich recht dankbar, dass Falk mich gebeten hat, noch mal meinen damals an Joachim Hiller adressierten Brief zu aktualisieren und ihm zur Verfügung zu stellen. Here we go: Ausgangspunkt für den Beitrag um illegale Downloads und Piraterie im Punkrock war die Kolumne von Joachim Hiller im Ox, Nummer 82, Februar / März 2009. Unter der Überschrift „It’s the end of the world as we know it“ rechnete Joachim Hiller mit illegalen Downloadern ab und nahm dort, meiner Meinung nach, recht reaktionäre Positionen ein. Dies ist eine Antwort darauf, auch in der Hoffnung auf eine breitere Debatte. Das Missverständnis beginnt meiner Meinung nach schon früh. Joachim Hiller beklagt sich, dass zwar die Finanzkrise und die Krise der Musikbranche in aller Munde sind, aber vor allem die Krise der kleinen (Musik-)Label völlig ignoriert wird. Er verweist auf die schlechter laufenden Geschäfte von „kleinen Labels“ wie „Alternative Tentacles, (…) Fat Wreck, People Like You, […], Sunny Bastards“ etc. Zahlen oder Belege bringt er leider nicht. Es handelt sich scheinbar um gängiges Wissen, doch provokativ könnte man nachfragen, ob der Grund des Vorworts vielleicht die Unwilligkeit der erwähnten Labels ist, weiterhin so viele Anzeigen im OX zu schalten. Spekuliert werden darf zumindest, ob das der Auslöser für das

„Vorwort“ ist. Joachim Hiller meint also, dass diese „kleinen Labels“ durch die Downloads geschwächt werden und es an der Zeit ist, genau diese zu unterstützen. Die erste Frage ist doch, wie geschwächt sind diese Labels? Wenn ich mir die Promo-Bemusterung einer ganzen Pankerknacker und Ox-AbonnentenAuflage mit mittelmäßigem Oi-Punk anschaue, kann es zumindest um Sunny Bastard so schlecht nicht bestellt sein. Die farbigen Anzeigen noch nicht einmal miteingerechnet. War mir das Label vor 5 Jahren noch relativ unbekannt, stolpere ich in den letzten zwei Jahren andauernd über ihren schlechten Oi-Punk. Auch People Like You (PLY) haben den Betrieb nicht eingestellt, sondern gehören zum Majorlabel Century Media. Da Majorlabel viel stärker als kleine Independent-Label auf Verkaufszahlen setzen müssen, beweist das für mich, dass zumindest in ihrer Musiknische PLY nicht so schlecht dastehen können. Zwar haben sie, wie es mir scheint, ihre Veröffentlichungsflut eingestellt, doch ist das so schlimm? Wäre Masse statt Klasse besser? Doch statt solcher Überlegungen, jammert Joachim eher über die „schlechteren Geschäfte“. Ich weiß nicht, ob er sich auf Zahlen bezieht, offen legt er nichts. Stattdessen vernehme ich ein Heulen im Stil der großen Musik-Industrie. Deren Einbrüche werden meistens mit den BoomJahren der frühen 1990ern verglichen. Die 1990er waren die Zeit, als die CD endgültig zum „Siegeszug“ ansetzte. Die hohen Einnahmen aus dieser Zeit sind dem Faktum geschuldet, dass viele Menschen ihre Vinyl-Sammlungen auf CD nachgekauft haben. Daher Top-Verkaufszahlen für ABBA, Beatles, Rolling Stones etc. Fat Mike (Fat Wreck) und andere pusten in ein ähnliches Horn und ich glaube ja auch, dass tendenziell die Zeiten der großen Auflagen

vorbei sind. Das liegt klar auch an Downloads, doch mindestens zu einem ebenso großen Anteil daran, dass Punk gerade nicht in einem Aufschwung ist, wie noch zur Ära von Green Day, Offspring, Rancid und NoFx Mitte der 1990er. „Melodischer Punk“ ist nicht mehr zeitgemäß und deren „Kund/innen“ aus dem Mainstream sind sicherlich nicht die „Liebhaber“ von Musik, die Platten sammeln, sondern eher Trends hinter her laufen. Mich würde eher interessieren, wie Bands a la Leatherface, Kommando Sonne-nmilch (und andere Rachut-NessBands), EA80, Spermbirds und Co im Zeitvergleich verkaufen, die einfach im Punkrock verwurzelt sind und sich seit Jahren für ein relativ treues Publikum spielen. Meine These, die Unterschiede sind dort nicht so gewaltig. Vinyl wird dann im besagten Vorwort des Ox zu einem Randphänomen der Szene degradiert, wobei ich das anders sehen würde. Aber klar, das fette Geld kann man damit nicht einnehmen, weil die Produktionskosten im Vergleich zur CD höher und der Verkaufspreis nicht (viel) höher ist. „Musik umsonst aus dem Netz zu ziehen“, so lamentiert Hiller weiter, „von der man weiß, dass es sich dabei nicht um von Fans digitalisierte, längst nicht mehr zu bekommende uralte Hardcore-Singles handelt, sondern um aktuelle Alben, ist jenseits der diskutierbaren moralischen Kategorie von „Diebstahl“ nämlich vor allem eines: Dumm und ignorant.“

Er versucht also, beim Download einen Unterschied zu machen, ob ein Fan etwas mühsam selbst digitalisiert und es sich doch schon um nicht mehr zu bekommende Singles handelt oder um neue CDs, die nicht in mühsamer Heimarbeit gerippt werden. Nun ja, moralisch sind wir uns da einig, wenn er allerdings von Diebstahl spricht, so ist seine Rechtsauffassung falsch. Diebstahl ist beides. Denn an den alten Songs haben Menschen ebenso Rechte (s. Dead Kennedys, Crass und andere Rechtsstreitigkeiten). Die Musikindustrie versucht gerade sogar durch den massenhaften Aufkauf von Rechten, auch solche „uralte“ Musik wieder in Geld umzusetzen. Die zentrale Frage ohne sie so zu benennen, ist die um „Geistiges Eigentum“. Geistiges Eigentum ist seit einigen Jahren ein großes Thema in allen Medien. Nachgemachte Markenklamotten aus Thailand, Fake-iPods aus China, Musik von Pirate Bay. Alles die gleiche Kerbe. Hardcore neben Mode-Ikons, Punk zwischen Nike und Gucci. Bei großen Musik-Industrieunternehmen wie Bertelsmann, Universal etc. kann man diese Schreie nach einer Kontrolle der Downloads durchaus nachvollziehen. Schließlich geht es hier um Gewinne in Milliardenhöhe und Aktienkurse. Doch mit dem Wissen muntert es äußerst seltsam an, wenn Fanzines wie das OX in die gleiche Kerbe hauen. Warum? Sieht es wirklich so bescheiden aus um den (deutschen Punkrock-) Underground? Bei Leibe nein! Ich wage die These, dass der Anteil der Musik-Outputs und Tonträger in den letzten Jahren eher zu- als abgenommen hat. Mehr Veröffentlichung, immer einfachere Möglichkeiten CDs und Musik zu produzieren und zu vertreiben. Die Anzahl an Musikreviews im OX ist in den letzten Jahren definitiv gewachsen! Gibt es also die Krise? Warum werden noch so viele CDs auf den Markt geworfen (und zum Besprechen verschickt), wenn der Markt doch mehr als gesättigt ist? Zudem haben Downloads auch in dieser merkwürdigen, ökonomischen Denke durchaus Vorteile. Bands werden bekannter, bekommen mehr Fans, haben dadurch die Chance mehr zu touren und mehr Merchandise abzusetzen. Es findet eine Veränderung des Status Quo statt. Bands aus der Pampa oder dem Ausland können leichter gefunden werden und Bands sind nicht mehr auf Labels angewiesen, die durch überkandidelte Anzeigen ihre „Labelbands“ promoten.

Vielleicht ist das Internet der große Gleichmacher und ermöglichen Gewinne direkt an Bands fließen zu lassen, ohne Labels und Agenturen!?! Gute Musik, so die Überzeugung, setzt sich halt durch. Oder zumindest gut inszenierte Hypes! Darüber hinaus ist das Kopieren, Erstellen von Bootlegs, Taping etc. kein neues Phänomen im Punk, sondern gehört seit den Anfängen einfach dazu. Wie viele Tapesampler existieren ohne Einwilligung der Bands, wie viele Kassetten wurden untereinander überspielt und dann getauscht? In der damaligen DDR konnte sogar erkannt werden, dass aufgrund von Überspielfehlern in den Originaltapes einige Kassetten über ganz Ostdeutschland verstreut wurden. Klar gibt es einen großen Unterschied zwischen Taping, dem Überspielen auf Kassetten und Downloads aus dem Netz. Für das Taping muss ein Original irgendwo aufgetrieben werden, bei Downloads nicht. Aber rechtfertigt das eine Hetze? Ich für meinen Teil lade Musik

ebenfalls aus dem Netz, wann und wo ich Bock drauf habe. Das ist zu manchen Zeiten mehr, zu anderen weniger bis gar nichts. Häufig sind es Sachen, die ich schon auf Vinyl oder Tape besitze, manchmal aber auch nicht. Und wenn mir Sachen gefallen, dann kaufe ich sie mir danach als Vinyl (Anm.: Es macht für mich keinen Sinn CDs zu kaufen, da auch CDs nur digitalisierte Daten enthalten, die ich schneller und umstandsloser im Netz finde. Ausnahme sind Bands aus Ländern, in denen Vinylproduktion nicht möglich, wie aus asiatischen oder lateinamerikanischen Staaten. Ansonsten finde ich CDs unpraktisch!). Ich habe Dank (illegalem) Download in den letzten Jahren viele gute Bands entdeckt, v.a. auch aus anderen Musikgenren. Trotz Downloads geht der Großteil meines Einkommens immer noch für Vinyl, Fanzines, Konzertbesuche etc. drauf. Downloads sind also nicht das Ende! Doch das Vorwort entspricht leider Gottes dem Zeitgeist. Ich hätte gerne mal gewusst, wie man 1985 reagiert hätte, wenn das Kopieren von Tapes so nieder gemacht worden wäre. Denn, mal ehrlich, ich habe immer noch viele kopierte Tapes in meinem Schrank. „Taping“ war damals das Downloaden und auch Joachim Hiller hat bestimmt noch alte Hardcore-Singles und Alben auf Cassette, oder nicht? Vielleicht sollten noch viel mehr Leute Sachen downloaden, damit Kulturgüter für alle frei zugänglich sind, fernab von Kaufpreisen, denn welche/r Schüler/in kann es sich leisten, jeden Monat vier oder fünf Alben zu kaufen. Es kommt bei Punk doch auch auf Inhalte an, und wie kann man Inhalte besser transportieren? Punk und Hardcore wird davon nicht kaputt gehen. Es wird immer Idealisten/innen geben, die noch Bock auf Musik und auf Vinyl haben. Dann werden die Auflagen wieder kleiner, na und? Im schlimmsten Fall fallen Zwischenhändler wie Labels weg. Oder ist das ganze Vorwort einfach nur deswegen so geworden, weil dem Ox der Arsch auf Grundeis geht? Weil es in den guten Jahren der New Economy und der Musikindustrie mitgewachsen ist und jetzt die schlechten Jahre kommen? Das Wachstum ist jetzt am Ende, aber deswegen reaktionär werden? Bestandskämpfe wie die Autolobby führen? Vielleicht sind neben CD-Tonträgern auch Fan-Zines nicht mehr relevant, weil sich die Kommunikation und die Geschmacks-Prägung der Leser/ innen doch eher im Internet ausbilden und nicht mehr am Bahnhofskiosk? Aber das verrät das Vorwort nicht. Stattdessen wird es am Ende noch versöhnlich, da man ja weißt, „all das betrifft Menschen, die das Ox lesen […] sowieso nur am Rande, denn für sie ist Musik schon lange ein wichtiger Teil ihres Lebens […].“ Warum, lieber Joachim, schreibst Du dann vorher so einen unappetitlichen Scheiß? Freundlichst, MIKA

sich jetzt vielleicht der ein oder andere Leser. Ich bin ziemlich hin und her gerissen. Ich habe da verschiedene Sichtweisen darauf. Einerseits finde ich es echt ärgerlich, wenn eine Platte, die vor Kurzem erst auf meinem Label Matula Records erschienen ist, schon den Weg ins Internet gefunden hat. Das kommt eher selten vor, da ich fast nur Vinyl veröffentliche und dass meist ein kleinwenig mehr Aufwand bedeutet, wenn man das digitalisieren will. Man muss zumindest mal seinen Plattenspieler an den Rechner anschließen. Würde ich hauptsächlich CDs veröffentlichen, wäre ich wahrscheinlich stärker davon betroffen. Bei älteren, ausverkauften Sachen habe ich da weniger Probleme mit. Ich weiß aber auch, dass die Rechnung, jeder Download ist eine verkaufte Platte weniger, absoluter Quatsch ist. Andererseits kauft nicht jeder, der einen Download geil findet, automatisch den Tonträger dazu. Nett fände ich es trotzdem, wenn Blogger oder Forennutzer die Bands oder mich vor dem Hochladen fragen würden. Als Teil von Front finde ich zum Beispiel nicht so schlimm, wenn unser Album fleißig heruntergeladen wird. Das zeigt, dass zumindest Interesse an uns besteht. Und wenn sich das in mehr Besuchern auf Konzerten niederschlägt, umso besser. Aber schön wäre es schon, wenn wir mit dem Verkauf unserer Platten die Kosten fürs Aufnehmen wieder reinholen könnten. Und über T-Shirtverkauf kommen jetzt auch keine Unmengen in die Bandkasse, wenn man die für einen korrekten Preis verkauft. Die drucken zu lassen, kostet ebenfalls Geld. Und der Nutzer Falk Fatal? Der lädt sich fröhlich auf 7inchpunk.com oder ähnlichen Blogs alte Punk- und Hardcoresingles runter und generell alte Scheiben, an die man nur für teuer Geld kommt. Manchmal lade ich mir auch Sachen herunter, die ich schon als Vinyl im Regal stehen hat und die er gerne auch unterwegs hören würde. Und das war es auch mehr oder weniger, was ich mir herunterlade. Aktuelles Punkzeugs ist da selten mit dabei. Generell ist mir eine LP mit schickem Cover und hübscher Aufmachung deutlich lieber. Und welchen Schluss ziehe ich nun daraus? Erst einmal einen ganz Banalen: Nämlich den, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen wird. Downloads werden nicht verschwinden, höchstens durch den freizugänglichen Stream

So, viel Stoff zu dem Thema. Und wie ist meine Meinung dazu, fragt

ersetzt – ganz gleich, ob legal oder illegal. Labels und Bands werden sich damit arrangieren müssen. Ich würde mir aber wünschen, wenn Bands und Labels gefragt werden, bevor jemand etwas hochlädt und zum Download freigibt. Und dass es akzeptiert wird, wenn man etwas dagegen hat. Denn genauso, wie ich mich als Band aus bestimmten Gründen für oder gegen ein Label oder überhaupt ein Label entscheide, fände ich es nicht geil, wenn meine Platten in Foren oder Blogs gepostet werden, in denen zum Beispiel auch rechtsoffener Oi-Scheiß zur Verfügung steht. Ich weiß, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen wird. Schade eigentlich, dass das in einer Szene, die immer so viel auf Solidarität gibt, nicht möglich sein wird.Das zeigen auch die Antworten der Schrabbel-Punk-Nutzer. Es mag ja stimmen, dass es Bands gibt, die ihre Sachen selbst dort hochladen. Und dann ist das auch super so. Der Großteil der Platten, die man sich dort oder auch woanders saugen kann, stehen zumindest ungefragt dort. Über die Ansichten, was eine Plattenproduktion kostet, kann man sich streiten. Doch selbst wenn die preiswerteste Möglichkeit gewählt wird, einer muss die Zeche zahlen. Das erinnert mich ein bißchen an die Diskussionen über Konzerteintritt. Da rafft auch fast niemand derjenigen, die am liebsten nichts zahlen wollen, dass es im Vorfeld einfach Geld gekostet hat, dass zu organisieren und das die Veranstalter verständlicherweise keinen Bock haben, auf den Kosten sitzen zu bleiben. Also fragt doch einfach, bevor ihr was hochladet. Ich denke, in vielen Fällen wird sich eine Lösung finden. Das die Beiträge hier nur einen kleinen Teil eines viel größeren Themas behandeln, ist mir auch klar. Dennoch haben mich zunächst die konkreten Auswirkungen auf Labels und Bands interessiert, um damit auf das Thema aufmerksam zu machen. Philosophisch-politische Fragen zum Urheberrecht und Geistigem Eigentum oder konkrete Gesetzesvorhaben, wie das geplante Anti-Pirateterie-Abkommen der EU, die weit mehr betreffen, als ein paar popelige Tauschbörsen-Nutzer, hätten den sowieso schon großen Rahmen gesprengt. Dazu vielleicht in der nächsten Ausgabe mehr. Bis dahin kann auf www.dergestrecktemittelfinger.de weiter diskutiert werden.

FALK FATAL