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Abteilung SWP

Dr. Peter Holtz


SS 2008

1. Was ist Arbeits- und


Organisationspsychologie
Literatur:
Grundlegend für die LVA:
Schuler, H. (2003). Organisationspsychologie (3. Auflage). Bern: Verlag
Hans Huber.
Ulich, E. (2005). Arbeitspsychologie (6. Auflage). Stuttgart: Schäffer-
Poeschel Verlag.

Als generelle Einführung in die Psychologie:


Straub J., Kempf, W. & Werbik, H. (Hrsg.). (1997). Psychologie: eine
Einführung. München: DTV.
Straub J., Kochinka, A. & Werbik, H. (Hrsg.). (2000). Psychologie in der
Praxis. München: DTV.
Zimbardo, P.G. (1999). Psychologie (7. Auflage). Berlin: Springer.
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Veranstaltungsplan I
1. Einführung (5.3.)
2. Geschichte der A- und O-Psychologie (12.3.)
3. Analyse und Bewertung von
Arbeitstätigkeiten 2 (2.4.)
4. Belastung & Beanspruchung (9.4.)
5. Arbeitsgestaltung I (16.4.)
6. Arbeitsgestaltung II (23.4.)
7. Entgeltsysteme und Zeitsouveränität (30.4.)
8. Psychologie und Wirtschaftsethik (7.5.)
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Veranstaltungsplan II
9. Organisation & Organisations-
struktur (14.5.)
10. Führung von Mitarbeitern (21.5.)
11. Personalentwicklung I (28.5.)
12. Personalentwicklung II (4.6.)
13. Personalauswahl (11.6.)
14. Organisationsentwicklung (18.6.)
15. Klausur (25.6.)
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Veranstaltungsplan III
Zur Abschlussklausur:
• 4 Fragen (2 A-Psy, 2 O-Psy) aus dem Fragenkatalog (insgesamt 60
Fragen)
• 1 „offene“ Frage (Transferfrage), bei der Sie das, was Sie in dem Kurs
gelernt haben auf eine hypothetische oder reale Fragestellung
anwenden sollen

Zu den Essays:
• An zwei Terminen des Kurses werden Sie aufgefordert, ein Essay
(eine DIN A4) Seite zu einem im Kurs behandelten Thema zu
schreiben
• Von jedem Teilnehmer geht ein Essay in die Bewertung ein (egal ob
Sie 1 oder 2 Essays abgegeben haben; bei zwei Essays wird das
besser bewertete berücksichtigt)
• Die Bewertung des Essays macht ein Viertel der Gesamtnote aus
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Veranstaltungsplan IV
Zur Moodle-Unterstützung:
• Unter http://elearn.jku.at/moodle/ müssen Sie sich für den
Moodle-Kursupport anmelden
• Passwort: AO2008
• Dort finden Sie:
– die Folien zu den einzelnen LVA-Terminen
– die Prüfungsfragen
– die Klausurergebnisse
– alle Neuigkeiten rund um den KS
– die online-Aufgaben
– ein Diskussionsforum, in dem Sie über die LVA miteinander
und mit mir diskutieren können
– ein Wiki, in dem Sie kooperativ die Fragen aus dem
Prüfungskatalog beantworten können
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Vorgeschichte I
Und der Herr sprach zu Gideon: Das Volk ist noch zu
zahlreich. Führe sie hinab ans Wasser; dort will ich sie dir
sichten. Und von wem ich dir sagen werde, dass er mit dir
ziehen soll, der soll mit dir ziehen; von wem ich aber sagen
werde, dass er nicht mit dir ziehen soll, der soll nicht mitziehen.
Und er führte das Volk hinab ans Wasser. Und der Herr sprach
zu Gideon: Wer mit seiner Zunge Wasser leckt, wie ein Hund
leckt, den stelle besonders; ebenso, wer niederkniet, um zu
trinken. Da war die Zahl derer, die geleckt hatten, dreihundert
Mann. Alles übrige Volk hatte kniend getrunken aus der Hand
zum Mund. Und der Herr sprach zu Gideon: Durch die
dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch erretten und
die Midianiter in deine Hände geben.
(Richter 7; 4-7)
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Vorgeschichte II
Sunzi (chinesischer General ~ 6. Jh. v.Chr.):
Der Fürst He-lü, Herrscher des Teilfürstentums Wu, für den Sunzi das Traktat über
die Kriegskunst verfaßt hatte, lud Sunzi ein, um mit ihm über das Buch zu
diskutieren. Der Fürst stellte Sunzi auf die Probe, indem er befahl, aus seinen 180
Hofdamen Kriegerinnen zu machen. Sunzi teilte die Frauen in zwei Abteilungen auf
und ernannte die beiden Lieblingskonkubinen des Fürsten zu Gruppenführerinnen.
Er erklärte ihnen einige Befehle, um sie dann exerzieren zu lassen. Als Sunzi
beendet hatte und den ersten Befehl gab, begannen die Mädchen zu lachen.
Sunzis Antwort darauf: "Wenn die Kommandoworte nicht klar und deutlich sind,
wenn die Befehle nicht richtig verstanden werden, dann trifft die Schuld den
General." Sunzi gab den Frauen einen weiteren Befehl, doch diese begannen
erneut zu lachen. Sunzi darauf: "Wenn die Kommandos nicht klar und deutlich sind,
wenn die Befehle nicht richtig verstanden werden, dann trifft die Schuld den
General. Sind die Befehle jedoch klar und die Soldaten gehorchen dennoch nicht,
dann ist das die Schuld der Offiziere!" und gab den Befehl, die beiden
Anführerinnen der Kompanien zu enthaupten. Nach den Enthauptungen folgten die
Hofdamen seinen Kommandos.
Der Fürst erkannte, dass Sunzi ein fähiger Mann war, der es verstand, eine Armee
zu führen, und ernannte ihn zum Heerführer seiner Truppen.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Sunzi ; dld. 21.2.07)
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Vorgeschichte III
Sunzi (Fortsetzung)
• „Wenn ein General sein Vertrauen zu seinen Männern zeigt, doch
immer darauf besteht, dass seine Befehle befolgt werden, dann
werden beide einen Gewinn daraus ziehen.“
• „Wenn der General schwach ist und ohne Autorität; wenn seine
Befehle nicht klar und deutlich sind; wenn den Offizieren und
Mannschaften keine festgelegten Pflichten übertragen sind … ist das
Ergebnis schlimmste Desorganisation.“
• „Bevor wir Spione benutzen müssen wir uns der Rechtschaffenheit
ihres Charakters und des Ausmaßes ihrer Erfahrung und
Geschicklichkeit versichern.“
• „Dein überlebender Spion muss ein Mann von überragendem Verstand
sein, doch mit der äußeren Erscheinung eines Narren; von schäbigem
Äußeren, doch mit einem eisernen Willen. Er muss kräftig sein,
widerstandsfähig, stark und mutig; gründlich gewöhnt an alle Sorten
Schmutzarbeit, fähig, Hunger und Kälte zu ertragen und Schmach und
Schande auf sich zu laden.“
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Vorgeschichte IV
Sunzi (Fortsetzung)
• „Achte sorgfältig auf das Wohlbefinden Deiner Männer und
überschätze sie nicht.“
• „Methode und Disziplin müssen verstanden werden als die Gliederung
der Armee in die richtigen Untereinheiten, die Rangordnung unter den
Offizieren, die Behauptung der Straßen, auf denen der Nachschub zur
Armee kommt und die Kontrolle der militärischen Ausgaben. Diese fünf
Faktoren sollten jedem General bekannt sein. Wer sie kennt wird
siegreich sein; wer sie nicht kennt wird scheitern.“
• „… die Männer von Wu und die Männer von Yue sind Feinde; doch
wenn sie im gleichen Boot einen Fluss überqueren und vom Sturm
überrascht werde, helfen sie einander wie die linke Hand der rechten
hilft.“
• „Der fähige Anführer setzt den tugendhaften Mann, den tapferen
Mann, den habgierigen Mann und den dummen Mann ein. Denn der
tugendhafte Mann freut sich daran, Verdienste zu erwerben, der
tapfere Mann will seinen Mut im Kampf beweisen, der habgierige
Mann sucht seinen Vorteil und der dumme Mann hat keine Furcht vor
dem Tod.“ (Sima Qian; ~ 100 v.Chr.)
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie I
Definitionen (Organisationspsychologie):
• „Erleben und Verhalten des Menschen in Organisationen“

• „Die Zusammenhänge des Erlebens und Verhaltens bzw. Handelns


des Menschen mit Struktur-, Prozess- und Zielcharakteristika von
Organisationen“

• „Die Analyse und Veränderung von Strukturen und Prozessen in


allen Arten von Organisationen“

(nach Schuler: „Organisationspsychologie“, S.1)


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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie II
Wurzeln der Psychologie
• Medizin
- Sigmund Freud (1856-1939)
„Psychoanalyse“
- Wilhelm Wundt (1832-1920)
Erstes Institut für experimentelle Psychologie (1879)
• Philosophie
- William James (1842-1910)
1876 „assistant professor“ für experimentelle Psychologie;
wissenschaftlicher Pragmatismus („wahr ist das, was sich
durch seine praktischen Konsequenzen bewährt“)

• Wundt und James gründen 1875 die ersten


Laboratorien für experimentelle Psychologie!
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie III

Sigmund Freud Wilhelm Wundt William James


(1856-1939) (1832-1920) (1842-1910)

Quelle: Wikipedia
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie IV

Gestaltpsychologie

Behaviorismus

Kognitive Psychologie Neuropsychologie


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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie V
Grundlagenfächer der Psychologie
• Allgemeine Psychologie (Wahrnehmung, Gedächtnis,
Lernen, Emotionen, Motivation, Denken, …)
• Differentielle Psychologie (Intelligenz- und
Persönlichkeitsunterschiede)
• Entwicklungspsychologie
• Sozialpsychologie
• Biologische Psychologie
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Einschub: Methoden der


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Psychologie

www.mensa.de

http://www.criminology.fsu.edu/
http://mtsu32.mtsu.edu:11134/jobanalysis.htm crimtheory/bandura.htm
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie VI
Methoden der Psychologie
• Beobachtungen
=> Selbstbeobachtung
=> Fremdbeobachtung (Beurteilungsskalen)
• Befragung
=> Interview
=> Fragebogen
• Experiment
=> Laborexperiment
=> Feldexperiment
• Test (psychometrisches Messen)
=> Vergleich mit standardisiertem Instrument
• Physiologische Messungen
• Simulationen
• Metaanalyse
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie VII
Das Experiment
Kausalerklärung (Hempel und Oppenheim):

A1, ….. , An (Antecedensbedingungen)


Explanans
G1, ….. , Gn (allgemeine Gesetze)

Explanandum E (erklärtes Ereignis)

Wichtige Begriffe:
• Hypothese
• Unabhängige und abhängige Variable
• Eliminierung der Einflüsse von Störgrößen durch:
- Kontrollgruppenbildung
- Randomisierung
- Wiederholung
• Versuchsleitereffekt (Rosenthal-Effekt)
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie VIII
Gegensätze in der Psychologie

Beschreiben  Erklären

Verstehen  Erklären

Handeln  Verhalten

Geistes- bzw. Kulturwissenschaft  Naturwissenschaft


qualitative Forschung  quantitative Forschung
externe Validität  interne Validität
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie IX
Psychologie in der Praxis
• Klinische Psychologie
- Psychotherapie
- Rehabilitation
- Beratungsstellen
- …
• Pädagogische Psychologie
- Erziehungsberatung
- Erwachsenenbildung
- Schulpsychologie
- …
• Arbeits- und Organisationspsychologie
- Personalwesen (Entwicklung, Auswahl, …)
- Betriebliche Gesundheitsvorsorge (Anti-Stress-Trainings, …)
- Ergonomie (Experimente, statistische Untersuchungen,
Befragungen, Softwareergonomie)
- …
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie X
Arbeits- und Organisationspsychologie
Arbeits- und Organisationspsychologie

Psychologie Psychologie
der Arbeit der Organisation
Arbeitsbelastung
Arbeitsmotivation
Arbeitsgestaltung
Arbeitspersonal

Führung
Konflikte
Macht/Mikropolitik
Arbeitsgruppen
Organisationsstruktur
(in Anlehnung an Wiswede, 1995)
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Was ist (Arbeits- und


Organisations-) Psychologie XI
Forschungsfelder (Auswahl):
• Anwendungsorientierte Grundlagenforschung
• Methoden zur Beschreibung und Bewertung von Aufgaben,
Tätigkeiten und Arbeitsorganisationen
• Gestaltung von Arbeitsbedingungen und Arbeitstätigkeiten
• Berufseignungsdiagnostik (z.B. Evaluation von
Auswahlinstrumenten)
• Personalentwicklung (z.B. Evaluation von Coachings und
Trainings)
• Veränderung und Analyse von Organisationsstrukturen und
Organisationsprozessen (z.B. Messung und Veränderung von
Organisationskulturen)
• Forschung über Einstellungen zur Arbeit und Wertewandel in
Bezug auf die Arbeit
• …