Pressezentrum Sperrfrist: Veranstaltung: Referent/in: Ort: Programm Seite: 26.05.

2006; 14:30 Uhr Geistliches Zentrum: Abschied vom lieben Gott Müller, Rainer-Matthias Wirtschaftsgymnasium, Vorstadtstr. 36 141

Dokument: 2236

Abschied vom lieben Gott. Eine Einladung, Gott ganz anders zu sehen... 1. Die Gotteskritik - Gott als Projektion des Menschen - Der „erfundene Gott“ als Lückenbüßer

2. Die monotheistischen Gottesbilder des AT und NT - Gott der Schöpfer, Befreier, Streitende - Gott als der „Ich bin da“ - Gott als Bundespartner - Gott als „Guter Hirte“, als einer, „der Leid zulässt“, „als der Unbegreifliche“ - Gott als „Vater“ (Archetyp der Barmherzigkeit) - Gott als „Gott ist Liebe“

3. Vom Teddybär zum Lieben Gott? (Frühkindliche Ausprägung) 4. Gotteserfahrung heute („Nachts allein mit Gott“) 5. Abschied vom „Lieben Gott“ - Ein Erstes: Gott ist zumutend. - Ein Zweites: Gott ist herausfordernd.
Text wie von Autor/in bereitgestellt. Es gilt das gesprochene Wort. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.

Sie sagen noch mehr über uns Und unsere Vorstellung von dir. für alle Zeit. sind Hilfswörter für Unbegreifliches. Die Gotteskritik Vielleicht ist es seltsam. für Gott entschieden. Ludwig Feuerbach oder von Seiten der Naturwissenschaften vor allem jene Forscher. will dich ansprechen mit deinem Namen.−2− . Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. hat sich bereits entschieden. Er hat auch nicht zum Ziel. die in der Diskussion um Evolution und Urknall alle biblischen Sprachbilder von Gott als naiv und nicht beweisbar verwerfen. Weil nicht alles gesagt werden kann. Dieser Vortrag sucht aber nicht primär in erster Linie die missionierende Auseinandersetzung mit Psychologie. Friedrich Nietzsche. Wer nicht glaubt hat sich ebenso entschieden. Philosophie oder Naturwissenschaft. Die alten sind mir fremd geworden. Große Gestalten wären hier zu nennen: Kritiker auf Seiten der Psychologie etwa wie Sigmund Freud oder Tilman Moser. über dich. die Existenz Gottes zu beweisen oder zu begründen. bist du mir fremd wie die Stimme am Telefon. Es gibt keinen Namen für dich. müssen wir offen lassen. fürchte ich. Paul Roth 1. die ‚Hallo’ ruft. Doch ich muss mit dir reden. für jeden. weil jede Zeit und jeder Mensch dich und deinen Namen neu finden muss. die Sklaven regieren. auf Seiten der Philosophie wie Karl Marx. der alles sagt. . Unaussprechbares. Soll ich dich Herr nennen? Herren können Despoten sein. Und ohne Namen. Mein Ausgangspunkt ist dieser: Glaube ist immer eine Entscheidung. Gott? Und welcher ist der richtige? Soll ich dich Vater nennen? Väter können Tyrannen sein. Gedanken zum Einstieg (Paul Roth) Der Allzu —Bekannte Wie viele Namen hast du eigentlich. Wer glaubt. einen Vortrag über Gott mit der Kritik an Gott oder besser: der Infragestellung der Existenz Gottes zu beginnen. Ob er sich gegen Gott oder die Möglichkeit Gott zu denken entschieden hat. Soll ich dich König nennen? Aber was sind Könige heute noch: Staatssymbole mit ‚keep smiling’ für Illustrierte! Ich weiß. ich weiß. Text wie von Autor/in bereitgestellt.Ein Drittes: Der liebende Gott. Sie sagen etwas von dir. Es gilt das gesprochene Wort. all diese Namen sind nur Chiffren.

sondern sein Trieb. das schreibt er den Göttern zu. vollkommen zu sein. In der Feststellung „Gott ist tot!“ manifestiert sich das Ergebnis einer ergebnislosen Suche nach Gott.. nicht in den ungelösten. nicht aber in dem. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. wird häufig kritisiert: Gott hat nur deshalb überhaupt eine Existenz erhalten.. die fantasierte Realisation menschlicher Wünsche. ihr Konkretwerden in der Projektion! Feuerbach schlussfolgert daher: Zunächst muss diese Selbsttäuschung beseitigt werden.−3− Dennoch sollten wir die Kritik an der Entscheidung für den Glauben an Gott bei unseren Betrachtungen mitschwingen lassen. Was er nicht ist. Früher oder später werden durch Forschung ungelöste Fragen beantwortet. im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. des erfundenen Gottes. denn was Gott als Eigenschaften zugeschrieben wird. wenn nämlich dann .“ Was meint Bonhoeffer? Der Ansatz der Schöpfungslehre wie sie uns die Bibel in den beiden Schöpfungsmythen überliefert. In dem. Folglich hält Religion an der Unvollkommenheit des Menschen fest. Es gilt das gesprochene Wort.. . das sind im Kern Tugenden des Menschen. Sowohl Nietzsches als auch Feuerbachs Gedanken lauten so: Nicht Phantasie oder Gefühl veranlassen den Menschen zum Gottesglauben.) Gott ist (. da er der Lückenbüßer unverstandener Phänomene ist. auf die Humanisierung des Menschen und seiner Zukunft gerichtet werden. in der der Gläubige irrtümlich Gott als vom Menschen unabhängige Größe versteht. sondern in den gelösten Fragen will Gott von uns begriffen sein. wird mit ihnen auch Gott immer weiter weg geschoben und befindet sich demgemäß auf einem fortgesetzten Rückzug. des „Lückenbüßers“ bzw. das Gegenüber des Menschen. die bisher auf Kult und Verehrung Gottes verwendet wurden. im Leben und nicht erst im Sterben. während sie von Gott behauptet.was sachlich zwangsläufig ist . weil er nicht sterben will. glücklich zu sein: Der Mensch glaubt an ein unsterbliches. weil er sich danach sehnt. nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten. (. dass man Gott nicht als Lückenbüßer unserer unvollkommenen Erkenntnis figurieren lassen darf. er sei vollkommen. Gott ist der ganz Andere. und zugleich der Mensch par excellence. damit wir nicht im eigenen Saft der religiösen Selbstsicherheit braten: Gott als Projektion des Menschen Als erste nenne ich die Theorie von der Projektion eines Gottes aufgrund eines menschlichen Defizits. Was ist damit gemeint? Der große evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal: „Es ist mir ganz deutlich geworden. was der Mensch von sich verneint. sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden. aber sein will. sollen wir Gott finden. in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden. Exemplarisch möchte ich daher tatsächlich zwei grundlegende Kritikansätze herausgreifen. die mit ihrer Religionskritik hier zu nennen sind.. ewiges Wesen. Die wenigen letzten unerklärlichen Phänomen dieser Welt verdrängen Gott in die Abstellkammer der noch vorläufigen Ungereimtheiten. Dann können die Energien. und an ein vollkommenes Wesen. Text wie von Autor/in bereitgestellt.) kein Lückenbüßer. Gott ist . was zu einer „Wohnungsnot“ Gottes führen wird. selbstbewussten Bürgern der Erde erzogen werden. Die Liebe zu Gott sollte in die Liebe zum (Mit-)Menschen umgemünzt und die Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits und zu freien. Der „erfundene Gott“ als Lückenbüßer Die zweite große Theorie ist die des „Platzhalters“. was wir erkennen. was wir nicht erkennen.so der zwingende Schluss Feuerbachs.sich die Grenzen der Erkenntnis immer weiter herausschieben. Gott ist demnach das. Es sind vor allem Friedrich Nietzsche und Ludwig Feuerbach. Das gilt für das Verhältnis von Gott und wissenschaftlicher Erkenntnis.

Dennoch wirft die Heilige Schrift verschiedene Scheinwerfer auf die menschlichen Erfahrungen. im Säuseln des Windes. Die Grafik zeigt dies in der ganzen Mehrdimensionalität: Die Grunderfahrung mag – wie schon angedeutet – die Tatsache sein: Ich. wie es uns auf tragische Weise von Hiob geschildert wird. Rückblickend und auf den Anfang schauend wird diese Erkenntnis dreifach entfaltet: Gott ist als der Schöpfer da. dass die Gotteserfahrungen einzelner oder des ganzen Volkes Israels nicht im Sinne einer aufzählenden Chronologie zu erfassen sind. Die Strahlen der Lichter beleuchten dies Lebensszenen und lassen weniger das feste statische Bild als vielmehr die lebendigen Erfahrungen aufleuchten. Die monotheistischen Gottesbilder des AT und NT Welche biblischen Gottesbilder werden uns in der Entwicklung der Heiligen Schrift vorgestellt? Wir müssen zunächst einmal festhalten. den Zehn Geboten. bin der einzige Gott! Ich bin der Ich bin da. denn unser Wissen nimmt stetig zu. Gott manifestiert sich in der Unbegreiflichkeit. der Herr. der aktuellsten beendend. Die Jungfrau Israel ist seine Braut. Im Ringen um die eigene Identität. mit seinem Volk. kann Gott nur als der völlig unbegreiflich Transzendente erfahren werden. wenn wir Phänomene im Mikround Makrokosmos nicht verstehen? Wenn das so wäre. Es gilt das gesprochene Wort. Mag sein. dass die Gotteserfahrung des JHWH. den Bund. dann müssen wir hinabtauchen in die Welt des Volkes Israel und in seinen Erfahrungsraum mit Gott. Der befreiende und namensstiftende Gott schließt einen Vertrag. Dann braucht es Gott nicht mehr. wird uns mit Jesus Christus als dem lebendigen Wort Gottes deutlich: Er geht in die Beziehung mit Gott hinein. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Am Sinai erschließt sich eine neue Erfahrung Gottes. Letztlich aber – bei allem Kampf um Gottes Gegenwart – bei aller Sehnsucht sogar. Im Dekalog. nicht im Feuer. Zu unterschiedlichen Zeiten haben Menschen und haben Völker verschiedene Gotteserfahrungen gesammelt und diese wiederum auf unterschiedliche Weise festgehalten. Er ist der Baumeister und Gestalter allen Lebens. sozusagen mit der ersten Gotteserfahrung beginnend. Gott ist Text wie von Autor/in bereitgestellt. Kapitel des 1.−4− Die Missernte in früheren Zeiten war so lange Folge einer Sünde des Menschen und wurde als Strafe Gottes verstanden. tritt Gott als zuverlässiger Vertragspartner seinem Volk wie ein Ehepartner entgegen. Die dritte Gotteserfahrung der Väter mündet darin: Der Kampf des Jakob am Jabbok dient der Namensgebung: Israel soll Jakob von nun an heißen. Aus dieser tiefen Liebe und Treue heraus verkünden die Propheten Gott als den sich sorgenden „Guten Hirten“. im Streit mit Gott sozusagen. . dein Gott. nicht im Erdbeben. 2. Buches der Könige wird dies geschildert: Gott war nicht im Sturm. seine Treue und Liebe. im wahrsten Sinne des Wortes: nicht ergreifbar und doch ergreifend. Die Qualität der Beziehung ist die „Hräsed“ Gottes. Wenn wir unseren christlichen Gottesbegriff tatsächlich in seiner ganzen Tiefe verstehen suchen. Irgendwann wird alles – so könnten wir vermuten – erklärbar sein. übersetzbar mit „Ich bin da“ die grundlegende monotheistische Ausformung im Glauben des Volkes Israel ist. zugleich aber als den. er steht am Anfang und wird der Vollender sein. bei der letzten. Im 19. der zumutet und das Leid zulässt. Anders gefragt: Wird also Gott als Schöpfer immer dann bemüht. Die zweite Erfahrung ist die Erfahrung der Befreiung. wie die Wetterveränderungen nicht erklärbar waren. könnte man mit Recht eine zunehmende Einengung des „Handlungsspielraums“ Gottes anprangern. Gott führt hinaus in die Weite des Lebens. erlangt der Mensch Segen. sondern im Nichts. Dass letztlich dieser Gott dann aber doch auch begreifbar wird. von Anbeginn der Zeit.

dem Übergangsobjekt seiner Kindheit zum Jugendlichen. wie wir Menschen dieses „Du“ Gottes dann im Laufe unseres Lebens vermittelt bekommen. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. zu Gott emporhebt .−5− das personale „du“. Alles wirkliche Leben. Es gilt das gesprochene Wort. an ihnen erfährt es Glaubwürdigkeit und Echtheit. Weisheit. mich für den Glauben an einen Gott zu entscheiden? Wir machen einen Sprung aus spirituell-biblischen Betrachtung der Gottesbilder zu uns hin. welche es in sich selbst trägt. Aufgeschlossenheit deshalb. . und doch spüren wir seine Nähe im unmittelbaren Hautkontakt. Rede und Antwort als zärtlicher Dialog zwischen Kind und Kuscheltier sind Beginn dessen. Es gilt nun darauf zu schauen. Wie kommt es. andererseits in der für den Vater sich hingebenden Liebe am Kreuz (Kenosis). die das bewirken konnte und damit über sich hinaus den Menschen. Vom Teddybär zum Lieben Gott? (Frühkindliche Ausprägung) Doch wie entsteht Gott in mir und in meinem Glauben? Wie komme ich dazu. weil er uns damit die Beziehung zu Gott in neuer Weise erschließt. das Entstehen und die erste Erfahrung Gottes in kindlicher Weise festhalten.diese Kraft ist der Geist Gottes selbst. Vermessen deshalb. Es kann sich nicht selbst bewegen. um das Kind in die Eigenständigkeit zu führen. an ihnen misst es sich. Es sind die Kuscheltiere. Vermessenheit und zugleich Aufgeschlossenheit prägen diese Gotteserfahrung. Wenn nun Mutter und Vater nicht anwesend sind oder sein möchten. die Liebesobjekte der frühen Kindheit. was wir nur wenige Jahre später schon als Gebet bezeichnen. in seiner ersten Enzyklika beschreibt: „Deus caritas est“. mit denen wir so viel an Erfahrungen. Die Nacht als das Symbol der Einsamkeit und des Todes löst Furcht aus. dass nicht das Kuscheltier und nicht die Eltern Gott sind. sondern dass Gott noch darüber hinaus als der Große Unbekannte eine eigene Existenz aufweist. aber auch Zweifel und Not. vermag es höchstens in unserer Phantasie zu hören. an einen Gott zu glauben? Für das Baby und das Kleinkind sind die entscheidenden Primärpersonen Mutter und Vater. Was das Kind hier mit dem Kuscheltier. Der erste Bruch allerdings geschieht. Kraft und Liebe können so früh im Kind verankert werden. 3. Bei ihnen fanden wir Nähe und Wärme. wie sie auch Benedikt XVI. im Fell eine gewisse spürbare Zärtlichkeit. dass wir als Kinder schon lernen. so können wir ohne naive Theologie betreiben zu wollen. so sagt er. Die innige Beziehung zwischen Gott als dem Vater und Jesus als dem Sohn zeigt sich in der sich einerseits an den Sohn verschenkenden Liebe in der Menschwerdung (Weihnachten). Es kann nicht sprechen. ist Gottes verborgene Gegenwart. ist Begegnung mit diesem „du“. erfährt. wenn das Kleinkind abends allein einschlafen soll. Bei ihnen konnten wir – sie fest im Arm haltend – uns ausweinen und schluchzen. das Gegenüber des Mannes aus Nazareth. Angst und Zweifel. Diese Dimension sprengt das bisher Erfahrene. also uns. er ist der Archetyp der Barmherzigkeit schlechthin. liebevoll und zärtlich an der Seite des Menschen verweilt. Durch die Eltern hat das Kind bis zu diesem Zeitpunkt erlernt. Gott ist Vater. an Geborgenheit und Trost verbinden. Ihnen vertrauten wir die großen Geheimnisse unserer kurzen Erdenzeit an. An ihnen orientiert es sich. Dieses personale Du nennt Martin Buber „Gott“. Text wie von Autor/in bereitgestellt. welches ebenso vertraut. nimmt ein Gegenstand diesen Platz ein. In dieser Phase. wie er es tut. Doch das Kuscheltier von sich aus ist nicht zur Kommunikation fähig. dem personalen Gegenüber. Diese neue Beziehung aber erfüllt sich dann in der Formulierung „Gott ist Liebe“. weil nur Jesus selbst von Gott so als Vater sprechen kann. Doch im Umgang mit dem Übergangsobjekt der Kindheit manifestiert sich die Sehnsucht des Kindes nach dem „du“. er ist die Grundgestalt des barmherzigen Vaters. Die Kraft.

da stößt jener Jesus noch einmal den sehnsuchtsvollen Schrei nach der Nähe Gottes aus. . ist es ihm auch möglich. Interessanterweise ist gerade der Zeitpunkt der Nacht einer der in der Bibel und von Mystikern am häufigsten genannten Momente der Begegnung mit Gott. der Katechese und in der Sprachwelt der Liturgie die verschiedenen statisch wirkenden „Gottesbilder“? Dieser Frage ist wollen wir nachgehen. von einem „lieben Gott“ Abschied zu nehmen und neue. Der „Höhepunkt“ wird auf dem Gipfel der Angst und des Todes erreicht. die oft einhergeht mit dem äußeren Dunkel der Lebenssituationen. geradezu exotisch und sonderbar seltsam? Klingen die Berichte nicht oft wie fromme Märchen für einfältige Menschen? „Erfahrung“ im spirituellen Sinne meint nicht empirische Nachprüfbarkeit von naturwissenschaftlich eindeutigen Forschungsexperimenten. Wo alles in die Dunkelheit und in die Nacht des Todes mündet. Die Theologie kennt das Phänomen der Gotteserfahrung und ist kritisch genug. Die Antwort lautet: Insofern der Mensch offen ist für das.. werden viele aufgeklärte Zeitgenossen skeptisch. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. d. wenn er betet: „Mein Gott! mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Bist fern meinem Schreien. ob es möglich ist. Damit kommen wir zu einer Grundoption und einer ersten Antwort auf die Frage. sondern erlernen in der Schule. Es handelt sich bei vielen Schilderungen um eine innere Erfahrung. andere Erfahrungen zu machen! 4. und zeigt damit überdeutlich die Verzweiflung und diabolische Anfechtung Jesu von Nazareth. Muslime oder Juden Gott nennen. Damit ist nämlich in letzter Linie auch die Option verbunden. eine Text wie von Autor/in bereitgestellt. was Buddhisten oder Hindus „göttliche Energie“ oder Geist nennen. um bloße Phantasie von tiefer mystischer Vision zu unterscheiden. ich erlaube mir auch hier zu sagen: der Gottesfinsternis in seinem Leben. mit der Dunkelheit. auf der Schädelhöhe Golgotha. Warum wird uns – statt des Gefühl der Liebe – ein „lieber Gott“ vermittelt? Warum lernen wir nicht. Wir werden jetzt sehen. wie Gotteserfahrung geht. was Christen.. Unter dem Licht Gottes kann sich der Mensch diesen Nachterfahrungen öffnen. die sich ihm erschließen. in denen wir stecken. welch tiefe Verzweiflung ein Mensch durchlebt. Wann immer das Wort „Gotteserfahrung“ fällt. der sich ganz und gar von Gott verlassen fühlt und sich der Gottesfinsternis ausgesetzt glaubt. Kann man Gott überhaupt „erfahren“? Klingen die Geschichten der Bibel und die Biographien der großen Mystiker und Heiligen nicht doch zu „weltfremd“. den Worten meiner Klage! Mein Gott! Ich rufe bei Tag. Die Nacht zum Karfreitag ist – so lesen wir in den vier Evangelien – für Jesus die furchtbarste Erfahrung der Gottesferne. dass wir nun einen Grundwechsel vollziehen. Nicht mehr von Gottesbildern sprechen wir – und sollten wir eigentlich auch nicht mehr. in der Nacht eine Gotteserfahrung zu machen. . was die Sprache angeht.−6− Dieses „Du“ ist vor allem mit einem Gefühl verbunden und wird uns dann in der Kindheit geraubt und ersetzt durch die Sprachwelt der Erwachsenen.sondern von Gotteserfahrungen. er sieht seinem Leben ins Angesicht und erkennt die vielen Wegmöglichkeiten.h. ja. doch du gibst keine Antwort! Ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe!“ Diese Zeilen aus dem Psalm 22 machen deutlich. Die Passionsgeschichte Jesu beginnt in der Nacht. wie sich dieser „Raub“ auswirkt. Es gilt das gesprochene Wort. Gotteserfahrung heute („Nachts allein mit Gott“) Schon an der Überschrift lässt sich ersehen.

.Der königliche Traumdeuter . Hier nur einmal die Auflistung: Nachterfahrungen im Alten Testament . wird über ihnen leuchten. Gerade durch das Wort „Nacht“ im Alten wie im Neuen Testament offenbart sich ein eigener theologischer Zeitpunkt des Heilshandelns Gottes („Kairos“). und sie werden herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22. das im Dunkeln wandert Nachterfahrungen im Neuen Testament . und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Vers 2 („Finsternis lag über der Urflut“) bis hin zum letzten Kapitel der Offenbarung in immer neuen Facetten gezogen: „Es wird keine Nacht mehr geben.Die nächtliche Himmelsleiter . der in der Nacht einerseits das Schöpfungswerk beginnt.Das Volk. Der rote Faden wird vom Buch Genesis im 1.Davids Versuchung in der Nacht .Die Nacht der Schöpfung . Es gilt das gesprochene Wort. Lassen Sie mich dies mit Blick auf die Heilige Schrift verdeutlichen: Die Heilige Schrift erzählt mit menschlichen Worten von einem Gott.Die Träume des Josef . ihr Gott.Die Nacht des Hiob .−7− Gotteserfahrung zu durchleben und in der Eigenreflektion als solche auch zu erkennen. andererseits die Nacht vollendet und in den Tag führt.Jona in der Finsternis des Fischbauches . Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.Die Blindheit des alten Tobit . Denn der Herr. Man könnte geradezu meinen. Andere Geschichten finden sich im AT wie im NT. Ein großartiges Beispiel sei hier die Geschichte vom Kampf des Jakob am Jabbok.Die Geburt Jesu in der Nacht Text wie von Autor/in bereitgestellt.Der Auszug in der Pesach-Nacht . Kapitel.Judiths Nacht-Gebet .Elijas Wüstennacht .Der nächtliche Kampf am Fluss .5).Die Nacht auf der Tenne . die Heilige Schrift basiere auf dem komplementären Konstrukt eines Tag-Nacht-Schemas und manifestiere genau darin ihre grundlegende Heilsaussage: Die Nacht ist der bevorzugte Ort der Gotteserfahrung und als Augenblick des Heils-Durchgangs zum neuen Tag des Menschseins notwendig.

Verleugnung und Verurteilung . es gibt ihn nicht. dann stellt sich doch die Frage: Wie erfahren wir ihn? Die biblischen Zeugnisse machen deutlich: Es geht nicht um einen lieben Gott. Dazu sei der Hinweis auf mein Buch gegeben: „Nachts allein mit Gott.Der Gang Jesu auf dem Wasser . wie und wann wir ihn erfahren können und warum wir überhaupt glauben können. wer oder was Gott ist. der unseren Alltag auf ganz selbstverständliche Weise bestimmt.Der Gang zum Grab in der Nacht .−8− . dass es einen Gott gibt.“ 5.Die Jünger von Emmaus . der zum Heiligen Krieg aufruft.Das Mahl in der Nacht .Der Tod als Ausdruck der unendlichen Nacht . Er blickt gütig. Warum sprechen wir in der Alltagssprache so oft vom „Lieben Gott“? Wenn wir Gott „erfahren“ können. Der „liebe Gott“ ist in der Tat eine Art Erfindung von Menschen. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. die Fiktion oder noch besser: die Projektion eines alten. Abschied vom „Lieben Gott“ Kommen wir zum Kerngedanken dieses Vortrages: unserer Überlegungen. den „lieben Gott. Mit Sicherheit ist er für die Christen nicht der Gott.liebend Text wie von Autor/in bereitgestellt. Nein. ergrauten Mannes mit langem Bart auf irgendeiner Himmelswolke.“ Wer aber ist er dann? Im Schleudergang der Zeitgeschichte und der unzähligen politischen.Die Blindheit des Paulus . Es gilt das gesprochene Wort. .Verhandlung. der Allgegenwärtige. Wenn Menschen Gott erfahren. Lassen Sie es mich deshalb provozierend einmal sagen: Es gibt keinen lieben Gott. und doch auch ohnmächtig auf die Erde. Sie erzählt ganz anders von Gott. Der so genannte „liebe Gott“. die gerne hätten. Vielleicht lassen sich drei neue „Gesichtszüge“ Gottes umschreiben: zumutend – herausfordernd . Dahinter aber steckt das Bild. Im Schleudergang der Gegenwart hat sich das christliche Gottesbild verändert. Es hat ihn nie gegeben.Die letzte Nacht der Welt Ich muss es – angesichts der Zeit – Ihrem persönlichen Studium überlassen. ungewohnter Weise. die uns von nächtlichen Gotteserfahrungen erzählen. der „omnipräsente“ Gott. dass er lieb und nett ist.Die Nacht der Verzweiflung im Garten Getsemane . sich den verschiedenen biblischen Geschichten einmal zu widmen.Die Befreiung des Petrus aus der Kerkerhaft . sozialen und persönlichen Ereignisse stellt sich die Gottesfrage zumindest für das Christentum in neuer.Das Nikodemusgespräch . Er ist auch für viele nicht mehr der Gott.

Ob einen blinden Bartimäus. Gott mutet dem Menschen im Laufe seines Lebens unendlich viel zu. sie frieren nicht in der Ausweglosigkeit ein.16). .22 – 17. AIDS oder Krebs – nahezu unheilbare Krankheiten. der mit dem Ruf „Lazarus. ein Verkehrsunfall mit tragischen Folgen: Querschnittlähmung. Er mutet uns zu. komm heraus!“ (Johannes 11. Krankheiten und Leid zu ertragen. Der christliche Gott ist auch ein Gott der Herausforderung. Bewegung. Gott ist zumutend. Rut oder Jona nur „Erzählgeschichten“ sind ohne direkten historischen Zusammenhang. der sie niedergestreckt am Rand des Weges liegen lässt. Auch wenn das Buch Hiob. Ungerecht. ausschnitthafte Beispiele der Zumutungen Gottes. So jedenfalls wird es ab und an formuliert: Jeden Menschen ereilt ein anderes Schicksal. wie gerade zitiert. Gott ist herausfordernd. die mit Herausforderung einhergehen. steh auf. Aufbruch. sie fordern heraus.31). Und er schenkt Mut. ruft er die Menschen heraus: „Ruft ihn her! (. Er stellt den Kranken und Ohnmächtigen auf die eigenen Füße. Ein Zweites: Gott ist herausfordernd. die das ganze Leben über den Haufen werfen.49). Veränderung. Das klingt für viele Menschen befremdlich. Gott ist herausfordernd. bevor ihm der wässrige Boden unter den Füßen doch das Fundament raubt. In der Tat. Lebensperspektiven? Der zumutende Gott erscheint vielen als der Gott. Es sind und bleiben Forderungen. Probleme gibt es in unserem Alltag zuhauf. das nach langen Jahren der Sklaverei in Ägypten den Auszug und Aufbruch in die Freiheit vollzogen hat (vgl. Neuanfang.−9− Ein Erstes: Gott ist zumutend. wie Menschen in der Zumutung ihres Lebens auch den Mut zum Aufbruch spürten.. die uns physisch und psychisch an die Barrieren der Menschlichkeit und des Erträglichen führen.17 – 14. „Ek-Klesia“ heißt Kirche im Griechischen. Die Heilige Schrift berichtet von solchen Menschen. der nichts anderes möchte. er ruft dich!“ (Markus 10. den wir als den Christus bekennen. Das sind die Worte. Und: In und trotz aller Zumutung spricht Gott auch Mut zu.. Johannes 11. so machen sie dennoch einiges deutlich von der Wirklichkeit. oder einen zaghaften Petrus. Probleme. dass Gott in aller Zumutung auch der Aufrichtende ist. die erfüllt werden wollen. Christen sind Menschen. Exodus 13. Exodus 15. Tobit. In allen Geschichten – und derer gibt es noch viele mehr – wird uns berichtet. wenige. Jesus. die Scheidung nach über 20 Jahren Ehelebens.43) die Fesseln seines Lebens und die Ohnmacht seines Menschseins abwirft und wieder ans Licht tritt. Er holt sein Volk aus dem Staub und erhebt den Wehrlosen aus dem Schmutz. Auch hier: Null Lebensperspektiven? Doch Probleme sind letztlich nichts anderes als Herausforderungen. wie er ertragen kann. oder ein totgemachter Lazarus.) Hab nur Mut. die offen stehen. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Gott stimmt die Zumutungen ab auf das Ertragen des Einzelnen. es muss erst die Herausforderung der Wüste und des Suchens überstehen und durchleben (vgl. wo gerade zuvor noch alles bis zum Himmel stank (vgl. Er mutet uns zu. Vielleicht mutet Gott dem Menschen aber auch nur so viel zu. der sich auf Geheiß seines Herrn „Komm!“ (Matthäus 14. Das Volk Israel. damit die Uhr gestellt wird bis zur Stunde des Todes. Aber die Bibel berichtet auch davon.7).29) auf das Wasser wagt und viel Mut beweist. die nicht statisch vor Problemen stehen bleiben und ohne Lebensperspektiven Text wie von Autor/in bereitgestellt. In Gestalt des Mannes aus Nazareth. als sehend den Durchblick haben. sondern: sie rufen heraus. wie wir sie oft erleben. Schicksale werden uns zugemutet: Geburt eines behinderten Kindes oder gar Totgeburt. Arbeitslosigkeit und sozialer Abstieg. an denen wir scheitern könnten.39). ruft dem Lebensmüden zu: „Steh’ auf und iss! Geh’ deinen Weg durch die Wüste!“ (1 Könige 19. Dies sind nur einige. wie es uns oft erscheint. In vielen Punkten fühlt sich der Mensch überfordert. Die „Herausgerufenen“. geboren zu werden. so könnte man es übersetzen. Gott mutet zu. Aber sie sind nicht statisch. Begrenzungen. Es gilt das gesprochene Wort.

gehe ich aber. Das „Netz“ sind die Worte und Taten Jesu. Ein abgedroschenes Wort. der ihnen vorangeht. der Christus nachfolgt. wird der Beistand nicht zu euch kommen. Mann und Frau sind aufeinander bezogen in einer einzigartigen schöpferischen Gemeinschaft. so werde ich ihn zu euch senden!“ (Johannes 16.17). Die Herausforderung auch hier liegt in der Umkehr. Es gilt das gesprochene Wort. Auch Jesus hat die Menschen immer wieder herausgerufen und herausgefordert. wo er sie hinführen wird. in diesem treuen Mitgehen ereignet sich die Wirkkraft des liebenden Gottes. an den er uns beruft: Wir werden zu Menschenfischern. das Sich-Anvertrauen vor dem Altar. bis dass der Tod die beiden voneinander trennt. dem Heiligen Geist. an. Aber er fordert. Denn wenn ich nicht fortgehe. Gott fordert heraus. nicht aber knebeln sollen! Die größte Herausforderung aber. Frauen und Männer verändern nicht nur den Tagesablauf und bauen ein paar Stunden „JesusNettigkeiten“ mit ein. Sondern die Wende zum Leben. die wir für die Sache Jesu begeistern. weil schon tausendmal und oft mit leeren Versprechungen verknüpft.17). In diesem Fortgehen Jesu liegt einerseits die Trauer über den unmittelbaren Verlust. in Gesundheit und Krankheit. liegt nach Jesu Tod und Auferstehung in der Himmelfahrt. die zueinander Ja gesagt haben. „Kommt her. will ihn umklammern und festhalten. das Leben in die Hand zu nehmen. der Weg nach vorn. folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen!“ (Markus 1. der mit ihnen geht. Nicht in das dunkle Grab hinabschauen. die Umkehr und Herausforderung zu Jesus hin beginnt mit einer „Zusatzqualifikation“ für den neuen „Arbeitsplatz“. mit der Kraft von „oben“. in der verständnisvollen Umarmung der Freundin Text wie von Autor/in bereitgestellt. „Es ist gut für euch. die befähigt. in der Fürsorge des Freundes um seinen Freund. Die Herausforderung der Kirche liegt in der ständigen Umkehr und Suche nach dem Weg Gottes mit ihr. Aber es gibt einen liebenden Gott. die erst im Laufe des Gespräches Jesus erkennt. der sie herausruft. Es gibt keinen „lieben Gott“ – so die These eingangs. Die Herausforderung Jesu liegt im Wandel der bisherigen Tätigkeit. gilt gleichermaßen für die Kirche in der Gesamtheit. ohne zu wissen. in den guten wie den schlechten Tagen. die zu einem neuen Horizont führen. . auf den eigenen Füßen zu stehen. der „Köder“ ist das „Leben in Fülle“. 7). wieder einen klaren Kopf zu bekommen. der Bund der Ehe ein Sinnbild für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Doch seine Antwort ist klar: „Halte mich nicht fest!“ (Johannes 20. Maria. andererseits aber die Herausforderung. Schon in seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium kündet Jesus seinen Jüngern dieses „Fortgehen“ an. so erzählt uns die Bibel. ist die Perspektive und Aufgabe eines Menschen. Im treuen Mitgehen des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin. sondern schließen sich ihm. Er fordert zu aller erst das Aufgeben der gewohnten und vertrauten Machenschaften. Das Ereignis mit dem „Ausstieg“ des Petrus auf das Wasser wurde eben schon erwähnt. Ein Drittes: Der liebende Gott. Nicht von ungefähr ist die Eheschließung. In ihrer liebenden Verschmelzung entsteht neues Leben. in der „Umdrehung“ oder der Kehrtwende. das uns verheißen ist. Ein „liebender Gott“ – ein Spiegel der Liebe zwischen zwei Menschen. Einem Horizont der Erkenntnis allen Werdens. das heißt zu Zeugen des Evangeliums. Christen haben einen Gott. Er fordert das Verlassen der alten Wege und das Beschreiten neuer Straßen. In ähnlicher Weise berichtet uns das Johannesevangelium von der Begegnung Jesu und Marias am Ostermorgen.− 10 − ihren Alltag gestalten. Was für das Leben eines Einzelnen gilt. Nicht der Gott der leeren Worthülse „Liebe“. In der Sorge der Eltern um ihr Kind. für immer. wie es heißt. dass ich fortgehe. dem Wanderpropheten. Gleich wie wir unser Leben gestalten. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Die „Fische“ sind die Menschen. Aber schon ganz zu Anfang seines Wirkens beruft er Menschen in seine Nachfolge. diese Trauer zu überwinden und in Freude zu verwandeln. Es ist die Kraft.

Es gibt ihn nicht. der Herr. 1969. von dem wir als Kinder noch glaubten. Jakob. wie liebend er wirklich ist. indem es klarer seine Konturen zeigt. Studium in Mainz. Aber das sollte nicht unser Anliegen sein. Trier und Toulouse. Wir sollten unsere Erfahrungen auftauen und verkosten. Dennoch fragen wir: Sollten wir nicht viel mehr von „Gotteserfahrungen“ sprechen? Ist nicht die gesamte Bibel vielmehr ein Erfahrungsbuch? Sind „Gottesbilder“ letztlich nicht zu statisch. in der wir leben. Doch wir wollen nicht nur die Frage nach Gott überhaupt stellen. Abschlussgedanken Die Welt.) Das ist mein Gebot: Liebt einander. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet. gemacht haben? Wir haben sie fest gefroren und auf Sockel gestellt.1-5). Bibliodramaleiter und Gestalttherapeut i. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. In wunderbarer Weise beschreibt der Prophet Jesaja diese Liebe in einer Liebeserklärung Gottes an den Menschen: „Jetzt aber. wenn durch Ströme. Israel: Fürchte dich nicht. die Straßenlaternen erhellen und erleuchten die dunklen Abschnitte und sind Blickpunkte. Es hat ihn so nie gegeben. Ich der Heilige Israels. Aber es passt sich nicht an wie ein Produkt auf dem Markt an den Bedarf oder die Nachfrage der Verbraucher. bin dein Retter. so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. dass er dieser nette. vom Weg abzukommen. so wie ich euch geliebt habe. eine liebende Geste. ich habe dich beim Namen gerufen.. ein liebendes Loslassen auch im Tod. weil sie ihm selbst von Gott geschenkt worden war: „Wie mich der Vater geliebt hat. aus Gott dasselbe zu machen. als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Das ist nicht resignative Feststellung. Denn ich.“ (Johannes 15. Wenn du durchs Wasser schreitest. (. dann reißen sie dich nicht fort. so habe auch ich euch geliebt. bin ich bei dir. wirst du nicht versengt.und Holzskulpturen aus den großen Glaubensgestalten. wie es uns im Alten Testament überliefert ist. an den Wegmarkierungen kann ich mich orientieren. ein herausfordernder und ein die Menschen unendlich liebender Gott. den Heiligen. werdet ihr in meiner Liebe bleiben. Der christliche Gott der Gegenwart und der Zukunft ist ein zumutender. Ein liebender Gott. hat sich verändert. Kusch und Seba gebe ich für dich. Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe. Rainer-Matthias Müller.. Autor von Text wie von Autor/in bereitgestellt.− 11 − mit ihrer Freundin – überall dort ereignet sich das Geheimnis des liebenden Gottes. Wegmarkierungen und Straßenlaternen. Aber auch er konnte nur so umfassend lieben. sein Profil zum Vorschein bringt. geb. zu starr? Liegt es nicht nahe. . Kein anderer hat diese Liebe so greif. Seit 2003 Schulpfarrer und Religionslehrer in Saarlouis. du gehörst mir. gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker. sondern Beschreibung der Anzeichen einer neuen Wirklichkeit. Das christliche Gottesbild verändert sich. ohne Gefahr zu laufen.9-13).und spürbar gezeigt. wie Jesus. Ein liebender Blick. alte Mann auf der Wolke sei. An der Schnur kann ich mich wie bei einem Bergwanderseil festhalten. was wir in Stein. bin dein Gott. keine Flamme wird dich verbrennen. Fürchte dich nicht. Sozialkompetenztrainer und Buchautor mehrer geistlicher Bücher. Darin zeigt Gott. auf die ich meine Augen richten kann.. Ich gebe Ägypten als Kaufpreis für dich. denn ich habe dich ausgelöst. diesen Gott zu denken und zu erfahren. „Gottesbilder“ haben ähnliche Gefriertendenzen. der dich geschaffen hat. denn ich bin mit dir. Es gibt keine größere Liebe. und der dich geformt hat.A. Es gilt das gesprochene Wort.“ (Jesaja 43. den „lieben Gott“. sondern: Dürfen wir überhaupt noch von „Gottesbildern“ sprechen? Zwar unterliegen wir nicht dem jüdischen Bilderverbot. Die Gebote sind die Richtschnur. so spricht der Herr. Es ist Zeit. Und in dieser Wirklichkeit hat sich auch das christliche Gottesbild verändert. Wenn du durchs Feuer gehst.

Text wie von Autor/in bereitgestellt. Mitglied des Dritten Ordens der Franziskaner. Dozent in der Erwachsenenbildung Saarlouis / Dillingen. . Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.− 12 − Rundfunkbeiträgen für den Kirchenfunk des Saarländischen Rundfunks. Es gilt das gesprochene Wort. seit 2004 Promovent im Fach Pastoraltheologie (Bamberg). Leiter des SCG (Seminar für kreative Formen christlichen Glaubenskommunikation).