Modul 1, Aufgabe4

Konzept eines Weblogs

Das Spannungsverhältnis von E-Portfolio, Personal Learning Environment (PLE) und Digital Identity 1. Ausgangslage Ich unterrichte an einer Hauswirtschaftlichen Schule hauptsächlich sozial benachteiligte Schüler/innengruppen, daher gilt mein Hauptinteresse der Frage: Wie können E-Portfolios oder andere Web2.0-Applikationen für den Berufseinstieg meiner Schüler/innen erfolgreich implementiert werden? Seit 2007 bildet das Thema „EPortfolio“ aus verschiedenen Gründen auch den Arbeitsschwerpunkt meiner außerschulischen Beschäftigungen:  Auf der Moodle-Konferenz in Duisburg am 28./29. März 2007 wurde ich das erste Mal auf die Neuseeländische Portfolio-Entwicklung Mahara1 aufmerksam. Nach der Installation auf dem eigenen Webhost2 erfolgte in der Folgezeit die Übersetzung und Pflege des deutschen Sprachpaketes.  Im Jahr 2008 übernahm ich die Fortbildungstätigkeit für das Projekt MOSEP3 (More Self-Esteem with my E-Portfolio) an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Esslingen.  Auf der Moodle-Konferenz in Heidelberg und bei verschiedenen Workshops für das eLearning Kompetenzzentrum der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen habe ich Vorträge zum Thema „Arbeiten mit Mahara“ übernommen.  Nach der Ausbildung zum Teletutor für das Regierungspräsidium Karlsruhe begleite ich Blended-Learning-Kurse „Projekt- und Sozialkompetenz“ für Lehrer/innen, die im Berufseinstiegjahr (BEJ) unterrichten.  Seit 2008 betreue ich Onlinefortbildungen „E-Portfolio - Methode und digitales Lernwerkzeug“ für die Akademie Dillingen. Eventuell möchte ich die Portfolioarbeit bei meiner Master Thesis forschend unter die Lupe nehmen. Das Führen des Weblog ist eine wichtige Säule in diesem langfristigen Forschungsprozess.
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http://mahara.org http://ewiesion.com/mahara 3 http://mosep.org

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Modul 1, Aufgabe4 2. Zielsetzung des Weblogs

Konzept eines Weblogs

Bei meinen E-Portfolio-Tätigkeiten werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Was ist denn eigentlich ein E-Portfolio?“ Thomas Häcker (2007) zitiert Folgendes: „Ein Portfolio ist eine zielgerichtete und systematische Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der / des Lernenden in einem oder mehreren Lernbereichen darstellt und reflektiert. Im Portfolioprozess wird die / der Lernende an der Auswahl der Inhalte, der Festlegung der Beurteilungskriterien sowie an der Beurteilung der Qualität der eigenen Arbeit beteiligt (Paulson et al., 1991, 60; Übers. T.H.)“. Bei dieser Definition fehlt aber die elektronische Komponente. Serge Ravet (2007) umreißt in seinem Positionsapier das E-Portfolio und beschreibt den Wunsch, dass “in 2010, every citizen will have an ePortfolio“4. Er frägt aber schon 2008 vorsichtig: „The ePortfolio is dead? Long life to Digital Identity!“5 Somit stellt sich die Frage, ob er hier eine Variante der Personal Learning Environments (PLE) sieht, die in verschiedenen Veröffentlichungen dargestellt werden6 . Zentrales Anliegen meines Weblogs ist es, eine Einordnung der verschiedenen Begriffe zu erarbeiten und eine Beschreibung des Spannungsverhältnisses zu entwerfen. Das forschungsleitende Blogthema lautet: In welchem Spannungsverhältnis stehen E-Portfolio, Personal Learning Environment (PLE) und Digital Identity? Eine 1. Grobgliederung der Blogposting sieht vor, zunächst die Ergebnisse der Literaturrecherche darzustellen. Im Anschluss sollen dann die möglichen Positionen erarbeitet und eingeordnet werden. Parallel dazu will ich für die interessierten Leser/innen Tutorials zur Arbeit mit Mahara veröffentlichen. Diese Blogposting sind sicherlich dazu geeignet einen Diskurs über die Möglichkeiten der Portfolioarbeit in der Schule anzuregen. In einer Master Thesis könnte dann untersucht werden, in welcher Gestalt ein E-Portfolio das geeignete Werkzeug und die passende Methode für meine Schüler/innen ist.
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http://eife-l.org http://www.learningfutures.eu/2008/04/eportfolio-is-dead-long-life-to-digital.html 6 http://www.downes.ca/cgi-bin/page.cgi?author=Helen%20Barrett

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Modul 1, Aufgabe4 3. Zielgruppe

Konzept eines Weblogs

Die angebotenen Vorträge auf den Moodle-Konferenzen, die Tweets zum Thema „Portfolio/E-Portfolio“, zahlreiche Blogeinträge, diverse Workshops und die erhaltenen Einladungen zu Schulungen zeigen mir, dass die Portfolioarbeit immer mehr in den Fokus gelangt. Im deutschsprachigen Raum ist noch nicht das Interesse wie in Neuseeland oder auch in England spürbar, aber die elektronische Variante des Portfolio erfährt Konjunktur. Dies will ich mit meinem Weblogprojekt zum Anlass nehmen, um interessierten Kollegen/Kolleginnen eine Ausgangsbasis für eigene Experimente zu bieten. Die Beiträge sollen aufzeigen, welchen Anteil die Portfolioarbeit, in all ihren Facetten, dazu leisten kann, dass Schüler/innen ihren Weg in das lebenslange Lernen finden. Der Bereich der Tipps und Tricks rund um Mahara soll das Interesse der Rezipient/innen entfachen. Ein Abschnitt „Frequently Asked Questions (FAQ)“ kann Anlaufstation und Besuchermagnet sein. Die Abschnitte zum Microbloggingdienst Twitter und meiner Lesezeichensammlung bei delicious7 unterstützen die Vernetzung und bieten allen Interessierten eine zusätzliche Kommunikationsplattform.

4. Funktion und Motiv Mein Motiv für das Weblog liegt in der Funktion als individuelles Lernwerkzeug. Die Arbeit mit einem Weblog ist stark konstruktivistisch geprägt, da ich hier ein Höchstmaß an Freiheit zur Exploration und Wissensaneignung habe. Ich will mit diesem persönlichen, webbasierten Lern- und Forschungsjournal die von Röll (2006) aufgeführten Funktionen nutzen. In der Anfangsphase wird durch die Sammlung von interessanten Dokumenten und Links die Rolle eines Informationsspeichers im Vordergrund stehen. Durch das Bearbeiten und Bezugnehmen auf vorhandenes Blogmaterial wird die Funktion als Reflexionsmedium an Bedeutung gewinnen. Ich bin gespannt, ob die Möglichkeit der Diskussion angenommen wird. Die Aktualität des Themas könnte den Auftakt für einen Austausch bieten.

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http://deliciuos.com/h1moodle

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Modul 1, Aufgabe4

Konzept eines Weblogs

Für das Führen von Lernjournalen hat Zeder (2006) eine Systematik der Gestaltungsdimensionen erarbeitet. Nach Pullich (2007) kann man diese Tabelle für webbasierte Journale übernehmen: Merkmal Format Beschreibung Schriftlich, digital, webbasiert, inklusive der Möglichkeit Bilder einzubetten und zusätzliche Dateien bereitzustellen. Umfang Der Umfang einzelner Einträge ist nicht vorgegeben; ich will versuchen pro Woche ein Blogposting zu veröffentlichen Struktur Freie Reflexion

ReflexionsinhaltEs sollen sowohl Sachinhalte als auch der Lernprozess reflektiert werden. Einsatzgebiet Projektbegleitend zum Studium

Einsichtnahme Das Weblog wird im WWW öffentlich geführt. Austausch Ein Austausch wird dadurch ermöglicht, dass das Weblog öffentlich im WWW geführt wird und dass eine Kommentarfunktion vorhanden ist, die es erlaubt, jeden Eintrag zu kommentieren.

5. Aufbau Das Layout ist sehr schlicht gehalten. Der 3-spaltige Aufbau soll die Orientierung erleichtern. Die Diskussion im Moodle-Forum zu den 5 vorgestellten Blogs hat für mich ergeben, dass effektheischende Elemente eher als störend erlebt werden. Das aktuellste Posting wird in der mittleren Spalte ganz oben angezeigt. Ältere Einträge werden dann darunter in zwei Subspalten dargestellt. Die Beiträge können kommentiert werden. Ich will zunächst eine Kommentierung ohne Anmeldung anbieten und bin gespannt, welche Spamangriffe eintreffen. Die Aktivierung der Trackback-Option ermöglicht durch die wechselseitige Verlinkung die Vernetzung und kollaboratives Arbeiten. MA Medien und Bildung, WS 2010/11
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Konzept eines Weblogs

Die rechte Spalte des Wordpress Blogs soll für eine „Inhaltsübersicht“ erledigter Kleinthemen und vorhandene Tutorials, sowie einen Abschnitt FAQ genutzt werden. Hier möchte ich auch die Plugins zu meinen Twitter- und delicious-Accounts einbauen. Die linke Spalte soll die aktuellsten Kommentare, die Kategorienliste, die Archive und die Blogroll aufnehmen.

Abbildung: Entwurf des geplanten Bloglayout Der überwiegende Teil der Blogelemente wird sicherlich aus Text bestehen. Im Bereich der Tutorials werde ich eigene Videos erstellen und einbinden. Für gelungene Bestpractise-Beispiele bietet es sich an Screenshots einzubinden, die dann aber auch verlinkt werden sollen. Bei öffentlich bereitgestellten Mahara-Ansichten erfolgt auch eine direkte Verlinkung. Der Link auf meine Mahara Plattform wird mit dem bereits existierenden Logo besonders hervorgehoben. Meine Domain hat den Namen: eWIEsion.com. Ich will mit dem Begriff „Vision“, „die Motivation oder Überzeugung, etwas zu erreichen.“ in den Mittelpunkt stellen, dass es mir wichtig ist, für meine Schüler/innen auch in der virtuellen Welt ein Begleiter zu sein. Da eine Verbindung mit dem „e“ für den Domainnamen nicht mehr verfügbar ist, wählte ich die schwäbische Lautschreibweise „eWIEsion“ („eviĵən“) MA Medien und Bildung, WS 2010/11 Heinz Krettek, 8441049
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Modul 1, Aufgabe4 6. Literatur

Konzept eines Weblogs

Häcker, Thomas. (2007). Portfolio: ein Entwicklungsinstrument für selbstbestimmtes Lernen. Eine explorative Studie zur Arbeit mit Portfolios in der Sekundarstufe 1. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. 2. überarb. Aufl. Häcker, Thomas. (2008). Stärkenorientierung fördern durch Portfolioarbeit? Schulpädagogische Überlegungen zu zwei sperrigen Modewörtern. In: Ulrike StadlerAltmann, Alban Schraut & Jürgen Schindele (Hrsg.), Neue Lernkultur - Neue Leistungskultur. (S.224-240). Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt. Himpsl, Klaus & Baumgartner, Peter (2009). Evaluation von E-Portfolio-Software Teil III des BMWF-Abschlussberichts “E-Portfolio an Hochschulen”: GZ 51.7 / 64-VII/10/2 6. Forschungsbericht. Krems: Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien, Donau Universität Krems. Ravet, Serge (2007). E-Portfolio Position Paper. http://www.eife-

l.org/publications/eportfolio/documentation/positionpaper [Zugriff: 16.11.2010] Röll, Martin. (2005), Corporate E-Learning mit Weblogs und RSS, in Hohenstein & Wilbers (Hrsg.), Handbuch E-Learning. Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis. Loseblattsammlung, Köln: Dt. Wirtschaftsdienst, Beitrag 5.11 Pullich, Leif. (2007) Weblogs als Lernjournale. Kommunikation und Reflexion mit Weblogs im Rahmen akademischer Abschlussarbeiten IfBM.Impuls – Schriftenreihe des Instituts für Bildungswissenschaft und Medienforschung 1. Jahrgang 2007, Beitrag 3 Hornung-Prähauser, Veronika; Geser, Guntram; Hilzensauer, Wolf; Schaffert, Sandra (2007). Didaktische, organisatorische und technologische Grundlagen von E-Portfolios und Analyse internationaler Beispiele und Erfahrungen mit EPortfolio-Implementierungen an Hochschulen. Salzburg: Salzburg Research Forschungsgesellschaft.http://edumedia.salzburgresearch.at/images/stories/eportfolio_studie_srfg_fnma.pdf [Zugriff: 16.11.2010] Zeder, Andrea (2006). Das Lernjournal: ein Instrument zur Förderung metakognitiver und fachlicher Kompetenzen, Universität St. Gallen, Thesis. Paderborn: EuslVerlagsgesellschaft mbH. MA Medien und Bildung, WS 2010/11
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