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Schulversuche für einen strukturierten

Wissensaufbau zum Thema Treibhauseffekt

Masterarbeit

im
Studiengang
„Master of Education“
im Fach Physik

an der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-
Universität Bochum

von
Christoph Wiggenhagen

aus
Hagen

Bochum (SS 2010)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S.3
2. Fachliches Grundwissen S.4
2.1 Wetter und Klima S.4
2.2 Strahlungsbilanz der Erde S.8
2.3 Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt S.12
2.4 Zukünftige Klimaentwicklungen S.16
2.5 Schulrelevante Zusammenfassung S.18
3. Didaktische Grundlagen S.19
3.1 Strukturierter Wissensaufbau S.19
3.2 Bedeutung und Funktion von Experimenten im Physikunterricht S.22
3.3 Literatur über Schulversuche zum Thema Treibhauseffekt S.25
4. Schulversuche für einen strukturierten Wissensaufbau zum Thema
Treibhauseffekt S.28
4.1 Nicht sichtbare Strahlung im Lichtspektrum S.28
4.2 Wellenlängenänderung bei der Absorption und Emission von
Licht S.30
4.3 Strahlungsdurchlässigkeit klimarelevanter Gase S.33
4.4 Anwendungsbeispiele zum Treibhauseffekt S.47
5. Fazit S.51
6. Literaturverzeichnis S.53

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1. Einleitung

Seit einigen Jahren sind die Themen Klimawandel und Treibhauseffekt regelmäßig in
den Medien und politischen Diskussionen präsent. Es werden Zukunftsszenarien mit
schrecklichen Folgen für Mensch und Tier beschrieben. So wird oftmals von einem
Anstieg des Meeresspiegels gesprochen, der zu einer Überflutung ganzer
Landstriche führt oder es wird eine verstärkte Anzahl Extremwetterlagen mit Stürmen
und hohen Niederschlagsmengen prophezeit. Für viele ist klar, das Gas CO2 ist
verantwortlich für die voranschreitende Veränderung unseres Klimas. Doch die Frage
nach dem „Warum“ können nur die Wenigsten beantworten.
Nicht jeder glaubt an die Warnungen der Klimaforscher und es hat sich mittlerweile
eine recht große Gruppe von Menschen gebildet, die Argumente gegen einen vom
Menschen verursachten Klimawandel zusammentragen. Diese Klimaskeptiker sind
allerdings fast ausschließlich fachfremd (Schönwiese, 2010, S.190).
Aufgrund der Aktualität des Themas und der Tatsache, dass eine voranschreitende
Klimaveränderung auf direktem oder indirektem Wege jeden betrifft, liegt die
Relevanz des Themas für die schulische Ausbildung auf der Hand. Dabei bietet die
Betrachtung von Klimaphänomenen und Klimaveränderungen fächerübergreifende
Behandlungsmöglichkeiten. Sei es eine Modellrechnung zum Strahlungshaushalt der
Erde im Physikunterricht, die Bedeutung von CO2 für das Pflanzenwachstum und
Tiere im Biologieunterricht oder eine kritische Diskussion zur Klimapolitik in der
Sozialkunde.

Obwohl das Thema Klimawandel seit längerem in den Medien präsent ist, sind den
meisten Schülern (und auch Erwachsenen) die fachlichen Grundlagen dieses
Themas weitestgehend unbekannt. Zudem kommt es häufig zur Vermischung der
Phänomene Treibhauseffekt und Ozonloch (Niebert, 2009, S.21). Über die
Behandlung des Treibhauseffektes im Fach Physik gibt es mittlerweile einige
Lehrangebote, doch enthalten diese kein Konzept für einen strukturierten
Wissensaufbau zu dem Thema.
In dieser Arbeit wird ein solches Konzept aufbauend auf den Basismodellen des
Lehrens und Lernens für den Physikunterricht (Wackermann, 2010, S.85) präsentiert,
wobei der Schwerpunkt auf der Konstruktion passender Schulversuche zum
Treibhauseffekt liegt. Dazu wird zunächst ein kurzer Überblick über fachliches

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Grundwissen zu den Themen Klima und Treibhauseffekt gegeben, woraufhin
Grundlagen zu dem didaktischen Schwerpunkt „Experimente/Versuche“ behandelt
und eine Auswahl bekannter Schulversuche zum Treibhauseffekt vorgestellt werden.
Abschließend folgt eine kritische Reflektion der entwickelten Experimente.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Beitrag zu einem konzeptuellen Verständnisaufbau
zum Thema Treibhauseffekt im Physikunterricht zu leisten, indem zielführende
Versuche entwickelt und vorgestellt werden.

2. Fachliches Grundwissen

2.1 Wetter und Klima

Der Bergriff Klima taucht vielfach in unserer Alltagssprache in unterschiedlichen
Kontexten auf. Eine Klimaanlage sorgt im Auto für eine angenehme Temperatur und
ein freundliches Klima bei einer Besprechung mit dem Chef wünscht sich jeder
Arbeitnehmer. Doch was genau bedeutet der Begriff Klima im wissenschaftlichen
Sinne? Sicher ist, dass es einen Zusammenhang zwischen den Begriffen Klima und
Wetter gibt. Es sei aber schon an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sie
keinesfalls synonym zu verwenden sind. Das Klima bezeichnet viel mehr das
„mittlere Wetter“ im Laufe einer Zeitspanne an einem bestimmten Ort, wobei die
Zeitspanne mindestens 30 Jahre beträgt (Buchal, 2010, S.22). Wird nun von
Klimaveränderungen gesprochen, so müssen sich diese Veränderungen auf einen
Referenzzeitraum beziehen. Den Referenzzeitraum für die Diskussion des modernen
Klimas bilden die Jahre 1961 – 1990 (Buchal, 2010, S.22). Besonders die
Temperatur und die Niederschlagsmenge sind wichtige Messgrößen in der
Klimaforschung. Dass sich die Klimaforscher dabei nicht nur auf Mittelwerte
verlassen, ist leicht zu erklären. Tag- und Nachtunterschiede und extreme
Wetterlagen mit besonders hohen Niederschlagsmengen oder aber längeren Dürren
lassen sich anhand der Mittelwerte nicht ablesen, stattdessen werden zusätzlich die
Schwankungsbreite und die Extremwerte benötigt.
Das Klima in unterschiedlichen Regionen wird anhand von Klimadiagrammen
dargestellt (Abb. 2.1.1). Diese Diagramme geben Aufschluss über die Klimazone, die
geographische Lage sowie die Temperatur- und Niederschlagsmittelwerte der

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Region. Die in Abbildung 2.1.1 gezeigten Diagramme zeigen zudem die maximale
bzw. minimale Temperatur-Tagesamplitude auf.

Abb. 2.1.1 Klimadiagramme verschiedener Regionen unterschiedlicher Klimazonen
(aus Buchal C. & Schönwiese C-D. (2010). S. 25)

Durch grafische Darstellungen des Klimas lassen sich zudem auch
Klimaveränderungen aufzeigen. Um dies zu erreichen, wird eine ausgewählte
Messgröße (z.B. Temperatur oder Niederschlag) über einen bestimmten Zeitraum
(z.B. drei Monate) gegen die Häufigkeit aufgetragen. Zeigt ein Vergleich zweier
Graphen zu unterschiedlichen Zeitpunkten eine Verschiebung auf, so ist dies ein
Anzeichen für eine Klimaveränderung. Es lassen sich drei mögliche Verschiebungen
unterscheiden, eine Veränderung des Mittelwertes (Abb. 2.1.2), eine Veränderung
der Streuung (Abb. 2.1.3) und eine Veränderung beider Werte (Abb. 2.1.4).

Abb. 2.1.2 Graphische Darstellung des Klimas – Zunahme des Mittelwertes
(aus Buchal C. & Schönwiese C-D. (2010). S.27)

Eine Zunahme der Messgröße (höhere Temperatur, größere Niederschlagsmenge)
zeigt sich in der Darstellung durch eine Zunahme des Mittelwertes. Eine

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(2010).27) Abb.5 zeigt klimarelevante Daten wie den CO2-Gehalt der Atmosphäre. das heißt eine Zunahme von Extremwetterlagen. Jahre.27).1. dass der maximal erreichte CO2-Gehalt 20-mal höher ist.1. 2.4 vermutet.27) Die Aktualität der Themen Treibhauseffekt und Klimawandel und die prophezeiten Szenarien vermitteln den Eindruck. S. als der heutige und auch die maximale Höhe des 6 . & Schönwiese C-D. Für Europa wird eine zukünftige Entwicklung wie in Abbildung 2. 2010. S.3 Graphische Darstellung des Klimas – Zunahme der Streuung (aus Buchal C. dass sich das Klima auf der Erde schon vielfach gewandelt hat. S. 2. & Schönwiese C-D. Es wird also sowohl mit einem Erwärmungstrend als auch mit einer größeren klimatischen Variabilität gerechnet (Buchal. dass eine Klimaveränderung auf unserem Planeten ein besonderes und vor allem durch den Menschen verursachtes Phänomen ist. Abb. die Temperatur und die Höhe des Meeresspiegels der letzten 600 Mio. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt allerdings.Veränderung der Streuung zeigt hingegen eine Tendenz zu größeren Schwankungen. Abbildung 2.1. (2010).1.4 Graphische Darstellung des Klimas – Zunahme von Mittelwert und Streuung (aus Buchal C. Es zeigt sich.

Zu diesen Effekten zählen (Buchal. die so genannte Leuchtkraft (Zeitskala: Jahrzehnte bis Jahrtausende) • Veränderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre (Zeitskala: Wenige Jahre.B.000 – 100. Abb. S.2).17): • Veränderung der Lage der Landmassen der Erde infolge der Kontinentaldrift (Zeitskala: Hunderte von Jahrmillionen) • Veränderung der Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Diese ist von vielfältigen Effekten abhängig. 2. 300m). 2010. z. bei Vulkanausbrüchen.100) Einen wichtigen Schlüssel für das Verständnis der klimatischen Veränderungen auf der Erde bietet die Betrachtung der Energiebilanz in der Atmosphäre (Kapitel 2. S. & Schönwiese C-D.1. in der Entwicklungsgeschichte der Atmosphäre) 7 . wodurch das Klima einen statischen Eindruck erhält.Meeresspiegels liegt deutlich über der heutigen (ca. (2010). dass sie im Laufe eines Menschenlebens nicht registriert werden. die zum Teil in solch großen Zeitskalen ablaufen.000 Jahre) • Zyklische Veränderung der Sonnenausstrahlung.B. z. bis Jahrmilliarden. die so genannten Milankovitch-Zyklen (Zeitskala: ca. 20. Genau wie CO2-Gehalt und Meeresspiegelhöhe weist auch die globale Durchschnittstemperatur große Schwankungen auf.5 Ein Rückblick auf Klimarelevante Daten (aus Buchal C. Dabei wird das eisfreie Warmklima immer wieder von Eiszeiten (in der Abbildung mit E gekennzeichnet) unterbrochen.

Es lässt sich zudem. Der derzeit wohl beste Wert für diese Größe beträgt 8 . 2.3 behandelt. keinen nennenswerten Einfluss haben.2 Strahlungsbilanz der Erde Eine Strahlungsbilanz dient im Allgemeinen zur Bilanzierung der Ein. SC. Als wichtigstes Beispiel ist die Strahlungsbilanz der Erde anzusehen (Müller. muss die eingebrachte Energie wieder komplett abgestrahlt werden.49). wird als Solarkonstante. Abb. 2000. obwohl sie Abhängigkeiten von der geografischen Lage und den Jahreszeiten aufweist (Roedel.oder Wärmeübertragung nicht auftreten bzw. „Die Energieflussdichte der von der Sonne kommenden Strahlung am Ort der Erde durch eine senkrecht auf der Verbindungsgeraden zwischen Sonne und Erde stehenden Fläche. Da sich dieses System im Gleichgewicht befindet. 2009. ein besonderer Einfluss der Treibhausgase auf die globale Temperatur vermuten (Abb. S.10) 2. (2008). bezeichnet. In wieweit der Mensch für eine aktuelle Veränderung des Klimas verantwortlich ist.bzw. über ein Jahr. S. Strahlungsbilanzen sind vor allem dann von hoher Signifikanz. muss zunächst die Strahlungsbilanz der Erdoberfläche QB aufgestellt werden. die Gesamtbilanz Q . gemittelt über die Erdbahn bzw.1.1. im Mittel Null. 2. beschreibt eine Strahlungsbilanz den Austausch von Strahlung eines Systems mit seiner Umgebung. S. In diesem Sinne stellt eine Strahlungsbilanz eine besondere Art der Energiebilanz dar.6 CO2-Gehalt der Atmosphäre und mittlere globale Temperatur von 1860 .6). Dementsprechend ist die Nettoenergieeinnahme des Gesamtsystems aus Erdoberfläche und Atmosphäre. Ausgangsstrahlung eines Systems. Also genauer gesagt. wenn andere Prozesse der Energie.2000 (aus Bundesministerium für Umwelt. wird in dem Kapitel 2. Um die Strahlungsbilanz der Erde aufzustellen.9). Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Um die zeitlich und räumlich gemittelte Einstrahlung bezogen auf die Erdoberfläche zu bestimmen bedarf es folgender Überlegung: „Die Erde blendet aus der Sonnenstrahlung ein Bündel der Fläche π ⋅ R 2 mit R als Erdradius aus. multipliziert so ergibt dies den gesamten von der Sonne auf die Erde treffenden Energiefluss.SC = 1368 W/m² = 136.50).49). während in Wüstenregionen der zweite Faktor der Entscheidende ist (Roedel. Daher kann die temporäre Strahlungsbilanz auch einen negativen Wert annehmen. 510 ⋅ 10 6 km². Dieser beträgt dementsprechend 1. 2000.17). Wie bereits angedeutet muss der Strahlungsbilanzüberschuss QB der Erdoberfläche durch nicht radiative Prozesse wieder entzogen und dementsprechend der Atmosphäre zugeführt werden. Damit wird die Dichte der mittleren solaren Einstrahlung auf die Erdoberfläche ohne Berücksichtigung des Einflusses der Atmosphäre. regional variierende Strahlungsbilanz. Dem gegenüber steht eine lokal bzw. Das bedeutet. S 0 .17) Wird die mittlere solare Einstrahlung nun mit dem Wert der Erdoberfläche.8 mW/cm²“ (Roedel. gerade ein Viertel der Solarkonstanten. dass die Abstrahlung gegenüber der Einstrahlung überwiegt. 102 W/m². S. Die wichtigsten Faktoren für diesen Ausgleich sind die Verdunstung von Wasser und die direkte Abgabe von Wärme an die Atmosphäre durch Wärmeleitung an der Oberfläche der Erde.4%. Sollte QB einen negativen Wert annehmen. das heißt S 0 = 342 W/m²“ (Roedel. Die Signifikanz dieser Faktoren ist stark regional abhängig.74 ⋅ 1017 W. abhängig ist. Bei der Einstrahlung der Sonne auf die Erde entsteht durch einen physikalischen Prozess in der Atmosphäre ein Nettostrahlungsverlust im terrestrischen Spektralbereich von 72 W/m². 2000. 2000. S. Aufgrund der elliptischen Umlaufbahn der Erde um die Sonne schwankt dieser Wert um 3. S. Daher verbleibt an der Erdoberfläche ein globaler Überschuss von ca. 9 . kann dies natürlich auch vice versa der Fall sein. So ist die Verdunstung von Wasser über den Ozeanen der dominante Einfluss. S. was etwa 30% von S 0 entspricht (Roedel. wie der geografischen Lage oder den Bodenbegebenheiten. welche von verschieden Faktoren. Die Erdoberfläche selbst beträgt 4 ⋅ π ⋅ R 2 . 2000.

1 Darstellung der Strahlungs. welcher nach Abzug der Gegenstrahlung der Atmosphäre verbleibt. Abbildung 2. emittiert die Atmosphäre wiederum diese 70% von S 0 bzw.und Energieflüsse in dem System Atmosphäre und Erdoberfläche (aus Roedel. so ergeben diese Flüsse eine Energiezufuhr für die Atmosphäre von ca. verantwortlich. Direkt absorbiert die Atmosphäre etwa 65 W/m² (19% von S 0 ). Der zweite Faktor ist für eine Energieaufnahme. Diese Temperatur entspricht in etwa der Luft temperatur in 6 km Höhe. (2000). S.2.1 fasst alle Strahlungs. wird der Atmosphäre noch Energie durch direkte Absorption und dem Anteil der thermischen Abstrahlung. S. 2. Dieser Einfluss kann hauptsächlich zwei konkurrierenden Effekten zugeordnet werden: 10 .2. die etwa 21% von S 0 beträgt. 70% von S 0 (Roedel.und Energieflüsse des Systems Atmosphäre–Erdoberfläche zusammen. S. Abb. zugeführt. Einen entscheidenden Einfluss auf die Energiebilanz der Erde haben die Wolken. 2000. gelten diese Werte nur im energetischen Mittel über den gesamten thermischen Spektralbereich (Roedel.Neben der Rückführung von QB durch die oben erwähnten Prozesse.52). Damit diese Energiezufuhr ausgeglichen wird. Rechnet man alle drei Faktoren zusammen. rund 240 W/m² in den Weltraum.51) Nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz entspricht die gesamte Abstrahlung des Systems Erdoberfläche/Atmosphäre einer mittleren Strahlungstemperatur von etwa –18°C. 2000. Da die Erde allerdings kein homogener schwarzer Strahler ist.51).

S. 11 . Dies führt tendenziell zu einer Erwärmung des Systems (Roedel. was zu einer negativen Bilanz von 15-20 W/m² führt. Solche externe Störungen können z. S. 209.53). wo er nahezu null ist. Der Gesamteinfluss von Bewölkung kann folgendermaßen beschrieben werden: Durch die Erhöhung der planetaren Albedo werden etwa 45-50 W/m² an Strahlung verloren. So nimmt er „im Jahresmittel vom Äquator aus.2). 2000.54) Aus der zu erkennenden Abhängigkeit resultiert ein stetiger Energiefluss von wärmeren in kältere Gebiete.9) (z. S. bis er an den Polen selbst wieder verschwindet“ (Roedel.2.B. Abb.und Jahreszeitenabhängig (Abbildung 2. da Wolken die planetare Albedo (Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen) erhöhen. Auch dieser Energiefluss ist stark jahreszeitenabhängig. Dies führt tendenziell zu einer Abkühlung des Systems. (2000). 1) Durch Wolken wird der zur Erde führende solare Strahlungsfluss reduziert. zu höheren Breiten nimmt er dann wieder ab.2. 2) Durch Wolken wird die thermische Abstrahlung langwelliger terrestrischer Strahlung verringert. 2. 2000. „eine Konzentrationsänderung einer für die Strahlungsbilanz relevanten Substanz“ (Müller.B. polwärts rasch zu und erreicht in etwa 30°-40° Breite ein Maximum von etwa 6 − 7 ⋅ 1015 W.54). S. Kommt es zu einer externen Störung der Strahlungsbilanz des Klimasystems Erde wird der Begriff Strahlungsantrieb verwendet. All diese Strahlungsbilanzen sind stark Breitengrad.2 Strahlungsbilanz des Systems von Atmosphäre und Erdoberfläche für die Nordhalbkugel (aus Roedel. Durch die Reduktion an thermischer Abstrahlung werden wiederum etwa 30 W/m² gewonnen.

absorbiert sie große Teile der von der Erdoberfläche abgestrahlten langwelligen Infrarotstrahlung. S. Diese atmosphärische Gegenstrahlung nimmt im globalen Mittel einen Wert von etwa 300W/m² an. 2000. 175 W/m². entsteht eine fundamentale Diskrepanz. so ergibt sich eine mittlere Temperatur auf der Erde von etwa 258 K. Demzufolge scheint das Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieentzug empfindlich gestört zu sein (Roedel. Durch den Treibhau seffekt alleine erhöht sich die Temperatur auf der Erde um ca. Die Abstrahlung ist sogar deutlich höher als S0 . 30 K. S. dass diese Diskrepanz aufgelöst wird. Wenn diese Wärmestrahlung von der Atmosphäre absorbiert wird. Der Treibhauseffekt ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Hauptverantwortlich für den Treibhauseffekt und somit für die Absorption bzw. Dementsprechend ist diese Abstrahlung signifikant höher als die Einnahme solarer Energie der Erdoberfläche. 2000.3 Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt Der Begriff „Treibhauseffekt“ beschreibt im Allgemeinen die Abschirmwirkung der Atmosphäre. Gerade der Treibhauseffekt ist dafür zuständig.). 2. Folglich herrscht auf der Erde eine lebensfreundliche Durchschnittstemperatur von ca. Demzufolge verringert sich die Nettoabstrahlung der Erde aufgrund des Treibhauseffektes auf etwa 72 W/m² und bleibt somit unter der solaren Energiezufuhr (Roedel. 12 . S. lässt den Treibhauseffekt aber außer Acht.Treibhausgase) oder eine Veränderung der Bestrahlungsstärke der Sonne sein. Während die Atmosphäre durchlässig für kurzwellige Sonnenstrahlung ist. Aufgrund von Analogien zu einem Treibhaus und dessen Fensterflächen.39 f. Bezieht man in die Rechnung zwar die planetare Albedo und eine Atmosphäre von 30% mit ein.39). Diese beträgt nämlich nur ca. der mit einer mittleren Temperatur von 288 K strahlt. veränderten Gleichgewichtszustand herstellen.39). hat sich dieser Begriff eingebürgert. Ein entsprechend großer Strahlungsantrieb kann zu großen Veränderungen in einem Klimasystem führen und somit einen neuen. Wenn die Erdoberfläche als thermischer Strahler angesehen wird. 15°C (Roedel. 2000. –15°C. so wird diese selbst zu einem thermischen Strahler und strahlt einen großen Teil der Wärmestrahlung als Gegenstrahlung zurück zur Erde. bzw. Nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz beträgt die thermische Abstrahlung der Erde (bei einem angenommenem thermischem Emissionsvermögen von 95 %) 373 W/m².

erst langsamer und dann immer schneller werdender Anstieg der Kohlendioxidkonzentration zu beobachten. 2000.Reemittierung der thermischen Strahlung sind vor allem Wasserdampf. anthropogene Quellen von Kohlendioxid. Dadurch ist der Begriff des Treibhauseffektes im allgemeinen negativ behaftet. sondern die Atmosphäre. 2000. Des Weiteren spielt der Bedeckungsgrad eine entscheidende Rolle. strahlt diese im Umkehrschluss die Strahlungsleistung zurück in den Weltraum. Im Umkehrschluss zieht dies eine starke Abhängigkeit von der Konzentration dieser Spurengase und deren Höhenverteilung nach sich. Kohlendioxid. In der unteren Atmosphäre haben die Wolken und der Wasserdampf den entscheidenden Einfluss (Roedel. In diesem Sinne wird der Begriff der „Strahlungskühlung“ verwendet (Roedel. bei ca. welche der Bruttoeinstrahlung S 0 abzüglich der planetaren Reflexion von etwa 30% entspricht. Unterschieden werden natürliche und künstliche bzw. In den Medien wird in diesem Zusammenhang oft nur der Begriff „Treibhauseffekt“ verwendet.355). so ist Kohlendioxid das Treibhausgas in der Atmosphäre der Erde mit der höchsten Konzentration. Da die Erde als Klimasystem aber im Gleichgewicht sein muss. Neben dem natürlichen Treibhauseffekt tritt zusätzlich auch der anthropogene Treibhauseffekt auf. So lag der Pegel vor der Industrialisierung. 2000. Ozon. Durch menschliche Ursachen setzte in den letzten Jahrhunderten ein massiver Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre ein. Natürliche Quellen und Senken des Kohlendioxids sind vor allem die lebende und tote pflanzliche Biosphäre und die Ozeane. Diese Abhängigkeit erklärt in hohem Maße die zeitlichen und räumlichen Schwankungen der Kohlendioxidkonzentration (Roedel. Der anthropogene Treibhauseffekt ist die vom Menschen verursachte Zunahme des natürlichen Treibhauseffektes. Den größten Teil dieser Abstrahlung leistet aber nicht die Erde selbst. Seit dieser Zeit ist ein stetiger. S. Das „Negative“ am Treibhauseffekt stellt genauer gesagt nur der anthropogene Treibhauseffekt dar. S. Allerdings beschreibt der Treibhauseffekt einen lebensnotwendigen Effekt und wird daher in der Alltagssprache oft falsch verwendet. einige weitere Spurengase und Wolken. Am 13 .41). 280 ppm. Wird vom Wasserdampf abgesehen. Nur etwa 5 – 6% werden direkt von der Erde abgestrahlt. Die aktuelle Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre beträgt etwa 355 ppm.40 f.). also um etwa 1800. Diese Abstrahlung muss genau die Aufheizung der Atmosphäre durch Strahlungsabsorption kompensieren. S.

5 ppm/Jahr (Roedel. Betrachtet man nur die letzten zehn Jahre.356) Hauptverantwortlich für diesen Anstieg sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe. 2000. Jahrhunderts lag die Kohlendioxidkonzentration bei ca.7 ppm/Jahr. 14 .1 an zwei Messpunkten exemplarisch dargestellt Abb. Von diesem Wert ausgehend ergibt sich bis heute eine Steigerungsrate von gemittelt 0. 2.6 bis 0. ähnlich dramatische Änderungen der Bodennutzung. sowie die Freisetzung von biogenem Kohlendioxid durch die Rohdung von Waldflächen bzw. (2000).3.1 Periodische Variation und säkularer Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre (aus Roedel. S. 295 ppm. so ergibt sich sogar eine Steigerungsrate von gemittelt ca. Der Verlauf der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre ist in Abbildung 2.Anfang des 19.3.). 1.359 f. S.

html) In Abbildung 2. Abb. zusammengestellt. wenn der Anstieg der Durchschnittstemperatur mit der Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration verglichen wird.oekosystem-erde.3.3. 15 . Durch die Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre erhöht sich wie oben bereits erwähnt das Absorptionsvermögen der Atmosphäre und im selben Zug auch die atmosphärische Gegenstrahlung. Demzufolge geht eine Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration mit einer Temperaturerhöhung auf der Erdoberfläche Hand in Hand. die den Treibhauseffekt beeinflussen. 2.2 sind die vom Menschen verursachten Faktoren.de/html/klimawandel. Dies lässt sich an verschiedenen Messreihen festmachen. Außerdem ist der jeweilige Einfluss der einzelnen Faktoren auf den Strahlungsantrieb dargestellt.2 Verschiedene Strahlungsantriebe (aus http://www.

Vergleicht man diese Entwicklung mit der Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in Abbildung 2. 2.140).3. Diese Elemente haben eine Maschenweite von 100 – 500 km. schreitet die Berechnung um einen Zeitakt voran (Buchal 2010. Nachdem alle Elemente berechnet wurden. werden Klimamodelle zu unterschiedlichen Szenarien erstellt. Zusammenfassend und idealisierend lässt sich festhalten.2000 (aus Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Der Grund dafür liegt in der Fülle der klimabeeinflussenden Faktoren. so fällt ein direkter Zusammenhang ins Auge. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem das Wachstum der Weltbevölkerung. Diese Modelle unterteilen die gesamte Erde in kastenförmige Elemente. ist eine sichere Zukunftsprognose über einen längeren Zeitraum nahezu unmöglich.1. Abb. der zukünftige Pro-Kopf-Bedarf an Energie.3 zeigt die Entwicklung der Durchschnittstemperatur der Erde. 2010).4 Zukünftige Klimaentwicklungen Von besonderem Interesse für die Klimaforscher ist die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des Weltklimas. Doch im Gegensatz zur Reproduktion des Klimas der Vergangenheit.3. die einzeln berechnet werden müssen. dass die Jahresdurchschnittstemperatur seit der Industrialisierung durch anthropogene Einflüsse auf den Treibhauseffekt um etwa 0. Um dennoch eine Idee über das Klima der Zukunft bekommen zu können. Nahrung und Alltagsgüter und der industrielle und technische Fortschritt (Buchal.8°C gestiegen ist (Paeger. Es versteht sich von selbst. 2. S.3 Durchschnittliche globale Temperatur in den Jahren 1850.138). Zudem werden die Atmosphäre in bis zu 56 Schichten und die Ozeane in bis zu 47 Schichten unterteilt. S. dass allein die 16 . 2010. deren zukünftiges Ausmaß nur abgeschätzt werden kann. Summary for Policymakers) Abbildung 2.3.

4. 2. Zudem ist von einem Anstieg der Extremwetterlagen auszugehen (Buchal.145). Der Anstieg der mittleren globalen Temperatur liegt dabei im optimistischsten Fall (B1) bei 1. Das Diagramm aus Abbildung 2. woraus sich die unterschiedliche Oberflächenerwärmung berechnen lässt. 2010.4°C. daher ist auch die maximale Auflösung der Modelle begrenzt. 17 .Berechnung eines Klimamodells für einen Prognosezeitraum von 100 Jahren enorme Ansprüche an die Rechenleistung stellt. doch bereits bei einer Erhöhung von 4°C wird mit einem Anstieg des Meeresspiegels um ca.4. S. Sicher ist aber.1°C und im ungünstigsten Fall (A1Fl) bei 6. S. dass es in Zukunft zu einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur kommen wird.1 zeigt die Ergebnisse von Klimamodellrechnungen für die mittlere Temperaturerhöhung aufgrund vier ausgewählter Szenarien über einen Zeitraum von 100 Jahren: Abb. wie unsicher derzeitige Klimavorhersagen sind. 60 cm gerechnet.46) Den vier dargestellten Szenarien liegt jeweils ein unterschiedlicher erwarteter Ausstoß von CO2 zugrunde. Abbildung 2.4.1 Klimamodell-Zukunftsprojektionen (aus IPCC (2007). die Eisbedeckung des Nordpolarmeers wird im Sommer nahezu völlig verloren sein und die meisten Alpengletscher werden verschwinden.1 zeigt eindrucksvoll. Ein Temperaturanstieg von 6° C wirkt auf den ersten Blick nicht übermäßig bedrohlich.

2. 3. daher müssen vor allem die in Kapitel 2.B. Der Anteil der emittierten Strahlung ist abhängig von der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. dabei wird ein Teil der ultravioletten Strahlung vom Ozon absorbiert und ein Teil der infraroten Strahlung von den Treibhausgasen. 18 . den sichtbaren und den ultravioletten Bereich. Aufgrund der Treibhausgase der Atmosphäre kann die infrarote Strahlung nicht ungehindert zurück in den Weltraum und wird stattdessen von den Gasen absorbiert und zum Erdboden zurück emittiert. daher hat beispielsweise die CO2 Konzentration in der Luft einen Einfluss auf die globale Temperatur. Aus diesen lässt sich ein Dreischritt formulieren. Auf diese Weise ist es möglich. Die meisten Körper auf der Erde können sichtbares Licht absorbieren und die aufgenommene Energie in Form von infrarotem Licht wieder abgeben. wo es von einigen Flächen reflektiert (z. Diese kurze Darstellung des Treibhauseffektes ist sicherlich nicht vollständig (z. Die absorbierenden Flächen erwärmen sich und geben die Energie in Form von infraroter Strahlung wieder an die Atmosphäre ab.B. Wasser). doch stellt sie wichtige Aspekte des Phänomens verständlich und physikalisch korrekt dar. der die Grundlage der Behandlung des Themas Treibhauseffekt in der Schule bildet: 1. CO2 und andere Treibhausgase sind für sichtbares Licht durchlässig. von den meisten aber größtenteils absorbiert wird (z. es gibt nicht die infrarote Strahlung sondern ein ganzes Spektrum infraroter Strahlung). tritt an fast allen Flächen sowohl eine Reflektion als auch eine Absorption auf.2. Eis). den Treibhauseffekt schrittweise nachzuvollziehen: Das Licht der Sonne durchstrahlt die Atmosphäre. für einen Anteil von infrarotem Licht aber nicht.B.2 beschriebenen Phänomene für die Zielgruppe Schüler zusammengefasst werden. Die Strahlung der Sonne lässt sich in drei Spektralbereiche unterteilen – Den infraroten. Das restliche Licht trifft auf die Erdoberfläche.5 Schulrelevante Zusammenfassung Im schulischen Kontext lässt sich das Thema Treibhauseffekt nicht in seiner Ganzheit erfassen.

Wackermann. Um Unterricht lehrplangerecht planen zu können. S.. die im Unterricht behandelt werden sollen. die für unterschiedliche Lernziele geeignet sind. Für jeden Lernweg sind Handlungsschritte formuliert. Nach Wackermann (2010.1 Drei Basismodelle des Lehrens und Lernens (aus Wackermann R.85) 19 . & Fischer H. Trendel G. Eine Hilfe für einen strukturierten Wissensaufbau zum Erreichen dieser Ziele bietet die Theorie der Basismodelle des Lehrens und Lernens von Oser/Baeriswyl (vgl. 3.5 formulierten Dreischritts. Kernlehrplan der Sek. sowie der Fähigkeit. Diese neue Lehrplangeneration befasst sich also weniger mit den Inhalten. Didaktische Grundlagen Seit der Einführung der neuen Kernlehrpläne im Jahr 2008 hat sich das Lehren von einer eher inputorientierten zu einer outputorientierten Aufgabe gewandelt. müssen folglich zunächst die Ziele des Unterrichts klar sein. Konzeptbildung und Problemlösen. (2010). 3. als viel mehr mit den Kompetenzen.85) sind für den Physikunterricht besonders drei dieser Wege geeignet – Lernen durch Eigenerfahrung. Das Ziel des Unterrichts zum Thema Treibhauseffekt liegt in dem Verständnis des in Kapitel 2. 1 für das Fach Physik an Gymnasien in NRW).84).3.1. die vollständig und in der richtigen Reihenfolge von den Lernenden durchlaufen werden müssen. S.1 Strukturierter Wissensaufbau Die Theorie der Basismodelle des Lehrens und Lernen unterscheidet 12 verschiedene Lernwege. über die die Schüler am Ende einer Jahrgangsstufe verfügen sollen (vgl. Handlungsschritt fünf).1. Abb. 2010. dieses Wissen mit anderen Kontexten vernetzen zu können (siehe Kapitel 3. S.-E.

Darstellen der wesentlichen Merkmale und Prinzipien Nachdem das prototypische Beispiel behandelt und verstanden ist. S. die Schülervorstellungen zu dem neuen Thema zu erfragen. Dazu zählt das Wissen um die unterschiedlichen Strahlungsarten. Für einen Unterricht zum Thema Treibhauseffekt ist ein gewisses Vorwissen (z. lässt sich „Lernen durch Eigenerfahrungen“ bereits mit geringen Voraussetzungen realisieren (Wackermann 2010. das für die Behandlung von Gewächshaus und Auto spricht. Jedes Phänomen hat dabei Vor. die Erde. dass diese Alltagserfahrungen der Schüler darstellen. 3. der Zusammenhang von Farbe und Wärmeaufnahme verschiedener Körper und auch Inhalte anderer Fächer. Dies ergibt sich unter anderem durch die Bedeutung des Vorwissens der Schüler für die einzelnen Lernwege. Während der Weg „Problemlösen“ besonders hohe Ansprüche an das Vorwissen stellt. doch muss zusätzlich durch die Lehrkraft neues konzeptuelles Wissen aufgebaut werden. Ein Pro-Argument. Diese kann in Form eines Tafelanschriebs oder durch Austeilen vorgefertigter Informationsblätter erfolgen.Für das Thema Treibhauseffekt bietet sich in erster Linie der Lernweg „Konzeptbildung“ an.B. dient dieser Arbeitsschritt der Ergebnissicherung. Beim Thema Treibhauseffekt bieten sich z. 2. Wie könnten die Handlungsschritte des Lernweges „Konzeptbildung“ für einen Unterricht zum Thema Treibhauseffekt aussehen? 1. Grundlagen der Optik) sehr hilfreich. Allerdings spielt in beiden Beispielen das CO2 keine Rolle. ein Gewächshaus oder auch ein parkendes Auto in der Sonne als einführende Beispiele an. die Zusammensetzung der Luft aus dem Chemieunterricht. Zudem kann es sinnvoll sein. Bewusstmachen des Vorwissens In diesem Schritt geht es darum.85). Dies entspricht eher einer neuen Konzeptbildung.und Nachteile. wie z. bereits vorhandenes Wissen zu den verschiedenen Aspekten des Treibhauseffektes zu aktivieren.B. ist die Tatsache. weshalb ein Einstieg durch direkte Behandlung des Treibhauseffektes auf der Erde die bessere Wahl darstellt.B. Beim 20 . Durcharbeiten eines prototypischen Musters An dieser Stelle können verschiedene Muster behandelt werden.

Lichtdurchlässigkeit von CO2.1. Ein mögliches Beispiel zeigt Abbildung 3. 5. die Funktionsweise eines Gewächshauses und die Erwärmung des Innenraums eines Autos in der Sonne behandelt werden. Bei der Behandlung des Treibhauseffektes könnten z.2 Bildliche Darstellung des Strahlungshauhaltes der Erde (aus Buchal C. so lässt sich an dieser zeigen.76) 4. (2010). Aktiver Umgang mit neuem Konzept In diesem Abschnitt des Unterrichts bietet sich besonders der Einsatz von Experimenten an. Liegt der Ergebnissicherung eine bildliche Darstellung zugrunde (Abbildung 3. & Schönwiese C-D. 3.2.2). Die gewählten Experimente können dann den Ergebnissen aus dem dritten Handlungsschritt zugeordnet werden.B. an denen die Schüler die wichtigsten Aspekte des Phänomens selber nachvollziehen können (Spektrum des Lichts. Vernetzung mit bekanntem Wissen Im abschließenden Punkt wird das neue Wissen auf weitere Kontexte übertragen. S. wobei eine genaue Prozentangabe aller Vorgänge sicherlich nicht unbedingt von Nöten ist.1.Treibhauseffekt bietet sich zudem eine bildliche Darstellung des Phänomens an. Abb. wo die Versuche im „Labor“ ihre Anwendung in der Natur finden.1. Einfluss von CO2 auf die Temperatur). Zudem kann an dieser Stelle eine Vernetzung des Themas zu 21 . Absorption und Emission von Licht an unterschiedlichen Flächen.

Zuvor stellt sich allerdings noch die Frage: Was genau versteht man unter einem Experiment? Dazu zwei Definitionen: Experiment: Grundlegende Methode der Erkenntnis und Methode der Veränderung der Wirklichkeit. Geräte und unter der Regie anderer Experimentatoren zu identischen Ergebnissen führen. 167). Das Wesen des Experiments besteht darin. etc. objektiver Analysator der Wirklichkeit zu sein. an anderen Orten. (Priemer. 2001. Experimente müssen bei Durchführung zu anderen Zeiten. In Kapitel vier werden abschließend ausgewählte Versuche vorgestellt. Abschließend wird ein Blick auf eine Auswahl bereits vorhandener Versuche im Zusammenhang mit dem Thema Treibhauseffekt geworfen.und Verständnisprozesses. Umgang mit fossilen Energieträgern in der Vergangenheit. 2008. In diesem Abschnitt werden die Bedeutungen und Funktionen von Experimenten im Physikunterricht erläutert und es wird versucht.2 Bedeutung und Funktion von Experimenten im Physikunterricht Der Einsatz von Experimenten im Unterricht ist ein wichtiger Unterschied zwischen den naturwissenschaftlichen Fächern und den meisten geisteswissenschaftlichen Fächern. bewertet und. Es zeigt sich. dass vor allem für die Behandlung der Schritte vier und fünf. anderen Fächern hergestellt werden (politische Reaktionen auf den Klimawandel. bei Benutzung anderer Materialien. wenn möglich. Experimente einen wichtigen Beitrag leisten können. eine Einordnung der Experimente in verschiedene Kategorien zu geben. S. bei anderen Einrichtungen. zitiert nach Wissensspeicher: Methodik des Physikunterrichts) 22 . so bleibt das Experimentieren in der Schule ein wichtiger Teil des Lern. Auch wenn sich durch den steigenden experimentellen und finanziellen Aufwand die Bedeutung des Experiments in der modernen Forschung verringert hat (Kircher. 3. woraufhin bekannte Quellen für Experimente zum Thema Treibhauseffekt vorgestellt werden. In den folgenden Kapiteln wird daher zunächst ein allgemeiner Blick auf die Bedeutung und Funktion von Experimenten im Physikunterricht geworfen.). optimiert.

Es bildet dadurch ein probates Mittel zur Heranführung an bereits gesichertes Wissen. S.149. S. Die Vor.149) beschreibt das Experiment als eine Form des Dialogs mit der Natur und somit als untrennbaren Bestandteil der physikalischen Forschung und des Physikunterrichts. doch stehen diese beiden Begriffe genau betrachtet in unterschiedlichen Kontexten. Fachliche Funktionen Zu den pädagogischen Funktionen zählt die Entwicklung von Qualifikationen und Kompetenzen wie beispielsweise der kritischen Beurteilung von gewonnenen 23 . wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit ebenfalls nicht zwischen den Worten Experiment und Versuch unterschieden. sondern Versuche. nach Muckenfuß. Dieses Zitat verdeutlicht die besondere Bedeutung des Versuchs im Physikunterricht. 2001. 2006. Pädagogische Funktionen 2. Oftmals wird der Begriff Experiment synonym mit dem Begriff Versuch verwendet.168). S.151.Bei einem Experiment werden von einem Experimentator in einem realen System bewusst gesetzte und ausgewählte Bedingungen verändert. zitiert nach Bleichroth. 1995). 1991). Psychologische Funktionen 3. 2006. nach Reinhold. S. Wissenschafts.und Durchführungen im schulischen Unterricht sind also genau genommen keine Experimente.und erkenntnistheoretische Funktionen 4. sondern deren Reproduktion dient (Priemer. während ein Versuch nicht der Generierung neuer Erkenntnisse. den Physikunterricht geradezu kennzeichnende Unterrichtsmedium anzusehen“ (Mikelskis. Die Funktionen schulischer Versuche lassen sich in vier Ebenen zusammenfassen (Mikelskis. 1996): 1. Da diese Trennung im schulischen Alltag aber keine Verwendung findet. Doch warum wird dem Versuch eine solch große Bedeutung beigemessen? Mikelskis (2006. 2008. So steht das Wort Experiment für die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung. kontrolliert und wiederholt beobachtet (Kircher. „Der Versuch ist somit als das wichtigste.

Grunderfahrungen aufbauen bzw. das Interesse der Schüler für ein Thema zu wecken. Die fachliche Funktion von Experimenten liegt in der Unterstützung der Bildung von Begriffen. Dies lässt sich durch um den Leiter angeordnete Magnetnadeln zeigen. Kircher (2001. 2008).278-282) nennt zudem 14 Ziele von Experimenten im Physikunterricht. der Ableitung von Gesetzen sowie der Entwicklung von Theorien (Aufnahme von Messwerten zur Dehnung einer Feder und Ableitung des Hooke’schen Gesetzes). 3. Ein Phänomen klar und überzeugend darstellen: Ein gerader stromdurchflossener Leiter ist von einem kreisförmigen Magnetfeld umgeben. Physikalische Konzepte veranschaulichen: Licht breitet sich geradlinig aus. Theoretische Aussagen qualitativ prüfen: Die Aussage „im Vakuum gibt es keinen Schall“ mit einem Wecker und einer Vakuumglocke überprüfen.Messdaten oder der Deutung bestimmter Effekte (Aufnahme der Kennlinie einer Glühlampe – liegt ein Ohm’scher Widerstand vor?). Die dritte Funktion ergibt sich aus der fachlichen Arbeitsweise in der Physik. Physikalische Gesetzmäßigkeiten direkt erfahren: Betreiben der Kurbel eines Generators mit und ohne Last. 4. 24 . 5.und eine Metallkugel fallen in einer evakuierten Röhre mit gleicher Geschwindigkeit). die in der Schule primär behandelt werden) lassen sich anhand von Experimenten darstellen oder überprüfen. 2. ausschärfen: Trägheit der Masse im „Eigenversuch“ beim stehenden Fahren im Bus (Priemer. Vor allem die Erkenntnisse der klassischen Physik (also der Themen. die er durch konkrete Beispiele verdeutlicht: 1. einem Flaschenzug und einem Hebel). Ein klassischer Einsatz des Experiments mit dieser Funktion ist zum Beispiel die Erzeugung eines kognitiven Konflikts (eine Styropor. Aufgrund experimenteller Beobachtungen wird entweder physikalisches Wissen abgeleitet oder physikalische Theorien werden durch Experimente bestärkt (Überprüfung der goldenen Regel der Mechanik durch Messung an einer schiefen Ebene. S. Dies lässt sich durch einen Laser verdeutlichen. Die psychologische Funktion von Experimenten liegt unter anderem darin.

Motivieren und Interesse wecken: Einstiegsversuch: Ein Eisenquader geht im Wasser unter. 10. Tennisball und Lampe. Denkanstöße zur Wiederholung oder Vertiefung geben: Veränderung von Bildern im Spiegel. 13. die sich unter anderem auch mit Schulversuchen zum Thema Treibhauseffekt beschäftigen. während ein Eisenschiff auf dem Wasser schwimmt. als dass er ein gewähltes Ziel überzeugend erreicht. Physik in Technik und Alltag aufzeigen: Bedeutung der Induktion für das Funktionsprinzip der Tonabnehmer einer elektrischen Gitarre. Physikalische Arbeitsweisen einüben: Widerstandskennlinie aufnehmen – Ohmsches Gesetz.und Sonnenfinsternis im Modellversuch mit Globus. 7. Natürlich ist nicht jedes Experiment geeignet. jedes dieser Ziele zu erfüllen. doch ist es weniger entscheidend. Physikalische Vorstellungen aufbauen: Mond. 12. 6. 3. dass ein Versuch möglichst viele Ziele abdeckt. Eine Auswahl dieser 25 . 8. Vorstellungen (Schülervorstellungen) prüfen: Überprüfen der Schülervorstellung „an einer Glühlampe wird Strom verbraucht“ durch Messung der Stromstärke vor und hinter einer Glühlampe im Stromkreis. 14. 9.3 Literatur über Schulversuche zum Thema Treibhauseffekt In den letzten Jahren wurden einige Arbeiten publiziert. 11. Meilensteine unserer Kulturgeschichte aufzeigen: Induktionsversuch nach Faraday. Nachhaltige Eindrücke vermitteln: Größe des Luftdrucks anhand der Magdeburger Halbkugeln aufzeigen. Physikalische Gesetze quantitativ prüfen: Überprüfung des Hookschen Gesetzes durch Messung der Dehnung einer Feder.

111/112). Höttecke stellt ein Konzept für einen Lernzirkel vor.bzw. die unterschiedliche schulrelevante Artikel zu den Themen Treibhauseffekt und Klimawandel zusammenstellt. sondern mit den Folgen eines möglichen Klimawandels beschäftigen – der Veränderung des Meerwasserspiegels. die sich nicht direkt mit dem Treibhauseffekt. Durchführung und Bewertung einiger der hier erwähnten Versuche folgt in Kapitel 4). Die von Berge vorgestellten Versuche laufen unter dem Titel „ Freihandversuche zum Treibhauseffekt“: • Nachweis der Infrarotstrahlung im kontinuierlichen Spektrum • Durchlässigkeit von Glas. dass keiner der von Berge gezeigten Versuche direkt den Einfluss der 26 . Acrylglas für die Energie der sichtbaren Strahlung • Absorption der Wärmestrahlung eines Bügeleisens durch eine Glas.-E.oder Acrylglasplatte • Erwärmung einer Glas.oder Acrylglasplatte durch die Absorption von Infrarotstrahlung Schon ohne einen genaueren Blick auf die Durchführung der Experimente zu werfen fällt auf.Arbeiten wird an dieser Stelle vorgestellt (Aufbau. Darunter sind auch zwei Arbeiten von D. in dem die Schüler verschiedene Experimentierstationen zu unterschiedlichen Aspekten des Treibhauseffekts durchlaufen: • Reflexionsvermögen des Erdbodens • Wärmestrahlung • Emission von Wärmestrahlung • Absorptionsvermögen der Atmosphäre • Reemission der Wärmestrahlung • Absorption der reemittierten Wärmestrahlung • Wassereimer-Modell des Treibhauseffektes Zudem enthält der Lernzirkel zwei Stationen. Höttecke und O. Im Jahr 2009 erschien eine Ausgabe der Zeitschrift „Unterricht Physik“ (Nr. Berge. die ausschließlich Schulversuche thematisieren.

wurde vom Bundesministerium für Umwelt. Im Rahmen seiner Arbeit unter dem Titel „Den Klimawandel verstehen – Eine Entwicklung von Lernangeboten anhand von Schülervorstellungen und Wissenschaftlervorstellungen“ hat er Versuche entwickelt. Diese Literatur enthält auf 109 Seiten einige Informationen und Arbeitsaufträge zum Thema.klimarelevanten Gase thematisiert. 27 . Im Bereich der universitären Forschung zum Thema Treibhauseffekt und Klimawandel in der Schule sei an dieser Stelle exemplarisch auf die Arbeiten von K. Niebert vom Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Leibniz Universität Hannover hingewiesen. so dass sie die Schüler auf ihrem Weg zum Erreichen der in Kapitel 3 formulierten Lernziele sinnvoll unterstützen. die explizit die Bedeutung des CO2 für den Treibhauseffekt thematisieren. doch fehlt auch hier die Behandlung des Einflusses des CO2 oder anderer klimarelevanter Gase auf die Temperatur. zu den gewünschten Ergebnissen führt. Eine Quelle für Informationen und Versuche zum Treibhauseffekt. Stattdessen wird eine Glas. aber nur drei Experimente: • Gewächshaus aus Filmdose und Glas • Temperaturabhängige Löslichkeit von CO2 in Wasser • Veränderung des Wasserspiegels durch schmelzendes Eis Diese Versuche lassen sich mit wenig Materialaufwand schnell durchführen. Naturschutz und Reaktorsicherheit (2008) unter dem Titel „Klimaschutz und Klimapolitik. Acrylglasplatte als Ersatzmedium herangezogen. Materialien für Bildung und Information“ herausgebracht und kann auf der Internetseite des Ministeriums herunter geladen werden. ob der Einsatz der bekannten Versuche im Rahmen eines Unterrichts für einen strukturierten Wissensaufbau zum Thema Treibhauseffekt nach den Basismodellen des Lehrens und Lernens. Es stellt sich die Frage. die speziell an jüngere Schüler gerichtet ist.bzw.

4. Dabei richtet sich die Auswahl der Versuche nach den in Kapitel 2. Die meisten Körper auf der Erde können sichtbares Licht absorbieren und die aufgenommene Energie in Form von infrarotem Licht wieder abgeben. so gäbe es auch keinen Treibhauseffekt. den sichtbaren und den ultravioletten Bereich.1 gezeigt): • Lichtquelle mit Spalt oder Linse • CD-Rohling oder Prisma • Kristalline Solarzelle mit Halterung oder Thermosäule • Messgerät für Solarzelle oder Thermosäule (wenn nötig Messverstärker) • Schirm • Kabel 28 . S. Für die Durchführung werden folgende Materialien benötigt (der Aufbau ist in Abbildung 4. 2. 4.38-39).1 Nicht sichtbare Strahlung im Lichtspektrum Würde elektromagnetische Strahlung nur in einer Wellenlänge existieren. Mit einem einfach zu realisierenden Versuch lässt sich das große Frequenzspektrum unterschiedlicher Lichtquellen qualitativ gut zeigen. 3. Entscheidend für das Auftreten des Treibhauseffektes ist also die Wellenlängenänderung der solaren Strahlung durch Absorption und Reemission auf den unterschiedlichen Flächen des Erdbodens. für einen Anteil von infrarotem Licht aber nicht.1. Die Strahlung der Sonne lässt sich in drei Spektralbereiche unterteilen – den infraroten. die Durchführung und die Ergebnisse von Schulversuchen zum Treibhauseffekt vorgestellt und bewertet. Die Strahlung der Sonne würde die Atmosphäre der Erde entweder erst gar nicht durchdringen oder sie würde vom Erdboden wieder ungehindert in das Weltall zurück geworfen. Schulversuche für einen strukturierten Wissensaufbau zum Thema Treibhauseffekt In diesem Kapitel werden der Aufbau. CO2 und andere Treibhausgase sind für sichtbares Licht durchlässig. Eine Beschreibung dieses Versuchs findet sich bei Berge (2009.5 vorgestellten Lernzielen: 1.

4. den sichtbaren und den ultravioletten Bereich) auf dem Weg zum Verständnis des Treibhauseffektes zu unterstützen. Dieser Versuch bietet einen deutlichen Nachweis der nicht sichtbaren Strahlung im Strahlungsspektrum einer Lichtquelle und ist daher gut geeignet. die Behandlung des ersten Schrittes (die Strahlung der Sonne lässt sich in drei Spektralbereiche unterteilen – den infraroten.1.1 Versuchsanordnung zum Nachweis der nicht sichtbaren Strahlung im Lichtspektrum (aus Berge O-E. die Strahlung der Lichtquelle durch ein Prisma oder eine CD aufzuspalten und die Intensität der Strahlung durch die Solarzelle oder die Thermosäule zu detektieren. (2009).38) Die Idee besteht darin. S.1. Dabei kann festgestellt werden.2 Thermospannung im sichtbaren und im infraroten Bereich des Lichtspektrums Auf dem Voltmeter ist ein deutlicher Ausschlag im nicht sichtbaren Bereich des Spektrums zu erkennen. 29 .1. Abb. 4. dass der Detektor auch Strahlung außerhalb des sichtbaren Bereiches wahrnimmt (Abbildung 4.2). Abb. Je nach spektraler Empfindlichkeit des Messgerätes kann die angezeigte Spannung im infraroten Bereich sogar größer sein als im sichtbaren.

die allerdings nicht in direktem Zusammenhang zueinander stehen.2.1). 4.27) 30 . so wird ein von den Eigenschaften der Oberfläche abhängiger Anteil der Strahlung nicht reflektiert. „Reflexionsvermögen des Erdbodens“ und „Emission von Wärmestrahlung“.2. dass helle und dunkle Flächen das Sonnenlicht unterschiedlich gut reflektieren und sich unterschiedlich erwärmen. während schwarze Oberflächen einen besonders hohen Anteil der Strahlung absorbieren. (2009) S. sondern absorbiert und als Wärmestrahlung wieder emittiert. Höttecke (2009) stellt für dieses Phänomen zwei Versuche vor. Eine Eigenschaft der Oberfläche. Die Thermometer werden an den Kartonstücken befestigt und die Glühlampe bestrahlt die Kartonstücke aus einer Entfernung von 15 cm über einen Zeitraum von fünf Minuten.2 Wellenlängenänderung bei der Absorption und Emission von Licht Trifft die sichtbare Strahlung der Sonne auf den Erdboden. ist die Farbe. Reflexionsvermögen des Erdbodens Dieser Versuch soll den Schülern zeigen. 4. Abb. So ist der Anteil der reflektierten Strahlung auf weißen Oberflächen besonders hoch. die einen deutlichen Einfluss auf dieses Phänomen hat. Folgende Materialien werden benötigt: • 60-W-Glühlampe • Ein schwarzes und ein weißes Kartonstück • Zwei Thermometer • Stoppuhr Die Durchführung des Experimentes ist recht einfach (Abb.1 Versuchsanordnung zu dem Versuch „Reflexionsvermögen des Erdbodens“ (aus Höttecke D.4.

aussenden. dass warme Körper eine unsichtbare Strahlung. (2009) S. eine Kerze. die näher an dem Naturphänomen Treibhauseffekt liegen. dass die Schüler erkennen. 4. Abb. woraufhin die Temperatur in unterschiedlichen Abständen vom Bügeleisen entweder mit einem Thermometer oder mit einem elektrischen Thermoelement gemessen wird. ein dunkler Schieferstein und ein in Alufolie 31 . Nicht jede Lichtquelle und jedes Oberflächenmaterial ist für diesen Versuch geeignet.oder Wärmestrahlung. Leider erklärt der Autor nicht. Dabei ist auf einen besonders großen Kontrast der verwendeten Oberflächen zu achten.29) Die Ergebnisse beider Versuche sollten für die meisten Schüler durch ihre Alltagserfahrungen nicht überraschend sein. dass der Versuch den Zusammenhang zwischen der Absorption und Emission von Strahlung zeigt. Ziel dieses Versuchs ist es. welche Rolle die Stoppuhr bei diesem Experiment spielt. Das folgende Alternativexperiment versucht die genannten Kritikpunkte zu beheben. ein Thermometer (oder ein Spannungsmessgerät mit Thermosäule) und eine Stoppuhr. die Infrarot.Emission von Wärmestrahlung Für diesen Versuch benötigt man lediglich ein Bügeleisen. Dazu wird zunächst die Unterseite des Bügeleisens mit der Kerze vollständig eingerußt. indem zum einen die Wahl der Materialien verändert wird und zum anderen der Zusammenhang von aufgenommener und abgegebener Strahlung thematisiert wird. Daher ist die Wahl der Materialien für einen überzeugenden Effekt sehr wichtig.2. Es stellt sich allerdings die Frage. Zudem ist es wünschenswert.B.2 Versuchsanordnung zu dem Versuch „Emission von Wärmestrahlung“ (aus Höttecke D. Eine gute Kombination ist z. warum Höttecke zur Demonstration der Emission von Wärmestrahlung ein Bügeleisen verwendet und nicht versucht dieses Phänomen durch Materialien darzustellen.

Der Thermostrom.3). Zudem wird noch ein Thermometer für die Temperaturmessung vor und nach dem Bestrahlen benötigt.eingepackter Stein (Abbildung 4. ist deutlich geringer als der Thermostrom des beleuchteten Steins: TSchiefer0=0. Abb.2. der bei der Betrachtung des unbestrahlten Steins angezeigt wird.99mA 32 . Unter Benutzung eines 120W Strahlers lässt sich der Versuch in nur fünf Minuten mit ordentlichen Ergebnissen durchführen.1°C Temperatur nach der Messung (fünf Minuten Bestrahlungsdauer): TAlu=23. Dadurch ist der Effekt deutlicher und die Messdauer kürzer.2.11mA TSchiefer1=0. 4. Temperatur vor der Messung (von beiden Objekten): T0=23. lässt sich mit Hilfe einer Thermosäule erbringen. dass ein maximaler Anteil der Strahlung reflektiert wird.3 Schieferstein und in Alufolie gewickelter Stein Als Strahlungsquelle bietet sich eine Lampe mit einer möglichst hohen Leistung an (mindestens 100W). dass die bestrahlten Oberflächen die aufgenommene Energie in Form von infraroter Strahlung wieder abgeben. Die Alufolie sorgt noch besser dafür.6°C Eine Bestätigung.6°C TSchiefer=28. als eine weiße Oberfläche.

der die Theorie gut bestätigt. Zunächst werden die Materialien wie in der folgenden Abbildung gezeigt.3 Strahlungsdurchlässigkeit klimarelevanter Gase Die Behandlung des Einflusses von CO2 auf den Treibhauseffekt der Erde ist das Kernstück des Unterrichts. der der Auslöser für die aktuellen Klimadebatten und politischen Entscheidungen ist. die Behandlung des zweiten Schrittes (die meisten Körper auf der Erde können sichtbares Licht absorbieren und die aufgenommene Energie in Form von infrarotem Licht wieder abgeben) auf dem Weg zum Verständnis des Treibhauseffektes zu unterstützen. angeordnet. Die theoretischen Grundlagen zu dieser Frage wurden bereits in Kapitel 2 behandelt. ist aber notwendig! • Saugflasche Das Experiment besteht aus zwei Teilen. 33 . Ein Versuch. warum eine erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu einer erhöhten globalen Durchschnittstemperatur führt. in dem die Frage beantwortet werden soll. stammt von Höttecke (2009) und trägt den Titel „Absorptionsvermögen der Atmosphäre“. Es geht also um den Teil des Unterrichts.Dieser Versuch bietet eine quantitative Bestätigung bekannter Alltagserfahrungen und ist gut geeignet.oder Küchenrolle) • Frischhaltefolie und Gummibänder • Thermosäule mit Spannungsmessgerät oder Infrarotthermometer • Messverstärker  Wird von Höttecke nicht erwähnt. 4. Denn an diesem Punkt beginnt der Einfluss des Menschen. Zudem fasst er die Ergebnisse der beiden von Höttecke (2009) vorgestellten Versuche zusammen und ist dank der Wahl der Materialien möglichst nah an dem Naturphänomen Treibhauseffekt. Absorptionsvermögen der Atmosphäre Zur Durchführung werden folgende Materialien benötigt: • Bunsenbrenner oder Heizplatte oder Kerze • 3-4 Brausetabletten • Rohr aus Pappe (Toilettenpapier.

Das Ergebnis der Messung wird durch ein Spannungsmessgerät angezeigt. 4. Dazu wird die Saugflasche über einen Schlauch mit der Pappröhre verbunden und die Brausetabletten werden in der Flasche in Wasser gelöst (Abbildung 4. Wird dieser Versuch nach den Vorgaben von Höttecke durchgeführt (anstelle des Bunsenbrenners wurde eine Kerze verwendet). dass bestimmte Gase die infrarote Strahlung nicht so gut durchlassen wie andere. S.3.1 Versuchsanordnung zu Teil 1 des Versuches „Absorptionsvermögen der Atmosphäre“ (aus Höttecke D. (2009). Da die Thermospannung sehr gering ist. empfiehlt es sich einen Messverstärker einzusetzen. (2009). das über den Schlauch in die Pappröhre geleitet wird. so lassen sich akzeptable Ergebnisse erzielen (Abbildung 4.3. Bei diesem Vorgang entsteht CO2. S. Im Gegensatz zu der Versuchsbeschreibung 34 . 4. Abb.3).2).30) Die Schüler lernen bei diesem Versuch.2 Versuchsanordnung zu Teil 2 des Versuches „Absorptionsvermögen der Atmosphäre“ (aus Höttecke D. Abb.30) Die Infrarotstrahlung des Bunsenbrenners durchläuft die mit Frischhaltefolie abgeschlossene Pappröhre und wird auf der anderen Seite von der Thermosäule detektiert.3. In Teil zwei des Experimentes wird die Gasmischung innerhalb der Pappröhre verändert. Die Messung erfolgt analog zu Teil eins des Experimentes.3.

3. Zudem wird ein Schirm (z.3 Verlauf des Thermostroms zu dem Versuch „Absorptionsvermögen der Atmosphäre“ Ein Nachteil dieses Versuches für die Schule liegt sicherlich darin. indem die Thermosäule durch ein Thermometer (möglichst digital. 4.B. Da es sich bei diesen Materialien um Alltagsgegenstände handelt.von Höttecke wurde das CO2 nicht durch Brausetabletten. sondern ein Strom gemessen) vor diesem Zeitpunkt nicht konstant ist. dass keine größere Anzahl von Versuchsaufbauten für Schülerversuche bereitgestellt werden kann. 35 . Diese Variante ist kostengünstiger. Das CO2 wurde zu dem Zeitpunkt t=5min.1°C- Schritte abgelesen werden können) und die Kerze durch eine Reflektorlampe (120W) ersetzt werden. damit 0.6 0.4 0. Abb.6 1. sondern durch Essig und Backpulver erzeugt. Dass der Thermostrom (aufgrund der Verwendung eines Messverstärkers wurde keine Spannung. Dieses Problem lässt sich durch einen leicht veränderten Versuchsaufbau lösen. 2 1.2 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 t / min. in die Röhre gelassen.8 0. liegt an der wechselnden Intensität des Kerzenlichts. sollten diese problemlos in größeren Mengen bereitgestellt werden können.3. damit das Thermometer auch nur von der Strahlung getroffen wird.4). die die Pappröhre durchlaufen hat (Abbildung 4. aus Alufolie) um die Röhre gespannt.4 1.2 I / mA 1 Thermostrom 0.8 1. da für jeden Aufbau eine Thermosäule und ein Messverstärker benötigt wird.

4.1 5 30.0 29.5 Temperaturverläufe zu dem Versuch Absorptionsvermögen der Atmosphäre Es zeigt sich. 36 .8 28. TLuft / °C T CO2 / °C 0 22.3.3.7 3 30.5 2 29.3.4 Alternativer Versuchsaufbau zu dem Versuch „Absorptionsvermögen der Atmosphäre“ Auch die Versuchsdurchführung wird etwas abgeändert. als wenn es hinter der mit CO2 gefüllten Röhre platziert wird.3 Abb.5 sind die Messwerte für diese Versuchsanordnung tabellarisch dargestellt. Der Versuch verläuft nun nicht mehr in einer Messung. Dies lässt sich dadurch erklären. t / min. sodass dieser Anteil der Strahlung das Thermometer nicht erwärmen kann. Diese Messmethode ist allerdings nicht optimal. In Abbildung 4. sondern einmal mit einer mit Luft gefüllten Röhre und einmal mit einer mit CO2 gefüllten Röhre. Abb.2 4 31. dass das CO2 einen Teil der Wärmestrahlung der Lampe absorbiert.4 29.9 23.1 29.4 27. dass das Thermometer hinter der mit Luft gefüllten Röhre einen leicht steileren Temperaturanstieg aufzeigt. 4.1 1 28.

In einer Klasse mit über 20 Schülern kann es daher sehr leicht zu größeren Messfehlern kommen. Es ist daher wünschenswert einen Versuchsaufbau zu haben. wodurch es sehr empfindlich für Störungen ist.6 Versuchsaufbau zur Demonstration der Temperaturerhöhung durch CO2 37 . 4. reicht aus. weshalb eine Messung mit einer Thermosäule der Messung mit einem Thermometer. geringere Temperaturerhöhung). Ein solcher Aufbau (Abbildung 4. Der in den Medien hauptsächlich genannte Effekt des Treibhausgases ist allerdings die Temperaturerhöhung. ausgelöst durch die Bewegung einer Person.6) lässt sich mit folgenden Materialien realisieren: • Kleiner Pappkarton • Glühlampe (60W) • Thermometer (möglichst digital) • Essig und Backpulver • Saugflasche Abb.3. um den angezeigten Temperaturwert zu verändern. Zudem ist der Temperaturunterschied zwischen beiden Messungen nur sehr gering.da sich das Thermometer frei in der Luft befindet. vorzuziehen ist. sorgte das CO2 immer für eine Verringerung der Messwerte (abnehmender Thermostrom. Bei den bis jetzt dargestellten Versuchen.3. wenn möglich. der genau diesen Effekt zeigt. wodurch der Versuch keine sehr überzeugenden Ergebnisse liefert. Bereits ein Windzug.

3.2 7 25. Die Messung erfolgt über einen Gesamtzeitraum von acht bis neun Minuten.9 6 25.7 Messwerte zur Demonstration der Temperaturerhöhung durch CO2 Abb. im Minutentakt die Temperatur abgelesen wird.3.4 8 25.8 Graphische Darstellung der Messwerte zur Demonstration der Temperaturerhöhung durch CO2 38 .Die Durchführung des Versuches verläuft so.2 2 24.7 Abb.3. Die aufgenommenen Werte werden dann zur besseren Darstellung graphisch aufgetragen (Abbildung 4. 4.8 1 24. t / min T / °C 0 23.4 3 24. 4. Nach vier Minuten werden das Essig und das Backpulver in der Saugflasche vermischt und die Flasche wird über einen Schlauch mit dem Karton verbunden.6 9 25.6 5 24. dass ab dem Zeitpunkt zu dem die Lampe eingeschaltet wird.8). sodass das CO2 einströmen kann.5 4 24.

Durch die graphische Darstellung ist der steilere Temperaturverlauf ab der Zuführung des CO2 zu erkennen (rot dargestellt). dass ein deutlich messbarer Anteil durch das CO2 absorbiert wird. Deutlicher werden die Ergebnisse. Leider fällt auch hier der Effekt unerwartet gering aus. sodass sich der Temperaturverlauf zu jedem Zeitpunkt vergleichen lässt.3. sehr hoch. schließlich ist der IR-Anteil im Strahlungsspektrum einer Glühlampe. 4. Auf diese Weise können die Werte für beide Messungen in einen gemeinsamen Graphen eingezeichnet werden. sodass davon ausgegangen werden kann.9 Graphische Darstellung der Messwerte zur Demonstration der Temperaturerhöhung durch CO2 als Parallelversuch Insgesamt fällt auf. dass die Unterschiede zwischen den Messwerten von Luft und CO2 bei allen gezeigten Versuchen unter Verwendung einer Glühlampe nur sehr gering sind. Dieses Ergebnis ist im ersten Moment überraschend. Abb. wie Abbildung 4. wenn ein zweiter Versuchsaufbau vorhanden ist und eine Parallelmessung (ein Karton mit Luft und ein Karton mit CO2 gefüllt) durchgeführt wird. 39 .10 zeigt.3.

dass die Absorptionseigenschaften erst ab einer Wellenlänge von mehr als 1500nm einsetzen und im Wellenlängenbereich zwischen 10.3. Dieses zeigt.11 zeigt. dass in dem Wellenlängenbereich. das CO2 keine Absorptionseigenschaften besitzt.000nm besonders groß sind. Abb.org/climate/previous_issues/vol4/v4n19/cutting1. Diese lassen sich mit dem 40 . 4.htm) Der Vergleich von Abbildung 4.000-20.10 und 4. in dem die Glühlampe den größten Teil ihrer Strahlung emittiert.greeningearthsociety.10 Strahlungsspektrum einer 60W Glühlampe im Wellenlängenbereich 200-1100nm Eine Erklärung für diesen Effekt bietet die Betrachtung des Absorptionsspektrums von CO2 (Abbildung 4. welche Strahlungsquellen besser geeignet sind. die Peakwellenlängen der Quellen zu betrachten. ist es hilfreich. 4.3.11 Absorptionsspektrum vom CO2 (aus http://www. Abb.3. Um abschätzen zu können.3.3.11).

13 Temperaturen unterschiedlicher Strahlungsquellen (aus http://www.org/w/index.filmscanner.png& filetimestamp=20060609125733) Abb.13).78). 4.3. 4. 2005.Wissen um die Temperaturen der Quellen (Abb. S.12 logarithmische Auftragung des Planckschen Strahlungsgesetzes (aus http://de.3.info/Farbtemperatur.php?title=Datei:BlackbodySpectrum_loglog_150dpi_de.html) 41 . dem Planckschen Strahlungsgesetz und dem Wienschen Verschiebungsgesetz berechnen (Demtröder.3.wikipedia. Abb. 4.

2010. Abb.93µm 1500 K Auf diese Weise lässt sich auch zeigen.93 ⋅ 10 −6 m = 1. 4. die Erde mit 288K (Buchal. dass die emittierte Strahlung der Erde in einem Wellenlängenbereich liegt. Da die Versuche unter der Verwendung einer Kerze bessere Ergebnisse liefern.89 ⋅ 10 −3 m ⋅ K λ max = = 1.14 Intensitätsverlauf der Einstrahlung der Sonne und der Abstrahlung der Erde (aus Buchal C.3. Die Sonne strahlt mit einer Temperatur von 5800K.89 ⋅ 10 −3 m ⋅ K λ max = = 1. S. S. in dem CO2 absorbierende Eigenschaften besitzt.08µm 2680 K Das Wellenlängenmaximum der Strahlung einer 40W Glühlampe liegt folglich außerhalb des Absorptionsspektrums von CO2.08 ⋅ 10 −6 m = 1. Dass dem so ist. daraus ergibt sich für die Sonne eine Peakwellenlänge von 498nm und für die Erde eine Peakwellenlänge von 10.89 ⋅ 10 −3 m ⋅ K 2.89 ⋅ 10 −3 m ⋅ K 2. & Schönwiese C-D. zeigt folgende Rechnung: λ max ⋅ T = 2. (2010).68). = 2.Beispiel für eine 40W Glühlampe (Farbtemperatur 2680K): λ max ⋅ T = const. müsste nach der vorgestellten Theorie das Strahlungsmaximum einer Kerzenflamme in einem Wellenlängenbereich liegen.03µm. während der größte Teil der solaren Strahlung außerhalb dieses Bereiches liegt.68) 42 . aus dem CO2 einen Anteil absorbiert.

38 3.62 9.38 3.51 7.48 6.13 3.60 10. ob das Spektrum der ausgesendeten Strahlung auf diese Weise so verschoben werden kann. t / min.24 9.64 4.56 7.15 Versuchsaufbau zur Variation des Wellenlängenmaximums einer Glühlampe In Abbildung 4.3. 4.46 2.54 10.38 5 1.16 Messwerte zur Absorption von Wärmestrahlung unterschiedlicher Wellenlänge durch CO2 43 . dass die gewünschten Effekte deutlicher zu beobachten sind.16 werden die Messwerte für den Aufbau aus Abbildung 4.38 1 1. I / mA I / mA I / mA I / mA I / mA I / mA I / mA I / mA 60V 80V 100V 120V 140V 160V 180V 200V 0 0.82 6. Es stellt sich die Frage.3.65 9. Die Messung dauerte dabei jeweils sechs Minuten.37 0.3.3.41 2.27 2.77 6.67 4.Mit einem regelbaren Transformator lässt sich die Temperatur und somit auch die Peakwellenlänge einer angeschlossenen Glühlampe variieren (Abbildung 4.46 2.35 3.74 10.77 10.86 6.47 2.32 3.15).07 7.38 0.32 4.59 7.59 4 1. wobei nach drei Minuten das CO2 in die Röhre gefüllt wurde.78 9.15 für Spannungen zwischen 60V und 200V gezeigt. 4.54 4.73 9.3.82 9.30 0.27 0.92 6.44 7.33 0.85 2 1.37 0.61 4.40 7.44 6 1.32 3 1.35 0.53 Abb. Abb.90 6.12 9.67 4.27 3.68 10.39 2.

diese Werte so in einen Graphen einzutragen.6 108.4 107.7 106.6 106.4 115. bietet es sich an. um sie zu vergleichen.9 Abb. die prozentuale Veränderung des Stroms graphisch aufzutragen.5 109.4 105.5 108.7 107. Da weniger die absoluten Werte als vielmehr der Verlauf des Thermostroms von Interesse ist.6 114.1 107. ist es unvorteilhaft.Aufgrund der unterschiedlichen Intensität der Strahlung bei verschiedenen Spannungen. Die senkrechte rote Linie markiert den Zeitpunkt. 4. als 100% festgelegt wurden.2 104.1 105.6 104.3.7 3 118.3 5 120.5 4 113.17 und 4.5 109. Abb.6 105.7 110.3.9 109.2 105.4 105.17 Tabellarische Darstellung der prozentualen Veränderung des Thermostroms Dies zeigen Abbildung 4.3.7 106. 4.9 114. ab dem das CO2 in die Röhre gefüllt wurde (zur besseren Übersicht wurden nur vier der aufgenommenen Messreihen in den Graphen eingetragen).2 106.0 107.18 Graphische Darstellung der prozentualen Veränderung des Thermostroms 44 .3 108. I/% I/% I/% I/% I/% I/% I/% I/% 60V 80V 100V 120V 140V 160V 180V 200V 1 100 100 100 100 100 100 100 100 2 112.9 110. t / min. wobei die Messwerte für t=1min.5 106.7 111.0 107.8 108.3.0 105.0 108.9 6 122.4 106.18.4 106.0 109.

3. welches dabei den größten Anteil der von der Erde zurückgeworfenen infraroten Strahlung absorbiert. geringfügig zunimmt. mit der die Rolle verschlossen wird. Stattdessen ist er ein Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener klimabeeinflussender Gase. dass Wasserdampf bereits im nahen infraroten Bereich einen großen Anteil elektromagnetischer Strahlung absorbiert – im Bereich des Wellenlängenmaximums einer Glühbirne.3.2%). Abbildung 4. Die Toilettenpapierrolle wird in der Innenseite gut befeuchtet. einer 60W Glühbirne und einer Toilettenpapierrolle. der Effekt kann aber nicht deutlich verbessert werden (bei 60V sinkt der Thermostrom um 3. Das Gas.19 Absorptionsspektrum von H2O-Dampf (aus http://www. dass die prozentuale Absorption mit fallender Spannung. Um eine bessere Vergleichsmöglichkeit zu haben. 4. wodurch sich aufgrund der Bestrahlung durch die Glühlampe Wasserdampf in der Rolle bildet. um die Verformung der Rolle möglichst gering zu halten.Es ist zu erkennen.htm) Zudem zeigt Abbildung 4.9% und bei 200V um 2. sollte nicht durch Gummibänder sondern durch Kreppband befestigt werden. Dies zeigt.3. dass Wasserdampf in einem deutlich größeren Spektralbereich absorbierende Eigenschaften besitzt als CO2.19. und somit längerer Wellenlänge. Zu dem Treibhauseffekt der Erde kommt es nicht nur aufgrund des CO2.org/climate/previous_issues/vol4/v4n19/cutting1. Die Messung erfolgt wieder mit Hilfe einer Thermosäule.greeningearthsociety. In Abbildung 4.3. ist nicht das CO2. sondern Wasserdampf. dass durch die Variation der Betriebsspannung keine ausreichend große Wellenlängenverschiebung erreicht werden kann. wurde der Versuch zudem auch mit einer mit Luft 45 . Dies lässt sich durch einen einfachen Versuchsaufbau bestätigen. Dadurch wird die Rolle sehr instabil und die Frischhaltefolie.20 zeigt das Ergebnis einer Messung über zehn Minuten. Abb.19 ist zu erkennen.

4 9.3. dass es einige geeignete Versuche zur Behandlung des dritten Schrittes (CO2 und andere Treibhausgase sind für sichtbares Licht durchlässig.20 Vergleich des Thermostroms von Luft und H2O-Dampf unter Verwendung einer 60W Glühlampe Der Verlauf des Thermostroms von H2O-Dampf fällt ab Minute vier deutlich ab. dass zu Beginn der Messung noch keine ausreichende Menge Dampf in der Röhre vorhanden ist. Abb. Daher ist es auch nicht möglich. die von der Thermosäule registriert wird und somit das Ergebnis verfälscht.2 10 I / mA H2O 9.20 zu sehen. ist dadurch zu erklären. Das liegt daran. 10. 4.6 9. Dass er zunächst auch ansteigt. wodurch auch sichtbares Licht absorbiert wird. als die von CO2.2 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 t / min. da dieser erst durch die Erwärmung der Lampe entsteht. Zudem kommt es vor. Auch diese Messwerte sind in Abbildung 4. den Wasserdampf über einen Schlauch und eine auf einer Wärmequelle (Herdplatte) stehende Saugflasche in die Rolle zu befördern. für einen Anteil von infrarotem Licht aber nicht) auf dem Weg zum Verständnis des 46 .gefüllten Röhre durchgeführt. dass der Dampf an der Folie der Rolle kondensiert.4 10. Dieser Dampf ist so heiß.3.8 Luft 9. dass die Entstehung von Wasserdampf in ausreichenden Mengen an erhöhte Temperaturen gebunden ist. dass er selbst Wärmestrahlung aussendet. Es zeigt sich.6 10. Die Verwendung von Wasserdampf ist deutlich schwieriger.

2. Die Strahlung der Sonne lässt sich in drei Spektralbereiche unterteilen – den infraroten. wurden bereits in Abschnitt 3. die auf den ersten Blick nicht im Einklang mit der Theorie des Treibhauseffektes stehen. Die Behandlung des Gewächs- oder Treibhauses bietet sich schon allein deshalb an. da es dem Treibhauseffekt seinen Namen gegeben hat. Zwei Phänomene. worin die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Anwendungsbeispiels und des Naturphänomens Treibhauseffekt liegen. Die meisten Körper auf der Erde können sichtbares Licht absorbieren und die aufgenommene Energie in Form von infrarotem Licht wieder abgeben.4 Anwendungsbeispiele zum Treibhauseffekt Nachdem die wichtigsten Aspekte des Treibhauseffektes behandelt wurden. 47 . Auch diese sind für einen Anteil der infraroten Strahlung undurchlässig und sorgen somit dafür.Treibhauseffektes gibt. da es einige Phänomene gibt. Der entscheidende Unterschied liegt darin. Allerdings sind für diesen Abschnitt die Wahl der Versuche und die Interpretation der Ergebnisse besonders wichtig. als erwünscht. den sichtbaren und den ultravioletten Bereich. Beim Beispiel des Gewächshauses liegen die Gemeinsamkeiten in zwei Phänomenen: 1. dass ein größerer Teil der Sonnenenergie in dem Treibhaus gespeichert werden kann. Die Schüler müssen in diesem Handlungsschritt erkennen. Zudem fallen die Effekte bei nahezu allen Versuchen deutlich geringer aus.1 erwähnt – das Gewächshaus und ein parkendes Auto in der Sonne. 4. die „Vernetzung mit bekanntem Wissen“. dass die Aufgabe des CO2 beim Gewächshaus von den Scheiben übernommen wird. folgt der fünfte und letzte Handlungsschritt des Basismodells „Konzeptbildung“. deren Behandlung sich für diesen Handlungsschritt anbieten.

39) Versuche für dieses Anwendungsbeispiel sind leicht zu realisieren. Naturschutz und Reaktorsicherheit und wurde bereits in Kapitel 3. Beide Filmdosen werden mit Wasser gefüllt und über eine der Dosen wird ein Glas gestülpt. Abb. Ein Beispiel findet sich in den Materialien des Bundesministeriums für Umwelt. (2009).7) Alternativ können auch kleine Gewächshäuser für die Wohnung aus Plastik im Baumarkt gekauft werden.3 erwähnt: „das Gewächshaus aus Filmdosen und Glas“. 4. S. ein Glas. 4. 48 .1 Durchlässigkeit von 5 mm starkem Fensterglas als Funktion der Wellenlänge (aus Berge O-E.4. Danach werden beide Dosen ins Sonnenlicht gestellt und alle drei bis fünf Minuten wird die Wassertemperatur gemessen. ein Thermometer und eine Strahlungsquelle (im Idealfall die Sonne) benötigt. Abb. S.4. Für diesen Versuch werden lediglich zwei schwarze Filmdosen ohne Deckel. etwas Wasser. Naturschutz und Reaktorsicherheit. (2008).2 Versuchsaufbau zu dem Versuch „Treibhaus aus Filmdose und Glas“ (aus Bundesministerium für Umwelt.

in Form von Wärmestrahlung wieder ab. dass ein Wagen mit weißem oder reflektierendem Interieur sich in der Sonne nicht so aufheizt.4. warum ein weiß lackiertes Auto in der Sonne nahezu genauso heiß wird wie ein schwarz lackiertes. dass die Temperatur von außen gut abgelesen werden kann. da die weiße Oberfläche die sichtbare Strahlung der Sonne reflektiert und sie somit das Wageninnere durch die Scheiben wieder verlassen kann. absorbieren aber einen Anteil des infraroten Lichtes und strahlen einen Teil dessen Energie wieder zurück in den Wagen. Die Lampe wird in einer erhöhten Position angebracht. Dies lässt sich anhand eines leicht zu realisierenden Versuches bestätigen. Folgende Materialien werden benötigt: • Glas.Die Verbindung des parkenden Autos in der Sonne zum Treibhauseffekt ist nicht so offensichtlich wie die des Gewächshauses.3 zeigt den Versuchsaufaufbau mit reflektierendem Innenraum. Zudem darf das Thermometer nicht direkt von der Lampe angestrahlt werden. die er aufgenommen hat. die die Fensterscheiben des Autos repräsentieren. Abbildung 4. Das Thermometer wird so im Inneren des Kastens angebracht. Das bedeutet.oder Acrylglaskasten • Thermometer • Glühlampe (120W) • Alufolie • Braune oder schwarze Pappe Die Alufolie und die Pappe werden so zugeschnitten. dennoch sind sich die physikalischen Gegebenheiten sehr ähnlich. 49 . Auf diese Weise lässt sich auch erklären. wie ein dunkel eingerichteter. sodass sie den Kasten von schräg oben bestrahlen kann. In beiden Fällen gibt der dunkle Innenraum die Energie der Sonne. Diese kann den Wagen teilweise nicht durch die Scheiben verlassen. Dazu bietet sich ein Thermometer an. Zusätzlich erhalten sie einige Löcher. dass sie auf die Innenseiten des Glaskastens geklebt werden können. Auch die Fensterscheiben eines Autos sind für sichtbares Licht durchlässig. wodurch sich der Innenraum aufheizt. das über ein Kabel mit einem Display verbunden ist.

4. Abbildung 4. desto aussagekräftiger das Ergebnis. Abb. Aus ökonomischen Gründen empfiehlt sich allerdings ein Messzeitraum von fünf bis zehn Minuten. Es zeigt sich.3 Versuchsaufbau zu dem Versuch „Auto in der Sonne“ Für diesen Versuch gilt: Je länger die Messung.4. dass der Temperaturverlauf für den dunklen Innenraum steiler ist als für den reflektierenden und es somit zu einer höheren Endtemperatur kommt.4. zeigt die Ergebnisse für eine sechsminütige Messung. 4.4 Temperaturverlauf für dunklen und reflektierenden Innenraum 50 . Leider ist auch bei diesem Versuch die Ausprägung des Effektes geringer als erwünscht.4. Abb. 4.

führt dieser Effekt sogar dazu. 5.9). Der Acrylglaskasten hatte sich während der ersten Messung erwärmt und zu Begin der zweiten noch nicht wieder vollständig abgekühlt. sich dieser Tatsache bewusst zu sein. dass CO2 nur bestimmte Wellenlängen innerhalb des infraroten Spektrums absorbiert und diese unterschiedlich gut. den Versuch. Eine umfassende Interpretation der Versuchsergebnisse ist daher erst in der Oberstufe zu realisieren. Doch inwieweit der Einsatz der hier vorgestellten Versuche im Rahmen eines Unterrichts für einen strukturierten Wissensaufbau zum Thema Treibhauseffekt nach den Basismodellen des Lehrens und Lernens zu den gewünschten Ergebnissen führt. Für den Unterricht in der Mittelstufe lässt sich dieses Problem aufgrund des fehlenden Wissens um die Welleneigenschaften des Lichtes nicht beheben. Fazit Diese Arbeit hat gezeigt. Es empfiehlt sich daher.Dass die Ausgangstemperatur im Fall des reflektierenden Innenraums höher ist als die des dunklen liegt daran. Diese lautet oftmals sinngemäß „Das CO2 absorbiert einen Großteil der von der Erde abgestrahlten Wärmestrahlung“ (vgl. Der Hauptgrund dafür liegt in der unvollständigen Beschreibung der Absorptionseigenschaften klimabeeinflussender Gase. Aus einer solchen Aussage wird nicht deutlich. Unabhängig von der zu unterrichtenden Klassenstufe ist es für die Lehrperson wichtig. dass die meisten Ergebnisse der gezeigten Versuche deutlich geringer ausfallen als erhofft. dass zuerst das dunkle Interieur gemessen wurde und dann das reflektierende. um den Aufbau des Unterrichts und den Einsatz der Experimente sinnvoll wählen zu können. S. dass beim reflektierenden Innenraum eine höhere Endtemperatur erreicht wird als beim dunklen. wenn vorhanden. lässt sich nicht vollständig beantworten. so dass sie die Schüler auf ihrem Weg zum erreichen der in Kapitel 3 formulierten Lernziele sinnvoll unterstützen. 2008. mit zwei Kästen durchzuführen. Fakt ist. S. dass ein strukturierter Wissensaufbau zum Thema Treibhauseffekt unter der Verwendung der Basismodelle des Lehrens und Lernens sehr gut zu realisieren ist. Bundesministerium.8. Ob sich die 51 . 2009. Werden die Messungen ohne Pause (mindestens 10 Minuten) direkt hintereinander durchgeführt. Ohne dieses Wissen sind die Ergebnisse der Versuche aber nicht ausreichend zu interpretieren. Müller.

52 .Schüler von den Ergebnissen der Versuche überzeugen lassen. lässt nur in der Praxis feststellen.

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