Der Wein "CHA

"
Fogo - Kapverden

Die Umwelt in und um der Caldeira
Das trocken-heiße Klima, die Höhenlage, die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und heißer und kalter Jahreszeit, die zahlreichen Sonnenscheinstunden während des Vegetationszyklus sowie der fruchtbare vulkanische Boden bringen in Jahren mit normalen Niederschlägen eine gute Traubenernte von entsprechender Qualität und hohem Zuckergehalt. Durch das trockene Klima und die Tatsache, dass die kurze Regenzeit erst nach der Weinlese stattfindet ist die Notwendigkeit fitosanitärer Eingriffe auf 1-3 Spritzungen gegen den Mehltau beschränkt. Dafür wird zunehmend Schwefel benutzt und auf chemisch-synthetische Mittel verzichtet.

Die Rebsorten
Die Hauptsorten, die umgangssprachlich branca (weisse) und preta (schwarze) tradicional und moscatel branca und moscatel preta , also weisse und' schwarze Muskat genannt werden, sind vom Typ Vitis vinifera, gehören also zu den "Europäerreben" und sind mit größter Wahrscheinlichkeit portugiesischer Herkunft. Die beiden Sorten, die die "Chä - Weine" ergeben, die moscatel branca und die preta tradicional entsprechen demnach den Sorten Moscatel de Setubal bzw. Tourigia.

Die Ausdehnung der Weinberge
Die Reben der 29 Mitglieder der Kellerei von Chä das Caldeiras befinden sich in der Caldeira und an den Aussenhängen der Bordeira auf 1400 bis 1800 Metern Meereshöhe. 1998 - zu Beginn des Projekts zur Verbesserung der Weinverarbeitung (finanziert von der italienischen Entwicklungszusammenarbeit und ausgeführt von der NGO Cospe aus Florenz) wurde die mit Reben bepflanzte Fläche auf 120 Hektar geschätzt. Nach Beobachtungen von Kennern der Gegend hat sich mittlerweile die Anzahl der Rebstöcke verdoppelt. Die Bauern halten die Reben zumeist in Mischkultur mit anderen Obstbäumen (Äpfel, Quitten, Granatäpfel, Pfirsichen, Zitrusfrüchten), und andern Nutzpflanzen wie Mais, "Kongobohnen", Rizinus, Kartoffeln oder Süßkartoffeln.
1/3

Die Weinbereitung
Bei der Kelterung wird auf die Hygiene in der Kellerei größte Sorgfalt verwendet. Die Trauben gelangen in einem gesunden Zustand und trotz langer Transportwege (zum Teil auf dem Kopf der Bäuerinnen) möglichst ganz in die Kellerei und werden gleich darauf abgebeert und gemaischt (im Falle der Rotweinbereitung) und abgepresst (bei der Rosé- und Weißweinbereitung). Um Fehlgärungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Maische bzw. der Most möglichst bald zu gären beginnen; deshalb wird Reinzuchthefe hinzugefügt. Diese gehört zur gleichen Art, wie sie auch natürlich auf den Trauben vorkommt. Die kühle Kellerei und die externe Kühlung der Fässer verhindern eine zu heftige Gärung, sodass Geruch und Geschmack möglichst im Wein erhalten bleiben und der Zucker der Trauben zur Gänze in Alkohol umgewandelt wird. Die so entstandenen trockenen Weine sind besser lagerfähig und als Begleiter zu den verschiedensten Speisen geschätzt. Die mit den Beerenschalen vergorene Rotweinmaische wird nach der Gärung abgepresst: Durch natürlich im Weingeläger vorkommende Milchsäurebakterien wird der so-genannte biologische Säureabbau hervorgerufen, wodurch die spitze Säure abgebaut und der Jungwein harmonischer wird. Nach dieser Gärung wird der Rotwein vom Geläger gezogen und in vollen Fässern aufbewahrt. Rose und Weisswein werden hingegen möglichst bald nach der alkoholischen Gärung vom Geläger getrennt um zu verhindern, dass ein eventueller Säureabbau die geschätzte Frische dieser Weine beeinträchtigt. Bis zur Flaschenfüllung klären sich die Weine auch dank der winterlichen Kälte in Chä das Caldeiras. Sie werden mehrmals von dem sich absetzenden Geläger gezogen und in vollen Fässern gelagert, um jeden Kontakt mit der Luft zu vermeiden. Um die Haltbarkeit des Weines auch unter den Bedingungen tropischen Klimas zu gewährleisten werden die Weine vor der Flaschenfüllung gefiltert.

Der Charakter der Weine "CHÄ"
Die Weine aus Chä das Caldeiras sind körperreiche Weine; reich an Extrakt, Farbe und Alkohol. Der auf der Etikette mit 14 %Vol. angegebene Alkoholgehalt wird meist übertroffen. Entgegen anderslautender Behauptungen liegt der Gehalt an Methylalkohol im Rotwein bei weniger als 50% des diesbezüglich in der EU erlaubten Wertes. Der Vinho Tinto do Fogo hat eine dunkelrot-violette Farbe. Sein Bukett duftet intensiv nach schwarzen Johannis- und wilden Brombeeren. Dieser Eindruck wiederholt sich im Geschmack wo sich Nuancen von Pfeffer und Muskatnuss hinzugesellen. Der extraktreiche, kräftige Körper passt gut zur Wärme seines Alkohols. Die Gerbstoffe sind weich und samtig, sodass der Wein auch jung getrunken werden kann. Eine mehrjährige Lagerung unter geeigneten Bedingungen steht diesem Wein gut zu Gesicht. Die Nachfrage führt derzeit allerdings dazu, dass er bisher im Jahr nach der Kelterung abgefüllt und auf den Markt gebracht wird. . Der Tinto do Fogo eignet sich am Besten zu deftigen Fleischgerichten, aber er wird auch außerhalb des Essens als "Meditationswein'" geschätzt. Seine Eigenschaften kommen am besten bei einer Trinktemperatur von 18-20°C zur Geltung. Der Vinho Branco do Fogo hat eine zitronengelbe Farbe mit strohgelben Reflexen. Er ist von leuchtender Klarheit und sein Bukett ist sehr aromatisch mit einem typischen Geruch nach Muskat, meist begleitet von einer Nuance Pampelmuse, die die Frische des Weines unterstreicht. Diese Eigenschaften kennzeichnen auch den Geschmack dieses Weines, in dem sich Körper und Alkoholgehalt harmonisch zusammenfügen und für einen nachhaltigen Abgang sorgen. Bei
2/3

sachgerechter Lagerung kann dieser Wein seine Qualität über 2-3 Jahre problemlos bewahren. Die leichte Restsüße, die der Wein bei sehr süßem Lesegut bisweilen hat, unterstreicht seine Charakteristiken und er eignet sich deshalb nicht nur als Begleiter zu Fisch, Meeresfrüchten und hellem Fleisch, sondern wird auch gerne als Aperitif gereicht (empfohlene Trinktemperatur 10-11 oC). Der Vinho Rosé do Fogo wird wie der "Tinto" aus der Traube des preto tradicional gekeltert, aber so als ob es sich um einen Weißwein handeln würde: abgebeert und gleich darauf gepresst und ohne Beerenschalen vergoren. Er hat eine leuchtende Rose -Farbe und entfaltet ein weiniges Bukett, das an Erd - und Johannisbeeren erinnert, gepaart mit einer frische, die der Kenner bei einem Rosé sucht. Diese Sinneseindrücke setzen sich auch im aromatischen und trotz des hohen Alkoholgehaltes feinen Geschmack fort. Dieser elegante und harmonische Wein von anhaltendem Abgang behält seine Vitalität bei sachgemäßer Lagerung für einige Jahre. Er kann als Aperitif, aber auch zu Meeresfrüchten, Fisch und hellem Fleisch genossen werden; am besten bei einer Trinktemperatur von 10-11 °C.

Die sachgerechte Lagerung des Weines
Die besten Lagerbedingungen bietet ein dunkler, eher feuchter und vor allem kühler Keller mit einer konstanten Temperatur zwischen 12 und 14°C. Derartige Bedingungen sind auf Fogo nur teilweise und in höchsten Lagen anzutreffen. Licht und Temperaturen über 20°C lassen den Wein durch enzymatische Prozesse um ein Vielfaches schneller reifen. Überdies trocknet der Korken bei senkrecht stehend aufbewahrten Flaschen mit der Zeit aus und lässt so kleine Mengen von Luft eindringen. Aus diesem Grund ist es ratsam die Weinflaschen im Dunkeln liegend aufzubewahren, damit der Korken feucht und luftundurchlässig bleibt und eine Oxydation des Weines unterbleibt.

3/3