Seminar: John Stuart Mill: Utilitarismus.

Sommersemester 2008
Datum: 16.04.2008
Thema: KapiteI 1: ,AIIgemeine Bemerkungen"
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop∀gm∃.de)
Textaufteilung:
(1) Ziel (S./-9/1)
(2) !ntuitionismus vs. !nduktivismus (S.9/2-13/1)
(3) ,latenter Utilitarismus¨ (13/2-15/1)
(+) ∀orge∃en (15/2-19)
zu Abschnitt 1
Desiderata der Et∃ik∋ Benennung eines Kriteriums ∗ür −ec∃t und Unrec∃t
Benennung des summum bonum bzw. der Grundlage der Noral
(∗ür Nill aquivalent)
Besagen diese 3 Begriffe dasselbe? Wenn ja, was setzt das bereits über Moral ∀oraus?
Ist die ∃rage nach dem summum bonum gleichzeitig die ∃rage nach der Grundlage der Moral?
Für Nill ist das summum bonum gleic∃zeitig die Grundlage der Noral. ∀on dieser Grundlage aus
soll die Ableitung des Kriteriums ∗ür −ec∃t und Unrec∃t möglic∃ sein
1
- dies setzt ein teleologisc∃es
∀erstandnis von Noral voraus.
-> Nit den von Nill ∗ormulierten Zusammen∃angen sind er∃eblic∃e ∀orentsc∃eidungen verbunden,
die nic∃t zwangslau∗ig gegeben sind (vgl. deontologisc∃e Et∃iken).
Für Nill ist der Nangel eines Noralprinzips ein großes Problem ∗ür die Et∃ik (im Gegensatz zu
Nat∃ematik oder P∃ysik, denen zwar eine Grundlage ∗e∃lt, die aber trotzdem betrieben werden
können).
Wieso ist das in der ∋thik nicht möglich?
Jedes ≅andeln er∗olgt au∗ ein Ziel ∃in / ∃at einen Zweck, dieser muss also bekannt sein, um
über∃aupt ∃andeln zu können.
Darüber ∃inaus ist das Αissen um das Prinzip notwendig, um in Kon∗likt∗allen entsc∃eiden zu
können (es beste∃t auc∃ die Nöglic∃keit des Pluralismus, d.∃. me∃rerer, nic∃t au∗einander
reduzierbarer Prinzipien, ∃ier ware eine Graduierung nötigΒ dies wird von Nill aber nic∃t weiter
betrac∃tet).
zu Abschnitt ∗
Der Zugang zu moralisc∃en Erkenntnissen kann intuitiv oder induktiv er∗olgen - d.∃. rational oder
empirisc∃. Nills Standpunkt zum Erkenntniserwerb bleibt etwas unklar, aber der !ntuitionismus ist
∗ür i∃n ∗ragwürdig, vermutlic∃ neigt er also e∃er zum !nduktivismus (vgl. ∃ierzu auc∃ Kap. +).
Anm.∋Αenn Χa, ist das überrasc∃end, denn∋ wie soll man au∗ empirisc∃em Αeg zu Antworten au∗ normative
Fragen kommen∆
zu Abschnitt 3
Εaut Nill eΦistiert eine ,∃eimlic∃e Αirkung eines Naßstabs¨, und zwar der des größten Glücks bzw.
Γutzens. Alle Noralt∃eorien waren demnac∃ latent utilitaristisc∃.
1 in diesem Fall∋ Glück bzw. das Gesamtglück als Basis ergibt ≅andlungsgebote Η> Kriterium∋
GlücksmaΦimierung
S.1−: Ist der Bezug auf Kant plausibel?
- Kant ge∃t es nic∃t um GlücksmaΦimierung, eine Aggregierung ist nic∃t möglic∃
- Kant blickt au∗ die ∃ypot∃etisc∃en Folgen, der Utilitarist au∗ die tatsac∃lic∃en Folgen (ungenaue
Αiedergabe des kategorisc∃en !mperativs durc∃ Nill)
-> maΦimal ergibt sic∃ aus Nills Argumentation, dass Kant Konsequentialist ist
zu Abschnitt 4
Nill möc∃te Nissverstandnisse beseitigen, um dann einen Beweis ∗ür den Utilitarismus zu ∗ü∃ren.
Ein Beweis im strengen Sinn ist aber nic∃t möglic∃, da die Grundlage und das oberste Ziel des
Utilitarismus (das Glück, das Gute) nic∃t weiter begründbar ist.
Was aber soll dann ,Beweis" bedeuten?
Es sc∃einen Erwagungen ∗ür das utilitaristisc∃e Prinzip gemeint zu sein, d.∃. eine Plausibilisierung.
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 16.0+.2008
Thema: J. Bentham: Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und der Gesetzgebung. (Auss∀hnitte∃
Protokollant: ∋atharina Brentrop (k.brentrop∗gmx.de∃
Was sagt Benthams Prinzip aus? Gibt er eine ∀ntwort auf die ∃rage nach dem Glücksbegriff?
Es geht bei Bentham um die −ermehrung von Freude und −erminderung von Leid. Nutzen bzw.
Glü∀k würde demna∀h in Freude und der Abwesenheit von Leid bzw. einer positive Balan∀e
zwis∀hen Freude und Leid bestehen (der Glü∀ksbegriff wird also hedonistis∀h aufgefasst∃.
Diese zwei Faktoren bestimmen normativ und kausal unser Handeln. Das Prinzip der Nützli∀hkeit
bezieht si∀h auf die Gemeins∀haft. Die Gemeins∀haft ist für Bentham ein fiktiver ∋örper, der si∀h
aus Einzelpersonen zusammensetzt - der Nutzenwert der Gemeins∀haft wird also dur∀h
Summierung der Nutzenwerte der !ndividuen gebildet (,Glü∀kskalkül¨∃.
Den Wert von Freude und Leid beeinflussende Faktoren sind für Bentham: !ntensitat, Dauer,
Gewissheit/Ungewissheit sowie Nahe/Ferne≅ über das !ndividuum hinaus flieΑen Folgen-
tra∀htigkeit, Βeinheit und das AusmaΑ des Glü∀ks bzw. Leids mit ein.
Diskussionspunkt:
!st die Bedeutung von Nahe und Ferne im Nutzenkalkül relevantΧ Βational gesehen ware es mit
Bli∀k auf die Summe egal, wann das Glü∀k eintritt. Trotzdem neigt man (und Bentham offenbar
au∀h∃ dazu, fernere Glü∀ksereignisse zu diskontieren, was unplausibel ers∀heint.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 23.0+.2008
Thema: Kapitel 2: ,Was heißt Utilitarismus?"
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
!m ∋weiten Kapitel möchte Nill Nissverst−n∃nisse be∋ü∀lich ∃es Utilarismus beseiti∀en (∃ie wir
vielleicht eher als Einw−n∃e be∋eichnen wür∃en) un∃ ∃iesen ∃a∃urch ∀enauer ∃arstellen.
Das erste Nissverst−n∃nis - ∃er Nut∋en w−re ∃er Lust ent∀e∀en∀eset∋t - wir∃ von Nill mit Hinweis
auf Autoren ∃er Nüt∋lichkeitstheorie wie Epikur un∃ Bentham beseiti∀t, ∃ie (wie er) unter
Nüt∋lichkeit ∀era∃e ∃ie Lust b∋w. ∃ie Abwesenheit von Unlust verstehen.
Eine erste Charakterisierun∀ ∃es Utilitarismus fol∀t: Wir betrachten eine Han∃lun∀ als moralisch
richti∀, wenn sie ten∃en∋iell Lust schafft un∃/o∃er Unlust beseiti∀t o∃er verrin∀ert. Nut∋en ist hier
also Glück b∋w. Lust (pleasure).
(Achtun∀: Dies beschreibt ∃en Utilitarismus noch nicht vollst−n∃i∀, ∃a ∃er Aspekt ∃er ∀rößten Zahl,
∃.h. ∃ie Naximierun∀ ∃es Gesamt∀lücks, fehlt.)
Das ∋weite Nissverst−n∃nis (b∋w. ein Einwan∃ ∀e∀en ∃en Utilitarismus) besa∀t, ∃ass ∃as
ausschließliche Streben nach Lust ∃en Nenschen auf tierische Be∃ürfnisse re∃u∋iert.
Nill führt hier ∋us−t∋lich ∋ur Ouantit−t einen Oualit−tsbe∀riff ∃er Freu∃en ein un∃ wi∃erle∀t ∃amit
∃en ,Schweineeinwan∃≅: Nenschen können an∃ere, Αualitativ höhere Freu∃en empfin∃en als
Βiere. Nenschliche Freu∃e/Lust hat an∃ere Ouellen als tierische (∋.B. Poesie, Kunst usw.) - mit
ihrem Einwan∃ sin∃ es also ∃ie Kritiker selbst, ∃ie Nenschen auf Βiere re∃u∋ieren.
Was aber ist mit ∃er Oualit−t von Freu∃en ∀emeintΧ Laut Nill ist ∆ene Freu∃e Αualitativ wertvoller,
∃ie von allen o∃er fast allen, ∃ie bei∃e Freu∃en kennen, vor∀e∋o∀en wir∃, obwohl sie mehr
Un∋ufrie∃enheit verursacht un∃ ∃ie Nen∀e ∃er an∃eren Freu∃e ∀rößer ist.
Wie plausibel ist diese Unterscheidung der Freuden?
-Ε Wo lie∀t ∃ie Differen∋ ∋wischen Glück un∃ Zufrie∃enheitΧ
-Ε Wie ∃rückt sich Oualit−t von Freu∃e ∀etrennt von ∃er Oualit−t von Φb∆ekten ausΧ
-Ε Sin∃ ∃ie Erfahrenen tats−chlich erfahren un∃ eini∀ ∀enu∀ bei ∃er Beurteilun∀Χ (Zei∀t sich hier eine elit−re
PositionΧ)
Fest∋uhalten ist, ∃ass sich Nill mit o.∀. Charakterisierun∀ ∃er Freu∃en von Benthams ob∆ektivem
Glückskalkül lossa∀t un∃ eine sub∆ektive Einsch−t∋un∀ ∃er Er∀ebnisse (∃urch ∃ie Erfahrenen)
han∃lun∀sleiten∃ sein soll.
Problematisch ist hierbei, ∃ass bei ∃er Glücksmaximierun∀ nun mit ∋wei Naximan∃en a∀iert
wer∃en muss: Ouantit−t un∃ Oualit−t. Wie ∃as erfol∀en b∋w. welcher Faktor bevor∋u∀t wer∃en
soll, bleibt unklar.
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 23.0+.2008
Thema: R.Nozick: Die Erlebnismaschine.
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Das Ge∋ankenex∃eriment ∋er ∗rlebnismasc∀ine wur∋e −on Nozick als Argument gegen ∋en
He∋onismus entwickelt (∋a es bei Nill nic∀t um Tatigkeiten, son∋ern um ∋as ∗rleben −on Freu∋e
ge∀t, betrifft ∋as Ge∋ankenex∃eriment auc∀ ∋en Utilitarismus). Die ∗rlebnismasc∀ine −ersc∀afft
uns (wenn wir uns ansc∀ließen lassen) ∋as maximal möglic∀e Glücksem∃fin∋en, wobei alles als
real erlebt wir∋. Die tec∀nisc∀e Umsetzungsmöglic∀keit wir∋ als gegeben −orausgesetzt.
Nozick argumentiert wie folgt:
!m He∋onismus ist Lust (∃leasure) ∋as oberste Ziel. Demzufolge müssten sic∀ überzeugte
He∋onisten an ∋ie ∗rlebnismasc∀ine ansc∀ließen lassen. Da ∋ies aber nic∀t ∋er Fall sei, könne Lust
nic∀t alleiniges Ziel unseres Han∋elns sein.
Ist die Argumentation plausibel?
!ntuiti− sc∀eint ∋en meisten ∋ie ,wirklic∀e¨ Realitat wic∀tiger zu sein als eine ,falsc∀e¨, selbst wenn ∋iese
besser ware. Die Nöglic∀keit −on freier ∗ntsc∀ei∋ung, −on Kontrolle - ∋.∀. etwas tun zu können un∋ ∋abei
≅eman∋ zu sein - wiegt offenbar me∀r als ∃assi−es (Glücks-)∗m∃fin∋en.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 30.0+.2008
Thema: Kapitel 2: ,Was heißt Utilitarismus?" (S. 37-59}
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
Die Charakterisierun∀ ∃es Utilitarismus ∋ir∃ im z∋eiten Teil ∃es 2. Kapitels ∋eiter aus∀e∗ührt. −u∗
Seite 3/∗. ∋ir∃ nach ∃em Prinzip ∃es ∀rößten Glücks ein ,Leben, ∃as so ∋eit ∋ie mö∀lich ∗rei von
Unlust un∃ in quantitativer ∋ie in qualitativer Hinsicht so reich ∋ie mö∀lich an Lust ist¨ als
En∃z∋eck ∃es menschlichen Han∃elns ∃ar∀estellt. Für Nill ist ∃ieser En∃z∋eck not∋en∃i∀er∋eise
∃ie Norm ∃er Noral, ∀enauer: ∃ie Norm ∃er Noral besteht aus Han∃lun∀sre∀eln un∃ -vorschri∗ten,
∃eren Be∗ol∀en ein mö∀lichst ∀utes Leben ∗ür ∃ie ∀esamte Nenschheit un∃ ∃arüber hinaus ∗ür ∃ie
∀esamte ,∗ühlen∃e Natur¨ ermö∀licht.
- bemerkens∋ert: ∃ie ∀esamte ∗ühlen∃e Natur ist zu berücksichti∀en, ∃.h. auch Tiere
- Wie ∋ir∃ aus ∃em Ziel menschlichen Han∃elns plötzlich eine Norm ∃er Noral≅ (v∀l. ∃azu Kap. +)
- Woher kommen ∃ie Han∃lun∀sre∀eln un∃ -vorschri∗ten, von ∃enen hier ∃ie Αe∃e ist≅
Es ∗ol∀en ∋eitere Ein∋Βn∃e (nach E∀ - Nutzen vs. Glück un∃ E1 - ,Sch∋eineein∋an∃¨ im ersten
Teil ∃es 2. Kapitels), bei ∃enen ein Χber∀an∀ von ∃er Fra∀e nach ∃em obersten Gut zur Fra∀e
nach ∃em Sinn einer utilitaristischen Noraltheorie statt∗in∃et:
E2: Glück ist unerreichbar (S. 3∆-+∆ΕΦ)
E3: Glück ist unnöti∀ (S. +∆Ε2-ΓΓΕΦ)
E∃: Χber∗or∃erun∀sein∋an∃ (S.ΓΓΕ2-Γ∆).
zu E2:
Die Erreichbarkeit (un∃ ∃ie Not∋en∃i∀keit, E3) ∃es Glücks ist ein relevanter Punkt: ∋enn Glück tatsΒchlich
unerreichbar o∃er über∗lüssi∀ ∋Βre, ∋Βre es kein Han∃lun∀sziel un∃ somit keine sinnvolle Wert∀röße ∗ür
moralisches Ηerhalten.
Nill rea∀iert au∗ ∃iesen Ein∋an∃, in∃em er sein ΗerstΒn∃nis von Glücks ∀enauer ∗ormuliert: Glück
be∃eutet hier ∃en Wechsel von Αuhe un∃ Erre∀un∀ (∋eni∀e Phasen ∃er Unlust, viele Freu∃en) un∃
−b∋esenheit von Lei∃ (∋as auch bei Unerreichbarkeit ∃es Glücks ein erstrebens∋ertes Ziel ∋Βre).
Gibt Nill hier eine De∗inition von Glück o∃er eher eine inhaltliche Bestimmun∀≅
Glück in ∃er o.∀. Form ist ∗ür Nill erreichbar, außer∃em ∀eht er ∃avon aus, ∃ass ∃urch umsichti∀es
(un∃ utilitaristisches) Han∃eln ∀roße Χbel ∋ie −rmut o∃er Krankheit beseiti∀t ∋er∃en können - ∃ies
zei∀t einen sehr ∀roßen Zukun∗tsoptimismus.
zu E3:
Nill bestΒti∀t, ∃ass man ohne Glück leben kann - ∃as ist ∗ür ihn aber kein Ein∋an∃ ∀e∀en ∃en
Utilitarismus selbst: nur ∋eil Glück theoretisch un∃ praktisch verzichtbar ist, muss man nicht
∃arau∗ verzichten. Glücksverzicht (NΒrtΙrer o.Β.) sollΕ∃ar∗ nach Nill nur sein, ∋enn ∃a∃urch ∃as
Gesamt∀lück ∀estei∀ert ∋ir∃ (−chtun∀: Wechsel zu normativer Fra∀estellun∀ϑ).
Hier ∋ir∃ auch ∃ie Unparteilichkeit ∃es Utilitarismus betont: alle zΒhlen ∀leich, ∃er Einzelne soll ∋ie
ein ,∋ohl∋ollen∃er Zuschauer¨ entschei∃en un∃ han∃eln.
Es ist ∋ünschens∋ert bz∋. er∗or∃erlich, ∃ass sich ∃as GlückΕΚnteresse ∃es Einzelnen un∃ ∃as
GlückΕΚnteresse ∃er Gesamtheit einan∃er annΒhern bz∋. verbin∃en. Laut Nill soll ∃as über
∀eei∀nete soziale ΗerhΒltnisse un∃ eine entsprechen∃e Erziehun∀ ∀eschehen (Hinter∀run∃ ist hier
∃ie psΙcholo∀ische −ssoziationstheorie, mit ∃er Nill sich beschΒ∗ti∀t hat: Zel ist ∃ie −ssoziierun∀
∃es ei∀enen Glücks mit ∃em Gesamt∀lück).
Κst ∃ieses Ziel über ∃ie Erziehun∀ erreichbar≅
zu E+:
Das Problem ∃er Χber∗or∃erun∀ ist sch∋er zu bestreiten un∃ ∋ir∃ bis heute ∃iskutiert. Nill spricht
nur eine Ηariante ∃er Χber∗or∃erun∀ an, ∃ie sich au∗ ∃as Han∃lun∀smotiv ,Ηermehren ∃es
Gesamt∀lücks¨ bezieht. Er sa∀t ∃azu, ∃ass ∃er Utilitarismus nicht verlan∀t, ∃ass man ∃as Notiv
haben muss, son∃ern so han∃eln soll. Er unterschei∃et also z∋ischen ∃er Αichti∀keit ∃er
Han∃lun∀en un∃ ∃em Wert ∃es Han∃eln∃en.
Dennoch verlan∀t ∃ie moralische Norm ∃er Glücksmaximierun∀ sehr viel vom Einzelnen (z.B. mit
Blick au∗ ∃ie Weltarmut, Hun∀er us∋.). Nill sa∀t ∃azu, ∃ass es ∗ür ,Normalbür∀er¨ ∀enü∀e, ∃as
Glück von Einzelpersonen im −u∀e zu haben.
Wieso bz∋. ∋ie soll ∃amit ∃as Χber∗or∃erun∀sproblem ∀elöst ∋er∃en≅ Be∃eutet ∃as, ∃ass eine
Unparteilichkeit in konkreten Entschei∃un∀en nicht nöti∀ ist≅
Heutzuta∀e ist ∃er Wirkkreis auch bei Einzelpersonen so ∀roß, ∃ass uns Nills Hin∋eis o∗∗enbar
nicht ∋eiterhil∗t.
−m En∃e ∃es Textabschnitts ist außer∃em ∃ie Αe∃e von Αechten an∃erer, ∃ie nicht verletzt ∋er∃en
∃ür∗en, un∃ verbotenen Han∃lun∀en, ∃ie un∀eachetet positiver Fol∀en aus moralischen Grün∃en
verboten sin∃ (v∀l. Kap. Γ).
Zei∀t sich hier ein Αe∀elutilitarismus≅
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 30.0+.2008
Thema: B. Gesang: Muss der Utilitarist wie ein Heiliger leben?
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Gesang stellt ∋as Uber∗or∋erungs∃roblem klar ∋ar: ein konsequenter Utilitarismus er∗or∋ert, ∋ass
immer zu Gunsten s−∀le−∀ter gestellter Nens−∀en ge∀an∋elt wir∋ - eigene !nteressen ∋ür∗en nur
soweit Bea−∀tung ∗in∋en, wie es eine neutrale Eins−∀atzung zulasst.
Für Gesang ergibt si−∀ ∋araus, ∋ass je∋ermann stan∋ig seine Glü−ksbe∋ingungen o∃∗ern muss,
wenn er ∋a∋ur−∀ ∋ass Gesamtglü−k me∀rt, un∋ ∋ass ∋a∋ur−∀ nieman∋ me∀r glü−kli−∀ ist - ∋amit
∀ebe ∋er Utilitarismus seinen eigenen Zwe−k au∗.
Als Lösung mö−∀te er ∋en Utilitarismus ∋a∀inge∀en∋ mo∋i∗izieren, ∋ass si−∀ je∋er ,objektive
Glü−ksbe∋ingungen¨ si−∀ern ∋ar∗, bevor ∋as Glü−k an∋erer Nens−∀en in Han∋lungsents−∀ei∋ungen
einbezogen wir∋ (∋er Begri∗∗ ∋er objektiven Glü−ksbe∋ingungen wur∋e von Nart∀a Nussbaum
übernommen un∋ um∗asst ingesamt ≅0 Be∋ingungen, wie z.B. Freizeit, Arbeit, Familie usw.).
!st ∋iese No∋i∗ikation ∃lausibelΑ Kann man ∋ann no−∀ von einem Utilitarismus s∃re−∀enΑ
Hebt ∋er konsequente Utilitarismus tatsa−∀li−∀ seinen eigenen Zwe−k au∗Α
Βir∋ so nieman∋ glü−kli−∀Α
∃roblematis−∀:
Die Naximierung ∋es Gesamtglü−ks gerat aus ∋em Fokus, auΧer∋em verwis−∀t ∋ie ∆e∋e von
Glü−ksbe∋ingungen ∋en Unters−∀ie∋ zwis−∀en groΧem Lei∋ un∋ ,ni−∀t ganz glü−kli−∀¨: Gesangs
Konze∃tion s−∀eint zu erlauben, ∋ass i−∀ mi−∀ erst um ∋ie Belange meiner Kin∋er (wie groΧe
Ges−∀enke o.Ε.) kümmere, bevor i−∀ Gel∋ un∋Φo∋er Zeit in ∋ie ∆ettung von
ver∀ungern∋enΦver∋ursten∋en Nens−∀en investiere.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 0/.05.2008
Thema: Kapitel 2: ,Was heißt Utilitarismus?" (S.59-79}
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
!m let∋ten Teil ∃es ∋weiten Kapitels wer∃en ∗ol∀en∃e Nissverstan∃nisse besprochen:
E5: Ge∗ühlskalte (S.59 ∗∗.)
E6: Gottlosi∀keit ∃es Utilitarismus (S.65 ∗∗.)
E7: Opportunismus (S.6/ ∗∗.)
E∀: Zeitman∀el (S./1 ∗∗.)
E9: versuchun∀ (S./5 ∗∗.)
∋u E5:
Nill stimmt ∋u, ∃ass es mehr ∀ibt als ∃as Beurteilen von Han∃lun∀en - aller∃in∀s trennt er
moralisch richti∀es Han∃eln von ∃er Beurteilun∀ ∃er Tu∀en∃ eines Nenschen, ∃.h. seinem
Charakter. Dies sin∃ ∋wei unterschie∃liche Fra∀estellun∀en.
∋u E6:
Nills Antwort au∗ ∃iesen vorwur∗ verweist au∗ ∃ie vollkommene Güte un∃ Weisheit Gottes: wenn
Gott ∃as Glück seiner Geschöp∗e will, ∃ann ist ∃er Utilitarismus mit seiner ≅ut∋en- b∋w.
Glücksorientierun∀ alles an∃ere als ∀ottlos. Eine weitere Αesart ∃ieses vorwur∗s ist, ∃as im
Utilitarismus nicht ∃as ∀eo∗∗enbarte Wort Gottes als oberstes Geset∋ ∃er Noral ∀ilt. Hierau∗
ent∀e∀net Nill, ∃ass ∃ie O∗∗enbarun∀ seiner Neinun∀ nach ∃a∋u bestimmt sei, ∃ie Nenschen ∋u
be∗ahi∀en, selbst heraus∋u∗in∃en, was richti∀ ist un∃ ∃ies ∃ann auch ∋u tun - un∃ nicht ∃a∋u,
ihnen ∋u sa∀en, was ∃as Βechte ist.
∋u E/:
Der Opportunismusvorwur∗ be∋ieht sich au∗ ∃ie Glücksorientierun∀ ∃es Utilitarismus, ∃ie ∋u sehr
wechselha∗tem Han∃eln (in Abhan∀i∀keit vom besten Er∀ebnis) ∗ühre. Nill sa∀t ∃a∋u, ∃ass es
∃urchaus Βe∀eln ∀ebe, an ∃enen man sich orientieren soll, ∋.B. ∃as verbot, ∋u lü∀en. Das
Αü∀enverbot be∀rün∃et er ∃amit, ∃ass ∃as vertrauensverhaltnis ∋wischen ∃en Nenschen massiv
∀lücksrelevant sei. Nö∀liche Ausnahmen sollten in ∃ie Βe∀el mit au∗∀enommen wer∃en.
Diskussionspunkt: !st ∃iese Antwort über∋eu∀en∃Χ
∋u E8:
Dieser vorwur∗ erklart ∃en Utilitarismus ∗ür nicht praktikabel, ∃a ∆e∃e Han∃lun∀ eine neue
Kalkulation er∗or∃ere un∃ ∃ies ∋u ∋eitau∗wan∃i∀ sei. Nill verweist hier au∗ Βe∀eln, ∃ie ∃urch ∃ie
Er∗ahrun∀ ∃er ∀esamten Nenschheit ∀ewachsen sin∃ un∃ ∗ür allta∀liche Entschei∃un∀en ∀enü∀en.
Diese Βe∀eln sin∃ keine ∗ixen Prin∋ipien ohne Ausnahmen un∃ bieten Spielraum ∗ür
verbesserun∀en. ≅ur in auΕer∀ewöhnlichen Situationen halt Nill eine ∀roΕe Kalkulation ∗ür nöti∀.
Unsere Han∃lun∀en orientieren sich i.∃.Β. an Sekun∃arprin∋ipien, ∃ie sich aus ∃em
über∀eor∃neten utilitaristischen Prin∋ip herleiten lassen.
Diskussionspunkt: !st ∃iese Antwort über∋eu∀en∃Χ
∋u E9:
Der Utilitarismus ∗ührt ∃en Nenschen in versuchun∀, Ausnahmen ∋u seinen ei∀enen Gunsten
machen. Nill sieht ∃ieses Problem aber bei ∆e∃er Norallehre - ∃ie Ursache lie∀t hier ∗ür ihn nicht in
einer moralischen Φber∋eu∀un∀, son∃ern in ∃er Γverwickeltheit aller menschlichen verhaltnisseΗ.
Han∃lun∀sre∀eln können nicht ohne Ausnahmen ∗ormuliert wer∃en.
Fra∀en ∋ur nachsten veranstaltun∀:
Welche ∃er ins∀esamt 10 Einwan∃e sin∃ wichti∀Χ
Welche ∃er Einwan∃e richten sich ∀e∀en ∃ie Wert- un∃ welche ∀e∀en ∃ie NoraltheorieΧ
Fehlen wichti∀e Einwan∃e ∀e∀en ∃en UtilitarismusΧ
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 0/.05.2008
Thema: B. Williams: Kritik des Utilitarismus.
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
!n ∋iesem ∗ussc∀nitt aus Williams− ∗ufsatz ,Kritik ∋es Utilitarismus¨ wir∋ ∋as Problem ∋er
negativen verantwortlic∀keit t∀ematisiert.
∗n zwei Beis∃ielen (Stellenangebot C∀emiker 8 Ersc∀ießung ∋er !n∋ianer) zeigt Williams, ∋ass man
aus utilitaristisc∀er Sic∀t für sein Nic∀t-Han∋eln genauso verantwortlic∀ ist wie für sein Han∋eln,
∋a ∋ie Han∋lungsbeurteilung konsequentialistisc∀ erfolgt.
Nöglic∀e Nebenwirkungen ∋er Han∋lungen wer∋en von Williams bewusst nic∀t betrac∀tet, er kritisiert ∀ier
auc∀ Nills ∗rgumentation zum ≅ügenverbot (vgl. S.ΑΒ). Nac∀ Nill gibt es absolute Han∋lungsrestriktionen,
um ∋iese ge∀t es Williams Χe∋oc∀ nic∀t.
Sein ∗ugenmerk liegt auf ∋er ∃ersönlic∀en !ntegrit∆t Χe∋es Nensc∀en - seiner ∗nsic∀t nac∀ zerstört
∋er Utilitarismus ∋ie !ntegrit∆t ∋es Han∋eln∋en. !n Pl∆neΕHan∋lungen ∋es ∗kteurs (∋ie für i∀n
i∋entit∆tsstiften∋ sin∋) müssen ∋urc∀ ∋ie negative verantwortlic∀keit auc∀ Pl∆neΕHan∋lungen ∋er
∗n∋eren einbezogen wer∋en. Eigenes Han∋eln bekommt einen Φwangsc∀arakter: wenn ic∀ ∋ies
o∋er Χenes nic∀t tue, ∃assiert noc∀ viel Sc∀limmeres.
Das Problem ist ∆∀nlic∀ gelagert wie beim Γ∃∃ortunismusvorwurf: ∋er Utilitarist ist auc∀ ∀ier (nac∀
Williams) keine i∋entifizierbare Person me∀r.
Diskussions∃unkte:
!st ∋as ein ernstes ProblemΗ
!st !ntegrit∆t im o.g. Sinn tats∆c∀lic∀ so wic∀tigΗ
Kann man sic∀ mit Blick auf ∋ie !ntegrit∆t aus ∋er moralisc∀en verantwortung zie∀enΗ
Sollte zur !ntegrit∆t nic∀t auc∀ un∋ gera∋e moralisc∀ ric∀tiges ver∀alten z∆∀lenΗ
Seminar 8 Ubung: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 21.05.2008
Thema: Kapitel 3: Von der fundamentalen Sanktion des Nützlichkeitsprinzips.
Protokollant: ∀atharina Brentro∃ (k.brentro∃@gm∋.de)
∗ückblick au− ∀a∃itel 2:
Nill sieht sich durch verschiedene Einwande genötigt, den Utilitarismus Benthams zu modi−izieren:
er −ührt Oualitaten von Freude/Glück (-> Werttheorie) und sog. Faustregeln (-> Noral∃rinzi∃) ein
und ent−ernt sich damit von Bentham. Für Nill sind außerdem nur sehr vage Schatzungen zur
Beurteilung und zum vergleich von Handlungen oder ¨Glücksmengen¨ möglich (im Gegensatz zum
Glückskalkül).
Fehlen in Nills ≅rgumentation wichtige ∀ritik∃unkteΑ
Eine Βverteilungsinsensitivitat¨ ist möglich, da die Prioritatensetzung (Glücksma∋imierung vs.
Gerechtigkeit) unklar bleibt: die ∗echte von Einzel∃ersonen sind nicht im Blick, das Glück der Nehrheit
legitimiert u.U. großes Χeid eines Einzelnen.
Wie sollen die Glückssummen in der Pra∋is abgeschatzt werdenΑ Das Ness∃roblem wird von Nill
nicht weiter thematisiert und bleibt bestehen.
∀a∃itel ∆:
Das Problem der Noralbegründung stellt sich −ür Εede Noraltheorie: warum sollen wir moralisch
richtig handelnΑ (Nill scheint hier Εedoch eher die Frage zu betrachten, warum wir moralisch handeln bzw.
was uns zu moralisch richtigem Handeln motiviert.)
Nill ist der ≅nsicht, dass die obersten Prinzi∃ien −ür den Einzelnen schwacher bzw. schwerer
einsichtig sind als die Β≅lltagsmoral¨, da diese konkreten ∗egeln bereits durch die Erziehung
Βantrainiert¨ sind und an sich verbindlich scheinen (und nicht aus einem obersten Prinzi∃
hergeleitet).
≅nm.: Nills Sanktionsbegri−− um−asst auch Gründe und Notive - also alles, was uns einen Grund gibt, etwas
zu tun (heute: ∃ositive und negative verstarker −ür verhalten).
Da es sich um ein allgemeines Problem handelt, welches Εede Noraltheorie betri−−t, dar− der
Utilitarismus au− alle Sanktionen zugrei−en, die auch anderen Noraltheorien zur ver−ügung stehen.
Nill unterscheidet hier zwischen außeren und inneren Sanktionen (nur im∃lizit auch zwischen
negativen und ∃ositiven). Φu den außeren Sanktionen zahlen Belohnung, Χob, Γadel, Stra−e usw.
Eine innere Sanktion ist das Gewissen, welches nach Nill zwar in der ≅nlage bereits angeboren ist,
inhaltlich aber erst durch die Erziehung ge−ormt wird.
≅nm.: ahnlich wie in Ηietzsches Noralkritik sieht auch Nill die NΙsti−izierung der Noral, Probleme wie die
Selbsterniedrigung (vgl. S. 8ϑ) oder die Ge−ahr des Nissbrauchs, indem beliebige Κnhalte an die Noral
geko∃∃elt werden (vgl. S. Λ∆).
Für Nill sind die o.g. Sanktionen nicht ausreichend zur Begründung des Utilitarismus. Dessen
−undamentale Sanktion ist −ür ihn das Gemeinscha−tsge−ühl. Μußere und innere Sanktionen, die au−
Grund von erziehungsmaßigen verknü∃−ungen bestehen (wie z.B. das Gewissen), können durch
≅nalΙse zersetzt werden, was Εeder Noraltheorie den Boden entziehen würde. Durch das
Gemeinscha−tsge−ühl als ge−ühlsmaßige Basis des Utilitarismus besteht diese Ge−ahr des
ΒweganalΙsierens¨ nicht mehr.
Was aber meint Nill mit ΒGemeinscha−tsge−ühl¨Α (vgl. S. Λ5 −−.)
-> es ist natürlich
-> es wird durch den (naturwüchsigen) Fortschritt immer starker: durch zunehmende Gleichheit
unter den Nenschen (≅usnahmen sind −ür Nill Sklaven und absolute Herrscher) und gleicher
Berücksichtigung aller im Φusammenleben
-> es beinhaltet also, sich mit den anderen zu identi−izieren, das eigene Glück ist an das Glück der
anderen geko∃∃elt
Nill erwagt in ≅nlehnung an Νomte kurz, den Utilitarismus wie eine ∗eligion zu lehren (vgl. S.101).
Problematisch ware hierbei u.a. die Dogmatisierung des Utilitarismus, d.h. ≅utoritatshörigkeit und
Οrientierung an konkreten ∗egeln, nicht an der Grundlage.
Nill hat eine naturalistische, ∃sΙchologisch ins∃irierte vorstellung von der moralischen Notivation:
Sie entsteht au− der Basis des natürlichen Gemeinscha−tsge−ühls, wird aber durch die Erziehung
erlernt und entwickelt. Eigenes Glück und Gesamtglück sollen sich annahern bzw. übereinstimmen
(vgl. vorhergehende veranstaltungen).
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 28.05.2008
Thema: Kapitel 4: Welcherart Beweis sich für das Nützlichkeitsprinzip führen lässt.
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@gm∀.de∃
!m +. Kapitel strebt Nill den Be∋eis des Nützlichkeitsprinzips an− ∋obei ,Be∋eis¨ hier ∋ieder recht
∋eit zu verstehen ist (vgl. Kapitel 1∃.
Be∋eisziel :
Das ma∀imale Gesamtglück ist das einzige− ∋as aus moralischer Sicht erstrebens∋ert ist.
Argumentationsschritte:
(!∃ Das eigene Glück ist für jedes !ndividuum erstrebens∋ert.
(!!∃ Das allgemeine Glück ist (moralisch∃ erstrebens∋ert.
(!!!∃ Einzig das eigene Glück ist für jedes !ndividuum erstrebens∋ert.
(!v∃ Einzig das allgemeine Glück ist moralisch erstrebens∋ert.
zu (!∃:
Der erste Schritt soll durch eine Analogie zeigen− dass Glück erstrebens∋ert ist: als Be∋eis für
Sichtbarkeit muss genügen− dass ich et∋as sehe - also ist die Tatsache− dass Nenschen nach Glück
streben− für Nill Beleg− dass Glück erstrebens∋ert ist.
!st das plausibel? !st et∋as ∋ünschens∋ert− nur ∋eil ich es ∋ünsche?
Das Argument tragt offenbar nicht ganz so ∋eit− ∋as z.T. an sprachlichen Unterschieden liegen
kann (vgl. visible / audible / desirable∃.
Trotzdem scheint es nicht unplausibel− das eigene Glück anzustreben.
zu (!!∃ und (!v∃:
Nill hat zu zeigen versucht− ,dass das Glück jedes Einzelnen für diesen ein Gut ist¨ und folgert nun
daraus− dass ,daher das allgemeine Glück ein Gut für die Gesamtheit der Nenschen ist¨ (analog im
Schritt !v∃. Der Ubergang ist sehr kurz dargestellt und lasst verschiedene Lesarten zu.
Eine mögliche Lesart ∋are das ,Pareto-Prinzip¨: ≅enn Αustand !! für alle besser ist als Αustand !−
ist Αustand !! für alle ∋ünschens∋ert. Dies ist recht trivial und viel sch∋acher als der Utilitarismus
- es folgt nicht die moralische Aussage− dass allgemeine Glück anzustreben (∋enn es in Αustand !!
jedem besser geht− genügt es völlig− sein eigenes höheres Glück anzustreben∃.
≅enn hingegen das höhere allgemeine Glück im utilitaristischen Sinn angestrebt ∋ird− kann dies
auch auf Kosten einzelner !ndividuen geschehen.
zu (!!!∃:
Da Nill eine starkere Aussage benötigt als ,Glück ist neben anderen Dingen erstrebens∋ert¨− soll
im dritten Schritt das Glück als alleiniges Αiel etabliert ∋erden. Nill erkennt an− dass auch andere
Dinge um ihrer selbst ∋illen erstrebens∋ert sind (vgl. S. 10Βf.∃ ≅ie kann er trotzdem behaupten−
dass Glück das einzig rationale Αiel sei? -Χ ∆ür Nill sind hier alle Dinge− die um ihrer selbst ∋illen
angestrebt ∋erden− Bestandteile des Glücks (und als solche an sich erstrebens∋ert∃.
!st das überzeugend? Darf er das sagen (vgl. Glücksbegriff in Kap. 2∃?
Nill verschiebt hier offenbar den hedonistischen Glücksbegriff zu einem aristotelischen
Glücksbegriff hin.
∆azit: !nsgesamt scheint Nills Argumentation im +. Kapitel das Nützlichkeitsprinzip nicht
ausreichend zu be∋eisen bz∋. zu plausibilisieren.
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 28.05.2008
Thema: J.L. Mackie: Der 'Beweis' für das Nützlichkeitsprinzip.
Protokollant: Katharina ∀rentrop ∃k.brentrop@gmx.de∋
!n Na∗kies Text finden wir u.−. zwei bereits bekannte Kritikpunkte an Nills ∀eweis des
Nützli∗hkeitsprinzips: die Kritik am Ubergang vom !nidividuum zum Gesamtglü∗k und die Kritik am
weiten Glü∗ksbegriff, der im +. Kapitel von Nill verwendet wird. Die Frage, warum Glü∗k überhaupt
wüns∗henswert sein soll, wird von Na∗kie hier ni∗ht betra∗htet.
zum Glü∗ksbegriff ∃S. 182f.∋:
Na∗kie kritisiert hier, dass Nill dur∗h die Erweiterung des Glü∗ksbegriffs ledigli∗h einen verbalen
Sieg davontragt, der in der Folge auf seine −rgumentation zerstörend wirkt: der Glü∗ksbegriff wird
inhaltsleer.
zum Ubergang individuelles Glü∗k - Glü∗k der Gesamtheit ∃S. 181f.∋:
Na∗kie nutzt hier ein −rgument von Sidgwi∗k, na∗h dem ein Ubergang von ∃!∋ zu ∃!!∋ ∃vgl.
Seminarprotokoll∋ erst mögli∗h ist, wenn Glü∗k vom Einzelnen als objektiv erstrebenswert
betra∗htet wird. Diese voraussetzung muss aber niemand erfüllen.
−ls problematis∗h kann hier die Lesart betra∗htet werden: Sidgwi∗ks −rgument lasst si∗h ni∗ht
ganz auf der Struktur von Nills −rgument abbilden. Es lautet eher: ∃!∋ Jedes individuelle Glü∗k ist
glei∗hermaßen erstrebenswert. ∃!!∋ Das allgemeine Glü∗k ist für mi∗h erstrebenswert. Das
Gesamtglü∗k wird hier also als individuelles Handlungsziel verstanden - das muss Nill aber ni∗ht
zeigen. Für ihn geht es um die Frage ≅Αas ist das moralis∗h Βi∗htigeΧ∆ ∃oder: ≅Αarum ist der
Utilitarismus die beste NoraltheorieΧ∆∋, wahrend Na∗kie bzw. Sidgwi∗k offenbar die Frage ≅!st das
moralis∗h Βi∗htige für mi∗h erstrebenswertΧ∆ betra∗hten, also die Noralbegründung, die Nill ja
bereits im Ε. Kapitel behandelt hat.
Na∗kie kritisiert außerdem an Nills Formulierung ≅für die −llgemeinheit wüns∗henswert∆, dass die
−llgemeinheit weder Trager von Αüns∗hen no∗h Subjekt zufriedenstellender Erfahrung sein kann
∃vgl. S.1ΦΓf.∋. Αeniger stark gelesen lauft diese −ussage darauf hinaus, dass ein vorteil für alle
den besseren Ηustand darstellt, was uns dem Utilitarismus ni∗ht naher bringt.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 0+.06.2008
Thema: Kapitel 5: Über den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Nützlichkeit. (∀. 1∃5-13∋]1}
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
Nill sieht, ∃ass ∃as ∋erechti∀keitsproblem eine Crux im Utilitarismus ist∗ auf ∃en Seiten 12−-129
fin∃en wir einen Ausblick auf ∃ie vor∀ehensweise.
Warum ist ∃ie Beziehun∀ zwischen ∋erechti∀keit un∃ Nützlichkeit (bzw. ∋lücksmaximierun∀) ein Problem?
Nill stellt fest, ∃ass wir offenbar ein (sehr starkes) ∋erechti∀keits∀efühl in uns tra∀en, welches
nicht in ersichtlicher Beziehun∀ zum Utilitarismus steht, ∃.h. es sin∃ bei ∃er Beurteilun∀ von
Han∃lun∀en Unterschie∃e zwischen ∋erechti∀keits∀efühl un∃ utilitaristischem Prinzip mö∀lich.
Nützlichkeit scheint ∃er ∋erechti∀keit ent∀e∀en∀esetzt, Rechte von Einzelpersonen ∃ürften also
verletzt wer∃en, um ∃as ∋esamt∀lück zu maximieren.
Aber: Auf lan∀e Sicht fallen (laut Nill) ∋erechti∀keit un∃ Nützlicheit zusammen (v∀l. S.12−).
Nills Ziel im vorlie∀en∃en Kapitel muss also sein, zu zei∀en, ∃ass ∋erechti∀keit ein Teilbereich ∃er
Nützlichkeit ist. Der We∀ ∃orthin wir∃ auf ∃en ersten Seiten (etwas schwer verst≅n∃lich)
∀eschil∃ert:
1) Nill will offenbar fra∀en, ob ∋erechti∀keit eine ei∀ene Sph≅re ist (S. 12Α) o∃er rückführbar
auf an∃ere Ei∀enschaften von Han∃lun∀en (v∀l. Βri∀inaltext).
2) Dazu müssen zuerst ∃ie be∀rifflichen verwen∃un∀en von ∋erechti∀keit betrachtet un∃ auf
ein einheitliches Nerkmal hin untersucht wer∃en. (v∀l. S. 12Α unten).
Sofern eine ∀emeinsame Ei∀enschaft erkannt wir∃, muss ∀eprüft wer∃en, ob sie allein ausreichen∃
ist, um ∃as ∋erechti∀keits∀efühl hervorzurufen. Wenn ∃as ∀elin∀t, sieht Nill ∃as Hauptproblem als
∀elöst an. Wenn es nicht ∀elin∀t (∃ie ermittelte Ei∀enschaft als alleini∀er Auslöser für ∃as ∋efühl
also ausreicht), ist eine neue Untersuchun∀smetho∃e nöti∀.
Βffenbar ∀eht es Nill also eher um ∃ie ∀enauere Erkl≅run∀ un∃ Betrachtun∀ ∃es
∋erechti∀keits∀efühls als um ∃ie normative Χra∀e (∋erechti∀keit vs. Nützlichkeit?). (∆m verlauf ∃es
Kapitels müssen wir prüfen, ob ∃as tats≅chlich so ist.)
1. Schritt: Be∀riffsverwen∃un∀ ∀erechtΕun∀erecht (S. 129ff.)
1 le∀ale Rechte (verletzen)
2 moralische Rechte (verletzen)
Φ ver∃ienste (i∀norieren)
+ versprechen (brechen)
− ΓUnΗparteilichkeit
6 (Un)∀leichheit
Χra∀e: Haben ∃iese Punkte alle mit ∋erechti∀keit zu tun?
(Es ist ∃eutlich, ∃ass Nill ∃ie Pr≅∃ikate sehr weit verwen∃et, ∃ies entspricht ∀röΙtenteils nicht unserem
Sprach∀ebrauch un∃ ist mö∀licherweise sprachlichen Unterschie∃en ∀eschul∃et.)
Χra∀e: ∋ibt es eine Kernbe∃eutun∀ ∃es Be∀riffs?
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 0+.06.2008
Thema: B. Gesang: Bricht der Utilitarist alle Tabus?
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Au∗∀ für −esang ist ∋er Hau∃tfe∀ler o∋er ∋as Hau∃t∃roblem ∋es Utilitarismus ∋ie verletzung bzw.
Ni∗∀tbea∗∀tung von !n∋ivi∋ualre∗∀ten. Aller∋ings sie∀t er ∋as im ,∀umanen Utilitarismus¨ als ein
aka∋emis∗∀es Problem, ∋as nur bei fiktiven Szenarien auftritt.
Ein Antwortvors∗∀lag −esangs ist eine verre∗∀nungs∀ierar∗∀ie/Prinzi∃ienkombination
(Naximierungs∃rinzi∃ + −ere∗∀tigkeits∃rinzi∃) - also ∋ie Uberlegung, ∋en Prinzi∃ienmonismus
aufzugeben (von Nill in Ka∃. 1 ex∃lizit abgele∀nt!).
Auf Seite 91 erfolgt ∋ie Able∀nung ∋ieses −e∋ankens mit Bli∗k auf einen zweiten vors∗∀lag: ∋ur∗∀
∋en Einbezug externer Praferenzen wir∋ na∗∀ −esang ein zusatzli∗∀es Prinzi∃ überflüssig.
−esang will in ∋ie Beurteilung von Han∋lungen externe Praferenzen einbezie∀en un∋ ∋ie
Bea∗∀tung ∃ers≅nli∗∀er Αe∗∀te so mit utilitaris∗∀en Nitteln begrün∋bar ma∗∀en: ∋a ∋ie Nens∗∀en
unter einer Βelt lei∋en wür∋en, in ∋er für ∋en minimalen Nutzengewinn vieler Personen maximales
Χei∋en weniger Personen in Kauf genommen wir∋, wür∋e ∋ieses Χei∋ wie∋er ∋en geringen
Nutzengewinn überwiegen.
(A∗∀tung: −esangs externe Praferenzen bezie∀en si∗∀ auf einen ∀e∋onistis∗∀en Utilitarismus un∋ ni∗∀t auf
einen Praferenzutilitarismus, ∋a ∋er befrie∋igen∋e ∆ustan∋ ∋ur∗∀ ∋ie Βuns∗∀erfüllung auss∗∀laggeben∋ ist,
ni∗∀t ∋ie Βuns∗∀erfüllung selbst.)
Problematis∗∀: Die Αe∗∀nung ge∀t nur auf, wenn ∋ie externen Praferenzen so sin∋, wie von
−esang angenommen. Βenn sie an∋ers gelagert sin∋ (also unserem Em∃fin∋en na∗∀ ungere∗∀t,
z.B. zum Na∗∀teil einer Αan∋gru∃∃e), ∀at ∋er Utilitarismus keine Han∋∀abe ∋agegen.
Trotz∋em sie∀t −esang ∋as ni∗∀t als Problem für ∋en Utilitarismus, ∋a sol∗∀e Szenarien fiktiv
seien, wir aber eine Et∀ik für ,unsere¨ Βelt brau∗∀ten un∋ ∋er Utilitarismus ∀ier ∋ie beste (wenn
au∗∀ ni∗∀t vollkommene) Alternative ∋arstelle.
Diskussions∃unkte:
!st ∋ie Argumentation überzeugen∋Ε
Sin∋ ∋ie anges∃ro∗∀enen Probleme so fiktiv, wie −esang sie ∋arstelltΕ
Kann man externe Praferenzen mit Bli∗k auf ∋ie KonseΦuenzen so einfa∗∀ in ∋en Utilitarismus
integrierenΕ
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 11.06.2008
Thema: Kapitel 5, Teil 2 (S.139-159}
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
R∋ckblick:
∗erechti∀keit ist offenbar unabhan∀i∀ −on ∃er N∋tzlichkeit un∃ stellt starkere For∃erun∀en als ∃as
N∋tzlichkeitsprinzip (∃ie ∃iesem ent∀e∀en∀esetzt sein können).
-> 2 mö∀l. We∀e f∋r Nill: a) ∗erechti∀keit als Teil ∃es N∋tzlichkeitsprinzips ∃arstellen
b) Abwertun∀ ∃er moralischen Be∃eutun∀ −on ∗erechti∀keit
∀e∀en∋ber ∃er N∋tzlichkeit
Nills vor∀ehen:
(1) Was be∃eutet ∗erechti∀keit? (be∀riffliche Klarun∀) -> S.139 - S.151/1
(2) Ursprun∀ ∃es ∗erechti∀keits∀ef∋hls -> S.151/2 - S.159/1
(3) Pr∋fun∀, ob ∗erechti∀keit sich aus ∃em Utilitarismus bzw. N∋tzlichkeitsprinzip er∀ibt
zu (1)
S. 139-151: Blick auf ∃ie Et≅molo∀ie −on Α∗erechti∀keitΒ
Nill untersucht, wo ∃er Be∀riff herstammt un∃ stellt fest, ∃as er en∀ mit ∃em positi−en bzw.
Χuri∃ischen Recht −erkn∋pft ist (bzw. ∃essen vorlaufern). Auf S. 1∆3/2 fin∃en wir eine
Einschrankun∀: Α∗erechti∀keitΒ in ∃er heuti∀en Be∃eutun∀ ist nicht mehr so en∀ an ∃as Χuri∃ische
Recht ∀ekn∋pft, son∃ern erstreckt sich auch auf Bereiche, ∃ie nicht −om ∗esetz ∀ere∀elt wer∃en.
Trotz∃em besteht ein ∀emeinsames Ban∃ zwischen Χuri∃ischer un∃ nicht-Χuri∃ischer
Be∀riffs−erwen∃un∀: in bei∃en Fallen besteht laut Nill ∃er Wunsch nach Strafe (−∀l. hierzu:
ne∀ati−e Sanktionen).
Definitions−orschla∀: Un∀erechti∀keit besteht bei Situationen, ∃ie bestraft wer∃en sollen.
Aber: F∋r Α∗erechti∀keitΒ ist ∃as keine befrie∃i∀en∃e Definition, ∃a sie zu unspezifisch ist. Sie
ermö∀licht nicht, ∃ie Pflicht ∃er ∗erechti∀keit −on ∃er moralischen Pflicht im All∀emeinen zu
unterschei∃en, ∃a ∃ie vorstellun∀ −on Sanktionen im ∗run∃e mit Χe∃er Art −on Unrecht einher∀eht.
Was ∀renzt also ∃ie Un∀erechti∀keit bzw. ∗erechti∀keit −on ∃en all∀emeinen moralischen Pflichten ab? (−∀l.
S.1∆Ε/2 f.)
Nill ∋bernimmt hier ∃ie Einteilun∀ ∃er Pflichten in Α−ollkommeneΒ un∃ Αun−ollkommeneΒ. Die
−ollkommenen Pflichten bin∃en starker, ∃urch sie wer∃en entsprechen∃e Rechte erworben (∃.h.
an∃ere Personen haben ein Recht ∃arauf, ∃ass ich ∃iese Pflichten erf∋lle). Den un−ollkommenen
Pflichten steht kein Recht ∀e∀en∋ber, sie sin∃ in Bezu∀ auf AusmaΦ, ∗ele∀enheit, Situation usw.
nicht spezifiziert.
Der Γusammenhan∀ mit ∃er ∗erechti∀keit besteht ∃arin, ∃ass sie sich auf ∃en Bereich ∃er Noral
bezieht, ∃er aus −ollkommenen Pflichten besteht (also nicht nur auf ∃as Χuri∃ische Recht). Γentral
sin∃ hier also ∃ie moralischen Rechte: wenn sie erf∋llt wer∃en, ist ∃ie Ηan∃lun∀ ∀erecht, wenn sie
∃a∀e∀en −erletzt wer∃en, un∀erecht.
Auffalli∀ ist hier, ∃ass es f∋r Nill ∋ber ∃en Bereich ∃er moralischen Pflichten hinaus offenbar
Noralisches ∀ibt, was nicht −erpflichten∃ ist (−∀l. S. 1∆5ff.) - einen Bereich ∃es
Superero∀atorischen also.
Ιst es plausibel, ∃ass es ∃iesen Bereich ∀eben muss, wenn man Utilitarist ist (∃.h. n∋tzliche Din∀e, ∃ie nicht
−erpflichten∃ sin∃)?
Bin ich als Utilitarist nicht −ielmehr −erpflichtet, moralisch richti∀ (also n∋tzlich) zu han∃eln?
(Anm.: Ηier stellt sich auch ∃ie Fra∀e, ob ΑNaximiere ∃as ∗l∋ckϑΒ ein verpflichtun∀sprinzip sein soll o∃er ein
Kriterium f∋r richti∀es Ηan∃eln.)
zu (2):
Nill ist ∃er Ansicht, ∃ass ∃as ∗erechti∀keits∀ef∋hl selbst nicht aus ∃em Nutzen stammt, ∃ass aber
∃as Noralische am ∗erechti∀keits∀ef∋hl auf ∃en Nutzen zur∋ckzuf∋hren ist (−∀l. S.153/2).
Κffenbar −ersucht er hier, bei∃e o.∀. We∀e zu be∀ehen.
(Seine Aussa∀e impliziert um∀ekehrt nat∋rlich auch, ∃ass etwas an ∃er ∗erechti∀keit bzw. am
∗erechti∀keits∀ef∋hl nichts mit Noral zu tun hat.)
Λaut Nill beruht ∃as ∗erechti∀keits∀ef∋hl auf ∃em Selbsterhaltun∀strieb un∃ ∃er S≅mpathie (also
auf nat∋rlichen ∗ef∋hlen). Bei∃e erstrecken sich beim Nenschen ∃urch ∗emeinschafts∀ef∋hl un∃
verstan∃ ∋ber ∃ie ei∀ene Person un∃ ∃ie ei∀enen An∀ehöri∀en hinaus auf ∃ie ∗emeinschaft bzw.
menschliche ∗esellschaft.
Der Trieb zur Selbst−ertei∃i∀un∀ (als Bestan∃teil ∃es ∗erechti∀keits∀ef∋hls) an sich ist somit noch
nicht moralisch, son∃ern wir∃ es erst ∃urch S≅mpathie un∃ vernunft: ∃urch unparteiliche
Ber∋cksichti∀un∀ aller un∃ an∀emessene ver∀eltun∀.
F∋r Nill ist ∃as einzi∀ Noralische am ∗erechti∀keits∀ef∋hl ∃er Bezu∀ auf ∃ie ∗esamtheit im
utilitaristischen Sinn (−∀l. S. 155/2)ϑ
Problematisch ist hier, ∃ass ∃iese Sicht ∃en Utilitarismus bereits als voraussetzun∀ hat, ∃ie
∗erechti∀keit wir∃ ∃er N∋tzlichkeit unter∀eor∃net.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 18.06.2008
Thema: Kapitel 5 (S.159]2 - S.177]1}
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
!m ∋orlie∀en∃en Textabschnitt soll nun ∃er ∗. Schritt fol∀en (∋∀l. Protokoll zur letzten
−eranstaltun∀): ∃ie Herstellun∀ einer Beziehun∀ zwischen Gerechti∀keit un∃ Nützlichkeit.
Auf S.159f. erlautert Nill seinen Be∀riff ∃es Rechts, ∃en man fol∀en∃ermaßen beschreiben kann:
,Recht¨ setzt sich zusammen aus Nichtscha∃i∀un∀sfor∃erun∀(en) un∃ Straffor∃erun∀(en), ∃.h. es
∀eht um einen ∀ewissen Anspruch, ∃er ∀eschützt wer∃en soll.
Nill muss nun zei∀en (wenn er ∃ie erste ∃er in ∃er letzten −eranstaltun∀ ∀enannten Strate∀ien
∋erfol∀t), ∃ass es ∃em Gesamtwohl zutra∀lich ist, Rechtsansprüche (∋on !n∃i∋i∃uen) zu etablieren.
Er führt an, ∃ass es ein ∀run∃le∀en∃es !nteresse an Sicherheit ∀ibt, welches ∃as Glücksempfin∃en
beeinflusst. Dieses Sicherheitsinteresse stellt also ein Brücken∀lie∃ zwischen ∃em Recht un∃ ∃em
Utilitarismus ∃ar: ∃er Utilitarismus muss sich für Sicherheit interessieren, ∃a sie Einfluss auf ∃as
Gesamt∀lück hat - un∃ Sicherheit wir∃ i.A. ∃urch Rechte her∀estellt.
Reicht ∃iese −erknüpfun∀ aus? Nuss ein Utilitarist ∃eswe∀en Rechte anerkennen?
Auf S.16∗ wechselt Nill offenbar zur zweiten Strate∀ie un∃ stellt ,Gerechti∀keit¨ als ∋iel∃euti∀en
un∃ sub≅ekti∋en Be∀riff ∃ar. Die ∃araus resultieren∃en Konflikte ließen sich erst ∃urch ∃en
Utilitarismus lΑsen.
Er führt als Beispiele an:
(1) Strafrechtferti∀un∀ (S.165f.)
(2) Strafmaß (S.1Β1)
(∗) ΧΑhne (S.1Β1f.)
(∆) Steuern (S.1Β∗f.)
Beispiel (1) un∃ (2) ∀ehΑren hier zur retributi∋en, Beispiel (∗) un∃ (∆) zur ∃istributi∋en
Gerechti∀keit. Kontro∋ersen kΑnnen ∃urch ∃ie ∋erschie∃enen Prinzipien entstehen, ∃ie ∃en
≅eweili∀en Entschei∃un∀en zu Grun∃e ∀ele∀t wer∃en:
retributi∋e Gerechti∀keit: −er∀eltun∀ o∃er Abschreckun∀
∃istributi∋e Gerechti∀keit: −er∃ienst, Be∃ürfnis o∃er Gleichheit
!st Nills Behauptun∀ (∃ass man sich nie auf eine Gerechti∀keitskonzeption wir∃ eini∀en kΑnnen, ∃ass
−ermittlun∀ ∀erechti∀keitsintern nicht mΑ∀lich ist) plausibel?
!st Nützlichkeitsorientierun∀ ein ∀eei∀neter (bzw. laut Nill ∃er einzi∀e) Εe∀ aus ∃em Konflikt?
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 18.06.2008
Thema: James O. Urmson: Zur Interpretation der Moralphilosophie John Stuart Mills.
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Urmson will in seinem ∗ufsatz zeigen, ∋ass −ills Utilitarismuskonze∃tion ein Regelutilitarismus ist.
(∗nm.: Urmsons Begriff ∋es Regelutilitarismus lasst ∗usna∀men von ∋er Regel zu.)
Wir ∀aben in ∋er Ubung ∋ie ersten bei∋en T∀esen Urmsons genauer betrac∀tet:
(∗) Die Ric∀tigkeit von Han∋lungen ∀angt von i∀rer Ubereinstimmung mit moralisc∀en Regeln ab.
(B) Die Ric∀tigkeit ∋er moralisc∀en Regeln wir∋ ∋aran gemessen, inwiefern i∀re
∗nerkennung/Befolgung ∋as letzte Ziel beför∋ert.
∗ls Beleg fü∀rt Urmson versc∀ie∋ene Zitate an (S.12/f.):
(1) Zitataussage: Sowo∀l ∋ie intuitive als auc∀ ∋ie in∋uktive et∀isc∀e Sc∀ule be∀au∃ten ∋ie
Notwen∋igkeit allgemeiner Gesetze (Einleitung von −ills Sc∀rift).
Ge∀t es ∀ier ein∋eutig um Regeln (o∋er möglic∀erweise um ∋as oberste −oral∃rinzi∃)?
Belegt ∋iese Textstelle Be∀au∃tung (∗)?
(2) Das Zitat ste∀t im Zusammen∀ang zum Zeitmangelvorwurf un∋ bezie∀t sic∀ auf ∋ie ∃arallele
Existenz ∃rimarer un∋ sekun∋arer Han∋lungs∃rinzi∃ien (2. Ka∃itel, S./3 ∋er Reclam-∗usgabe).
Hier ist von Regeln ∋ie Re∋e - aber im Sinne eines Regelutilitarismus? −eint −ill ∀ier nic∀t e∀er Faustregeln?
(3) Zitataussage: Nur im Fall ∋es Konflikts zwisc∀en Sekun∋ar∃rinzi∃ien muss man auf ∃rimare
Prinzi∃ien zurückgreifen (2. Ka∃itel, S./8f. ∋er Reclam-∗usgabe).
Urmson sc∀lie≅t aus ∋er Textstelle, ∋ass moralisc∀e Regeln / Sekun∋ar∃rinzi∃ien für −ill nic∀t blo≅
Faustregeln sin∋.
Αst ∋as ∃lausibel? Αst ∋er Beleg ausreic∀en∋?
(Β) Αm Zitat ge∀t es um ∋en Begriff ∋er Pflic∀t ∋er Gerec∀tigkeit un∋ ∋ie ∗bgrenzung von
moralisc∀er Χer∃flic∀tung allgemein (∆. Ka∃itel, S.1Β∆f. ∋er Reclam-∗usgabe).
Urmson ist ∋er ∗nsic∀t, ∋ass ∋iese Textstelle viel zu wenig Beac∀tung gefun∋en ∀at un∋ T∀ese (∗)
belegt.
Αst ∀ier über∀au∃t von Regeln ∋ie Re∋e?
Αm∃liziert ∋as Bestrafen nic∀t ∃flic∀tgema≅er Han∋lungen ∋as Χor∀an∋ensein von Regeln?
zu Textstelle S.130 (im ∗ufsatzΕ S.23 ∋er Reclam-∗usgabe):
Zitataussage: Han∋lungen sin∋ in ∋em −a≅e ric∀tig, in ∋em sie ten∋enziell ∋as Glück för∋ern.
Urmson will zeigen, ∋ass man ∋ie Ten∋enz einer Han∋lung erst über Regeln ermitteln kann. Hier
sc∀eint von Regeln aber me∀r im Sinne von Φin ∋er RegelΓ ∋ie Re∋e zu sein.
zu Textstelle S.133 (im ∗ufsatzΕ S.1Β/ ∋er Reclam-∗usgabe):
Urmson zitiert ∀ier sc∀lic∀t falsc∀ un∋ verzerrt so ∋ie ∗ussage: statt von ∋er ∗nwen∋barkeit von
Regeln ist bei −ill von ∋er ∗ngemessen∀eit von Strafe (als c∀arakteristisc∀em Untersc∀ie∋ von
Gerec∀tigkeit) ∋ie Re∋e.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 25.06.2008
Thema: Kapitel 5, S. 177]2 - r t k93
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@∀mx.∃e)
F∋r Nill ist ∃ie Gere∗hti∀keit Bezei∗hnun∀ f∋r bestimmte moralis∗he −e∀eln (v∀l. S. 1//), ∃ie im
Utilitarismus eine starke Stellun∀ haben: sie si∗hern z.B. ∃as Zusammen∀ehöri∀keits∀ef∋hl un∃ ∃en
sozialen Frie∃en (v∀l. S. 1/9).
Wie stark sin∃ ∃iese −e∀eln? Sin∃ sie mehr als Faustre∀eln? Was kann man ∃em Text entnehmen?
-> S. 1/9: Hinweis auf Ausnahmen von ∃er −e∀el
-> S. 189: ∃as Gesamtinteresse kann ∃em Einzelinteresse ent∀e∀enwirken (∃.h. N∋tzli∗hkeit vs.
Gere∗hti∀keit?)
-> S. 191: in Ausnahmesituationen ist ni∗ht von Un∀ere∗hti∀keit ∃ie −e∃e
Offenbar sin∃ −e∗hte zwar wi∗hti∀, aber nur solan∀e ∀∋lti∀, bis ein ∀ewi∗hti∀er Ge∀en∀run∃
auftritt.
Entspri∗ht ∃as unserem ≅erstΑn∃nis von −e∗ht un∃ −e∀eln? Βst es ni∗ht Unre∗ht Χ un∀ere∗ht, ∆eman∃en zu
be∃rΑn∀en, um sein Ziel zu errei∗hen?
(Anm.: Das ≅erwirken von −e∗hten ist mö∀li∗h, aber w∋r∃e ∃as au∗h hier beim ΕArztbeispielΦ zutreffen?)
Ab S. 181 wer∃en von Nill no∗hmals vers∗hie∃ene ≅erwen∃un∀en von ΕGere∗hti∀keitΦ betra∗htet
un∃ zu zei∀en versu∗ht, ∃ass ∃ie moralis∗hen Pfli∗hten ∃iese Berei∗he ab∃e∗ken:
zum ≅er∃ienst: neben ∃er ≅er∀eltun∀ von offensi∗htli∗hen S∗hΑ∃i∀un∀en muss au∗h Gutes
mit Gutem ver∀olten wer∃en, ∃a an∃ernfalls au∗h hier eine S∗hΑ∃i∀un∀
vorlie∀t (eine bere∗hti∀te Erwartun∀ wir∃ enttΑus∗ht)
zum ≅erspre∗hen: analo∀e A∀umentation: bei Ni∗hteinhaltun∀ wer∃en Erwartun∀en enttΑus∗ht
un∃ ∃aher S∗hΑ∃i∀un∀en verursa∗ht
zur Unparteili∗hkeit: Unparteili∗hkeit bzw. Glei∗hheit sin∃ f∋r Nill sekun∃Αr, ∃a im Utilitarismus
bereits enthalten (∆e∃er zΑhlt ∀lei∗h)
Sin∃ ∃ie Be∀r∋n∃un∀en plausibel?
Die Ar∀umentation ∃er ersten bei∃en Punkte wirkt ni∗ht ∀anz ∋berzeu∀en∃: ∃ie entstehen∃en
≅erletzun∀en setzen bereits moralis∗he Erwartun∀en voraus. Nill zei∀t hier nur, ∃ass es si∗h um
verletzte Erwartun∀en han∃elt - ni∗ht um verletzte −e∗hte. Er setzt offenbar voraus, was er erst
zei∀en muss.
Au∗h ∃ie Be∀r∋n∃un∀ zum ∃ritten Punkt ∀reift ni∗ht: Glei∗hheit im Sinne von Gere∗hti∀keit ist ni∗ht
ver∀lei∗hbar mit Glei∗hheit im Sinne ∃es Utilitarismus (∃.h. ∀lei∗he ZΑhlun∀ in ∃er Gl∋∗kssumme).
Nill betont r∋∗kbli∗ken∃, ∃ass ∃ie Gere∗hti∀keit ∃ie einzi∀e e∗hte S∗hwieri∀keit ∃es Utilitarismus ist,
ist aber ∃er Neinun∀, sie ∀elöst zu haben.
Dies kann bezweifelt wer∃en un∃ wir∃ im All∀emeinen au∗h ni∗ht so ∀esehen. Es ist wohl ni∗ht
mö∀li∗h, Gere∗hti∀keit völli∀ auf N∋tzli∗hkeit zur∋∗kzuf∋hren. Den ≅orran∀ ∃es Utilitarismus im
Konfliktfall hat Nill hier ni∗ht klar ∀ezei∀t.
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 25.06.2008
Thema: John J.C. Smart: Extremer und eingeschränkter Utilitarismus.
Protokollant: Kat∀arina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Absatz ∗/∗∗
Han∋lungsutilitarismus: Uber∃r−fung in∋ivi∋ueller Han∋lungen an∀an∋ i∀rer Konsequenzen
(Regeln sin∋ ∀ier Faustregeln)
,Was ware, wenn alle so ∀an∋eln?¨ -> kausale Form
Regelutilitarismus: Pr−fung ∋er einzu∀alten∋en Regeln (an∀an∋ ∋er Konsequenzen)
,Was ware, wenn alle so ∀an∋eln?¨ -> ∀y∃ot∀etisc∀e Form
Absatz ∗∗∗: Argumentation gegen ∋en Regelutilitarismus
Smart: es ist absur∋, einer Regel zu folgen, ∋ie in ∋er s∃eziellen Situation nic∀t ∋ie besten Folgen
∀at (Regelfetisc∀ismus)
∗llustration ∋urc∀ Beis∃iele:
1) vers∃rec∀en:
≅an gibt ein vers∃rec∀en an einen Sterben∋en bez−glic∀ ∋es ∀interlassenen Αel∋es, nieman∋ weiΒ
∋avon (∋er Sc∀a∋en f−r ∋en Χ∀arakter ist also begrenzt). ∆ac∀ seinem To∋ gibt es eine
utilitaristisc∀ sinnvollere Ε∃tion, ∋as Αel∋ zu verwen∋en. Wie soll man sic∀ ver∀alten? F−r Smart
ist klar, ∋ass ∋ie Regel in ∋iesem Fall gebroc∀en wer∋en muss.
2) Wassermangel:
Φs ∀errsc∀t Trocken∀eit, nieman∋ ∋arf ∋en Αarten wassern. Durc∀ ∀eimlic∀es Wassern kΓnnte
man mit Blumen Freu∋e bereiten. Der Sc∀a∋en f−r ∋ie Psyc∀e ist grΓΒer als im obigen Beis∃iel,
∋a∀er ist f−r Smart (∀an∋lungsutilitaristisc∀) unklar, ob man sic∀ f−r o∋er gegen ∋ie Φin∀altung ∋er
Regel entsc∀ei∋en soll.
-> ∗st ∋er vers∃rec∀ensfall tatsac∀lic∀ so ein∋eutig? (D.∀. nur mit Blick auf ∋ie Ηukunft zu beurteilen?)
-> Differenzierung Bewertung / Ta∋el?
-> Wo∀er stammt Smarts Bewertung (ge∀t seines Φrac∀tens gegen common sense)?
absc∀lieΒen∋e Bemerkung: Der versuc∀, ∋en Regelutilitarismus −ber ∋ie Regel ,Tue immer ∋as
BesteΙ¨ o.ϑ. zu retten, w−r∋e zum Umki∃∃en vom Regelutilitarismus zum Han∋lungsutilitarismus
f−∀ren.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 02.0/.2008
Thema: John Stuart Mill: Über Freiheit.
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop@gm∀.de∃
!m vorliegenden ∋usschnitt aus ,∗ber Freiheit− scheint Nill ein Pladoyer für die Freiheit des
!ndividuums zu halten. Wenn Handlungen den Bereich des eigenen Lebens betreffen, sollen diese
nicht sanktioniert werden (über natürliche Reaktionen hinausgehend, vgl. S. 93f.∃. Hier handele es
sich vielleicht um Nangel an Würde oder Selbstachtung, aber nicht um Schadigung anderer. Nill
trennt hier also zwischen einem privaten und einem öffentlichen Bereich.
Passt das (persönliche Freiheit, starke !ndividualitat∃ zum Utilitarismus? Wo gibt es Probleme?
Zum Utilitarismus, der ein stark einschrankendes Noralprinzip formuliert, scheinen o.g. ∋ussagen
nicht zu passen - zumal bei Nill auch die Oualitat der Freuden eine Rolle spielt, was einen ≅adel
persönlicher (und evtl. Αualitativ ,niedriger−∃ Lebensentwürfe rechtfertigen kann.
Βffensichtlich besteht ein Problem darin, dass die Noral (im Utilitarismus∃ die persönliche Freiheit
einschranken bzw. bedrohen kann. Was sagt Nill dazu?
S. 9Χ: Da kein Nensch völlig isoliert ist, sind immer auch andere von meinem ∆erhalten betroffen.
Schlechte Εntscheidungen können sich negativ auf von mir ∋bhangige auswirken, ich gebe
evtl. ein schlechtes ∆orbild ab und werde möglicherweise zu einer Belastung für meine
Nitmenschen.
S. 9/: Wenn man über sein Leben frei entscheiden kann, sind Fehler möglich, die das eigene
Wohl verringern.
∆on Nill als weniger bedeutsam betrachtet: Nein ∆erhalten kann andere stören und darüber in die
Φlückssumme einflieΓen.
Warum ist die Freiheit für Nill dennoch vorrangig?
S. 92: Φlück kann nicht erzwungen Η von auΓen herbeigeführt werden.
S. 98: Ιur, wenn andere von meinem ∆erhalten direkt betroffen sind, ist moralischer ≅adel
gerechtfertigt.
S. ϑ00: Εs besteht die Φefahr einer falschen Εinmischung der Φesellschaft (bzw. der ∋uΓen-
stehenden∃ durch fehlerhafte Beurteilung - Nenschen sind verschieden (vgl. auch
S. 92∃.
S. ϑ0ϑ: Solange keine Rechte verletzt werden (bzw. gewichtige ∋nsprüche∃, wiegen die
!nteressen anderer Nenschen gering (vgl. auch S. 92∃.
!st das plausibel?
Die Φrenze zwischen privatem und öffentlichem Bereich ist offenbar schwer auszumachen, da ein
sehr groΓer ≅eil unserer Handlungen auf irgendeine ∋rt und Weise immer auch ∋uswirkungen auf
andere hat.
Nills ∋rgumente gegen ein Εingreifen von auΓen sind instrumenteller ∋rt - es ist fraglich, ob sie
genügen.
Die gering gewichteten ,Fremdinteressen− können bei kumulativer Betrachtung mehr wiegen als
Εinzelinteressen.
Der ∆ersuch der utilitaristischen Begründung individueller Freiheit überzeugt offenbar nicht ganz,
da das ∆erhaltnis und die Φewichtung von persönlichen und öffentlichen !nteressen unklar bleibt.
Seminar: John Stuart Nill: Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 09.0/.2008
Thema: J.S. Mill u.a.: Die Hörigkeit der Frau.
Protokollant: Katharina Brentrop (k.brentrop∀gm∃.de)
∋m Te∃tausschnitt aus ,Die ∗örigkeit der −rau¨ greift Nill zwei rechtliche Regelungen seiner Zeit
an. ∋m Bereich des hauslichen Lebens ist das die vollstandige rechtliche Abhangigkeit der −rau von
ihrem Ehemann, im öffentlichen Leben sind es ebenfalls rechtliche Einschrankungen (vgl. S. 132).
Er setzt sich hier also für die Gleichstellung der zwei Geschlechter in Ehe und Beruf/Gesellschaft
ein.
S. 1+/f.: Anal≅se des Problems
Α −rauen können ihrem Ehemann nicht entkommen
Α −rauen werden zu Unmündigkeit und Abhangigkeit vom Nann erzogen (und dazu, ihm zu
gefallen)
s. 2+Βf.: Argumente für die Gleichstellung
Α die Ungleichheit schafft groΧes Leid, daher ware eine ∆nderung der Zustande eine
Εerbesserung
Α durch eine Gleichstellung im öffentlichen Leben werden Talente und ∋ntelligenz der −rauen
für die Gesellschaft nutzbar gemacht
Α die entstehende Konkurrenz ist vorteilhaft für das Gesamtwohl, der Gesamtnutzen für die
Gesellschaft steigt
Α die Gleichheit ware ein guter Einfluss auf die Nanner (die bislang ohne Anstrengung
Εorteile haben)
Α die Ehe profitiert von der Gleichstellung, da eine ,höhere¨ −orm von Glück möglich wird
Α der direkte Effekt für die −rauen besteht bei Gleichstellung in einem Gewinn an Glück
(durch −reiheit und die Φption auf eine berufliche Laufbahn)
An Nills Argumentation fallt auf, dass auch indirekte Γutzenargumente (ökonomische) eingebracht
werden. Es besteht auΧerdem die Nöglichkeit, dass die Steigerung des Glücks auf der einen Seite
(der −rauen) einer starkeren Εerminderung auf der anderen Seite (der Nanner) gegenübersteht
und so überkompensiert wird.
Da −rauen Ηedoch keine Ninderheit darstellen, scheint Nills Argument plausibel. Aus heutiger Sicht
kann allerdings das Argument der PotentialΑErschlieΧung hinterfragt werden (Ιberϑualifizierung,
Arbeitslosigkeit).
Ubung: Texte zum Utilitarismus.
Sommersemester 2008
Datum: 09.0/.2008
Thema: D. Birnbacher: Varianten des Utilitarismus
Protokollant: ∀atharina Brentro∃ (k.brentro∃@gmx.∋e)
Birnbacher stellt in seinem Text ∋em klassischen ∗utzensummenutilitarismus (∗SU) ∋en
Durchschnittsnutzenutilitarismus (D∗U) gegenüber. Der Unterschie∋ wir∋ bei −elten mit variabler
Bevölkerung sichtbar:
Bei ∋en möglichen −elten (A) 1.000.000 Nenschen mit je 1 Glückseinheit un∋ (B) 100 Nenschen
mit je 1.000 Glückseinheiten müsste ∋er ∗SU −elt (A) vorziehen, was kontraintuitiv ist. Der D∗U
hingegen zieht −elt (B) vor, was auf ∋en ersten Blick ∃lausibler scheint.
Birnbacher argumentiert gegen ∋en D∗U (S. 223 f.):
- eine Zeugungs∃flicht wie im ∗SU ist auch im D∗U möglich (wenn ∋ie Glückserwartung
über∋urchschnittlich ist)
- eine E∃i∋emie, ∋ie ∋en Durchschnittsnutzen erhöht, ware zu begrüßen
- er führt allgemeine quantitatsethische Grün∋e an: mehr von einem Gut ist besser
-> bei negativen ∗utzengrößen ist uns ∋ie Zahl nicht gleichgültig:
−elt (A) 20 Personen mit je -5 Glückseinheiten un∋ −elt (B) 100 Personen mit je -5
Glückseinheiten waren für ∋en D∗U aquivalent - ∋as ist kontraintuitiv
Sin∋ ∋ie Argumente ∃lausibel≅
Sin∋ sowohl D∗U als auch ∗SU unbefrie∋igen∋≅