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Die Bhagavad Gita – Kapitel 1 – 9

Gita 1-18 Startseite

Inhaltsverzeichnis Dieser Text als Buch - Din A4 - Normale Schriftgröße Dieser Text als Buch - Taschenbuchformat - mit etwas kleinerer Schrift Vorwort - 4 Vorgeschichte zur Bhagavad Gita - 5 1 Erstes Kapitel: Arjunas Zaudern - 11 1.1 Die Niedergeschlagenheit Arjunas - 11 1.1.1 Das Varnashrama-Dharma - 19 1.1.1.1 Varna - das Kastenwesen - 20 1.1.1.2 Ashrama - die vier Lebensstadien - 21 1.2 Arjunas Zweifel lassen nicht nach - 22 1.2.1 Somaopfer - 25 2 Zweites Kapitel: Samkhya, Veden, Yoga - 27 2.1 Arjuna vertraut sich Krishna an - 27 2.2 Drei Wege zur Buddhaschaft - 34 2.2.1 Der Savakabuddha - 36 2.2.2 Der Pacekabuddha - 36 2.2.3 Der Bodhisatt(v)a - 37 2.2.4 Der Arahat - 38 2.3 Guru oder nicht Guru? - 40 2.4 Hinayana und Mahayana - 43 2.5 DiePhilosophen der Sarvastadin und Sautrantiker - 45 2.6 Der mittlere Weg Nagarjunas - 48 2.7 Weise beklagen Tote nicht - 51 2.7.1 Die feinstofflichen Prana-Energien - 61 1

2.7.1.1 Prana, die kosmische Lebensenergie - 63 2.7.1.2 Apana, die Ausscheidungsenergie - 65 2.7.1.3 Der Kundaliniaufstieg - 65 2.7.1.4 Die feinstofflichen Lebensenergien - 68 2.7.1.5 Wie die Lebensenergien sublimiert werden - 69 2.8 Die 3 buddhistischen Welten - 73 2.8.1 Die Sinneswelt - 73 2.8.1.1 Der Bereich der Götter - 75 2.8.1.2 Der Bereich der eifersüchtigen Götter - 76 2.8.1.3 Der Bereich der Menschen - 77 2.8.1.4 Der Bereich der Tiere - 80 2.8.1.5 Der Bereich der hungrigen Geister - 82 2.8.1.6 Der Bereich der Hölle - 84 2.8.1.7 Die buddhistischen Höllen - 86 2.8.1.8 Buddhas Aussagen zur Hölle - 87 2.8.1.9 Wie erreicht man die 6 Daseinsbereiche? - 88 2.8.1.10 Erreicht man Erleuchtung nur nach dem Tod? - 89 2.8.2 Die feinkörperliche Welt - 91 2.8.3 Die unkörperliche Welt - 92 2.8.4 Nachtrag zur dreigeteilten Welt - 96 2.9 Die Biochemie der Meditation - 99 2.10 Was geschieht während der Meditation im Gehirn? - 103 2.11 Theravada-Buddhismus und Wiedergeburt - 105 2.12 Die Seele ist unzerstörbar - 111 2.13 Krishnas Appel an Arjunas Pflichgefühl - 115 2.13.1 Die Samkhya-Philosophie - 119 2.13.2 Der Panentheismus - 122 2.13.3 Die Veden und der Vedanta - 127 2.13.4 Hinduistische Schriften - 127 2.13.5 Die Veden als Klangschwingung - 129 2.13.6 Die vier Veden (Rig, Sama, Yajur, Atharva) - 130 2.13.7 Die Samhitas - 133 2.13.8 Die Brahmanas - 135 2.13.9 Die Aranjakas - 136 2.13.10 Die Upanishaden - 136 2.13.11 Der Vedanta - 138 2.13.11.1 Advaita-Vedanta - 138 2

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2.13.11.2 Vishishtadvaita-Vedanta - 139 2.13.11.3 Achintya Bhedabheda - 140 2.13.11.4 Shuddadvaita - 141 2.13.11.5 Dvaida-Vedante - 141 2.13.11.6 Neo-Advaita - 142 2.14 Strebe nicht nach himmlischen Genüssen - 143 2.15 Sei unabhängig vom Erfolg deiner Arbeit - 150 2.16 Die Merkmale des vollkommen Erlösten - 155 Drittes Kapitel: Karma Yoga, der Yoga des Handelns - 167 3.1 Wie soll ich handeln? - 167 3.2 Zeige deine Dankbarkeit - 171 3.3 Krishna, eine Inkarnation Vishnus - 179 3.4 Sei anderen ein Vorbild - 180 3.5 Löse dich von deinen Begierden - 182 3.6 Meide Leidenschaft und Zorn - 189 Viertes Kapitel: Jnana Yoga, der Yoga des Wissens - 196 4.1 Die Tradition des Jnana Yoga - 196 4.2 Die Lehre von der Wiedergeburt - 197 4.3 Löse dich von deinen Begierden - 208 4.3.1 Kinderbräute – 209 4.3.2 Frauen im Hinduismus - 210 4.3.3 Das Kastensystem - 212 4.4 Handeln oder Nichthandeln - 215 4.5 Opferhandlungen - 218 Kapitel 5: Karma Yoga – Handeln in Hingabe - 232 5.1 Entsagung und Handeln in Hingabe - 232 5.2 Das erleuchtete Selbst - 239 5.2.1 Die vier edlen Wahrheiten - 244 5.2.2 Der achtfache Pfad - 244 5.3 Friede findet man nur im Innern - 248 Kapitel 6: Meditation - Yoga der Versenkung - 254 6.1 Entsagen und Handeln sind eins - 254 6.2 Beherrsche Geist und Sinne - 260 6.3 Der vollkommene Yogi - 266 6.4 Sinneszüglung ist schwer, aber möglich - 273 Kapitel 7: Yoga der Weisheit und Erkenntnis - 284 7.1 Das Wesen Krishnas - 284

7.2 Die Verwirrungen der Menschen - 291 7.3 Der Lohn der Weisen - 294 7.4 Zuflucht zu den Göttern - 296 7.5 Die Macht der Unwissenheit - 299 7.6 Shankara und die Unpersönlichkeitsphilosophen - 300 7.7 Streben nach Erkenntnis - 302 8 Kapitel 8: Wie man Befreiung erreicht - 305 8.1 Arjunas Fragen an Krishna - 305 8.2 Krishnas Antwort - 305 8.3 Wohin geht die Seele nach dem Tod? - 309 8.3.1 Die vier Zeitalter der Veden - 319 8.4 Wann wird man wiedergeboren, wann nicht? - 323 9 Kapitel 9: Das geheimste Wissen - 331 9.1 Dank für Arjunas Treue - 331 9.2 Alle Wesen sind in mir - 335 9.3 Hingabe zu Krishna bringt großen Lohn - 339 9.4 Wie entstanden eigentlich die Veden? - 358 9.4.1 Die Entstehung des indischen Kastensystems - 360 9.4.2 Die brahmanische Opferreligion der Arier - 360 9.4.3 Buddha und die indische Urreligion – 361 Quellenverzeichnis - 361 Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Da die Bhagavad Gita im Prinzip eine Anleitung ist, wie man mittels des Yoga das höchste spirituelle Ziel, die Erleuchtung, erlangen kann, möchte ich mich einerseits mit den Inhalten der Bhagavad Gita beschäftigen, aber auch die Verbindungen aufzeigen, die sie zum traditionellen Yoga hat. Die Bhagavad Gita besteht im wesentlichen aus einem Zwiegespräch, welches Gott Krishna mit seinem edlen Freund und Prinzen Arjuna auf dem Schlachtfeld führt, um das Volk von der Knechtschaft der Kauravas zu befreien. Um zu zeigen, in welchen historischen und philosophischen Hintergrund die Bhagavad Gita eingebunden ist, werden besonders am Anfang des Buches Verknüpfungen zu den Veden, zur hinduistischen und buddhistischen Philosophie und natürlich besonders zum Yoga hergestellt. 4

Dabei geht es mir insbesondere darum, diese historischen und philosophischen Bezüge so darzustellen, wie sie normalerweise aus traditioneller Sicht betrachtet werden. Ich möchte mich also zunächst weitgehend jeder Wertung und persönlichen Stellungnahme enthalten. Da mir die mythologischen Seiten, sowohl der Religionen als auch des Yoga, bereits immer ein wenig Probleme bereitet haben, werde ich mich allerdings in den nachfolgenden Kapiteln, damit etwas intensiver auseinander setzen. Dieser Band setzt sich mit den ersten neun Kapiteln der Bhagavad Gita auseinander. Da die Bhagavad Gita insgesamt 18 Kapitel umfasst, erfolgen die restlichen neun Kapitel in einem zweiten Band. Vorgeschichte zur Bhagavad Gita
Inhaltsverzeichnis

Neben der Reinkarnation sind verschiedene Arten des Yoga, der Meditation und der Gotteserkenntnis, Bestandteil der Smriti. Im Gegensatz zu den Shrutis, zu denen die Vedas, die Brahmanas, Aranyakas und Upanishaden gehören, die den Weisen (Rishis) direkt von Gott offenbart worden sein sollen, wurden die Shritis, zu denen das Mahabharata (Bhagavad Gita), das Ramayana, die Puranas (Bhagavata), die Tantras und Vedangas gehören, von Lehrern übermittelt. Die Bhagavad Gita ist ein Bestandteil der großen indischen Heldensage des Mahabharata. Wem diese Aufzählung im Moment etwas zu unübersichtlich erscheint, der kann sich unter Punkt 2.13.4 einmal die Tabelle über die Hinduistischen Schriften anschauen. Die Bhagavad Gita, die vermutlich zwischen 500 bis 200 Jahren vor Christus entstand, vermittelt dem praktizierenden Yogi wichtige philosophische und religiöse Hintergründe des Yoga. Neben ethischen Unterweisungen beschäftigt sie sich mit der Meditation, der Gottesliebe und der Selbstverwirklichung. Die Bhagavad Gita ist ein spirituelles Gedicht, das aus achtzehn Kapiteln besteht. Sie ist Teil der etwa 100.000 Doppelverse umfassenden Mahabharata, der bekanntesten indischen Erzählung. Die Hindus betrachten die Bhagavad Gita gewissermaßen als hinduistische „Bibel“. Sie erzählt die Geschichte der Familien zweier Brüder und deren Nachkommen (Söhne), die sich in einem Erbfolgestreit um den 5

Königsthron nicht einigen können. Es geht einerseits um Dhritarashtra, aus der Familie der Kauravas, einem blinden und eigentlich nicht regierungsfähigen König, da er, wie es die Mahabharata beschreibt, auch geistig zurückgeblieben war. Dhritarashtra wurde nach dem Tod seines Bruders Pandu, aus der Familie der Pandavas, nach dem Gesetz der Erbfolge vorübergehend von den Ältesten des Landes, den Würdenträgern, auf den Thron gesetzt, da die Söhne Pandus noch zu jung waren, um die Regierung zu übernehmen. Familienverhältnisse: Familie Vater Kauravas (Kundus) Dhritarashtra
- eigentlich nicht regierungsfähig, da blind und geistig behindert - wird aber nach dem frühen Tod seines Bruders Pandu von den Ältesten zum König ernannt - hat schlechte Ratgeber - wirtschaftliche Misserfolge - Revolten, Kriege - aber einige fähige Mitarbeiter

Pandavas Pandu
- guter König aber früh verstorben - seine Söhne sind zu jung, um die Regierung zu übernehmen, wenn Pandus Söhne älter sind, wollen die Ältesten erneut entscheiden, wer König werden soll - solange soll Dhritarashtra König bleiben - ältester Sohn: Yudhishtara - weitere Söhne (Brüder): - Arjuna - Bhima - Sahadeva - Nakula Die Söhne Pandus werden als Inkarnation, des Guten und Tapferen betrachtet

Söhne

- ältester Sohn: Duryodhana - insgesamt 101 Nachkommen - Duryodhana versucht mehrfach vergeblich die Söhne des Pandu zu töten - machtbesessen, rücksichtslos Die Söhne Dhritarashtras werden als Inkarnation des Bösen (Dämonen) betrachtet

Ansehen

Nachdem sowohl die Söhne des Dhritarashtra als auch die Söhne des Pandu älter wurden, aber vom Ältestenrat noch immer keine Entscheidung über die zukünftige Regierung gefallen war, stellte sich die Frage nach der Erbfolge um das Königshaus erneut. Zunächst verübte Duryodhana vergeblich mehrere Mordanschläge auf die Söhne Pandus. Als alle Versuche scheiterten, mischt sich Yudhishtara, der älteste Sohn Pandus, 6

ein und einigt sich mit Duryodhana, dem ältesten Sohn Dhritarashtras, dass das Königreich zu gleichen Teilen untereinander aufgeteilt werden sollte. Der bisherige König Dhritarashtra wurde zum Oberkönig ernannt (obwohl er eigentlich über keinerlei Machtbefugnisse verfügte). Alle Beteiligten waren von dieser Idee begeistert, zumal Yudhishtara seinem Cousin Duryodhana den fruchtbaren Teil des Königreiches mit blühenden Feldern, reichen Städten und ausgebauten Straßen anbot, während er selbst nur das unbevölkerte Land und den Urwald erhielt. Yudhishtara erwies sich aber als der fähigere König. Er gründete die Hauptstadt Indraprashta (Delhi) und weitere blühende Städte, sorgte für eine florierende Wirtschaft und stellte eine große Armee auf. Innerhalb kurzer Zeit wurde Yudhishtaras Königreich sehr vermögend. Die Könige der kleinen Königreiche Duryodhanas erkannten bald die Fähigkeit Yudhishtaras, baten ihn um Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen und schlossen sich dem Reich Yudhishtaras an. So wurde Yudhishtara bald zum Großkönig über alle Königreiche. Aber Yudhishtara hatte eine große Leidenschaft. Das war das Glücksspiel, genauer gesagt, das Würfelspiel. Weil er um die Gefährlichkeit von Glücksspielen wusste, hatte er alle Glücksspiele in seinem Königreich verboten. Duryodhana aber wußte um diese Schwäche seines Cousin. Und weil das Ausschlagen einer königlichen Einladung nicht nur als unhöflich galt, sondern sogar als ein Kriegsgrund betrachtet werden konnte, lud Duryodhana seinen Cousin zum Würfelspiel ein. Da Yudhishtara das Glücksspiel in seinem Königreich verboten hatte, verfügte er über keinerlei Spielerfahrung mehr. Auch kannte er niemanden, der für ihn hätte spielen können. Duryodhana dagegen engagierte seinen Onkel Shakuni, einen ausgezeichneten Falschspieler, der für ihn spielte. So verlor Yudhishtara alles, sein Geld, seine Besitztümer, seine Brüder und selbst Draupadi, die gemeinsame Frau der fünf Pandu-Brüder. Aber Dank der Hilfe Krishnas und durch eine großzügige Geste des blinden Vaters Duryodhanas, Dhritarashtra, bekam Yudhishtara alles zurück. Arjuna, der jüngere Bruder Yudhishtaras, hatte die Hand Draupadis, die die Tochter des Königs Drupada war, in einem Wettkampf gewonnen. Als 7

Aber Duryodhana dachte überhaupt nicht daran. schickten sie einen Boten zu Duryodhana und ließen ausrichten. Besonders Arjuna vertiefte sich in spirituelle Praktiken. Schließlich erhielt er von Shiva die Eigenschaft der Unbesiegbarkeit. Darum lud er Yudhishtara erneut zum Glücksspiel ein. Dort ist euer Platz. heiratete Draupadi alle fünf Brüder. Yudhishtara wurde zum Würfelspieler. Er verbrachte viel Zeit in Ashrams.“ 8 . Zum Schluß spielten sie aber nicht um das Königreich. was er verloren hatte. Sollte jemand in diesen 12 Jahren erkannt werden. meinte diese. und auf die Bedenken des regierenden Königs Dhritarashtra stieß. was sie mitgebracht hätten. ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben. Duryodhana war über das Verhalten seines Vaters sehr verärgert. Aber außer Yudhishtara hatten alle 4 Brüder noch weitere Nebenfrauen. die Hälfte des Königreiches zurückzugeben. Sahadeva und Nakula. Früchten und Rohkost. Arjuna verkleidete sich als Eunuch und brachte den Haremsdamen das Tanzen bei. und sann auf Rache. lernte Yoga und Atemübungen und ernährte sich von Kräutern. seine Brüder und Draupadi für 12 Jahre unerkannt im Exil und verbrachten anschließend ein Jahr zusammen inkognito. Auch diesmal konnte sich Yudhishtara nicht der Einladung entziehen. Bhima arbeitete als Koch. wieder zurückgegeben hatte.die fünf Pandava-Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen. Und es kam. Wieder verlor Yudhishtara. sondern der Verlierer sollte 12 Jahre unerkannt ins Exil und anschließend 1 Jahr irgendwo inkognito leben. obwohl dies nicht Sitte war. sie sollten alles untereinander teilen. zwei Zwillingsbrüder. wie es kommen musste. dass sie die Bedingungen erfüllt hätten und nun die Hälfte des Königreichs zurück haben wollten. Durch Fasten reinigte er immer wieder seinen Körper. Ich regiere das Reich alleine weiter. die Brüder oder um Draupadi. der Yudhishtara alles. Er hatte in den vergangenen 13 Jahren ein Terrorregime errichtet und schickte den Boten mit den Worten zurück: „Verschwindet in den Wald. der gemeinsamen Frau der fünf Brüder. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden durfte. arbeiteten als Wagenlenker. Und so lebten Yudhishtara. Nachdem 13 Jahre vergangen waren. dann musste er wieder für weitere 12 Jahre ins Exil gehen.

wieder ins Exil zu gehen. uns alle zu töten. standen sich also die Armeen der Kauravas und Pandavas auf dem Schlachtfeld gegenüber. dass er. der blinde Oberkönig ohne Regierungsbefugnisse. Eigentlich hatten sie in der Zeit des Exils ein glückliches Leben geführt. Deshalb hat auch Duryodhana sich zurückgehalten. Schliesslich würde es ein Krieg unter Verwandten werden. für ihr Recht und für das Volk zu kämpfen. Nachdem die beiden Heere sich formiert hatten.“ Nach diesen Aussagen berieten die fünf Pandavas sich erneut und entschlossen sich. Auf Seiten der Kauravas (Söhne des Kuru) standen 11 Stämme. bedrängten sie die Untertanen. und Krishna. Deshalb beschlossen sie. weil wir wußten. Wir haben die Tyrannei nur so lange auf uns genommen. hatte sich an Krishna gewandt und ihn um Hilfe gebeten. Krishna war ein bedeutender König eines großen Königreiches. Solltet ihr aber wieder ins Exil gehen. Krishna. Aber sobald sie ihren Entschluß verkündet hatten. kannten sich bereits seit ihrer Jugend. die solange unter dem Unrecht zu leiden hatten. Arjuna. Er war mit beiden Familien verwandt. dass ihr zurück kommt. Aber schließlich sagte Krishna Arjuna unter der Bedingung seine Unterstützung zu. Eigentlich wollte Krishna nichts mit einem Krieg zu tun haben. der eigentlich nur ein unbedeutender Prinz war. schlossen sich den Pandavas an.Darauf berieten sich die fünf Brüder. galt aber auch als göttliche Inkarnation Vishnus. anstatt sich auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit Duryodhana einzulassen. die einst Duryodhana einen Treuschwur geleistet hatten. blieb in 9 . der eigentliche Held der Bhagavad Gita. Ihre Entscheidung trafen sie aber in erster Linie für die Menschen. Arjuna. auf der Seite der Panadavas 7. Freunde und gute Bekannte. dann wird er keine Skrupel haben. verlieren könnte. Deshalb stellten die fünf Pandavas eine Armee auf. denn die wäre unvermeidlich gewesen. Auch einige Heerführer. bei der jeder auf der anderen Seite viele Verwandte. Insgesamt aber war das Heer von Duryodhana wesentlich stärker. Einige Könige der umliegenden Gebiete sicherten den Pandavas ihre Unterstützung zu. waffenlos bleiben und nicht kämpfen würde. Dhritarashtra. Sie sagten: „Das könnt ihr uns nicht antun.

Soviel also zur Vorgeschichte der Bhagavad Gita. ihm sein drittes Auge (das spirituelle Auge) zu öffnen. Sanjaya. 10 . Vyasa bot Dhritarashtra an. Aber Dhritarashtra lehnte dieses Angebot ab. dem Oberkönig stets vom Verlauf der Schlacht berichten. was er vielleicht zu sehen bekommen würde. Aber er hatte nicht den Mut und scheute die Auseinandersetzung mit seinen Söhnen. auf dem sich die beiden Heere der Kauravas und der Pandavas bereits in Schlachtordnung aufgestellt haben. Arjuna. als die höchste Persönlichkeit Gottes. gab es nicht einmal einen Boten. über die Ereignisse auf dem Schlachtfeld informiert zu werden. Sein ganzes Leben war er blind und hatte nichts gesehen. um einen vernichtenden Krieg um die zukünftige Herrschaft über das Königreich zu führen. Dieses Zwiegespräch zwischen Krishna und Arjuna. dann wäre das erste. findet mitten auf dem Schlachtfeld statt. So konnte Sanjaya. So könne dieser ihm von den Vorgängen auf dem Schlachtfeld berichten. Dann könne er die Vorgänge auf dem Schlachtfeld selber beobachten. das Schlachtfeld intuitiv vor sich zu sehen. das dritte Augen zu öffnen. der nichts anderes ist. wie die Dinge sich entwickelten. der jüngere Bruder Yudhishtaras. und seinem Freund Arjuna. Damit erklärte sich Dhritarashtra einverstanden. Er fühlte sich in seiner Haut nicht wohl und hatte ein schlechtes Gewissen. der Dhritarashtra die Nachrichten überbringen konnte. seinen Schüler und Dhritarashtras Berater. Darüber beklagte sich Dhritarashtra beim Weisen Vyasa (der Autor der Mahabharata). seinen Berater zu fragen. Die folgenden 18 Kapitel gelten als die eigentliche Bhagavad Gita. dass seine Söhne das Falsche taten und er wußte auch. Die Bhagavad-Gita ist ein Zwiegespräch zwischen Krishna. Deshalb bot der Weise Vyasa Dhritarashtra an. wie seine geliebten Söhne und die Söhne seines jüngeren Bruders Pandu sich gegenseitig töteten? Das aber wollte er nicht. zweifelt plötzlich an seinem Tun. Sein Wunsch war es. seine Söhne von diesem Krieg abzuhalten. Er wusste. Und so wartete er mit schlechtem Gewissen und traurigem Herzen ab. dass es seine Pflicht gewesen wäre. Aber zunächst getraute Dhritarashtra sich nicht. der durch die Barmherzigkeit seines Meisters Vyasas befähigt war. Sollte er jetzt sehen können. Aber da jeder Mann auf dem Schlachtfeld gebraucht wurde.der Hauptstadt zurück.

wenn er seine eigenen Verwandten und Freunde getötet hätte. die Situation auf dem Schlachtfeld. selbst wenn dies Krieg bedeutet. ja schliesslich sogar sich selbst als göttliches Wesen. unterwies dieser ihn über die sozialen und religiösen Pflichten sowie über den Yoga.Er sah seine Pflicht als Krieger darin. und tue dann. das immer vertraulicher und vertraulicher wurde. den bedrängten Untertanen zu helfen und der Tyrannei von König Duryodhana ein Ende zu bereiten. 11 . und überlässt ihm dann die freie Entscheidung. und als göttliche Inkarnation Vishnus gilt. Doch als er viele seiner Verwandten. Erstes Kapitel: Arjunas Zaudern 1.“ 1. die Bogenschützen und Wagenkämpfer? Der Übersicht halber habe ich am Ende des ersten Kapitels eine Seite angehängt. weshalb ich dir dies zu deinem vollen Nutzen offenbare. Er wußte um die Zerrissenheit seines Freundes. früheren Lehrer. Wer sind die Heerführer. die Rolle als Wagenlenker von Arjunas Streitwagen zu übernehmen. Vielmehr offenbart er die göttliche Natur von allem. übermannten ihn seine Gefühle und er zog es vor. Krishna drängt Arjuna nicht. Krishna hatte Arjuna angeboten. und dem edlen Prinzen Arjuna. lieber als Einsiedler in den Wald zu gehen. kampfbereit auf der gegnerischen Seite sah. der mit beiden verfeindeten Familien verwandt ist. wer sind die Kämpfer. und das ist der Grund. Denke gründlich darüber nach. Als sich Arjuna nun mit seinen Zweifeln an Krishna wandte.1 Die Niedergeschlagenheit Arjunas Inhaltsverzeichnis Im ersten Kapitel schildert der mit dem dritten Auge ausgestattete Sanyaja dem blinden Oberkönig Dhritarashtra. So kann man schnell einmal nachsehen. weil Arjuna sein geliebter Freund ist. Du bist mir sehr lieb. wer auf welcher Seite kämpft und wie die Kräfteverhältnisse sind. wer in welcher Funktion an der Schlacht beteiligt ist. dem Vater Duryodhanas. Er erläutert ihm. die er immer noch achtet. als bei einem Kampf soviel Blut zu vergießen. Freunde und Bekannten. ja zum Teil sogar liebte. er könne sich des Königreichs nicht erfreuen. Am Ende der Bhagavad Gita sagt Krishna zu Arjuna: „So habe ich dir ein Wissen erklärt. symbolisiert durch Krishna. er bedroht ihn nicht. auf der die Namen der beteiligten Personen nachzulesen sind. Arjuna sagte zu Krishna. dass in der Schlacht das Gute. Schnell stellt sich heraus. ein König. was dir beliebt.

Nakula. schloß er vom Familienerbe aus. kämpft. die Söhne des Pandu zu ermorden. ist von vornherein klar. Arjuna. So wird eigentlich bereits zu Beginn der Bhagavad Gita deutlich. Nachdem Arjuna aber sah.Pandu. dass nur seine Söhne das Familienerbe antraten und den Königsthron übernahmen. Bishma. So standen sich auf dem Schlachtfeld zwei Gegner gegenüber. Freunden. um wieder ein Leben als Einsiedler zu führen. Wie aber in allen hinduistischen Epen sind auch in der Bhagavad Gita Gut und Böse nicht einseitig verteilt. die gegensätzlicher kaum sein konnten. wer von seinen Verwandten. um sich einen Eindruck von der Stärke seiner Gegner zu machen. dass die Schlacht nur einen Sieger haben kann und daß die Krieger Duryodhanas alle in der Schlacht von Kuruksetra sterben würden. seinen Streitwagen zwischen die beiden Heere zu lenken. sondern die „Bösen“ zeigen immer auch gute und liebenswerte Eigenschaften. Lehrern und Bekannten an der Schlacht teilnahm. Mit dem Klang der Muschelhörner begann die Schlacht. wie er es bereits 13 Jahre lang zuvor getan hatte. Arjuna stellte sich die Frage. Doch bevor die Schlacht begann.Yudhishtara. Sie galten als tapfer und fromm und standen unter dem persönlichen Schutz des göttlichen Krishna. bat Arjuna Krishna. wogegen die „Guten“ auch Schwächen haben und notfalls zu List und Lüge greifen. Einserseits die Söhne des regierungsunfähigen und blinden Königs Dhritarashtras. die rücksichtslos und machtbesessen waren und auch nicht. Sahadeva. ob er jemals wieder glücklich werden würde. vor dem Versuch zurückschreckte. Auf der anderen Seite standen die fünf Söhne des jüngeren Bruders Dhritarashtras . welches besonders durch König Duryodhana verkörpert wird. Darum stellte Arjuna an Krishna die Frage. hatten 13 Jahre im Exil gelebt und waren in dieser Zeit spirituell geläutert. wie Dhritarashtras Sohn Duryodhana. wer diese Schlacht gewinnt. kamen ihm Bedenken. Die fünf Söhne Pandus .gegen das Böse. wenn er alle diese Männer töten ließ und in ihm kam der Wunsch auf. Die Söhne seines jüngeren Bruders Pandu dagegen. Und da die Geschichte natürlich ein Happy End haben soll. weil sie sich der Partei 12 . ob dieser Krieg einen Sinn hätte? Der blinde Oberkönig Dhritarashtra hatte die Absicht. sich in die Einsamkeit des Waldes zurückzuziehen.

“ Nachdem der Hellseher Sanjaya König Dhritarashtra die Situation auf dem Schlachtfeld erläutert hatte. Dann blies Bhisma in sein Muschelhorn. Arjuna hatte auch nicht vor. der die Rolle des Wagenlenkers übernommen hatte.des sündigen Duryodhana angeschlossen hatten. weil er die Pläne seiner Söhne unterstützte. ermunterte aber auch die anderen Heerführer. wem es zu kämpfen gelüstete und mit wem er sich in dieser Schlacht zu messen hatte. dass die Kurus in dieser Schlacht vernichtet werden würden. Obwohl Friedensbemühungen auf dem Schlachtfeld ausgeschlossen waren. Dies war das Zeichen für den Beginn der Schlacht. bat Arjuna Krishna. da Sri Krishnaa bei ihnen ist. der über das größere Heer verfügte und davon ausging. der Seite der Kauravas (die Söhne der Kuru) gegen sieben auf der Seite der Pandavas (die Söhne Pandus). ging immer noch von einem sicheren Sieg aus. Schliesslich kämpfen elf Stämme auf seiner Seite. Sanjaya wies König Dhritarashtra die Schuld für den Untergang der Kuru-Dynasie zu. der sich aus Freundschaft zu Arjuna als sein Wagenlenker angeboten hatte. Die transzendenten Muschelhörner sollten andeuten. Friedensangebote zu unterbreiten. war in seiner Stellung als höchste Gottheit natürlich nicht in Frage 13 . damit er sehen konnte. dass es für die Kurus (Kauravas) keine Hoffnung auf einen Sieg gab. Duryodhana aber. Krishna. wie sehr die Kurus danach drängten. seines Großvaters Bhisma. die Stärke seiner Streitkräfte sei unermesslich. Die Vorzeichen würden schon jetzt darauf hindeuten. Duryodhana dachte über Strategien nach. den Streitwagen zwischen beide Heere zu fahren. wer anwesend war. der höchste Herr. die den Söhnen Pandus gleichen. wollte Arjuna dennoch sehen. wies er mit sehr viel Takt und Feingefühl darauf hin. Gleichzeitig bliesen auch Krishna und Arjuna in ein transzendentes Muschelhorn. lobte die besonderen Fähigkeiten des Generals. diesen unerwünschten Krieg zu führen. „Der Sieg ist immer mit den Menschen. wie unklug es sei. die Söhne Pandus um den Königsthron zu betrügen. Doch bevor die Schlacht begann. Obgleich Arjuna sich seines Sieges sicher war. wollte er doch die Stärke seiner Gegner abschätzen.

Großväter. dass Arjuna Angst um das Leben all dieser Menschen hatte. An diesem Punkt ist es ein wenig schwierig. da er deren Tod voraussah. Freunde und auch seine Schwiegerväter und seine Gönner erkennen. Arjuna vergaß. noch könnte ich die Früchte des Sieges. die Glieder zittern. Wenn es sich auch um eine Schlacht zwischen den Kurus (den Bösen) und den Padavas (den Guten) 14 . Er sah böse Vorzeichen und fand kein Heil darin. Schon lange vor der Schlacht hatte Arjuna Mitgefühl mit seinen eigenen Soldaten. Es ist unverkennbar. Lehrer. Enkel. Nachdem Arjuna alle möglichen Verwandten. wie sehr Arjuna an äußerlichen (materiellen) Dingen haftete. Nahezu alle Verwandten Arjunas waren gekommen. dass seine Interessen eigentlich Krishna gelten sollte. begehren. das Königreich. Nun aber empfand er auch Mitleid mit den gegnerischen Kriegern. die Gita zu verstehen. Erde. Der Bogen gleitet aus meiner Hand.“ Mit diesem Beispiel soll deutlich gemacht werden. das eigene Leben zu verlieren. Die Beziehung zwischen Krishna und Arjuna sollte man unter einem freundschaftlichen und spirituellen Aspekt betrachten. Er begehrte nicht mehr nach einem Sieg oder der Königsherrschaft. fühle ich. konnte er seine Väter. Brüder. mit dem er alle Himmelsrichtungen in allen drei Welten (Himmel. wurde er von Mitleid überwältigt und sagte zu Krishna: „Beim Anblick meiner Freunde und Verwandten. um gegen ihn zu kämpfen. Arjuna sagte zu Krishna: „Ich kann nicht sehen.gestellt. wie etwas Gutes entstehen kann. Als Arjuna mit seinem Streitwagen. auf dem Schlachtfeld zu bleiben. Unterwelt) erobern konnte. wie mir die Lippen beben. aber auch Angst davor. meine Haut brennt. Onkel mütterlicherseits. Durch seine Unruhe war Arjuna nicht länger in der Lage. die so kampfeslustig vor mir stehen. wie sich meine Haare sträuben und mein Mund austrocknet. Die Angst Arjunas und der Verlust seiner Ausgeglichenheit beruhten darauf. Freunde und die Altersgenossen seines Vaters und seiner Großväter gesehen hatte. dass er noch seinen weltlichen Vorstellungen anhing. wenn ich meine eigenen Verwandten und Freunde in dieser Schlacht töte. mir wird schwindlig und ich vermag nicht mehr zu stehen. Söhne. der übrigens ein Geschenk des Feuergottes Agni war. mitten zwischen den Heeren beider Parteien stand. Lehrer. diese Menschen zu töten. Onkel. Alle waren auf dem Schlachtfeld versammelt.

welches er von seinem Vater geerbt hatte. Im Leben möchte der Mensch gerne seine Sinne befriedigen und Gott soll der Lieferant dieser Sinneslust sein. Lehrer. wenn ich dafür die drei Welten bekäme. den Kuhhirtinnen im Dorf Vrindavan. Obwohl Krishna nicht dafür da ist. versuchte er das äußere Königreich zu erobern.“ Arjuna redet Krishna mit „Govinda“ an. so sehen viele Hindus den Text der Bhagavad Gita nicht nur unter dem Aspekt der kriegerischen Auseinandersetzung. hatte. das Königreich zurückzufordern.handeln. auf dem Schlachtfeld getötet werden? Wenn alle Freunde. sondern sie betrachten ihn ebenfalls als eine Metapher. ohne dabei auf eigene Sinnesbefriedigung zu achten. Aber nun kamen Arjuna Bedenken und er wollte stattdessen lieber ein zurückgezogenes Leben im Wald führen. mit ihnen zu kämpfen. Schwäger. Söhne. Das wahre Schlachtfeld ist dann das Leben und die feindlichen Heerscharen sind die menschlichen Schwächen. weil Krishna einst als Hirtengott Govinda ein romantisches Abenteuer mit den Gopis. Enkel und alle Verwandten nun vor mir stehen. Govinda steht im diesem Zusammenhang also für die Kühe bzw. Da Arjuna nicht erkannte. was seine Sinne zufrieden stellen würde. unsere ausschweifende menschliche Sinneslust zu befriedigen. geschweige denn die Erde. wie den Menschen danach gelüstet. Väter. Seine einzige Möglichkeit. so bin ich nicht bereit. deutet er damit an. eine indirekte Aussage. zusammen mit seinen Brüdern gegen die Kurus zu kämpfen und das Königreich zurückzufordern. wie sie es verdienen und nicht in dem Maße. wenn wir die spirituellen Sinne Krishnas erfreuen. stellt es doch unsere Sinne zufrieden. für die Sinne. die besiegt und überwunden werden müssen. wenn all jene. mit all seinen menschlichen Schwächen. Darum sprach Arjuna zu Krishna: „Govinda. für die wir dieses begehren. dass das wahre Königsreich nur in seinem Innern zu finden ist. nicht einmal. gehen durch 15 . was nützen mir Königreiche und das Glück. die Sinne Krishnas zu erfreuen. Aber Gott wird die Sinne der Menschen nur in dem Maße befriedigen. auch wenn sie bereit sind. für wen sollte ich noch kämpfen? Krishna. du Erhalter aller Geschöpfe. Dann wird aus der kriegerischen Auseinandersetzung ein Zwiegespräch zwischen dem göttlichen Krishna und Arjuna. um ihr Leben und ihr Eigentum zu opfern. Wenn der Mensch sich aber bemüht. Indem Arjuna das Wort Govinda benutzt. bestand darin. mich zu töten.

der in der Gita auch selber die Rolle des Weisen übernimmt. Wenn auch jene. Darum sprach Arjuna zu Krishna: „Warum sollten wir die Söhne Dhritarashtras und seine Freunde töten? Was können wir dabei gewinnen? Wie können wir jemals glücklich werden. so stellt er sich gegen die göttliche Ordnung und fügt sich am Ende selber Leid zu. bevor sie auf dem Schlachtfeld starben. Krishna kann durchaus verzeihen. dass alle Menschen. Er hatte Mitleid mit ihnen und wollte sie nicht töten. aber er duldete es nicht. Der religiöse und ethische Inhalt der Bhagavad Gita. Dieses wird in den späteren Kapiteln deutlich. kann als Quintessenz der Veden betrachtet werden. genau so handeln?“ Will man die Aussagen der Bhagavad Gita verstehen. du Gemahl der Glücksgöttin Lakshmi. Dass es also eigentlich nicht Krishna ist. Im Laufe der Jahrhunderte aber erfuhr die Gita immer wieder Veränderungen. Weiterentwicklungen und wurde dem Geist der jeweiligen Zeit angepasst. sondern dass es die Menschen selber sind. dass sie bereits um etwa 400 vor Christus vom Weisen Vyasa geschrieben wurde. sondern mit ihnen zusammen ein angenehmes Leben führen. deren Sinn von Gier und Rachsucht gehemmt ist. Fügt der Mensch aber seinen Geweihten Leid zu. dass Krishna diese Menschen bereits getötet hatte. Was Arjuna aber nicht wußte war. Man kann dieses Verhalten Krishnas so verstehen. Krihna hatte keinerlei Wunsch nach Rache. warum sollten wir. Arjuna taten all seine Freunde und Verwandten leid. wenn der Mensch ihn persönlich verletzt. im Wissen um die Sünde. etwas in sich selber töten.die Gnade Krishnas. nachdem wir unsere eigenen Freunde getötet haben? Sünde wird über uns kommen. so muss man natürlich Bedenken. alle Wünsche des Menschen in Erfüllung. Somit spiegelt die Gita natürlich auch den Geist dieser historischen Zeit wieder. mit Freunden zu streiten oder die eigene Familie zu töten. die durch ihr eigenes Verhalten etwas in sich erlöschen und sich damit seelisches und körperliches Unheil zufügen. der die Menschen tötet. wenn wir so etwas tun. die schwerwiegend gegen die göttlichen Gesetze verstoßen. Krishna. 16 . wenn ein Unrechter seinen Geweihten ein Leid zufügte. Viele von ihnen achtete und liebte er. keinen Fehler darin sehen.

So würde man heute z. solch einen Angreifer zu töten. aber er hätte eventuell auch über Alternativen nachgedacht. endete diese Diktatur oft mit dem natürlichen Tod des Diktators. Schließlich haben die Menschen in den vergangenen 2 Jahrtausenden. der andere vergiftet jemand. wenn man solch einen Angreifer tötet. so kann Arjuna nicht als ein gewöhnlicher Mensch betrachtet werden. dass gesellschaftlicher Wandel auch ohne kriegerische Auseinandersetzungen möglich sind. als die Veden verfasst wurden. nicht zur Verfügung standen. dass man dem 17 . der eines anderen Frau entführt Nach vedischen Selbstverständnis begeht man also keine Sünde. Mag ein gewöhnlicher Mensch auch darüber nachsinnen.Dem vedischen Verständnis zufolge. 2. Da war an Gewissensprüfung und Wehrdienstverweigerung natürlich nicht zu denken.B. Dies drückte sich auch in seinem Verhalten aus. der mit tödlichen Waffen angreift jemand. Das hätte dem Text der Bhagavad Gita ein wenig ihren kriegerischen Charakter genommen. Alles andere galt nach vedischem Selbstverständnis als Feigheit und wurde mit dem Tode bestraft. über militärische Alternativen nachdenken. 3. der Besitztum plündert jemand. neue Erkenntnisse gewonnen. Alles was auf dem Schlachtfeld zählte. Hätte der Weise Vyasa die Bhagavad Gita heute geschrieben. 6. Und schon gar nicht in der vedischen Zeit. Selbst in Ländern. 4. der das Haus eines anderen in Brand setzt jemand. der eines anderen Land besetzt jemand. gibt es sechs Arten von Angreifer: 1. Erfahrungen gesammelt und vor allem durch den wissenschaftlichen Fortschritt und den gesellschaftlichen Wandel. so hätte er vielleicht immer noch von einer militärischen Auseinandersetzung gesprochen und sie als Metapher für die Auseinandersetzung mit den menschlichen Schwächen und Leidenschaften verstanden. Dem Charakter nach war er ein Heiliger. die den Menschen in der Zeit. die unendlich viel Leid über das Volk brachten. Aber diese Haltung ist natürlich für einen Krieger nicht angebracht. in denen über Jahrzehnte fürchterliche Diktaturen herrschten. Haben doch manche friedlichen Revolutionen gezeigt. jemand. war Mut und Gehorsam. 5. Damit soll natürlich nicht gesagt werden.

Aber in den meisten der oben beschriebenen Angriffe. In Arjunas Fall ist weiter zu bedenken. Eigentlich sollte die Gewissensentscheidung für spirituelle Menschen wichtiger sein. dass Krishna natürlich nicht die Absicht hatte. es sei besser. das ihm am Ende nur Unglück bereiten würde. Galt es außerdem nach vedischen Verständnis als rechtmäßig. Ehre. Es waren seine Verwandten. irgendjemandem ein Unheil zuzufügen. mit welchen Angreifern er es zu tun hatte. Freunde und Lehrer. vor allem nicht seinen Freunden. Darum war Arjuna der Meinung. dass sie einerseits nicht nach Ruhm. aus Gewissensgründen auf das Töten zu verzichten. Aber offensichtlich gab es bei Arjuna doch noch manche Zweifel die Krishna letztendlich beseitigen sollte. so hat sich in der heutigen Zeit diese Einstellung zum Glück in vielen Ländern gewandelt. dass man sich eventuell zu schnell gegen das Leben des Angreifers entscheidet. Somit würde es für Arjuna eigentlich keinen Grund geben. als der politische Notstand. weil er Krishna damit sagen wollte. lässt sich das Töten des Angreifers sicherlich vermeiden. 18 . Was Arjuna aber nicht erkannte war. Beinhaltet sie doch die Gefahr. als wenn er es mit völlig fremden Angreifern zu tun gehabt hätte. Daher hatte er natürlich mehr Zweifel. So manche Demokratie konnte tatsächlich erst durch den militärischen Einsatz gerettet werden. die richtige Entscheidung zu fällen. Außerdem wird von Heiligen erwartet. in einen Krieg zu ziehen. dass dieser ihn nicht zu etwas verleiten sollte.skrupellosen Treiben der Diktatoren untätig zuschauen sollte. Warum sollte er also den Pfad seiner eigenen Verwirklichung verlassen? Arjuna sprach in diesem Zusammenhang Krishna als Gemahl der Glücksgöttin Lakshmi an. Schließlich sind selbst Königreiche genau so wie alle irdischen Freuden nicht von ewiger Dauer. In Notwehrsituationen mögen solche Entscheidungen gerechtfertigt sein. Durch diese Entscheidung wollte er seinen religiösen Lebenswandel nicht gefährden und das seelische Gleichgewicht nicht verlieren. mit der andere sie kränken. andererseits aber auch über jede Form der emotionalen Verletzlichkeit stehen. die er töten sollte. Reichtum und Macht streben. einen der sechs oben beschriebenen Angreifer zu töten. Es wird also immer schwierig bleiben.

welches normalerweise nur in der gesellschaftlichen Oberschicht zu finden war. Andererseits ist diese Ethik natürlich auch Bestandteil der Veden und dürfte somit denjenigen. Dieses Denken erfordert natürlich eine bestimmte Bildung und ein Bewusstsein.“ 1. wenn er von einer rivalisierenden Partei dazu aufgefordert wurde. welches jeder Mensch für sich in Anspruch nehmen kann.noch Wasseropfer für die Vorfahren dargebracht. also ein Mitglied der Königsfamilie oder der Kriegerkaste. Mittlerweile aber haben sich die Zeiten so gewandelt. so zeigt uns dies. Dieses ethische und liberale Denken konnte man seinerzeit wohl nur in der Kaste der Brahmanen (Priester) und der Kaste der Könige und Krieger finden. Es entstehen ungewollte Schwangerschaften und es findet eine Vermischung der Kasten statt. zumal Duryodhana ihn dazu herausgefordert hatte. nicht weigern. Die Liberalität ging aber natürlich nicht so weit. Gemäß dieser Verpflichtung konnte sich Arjuna als Prinz also nicht des Kampfes entziehen.1 Das Varnashrama-Dharma 19 Inhaltsverzeichnis . Der Rest der Familie verwickelt sich in unreligiöse Praktiken und verfällt in Gesetzlosigkeit. Aber dort. die in der Lage waren zu lesen.Nach vedischem Selbstverständnis konnte sich ein Ksatriya. dass Arjuna dem allgemeinen Denken seiner Zeit weit voraus war. wo ein unreligiöses Leben vorherrscht. solche Fragen zu stellen. Die alten Familientraditionen werden vernichtet und damit gehen die alten Gesetze verloren. In solchen verdorbenen Familien werden meist weder Reis. Dann brechen die Geister der Vorfahren zusammen und bringen Unheil. dass die Gewissenprüfung und die Wehrdienstverweigerung ein Bestandteil des Grundgesetzes sind. Aber auch die Priester gaben dieses Wissen an die Gläubigen weiter. verderben die Frauen (und Männer).1. so führt dies zur Zerstörung ihrer Familien. zugänglich gewesen sein. zu der auch Arjuna zählte. Dann wandte sich Arjuna wieder an Krishna und sprach zu ihm: „Werden all diese Männer getötet. wie Arjuna sie stellte. an einem Krieg oder an einem Glücksspiel teilzunehmen. dass der normale Soldat es gewagt hätte. Wenn aber ungewollte Schwangerschaften stattfinden. so bringt das Unheil über die Familien und die Familientraditionen werden zerstört. Wenn Arjuna aber doch erhebliche Zweifel über die Sinnhaftigkeit des Kampfes befielen.

Damit verbunden sind bestimmte gesellschaftliche. Die horizontale Ebene regelt das Varna. Krieger. Das Varnashrama regelt schon seit vielen Jahrhunderten die indische Gesellschaftsordnung. die sich aus der Auseinandersetzung mit der Bhagavad Gita. die meist durch den sozialen Status des Vaters bestimmt wird. den Veden und mit dem Hinduismus ergeben haben. irgendwann die Selbstverwirklichung (Erleuchtung) zu erlangen. Gelehrter) Kshatriya (König. Das Varna ist ebenso wie das Ashrama ein viergliedriges System. um einen besseren Überblick über den historischen Hintergrund zu ermöglich und die Bhagavad Gita besser zu verstehen. sondern bestimmt ebenfalls die religiösen Pflichten und die Pflichten gegenüber den Vorfahren und den Nachkommen. auf die hier aber nicht weiter eingegangen werden soll. Es regelt nicht nur die sozialen Pflichten und Verantwortungen. religiöse und soziale Pflichten.2. Die vertikale Ebene dagegen regelt das Ashrama. Dieses sind in der Regel die Mitglieder 20 .Auf den nächsten Seiten werden einige Erläuterungen folgen. Händler) Shudra (Knecht. Dabei wird auch der Buddhismus ein wenig gestreift. Die Kasten gliederten sich in viele Unterkasten. Das Varnashrama ist ein System. Neben den Kasten gab es noch sogenannte Unberührbare. welches sich in zwei Ebenen unterteilt. die spirituelle Entwicklung des Menschen. Während das Kastenwesen in erster Linie die gesellschaftliche Hierarchie bestimmt und somit die soziale Ordnung des Menschen festlegt. Dienstleistender) Nach hinduistischer Tradition wird man in die entsprechende Kaste hineingeboren. die durch die unterschiedlichen Berufsgruppen bestimmt waren.1 Varna – das Kastenwesen Inhaltsverzeichnis Beim Kastenwesen unterscheidet man folgende Sozialordnungen: • • • • Brahmanan (Priester. 1. Kaufmann.1. dient das Ashrama der spirituellen Vervollkommnung. Sie sollen das Bild dieses Buches ein wenig abrunden. Prinz. höherer Beamter) Vaishya (Landwirt. mit dem Ziel. Damit ist das indische Kastenwesen gemeint.

wurde den Eheleuten empfohlen.2 Ashrama – die vier Lebensstadien Inhaltsverzeichnis Das Ashrama wird im Hinduismus auch als das Konzept der vier Lebensstadien bezeichnet. wie die übel riechenden Arbeiten mit Tierhäuten. 21 . Auch heute noch werden Unberührbare vielfach Opfer von Gewalt und Racheakten. Die Ehefrau dagegen kümmert sich um Haushalt und Familie. so wurde den Eheleuten sexuelle Enthaltsamkeit (Brahmacharya) empfohlen. Das intime Beisammensein der Eheleute galt im wesentlichen der Zeugung der Nachkommen.und Familienleben (20/25 bis 50/60) Vanaprastha. Hierbei unterscheidet man folgende 4 Lebensstadien: • • • • Brahmacharya. 1. Die Unberührbaren verrichteten meist die niedrigen und unreinen Tätigkeiten. das Reinigen der Toiletten und Straßen. War die Familienplanung abgeschlossen. In dieser Zeit geht der Ehemann seinen beruflichen Pflichten nach und versucht.1. Die zweite Phase des Ashrama ist die Berufs. Man kann die Brahmacharis durchaus als kleine Mönche betrachten. Schulzeit (10/14 bis 20/25 Jahre) Grihastya. Die Eheleute sollten sich bemühen. In früheren Zeiten lebten etwa 30 Prozent aller indischen Kinder. Berufs. schulischen und spirituellen Dingen unterrichtet. in häuslichen.der niedrigsten Kasten. im Beruf erfolgreich zu sein. einmal im Monat intim zu sein. um seine Familie gut versorgen zu können. In der Sexualität wurde Zurückhaltung empfohlen. Entsagung (70/75 Jahre bis zum Tod) In der ersten Lebensphase.und Ehezeit. lebt der Schüler bei einem Lehrer (Guru). sowie das Begraben der Toten. das Wegschaffen von Unrat und Kadavern. Vorruhestand (50/60 bis 70/75 Jahre) Sannyas. besonders die Kinder aus der Oberschicht. in einem Ashram bei einem Lehrer (Guru). Der Brahmachari lebte enthaltsam und wurde von seinem Lehrer. Solange die Familienplanung noch nicht abgeschlossen war. ein religiöses und spirituelles Leben zu führen und ihre Kinder auch dazu anregen.1. Teilweise ist das indische Kastenwesen auch heute noch vorzufinden. um dem Kinderwunsch nachzukommen. der oft mit seiner Frau zusammenlebte. dem Brahmacharya.

dem Leben des völlig Besitzlosen. widmete man sein Leben vollkommen Gott. die das Zerbrechen dieser Werte mit sich brachte. aber ich glaube.Die dritte Stufe des Ashrama war der langsame Übergang in den Ruhestand. Im letzten Lebensabschnitt. 1. Arjuna hatte Angst vor den Folgen. in der die Kinder allmählich das Haus verlassen und der Familienvater daran denkt. diese Haltung ist historisch bedingt. Also sehen wir mit Wohlwollen Arjuna diese Einstellung nach. war die Frau dem Manne untertan und es war an Gleichberechtigung nicht einmal zu denken. zog sich in die Einsamkeit des Waldes zurück und lebte als asketischer Waldeinsiedler. Haus und Hof an die Kinder zu übergeben.und Atemübungen und betete. in dem Wissen. der dem irdischen Leben entsagt hatte und die Vereinigung mit Gott anstrebte. dem Sannyas. sich langsam körperlich und emotional von seinem Partner zu trennen.2 Arjunas Zweifel lassen nicht nach Inhaltsverzeichnis Dies waren also die gesellschaftlichen Werte. Die Bhagavad Gita spricht zwar in erster Linie von den Verfehlungen der Frauen. Als Vorruheständler praktizierte man Brahmacharya und versuchte. So ist es also nicht weiter verwunderlich. um sich langsam auf den Ruhestand vorzubereiten. dass er 22 . Es ist die Zeit. sich ihrem spirituellen Leben zu widmen. um sich auf den vierten Lebensabschnitt. Aber sie richteten ihr Leben durchaus nach religiösen Kriterien aus und setzten sich mit dem Tod auseinander. Dieses brächte ungewollte Schwangerschaften und Unheil in den Familien mit sich. Man trennte sich vom Partner. Zu jener Zeit als die Gita geschrieben wurde. Dadurch. Man war jetzt ruhiger und abgeklärter. dass der älteste Sohn sich bereits um Haus und Hof kümmerte. Diese Wertevorstellungen drohten nun auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra zu zerbrechen. dass sich Männer und Frauen ins moralische Verderben stürzen würden. hatte mehr Zeit für spirituelle Praktiken. Aber diesen letzten Schritt haben viele ältere Ehepaare dann doch nicht vollzogen. machte Yoga. vorzubereiten. meditierte. wenn Arjuna vom Verderben der Frauen sprach. Er fürchtete sich vor dem Verlust der religiösen Werte und hatte Angst davor. Aber zum „Verderben“ gehören natürlich immer zwei. hatten die Eltern mehr Zeit. dem Sannyas. die die indische Gesellschaft über viele Jahrhunderte bestimmte.

so gehen nicht nur die familiären Bindungen und das Gefühl für Recht und Moral verloren.B. die die Familientraditionen vernichten. der konnte durch Opferrituale wieder geläutert werden. aus dem Wunsch. die sie tief in ihrem Herzen verinnerlicht hatten. soll es dem Menschen ermöglichen.insgeheim ein Sympathisant der Gleichberechtigung war. wurden die Ahnen von einem leidvollen Leben als Geist oder anderen leidvollen Umständen befreit. die die Familientraditionen zerstören. königliches Glück zu genießen. Somaopfer (siehe: 1. So war es Familientradition. die in den Heiligen Schriften der Veden niedergeschrieben sind. Jemand. so wurde man von vielen Sünden befreit. 23 . seine Erlösung zu erlangen. In den 13 Jahren seines Exils. Die Erziehung durch weise Yogalehrer. Diese Opfer wurden Vishnu dargebracht. Wenn man die Reste dieser Opfer verspeiste. hielt Arjuna sich häufig in Ashrams auf und wurde von verwirklichten Meistern in der Kunst des Yoga unterrichtet. dass denjenigen. sich gesund zu ernähren und wurde in den Heiligen Schriften unterrichtet.“ Die Einteilungen des Kastensystems und die göttliche Ordnung der Religion. der Aufenthalt in der Hölle gewiß ist. werden die unsterblichen Gesetze der Kasten und Familien zunichte gemacht. Er übte sich in der Meditation. den Vorfahren auf diese Weise zu helfen.1 Somaopfer). ethischen und religiösen Werte zerstören. die großen Einfluß auf die indische Gesellschaft hatten. lernte. Indem man ein gottergebenes Leben führte. sind wir entschlossen.2. ich habe als Yogaschüler gehört. Nach hinduistischen Bräuchen war es üblich. Opfer für die Vorfahren. sondern die Menschen vergessen den Sinn des Lebens. O weh. unsere eigenen Stämme zu töten. die traditionell gewachsenen sozialen. konnte man Hunderte. Wer sich aber versündigte. gab den Menschen eine spirituelle Orientierung. Wenn die Menschen ihren Vorvätern Speisen opferten. Wenn aber unverantwortliche Führer. lernte Atemübungen. brauchte diese Handlungen nicht durchzuführen. Dann sagte Arjuna zu Krishna: „Durch die unverantwortlichen Führer des Landes. ja Tausende seiner Vorfahren von allen möglichen Formen des Leids befreien. der allerdings ein gottgefälliges Leben führte. Feueropfer. Krishna. den Vorfahren regelmäßig Reis und Wasser zu opfern. So sind im Hinduismus z.

nicht zu kämpfen.Bhisma (General. was er für ein großes Herz hatte.“ Nachdem Arjuna diese Worte gesprochen hatte. Er bedachte nicht. sank er vor Schmerz überwältigt auf den Sitz seines Streitwagen nieder und warf Pfeil und Bogen zu Boden. die Söhne des Oberkönigs Dhritarashtra würden mich wehrlos und widerstandslos erschlagen. wie sehr die Gegenseite zum Kampf drängte. Arjuna sah sich in solch einer verzweifelten Lage.Bhima (wenig erfahrener General. wird auch die Segnungen der Erlösung von ihm empfangen.Bhurisraval (Sohn Somadattas = König der Baliker) Pandavas .Vikarna (Bruder Duryodhanas) . Liste der Personen.Asvatthama (Sohn Drohnacaryas + Saumadattis. Freund Arjunas) . als dass ich mit ihnen kämpfen würde. Dhristadyumna wurde von General Dronacarya ausgebildet) .Krishna (Inkarnation Vishnus) . Wer so mitfühlend und voller Nächstenliebe ist und sein Leben auf Gott ausrichtet. von Arjunas Mutter Kunti geboren. ehe sie Arjunas Vater König Pandu heiratete) . dass er beschloß. war es üblich. der Mitglieder der Kriegerkaste. dass er ein großer Geweihter Krishnas war. Duryodhana fürchtet. Zum Schluß des ersten Kapitels sagt Arjuna fast resignierend: „Es wäre mir lieber.Duryodhana (König) Heerführer: . Er war vollkommen verwirrt in seinem Geist.Dhristadyumna (Sohn von König Drupada = Vater Draupadis = Ehefrau der 5 Pandavas. Großvater Duryodhanas + Arjunas) . einen unbewaffneten und unwilligen Gegner nicht anzugreifen.Karna (Halbbruder Arjunas. von ihm getötet zu werden) Wagenkämpfer: 24 .Yudhishtara (König) Heerführer: . unersättlicher Esser.Dronacarya (General. was beweist. Nach den Kampfregeln der Ksatriyas.Dhritarashtra – Vater (blind) . Lehrer Arjunas) .aber auch Tieropfer bekannt. Seine Einstellung beweist also. verfügt über herkulesche Kräfte. die in der Bhagavad Gita (Mahabharata) erwähnt werden: Kurus (Kauravas) . selbst wenn der Feind ihn angreifen würde.

Kripacarya (heiratete die Zwillingsschwester Dronacaryas.500 bis 1.Sakuni (Onkel mütterlicherseits) .Kritavarna Pandavas . Chr.Söhne Draupadis andere Krieger: .1 Somaopfer Inhaltsverzeichnis Soma ist ein im Rig Veda erwähnter Rauschtrank der Götter und geht zurück auf die Arier.Laksmana (Sohn) . mit Milch und Mehl vermischt und dann einige Zeit der Gärung überlassen wurde. dem die Götter ihre Unsterblichkeit verdankten. Kapitel).Virata . Auch in Persien waren ähnliche Kultopfer bekannt. Lehrer Arjunas) andere Krieger: .Cekitana . weiß man bis heute nicht genau. Der Somasaft wurde getrunken und sollte den 25 .König von Kasi 1. bei dem der Saft einer Pflanze.Satyaki (unbesiegbar) .2. um welche Pflanze es sich dabei handelt.Saibya .Jayadratha .000 v.Kurus (Kauravas) . Somaopfer und Tieropfer werden heute nicht mehr vollzogen.Draupadi (König) . Der Name Soma ist verbunden mit dem arischen (brahmanischen) Mondgott.Sohn Subhadra .Kasiraja . Indien eroberten (mehr darüber im 9.Purujit .Uttamauja .Somadatta (Großvater Arjunas) . die um 1.Kuntibhoja . halluzinogenes und betäubendes oder stimulierend und wachhaltendes Rauschgetränk. Unter Somaopfer versteht man ein berauschendes. Man kann das Somaopfer mit dem Ambrosia der griechischen Mytologie vergleichen.Dhristaketu .Arjuna (Streitwagen Geschenk des Feuergottes Agnis) .Kritavarna (Gönner Arjunas) .Salya (Onkel mütterlicherseits) .Yuyudhana Bogenschütze: .Sikhandi .Yudhamanyu .

zu erfassen. Der Desmodium-Strauch wird Saumya genannt. der „Salbei der Heiligen“ (Salvia divinorum) geraucht. handeln könnte. in Betracht gezogen. Unter ethogener Wirkung versteht man das Gefühl. Auf diese Weise haben sich Schamanen in Trance versetzt und mit Geistern kommuniziert. dass es sich beim Soma um die Ephedra-Pflanze. einem holzartigen Gewächs aus der Familie der Meerträubel. Eine Reihe von Sanskrit-Pflanzennamen deutet auf Soma hin. deren Stängel von Priestern zwischen Steinen ausgepresst wurden. mit Gott verbunden zu sein oder das ganze Universum zu schauen bzw. Die Fingerhirse ist ebenfalls als Soma bekannt. findet man in etlichen Pflanzen. Ebenso ist die Theorie aufgekommen. die eine Veränderung der Psyche und des Bewusstseins des Menschen zur Folge haben. beim Soma handele es sich um die Kletterpflanze Sarcostema Vimininalis oder Asclepia Acida. Die Sitte des Urintrinkens ist aus sibirischen Fliegenpilzritualen bekannt. dass die Zubereitung eventuell aus verschiedenen 26 . Der so gewonnene Somatrank wurde dann den Göttern geopfert und von den Brahmanen getrunken. was reich an Somasaft bedeutet. Sie dienen den Pflanzen womöglich zur Abwehr von Fressfeinden. In seinen Wurzeln befindet sich die halluzinogen wirkende Substanz DTM (Dimethyltryptamin).a. Lange Zeit wurde eine Fliegenpilz-Zubereitung als Soma angesehen. da in der Rig Veda beschrieben steht. Die Veden geben nur einen vagen Aufschluss darüber. Der Saft tröpfelte in Kessel. In jüngster Zeit werden die psychotropen Substanzen des PsylocybinPilzes. dass der Urin von Somaberauschten von anderen Menschen getrunken wurde und diese ebenso berauschte. Es kann also nicht ausgeschlossen werden. So heißt die Weinraute Somaluta.Menschen den Zugang zu göttlichen Reichen ermöglichen. Dabei wurde u. In hohen Dosen geraucht oder injiziert gehören sie zu den stärksten psychoaktiven Pflanzen mit halluzinogener und ethogener Wirkung. Eine Hypothese besagt. Eine eindeutige Identifizierung von Soma ist bis heute nicht gelungen. Diese oft giftigen und bitteren Alkaloide. Über die Zusammensetzung des Somas wird seit langem gerätselt. wo er mit geklärter Butter (Butterschmalz) und Mehl gemischt und zum Fermentieren gebracht wurde.

Sie ist durchaus als Realität vorhanden. Ergib dich nicht der Unmännlichkeit. Auf alle Fälle scheinen die Opferrituale in der Frühzeit des Hinduismus eine große Rolle gespielt zu haben. aber es findet im Inneren keine Resonanz mehr statt. 2. Zweites Kapitel: Samkhya -Veden . Unterließ man sie. Arjuna. sagte Madhusudana (Krishna) folgende Worte zu ihm: „Mein lieber Arjuna. den Dämonen des Missverständnisses in 27 Inhaltsverzeichnis . Ein Verwirklichter ist frei von allen Verhaftungen an Freud und Leid.“ (2. von Mitleid erfüllt. nach seinem Tode auf einen höllischen Planeten gebracht zu werden.Pflanzen bestand. die Traurigkeit auslösen könnte. Das heißt nicht. Man nimmt zwar durchaus noch das äußere Leid wahr. die Augen traurig und voll Tränen.01 . du Sohn Parthas. wenn im Inneren ebenfalls Traurigkeit vorhanden wäre. sieht es und hört es. Als Arjuna so traurig war.2. Sie führt nicht in den Himmel. Er hat sich von beiden gelöst und die Leere in sich verwirklicht. Dies ist aber bei verwirklichten Menschen nicht der Fall. mit den Veden und dem Vedante und erläutert die Rolle des Yoga auf dem Weg zur Erlösung. wie kann in dieser schweren Stunde. sondern bereitet Schande. Das Wort Madhusudana ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Sie ist dir nicht angemessen. dass die äußere Welt nicht mehr existiert.1 Arjuna vertraut sich Krishna an Das zweite Kapitel ist eine Zusammenfassung der Bhagavad Gita. Tötete Krishna doch den niederträchtigen Dämonen Madhu. dass Krishna ihm half. Jetzt wollte Arjuna. der die höheren Werte des Lebens kennt. dass man das wahre Selbst nicht kennt. Diese Resonanz kann nur stattfinden. Es beschäftigt sich mit der Samkhya-Philosophie. Gib diese Herzensschwäche auf und erhebe dich.03) Materielles Mitleid. alle Sünden zu sühnen und ein jammervolles Leben nach dem anderen zu erleiden.Yoga 2. Man hat sich aber innerlich davon gelöst. zum Bezwinger des Feindes. um als Folge seiner unreinen Handlungen. so mußte man befürchten. Schmerz und Tränen sind Anzeichen dafür. diese Unreinheit über dich kommen? Sie ist unwürdig eines edlen Mannes.

seinen Körper rettet. der ihn daran hinderte. dann können wir ihre Oberfläche betrachten. Krishna wird in dem Text als Bhagavan bezeichnet. die Höchste Persönlichkeit Gottes • Diese drei göttlichen Aspekte können am Beispiel der Sonne sehr gut erläutert werden. Gehen wir näher an die Sonne heran. Darum analysiert Krishna in diesem Kapitel den menschlichen Körper und die Seele und zeigt uns den Weg zur Selbstverwirklichung. Ein Mensch der in Unwissenheit gefallen ist.und Kriegerkaste und das Verhalten. Die höchste Wahrheit wird in drei Ebenen dargestellt: • • Brahman. Die Sonne zeichnet sich durch drei Erscheinungsweisen aus. das Arjuna zeigte. die unpersönliche. die Kaste der Sudras. materielle Hülle. sein Bewusstsein zu verändern. im Herzen der Menschen Bhagavan. dann sehen wir zuerst den Sonnenschein.ihm zu töten. Arjuna war ein Ksatriya. der liebende Aspekt des Höchsten. Vielmehr muss daran gearbeitet werden. 28 . Man kann Sudra also als eine Geringschätzung betrachten. der unnötigerweise jammert. Wer dies nicht weiß und nur den Verlust (Tod) des Körpers beklagt. kann nicht dadurch gerettet werden. Man kann die unpersönliche spirituelle Natur Brahmans mit dem Sonnenschein vergleichen. Arjunas Unwissenheit zu vertreiben. Krishna jedoch war in der Lage. sein Bhagavan-Aspekt. den höchsten Aspekt Paramatmas im Herzen der Menschen. allesdurchdringende spirituelle Natur Paramatma. indem man seine äußere. Wenn wir die Sonne beobachten. seine Pflichten als Krieger zu erfüllen. befindet sich das Innere der Sonne. Aber unter der Oberfläche. ist mit dem Inneren der Sonne vergleichbar. war seiner Kaste nicht angemessen. als jemand. wird als Sudra bezeichnet. Bhagavan bezeichnet die endgültige und absolut höchste Wahrheit. das uns normalerweise verborgen ist. mit der Sonnenoberfläche und die Höchste Persönlichkeit Gottes. In Bali heißt die unterste Kaste. ein Mitglied der Königs.

hat die Brahman-Ebene erreicht. wird Bhagavan genannt. die sehr reich. Ist er vollkommen mit Gott verschmolzen und hat den Bhagavan-Aspekt verwirklicht. Wenn Arjuna aber immer noch so sehr in der materiellen Welt gefangen war. Sie sollten sich nicht so sehr von der materiellen Welt blenden und fesseln lassen. sehr attraktiv. Er hat Gott in seiner persönlichen Erscheinungsform. sollten sich eigentlich von den äußeren Erscheinungen nicht so beeindrucken lassen. erwartete man nicht von einem Menschen. In Krishnas Gegenwart war Arjunas Sorge um seine Verwandten natürlich nicht angebracht. als absolut höchste Wahrheit erkannt. Solch ein emotionales Verhalten. der erreicht die höchste Stufe. Nur Krishna kann dieses für sich in Anspruch nehmen. Derjenige. Er ist die höchste Gottheit. alle Schönheit. der sich so intensiv mit der Erlösung beschäftigt hatte. allen Ruhm. der befindet sich auf der ersten Stufe der Seligkeit. so intensiv ihrer spirituellen Verwirklichung widmeten. alle Stärke. der Gott in seinem unpersönlichen Aspekt erkannt hat. Wer aber vollkommen mit der Liebe Gottes verschmilzt. Wer die Liebe Gottes. die sich. sehr intelligent. alle diese Aspekte in sich vereinigt zu haben. Aber er hat keine Vorstellung davon. Hat er aber einmal die Liebe Gottes in seinem Paramatma-Aspekt erfahren. in Form des Sonnenscheins erfährt. wenn er sich gewissermaßen auf der Sonnenoberfläche befinden würde. wie Arjun.Wer die göttliche Liebe. so als wäre er in das Innere der Sonne eingedrungen. wie Arjuna er gezeigt hatte. hat bereits eine höhere spirituelle Stufe verwirklicht. Krishna verkörpert die absolute und ewige Wahrheit.“ Es gab viele Menschen in der Geschichte. den Status eines Bhagavan. dann gleicht seine Liebe zu Gott der mehrere Millionen Grad heißen Fusionswärme des Sonneninneren. vergleichbar mit der Oberfläche der Sonne erfährt. dann entwickelt er eine glühende Liebe zu Gott. wie intensiv die Liebe Gottes ist. der alle diese Eigenschaften in sich vereint. sehr gebildet und sehr berühmt waren. die allen Reichtum. so zeigte 29 . Er kennt zwar die wärmenden Strahlen der Sonne und erfährt die Liebe Gottes mit jedem Sonnenstrahl. Menschen. es vereinigt alle göttlichen Aspekte in sich. aber niemand kann von sich behaupten. Das Sanskritwort Bhagavan wird vom bedeutenden Yogameister Parasara Muni wie folgt erklärt: „Die höchste Persönlichkeit. sehr mächtig. alles Wissen und alle Entsagung in sich birgt.

wurde von Krishna als Sohn Parthas angeredet. ein Mitglied der königlichen Familie war. dann empfindet man einerseits Verständnis für die Haltung Arjunas und stellt sich immer wieder die Frage. dass er die Befreiung aus materieller (sinnlicher) Knechtschaft immer noch nicht verwirklicht hatte und eigentlich nicht wußte. Arjuna war also mit Krishna blutsverwandt. Arjuna die Grundlagen des Yoga. Wenn sich ein Ksatriya. sich seiner Pflicht entziehen. was Befreiung wirklich ist. dass Arjuna seine eigenen Verwandten töten soll? Irgendwie kommt dann doch immer ein wenig Unverständnis auf. unter der persönlichen Leitung Krishnas. die ihm durch seine Kaste auferlegten Pflichen zu erfüllen. als Krishna? Wenn man das Gleichnis. Obwohl Arjuna ein Ksatriya. Dieses Verhalten aber fand nicht Krishnas Zustimmung. Arjuna. Fortschritte im spirituellen Leben zu erzielen. völlig unangebracht. Partha war die Schwester von Krishnas Vater Vasudeva. Denn wer wusste besser. wollte er. Krishna hatte sich als göttliche Inkarnation sogar bereit erklärt. beruhte Arjunas Verhalten doch auf seiner Verhaftung an die materielle Welt. auf die Situation auf dem Schlachtfeld überträgt. so war er nur den Namen nach ein Ksatriya. dass sich Arjuna nun seiner Pflicht als Ksatriya entziehen wollte und hielt Arjunas Verhalten für unangemessen und unehrenhaft. aber auf das reale Leben.dies. Eine derartige Missachtung der Pflicht aber war nicht dazu angetan. Arjuna aber war Krishnas engster Freund. den geliebten Freunden und Verwandten gegenüber entsprangen. weigerte. Deshalb war diese Ängstlichkeit und Mutlosigkeit Arjunas. welches hier geschildert wird. Darum gefiel es Krishna nicht. Mochte Arjuna auch einwenden. dass seine Bedenken. Schliesslich ist Krishna bemüht. Solche Ksatriyas und Brahmanen sind unwürdige Söhne ihrer Väter. Überträgt man das von Krishna gesagte. wieso verlangt Krishna. als er sich weigerte zu kämpfen. Betrachtet man sich also Arjunas 30 . ihn zu leiten und zu beschützen. so werden die Aussagen Krishnas durchaus verständlich. ein Angehöriger des Könighauses. Ebenso ist ein gottloser Brahmane (Priester) nur dem Namen nach ein Brahmane. die Grundlagen des spirituellen Lebens zu vermitteln. seinem Mitleid und seiner großherzigen Haltung gegenüber seinen verehrten Lehrern. was zu tun war. so konnte Krishna diese Haltung Arjunas jedoch nicht billigen. den Streitwagen Arjunas zu lenken.

es wäre besser.06) Verehrungswürdige Personen. nach deren Tötung ich nicht mehr leben möchte. was Krishna eigentlich sagen wollte. du Bezwinger des Feindes. entzieht sich der Realität durch Fernsehmarathons. die beide auf der Seite König Duryodhanas. und blutbefleckte Freuden zu genießen. Drogen. Überträgt man Arjunas Weigerung auf dem Schlachtfeld. durch aggressive und laute Musik oder indem man seine Wut an irgendwelchen Gegenständen. Wenn man das erkannt hat. sollte man selbstverständlich achten. durch die Flucht in den Sex. also auf der Gegenseite. auf die Situation im täglichen Leben. Selbst wenn sie angreifen würden. die ich doch beide sehr verehre? Mir scheint. mit Pfeilen bekämpfen. so zeichnet sich dort die Weigerung darin aus. dass man vor seinen inneren Problemen davon läuft.04 2. so weiß man.“ (2. Sorgen und seinem Leid. Anstatt sich mit seinen Ängsten. bettelnd durchs Leben zu gehen. Sieger oder Besiegter zu sein. Lehrer und Verwandten. wie Arjunas Lehrer Dronacarya oder sein Großvater Bhisma. gewaltverherrlichende Coputerspiele. Und schaut man sich einmal um. zu töten. in die virtuelle Welt des Internets. auseinander zu setzen. in dieser Schlacht. die zwar von Habgier getrieben werden. ob es besser für uns wäre. Männer wie meinen Großvater Bhisma oder meinen Lehrer Dronacarya. ob Krishna jemals seine Großväter 31 . so erkennt man sehr deutlich. Tieren oder an anderen Menschen auslässt. als meine verehrungswürdigen und geliebten Freunde. dass genau diese Verhaltensweise.Verhalten einmal näher und kennt sich bereits ein wenig mit den spirituellen Grundlagen aus. Es gilt das ungeschriebene Gesetz. Wie sollte es Arjuna also möglich sein. Aber dadurch ändert sich nichts. Tabletten. selbst wenn sie sich einmal in groben Worten äußern sollten. Auch weiß ich nicht. Uns gegenüber stehen die Söhne Dhritarâstras. kämpften. Dann sprach Arjuna zu Krishna: „Wie soll ich. sie zu töten? Darum stellte Arjuna die Frage. läuft man oft genug lieber davon und flüchtet sich in Alkohol. überall anzutreffen ist. so erkennt man im Verhalten Arjunas seine materielle (sinnliche) Verhaftung. Gewaltvideos. sollte man sie nicht bekämpfen. dass man solche verehrungswürdigen Menschen nicht einmal beleidigen sollte. die auch Arjuna zeigte. Krishna. denn die Ursachen dieser Verzweiflung bleiben dabei stets unangetastet.

das meine Sinne beruhigt. Weiter war er davon überzeugt. Selbst wenn sein Kampf gerecht und der Sieg ihm sicher wäre. Er war ein Geweihter Krishnas. den Tod der Söhne Duryodhanas zu ertragen. Von nun an. als Heerführer in den Krieg zu ziehen. Dann sagte Arjuna zu Krishna: „Ich weiß nicht mehr. Beide waren bereit. sich ganz vom Kampf zurückziehen und bereit sein sollte. Hatte er doch in den 13 Jahren seines Exils von der Bettelei gelebt. Wir sollten uns daran erinnern. nicht mehr als verehrungswürdig betrachten. Befreiung zu erlangen. so ist das ein Zeichen dafür. das meinen Kummer vertreibt. mir zu sagen. aus materiellen Gründen zu töten. kann man aber einen Lehrer. Alle Überlegungen. Den Veden zufolge. bitte ich dich. dieses Leid abzulegen.oder seine Lehrer angreifen würde. wenn diese in der Schlacht fielen. einen Freund oder einen Verwandten. der versuchte. dass dieses für Arjuna nichts ungewohntes war. so wäre es dennoch schwer für Arjuna. Aus Mitleid habe ich meine Pflicht verletzt. In diesem verwirrtem Zustand. Befreiung zu erlangen. Ich sehe kein Mittel. Und wenn er als Mitglied einer königlichen Familie bereit war. dass er kein oberflächlicher Mensch war. besteht keine Möglichkeit. was meine Pflicht ist. um das Leben seiner Freunde und Verwandten zu schonen. zeigen uns. ob es nicht besser wäre. was das Rechte ist. was meine Pflicht ist. Arjuna war also auf dem besten Weg. Bhisma und Dronacarya hatten sich Duryodhana aus finanzieller Erwägung heraus angeschlossen. seinen Geist und seine Sinne zu kontrollieren. dass er an einem Sieg keine Freude haben würde. Lehre du mich. Darum überlegte er. die Arjuna anstellte. da ihr Tod sein Leben mit Blut befleckt haben würde. möchte ich dein treuer Schüler sein und eine dir ergebene Seele. Unter Umständen würde Arjuna dieses ebenfalls als tragische persönliche Niederlage empfinden. sein Leben der Armut zu Opfern. dass er sich eigentlich sogar bereits aus der materiellen Schlinge befreit hatte. denn solange die Sinne nicht vollkommen beherrscht sind. Unter diesen Umständen hatten sie natürlich ihr Ansehen als Lehrer verloren. wenn ich die höchste Krone auf Erden oder Herrschaft über die Götter im 32 . das sie trotzdem weiterhin als verehrungswürdige Personen zu gelten haben. Sie waren also bereit. Arjuna aber glaubte. zukünftig seinen Lebensunterhalt als Bettler zu verdienen. der den Pfad der Tugend verlassen hat. Ich wäre nicht einmal fähig.

Von den Medien werden wir immer wieder mit unangenehmen Dingen konfrontiert. uns einen spirituellen Meister zu suchen. (2. der ihn aus dieser Notlage befreien kann. dass Krishna der einzig richtige spirituelle Meister ist. Wenn man sich dann ansieht. Radion hören oder Abends vor dem Fernseher sitzen. warten wir gewissermaßen schon darauf.09) Arjuna weiß nicht mehr. in unser Bewusstsein ein. dass wieder irgendwo irgendwelche Grausamkeiten geschehen sind. Oft sind es sehr unangenehme Dinge. Es gibt so viele Dinge. Die etwas anspruchsvolleren Wortsendungen haben leider immer mehr abgenommen. ich werde nicht kämpfen.07 . wie wir dies verändern können. In seiner emotionalen Verwirrung erkennt er. wenn wir meinen. Er hat erkannt. dass wir eigentlich nicht wissen. Überall springen uns Sex and Crime entgegen. nur um uns dann darüber aufzuregen. Sind wir aber nicht alle in einer ähnlichen Situationen wie Arjuna? Unser Leben ist voller Sorgen und Leid und wenn wir ehrlich sind. dass nur Krishna allein ihm Hilfe bringen kann. zum Teil wollen wir es auch gar nicht. Sie manipulieren uns. Dies alles bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Wir haben kaum die Möglichkeit. Ganz das Gegenteil ist der Fall. die tagtäglich auf uns einstürmen. Sie sagen uns. der uns den Weg zur Erlösung zeigen kann. Top 20 rauf und runter. Alle vedischen Schriften geben uns den Rat. Wenn wir morgens die Zeitungen aufschlagen. Stattdessen wird auf vielen Sendern immer wieder dieselbe Musik gespielt. die wir zu sehen und zu hören bekommen. kann man schon sehr erschrocken sein. Egal. uns dagegen zu wehren. Eine Zeitung ohne ein Pinup-Girl lässt sich heute kaum noch verkaufen. wie im Fernsehen die Werbung für gewaltverherrlichende Filme oder Telefonerotik aussieht. Wir irren uns. sie dringen in unsere Seele.2. Die Medien haben eine 33 . dieser Einfluß würde spurlos an uns vorbei gehen. ob wir die Zeitung lesen.Himmel erlangen würde. was wir zu denken haben. Man hat uns schon richtig darauf programmiert. Wir können uns ihrer eigentlich gar nicht erwehren. Auch der Charakter des Radios hat sich leider in den letzten Jahren sehr gewandelt. Diese Informationen gehen tief unter unsere Haut.“ Dann verstummte Arjuna. wie er mit der Situation umgehen soll. müssen wir uns eingestehen. Krishna.

Nutzen wir also unser Leben. 34 . sich vom Leid zu befreien und am Ende selbst zum Krishna zu werden. Darum bat er Krishna. einen spirituellen Meister zu suchen. der 13 Jahre lang im Exil lebte und diese Zeit für seinen spirituellen Fortschritt nutzte. sondern ewige Seligkeit. dem göttlichen Krishna. Er bietet sich ihm als Schüler an. Wir sollten uns von allen Verhaftungen lösen. Er möchte mit Krishna als seinen äußeren spirituellen Meister. den er mit Krishnas Hilfe bewältigen möchte. Wir sollten also darüber nachsinnen. Die meisten Informationen. Obwohl Arjuna wusste. Auch Arjuna. Nur dann werden wir das Gefühl haben. der uns hilft. wenn wir uns der Spiritualtät zuwenden. der uns zu dem macht. der nicht nur die Abwesenheit allen Leids bedeutet. 2. dass das Feuer der Unwissenheit. das in uns wütet. seinen inneren Krishna verwirklichen. nämlich Ebenbilder Gottes. materiellen Dingen entfacht wird. denn sie arbeiten häufig auf unbewusster Ebene. uns aus der inneren Not. den höchsten spirituellen Meister. litt unter seinem Schmerz. ein glückliches und zufriedenes Leben. aus der materiellen Verstrickung und unserem Leid zu befreien. dass wir uns dieser Situation bewusst sind. sind nicht gerade dazu angetan. Oftmals verstärken sie unsere negativen Emotionen und steuern sie bewusst in eine ganz bestimmte Richtung. diesen göttlichen Krishna in uns zu wecken. der das Gute verkörperte. ihm zu helfen. Um so wichtiger ist es also. wie wir unser Leben gestalten. was wir wirklich sind. unser spirituelles Bewusstsein zu entwickeln. dass wir erkennen. allmählich gelöscht wird. konnte er sich auf Grund seiner emotionalen Verhaftung an seine Freunde und Verwandten. Davor aber liegt ein harter Weg.2 Drei Wege zur Buddhaschaft Inhaltsverzeichnis Die vedischen Schriften empfehlen uns. es zu vertiefen. dass es als Ksatriya seine Pflicht gewesen wäre zu kämpfen.ungeheure Macht. nicht dazu überwinden. wirklich frei zu sein. Nur so wird es möglich sein. Nur dadurch wird es uns gelingen. der königliche Prinz aus der Bhagavad Gita. anstatt sich mit seinem inneren Sein. ohne Kummer und Leid zu erleben. die wir aufnehmen. welches immer wieder durch unsere Beschäftigung mit äußeren. Dann kann die spirituelle Sonne in uns ihren göttlichen Glanz entfalten. zu identifizieren.

Nirvana (Sanskrit).B. Was bleibt uns also übrig. dass es uns mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gelingen wird. zur Erleuchtung. Das sieht aber heute wohl etwas anders aus. bei der Suche nach der Erlösung. Und wenn man heute in Europa lebt. Wir müssen also davon ausgehen. um ein Buddha zu werden. Savaka-Buddha (Erleuchtung durch Anleitung) 2. Pali (Hinayana) Savakabuddha (Arahant) Paccekabuddha Sammasambuddha (Bodhisatta) 35 Sanskrit (Mahayana) Sravakabuddha (Arhat) Pratyekabuddha Samyaksambuddha (Bodhisattva) Erlösung mit Anleitung eines erlösten Meisters Erlösung ohne Anleitung eines erlösten Meisters Erlösung mit oder ohne Anleitung eines erlösten Meisters . einen verwirklichten Yogameister zu finden. unterscheidet man drei Wege. • • • 1. dass es wegen der unterschiedlichen Bezeichnungen der Buddhas in den Sprachen Pali und Sanskrit. einen spirituellen Weg zu beschreiten. die zum Nibbana (Pali) bzw. Darum möchte ich vollständigkeitshalber. dieser innere Krishna wurde uns allen bereits in die Wiege gelegt. Der Buddhismus spricht von mehreren spirituellen Wegen. die zur Erlösung führen. Im Theravada-Buddhismus z. die unterschiedlichen Bezeichnungen für die Buddhas jeweils in Pali und Sanskrit darstellen. so dürfte es äußerst schwer sein. als unser eigener Guru zu sein und selber das Krishnabewusstsein in uns zu entwickeln? Ich glaube. der uns anleitet.Mir selber ist die Betonung. Zur Zeit als die Gita geschrieben wurde. gab es besonders in Indien noch recht viele verwirklichte Meister. immer wieder zu Begriffsverwirrungen kommt. überhaupt einen erleuchteten Meister zu finden. Boddhisatta Ich möchte darauf hinweisen. etwas zu sehr auf den äußeren Guru gerichtet. drei Wege. führen. Pacceka-Buddha (Erleuchtung ohne Anleitung) 3.

Buddha lehrte sogar. dass er den Weg dorthin selbst entdeckt hat. Es wird behauptet. Die vedischen Zeitalter. der ihm den Weg wies. um am Ende das Ziel der Erleuchtung zu verwirklichen. auch die sexuelle Verhaftung aufgegeben werden muß. einen vollständig erwachten Buddha. Bereits zu Lebzeiten des Buddha Shakyamuni (Siddhartha Gautama) sollen viele seiner Schüler durch Buddha die Erlösung erlangt haben. Der Savaka-Schüler kann ein Mönch. um anderen Menschen auf ihrem spirituellen Weg zu helfen 2. dass der Mensch. Solange also die Verhaftung an die Sexualität weiter besteht. in der es keinen verwirklichten Sammasam-Buddha (Bodhisattva). da auf dem letzten Schritt zur Erleuchtung. ist Erleuchtung nicht möglich. aber er belehrt keine anderen Menschen. solange er sexuell aktiv ist. sondern durch die Lehre eines Buddha (Dhamma). Diese Interpretation erscheint mir etwas zu eigenwillig. Unter der Anleitung ihres Meisters.2.Der einzige Bodhisatta im Hinayana Der Bodhisattva im Mahayana geht (Theravada) ist der kommende nach seinem Tod nicht ins Nibbana Buddha Maitreya ein. der die Erleuchtung allein durch sich selbst verwirklicht hat. und den Laien andererseits. wie der Savaka-Buddha. 2.1 Der Savakabuddha Inhaltsverzeichnis Ein Savaka-Buddha hat das Nirvana nicht dadurch erreicht. wie Siddhartha Gautama einer war. eigentlich kein wirkliches Interesse am spirituellen Lebens hat. dass es nur in dem Zeitalter einen Pacceka-Bhuddas geben soll. beruht die Erleuchtung doch auf einer Sublimation (Umwandlung) sexueller Energie in spiritueller Energie. Hierbei muss eindeutig zwischen den Mönchen und Nonnen einerseits. auf der Welt gibt.2. eine Nonne oder ein männlicher oder weiblicher Laie sein. und führt sie zur Befreiung. die auch als 36 .2 Der Pacceka-Buddha Inhaltsverzeichnis Ein Pacceka-Buddha ist ein spiritueller Mensch. versuchen sie spirituelle Fortschritte zu machen. unterschieden werden. Ein Pacceka-Buddha hat den Weg zur Erlösung aus sich selber heraus gefunden. sondern reinkarniert immer wieder. Er hatte also keinen verwirklichten Meister.

um anderen Menschen auf ihrem spirituellen Weg zu helfen.1 behandelt: Die vier vedischen Zeitalter. Er kann die Erlösung sowohl auf dem Wege des Savakabuddha (durch Anleitung) als auch auf dem Wege des Paccekabuddha (durch eigenes Bemühen) erlangen.Yugas bezeichnet werden. 2. wobei es einem Bodhisattva ab der sechsten Stufe möglich wäre. die von Güte und Mitgefühl getragen. eines Heiligen. verzichten aber auf den Eintritt ins Nirvana. um allen Nichterlösten auf dem Weg zu ihrer Erleuchtung beistehen zu können. sondern reinkarniert wieder auf die Erde. vor allem das Erlangen der Erlösung durch eigenes Bemühen. Aber er geht nach seinem Tod nicht ins Nibbana (Sanskrit: Nirvana) ein. 37 . der die Buddhaschaft unter Anleitung eines Bodhisattvas oder eines bereits erleuchteten Meisters erreicht hat. so lehrt der Hinayana neben dem Erreichen der Buddhaschaft mit Hilfe eines Bodhisattas. sich aus dem Kreislauf der Reinkarnation zu befreien.3. werden unter Kapitel 8. mit dem Tod ins Nirvana einzugehen. Auf dem Weg zur Bodhisattvaschaft werden zehn Stufen unterschieden. Der einzige im HinayanaBuddhismus bekannte Bodhisattva ist der kommende Buddha Maitrya. Letztere sind überirdische (transzendente) Wesenheiten. Die Lehre vom Bodhisattva ist auch im Hinayana-Buddhismus bekannt. um anderen Menschen zu helfen. ihre Verdienste zum Wohle aller leidenden Wesen (Menschen und Tiere) einsetzen. also vom Geburtenkreislauf befreit in den Zustand des Erlöstseins überzugehen. Unterschieden wird weiter zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. die endgültige Buddhaschaft hinauszuzögern. Dieses Ideal des Arhat. Geht es dem Mahayana-Buddhisten in erster Linie darum.2. wird vom Mahayana aber als nicht vollständige Befreiung verstanden.3 Der Bodhisatt(v)a Inhaltsverzeichnis Zum Schluß möchte ich noch über den Bodhisattva sprechen. die in gleicher Weise den Wesen beistehen und ihnen auf dem Pfad der Befreiung behilflich sind. Überirdische Bodhisattvas haben die letzte Stufe der Erleuchtung bereits erlangt. Erstere sind im Leben stehende Menschen.

Upaya: Geschicklichkeit in der Methode. die befleckenden Leidenschaften erschlagen. hinsichtlich übler Handlungen nichts zu verheimlichen hat. Kshanti: Geduld 4. In den frühen indischen Texten des Hinayana wird die Erlangung der Arhatschaft als das letzte und höchste Ziel der buddhistischen Praxis angesehen. Bala: Kräfte (Vertrauen. (magische Kräfte) 10. Disziplin 3. Willen. Prajna: Weisheit 7. Bemühung. wahrlich. ein Heiliger oder eine Heilige der/die die Buddhaschaft unter der Anleitung eines verwirklichten Meisters (Buddhas) oder eines Bodhisattvas bereits zu Lebzeiten erlangte.4 Der Arhat Inhaltsverzeichnis Ein Arhat (Pali: Arahati oder Arahant) ist ein Befreiter. Dhyana: Meditation 6. Achtsamkeit. einer im 5. aus diesen Gründen. Ethik. Jnan: Wissen um die Buddhaschaft Quelle: Bodhisattva 2. zur Befreiung zu führen 8. der Bedarfsgegenstände würdig (Gaben der Verehrung). Virya: Tatkraft.Die zehn Bodhisattva Stufen: Der Pfad des Bodhisattva ist in zehn Stufen unterteilt: 1.2. 38 . In der Visuddhi Magga VII. der Gier. Dana: Freigiebigkeit 2. Jahrhundert vom Mönch Buddhaghosa verfassten Abhandlung über den „Weg der Reinheit“ [141] (Visuddhi Magga). die Radspeichen. Hass und Verblendung vollständig abgelegt hat. Shila: Sittlichkeit. Ausdauer 5. des sich seit anfangslosen Zeiten sich drehenden Daseinsrades. Ein Arhat ist ein vollendeter Heiliger. Pranidhana: Hingabe an Gott 9. wird der Arahat wie folgt beschrieben: Weil er (der Arahat) von Verhaftungen entfremdet. zertrümmert hat. Einsicht). Sammlung.

Ein Arhat versucht daher durch das Lehren des Dharma (die 39 . die zu durchschauenden Dinge durchschaut. weil der edle Jünger sich darin ergeht. Erleuchteter. völlig erleuchtet ist er hinsichtlich aller Dinge. sondern die Überzeugung des Hinayana (Theravada). Maßhalten bei Mahle. sich dadurch in der Richtung zum „Todlosen“ bewegt.“ Wie kam aber der Wandel zustande? Als Wandel sind folgende 15 Dinge zu betrachten: Sinnenzügelung. Heiliger. denn die zu erkennenden Dinge (Leiden) hat er erkannt. welchen Weg man gegangen ist? Heißt es doch vom Erleuchteten: „Ja. eine Übertragung von Verdiensten auf andere Wesen ist nicht möglich. Diese 15 Dinge werden nämlich deshalb als Wandel bezeichnet.gedenkt man des Erhabenen als des Arahat (Heiligen). die zu überwindenden Dinge (Leidensentstehung: Begehren) hat er überwunden. Schamgefühl. die 7 Tugenden (Vertrauen. Der Grund dafür ist aber nicht etwa Egoismus. Aber macht es am Ende einen Unterschied. Einsicht) und die 4 meditativen Vertiefungen in der feinkörperlichen Sphäre (Majjhima Nikaya 43 [142]. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Arhat im Hinayana und seiner Entsprechung im Mahayana. dass ein Arhat den letzten Schritt in das Nibbana nicht freiwillig aufschiebt. Der Unterschied des Arahat zum Buddha besteht darin. dem Bodhisattva. um den anderen Wesen auf dem Weg aus dem Leiden zu helfen. Bewachung der Sinnentore. reiches Wissen. Achtsamkeit. Das Wort des Buddha [143]). darum gilt er infolge solches Entfremdetseins als der Arahat (der Entfremdete). Gewissensscheu. Jedes Wesen ist entsprechend dem Gesetz des Karma für seine Handlungen selbst verantwortlich. Befleißigung in der Wachsamkeit. Weil er allen befleckenden Leidenschaften entfremdet. dass der Arahat den Weg zur Erlösung durch Anleitung eines verwirklichten Meisters (Buddhas) beschritten hat. der alle Befleckungen und Leidenschaften ausgelöscht und den Kreislauf der Wiedergeburten durchbrochen hat. Tatkraft. und die zu entfaltenden Dinge (Pfad) hat er entfaltet. Ein Arahat ist also ein Befreiter. besteht darin. hat er verwirklicht. dass dies nicht möglich ist. die zu verwirklichenden Dinge (Leidenerlöschung: Nirvana). auf dem Pfade weilend die befleckenden Leidenschaften mitsamt den anhaftenden Eindrücken zerstört hat. Der Buddha dagegen hat den Weg zur Erlösung aus sich selbst heraus erkannt.

der mit dem Auftreten (angeblicher) übernatürlicher Kräfte einhergeht. gutes Karma zu schaffen (z. Das Ideal des Arhat. die direkt zur Erleuchtung führen. eine Erlösung außerhalb von sich selbst bei anderen Wesen zu suchen. Allah. zu 40 . Jesus. Jeder Versuch. Shiva. sondern kehrt als Reinkarnation wieder auf die Erde zurück. Infolge steht im Mahayana das Erlangen der Arhatschaft als eigenständige geistige Entwicklungsstufe unmittelbar vor dem Eintreten in die sogenannten zehn Bodhisattva-Stufen. Der Bodhisattva im Mahayana-Buddhismus. durch Spenden). zum Nutzen aller fühlenden Wesen zu handeln. der die Überwindung des Kreislaufs der Reinkarnationen aus eigenem Bemühen anstrebt.3 Guru oder nicht Guru? Inhaltsverzeichnis Ich bin davon überzeugt. notwendig. Zum Erlangen der Buddhaschaft ist daher im Mahayana. Jede dieser Stufen bezeichnet einen (aufsteigend) höheren geistigen Entwicklungsstand. steigt mit jeder Stufe an und mündet im Erlangen der Erleuchtung (Buddhaschaft). den inneren Buddha. Quelle: Arhat [144] 2.Lehren des Buddha) die anderen Wesen auf ihrem Weg zur Erleuchtung zu unterstützen und indem er ihnen die Möglichkeit gibt. Der Begriff der Arhatschaft wird also im Mahayana mit einem anderen Bedeutungsgehalt verwendet als im Theravada. Aber er geht nach seinem Tod nicht ins Nirvana ein. kann die Erlösung sowohl auf dem Wege des Savaka-Buddha (durch Anleitung eines Bodhisattvas) als auch auf dem Wege des Pacceka-Buddha (aus eigenem Bemühen) erlangen. Entsprechend kritisch werden aus dieser Perspektive die Lehren des Mahayana beurteilt. Die geistige Fähigkeit zum Nutzen der fühlenden Wesen zu wirken. über die Arhatschaft hinaus die Bodhisattva-Motivation. denn sie führen demzufolge nicht zur Befreiung. wird vom Mahayana nicht als vollständige Befreiung verstanden. des „Heiligen“ des Hinayana. speziell im Vajrayana. Krishna.B. um anderen Menschen auf ihrem spirituellen Weg zu helfen. dass es im Endeffekt immer darum geht. führt aus der Sicht des Theravada wiederum zu einer weiteren Verstrickung in die samsarische Welt. und wie sie alle heißen.

Dabei übernimmt der Buddha. Die aber vielfach nicht wissen. Denn die größte Klippe auf dem spirituellen Weg sind die ersten Schritte. solange. Er kennt die Klippen und Gefahren des beschwerlichen und gefährlichen spirituellen Aufstiegs. Mut und Erfahrung haben. Vater. Er kann uns Freund. Geborgenheit und Liebe schenken. uns absichern. ihnen Mut machen. ihren spirituellen Weg weiter fortzusetzen. Es gibt heutzutage zwar eine ganze Menge Literatur zu diesem Thema. Sie würden die Massen anziehen und sie zu einem spirituellen Leben ermuntern. dass sie gar nicht so viele Leute durch ihr Reden überzeugen müssten. zu resignieren. Und vor allem würden sie den Menschen. die sich für spirituelle Themen interessieren. die mit dem spirituellen Weg Probleme haben. weiter zu machen. 41 . Er kann uns an die Hand nehmen. Dann besteht immer wieder die Gefahr. allein durch ihre beeindruckende Persönlichkeit. Solche Gurus wären gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig. Er kann uns leiten. dass er spirituelle Fortschritte für eine Utopie hält und sehr schnell die Lust am Weitermachen verlieren könnte. uns vor Gefahren und Abstürzen bewahren. Krishna.verwirklichen. Guru oder Meister gewissermaßen die Rolle des Bergführers.und Überzeugungskraft. könnten sie die Menschen auffangen. Gerade in kritischen Momenten. Gäbe es aber verwirklichte Gurus. uns Sicherheit. Es gibt eine ganze Menge Menschen. aber letztendlich muss man seinen inneren Schweinehund überwinden und den steilen und mühsamen Weg zur Erleuchtung ganz allein erklimmen. Dabei kann ein äußerer Buddha zwar sehr hilfreich sein. so hätten sie eine solch enorme Ausstrahlungs. die wir vielleicht schon so lange mit uns herumtragen. Auch könnten sie den spirituellen Anfänger ermuntern. aber noch keine Fortschritte erkennen dann. die sehr gerne einen spirituellen Weg beschreiten würden. Aber dabei ist es nicht einfach. eine wirkliche Hilfe sein. die Spreu vom Weizen zu trennen und manch einer verliert sich im Gestrüpp der Esoterik. selbst wenn sich noch keine spirituellen Fortschritte eingestellt haben. sich aufzugeben. Er kann uns die Tränen trocknen. bis wir endlich genug Kraft. Berater und Beschützer sein. in der der Anfänger noch voller Hoffnungen und Ungeduld ist. Dann muss man ihm Mut zusprechen. in denen viele Menschen vielleicht dazu neigen. wie sie vorgehen sollen. unseren eigenen Weg zu beschreiten. Es würde ganz von selber geschehen.

dass der spirituelle Weg einen Sinn macht. hinduistische. Reiki. dass selbst Buddha sieben Jahre brauchte. sumerische oder christliche Rituale praktizieren. Sagte Buddha doch zurecht. dass er wieder in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt und sich deshalb nicht aus seinem leidvollen Dasein befreien kann. um diese Schlösser zu öffenen. wie sehr jemand bereit ist. germanische. Atemübungen. Dämonen oder Naturgeistern unterhalten oder irgendwelche yogische. Und solange es ihm nicht gelingt. Vodoo. Astralreisen und Yogaübungen praktizieren wie sie wollen. Feen. Und solange die Menschen nicht davon überzeugt sind. kann nicht in 5 Jahren heilen. Erst vor kurzen hörte ich jemandem sagen: „Was wir uns in 25 Jahren selber an Leid zugefügt haben. vermutlich sein ganzes Leben lang nicht. buddhistische. Und die vier Schlüssel. Denn letztendlich geht es beim spirituellen Weg auch um unsere äußere und innere Heilung. dass Heilungen Zeit brauchen. um Erleuchtung zu finden. Jesus. die man benötigt. dass der spirituelle Weg eigentlich erst mit der Enthaltsamkeit beginnt. so drohen besonders dem spirituellen Anfänger die größten Probleme.ihm aber auch deutlich machen. Es 42 . sie können sich in Trance tanzen oder Drogen konsumieren. dass Heilung selbst in 5 Jahren oder vielleicht sogar in einer noch kürzeren Zeit möglich ist. Zen. gnostische. aber nichts davon wird ihnen die Tür zur Seligkeit öffnen. heißen Kontemplation. sie können zu Krishna. seinen spirituellen Weg zu beschreiten. sich mit Engeln. channeln. die segensreichen Erfahrungen der Meditation am eigenen Leibe kennen zu lernen.“ Ich würde ihm durchaus zustimmen. tantrische. sie können einen Buddha visualisieren. satanische. Brahmacharcha. Wenn ich es recht bedenke. keltische. Es kommt eben immer darauf an. obwohl ich mir andererseits vorstellen kann. können sie solange meditieren. schamanische. Man bedenke. Solange er nicht die Erfahrung gemacht hat. Das Tor zur Seligkeit ist nämlich mit vier Schlössern verriegelt. bleibt er skeptisch und es droht immer die Gefahr. Und darum komme ich wieder auf Buddha zu sprechen. kann man ihn nicht wirklich davon überzeugen. zu Allah oder irgend einen anderen Gott beten. Shiva. dass die Spiritualität wirklich etwas in seinem Leben verändern kann. zur heiligen Maria. Buddha. wie selig sein Leben eigentlich sein könnte. Damit wird aber niemals erfahren. ägyptische. Ethik und eine gesunde Lebensweise.

wenn es möglichst viele verwirklichte Meister geben würde. Mit dem Schlüssel der Kontemplation allein kann man allenfalls das erste Tor zum Paradies öffnen. einem Vetterndialekt des Sanskrit. Alles deutet darauf hin. Der Hinayana (Theravada) ist die älteste und einzige noch ursprüngliche Form des Buddhismus. Birma und Siam verbreitete. die den Blick ins Paradies versperren. die uns den rechten Weg weisen könnten. Der Ausdruck „südbuddhistischer“ Palikanon ist übrigens nur insofern gerechtfertigt. so wird man förmlich von der Schönheit und Reinheit des Paradieses geblendet. wenn man sich allein in Kontemplation und Ethik übt. 2. Die meisten der oben erwähnten Praktiken zählen übrigens zur Komtemplation. Die dem Palikanon zugrunde legenden Texte aber haben keinerlei Beziehung zum Süden. dass die altbuddhistischen Palitexte in Nordindien entstanden und dann durch den Bruder König Asokas. aus den Lehrreden Buddhas. in der Buddha aufgewachsen und 40 Jahre lang seine Lehre verkündete. 2. Der Hinayana-Buddhismus beruft sich vor allen Dingen auf den südbuddhistischen Kanon (Kanon: d. der Dialekt der Provinz Magadha (Bihar). wird auch als Tripitaka.4 Hinayana und dem Mahayana Inhaltsverzeichnis Ein wichtiger Unterschied im Buddhismus besteht zwischen dem Hinayana und dem Mahayana.h.nutzt also wenig. nach anderer Überlieferung vom Sohn König Asokas. die heilige Schrift des Theravada-Buddhismus. als Dreierkorb bezeichnet. Ceylon (Sri Lanka). Der Palikanon ist wesentlich älter als der nord-buddhistische Sanskrit-Kanon. die Schriften wurden vom buddhistischen Konzil anerkannt). Öffnen sich auch diese Tore. Buddhhas Muttersprache dagegen war Magadhi. sie haben nicht einmal Kenntnis von Südindien oder Ceylon. 43 . weil dieser Kanon sich besonders bei den Buddhisten in Südindien. auf den sich der Mahayana-Buddhismus beruft. Er beruft sich auf die Lehren Buddhas. Der süddbuddhistische Kanon wurde in der Sprache Pali. nach Ceylon gebracht wurden und dort ihre Verbreitung fanden. aus einem philosophischen Teil. Dieser Dreierkorb besteht 1. verfasst. Der Palikanon. Aber dahinter sind noch drei weitere Tore. aus den Regeln für die Mönche und 3. Deshalb spricht man auch vom Palikanon. Und aus diesem Grunde wäre es heute eigentlich sehr gut.

in Pataliputta (Indien) statt. von denen heute nur noch der Theravada-Buddhismus existiert. Sanskrit ist übrigens die Sprache der aus der tatarischen Steppe des Kaukasus eingewanderten Arier. und 3. der sich auf die ursprüngliche Lehre Buddhas beruft. in Veasali (Indien) statt.. dann aber auch in der Mongolei. Aus dem Mahayana heraus entwickelte sich später der Vairayana. niederschreiben. Das 1. Während sich aus dem südbuddhistischem Palikanon der Hinayana entwickelte. buddhistische Konzil fand 383 v. 4. Der südbuddhistische Palikanon wurde zunächst nur mündlich überliefert. Der Mittlere Weg 44 . Im antiken Indien war Rajagriha (Pali: Rajagraha. Der Vajranaya stützt sich auf die philosophischen Grundlagen des Mahayana. Die eingestreuten Palismen beweisen. Er entstand erst im 1. China und Japan. Jahrhundert n.483 v. auf den „Mittleren Weg“. und der Pali ala Sprache beibehielt. Jahrhundert vor Christus stattfanden. Jahrhundert v. Der Sanskritkanon trägt genenüber dem wesentlich älterem Palikanon wesentlich sekundärere Züge. buddhistische Konzil fand 253 v. der chinesische ChanBuddhismus und der japanische Zen-Buddhismus. Chr. Der nordbuddhistische Kanon hat sich vor allen Dingen zunächst in den Himalaya-Ländern. dass der südbuddhistische Palikanon die Grundlage für den nordbuddhistischen Sanskritkanon war. zunächst in Nepal und Tibet verbreitet.Der Palikanon wurde in drei Konzilen. Erst der singhalesische König Vattagamani (die Singhalesen sind die größte ethnische Gruppe in Sri Lanka) ließ den Palikanon im 1. Chr. der im allgemeinen auch als tibetischer Buddhismus oder als tantrischer Buddhismus bezeichnet wird. Chr. (Mehr dazu unter 9. die im 5. ist der Sanskritkanon in die Sprachen seiner Heimatländer übersetzt worden..4 Wie entstanden eigentlich die Veden?) Aus dem Sanskritkanon ging dann der Mahayana hervor. heute: Rajgir) die Hauptstadt des Königreichs Magadha. die gewaltsam in Indien eindrangen und die indischen Ureinwohner unterdrückten. Das 2. Der Vajrayana wird neben dem Hinayana und dem Mahayana als die dritte Hauptrichtung des Buddhismus betrachtet. Der nordbuddhistische Sanskrit-Kanon ist dagegen der wesentlich jüngere Kanon. heute: Patna) Rajagriha als Hauptstadt ab. Chr. Chr. verabschiedet. buddhistische Konzil fand kurz nach Buddhas Tod im Jahre 473 v. Der Hinayana-Buddhismus bestand einst aus insgesamt 18 Schulen. Das 3.. Nach dem ersten buddhistischen Konzil löste Pataliputra (Pali: Pataliputta. Chr. Buddha lebte etwa zwischen 563 . in Rajagriha statt.

von den Sarvastavadin getrennt. Gefühl. die den Prozess der Vergänglichkeit durchliefen: 1. Sowohl die Sarvastivadin als auch Sautrantrikas waren Vorläufer der Mahayana-Buddhismus. die in der Vergangenheit auftraten. Bewusstsein) hatten. 3. müssten sie auch in den Vergangenheit und Zukunft existent sein.beruht auf der Philosophie Nagarjunas. 5. Wille. 2. 3. 4. Die Sarvastavadin hatten sich nach dem 3. Die Sautrantrikas wiederum hatten sich um 150 v. Die Sarvastivadins vertraten die Auffassung. Chr. die einerseits von den Sarvastivadin und andererseits von den Sautrantrikas vertreten wurden. 2. wegen Meinungsverschiedenheiten von den Theravada-Buddhisten getrennt. Beide Schulen gingen im 11. dass es zur Lebenszeit Nagarjunas zwei extreme Philosophien gab. der im 2. eine Seele. 2. Jahrhundert n. Jahrhundert n. mit dem Niedergang des Buddhismus und dem Aufkommen des Islam in Indien unter. zu. die Daseinsfaktoren unmittelbar und direkt wahrzunehmen. Ihre Lehre bildete einen Übergang vom frühbuddhistischen Hinayana zum Mahayana.5 Die Philosophien der Sarvastivadin und der Sautrantikas Inhaltsverzeichnis Um die Leerheit zu verstehen. muss man wissen. Es gab den Sarvastivadin zufolge. Und die heutigen Bedingungen bestimmen somit die Zukunft. Konzil um 250 v. Wahrnehmung. dass er möglich war. Der heutige Zustand ist also auf bestimmte Bedingungen. zurückzuführen. Chr. Chr. 4. Chr. eine direkte kausale Verbindung zwischen den Daseinsfaktoren und der Zeit. Sie unterschieden 4 Stadien. Damit sprachen sie den Daseinsfaktoren eine dauerhafte Eigenexistenz. Entstehung Dasein Verfall Zerstörung Da die Existenz der Daseinsfaktoren stets mehrere Augenblicke andauerten. Die Daseinsfaktoren hatten also eine ewige Existenz und 45 . die unterschiedliche Auffassung in den Grundelementen der Daseinsfaktoren (Daseinsfaktoren: 1. lebte und der die Leere (Shunjata) in den Mittelpunkt seiner Philosophie stellte./12. Körper.

Mit anderen Worten kann also gesagt werden. in dem die Eindrücke der Daseinsfaktoren wahrgenommen und bewertet wurden. sondern bleiben solange in ihrer Potentialität erhalten. Sie entstehen und vergehen gewissermaßen in jedem Moment des Lebens. ablehnte. wieder in die menschliche Existenz. war für die Sautrantikas ein Verstoß gegen Buddhas Anatta-Lehre (Nicht-Selbst). rückten sie das Bewusstsein ins Zentrum ihrer Analyse. dass die Sarastivadin der Reinkarnationslehre anhingen. entweder in einem himmlischen Paradies oder einer Hölle aufhielten. das Abreißen dieses Bewusstseinsstroms. Demnach besitzen die Daseinsfaktoren also weder zeitliche noch räumliche Ausdehnung und unterliegen keinem linearen UrsacheWirkungs-Prinzip. einer Seele. dass sie nicht unmittelbar wahrgenommen werden können. Damit kommt der Lebensstrom des Erlösten zum Stillstand. Nachdem die Daseinsfaktoren für die Zeit des menschlichen Lebens wieder eine Bindung mit dem Leben eingehen. der als Nirvana bezeichnet wird.wechselten ihrer Auffassung nach. Die Sautrantikas kritisierten die Vorstellung einer (göttlichen) Eigenexistenz. aber auch Lust und Freude. je nach ihrer karmischen Bedingung. die die Existenz eines unveränderlichen Selbsts. Da die Daseinsfaktoren so kurzlebig sind. Die Sarvastivadin sprachen den Daseinsfaktoren also eine „Eigenexistenz“ (eine Seele) zu und betrachteten sie als „höchste Wirklichkeit“ (Gott). Sie stellten sich einen Bewusstseinsstrom vor. die die Sarvastivadin den Darseinsfaktoren zusprachen. Dadurch ergibt sich ein Bewusstseinsstrom. während die Sautrantiker die Reinkarnationslehre ablehnten. indem kein Daseinsfaktor mehr aktiviert wird. Der Mensch erfährt durch die Wahrnehmungsfaktoren Angst. aus einem Zustand der Latenz. Vor ihrem Entstehen waren sie nicht existent und nach dem Erlöschen besitzen sie ebenfalls keine Existenz. Die Existenz einer Seele. Erlösung entspricht im Sarvastivada dem Zustand. demzufolge die Daseinsfaktoren im selben Moment entstehen und vergehen. bis sie erneut aktiviert werden. Erlösung bedeutete für die Sautrantikas. Man kann sich dieses vielleicht in etwa wie folgt vorstellen. Die Sautrantikas vertraten in Übereinstimmung mit den Theravadins eine Lehre der Augenblicklichkeit. 46 . verlöschen sie mit dem Tode des Menschen nicht. Leid und Schmerz. in der sie sich.

Unser sexuelles Verhalten. Darum halte ich Glück und Zufriedenheit für etwas vollkommen normales. ist zwar nicht die alleinige Ursache für unser Unglücklichsein. Daneben sind es die vielen emotionalen Verletzungen. so ist er in späteren Lebensjahren oft vom Leid geprägt. Schmerz und Angst bestimmen dann vielfach unser Leben. das Leid aus seinem Leben zu verbannen? Ich halte die Lebensfreude für etwas ganz natürliches. Sie strahlen vor Glück. Was ist also zu tun? Wir müssen uns bemühen. aber man verhaftet sich nicht daran. die uns im Laufe des Leben zugefügt wurden. War er ursprünglich von Lebensfreude gekennzeichnet. Depressionen. Schaut man sich weiter an. aber auch von der Verhaftung an Lust und Freude. Geht es im Endeffekt nicht darum. so ist ihr Zwitschern von einer Lebensfreude geprägt. mit welchem Übermut besonders junge Tiere den lieben langen Tag verbringen. Wenn man sich einmal den Gesang der Zugvögel anhört. die Ursachen des Leids zu beseitigen. welches sich im Laufe unseres Lebens einschleicht und immer mehr Besitz von uns ergreift. Das meiste Leid entsteht dadurch. Die gleiche Wonne und Zufriedenheit kann man bei kleineren Kindern sehen. so erkennt man. bis es schließlich die Oberhand gewinnt und unser Lebensglück vertreibt. Mir persönlich ist diese Betrachtung der Sautrantikas etwas zu theoretisch. aber sie ist die Hauptursache für unser Unglücklichsein.der die Empfindungen wahrnimmt und sie beurteilt. dass wir uns durch unsere permanente sexuelle Aktivität unserer sexuellen Lebensenergie berauben. die man nur mit Seligkeit bezeichenen kann. Erlösung stellt sich in dem Moment ein. Dadurch verändert sich unser Empfinden. Damit löst man sich sowohl von der Verhaftung an Leid und Schmerz. indem man sich aus diesem Bewusstseinsstrom löst. denen wir uns nicht gestellt haben und die deshalb nun aus dem 47 . Mir fallen in diesem Zusammenhang immer die Zugvögel ein. Sie werden gewissermaßen als „neutrale“ Empfindungen wahrgenommen. Alle diese emotionalen Zustände bestehen zwar weiterhin und man empfindet sie auch. psychosomatische Erkrankungen. welches vielfach einen Suchtcharakter trägt. unser Bewusstseinstrom. wenn sie nach dem Winter wieder aus dem Süden zu uns zurückkehren. Ein gesunder Mensch wird eine ganze Menge Lebensfreude erfahren. dass sie ebenfalls voller Lebensfreude sind. Man muss sie einfach gerne haben. Das Problem ist das Leid.

die AnattaLehre. Gefühl. und der „Vernichtungslehre“ der Sautrantikas. den Hass und die Tränen in die richtigen Kanäle zu leiten. dann muss man bereit sein.6 Der mittlere Weg Nagarjunas Inhaltsverzeichnis Das Hauptmotiv für Nagarjunas Lehre vom mittleren Weg. war die Wiederherstellung der Lehre Buddhas. setzte er konsequent den mittleren Weg entgegen.Unterbewusstsein auf uns einwirken. wobei sie Verbindungen mit den Daseinsfaktoren (Körper. die allerdings ebenfalls theistische Ansätze hatte. Die Sarvastivadins sahen ihre 48 . deren Kerngedanke. dass die Daseinssgruppen wie in einem Bewusstseinsstrom unaufhörlich entstehen und wieder vergehen. Die detaillierte Ausarbeitung des Leerheitsbegriffes (Sunyata). die man seinerzeit hinunter geschluckt hat und man muss Wege finden. 2. zumal man alles das. die ihn zu einem der einflussreichsten buddhistischen Denker Indiens machten. Was heißt dies im Einzelnen? Für die Sarvastivadin existierten die Daseinsfaktoren in einem zeitlosen und verborgenen Latenzzustand. die Trauer. Bewusstsein) eingehen. der von einer immerwährenden Reinkarnation ausging. die Lehre vom Nicht-Selbst. der sich an die theistische (religiöse) Philosophie der Samkhya anlehnte. bis sie erneut reinkarnieren. einer pantheistischen religiösen Weltanschauung folgte (alles ist göttlich. und davon ausging. Pflanzen und auch in toter Materie). die Verzweiflung erneut empfinden. was man bisher „hinuntergeschluckt“ hat. Will man sich von diesen emotionalen Verletzungen befreien. sondern bleiben in ihrer Potentialität im Latenzzustand erhalten. bzw. Man wird die Wut. die unser Unglücklichsein bedingen. um wieder zu reinkarnieren. die der naturphilosophischen Vaisheshika-Philosophie folgten. Nach dem Tode verlöschen sie aber nicht vollständig. den sie karmisch bedingt verlassen. sowie der Weiterentwicklung der „Lehre der zwei Wahrheiten“ zählen zu den von Nagarjuna geleisteten Beiträgen. man durch die buddhistischen Schulen der Sarvastivadins und Sautrantikas aus den Augen zu verlieren drohte. im direkten Zusammenhang mit dem „Entstehen in Abhängigkeit“. Wahrnehmung. Willen. wieder an sich herankommen lassen muss. Dem „Ewigkeitsglauben“ der Sarvastivadins. Das erfordert enorm viel Mut und Kraft. um sie abzulegen. Gott ist in allen Lebewesen. sich mit ihnen auseinander zu setzen.

denn die Erhöhung der Daseinsfaktoren auf eine übergeordnete Realitätsstufe (Gott). da sie alle miteinander in Verbindung stehen. da sie die Daseinsfaktoren vor ihrer Entstehung und nach ihrer Entstehung als nichtexistent betrachteten. Die Haltung der Sarvastavadins betrachtete Nagarjuna als „Ewigkeitsglaube“. sondern wird erst durch das Ineinandergreifen diverser Faktoren ins Dasein gehoben. da sie aufgrund ihrer Abhängigkeit keine Eigenexistenz besitzen. derzufolge es so etwas wie ein (göttliches) Selbst. Zweigen. Der Baum hat aus diesem Betrachtungswinkel gewissermaßen keine Eigenexistenz. Nagarjuna betrachtete die Daseinsfaktoren als nicht ewig. soll an einem Beispiel gezeigt werden. Ästen. Wäre der Baum ein eigenständiges 49 . existiert kein Phänomen aus sich selbst. Sie werden jedoch auch nicht vernichtet. da sie in Abhängigkeit von bedingen Faktoren entstehen. Regen. da sie die Daseinsfaktoren zu etwas ewig existierendem emporhoben. hätte die Daseinsfaktoren ebenfalls zu einem „unwandelbaren (göttlichen) Selbst“ erhoben. Folglich sind alle Phänomene leer. Sonneneinstrahlung usw. da alle Faktoren einander bedingen. Da alle Phänomene wechselseitig bedingt sind. nach der die Daseinsfaktoren unmittelbar entstehen und augenblicklich wieder vergehen.. wie die Aussagen Nagarjunas gemeint sind. Diese Auffassung war für die Sautrantikas ein Verstoß gegen die zentrale buddhistische Lehre vom Nicht-Selbst. Die Sautrantikas vertraten dagegen eine Lehre der Augenblicklichkeit. Nährstoffen im Boden. Blättern. Stamm. Sie besitzen dabei keinen zeitlichen Zusammenhang und unterliegen keinem Ursache-Wirkungs-Prinzip. Um dieses etwas besser zu verstehen. Die Lehre der Sautrantikas betrachtete Nagarjuna dagegen als „Vernichtungslehre“. Entfiele ein Faktor. so hat dies Auswirkungen auf alle anderen Faktoren.Existenz in einer höheren (göttlichen) Wirklichkeit eingebettet. Vor dem Entstehen waren die Daseinsfaktoren also nicht existent und nach dem Vergehen gehen sie wieder in die Nichtexistenz. eine Seele (Atman) nicht gab. Ein Baum ist abhängig von den verschiedenen bedingenden Faktoren: Wurzeln. Beide Ansichten waren für Nagarjuna mit Buddhas Lehre vom „bedingten Entstehen“ und der „Leere“ nicht vereinbar. Wind. Das ganze Universum wirkt mit an diesem einen Baum.

deren Zusammenfassung Buddha in einer seiner Lehrreden wie folgt erläuterte: „Nur eines Lehre ich. Die Welt ist für Nagarjuna. der nicht zur Weisheitserfahrung der universellen Leerheit gelangt ist. Wären die Phänomene nicht leer. das für sein Vorhandensein. Sie gilt es abzubauen. das Leiden und die Aufhebung des Leidens. Er macht auf den Widerspruch aufmerksam. Nach Nagarjuna sind die Sarastivadin und Sautrantikas in zwei Extreme verfallen. die es nicht gibt.Phänomen. ist nicht als ein persönlicher Vorgang zu verstehen. über keine Eigenexistenz verfügen. "erringen". können sie entstehen und vergehen. so könnte er nicht wachsen und gedeihen. Alles wäre statisch. das Nirvana "haben". Nur derjenige. da sie infolge der Abhängigkeit von bedingten Faktoren.“ Für Nagarjuna ist ebenso wie für Buddha. der in der Vorstellung zu Tage tritt. das aus sich selbst heraus existiert. in Ewigkeit erstarrt. Es gilt also lediglich. wird beispielsweise als eigenexistent betrachtet) und leer. besäße er eine Eigenexistenz. Da die Leerheit gleich Erlösung ist. keine Bedingungen benötigt – der Atman. keine Welt des Seins. unveränderlich. Vom Standpunkt der Erlösung gibt es keine Differenzierung zwischen den bedingten Erscheinungen der Daseinswelt und dem unbedingten Nirvana. ohne Eigenexistenz (etwas. Nur weil die Phänomene leer sind. Die Dinge sind. Beide Schulen waren seiner Ansicht nach vom buddhistischen Weg abgewichen. die Seele. sondern des ständigen Werdens. so argumentiert Nagarjuna. als sich selbst. laut Nagarjuna. "erlangen" oder "verwirklichen" zu wollen: 50 . die Unwissenheit. Doch dieses Erkennen. Somit würde er dem Prozeß von Entstehen und Vergehen nicht unterliegen und wäre gewissermaßen unsterblich. so mahnt Nagarjuna. befinden sich alle Wesen bereits im Zustand essenzieller Erlöstheit. sich dieser Erlöstheit bewusst zu werden. dem er den mittleren Weg entgegenstellte. Dies jedoch widerspricht der Realität. da er für sein Vorhandensein nichts anderes benötigte. gäbe es keinerlei Entwicklung. also ohne Selbst (Seele). eine der Hauptquellen des Leidens. errichtet eine Grenze zwischen Samsara (Wiedergeburt) und Nirvana (Erlösung = Befreiung von der Wiedergeburt). und sie zu erkennen. wegen des Fehlens der Eigenexistenz. um sie durch Erkenntnis und Wissen zu ersetzen.

die ewig lebt. Sie ist als heilsames Konzept gedacht. weil er die Not Arjunas kannte und wußte.10 . Quelle: Nagarjuna [145] 2. auch Schaden anrichten: Die falsch aufgefaßte Leerheit richtet den. um von extremen Ansichten zu befreien. 51 . Sie kann jedoch. während du weise Worte sprichst. klagst du um die.7 Weise beklagen Tote nicht Inhaltsverzeichnis Inmitten beider Heere. Krishna sagte zu Arjuna: „Du sprichst wie ein Gelehrter und beklagst den Tod deiner Freunde. wie überflüssig sie doch war. Laut Nagarjuna ist mit dem Begriff der Leerheit äußerst vorsichtig umzugehen. die in solchem Wahn gefangen sind.“ Krishna bringt damit zum Ausdruck.“ (2. akzeptierte er die Bitte und nahm die Rolle des Lehrers ein. in der ich nicht war und du. der von schwacher Einsicht ist. lächelnd zu Arjuna: „O Bharata (Sohn Pandus). Nun aber tadelte Krishna Arjuna für seine Worte. und Arjuna. Krishna lächelte das Lächeln des Weisen. Kurz zuvor hatte Arjuna noch gesagt. Als Freunde befanden sich beide auf gleicher Höhe. Niemals gab es eine Zeit. die sind vom Ergreifen besonders gefangen. du Nachfolger Dhritarashtras (Nachfolger als König). dass er. dass er lieber auf das Königreich verzichten und ein Leben als Bettler führen wolle. Zwischen Krishna. wenn sie missverstanden wird. mir wird Nirvana sein!’ – Diejenigen. ohne zu wissen. Als Arjuna ihn bat sein Schüler zu sein. die nicht zu beklagen sind. Aber Arjuna hatte aus Einsicht die Rolle des Schülers eingenommen.12) Das Gespräch fand zwischen zwei Freunden statt. Freunde und Verwandten zu töten.Erlöschen werde ich ohne Ergreifen. sprach nun Krishna. zugrunde – wie eine schlecht ergriffene Schlange oder falsch angewandte Magie. seinem Freund. dass das höchste Gut des Menschen seine Seele ist. der Herr der Sinne. Die Weisen beklagen weder die Lebenden noch die Toten. als seine berehrungswürdigen und liebenswerten Lehrer.2. noch wird in der Zukunft einer von uns aufhören zu sein. dem Herr der Sinne.

Diese Seele existierte bereits vor der Geburt und sie wird auch nach seinem Tod weiter existieren. Ist alles negative Karma erloschen. Heerführer und Kämpfer.15) Krishna weist darauf hin. du Sohn der Kunti (Arjunas Mutter). an den sich der Unwissende klammert. Der weise Mann. der sich durch Glück und Leid nicht stören lässt. Nichtanhaften. In jedem Leben wird die Seele des Menschen durch seine guten und schlechten Taten. Befreiung zu erlangen. wie Sommer und Winter und haben keinen Bestand. beseelte Personen sind. wird der Reinkarnationslehre zufolge. durch die Jugend zum Alter wandert. Die jeweilige Lebensqualität des neuen Lebens.“ (2. in das der Mensch hineingeboren wird. Freude und Schmerz. bestimmt. bis er die Erlösung erlangt. durch das Karma des vorherigen Lebens bestimmt. dann durchbricht der Mensch den Kreislauf der Wiedergeburten und seine Seele vereinigt sich mit Gott. also durch sein Karma. Darum sollte es das Ziel aller Menschen sein. Sowohl Arjuna. Gier.als auch Arjuna.13 2. dass bei der Geburt nicht nur der Körper des Menschen geboren wird. Lerne sie ertragen. die seit Ewigkeiten existieren und die auch in ewiger Zukunft existieren werden. als auch alle Männer auf dem Schlachtfeld haben schon viele Leben gelebt und sind schon viele Tode gestorben. negatives Karma zu vermeiden und gutes Karma zu schaffen. Krishna: „So wie die Seele von der Kindheit. Der Weise wird dadurch nicht verwirrt. und alle auf dem Schlachtfeld versammelten Könige. Was ewig währt ist die Seele. Der Mensch wird so oft wiedergeboren. Diese Seele begleitet den Menschen durch das ganze Leben. sondern versucht seine Seele mit der Seele Krishnas zu verschmelzen. Hass und Unwissenheit schaffen negatives. Der Körper ist nur die äußere Hülle. Güte und Geduld positives Karma. die den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten beeinflusst. Der spirituelle Mensch hingegen konzentriert sich nicht auf den Körper. sondern ebenfalls seine Seele. ohne dich daran zu stören. hinterlässt jede Handlung eine Wirkung. von der Kindheit über die Jugend bis zum Tod. 52 . Dem spirituellen Konzept des Karma zufolge. so geht sie nach dem Tod in einen anderen Körper. du Nachkomme Bharatas (Bharata: Arjunas Vater Pandu). Sie kommen und gehen. Die materiellen Verhaftungen. bringen Lust und Leid. der reift dazu. weil er von den Leidenschaften der Sinne geblendet wird.

erkennt selbst der Laie oftmals. Viele dieser Sänger oder Tänzer sind von sich selber sehr überzeugt und meinen. Hass und Unwissenheit zu befreien. bei Castingshows im Fernsehen. Aber wenn sie dann vorsingen oder vortanzen. dass wir von uns selber eine Einschätzung haben. sollte sich Arjuna nicht allzu große Sorgen machen. dass Glück und Leid.Wenn Arjunas Großvater Bhisma und Arjunas Lehrer Dronacarya. Und wenn das geschehen ist. welches wir von uns selber haben. dass zwar der gute Wille vorhanden ist. aber diese Liebe war nicht von Selbstlosigkeit gekennzeichnet. und betrachtet sich selber gerne in einem etwas strahlenderem 53 . in denen Sänger oder Tänzer gesucht werden. Freude und Schmerz vorübergehende Erscheinungen sind. die mit der Realität nicht übereinstimmt. Offensichtlich mag man die negativen Seiten des eigenen Charakters nicht wahrhaben. dass wir bereits im Hier und Jetzt an unserer Vervollkommnung arbeiten sollten. Irgendetwas in Arjuna hinderte ihn daran. Das eigentliche Problem lag in Arjunas emotionalem Durcheinander. ein tugendhaftes Leben geführt hatten und nun bei der Ausübung ihrer Pflichten als Ksatriya (Krieger) sterben sollten. Die Bhagavad Gita sollte darum so verstanden werden. Man sollte vielleicht ein wenig Vorsicht walten lassen mit der Vorstellung. die beide edle Seelen waren. sie seien ja eigentlich nicht so schlimm. Er liebte zwar seinen Großvater Bhisma und seinen Lehrer Dronarcarya. es aber am Talent mangelt. um sich vorübergehend in himmlischen Körpern von der leidvollen irdischen Zeit zu erholen. Es gab in beiden Fällen kein Grund zu wirklicher Klage.B. Genau so unrealistisch ist manchmal das Bild. Krishna weist Arjuna darauf hin. sondern beruhte auf einer emotionalen Abhängigkeit. dass Märtyreropfer die Menschen unmittelbar ins Paradies bringen könnte. sie seien die kommenden Superstars. Oftmals liegt es daran. die von unser emotionalen Verhaftung abhängen. sich von Gier. oder meint. dann öffnen sich die Pforten des Paradieses ganz von allein. Im spirituellen Leben sollte es immer darum gehen. Bhisma und Dronacarya loszulassen und sie ihre Wege gehen zu lassen. Sie würden mit großer Sicherheit im nächsten Leben in ein spirituelles Leben hineingeboren oder womöglich sogar in den Bereich der Götter eingehen. Sehr deutlich wird das z. die in Duryodhanas Heer als Heerführer dienten.

Jeder Mensch der sich ernsthaft um einen spirituellen Weg bemüht. die wir empfinden. sollten wir versuchen. weil sie einem unangenehm erscheinen. dass wir uns weigern. Er hat nichts als die Wahrheit gesagt.Licht. dass sie nur vorübergehend sind und eines Tages vollkommen abklingen. So sollte z. Glück und Leid mit Geduld zu ertragen. sondern auch Verpflichtungen. Wenn Krishna Arjuna mit den Namen seiner Mutter (du Sohn der Kunti) und mit dem Namen seines Vaters Pandu (du Nachkomme des Bharatas) anspricht. die wir so mühsam von uns aufgebaut haben. beachten. Vielleicht hat er sich in seiner Wut ein wenig im Ton vergriffen. dass da einiges in uns wohl doch etwas durcheinander geraten ist. Andere aber nehmen uns vielleicht nicht so positiv wahr. liegt eigentlich nicht beim anderen. wie man die religiösen Regeln befolgen sollte. denen man sich nicht entziehen sollte. kann ganz schön weh tun. Aber wenn wir beharrlich unseren spirituellen Weg fortsetzen. unser eigenes inneres Durcheinander näher zu betrachten. Eigentlich sollten wir ihm dankbar sein. die weltlichen Pflichten eines Ksatriya. stets die 5 Regeln des Yama. um Glück und Zufriedenheit auf spiritueller Ebene zu finden. aber er hat an der Fassade gerüttelt. dass er uns durch seine Ehrlichkeit gezeigt hat. oder sie haben vielleicht sogar unter unseren Eigenarten zu leiden.B. die sie dann auch zu Worte bringen. Wenn man aber in ein Königshaus hineingeboren wird. Er sollte mit Gleichmut Glück und Leid ertragen. darüber hat er selber nachzudenken. in welche edle Verwandtschaft er hinein geboren wurde. sollte darum seinen religiösen und weltlichen Pflichten nachkommen. sollte man auch als Erbe des Königthrons. ins Wanken zu geraten. uns damit auseinander zu setzen. Der wahre Grund für unser Verletztsein besteht also darin. Und diese Wahrheit. ein Yogi der dem Raja Yoga folgt. so bringt dieses nicht nur angenehme Seiten mit sich. die immer wieder droht. Aber die Schuld für die emotionale Verletzung. Genau so. erfüllen. die 5 Regeln der Selbstkontrolle und Enthaltsamkeit. Solange wir dieses innere Durcheinander nicht beseitigt haben. werden sie langsam aber sicher vergehen. Er sollte 54 . das mag ihm verziehen sein. Sie kommen und gehen wie die Jahreszeiten. Damit aber schaffen wir eine emotionale Abhängigkeit. in dem Wissen. die der andere uns ins Gesicht sagt. dann möchte er Arjuna darauf hinweisen.

so wird ihm empfohlen. Darum kämpfe. Niemand kann das Unvergängliche. die sich im Laufe der Zeit allmählich einstellen. dass das Unvergängliche ohne Dauer und das Vergängliche ohne Ewigkeit existiert. In Ihm aber weilt das Unvergängliche. sehr bewusst erfährt. Möchte heute jemand den Weg zur materiellen und emotionalen Freiheit beschreiten. Krishna: „Die Weisen haben erkannt. dies in sein bisheriges Leben zu integrieren.“ (2. Diese Seele wird vom Menschen als Bewusstsein empfunden. Sie opferten ihr Hab und Gut. das Alter und stirbt schließlich. Der vergängliche Körper ist einem steten Wandel unterlegen. dass man die Veränderungen.16 2. Sie 55 . durchläuft Kindheit. nachdem sie beides studiert hatten. der sein Leben auf das höchste Ziel ausgerichtet hat. Bharata (Arjuna). selbst Frau und Kind. Vergänglich ist nur der Körper. ewig existierenden. nämlich auf die vollkommene Vereinigung mit Gott. zerstören. Jugend. die Seele. Damit sei nicht gesagt. um ein Leben der Entsagung zu führen. so hat dies außerdem den Vorteil. Für einen Familienvater und Berufstätigen gelten andere Regeln. Aber im antiken Indien. Andererseits kann ein vorübergehender Aufenthalt in einem Kloster oder Ashram sehr hilfreich für den spirituellen Fortschritt sein. Er wird geboren. Lebt man im vertrauten Umkreis. die sie über alles liebten (außer Gott). die Seele. Er (Sie) kann also durchaus weiter mit seiner Familie zusammenleben und seinen beruflichen oder hausfraulichen Pflicht nachkommen. und gingen in die Waldeinsamkeit oder gar in eine Wüste (wie es die ersten Christen praktizierten (Wüstenväter)). Ehrlichkeit und sexuelle Enthaltsamkeit praktizieren. diesen schwierigen Weg zu gehen. Unvergänglich ist das. Aber es gab immer wieder Menschen. dass dies der einzig richtige Weg ist. Seele. Zu diesem Ergebnis kamen sie. Dieses sind natürlich die Regeln eines Mönches.18) Krishna unterscheidet zwischen dem materiellen Körper und der unvergänglichen. aber er sollte die spirituellen Grundsätze sehr sorgfältig beachten. Er sollte nicht stehlen und unbestechlich sein. wurde dieser Weg sehr häufig beschritten. Aber die spirituelle Seele unterliegt diesem Wandel nicht. den man beschreiten kann.Gewaltlosigkeit. dass sie bereit waren. denen die Vereinigung mit Gott so wichtig war. von dem alles durchdrungen wird. die sich im Körper befindet. das Erwachsensein.

um ihn an das Gewebe und die Organe im ganzen Körper abzugeben. um existieren zu können. Udana (Energie der Sprache und Nahrungsverkleinerung) und Vyana (Energie für Muskeln.und Atem-Übungen sind dazu da. Stricken. dass die Individuelle Seele zusammen mit der Überseele im Herzen weilt. durch alle Tätigkeiten.und Fortpflanzungs-Energie). Sie empfangen die Energien des feinstofflichen Prana. entfaltet sich ihr spiritueller Einfluss. Nerven. dem Atman. wie Meditation. Es ist sehr schwer. wird gesagt: „Die Seele ist atomisch klein und kann durch vollkommene Intelligenz wahrgenommen werden. Daher sind alle Energien. Spazieren gehen. die der Körper benötigt. Diese atomische Seele schwebt in den fünf Luftarten Prana (Atemenergie). Sie sind als fünf feinstoffliche (astrale) Energien zu betrachten. Somit besteht im Menschen stets eine Verbindung zum Unvergänglichen. die dem Menschen erst sein Leben. erhalten ihre Energie aus dem Herzen. Es besteht kein Zweifel darin. das Wesen der Seele zu erfassen. als Prana im Herzen vereint. usw. damit der Mensch die ganze Kraft seiner Seele entfalten kann. Lesen. Die Zellen der roten Blutkörperchen. Autogenes Training. Die Yoga. Und es ist noch 56 . Hobbys. Tanzen. Wenn die Seele von den Verunreinigungen dieser fünf Lebensenergien geläutert ist. Samana (Verdauungsenergie). möglich. Sport. dem Brahman. ermöglichen. Der Hinduismus unterscheidet zwischen der Überseele. seine Existenz. einer philosophischen Schrift. Prana befindet sich im Herzen und verbreitet ihren Einfluss über den gesamten Körper des Menschen. die in der Lunge den Sauerstoff aufnehmen. kurz. diese Lebensenergien zu reinigen. Durch Kontemplation kann eine Verbindung zu Gott hergestellt werden. In der Mundaka Upanishad.besteht fortwährend und bleibt trotz aller Veränderungen des Körpers. Apana (Ausscheidungs. in der man wie ein spielendes Kind. Dieses ist durch das Gebet oder durch andere kontemplative Techniken. stets unverändert." Die fünf Luftarten (Lebensenergien) bezeichnet man als Vayus. Zen. alles um sich herum vergisst und eins mit sich und dem Göttlichen wird. und der individuellen Seele des Menschen. Malen. Spielen. zu Gott. Kreislauf).

so erhält das Licht der Seele den Menschen. Dies soll aber nicht auffordern.21) Die Seele kann niemals getötet werden. Sie ist ungeboren. wenn der Körper stirbt. der weiß.2. für die Seele. der irrt. die Krieger auf dem Schlachtfeld. führen sollten. dass die Seele (des anderen) unsterblich ist. Die Verhaftung an die sinnliche Natur soll überwunden werden. Das Töten eines Menschen oder gar eines Tieres dagegen. ewig. ist der materielle Körper. Die Seele geht während des Lebens in einen materiellen Körper ein. oder wer denkt. Daher sollte der Mensch bemüht sein. jemanden töten? Wie kann ihn jemand töten? (2. in seinem Leben zu integrieren. dann wird er ein sehr glückliches und erfolgreiches Leben führen. nur weil er ein religiöses Leben führt. Sagen die Veden doch. Er tötet nicht. Niemand braucht. Er sollte bereit sein. weil allein diese Werte Bestand haben. andere zu töten. sondern der innere Feind soll besiegt werden. das Wissen über die Seele. noch wird er jemals getötet. So wie das Sonnenlicht das Leben auf der Erde erhält. unsterblich. dass wir unser spirituelles Leben zwar mit einer gewissen Gelassenheit und Fröhlichkeit. sein Leben nach ethischen und religiösen Grundsätzen zu gestalten. sein Leben für die spirituellen Ideale zu opfern.19 . praktischen Nutzen zu ziehen. In den Vedante-Sutras wird das Lebewesen als Licht betrachtet. Sie wird nicht getötet.schwieriger. Sterben wir einst. er werde getötet. niemals stirbt er. Aus diesem Grunde wurde Arjuna von Krishna angewiesen zu kämpfen. mit ernster Miene durch das Leben zu gehen. Die Seele 57 . Niemals wird er geboren. Unser Körper ist also nur die vorübergehende Wohnstätte für das göttliche Licht. er töte. Wir sollten ziemlich viel von diesem Licht in uns aufnehmen und ebenso viel an andere Menschen verschenken. aber auch mit der notwendigen Entschlossenheit. damit auch sie ihr eigenes Licht entdecken können. Dieses sollte mit der entsprechenden Gelassenheit und Heiterkeit geschehen. Was stirbt. getötet werden. Krishna zu Arjuna: Wer glaubt. aus dem Wissen über die Seele. Für die Seele gibt es weder Tod noch Geburt. Wie kann ein Mensch. dass man niemanden verletzen soll. würde ich diese Aussage so interpretieren. sollte unter allen Umständen vermieden werden. Das was nach dem Tode bleibt. ist die Seele. Nur sehr wenigen Menschen gelingt dies. dann wird dieses Licht unseren Körper wieder verlassen. Gelingt es aber jemanden. In Wahrheit sollen nicht die äußeren Feinde. Auf das reale Leben übertragen.

Daher besitzen viele alte Leute oftmals dieselbe Frische. Die individuelle Seele knabbert fleißig an den süßen Früchten. Mir erscheint diese Diskussion überflüssig. vom Wasser benetzt oder vom Wind verdorrt werden. Die Seele aber unterliegt diesem Wandel nicht. so legt auch die Seele den abgetragenen Körper ab. Dies hat auch Arjuna erkannt und Krishna als seinen spirituellen Lehrer anerkannt. Die individuelle Seele ist von den materiellen Früchten des Baumes verzaubert. vom Feuer verbrannt. unwandelbar. und geht in einen neuen ein. solltest du nicht um deinen Körper trauen. Er wird geboren. so können wir bei getrübtem Bewusstsein. Die Seele ist unsichtbar. aber innerlich sind sie jung geblieben.22 .des Menschen ist mit der Überseele Gottes eins. Da du dieses weißt. während der befreundete Vogel (die Überseele) ihm dabei zuschaut. dass Bewusstsein der Seele und das Bewusstsein Gottes sind identisch. die zarten Schwingungen der Seele nicht wahrnehmen. wächst heran und stirbt irgendwann. sie in ihrer ganzen Pracht erblühen lassen? Selbstverständlich unterscheidet sich jetzt noch das Bewusstsein Krishnas vom Bewusstsein Arjunas. Gegenwart und Zukunft. die sie in ihrer Jugend besaßen. Die 58 . Manche sagen. immer dieselbe. unsere Seele zu entfalten. Sie ist ewig. mit zwei befreundeten Vögeln verglichen. Sollten wir statt dessen nicht versuchen. wie der Mensch. Aber warum sollte in Arjuna nicht auch eines Tages ein göttliches Bewusstsein erblühen? Krishna sprach zu Arjuna: „Genau so. Aber der Körper unterliegt diesem Wandel. Manchmal allerdings ist unser Bewusstsein getrübt. die alte Bekleidung ablegt und neue anzieht. Genau so wie wir bei bewölktem Himmel das Blaue des Himmels und den Sonnenschein nicht sehen. Es findet eine fortlaufende Veränderung statt. unvorstellbar und unveränderlich. Sie sind zwar äußerlich gealtert. Die Seele ist von Wissen und Bewusstsein erfüllt. Sie altert niemals.2. da das göttliche Bewusstsein unendlich ist. allgegenwärtig.25) In den Veden wird die Überseele und die individuelle Seele. das Bewusstsein des Menschen sei keinesfalls identisch mit dem göttlichen Bewusstsein. Es umfasst Vergangenheit. Sie unterliegt keinem Wandel. Die Seele kann weder vom Schwert gespalten. Andere wiederum behaupten. die auf einem Obstbaum sitzen. (2.

Es spricht für die spirituelle Reife Arjunas. hat sie aber längst überwunden. Ich glaube. Sie kann nicht getötet werden. Das aber macht die Menschen nicht glücklich. Allein zu erkennen. Sie kennt die sinnliche Verhaftung des Gaumens. sich von seinen materiellen Verhaftungen zu befreien. Das immer währende Fliegen von Baum zu Baum. Einst flog Arjuna. die sinnlichen Verhaftungen und falschen Vorstellungen zu überdenken. Da die individuelle Seele. Und wenn Krishna Arjuna auffordert. so erscheint sie 59 . unsichtbar. dass sich viele Menschen viel zu sehr am Haben als am Sein orientieren. Nun aber hat er sich mit der Bitte an seinen Freund Krishna gewandt. Betrachtet man die Seele aus der Sicht der Bhagavad Gita. Das führt dazu. ihn zu unterrichten. unvorstellbar und unveränderlich ist. seinen geliebten Großvater und seine verehrten Lehrer zu töten. wie dieses wohl bei den meisten Menschen der Fall gewesen wäre. Es geht darum. Er wird immer einen tiefen Eindruck hinterlassen. dass sein Umherflattern nicht nur etwas mit seinem Hunger zu tun hat. fliegt sie von Baum zu Baum. symbolisch betrachtet. Krishna als seinen spirituellen Lehrer anzuerkennen.Überseele aber schaut einfach nur zu. findet aber nirgendwo wirkliche Erfüllung. symbolisiert den Wechsel von einem Leben in ein neues. Würde der umher fliegende Vogel sich nur einmal die Zeit nehmen. So erklärte Krishna ihm. neigt er dazu. Die Situation zwischen Krishna und Arjuna ist aber mittlerweile eine andere. über sein Leben nachzudenken und sich sogar entschloss. sich an äußeren Zielen zu orientieren. sie abzulegen. man kann sich des überwältigenden Eindrucks eines Erlösten nicht entziehen. immer noch in ihrer Sinnlichkeit verhaftet ist. sondern dass ihn diese Erkenntnis bewog. ist schwer genug. sie zu beseitigen. wie sehr wir uns durch unsere falschen Ansichten selber schädigen. so geht es in Wahrheit darum. die Lehren seines befreundeten Vogels anzuhören. Solange der Mensch keine verwirklichte Seele ist. Und das ist bestimmt nicht einfach. so würde er erkennen. ebenfalls wie ein Vogel von Baum zu Baum und konnte den süßen Früchten nicht widerstehen. Um so viel stärker wird der Eindruck Krishnas auf Arjuna gewesen sein. dass die Seele unverwundbar. dass er diesen Eindruck nicht nur wahrgenommen und dann wieder vergessen hat. Nirgendwo findet es Zufriedenheit.

Betrachtet man die Welt. Dann wird bereits im jetzigen Leben eine Verschmelzung von individueller Seele und Überseele stattfinden. auf die wir keinen Einfluss haben. Wenn wir dieses Göttliche auch nicht erfassen können. selbst wenn er existieren würde. nicht so recht. dass er niemals eins mit der Überseele werden kann. so erfahren wir es doch täglich in unserem Leben.geradezu als etwas vollkommen Übernatürliches. es in irgendeiner Weise zu interpretieren. Wir sollten uns aber nicht einbilden. warum sollten wir uns dann um mögliche kommende Leben Sorgen machen? Mir gefällt die Trennung von göttlicher Überseele und menschlicher individueller Seele. in irgendwelchen Theorien zu schwelgen und sich die Überseele in irgendeiner Weise vorzustellen. Das ganze Universum ist von solch einer Faszination und einer unendlichen Genialität durchdrungen. auch nur ansatzweise erfassen könnten. Also sollten wir auch nicht versucht sein. Ich halte wenig davon. oder ob wir unglücklich sind. frei vom Leid zu sein? Bereits Buddha sagte: „Ich lehre euch nur zwei Dinge. mit offenen Armen empfangen und uns die Befreiung vom Leid bereits im jetzigen Leben schenken. den Anfang des Leidens und das Ende des Leidens. dann wird Gott uns. wird gesagt. dass wir diesen Gott. Aber selbst wenn der Mensch sich verwirklicht hat. wie wir uns das Göttliche vorzustellen haben. liegt meistens in unserer eigenen Hand. Aber ob wir im Leben glücklich sind oder nicht. ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt. so dass man hinter allem so etwas wie einen Gott vermuten könnte. in diesem Leben das Beste aus unserem Leben zu machen. liegt zu einem sehr großen Teil in unserer eigenen Hand. wie immer er auch beschaffen sein mag. Hat es aberwirklich eine Berechtigung. selbst wenn wir dabei nicht 60 . Es gibt sicherlich viele Dinge.“ Wenn wir unser Leben genau an diesem Ziel ausrichten. und unser Leben danach ausrichten. diese Zufriedenheit entwickelt. die Gesetzmäßigkeit zu erkennen. Solche Interpretationsversuche können nur fehlschlagen. so könnte man vermuten. solch eine Vorstellung zu entwickeln? Schließlich wissen wir doch alle nicht. Darum sollten wir versuchen. die manche für so wichtig halten. aus der heraus sich dieses Glück. Worum geht es uns denn im Leben? Geht es nicht im wesentlichen darum. dass es so etwas wie einen Gott geben könnte. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen dem Menschen und Gott. Ob wir glücklich und zufrieden sind. Wir wissen halt nicht. Wenn wir uns bemühen.

61 . das Universum zu gestalten? Sagt nicht bereits die ChaosTheorie. dass alles mit allem zusammen hängt? Der Schmetterlingseffekt der Chaostheorie besagt. das Universum zu erschaffen. unvergänglich ist das. Warum sollten wir mit solchen Überlegungen unsere Zeit verschwenden? Würde es uns glücklicher machen. dass bereits kleine Ursachen große unvorhersehbare Folgen haben können.7.1 Die feinstofflichen Prana-Energien Inhaltsverzeichnis Wenn Krishna in der Bhagavad Gita sagt. wir sollten nicht versuchen. Apana. wird über die Seele gesagt. Dabei kann die Seele durch vollkommene Intelligenz wahrgenommen werden. Was versteht man unter diesen fünf Luftarten? Schauen wir sie uns also einmal etwas näher an.Allwissend sind und nicht in der Lage sind. Hat nicht jedes kleine Staubkorn Einfluss auf das gesamte Universum? Ich denke. Die Seele wird als ein spirituelles Atom betrachtet. von dem alles durchdrungen wird. Trägt also nicht unsere Anwesenheit bereits dazu bei. Es wird gesagt. So kann der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas-Urwald irgendwo auf der Welt einen Orkan auslösen. das Universum in ganz bestimmter Art und Weise zu gestalten? Ohne uns wäre das Universum ein anderes. Die fünf pranischen Luftströme werden auch als Panchavayu bezeichnet. die Frage nach der Überseele zu beantworten. Samana. einer hinduistischen Schrift. Diese spirituellen Atome sind als Bewusstsein über den ganzen Körper verbreitet. die Seele schwebe in den fünf Luftarten (Vayus) Prana. 2. Udana und Vyana. In der Bhagavatam. das sich im Menschen als Seele offenbart. wenn wir Allwissend wären oder die Gabe hätten. welches kleiner ist als ein materielles Atom. sie habe die Größe wie der zenhntausendste Teil einer Haarspitze. dann meint er damit natürlich das allesdurchdringende göttliche Bewusstsein.

Menstruation. Schlucken. Harmonisierung aller Energien Sprache. Samana Magen. Darm Nabelchakra Udana Hals Kehlkopf Vyana Gesamtkörper Alle Chakren 62 .Die 5 Lebensenergien (Vayus) Name Prana Apana Bereich Brust Becken Chakra Herzchakra Wurzelchakra Sexualchakra Funktion Atmung Ausscheidung Fortpflanzung: Harn. Geburt Verdauung. Schlaf liefert Energie für Muskulatur. Samen. Kot. Blähungen. Kauen.

die Geburt. Devadatta und Dhanainjaya. Dhananjaya bewirkt die Zersetzung des Körpers. Kreislauf-. Naga bewirkt das Aufstoßen (den Schluckauf). Devadatta bewirkt das Gähnen. Apana. Das Strahlen der Augen. unser Muskel-. mit einatmet. Schmecken und 63 . Was ist dieses Prana? Prana ist eine universelle Energie. Vyana) werden als feinstoffliche (astrale) Energien betrachtet.7. sondern gleichzeitig feinstoffliche Lebensenergien. Udana trennt bei Todeseintritt den astralen vom physischen Körper. die als Vayus bezeichnet werden. die Verdauung. die Ausscheidungen. Riechen. das Gleichgewicht der Lebensenergien zu gewährleisten. die kosmische Lebensenergie Inhaltsverzeichnis Sowohl die inneren als auch die äußeren Lebensenergien (Vayus) werden durch die Atmung (Pranayama) beinflußt. Sie werden als Prana zusammen mit der Luft eingeatmet. Udana. Kurma öffnet und schließt die Augenlieder. Diese unterschiedlichen Energien kontrollieren dann die Atmung. dass der Körper beim Einatmen nicht nur Sauerstoff in die Lungen aufnimmt. Kurma. Prana. die Sprache. Kreislauf Gemäß der Yogaphilosophie gibt es fünf innere und fünf äußere feinstoffliche Lebensenergien. Drüsen(Hormone) und Nervensystem. den Schlaf und unser Gehirn. Dabei wird davon ausgegangen.1 Prana. Im Körper verteilt sich das Prana in unterschiedliche Körperregionen. in der Pflanze. durch die wir Hören. 2. Alle Lebensformen sind Ausdruck von Prana. das Kauen und Hinunterschlucken der Nahrung. sowie die Sinne. Die äußeren feinstofflichen Lebensenergien sind Naga. Die fünf inneren Lebensenergien (Prana. Sie befindet sich in allen Lebewesen. Die Aufgabe dieser Vayus ist es.Nerven. die Kraft. um dort seine spezifischen Aufgaben zu erfüllen. Sehen. Ferner werden sie über die Nahrung (Essen und Trinken) oder über die Sonnenenergie (über die Haut) vom Körper aufgenommen. Krikara. Krikara bringt Hunger und Durst hervor. im Tier und im Menschen. Samana. Sie sind also in der eingeatmeten Luft enthalten.1.

lässt uns die Nahrung zerkauen. die den Magnetismus. sind Erscheinungsformen von Prana. nimmt er immerzu Prana auf. Kraft. Toleranz. Das Hauptziel der Atemübungen besteht darin. im Magen verdauen und dann wieder ausscheiden. Die sexuelle Energie kann durch Brahmacharya (Enthaltsamkeit) und Meditation in spirituelle Lebensenergie umgewandelt werden. Intuition und Nervenstärke aus. unser Nervensystem arbeitet. so wird sie im Gehirn und in den Nervenzentren gespeichert. Durch die Schwingungen des feinstofflichen Pranas entsteht das Denken.Fühlen. Ausdauer. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Erwecken der schlafenden Kundalini. Prana wird durch die Atmung. u. wobei die Kundalini nichts anderes als die kosmische (göttliche) Energie ist. Prana drückt sich durch Gesundheit. dann fühlt der Mensch sich schwach und depressiv. Vitalität. Ojas verleiht dem Yogi Kraft. Intelligenz. Da der Mensch permanent atmet. Zen. Prana erfüllt den gesamten physischen Körper. Pranayama. und durch spirituelle Praktiken (Yoga. Stärke. Durch Atemübungen. Geduld. die Elektrizität und die nuklearen Kernkräfte hervorbringt. Meditation. Wird die sexuelle Energie im Gehirn gespeichert. so versorgt sie den Menschen mit einem großen Maß an Lebensenergie. unser Kreislauf. Prana pumpt das Blut aus dem Herzen in die Arterien. die sich im Wurzelchakra befindet und als zusammengerollte. Ist ein Überschuß an Lebensenergie vorhanden. ist aber besonders in den sieben Nevenzentren (Chakren) konzentriert. mit der unser Gehirn. das aufwärtsstrebende Prana mit der abwärtsfließenden Energie des Apana zu vereinen und sie mittels spiritueller Praktiken über die Wirbelsäule zum Gehirn zu leiten. (Andere 64 . Wird sie dagegen vergeudet. Prana ist aber auch die Energie.a. auch während des Schlafes. Ein gesunder Mensch verfügt über eine große Menge an Lebensenergie. durch Essen und Trinken und durch die Sonnenenergie aufgenommen. Heiterkeit und Vitalität. Dabei atmet er grobstofflichen Sauerstoff und feinstoffliches Prana ein. die Schwerkraft. Alle Sinneseindrücke sind nur durch Prana möglich. Aber auch die sexuelle Energie kann als Lebensenergie im Gehirn gespeichert werden. schlafende Schlange dargestellt wird. Kreativität. Autogenes Training. Ausgeglichenheit.) kann das feinstoffliche Prana in inneren des Körpers kontrolliert und geleitet werden. Die umgewandelte sexuelle Energie wird als Ojas bezeichnet.

wiederum betrachten die sexuelle Energie als Kundalini.1. Sie hat eine abwärtsgerichtete Tendenz. sondern im Sexualchakra (Sakralchakra) beheimatet ist. Sie betrachten den Aufstieg der sexuellen Energie als Aufstieg der Kundalini. Erlösung von allem Leid und Selbstverwirklichung zu erlangen. Die sexuelle Energie und damit die Arterhaltung unterliegt ebenfalls dem Apana. wird durch die Apana-Energie gesteuert. dem Sexualchakra. z. Auch der Stuhlgang und das Harnlassen. umwandeln. 2. In archaischen Ländern. Wobei die sexuelle Energie aber nicht im Wurzelchakra. zum ersten Mal das Licht der Welt. In Verbindung mit der Liebe zweier Menschen kann sie zur Zeugung neuen Lebens genutzt werden. liegt im wechselseitigen Aufnehmen und Abgeben von Apana. Mit Hilfe dieser Energie erblickt das Baby. Die sexuelle Energie wird von den Yogis allgemein als eine machtvolle und schöpferische Energie betrachtet. so wirkt sie hauptsächlich als Ausscheidungsenergie.1. die Ausscheidungs-Energie Inhaltsverzeichnis Die im Beckenbereich sich befindende Lebensenergie. aktiv. wird als Apana bezeichnet. Die sexuelle Energie ist der Hauptenergielieferant für die spirituelle Energie. Dies geschieht durch rhythmische Muskelkontraktionen der Gebärmutter während der Wehen. Erst durch spirituelle Energie gelingt es uns.7. welches in vielen Ländern noch in der traditionellen Hockstellung geschieht.3 Der Kundalini-Aufstieg 65 Inhaltsverzeichnis . Wird die Apana-Energie im untersten Chakra.7. Wirkt sie dagegen vom zweiten Chakra. in ländlichen Regionen Indiens.2 Apana. nachdem es durch den Geburtskanal gepresst wurde.) 2. dem Wurzelchakra. unsere göttliche Natur zu verwirklichen. wird die Hockstellung immer noch als beste Stellung für den letzten Abschnitt der Geburt betrachtet. unsere wahre Seinsnatur zu erkennen.B. sie also in spirituelle Energie. so drückt sie sich als sexuelle Energie aus. Ojas Shakti. Man kann die sexuelle Energie entweder frei in die Sexualität fließen lassen oder sie für spirituelle Zwecke transformieren. Das Geheimnis einer erfolgreichen Geburt.

wie der Atem angehalten wird. Fortgeschrittene können den PC-Muskel auch längere Zeit anspannen und diese Übung auch während des Ein. Die Position des PC-Muskels kann leicht erkannt werden. Scheiden-Muskulatur anspannen. Bei der Entspannung des PC-Muskels wird aber weiterhin der Atem angehalten.und Ausatmens praktizieren. wenn man beim Urinieren den Strahl stoppt und anschließend den Urin wieder laufen läßt. Mula Bandha (Wurzelverschluß) variiert leicht zwischen Frauen und Männer.). Der Wurzelverschluß hilft bei Erkrankungen im Beckenbereich (Verstopfung. Männer dagegen den PC-Muskel zwischen dem Anus und den Genitalien. u. Um das Apana hinauf zu leiten. Dieses wiederholt sich so oft. Sehr gut verspürt man die Muskelgruppe. um sie als vereinigte Pranapana langsam über den feinstofflichen Hauptenergiekanal in der Wirbelsäule. Arthritis und Depressionen. Hypertrophie. Prostataentzündungen. Mula Badha sollte normalerweise beim Atemanhalten (Kumbhaka) praktiziert werden. Der Wurzelverschluß hat eine große körperliche. Dabei soll der PC-Muskel 2 Sekunden lang angespannt und anschließend wieder 2 Sekunden entspannt werden. mentale und spirituelle Wirkung. Stattdessen wird das Apana durch permanente oder rhythmische Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur (PC-Muskel = Pubococcygeus-Muskel = Schambein-Steißbein-Muskel) nach oben geleitet. Unter Mula Bandha versteht man das Schließen des Perineums (Perineum = Damm. der Wurzelverschluß. um es mit dem Prana zu vereinen. Hämorrhoiden. Frauen sollten die Damm. usw. der Sushumna. Mula Bandha. Damit das feinstoffliche Prana. mit seiner aufsteigenden Tendenz. denn es handelt sich dabei um jenen Muskel. Bronchitis. Mula Bandha verhindert.Das Ziel des Yogis ist es. bei Asthma. Dann wird der PC-Muskel wieder 2 Sekunden angespannt. Die freigesetzte Apana-Energie wirkt bis in das Gehirn und das endokrine System (Hormonsystem). wird während der Atemübungen. dem Pranayama. in der Region zwischen After und den äußeren Geschlechtsorganen). mit dem das Wasserlassen (Urinieren) unterbrochen werden kann. zum Scheitelchakra hinauf zu leiten. dass die feinstoffliche Apana-Energie. nicht 66 . ausgeführt.a. nach unten entweichen kann. die abwärtsstrebende Apana-Energie mit der aufwärtsstrebenden Prana-Energie zu vereinen. aufgrund seiner abwärtsgerichten Tendenz.bzw.

Der Hals (die Kehle) wird eingezogen. leicht nach vorn gewölbt und das Kinn fest gegen die Brust gepresst. im Wurzelchakra geweckt. verminderter Sauerstoff und ein erhöhter Kohlendioxydgehalt in den Lungen. die über die Shushumna aufsteigen. Apana. Sie gibt einen zischenden Laut von sich. wie beim Luftanhalten. Durch den Kinnverschluß wird aber Druck auf den Karotissinusreflex ausgeübt. zu einem schnelleren Herzschlag und zu schnellerer Atmung.durch den Hals entweichen kann. Äußerst interessant sind auch die Wirkungen des Kinnverschlußes (Jalandhara Bandha). Dadurch wird der Druck auf den Hals verstärkt. Nun wird die Luft solange angehalten. Dabei wird der Brustkorb. Der Rücken soll dabei zwar vorgebeugt. um sich schließlich zum Scheitelchakra zu schlängeln. Eine andere Theorie besagt. nach vollständiger Einatmung. Nach dieser Theorie sind es die vereinten Energien von Prana und Apana (im wesentlichen die sexuelle Energie). Dadurch vergrößert sich das Verdauungsfeuer (die Samana-Energie). Samana. Sie wird zusätzlich durch das Luftelement (Vyana Vayu) angefacht und vereint sich schließlich mit Prana und Udana. richtet sich auf. Dieser Prozess wird durch den Karotissinusreflex (ein Rezeptor an der inneren Halsschlagader) ausgelöst. wie eine mit einem Stock geschlagene Schlange. Der Kinnverschluß drückt die beiden seitlich am Hals aufsteigenden Halsschlagadern zusammen. wird der Hals beim Pranayama. Durch das gleichzeitige Praktizieren von Mula Bandha (Wurzelverschluß) und Jalandhara Bandha (Kinn. 67 . Normalerweise führt. Durch dieses hell auflodernde Feuer wird die schlafende Kundalini.oder Halsverschluß) vereinigen sich Prana und Apana. aber gerade bleiben. um in der Sushumna. Vor dem Ausatmen wird der Kopf wieder angehoben und die Muskeln entspannt. in der Phase des Atemanhaltens durch einen Kinnverschluß (Jalandhara Bandha) verschlossen. dass das Apana durch den Wurzelverschluß bis zur Sphäre des Verdauungsfeuers Agni (Samana Vayu) aufsteigt. Udana und Vyana. tritt in den feinstofflichen Energiekanal der Shushumna ein. zum Scheitelchakra aufzusteigen. Schultern. dass es nicht als unangenehm empfunden wird. Die Zungenoberseite soll an den oberen Gaumen gelegt werden. Es vereinen sich also Prana. dem feinstofflichen Energiekanal innerhalb der Wirbelsäule. Mund und Gesicht sollen entspannt bleiben.

Angst und Ärger lassen nach. Durch den Kinnverschluss beruhigen sich also die Atmung und der Herzschlag. befindet sich aber dennoch im Zustand höchster Aufmerksamkeit.bestimmt sind ) des Gehirns. so verspürt der Yogi verschiede Erfahrungen der unterschiedlichen Chakren (Sexualchakra. was die Aufmerksamkeit fördert und die Aktivität im Parietallappen (dessen vordere Begrenzung durch die Zentralfurche. dass in der spirituellen Praxis (besonders während der Meditation) die Aktivitäten im Stirnbereich des Gehirns zunehmen. erlebt der Yogi die Welt wie tot.7. der Herzschlag sinkt und das Atemanhalten kann verlängert werden. dass der Yogi. in dem die Wahrnehmung für das Ich.4 Die feinstofflichen Lebensenergien Inhaltsverzeichnis Ebenso wie man sich die Seele als unendlich viele kleine spirituelle Atome 68 . göttliche Ekstase und die Erfahrungen der niederen Samadhi-Stufen erfährt. Kehlkopfchakra. und dessen hintere durch den Occipitallappen – dem Hinterkopf . zur Schilddrüse. Nabelzentrum. in Höhe der Fontanelle. Weiter wird gesagt. zum Kopf und zum Gehirn. Herzchakra.1. Der Reiz auf den Hals durch den Kinnverschluß trägt zu einer ausgewogenen Funktion der Schilddrüse bei und kontrolliert den Fluss des Prana zum Herzen. Stress. Dies hängt wohl damit zusammen. die von der Halswirbelsäule ausgehen und das Zwerchfell beherrschen. wenn das Pranapana das Scheitelchakra erreicht. Diese Übung stimuliert auch die Nerven. Eine für die Meditation notwendige Ruhe entwickelt sich und Konzentration wird möglich. Stirnchakra) und erlangt schließlich. Näheres hier zu unter: Die vier Bandhas [170] Es wird gesagt. 2. Steigt das vereinte Prana-Apana (Pranapana) weiter die Wirbelsäule (Sushumna) aufwärts. Samadhi(Erleuchtung). Er verliert jedes Körperbewusstsein und das Bewusstsein für die Umwelt. einen göttlichen Schauer.Dadurch beruhigt sich das Herz. abnimmt. Diese Übung verhilft zu mentaler Entspannung. wenn Prana und Apana sich vereinigen und in der Sushumna aufsteigen. für das Körperbewusstsein und die Wahrnehmung der Umwelt stattfindet. bei der Vereinigung von Prana und Apana.

Udana.1. Es unterstützt die Atmung. Samana. Durch die Einatmung wird das Prana aus der Atmosphäre von der Lunge aufgenommen und im Herzen gespeichert. so nimmt es mit dem ersten Atemzug. die alle Abläufe überwacht. Samana ist die Energie. Dabei ist das Prana für die Ein. Vyana Vayu leitet das Prana dann in die verschiedenen Bereiche des Körpers und Samana Vayu ist die Kontrollinstanz. Die Energie des Apana ist für die Fortpflanzungs. Samana. den Kreislauf. neben Sauerstoff auch Prana auf.und Ausscheidungssystem. die Muskulatur.7. oder wie die anderen feinstofflichen Energien in ganz bestimmten Regionen des Körpers. die eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben. Samana hat seinen Sitz im Nabelbereich. Udana hat seinen Sitz im Kehlkopf. Wird das Kind geboren. die die Verdauung bewirkt. Das Gehirn und der Brustbereich sind das Zentrum des Prana. das Drüsensystem. Gleichzeitig harmonisiert Samana alle biologischen Systeme.und Aus-Atmung. sowie das Zeugungs. wo sie benötigt wird. Wir nehmen das Prana zusammen mit der Atmung auf. versorgt die Zellen mit Blut. Apana. die Nahrungsaufnahme. Das feine Prana ist im groben Atem enthalten. Vyana liefert die Energie für das Herz. Samana regelt die Verdauung und harmonisiert die biologischen Systeme. das Nervensystem und die Muskulatur. so kann man sich die fünf inneren feinstofflichen (astralen) Lebensenergien (Prana. Prana ist fein.und AusscheidungsVorgange verantwortlich. den Kreislauf. Udana und Vyana sind eigentlich nur spezielle Formen von Prana. Von diesen fünf Lebensenergien sind Prana und Apana die wichtigsten. das Zerkauen und Hinuterschlucken der Nahrung und ist für die aufsteigende Kundalini das Tor zum höherem Bewusstsein. Vyana) entweder wie Vyana im ganzen Körper verteilt vorstellen. Apana. 2.im ganzen Körper verteilt vorstellen kann. Dieses Prana konzentriert sich im Herzen und wird durch Vyana im ganzen Körper verteilt. Prana wird bereits im Mutterleib über die Nabelschnur vom Fötus aufgenommen. und bringt die Prana-Energie dorthin. Es kontrolliert die Stimmbänder. Es durchströmt den ganzen Körper.5 Wie die Lebensenergien sublimiert werden Inhaltsverzeichnis Atem ist grob. Udana liefert die 69 . das Nervensystem. Apana für die Auscheidungen und die Geburt zuständig.

Prana Vayu ist der Begriff für die Lebensenergie. Prana Vayu kann durch Pranayama (Atemübungen). Apana Vayu ist die Energie. von denen die Shushumna. Kopfstand) oder durch Yogaübungen wie Mula Bhanda (Wurzelverschluss). Insgesamt gibt es im Körper 72. die innerhalb der Wirbelsäule verläuft. Das Ashwini Mudra ist nur eine spezielle Form von 70 . Udana. speziell durch das Atemanhalten. Bei der Sublimierung des Apana Vayu soll die aufsteigende Apana mit dem absteigenden Prana vereint werden. dorthin. Apana: Apana hat seinen Sitz im Becken. Der Yogi hat die Möglichkeit alle fünf unterschiedlichen Lebensenergien (Prana. den sogenannten Nadis. Handstand. die Phase des Atemanhaltens langsam zu steigern. Vyana) zu sublimieren. Dabei sollte versucht werden. den Gesang. wie dies im Einzelnen geschehen kann. Ashwini Mudra (Atemübung zur Energetisierung). Pflug. verschiedenen Umkehrstellungen (Schulterstand. in Ojas. Ellenbogenstand. Besonders geeignet zur Sublimierung sind Atemübungen. Vyana leitet die feinstoffliche Lebensenergie Prana. bei dem man das Prana. um als vereinte Energie zum Scheitelchakra aufzusteigen. die mit längerem Atemanhalten verbunden sind. Vyana ist der Energielieferant. Samana. Dieses kann mittels Jalandhara Bandha (dem Kinnverschluß) geschehen. mit seiner aufsteigenden Tendenz daran hindert. der die Lebensenergie an die Muskulatur. Die Nadis sind nicht mit den Nerven identisch. über feinstoffliche Energiekanäle. sowie für das Kauen und das Hinunterschlucken der Nahrung.000 Nadis. Skorpion. die die Ausscheidung. wieder aus dem Körper zu entweichen. sublimiert werden. umzuwandeln. Dieser Aufstieg kann mittels Brahmacharya (sexueller Enthaltsamkeit). Apana. wo sie benötigt wird. der wichtigste ist. das Nervensystem und den Kreislauf verteilt. sie in spirituelle Energie.Energie für Kommunikation. um sie für seinen spirituellen Fortschritt zu nutzen. da sie feinstofflich sind. Vajroli Mudra* (Aufsaugen des Samens durch den Penis) geschehen. Hierzu zählen Anuloma Viloma (Wechselatmung) und Surya Bheda (Sonnenatmung). Beim Atemanhalten sollte man sich auf ein Mantra oder auf ein höheres Chakra konzentrieren. die Geburt und die Sexualität bewirkt. Mula Bandha wurde bereit oben ausführlich erwähnt. Prana: Prana hat seinen Sitz im Herzen und im Kopf (Erleuchtung). Nun wollen wir uns anschauen.

zählt in seinem Buch "Kriya Yoga" sowohl das Vairoli Madra. bei dem auch der PC-Muskel angespannt wird. als auch das Khechara Mudra (Verlängerung der Zunge mittels Durchtrennung des Zungenbändchens. hebt die Beine dabei vertikal an und stützt dabei das Gesäß mit den Händen und Ellbogen . saugt dann aber seinen Samen mitsamt der weiblichen Sexualsekrete mit seinem Penis wieder ein. ist falsch. Im Allgemeinen wird diese Übung als eine zweifelhafte Yogapraktik angesehen. Einige Yogis benutzen das Vajroli Mudra auch zu Showzwecken. ihrem ursprünglichen Aufbewahrungssort. Beim Vajroli Mudra ejakuliert der Yogi. Das Sperma setzt sich aber aus insgesamt fünf Drüsensekreten zusammen. durch Fasten. also gar nicht zum Nebenhoden zurückwandern. das Viparitakarani Mudra (man legt sich auf den Rücken. Zunächst saugen sie Öl mit dem Penis ein und pumpen dann wie ein feuerspeiender Drache das Öl wieder durch die Harnröhre heraus und zünden das Öl dabei an. dass die Spermien durch die Vajroli-Praxis aufgesogen werden und dadurch wieder zum Nebenhoden. um ihn dann öffentlich als "Heiligen Urin" anzuzünden. Die Überlegung. wenn es dabei schon den einen oder anderen leicht gegrillten Penis gegeben hat. Und ich fürchte. Spaziergänge und Wandern fördern das 71 . Somit können die Spermien.Pranayama. Es würde mich gar nicht wundern. durch regelmäßige Bewegung (Sport. er hat recht. die nur etwa fünf Prozent des Samens darstellen. Manche Yogis in Indien saugen Öl mit ihrem Penis ein. weil sie das männliche Sperma (Ejakulat) mit den Spermien gleich setzen. *Anmerkung des Übersetzers: Einige traditionelle Yogis halten das Vairoli Mudra für eine bedeutende Yogaübung. Yoga. durch das Vermeiden von Alkohol. weil sie sich mittlerweile mit den anderen Drüsensekreten vermischt haben. Samana: Samana hat seinen Sitz im Nabel.und das täglich 3 Stunden lang) und das Trataka Mudra (Schauen in die Sonne) zu den falsch verstandenen Auswüchsen einer falsch verstandenen Yogalehre. welches sich unterhalb der Zunge befindet). Außerdem werden sie durch die VajroliPraxis in die Harnblase eingesogen. Samana Vayu ist die Verdauungsenergie. Boris Sacharow. Sie kann durch eine sattwige (gesunde) Ernährung. der über eine 42jährige Yogapraxis verfügt. zu gelangen.

so wirkt die Energie sehr harmonisierend. der vom Hals zum Scheitel aufwärts strömt. die Druck auf den Magen ausüben (Pfau. Udana Vayu ist ein Lebensstrom. Nauli (Dünndarmreinigung = Luft ausatmen. keinen Frieden. dem Gaumen. durch Reinigungsübungen (siehe Kriyas [171]): Dhauti (Magenreinigung mit einer Mullbinde).Verdauungsfeuer). den mittleren Bauchmuskelwulst nach vorne drücken und nach rechts und links bewegen) und durch Verschlüsse: Uddiyana-Bandha (Bauchverschluß) sublimiert werden. Durch unnützes Reden wird Energie verschwendet. Schulterstand). als auch beim Eintritt des Todes. Kopfstand. hinter der Sprache. Die Schilddrüse im Kehlkopfbereich liefert wichtige Hormone für fast alle Körperzellen und regelt den Energiestoffwechsel. auf Nerven. Kunjar Kriya (Wasserreinigung durch lauwarmes Salzwasser). Udana Vayu trennt sowohl bei Astralreisen. bei Verstopfung: Kabalabhati (Schnellatmung zur Lungenreinigung) mit Uddhiyana Bandha (Bauchverschluß = Luft ausatmen und Bauchdecke einziehen)). die viel Reden. Stille und Schweigegelübte sublimieren Udana Vayu. Menschen. Es versorgt alle Zellen mit Blut. Die Zunge ist wie ein Schwert.und KräftigungsÜbungen der Hals. durch alle Yogaübungen. Yogaübungen wie der Schulterstand. Bauchdecke einziehen. Darum verletze niemanden mit Worten. Durch Dehn-. lockern sich blockierte Energien im Halsbereich. Ist ausreichend Udana Vayu vorhanden. Agni Sari (Feuerreinigung). den physischen vom astralen Körper. der Pflug und der Fisch sind bei Schilddrüsenproblemen oft sehr hilfreich. Vyana: Vyana hat seinen Sitz im Herzen. durch Pranayama (bei Durchfall: Wechselatmung ohne Bandhas. Udana: Udana hat seinen Sitz im Kehlkopf. Apana nimmt die Lebensenergie auf und Vyana verteilt sie an die 72 . ein Kommunikationskanal zwischen dem physischen Körper und der kosmischen Ebene. Hals und der Schilddrüse.und Schulter-Muskulatur. können keine innere Ruhe. Schweigen bewahrt die Energie. In der Stille liegt Friede. Nauli (Darmreinigung). dem Schlaf. Vollkommenheit und Freude. Udana Vayu ist die Energie. erlangen. Vorwärtsbeuge. Dreh. Kommunikation und sorgt für einen gesunden Schlaf. Sie kann für Meditation und Spiritualität genutzt werden. bei Verstopfung: Rückbeugen wie Kobra und Bogen. Drehsitz. Bauchmuskelübungen.

73 .oder Höllenwelten. 2. Darum müssen auch die Seelen aus dem Bereich der Götter wieder als Mensch auf die Erde reinkarnieren. die Seele eine Zeit lang baumeln lassen kann. noch ruhiger und ausgeglichener zu werden. Herrscht dagegen Ruhe und Ausgeglichenheit. Tier. so kann Vyana Vayu sublimiert werden. Die feinkörperliche und die unkörperliche Welt sind Meditationszustände. in dem man gewissermaßen. dann wird Vyana aktiv. das Nervensystem und den Kreislauf. Vermindern wir also unsere Bewegungsimpulse. Wird irgendwo Energie benötigt. Ruhen die Energien. Pranayama und Yoga können uns helfen. Der Bereich der Götter ist nur ein Zwischenbereich. Vyana liefert die Energie für Muskelbewegungen und den Kreislauf.8.1 Die Sinneswelt Inhaltsverzeichnis Der Buddhismus unterscheidet 3 Welten. in die der Mensch wiedergeboren werden kann. Meditation. Man nimmt Vyana als ein Pulsieren wahr. wegen seines positiven Karmas. so kommt das Herz zur Ruhe und Vyana kann sublimiert werden. Viele Buddhisten betrachten die Daseinsbereiche eher als emotionale Zustände. Hierzu gehören: Die 6 Daseinsbereiche der Bereich der Götter der Bereich der eifersüchtigen Götter der Bereich der Menschen der Bereich der Tiere der Bereich der hungrigen Geister der Bereich der Hölle Erlösung ist nur aus dem Bereich des Menschen möglich. um endgültig befreit zu werden. denn als real existierende Götter-.8 Die 3 buddhistischen Welten 2.Muskulatur. so kann das sublimierte Vyana Vayu in spirituelle Energie (Ojas Shakti) umgewandelt werden. Da gibt es einmal die Sinneswelt. Die Sinneswelt besteht aus den Daseinsbereichen. die feinkörperliche Welt und die unkörperliche Welt.

weil mancher diese Begriffe vielleicht noch nicht gehört hat. Ich möchte zunächst einmal die Sinneswelt betrachten. aus 6 Daseinsbereichen (Sanskrit: Lokas). Dann besteht nur noch ein freud. das Nichts und die Weder-WahrnehmungNoch-Nichtwahrnehmung. In der unkörperlichen Welt legt man nacheinander. löst man sich in vier Stufen vom Denken (Gedankenfassen + Diskursives Denken). im Text wird manches etwas verständlicher. Im unteren Meditationszustand. Die weiteren Versenkungen geschehen in der unkörperlichen Welt. in vier weiteren Stufen. aber ich hoffe. zur Burg Uruvela. der Weder-Wahrnehmung-NochNichtwahrnehmung. die der Erleuchtung entspricht. die Bewusstseinsunendlichkeit. Da er aber auf diesem Wege nicht zur Erleuchtung fand. Die Sinneswelt besteht.und leidloser Zustand. in der feinkörperlichen Welt. die Raumunendlichkeit.Man gelangt also nur durch Meditation zur Erleuchtung. zum Baden geeignet. und rings umher Wiesen und Felder. Stufe der unkörperlichen Ebene. waren Meditationsmethoden. Dort lebte Buddha fortan in Askese. Dazu bedarf es vier weiterer meditativer Versenkungsstufen. die Buddha von seinen Lehrern Aara Kalama und Uddaka Ramaputta vermittelt wurden und die er praktizierte. von der Verzückung und vom Glücksgefühl. Erleuchtung findet dann statt. Die Raumunendlichkeit. in die die Seele nach dem Tod hineingeboren wird (reinkarniert). löst. ging Buddha im Magadha-Land (das Land in dem er aufgewachsen war). einen hell strömenden Fluß. über das Nichts und die Weder-WahrnehmungNoch-Nichtwahrnehmung meditierte. indem er über einen unendlichen Raum. Nun ist man aber immer noch nicht erleuchtet. unendliches Bewusstsein. die Bewusstseinsunendlichkeit und am Ende gar das Nichts ab und gelangt dann zur letzten Stufe. Das hört sich jetzt vielleicht etwas verwirrend an. die letzten Sinnesempfindungen (Hören und Sehen). wenn man sich auch von der Verhaftungen der 4. um so ins Nibbana zu gelangen. meditierte und fand die Erleuchtung. der Weder-Wahrnehmung-NochNichtwahrnehmung. erfreulich. Alle Sinnesempfindungen bis auf auf das Seh. wie bereits gesagt. Als 74 . Dort sah er einen entzückenden Fleck Erde: einen heiteren Waldesgrund.und HörVermögen sind dann abgelegt.

Überträgt man sie aber auf das reale Leben. gibt es mehr Raum für Glück und Zufriedenheit. Da meist egoistische Tendenzen vorherrschen. Alle sechs Daseinsbereiche sind durch Karma bedingt. da sich die Seelen im Bereich der Götter so wohl fühlen. da nur vom Bereich der Menschen aus. dass die entsprechenden Daseinszustände der drei unteren Daseinsbereiche sich ebenso im realem Leben wiederspiegeln. Dieses heißt mit anderen Worten. In den drei niederen Daseinsbereichen (Tiere. eine endgültige Befreiung erlangt werden kann. Man kann also sagen. dass sie gar nicht daran denken. hungrige Geister. deutet darauf hin. Die Wesen in den drei unteren Daseinsbereichen sind wesentlich zahlreicher als in den drei höheren Daseinsbereichen. Die Wiedergeburt in den menschlichen Daseinsbereich wird also noch höher bewertet als eine Geburt in den Bereich der Götter. Hölle) wird sehr viel Leid erfahren. so kann man durchaus Parallelen erkennen.1. Nun sollen die Daseinsbereiche einmal im Einzelnen betrachtet werden: 2. reinkarnieren diese Wesen in ein entsprechend qualvolles Leben und erfahren großes Leid. Die Wesen in den drei niederen Daseinsbereichen sind von Leid und Schmerz geplagt und haben im allgemeinen eine sehr negative Lebensqualität. In den drei höheren Daseinbereichen dagegen. so füge ich mir selber Schaden zu und erfahre dadurch persönliches Leid. Nächstenliebe und Mitgefühl sind nur äußerst spärlich ausgeprägt.1 Der Bereich der Götter Inhaltsverzeichnis Das Dasein als himmlischer Deva (männlich) oder himmlische Devi (weiblich) im Bereich der Götter ist nicht mit der Erleuchtung zu verwechseln. wie schwer es ist.8. sich von den negativen Tendenzen zu lösen. gestalte ich mein Leben nicht nach ethischen und moralischen Gesetzen. sich spirituell fortzuentwickeln. Die hohe Anzahl der Wesen. die sich in den drei unteren Daseinsebenen aufhalten. Engel oder Lichtwesen. wobei man sich natürlich erst einmal über die ethischen und moralischen Prinzipien verständigen muss. Die Devas (Devis) sind überirdische. Ob man diese Sichtweise als absolut betrachten kann.kostbarste Reinkarnation gilt dabei die Geburt in den Bereich der Menschen. Zumindest wird dieses von buddhistischer/hinduistischer Seite so gesehen. bleibt dahingestellt. Gott dienende himmlische Götter. die immer noch an den 75 .

Weil das Dasein als himmlischer Gott. Sie sind in Unwissenheit über ihre wirkliche Natur. die einst Gott dienten. die Notwendigkeit der Erlösung zu erkennen. in einer niederen Welt wiedergeboren zu werden. eine relativ glückliche Existenz mit allen möglichen Genüssen. fühlen sie sich diesen Wesen überlegen. dass sie für die Lehren des Buddha unempfänglich sind. eifersüchtigen. Wenn sie in die niederen Daseinsbereiche hinabblicken. ist die Vorstellung für sie nahezu unerträglich. Einst waren sie selber Götter. Es ist ein Zustand ohne Leid. wurden dann aber von 76 . Das Leben im Dasein der Götter besitzt sehr viele Qualitäten. Wenn sie aber merken. welches sie in der göttlichen Welt erfahren haben. Nach all dem Glück. neidischen und streitsüchtigen Dämonen (Asuras). Sie sind durch ihren vorübergehenden Glückszustand derart geblendet. Man gelangt durch ein vorbildliches ethisches Verhalten im vorherigen Leben in den Bereich der Götter. Dann aber widersetzen sie sich der göttlichen Ordnung und befinden sich nun in ständigen Kampf und Streit mit den himmlischen Göttern. Obwohl sie nicht frei von Tod und Leiden sind. Aber dieses ethische Verhalten war nicht immer selbstlos und von höheren Motiven geleitet. ist es um so schwieriger. ihres Verhaltens nicht vermeiden lässt. Die Handlungen waren also relativ. ist ihr Dasein als himmlisches Wesen aber relativ glücklich.8. gefallenen Engeln und Lichtwesen aus dem Bereich der Götter (Devas) bewohnt. Ihre typischen Charakterzüge sind Stolz und Überheblichkeit. Sie werden als Götter betrachtet.Kreislauf der Wiedergeburt gebunden sind. Sie ermöglichen im Bereich der Götter allerdings.1. so sind die Früchte auch relativ und führen nicht endgültig aus dem karmisch bedingten Daseinskreislauf hinaus. so überaus glücklich ist. dass auch ihr Dasein schnell enden kann. was sich allerdings auf Grund ihrer Einstellung bzw. dass ihr Zustand vergänglich ist.2 Der Bereich der eifersüchtigen Götter Inhalt Dieser Bereich wird von ehrgeizigen. sind sie entsetzt und erleiden furchtbare Qualen. denn sie sind sich in diesem Moment nicht bewusst. 2. Es waren oftmals Spuren von Egoismus vorhanden. Die Leiden im Daseinsbereich der Götter resultieren also hauptsächlich aus der Bewusstwerdung des drohenden Abstiegs und über die Vergänglichkeit der bestehenden Seligkeit.

selbst dem Bereich der Götter. endet der leidvolle Daseinskreislauf erst. gibt es im Buddhismus auch keine Wiedergeburt im Sinne des Hinduismus. sobald die sinnlichen Verhaftungen erloschen sind.8. Da dieses Begehren mit dem Leiden gleichgesetzt wird. Während einige Richtungen sagen. der Jnana Yoga und der Raja Yoga. die wiederum von vorhergehenden Ursachen abhängig 77 . von Dingen. Hierzu zählen der Karma Yoga. die pausenlos aus Ursachen entstehen. kein unveränderliches Selbst. Ihr Verhalten neigte sich aber immer stärker der Unwahrheit zu.3 Der Bereich der Menschen Inhaltsverzeichnis Nur dem Menschen ist es möglich. wie alle anderen Wesen. Die Ursachen für die Wiedergeburt sieht der Hinduismus in der Sinnesbefriedigung. Ein Prozeß von Ursache und Wirkung. der Mensch sei für seine Erlösung selber verantwortlich. Aus diesem Grund haben sie keine Zeit für die spirituelle Praxis. der Bhakti Yoga. Eigentlich führen sie ein recht angenehmes Leben. während die himmlischen Götter ohne Arbeit ihre Früchte ernten. Einst besaßen sie. Der Buddhismus lehrt die bedingte Entstehung. Da es nach der buddhistischen Anatta-Lehre. Danach fühlten sie sich vom göttlichen Glanz und Reichtum getrennt. sich endgültig vom Leiden zu befreien und sich als Buddha zu verwirklichen. Die eifersüchtigen Götter leisten die Arbeit. wodurch sie dann ihre dämonische Natur entwickelten und zu Gegenspielern der Götter wurden. Im Hinduismus gibt es zwei Möglichkeiten sich aus dem Lebensrad von Tod und Wiedergeburt zu befreien. Ihre hervorstechenste Charaktereigenschaft ist die Eifersucht. Darum ist das Dasein als Mensch allen anderen Daseinsformen vorzuziehen. um selber in den Besitz dieser Früchte zu gelangen. Intrigen spielen in ihrem Leben eine bedeutende Rolle.1. Dies erzeugt Neid und Missgunst bei den eifersüchtigen Göttern. die Gabe der Wahrheit und Lüge. im Begehren nach Sein. aber sie trachten ständig nach dem Reichtum der himmlischen Götter. Sie sind allerdings nicht als höllische Wesen zu betrachten. Die Tradition kennt vier klassische Wege die zur Befreiung führen.den himmlischen Göttern aus dem Bereich der Götter verdrängt. 2. vertrauen andere auf die Hilfe Gottes. So wird ihre gesamte mentale Kraft aufgebraucht. keine Seele gibt.

die kein unabhängiges Selbst. ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes oder Regenbögen. deren Aufgabe es ist. Im tibetischen Buddhismus hat sich eine Tradition der bewußten Wiedergeburt entwickelt. Es gibt nur die Gruppierung von Körper. Gefühl. Bewusstsein).sind. Einige Jahre nach dem Tod eines erleuchteten Lamas (Bodhisattvas) wird eine hochrangige von der Ordensführung autorisierte Findungskommision aus Mönchen eingesetzt.11 TheravadaBuddhismus und Wiedergeburt wird noch einmal ausführlich darauf eingegangen. die geschieht. Wahrnehmung. die geistige Geburt durch Anhaften und schließlich die dritte Art der Geburt. Die Mönche stellen den Kindern mehrere Aufgaben. die ein zweites Mal geboren wird. keine Seele. Daher kann es auch keine Wiedergeburt geben. sich weiter und weiter entfaltender Prozeß. denn schon im nächsten Moment hat ein Wandel stattgefunden. ablaufen. bei deren Geburt es besondere Zeichen gegeben haben soll. um herauszufinden. Der Buddhismus geht davon aus. Als besondere Zeichen gelten etwa ungewöhnliche Träume der Eltern. dass das Kind persönliche Ritualgegenstände des verstorbenen Lamas wiedererkennen 78 . den wiedergeborenen Lama ausfindig zu machen. wie man sich die buddhistische Wiedergeburt vorzustellen hat. Dazu werden im Land Familien mit Kleinkindern aufgesucht. Im Buddhismus finden drei Arten von Geburten statt: die physische Geburt. wie in einem Bewusstseinsstrom. die kontinuierlich. Wille. Es gibt also Geburt. Geburt findet die ganze Zeit statt. die sich bei der Geburt zeigen. die sterben oder wiedergeboren werden könnte. den fünf Daseinsfaktoren (Körper. Jede Geburt ist neu. Unter Punkt 2. wann immer eine Sinnesfunktion stattfindet. endlos. Im Buddhismus gibt es in dem Sinne auch keine Person. sondern jede Geburt ist stets eine Neugeburt. aber es ist nie die selbe Person. dauernd. besitzen und in einem kontinuierlichen Strom von Ursache und Wirkung einem permanenten Wandel unterliegen. aber sie wird nicht als Wiedergeburt oder Reinkarnation im Sinne des Hinduismus betrachtet. dass der Mensch in jedem Augenblick seines Lebens neu geboren wird und im nächsten Moment wieder stirbt. Geist. Eine der Aufgaben besteht darin. Nichtsdestotrotz findet niemals die Geburt der selben Person statt. Somit finden fortlaufend Geburten statt. welches von ihnen der wiedergeborene Lama ist. Ein im Fluß befindlicher.

Sakya.und Bön-Gläubigen als die spirituelle Essenz aller buddhistischen Lehren betrachtet. leuchtend und bewusst ist. ungetrübt von Gedanken und Emotionen. Die tantrischen Lehren der Nyingma werden durch sogenannte Linienhalter 79 . die auf der Grundlage der Meditationspraxis beruhen.soll. aber auch die eigene Person. dass die Erleuchtung innerhalb eines Lebens möglich ist. der ältesten. Das Mahamudra (Das große Siegel). bevor der Buddhismus in Tibet Einzug hielt. 2. Das Dzogchen wird von den Nyingma. Die Meditationspraxis wird dabei als Pfad betrachtet und die durch diese Praxis erreichte Erleuchtungserfahrung als Frucht bezeichnet. Einige Reinkarnationsforscher halten die Erinnerung an Vorleben für möglich. Das Mahamudra wird als die Essenz der Lehren Buddhas betrachtet und es wird davon ausgegangen. dass die wahre Natur des Menschen klar. wird als Erkennen der höchsten Wirklichkeit oder als Verwirklichung seiner Buddhanatur betrachtet. Damit sollen Erinnerungen an das frühere Leben überprüft werden. Allerdings ist eine kritische Distanz durchaus angebracht. wird es als Reinkarnation des Verstorbenen betrachtet und erhält eine strenge klösterliche Ausbildung. Im tantrischen Vayrayana gibt es zwei Wege. der 4 Schulen des tibetischen Buddhismus (Kagyü. Daher spricht man auch vom Grundlagen-. Sie gehen davon aus. Nachdem die Entscheidung für ein Kind gefallen ist. Die damit eintretende Erkenntnis. Pfad. die höchsten buddhistischen Lehren.und Frucht-Mahamudra. Es geht bei Dzogchen allerdings nicht um eine Veränderung des Geistes von einer unvollkommenen zu einer vollkommenen Natur. erscheinen als Illusion. In der Erfahrung der Buddhanatur liegt die unmittelbare Erfahrung der Leere aller Phänomene. Es bezeichnet in den tibetischen Schulen der Kagyü. Gelug (Gelbmützen). vielmehr geht es um das Erkennen der ursprünglich vollkommenen Natur des Menschen. Das Dzogchen bezeichnet die traditionellen Lehren der Nyingma-Schule. Nyingma (Rotmützen)) und der schamanistischen und animistischen (schriftlosen) Bön-Religion. Sakya und Gelug. sich aus dem leidvollen Daseinskreislauf zu befreien: 1. Die äußere Welt. Das Dzogchen (Die große Vollkommenheit). Das Mahamudra ist ein zentraler Begriff im tibetischen Buddhismus. die seit uralten Zeiten die vorherrschende Religion in Tibet war.

dann beginnt man zu ahnen. Es muss ja nicht unbedingt ein religiöser Weg sein. da könnte die Lehre Buddhas ein guter Wegweiser sein. die den Tieren so etwas antun. wegen ihrer Kopfbedeckung. Auch das massenhafte Aussterben bedrohter Tierarten auf der Erde zeigt. über ihre Lage nachzudenken. Diese Unwissenheit drückt sich unter anderem darin aus. Tiere haben kein Mitleid. auch als Gelbmützen bezeichnet werden. wird man zum Tier. dem auch der Dalai Lama angehört.8. Tiere sind nur sehr begrenzt fähig. Die Schule des Gelug. Geldgier und Gleichgültigkeit. um den richtigen Weg aus der Unwissenheit zu finden. Daher führt besonders die Unwissenheit zu einer Wiedergeburt als Tier. Ist es denkbar. Dieses Verhalten der Menschen den Tieren gegenüber. beruht auf Unwissenheit. Das Leid der Tiere ist weltweit grenzenlos. ihre Situation aus eigener Initiative zu verändern. die die Tiere zu Millionen über sich ergehen lassen müssen. lebt zölibatär. die Schlächtung der Tiere und die Tierversuche an. welche Leiden die Tiere tagtäglich erfahren. nach welchen Kriterien er sein Leben gestaltet? Ich glaube. den man beschreiten sollte. Durch geistige Wiedergeburt wird man zum Tier. Es ist entsetzlich. In der Regel folgen sie ihren Trieben und Instinkten. Dieses gilt im Prinzip für alle tantrischen Schulen. fressen andere Tiere und werden von ihnen gefressen. Die Zweifel der Atheisten und Agnostiker an der Existenz eines Gottes. die Tiertransporte. dass sie die Notwendigkeit einer spirituellen Lebensweise nicht erkennen. selbst einmal als Tier wiedergeboren werden? Es gibt da eine nette kleine Erzählung. dass Menschen. Schaut man sich einmal die Tierhaltung. Aber auch für den Menschen gilt: Sobald sich Dummheit erhebt und einen überwältigt.4 Der Bereich der Tiere Inhaltsverzeichnis Das Tier symbolisiert die Furcht und die Unwissenheit. sind ja durchaus verständlich. deren Anhänger.meist in geheimen Sitzungen an die Schüler weiter gegeben.1. 2. Aber sollte nicht jeder Mensch eine gewisse ethische und humanistische Vorstellung haben. wie gleichgültig sich der Mensch gegenüber der Tierwelt verhält. über einen Schüler 80 . Die Wiedergeburt als Tier kann sehr leidvoll sein. mit welcher Gedankenlosigkeit der Mensch sich gegenüber dem Tier verhält. über die tantrische Praxis Schweigen zu bewahren. Der Schüler wird dabei verpflichtet.

Dazu ist das Tier womöglich nicht selbst in der Lage. bekommen ihre Liebe zu den Tieren tausendfach von ihnen zurück. Der Fisch. Auf diesem Wege ist es Tieren also möglich. Er konnte nämlich die vergangenen Leben aller Beteiligten sehen. positive Veränderungen zu erfahren. Es gibt zwei Wege als Tier zu reinkarnieren. kann auch ein Tier Befreiung erlangen. wie man mit Liebe und Geduld aus einem wilden und ungezähmnten menschenscheuen Wildpferd ein gutmütiges. welches viel Spass an der Reiterei hat. vertrauensvolles Reitpferd macht. Er konnte sowohl der Bereich den Götter. welches die junge Frau so liebevoll umsorgte. Im selben Moment näherte sich ein Hund. wieder als Mensch reinkarnieren. wer da aufeinander traf. Als Katayana dies erkannte. weil die Befreiung nur durch den Menschen möglich ist. Er erkannte. hob sie einen Stein auf und warf ihn wütend nach dem Hund. wenn es aus seiner Unwissenheit befreit wird. die später eine Reinkarnation als Mensch 81 . um ihn zu verscheuchen. Eines Tages sah er eine junge Frau. sie abzulegen. war ihre Mutter. die sich immer so liebevoll um sie gekümmert hatte. war er sehr betroffen. die ihrem Haustier mit Liebe und Verständnis begegnen. die ich an dieser Stelle einmal erzählen möchte: Arya Katayana war in der Lage. Während sie weiterhin liebevoll um ihr Baby kümmerte. Dieses ist zwar nicht auf direktem Wege möglich. denn er sah. den Bereich der Menschen und Tiere. namens Arya Katayana. dass das Baby. Aber ein Tier kann nach dem Tod. nach dem sie mit Steinen warf.Buddhas. die ihr Baby auf dem Arm hielt und es an ihrer Brust säugte. Dann setzte sie sich an den Tisch und aß einen zuvor zubereiteten Fisch. Die „Pferdepflüsterer“ zeigen uns. Unter bestimmten Umständen. Aber Tiere sind nach der hinduistischer Auffassung nicht auf ewig und immer verdammt. Nur so wird es dem Tier gelingen. sondern bedarf der Hilfe des Menschen. war ihr verstorbener Vater und der Hund. die vergangenen Daseinsbereiche zu sehen. Katayana war von der ganzen Situation sehr betroffen. Aber auch die vielen tierlieben Menschen. aber auch alle anderen Daseinsbereiche sehen. im letzten Leben ihr ärgster Feind war. Die eine Möglichkeit wird als spiritueller Aufstieg aus der Hölle angesehen. seine animalischen Instinkte zu überwinden. den sie aß. Tiere zu bleiben. die zweite als spiritueller Abstieg aus der Menschenwelt.

Sie sind symbolisch für die Gier nach Geld. befindet sich bereits in ihrem Besitz. Von diesem Reichtum aber möchten sie niemandem etwas abgeben.1. wie ein Tramper in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ihre hervorstechendste Eigenschaft ist der Geiz und die Gier. Reichtum. Ihre Gier treibt sie an. die wirklich Hunger haben und noch mit Genuß essen können. ist ein quälender unersättlicher Hunger. so dass man keinen Bissen mehr essen kann. Besitz. Bereits im antiken Griechenland war die Reinkarnationstheorie bekannt. dass man bereits alles besitzt und es doch nicht genießen kann. Was bleibt. dann sind sie voller Armut. Auch die adligen Philosophen Empedokles und Platon lehrten um 500 vor Christus. Er hielt sich in Ägypten auf. 2. der etwa 600 Jahre vor Christus.und Pflanzenwelt. Hungrige Geister werden unaufhörlich von Durst und Hunger gequält. Macht und Sinnlichkeit. sondern aus der Erkenntnis. Bekanntester Vertreter der Reinkarnationstheorie. Aber in der Gier entwickelt man Halluzinationen nach den Dingen. Die hungrigen Geister sind auch unter dem Namen „Pretas“ bekannt. die man noch besitzen möchte. war der weitgereiste Pythagoras. tauchte dann in die schamanistischen Gebiete Asiens ein. Hungrige Geister werden oft mit dicken satten Bäuchen und schmalen Mündern von der Größe eines Nadelöhrs 82 . haben aber das Gefühl der Armut.ermöglichen. wo gerade zwei neue Upanishaden (heilige Schriften) in den Wäldern wiederentdeckt worden waren. Hungrige Geister haben ein Vermögen angesammelt. der nicht aus der Armut erwächst. und in dem der zwanzig Jahre jüngere Buddha seine Lehren verbreitete. vier Jahrzehnte lang die Weite des Mittelsmeers bereiste und Wissen von Mystikern und Priestern erwarb. Werden die hungrigen Geister dagegen als Menschen wiedergeboren. immer mehr Reichtümer anzusammeln.8. Diese Daseinsformen umfasste auch die Tier. als sei man völlig satt. Es bleibt das Gefühl. dass die unsterbliche Seele zum Zwecke ihrer moralischen Läuterung in eine neue Daseinsform reinkarnieren müsse. So bleibt Neid auf die. reiste zu den Magiern in Persien und Arabien und schließlich nach Indien. Aber alles wonach sie begehren.5 Der Bereich der hungrigen Geister Inhaltsverzeichnis Geizige werden als hungrige Geister geboren.

ohne etwas gegeben zu haben. Sie unterbindet eine Geburt als hungriger Geist. wenn man etwas übrig hat. Selbst den letzten Bissen. dass man niemals zufrieden ist. immer denkt er. Heiterheit und Mitgefühl zu erlangen. Aber dazu kommt es meistens nie. vollkommene Weisheit. so würden sie nichts genießen. daß er freigiebig ist und mit offenen Händen in der Welt lebt und sich der Bedürftigen annimmt. was er verschenkt und sorgt somit für seinen eigenen Wohlstand. den riesigen Bauch zu füllen. die uns wirklich befriedigen kann. hält er wie ein Sterbender daran fest. erhält das zurück. In ihrem letzten Leben waren sie sehr geizig. Wohlwollen und höchste Liebe zu Gott. er hätte nichts und jammert. Um dieses zu erlangen. den erkennt man daran. Man möchte seinen Besitz nicht mit anderen teilen. Hass und Unwissenheit überwinden können. daß ihn das Schenken und Geben glücklich macht und er seinen Geist vom Makel des Geizes befreit hat.dargestellt. So können sie niemals satt werden. wie wir Gier. Sie gaben anderen Menschen nichts von ihrem Reichtum ab und spendeten nichts für die Mönche. den letzten Brocken. ohne davon auszuteilen. Wirklicher Besitz heißt aber. Freigebigkeit hat ihre Wurzeln im Mitgefühl. würden sie nicht genießen. die man vielleicht den Armen geben möchte. weil sie nicht satt werden. sein eigenes grenzenloses Potential zu entfalten. Es heißt. Wenn der Geizige in den Besitz einiger Güter oder von etwas Geld gelangt. kann es soweit kommen. Wohltätigkeit ist selbstlose Liebe. Die Opfer. möchte man später geben. und es würde der Makel des Geizes nicht ihr Herz umsponnen halten. Wer sie praktiziert. falls sie einen Empfänger dafür hätten. um sich selbst zu bereichern. Wer von der Lehre Buddhas durchdrungen ist. egal welchen Reichtum man besitzt. Wenn man sich zum Sklaven seiner ichsüchtigen Begehrlichkeit macht. zeigte Buddha uns einen Weg auf. in den Geist der Reinheit und Vollkommenheit zu gelangen. Ihre engen Münder und dünnen Hälse machen es ihnen unmöglich. In der Itivuttakam 26 [172] (Sammlung der Aphorismen) im Palikanon sagt Buddha: "Würden die Wesen den Lohn für das Verteilen von Gaben kennen so wie ich. Ganz gleich wie viel er besitzt. Sie betrogen ihre Mitmenschen. Sie jammern die ganze Zeit. Da nun aber die Wesen 83 . Das ist die einzige Nahrung. als wäre er am verhungern.

44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr. einer Strafe als unveränderlichen Zustand. nicht andere damit zu beauftragen. wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird 84 .). wenn man etwas geben kann. 43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. nicht als endlichen Vorgang. Verachtung und Hass führen zur Wiedergeburt in der Hölle. zu allen drei Zeiten froh darüber zu sein: sich vor dem Geben zu freuen. dann zu geben. mit Respekt vor dem anderen zu geben. eigenhändig. ein Schüler Milarepas.42: „42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben.den Lohn für das Austeilen von Gaben nicht so kennen wie ich. ohne Angehörigen oder anderen.1. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. deshalb genießen sie auch. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Wut. sagte in seinem Buch „Der kostbare Schmuck der Befreiung. Ohne anderen zu schaden bedeutet. ohne etwas gegeben zu haben. geht die christliche Lehre von einer ewigen Hölle aus.6 Der Bereich der Hölle Inhaltsverzeichnis Zorn. Während die Hölle in einigen Weltreligionen der Läuterung dient und ein Ende hat und somit ein Mittel der Besserung ist.8. freudig. Solche Freigebigkeit erzeugt inneren Reichtum. Eigenhändig bedeutet. Respektvoll bedeutet. zur rechten Zeit und ohne anderen zu schaden. reinigt schädliche Handlungen der Vergangenheit und hilft uns auf dem Weg zur Selbstverwirklichung." Freudig bedeutet. Mathäus 25. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal auf den besonders schönen Text Dana (Spende) [173] von Santikaro Bhikkhu & Viriya hinweisen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet.“: „Gib mit wahrem Mitgefühl zum Wohl der Wesen und für die Erleuchtung. und der Makel des Geizes hält ihr Herz umsponnen. zu schaden. wenn wir unsere Gabe an alle Wesen ohne Ausnahme verschenken." Freigebigkeit wird grenzenlos. 2. Zur rechten Zeit bedeutet. Chr. Der tibetische Mönch Gampopa (1079 – 1153 v. zu geben. für die wir Sorge tragen. respektvoll. beim Geben selbst freudig-offen zu sein und auch nach dem Geben nichts zu bereuen. Die Seele erleidet in der Hölle schreckliche Qualen.

zerstören auch immer etwas in sich selbst. Nach einiger Zeit kehrt die Seele auf die Erde zurück. die nach der Mythologie. gesühnt ist. nämlich Harmonie. Hier erfährt der Verstorbene so lange großes Leid. da nach ihrem Glauben die Seele nach einer gewissen Zeit wiedergeboren wird. Aber ebenso gibt es im Hinduismus verschiedene Himmel. das habt ihr mir auch nicht getan. (Kap. vor dem man am liebsten davon laufen möchte. Groll und Unbehagen an. Himmel ist das Ausdehnen von Sattva (Harmonie. für die positiven Taten mit himmlischen Freuden belohnt wird. es gibt keinen Ort. Eine nach dem Tod und eine vor dem Tod. einem Hindutext visnuitischer Prägung. Frohsinn.19. aber die Gerechten in das ewige Leben. Zufriedenheit). die die Natur besitzt. Beschreiben einige hinduistische Schriften die Höllen als Ort der Leiden und den Himmel als Ort der Lust. den drei Eigenschaften. wo die Seele des Verstorbenen. zum unendlichen Kreislauf der Reinkarnation gehören. einem von diesen Geringsten. an den man fliehen könnte. 85 . so sprechen andere hinduistische Schriften von geistigen Eigenschaften und Bewusstseinszuständen. Unwissenheit). um bis zur endgültigen Erlösung.42-43): Hölle ist das Ausdehnen von Tamas (Trägheit. gequält zu werden. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe. Im gleichen Moment wendet sich der Hass nach innen und wirkt selbstzerstörerisch. In ihrer blinden Wut möchten sie den anderen am liebsten töten. Hass oder Verachtung begegnen. wieder geboren zu werden. Aber es scheint zu spät zu sein. Man hat stets das Gefühl. Für sie findet Läuterung also nicht in der Hölle. ich sage euch: Was ihr nicht getan habt. den drei Gunas. Im Hinduismus spielt die Vorstellung von Hölle eine untergeordnete Rolle. Das ist die Hölle. Wut. Aggressionen sind wie die brennende Glut der Hölle.er ihnen antworten und sagen: Wahrlich. Für die Hindus war die Hölle niemals ein Ort ewiger Qualen. Es gibt kein entrinnen. die Folgen seiner negativen Taten. einem Bestandteil des Bhagavatapurana. innere Unruhe und Trägheit. So stauen sich im Laufe der Zeit eine Menge Ärger. die anderen Menschen mit Zorn. bis sein schlechtes Karma. Es gibt also zwei Arten der Hölle. Im Hinduismus gibt es 21 Orte des Leidens. Doch in beiden Fällen ist der Aufenthalt nicht ewig. So erklärt Krishna in der Uddhavagita.“ Menschen. sondern im irdischen Leben statt.

das hierher führte. die sich die Chinesen ausgedacht haben. in der die Wesen in eiserne Ketten gelegt werden die Hölle. die Geizigen mit Kälte. acht vollständig vereiste. dazu noch ein Reich.8. und von diesen wiederum hat jede zehn Millionen andere Höllen um sich herum. Auch die Buddhisten unterscheiden zwischen verschiedenen Arten der Strafe. in dem der Verdammte weder Hitze noch Kälte. Aus: "Der Dämon und Fräulein Prym" von Paul Coelho 2. die Zornmütigen werden von Dolchstichen durchbohrt. Die buddhistische Hölle ist in die heißen und die kalten Höllen unterteilt. erschöpft hat. die die Seele erleiden könnte: acht Höllen aus Feuer. der von einem anderen Berg mit Namen „Großer Zaun“ umgeben ist. von ihr abhängigen Höllen. Diese wiederum sind in zahlreiche Unterhöllen unterteilt. An diesen Orten der Qual ist jedem Laster seine besondere Strafe zugemessen. in der die Wesen zusammengequetscht werden die Hölle des Wehgeschreis 86 Inhaltsverzeichnis . Wenn sie ihre Verbrechen gebüßt haben. und die Grobiane mit Kot bedeckt. der sich in diesen Höllen befindet.Der Buddhismus übernahm in modifizierter Form die hinduistischen Vorstellungen der Hölle. die Schamlosen werden mit Feuer gestraft. in der die Wesen bis zum Tod gefoltert werden. um von neuem die Seelenwanderungen zu beginnen. oder sie gehen ein in die Körper der Tiere. sondern nur unendlichen Hunger und Durst verspürt. sagen die Chinesen. einen Berg namens „Kleiner Zaun“ aus Eisen. wenn sich das unheilsame Karma. verwandeln sich die Verdammten in hungrige Teufel. Entsetzliche Qualen erwarten den.7 Die buddhistischen Höllen Die acht heißen Höllen die Hölle. jedoch sogleich wieder auferstehen die Hölle. Die charakteristische Emotion der Höllenbereiche ist Hass.1. Wie auch vieles andere im Buddhismus werden solche Lehren von vielen Buddhisten aber eher symbolisch verstanden. Sie enden. Das war jedoch nichts im Vergleich zur ungeheuren Vielfalt. jede umgeben von sechzehn kleinen. die Hochmütigen werden in einen Fluß voll Blut geworfen. Es gibt. In dem Raum zwischen diesen beiden herrscht dichte Finsternis. und dort gibt es acht große Höllen übereinander.

betätigt und häufig betrieben. zum Tierschoße (Daseinsbereich der Tiere) oder zum Gespensterreich (Daseinsbereich der hungrigen Geister). 87 .VIII.40 [146] (die Sammlung der langen Lehrreden (Digha-Nikaya)) sagt Buddha über die Folgen des Bruchs der Sittenregel: „Das Töten.die Hölle des großen Wehgeschreis die Hölle der sengenden Hitze die Hölle der extrem sengenden Hitze die Hölle der ununterbrochenen Qualen Die acht eisigen Höllen die Hölle der Frostbeulen die Hölle der gewaltigen aufgeplatzten Frostbeulen die Hölle des Zähneklapperns die Hölle der gefrorenen Zungen die Hölle der gefrorenen Kehlen die Hölle des blauen Lotus die Hölle des roten Lotus die Hölle des großen Lotus 2. die Zwischenträgerei (Intrigen).8 Buddhas Aussagen zur Hölle Inhaltsverzeichnis In der Anguttara Nikaya A. das leere Geschwätz. sind den niederen Welten und der Hölle verfallen. das Lügen. sind: • • • • • Vatermord Muttermord Heiligenmord Verwundung eines Buddha Bewirkung einer Ordensspaltung In der Anguttara Nikaya A.8. ausgeübt. Und schon die allergeringste Auswirkung des Tötens bringt dem Menschen kurzes Leben.114 [148] sagt Buddha: Diese drei Menschen. geschlechtliche Ausschreitung.“ In der Anguttara Nikaya V129 [147] sagt Buddha: Die 5 höllischen Taten mit unmittelbarem Ausgang.III. ihr Mönche. ihr Mönche. führt zur Hölle.1. das Stehlen. das rohe Reden.

wenn ich euch noch ein weiteres Beispiel der dritten Fessel gebe. Sie sind bekannt als "die vier leidvollen Zustände". könnt ihr sicher sein. als jene an den Tempelwänden.“ Das wird nie gelehrt. Man kann sie aber auch als individuelle Lebensweise betrachten. Sie färben gewissermaßen unser Denken. geht aus dem Dhamma-Prinzipien für kluge Leute [149] von Ajahn Buddhadasa sehr gut hervor: „Habt Nachsicht mit mir. wo man in einer Kupferpfanne gesotten und gebraten wird. 2. der einen rein und keusch das geläuterte Reinheitsleben führenden Jünger fälschlich der Unkeuschheit bezichtigt • derjenige. dass wir jeden Tag in diese leidvolle Zeit verfallen. daß nichts Böses an der Sinnlichkeit zu finden sei.die Hölle. im Glauben und in der Ansicht. in die die menschliche Seele nach dem Tod eintritt. das Reich der hungrigen Geister (Peta) und das Reich der feigen Dämonen (Asura. Fallt überhaupt nicht! Wenn ihr jetzt nicht in die Leidens-Zustände fallt. Der Buddha nahm den Geist als seinen Bezugs-Massstab. Was ist die Bedeutung der "vier leidvollen Zustände"? Der erste der vier 88 . dem sinnlichen Genusse verfällt.1.falls sie folgendem nicht entsagen. Welche drei Menschen? • Der unkeusch Lebende.9 Wie erreicht man die sechs Daseinsbereiche? Inhaltsverzeichnis Man kann die sechs Daseinsbereiche als Orte betrachten. das Tierreich. Man lehrt uns aber nicht. daher erfassen die Leute das Wesentliche und die wirkliche Bedeutung der Worte "die vier leidvollen Zustände" (in niederen Daseinsbereichen) auch nie. Begierden und Sehnsüchte und bestimmen auf diese Weise unser Leben.8. Dass man die leidvollen Daseinszustände nicht nur auf das Leben nach dem Tode beziehen sollte. auch nach dem Tod nicht in irgend welche LeidensZustände zu fallen. Wir werden gelehrt zu glauben. der. der sich als keusch lebend ausgibt • derjenige. welche auf den Wänden der Tempel abgebildet sind . Und diese Leidens-Zustände sind realistischer und viel wichtiger. Der Buddha war kein Materialist. unsere Vorstellungen und Empfindungen. Er nahm nicht den Körper als Massstab. wie das in den HöllenGeschichten passiert. der Bereich der eifersüchtigen Götter). dass wir beim Sterben in die niederen Daseinsformen absteigen können. mit der wir die Welt und unsere Gefühle wahrnehmen. Nämlich die vier niederen Daseinsformen.

8. des Glücks und der Seligkeit. geht also nicht mehr in eine der sechs Daseinsbereiche.leidvollen Zustände ist die Hölle. Himmel und Hölle sind keine Ortsbezeichnungen. als Wahnsinnige oder geistig dahindämmernde Wesen.Dreierkorb) ist das jedoch nicht so. den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. brennend und sengend.1. Im Tipitaka (Palikanon . Immer wenn man Angst erfährt. Verzückung + Glücksgefühl 3. Versenkungstufen der feinkörperlichen Ebene 1. 2. eine mentale Wiedergeburt. dass die beglückenden Bewusstseinszustände. Dämonen und Gespenster brauchen wir nicht in außerirdischen Gefilden zu suchen. wird man gleichzeitig als ein Höllenwesen wiedergeboren. fällt der Geist in die Hölle. es sind Zustände des Bewußtseins. Sanditthika-nibbana (Nibbana das ein Praktizierender persönlich sieht) oder Ditthadhammanibbana (Nibbana hier und jetzt) sind. Es ist eine spontane Wiedergeburt.10 Erreicht man Erleuchtung nur nach dem Tod? Inhaltsverzeichnis Wir haben nun alle Daseinsbereiche kennen gelernt. Der Selbstverwirklichte allerdings durchbricht das Samsara. Angst aller Art. Da gibt es Ausdrücke wie "Nibbana im hier und jetzt". Obwohl der Körper physisch den menschlichen Bereich bewohnt. Gedankenfassen + Diskursives Denken + Verzückung + Glücksgefühl 2. Hölle bedeutet Angst. Götter und Teufel. Wie hat man sich dieses Nibbana vorzustellen? Ajahn Buddhadasa sagt dazu: „Wird Nibbana nach dem Tod erreicht oder hier in diesem Leben? Viele Lehrer. sprechen nur von Nibbana nach dem Tod. Man sagt uns. in die die menschliche Seele nach dem Tod eingehen kann. welche in den vier Versenkungstufen der feinkörperlichen Ebene (siehe unten) und den vier Versenkungstufen der unkörperlichen Ebene (siehe unten) erfahren werden. das ist die Hölle. Angst über den möglichen Verlust von Ansehen und Ruhm. um anschließend zur Erde zu reinkarnieren. Glücksgefühl 89 . Sie leben in unserer Wirklichkeit als Heilige oder Verbrecher. mit unermeßlichem Leid verbundenen Zuständen bis zu himmlischen Zuständen der Freude. sobald sich Angst erhebt. Allein die Menschenwelt erstreckt sich von höllischen. sondern ergeht ins Nibanna (Sanskrit: Nirvana) ein.

Raumunendlichkeitsgebiet 2. Nichtheit 4. Bewusstseinsunendlichkeit 3. ohne jede Notwendigkeit des Erlöschens oder Auflösens der fünf Daseinsfaktoren (Körper. wurden sie Sanditthika-Nibbana oder Ditthadhamma-Nibbana genannt. Bewusstsein). wenn wir davon ausgehen. Dieses Wort "Nibbana" bedeutet in der gewöhnlichen Alltagssprache ganz einfach "Kühle. sie ist unter der thailändischen 90 . selbst zu sehen. Ihr habt die Redensart vermutlich nie gehört. Ehipassikam. Da möchte ich gerne. die Nibbana erkannt. Veditabbam. die den Spruch hatten: "Nibbana liegt im Sterben vor dem Tod".und leidloser Zustand Versenkungstufen der unkörperlichen Ebene 1. bezieht sich auf das Erlöschen von Leid und Befleckungen. Bei einer Gelegenheit beschrieb Buddha das Verlöschen von Gier. also ohne dass man physisch sterben muss. Vinnuhi" das heisst: „Direkt sichtbar. führt nach Innen und ist von den Weisen einzeln erfahrbar“. Diese Ausdrücke weisen auf eine lebende Person hin. Wille. Das zeigt eindeutig. Die Zustände vor der Erleuchtung (Nibbana) haben seinen Geschmack. der Weder-Wahrnehmung-NochNichtwahrnehmung. dass sie nicht gestorben ist und in ihrem Innersten den Geschmack von Nibbana kennt. wenn man sich auch von der vierten Stufe der unkörperlcihen Ebene. dass diese Zustände ein Vorgeschmack von Nibbana sind.4. Hass und Unwissenheit als "Sanditthikam. Akalikam. dass ihr die Weisheit unserer Thai-Vorfahren bedenkt. lädt alle ein. Wahrnehmung. gelöst hat. freud. bringt sofortige Wirkung. Abwesenheit von Hitze. Paccattam. Abwesenheit von Leid". Weil diese Zustände nicht vollkommen und absolut sind. denn Nibbana findet erst statt. Es gibt aber noch bessere Worte als diese. was sie gefunden hat. Opanayikam. Es gibt auch noch andere Ausdrücke: Anupada-parinibbana (frei von Anhaftungen). sind aber mit dem wahren Nibbana nicht identisch. zu kommen. während das Leben noch anhält. und zu sehen. wird erreicht. Gefühl. gefühlt und gekostet hat und die ihre Freunde auffordert. Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung Im Moment ist es jedoch für unsere Zwecke völlig ausreichend. Parinibbayati.

als auch die Verzückung und das Glücksgefühl.Landbevölkerung aber recht verbreitet. Sie sagen: • • • • Schönheit findet man im toten Körper Güte findet man im Verzicht zum Wohl anderer Den Mönch findet man in Ernsthaftigkeit Nibbana findet man im Sterben vor dem Tod Grübelt über diesen Spruch nach: "Nibbana liegt im Sterben (der SelbstIllusion) vor dem Tod (des Körpers)". der innere Frieden und die Einheit des Geistes. lebt aber weiter. Er lebt in einem leidlosen und freudlosen gleichmütigem Zustand. aber immer noch seinen Gedanken verbunden. Alle Sinnesempfindungen. bis auf das Hör. In der ersten Stufe der Vertiefung ist der Meditierende der Sinnlichkeit entrückt. Das ist Nibbana. Aber das Anhaften an der Selbst-Illusion muss es. Nun können ihn Kummer und Leid. In der zweiten Stufe vertiefen sich durch die Beruhigung der Gedanken. Man verweilt gleichmütig. Der Mensch.“ 2. Glück und Verzückung) den inneren Frieden und die Einheit des Geistes erfährt. Es besteht aber noch ein Körperempfinden in Form des Seh. der in 4 Vertiefungsstufen erfahren werden kann. In der dritten Meditationsstufe löst er die Verzückung auf. Die vierte Versenkungsstufe entspricht allerdings noch nicht der Erleuchtung.und Hörvermögens.“ In der vierten Versenkungsstufe löst sich der Meditierende auch von seinem Glücksgefühl. hat höchstes Glück erreicht. Der Körper muss dabei nicht sterben. welcher dies erkennt. bei dem man durch intensive Konzentration frei von unheilsamen Geisteszuständen (Sinnlichkeit. von dem die Edlen sagen: „Glückselig weilt der Gleichmütige.2 Die feinkörperliche Welt Inhaltsverzeichnis Die feinkörperliche Welt entspricht einem meditativen Versenkungszustand.8. Denken. Freude und Schmerz nicht mehr berühren. So erfährt er bereits eine aus der Tiefe des Samdhi heraus geborene Verzückung und ein Glücksgefühl. der Achtsame. Erleuchtung (Nibbana) geschieht erst nach dem 91 . achtsam und klarbewusst und fühlt in seinem Innern jenes Glück.und Sehvermögen sind erloschen.

Sie kommt unmittelbar vor der Erleuchtung. 2. bis sich ein Zustand einstellt. so befindet man sich bereits in einem freud. Hat man die oberste Stufe der feinkörperlichen Ebene erreicht.3 Die unkörperliche Welt Inhaltsverzeichnis In den vier Vertiefungen der feinkörperlichen Welt lösen sich nacheinander die Sinnlichkeit. muss ich etwas weiter ausholen. der Mensch. die unkörperliche Welt (arupa-loka) 2. Zunächst unterteilt man die Welt in: 1. die feinkörperliche Welt (rupa-loka) 3.und leidloser Zustand) 92 . der von Freudlosigkeit und Leidlosigkeit gekennzeichnet ist. Die feinkörperliche Welt entspricht bereits einer höheren spirituellen Stufe. die Verzückung und das Glücksgefühl auf. der Geister. Sie ist gewissermaßen mit der Hölle. Die Ebene der unkörperlichen Welt entspricht der höchsten spirituellen Ebene. die Sinneswelt (kama-loka) Dabei entspricht die Sinneswelt der untersten spirituellen Stufe.und Götterwelt identisch. die Gedanken (im Palikanon [174]) wird von „Gedankenerfassung“ und „diskursivem Denken“ gesprochen). Darstellung der drei Welten: Erleuchtung Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmungsgebiet Die unkörperliche Welt Raumunendlichkeitsgebiet Akanittha-Devas (freud.8.und Tierwelt.Durchschreiten der unkörperlichen Welt. Um die unkörperliche Welt zu beschreiben.und leidlosem Zustand.

3. Wahrnehmung. Alle Dinge. Altern und Sterben unterliegen und genau so wie alle anderen die Daseinsrunde (das Samsara) durchkreisen. in die der Mensch nach seinem Tode reinkarniert: 1.Die feinkörperliche Welt Brahmawelt (Gedankenfassen + Diskursives Denken + Verzückung + Glücksgefühl) Paranimmita-Vasavatti-Devas Die Sinneswelt Der Bereich der Götter (Devas) Der Bereich der eifersüchtigen Götter Der Bereich der Menschen Der Bereich der Tiere Der Bereich der hungrigen Geister Der Bereich der Hölle Avicci-Hölle Die Sinneswelt ist ein Bereich der unten durch die Avici-Hölle begrenzt ist und oben durch durch die Paranimmita-Vasavatti-Devas. Engel. Zu dieser Gruppe zählen die sechs Daseinsbereiche. Sie unterliegen der Körperlichkeit und werden von den Sinnen beherrscht. die tiefste und schrecklichste aller Höllen und die Devas sind in glücklicher Sphäre lebende und für die Menschen im allgemeinen unsichtbare Himmelswesen (Götter. Lichtwesen). die aber genau so wie die Menschen und alle anderen Wesen dem beständigen Wiedergeborenwerden. 2. Dabei ist die Avici-Hölle. Bewußtsein). Wille. 93 der Bereich der Götter der Bereich der eifersüchtigen Götter der Bereich der Menschen der Bereich der Tiere . gehören der Sinnessphäre an und unterliegen den Daseinsfaktoren (Körper. 4. die sich in diesem begrenztem Zwischenraum befinden. Gefühl.

begrenzten Zwischenraume Verweilenden. Ich denke. Während in der obersten Stufe der feinkörperlichen Ebene noch ein Hörund Sehvermögen bestand.und freudloser Zustand herrscht. dass die Sinnesorgane weder Sehen. Schmecken und Fühlen wahrnehmen. man sollte sich die höheren Ebenen der feinkörperliche Sphäre einfach als einen spirituell fortgeschrittenen Zustand vorstellen. Es findet also keine Rückwirkung von der äußeren Welt auf die 5 Sinne mehr statt. indem sich die Sinne bis auf den Seh. Mit dem Auflösen der 94 . löst sich in der ersten Stufe der unkörperlichen Ebene das Körperempfinden vollkommen auf. Ebenso verschwindet die Rückwirkungswahrnehmung. dann wird es deutlicher. Laut Palikanon [175] gehören alle. Akanittha-Devas sind die höchsten Bewohner der feinkörperlichen Sphäre. Riechen. das Raumunendlichkeitsgebiet. die Bewohner des fünften und höchsten Himmels der 5 Reinen Gefilde der feinkörperlichen Welt. der Bereich der Hölle Nun zum Bereich der feinkörperlichen Sphäre. Der Bereich der feinkörperlichen Sphäre wird unten durch die Brahmawelt und oben durch die Akanittha-Devas begrenzt.h. der unkörperlichen Sphäre an. Hören. die dem Bewußtsein und den Geistesfaktoren zugehörenden Wesen. sondern nur einen Zustand.und freudloser Zustand aufgelöst hat. Der normale Mensch nimmt die Welt in einer unendlichen Vielfalt wahr. und sich die Gefühlebene durch einen leid. in denen nur die Niewiederkehrenden wiedergeboren werden und von welchen sie dann die Arahatschaft (Buddhaschaft) und das Nirvana erreichen. d. Gleichzeitig löst sich der Meditierende von der Vielheitswahrnehmung und die Vorstellung „unendlich ist der Raum“. die in dem. gewinnt an Vorstellung. der allgemein als sehr angenehm betrachtet wird. der Bereich der hungrigen Geister 6. Dieses wird gleich noch etwas genauer erklärt. Sie besitzen das Bewußtsein und die Geistesfaktoren der in der feinkörperlichen Vertiefung Verweilenden.und Hörsinn aufgelöst haben und in der ein leid.5. unten durch die im Raumunendlichkeitsgebiet wiedergeborenen Himmelswesen und oben durch die im Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmungsgebiete wiedergeborenen Himmelswesen. Er stellt noch nicht die Erleuchtung dar.

dass der Raum eine unendliche Ausdehnung besitzt. die Nichtheit. aber man gewinnt die Weder-Wahrnehmung-NochNichtwahrnehmung und verweilt darin. die Bewusstseinsunendlichkeit. Das Raumunendlichkeitsgebiet deutet auf die Vorstellung des Meditierenden hin. das Nichts und die Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung während der Meditation vorstellte. die er uns nahe legen möchte. indem er sich Raumunendlichkeit und Bewusstseinsunendlichkeit. Schließlich ist das Ziel der Meditation nicht die Verwirklichung des Nichts bzw. Bewusstseinsunendlichkeit. Damit ist in keinster Weise bewiesen. Es waren nur Hilfsmittel der Meditation. gewinnt die Vorstellung Raum „Alles ist Eins“. Sie sind nur Meditationshilfen und nicht mehr. Welche Wege man dazu beschreitet. Nicht die Vorstellungen sind wichtig. „Unendlich ist das Bewusstsein“. In der dritten Stufe der unkörperlichen Sphäre überwindet man die Bewusstseinsunendlichkeit.oder Bewusstseinsunendlichkeit sowie das Nichts oder die WederWahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung tatsächlich existieren. welcher Vorstellungen man sich dabei bedient. die Vorstellung der Leere. Buddha hat diese Meditationsmethoden von seinen Lehrern übernommen und sie praktiziert. bzw. oder die Verwirklichung der Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung. Es sind Buddhas Erfahrungen. In der zweiten Stufe der unkörperlichen Ebene überwindet man die Vorstellung der Raumunendlichkeit.Vielheitswahrnehmung. zur Nichtheit und zur Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung. aber gewinnt an der Vorstellung. ist zweitrangig. die dem Menschen bei der Meditation helfen sollen. Diese Aspekte sind Vorstellungen. aber gewinnt an der Vorstellung „Nichts ist da“. Hat man die feinkörperliche Ebene und die unkörperliche Ebene meditativ 95 . Noch ein Wort zur Raumunendlichkeit. dass die Raum. (die ich in diesem Zusammenhang als Leere interpretieren würde) In der höchsten Stufe der unkörperlichen Welten wird auch die Nichtheit überwunden. sondern allein die Tiefe der Meditation.

. Bruder. Versenkungsstufe des unkörperlichen Zustandes.gemeistert. nämlich nur die beiden Teile feinkörperliche und unkörperliche Welt. Buddha sagt dazu in der Anguttara Nikaya A. Auch insofern. er gewinnt nach völliger Überwindung des Nichtsheitgebietes das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-nochNichtwahrnehmung. das ist dabei die Bedrängnis. und.. hat der Erhabene einen Ausweg aus der Bedrängnis gelehrt. der den Palikanon übersetzt hat.“ 2. Es gab nur eine Zweiteilung. gelangen in ihm die Triebe zur Versiegung. schreibt in seinem Artikel Leer ist die Welt [151]. löst. und zwar in jeder Hinsicht.. die ja nichts anderes sind als Meditationszustände. er gewinnt nach völliger Überwindung des Raumunendlichkeitsgebietes das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit. Aber auch hier gibt es Bedrängnis. Bücher über Buddhas Lehrreden geschrieben. 96 .8.4 Nachtrag zur dreigeteilten buddhischen Welt Inhaltsverzeichnis Kurt Schmidt. Bruder. Und was ist dabei die Bedrängnis? Daß da die mit dem Gebiet der WederWahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung verbundenen Wahrnehmungen noch nicht geschwunden sind.. weise erkennend. und den Palikanon im Internet veröffentlich hat. so ist es nur noch ein Schritt bis zur Erleuchtung. dass es die Dreiteilung der buddhistischen Welt in Sinneswelt...IX....42 [150] (die angereihten Lehrreden des Palikanon): „Da gewinnt ferner der Mönch nach völliger Überwindung von Freuden und Leiden die vierte Vertiefung .. er gewinnt nach völliger Überwindung des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes das Nichtsheitgebiet. er gewinnt nach völliger Überwindung der Körperlichkeitswahrnehmungen das Gebiet der Raumunendlichkeit ... feinkörperliche Welt (Welt der Formen) und unkörperliche Welt (Welt der Nichtform) ursprünglich gar nicht im Palikanon gegeben hat. hat der Erhabene einen Ausweg aus der Bedrängnis gelehrt. Laut Kurt Schmidt werden im Palikanon „sichtbare Devas“ (Götter. Da gewinnt ferner der Mönch nach völliger Überwindung des Gebietes der WederWahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung die Erlöschung von Wahrnehmung und Gefühl. der Weder-Wahrnehmung-NochNichtwahrnehmung. Insofern. wenn man sich zum Schluß noch von den Verhaftungen an die 4.

die das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit erreichen Devas. während die „unsichtbaren Devas“ nur als Vorstellung im Bewusstsein existieren. durch das Chakrasystem viel besser erklären könnte. Nichts und Weder-Wahrnehmung-nochNichtwahrnehmung. Bewusstseinsunendlichkeit. durch die Geisteskraft hervorgebracht. Außerdem habe ich ohnehin das Gefühl. davon ausgehen. Aber dieses ist natürlich auch verständlich. die im Palikanon erwähnt werden. die das Gebiet des Nichts erreichen Devas. Wahrscheinlich beruht sein Klammern an diesen Vorstellungen aber auf dem Unvermögen. An anderer Stelle des Palikanons wird von verschiedenen Devas gesprochen: • • • • Devas. Man sollte sich die Wesen des göttlichen Bereichs. Nun aber mittels der Raumunendlichkeit. dass Buddha sich an den abstrakten Ausdrücken Raumunendlichkeit. war Buddha eher Philosoph und Yogi. die man meiner Meinung nach. Bewusstseinsunendlichkeit. die Erleuchtung anders zu erklären. mit diesen Devas nicht viel anfangen. aber nicht als real existierende Götter. die sichtbaren und unsichtbaren Devas. deutet mir eher darauf hin. Heilungsprozesse. die eine wichtige Rolle auf dem Wege zur Erleuchtung spielt. Vielmehr werden die „sichtbaren Devas“ durch das Denken. So kann man z. die das Gebiet der Raumunendlichkeit erreichen Devas. in etwa zwischen Vision und Halluzination. dem Nichts und der Weder-Wahrnehmungnoch-Nicht-Wahrnehmung daraus eine Universaltheorie zu entwickeln. Darum. die die „Erleuchtung“ (Genesung) bewirken. Für mich sind die unterschiedlichen Ebenen nur Fortschritte auf dem Wege der Meditation. die das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-nochNichtwahrnehmung erreichen Ich kann ehrlich gesagt.B. statt Mediziner oder 97 . Schließlich sind es physiologische Veränderungen. so Kurt Schmidt. einfach nur festgebissen hat. Engel oder Lichtgestalten vorstellen. dass Buddha den physiologischen Vorgängen nicht genug Beachtung schenkte. liegt der Unterschied zwischen beiden.Engelswesen oder Lichtgestalten) und „unsichtbare Devas“ erwähnt. dass Buddha keine Kenntnisse über die Physiologie besaß.

Die Raumunendlichkeitsund Bewusstseinsunendlichkeits-Methoden der Meditation. Nur hätte Buddha uns dann etwas vom Eigelb. Dass Buddha. weil seine Physiologie sich durch seine spirituelle Praxis entsprechend verändert hatte und körpereigenen Drogen (Adrenalin. über die Mangofrüchte im Mangogarten. Das Entscheidende. die er sich erhofft hatte. Opiate. Weil sie aber nicht zum Nirvana führten. Benzodiazepine. über das Wasser des Ganges. Noradrenalin. Askese. Enthaltsamkeit). Serotonin. Statt dessen versuchte man diese Vorgänge metaphysisch bzw. war in meinen Augen reiner Zufalls. Im ältesten Buddhismus. Cannabinoide und andere) produzierte. meditiert. Seine Physiologie hatte sich durch die jahrelange Meditation und Enthaltsamkeit so gewandelt. körpereigenes Valium. war in meinen Augen nicht. Prolactin. als er die Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung-Meditations-Methode ablegte. die Göttlichkeit Shivas oder über die Gefährlichkeit des weißen Tigers. statt von Raumunendlichkeit. in welcher Form Buddha meditierte. dass die Meditation die Früchte trug. arúpa das Unsichtbare. hatte er von seinen Lehrern Aara Kalama und Uddaka Rāmaputta gelehrt bekommen. dass er als geheilt betrachtet werden konnte. Andererseits gab es zu Buddhas Zeiten natürlich nicht die geringsten Ansätze über Physiologie. seine Physiologie auf Grund seiner spirituellen Lebenweise (Kontemplation. die ihn so sehr in 98 . so verändert hatte. hatte er sie wieder abgelegt. Dopamin. vom Nichts und von der WederWahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. zu Lebzeiten Gotamas (Buddhas). Endophine. erlangte er Erleuchtung. zur Erleuchtung fand. so hätte er wahrscheinlich ebenso zur Erleuchtung gefunden. religiös zu erklären. Tryptamine. Erst als er sich von der WederWahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung gelöst hatte. sondern das sich zu der Zeit. nachdem er sich von der Weder-Wahrnehmung-nochNichtwahrnehmung gelöst hatte. Später hat er dann über das Nichts und die Weder-Wahrnehmung-nochNichtwahrnehmung meditiert. von Mangofrüchten und vom weißen Tiger erzählt. Hätte er über das Eigelb im Hühnerei. rúpa ist das Sichtbare. Bewusstseinsunendlichkeit. Die Zeit für die Erleuchtung war einfach reif.physiologisch orientiert. kannte man also nur die Zweiteilung: rúpa (feinkörperlich) und arúpa (unkörperlich).

und der Ausdruck „Triloka“. dass er es als Erleuchtung empfand. Für die Behauptung. und das 15. auf das „Dritte Auge“. eine Gottheit. kommt zum ersten Mal im Saddhammopāyana. ist eigentlich nicht entscheidend. die drei Welten einmal ausführlich dargestellt zu haben. der philosophische Teil) haben jemals von drei Welten geredet. die feinkörperliche und die unkörperliche Welt. Laut Kurt Schmidt kommt das Wort "kamaloka" (Welt der Sinne). Weder Buddha. der eifersüchtigen Götter. drei Welten oder Dreiwelt. es gebe drei Welten. im Palikanon keine Grundlage. Besonders die Sinneswelt. das Herz. Die Daseinsbereiche der Götter. die Bewusstseinsunendlichkeit. Entscheidend ist allein die Tiefe der Konzentration. der Tiere. der hungrigen Geister und der Höllen. Aber ich denke. der Wärme. gibt es laut Kurt Schmidt. deren Verfasser und Entstehungszeit unbekannt sind (wahrscheinlich zwischen das 14. ob man über die Raumunendlichkeit. entstanden wahrscheinlich erst in späteren Jahrhunderten. zumal sie sich wohl traditionell eingeschlichen haben. es war trotzdem gut. ein Bild. einer Dichtung. Der Neokortex ist stammesgeschichtlich (evolutionsmäßig) betrachtet. Was geschieht bei der Meditation? Dazu möchte ich mich zunächst einmal ein wenig mit dem Gehirn beschäftigen. auf die Konzentration der Körperschwere. welche Art der Meditation man wählt. noch seine ersten Jünger. noch die späteren Verfasser des Abhidhamma (der dritte Teil des Palikanons. analog beim Zen (Koan) oder bei anderen meditativen Praktiken.Verzückung versetzten. in dem alle höheren kognitiven (geistigen) Funktionen ablaufen. das Nichts (die Leere). der jüngste Teil der 99 . mit ihrer Vostellung von Himmeln und Höllen hat sich doch fest im Bewusstsein vieler Menschen verbreitet. zum ersten Mal. Der größte Teil des menschlichen Gehirns besteht aus dem Neokortex. Jahrhundert nach Chr.9 Die Biochemie der Meditation Inhaltsverzeichnis Egal.) vor. der Atmung oder den Herzschlag beim Autogenen Training. 2. rund tausend Jahre nach Buddha. Dieses gilt auch für die Konzentration auf Gott bei einem Gebet. eine Kerze oder einen anderen ideellen oder materiellen Gegenstand konzentriert. ob man sich bei der Meditation auf die Atmung. im Visuddhimagga Buddhaghosas vor. über die Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung meditiert. nämlich die Sinneswelt.

Atmung.Großhirnrinde. Mandelkern. Bei der Meditation oder anderen spirituellen Erfahrungen spielen der Hypothalamus. in der Mitte des Schläfenlappens.1 Thalamus (Informationen der Sinnesorgane werden weiter vermittelt) 3. Corpus Mamillare. Stoffwechsel. jahreszeitlicher Rhythmus 4. Fornix.2 Hypothalamus (Hirnanhangdrüse) . Sie enthält 14 Milliarden Nervenzellen. welches einerseits für die Gefühle.3 Subthalamus (steuert die Motorik (Bewegungsabläufe)) 3. die Amygdala (Mandelkern) und der Hippokampus des limbischen Systems eine entscheidende Rolle. Gyrus Cinguli. Der Mandelkern. Das limbische System verfügt über sehr komplexe anatomische Strukturen und besitzt wichtige funktionelle Verknüpfungen zu Steuerungszentren in andere Gehirnregionen (Hippocampus. Beim Menschen bildet er etwa 90 Prozent der Oberfläche des Großhirns. Kultur. für die Sexualität. die etwa 2 bis 4 mm dicke Oberfläche des Großhirns wird Grosshirnrinde genannt. Dazu sei gesagt. Der entscheidende Bereich des Gehirns während der Meditation ist wohl das limbische System. Wird das limbische Sytem während einer Operation gereizt. Gedächtnis) 2. Hypothalamus). Herzschlag. Sie ermöglicht ihm Sprache. dass man das menschliche Gehirn [176] wie folgt unterteilt: 1.Sinne.und Nacht-Steuerung. Hirnstamm (Mittelhirn. Das limbische System wird als emotionales Gehirn betrachtet. haben einige Patienten Visionen von Engeln und Teufeln. Nachhirn) . Reflexe Der Neokortex. Großhirn (Sinneswahrnehmungen.Bindeglied zwischen Hormon. Kleinhirn (Gleichgewicht. Die Großhirnrinde unterscheidet den Menschen vom Tier. Zwischenhirn 3.und Nervensystem 3. assoziative Felder. Kunst und Spiritualität zu entwickeln. wie Liebe.4 Epithalamus (Zirbeldrüse) . aber auch für spirituelle Erfahrungen zuständig ist.Tag. Motorik. Zuneigung und 100 . Amygdala. Er ist nur bei Säugetieren anzutreffen. Bewegungsabläufe) 3. Brücke. überwacht alle sensorischen Reize des Gehirn und ist für alle „höheren“ emotionalen Reize.

das Bewusstsein und die Persönlichkeit positiv zu beeinflussen. durch die extreme Verstärkung der hochfrequenten GammaWellen stattfinden. Dazu sei gesagt. nicht der Fall. dass während der Meditation bei den Mönchen. Der Neurophysiologe Richard Davison hat an der amerikanischen Universität von Wisconsin 8 langjährig in der Meditation erfahrene Mönche in einem Magnetresonanztomographen untersucht. die über keine meditativen Erfahrungen verfügten. Ich-Verlust. Während der Meditation der Mönche stieg die Gamma-Aktivität stark an. Bei Untersuchungen an den Universitäten in München und 101 . Die niederfrequenten Deltawellen. bewirken eine erhöhte Aktivität des Mandelkerns. Die Vorstellung. Alpha-Wellen.Freundlichkeit zuständig. und Gamma-Wellen. in dem AlphaWellen (10 Hz) oder gar Delta-Wellen (4 Hz) vorherrschen. mit etwa 10 Hertz. Vielmehr wurden Gamma-Wellen von etwa 40 Hertz gemessen. dass die Frequenz der Hirnströme mit bestimmten geistigen Zuständen identisch ist. mit einer Frequenz bis zu 4 Hertz. Erregungszustände. bis 128 Hz) Noch ein Wort zu den Gamma-Wellen. kennzeichenen einen entspannten Wachzustand. Trance) Alphawellen 8 -13 Hz (Entspannung) Betawellen 13 -30 Hz (Aufmerksamkeit) Gammawellen 30 . die hochfrequenten Gammawellen stark anstiegen. wie sie auch bei der Meditation.8 Hz (Schlaf. die zu einer Veränderung der Hypothalamus. Dieses war bei Menschen. Außerdem waren die schnellen. charakterisieren den Tiefschlaf. Dabei stellte er fest.50 Hz (Konzentration. Dadurch kommt es zu vegetativen und hormonellen Veränderungen.und Hypokampus-Aktivität führen.4 Hz (Tiefschlaf) Thetawellen 4 . dass der Meditierende sich in einem Entspannungszustand befindet. Dadurch ist es bei regelmäßiger Meditation möglich. In Trancezuständen dagegen hat man eine Verminderung der Hirnaktivität festgestellt. mit einer Frequenz von über 30 Hertz sind mit kognitiven (geistigen) Höchstleistungen identisch. Deltawellen 0 . ist also falsch. Meditation. hochfrequenten Hirnströme zwischen den beiden Hirnhälften bei den Mönchen besser organisiert und koordiniert.

Vaitl am Institut für Psychobiologie und Verhaltensmedizin an der Universität Gießen. Aminosäuren und lösliche Gase in das Blut ausschütten. LSD-ähnliche endogene Drogen. morphinähnliche Stoffe (Endorphine). valiumähnliche Substanzen (das sog. Noradrenalin) oder phantasiefördernde Transmittermoleküle (z. In einer Untersuchung hat der amerikanische Radiologe und Neurotheologe Andrew Newberg die Hirne meditierender Mönche und Nonnen untersucht.B. Die Meditation scheint das Gehirn zu beleben und die Trance das Gehirn zu beruhigen. Der Mensch produziert körpereigene Drogen: beispielsweise schmerzstillende. Dadurch. die biogene Amine.32 Hz (Betawellen) auf 3 . angstlösende.Wien maß man mittels des EEG (Elektroenzephalogramms) die Hirnstromaktivitäten. Gleichzeitig steigt das elektrische Potential der Großhirnrinde um einige tausend Mikrovolt. Wie es aussieht scheinen Meditation und Trance entgegengesetzte Effekte zu erzielen. Sie hemmen die Schmerzwahrnehmung und schütten in Trance Betaendorphin aus. die körpereigenen Drogen (Glückshormone) erwähnt. anregend wachmachende Neurohormone (z. B. dass im Trancezustand Alphawellen (8 . Endovalium).8 Hz) übergehen.5 Hz (Thetawellen) im Trancezustand fest. also von biochemischen Botenstoffen. die in der Trance auftreten. Diese Wellen rufen eine Trance hervor. Dieser Bereich des Gehirns ist für die Ich-Identität und für die Trennung zwischen Ich und äußere Welt zuständig.13 Hz) langsam in Thetawellen (4 . die von Visionen begleitet werden. Sowohl in der Meditation als auch in der Trance stellt sich dabei das Gefühl der Erlebnisleere ein. Von den Neuropeptiden seien hier nur einmal die endogenen Opiate. stellte man ebenfalls eine Verlangsamung der Gehirnwellen von 16 . dass während der Meditation die Aktivität des Gehirns im Bereich des Stirnlappens abnimmt. Bei einem Versuch von Prof. Dieses 102 . zu denen die Endorphine und die Enkephaline gehören. Aber sowohl die Meditation als auch die Trance führen zur Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen. dass der Meditierende also die Aktivitäten in diesem Hirnbereich reduziert. Dopamin). Dabei stellte er fest. entsteht das Gefühl. Es konnte nachgewisen werden. dass man mit dem Meditationsgegenstand (mit dem Göttlichen) verschmilzt. Neuropeptide.

wurde mein Wohnzimmer von einem opalblauen Licht erfüllt.10 Was geschieht während der Meditation im Gehirn? Inhaltsverzeichnis Die mystische Erfahrung. Mohammed ließ sich den Koran von einem Engel diktieren und auch Johanna von Orleans handelte auf Befehl einer göttlichen Stimme. eine Euphorie erzeugen und ist möglicherweise für die „Süße” des religiösen Erlebnisses (der Erleuchtung) verantwortlich. durchaus ein biochemisches Substrat hat. das Verschmelzen der individuellen Seele mit dem Unvergänglichen.Körpereigene Drogen [159] – Gott im Gehirn [160] – Yogananda [161] 2. So hatte der spätere Apostel Paulus beispielsweise eine Lichterscheinung und hörte die Stimme Jesu.Opiat kann ein überwältigendes Gefühl von Freude. dass die größte Menge des „Glückhormons” Serotonin in den Neuronen des Gastrointestinalraumes (Bauchraum) gebildet wird und deswegen ein Glücksgefühl. Auch Lichteindrücke und akustische Wahrnehmungen sind denkbar. ist in allen Religionen bekannt. Jesus gesehen zu haben: "Eines Nachts. Dieses sind Phänomene. In jüngster Zeit haben 103 . Quellen: Gehirn [152] – Großhirnrinde [153] . und ich erblickte die strahlende Gestalt des Herrn Jesus. Trance scheint sich somit biochemisch nicht nur im Kopf. als ich in der Einsiedelei zu Encinitas (USA) saß und schweigend betete." Sehr viele Meditationstechniken wie das autogene Training konzentrieren sich auf den Bauchraum. Der bekannte Yogi Yogananda berichtet davon. sondern auch (vielleicht vor allem) im Bauch abzuspielen. wie sie auch viele Religionsstifter oder stark religiöse Persönlichkeiten der Geschichte beschreiben. Neu ist die Erkenntnis. auf das Sonnengeflecht. Die Betroffenen haben das Gefühl einer göttlichen Gegenwart und verfallen teilweise in Ekstase. von der die Mystiker immer wieder berichteten.Trance [154] – Limbisches System [155] – Yoga Journal [156]– Neurotransmitter [157] – Warum glauben wir? [158] . die Erfahrung des absoluten Seins. das mit einem „Kribbeln im Bauch” korreliert. der Verbindung zu Gott.

Es entsteht der Eindruck. im Stirnbereich. in dem sensorische Signale empfangen und verarbeitet werden. Christen machen ein Kreuz auf der Stirn. um die Vorgänge. Konzentration. die als Unio mystica. Aufmerksamkeit. Der Scheitellappen scheint am Höhepunkt der Meditation immer weniger mit Blut versorgt zu werden. dass im Gehirn zweierlei geschieht. die Ich-Identität und erfahren sehr oft ein Gefühl von Raum. Impulskontrolle. Er wird sozusagen abgeschaltet. der sich bei der Meditation durch besondere Aktivität auszeichnet. Fühlen. als würden wir mit der Welt verschmelzen. Riechen und der Sprache. Der Scheitellappen gibt uns Orientierung in Raum und Zeit und verleiht uns ein Gefühl für unseren Körper. in der sich Bibelverse befinden. Dagegen findet im Parietallappen (Scheitellappen – etwa von der Kopfmitte bis zum oberen Hinterkopf). Beobachtung der Handlungsergebnisse. eine Verminderung der Gehirnaktivität stattfindet. können wir nicht mehr zwischen unserem Körper und der äußeren Welt unterscheiden. Dieses Gefühl spielt bei vielen Religionen eine entscheidende Rolle. ein eindeutiger Aktivitätsanstieg stattfindet. das Körperempfinden.Neurologen sowohl betende Nonnen als auch meditierende Mönche untersucht. Die Juden tragen Gebetsriemen (Teffilin) auf der Stirn. hat besonders in der religiösen Praxis eine bedeutende Rolle. Wird dieses Areal still gelegt. besser zu verstehen. die Adi Granth. als Einssein mit dem Kosmos. Die Buddhisten und Hinduisten betrachten sie als spirituellen Sitz des Stirnchakras als „Drittes Auge“. für Zeitabläufe. Der Stirnbereich. betrachtet werden. emotionale und psychische und bewusstseinsbildende Funktionen verarbeitet und neuronalen Regelkreise (Neurotransmitter) gesteuert werden. kognitive Prozesse stattfinden (problemlösendes Denken. Vorausplanung. umhüllt. Durch die Abnahme der Gehirnaktivität im Scheitellappen verlieren die Meditierenden oder Betenden den Sinn für das Selbst. Muslime berühren beim Beten mit der Stirn den Fußboden. 104 . Und Sikhs legen die Stirn auf das Tuch auf dem Altar. notfalls Korrektur).und Zeitlosigkeit. an dem kleine Kapseln hängen. der neben dem Sehen. für die räumliche Wahrnehmung. welches die Heilige Schrift. als ekstatische Verbindung zu Gott. die Ich-Identität zuständig ist. Zum einen findet im vorderen Bereich des Gehirns. Dabei hat man festgestellt.

Offenheit zur Erfahrung. Franziskanerschwester Celeste. Dieses könnte man als eine Art 105 . woran wir glauben.11 Theravada-Buddhismus und Wiedergeburt Inhaltsverzeichnis Einerseits sprach Buddha von der Wiedergeburt. der Ruhe. die normalerweise Informationen über Zeitabläufe und räumliche Orientierung verarbeiten. Sowohl bei meditierenden tibetanischen Buddhisten im Zustand des „Einsseins mit dem Kosmos“ wie auch bei tief im Gebet versunkenen Franziskanernonnen ging die Durchblutung des Scheitellappens drastisch zurück. dass sich das subjektive Erleben bei der spirituellen Versenkung gänzlich in der Raum. also jene Nervenzellverbände. erklärte dem Nachrichtenmagazin Newsweek. da er im Palikanon von seinen vielen Vorleben berichtete. Gott hat mein Sein durchdrungen. des Nichts.Der amerikanische Hirnforscher und Religionswissenschaftler Andrew Newberg hat an der University of Pennsylvania mit einer radioaktiven Markierungssubstanz und einem speziellen Computertomografen die neurophysiologischen Auswirkungen zweier traditionsreicher spiritueller Praktiken auf die Hirnaktivität sichtbar gemacht. (Ein Gefühl schöner als Glück [162]) 2. das sonst unentwegt rattert. Frieden. Und ein Gefühl der Zentriertheit. Ein Hirnareal. eine der Versuchsteilnehmerinnen in der Studie des Neurologen Newberg. was sie während ihres dreiviertelstündigen Gebets vor der Tomografiemessung empfand: „Ich fühlte Einkehr. Dies ist insofern bedeutsam.“ Da buddhistische Meditationsmeister und Franziskanernonnen gemäss der Newberg-Studie in hirnphysiologisch vergleichbaren Endzuständen landen. die Unendlichkeit in Erhabenheit zu berühren. In derartigen Transzendenzzustände meint der spirituell Entgrenzte. Und ist dabei auf interessante Befunde gestoßen. Da war eine Bewusstheit und eine Empfindsamkeit für die Anwesenheit Gottes um mich herum. scheint es für das Hirn also keinen Unterschied zu machen. verstummt in der Stille der Versenkung. als sich in diesem Hirngebiet auch das Orientierungsareal befindet. Aufgrund der Reizblockade im oberen Teil des Scheitellappens wäre es somit durchaus erklärbar.und Zeitlosigkeit (in der Leere) verliert. aber auch Momente der Fülle der Anwesenheit Gottes.

Den Titel Bodhisatta tragen bereits im Dighanikaya (Sammlung der langen Lehrreden Buddhas) und Majjhimanikaya (Mittlere Sammlung von Buddhas Reden) alle zukünftigen Buddhas. sondern als Übergabe von Bewusstseinsmomenten des Sterbenden an das Wiedergeburtsbewusstsein. So hat auch Buddha. als Bodhisatt(v)a. Buddha. in unzähligen Vorleben gelebt. Die Vordaseinsformen Buddhas werden dabei stets als Stufen der Vorbereitung und des unbeirbbaren Ringens nach der Buddhaschaft aufgefasst. Dabei wird der. Nonnen und Heiligen). die 547 Vorexistenzgeschichten Buddhas enthält. in die er gemäß seiner Taten hineingeboren wurde. dass die Wiedergeburt nach dem Tode nicht als Seelenwanderung zu verstehen ist. bevor er die Buddhaschaft erlangte. Die buddhistische Literatur kennt ganze Sammlungen solcher Vorexistenzgeschichten Buddhas. als auch der Vorleben anderer. nach zahlreichen Vorexistenzen. bevor er die Buddhaschaft erreicht. in erster Linie Sittharta Gautama.B. bis aus dem Bodhisatta ein Buddha wird. die Palisammlung Jataka. Die bereits in vorbuddhistischer Zeit herrschende Lehre der Seelenwanderung (Reinkarnation) und vom Weiterwirken des Karma in zukünftigen Existenzen. Geschichten über frühere Leben von Mönchen. so erkennt man. der die höchsten Erkenntnisse der Erlösung erlangt hat. im Apadana. Beschäftigt man sich aber etwas intensiver mit der Wiedergeburt in der Tradition des TharavadaBuddhismus.Seelenwanderung interpretieren. die das Vorhandensein einer Seele ablehnte. die er als Bodhisatta durchlaufen hat. Ebenso wird im Carayapitaka (Korb des heiligen Wandels) und die in Sanskrit geschriebene Jatakamala (Kranz der Vorgeschichten) davon berichtet. Außerdem gibt es Vorexistenzgeschichten von einzelnen Jüngern Buddhas (z. nach der Buddhaschaft ringende Buddha. das nach Erkenntnis strebende Wesen. Dabei beziehen sich die Vorleben nicht nur auf 106 . Andererseits verkündete er die AnattaLehre. erinnert sich sowohl seiner eigenen früheren Existenzen.B. Dabei spielt die Karmalehre eine bedeutende Rolle. hat sich im Buddhismus scheinbar fortgesetzt. Dieses drückt sich besonders in den früheren Existenzen des Buddha (Sittharta Gautama) in Bezug auf sein allmähliches Aufsteigen zum Erleuchteten aus. Demnach werden alle Wesen gemäß ihren Taten in immer neuen Existenzen wiedergeboren. bezeichnet. So z.

wie sie dem hinduistischen Selbstverständnis entspricht.das Eingehen in Menschen und Tierleiber. Daher kann es auch keine Wiedergeburt geben. war seine letzte als Gott des Tusita-Himmels. In der Frage der Wiedergeburt geht der Buddhismus grundsätzlich andere Wege als der Hinduismus. gleich einem fließenden Fluss oder einer brennenden Flamme. Der Buddhismus geht davon aus. die sich auf das Leben nach dem Tod bezieht. die ein zweites Mal geboren wird. kein unveränderliches Selbst. aber es ist nie die selbe Person. sondern auch in Göttergestalten in Götterhimmeln. Bewusstsein) entsprechen. Sie besitzen kein unabhängiges Selbst. nach der. die kontinuierlich. habil. Die wichtigste Vorexistenz Buddhas. dass der Mensch in jedem Augenblick seines Lebens stirbt und gleichzeitig neu geboren wird. Dies ist allerdings beim Buddhismus nicht der Fall. aber auch keinen völlig anderen. nicht den gleichen. Der vergehende Moment gebiert einen neuen. Jede Geburt ist neu. denn der eine ist Bedingung für den anderen. Dies heißt. Es gibt immer wieder Neugeburten. sollten wir uns zunächst einmal die Anatta-Lehre Buddhas ansehen. denn schon im nächsten Moment hat ein Wandel stattgefunden. nach dem Tode. Geburt findet die ganze Zeit statt. gibt es im Buddhismus auch keine Seelenwanderung nach dem Tode. sondern jede Geburt ist stets eine Neugeburt. die den fünf Daseinsfaktoren (Körper. Kurt Leider Dies ist die Vorstellung der Wiedergeburt im Buddhismus. Wille. Der Buddhismus lehrt die bedingte Entstehung. Um dieses zu verstehen. die Daseinsfaktoren 107 . permanent wie in einem Bewusstseinsstrom. aber sie werden nicht als Wiedergeburt oder Reinkarnation im Sinne des Hinduismus betrachtet. keine Seele gibt. die sich unaufhaltsam verändern. Jüngerschar“ von Prof. bis seine letzte Geburt im Erdenleben bevorstand. aus: „Buddha – Leben. Dr. eine Seelenwanderung stattfindet. Es finden fortlaufend Tode und Geburten statt. Nichtsdestotrotz findet (während des Lebens) niemals die Geburt der selben Person statt. Sie erscheint auf den ersten Blick identisch mit der bekannten hinduistischen Vorstellung der Reinkarnation. in dem der Bodhisatta ohne Fehl und Tadel lebte. keine Seele. des Himmels der Befriedigten. ablaufen. Da es nach der buddhistischen Anatta-Lehre. Gefühl. Für den Buddhismus besteht der Mensch aus Körper und Geist. Wahrnehmung. Lehre.

hat Einfluss auf seine Neugeburt. 108 . dass jedes neue Leben. Einfluss auf seine Neugeburt zu nehmen. nichts anderes als neues Leid bedeutet. deren Einsicht klein. dass selbst Buddhisten immer wieder den Gedanken der Seelenwanderung aufgreifen. dass der Mensch keinen Einfluss auf seine permanente Neugeburt hätte. Demnach gibt es solange Wiedergeburten. Drei Kräfte sind's. wird im Buddhismus als sinnliche Verhaftung und damit als leidvoll betrachtet. erhoffen sich ein Wiedersein. Dies wird als Nirvana. Die Natur wird als ein sich im Fluß befindlicher. sich weiter und weiter entfaltender Prozeß angesehen. jede positive oder negative Tat. Dies geht auch aus dem folgenden Karika (Gedicht) hervor: Der Dhamma in Karikas [177] Nur Leute. die uns verführen hier im Samsara zu rotieren. betrachtet. verändert somit das Karma.unterliegen einem kontinuierlichen Strom von Ursache und Wirkung. Aber die Vorstellung von der Seelenwanderung hat sich so tief im Bewusstsein der Menschen festgesetzt. wie ein Bestreben nach Sinnesbefriedigung besteht. von einer steten Aufeinanderfolge von BewusstseinsMomenten. Dabei sollten wir aber nicht vergessen. Die Wiedergeburt im Buddhismus wird als eine Kontinuität von Geistesprozessen. Dieses bedeutet auf individueller Ebene aber nicht. Besonders in der westlichen Welt sind viele Menschen sehr von der Seelenwanderung angetan. findet keine Wiedergeburt mehr statt. Das Bestreben nach sinnlicher Befriedigung. im nächsten Leben ein angenehmeres Leben zu leben. Jede positive oder negative Erfahrung. als Ende allen Leidens. Erst wenn das sinnliche Begehren erloschen ist. Dieser Wandel ist überall in der Natur zu beobachten. Jeder positive oder negative Gedanke. Bei der kontinuierlichen Neugeburt. Offensichtlich verbinden sie mit der Seelenwanderung die Vorstellung. Damit hat jeder Mensch die Möglichkeit. werden auch die nicht erloschenen sinnlichen Verhaftungen neu geboren. einem permanenten Wandel. betrachtet.

Gier, Haß und Wahn sind die Gewalten, die uns ans Leid gefesselt halten. Was wir mit guter Absicht wirken führt uns zu höheren Bezirken. Dagegen zieh'n Gier, Haß und Wahn nach unten auf die Daseinsbahn. Gier, Haß und Wahn sind zu beenden, um Wiederdasein abzuwenden. Es gibt also zwei Formen der Wiedergeburt im Buddhismus. Eine findet als kontinuierliche Neugeburt während des Lebens statt und die andere nach dem Tod. Bei der „Wiedergeburt“ geht das Bewusstsein (nicht die Seele) in ein neues Dasein ein. Wenn die Wiedergeburt nach dem Tode nicht durch eine Seelenwanderung geschieht, wie geschieht sie dann? Wie die Wiedergeburt geschieht, darüber gibt uns die Visuddhi Magga (Weg der Reinheit) von Buddhagosa Auskunft. Die Visuddhi Magga gilt als erste vollständige und systematische Darstellung des Buddhismus, dem jedoch, so sagen die heutigen Forschungen, ein älteres Werk, die Vimutti Magga (Weg zur Befreiung) zugrunde lag. Die Visuddhi Magga wurde vom indischen Gelehrten Buddhagosa in der Pali-Schrift verfasst. In der Visuddhi Magga wird die Wiedergeburt nach dem Tode als ein äußerst komplizierter Bewusstseinsprozess beschrieben, in dem Bewusstseinsmomente und Bewusstseinsfunktionen an das Wiedergeburtsbewusstsein übergeben wird. Dabei unterscheidet man 89 Bewusstseinsfunktionen, die entweder als karmisch heilsam, karmisch unheilsam oder karmisch neutral betrachtet werden und darüber entscheiden, in welche Daseinsform man nach dem Ableben eingeht. Es findet also keine Seelenwanderung statt, wie sie im Hinduismus gelehrt wird, sondern es wird gewissermaßen das Bewusstsein, welches sich im Leben herangebildet hat auf die neue Daseinsform übertragen. Man kann sich dieses in etwa so vorstellen, als wenn eine Kerzenflamme von einer Kerze auf eine andere übertragen wird, 109

die

man

neu

entzündet.

Wenn es vielleicht auch etwas verwirrend erscheint, so soll doch einmal ein Beispiel, welches von Buddhagosa in der Visuddhi Magge beschrieben wurde, wieder gegeben werden. Und zwar handelt es sich um eine Fährte, die vom Übergang von einem glücklichen Leben in ein unglückliches Dasein nach dem Tode führt. Andere Beispiele in andere Daseinsformen sind in der Visuddhi Magga XVII [163] beschrieben: Bei einem auf dem Sterbelager liegendem Übeltäter, der allerdings ein angenehmes Leben führte, tritt aus dem Unterbewusstsein sein aufgehäuftes schlechtes Karma, oder ein Abzeichen dieses Karma, in den Eingang der Geistespforte ein. So erscheint z.B. im Sterbemoment an der Geistespforte der Anblick von feurigen Flammen wie in der Hölle. Nachdem das Unterbewußtsein nach zweimaligem Aufsteigen wieder verschwunden ist, steigen drei prozeßbildende Bewußtseinsklassen (vithi-citta) auf, nämlich:

1 auf jenes Objekt (in diesem Fall die Hölle) gegründetes aufmerkendes (avajjana) Bewußtsein ferner infolge der durch die Todesnähe verminderten Geschwindigkeit bloß 5 (statt 7) Impulsivmomente (javana) ferner 2 Registrierende (tad-arammana) Bewußtseinsmomente

Darauf entsteht ein Sterbebewußtsein (cuti-citta), indem dieses das Unterbewußtseinsobjekt (Hölle) zum eigenen Objekte macht. Soweit sind 11 Bewußtseinsmomente vergangen. Darauf steigt in ihm bei eben jenem für die fünf übrigen Bewußtseinsmomente andauernden Objekte das Wiedergeburtsbewußtsein auf (ein einzelner Bewußtseinsvorgang besteht aus 16 Bewußtseinsmomenten - näheres über die verschiedenen Arten der Bewußtseinsvorgänge und die dabei stattfindenden 14 Bewußtseinsfunktionen siehe Tabelle I [164]. Dies ist das ein gegenwärtiges Objekt habende Wiedergeburtsbewußtsein, das unmittelbar nach dem ein vergangenes Objekt habenden Sterbebewußtsein aufsteigt. In seinem Beitrag Dhamma ohne Wiedergeburt [165], stellt Bhikku Boddhi die Frage, ob die altehrwürdige Lehre von der buddhistischen Wiedergeburt nicht einer Überprüfung bedarf, da sie für die Ausübung des 110

Dhamma keine praktische Bedeutung habe. Der Dhamma, so wird gesagt, beschäftige sich ausschließlich mit dem Hier und Jetzt, und sei in erster Linie dazu da, uns durch vertiefte Selbsterkenntnis vom Leid zu befreien. Alles darüber Hinausgehende am Buddhismus könne man getrost als religiöse Kulisse einer antiken Kultur beiseite lassen. Ist die Wiedergeburtslehre nicht nur ein Zugeständnis an die seinerzeit geläufigen Vorstellungen der Seelenwanderung? Ich glaube nicht, dass man das Dhamma, die Lehre Buddhas, zu einer altertümlichen humanistischen Psychotherapie degradiert, wenn man sich auf das Hauptanliegen Buddhas, die Überwindung des Leids, konzentriert. Ist der Antrieb der meisten Menschen, die sich dem Buddhismus zuwenden, nicht die Befreiung vom Leid? Und ich stelle mir natürlich die Frage, was ist von den vielen Vorleben Buddhas zu halten? Ich kann damit ehrlich gesagt, nicht sehr viel anfangen. Für mich sind sie ebenfalls ein Zugeständnis an die hinduistische Tradition seiner Zeit. Sollten wir uns nicht verstärkt der Physiologie als der Wiedergeburt zuwenden? Gibt die kontinuierliche Wiedergeburt im Leben nicht das wieder, was an physiologischen Vorgängen in uns abläuft und Veränderung bewirkt? Ich jedenfalls hielte eine Neubewertung der Wiedergeburt für sinnvoll. 2.12 Die Seele ist unzerstörbar
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Krishna sprach zu Arjuna: „Wenn du glaubst, die Seele werde immer wieder geboren und sterbe immer wieder, selbst dann solltest du nicht klagen, Starkarmiger (Arjuna). Denn dem Geborenen ist der Tod und dem Toten die Geburt sicher. Da dieses unvermeidlich ist, solltest du bei der Erfüllung deiner Pflichten nicht zagen. Vor der Geburt und nach dem Tod sind die Wesen nicht manifestiert. Nur während des Lebens sind sie für uns offenbar. Warum sollte man dann klagen? Einige betrachten die Seele als ein Wunder. Andere sprechen von ihr, wie von einem Wunder. Einige hören, sie sei wunderbar. Aber selbst, wenn man von ihr gehört hat, so kennt sie doch niemand. Da die Seele ewig, unverletzlich ist, brauchst du um niemanden zu trauern.“ (2.26 – 2.30) Die Aussage Krishnas „Wenn du glaubst, die Seele werde immer wieder geboren und sterbe immer wieder...“ bezieht sich auf die Vorstellung der Seelenwanderung, wie sie in den Veden gelehrt wird. Im Buddhismus 111

dagegen existiert, wie wir im letzten Kapitel gesehen haben, die Vorstellung einer Seelenwanderung nicht. Arjuna war offenbar ein Anhänger der Vaibhasika-Philosophie, einer Philosophie, die ebenfalls wie der Theravada-Buddhismus dem Hinayana zuzurechnen ist. Nach den Vorstellungen der Vaibhasika-Philosophie verlöscht die Seele mit dem Tod. Weil Arjuna damit das vedische Wissen außer acht ließ, redete Krishna Arjuna spöttisch mit „Starkarmiger“ an. Als Ksatriya, einem Mitglied der Kriegerkaste, gehörte Arjuna der vedischen Kultur an und deshalb war es seine Pflicht, ihren Prinzipien treu zu sein. Die Schlacht auf dem Schlachtfeld war ein unvermeidliches Ereignis, entsprach sie doch dem Willen des Höchsten. Somit war es Arjunas Pflicht, seine Aufgabe als Ksatriya zu erfüllen. Würde er dagegen seine Pflichten als Ksatriya nicht erfüllen, so würde er damit das vedische Gesetz brechen, negatives Karma auf sich laden und an Ansehen verlieren. Aber Arjuna befand sich in einem Dilemma. Er stand einem Heer gegenüber, welches die Tyrannei tolerierte und damit unter der Bevölkerung großes Leid hervor rief. Seine Aufgabe als Ksatriya wäre es, die Gerechtigkeit im Staate wieder herzustellen. Aber liebgewonnene Freunde und Verwandte zu töten, bereitete ihm erhebliche Gewissensqualen. In Wahrheit aber steht das Schlachtfeld für das innere Durcheinander. Im Inneren herrscht Zerrissenheit, dort herrscht Krieg. Und nur dadurch, dass man mutig einschreitet, kann es einem gelingen, den Frieden wieder herzustellen. Dabei sollte man sich eindeutig entscheiden, auf welche Seite man sich stellt. Stellt man sich auf die Seite der materiellen (sinnlichen) Verhaftung, so liefert man weiterhin Munition für die Fortführung des Leidens. Entscheidet man sich aber dafür, sich von den materiellen Verhaftungen zu befreien, so kann es durchaus sein, dass dieses zur Konsequenz hat, liebgewonne Gewohnheiten abzulegen (abzutöten). Diese liebgewonnenen Gewohnheiten können viele Gesichter haben. Gläubigen Menschen fällt es oftmals sehr leicht an die Existenz eines Gottes oder einer Seele zu glauben. Andere Menschen, die eher rational veranlagt sind, haben diesbezüglich eventuell eine sehr viel distanziertere Einstellung. Ist es angebracht den Agnostiker oder den Atheisten zu verurteilen, nur weil sie in der Frage nach Gott und der Seele eine distanziertere Haltung einnehmen? Ich denke, die entscheidende Frage ist nicht, ob man an einen Gott oder an eine Seele glaubt, sondern wie man 112

sein Leben gestaltet. Die meisten Agnostiker und Atheisten sind wahrscheinlich spiritueller, als sie es sich selber eingestehen wollen. Natürlich kann niemand beweisen, ob es einen Gott oder eine Seele gibt, aber praktiziert nicht jeder, der sein Leben nach ethischen und humanistischen Grundsätzen ausrichtet, ein spirituelles Leben? Religiosität scheint außerdem etwas mit dem physiologischen Zustand des Gehirns zu tun zu haben. Manche Forscher meinen gar, ein Gott-Modul im Gehirn geortet zu haben. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Neurotheologie mit solchen Fragen. Manche Menschen fällt es offenbar leicht, viele Zusammenhänge religiös zu interpretieren. Der Züricher Neuropsychologe Peter Brugger erklärt dies mit einer „relativen Überaktivierung“ der rechten Hirnhälfte. Dabei konnte Brugger in weiteren Experimenten zeigen, dass durch Gabe des Medikamentes L-Dopa, welches im Hirnstoffwechsel den Neurotransmitter Dopamin freisetzt, religiöse Skeptiker zu Gläubigen werden. Ist Gott eine Leistung unseres Gehirns, die mit Drogen beeinflussbar ist? Zwei Neurologen, Mario Beauregard und Vincent Paquette von der Universität von Montreal, haben 15 Nonnen untersucht und in einer anschließenden Studie festgestellt, dass eine ganze Reihe von Hirnregionen mitarbeiten, wenn der Mensch hochkonzentriert an Gott glaubt. Der rechte Orbitofrontalen Kortex sowie ein rundes Dutzend weiterer Stellen waren aktiviert, die sich allesamt durch eines auszeichnen: Sie produzieren unsere Emotionen. Während bisher jedoch die Strategie der Hirnforschung darin bestand, einzelne Systeme auszugliedern, beispielsweise eben das visuelle System, das Gedächtnissystem oder das Sprachsystem, entdecken wir jetzt, daß diese Systeme ihre hohe Potenz gerade darin besitzen, daß sie interagieren. Auch die Genetiker wollen das Ihre zur Antwort auf die Frage beitragen, warum die einen Menschen mehr, und andere weniger glauben. So hat der amerikanische Molekularbiologe Dean Hamer bereits vor zwei Jahren behauptet, eine Art Gottes-Gen gefunden zu haben: VMAT2. Es regelt im menschlichen Körper die Logistik der Gefühle, den Transport sogenannter Monoamine. Dabei handelt es sich um Hirn-Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, die für gute oder schlechte Laune sorgen. Bei der Untersuchung von 1.000 Testpersonen fand Hamer heraus: Menschen mit 113

besonders starkem Glauben trügen eine ganz besondere Variante von VMAT2 in sich. Auch Jesus, Buddha und Mohammed, davon ist Hamer überzeugt, gehörten zu ihnen. Schon der Begriff Gott ist nicht eindeutig. Angebracht erscheint eine Unterscheidung zwischen den Begriffen Gott und Gottesbild. Wenn Gott als Urgrund allen Seins definiert wird, unabhängig von seinem Wesen, dann ist Gottes Existenz unausweichlich und evident. Worum der Glaubensstreit eigentlich geht, ist das Gottesbild, d.h. die Frage, wie dieser Urgrund beschaffen ist, der alles Existierende in Gang gesetzt hat. Ist er ein sich seiner selbst bewusster, also personaler und dazu dem Menschen zugetaner Gott, wie es Christen, Juden und Moslems glauben, oder ist es das nicht-personale All-Eine der Buddhisten? Ist es ein omnipotentes (allmächtiges), aber nicht-intentionales (absichtsloses, ohne Hintergedanken) "Nichts" oder ist es "die Materie"? Nach heutigem Kenntnisstand gingen die ersten menschlichen Weltdeutungen von einer allseits beseelten Natur aus. Denn der Urmensch konnte sich die ihn umgebenden übermächtigen Gewalten nicht anders als sich selbst vorstellen, nämlich beseelt. Allerdings unterschied er zwischen der alltäglichen, für ihn „natürlichen“ Welt der Menschen und Tiere und einer „höheren“, spirituellen Welt der Gewalten, Götter und Geister. So sehr die zunehmende Entschlüsselung unserer selbst durch die Wissenschaft fasziniert und viele bislang nur vermutete Details tatsächlich verifiziert: Auch die High-Tech-Verfahren stoßen an Grenzen. Sie enträtseln ein Geheimnis nach dem anderen, nur um direkt darauf vor einem neuen zu stehen. Sie können zwar darstellen und beweisen, wie wir funktionieren und dass religiöse Erlebnisse neurologische Entsprechungen im Gehirn haben. Warum das aber so ist, auf welchem Urgrund diese Vorgänge basieren, das bleibt weiterhin unbeantwortet, d.h. eine Sache des jeweiligen Glaubens. Quellen: Hirnforschung [166] - Warum der Mensch glaubt? [167] Fremdsprachenforschung [168] So bleibt es am Ende eine persönliche Entscheidung, ob man an einen Gott und eine Seele glaubt. Dabei entwickelt jeder Gläubige sein eigenes Gottesbild. Manch einem erscheint Gott als menschenähnliches Wesen, der 114

im Himmel thront. Für manch einen ist Gott etwas Universelles, dass sich als Licht, Liebe, Energie, Schwingung, Weisheit, Güte, Intelligenz oder als etwas vollkommen Unvorstellbares darstellt. Dabei erscheint es mir eigentlich nicht so wichtig, ob jemand religiös ist oder nicht. Es gibt zwar Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Menschen, die religiös sind, im allgemeinen gesünder sind. Die Gesundheit ist auch für mich das entscheidende Kriterium. Geht es uns im Leben nicht im wesentlichen darum, gesund und glücklich zu sein? Dabei geht jeder seinen eigenen Weg, um dieses Ziel zu erreichen. 2. 13 Krishnas Appell an Arjunas Pflichtgefühl
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Krishna sprach zu Arjuna: „Als Ksatriya solltest du im Kampf nicht schwanken. Darum zögere nicht, denn es gibt für einen Krieger nichts Größeres, als den gerechten Kampf. Glücklich sind die Ksatriyas, denen sich unverhofft die Gelegenheit zum Kampfe bietet. Sie begrüßen sie freudig, als hätten sich die Himmelstore aufgetan. Wenn du dich diesem Kampf aber verweigerst, dann wirst du Schuld auf dich laden, weil du deine Pflichten vernachlässigt hast. Damit wirst du deinen Ruf als mutiger Krieger verlieren. Für alle Zeit wird man von deiner Schande sprechen. Für einen Geehrten aber, ist Schande schlimmer als der Tod.“ (2.31 – 2.34) Krishna spricht nun deutlich aus, was er von Arjunas Zögern hält. Als Ksatriya war es Arjunas Pflicht, Unheil vom Volk abzuwenden. Dazu wurde er ausgebildet. Denn leider sind mitunter alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft. Dann ergibt man sich entweder kampflos und nimmt in Kauf, dass die Bevölkerung vom Sieger unterjocht wird oder man stellt sich dem Kampf, um der Bevölkerung dieses Leid zu ersparen. Natürlich sollte die Politik immer bemüht sein, Gewaltlosigkeit anzustreben. Weil Gewalt aber leider nicht immer zu vermeiden ist, wurden die Krieger ausgebildet, um zu töten. In den Veden heißt es: „Während ein König oder Ksatriya (Krieger) auf dem Schlachtfeld mit einem anderen König kämpft, der ihn beneidet, ist er geeignet, nach dem Tod die himmlisch Planeten zu erreichen, ebenso wie die Brahmanas (Priester) ebenfalls die himmlischen Planeten erreichen, indem sie Tiere im Opferfeuer opfern." Diese Aussage wird im allgemeinen so verstanden, dass der Krieger, der einen gerechten Krieg auf dem Schlachtfeld führt, ebenso in die 115

Recht und Ordnung wieder herzustellen. Durch das Tieropfer kann das Tier sofort in die menschliche Gestalt eingehen. Gab es nicht auch in der deutschen Geschichte Kriege. der aus religiösen Gründen ein Tier opfert. um anschließend das Reich nach religiösen Prinzipien 116 . An die Stelle selbstherrlich regierender Königshäuser sind Demokratien getreten. Als höchster Lehrer verurteilt Krishna Arjunas Zögern. In den letzten drei Jahrtausenden hat ein enormer technologischer und wissenschaftlicher Fortschritt stattgefunden. von oben herab diktiert. Hat nicht besonders diese Einstellung gegenüber den Tieren. Politik wird also nicht mehr. Der Krieger geht durch seinen Tod direkt in die himmlische Ebene ein. das Gewissen die oberste Instanz. Auch der Krieger muss in jedem Einzelfall sein Gewissen befragen.“ Daher ist es Arjunas Aufgabe als Ksatriya. Dieses alles war in der Antike fast undenkbar. sonst können solche Aussagen falsch verstanden werden. jedenfalls in den demokratischen Staaten. Auf dem Schlachtfeld gewaltlos zu blieben. die aus sehr fragwürdigen Beweggründen geführt werden? Man kann allerdings die heutige Zeit nicht mit der Zeit der Veden vergleichen. die Bürger vor allen auftretenden Schwierigkeiten zu schützen. Darum bleibt. dem Gegner den Sieg zu schenken. Auch haben sich die politischen Strukturen gewandelt. wie der Priester. besonders im Falle des Tötens.himmlischen Planeten eingehen wird. großes Leid über die Tiere gebracht? Auch religiöse Texte sind nicht unbedingt für die Ewigkeit geschrieben. Ebenso der Priester. sondern durch das Wahlrecht die Möglichkeit hat. Sie spiegeln mitunter den Zeitgeist wieder und unterliegen dem Zeitwandel. der Tieropfer erbringt. die vom Weisen und Astrologen Parasara verfasst wurde. dass eine Regierung aufgelöst wird. so hat sich dieses heute sehr gewandelt. Wie wir wissen. in denen die Bevölkerung nicht nur das politische Geschehen aufmerksam beobachtet. War die Bevölkerung in der Antike von Bildung und politischen Prozessen weitgehend ausgeschlossen. hat man inzwischen Abstand von Tieropfern genommen. sondern vollzieht sich in einem öffentlichen Meinungsbildungsprozess. Damit wäre dem unterdrückten Volk aber nicht geholfen. Dieser öffentliche Meinungsbildungsprozess kann sogar dahin führen. Einfluss auf die politischen Entscheidungen zu nehmen. Arjuna hätte sich am liebsten seiner Pflicht als Ksatriya entzogen. wie einst in der Antike. steht: „Es ist die Pflicht des Ksatriya. hieße aber. In der Parasara-Smirti.

Wer bereits vorher mutlos aufgibt. Wenn er nun aber das Schlachtfeld verließe. Arjuna war ein berühmter Krieger. dass dies ein Krieg ist. der die religiösen Grundwerte wieder herstellen soll. selbst mit Shiva. sondern er würde auch seinen guten Ruf als mutiger Krieger verlieren. dass Arjuna ein großer Krieger war. Denke daran. kann man sie besiegen. so würde er nicht nur seine Pflicht als Ksatriya vernachlässigen. wird niemals den Sieg. dass Arjuna im Kriegführen unerfahren war. Hatte er doch schon mit vielen mächtigen Göttern gekämpft. Darum solltest du nicht aus Angst fliehen.zu regieren. oder du wirst siegen und das irdische Königreich gewinnen. und die Bevölkerung. Deine Feinde werden schlecht von dir reden und deine Fähigkeiten verspotten. Als er im Kampf gegen den als Jäger verkleideten Halbgott Shiva erfolgreich war. enttäuschen. Es ist also nicht so. Was könnte schmerzlicher für dich sein? Entweder wirst du auf dem Schlachtfeld getötet und in den Himmel eingehen. Gilt dasselbe nicht auch im täglichen Leben? Nur indem man sich mutig und selbstbewusst seinen Ängsten stellt. Dadurch aber würde er negatives Karma auf sich laden. Krishna sprach zu Arjuna: „Die Generäle. als sich mutlos dem Kampf zu entziehen. der der Gerechtigkeit und der Befreiung des Volkes von seiner Tyrannei dient.“ Das endgültige Urteil Krishnas sah also vor. die spirituelle Befreiung. Jeder wußte also. so wie du es bisher immer getan hast. fand Shiva Gefallen an ihm und schenkte ihm eine Pasupata-Waffe. mit militärischen Auszeichnungen geehrt worden. Löse dich von 117 . dass Arjuna lieber sterben sollte. Darum sei zum Kampf entschlossen. selbst vom Kriegsgott Indra. Für einen ehrbaren Krieger ist Schande schlimmer als der Tod. die dich einst hoch schätzten. was er einst durch Höllenqualen zu sühnen hätte. dass dieses ein Krieg ist. und sie besiegt. erlangen. werden glauben. du hättest dich aus Furcht dem Kampf entzogen. Du solltest nicht aus Angst vor dem Tod deiner Freunde und Verwandten fliehen. werden die Menschen das als Flucht empfinden und dich einen Feigling nennen. die Hilfe von Arjuna erwartete. Sie werden dich verachten und einen Feigling nennen. Darum sagte Krishna zu Arjuna: „Wenn du nun das Schlachtfeld verlässt. sondern dich vor der Schande bewahren. Er war von vielen Autoritäten. die ihm magische Wunderkräfte verlieh. sondern dich mutig dem Kampf stellen. meine Freundschaft missbraucht zu haben.

Sieg und Niederlage. Gewinn und Verlust. solange die innere Unruhe und Unzufriedenheit in uns weilt. entfliehen wir ihnen und suchen auf allen möglichen Wegen nach Zerstreuung. ihr zu entfliehen. Dieses macht uns frei von Leid und Freud. Wir sehen die Welt immer durch einen negativen Filter. durch Glückseligkeit. Sie machen sich immer und immer wieder bemerkbar. aktiv zu werden. Das erfordert von Arjuna. in einer Zwangsjacke zu sein. Man kann versuchen. der von unserer Angst und unserer Unwissenheit bestimmt wird. allein zu sein? Was passiert. dass es uns oftmals sehr schwer fällt. den wir in unserem Leben zu führen haben? Beruhen unsere Empfindungen von Freud und Leid nicht auf Unwissenheit? Weshalb sind wir z. Aber sie lassen sich nicht ignorieren. Arjuna habe das Schlachtfeld aus Angst verlassen und nicht aus Mitleid. Er fordert Arjuna auf. so sehr an Kontakten mit anderen Menschen interessiert? Hat es nicht auch etwas damit zu tun. Weil wir nicht den Mut haben. Irgendwo im Unterbewusstsein gibt es Dinge. die Welt aus einer ganz bestimmten Perspektive zu betrachten und zu bewerten. Sie treiben uns vor sich hin. Wir haben stets das Gefühl. inneren Frieden und Ausgeglichenheit. mehr oder weniger bewusst. aus dem Wege gegangen sind. zu kämpfen. sie lassen sich nicht abschütteln. um seinetwillen.38) Krishna erklärt Arjuna.Freud und Leid. Ist dieses nicht auch der ganz persönliche Kampf. wenn wir allein sind? Überkommt uns dann nicht manchmal eine große Einsamkeit? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Und sie veranlassen uns. Er zeichnet sich durch Ruhe. Stellt man sich ihr. sie treiben uns in die Welt hinaus. dass er sich von allen persönlichen Vorstellungen von Freud und Leid frei macht. denen wir bisher. Oder man stellt sich dieser Einsamkeit. so wird sich vermutlich eine gewisse Hilflosigkeit und Traurigkeit einstellen. Aber da gibt es auch noch einen anderen Pol in uns." (2.B. diesen Filter aus unserem Bewusstsein zu entfernen. Diese eingeengte Sichtweise. aus. Erst wenn sich unser Bewusstsein ohne 118 . Und dann sucht man irgendwo Kontakte oder Zerstreuung. So wirst du keine Schuld auf dich laden. um der Gerechtigkeit Willen. mit dieser Einsamkeit umzugehen. uns diesen Gefühlen zu stellen. Diese tiefsitzende innere Unruhe und Unzufriedenheit veranlasst uns. Aber dieser Pol kann sich nicht entfalten. Unsere Aufgabe ist es.35 – 2. Dieses Gefühl lähmt uns und beraubt uns unserer Lebensfreude. dass die Generäle auf der gegnerischen Seite denken werden. behindert unser ganzes Sein.

die man empfindet. die brahmanische Philosophie wiederspiegelt. Sie gilt daher als erloschene Philosophie. das etwa zeitgleich mit dem Jainismus und dem Buddhismus entstand. mit Gott und der Welt eins zu sein. bis 500 n. das den Upanishaden (die Upanishaden . vom Dasein eines höchsten. Das Hinausschweifen in die Welt. 2. als Panentheist. die ja bekanntlich ein Teil des Mahabharata ist. in unserer Mitte. in unzähligen religiösen Parabeln. es trägt uns auf Flügeln in die Welt hinaus. der Autor der Samkhya-Philosophie. Der Theismus ist die religiöse oder philosophische Überzeugung. gehört zu den ältesten indischen Philosophien. Das Samkhya ging schon früh mit dem Yoga eine enge Verbindung ein.1 Die Samkhya-Philosophie Inhaltsverzeichnis Das Samkhya. ist das Gefühl. Hat sich diese Seligkeit eingestellt. sondern es wird getragen von dem Wunsch.700 bis 200 v. (Pantheismus: siehe unten) So behaupten viele indische Schriftsteller. Haben wir diese Quelle einmal erschlossen. Sie wurde von den Veden beeinflusst. Chr. auszukosten. Das Samkhya lieferte die Theorie. überweltlichen. Als Autor der Samkhya-Sutras gilt der Philosoph Kapila. galt als Theist bzw. Das Mahabharata.) das in etwa 100. wurde stark durch die Samkhya-Philosophie beeinflusst. die Seligkeit.13. Die Quelle dieser Seligkeit liegt in uns. Dies gilt natürlich auch für die Bhagavad Gita. Etwa um 700 nach Christus ging die Samkhya-Philosophie vollständig in den Yoga ein. wenn auch einige ihrer Grundideen in nachfolgenden Philosophien weiter erhalten blieben. sie mit anderen zu teilen. Kapila.Angst ausbreiten kann. Was übrig bleibt. zu leben. entfaltet es seine ganze Kraft. 119 . persönlichen Wesens (Gott). der Yoga bildete die Praxis. so ruhen wir stets in unserem Zentrum.000 Doppelversen. Kapila hätte ein Samkhya gelehrt. selbst wenn wir uns in die Welt hinaus begeben. dann ist das Gefühl der Einsamkeit nicht mehr vorhanden. das große indische Epos (300 v. Die größte Bedeutung hatte die Samkhya-Philosophie zwischen 400 vor Christus und 700 nach Christus. Chr. sie anderen zu schenken. ist dann keine Flucht mehr.

Es wird gesagt. zu schauen. Sie sollen bei der Reinigung der Sünden helfen. eine aktive unbewusste Natur (Pakriti) Purusha ist die ewig unveränderliche spirituelle Seele.000 n. der individuellen Seele der Vedante-Philosophie. zu betrachten und zu erkennen. Erst von ca. die einen universalen Geist als Urgrund der Vielheit annahm. die allen fühlenden Wesen innewohnt. Chr.entstanden 400 bis 1. Pakriti ist die schöpferische Kraft hinter 120 .) wird Kapila mit der Lehre vom All-Geist in Verbindung gebracht. 500 Jahre nach Christus an. In den Puranas (Die Purana . Sein Wesen ist es. haben aber im allgemeinen nicht die Bedeutung der Veden. Pflanzen sowie Göttern Empfindungsfähigkeit und Bewusstsein. Tieren. Vishnu und Shiva.Chr . nahm das Sankhya eine anti-theistische Haltung an. Sie verkörpert das schaffende und gebärende Prinzip. durch Naturgewalt oder übernatürliche Phänomene Das Samkhya vertritt einen Dualismus. durch Gewalt anderer Menschen 3. dass mit Samkhya eine Lehre bezeichnet wurde. dass bereits das Verständnis der Samkhya-Philosophie zur Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten führt. ehren die Gottheiten Brahma. dass in den Upanishaden. Purusha ist vergleichbar mit dem Atman. Dem gegenüber steht die weibliche Natur. Auch im Mahabarata treten Kapila und seine Schüler als Vertreter des Panentheismus und Streiter für die Sache Gottes auf. Sie verleiht Menschen. physische und psychische Krankheiten 2. Purusha ist der Mann.beschäftigen sich mit dem Wesen Brahmans (Gottes)) entsprach. eine passive bewusste Seele (Purusha) 2. Damit verbunden ist die Beendigung von 3 Arten des Leidens: • • • 1. in der Bhagavad-Gita und in den Puranas Vedanta und Samkhya nicht als Gegensätze erscheinen. Purushha ist die Seele. Das Dasein wird in zwei Bereiche aufgeteilt: • • 1. Alle älteren Texte lassen nur den Schluss zu. Dieser Umstand gibt eine Erklärung dafür.

Des Menschen einzig wahre Identität ist jedoch Purusha. wie der Brahman (Gott) der Upanishaden. und daraus das Ich-Bewusstsein. Obwohl der Purusha als „jenseits von Raum. Aus der Urmaterie (Pakriti) entspringt die kosmische Intelligenz oder höhere Vernunft. als „ewig rein und frei“ beschrieben wird. Das Ich-Bewusstsein ist Ursprung des Denkvermögens. An Stelle des idealistischen Monismus der Veden. Diese Entwicklung geschieht nach und nach aus dem Monismus heraus. ausgeschlossen. Wahrnehmung. vom Samkhya abgelehnt. Hierzu gehören auch die fünf Daseinsfaktoren: Körper. Seele und Natur. wird im Samkhya der Monismus.allem materiellen Sein. Die Samkhya-Philosophie baut zwar auf die Veda auf. Sie war also nicht von Beginn an dem Monismus entgegengestellt. die beiden Aspekte Seele und Natur voneinander unterscheiden lernen. Unter Yoga versteht man in erster 121 . Gefühl. identifiziert. Wille und Bewusstsein. wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. das einen Gott als Überseele anerkennt. tritt im Samkhya allmählich ein Dualismus von Geist (individueller Seele) und Natur (Materie). den materiellen Aspekten der Natur (mit seinen Sinnen). Opfer und Bhakti Yoga. wie sie im Advaita durch die Gleichsetzung von Natur und Maya (Täuschung. Die individuelle Seele und die Natur sind im Samkhya fundamentale Instanzen. göttliche Überseele. wird er in Leiden verstrickt. In seiner späteren nicht-theistischen Ausprägung des Samkhya. Der Samkhya lehrt also den Dualismus: Seele – Natur. Daher sollte der nach Erlösung strebende Anhänger der SamkhyaPhilosophie. der Weg der liebenden Hingabe an Gott. notwendig sind. kommt aber in einer entscheidenden Grundfrage zu einer anderen Einstellung. Eine Herabstufung der Natur. Zeit und Kausalität“. zu einer Realität zweiten Grades. gab es im Samkhya keine allesdurchdringende. Illusion) vorgenommen wird. wird vom Samkhya ausgeschlossen. aber auch der Sinne (der Daseinsfaktoren). Da er sich aber fälschlicherweise mit der Pakriti. Im Samkhya existieren nur eine Unzahl individueller Purushas (Seelen). seine Seele. unsterbliche. werden Rituale. Da für die Weltentstehung immer zwei Instanzen.

kannst du alle (materiellen) Fesseln ablegen. was Angstfreiheit. Vernimm nun die Weisheit des Yoga. Gott ist nach den Vorstellungen des Panentheismus in allen Menschen. für Licht und Dunkel. sondern eine religiöse Weltanschauung. Mit der Weisheit des Yoga. Dieses führt zu innerer Reinheit. Da den Vorstellungen des Panentheismus zufolge.13. immer wieder in unendlichen Perspektiven. keine Unterscheidung zwischen Schöpfer und Schöpfung. Überwiegt die Reinheit beim Menschen. fühlt er sich von Gott getrennt. [31] Krishna sprach zu Arjuna: „Bisher. Nach panentheistischer Betrachtung ist Gott Ursache für das Gute. wie das Böse. dass der Mensch sich in die Dualität verstrickt. Gott erlebt die Welt. [30] 2. Dies führt zu Leid.Linie. Gott selber ist ohne Gegensätze und frei von jeder Wertung. erklärte ich dir die Weisheit des Sankhya. Außer Gott gibt es nichts. für Gesundheit und Krankheit. Damit ist letztendlich alles göttlich. dass die Gegensätze nur in der menschlichen Vorstellung bestehen. Da der Panentheismus jede Dualität verneint. Daher besteht im Panentheismus keine Sünde vor Gott und demzufolge bedarf es nicht der Notwendigkeit einer Erlösung. inneres Wachstum und somit Heilung verkörpert. Beim Yoga ist keine 122 . Dadurch. das Abziehen der Sinne von den Sinnesobjekten. Dadurch löst man sich allmählich von der sinnlichen Verhaftung. Alles ist göttlich und Gott ist alles was ist. dass das Universum ein unmittelbarer Teil Gottes ist. nach den Vorstellungen des Panentheismus. Ajuna. so führt dieses schließlich zur Erlösung.2 Der Panentheismus Inhaltsverzeichnis Der Panentheismus ist keine Religion im engeren Sinne. durch die Augen der Einzelwesen. wie im Theismus. Der Panentheismus vertritt ebenso wie der Theismus die Auffassung. Dualismus (Gott . Ganz entscheidend ist hierbei. sich mit der Natur (Materie) identifiziert. Tieren und Pflanzen aber auch in toter Materie vorhanden. für den Frieden und den Krieg. gibt es weder gut noch böse. Der Panentheismus vertritt also eine monistische Weltsicht.Natur) ist den Panentheisten zufolge lediglich eine Illusion. Aber Gott existiert auch außerhalb jeglicher Materie. alles göttlich ist. gibt es.

dass einem der andere Mensch egal ist. ebenso einer sinnlichen Verhaftung.41) Wenn Arjuna seine Pflicht als Ksatriya nicht erfüllen wollte. Dann hängt der Haussegen schief und Spannungen kommen auf. ihm Mut zu machen und ihm mit Ratschlägen behilflich zu sein. Ebenso findet man es immer noch schade. Dies heißt nicht. Verwandten und Familienmitgliedern. angenehme Berührungen oder angenehme visuelle Vergnügungen einer sinnlichen Verhaftung entsprechen. angenehme Musik. Solange die Harmonie überwiegt. Man mag jetzt denken. das das zuvor gesagte vielleicht etwas verständlicher macht. Der Unentschlossene wird dieses Ziel nicht erreichen. Die Vorstellung. Man sollte einen neutralen Standpunkt einnehmen. wenn wir uns gut mit ihnen verstehen und es keinen Streit oder Ärger mit ihnen gibt. Sie unterliegen einer ständigen Gratwanderung. Begegnet ein Mann einer hübschen Frau. Aber nur Entschlossenheit führt zum Ziel. Im Yoga geht es darum. Aber wehe. kann dich vor großen Gefahren bewahren. ist alles in Ordnung. Schon ein kleiner Fortschritt auf diesem Wege. so erwachen sehr oft 123 . Aber dieses Harmoniebedürfnis ist sehr trügerisch. Keineswegs." (2. angenehme Düfte. Aber diese Freude bewegt sich gewissermaßen auf neutralem Boden. wenn sie einmal ins Wanken gerät. bereitete ihm großes Unbehagen. bei dem die emotionale Verhaftung sich auflöst. Aber genau so. dann vor allem deshalb nicht. wie die Gaumenfreuden. diese Haltung ist sehr verständlich und lässt sich sehr gut nachvollziehen. Ein anderes Beispiel. sich von dieser emotionalen Verhaftung zu befreien. wenn man ihn sieht.39 2. Aber man verfällt nicht in Trauer. wenn wir mit unseren Freunden und Verwandten im Reinen sind. Man ist nicht in ihr verhaftet. So geht es mit allen unseren Gefühlen.Bemühung vergebens. sondern versucht. trägt es doch immer zwei Seiten in sich. so entspricht der Wunsch nach angenehmen Gefühlen in Bezug auf unsere Freunde und Verwandten. weil er in seine materielle (emotionale) Natur verstrickt war. Wir haben es gerne. seine Freunde und Verwandten zu töten. Man freut sich immer noch. wenn ihm etwas unangenehmes zugestoßen ist. Es herrscht in der Regel so etwas wie ein Harmoniebedürfnis gegenüber den Freunden.

Es wäre genau so. Bisher machte Krishna Arjuna mit der Samkhya-Philosophie vertraut. Genau dieses soll es Arjuna ermöglichen. Gehen die beiden wieder auseinander. um seine erotischen Triebe zu befriedigen. nicht zu kämpfen. Sondern er genießt es einfach nur. Ebenso ist es bei Arjuna. Wie uns die Erfahrung lehrt. sich von seinen materiellen (emotionalen) Fesseln zu befreien. dann bleiben keine unerfüllte Sehnsüchte. Er erfreut sich an ihrer Attraktivität. sie anzuschauen. Aber Krishna sagt auch. als man Arjuna diese Werte vermittelte. ob diese Lebensart wirklich so erstrebenswert ist. Damit unterliegt er nicht der Versuchung. Es sind vor allen Dingen die Prinzipien des Bhakti-Yoga und des Karma-Yoga. weil der Yogi die sinnliche Verhaftung abgelegt (überwunden) hat. sollte man darüber nachdenken. weil es ihm emotional Unzufriedenheit verschafft. als auch sein Wunsch. Aber sie hat den großen Nachteil. und mit ihr ein paar freundliche Worte auszutauschen. Sie begleiten uns teilweise bis in unsere Träume hinein. sondern nur die Freude über das nette Zusammensein. Wenn er sich Sorgen um das Wohlergehen seiner Freunde und Verwandten macht. Dadurch wird das Glück in der Regel vom Leid überschattet. Es schwingt kein sinnliches Begehren mit hinein. dass nur Entschlossenheit. dann geschieht dieses. hat seine Ursache in der Sinnbefriedigung. nimmt das Leid aber leider einen großen Stellenwert im Leben ein. Dadurch bekommt das Zusammentreffen einen ganz anderen Charakter. Damit ist sie zwar offen für viele Glücksmomente. die Krishna Arjuna vermitteln möchte. diese Frau für sich gewinnen zu wollen. das Königreich zu beerben. Wenn vom Glück also kaum noch etwas übrig bleibt und das Leid das dominierende Element ist. Sowohl Arjunas Wunsch. Nun aber möchte er Arjuna mit der Weisheit des Yoga bekannt machen. Der verwirklichte Yogi freut sich ebenso. Die Erziehung mag die beste Absicht gehabt haben. Aber er sieht sie als Mensch und nicht als erotisch begehrenswerte Person. Als Bhakti-Yoga bezeichnet man den 124 . aber ebenso offen für allerlei Leid. In diesem Sinne wurde Arjuna erzogen. wenn er einer schönen Frau begegnet.spontan erotische Phantasien. dass sie emotional orientiert ist. Ausdauer und Disziplin zum Ziel führen. als wenn er mit einem guten Freund zusammen treffen würde. denen man oft noch lange nachhängt.

einem zentralen Text der Krishna-Verehrer. 7 Tage die Woche. erlangt die besondere Gnade Krishnas. geopfert Seva – Dienst für eine Gottheit. dem leuchtet die innere Erkenntnis auf. Diese Beziehung findet auf spiritueller Ebene statt. In der Bhagavatapurana. Auf diesem Wege kann der Bhakti-Yogi sich allmählich aus den materiellen Fesseln der Sinnlichkeit lösen und in das Königreich Gottes eintreten. als ob man in ein großes Meer der Liebe tauchen würde. Wer sich in der Haltung des Bhakti dem Singen oder Sprechen widmet. ohne die Absicht. dabei werden Früchte. Weihrauchstäbchen u.Weg der liebenden Hingabe an Krishna (Gott). Obwohl 125 . der Name Gottes und Gott selbst sind identisch. Karma-Yoga wird auch als der Yoga des selbstlosen Dienens aufgefasst. mit anderen Worten. dafür eine Belohnung zu erwarten. im Krishna-Bewusstsein lebt. "Haribol". dabei kann jede Tätigkeit als Dienst für eine Gottheit aufgefasst werden Das Singen oder Sprechen (Kirtana) der Namen Gottes wird von allen vier Hauptschulen des Vishnu-Bhakti hervorgehoben. Wer sein Leben in liebevoller Hingabe mit Gott gestaltet. Die Schriften erklären. 24 Stunden am Tag. dass man seine Liebe zu Krishna erweckt und göttliche Glückseligkeit (Ananda) erfährt. wie durch die Schriften oder den Volksmund auf den Namen Gottes aufmerksam gemacht wird. "Bhaja Govinda". Reis. Man dient oder hilft anderen Menschen." [32] Die Erweckung und Entfaltung der Liebe zu Gott gilt als Vollkommenheit. Kerzen. In vielen KrishnaTempeln Indiens wird ohne Unterlass gesungen. "Bolo Krishna" und "Bhaja Gauranga" sind nur einige Beispiele.a. Schließlich erlangt man Krishna und bekommt den Nektar der liebevollen Widmung. steht: „Das Singen hat zur Folge. Karma-Yoga ist der Yoga der Tat. Einige traditionelle Ausdrucksformen des Bhakti-Yoga sind: • • • • • Japa – die stille Wiederholung göttlicher Namen oder Mantren Kirtana – das Singen göttlicher Namen oder Mantren Bhajans – das Singen religiöser Lieder Pujas – religiöse Zeremonien vor einer Statue oder einem religiösen Bild.

Telefonen. sich von sinnlicher Verhaftung zu lösen.“ [33] Krishna erklärt Arjuna. Erotik. Schokolade. Parfüms. Pralinen. Sieh Gott in den Armen. Eifersucht und Überheblichkeit verschwinden. Kosmetik. Sind wir nicht geradezu süchtig nach Geld. Deshalb liebe alle. Autos. Demut. Naschereien. Dieses heißt. wenn man davon ausgeht. Dazu ist Disziplin und Entschlossenheit erforderlich. Aktien. Die Vorstellung des Getrenntseins verschwindet. Diese Hingabe ist gar nicht weiter verwunderlich. Hass. Selbstloser Dienst an der Menschheit bereitet den Karma-Yogi auf die Erlangung des kosmischen Bewusstseins und auf das Leben von Einheit und Einssein mit Gott vor. kulinarischen Delikatessen. das es beim Yoga darum geht. Du erkennst das „Eine in allem“ und „Alles im Einen“. Deine Freude ist überwältigend. nach Lob. dass wir das Glück nur in uns finden können. sei freundlich zu allen. Die Orientierung auf materielle Werte. Dein Herz wird weit. Konzerten. beziehe alle mit ein. wenn er für sein selbstloses Handeln ein ehrliches und erfreutes Dankeschön zu hören bekommt. Sympathie.sich natürlich jeder freut. Swami Sivananda sagte: „Was ist das Ziel des Dienens? Warum dient man den Armen und den Leidenden? Warum dienst man der Gesellschaft und dem Land? Durch Dienen wird das Herz gereinigt. reine Liebe. hält uns nur davon 126 . Werde ein Diener der Menschen. Unglücklichen. Toleranz und Barmherzigkeit entwickeln sich. Selbstsucht wird beseitigt. die eine Verkörperung des Göttlichen ist. Macht. Musik. und deine Ansichten werden weit und großzügig. Deine Sicht des Lebens weitet sich. Schließlich erlangst du Selbsterkenntnis. Radios. modischer Kleidung. Bonbons. Computern. Egoismus. Wertanlagen. Verhalten wir uns in Wahrheit nicht so. Fernsehen. Motorräder. Luxus. dass in jedem Menschen eine individuelle Seele vorhanden ist. weil wir tief innen in uns sehr unglücklich und unzufrieden sind? Wir sollten erkennen. Schönheit. Reichtum. sich von den materiellen Fesseln zu befreien. Haben wir uns doch oft über Jahrzehnte an unsere sinnliche Orientierung gewöhnt. diene allen. Schmuck. Unterdrückten und Niedrigen. Man beginnt das Einssein und die Einheit des Lebens zu spüren. Komplimenten und Schmeicheleien? Sind unsere Sinne nicht ständig auf der Jagd nach neuen Sensationen? Hat uns dies glücklich gemacht? Ich glaube nicht. So gilt die Hilfe im Endeffekt Krishna selbst. Nur Menschen mit reinem Herzen werden zu Gott finden.

Die höchste Vollkommenheit im Krishna-Bewusstsein. Darum wird es mit fortschreitendem spirituellem Bewusstsein immer leichter. 2.ab. wo das wirkliche Glück zu finden ist.13. uns nach innen zu wenden.4 Hinduistische Schriften Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Hinduistische Schriften • Shruti • Veda • • • • Rigveda • Samhitas • Brahmanas • Aranyakas • Upanishaden Samaveda • Samhitas • Brahmanas • Aranyakas • Upanishaden Yayurveda • Samhitas • Brahmanas • Aranyakas • Upanishaden Atharvaveda • Samhitas • Brahmanas • Aranyakas • Upanishaden 127 . Dieses Bewusstsein wird sich auf dem spirituellen Weg immer mehr verstärken. Aber zu Beginn des spirituellen Weges stellt die Entsagung eine große Hürde da. ist darum die materielle Entsagung.3 Die Veden und das Vedanta 2. Darum führt nur Entschlossenheit zum Ziel. die materielle Entsagung zu praktizieren.13.

Yajurveda. Erstere bezeichnet das von Gott Gehörte und Erschaute der Weisen der Vorzeit in der Versenkung (Meditation. Die Veden sind die Verkörperung göttlichen Wissens.Chr.000 n.• Smriti • • • • • Mahabharata • Bhagavad Gita Ramayana Puranas • Bhagavata Tantra Vedangas Die Heiligen Schriften des Hinduismus werden in die zwei großen Gruppen Shruti (das Gehörte) und Smriti (das Erinnerte) unterteilt.) sind die grundlegenden Schriften der Hindus. Der Veda ist in vier große Bücher unterteilt: Rigveda. Samaveda. und 200 v. da die Weisen die Inhalte direkt „von Gott gehört“ haben sollen. Rechtstexte. Die Veden gelten als ewige spirituelle Wahrheiten. Die Veden sind die ewigen Wahrheiten.Chr. Die älteste Schicht umfasst die 128 . die Veden. Die Veden (ca. sondern von Lehrern. die nicht von Gott. Propheten und Einsiedler. Tantras und Vedangas. Yogis. Chr. Atharvaveda. Deshalb sind die Veden das Gehörte (Shruti ist das unmittelbar von Gott gehörte). Gott Brahma gab das göttliche Wissen selber an die Rishis oder Seher (Hörer). Hierzu gehören u. die Gott den Rishis Indiens intuitiv offenbarte. Die Shrutis sind wesentlich älter als die Smriti und haben einen höheren Stellenwert. Trance) und somit das ewige. Rishis sind Weise.) als heilige Texte überliefert wurden. Puranas (400 bis 1. unwandelbare Wissen. Heilige. Asketen. Man sagt. die göttliche Offenbarung. Epen (Mahabharata. Die Rishis sahen oder hörten die Wahrheiten. Priester. direkt von Gott übermittelt. Doch gelten auch die Smritis als Offenbarungen und wurden von Lehrern überliefert.). Jeder der vier Veden umfasst vier Textschichten. Smriti bezeichnet Texte. Ramayana). Smitri sind alle Schriften. . Das Wort „Veda“ heißt Wissen. die nach den Upanishaden (700 v. a. ihnen wurden die heiligen Texte. Heiligen und Weisen übermittelt wurden. Chr. Chr.900 v. 1200 v.

wiederholt die heiligen Schriften der ganzen Welt.13. Om ist die Quelle und 129 . [42] Der Kern der vier Veden ist Om allein.5 Die Veden als Klangschwingung Inhaltsverzeichnis Der Veda ist ursprünglich eine spirituelle Klangschwingung. In seinen verschiedenen Phasen kann sie nur von selbstverwirklichten Meistern verstanden werden. Dieses Om ist in jedem Lebewesen in einer feinstofflichen Phase manifestiert und kann durch Meditation wahrgenommen werden. Rigveda behandelt die Schöpfung. die ihr eigenes Dasein von allen materiellen Einflüssen geläutert haben und somit den vedischen Klang in seiner ursprünglichen Form direkt wahrnehmen können. Die Silbe Om enthält alle vedischen Klangschwingungen und ist somit eine vollständige Repräsentation Gottes. die durch ihn in der materiellen Welt repräsentiert wird und der materiellen Energie Form und Struktur gibt.Samhitas (Hymnen). Wer Om singt oder wiederholt. Letztlich unterscheiden sich die Veden in der Melodie. durch ihre Unterweisungen die materiell bedingten Lebewesen zu läutern und es ihnen damit ebenfalls zu ermöglichen. Diese selbstverwirklichten Seelen machen den vedischen Klang denen zugänglich. vedische Klangfolgen. Samaveda ist eine andere und Yajur und Atharva jeweils wieder eine andere. Samaveda die Musik. Zu diesem Zweck geben sie den Menschen durch den Vorgang der Einweihung sogenannte Mantras. die die Kraft haben. die nächste Schicht die Brahmanas (Ritualtexte). Die der materiellen Welt zugrundeliegende Information und Intelligenz wirkt durch den vedischen Klang auf die Materie. dann kommen die Aranyakas (Waldtexte) und zuletzt die Upanishaden (philososophische Lehren). mit der sie gesungen werden. den vedischen Klang direkt wahrzunehmen. Yajurveda die Opferzeremonien und Atharvaveda magische Praktiken. Der vedische Klang ist rein spirituell. die nur sehr schwer wahrzunehmen ist. Rigveda ist eine bestimmte Singweise. Ihr Ziel ist es. weil ihr Bewußtsein materiellen Einflüssen unterliegt. 2. die ihn nicht in seinen verschiedenen Phasen wahrnehmen können. den Geist der Person von materiellen Einflüssen zu befreien. weil sein Ursprung die höchste Persönlichkeit Gottes ist.

Agni (Feuergott). die Eine Existenz. das Brüllen des Löwen. Om oder Amen sind ein und dasselbe. Rigveda 1200 v. [43] 2. Der Opferpriester betet während des Opfers die Sprüche. das „heilige Wissen": Der Veda ist ein Schriftkomplex vom sechsfachen Umfang der Bibel. das Weinen der Babys. Sama. das liebliche Lied der Nachtigall. das Wiehern der Pferde.B. Gesänge Indra (Kriegsgott). 130 . Yuyur. Chr. Der Priester stimmt die Lieder an.000 v. das Stöhnen Kranker. all das ist nichts anderes als der göttliche Ausdruck von Om. . Zaubertexte. Gebete und lithurgische Formeln. das Klatschen des Publikums. Atharva) Shruti Der Veda.017 Hymnen. Der Oberpriester wendet unheilvolle Mächte ab.13. der Laute und der Flöte. Der Prister ruft die Götter an. Chr.. Wettersegen.. das Zischen der Kobra. z. Samaveda 1. Yajurveda 1. Es gibt keine Verehrung ohne Om.000 v. Texte für die die Götter priesterliche preisen. Chr. die sieben Musiknoten. Besänftigung böser Dämonen. Chr. der Gesang des Geliebten. Das Summen der Bienen.6 Die vier Veden (Rig. die Musik aus deinem Radio.der Schoß aller Religionen und Schriften. Wie die meisten religiösen Texte ist er in Sanskrit verfasst. Opfersprüche und Rituale Atharvaveda 800 v. der Klang des Geigen und der Pauke. Sie verkörpern die Wahrheit oder Brahman. Abwehr von Feinden Inhaltsverzeichnis 1.

Alles Dasein ist Leiden. die nicht in den Siedlungen. Sie umfassen etwa 250 Schriften. dass diese Textschichten nicht immer wirklich getrennt waren. Man bittet die Götter um Reichtum. Nach einer anderen Einteilung ist das Wissen in den Vedas in 4 Sektionen organisiert: Samhita. Aranyaka und Upanisad. sind die höchsten heiligen Texte des Hinduismus. Chr). die über mehrere 131 . Aranyakas und Upanishaden) folgt der indischen Tradition. Yajurveda. der später zur Erleichterung des Studiums vierfach unterteilt wurde in Rigveda. Chr.Samhitas: Ältester Text der Veden (1200 v.500 v. allerdings sind die Grenzen zwischen diesen Textsorten fließend. Brahmana.(700 . Aranyakas und den Upanishaden.(800 600 v. Chr.) [41] Anfangs gab es nur einen Veda. Identität von Atman und Brahman. Die Götterwelt ähnelt der der indoarischen Götterwelt. Samaveda und Atharvaveda. Brahmanas: Texte zur Erklärung und Deutung des Opferrituals .900 v. Man muss jedoch berücksichtigen. bestehend aus dem Samhitas und drei Schichten Kommentaren.600 v. Die Unterteilung in diese drei Kommentare (Brahmanas. Die vier Veden.) Aranyakas: Betrachtungen der Einsiedler über das Opfer (Waldtexte) (800 . Seelenwanderung und Erlösung . Gold und Rinder und hofft von Krankheiten und sonstigem Übel verschont zu werden. die Aranyakas (Waldtexte) behandeln Geheimlehren. und die Upanishaden enthalten mystische Spekulationen. Die Brahmanas entwickeln eine komplizierte Opfertheologie. Chr. . sondern außerhalb (eben im Wald) vermittelt wurden.Chr. nämlich den Brahmanas.) Upanischaden: Philosophische Lehren. da es sich um mündlich weiter gegebene Texte handelte. Indra (Kriegsgott) und Varuna Gott der kosmischen Ordnung) gerichtet. Die Hymnen sind an die vedischen Gottheiten Agni (Feuergott).

[36] [37] Samhitas: Rigveda-Samhita (Hymnen) Brahmanas: Aitereya-Brahmana (Ritualtexte) Aranyakas: Kaushitaki-Aranyaka (Waldtexte) Upanishaden: Aitareya (philosophische Texte) Samhitas: Samasaveda-Samhita Brahmanas: Pancavimsha- Samaveda: Priester = Udgatri ("Sänger") .200 v. Der Gesamttext der Rigveda wird in zehn sogenannte Kreise (Mandala) unterteilt. die bei Opferriten rezitiert werden.[38] 132 .entstanden . [35] Der Rigveda.028 Hymnen in 10 Mandalas (Liederkreise. Der Adhavaraveda ist vermutlich bereits früher als der Rigveda entstanden. enthält 1. als sich das Priestersystem zu einer festen Institution ausgebildet hatte. Er ist von allen Vedas der älteste. um die Götter zu preisen und anzurufen. die anderen drei Veden entlehnen etliche Inhalte aus dem Rigveda. Yoga und Karma ansprechen. werden vom Adhvaryu. Der Samaveda enthält vor allem liturgische Vorschriften zur Durchführung der Opferzeremonien. Der Yajurveda enthält Prosaverse. Der Atharvaveda enthält Mantras und Beschwörungen gegen Feinde und Krankheiten. *Vedisch ist eine indoarische Sprache und ein Vorgänger des Sanskrit. aber erst später hinzugefügt worden. Man unterscheidet den archaischen Schwarzen Yajurveda und den jüngeren und einheitlicheren Weissen Yajurveda. Insbesondere die 13 vedischen Upanishaden haben den späteren Hinduismus geprägt.Priester = Hotri ("Rufer") . die Aranyakas (Sprache: Sanskrit) und die Upanishaden (Sprache: Sanskrit).Jahrhunderte entstanden sind und Themen wie Wiedergburt. Rigveda: enthält 1.1. während des Vollziehens der heiligen Handlung gebetet. Jeder Veda hat vier Teile: die Samhitas (Sprache: Vedisch*). Chr. Die Opfersprüche des Yujurveda.017 Hymnen mit insgesamt 10. dem Hauptpriester beim Opfer. die Brahmanas (Sprache: Vedisch).750 bis 1. Er übernimmt viele Hymnen des Rigveda und gehört bereits jener Zeit an.600 Strophen. der wichtigste und älteste Veden-Text. In ihn fließen viele religiös-magische Vorstellungen der Ureinwohner Indiens ein. Bücher) .

Hymnen und Beschwörungen. Jaiminiya-Brahmana Aranyakas: Talavakara Aranyaka Upanishaden: Chandogya . Chr. Man 133 .Soma (heiliger Trank) . um materiellen Wohlstand und nach dem Tod Glück zu erlangen. Opferformeln).7 Die Samhitas Inhaltsverzeichnis Die älteste Schicht (ca. (magische Formeln) Brahmanas: Gopatha-Brahmana Aranyakas: Upanishaden: Prasna . Taittiriya Samhita (schwarz). Die bekannteste Samhita ist die Rigvedasamhita.AtharvavedaSamhita (magische Formeln) Brahmanas: Shatapatha-Brahmana (weiß) Aranyakas: Taittiriya-Aranyaka (schwarz) Upanishaden: Katha . Chr. Shadvimsha-Brahmana. . VajasaneyiSamhita (weiß) .Liebesmagie . Mantren.Yajurveda: enthält Opferformeln und Mantras für Priester . die sich an verschiedene Gottheiten wenden.900 v.Magie soll Krankheiten heilen. Feinde besiegen . Kathaka-Samhita (schwarz).Kena (Maitrayani) Samhitas: Kapishthala-Samhita (schwarz).Mandukya Mundaka 2.Brihadaranyaka (Svetasvatara) Samhitas: Atharvaveda-Samhita. Die Samhitas sind Lobgesänge zur Verherrlichung des vedischen Gottes.[40] Brahmana. die Maitrayani-Samhita (schwarz.Taittiriya Isavasya .es gibt das schwarze (Krishna) und das weiße (Shukla) Yuyurveda Opferpriester = Adhvaryu . 1200 v. Die Hymnen sind an die vedischen Gottheiten Agni (Feuergott). Sie bilden den eigentlichen Kern des Veda.[39] Atharvaveda: Oberpriester = Brahman (Feuerpriester) . Es sind Gedichte und Gebete.13.) des Veda bilden die vier Samhitas. Indra (Kriegsgott) und Varuna (Gott der kosmischen Ordnung) gerichtet.

das Wissen (Veda) von den Göttern im eigenen Herzen zu erlauschen und das Gehörte (Sruti) in Hymnen zu gießen. Das Wort Arya. bedeutete die „Gastfreien“ und war zugleich eine Bezeichnung ihrer Religion. die den anderen drei Priestern beim Opfer unterlaufen könnten. heißt Hota. Es ist die indische Bibel. Gold und Rinder und hofft von Krankheiten und sonstigem Übel verschont zu werden. den Opferer auf Erden zu besuchen und sich durch ein Gegenopfer erkenntlich zu zeigen. dem Priester des Samaveda. Für profane Augen unsichtbar. Seine unsterblichen Mantras enthalten die größten Wahrheiten über die Existenz. den Priester des Yajurveda. zu berichtigen. Das Yajurveda Samhita ist hauptsächlich in Prosa (nicht an Verse gebunden) verfaßt und zur Verwendung durch den Adhvaryu. Der Priester. seine Sprache und sein Ton sind überaus schön und geheimnisvoll. dass bei der Anrufung und Beköstigung der „Strahlenden“ kein Fehler unterlaufen 134 . und es ist vielleicht der größte Schatz in der gesamten Schriftenliteratur der Welt. bestimmt. da die himmlischen Wesen in die Gastfreundschaft eingeschlossen wurden. die kein Hindu versäumen würde. Shri Agni trug die Opfergaben durch Flammenzungen und Rauch zu den Himmlischen empor und veranlasste sie. um falsche Aussprache und falsche Ausführungen. In der frühvedischen Zeit wurde die Opferhandlung als ritualisierte Bewirtung der Götter verstanden. Die alten Rishis (Seher) waren befähigt. vorausgesetzt. [44] [45] Im religiösen Kult der Indo-Arier spielte das Opfer eine bedeutende Rolle. zur „heiligen Wissenschaft“ zusammengestellt und beim Opfer in feierlichem Singsang rezitiert. Sein Stil.bittet die Götter um Reichtum. die Mantras des Rigveda vervollständigende Erklärungen der Opferriten. Der Mantra-Teil der Veden ist nutzbringend für Brahmacharis (enthaltsam lebende Yogis). mit dem sich die IndoArier selbst bezeichneten. Das Rigveda Samhita ist das großartigste. der die Rigveda bei einer Opferfeier zelebriert. gedacht und enthält zusätzliche. beim Opfer gesungen werden. festlich bewirtet. dem Gott des Feuers. Das Samaveda Samhita ist in der Hauptsache dem Rigveda Samhita entlehnt und soll vom Udgata. älteste und bedeutenste Buch der Hindus. wurden die Götter am Opferaltar mit Hilfe von Agni. Das Atharvaveda Samhita ist der Verwendung durch den Brahma. von ganzem Herzen zu verehren. Diese Hymnen wurden zum Veda. Denn auf das Gegenopfer der Götter war Verlass. den Priester des Atharvaveda.

Ihrer Bestimmung nach sind die Brahmanas Opfer. So waren Könige und Fürsten gut beraten. sondern auch gegenüber den Göttern. wie die Mantras bei den Opferriten anzuwenden sind. die die Texte verwalteten und mündlich weiter gaben.und Ritualtexte. Alle indischen philosophischen 135 . durch das Opfer wurden sie unsterblich. Und genau diese Tatsache war schließlich der Grund. bemühte sich jeder Opferveranstalter. welche aufgrund der Beherrschung der Formalien und der Kenntnis des magisch wirksamen Wortes den Opfervollzug auftragsweise übernahmen und mit der Zeit als Opferexperten schlechthin galten. das Handeln des Priesters. Durch das Opfer wird man wiedergeboren. Verletzungen des Protokolls also. Die Götter benötigen also das Opfer. Die Brahmanas sind Anleitungen zur Durchführung von Opferriten. Es sind Texte von Priestern für Priester. [58] 2. Mit der zunehmenden Komplizierung der Kulte entwickelten die Opferbrahmanen eine außerordentliche Überheblichkeit und das nicht nur gegenüber dem Opferherren. womit die Umwandlung der lebendigen Opferreligion in eine ritualistische Religion vollzogen war. Durch Karma wird man unsterblich. die Götterbewirtung Fachmännern anzuvertrauen. den beauftragten Sakrifikalbrahmanen durch Zusage großzügigen Lohns und eines reichlichen Mahls in wohlwollende Stimmung zu versetzen. Die Brahmanas sind in vedischem Sanskrit verfasst. sondern die Beachtung der korrekten Form. Das Shatapatha Brahmana sieht die Priester als die „Götter auf Erden“. dass sich die Auffassung dieses Opferkultes tiefgehend wandelte. Zu diesem Zweck wurden die Brahmanas verfasst und überliefert. wobei die korrekte Ausführung des Opfers als essentiell für dessen Erfolg betrachtet wird.8 Die Brahmanas Inhaltsverzeichnis Die Entstehungszeit der Brahmanas liegt um etwa 800 bis 500 v. dass der Brahmane dem Opferherren durch falschen Vollzug des Rituals Schaden zufügen konnte. Am Anfang waren die Götter sterblich. Da man glaubte. Es sind in Prosa verfaßte Erklärungen der Methode. im veda-kundigen Brahmanen wohnen alle Gottheiten. Aus Angst vor Ritualversehen.13. Chr..war. Die Brahmanas wurden von Brahmanen verfasst. Karma gilt als die heilige Tat. war schließlich nicht mehr die Gesinnung des Opfernden entscheidend.

Eine Institutionalisierung von gesellschaftlicher Hierarchie setzt ein (Kastensystem). Erst wenn man alle Bindungen an Haus.13. die Mitglieder der untersten Kaste (die Unberührbaren). In dieser Phase werden die Anfänge der für Indien so grundlegende Karmaund Samsara-Vorstellung (Samsara = Rad der Wiedergeburt) formuliert. Der Sannyasin legt alle Bindungen an Familie und Gesellschaft vollkommen ab. Die vier Lebensstufen des Menschen (Ashramas) werden definiert: Schüler (Brahmacarya). Sein ganzes Streben ist auf die Selbstverwirklichung gerichtet. Der Vanaprashta lebt im Wald. Die Philosophie der Upanishaden ist 136 . Die Upanishaden enthalten die Essenz der Veden. Die Brahmana-Zeit ist mit der Sesshaftwerdung in der Ganges-Ebene verbunden. dem Vanaprastha (in der Waldeinsamkeit Lebender) gedacht waren. spricht man vom Sannyasa. [46] 2.9 Die Aranyakas Inhaltsverzeichnis Die Aranyakas ("Waldtexte") sind mystische Geheimlehren. die als Texte für das dritte Lebensstadium. sondern im Wald gelehrt wurden. Es bezeichnet im Hinduismus einen Yogi. Sie enthalten Opfersymbolik und priesterliche Philosophie.10 Die Upanishaden Inhaltsverzeichnis Die Upanishaden sind der wichtigste Teil der Veden. Ursprünglich handelte es sich meist um einzelne Kapitel der Brahmanas. Hof. der der Welt entsagt. alle Bindungen an Familie und Gesellschaft abgelegt hat und in völliger Besitzlosigkeit lebt. [47] [48] 2. die nicht im Dorf. Traditionell sieht der Hinduismus nach der Erfüllung der familiären und gesellschaftlichen Pflichten als Familienvater und Berufstätiger. nur das Opfer kann dies verhindern.Systeme sehen Leben als Leid. Die Shudras. zwei weitere Stadien vor. Als letztes Stadium gilt das Sannyasa. Im Hinduismus findet ein langsamer Übergang vom Vanaprastha zum Sannyasa statt. Frau und Kinder gelöst hat. um seine religiösen Studien fortzusetzen. Grihastha (Haushälter). die der religiösen Bildung und spirituellen Weiterentwicklung dienen. und später eigenständige Texte für die brahmanischen Schulen wurden.13. um Opfer zu bringen. Vanaprastha (in die Waldeinsamkeit Gehender) und Sannyasi (die Erleuchtung Suchender). werden allerdings nicht als ehrwürdig genug betrachtet.

philosophischen Teil der Veden. du bist nicht die Emotionen und Gedanken. Ohne Atman ist die äußere Welt unwirklich. 137 .) entstandenen philosophischen Schlussteil der Veden. unbegrenzt durch Zeit. die darin besteht. wie immer der Einzelne es nennen will. Raum und Kausalität. das Urprinzip oder Gott. und damit auch Atman. du bist nicht der Verstand. unberührt von allen äußeren Veränderungen. Seelenwanderung und das Karma [50]. Dieses Sat-Chid-Ananda zu erfahren und zu verwirklichen ist das Ziel des Yoga. reines Sein (Sat). tiefgründig. ohne Ende. das Selbst. Die Upanishaden sprechen von der Identität der individuellen Seele und der höchsten Seele. Die zentrale Aussage der Upanishaden ist: Du bist nicht dieser Körper. Damit berühren und erreichen sie unmittelbar einen göttlichen Kern in uns und bringen uns in Kontakt mit dem „Göttlichen im Lotus unseres Herzens“. im Grunde genommen aller spirituellen Praktiken. Hier hat die Vedanta-Philosophie. dass nun Atman und Brahman zusammenfallen. Sie enthüllen überaus subtile und tiefe spirituelle Weisheiten. Brahman. Entscheidend ist ferner. Die Upanishaden werden auch als Vedante (Ende der Veda) bezeichnet.die vier Lebensstadien ) Die Upanishaden. ist unvergänglich. hoch und ergreifend.000 bis 500 v. ihren Ursprung und ihre Quelle. [49] Die älteren Upanishaden bilden den vergleichsweise spät (um 1. Chr. unendlich. Bewusstsein (Chid) und immerwährende Glückseligkeit (Ananda). ist reines Sat-Chid-Ananda. Zentrale Begriffe der Upanishaden sind die Wiedergeburt bzw. ja. die monistische Philosophie des Non-Dualismus. dass der Mensch in sich das Göttliche erkennt und sich von allem Leid befreit. unsterblich. ohne Anfang.1. und dieser Atman ist in seiner Essenz nichts anderes als Brahman. Für die weitere Entwicklung der indischen Philosophie sind sie von fundamentaler Bedeutung.erhaben. also die individuelle Seele. die Vielzahl der Götter dem einen Gott Brahman unterzuordnen. Aus den Texten der Upanishaniden spricht diese mystische Erfahrung. Das ethische Ideal dieses Denkens liegt in der Selbstverwirklichung. rein.2 wurden die vier Lebenstadien je bereits behandelt: Ashrama . du bist Atman. ewig. stellen sie doch den Versuch dar. [34] (Unter 1.1. die oft als „Geheimlehre der Inder“ bezeichnet werden. denn letztlich ist diese mystische Erfahrung in allen Traditionen dieselbe. Weitere Themen sind die Essenz und der Sinn des Daseins. das Absolute. Die Upanishaden sind nutzbringend für Sannyasins. bilden den metaphysischen.

von Brahman getrennte Wirklichkeit zuzusprechen. durch 138 .1 Advaita-Vedante Inhaltsverzeichnis Adi Shankara. Erkenntnis. 2..11 Vedanta Inhaltsverzeichnis Vedanta ist die Quintessenz der Veden und der Upanishaden. d. kommentierte die Upanishaden und entwickelte sie weiter zur Philosophie des Advaita Vedanta. der Welt eine eigene. Bei der Lösung dieser Frage kam es zu den unterschiedlichen Vedanta-Systemen. sowie die endgültige Erlösung. Die Natur des Brahman ist Wahrheit. ist befähigt Brahman zu finden".verschiedene Arten der Meditation und Gottesverehrung. Das Advaita Vedanta blieb aber eine monistische Philosophie. die die Welt auf ein einziges Prinzip (Gott) zurückführt. „Das bist du“. Die erste Voraussetzung. Er ist ein religiöser Lehrer bzw. Unendlichkeit und Glückseligkeit. Befreiung zu erlangen. Brahman ist wirklich. von denen Advaita-Vedanta die bedeutendste ist. Ein Weg zur Erkenntnis ist das Bewusstsein von allen Gegenständen abzuziehen. Sie werden in vielen Aussagen als Einheit identifiziert: „Diese Seele (Atman) ist Brahman“. Chr. genannt Shankaracharya (Acharya heißt Meister). Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: „Die Ketten.11. [51] 2. gibt es doch Ansätze. Wird in den Upanishaden auch immer wieder die Einheit betont. wer überdies nach Befreiung verlangt. das Weltall ist unwirklich.h. Bereits in den Upanishaden kristallisieren sich die zentralen Begriffe Atman (individuelle Seele) und Brahman (Überseele) heraus. Die äußere Welt mit ihren Erscheinungen bewertet Shankara als Illusion: „Nur wer Unterscheidungsvermögen besitzt und seine Gedanken von allen irdischen Freuden abwendet. wer Gleichmut und die verwandten Tugenden besitzt.13. ist nach Shankara die Unterscheidung zwischen dem Ewigen und dem Nicht-Ewigen. Hier stellt sich die Frage nach der Beziehung der individuellen Seelen zur Überseele (Brahman). die Sinnesorgane der Wahrnehmung wie der Tätigkeit von den Gegenständen abzulösen und in ihr Zentrum zurückzuziehen. „Ich bin Brahman“. die uns durch unsere Unwissenheit binden. Philosoph des Hinduismus. lebte in der Zeit von 788 bis 820 n.13. Innerhalb des Vedanta gibt es mehrere Richtungen.

„wie das Wasser in einem Teich. Wenn alle fünf Hüllen entfernt sind. dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Praxis nicht ausreicht: „Das Studium der Schriften ist fruchtlos. als Voraussetzung für das Studium des höheren Wissens. überquert das Meer dieser Welt ohne Hindernis". sich selbst erleuchtendes Sein“. unvermischte Glückseligkeit. [52] Shankara unterschied zwischen einem niederen Wissen und einem höheren Wissen. Kontemplation. Immer wieder weist Shankara auf die Wichtigkeit der Überwindung der Sinne hin: „Wer mit dem Schwert der wahren Begierdelosigkeit den Haifisch der Sinneslust getötet hat. Er weist darauf hin. dem Vedanta.). der im Inneren wohnt. 2. die ihre eigene Maya (Täuschung) weben. Gott existiere als Einziges. Der feinstoffliche Körper wird als Sitz der menschlichen Begierden betrachtet.11.017 bis 1. dessen Studium und das Befolgen von dessen Ritualen.137 n. als nicht endende. ein Brahmachari (Mönch) war und den höheren Kasten angehörte.2 Vishishtadvaita-Vedanta Inhaltsverzeichnis Vishishtadvaita-Vedanta bedeutet soviel wie qualifizierter NichtDualismus. Nur wer durch die Rituale des Veda gereinigt war. wie bei Shankaras Advaita. bleibt der Atman verborgen. solange Brahman nicht erfahren wird“. jedoch bleibe die Pluralität der Welt erhalten und sei nicht. Die vorbereitende Reinigung durch vedische Rituale. als höchstes. durfte den Vedanta studieren.13. was besagt. Bedeutendster Vertreter ist Ramanuja (1. eine pure Illusion. Als niederes Wissen galt der Veda. Die menschliche Unwissenheit deckt diesen feinstofflichen Körper über den Atman. kann niemand lösen außer wir selbst“. wird heute oft durch Elemente des Bhakti-Yoga ersetzt. angesehen wurde. der dicht mit Algen bewachsen ist“. Die Bindung an Körper.lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas. der nach Befreiung strebt. Dieses Studium wird oft mit dem Ausüben des JnanaYoga gleichgesetzt. Alle Eigenschaften der 139 . Gegenstände oder Menschen bewertet er als verhängnisvoll für den. der das Studium der Schriften. offenbart sich nach Shankara der „reine Atman. Brahmacharya und Meditation beinhaltet. der in allem das göttliche Brahman sieht. Chr. Unter den fünf feinstofflichen Hüllen. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung des BrahmanBegriffs ohne Form und Attribute.

die Zufluchtsstätte aller Seelen.533 n. der jenseits der manifestierten Natur in seinem ewigen Reich weilt. welches als Sri Narayana. 4. Der verbindende Faktor zwischen dem höchsten Wesen und den individuellen Seelen sei göttliche Liebe. die als nichtduale Einheit in Vielfalt gilt.11. die Nachfolgelinie Ramanujas. Paramatma und Bhagavan. diese göttliche Liebe im Herzen zu erwecken. welche die gleichzeitige Einheit und Verschiedenheit der Wahrheit lehrt. 140 . deren Wesen die nichtduale reine Erkenntnis ist. bekannt sei. Die Wahrheit selbst. Nämlich: 1. 3. 2. Ramanuja vertritt das Konzept eines persönlichen höchsten Wesens. Chr.“ Die Verehrer Vishnus sehen in diesem Vers die konzentrierte Lehre ihrer Philosophie. Gott sei ihr Bewohner. die Kontrollinstanz.). Diese verhalten sich danach zu ihm wie Körper und Seele. Sie sind Zubehör und kontrollierte Aspekte des einen Brahman.3 Achintya Bhedabheda Inhaltsverzeichnis Achintya Bhedabheda oder auch Dvaitadvaita. als Brahman. nämlich die Materie und die Seelen.13. In Ramanujas System besitzt Gott (Narayana) zwei untrennbare Modi. ist in transzendenter Gestalt in allen Dingen gegenwärtig.486 bis 1. Begründer dieser Philosophie ist Krishna-Chaitanya (1. Dieser könne trotz der Existenz aller Eigenschaften eins mit ihnen sein. Materie und Seelen untergeordnete Elemente. die Überseele. In seiner Nachfolgelinie ist es daher das Ziel des menschlichen Lebens. Brahman ist die alldurchdringende und eigenschaftslose spirituelle Energie. wird im Bhagavatapurana näher veranschaulicht: „Die Kenner der Wahrheit beschreiben die ewige Wahrheit. Als Gottes Energie sind sie einerseits mit ihm identisch und gleichzeitig auf ewig von ihm verschieden. Paramatma. dass sowohl die Gesamtheit aller Seelen als auch die Gesamtheit der Materie Umwandlungen der Energie der höchsten Wahrheit sind.Schöpfung sind real und unter der Kontrolle Gottes. Eigenschaften. bezeichnet eine Schule. Das Sri Vaishnavatum. Materie und Seelen stellen den Körper Gottes dar. bezeichnet sich daher noch heute als eine „monotheistische religiöse Tradition Indiens“. Die absolute Wahrheit ist nicht dual. 2. die jeden Atman begleitet. Bhagavan ist der höchste Herr. Diese Lehre besagt. da diese nicht unabhängig von ihm existieren können.

Der Begriff Dvaita-Vedanta bedeutet: „Vedanta der Zweiheit“.13. Vallabha lehnt die Maya-Lehre Shankaras ab. und den Seelen von Menschen. Radha. von denen jeder einen eigenen Geist habe.5 Dvaita-Vedanta Inhaltsverzeichnis Dvaita-Vedanta (Dvaita = Zweiheit = Dualität) wurde von 1199 bis 1278 n. Nach dieser Auffassung ist der Atman nicht. real.479 bis 1. Die ganze Welt sei Gottes Energie und sei deshalb.11. Materie und den individuellen Seelen.531 n. daß der Mensch nicht allmächtig sei und auch keine „geistige Einheit“ unter den Menschen herrsche. so wie im Advaita-Vedanta. Wie alle anderen Vaishnava Philosophen unterscheidet auch er zwischen Gott. und von 141 . die sie als das höchste göttliche Paar verstehen. die Geliebte Krishnas.) begründet und heißt „Reine Nichtdualität“. vom Philosophen Madhva begründet. Die Vallabha Sampradaya ist heute eine starke religiöse Bewegung. ist eine Umwandlung oder gestaltgewordene Liebe Krishnas. mit dem Brahman identisch. Die Essenz der Verzückung ist reine Gottesliebe.13. wonach das Universum und die Individualität blosse Illusion sei. Chr. mit mehreren Hundert Zentren der Verehrung. die absolute Autorität Gottes.4 Shuddhadvaita Inhaltsverzeichnis Diese Philosophie wurde von Vallabhacharya (1. der allein das Höchste Brahman sei. Vertreter dieser Philosophie argumentieren. als sich gegenseitig zu erfreuen und zu geniessen.“ Die Schule Vallabhas ist bekannt für ihre Verehrung Radhas und Krishnas.11. Chr. die Einsichtigkeit dieser Philosophie zeige sich im täglichen Leben. trotz des ständigen Wandels. durch die Energie der Illusion kreiert er das Universum und durch seine Verzückung geniesst er alles. Statt dessen seien alle Menschen Individuen. Vallabhacharya veranschaulicht seine Philosophie des Shuddhadvaita wie folgt: „Krishna erschafft durch sein Bewusstsein die Jivas (Seelen). Tieren sowie Pflanzen andererseits. Vallabha war ein Zeitgenosse Chaitanyas. denn im täglichen Umgang miteinander könne man ohne Probleme feststellen. Auch untergrabe die Gleichsetzung von Gottseele einerseits. 2. Der Zweck der Existenz Gottes und der Geweihten liege in nichts anderem. Sein Genuss begründet das Glück des Bhakta (Gottesliebenden). Doch sie trafen sich nur einmal während Chaitanyas Reise nach Vrindavan. die vor allem in Nordindien Millionen von Anhängern hat.2.

Chr. Gottesdienst und die glaubensvolle Unterwerfung unter ein höheres Wesen (BhaktiYoga) seien sinnlos. wenn dieses höhere Wesen identisch mit der (eigenen) Seele ist. sowie Sri Nisargadatta Maharaj und deren Schüler. Jahrhunderts Europa und die USA bereiste. Nachdenken und Versenken in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben. Das traditionelle Advaita unterscheide zwischen einem „niederen Wissen“. die durch gemeinsames Hören. dem Advaita. oder auf einer Teilstufe stehen 142 .1950 n. die Überwindung der Sinne und Begierden und Opfer-Rituale ausüben. Der traditionelle Advaita sehe das Aufgeben spiritueller Übung und die direkte Zustimmung der Identität mit Gott als letzte Stufe eines Übungsweges. Jahrhundert durch verschiedene indische Lehrer vermittelt wurde.). sowie ethischen Maßstäben entsprechen. Nach Ansicht traditioneller Vertreter des Advaita reduziert die von ihnen als „Neo-Advaita“ bezeichnete Form des Advaita die ursprüngliche Lehre um wichtige Elemente. Es wird außerdem kritisiert. 2. inneres Ergründen). In Satsangs würden jedoch vorübergehende Erfahrungen oder emotionale Lösungen als Erleuchtung missverstanden. der Ende des 19. ob der Mensch erlöst wird. Bhakti-Yoga. Bereits Swami Vivekananda. der im 20. um sich von der gegenwärtigen SatsangBewegung abzugrenzen. gilt den Traditionalisten als Vorläufer des „Neo-Advaita“. Im Neo-Advaita seien diese Bedingungen jedoch außer Kraft gesetzt worden. wie „Du bist Das“ (Brahman/Gott) werde direkt und unvorbereitet in Satsangs vermittelt.13. insbesondere von Ramana Maharshi (1879 .11. Nach upanischadischen und traditionellen Advaita-Lehren müsse der Schüler zunächst in der Regel Übungen wie Meditation. dem Veda und dem „höchsten Wissen“. Reden. Der traditionelle Dreisatz des Jnana Yoga sei hierzu Shravana (Hören der Lehre). der bedeutendste Schüler Ramakrishnas.6 Neo-Advaita Inhaltsverzeichnis Der Begriff Neo-Advaita wurde von den Vertretern des traditionellen Advaita Vedanta gewählt. Die höchsten Lehrsätze. Manana (intellektuelle Reflexion) und Nididhyasana (Meditation.dessen Gnade allein es abhänge. Unter Satsang versteht man das Zusammensein von Menschen. Diese Unterscheidung gehe auf den Manduka Upanishad zurück. daß viele Satsang-Lehrer Erleuchtung nur vorgäben.

wie sein System zu integrieren in der Lage sei.46). Sei frei von Freud und Leid. deren Wesen die Begierde ist. Anhänger der Satsang-Bewegung mögen sich selbst allerdings nicht mit dem Begriff „Neo-Advaita“ bezeichnet wissen. soviel Nutzen haben die Veden für den Weisen. und somit sein eigenes Überleben sichere. [53] 2. weil im Satsang jeder nur soviel Wissen und Energie übermittelt bekäme. die ihnen. die zu sehr am Sinnesgenuss und materiellem Reichtum hängen. Sie werden auch Karma-Yoga.“ (2. erklären sie. der erkennt. Von diesen drei Gruppen sind die Karma143 . Jnana-Kanda. Weil die Strukturen heute nicht mehr so verhärtet seien. dass die geistige Atmosphäre des Planeten in ständigem Wandel begriffen sei.würden. dass das Ego sich selbst ein umfangreiches Spiel zur Verfügung stelle. Das Festhalten an alten Techniken und Disziplinen. hängen sehr an den blumigen Worten der Veden. Arjuna. dem höchsten Herrn mit Hingabe zu dienen. Diejenigen. JnanaYoga und Bhakti-Yoga genannt. und sie halten den traditionellen Kritikern entgegen. als Lohn für ihre guten Taten. die ihnen in ihrem (irdischen) Leben verwehrt blieben. um den Kern des Advaita. bedeute im Gegenteil. was sie vermitteln. Aus diesem Blickwinkel heraus erklären fast alle Satsang-Lehrer eine radikale Absage an oben genannte Läuterungs-Wege. von denen die Anhänger des Neo-Advaita nichts wüssten. Der Vedanta unterscheide zwischen verschiedenen Realisierungsstufen. Soviel Nutzen ein Teich hat. Die Veden handeln hauptsächlich von den Verführungen der materiellen Natur. Sie erfüllen die vorgeschriebenen Riten der Veden. Upasana-Kanda sind drei Pfade des Wissens. In ihren Augen handelt es sich bei dem. sorge dich nicht um Gewinn und Sicherheit und sei im Selbst verankert. Vorbereitungen seien auch deswegen nicht nötig. sei die strenge Disziplin früherer Zeiten mittlerweile überflüssig geworden.14 Strebe nicht nach himmlischen Genüssen Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Viele Menschen.42 – 2. Befreie dich von dieser Einstellung. eine himmlische Wiedergeburt verheißt. sie schaffen es niemals. Karma-Kanda. die in den Vedas behandelt werden. da sie sich in himmlischen Gefilden nach Sinnesbefriedigung sehnen. die zu sehr von diesen Vedaworten hingerissen sind. in den von allen Seiten her das Wasser strömt.

werden Bhaktas (Bhakti-Yogis) genannt. Gewaltlosigkeit. Das „du“ in Tat tvam asi bezieht sich eigentlich auf die Persönlichkeit Gottes.Yogis Materialisten und die Jnanis und Bhaktas sind Transzendentalisten (nach übersinnlicher . daß er seinem Wesen nach. aufgeben und sich mit Brahman identizifieren. der alldurchdringenden spirituellen Energie. nehmen die Jnana-Yogis große Entsagungen auf sich. um ihr Ziel zu erreichen. wie Brahman. Tat tvam asi („Das bist du“).: Neti. spirituelle Energie ist.“). Selbst die Verehrung des höchsten Herrn um materieller Ziele willen. Mantras.. Bhakti-Yoga lehrt den Vorgang. die dem Bhakti-Yoga folgen. die sie an die materielle Welt binden. Er ist aber nur ein winziges Teilchen von Brahman. Menschen. die Verehrung der Devas (Götter). durch philosophische Analyse der materiellen Natur nach Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod streben. Jnanis sagen auch: brahma satyam jagan mithya . die Erhebung auf himmlische Planeten durch Karma. sind z..göttlicher . Das Ziel der Menschen. das Durchführen von Opferhandlungen. Aber Jnanis beziehen es auf sich selbst als Brahman. nicht die Intelligenz. Gastfreundschaft. Um das zu erreichen. durch Pilgerreisen. Jedes Lebewesen ist seiner Natur nach ein ewiger 144 . Jnana-Yoga ist für Menschen gedacht. ist das ewige Reich Gottes. durch den man Liebe zu Gott entwickelt. Karma-Yoa lehrt die Verbesserung der Lebensumstände. Es gibt viele vedische Schriften. d.. Mit Aham Brahmasmi macht sich der Jnani-Yogi bewußt. nicht aber das Ganze selbst. nicht der Geist.„Brahman ist wirklich. die Welt ist unwirklich“. die durch Wissen. die sich diesem Vorgang ergeben. Die individuellen spirituellen Seelen sind winzige Teile des Ganzen. die von Jnanis gebraucht werden. das Spenden an würdige Personen.(„Ich bin nicht der Körper. in denen BhaktiYoga gelehrt wird. Neti („Nicht dieses. nicht dieses“ . Brahmacarya (Geschlechtsverkehr nur mit dem angetrauten Partner und nur zur Zeugung von Nachkommen) u. wie Lichtpartikel ein Teil der Sonne sind.. ist materialistisch.a. Befreiung bedeutet für Jnanis Auflösung der Individualität und Einswerden mit Brahman.Erfahrung Strebende). Sie müssen allmählich alle Wünsche und Tätigkeiten.h. das Erlangen von materiellem Glück. Aham Brahmasmi („Ich bin Brahman“). denn sie ist letztlich alles.B. fromme Handlungen wie die Erfüllung der religiösen Pflichten.

Liebe zu Gott ist im Herzen eines jeden Lebewesens vorhanden. die dem Karma-Pfad folgen (Karma-Yogis). in denen sich genügend Gelegenheiten bieten. streben nach Sinnenbefriedigung (Kama) auf den höheren Planeten (Svargaloka = Himmel). sich von ihren materiellen Wünschen zu befreien und Krishna-Bewusstsein zu entwickeln. wo Wein und Frauen zur Verfügung stehen und materieller Reichtum üblich ist. mit engelgleich-schönen Frauen zusammen zu sein und reichlich Soma-Rasa-Wein zu trinken. seine Sinnlichkeit in himmlischen Gefilden auszuleben. die ihre spirituellen Pflichten hauptsächlich befolgen. dass es auf den himmlischen Planeten Gärten gibt. der zu den himmlischen Planeten erhoben werden will. Nandanakanana genannt. die sie sich wünschen und hoffen daher. Dies aber gleicht dem Suchtverhalten eines 145 . Jnanis streben nach Befreiung. Die Frucht von Bhakti-Yoga ist die Liebe zu Krishna. zeitweiligem Glück verhaftet sind. Die Menschen finden in ihrem Leben nicht die sinnliche (erotische) Erfüllung. Solchen Menschen fällt es natürlich schwer. Manche Menschen glauben sogar. Die menschliche Lebensform bietet die Möglichkeit. warum sie eigentlich keine sinnliche Erfüllung finden. dass jeder. dass sie eine größere sinnliche Erfüllung finden. diese auf himmlischen Planeten zu finden. Es kann doch nicht darum gehen. Ihr Objekt der Meditation ist Brahman. dann sollte man das vielleicht nicht auf das Leben nach dem Tode übertragen. um himmlische Genüsse zu ernten. Daher sind dort diejenigen anzutreffen. [54] Krishna warnt vor den Karma-Yogis. Es wird gesagt. Manche Hindus haften aufgrund ihrer Unwissenheit sehr stark am KarmaYoga-Teil der Veden. Wenn so etwas in den heiligen Schriften gesagt wird. dies sei der ganze Sinn und Zweck der vedischen Opfer. die nichts anderem als materiellem. diese schlummernde Liebe durch Bhakti-Yoga zu erwecken. Es wird oftmals gar nicht darüber nachgedacht. Solch körperliches Glück ist zweifellos sinnlich.Diener des höchsten Herrn. Sie wünschen sich Sinnbefriedigung in himmlischen Planeten. Diejenigen. indem sie ihre erotischen Phantasien auf himmlischen Planeten mit einer Unzahl engelsgleichhübscher Frauen ausleben. Es heißt sogar. Deshalb glauben sie. darunter auch das Jyotistoma-Feueropfer [169] für die Erhebung zu den himmlischen Planeten empfohlen. diese Opfer ausführen muss. In den Veden werden viele Opfer.

sondern auf einer grundsätzlich unterschiedlichen Einstellung von Mann und Frau zur Sexualität beruht. Die Lösung besteht darin. darauf kommen wir später noch zu sprechen. Erreger großer Heiterkeit. Chr. So in Rig Veda: „Wir haben das Soma getrunken. also bereits in ihrer Kindheit.500 bis 1. Sie denken nicht eine Minute mehr an die Sexualität. Der Soma-Kult geht auf die Arier im Industal um 1. der Somatrank werde aus der Steppenraute hergestellt. dass Frauen nur einmal pro Woche an Sex denken. um für immer glücklich und unsterblich zu sein. [59] Weiter heißt es im Karma-Yoga-Teil der Veden.Warum Frauen anders sind als Männer“. die dazu führt. erstrahlen im Gefäß. berechtigt sind. Die im Rig Veda beschriebenen Wirkungen von Soma deuten auf ein berauschendes Halluzinogen hin. die sich die vier monatlichen Bußen auferlegen. Das zeigen uns die verwirklichten Yogis.. zurück und ist mittlerweile ausgestorben. der sie ihr ganzes Leben lang hinterher laufen. Sie haben durch die Enthaltsamkeit alle erotischen Wünsche ausgelegt. der glaubt. den Soma-RasaTrank zu trinken.Drogensüchtigen. geflügelten süßen Säfte. dass diejenigen.“ oder „Die himmlischen. Über die Zusammensetzung des Somas wird seit langem gerätselt. In ihren Buch „Das weibliche Gehirn . Wie dieses möglich ist. Die Veden geben nur grobe Anhaltspunkte. so ist dieses nur durch Enthaltsamkeit möglich. dass sie unentwegt an die Sexualität denken. wir haben die Götter gefunden. Sie entwickeln bereits in der Kindheit eine sexuelle Sucht. Will man diesen Kreislauf durchbrechen. schreibt Louann Brizendine.000 v.“ Manche vermuten. die erziehungsbedingt ist. sexuell aktiv. eine Neuropsychiaterin aus San Francisco. zeigen uns die Yogis. [60] Daraus entwickelt sich sehr schnell eine sexuelle Sucht. Warum dies so ist. sich vollkommen aus der sexuellen Verhaftung zu lösen. Sie haben alle Verhaftungen an die Sexualität abgelegt. nämlich durch Enthaltsamkeit. dass diese unterschiedliche Einstellung nicht naturgegeben ist. wir haben das Licht gesehen. Ich glaube. also etwa 850-mal am Tag. Etwa 87 Prozent aller Jungen sind bereits in der Vorpubertät. Männer aber alle 58 Sekunden.. wir sind unsterblich geworden. durch immer mehr und immer stärkere Drogen Glück und Zufriedenheit zu finden. 146 . Das aber ist der falsche Weg.

es handele sich um die Kletterpflanze Sarcostema Vimininalis oder Asclepia Acida. gelegentlich aber auch Angst. der von den Dichtern der Somalieder beschriebenen Rauschwirkungen vereinbar ist. einer wachhaltenden Stimulanz. zeigt die vorliegende Studie indes. Halbwüsten und Steppen von Westasien bis Nordindien vor. die auch in anderen Kulturen als Rauschmittel verwendet werden. deren Stängel von Priestern zwischen Steinen ausgepresst wurden. Lange Zeit galt die vom US-Ethnologen Richard Gordon Wasson aufgestellte Theorie. Neben einer allgemeinen Euphorie. giftig) gehandelt haben muss. zuneigt. Der so gewonnene Somatrank wurde dann den Göttern geopfert und von den Brahmanen getrunken. braun. Auch unterscheidet der Rig Veda Soma deutlich von alkoholischen Getränken. dass Soma ein alkoholisches Getränk gewesen sein mag. die Mehrheitsmeinung innerhalb der Vedistik. Soma sei eine Fliegenpilz-Zubereitung als vielversprechende Hypothese. Nach einem kurzen Überblick über die Forschungsgeschichte. In jüngster Zeit wurden Pilze der Gattung Psylocybe. wo er mit geklärter Butter (Ghee) und Mehl gemischt zum Fermentieren gebracht wurde. Der Saft tröpfelte in Kessel. dass es sich beim Soma um den Amanita muscaria (Fliegenpilz.Sie kommt vor allem in Wüsten. die besagt. Andere vermuten. Ebenso ist die Theorie laut geworden. dass Soma aus der EphedraPflanze (Meerträubel) gewonnen wurde. rot. Meerträubel ist allerdings nicht halluzinogen und betäubend. Rainer Stuhrmann: „Was für eine Art Rauschmittel der Soma der Rigveda war. dass die Argumente der EphedraTheorie auf falschen Textinterpretationen der Rigveda beruhen und weder mit einer genauen Analyse botanisch verwertbarer Hinweise noch mit der Pharmakologie. Andere Autoren vermuten. Met aus Honig wird dabei ebenso angeführt wie gepresste und vergorene Rhabarberstengel oder gar gehopftes Bier. sondern eher stimulierend und wachhaltend. Die Beschreibung der Wirkung scheint aber kaum mit der von Alkohol vereinbar zu sein. Eine Hypothese besagt. ist heute noch nicht entschieden. in Betracht gezogen. giftig) oder Amanita pantherina (Pantherpilz. der Ephedra (Meerträubel). Soma sei eine Pflanze aus den Bergen. auch wenn sich nach intensiver Forschungsgeschichte. sind intensive Lichtwahrnehmungen und Dimensionsveränderungen die 147 . Eine genaue Untersuchung des Somaopfers ergibt vielmehr. die als Sura bezeichnet werden. [55] Hierzu sagt Dr. und dem Gefühl der Unvergänglichkeit.

Eleusine coracana (Fingerhirse). Klarheit). Vitis vinifera (Wein) und Humulus lupulus (Hopfen). Die intensive Lichtwahrnehmung wird kosmologisch als Lichtschöpfertum des Mondgottes Soma (Der Mond ist der Becher. wobei 148 . Sarcostemma brevistigma. Dunkelheit. Basella cordifolia (Basell-Kartoffel). Sarcostemma acidum. Gier) und Tamas (Trägheit. Sarcostemma intermedium. Cannabis sativa (Hanf). aus denen alle Manifestationen der materiellen Welt hervorgehen und sie durchdringen alles. Darunter: Amanita muscaria (Fliegenpilz). (Meerträubel). Leidenschaft. Rajas (Unruhe. Alles in dieser Welt unterliegt dem Einfluß dieser drei Gunas. Ichinocarpus frutecens. Tugend. Die halluzinogen wirkenden Pilze wurden mit zunehmender Ansiedlung in den Flussebenen und Ausbreitung nach Osten durch anders wirkende Pflanzen ersetzt. Ceropegia decaisneana. Sarcostemma viminale.“ [56] Eine eindeutige Identifizierung von Soma ist also bis heute nicht gelungen. Ephedra sp. Saccarum sp. Das halluzinogene Rauscherlebnis wurde von den Teilnehmern als eine höhere Wirklichkeit begriffen. Die Lebewesen in dieser Welt denken und handeln unter dem gemischten Einfluß der drei Gunas. Sie dienten aber für Opferspekulationen und wurden als auszudeutende Welterklärungsmodelle genutzt.) gedeutet. Asclepias acida (Seidenpflanze). [57] Die drei Eigenschaften (Gunas) der materiellen Natur sind Sattva (Reinheit. Es kann nicht ausgeschlossen werden. Ceropegia elegans. dass es sich um Zubereitungen aus verschiedenen wirksamen Pflanzen handelte und Soma lediglich eine Art Oberbegriff war. Sie sind Urelemente. Sie werden auch als Triguna bezeichnet. In der späten rigvedischen Phase kam der Somarausch außer Gebrauch. Ruta graveolens (Weinraute). Unwissenheit). aus dem die Götter das Soma trinken. Sorghum sp.wesentlichen halluzinogenen Rauschwirkungen. Satchidananda Panthy und Santosh Kumar Dosh sprechen gar von insgesamt 42 unterschiedlichen Pflanzen mit morphologischer Wirkung. (Zuckerahorn). Die halluzinogen bedingte Größenveränderung wird in dichterischer Kühnheit zu einem Gewebe phantastisch anmutender Bilder entwickelt. Periploca aphylla. Sarcostemma brununianum. Dadurch gingen die halluzinogenen Rauscherlebnisse langsam in Vergessenheit. (Hirse).

Andere Eigenschaften von Sattva (Reinheit) sind Freizügigkeit. sich diese zu erfüllen bzw. ohne nur an den Ritualen zu haften. den Zweck der Veden zu verstehen. [61] Darum gab Krishna Arjuna den Rat. die man pflegt und von der Nahrung abhängig. Gemüse. indem er sich von allem fernhält. Und wer in Tama-Guna seinen Körper verläßt. nach dem Tod auf himmlische Planeten gelangen. Wer nach Glück und Gesundheit strebt. die alle drei Eigenschaften der materiellen Natur überwinden.meistens eine Erscheinungsweise vorherrschend ist. wird nach den Vorstellungen der Veden. Wer unter dem Einfluss der Raja seinen Körper verläßt. Getreide. Man muß intelligent genug sein. fördern sattvige (reine) Eigenschaften im Menschen. Sanftheit und Freundlichkeit. Nüsse. findet man Zugang zu spiritueller Erkenntnis. Freiheit von Anhaftungen. Vergebung. Selbstbeherrschung. und man sollte nicht danach 149 . die hauptsächlich von der Erscheinungsweise der Leidenschaft. So könne sich Arjuna der materiellen Knechtschaft entziehen. Vertrauen in die Schriften. Entsagung. Einfachheit. Zuckerrohrprodukte etc. Die Vorherrschaft eines der drei Gunas ist unter anderem von der Gemeinschaft. sind voller Wünsche und Verlangen und sehr aktiv. Menschen. die hauptsächlich von der Erscheinungsweise der Reinheit bedingt werden. sie zu befriedigen. wird als Tier oder Pflanze oder auf höllischen Planeten wiedergeboren werden. was diese beiden Eigenschaften anregt. wird wieder als Mensch auf der Erde geboren. Milch und Milchprodukte. die ein Mensch zu sich nimmt. Obst. Mut. wenn sie in rechter Weise zubereitet und verzehrt werden. Furchtlosigkeit. Gleichmut. Rajas (Leidenschaft) und Tamas (Trägheit) binden die Menschen an die materielle Natur. fühlen sich glücklich und zufrieden und entwickeln Wissen. Demut. Wer in seinem Leben sattvige Eigenschaften kultiviert. sich zur transzendentalen Ebene der Vedante-Philosophie zu erheben. sollte den Einfluss von Rajas und Tamas überwinden. Mitleid. Sattva (Reinheit). sollte transzendentale Aktivitäten in Verbindung mit dem Höchsten ausführen. Hülsenfrüchte. Unruhe und Gier bestimmt werden. Gewaltlosigkeit. an der Bhagavad Gita und am Vedanta. Wer nach Befreiung aus der Knechtschaft der materiellen Natur strebt. Erst dann erwacht das Interesse an den Veden. Menschen. Erst wenn sich die Sinnesbefriedigung legt.

aus reiner Pflichterfüllung zu kämpfen. Das Ziel der Veden ist die Glückseligkeit hier auf Erden zu erreichen. Suche deine Zuflucht im Herrn. Darum wäre der Rückzug vom Schlachtfeld für Arjuna ein spiritueller Stillstand. Wer seinen Geist im hingebungsvollen Dienst auf das Göttliche richtet. Sei gleichmütig gegen Erfolg und Misserfolg. Kämpfen aus reiner Pflichterfüllung. Sobald er erkannt hat.47 . Arjuna. Sei fest verankert im Yoga. woher dieses Unbehagen kommt. Jedes Anhaften. so würde er aus materieller Verhaftung seine Pflicht verletzen. ist demnach der einzig glückverheißende Pfad für Arjuna. Krishna empfiehlt ihm. Solch eine Verhaftung führt niemals auf den Pfad der Erlösung. aber erhebe keinen Anspruch auf die Früchte deines Handelns. wie es eigentlich zu dieser Verhaftung gekommen ist bzw. ein Verharren in den Denkgewohnheiten.50) Krishna gab Arjuna den Rat. sich dem Yoga zuzuwenden. 2. Es bringt dir Erfolg und inneren Frieden.trachten. ist die Ursache für Leid. Er kann versuchen. und erfülle deine Pflicht. Würde er an der Schlacht nicht teilnehmen. Vermeide es. Erfülle deine Pflichten durch hingebungsvollen Dienst. kann er darüber nachdenken. steht jenseits von Lob und Tadel. ob positiv oder negativ. alle Verhaftungen abzulegen. Der Yoga bietet ihm die Möglichkeit. aber trachte nicht nach den Früchten deiner Arbeit. Das Motiv deines Handelns sollte nicht der Erfolg deiner Arbeit sein.2. wie er sich davon befreien kann. ohne am Ergebnis zu haften. zu ergründen. aber ohne dabei verhaftet zu sein.“ (2.15 Sei unabhängig vom Erfolg deiner Arbeit Inhaltsverzeichnis Krishna zu Arjuna: „Erfülle deine vorgeschriebenen Pflichten. 150 . es zu ignorieren. dass dieses Unbehagen in seiner materiellen Verhaftung begründet ist. und sich frei von Erfolg und Misserfolg zu machen. um sich endgültig aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien. Er kann vor dem Unbehagen davon laufen. Dieser Gleichmut wird Yoga genannt. Darum handle im Sinne des Yoga. die seine Unfreiheit bestimmen. zu den himmlischen Königreichen zu gelangen. deine Pflichten nicht zu erfüllen. Arjuna hat erkannt. welches emotionale Unbehagen ihm die Schlacht bereitet. aber er kann auch versuchen. um eine höhere Form der Sinnenbefriedigung zu genießen.

“ (2. Man opfert alles Krishna und lässt Arme und Kranke gerne an seinem Besitz teilhaben. sich Krishna anzuvertrauen. immer mehr Besitztümer anzuhäufen. und du verzichtest auf die Rituale der Schriften. Er strebt nicht danach. Dieses Bewusstsein wird Krishna-Bewußtsein genannt. anzuerkennen.51 – 2. hat Arjuna mit den Ergebnissen des Kampfes nichts zu tun. Sieg oder Niederlage sind allein die Sache Krishnas. Da Krishna selbst Arjuna anweist zu kämpfen. Seine Zufriedenheit findet er durch die spirituelle Verbindung zu Krishna. Und nun zu eine der schönsten Aussagen der Bhagavad-Gita: Krishna sprach zu Arjuna: „Die Weisen suchen Zuflucht beim Herrn. Wenn du das Krishna-Bewusstsein verinnerlicht hast. aufgeben. der erfüllt alle seine Pflichten mit liebevoller Hingabe im Krishna-Bewusstssein. im Sinne des Yoga zu handeln und sich aus der materieller Knechtschaft zu befreien. mit der sie für ihre Mühen belohnt werden. Besitztümer anhäufen zu wollen. Ist man fest in Krishna verankert. dass er allein die richtigen Entscheidungen fällt. dann befreit man sich bereits in diesem Leben von allem Leid. Das gibt ihm eine Freiheit. den Anweisungen Krishnas zu folgen. Krishnas Anweisungen im rechten Bewusstsein zu folgen. Sie entsagen der materiellen Welt und befreien sich dadurch aus dem Kreislauf der Wiedergeburt. Allein durch dieses Bewußtsein kann man die Vorstellung. seine Pflicht im Krishna-Bewußtsein zu erfüllen. ist wirklicher Yoga. Man muß der Diener Krishnas oder der Diener des Dieners von Krishna werden.53) 151 . Sie ergötzen sich im Wohlgefühl oder an den Besitztümern. dann überwindet deine Intelligenz jede Illusion. Arjuna ist nur angewiesen. irgend etwas zu besitzen. Dadurch aber verstricken sie sich immer mehr in die materielle Knechtschaft. alle Fesseln von Freud und Leid abzulegen. dann hast du göttliches Bewusstsein erreicht. Das ist der richtige Weg. Sie allein wird einem helfen. Dadurch löst er sich von dem Wunsch.Was ist nun aber dieser Yoga? Yoga bedeutet. Auf diese Weise erreichen sie Leidlosigkeit. Materiell orientierte Menschen erfüllen ihre Pflichten des materiellen Gewinns wegen. Wer sein Leben Krishna weiht. Wenn dein Geist nicht mehr durch die blumigen Worte der Veden verwirrt wird und du fest in der Trance der Selbstverwirklichung verankert bist. die der materiell orientierte Mensch nicht kennt.

umgeben uns mit allerlei materiellen Annehmlichkeiten und versuchen. Wenn man die Botschaft des Bhagavat Purana aufmerksam und ergeben hört. Srimad-Bhagavatam wird als die reife Frucht am Baum des vedischen Wissens und als das fleckenlose Purana bezeichnet. Leiden.) 3. die im Herzen vollkommen rein sind. das vom Weisen Vyasadeva verfaßt wurde. Diese Wahrheit beseitigt die dreifachen Leiden. um Gotteserkenntnis zu vermitteln. Leiden. uns gemütlich im Leben einzurichten. Es wird die höchste Wahrheit vermittelt. Wenn man die Vedas mit einem Ozean von Milch vergleicht.Das Bhagavat Purana gehört zu den Smritis. Im Bhagavat Purana wird jede religiöse Aktivität. Menschen. die von jenen Gottgeweihten verstanden werden kann. für ihn ist der Ozean der materiellen Welt wie das Wasser im Hufabdruck eines Kalbes. der das Boot der Lotosfüße des Herrn bestiegen hat. so den Härten des Lebens zu entgehen. Leiden. um den Menschen beim spirituellen Aufstieg zu helfen. die aus dem Körper entstehen 2. Es ist die Essenz der vedischen Weisheit. 1. wird durch dieses Wissen der höchste Herr im Herzen offenbar. der zu Ehren Vishnus und seiner Avantare geschrieben wurde. der Menschen. entschieden abgelehnt. ist das Bhagavatam die Sahne. die einem durch die Naturgewalten zugefügt werden (Trockenheit. womöglich ein angenehmes Leben. [62] Im Bhagavatam heißt es: „Für jemand. Alkohol. dass die materielle Welt ein Ort des Leidens ist. genügt allein schon. Drogen. Wir versuchen. mit noch mehr Wohlstand diese Unzufriedenheit zu vertreiben. die Vyasadeva herausquirlte.) Das herrliche Bhagavat Purana. um der emotionalen Unzufriedenheit zu entfliehen. Es ist ein Text. die zum Wohle aller von der Illusion unterschieden wird.“ Aufgrund unserer Unwissenheit wissen wir nicht. Womöglich greifen wir zu Tabletten. Insekten etc.oder Tier-Gestalt angenommen hat. Überschwemmungen. von denen Krishna der bekannteste ist. Aus Unwissenheit versuchen wir. Ein Avantar ist ein Gott. Hitze. Dann versuchen wir. Aber tief im Innern nagt die Unzufriedenheit. die materiellen Motiven entspringt. So befinden wir 152 . Erdbeben etc. flüchten in den Sex oder berauschen uns auf andere Weis. uns diesem Leid zu entziehen. Die höchste Wahrheit ist die Wirklichkeit. Dann führen wir materiell gesehen. die einem von anderen Lebewesen zugefügt werden (Tieren.

die der Zugang zur höchsten Seligkeit ist. Yogananda [178] und Anandamayi Ma [179] sprechen übrigens von 153 . Wenn man Krishna durch liebevolle Hingabe seinen Dienst erweist. schwebt der Erlöste permanent in Seligkeit und bedankt sich bei Gott für dieses Geschenk. näher bei Gott zu sein. Frühmorgens ein rituelles Bad zu nehmen. Menschen im Krishnabewusstsein erheben sich über die Worte der Veden und Upanishaden. Wenn man auf der anderen Seite aber nur die Rituale vollzieht und nicht bedenkt. der von ekstatischer Seligkeit und mystischer Verzückung gekennzeichnet ist. zu Krishna zu finden. Solange wir in der materiellen Welt verstrickt sind. Sein Denken ist beständig auf Gott gerichtet. mit unserer eigenen Göttlichkeit. Die vedischen Rituale sind für den normalen Gläubigen sehr empfehlenswert. sondern auch von unserer innersten Quelle. Aber haben wir das spirituelle Leben nicht oftmals vernachlässigt? Dies ist natürlich beim Selbstverwirklichten anders. dann bedarf es keiner vedischen Rituale mehr. dann kann von Hingabe zu Krishna eigentlich keine Rede sein. den Ramakrishna als einen gottberauschenden Zustand beschrieb. um eins mit ihm zu sein. Leid entsteht durch die Trennung von unserer spirituellen Quelle. Er lebt sein Leben in selbstloser Hingabe zu Gott. der uns vom Leiden befreit. erreicht. werden wir keinen Ort auf der Welt finden. können ihm helfen. Sicherlich sollten wir unsere materiellen Pflichten nicht vernachlässigen. die in den Veden beschrieben werden. wird sich unser Leid in Seligkeit verwandeln. durch Nächstenliebe und Arbeit an uns selbst (Karma-Yoga) können auch wir diese Seligkeit erlangen. dass der Sinn der Veden darin besteht. Er hat die göttliche Ebene. Wenn man aber völlig im Krishnabewusstsein verankert ist. Hat jemand das Krishnabewusstsein vollständig verwirklicht. dann bedarf es nicht mehr der verschiedenen Arten der Askese und Opfer. Durch hingebungsvollen Dienst an den Herrn (Bhakti-Yoga). Erst wenn wir mit unserer spirituellen Quelle. Die höchste Vollkommenheit zeichnet sich durch einen trance-ähnlichen Zustand aus.uns ständig auf der Flucht. Während unsere Energie sich im Leid verzehrt. Damit entfernen wir uns nicht nur von uns selber. verschmolzen sind. Samadhi (Erleuchtung). dreimal täglich ein Gebet zu sprechen oder die Vorfahren zu ehren. dann ist er vollkommen in Krishna aufgegangen.

Die heilige Schnur erinnert mich an mein Brahmanentum (Priesterschaft) und meine Überlegenheit anderen gegenüber. gemieden. Zur Erklärung dieses Verhaltens erklärte er einmal: „Wenn man an Gott denkt. Absonderung. Viele seiner Handlungen verstießen gegen die Tradition und erschienen den Menschen frevelhaft. Von Geburt an binden uns die acht Fesseln: Hass. Dafür hatte er sich einen einsamen Platz ausgesucht. scherzte. Furcht. sollte man von allen Bindungen frei sein. lachte und tanzte vor ihr. Familie. Oder er taumelte wie ein Betrunkener auf den Thron der Mutter zu. Kaste und Sorgen. manchmal bewegungslos wie ein Stein und manchmal der Ohnmacht nahe. sang. manchmal erregt. ihr Gesicht und schließlich ihre ganze Gestalt. berührte damit seinen Kopf. wie folgt. In ihre Anbetung legte er seine ganze Seele. ihre Brust. die er oft mit „Mutter“ ansprach. Nördlich des Tempels lag ein dichter Dschungel. Er nahm eine Blume. muss man alle diese Vorstellungen beiseite lassen. aus Angst vor Geistern. in der er als Priester keinen Dienst im Tempel hatte. Stolz. Dort verbrachte er die ganze Nacht in Meditation und kehrte erst morgens in sein Zimmer zurück. Die Zeit. durch seinen Überschwank der Gefühle. (aus: Ramakrishna – Das Vermächtnis) Damit soll nicht gesagt sein. in dem Ramakrishna stets betete.“ Dann geriet Ramakrishna in Trance und sah Schwärme von Glühwürmchen vor seinen Augen dahintreiben oder ein Meer von flimmernden Wellen. Scham. Er spürte ihren Atem und hörte ihre Stimme. dann ihre Hüfte. zuerst ihre Füße. Während der Meditation pflegte er seine Kleidung und seine Brahmanenschnur abzulegen. Aber dieses Gefühl der 154 . Einst als Verbrennungsplatz für die Verbrennung der Toten benutzt. Bei der Andacht im Tempel war er. dass es unbedingt wichtig ist. der sein Leben der Göttin Kali weihte. streichelte liebevoll ihre Wangen und redete. Visionen zu haben. Wenn man aber die Mutter anruft. Diese mystische Verzückung äußerte sich bei Ramakrishna.ähnlichen Erfahrungen. wie geschmolzenes (hellglühendes) Silber. von Unterholz und Dornbüschen durchsetzt. Die Andacht im Tempel. steigerte in ihm das Verlangen nach einer Vision mit der Mutter des Universums. wurde er selbst während des Tages von den Menschen. seinen Körper und die Füße und brachte sie dann der Göttin dar. verbrachte er in Meditation. Dann sah er aus dem Meer die Mutter emporsteigen.

Dieser Meinung bin ich übrigens auch. Wen das Leiden nicht erschüttert und die Freude nicht überwältigt. als der Einfluss körpereigener Drogen. diese Gottberauschheit. Er schwieg etwa 50 Jahre und verständigte sich mit Zetteln. eigentlich nichts anderes ist.Gottberauschheit kann wohl wirklich nur als ekstatisch. Ramana Maharshi gehörte zur Gruppe der schweigsamen Yogis. bei dem beständig Leidenschaft.54 – 2.56) Es scheint gar nicht so einfach zu sein. auf denen er anderen Leuten seine Meinung mitteilte. ruht. dann hat er Erlösung gefunden. Ein wichtiges Merkmal. ist 155 . woran man einen Erlösten erkennt. und versucht durch sein Schweigen etwas zu vermitteln. der die Erlösung erlangt hat? Wie und vorüber spricht er? Wie sitzt und wie geht er?“ Darauf antwortete Krishna: „Wenn ein Mensch alle Sinnesbegierden aufgibt und wenn sein Geist allein im Selbst. Wieder andere ziehen sich vielleicht vollkommen zurück und die Welt wird nie etwas von ihnen zu hören bekommen. ist eine erhabene Würde. Zu diesen Menschen gehörte Buddha. dass sie jegliches sinnliche Verlangen abgelegt haben und über eine hellwache Intelligenz verfügen. Angst und Zorn gewichen sind. eine freundliche und sympathische Ausstrahlung. Was sie alle gemeinsam auszeichnet. nach der man sich so lange sehnte und die man nun verwirklicht hat. als eine Trance. Nun mag man der Überzeugung sein. in welcher Ungezwungenheit Ramakrishna sich gegenüber der Göttin Kali verhielt.“ (2. in Krishna. seinem Weg zu folgen. Der eine ist eher extrovertiert und hat das Bedürfnis. ein liebevolles Wesen. Sie zeichnen sich weiter dadurch aus. Aber ist es nicht letzten Endes egal. Ich finde es auch herrlich. 2. eine vollkommen angstfreie Persönlichkeit. wie man dieser überfließenden Seligkeit Ausdruck verleiht? Sie ist doch nichts anderes als eine Danksagung für die Seligkeit.16 Die Merkmale des vollkommen Erlösten Inhaltsverzeichnis Arjuna fragt Krishna: „Welche Merkmale weist jemand auf. dass diese mystische Ekstase. beschrieben werden. der über 45 Jahre seine Lehre verbreitete. einen Erlösten zu charakterisieren. anderen von seinen Erfahrungen zu berichten. zumal jeder Erlöste einen individuelle Charakter besitzt. sie anzuleiten. Der introvertierte Erlöste zieht sich vielleicht lieber zurück. der wird ein Erlöster genannt. die für keinerlei emotionale Verletzung zugänglich ist. schweigt.

mit der der Erlöste dahin schreitet. da sie gleich nach ihrer Interaktion mit dem Rezeptor abgebaut werden. bis er dieses qualvolle Tal aus Schmerz. ist sein Gang sehr würdevoll. sein Optimismus und sein eiserner Wille. geschieht aus einer meditativen Grundhaltung heraus. mit welcher Lebensfreude. Da der Erlöste vollkommen ohne körperliche Verspannungen ist. mit welcher natürlichen Schönheit und Eleganz sie laufen. Dies dürfte allerdings nicht immer einfach sein. Seligkeit ist sein wahres Wesen. mit welchem Anmut und mit welcher Grazie sie sich bewegen. Alle diese Eigenschaften hat er hinter sich gelassen. Sein Gang wirkt natürlich und grazil und ist von einer gewissen Eleganz. hüpfen und sich durch die Natur bewegen. Was er auch tut. Körpereigene Endorphine dagegen machen grundsätzlich nicht süchtig. Die Stimme ist das Spiegelbild der Seele. Werden Endorphine (Endorphin = „endogenes Morphin“. da er vielfach auf eine Mauer aus Unwissenheit und Unverständnis stößt. sich mit seiner inneren Zerrissenheit auseinander zu setzen. (siehe: Körpereigene Drogen [159]). vom Körper selbst produziertes Opioid) als exogene Drogen (von außen) einem Menschen zugeführt.die Art und Weise. Er atmet langsam und sehr tief. dann entspricht das in etwa derselben Natürlichkeit. Er hat sie abgelegt. Dieselbe Leichtfüssigkeit. springen. Er hat alle diese Eigenschaften solange qualvoll durchlebt. tut er mit großer Freude. Er spiegelt einfach nur seine ungezwungene Natürlichkeit wieder. Zorn. so ist das Risiko einer Sucht offenbar genauso groß wie bei Morphium. Zorn und Trauer durchschritten hat. Mit anderen Worten. Hass. Seine Stimme wird einen Klang besitzen. Schaut man besonders jungen Tieren zu. Überhaupt ist sein ganzes Leben meditativ. Wut. Eleganz und Grazie ist vielfach im Tierreich anzutreffen. Der Erlöste bezieht seine Kraft und seine Energie aus der Atmung und aus der Meditation. Alles was er tut. Diese 156 . Da sein Leben von Spiritualität geprägt ist. unterhält er sich natürlich besonders gerne über spirituelle Themen. eine der Kennzeichen eines Erlösten ist sein grenzenloser Mut. Wenn er meditiert. wie er spricht. dass er keinerlei Angst. Ein weiteres Kennzeichen eines Erlösten ist. gleitet er in tranceähnliche Zustände. ohne dass irgendeine Absicht dahinter steht. Erlösung beruht unter anderen auf der Ausschüttung körpereigener Drogen. Wut oder Trauer kennt. der sofort fasziniert.

was der Mensch in seinem Leben erfahren kann. hat er keinerlei erotische Bedüfnisse. Dafür bedarf es keiner Anstrengungen. die der Erlöste erfährt. immerhin handelt es sich u. der ist fest in der Weisheit verankert. dass man das Gefühl hat. in der das Feuer der Sexualität hell aufleuchtet.“ (2. der ist mit Weisheit gesegnet. in die Tristesse. die in ihm herrschen. fördern die Intelligenz und sorgen für die Verzückung. dass die Sexualität das Schönste sei. Sie sind im Körper eines jeden Menschen vorhanden. Doch der Geschmack der Sinnlichkeit bleibt. Sie euphorisieren. Die Sinnlichkeit weicht von dem. Die meisten Menschen glauben.59) Der natürliche Zustand des Erlösten besteht aus Seligkeit. Im Erlösten aber brennt ein spirituelles Feuerwerk. seine Sinne von den Sinnesobjekten zurückzuziehen. sondern dieses entspricht der natürlichen Funktion des Körpers. Lichterscheinungen oder Heilige lebend vor sich zu sehen. welches ihm permanente Seligkeit beschert. Und sie haben keinerlei negative Nebenwirkungen. die innere Ruhe. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer weder von Freude noch Hass überwältigt wird. die von Erlösten Menschen bekannt ist. sind leistungssteigernd. Und dann fällt man wieder in die Dunkelheit der Sehnsucht vom Glücklichsein. das Gefühl von Glück und Frieden. Diese körpereigenen Drogen können sogar so stark sein. aber es sind eigentlich immer nur einige wenige Sekunden. Man darf diesen Zustand aber nicht mit dem Zustand eines Drogenabhängigen 157 . wenn ihm Gutes oder Unangenehmes geschieht. Aber das ist nicht richtig.Drogen sind also vollkommen natürlich. um körpereigene Morphine. Die Seligkeit. Er befindet sich stets in einem euphorisierten Zustand. sind viel schöner als das kurzfristige Gefühl eines Orgasmus' und diese Seligkeit erlebt er permanent. Die Sexualität kann zwar sehr schön sein. Auf der spirituellen Leiter (siebenstufiges Chakramodell) ist die Sexualität ziemlich weit unten angesiedelt. zurück.57 – 2. ist nichts anderes als sublimierte (umgewandelte) sexuelle Energie. bis der Höchste fest im Bewusstsein gefestigt ist. mit ihnen zu reden usw.a. Da der Erlöste sich von jeglicher Sinnlichkeit gelöst hat. der durch körpereigene Drogen für diesen Zustand sorgt. Die Zufriedenheit. der sich ihrer enthält. Wer imstande ist.

da sehr viel Hass in ihm aufsteigt. welches noch vollkommen mit seiner Welt in Einklang ist. Hass. Dieselbe Ausstrahlung besitzen Tiere. dass er sehr behutsam sein muss. Wenn in der Bhagavad Gita gesagt wird. Er hat sie meistens in einem jahrelangen Leidensprozess durchlitten. Ich habe das Gefühl. Gott würde diese Arbeit für sie leisten. Aber solange sie nicht bereit sind. Dies ist in der Regel ein sehr schmerzhafter Prozess. Dieselbe Seligkeit. Erwachsener oder Kind. Mann oder Frau. Es gibt niemanden. die der Erlöste besitzt. Ein weiteres Kennzeichen eines Erleuchteten ist. denn sonst kann es sein. Nur sie können eine Resonanz hervorrufen. Man muss sehr behutsam sein. der Erlöste solle sich nicht von Freude oder Hass überwältigen lassen. Wut oder andere negative Emotionen empfänglich. dass er eine allumfassende Liebe besitzt. Es ist aber auch ein sehr gefährlicher Prozess. Jeden auf seine Art. eine natürliche und gesunde Lebensweise zu praktizieren. Sünder oder Heiliger. solange sie nicht bereit sind. ist auch bei kleinen Kindern und Tieren anzutreffen. der eine liebevolle Erziehung hatte. um diese Seligkeit nicht wieder zu verlieren. dass viele Menschen nicht den Mut haben. die angesprochen werden. selbst wenn wir Fremde sind. Er hat sich für alle emotionalen Verletzungen. Aber der Erlöste haftet nicht an dieser Seligkeit. die nicht kuriert sind. mit welcher Freude ein Hund. so gilt das für die Einflüsse. er liebt sie alle. Oftmals sind es unbewusste Empfindungen. eher einem kleinen Kind. irgendwelche emotionalen Verletzungen. Man denke nur einmal daran. ob Mensch oder Tier. ihr Leben zu verändern. Der Erlöste hat sich über dieses Stadium erhoben. aber er weiß sehr genau. geöffnet. Egal. dass er diese Seligkeit eines Tages wieder verliert. wird 158 . sich dieser emotionalen Auseinandersetzung zu stellen. emotional gesehen. Der Erlöste gleicht. Schaut man sich kleine Kinder an. Er sollte es zumindest bedenken. die von außen auf ihn eindringen. uns begrüßt.verwechseln. Ist jemand für Trauer. so ist die Ursache für diese Empfänglichkeit irgendwo in der Psyche des betreffenden Menschen zu finden. Er genießt sie. Viele flüchten sich in religiöse Vorstellungen und hoffen. in dem sehr viel Trauerarbeit geleistet werden muss. dann lachen sie einem mit strahlenden Augen an. wenn sie in einem harmonischen Umfeld aufwachsen sind. den er nicht lieben würde. um nicht von diesem Hass überwältigt zu werden. die er in seinem Leben erfahren hat.

dass sie selbst aber sehr bald erkennen würden. Unentwegt denkt der Mensch an sie und malt sich in seinen kühnsten Träumen all die Phantasien aus. Um es zu verstehen. Dabei unterscheidet man zwischen Laien und Mönchen. Sexualität und Spiritualität [180]. Es wird gesagt. Sie werden durch ihre Einstellung nur zu religiösen Fanatikern. man spricht auch von der Kundalini. Ich möchte zu bedenken geben. (siehe: Was ist Erleuchtung? [184]) Die allmähliche Ablösung von der sexuellen Verhaftung und die Heilung 159 . 4. Nach und nach wird das Basischakra. den verweise ich auf folgende Texte: 1. Die Sinnlichkeit. Da die sexuelle Energie. das Kehlkopfchakra und das Stirnchakra geheilt. dass der Mensch sich von der erotischen Energie verleiten lässt. die sexuelle Energie zu sublimieren. Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte. die ihn zur höchsten spirituellen Ebene führen könnte. Der Prüfstein für einen Yogi besteht darin. seine Sinne zu beherrschen. bis die Kundalini am Ende zum Scheitelchakra aufsteigt. dass auch ernsthafte tantrische Traditionen die Enthaltsamkeit praktizieren (Dalai Lama). das Sexualchakra. Meditation. der Solarplexus (ich nenne es gerne das Nabelzentrum). das Herzchakra. Die Praxis des Brahmacharya [181]. ist die Erotik. Sexualität und Yoga [183] Die Enthaltsamkeit führt zu einer tiefen sexuellen Zufriedenheit. dass Laien zwar auch bestimmte Stufen der Erleuchtung erreichen können. dass sexuelle Aktivität unausweichlich Probleme für den spirituellen Fortschritt mit sich bringen. Hinter einer oberflächlichen Maske aus Freundlichkeit und Religiosität verbergen sich dann oftmals die tiefsten emotionalen Abgründe. Nun kann die bewahrte sexuelle Energie für Heilzwecke genutzt werden. Das führt immer und immer wieder dazu. die er gerne erleben würde. Dadurch aber beraubt er sich der Energie. solltet ihr euch die obigen Texte durchlesen. Spirituelle Energie ist nämlich nichts anderes als sublimierte sexuelle Energie. Sie werden weiter leiden. steigt sie weiter im siebenstufigen Chakrasystem aufwärts. dann nicht mehr vergeudet wird. Besonders der dritte Text geht sehr ausführlich auf diesen Punkt ein. die die Menschen vielleicht am stärksten bedrängt. Sexualität und Erleuchtung [182]. Dieser Punkt wird von vielen Menschen nicht verstanden. 3.sich in ihrem Leben nichts verändern. 2. Nur durch Enthaltsamkeit ist es möglich.

Die spirituellen Veränderungen führen dahin. Fällt man immer wieder in alte Fehler zurück. sie zu beherrschen. Außerdem schaut man in jungen Jahren meist noch sehr optimistisch in die Zukunft und hat noch nicht so viele negative Erfahrungen in seinem Leben machen müssen. Die Sexualhormone. wenn die Eltern nicht gerade ein ungesundes Leben führten. Man erfährt eine Seligkeit. Wenn der Heilungsprozess auch auf physiologischer Ebene abläuft. der bleibt vor sinnlicher Versuchung verschont. Mit jungen Jahren scheint der Weg einfacher zu beschreiten zu sein. Dieser Prozess kann sehr langsam aber auch relativ schnell ablaufen. so kann das den Weg deutlich verlängern. das Mitgefühl und die Intelligenz nehmen zu. wie z. Dann ist man meist noch motivierter. dass sie selbst dem Einsichtigen. dass man irgendwann alle Ängste und alle psychosomatischen Krankheiten überwunden hat. Aus sinnlicher Verhaftung entsteht Begierde. Es hängt im wesentlichen davon ab. Krishna spricht zu Arjuna: „Die Sinne sind so stark und ungestüm. wie ernsthaft man seinen spirituellen Weg beschreitet. der Unterscheidungsvermögen besitzt. sein Leben verändern zu wollen. Man erfährt ein Wachstum in alle Richtungen. die Intuition. Dabei empfindet man in jedem Chakra sehr deutliche Anzeichen der Heilung. wurde diese Natürlichkeit in uns zerstört. Wenn man an sinnliche Dinge denkt. und bemüht. Es liegt wohl daran. wie sie beschaffen sein könnte.60 – 160 . scheinen dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Dabei ist dieser Zustand eigentlich unser natürlicher Zustand. den Verstand rauben können. der uns bei der Geburt in die Wiege gelegt wurde. Aber durch unsere neurotische Lebensweise und durch die negativen Einflüsse der Gesellschaft. Wer aber seine Sinne zügelt und sein Bewusstsein fest auf mich richtet.“ (2. Die Testosteronproduktion lässt im Alter allmählich nach. Wir sollten uns als Menschen bescheiden vor dieser Weisheit verneigen. Sowohl die Kreativität. die unbeschreiblich sind. Dies ist ein Zustand von überwältigender Erfahrung.gehen parallel einher. ohne allerdings die geringste Vorstellung davon zu haben. entsteht leicht eine sinnliche Verhaftung. einen inneren Frieden und eine Freiheit. das Testosteron. Und aus der Begierde entspringt der Zorn. so könnte hinter allem eine höhere Intelligenz stehen. dass die Körpersäfte noch sehr frisch und lebendig sind.B.

so klingt das sinnliche Begehren vollständig ab. die sich bemühen. mittels Askese. Er befand sich in tiefer Meditation. der von Krishna ablenkt. als Parvati. mit ihr Sinnesfreuden zu genießen. Es ist sehr schwierig. Selbst Shiva war dem Einfluss der Sinnesobjekte unterlegen. Die einzige Möglichkeit sich ihr zu entziehen. hat die Kraft. sie konsequent zu ignorieren. da er durch den spirituellen Genuss eine höhere Genugtuung erfährt. die Göttin der Schönheit. Dieses Verhalten kann sich z. So sind in den letzten 40 Jahren etwa 100. Meditation und Yogaübungen. Ist die sexuelle Energie vollständig sublimiert. die sich bemühten. der erotische Wünsche und Phantasien entstehen lässt. ignoriert. Nur wer stark genug ist. suchen sie sie in der materiellen Welt. Es kann zwar sein. Als Ergebnis wurde Karttikeya geboren. die Sinne zu meistern. Wenn sie diese Befriedigung nicht auf spiritueller Ebene finden. Der Anreiz aber. die sich dem Zölibat verpflichtet hatten. Die Sinne sind ständig auf der Suche nach Befriedigung.000 katholische Priester. der durch die 161 .B. der Versuchung zu widerstehen. Tritt die Versuchung an einen heran. Solange man diese aber nicht erlangt hat. dass man die sexuelle Energie noch nicht vollkommen sublimiert hat. Dafür wird er eines Tages mit der Erlösung belohnt. besteht darin. Dann bleibt immer noch ein Rest an sexueller Energie. sondern es bedarf einiger Übung. darin zeigen. Ein aufrichtiger Geweihter vermeidet jeden materiellen Sinnengenuss. der aus dem eigenen Inneren kommt. so ist dieses ein Zeichen dafür. aber dieser Versuchung ist relativ leicht zu wiederstehen. um sinnliche Begierden zu wecken. wurden zu sexuellem Genuss verleitet. weil sie der Versuchung nicht widerstehen konnten. dieses erfolgreich zu praktizieren. ihn reizte. aus der katholischen Kirche ausgetreten.2. Mönche und Yogis. Die Versuchung tritt immer wieder an einen heran. Aber trotz größter Anstrengung gelingt es vielen nicht.62) Es gibt viele Priester. wie stark die sinnliche Versuchung sein kann. dass es durch äußere Anreize manchmal geweckt wird. dem Sinnesgenuss zu entziehen. Selbst große Weise und Yogis. die Sinne zu beherrschen. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Dieses wird einem sicherlich nicht sofort gelingen. sollte man jedem Sinnesgenuss widerstehen und Krishna um die nötige Kraft und Ausdauer bitten. dass man seine ganze Aufmerksamkeit auf Krishna richtet und jeden anderen Gedanken. Dieses soll symbolisieren.

in der man nicht die Kraft besitzt. Fallen und Versuchungen werden ihn die ganze Zeit begleiten. diesen Weg bis zum Ende zu gehen. dass man seinen Leidenschaften freien Lauf lässt. es beim nächsten Mal besser zu machen. So verstrickt man sich immer stärker in die materielle Welt. ohne die Konsequenzen zu bedenken. Wer aber seine Sinne beherrscht. Dies ist ein Prozess. dessen Bewusstsein auf Krishna gerichtet ist. Man sollte nicht daran scheitern. kann die Barmherzigkeit des Herrn erlangen und so von allen Leidenschaften und Abneigungen frei werden. Aus Täuschung folgt der Verlust der Erinnerung. Dieses unüberlegte Handeln führt oft dazu. Seligkeit. über das eigene Verhalten. der Versuchung zu widerstehen. Jemand. Mit dem Segen Krishnas aber wird es ihm gelingen. der sich über viele Monate oder gar Jahre hinziehen kann. wird die Kraft haben. dann sollte man konsequent der materiellen Welt entsagen.“ (2. Dafür wird er fürstlich belohnt. Will man sich vom Leid befreien. Dadurch aber bleibt man im Leid gefangen. Immer wieder wird die Versuchung an einen herantreten und immer wieder muss man sich auf's neue beweisen. hat sich aufgelöst.63 – 2. Krishna sprach zu Arjuna: „Aus Zorn entsteht Täuschung. Da ist kein Platz mehr für Sinnlichkeit. das Ziel zu erreichen. Ist jemand fest im göttlichen Bewusstsein verankert. die unüberlegt ist. Aber der Weg dorthin ist äußerst mühsam und beschwerlich. dann weiß er. Aber diese Erfahrungen gehören zum Wachstumsprozess dazu. der ruht in heiterer Gelassenheit. Für ihn existieren die Leiden des materiellen Daseins nicht mehr. sondern daran wachsen. Es wird immer wieder Momente geben.erotischen Wünsche und Phantasien in uns aufsteigt. so geschieht dies oft aus einer momentanen Empfindung heraus. dann fällt man in den materiellen Sumpf. Im Innern hat sich etwas viel Schöneres entwickelt. Aus diesen negativen Erfahrungen schöpft man vielleicht die Kraft. dann geht auch die Einsicht verloren. Für ihn öffnen sich die Tore zum Paradies. Geht die Erinnerung verloren. Wenn die Einsicht verloren ist. nämlich Ruhe. dass alle seine 162 . Nur wer einen eisernen Willen besitzt. Frieden.65) Handelt jemand aus emotionalen Beweggründen. Hinterher bedauert man dieses Verhalten womöglich. Dann folgt auf dem materiellen Genuss eine tiefe Unzufriedenheit und Enttäuschung über die eigene Schwäche.

Schau dir die Menschen an. in die teuersten Restaurants. dir Kraft und Mut zu geben und trage du das deinige zum Gelingen bei. vollkommen mit dem Göttlichen vereint zu sein. dann wirst du niederknien. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du. die solch ein Luxusleben führen. Ohne Meditation findest du keinen Frieden. dass alle Mühen dieses Wert waren. das vom Sturm mitgerissen wird. eine schöne Villa. Er wird Glück und Zufriedenheit finden und er weiß. dein wahres Selbst zu finden. die sinnliche Verhaftung abzulegen. Achtung vor den kosmischen Gesetzen finden. wenn du Agnostiker oder Atheist bist.Konzentration sich auf Gott (Krishna) richten sollte. nicht im Luxus. dass sie keineswegs glücklich sind. Aber selbst. wirst du keinen Frieden finden. einen teuren Sportwagen und die auch sonst in der Lage sind. inneren Frieden zu finden. Und ohne Frieden gibt es kein Glück. Brahmacharya und ein tugendhaftes Leben werden dir helfen. die sehr viel Geld auf ihrem Konto haben. kann der Verstand des Menschen von den Sinnen davon getragen werden. dann erkennt man. Solange du aber den Sinnesobjekten nachjagst. die die Liebe der hübschesten Frauen genießen. jeden Luxus zu genießen. dich auf deinem spirituellen Weg zu begleiten. Dann fällt es ihm leichter. Krishna sprach zu Arjuna: „In andächtiger Hinwendung zu Gott findest du Erkenntnis und Meditation. jeden Luxus zu genießen. Das Glück findet man nicht in den Sinnesobjekten. und Gott für diese Glückseligkeit danken. Tägliche Meditation. 163 . wie jeder andere auch. In der Konzentration auf das göttliche Bewusstsein. Irgendwann hat er alles Leid überwunden und hat das Gefühl. Bitte ihn. Hat sich das kosmische Entzücken deiner bemächtigt. Menschen. wenn du nicht religiös bist. aber glücklich macht es nicht.68) Wende dich vertauensvoll an den Herrn und bitte ihn.66 – 2. werden dir diese Praktiken helfen. um so mehr du zu dir selber findest. vielleicht mit Tränen in den Augen. sind genau so auf der Suche nach dem Glück. Darum halte deine Sinne von allen Sinnesobjekten fern. die zu den angesagtesten Partys gehen. die in der Lage sind. Sind diese Menschen wirklich glücklich? Schaut man einmal hinter die Kulissen.“ (2. wird er sich allmählich von den Leiden des materiellen Daseins befreien. solch ein Leben zu führen. Wie ein Boot auf dem Wasser. Es mag eine Zeit lang ganz interessant und abenteuerlich sein.

Er erkennt. dann ist Nacht für den Weisen. Krishna sprach zu Arjuna: „Wenn Nacht für alle Wesen ist. wer diese Begierden stillt. der der Sinnesbefriedigung entsagt. der erlangt den inneren Frieden. muss er doch immer wieder erkennen.69 . Dann entstehen neue Wünsche. nicht von der Flut der Wünsche überschwemmt wird. sondern nur ganz tief in sich selbst. Wer am Ende darin verharrt. um den rechten Weg zu finden. Der eine Mensch ist der. Darum lass dich nicht von den Sinnesobjekten mitreißen. dann ist die Zeit des Erwachens für den Selbstbeherrschten. der findet Ruhe und Frieden. wenn sich deine Träume erfüllen. 164 . in materiellen Sinnesobjekten. Wer alle Wünsche nach Sinnesbefriedigung aufgibt. Der nach innen gekehrte Weise. So sehr er sie auch bemüht. vergeblich sind. Erst die Ablösung von materieller Verhaftung wird dir Freiheit und Zufriedenheit schenken. Der andere Mensch hat sich von der Sinnesbefriedigung abgewandt und ist bemüht. Das ist der göttliche Zustand. Wenn alles wacht. nach Zufriedenheit suchen. Sie wollen von Selbstverwirklichung nichts wissen und meinen zudem häufig sogar noch. der die Wahrheit schaut. Nicht aber. sie wachzurütteln. Selbsterkenntnis zu kultivieren. Du glaubst. Aber die Verhaftung an materielle Sinnesobjekte wird dir keine Zufriedenheit bescheren. dass alle seine Versuche. Wer wie das Meer. Er ist erwacht.“ (2. Der Weise empfindet große Freude. das sich anfüllt. in welcher Unwissenheit sich die nach Sinneslust strebenden Menschen befinden. Nutze also deine Intelligenz. Solange du die Ursache deiner Wünsche nicht erkennst.72) Hier wird zwischen zwei menschlichen Charakteren unterschieden.nicht in materiellen Werten. Solange wirst du in äußeren Dingen. geht in die Seligkeit Gottes ein. dessen ganzes Streben der Sinnesbefriedigung gilt. Sie wird dich nur weiter in materieller Gefangenschaft halten. ihr Streben nach Sinnesbefriedigung sei von Selbstverwirklichung getragen. es würde dich glücklich machen. Aber sie werden dich nur kurz zufrieden stellen. in das die Flüsse strömen. Wenn man ihn erreicht. solange besteht keine Chanche. aber stets ruhig bleibt. ist man nicht mehr verwirrt. strebt nach Selbstbeherrschung. dass du jemals wirklich glücklich sein wirst. wer frei von Eigennutz und Selbstsucht ist. aber er kann seine Mitmenschen nicht aus ihrem Tiefschlaf wecken.2.

um neue Spermien zu produzieren. daß ein neues Leben gezeugt werden soll. die der Körper für das Produzieren neuer Samenzellen aufbringen muss. Jedesmal. Die Befreiung vom materiellen Leben kann als ein Genesungsprozess betrachtet werden. so bleibt doch insgesamt eine große Unzufriedenheit. Die Samenflüssigkeit enthält zudem Dopamin. Es wurde bereits gesagt. noch die zusammen mit den Spermien ausgeschiedenen übrigen Drüsensekrete ersetzen (Samenleiterampulle. Die Onanie aber greift in die Physiologie des Menschen ein. die der Körper unbedingt braucht. die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene. die kühnsten Träume. verschläft er seine Selbstverwirklichung. Wenn er auch hin und wieder glückliche Momente erlebt. Kalzium. Phantasien und Wünschen getrieben werden. Der Körper braucht im Durchschnitt 72 Tage. Citrationen (Zitronensäure) und Phosphationen verloren. Antidepressiva und ß-Endorphin. die insgesamt nur etwa 5 Prozent des Ejakulats ausmachen. Eines Tages wird er sich von seinen Sinnesfreuden gelöst haben und tiefes inneres Glück erfahren. sich aus den Fesseln des materiellen Lebens zu befreien. Die Energie. geht für das Wohlbefinden. Zink und Magnesium. die Vitalität und die Lebensfreude verloren. findet er nirgendwo dauerhaftes Glück. Pheromone (Geruchsstoffe). Er wird niemals Ruhe und Frieden finden. Durch die Orientierung auf die Sinneslust. nimmt der Körper an. Tyrosin. Dagegen träumt der Mensch. Noradrenalin. Kalium. der den Sinnesfreuden nachgeht. Sie ist mit einem enormen Energieverlust verbunden. schlapp und ausgelaugt. ist unberührt von Glück und Leid. Der nach innen gekehrte Mensch dagegen. wird sein ganzes Leben von Unruhe. Bei jedem Orgasmus gehen nicht nur Natrium. soll einmal am Beispiel der sexuellen Verhaftung erklärt werden. dass etwa 87 % aller Jungen bereits vor der Pubertät sexuelle Aktivitäten entfalten. die sein ganzes Leben bestimmt. wenn der Mann ejakuliert (einen Samenerguß hat). 165 . Außerdem muss er neben den Spermien. der nach Sinnesfreuden strebt.durch die allmählichen Fortschritte seiner spirituellen Arbeit. Erlösung oder Nirvana bedeutet. Dadurch fühlt sich der Mann in den Tagen nach einem Orgasmus müde. Derjenige aber. Samenbläschen. Sämtliche Organe und Drüsen opfern dafür ihre besten Energien. Sie finden an der Selbstbefriedigung gefallen. um sich wohl zu fühlen. Da am Ende fast alle seine Träume wie eine Seifenblase zerplatzen. Wie das gemeint ist.

wie der Drogensüchtige sich nur von der Drogensucht befreien kann. den wir durch unser Suchtverhalten zerstört haben Er ist so ekstatisch. Wird der Samen permanent vergeudet. Schliesslich hat man diese Abhängigkeit über Jahre oder Jahrzehnte praktiziert. wenn man sich von allen materiellen (sinnlichen) Verhaftungen befreit. dass man das Gefühl hat. Welche erschreckenden Formen dieses in unserer Gesellschaft mittlerweile angenommen hat. Der Körper verlangt nach immer neuen sexuellen Höhepunkten. Erleuchtung oder Nirvana (Nibbana) bezeichnet wird. auf Wolken zu schweben. wie sexuell verwahrlost bereits manche Kinder sind. denn die sexuelle Abhängigkeit ist sehr stark. denn niemand kann eine konkrete Aussage über Gott machen. sich vom Leid zu befreien. kann man in dem Online-Artikel „Voll Porno“ [185] nachlesen. Sie ist eigentlich genau so stark wie die Drogenabhängigkeit oder andere Süchte und genauso. Cowpersche Drüse). Man ist beständig auf der Jagd nach sexuellen Abenteuern. ein Zustand der als Erlösung.Prostata. sind es Neurotransmitter (physiologische Botenstoffe) die die Abhängigkeit bewirken. so sollte der sexuell abhängige vollkommen enthaltsam leben. die ein größeres Wohlbefinden erzeugen. ist ein Prozess. als jede Sexualität dieses könnte. Will man sich von der sexuellen Verhaftung befreien. Manche meinen gar. der sich in der Regel über viele Monate oder Jahre hinzieht. dann muss man einen sehr starken Charakter besitzen. Sowohl bei der Drogensucht als auch bei der sexuellen Verhaftung. Dieses Wohlbefinden ist unser natürlicher Zustand. Und dieses Phänomen greift immer mehr um sich. es sei ein göttlicher Zustand. Dann denkt man überhaupt nicht mehr an Sexualität und die sexuelle Energie wird in andere Kanäle geleitet. Dort kann man lesen. Soll jeder selber entscheiden. den man nur erreicht. Die Befreiung von der Verhaftung. Dieses ist ein langwieriger und schwieriger Weg. Aber irgendwann legt sich allmählich die sexuelle Verhaftung und eines Tages hat man sie vollkommen abgelegt. dann entwickelt die Sexualität einen Suchtcharakter. ob Gott in seinem Leben eine Rolle spielt. Das zweite Kapitel stellt gewissermaßen die Zusammenfassung der 166 . wenn er vollkommen auf die Droge verzichtet. Den meisten Menschen wird es aber in erster Linie darum gehen. Sexualität prägt das ganze Leben.

Da ich mich in den letzten zehn Jahren sehr intensiv mit Yoga beschäftigt habe. wie ich handeln soll. konnte Krishna die einzelnen Punkte nur kurz ansprechen. dass es zwei Wege gibt. noch kann man durch Entsagung allein Vollkommenheit erlangen. ohne zu handeln. Andere erlangen es durch vollkommene Hingabe zu Krishna (Karmayoga). Dabei widmet sich das dritte Kapitel dem Karmayoga. Aber auch von Jnanayoga. wurde kurz gesprochen. Kein Mensch kann auch nur einen Augenblick verharren. der Yoga des Handelns 3. wie man die endgültige Erlösung erlangt.01 – 3. Nicht durch Vermeidung aller Taten erlangt man Befreiung. Zunächst wurde ein Blick auf die Samkhya-Philosphie geworfen. war es mein Bestreben. dem Yoga des Handelns. Es war nicht Krishnas Absicht.02) Im vorigen Kapitel wurden verschiedene Wege zur Beherrschung der Sinne aufgezeigt. an dieser furchtbaren Schlacht teilzunehmen. die Upanishaden und die Vedanta-Philosophie betrachtet. In den nachfolgenden Kapiteln wird noch ausführlicher auf Karma-Yoga. der Hingabe zu Gott und von Karmayoga. Arjuna zu verwirren. Einige erlangen es durch intellektuelle Erkenntnis (Jnanayoga) und vertiefen sich in philosophische Schriften. Diese einzelnen Punkte sollen in den nachfolgen Kapiteln ausführlich besprochen werden. 3 Drittel Kapitel: Karma Yoga.“ (3. dass der Pfad der Erkenntnis besser ist als der Pfad der Handlung? Meine Intelligenz ist durch deine Unterweisung verwirrt.Bhagavad-Gita dar. Die 167 . Krishna sprach zu Arjuna: „Ich habe bereits erklärt. das höchste Selbst zu erkennen. die Bhagavad Gita besonders aus der Sicht des Yoga darzustellen. Aber in Anbetracht der begrenzten Zeit. dem Yoga zur Beherrschung der Sinne durch den Intellekt. dem Yoga des Handelns. wenn du meinst. von Bhaktiyoga. Teile mir bitte ohne Umschweife mit.1 Wie soll ich handeln? Inhaltsverzeichnis Arjuna sprach zu Krishna: „Warum drängst du mich. Anschließend wurden die Veden. Bhakti-Yoga und Jnana-Yoga eingegangen und erklärt.

in uns wohnende Natur drängt uns. Dieser Ansicht kann ich nicht zustimmen.29) Sowohl der Jnanayogi als auch der Karmayogi handeln im Krishna-Bewusstsein.24 – 5. so erlangt dadurch sicherlich niemand Erlösung. die Frage. ob es einen Gott gibt oder nicht. als sei Erlösung ein intellektueller Vorgang. Und selbst. Wenn wir auch heute noch weit davon entfernt sind. der Intellektuelle wählt den Yoga des Wissens (Jnanayoga) und kann durch Selbsterkenntnis sofort eins mit Krishna werden. Ich würde dagegen behaupten. Chr. irgendeine Aussage über Gott zu machen. ein Genesungsprozess. sondern ebenso ein physiologischer Vorgang. nicht intellektuell beantwortet werden kann. die Selbstverwirklichung erfahren haben.05) Jeder wählt den spirituellen Weg.03 – 3. Ich bin mit dieser Definition nicht ganz einverstanden. wissen. (5. manchen liegt vielleicht mehr der Yoga der Handlung (Karmayoga). der seiner Mentalität am besten entspricht. Deshalb finden solche Vorstellungen auch keinerlei Erwähnung in der Bhagavad Gita. Selbst wenn man intellektuell zu der Einsicht gelangt. so ist doch niemand in der Lage. Man sagt. Als die Bhagavad-Gita etwa zwischen 500 v. hatte man keinerlei Vorstellungen von den physiologischen Veränderungen. vermittelt er doch ein wenig den Eindruck. Weiter bin ich der Meinung. dass sich Jnanayoga und Karmayoga unterscheiden. dass Gott der Schöpfer des Universums ist. dass nur Unwissende denken. wenn man die Erkenntnis gewinnt. Gott sei der Schöpfer des Universums. Chr. irgend etwas zu tun. denn sonst wären alle Gläubigen Heilige (Erlöste). Andere meinen. Neben dem Studium der heiligen Schriften. die sich durch eine spirituelle Praxis einstellen. so sollten wir sie in unserer Betrachtung allerdings nicht unerwähnt lassen. dass Erlösung kein ausschließlich intellektueller Vorgang ist. geschrieben wurde. Krishna sagt. dass sie nicht verschieden sind. Im fünften Kapitel sagt Krishna darum auch. Man hätte sie mit großer Sicherheit sogar als eine Gotteslästerung empfunden. bemüht der Jnanayogi sich ebenso wie der Karmayogi um die Lösung von allen sinnlichen 168 . und 200 v. dass die Frage nach den Ursprüngen des Universums. denn im Prinzip unterscheiden sich beide Pfade gar nicht so sehr voneinander. Sie haben viele Gemeinsamkeiten. Karmayoga sei ein langsamer Pfad als Jnanayoga.“ (3. diese physiologischen Vorgänge zu verstehen. Diejenigen.

Ihm geht es in seinem analytischen Studium darum. beide bemühen sich. Um die Seele von den materiellen Verhaftungen zu befreien. besonders sein Handeln im Sinne Krishnas auszuführen. die Seele sei immer aktiv. Für sie ist Krishna-Bewusstsein selbst der Läuterungsvorgang. Für den Karmayogi ist der Pfad des Krishna-Bewusstseins der bessere. Krishna-Bewusstsein zu entwickeln und alle seine Handlungen Krishna zu widmen. Beide Pfade führen zum selben Ergebnis. den philosophischen Hintergrund der Religion zu erfassen. Er betrachtet das Krishna-Bewusstsein als die höchste Stufe des Yoga. seine Handlungen im Sinne Krishnas auszuführen. Dies kann dadurch geschehen. da er nicht unbedingt davon abhängt. dass man die in den heiligen Schriften 169 . obwohl sie sich äußerlich ein wenig unterscheiden. die Sinne durch philosophische Studien zu läutern. beide meditieren. den Upanishaden. ein tugendhaftes Leben zu führen. können die Sinne nur durch die Kraft des hingebungsvollen Dienstes für Krishna gemeistert werden. die materielle und spirituelle Natur von Körper und Seele zu verstehen. ist es notwendig. Durch die direkte Methode des hingebungsvollen Dienstes ist er einfach und erhaben zugleich. Seiner Meinung nach. zu handeln. Der Karmayogi dagegen ist bemüht. Es gibt zwischen dem Jnanayogi und dem Karmayogi allenfalls den kleinen Underschied. Das Ziel beider Wege ist die Selbstverwirklichung. sie zu reinigen. Die endgültige Erlösung findet in der spirituellen Vereinigung mit Krishna statt. Aber selbstverständlich liest auch der Karmayogi in den heiligen Schriften und der Jnanayogi ist bemüht. Der Jnaniyogi beschäftigt sich mit den Veden. dem Vedanta und mit der Samkhya-Philosophie. Darum entwickelt auch der philosophisch orientierte Jnanayogi KrisnaBewusstsein und der Karmayogi bemüht sich. Damit sich die Seele nicht in der materiellen Natur verfängt. Dieses drängt den Menschen. dass der Jnanayogi etwas mehr Gewicht auf das Studium der heiligen Schriften legt und der Karmayogi sich vor allen Dingen darum bemüht. im Rahmen seiner Möglichkeiten. Der gläubige Hindu findet seine Selbstverwirklichung in Krishna. Es wird gesagt.(materiellen) Verhaftungen. sollte sie im Krishna-Bewusstsein tätig sein. Sowohl der Jnanayogi als auch der Karmayogi praktizieren Enthaltsamkeit. Man kann Jnanayoga und Karmayoga allerdings nicht als zwei getrennte Wege betrachten.

jemand hat sich entschlossen. welches man vielleicht über Jahrzehnte praktiziert hat. Um das höchste aller Ziele. Sonst ist man vor Abstürzen nicht sicher.07) Nehmen wir einmal an. Jedes Verhaftetsein in die Sinnesobjekte verhindert daher nicht nur unser spirituelles Wachstum. Schließlich verhalten sie sich nach einem Muster. wie schwer es ist. eine hohen Respekt. sondern kann zur ernsthaften Gefährdung unseres Vorhabens werden.vorgeschriebenen Rituale erfüllt. dann entsteht keine materielle Verhaftung mehr. sondern auch. wird man Erfolg haben. Obwohl man sich ernsthaft vorgenommen hat. Diese Abstürze gehören allerdings zum spirituellen Wachstum dazu. Brahmacharya heißt ja nicht nur. die Selbstverwirklichung. so schleichen sie sich doch immer wieder ein. Ich glaube. Zu Beginn der Enthaltsamkeit steht man solchen Versuchungen fast hilflos gegenüber. jeder weiß. selbst wenn man die in den heiligen Schriften zur Läuterung vorgeschriebenen Rituale nicht befolgt. aber in Gedanken der Sinnesobjekte gedenkt. so ist dieses bereits ein Läuterungsvorgang. Ein anderes Beispiel ist die Ernährung. Man sollte aus ihnen lernen. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer seine Sinne zähmt. Dieses fällt vielleicht im Ashram recht leicht. Nur wenn man die aufgestellten Regeln konsequent beachtet. enthaltsam zu leben. Lebt man im Krishna-Bewusstsein.B. sein Leben an den „20 wichtigsten spirituellen Regeln“ [70] zu orientieren. Hat man allerdings das KrishnaBewusstsein verinnerlicht. wie sie von Swami Sivananda vorgeschlagen wurden. Er könnte sich z. alle erotischen Gedanken zu verbannen.“ (3. vornehmen. Als Regel Nummer 8 ist dort die Enthaltsamkeit (Brahmacharya) angegeben. enthaltsam zu leben. Danach wird den ganzen Tag nichts mehr gegessen. sich von allen materiellen Verhaftungen zu lösen und Krishna-Bewusstsein zu entwickeln. der seine Sinne ohne anzuhaften beherrscht. alle Gedanken an die Sinneslust zu vertreiben. Das Ziel der spirituellen Praxis ist es. Dagegen verdient derjenige. das Leben eines Yogi zu praktizieren. dann lässt er sich so leicht nicht wieder abschütteln. ist Läuterung unbedingt erforderlich. betrügt sich selbst und ist ein Heuchler. In vielen Ashrams wird gegen 12 Uhr mittags die letzte Mahlzeit eingenommen. Da fällt einem der Umgang mit der Enthaltsamkeit natürlich nicht leicht.06 – 3. zu erlangen. Hat sich der Eros erst einmal unseres Geistes bemächtigt. weil man keinen 170 .

vom Geschlecht. von der Kaste und dem sozialen Status ab. manche Dinge. denn Handeln ist besser als Nichthandeln. Händler) 4. dann ist es gar nicht immer so einfach. deren Mönche am Tag zwei Rituale rezitieren.“ (3. seinen sozialen und spirituellen Pflichten nachzukommen. Vaishyas (Landwirt. Da ist zunächst einmal das Kastensystem (Varna).8 – 3. höherer Beamter) 3. fällt es weniger leicht. da fällt es einem recht leicht. Ohne Arbeit kann der Mensch nicht einmal seinen physischen Körper erhalten. Krieger. Brahmanas (Priester. Daher ist es ratsam. Es gibt Tage. vom Lebensstadium. Sie hängen vom Alter. Shudras (Knecht. Gelehrter) 2. zu fasten. Helmut Poller sagt in einem Text über den tibetischen Vajrayana (Tantra) [186] : „Mir sind (in Bhutan) Klöster bekannt. Kaufmann. So bleibst du frei von den Fesseln der materiellen Knechtschaft. An anderen Tagen dagegen. Die Durchführung der Opferrituale wird alle eure Wünsche erfüllen. seinen Neigungen und Begabungen. Dienstleistender) 171 . dem jeder seinen Fähigkeiten. Bringe Krishna deine Arbeit zum Opfer. seiner Veranlagung und Intelligenz entsprechend angehört. Das Varnashrama-Dharma regelt die sozialen und ethischen Pflichten und Verantwortungen der Hindus. Krishna dagegen spricht sich dafür aus. der Rest der Zeit wird mit Kartenspielen und Videoschauen verbracht. seinen Körper selber zu erhalten und ihm seine Arbeit zum Opfer darzubringen. Er segnete sie und sprach: Möget ihr durch diese Opfer glücklich werden.Zugang zu irgendwelchen Speisen hat.10) Krishna spricht sich dafür aus. denn sonst könntest du dich leicht in der materiellen Welt verfangen.2 Zeige deine Dankbarkeit Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Erfülle deine Pflichten. Immer wieder wird man einen verstohlenen Blick in den Kühlschrank werfen und nach Ausreden suchen. Prinz. Man unterscheidet vier Kasten: 1. Versucht man das gleiche dagegen zu Hause bei gefülltem Kühlschrank zu praktizieren. Am Anfang der Schöpfung sandte der Herr Generationen von Menschen und Göttern mit Opfern für Vishnu aus. um die eine oder andere Kleinigkeit zu naschen. wie Schokolade und Süßigkeiten. Ksatriyas (König. 3. gar nicht erst einzukaufen. der Versuchung zu widerstehen.

Vishnu seine Ehre zu erweisen. Grihastya. zu opfern. wenn die Kinder erwachsen und die häuslichen und beruflichen Probleme gelöst sind. zu kämpfen und in den Krieg zu ziehen. dass das Ashrama im wesentlichen eine altersmäßige Unterteilung in vier Lebensstadien ist. es ist egal. sein Leben Krishna. die Schriften zu studieren. ob man Vishnu Opferhandlungen darbringt oder ihm unmittelbar dient. ist gekommen. Schulzeit (10/14 bis 20/25 Jahre) 2. Brahmacharya. einem Beruf nachzugehen und sich um das materielle und emotionale Wohlbefinden der Familie zu kümmern. Deshalb sah Krishna es auch als Arjunas Aufgabe an. Nur durch hingebungsvolles Dienen für Krishna kann man in das göttliche 172 . sondern alle Tätigkeiten sollten Krishna geopfert werden.Die Kasten gliedern sich in Hunderte von Unterkasten auf. um das Leben eines Mönches zu führen.und Familienleben (20/25 bis 50/60) 3. führt in die sinnliche Abhängigkeit. Bereits im ersten Kapitel wurde darüber gesprochen. Dadurch würde er seine Familie in große Not stürzen. Jede Arbeit. seine Familie verlassen. erhebt den Menschen allmählich auf die Ebene der materiellen Befreiung. Die traditionelle Pflicht eines Ksatriyas ist es. Alle Opferhandlungen sind Vishnu geopfert. Die Pflicht der Brahmanen dagegen besteht darin. Die Zeit. Entsagung (70/75 Jahre bis zum Tod) Es gehört also zu den Aufgaben eines jeden Hindu. Vanaprastha. Berufs. zu lehren. sowie den Vollzug der Riten sicher zu stellen. Krishna-Bewusstsein bedeutet daher. Daher sollte nichts der Sinnesbefriedigung dienen. Vishnu. die teilweise heute noch Bestand haben. In den Veden steht. die Gesellschaft zu führen. Vorruhestand (50/60 bis 70/75 Jahre) 4. Er sollte nicht aus einer spirituellen Laune heraus. Die Pflicht eines Ehemannes (Grihasta) ist es. bzw. die dagegen der materiellen Zufriedenheit dient. Es gliedert sich wie folgt: 1. seine Pflicht gemäß dem Varnashrama zu erfüllen. Sannyas. seinen sozialen Pflichten als Krieger nachzukommen. Auch das Varnashrama hat das Ziel. Nach hinduistischer Vorstellung sind mit der Kastenzugehörigkeit bestimmte religiöse und soziale Pflichten verbunden. Ihr soll sich niemand entziehen. das Leben eines Mönches zu führen und sich in die Waldeinsamkeit zurückzuziehen. Die liebevolle Hingabe an Krishna.

Daher sind strenge Hathayoga-Praktiken schwierig. den Herrn durch das Chanten des Namen Gottes verehren. Er erschuf die materielle Welt für die Menschen. werden sie von ihren Sünden befreit. Das Chanten muss zur Gewohnheit werden und mit einem göttlichen Gefühl. Das bekannteste Mantra ist OM. weil sie sich vollkommen in die materielle Welt verstrickt und die Beziehung zu Krishna vergessen haben. Liebe und Hingabe ausgeführt werden. so werden auch sie euch erfreuen. ihm Opfer darzubringen. Allein das Chanten kann ewigen Frieden und Glückseligkeit bringen. ist ein Dieb. die mit genügend Intelligenz ausgestattet sind.“ Krishna spricht zu Arjuna: „Wenn ihr die Götter zufriedenstellt. Die Menschen haben den Kontakt zum Göttlichen verloren. um göttliche Eigenschaften zu entwickeln. zu Gott zurückzukehren. die sie zunächst den Göttern opferten. Durch diesen gegenseitigen Austausch könnt ihr das höchste Gut erlangen. was er braucht. Vishnu ist der Schöpfer des Universums. zur Einheit mit Gott. den überbewussten Zustand. Chanten dagegen ist ein leichter Weg zur Gottesverwirklichung. ohne sie den Göttern zu opfern. Krishna dafür seine Dankbarkeit zu erweisen. Aber diejenigen. die die Speisen nur für ihren eigenen Sinnesgenuss zubereiten. dass die Gläubigen. in das Königreich Gottes einzugehen. Vishnu. Das Chanten des Namen Gottes und KrishnaBewusstsein lassen sich sehr gut miteinander vereinbaren.Königreich eingehen. mit all ihrer Schönheit und der Beschützer der Menschen. Das Erreichen dieses Königreiches ist nur durch Krishna-Bewusstsein möglich. Dadurch entwickelt sich allmählich der spirituelle Fortschritt. die Nahrung essen. versorgen sie den Menschen mit allem. damit sie lernen. mit Reinheit. In der SrimadBhagavatam heißt es: „Im Zeitalter des Kali werden die Menschen. Sind die Götter durch Opfer zufrieden gestellt.11 – 173 . Im jetzigen Kali-Yuga (Eisernes Zeitalter) ist die körperliche Verfassung der überwiegenden Mehrheit der Menschen nicht gut. Das Chanten führt letztendlich zu Samadhi. Eine Form.“ (3. sie essen die Sünde. Dadurch. der Schöpfer des Universums. Für das jetzige Kalizeitalter wird von den vedischen Schriften besonders das Chanten des Namen Gottes empfohlen. der Natur. Man bezeichnet das Chanten auch als Mantrameditation oder Japa Yoga [71]. bietet den Menschen durch die Schöpfung die Möglichkeit. ist es. Unter Chanten versteht man die Wiederholung eines Mantras oder Namens Gottes. Wer jedoch diese Gaben genießt.

Sie akzeptierten sie und hatten keinerlei Probleme mit diesen Vorstellungen. Die roten Listen mit den aussterbenden Tier. Aber dieser Wohlstand ist keineswegs selbstverständlich. mit der die Menschen den Dingen des Lebens begegnen. In welche bedrohliche Situation wir uns mittlerweile durch unser rücksichtsloses Verhalten der Natur gegenüber gebracht haben. leben seit einigen Jahrzehnten in einem Wohlstand. die man schlicht um ihren Lohn betrog und er beruht teilweise auf der rückschtslosen Ausbeutung der Natur. Darum kann es durchaus nicht schaden. Viele betrachten diesen Wohlstand als vollkommen normal. Die Menschen in der westlichen Welt. der in einer christlichen Kultur aufgewachsen ist. Für diese Menschen war diese Vorstellung vollkommen normal. dass man selbst in wirtschaftlich schlechteren Zeiten nicht darauf verzichten möchte. die wir tagtäglich als so selbstverständlich betrachten. an denen Not und Elend herrschen. dass die Erde von vielen Göttern beherrscht wird. Wie rücksichtslos heute noch überall auf der Welt mit der Natur umgegangen wird. auf dem diese religiösen Vorstellungen sich entwickelt haben. Diese Vorstellungen waren ein Teil ihrer religiösen Kultur und sie hatten keinen Grund. von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Mittlerweile hat man sich so sehr an diesen Wohlstand gewöhnt. Man sollte jedoch den historischen Hintergrund bedenken.und Pflanzenarten sprechen für sich. sondern um die spirituelle Einstellung.3. zeigt die aktuelle Diskussion um die Folgen des Klimawandels. Sie sind wie selbstverständlich mit der Vorstellung aufgewachsen. dass wir uns für all die Dinge bedanken. fällt es zunächst einmal schwer. an diesen Vorstellungen zu zweifeln.13) Als Europäer. Denn 174 . Meistens lebten sie ziemlich isoliert in kleineren Dorfgemeinschaften und teilweise in abseits gelegenen Bergdörfern. Die Menschen waren zutiefst religiös. ob diese Götter tatsächlich existieren. kann man an vielen Orten auf der Erde sehen. Dass viele Dinge gar nicht so selbstverständlich sind. Er beruht teilweise auf der Ausbeutung von Menschen aus den ärmeren Ländern dieser Erde. Es geht nicht um die Frage. die uns auch in den nächsten Jahrzehnten begleiten werden. braucht wohl nicht betont zu werden. diese Vorstellungen zu akzeptieren. Ein wenig Bescheidenheit und Dankbarkeit würde uns bestimmt gut tun.

ohne dabei konkret an jemanden zu denken. Der eine dankt dafür die Götter.“ (3. seit 1997. Im letzten Jahr (2006) wurde weltweit 1.B. unsere Heimat (durch Auswanderung). Wir sollten lernen. Der Regen ist ein Geschenk für die Opfer. Wer nur der Sinneslust frönt. selbst das eigene Häuschen (durch eine Naturkatastrophe) nicht mehr vorhanden sind. als wenn ein Christ vor dem Essen ein Gebet spricht. sondern allenfalls die Nutznießer einer wunderbaren Vielfalt. was wir an Gutem erfahren. als es einem lieb ist. der lebt vergeblich.14 – 3. wir sollten viel öfter ein solches "Dankeschön" aussprechen. Darum ist jedes Opfer ein Geschenk an Brahman. Sie beschreiben die Opferrituale.nicht wir sind die Schöpfer der Welt. unser Wohlstand. Krishna spricht zu Arjuna: „Alle Lebewesen ernähren sich durch Nahrung. die dahinter steht und bedanken wir uns für das. wenn diese „Selbstverständlichkeiten“. die nur wachsen kann. Wir sollten es auch nicht als selbstverständlich betrachten. ohne ihn zu stören oder ihn zu zerstören. unsere Gesundheit (durch einen Unfall. wie z. sondern ebenso uns selbst. wieder ein anderer spricht seinen Dank aus. unser Arbeitsplatz (durch Arbeitslosigkeit). Das Opfer ist des Menschen Dank an die Götter. führt ein Leben der Sünde. Ich finde.000 Menschen täglich. Entwickeln wir also ein wenig Ehrfurcht vor den Gesetzen der Natur und der Intelligenz. Das kann man dann erkennen. unsere Freunde und Verwandten (durch einen Schicksalsschlag). Manches im Leben kann sich schneller ändern. Die Veden entsprechen den Worten der höchsten Gottheit. Schliesslich verhungern weltweit jährlich etwa 30 Millionen Menschen. Das sind 82. die Rüstungsausgaben um 37 Prozent. eine Krankheit). sind sie vielleicht nicht. so ist das im Prinzip nichts anderes. die von anderer Hand gelenkt wird.204 Milliarden Dollar und damit pro Kopf der 175 . der andere richtet seinen Dank an seinen persönlichen Gott. um Gott für die Mahlzeit zu danken. dass jeden Mittag ein warmes Essen auf dem Tisch steht. die der Mensch den Göttern bringt. Für sehr viele Menschen auf der Welt ist dieses keineswegs selbstverständlich. denn sonst schaden wir nicht nur der Natur. wenn Regen fällt.16) Wenn ein Hindu vor dem Essen seine Nahrung den Göttern opfert. Dafür stiegen in den letzten 10 Jahren. Wer diesem vorgeschriebenen vedischen System des Opfers nicht folgt. Über 826 Millionen Menschen leiden an dauernder schwerer Unterernährung. uns in diesen Kreislauf einzufügen. denn so selbstverständlich wie wir manche Dinge betrachten.

Wir haben das Glück. Man kann nur hoffen. Wir sollten es nicht einmal als selbstverständlich betrachten. Wir haben direkt keinen Einfluss auf das Wetter. Auch in unserem Land war dieser Zustand über viele Jahrhunderte nicht selbstverständlich. Erde und Wasser sind ein Geschenk an die Menschen. weil die Menschen ihr spirituelles Bewusstsein verloren haben und sich überwiegend an materiellen Werten orientierten. sondern Hungersnöte. die Opfer sind ein Dank der Menschen an die Götter. Wir sollten also dankbar dafür sein dass wir weder Armut noch Hunger kennen. ist die Fruchtbarkeit letzten Endes nicht unser Verdienst. Schädlingsbefall u. an Gott (Brahman). Durch unser unüberlegtes und verantwortungsvolles Verhalten in den vergangenen Jahrzehnten. dass man mit der Luft. dem Wasser und der Erde. die über die finanziellen Mittel verfügt. Dürren. die man zur Aufbereitung von Nahrung und Wirtschaftsgütern nutzt. Das sollten wir niemals vergessen. Eines Tages müssen wir diese Dinge an unsere Kinder übergeben. Luft.a. Man kann sagen. den Ernst der Lage erkennen. für die erhaltenen Gaben. Sturm. dass wir in einem sehr wohlhabenden Land leben. Hitzeperioden. Man sollte seinen Dank aber auch dadurch zeigen. die die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der gesamten Bevölkerung anbieten kann. Dies verpflichtet uns. Kriege und bitterste Armut waren sehr weit verbreitet. dass alle Verantwortlichen.Weltbevölkerung 182 Dollar für militärische Zwecke ausgegeben.. dass unsere Felder so fruchtbar sind. Wir haben keinen Einfluss auf Sonne. diesen Boden mit den modernsten Maschinen zu bearbeiten und wir verfügen über eine Infrastruktur. das über einen fruchtbaren Boden verfügt. Regen. Es ist unsere Pflicht. Obwohl wir über das entsprechenden Wissen verfügen. und sich langsam aber sicher wieder ein stärkeres ökologisches Bewusstsein durchsetzt. sorgfältig und verantwortungsvoll damit umzugehen. haben wir allerdings zu einem Klimawandel beigetragen. Luft. Wir haben eine Landwirtschaft. Erde und Wasser rein zu halten und entsprechenden Umweltschutz zu praktizieren. verantwortungsvoll umgeht. Dieser verantwortungslose Umgang mit der Natur konnte nur geschehen. den Boden mit den modernsten Technologien zu bearbeiten. dass wir in einem sehr previligierten Teil der Welt leben. [187] Deshalb sollten wir immer daran denken. Schnee. Wind. Und dann sollten 176 . Überschwemmungen. der schon jetzt zu gravierenden Umweltveränderungen beiträgt.

zeigen immer wieder die hohen Umweltbelastungen. ist die Tatsache. Leider ist das Bewusstsein über eine gesunde Ernährung in der Bevölkerung nicht besonders ausgeprägt. damit unsere Nachkommen ein ebenso gesundes Leben führen können. Wie achtlos wir mit unserer Umwelt umgehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über vegetarische Ernährung diskutieren. ohne Anhaftung. die Reinheit von Boden. den Tieren. Es wäre Aufgabe der Politiker und der öffentlichen Medien auf die unzureichenden Zustände hinzuweisen. Das Bewusstsein über eine gesunde Ernährung ist bei vielen Menschen nicht besonders ausgeprägt. dann kann man Mitleid mit den Tieren bekommen. ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Von der Politik. als eine artgerechte Tierhaltung und gesunde Lebensmittel. Ebenso liegt es in unserer Verantwortung. möglichst viel Geld zu verdienen. Wir sitzen stundenlang vor dem Fernseher. Schaut man sich allerdings einmal an.“ (3.17 – 3. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer sich am Selbst allein erfreut. unsere Sinne zu befriedigen? Was tun wir nicht alles. Daher vollbringe deine Taten aus Pflichtgefühl. Ein Selbstverwirklichter vollbringt keine Handlungen oder unterlässt keine Handlungen. im Selbst Befriedigung findet. die in den Lebensmitteln festgestellt werden. Wer aus Gewinnstreben. um erotischen Genuss erleben zu können? Was tun wir nicht alles. damit wir unsere Sinne befriedigen können. Er ist auch nicht von anderen Lebewesen abhängig. die uns als Nahrung dienen. Was andererseits Hoffnung auf Besserung macht. dass immer mehr Menschen die Wichtigkeit gesunder Lebensmittel erkannt haben. Wasser und Luft vernachlässigt. um irgendetwas in dieser Welt zu gewinnen.19) Haben unsere Handlungen nicht im allgemeinen das Ziel. so dass man wenig Hoffnung hat. Denn wer ohne Anhaftung handelt.Luft. der ist von allem Leid befreit. Wasser und Erde in einem sauberen Zustand übergeben werden. dass sich kurzfristig an diesen Verhältnissen etwas ändert. oder schauen uns Videos oder 177 . Aber die Aufklärung geschieht leider viel zu selten oder stößt oft genug auf taube Ohren. wie Tiere vielfach gehalten werden. um unsere kulinarischen Sinne zu befriedigen? Unser berufliches Streben ist daran ausgerichtet. der Industrie und von der Landwirtschaft werden wirtschaftliche Interessen oft als wichtiger betrachtet. der erreicht das höchste Ziel. handelt fahrlässig und unverantwortlich.

Der Selbstverwirklichte besitzt eine innere Freiheit und eine Lebensfreude. Wenn wir unser Leben so ausrichten. wie stark wir daran haften und wo die Ursache für unser Verhaften ist. um vor den Ängsten. für Mitgefühl. unter denen wir zu leiden haben. zu fliehen. einen spannenden Film anzuschauen oder seiner Lieblingsmusik zu lauschen. Eigentlich möchte er uns sagen. Danach richtet sich alles aus. Im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit steht unsere Sinnesbefriedigung. brauchen wir diesen Nervenkitzel. Weil uns aber dieser innere Friede fehlt. Er hätte uns so viel zu sagen. er praktiziert sie. Wir aber fürchten uns vor dieser Ehrlichkeit. Verständnis. Er redet nicht darüber. sich in irgendeiner Weise durch äußere Anreize berauschen zu lassen. haben wir uns vollkommen in die materielle Welt verstrickt. Er kennt alle unsere Täuschungen. Ist dieses nicht auch eine Flucht vor unserer inneren Leere? Der Selbstverwirklichte ruht in sich selber. uns das anzuhören. aber in der Regel macht uns seine innere Freiheit Angst. Im Mittelpunkt steht das Ich. Ich kann mich z. dann bleibt nur noch wenig Zeit für die Mitmenschen.DVDs an. für soziale Belange oder Verantwortung gegenüber der Umwelt. Wir haben nicht den Mut. mit denen wir uns selber etwas vormachen. wenn alle Sinne unter Hochspannung stehen. Seine Konzentration richtet sich nach innen.B. Es spricht nichts dagegen. dir selber etwas vorzumachen. um unsere Sinne optimal zu befriedigen. Mitgefühl. Wir sollten allerdings erkennen. weil wir genau wissen. Weil wir alles tun. was er zu sagen hat. aber wir halten uns die Ohren zu. in welcher hilflosen Lage wir uns befinden. Oder wir lassen uns stundenlang von Musik berieseln. noch gut an eine Situation auf einer belebten Einkaufsstraße erinnern. Ein Selbstverwirklichter aber hat sich vollkommen von diesem Egoismus befreit. Er hat überhaupt nicht das Bedürfnis. hör' auf. die uns unser Unglücklichsein vergessen lässt. Am wohlsten fühlen wir uns. Er findet in sich einen wunderbaren Frieden. Er hat sich von allen sinnlichen Verhaftungen gelöst. 178 . ein interessantes Buch zu lesen. um in eine Welt einzutauchen. Er findet in sich eine wunderbare Zufriedenheit. er möchte uns so viel sagen. die selbstverständlichste Sache der Welt. um uns von einer berauschenden Bilderflut davontragen zu lassen. für Nächstenliebe. Für ihn sind Werte wie Nächstenliebe. der Egoismus. Eigentlich müsste uns seine Lebensfreude mitreissen. diese Sinnesreize. die uns Angst macht.

aber er strahlte eine Ungezwungenheit aus. 2. der die Gestalt eines 179 . dem Zweig der hinduistischen Religion. 3. dass dieser Straßenkünstler eine Selbstverwirklichter war. den Diskus. die Keule. Um ihn herum hatte sich bereits eine Traube von Menschen gesammelt. in diesem Falle Vishnu. auf das er zu verschiedenen Anlässen blässt. Vishnu wird als Teil der Trinität. Sie wird auch als Shakti. Diese Inkarnationen werden als Avataras bezeichnet. die er in seinen vier Händen hält: 1. angesehen. Ein Avatar ist im Hinduismus ein Gott. gemeinsam mit den Passanten etwas zu unternehmen. den Lotus. Vishnu wird immer mit seinen vier Insignien dargestellt. das Symbol von Reinheit und Weisheit. gilt er als der höchste Gott. als weibliche Urkraft des Universums und als aktive Energie angesehen. den er in einer Schlacht auf die Feinde schleudert. die ethischen und religiösen Verpflichtungen. im Sinne einer gerechten göttlichen und menschlichen Ordnung zu schützen. die offensichtlich einigen Angst bereitete. vereint. die die drei großen Götter Brahman. mit der er Dämonen besiegt. die Vishnu verehrt. wie die Menschen erschreckt zurückwichen. Er wird bereits in den Veden erwähnt.3 Krishna eine Inkarnation Vishnus Inhaltsverzeichnis Vishnu ist eine der wichtigsten Gottheiten im Hinduismus. den Schöpfer. Vishnu. Im Vishnuismus. 3. die die manifestierte Welt und alle ihre Erscheinungen hervorbringt. das Muschelhorn. um die sittliche Ordnung auf der Erde wieder herzustellen. 4. Vishnu zeigt sich in einer Vielzahl von Manifestationen. Als seine Gattin gilt die Göttin Lakshmi. inkarniert er immer wieder und kehrt zur Erde zurück.auf der ein Straßenkünstler versuchte. Als er dann aber direkt auf die Menschen zuging. einer hinduistischen Dreieinigkeit. Ich möchte nicht sagen. Um den Dharma. den Zerstörer. merkte man sehr deutlich. die diese Aktion aufmerksam verfolgte. den Erhalter und Shiva. um sie zum Mitmachen zu animieren.

Rama. um der Menschheit in ihrem Streben nach dem Göttlichen zu unterstützen. der Erleuchtete.4 Sei anderen ein Vorbild Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Durch vorbildliches Handeln. die noch zu tun wäre. dem folgen andere. Inkarnation identisch 8. Parashurama. springt in den Ozean und rettet die Erde vor dem Untergang 4. beschützt den frommen Sohn des Dämonenkönigs Hiranyakashipu 5. sowie Krishna. Narasimha. um die Welt zu retten. Seine Inkarnationen sind unter anderem im Bhagavatpurana angeführt. Varaha. das ich erreichen müsste.000 Jahre. er werde am Ende des Kali-Yuga erscheinen. eine zukünftige Inkarnation Vishnus Die bekanntesten und bedeutendsten Avataras sind Rama. Aber dennoch versuche ich. nicht mit der 6. In allen drei Planetensystemen gibt es für mich keine Arbeit. die Schildkröte. [72] [74] 3. der Fisch. Krishna. die göttliche Inkarnation Vishnus aus der Bhagavad Gita 9. anderen ein Vorbild zu 180 . Welchen Maßstab er auch immer setzen mag. Kurma.Kalki.000 Jahre vor Christus mit dem Weggehen Krischnas von der Erde begonnen und dauert noch 427. Mehrere Puranas berichten über Vishnu. In den Texten über Vishnus zehnten Avatar Kalki heißt es. tötet den Dämonen Shankhasura und rettet die gestohlenen Veden 2. der Gründer des Buddhismus 10. tötet als Rama die übermütigen Ksatriyas und Könige mit der Axt 7. Buddha. der Zwerg. Was immer ein bedeutender Mensch tut. Das Kaliyuga hat nach indischer Zeitrechnung etwa 3. rettet den Berg Mandara vor dem Untergang 3. der Löwenmensch.Menschen oder eines Tieres annimmt. der Held des Ramayana. oder irgend etwas. die Menschen orientieren sich daran. Danach hat sich Krishna bisher zehn mal inkarniert: 1. nimmt König Bali Himmel und Erde 6. Matsya. der Held des Epos Ramayana. Daher sollte dein Handeln der Allgemeinheit ein Vorbild sein. der Eber. erreichten selbst Könige wie Janaka Vollkommenheit. Vamana .

Krishna sprach zu Arjuna: „Würde ich nicht meine Arbeit verrichten. Ihre Lehren. besteht darin.22) Zu allen Zeiten und in allen Ländern gab es Führungspersönlichkeiten und Untergebene.“ (3. Krishna gibt uns ein Beispiel. Durch sein vorbildhaftes Verhalten zeigte Krishna den Menschen. Fortschritte auf dem Pfad der spirituellen Erkenntnis zu machen. Hätte Krishna dieses nicht getan. dann würden nicht alle Menschen meinem Pfad folgen.“ (3. da er als höchste Autorität unter den Menschen galt. dass nicht wir es sind. der Vater und der Lehrer werden im allgemeinen als natürliche Führungspersönlichkeiten anerkannt. die ihnen das Varnashrama vorschreibt.“ Der Weg. das Oberhaupt eines Staates. die Ältesten.3. um die Menschen auf den rechten Pfad zu führen. Daher sollten sie mit den heiligen Schriften und mit den moralischen und spirituellen Gesetzen vertraut sein. 181 . Dabei sollten wir unsere Grenzen erkennen. bevor er zu lehren beginnt. Das aber hätte zu einem heillosen Chaos unter den Menschen geführt. Wir werden nur Erfolg haben. nicht seinen spirituellen Fußspuren gefolgt und hätten ihre sozialen Pflichten und Verantwortungen. sollten sich an den Grundsätzen orientieren. Der bengalische Mystiker und Philosoph Chaitanya (1486 bis 1533 n.) [73] sagte einmal: „Ein Lehrer sollte sich schon richtig verhalten.23 – 3. dass sich das soziale und das religiöse Leben sehr gut miteinander vereinbaren lassen. praktizierte er alle vorgeschriebenen Pflichten der heiligen Schriften. die die Geschicke der Welt bestimmen. dann ginge die ganze Welt zugrunde. die von großen Lehrern praktiziert wurden.20 . Der König. Alle Führer tragen eine große Verantwortung ihren Untergebenen gegenüber. den Fußspuren großer Gottgeweihter zu folgen. dann wären die Menschen. vernachlässigt.25) Krishnas Leben ist sowohl in der Bhagavatapurana als auch im Mahabharata ausführlich beschrieben.sein. Obwohl er als Inkarnation Vishnus alle spirituellen Ziele bereits verwirklicht hatte. handelt der Weise nur. Im Gegensatz zu den Unwissenden. Dann wäre ich die Ursache für diese Unordnung und würde alle Menschen ins Unglück stürzen. dem wir folgen sollten. Chr. Würde ich aufhören zu handeln. die sich von den Früchten des materiellen Erfolges ihres Handelns leiten lassen. wenn wir mit Achtung und Demut anerkennen.

zu deren Erschaffung er nichts beigetragen hat. und Handlungen. dass selbst seine Körperfunktionen ohne sein Handeln funktionieren. Aber ein Selbstverwirklichter sollte andere nicht an ihrem Handeln hindern. Die 182 . kann sehr schnell eines Besseren belehrt werden. Er wurde in eine Welt hineingeboren. der die Wahrheit kennt.28) Da die Unwissenden in der Sinnesbefriedigung verhaftet sind. Der Wissende. einmal näher an. er könne die Geschicke selber bestimmen. Der Unwissende denkt. dann erkennt man. denn auch auf Krankheiten und Schicksalsschläge des Lebens haben wir keinen Einfluss. unser Haupt vor dem Schöpfer dieses wunderbaren Universums zu verneigen.3. den vedischen Vorschriften zu folgen. dass er seine Beziehung zu Krishna vollkommen vergessen hat. befasst sich nicht mit den Sinnen und mit der Sinnesbefriedigung. die Atmung und der Stoffwechsel arbeiten auch ohne sein Zutun.26 – 3. er könne das Handeln bestimmen. Der Unwissende ist davon überzeugt. Vielmehr verrichte er seine eigenen Taten im Geiste der Hingabe und ermuntere sie dadurch. Der Herzschlag. wir tun gut daran. die man oft für selbstverständlich hält.5 Löse dich von deinen Begierden Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Der Weise soll die Unwissenden. Auf die Zufälle des Lebens und den Einfluss der Naturgewalten hat er keinen Einfluss. sondern durch eigenes Vorbild darauf hinweisen. sich von seinen sinnlichen Begierden zu lösen und Krishna-Bewusstsein zu entwickeln. die nach dem Erfolg ihres Handelns trachten. er sei der Handelnde. weil jegliches Handeln aus Liebe zu Krishna geschieht. Schaut man sich die Dinge. nicht verwirren. wie man Krishna-Bewusstsein erlangt. die mit Hingabe zu Krishna. welche Genialität sich dahinter verbirgt. Ich denke. es ihm gleich zu tun. Er kennt den Unterschied zwischen Handlungen. Das Ziel der Opfer und Rituale sollte aber eigentlich darin bestehen. Hat sich KrishnaBewusstsein einmal entwickelt.“ (3. dann ist es nicht mehr unbedingt erforderlich. Alle Taten geschehen unter dem göttlichen Einfluß der Natur. Wer da glaubt. Dabei übersieht er. die aus Eigennutz geschehen. Der Unwissende ist durch den langen Missbrauch seiner Sinne so verwirrt. gelten selbst ihre vedischen Rituale und Opferdarbringungen der eigenen Sinnesbefriedigung.

flüchten sie sich in eine Traumwelt. obwohl ihr sinnliches Begehren von niederer Natur ist.Philosophen. ihre Bequemlichkeit oder der mangelnde Mut. sich davon zu befreien. da der sinnliche Missbrauch bereits in der Kindheit begann. daß wir durch den steten Missbrauch unserer Sinne. sich von diesem Leid zu befreien. Diejenigen aber. den sinnlichen Missbrauch zu beenden. Diesem Stress. dass Stress und Spannung nicht gut sind und obwohl die Menschen unter diesem Stress sehr zu leiden haben. Darum führen die meisten Heilungsversuche in die falsche Richtung. hindert sie daran. versuchen wir mit allen Mitteln zu entkommen. entsprechend seinem eigenen Verständnis. weiß doch niemand so recht. Für sie ist spirituelle Verwirklichung ein Mythos. Ihre Träume.32) Wer keinen Zugang zur Spiritualität besitzt. wird sich an den gesundheitlichen Störungen nichts ändern. an dem sie nicht interessiert sind. Sehnsüchte und Wünsche sind der Ausdruck. sind verloren und zur Knechtschaft verdammt. ihr Leben 183 . Doch aufgrund der Unwissenheit. Darum richte. gehen die Unwissenden ausschließlich sinnlichen Vergnügungen nach. die meine Lehre gering schätzen und sie nicht beachten. Die meisten Menschen erleben diesen Stress bereits seit ihrer Kindheit. Sie leiden meist ihr ganzes Leben lang unter Angst und nervöser Spannung und versuchen ein Leben lang vergeblich. die im materiellen Bewusstsein verhaftet sind. Jeder weiß. konzentrieren sich auf ihren Körper und ihre Sinne. wird die wahre Ursache des Leids nicht erkannt. haben sehr sorgfältig den sinnlichen Missbrauch analysiert.29 – 3. den größten Stress erfahren. Aber der Weise sollte die Unwissenden nicht belehren. Menschen. die gläubig und mit Hingabe meiner Lehre folgen. Auf ganz persönliche Weise versucht ein jeder. Diejenigen. lebt im materiellen Bewusstsein. die blind für alle Weisheit sind. wie man diesem Stress entkommt.“ (3. lösen sich von ihren Hoffnungen und Erwartungen und befreien sich dadurch selbst. Weil aber die meisten Menschen ihrer sinnlichen Sucht verfallen sind. Vielleicht haben sie sogar einmal den Versuch unternommen. Heiligen und Weisen. Krischna sprach zu Arjuna: „Verwirrt durch die sinnlichen Begierden. Ihre Unwissenheit. deine ganze Aufmerksamkeit auf mich. ihre sinnliche Verhaftung. sich von Stress und Spannung zu befreien. Mystiker. einen spirituellen Weg zu beschreiten. frei von Egoismus und Gleichgültigkeit. Solange wir nicht bereit sind. Sie wissen. Arjuna. Sei frei von Begierde und Selbstsucht.

Die Folgen sind Frustration. ja aggressiver. Die Angst vor dem Verlust des materiellen Konsums vereint die Konsum-Materialisten und Hedonisten mit anderen gesellschaftlichen Gruppen.nach spirituellen Grundsätzen zu gestalten. Die soziale Krise hat auch hier Verunsicherung. Die Hedonisten sind allerdings noch ein Stück moderner. Da sie nicht die Kraft besaßen. sowie die Bereitschaft zum Protest häufig anzutreffen. sind die Hedonisten. Eine andere Gruppe. Sie halten nichts von Entbehrung. Verbitterung und Misanthropie (Menschenhass). war dieser Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt.und Sicherheitsbefindlichkeit der „Spießer“ aufreizend entgegenstellte. mehr noch: Verbitterung ausgelöst. Ein teurer Sportwagen gilt für sie als Statussymbol. Da sie dieses Vorhaben aber nur mit halbem Herzen verfolgten. halten sie spirituelle Fortschritte für undenkbar. Als Kanalisation für die Wut dienen ebenfalls ausländerfeindliche Emotionen und Stigmatisierungen von Randgruppen. sind sie oft die schärfsten Kritiker jeglicher spiritueller Bemühung. Dadurch landen etliche dieser Materialisten in der Verschuldungsfalle. das man der trägen Ruhe. Bei Leuten dieses Milieus sind Wut und Aggression. ihren spirituellen Weg erfolgreich zu beschreiten. Dieser Menschenhass richtet sich vielfach gegen Randgruppen der Gesellschaft. Man bezeichnet diese Menschen als Materialisten.und Erlebnissucht während der wirtschaftlichen Krise der letzten Jahre sogar noch zugenommen. wie die „autoritätsorientierten Geringqualifizierten“ und den konservativen „selbstgenügsamen Traditionalisten“. Dabei klaffen allerdings die finanziellen Möglichkeiten und der begehrte Konsum mitunter weit auseinander. den sie auch gerne zur Schau stellen. Fun and Aktion bildete lange so etwas wie ihr Lebensmotto. Sparsamkeit und Bescheidenheit. Aus der Resignation heraus. Darum konzentriert sich ihr Dasein auf sinnlichen Konsum. In einigen Teilen haben unbekümmerte Konsum. [75] 184 . Besorgnis. die sich ebenfalls dem Konsum verschrieben hat. als die Materialisten. in ihren Bedürfnissen und Enttäuschungen eine Nuance rigider. Ihr Motto ist der Genuss und der Konsum in allen Varianten. Doch gerade unter älteren Hedonisten sind ebenfalls Wünsche nach Konstanz und Kontinuität erkennbar. Aber auch Verwahrlosung und Fatalismus sind in dieser Lebenswelt weit verbreitet.

Jesus. seinen eigenen spirituellen Weg zu beschreiten.B. Aber in dem Moment. Weise. zu belehren. Entscheidend ist die bewusste Hinwendung zur Spiritualität. als sie der Vorstellung traditioneller Vaishnavas (Vishnuiten) entspricht. Krishna-Bewusstsein zu entwickeln. Ramakrishna und viele andere erleuchtete Yogis. Menschen. Manche nennen es Krishna-Bewusstsein. Aber Namen sind in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. so wird auch dieser Yogi eines Tages Erlösung erlangen. Obwohl das Wort KrishnaBewusstsein eng mit dem Hinduismus verbunden ist. Buddha lehrte 45 Jahre nach seiner Erleuchtung. Sie sind viel zu sehr von ihrer materiellen Sucht geblendet. Es mag sein. Tätigkeiten im KrishnaBewusstsein zu schätzen. Ja. das weiter zu geben. sie auf ihre falsche Lebensweise aufmerksam machen. ein Yogi ernsthaft einen Raja-Yoga-Weg beschreitet. dass meine Vorstellung von KrishnaBewusstsein etwas anders ist. sich von seinen sinnlichen Fesseln zu lösen. Yogananda. Kraft und Enttäuschung. die sich der Sinnesbefriedigung verschrieben haben. so kann es durchaus sein. sei der allein seligmachende Weg. 185 . ist die Intoleranz mancher religiöser Menschen. tritt für mich ein Bewusstsein ein. Und trotzdem hat es immer wieder Selbstverwirklichte gegeben. eine religiöse Annäherung stattfindet. Es erspart viel Zeit. selbst ein Agnostiker oder Atheist ist in meinen Augen fähig. Selbst wenn sich diese Spiritualität zunächst nicht an Gott wendet. wenn man sich bemüht. dabei aber nicht unbedingt religiös orientiert ist. Viele dieser heiligen Männer und Frauen bezahlten ihr Bemühen mit dem Tod. dass ihr Krishna-Bewusstsein nicht religiös geprägt ist oder dass ein anderes Wort ihre spirituellen Bemühungen besser zum Ausdruck bringt. andere haben andere Bezeichnungen dafür. was sie selber empfangen haben. Wenn z. Dabei möchte ich anmerken. die sich der materiellen Welt verschrieben haben.Krishna rät Arjuna. die glauben. Was mir aber nicht gefällt. sind in der Regel nicht in der Lage. Ramana Maharshi. versuchten ihre Botschaft den Menschen zu vermitteln. die mit aller Liebe und Hingabe versucht haben. Priester und Heilige. Menschen. Selbstverwirklichte sollten nicht versuchen. dass im Laufe der spirituellen Entwicklung. geht für mich Krishna-Bewusstsein über alle Religionen hinaus. Mönche. wo der Mensch sich bemüht. das über das normale Bewusstsein hinausgeht. nur die Hinwendung zu ihrem ganz speziellem Gott.

dem sinnlichen Verlangen nicht mehr nachzugeben. so ist es am besten. In der Öffentlichkeit wird die Enthaltsamkeit oft als Unterdrückung betrachtet. Er folgt seiner eigenen Natur. Ständig wird man von erotischen Wünschen bedrängt. das man über Jahre oder gar Jahrzehnte praktiziert hat.33 – 3. Was vermag da Unterdrückung auszurichten? Für jedes Sinnesorgan sind Zuneigung und Abneigung möglich. Dieses Leben bietet uns die Möglichkeit. Schließlich ist die Befriedigung der Sinne ein Ritual.“ (3. dass er seine sexuelle Energie immer wieder für kurze Momente sexuellen Glücks vergeudet. Wer diese Möglichkeit nicht nutzt. Würde er seine sexuelle Energie sublimieren. nämlich den Himmel bereits auf Erden zu erfahren. unsere eigene Göttlichkeit zu verwirklichen. das erhabenste Ziel der menschlichen Existenz zu erlangen. Es ist vielmehr eine Umwandlung sexueller Energie in spirituelle Energie. Und deshalb sucht er nach immer neuen Gelegenheiten. Dieses ist nicht von heute auf morgen möglich. Man sollte nicht unter die Herrschaft der Sinnesorgane geraten. denn sie sind Hindernisse auf dem Pfad der Selbstverwirklichung. als den Wegen anderer zu folgen. bzw. Das hat zur Folge. 186 . Der normale Mensch ist diesen Leidenschaften hoffnungslos ausgeliefert. Der Körper. Er ist ein Narr. Dieses Verhalten wird besonders in der Sexualität deutlich. Es ist besser. Möchte man sich von dieser sinnlichen Verhaftung lösen. Er strebt ständig danach. Diese Zusammenhänge sind leider vielen Menschen nicht bekannt. seine Sinne zu befriedigen. Das menschliche Leben wurde uns als eine Möglichkeit gegeben. den eigenen Weg zu beschreiten. verschwendet sein Leben.Krishna sprach zu Arjuna: „Selbst der Weise handelt gemäß seinem Wesen. die Physiologie des Menschen. Wegen dieser Sublimation leben alle Yogis enthaltsam. Aber Enthaltsamkeit ist keineswegs Unterdrückung. Das ist der einzige Sinn der menschlichen Existenz. sie in spirituelle Energie umwandeln. so könnte sie ihm permanente Seligkeit bescheren. Man benutzt die sexuelle Energie als Sprungbrett in höhere spirituelle Ebenen. hat sich auf die sofortige Sinnesbefriedigung eingestellt und sehnt sich daher permanent nach dem Nervenkitzel neuer Sinnesbefriedigung.35) Der normale Mensch ist in die Sinnlichkeit verhaftet. sexuelle Befriedigung zu finden.

bis sechsjährige Probezeit absolviert. uns von unseren sinnlichen Verhaftungen zu befreien. was es mit der wirklichen spirituellen Suche auf sich hat. etwas zu tun. wir sind mehr als Menschen. Bevor man sich für das Zölibat entscheidet. der mit dem Zölibat Schwierigkeiten hat. ob ihre Entscheidung die richtige war. meine eigene Verwirklichung. Das Zölibat wird ohnehin nur Erfolg haben. Die sexuelle Energie wird für etwas verwendet.und Nachteile des Zölibats sorgfältig nachgedacht haben. kann das unerwünschte Veränderungen in der Persönlichkeit hervorrufen. Man sollte den Menschen darum nicht zwingen. Der Mensch sollte niemals zum Zölibat gezwungen werden. Doch ist die Vorstellung. Zumindest heute wird niemand mehr zum Zölibat gezwungen. können daraus Probleme resultieren.Brahmacharya bedeutet also weder das Unterdrücken noch das Verdrängen der Sexualität. Wenn ein natürliches Potential unterdrückt oder verdrängt wird. dass selbst ein Novize (Ausbildung in einem Orden) oder eine Novizin bzw. von Unterdrückung oder Verdrängung zu sprechen. Unsere Erscheinungsform als Menschen ist nur ein schwacher Widerschein dessen. Wir sind nicht einfach Menschen. kann ich es mir nicht 187 . Jeder. Wenn Brahmacharya einem Menschen gegen seinen Willen und gegen seine Überzeugung aufgezwungen wird. zumindest in einer Hinsicht nicht ganz abwegig. wird man nicht so darüber sprechen. wenn es freiwillig beachtet wird. Deshalb ist es ein Missverständnis. was er oder sie tief im Inneren nicht tun möchte. um das Königreich des Himmels. bevor er/sie als Mönch/Nonne oder Priester in den Orden oder in das Priesteramt berufen wird. hundertmal großartiger ist als die kurzfristige sexuelle Befriedigung. sollte man über die Vor. Wenn man es richtig versteht. Dabei sollte man bedenken. Das Ziel unseres Lebens sollte darum darin bestehen. weder von sozialen Zwängen noch durch das Ablegen von Gelübden. Wenn ein intelligenter Mensch die gesamte Situation seines Lebens durchdacht hat und sich sagt: „Wenn ich das größte Ziel des Menschen. bereits zu Lebzeiten zu verwirklichen. kann jederzeit das klösterliche Leben oder das Priesteramt wieder verlassen und ein bürgerliches Leben führen. ein Seminarist (Ausbildung zum Priester) eine zwei. auf das wir ein Geburtsrecht haben. dass Brahmacharya Unterdrückung ist. Das liegt an einem mangelnden Verständnis dafür. In dieser Zeit haben sie Gelegenheit herauszufinden. erreichen möchte. was wir in Wahrheit sind. das zehnmal.

Der Mensch identifiziert sich nicht mehr mit dem geringeren Aspekt seiner Persönlichkeit. die vier hinduistischen Lebensstadien. Je mehr ich sie bewahre. und wenn das Ziel. wo ist dann Unterdrückung? Ganz im Gegenteil. Jede andere Frau sollte der Mann als seine Mutter betrachten und jeden anderen Mann sollte die Frau als ihren Vater ansehen. sollte man Brahmacharya praktizieren. was als Selbstverleugnung erscheint. das. Kreatives und keineswegs etwas Negatives. sondern Ausdruck seiner Selbstverwirklichung. Dieses zeigt. Ist der Zeit der Ehe. Ist der Kinderwunsch abgeschlossen. Der Vorteil des 188 . Kinder zu zeugen. wie sehr die Menschen in ihrer Sinnlichkeit gefangen sind und wie wenig sie über die Zusammenhänge von Enthaltsamkeit und Selbstverwirklichung (Erleuchtung) bescheid wissen. um ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem spirituellen Fortschritt zu widmen. braucht das Brahmacharya natürlich nicht beachtet zu werden. Es wird den Eheleuten empfohlen. um Kinder zu zeugen.leisten. Es ist kein Verneinen. Es ist eine Art Befreiung und Entwicklung hin zu einem höheren spirituellen Niveau.“ Wenn der Mensch so denkt und die rationale Seite dessen verstanden hat. mit seinen Trieben. die mir zur Verfügung stehenden Energien zu verschwenden. sieht den Geschlechtsverkehr in der Ehe nur für die Zeugung von Nachkommen vor. desto besser sind die Chancen auf Erfolg. sondern mit dem Teil seiner Persönlichkeit. das er anstrebt. der seiner Göttlichkeit entspricht. Selbstverständlich sollten die Eheleute sich treu sein. Aber auch in dieser Zeit sollte man einige Regeln beachten. Ernsthaftes spirituelles Streben ist dagegen kaum noch vorzufinden. In den meisten Beziehungen (Ehen) ist die Sexualität in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. [76] Solange man nicht in einer ehelichen Gemeinschaft lebt und keine Kinder zeugen möchte. gibt einer höheren Dimension seines Wesens Ausdruck. alle drei Wochen miteinander intim zu sein. Wie weit diese Praxis von der Praxis der meisten Eheleute abweicht. wenn er oder sie aus freiem Willen und großer Begeisterung zum Zölibat schreitet. wenn der Wunsch vorhanden ist. dann sollten die Eheleute wieder das Brahmacharya praktizieren. ihm dieses wert ist. seiner Identität mit Gott. braucht wohl nicht weiter betont zu werden. Die freiwillige und bewusste Entscheidung zum Zölibat ist etwas Positives. Das Ashrama. seiner Sinnlichkeit und seiner materiellen Verhaftung. desto mehr kann ich sie für diese Absicht einsetzen.

In seiner Lehre über die schrittweise Erleuchtung sagte er. selbst gegen seinen Willen sündig zu handeln?“ Darauf antwortete Krishna: „Es ist das Begehren. Wo Leidenschaft ist. Aber dann verändert sich dieses Vergnügen in Missvergnügen. Eine spirituelle Erziehung findet kaum noch statt. sobald sich das anfängliche Feuer der Lust abgenutzt hat. der Spiegel vom Staub und das Embryo vom Mutterleib verhüllt sind. langsam. Dieses sorgt für ein Wohlbefinden. Denn aus Lust erwächst Furcht. aus Lust erwachsen Eifersucht. dass das sinnliche Begehren allmählich abnimmt. zu Hause angekommen zu sein. Zorn. da ist auch Zorn. vom unersättlichen Feuer der Begierde verhüllt. wonach man sich sein ganzes Leben lang gesehnt hat. aus Lust erwächst Habgier. All das ist damit verbunden. beginnen die Menschen zu kämpfen. Dann ist man nicht mehr der Sklave seiner Sinne. und allmählich. welche Irrwege man sein ganzes Leben lang beschritten hat. Spätestens dieses ist der Zeitpunkt.36 – 3. 3. Da wir in einer recht wohlhabenden und konsumorientierten Gesellschaft leben. seine eigene Göttlichkeit verwirklicht zu haben. wie man sie bisher noch nicht kannte. dass man diese Probleme hat: Kampf.39) Buddha lehrte. ist es unvermeidlich. die die Leidenschaft entfacht. Hass. für eine Seligkeit. ist bereits das Kleinkind sehr massiv den materiellen Versuchungen ausgesetzt. solange der Mensch sexuell aktiv ist. so ist der Mensch von Leidenschaft umhüllt. Dadurch 189 . Töten. Man hat das Gefühl. Solange man in der Sexualität verstrickt ist. an dem man erkennt. Er verleugnete den Genuss nicht.“ (3. Man hat das gefunden. Hass. Und deshalb sind all diese negativen Dinge in der Lust enthalten. [188] Bereits in der frühen Kindheit ist unser Leben sehr materiell ausgerichtet.Brahmacharya besteht darin. Verwirrung und Kampf. die Sinneslust. um eines Tages vollkommen zu verschwinden. Sie sind die Feinde dieser Welt. Enttäuschung. Gleichzeitig wird die sexuelle Energie in spirituelle Energie umgewandelt. All diese negativen Dinge erwachsen aus der Lust. Genuss ist dabei. hat er kein Interesse an der Praxis des spirituellen Lebens. Zorn. dass das Empfinden von Lust und Sexualität Genuss beinhaltet.6 Meide Leidenschaft und Zorn Inhaltsverzeichnis Arjuna fragt Krishna: „Wodurch wird der Mensch getrieben. Dadurch wird das reine Bewusstsein des Menschen. Wie Feuer vom Rauch.

nach der es sich so sehnt. ein ganz individuelles Verhalten. Zufriedenheit werden wir daher nur finden. Ist unser Streben nach materiellen Werten nicht auch nur ein Ausdruck für unsere innere Unzufriedenheit? Zufriedenheit werden wir aber nicht dadurch finden. nach der es sich sehnt. wenden wir uns nach außen und versuchen. Diese Versuchungen beginnen sehr oft bereits im Säuglingsalter. Das Baby.ist unser Streben bereits im Kindesalter auf die Erfüllung materieller Wünsche ausgerichtet. indem wir versuchen. Weil wir die Zufriedenheit nicht in uns selber finden. sinnliche Reize zu befriedigen. Wird der Mensch geboren. um der seelischen Not. unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. auf vielfältige Weise unsere Sinne zu befriedigen. weil es von der Mutter nicht die Liebe bekommt. welche materiellen Wünsche wir uns erfüllen können. entsprechend seinem Naturell. Der Jugendliche oder Erwachsene entwickelt dabei natürlich andere. Es trinkt mit Genuss das süße Fläschen und fühlt 190 . Ist dieses schädliche oder ungesunde Verhalten erst einmal zur Gewohnheit geworden. aber oft nicht minder schädliche Verhaltensweisen. dann ist er rein und unschuldig. So entwickelt jeder Mensch. Sie verlangt nach immer neuen und intensiveren Sinnesreizen. möchte auf den Arm genommen und gestreichelt werden und es möchte die Liebe der Mutter spüren. wie das Kleinkind. zu entkommen. Das Baby aber entwickelt tief im Innern eine Traurigkeit. führt sich die entgangene Liebe gewissermaßen oral zu. gibt sie ihrem Baby süßen Tee. Die Sinneswelt ist unersättlich. vergessen wir vollkommen. dass alle materiellen Werte uns nicht zufrieden stellen können. Da die Mutter aber keine Zeit hat oder lieber ihre Ruhe haben möchte. dass nicht die Mutterliebe bekommt. Aber mit der Geburt treten die Versuchungen der materiellen Natur an ihn heran. entsprechend seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Er ist ohne Sünde. unter der er zu leiden hat. so ist es meist sehr schwer wieder abzulegen. Dann herrscht erst einmal wieder Ruhe und die Mutter kann weiter ihrer Beschäftigung nachgehen. Es sehnt sich nach der Mutter. Bei dem Bestreben. dann fühlt es sich vielleicht einsam und allein. die von Tag zu Tag zunimmt. Fängt das Baby in seinem Bettchen an zu weinen. diese Unzufriedenheit durch materielle bzw. Wir messen die Lebensqualität daran. wenn wir uns von den sinnlichen Verhaftungen lösen.

dann wird es zusätzlich mit Medikamenten ruhig gestellt. Haushalt und Familie sehr stark gefordert werden. nach dem das Kind sich sehnt.sich von Naschereien angezogen. Dieses erfordert oft. dass wir uns von unseren gewohnten Konsumvorstellungen verabschieden müssen. ganz bewusst andere Wege zu beschreiten. dem Kind das Gefühl von Geborgenheit und Liebe zu vermitteln. aber tief in ihrem Innern sind sie sehr unglücklich. dass das Streben nach Konsum. Liebe und Geduld für die Kinder. Dieses soll keineswegs eine Anklage gegen die Eltern sein. Ist das Kind trotzdem weiter unruhig und unzufrieden. dass beide Eltern arbeiten gehen. Die Eltern tragen das ihrige dazu bei. keineswegs zur Zufriedenheit führt und die versuchen. Mittlerweile sind wir fast an einen Punkt geraten. der sich einen gewissen Lebensstandard leisten kann. Wohin uns die vorwiegend materielle Orientierung geführt ab. Wenn sie dem Kind schon nicht die Liebe schenken können. In den Elternhäusern spiegelt sich ja nur das wieder. dann versuchen sie es wenigstens mit Konsumartikeln zufrieden zu stellen. die oftmals von Rücksichtslosigkeit gegenüber Mensch und Natur gekennzeichnet ist. wenn wir uns wieder in den Kreislauf der Natur einfügen. Hier stehen nicht die sozialen und ökologischen Belange im Vordergrund. die erkannt haben. fehlt es oft an Zeit. Es gibt zwar Menschen in der Gesellschaft. sich Gedanken über unsere zukünftige Lebensweise zu machen. sondern primär das Wohlergehen von Wirtschaftsunternehmen. was allgemein als gesellschaftliche Norm betrachtet wird. aber sie sind eher in der Minderheit. Darum war es wohl noch niemals zuvor in der Geschichte so dringend. So leben die Kinder zwar in recht guten wirtschaftlichen Verhältnissen auf. Das heißt. Wir haben langfristig wohl nur eine Chanche zu überleben. Ein anderes Beispiel ist die Globalisierung. wo wir uns die Frage stellen. nach Sinnlichkeit. Kapitaleignern und Aktionären und das vielfach auf Kosten der Allgemeinheit. Da die Mütter mit ihrer Mehrfachbelastung durch Beruf. Sie ist das äußere Spiegelbild unserer Lebensweise. ob uns die zunehmenden Probleme nicht eines Tages über den Kopf wachsen könnten. auch wenn viele dieses heute 191 . Damit bleibt wenig Zeit für die Kinder. die die Traurigkeit ein wenig vergessen lassen. ist am besten an der Problematik der Klimaerwärmung abzulesen. In unserer Gesellschaft genießt halt der großes Ansehen.

steht die göttliche Weisheit. um so eher wir erkennen. die Welt zu erforschen. Kunst. die sonst das Wissen und die Selbstverwirklichung zerstört. Wenn wir diese Umstellung intelligent und geschickt anstellen. obwohl die Übergangszeit mit allerlei Schwierigkeiten verbunden sein wird. und dabei das Allgemeinwohl im Auge haben. den Menschen nicht nur Bildung und Wissen zu vermitteln. um so reibungsloser wird sie uns gelingen.43) Die Sinne werden durch das Gefühl. die im Begriff sind. durch Vorstellungen.noch nicht wahrhaben wollen. Die Sinne verhalten sich geradezu wie junge Hunde. halten sich an keine Regel und erkennen dabei die Gefahren nicht. das alle modernen Kulturen aus Unwissenheit mehr oder weniger zum Erlöschen gebracht haben. durch äußere Wahrnehmungen (sinnliche Eindrücke). Entwickle spirituelle Stärke und bezwinge dadurch die unersättliche Lust. Deshalb bezwinge deine Sinne und meide die Lust. Wir sollten es als gesellschaftliche Aufgabe betrachten. dann sehe ich der Zukunft einigermaßen positiv entgegen. Ebenso ungebändigt verhalten sich die Sinne. Krishna sprach zu Arjuna: „Die Sinne. Durch intelligente Entscheidungen können die Sinne beruhigt werden.“ (3. Aber die Sinne können durch den Verstand reguliert werden. Meditation und Yoga sollte in den Schulen so selbstverständlich sein. Wenn erst einmal in den Menschen wieder das spirituelle Feuer entfacht ist. die ihnen lauern. Nächstenliebe und Verantwortung. Um so eher wir die Notwendigkeit der Umstrukturierung von Wirtschaft und Gesellschaft erkennen. dorthin. Auf der Suche nach sinnlicher Lust. Sie laufen hierhin.40 – 3. dann werden immer mehr Menschen sich nach innen wenden und erkennen. wie Mathematik. wenn man sie nicht im Zaum hält. Durch die Lust wird der Mensch verwirrt und das Wissen um sein wahres Selbst verschleiert. Physik und Sport. Dieses gilt ganz besonders für die 192 . Stark sind die Sinne. sondern auch Werte wie Mitgefühl. drängen sie immer wieder in die materielle Welt. Über allem aber. Begierden. dass sie von allen Opfer erfordert. Sehnsüchte und durch das Bewusstsein beeinflusst. Darum richte dein Selbst auf das Selbst des Höchsten. das Glück und Zufriedenheit nur im Innern zu finden sind. der Verstand und die Intelligenz sind der Ursprung der Lust.

Du brauchst nicht erst heilige Schriften zu lesen und auch keinen Guru zu fragen. dass es besser ist. Aber die meisten Menschen erfahren keine Seligkeit. ob deine Seligkeit ständig tiefer und tiefer wird. Seligkeit ist das Kriterium dafür. Zunächst sollten wir uns einmal anschauen. ob man richtig lebt oder nicht. Die meisten Menschen leben ziemlich unbewusst in den Tag hinein. die sinnlichen Begierden zu befriedigen.“ Mit dieser Äusserung hat Osho vollkommen recht. irgendetwas an unserem Verhalten zu verändern.Sexualität. Wenn das so ist. warum ändern sie dann nicht ihr Leben? Hier kommt das Bewusstsein ins Spiel. Wenn man erkannt hat. Aber trotzdem haben wir vielfach nicht die Kraft. ob man eigentlich immer trauriger wird oder immer seliger. irgendwem zu glauben. Es kommt nicht darauf an. Wenn dein Leben nicht selig ist. und Seligkeit ist das Kriterium dafür. in ein liebevolles. um diese Energie zu kanalisieren. Dann nimmt man gewissermaßen von klein auf eine Opferrolle ein und stellt die eigenen 193 . sondern in der Regel ist ihr Leben durch mehr oder weniger Leid geprägt. die Qualen. ist es sehr schwer. Leiden ist das Kriterium dafür. dass man falsch lebt. Wenn die Menschen aber so unglücklich sind. dann bist du auf dem Holzweg. ob du immer seliger wirst. jeden Tag sein eigenes Leben zu prüfen und nachzuschauen. die sinnlichen Begierden zu lenken oder sie irgendwie in Frage zu stellen. diese Energien sinnvoll zu nutzen. dann machen wir uns zum Sklaven unserer Sinne. dann werden wir von den Sinnen beherrscht. Wenn wir uns nicht bemühen. Sie denken kaum über ihr Handeln nach. Unser ganzes Streben war darauf ausgerichtet. andere Kriterien gibt es nicht. Du brauchst nur zu prüfen. dass diese kurzfristige sinnliche Befriedigung uns keinerlei dauerhaftes Glück beschert. die sexuelle Energie in spirituelle Bahnen zu lenken. wie wir uns bisher verhalten haben. dass die Sinne unser Denken. War es nicht so. tolerantes und aufgeklärtes Elternhaus hineingeboren zu werden. es kommt darauf an. die Schmerzen immer mehr werden. dann nutzt man seinen Verstand und seine Intelligenz. Eigentlich sollten wir mittlerweile erkannt haben. dass man richtig lebt. Und wenn das Leiden. dann bist du auf dem richtigen Weg. Wenn man nicht das Glück hat. ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen. Osho sagte einmal: „Seligkeit ist das einzige Kriterium für das Leben. unsere Wünsche und Phantasien bestimmten? Uns ging es keineswegs darum. dann wisse. dass du auf dem Holzweg bist.

Selbst wenn wir uns vertrauensvoll an Krishna wenden und ihn um Hilfe bitten. Sie bildet Hormone. wenn wir jeden Gedanken an die Lust sofort wieder verscheuchen. Die Entscheidung. Warum werden wir eigentlich so stark von der Sexualität bedrängt? Es liegt im wesentlichen daran. weil sie immerzu vor einem davonläuft. Während dieser ganzen Zeit. Natürlich haben wir die Möglichkeit. Aber wir sind den Begierden nicht willkürlich ausgeliefert.Wünsche und Bedürfnisse hinten an. wird sie sich nicht abhalten lassen. ihnen etwas entgegen zu setzen. immer wieder sexuell aktiv zu werden. sich durch die Hintertür in unsere Gedanken und Phantasien einzuschleichen. ein klares und eindeutiges „Nein“ entgegen setzen. unsere Phantasie zu beflügeln. Jeder weiß. Das Problem der Selbstverwirklichung scheint darin zu bestehen. die uns ermuntern. So beeinflusst und steuert die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) als zentrales hormonelles Steuerungsorgan alle anderen hormonellen Organe. dass das Leid sich so schwer abschütteln lässt und einem pausenlos hinterher läuft. uns weiter zu bedrängen. Gelingt es ihr tagsüber nicht. 194 . während die Seligkeit so schwer zu erringen ist. Aber dieses „Nein“ ist die einzige Chanche. wie schwer es ist. um sich von der sexuellen Verhaftung zu befreien. da wir massiv von den Hormonen beeinflusst werden. Sie wird immer wieder versuchen. Dadurch werden vom Körper immer wieder neue Neurotransmitter (Hormone) ausgeschüttet. dass wir meist über viele Jahre oder Jahrzehnte jedem sexuellen Begehren nachgegeben haben. dann ist das nur langfristig möglich. in dieser Beziehung konsequent zu bleiben. Wir können sie zwar vorübergend abschütteln. Da sich auf diese Weise keine innere Zufriedenheit heranbilden kann. die beispielsweise das sexuelle Empfinden beeinflussen. Dadurch wird die Sexualität sich aber nicht abhalten lassen. Will man die Lust wirklich besiegen. Die Sexualität ist sehr raffiniert und trickreich. sucht man diese Zufriedenheit durch materiellen Genuss zu kompensieren. sich von der sexuellen Verhaftung zu befreien. Aber sie wird immer wieder vesuchen. Wir können der sexuellen Lust. wird vom Intellekt getroffen. Dadurch liegt die Entscheidung über unser Handeln nur noch bedingt in unserer Hand. uns zu überlisten. dann schleicht sie sich nachts in unsere Träume und versucht erneut die Leidenschaft zu entfachen.

Auch Frauen haben übrigens nächtliche Orgasmen [77]. Es findet also eine Veränderung in vielen Bereichen statt. 5. der durch nichts zu erschüttern ist. Dabei haben die Spermien. die psychische Stärke. weil die Sexualhormone weiterhin produziert werden. weil man ihr mental widerstanden hat. Alle Türen. die Intuition. Dann interessiert einen die Sexualität nicht mehr. als wenn er alle drei Tage einen Orgasmus hat. der Hass. 195 . Glichzeitig kann man sich jederzeit in tiefe meditative (tranceähnliche) Zustände versetzen. Hass.sollte man über die mentale Stärke verfügen. Nervosität. die innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Das hat zur Folge. usw. tiefe sexuelle Befriedigung. die Kreativität und die intellektuelle Leistung und Schaffenskraft entsprechend zunimmt. 2. sondern allein aus dem Grund. Ist es so weit. Wenn ein Mann enthaltsam lebt. Cowpersche Drüse (Bulbourethraldrüse). die für die Befruchtung der weiblichen Eizelle verantwortlich sind. Es macht sich ein unbeschreiblicher innerer Friede breit. 3.). Samenleiterampulle. Sie fällt wie ein reifer Apfel vom Baum. Samenbläschen. Dabei geschieht es.. Und eines Tages hat man das Gefühl. nach der man sich so sehr gesehnt hat. Da der Mann also nur sehr selten einen nächtlichen Orgasmus hat. dann lebt er nicht wirklich enthaltsam. sind diese Pollutionen wesentlich intensiver. alle sexuellen Wünsche ausgelebt zu haben. weil man die Erotik. die Ängste. Die Lust nimmt aber nicht deshalb ab. die Trauer sowie die psychosomatischen Beschwerden und die sexuelle Begierde ein klein wenig abnimmt und die Intensivität in der Meditation. Hoden und Nebenhoden (Spermien). Der nächste Schritt ist die Heilung des Nabelzentrums. dann hat man das Gefühl grenzenloser Freiheit. meist aber erst nach einigen Monaten. Vorsteherdrüse (Prostata). nur einen Anteil von etwa 5 Prozent am Ejakulat. etwa ein oder zwei mal im Monat. in der das Ejakulat (Sperma [189]) wie beim Orgasmus ausgestoßen werden. 4. wirklich erfahren hat. dass in gewissen Abständen (2 bis 4 Wochen) im Schlaf eine nächtliche Pollution (Orgasmus) stattfindet. Dabei fallen alle Ängste. alle psychosomatischen Erkrankungen (Magenschmerzen. der Begierde zu widerstehen. Das Samenplasma (Ejakulat) des Mannes setzt sich aus Sekreten der folgenden Geschlechtsdrüsen zusammen: 1. die Wut. Wut und Trauer von einem ab. Als erstes heilt also das Sexualchakra. dass nach jedem Orgasmus.

dem Yoga. mein Freund. Durch die Enthaltsamkeit übergibt man die Sexualität gewissermaßen der Natur. bist. Als nächstes heilt das Herzchakra. Die Sexualität ist in Wirklichkeit nur ein schwacher Schein von der Seligkeit. Man hat das Gefühl. vom Lehrer an den Schüler weiter gegeben und so lernten ihn auch die Könige. danach das Kehlkopfchakra und schließlich das Stirnchakra. wie wir sie uns immer erträumt haben.“ (4. weil irgendetwas uns daran hindert. dann hat man das Gefühl. der Yoga des Wissens 4.die einem bisher wegen der Angst verschlossen waren. Doch im Laufe der langen Zeit ging die Wissenschaft des Yoga verloren. die dann alles weitere regelt. Außerdem hindert uns die Fixierung auf die Sexualität daran. diesen unermesslichen Schatz zu bergen. das gefunden zu haben. die jedem Menschen innewohnt. Aber darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Kapitel: Jnana Yoga. sie ist das höchste Geheimnis. den Sonnengott. als jede Sexualität. Manu wiederum unterwies seinen Sohn Iksvaku. dass Krishna einst den Sonnengott Virasvan zu seinem ersten Schüler machte. Im Mahabharata steht. So wurde der Jnana Yoga. die Sexualität so zu erfahren. Wir finden diese Seligkeit nicht. in den Jnana Yoga. den Vater der Menschheit. Mit dem Abklingen der sinnlichen Begierden beginnt ein innerer Friede und eine unbeschreibliche Glückseligkeit in einem zu wachsen. Vivasvan wiederum unterwies Manu. Dieser wiederum unterwies Manu und Manu unterwies seinen Sohn Iksvaku. dass die Wissenschaft des Jnana Yoga ursprünglich nur den Gelehrten und Königen vermittelt wurde. in die unvergängliche Wissenschaft des Yoga. die hundert Mal schöner sind. wird dir heute von mir mitgeteilt. zu Hause angekommen zu sein. Jnana Yoga 196 . Damit soll angedeutet werden. der nach Erkenntnis der letzten Wahrheit strebt.01 – 4. Allein schon dieser Zustand ist phantastisch. Hat man dieses einmal erfahren. wonach man sich immer gesehnt hat. öffnen sich plötzlich. weil du mein Geweihter. 4.1 Die Tradition des Jnana Yoga Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Einst unterwies ich Vivasvan.03) Krishna verweist auf die Tradition des Jnana Yoga. Diese uralte Wissenschaft des Yoga.

werden sie hoffentlich einen Kompromiss finden.04 – 4. als im Hinduismus.2 Die Lehre von der Wiedergeburt Inhaltsverzeichnis Arjuna fragt Krishna: „Der Sonnengott Vivasvan lebte bereits vor dir.“ (4. aber du kannst es nicht. Durch die Wissenschaft des Jnana Yoga erlernten sie die Fähigkeit.06) Krishnas Aussage weist auf seine Wiedergeburt hin. Wie soll ich es verstehen.wurde als eine Art Geheimwissenschaft nur mündlich von einem Lehrer an ausgewählte Schüler weiter gegeben. Es wurde darauf aufmerksam gemacht. Du bist erst nach ihm geboren. haben auch nicht in allen Punkten für alle Ewigkeit Gültigkeit. die in den heiligen Schriften gemacht wurden. den Bürgern durch Erziehung und Kultur spirituelles Wissen zu vermitteln. vor den Gefahren der sinnlichen Lust zu beschützen. Bereits im ersten Kapitel wurde von der Wiedergeburt gesprochen. Aber auch an dieser Stelle soll 197 . dass Krishna persönlich zum Sonnengott sprach. die Bevölkerung in rechter Weise zu regieren. sondern sie spiegeln oftmals den Zeitgeist wieder. dass im Buddhismus andere Vorstellungen von der Wiedergeburt bestehen. Die Könige betrachteten es als ihre Pflicht. Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden und sich selber. Die Aussagen. sondern den tieferen Sinn dahinter erkennen. Manche Traditionalisten sind zwar bestrebt. wie die Aussagen der heiligen Schriften in ihrer Zeit interpretiert werden sollten. du und auch ich. so sollten wir diese Aussage nicht wörtlich nehmen. Obgleich ich ungeboren und unvergänglich bin. Ich kann mich an alle erinnern. 4. damit sie sich durch Krishna-Bewusstsein von der materiellen Fessel lösen und wahre Zufriedenheit finden konnten. so werde ich doch immer wieder neu geboren. sowie die Bevölkerung. Zu diesen Auserwählten zählten die Könige. dass du ihn einst in der Wissenschaft des Jnana Yoga unterwiesen hast?“ Darauf antwortete Krishna: „Wir haben bereits viele Geburten hinter uns. sich gegen jede Veränderung auszusprechen. aber wenn die Traditionalisten und Fortschrittlichen sich zusammen setzen. obgleich ich der Herr aller Wesen bin. mit dem beide einverstanden sind. Darum muss jede Generation neu darüber nachdenken. Wenn in der Mahabharata steht.

Diese ungestellten Fragen. Die sogenannten Beweise. die immer wieder von Wiedergeburtsgläubigen vorgelegt werden. dann reagieren sie panisch. machen eigentlich erst unser Menschsein aus. der ihnen das Gefühl von Sicherheit vermittelt. ihre 198 .noch einmal auf die Wiedergeburt eingegangen werden. mit denen man sich sonst auseinander setzen müsste. Solange man sich auf diesem kindlichen Niveau bewegt. die uns weiter bringen. andererseits aber nicht den Mut. dass wir keine Aussagen über die Wiedergeburt machen können. weil sie die Befürchtung haben. in der es eigentlich keine Veränderungen geben darf. Sowohl sehr einfache Menschen. Sie sind der Ausdruck des Bewusstseins. mit welcher kindlicher Einstellung manche Menschen der Religiosität begegnen. weil sie ihnen den Halt gibt. Beginnt jemand an dieser heilen Welt zu rütteln. dass wenigstens im nächsten Leben alles gut wird. Es ist vielleicht gerade der richtige Weg. sich ihr Leben lang auf diesem kindlichen Niveau bewegen. überzeugen mich nicht. treten viele Fragen gar nicht erst an einen heran. Ich muss ehrlich sagen. welches sie sich schon so lange erträumt haben. Solch eine Haltung geschieht vielleicht auch aus einem gewissen Selbstschutz heraus. Man stellt sich Gott oder Krishna als real existierende Menschen vor und auch die Reinkarnation wird wie selbstverständlich hingenommen. das Bewusstsein (das Wissen) und die Kraft haben. und sich daher mit aller Macht an die Vorstellung klammern. Ich kann mir diese Wiedergeburtsgläubigkeit nur dadurch erklären. Diese Vorstellungen werden in keinster Weise irgendwie hinterfragt. Aber gerade diese ungestellten Fragen sind es. Ich weiß nicht. sondern eher von einer resignativen Haltung getragen wird. der sie zur Spiritualität führt. Einfachen Menschen mag man diese Vorstellungen zugestehen. dass nur beim Menschen anzutreffen ist. als auch religiöse Dogmatiker haben eine sehr fest strukturierte Welt. Aber andererseits empfinde ich es doch als sehr bedauerlich. Sie brauchen diese selbst erschaffene heile Welt. Mir fällt immer wieder auf. die inneres Wachstum erst ermöglichen. dass sie dann das Leben leben dürfen. Wenn wir ehrlich sind. Wahrscheinlich kann man diese Einstellung nur psychologisch erklären. müssen wir zugeben. dass die Menschen im jetzigen Leben ziemlich unglücklich sind. dass solch eine Einstellung nicht unbedingt von einem gesunden Selbstbewusstsein zeugt. etwas an ihrer persönlichen Situation zu verändern. wenn erwachsene Menschen. warum die Menschen so in die Wiedergeburt vernarrt sind.

einen Bezug zu einer wie auch immer gearteten Gottheit hatten.selbstgeschaffene heile Welt könnte zusammenbrechen. dass sowohl der Theismus als auch der Atheismus die Frage nach dem Ursprung des Seins. Da sie genau davor die größte Angst haben. [80] Wenn wir ehrlich sind. Ich habe zwar die Vermutung. müssen wir zugeben. dass ich die Natur mit all ihren 199 . In vielen Kulturen gab es Vorstellungen von der Wiedergeburt. Diese Haltung ist aber nicht nur unter religiösen Menschen zu finden. für die es keinerlei Beweise gibt. ob es eine Gottheit gibt. Insbesondere die Tradition des Samkhya ist im indischen Denken bis heute lebendig geblieben. Selbstverständlich gab es auch in den nachfolgenden Jahrhunderten eine ganze Reihe atheistischer Philosophen und Strömungen. aber ich habe keinerlei Vorstellungen davon. nicht beantworten können. auch gar nicht so wichtig. In Indien zeugen einige der ältesten philosophischen Systeme von atheistischem Denken. sondern sie ist allgemein weit verbreitet. Man sollte sich einmal ein paar Gedanken darüber machen. als ob sie diese Fragen beantworten könnten. Jedenfalls ist davon auszugehen. sowie die naturphilosophische Lehre des Vaisheshika und das Nyaya. Der Buddhismus und der Daoismus lehnten ebenfalls die Existenz einer Schöpfergottheit ab. wie die Vorstellungen der Wiedergeburt entstanden sind. Mir persönlich ist die Frage. Aber viele Theisten und Atheisten tun so. die die Existens einer Gottheit ablehnten. Hierzu zählen der Jainismus. ob es einen Gott gibt oder ob es eine Wiedergeburt gibt. In Wirklichkeit stützen sich beide auf Glaubensgrundsätze. Es gab aber auch atheistische Philosophien. dass es so etwas wie einen Gott geben könnte. Besonders bei Menschen. bekämpfen sie alles. wie dieses Göttliche beschaffen sein könnte. Meine Vermutungen. dass zumindest die meisten Kulturen. also Philosophen. Aus dieser Angst heraus entstanden die schlimmsten Kriege und persönlichen Auseinandersetzungen. welches analytisch die Wahrheit zu ergründen suchten. Das Nyaya nahm später theistische Züge an und verschmolz mit dem Samkhya. beruhen im Wesentlichen darauf. ist sie oftmals stark ausgeprägt. was ihre Vorstellung bedrohen könnte. das (späte) Samkhya (das ursprünglich theistische Züge trug). dass es so etwas wie einen Gott geben könnte. die Frage. die in ihren sinnlichen Ausschweifungen verhaftet sind.

Phänomenen für so großartig halte. Die aber fleischlich sind.B. Ihr aber seid nicht fleischlich. Wer es fassen kann. andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht.12: „Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig. die wir in Bezug auf das Göttliche haben. dass sie rein zufällig entstanden ist. Dazu gehört zum Beispiel die Vorstellung. Wenn sie sich aber nicht enthalten können. aber auch er konnte sicherlich keine Wunder vollbringen. Jesus sei der Sohn Gottes gewesen und er habe alle möglichen Wunder vollbracht. und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Korinther 7. 200 . Jesus war im Prinzip ein Yogi. die darauf hinweisen. Erst die Anhänger Jesus fingen an. 6: „Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod. der andere so. sondern geistlich. wenn sie bleiben wie ich. sollen sie heiraten. können Gott nicht gefallen.“ 1. Man findet z. Jesus als den verheißenden Messias anzusehen. der fasse es. wie ich bin. 7-9: „Ich wollte zwar lieber. und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. wenn denn Gottes Geist in euch wohnt.“ [81]. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott. In der Bibel gibt es etliche Verse. Der Schriftsteller. aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott. Theologe und Philosoph David Friedrich Strauß fasste die Wunder Jesus als angedichtete Mythen auf. war Jesus ein außergwöhnlicher Mensch. irgendwelche willkürlichen Theorien aufzustellen oder sie ungefragt zu übernehmen. dass er enthaltsam lebte. denn es ist besser. der eine so. Dazu gehört zum Beispiel auch. der im Prinzip die Regeln des Yoga beachtete. ihn zu glorifizieren und dichteten ihm allerlei Wunder an. die den Ideen des Alten Testaments Ausdruck verleihen sollten. alle Menschen wären. der bewusst oder unbewusst. Die Unwissenheit. folgende Zitate von Jesus in der Bibel [105]: Matthäus 19. dass ich mir nicht vorstellen kann. sollte uns aber nicht dazu verleiten. Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie.“ Römer 8. nach den Gesetzen des Yoga lebte. Meiner Einschätzung nach. zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.

Schmerz und Entbehrung hinein geboren wird. Stattdessen sollten wir uns bemühen. Wenn ich in diesem Zusammenhang von Göttlichkeit spreche. Meiner Ansicht nach. durch einen starken Willen. Wiedergeburt heißt nichts anderes. als dass man wieder in den Kreislauf von Leid. anderen Heiligen. sondern dem es im wesentlichen um die Befreiung vom Leid ging. das einem zu Lebzeiten versagt blieb. deutet meiner Meinung nach auf ein sehr unzufriedenes Leben hin. die Wiedergeburt wird häufig missverstanden. nach unserem ganz persönlichen Weg zur Erlösung zu suchen. hat darum nichts mit der Glückseligkeit zu tun. der im Prinzip die Vorstellung von Gott und der Seele ablehnte. eiserne Disziplin. denn darauf werden wir niemals eine Antwort finden. jetzt wie ehemals: das Leiden und die Aufhebung des Leidens. Darum ist für mich die wahre Wiedergeburt. Man muss sie sich erarbeiten. das vermutlich von Leid. Dabei sollte keiner auf den anderen herabschauen. Ehrlichkeit. durch Intelligenz und einem wachen 201 . ob es einen Gott oder die Reinkarnation gibt.“ Ich glaube. Sie allein gewährt uns das Glück. Der eine mag dabei auf den Schutz von Krishna. Darunter verstehe ich die Selbstverwirklichung. welches man sich erträumt hat. uns vom Leid zu befreien und unsere eigene „Göttlichkeit“ zu erwecken. nach dem wir uns alle sehnen. Der Wunsch nach der Wiedergeburt. Die Suche nach diesen Antworten sollte uns nicht daran hindern. Die Wiedergeburt. die Wiedergeburt im jetzigen Leben. Jesus. Entbehrungen und vielen unerfüllten Wünschen geprägt war. Weisen oder auf Gott vertrauen und der andere beschreitet den Weg. die man sich so sehr erhofft. so wie sie allgemein verstanden wird. auf ein Leben. dann meine ich den Zustand von Seligkeit. sollten nicht die religiösen Fragen im Vordergrund stehen. Die Idee der Wiedergeburt wurde vermutlich aus der Hoffnung heraus geboren. wenigstens nach dem Tode das Leben führen zu können. der es uns ermöglicht. Mir gefällt in diesem Zusammenhang die Einstellung Buddhas. So sagte Buddha: „Dies allein lehre ich euch. Sie ist nur durch Mut. dass man das erfüllte Leben lebt. Aber die Wiedergeburt bedeutet ja keinesfalls. den spirituellen Weg zu finden. den wir alle insgeheim herbeisehnen. Aber diese Wiedergeburt fällt einem nicht in den Schoß. Buddha. ohne an irgendwelche Gottheiten zu glauben.Die Frage. muss jeder für sich selber beantworten.

denen es nicht egal ist.09) Krishna spricht davon. der zum gesellschaftlichen Wandel führt. viele Menschen mit ihrer Idee zu begeistern. dass immer dann. Jesus oder Gandhi. wenn die Menschheit sich in Gefahr begibt und moralisch in ein Chaos zu versinken droht. erscheint. so mag man sie von mir aus als Avatare ansehen.07 – 4. Wer mein Werden und Tun. sondern gelangt in mein ewiges Reich. Könnte es nicht so sein. wir sollten diese Aussage symbolisch verstehen. Ich würde sie einfach als außergewöhnliche 202 . die ohnehin vielleicht schon viele erfasst hat. als Avatar. andere Menschen für seine Ideen zu begeistern. Polikern und Privatpersonen. Krishna sprach zu Arjuna: „Wann immer die Religiosität verfällt und sich Rechtlosigkeit einstellt. Ich denke. so dass die Sehnsucht. wird nicht wiedergeboren. dass ein menschgewordener Gott auf der Erde erscheint. plötzlich zum gesellschaftlichen Allgemeingut wird. aus ihrer materiellen Orientierung und aus ihrer Trägheit herausreißt. als Gottheit in Tier. das Göttliche in mir erkennt.“ (4. der der Gesellschaft neue Impulse vermittelt. Kristallisiert sich unter den Menschen eine schillernde Figur heraus. erscheine ich in jedem Zeitalter. Menschen. was mit der Erde geschieht und die aus ihrem Verantwortungsgefühl heraus an die Öffentlichkeit getreten sind. einer großen Überzeugungskraft. Um die Guten zu beschützen und die Schlechten zu vernichten. dann erscheine ich. auf der Erde erscheint.Bewusstsein zu erlangen. wenn die Religiosität verfällt und sich Rechtlosigkeit einstellt. Auf alle Fälle sollten wir so realistisch sein und uns von der Vorstellung lösen. um die Menschheit von ihren Sünden zu befreien.oder Menschengestalt. einer großen Ausstrahlung und mit der Fähigkeit. an dem (hoffentlich) jemand mit einem starken Charakter. dass er immer dann. der die Menschen aus ihrer Oberflächlichkeit. sondern eine ganze Reihe von Wissenschaftlern. wie die Aussage gemeint sein könnte. wie Buddha. die das Charisma besitzt. um sie in eine spirituelle Zukunft zu führen? Erleben wir nicht gerade solch eine umwälzende Veränderung in der Klimapolitik? Für diese Veränderung ist allerdings keine Einzelperson verantwortlich. sie irgendwann an einen Punkt gelangt. nach einer moralischen Erneuerung. Darum sollten wir überlegen.

Das Rechengenie Daniel Tammet sagt die Zahl Pi (3. brachte sich als Sechsjähriger über Nacht das Klavierspielen selber bei. Auch mit Potenzrechnung hat er keine Probleme.) bis auf die 22514. Nachkommastellen genau auf. sie sind sogar in der Lage. kennt nach eigenen Angaben den Inhalt von etwa 12. die sie vorher noch nie gesehen haben. nach dem er von einem Baseball am Kopf getroffen wurde. Sie sind unter anderem zu mathemathischen Höchstleistungen fähig. die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. dass einige Menschen.. Matt Savage. Die Ergebnisse können bei Bedarf auch noch nach Jahren wieder abgerufen werden. So bereitet es ihm keine Probleme 67 hoch 33 im Kopf zu rechnen. ganze Bibliotheken in ihrem Kopf zu speichern und können jeden Satz aus jedem Buch Wort für Wort wiederholen. Seit 2005 unterrichtet er als Lehrbeauftragter an verschiedenen Schulen das Zusatzfach Mathematisches Mentaltraining mit großem Erfolg. man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Inselbegabung. das Vorbild für den Film „Rain Man“ mit Dustin Hoffmann (1988). In der Schule wurde er als Kind einmal nicht versetzt. Es wurde festgestellt. Heute ist er ein gefeierter Jazz-Pianist. nachdem sie einmal mit einem Hubschrauber über diese Städte geflogen sind. Mehr können und sollten wir über diese Menschen auch nicht aussagen. Mit sieben Jahren komponierte er bereits eigene Stücke und brachte seine erste CD heraus. Seither erinnert er sich an jedes 203 . Das deutsche Kopfrechengenie Rüdiger Gamm gehört zu den weltweit etwa 100 Savants. Er könnte auch mehrere hundert Nachkommastellen nennen. Er rechnet die Aufgabe 67 : 167 im Kopf und sagt das Ergebnis bis auf die dreissigste Nachkommastelle genau auf. jeder Mensch habe diese Fähigkeiten.Menschen bezeichnen. eine autistische Veranlagung besitzen.000 Büchern auswendig. Seine Fähigkeiten entdeckte er mit 20 Jahren. Einige Wissenschaftler sagen. aber sie werden von unserem Gehirn unterdrückt. Orlando Serell erwarb seine außergewöhnlichen Fägigkeiten erst mit 10 Jahren. ein anderer Savant.14. Dabei sagt er die Zahlen fast wie aus der Pistole geschossen auf. sie sind bereits als Kleinkinder geniale Musiker. Kim Peek. Er kann 2 Seiten innerhalb von 8 Sekunden gleichzeitig lesen und zwar eine mit dem linken und eine mit dem rechten Auge.. sie können ganze Städte mit allen Details aus dem Kopf aufzeichnen. oder von Savants.

sich an den Gesetzen des Yoga orientierten. dadurch ihr Leben enorm bereicherten und dass es ihnen. Der 1886 im damaligen Russland gebore Solomon Schereschewski. [88] Der Nachteil ist. sondern jeder Mensch besitzt die Fähigkeit ein „Avatar“ zu werden. dass sie ganz bewusst diesen Weg beschritten haben. Damit möchte ich natürlich nicht ausdrücken. dass die meisten Menschen. diese Fähigkeit zu verlieren. Weisen und Heiligen.einzelne Detail seines Lebens inklusive jedes gegessenen Cheeseburgers und jedes einzelnen Regengusses. Ein typisches Merkmal des Autismus besteht darin. in nützlich und unnützlich. dass dieses Potential in einzenen Punkten nicht die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit der eben angesprochenen Savants besitzt. ihr Leben vernünftig zu gestalten. was dazu führt. liegt darin. So unterscheidet er die auf ihn einströmenden Informationen nicht in wichtig und unwichtig. Er muss sich nur darum bemühen. Darum sind Avatare für mich nicht irgendwelche Gott-Menschen. leicht fällt. dann kann man sie eigentlich bereits als Avatare bezeichnen. offenbar beim Autisten nicht vorhanden sind. Aber es gibt unter den Savants auch tragische Fälle. Es mag sein. was ihm aber nicht gelang und ihn in den Wahnsinn trieb. Sein sehnlichster Wunsch war es. konnte sich ebenfalls an jede Minute seines Lebens erinnern. die einen spirituellen Weg beschritten haben. aber die Vorteile der Yogis. im Gegensatz zu den autistischen Menschen. die vom Himmel auf die Erde kommen. Es wird vermutet. dass auch Albert Einstein eine autistische Veranlagung gehabt haben könnte. 204 . Haben die Yogis einmal das Ziel der Selbstverwiklichung erreicht. dass sie einen Grossteil ihres menschliches Potential entfalten konnten. dass die moralischen und ethischen Filter. einzukaufen oder allein ihren Alltag zu bewältigen. Jesus und Buddha gehörten zu diesen Menschen. Er starb in einer Heilanstalt. Aber auch jeder normale Mensch besitzt ganz genau dieselben Fähigkeiten wie Jesus und Buddha. dass Savants mitunter mit den einfachsten Tätigkeiten des Alltags überfordert sind. sondern er nimmt alle Informationen ungefiltert auf. dass alle aussergewöhnlichen Menschen eine autistische Veranlagung besitzen. die einen spirituellen Weg beschritten haben. die beim Normalmenschen existieren. Sie sind oft nicht in der Lage sich anzuziehen. Vielmehr bin ich davon überzeugt.

Wunschdenken. dass andere sich verwundert fragen. die Erlösung nach dem Tode zu erlangen. ohne diese Behauptung je in Zweifel zu ziehen. haben wir wirklich genug zu tun. Krishna sprach zu Arjuna: „Befreit von Leidenschaften. aber sicherlich auch mit einer Portion Weisheit und Religiosität geschrieben wurden. Wenn es auch wünschenswert wäre. die in Büchern wie dem Mahabharata. um der Menschheit den rechten Weg zu weisen. Wenn in den heiligen Schriften von Avataren berichtet wurde. Unser Bestreben kann nur darin bestehen. So. der ja bekanntlich seine Heimat verlassen musste. völlig in mich versunken und bei mir Zuflucht nehmend. zum Tode verurteilt wurde. dann hätte es wahrscheinlich einen Sturm der Entrüstung gegeben. dass Avatare hin und wieder auf der Erde erschienen. Alles andere ist Illusion. Dann haben wir vielleicht sogar die Möglichkeit. Februar 1989 vom iranischen Staatschef Khomeini mittels einer Fatwa. weil er am 14. Viele folgen mir. Und der wäre ihnen sicherlich nicht gut bekommen. Mich erinnert das ganze ein wenig an die Islamkritik des indischen Schriftstellers Salman Rushdies.Für mich haben die Vorstellungen der Avatare eigentlich nur noch historischen Wert. so sollten wir nicht auf ihr Erscheinen hoffen. Und vielleicht sind wir eines Tages vielleicht sogar soweit fortgeschritten. wurden viele Menschen durch ihre Hingabe zu mir geläutert und wurden eins mit mir. Es sind epische Heldensagen und heilige Schriften. wie die Menschen zu mir kommen. dem Ramayana. unseren eigenen spirituellen Weg zu beschreiten und unsere eigene Erlösung anzustreben. den Veden oder gar in anderen religiösen Schriften beschrieben wurden. so liebe ich sie. wenigstens der/die eine oder andere. dass wir soviel Charisma besitzen. Hätten sie das getan. Mir ist es allerdings unverständlich. die darüber schrieben. dass Menschen solche Überlieferungen als real betrachten. Angst und Zorn. Sollten wir nicht viel mehr danach streben. wahrscheinlich selber an die Existenz von Avataren geglaubt. die von Menschen mit viel Phantasie. woher das wohl kommt. Wir sollten auch nicht danach Streben. 205 . eines iranischen Rechtsgutachtens. andere auf den spirituellen Weg zu führen. die Erlösung bereits im jetzigen Leben zu erlangen? Sie allein ist für mich die einzig wahre Erlösung. so haben die Autoren. Wenn wir uns damit ernsthaft befassen.

ein vorbildliches Leben zu führen. dass die Befreiung von Angst und Zorn nicht ohne die Befreiung von sinnlicher Verhaftung möglich ist. Jeder wählt den Weg. begegnen den Menschen aber mit sehr viel Liebe. um spirituelle Fortschritte zu erzielen. die zum Ziel führen. Der andere beschreitet vielleicht lieber einen Raja-Yoga-Weg. Der eine sucht Zuflucht bei Jesus oder Krishna und versucht durch Bhakti-Yoga.“ (4. wie ernsthaft jemand seinen Weg beschreitet. ohne Brahmacharya wird es keinen ernsthaften spirituellen Fortschritt geben.Die aber den Erfolg auf Erden wünschen. dann ist das ein himmlisches Geschenk. So beschreitet jeder seinen ganz individuellen spirituellen Weg. stehen ihr vielleicht sogar ablehnend gegenüber. der er für den geeignetsten hält. dass sehr viele Menschen aller Glaubensrichtungen eine sehr ähnliche Einstellung haben.12) Ist man frei von sinnlicher Verhaftung. dass man sich mit aller Kraft Krishna zuwendet. Nächstenliebe und Opfergaben. Ich weiß. denn schon nach kurzer Zeit kann sich materieller Erfolg einstellen. könne als der rechte Weg betrachtet werden. Wieder andere haben vielleicht keinen Zugang zur Religion. Für alle gilt. andererseits werde ich immer etwas nachdenklich. Er meditiert sehr häufig und versucht durch regelmäßige Yoga. Krishna-Bewusstsein drückt sich für mich nicht dadurch aus. ob jemand eine religiöse Orientierung besitzt oder nicht. Ich kann diese Einstellung zwar durchaus verstehen. der sie am Ende alle zum selben Ziel führt. verehren die Götter. wenn Menschen sich fanatisch mit religiösen Idealen identifizieren. Besonders wenn Menschen meinen.und Atemübungen eins mit Krishna zu werden. 206 . Ist dieses Bewusstsein erwacht. Bewusstsein ist darum eine wichtige Voraussetzung. Während viele Menschen gerne frei von Angst und Zorn sein würden. Angst und Zorn. nur allein die Hinwendung zu ihrem Gott. fehlt den meisten Menschen das Bewusstsein. also durch Gebete. dann gibt es unterschiedliche Wege. Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft und sind stets darauf bedacht.10 – 4. seiner Liebe zu Jesus oder Krishna Ausdruck zu verleihen und eins mit ihm zu werden. Auf mich wirkt das aber insgesamt doch relativ verkrampft. sondern allein daran. Oder sie praktizieren Raja Yoga ohne sich besonders religiös zu orientieren. Das Kriterium für einen ernsthaften spirituellen Weg kann daher nicht daran gemessen werden.

wie ernsthaft man seinen spirituellen Weg beschreitet. was leider in der heutigen Zeit immer schwieriger wird. Dass hinter den physiologischen Veränderungen Naturgesetze stehen. Aber ich glaube nicht. Wir sollten uns ganz deutlich ins Bewusstsein rufen. wenn man keine Enthaltsamkeit praktiziert. Dieses ist aber an keinerlei Personen. Dieses Bewusstsein bedarf nicht einmal eines Krishna. Man sollte aber niemanden verurteilen. da sehr viele Lebensmittel mit Herbiziden. Umgekehrt sollte der Atheist oder Agnostiker die Wege des Gläubigen tolerieren. dies zu akzeptieren. Ich muss gestehen. wie sehr sie sich ihm ergeben. dass er alle in dem Maße belohnt. Jesus oder irgendeiner anderen Gottheit.verleiht der Religion einen unangenehmen Beigeschmack. wird es keinen spirituellen Fortschritt geben. Dieses ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. u. Sie wird uns wohl für immer verborgen bleiben. Beten. halte ich durchaus für möglich. der keinen religiösen Weg beschreitet. dass es einen Gott oder Schöpfer gibt. den der Einzelne macht. dass spirituelle Veränderungen in erster Linie physiologische Veränderungen sind. auch wenn es vielen Menschen schwer fällt. Was am Ende zählt. um ihn um Hilfe und Unterstützung auf seinem spirituellen Weg zu bitten. auch mir fällt es nicht immer leicht. Für mich ist Krishna-Bewusstsein in erster Linie die Befreiung von Angst. Wir können im Einklang mit der Natur leben. Fungiziden und anderen chemischen Pflanzenschutzmitteln kontaminiert sind. Pestiziden. das ist für beide Seiten nicht immer einfach. wenn er sich an diesen Gott oder Schöpfer wendet. 207 .a. Auch wenn man sich noch so intensiv an Krishna wendet. Zen. Religionen oder Götter gebunden. und wenn man sich nicht täglich die nötige Zeit für die Meditation oder andere kontemplative Methoden (Autogenes Training. Zorn und sinnlicher Verhaftung. so sehr wir uns dieses auch wünschen und erhoffen. die vielleicht von einer wie auch immer gearteten Gottheit geschaffen wurden. wenn man keine gesunde Lebensweise praktiziert. Dieses drückt Krishna dadurch aus.) nimmt. so ist es natürlich legitim. Ich glaube. wenn man sich nicht gesund ernährt. ist der ganz persönliche Fortschritt. indem er sagt. Und der hängt davon ab. Aber wir haben Einfluss auf unser Leben. dass wir als Menschen auf diese Ebene Einfluss haben. Wenn jemand davon überzeugt ist.

wir könnten uns außerhalb der Naturgesetze stellen.13 – 4. der die vier Kasten schuf. 4. Leben wir mit der Natur im Einklang. dann öffnen sich für uns die Türen zur Seligkeit. in jenen Berufen zu arbeiten. gibt es im Kastensystem vier Kasten: • • • • Brahmane (Priester. Es gibt kein Handeln. Aus diesem Grund schlägt mein Herz für eine ökologisch betriebene Landwirtschaft und für einen konsequenten Umweltschutz. Prinz. Hat der Sohn das berufstätige Alter erreicht. Auch strebe ich nicht nach materiellem Erfolg.“ (4. das mich befleckt. höherer Beamter) Vaishya (Landwirt. dass Kinder nicht zur Schule gehen. treffe nicht ich die Entscheidungen. Ich glaube. dann werden wir dieses über kurz oder lang mit Leid. In solcher Einsicht strebten die Weisen aller Zeiten der Erlösung zu.15) Wie bereits angesprochen. dann tritt er meist in die Fussstapfen des Vaters. Händler) Shudra (Knecht. dass er die Menschen mit unterschiedlichen Talenten. Wenn wir glauben. kommt es häufig vor. Dadurch haben sie natürlich die Neigung. Daher solltest du deine Pflicht ebenfalls mit diesem göttlichen Bewusstsein erfüllen. um der Familie das materielle Überleben zu ermöglichen. das Ansehen und den sozialen Status des Vaters bestimmt sind. Krankheit und Depression bezahlen. Und obwohl ich der Schöpfer bin. dann sollte man dies so verstehen. um die Natur in ihrem ursprünglichem Zustand zu erhalten. sondern arbeiten müssen. Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet hat. Wenn Krishna sagt. Da in vielen Familien oft bittere Armut herrscht. Dienstleistender) Normalerweise werden die Menschen in eine bestimmte Kaste hineingeboren. Gelehrter) Ksatriya (König. Wir müssen endlich lernen.wir können sie aber auch ignorieren. Und darum ist es so wichtig. dass er der Schöpfer der Kasten sei. Krieger. den Naturschutz und die Gesundheit der Menschen über private Gewinnmaximierung zu stellen. Kaufmann. die 208 . die durch den Beruf. dass wir alles tun.3 Löse dich von deinen Begierden Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Ich bin es. wir haben in dieser Beziehung noch sehr viel zu lernen.

Das Kastenwesen diente dazu. Wie wir wissen.1 Kinderbräute Inhaltsverzeichnis Den Frauen ist in den vergangenen Jahrhunderten unsagbares Leid zugefügt worden. dass das Kastenwesen von Gott erschaffen wurde. so sollten wir uns die Frage stellen. ihre Inspiration direkt von Gott erfahren zu haben. Auch sie waren nicht frei von Fehlern. Letzten Endes waren ea auch die Indo-Arier. Ihre Eheschließung lag weit zurück (die Kinder wurden schon mit fünf oder sieben Jahren verheiratet). hat besonders im letzten Jahrhundert ein gravierender Wertewandel stattgefunden. wo sie bisher als nomadisierendes (umherziehendes) Reitervolk lebten. ihre Herrschaft über das besiegte indische Volk zu legitimieren. die vorgaben. in diese Kaste hinein. wenn in den Veden zu lesen ist. 4. Darum ist es natürlich überhaupt nicht verwunderlich. und der kluge Gatte hatte seine Kindbraut schon lange an regelmäßigen Geschlechtsverkehr gewöhnt.3. der auch unbedingt erforderlich war und der eigentlich schon viel früher hätte stattfinden müssen.ihren Fähigkeiten und Talenten am besten entsprechen. die aus den russisch-tatarischen Steppen des Kaukasus. in der sie lebten. nach Nordindien vordrangen und das kulturell überlegene indische Volk überfielen und unterdrückten.4 Wie entstanden eigentlich die Veden? wird auf diesen Punkt etwas ausfühlicher eingegangen. die die Veden sowie die brahmanische (hinduistische) Religion hervorbrachten. wieviel davon wirklich göttlichen Ursprungs ist. Unter 9. In Wirklichkeit wurde das Kastenwesen natürlich von den indoarischen Eroberern Indiens geschaffen. Oft wachsen sie auch durch die Tätigkeit des Vaters in diesen Beruf bzw. beeinflusst. der besonders die Einstellung zu den Frauen und das Kastensystem betraf. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal an die Kinderbräute erinnern. wieviel davon den persönlichen Vorstellungen der Siddhis (Weisen) entspringt und wieviel aus machtpolitischem Kalkül mit in die Veden einfloss. Die Weisen und Heiligen haben die Veden sicherlich in bester Absicht verfasst. Von der ersten Blutung an schlief er mit ihr. aber auch sie waren nur Menschen und vom Geist der Zeit. Aber unter diesen Umständen gelang es dem 209 . um ihre „ersten Früchte“ kosten zu können. Auch wenn die Veden von weisen Menschen verfasst wurden. Rosalind Miles schreibt in ihrem Buch „Weltgeschichte der Frau“ über Kindbräute in Indien: „Einem indischen Mädchen stand die Last der Mutterschaft schon früh bevor: neun Monate nach Beginn der Pubertät.

Millionen dieser jungen Ehefrauen starben jährlich an Unterleibsverletzungen oder an der Niederkunft. 4. dass in den vorausgegangen zwölf Monaten 3. Kroch auf Händen und Knien zum Krankenhaus.200. auch die Ernte einzufahren.2 Frauen im Hinduismus Inhaltsverzeichnis Die Rolle der indischen Frau um 100 . Noch 1921 hielt eine offizielle Volkszählung der britischen Regierung statistisch fest. 7 Jahre alt. dass sie chirurgisch kaum noch zu heilen war. 9 Jahre alt. Starkes Bluten. Solche Kinderehen entlarvten sich allzu oft als raffinierter Massenmord an Mädchen.Chr. Fleisch hing in Fetzten herab. sondern das ging über viele Jahrhunderte so und wurde auch vom Hinduismus toleriert.: Wie sah die Rolle der Frau im Hinduismus aus? Der hinduistische Mann wird Schüler.000 Kinderbräute im Alter zwischen 7 und 12 Jahren qualvoll an den Folgen des brutalen Sexualverkehrs ihrer Ehemänner und an den Schwangerschaften. Dieses Denken ist leider heute immer noch in vielen Köpfen orthodoxer Hindus anzutreffen.200. Die Frau kann nicht einmal Schülerin werden. Lebte beim Ehemann. Becken völlig zerdrückt. da die 210 . Haushälter. Konnte nicht stehen. Ihr Mann hatte noch zwei andere Frauen und sprach ausgezeichnetes Englisch. Wenn es solch ein Verhalten gegenüber den jungen Frauen gab. Und das war nicht nur 1921 so.Ehemann nicht häufig. Britische Armeeärzte berichten über die Umstände: • 9 Jahre alt. Eremit. die den Wünschen ihres Mannes folge zu leisten hat. Starb nach drei Tagen unter großen Qualen. Noch im Jahr 1921 starben 3. dann hat dies auch damit zu tun. tiefe Fleischwunden. dass den Frauen in den heiligen Schriften die Rolle einer Untertanin zugewiesen wurde. Linker Oberschenkelknochen verrenkt.000 Kindbräute in Indien gestorben waren. 10 Jahre alt.3. was dieses für die Mädchen und jungen Frauen bedeutete. Konnte seit ihrer Hochzeit nicht mehr aufrecht stehen. So stark zerfetzt. • • • • Man sollte sich einmal vor Augen halten. Tag nach der Hochzeit. Etwa 10 Jahre alt.200 n.

" Dieser Vers ist nur mehr die fast logische Spitze dieser restriktiven. Jungfräulichkeit wird ein wesentlicher Aspekt. Zum Gebären sind die Frauen geschaffen. In Zeiten kriegerischer bzw. sondern müssen erst als Mann wiedergeboren werden. „Eine Frau zu töten ist ein kleines Vergehen. Die Frau ist also Monopolistin der Fortpflanzung. Selbstverständlich können Frauen keine Erlösung erlangen. um schliesslich Erlösung zu erlangen. Und niemals zu stark schlagen. Die leicht brennenden Kunststoff-Sahris werden einfach 211 . denn die Götter nehmen das Opfer eines solchen Mannes nicht an. zur Fortpflanzung des Geschlechtes die Männer. das Brautbrennen (Angeblich erfolgt in Delhi alle 12 Stunden ein Brautmord. Männer sollen ihre Frauen verehren und gut ernähren. frauenverachtenden Gesetze. die Frau unter der Schutzherrschaft des Mannes und später unter dem Schutz ihrer Söhne.). islamischer Auseinandersetzungen und der starken Angst vor Vergewaltigungen. Kinderheirat wird zur verbindlichen Norm. Das Heiratsalter wird immer weiter herabgesetzt. Im Prinzip stand das Mädchen unter der Herrschaft des Vaters. aber gleichzeitig. Selbst 1900 können erst 1 Prozent aller indischen Frauen lesen! Laut Manusmriti (indisches Rechtsbuch) soll die ideale Ehefrau die eigene Persönlichkeit verneinen. Vor allem aber hat sie Söhne zu gebären. Deshalb werden heimlich viele Töchter nach der Geburt getötet. sollte nach Möglichkeit der älteste Sohn den Scheiterhaufen des Vaters entzünden. Die Rolle der indischen Frau im modernen Indien: Das traditionelle System gesellschaftlicher Ordnung besteht weitgehend fort. Die Geburt einer Tochter wird als Unglück angesehen. Die Rolle der indischen Frau im mittelalterlichen Indien: Das mittelalterliche Indien setzt die Polarisierung der Geschlechter fort. der Bräutigampreis (die Brautfamilie zahlt bis zu fünf Jahresgehälter an den Bräutigam). Vor allem für die Frauen und die Unberührbaren sollten bessere Gesetze geschaffen werden. Mit Gesetzen allein aber ist Kinderheirat. denn nur diese führen den Familiennamen weiter und können die Todesrituale für das Bekenntnis des Vaters sprechen (Wenn ich mich recht erinnere. das Töten von Mädchen. kam es immer mehr zu Kinderheiraten. insbesondere wegen ihres Menstruationsblutes als Verführerin gefährlich. Der Ehemann muss von einer treuen Ehefrau immer wie ein Gott verehrt werden. Weibliche Mitglieder der Familie sind nicht erbberechtigt. die Bigamie (Doppelehe).Veden ihr das Lesen verbieten.

seine beiden Arme zum Krieger (Rajanya). andererseits lehnen andere Aussagen im selben Epos die erbliche Gesellschaftshierarchie eindeutig ab. 1971 = 18 %. Händler. Purusha ist hier eine Art göttlicher Urmensch. aus seinen Füßen entstand der Shudra (Handwerker. setzen sich aber auch immer wieder kritisch damit auseinander. die jahrhundertelang üblich war.3 Das Kastensystem Inhaltsverzeichnis Ebenso kritisch sollte man das Kastensystem betrachten. Diener. Der Ursprung des Kastensystems wird auf den Mythos des Purusha zurückgeführt. Geldverleiher und Grossgrundbesitzer). Pachtbauer. Chr.) und die freiwillige Witwenverbrennung. Alle anderen Hindu-Schriften nehmen das System als erstrebenswerte Tatsache. In der Rigveda 10. als von Menschen erdacht. Dieses trifft besonders auf die „Unberührbaren“ zu. wie seine Schenkel. Wirklich ausformuliert wurden die Regeln des Kastensystems jedoch erst in der Manusmiti (200 v.90. und 200 n.angezündet. aus: Frauen im Hinduismus [190] 4. Die so genannten „Unberührbaren“ sind meist 212 . 1997 = 39 %. So gab es also bereits früh in den religiösen Schriften. Das Purushasukta ist die einzige Hymne im Rig Veda. wie seine Arme. in wie viele Teile teilten sie ihn? Wie nannten sie seinen Mund. In den drei anderen Vedas und den Upanishaden finden die Varnas nur selten Erwähnung. steht: Als sie den Purusa (Urmensch) zerlegten. Wer das Kastensystem als von Gott gegeben betrachtet. seine beiden Schenkel zum Vaishya (Kaufleute. Alphabetisierungsrate von indischen Frauen: 1901 = 1 %. Besonders das Mahabharata stellt es einerseits an unzähligen Stellen als wünschenswerte Institution dar. Purusha-Sukta. in dem die Verhaltensregeln der Kasten beschrieben sind.). der in der Rig Veda erwähnt wird. der geopfert wird und aus dessen Körperteilen die Welt und die Kasten entstehen. Besonders die unteren Kasten hatten sehr unter dem Kastensystem zu leiden. in der die vier Varnas (Kasten) erwähnt werden. die ersten kritischen Anmerkungen. Unberührbare). Chr.3. Es wurde wohl weniger von Krishna gegründet. dem „Gesetzbuch des Manu“. nicht beizukommen. hat sich offenbar noch nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht. wie seine Füße? Sein Mund wurde zum Brahmanen. Tagelöhner. dem sog.

da die Verfassung ebenso wie später verabschiedete einschlägige Gesetze ignoriert oder verletzt werden. dass sich etwas ändert. ohne mit der Kleidung oder dem Körper am Kot anzukommen. Heute ist sie 35. wird es nach wie vor rege praktiziert. versteckt und beinahe hinterlistig. der AnalphabetInnen. Der Gestank ist ekelerregend. das niemand gerne sieht – zu stark ist der Kontrast zum Image eines technologisch fortschrittlichen Landes und dem „Wir haben die Bombe und gehören nicht mehr zur Dritten Welt“-Gerede. Auch heute noch sind die Dalits die Ärmsten der Armen. Aber es ist fast unmöglich. Sie sind das andere Gesicht Indiens. Christentum. Narayanamma und 800. Keine Handschuhe. die Religion zu wechseln: Selbst wer zum Buddhismus. bleibt bei der Suche nach Ehepartnern oft der früheren Kastenidentität treu. Sie sind mit einem lückenlosen sozialen Ausschluss konfrontiert. Die Lage der Dalits (Unberührbaren) hat sich kaum verbessert. zur Sikh-Religion oder zum Islam konvertiert ist. Obwohl die indische Verfassung das Kastensystem seit 1963 abgeschafft hat. menschliche Exkremente zu entsorgen. Warum existiert dieser völlig obszöne Gegensatz? Weil kaum jemand will.Angehörige der niedrigsten Kasten beziehungsweise Unterkasten. Ihren Sari wickelt sie möglichst eng. Kein Wasser zum Waschen. als sie als „Unberührbare“ damit begann. damit er nicht am Boden schleift oder den Kot berührt. durchdringt die indische Gesellschaft bis in ihre feinsten Poren. wirft einen fast um. einen ganzen Tag zu arbeiten. dann schaufelt sie ihn mit zwei dünnen Zinnblechen in einen Bambuseimer. Zuerst schiebt sie den Kot zu Haufen zusammen. Sie stellen die Mehrheit der arbeitenden Kinder.000 weitere Toilettenreinigerinnen stehen auf der untersten Stufe des indischen Kastensystems. wo später ein Traktor zum Abholen vorbeikommt. von der Wiege bis ins Grab. der Menschen in 213 . doch hilft es nicht immer. [82] Es soll einmal ein Blick in das Leben einer „Unberührbaren“ geworfen werden. so wie es heute immer noch stattfindet. Den trägt sie an einen Ort. Was als Kastendenken bezeichnet wird. Zwar ist die Kastenhierarchie ein Konstrukt der Hindus. Narayanamma war 13. und nur wenige Inderinnen und Inder erfassen es in seiner Gesamtheit. Es ist ein komplexes Phänomen. Sie werden von allen verachtet.

weisen die schlechtesten Gesundheits. dass indische Zeitungen es oft nicht der Mühe wert finden. die sich selbst als „Dalits“ oder „gebrochene Menschen“ bezeichnen. Sie arbeiten als besitzlose Tagelöhner unter unmenschlichen Bedingungen in als „unrein“ angesehenen Berufen wie Abdecker und Gerber. Allein in Indien leben 180 Millionen Unberührbare.Schuldknechtschaft. vergewaltigt und auf bösartige Weise gedemütigt werden. dann soll damit ausgesagt werden. der Kaste zu entkommen und fordern. kehren die Straßen. ist. reinigen die Latrinen. Da sie u. wenn sich Oberkastenangehörige zusammenrotten und Dalits bei lebendigem Leib verbrennen. für Außenstehende. die von den Dorftyrannen als anmaßend betrachtet wird. putzen Schuhe. auch als Abdecker Arbeiten. dass er der Schöpfer der Menschheit ist.a. unverschleierten Form. und das Verprügeln. bloß weil sie versucht haben. die Vergewaltigung oder Demütigung wird in ein öffentliches Schauspiel verwandelt. sie beseitigen Tierkadaver. weil im Dorf die Ansicht herrscht. etwa mit Schuhen durch das Dorf der herrschenden Kaste zu gehen. aber keine Entscheidungen trifft. der auf Indien lastet: 57 Jahre nach der Unabhängigkeit sind Dalits nicht nur weiterhin täglich mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Müllmänner. [83] Wenn Krishna sagt. als weit über dem. darüber zu schreiben. was ihnen zusteht. wird ihnen das Aas der eines natürlichen Todes gestorbenen Tieres zum Verzehr überlassen. die übel riechende Tierhäute bearbeiten. sie wären zu frech geworden. Es ist wie ein Fluch. bei der sie angetrocknete menschliche Exkremente mit den Händen abkratzen müssen. wie alle anderen behandelt zu werden. In der Praxis sieht die Polizei einfach zu. sondern können ermordet. Sie arbeiten als Totengräber. Es passiert so häufig.und Bildungsindikatoren auf und erledigen die miesesten Arbeiten. dass jeder 214 . um der gesamten Kaste eine Lektion zu erteilen. sie an ihren Platz in der Gesellschaft zu erinnern. oft geradezu lächerlich. Auf dem Land arbeiten viele Dalits in sklavenähnlichen Verhältnissen und sind im Teufelskreis der sogenannten Schuldknechtschaft gefangen. Oft stimmt das ganze Dorf einer Bestrafung stillschweigend zu. Was ihnen vorgeworfen wird. Das ist das Kastensystem in seiner hässlichen. Fahrrad zu fahren oder eine Kleidung zu tragen.

Erstens gibt es gar nicht so viele Bücher über selbstverwirklichte Menschen und zweitens ist in diesen Büchern meist auch gar nicht so genau beschrieben. Wessen Handeln frei von jedem Wunsch nach sinnlicher Befriedigung ist. die sexuelle Verhaftung. dass ein hohes Bewusstsein erforderlich ist. Es sollte aber angemerkt werden.4 Handeln oder Nichthandeln Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Was ist Handeln? Was ist Nichthandeln? Selbst Weise sind darüber verwirrt. Dadurch kommst du vom Leiden frei. dass die „Drogenkarriere“ eines Drogensüchtigen im Durchschnitt etwa 15 Jahre dauert. wie diese Menschen wirklich gelebt haben. sich ernsthaft mit ihrem Leiden auseinander zu setzen. wie diese Menschen wirklich gelebt 215 .“ (4. Möchte man auf diese Frage eine Antwort finden. dass sie nicht die Kraft und den Willen besitzen. Dieses Bewusstsein fällt einem normalerweise nicht von selbst in den Schoß. was Handeln ist. ob wir uns in die materielle Natur verstricken oder ob wir versuchen. Es liegt in unserer Hand.Mensch für seine Handlungen selber verantwortlich ist. dann liest man am besten in den Biographien erleuchteter Meister und Heiliger. sich davon zu befreien. wie z. so weiß man am Anfang meist nicht so recht. Erst wenn die Menschen einen gewissen Leidensdruck verspüren. Man denke einmal daran. heraus zu finden. Das Handeln ist schwer zu verstehen. Und obwohl er oftmals unsagbares Leid erfährt. Wer Handeln im Nichthandeln und Nichthandeln im Handeln erblickt. beginnen sie. der ist intelligent. uns davon zu befreien. wie man diesen spirituellen Weg gestalten soll. auf irgendeine Weise vor diesem Leid zu fliehen. Anstatt sich damit auseinander zu setzen. den Drogenkonsum zu beenden. versuchen sie. Ich werde dir erklären. über ihr Leben nachzudenken. Dabei hält die sinnliche Verhaftung meist bis ins hohe Alter an.B. Aber auch dann ist es immer noch sehr schwer. der ist ein weiser Mensch. Wieder andere sind so tief in ihre sinnlichen Leidenschaften verstrickt. was falsches Handeln ist und was Nichthandeln ist. sondern wird meist von außen an uns herangetragen.16 – 4. was Handeln ist. 4.19) Möchte man einen spirituellen Weg beschreiten. Deshalb sollte man genau wissen. um sich gegen die materielle Natur zu entscheiden. Den meisten Menschen aber fehlt der Mut. sind mit sehr viel Leid verbunden. Auch andere sinnliche Verhaftungen. fehlt ihm die Kraft und die Einsicht.

Die besten Antworten findet man vielleicht sogar. so dass es nicht immer leicht ist. die klosterähnlichen Meditationszentren in Asien. wenn man jemanden kennt.“ [84] Es ist also gar nicht so einfach. herauszufinden. 216 . dass besonders die Ashrams. zu einer warmen Mahlzeit zu kommen. was sie schon in Tibet waren: eine einfache Möglichkeit. Insofern wäre es natürlich eine große Hilfe. wenn das möglich ist. sich örtlichen (Theravada-) Buddhismus-Gruppen anzuschließen. der bereits einiges an Wissen gesammelt hat und der bereits über eigene Erfahrungen verfügt. Das reichlich fließende westliche Geld wird regelrecht vernichtet. so kann man daraus so manche wertvolle Anregung erhalten. Nach dem tibetischen Verwandtschaftsverständnis läßt der Inhaber eines solchen Postens natürlich Bruder. Man sollte aber bedenken. in dem das Leben und Wirken Buddhas beschrieben wird. aber man muß wirklich genau sehen können. der sich schon etwas länger mit diesem Thema beschäftigt. Eine gute Quelle könnte der Palikanon sein. was falsches und was richtiges Handeln ist. sehr vielfältig und unterschiedlich sind und das nicht jedes spirituelle Zentrum unbedingt für den spirituellen Fortschritt geeignet ist. was mit dem Geld passiert. So sagt zum Beispiel Helmut Poller: „Mir sind (in Bhutan) Klöster bekannt. zumal im Westen viele Menschen ihr stark belastetes Gewissen durch Spenden für „spirituelle Zwecke“ entlasten möchten. Dort besteht wohl am ehesten die Möglichkeit. Manch einer denkt vielleicht sogar darüber nach. vorübergehend oder gar für längere Zeit als Mönch in ein Kloster oder in einen Ashram zu gehen. Neffen und Onkel nachkommen.haben. das Geschriebene zu verstehen. Ich spreche mich nicht gegen Geldspenden für soziale Zwecke. schon gar nicht gegen Spenden an buddhistische Meister aus. Liest man aufmerksam die Bhagavad Gita. Dort sind alle Antworten zu finden. ein spirituelles Leben zu leben. der Rest der Zeit wird mit Kartenspielen und Videoschauen verbracht. eigene Erfahrungen und Wissen zu sammeln. da diese sich meist sehr ernsthaft mit dieser Thematik auseinander setzen. um nicht unerquickliche Erscheinungen zu fördern. Leider ist der Palikanon nicht immer leicht zu lesen und außerdem sehr umfangreich. Klöster sind wieder das geworden. Ich halte es auch für sinnvoll. wenn man in sich selber hinein horcht. Entwicklungshilfe und medizinische Versorgung (etwa der oft aus chinesischen Folterlagern entkommenen Flüchtlinge). deren Mönche am Tag zwei Rituale rezitieren.

als auch das Streben nach Sinnlichkeit in allen Varianten. Wer keine Wünsche hat. sollte man trotz der seelischen und körperlichen Schmerzen. Aber so sehr man sie auch analysiert. bedarf es aber eines großen Mutes. wer über Freud und Leid erhaben ist. Er tut nichts (um materiellen Erfolg zu erlangen). Sind die Antworten erst einmal gefunden. Neid. Krishna sprach zu Arjuna: „Der. was ihm der Zufall bringt. Geld. muß man die Unterschiede zwischen Handeln und Nichthandeln verstehen.warum man eigentlich so unglücklich ist. da es sich um ein menschliches Grundbedürfnis handelt. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Sinnlichkeit) ausgerichtet ist. Andererseits ist es auch nicht notwendig. dessen Handeln nicht auf materiellen Erfolg (Reichtum. Das Streben nach Geld und Reichtum geschieht aus einem gewissen Sicherheitsbedürfnis heraus. sich die Zukunft nach seinen Wünschen zu gestalten. Wenn es einem mit der Befreiung von Angst. ist das Wissen über die Gestaltung des täglichen Lebens. dann hat dieses Streben 217 . Um diese Antworten zu finden. also das Handeln und Nichthandeln. die weit über das Normalmaß hinausgehen. Reichtum und Wohlstand. Herz und Geist bezähmt. sie zu verstehen. stets derselbe bleibt. Schmerz und sinnlichen Begierden ernst ist. die erst die Heilung bewirken. der bleibt frei von sündhaftem Tun.22) Das Streben nach materiellem Erfolg kann man nicht von heute auf morgen ablegen. der findet innere Zufriedenheit. was man tun und was man unterlassen sollte. die Frage. Unwissenheit. so sehr dies auch wünschenswert wäre. der mit sehr viel Leid verbunden ist und der mehrere Jahre andauern kann. obwohl er stets Handlungen vollzieht. Zorn.20 – 4. ist immer zufrieden. so wird immer eine gewisse Ungewissheit bleiben. wer sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg. weil die physiologischen Veränderungen.“ (4. aber auch aus dem Wunsch. dann beginnt meist ein sehr schmerzhafter Genesungsprozeß. Während dieser ganzen Zeit. welches durchaus verständlich ist. Nimmt das Streben nach Reichtum und Wohlstand aber Dimensionen an. Unter materiellen Erfolg verstehe ich dabei. den Mut nicht verlieren und nicht resignieren. Was wirklich wichtig ist. auf allen Besitz verzichtet und sich auf das Lebensnotwendigste beschränkt. sowohl das Streben nach Macht. Wer zufrieden ist mit dem. weitgehend unbekannt sind.

so dauert es oft sehr lange. die enorme Gewinne erwirtschaften. dass er sich auf das Lebensnotwendigste beschränkt. wie schwer dieses einzuhalten ist. wie ungesund das Rauchen ist. Hat er gute Gewinne. Er beschränkt sich auf die zum Leben notwendigsten Dinge und hat alle Wünsche nach äußerer sinnlicher Befriedigung abgelegt. Unternehmer. bleibt ihm Zeit für die spirituelle Praxis. da es vielfach auf einer egoistischen Haltung beruht. so ist es sicherlich nicht gut. sich einzuschränken oder vielleicht sogar vollkommen darauf zu verzichten. Es gibt z. Es ist meist sogar so stark. der alles Glück in sich selber findet. dass sehr viele Mönche in den Klöstern und Ashrams gegen 12 Uhr mittags die letzte Mahlzeit zu sich nehmen. aber andere Menschen nicht an diesen Gewinnen teilhaben lassen. weil sie die soziale Not ihrer Mitmenschen nicht sehen oder nicht sehen wollen und nur an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert sind. Am schwersten ist es aber wohl. Ein krishnabewusster Mensch steht immer im Einklang mit sich selbst.B. Ein krishnabewusster Mensch strebt nicht nach Geld und Reichtum. Es sei einmal daran erinnert. wie stark viele Menschen davon bedrängt werden. wird merken. So kommt er nicht in die Versuchung.B. dass die meisten Menschen sich niemals von dieser Bedrängnis befreien können. der sich von selbst einstellt. wenn man sich ersthaft darum bemüht. der einmal versucht. an Übergewicht. fällt vielen Menschen sehr schwer. Er ist mit dem Gewinn zufrieden.oftmals keine gesunde Basis mehr. fällt es nicht leicht. Pralinen und üppige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. obwohl doch jeder weiß. Es braucht wohl nicht betont zu werden. sich von den erotischen Begierden zu befreien. Dadurch. Da man sich aber über viele Jahre an den Genuss gewöhnt hat. weil ihnen die soziale Verantwortung fehlt. jeden Tag Schokolade. findet man innere Ruhe und Zufriedenheit. dann läßt er 218 . Leidet man z. die die Nöte anderer Menschen ignoriert. Durch diese Haltung tragen sie mit zur Verarmung und Verelendung der Menschen bei. Er ist ein rundum glücklicher und zufriedener Mensch. sich davon zu befreien. Auch das Streben nach sinnlicher Befriedigung ist meist sehr schwer abzulegen. Und selbst. bis man sich vollkommen von der sexuellen Verhaftung gelöst hat. sich durch unlautere Geschäftspraktiken zu bereichern. Erst wenn man vollkommen frei von allen sinnlichen Wünschen ist. dieses auszuprobieren. Auch der Verzicht auf das Rauchen. Jeder.

die Selbstverwirklichung. erreicht. denen sie sich verpflichtet fühlen. Die Opfer können in zwei Kategorien eingeteilt werden. selber Göttlichkeit erlangen. tut er für Krishna. Krishnabewusste Menschen opfern ihren Besitz selbstlos Krishna. Vishnu. Jeder. Andere Yogis richten ihre Aufmerksamkeit auf andere Götter. ohne 219 . der so auf Gott ausgerichtet ist.“ (4. Erfolg oder Misserfolg begegnet er mit Gelassenheit. Darum sind alle seine Handlungen Opfer für Krishna. Was immer man tut. Einige entsagen dem Gehör und anderen Sinnesorganen. Krishnabewusstsein ist der Vorgang. durch Askese (eine Mahlzeit pro Tag.26) Hat man sich von allen Verhaftungen gelöst.5 Opferhandlungen Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Wer sich von seinen Verhaftungen gelöst hat. für die Mönche und an die Klöster. dann ist man für materielle Reize nicht mehr empfänglich. Einerseits in die materiellen Opfer. aber auch Essensgaben. die richten ihre ganze spirituelle Aufmerksamkeit auf Krishna bzw. sondern geht einer geregelten Arbeit nach und ist mit dem zufrieden. die sich u. und andererseits persönliche Opfer. der im Krishnabewusstsein tätig ist. Verzicht auf persönlichen Besitz) und ein Leben in Keuschheit auszeichnen. Die in der materiellen Verhaftung gefangene Seele. Sowohl die materiellen Opfer als auch die persönlichen Opfer dienen dem spirituellen Fortschritt. Wieder andere Yogis richten ihre Aufmerksamkeit auf den transzendentalen Aspekt Brahmans. dann hat der Yogi das Samadhi. wie etwa auf Shiva oder Indra. Daher wird jener. die den Göttern geopfert werden. von Angst. Unwissenheit und sinnlicher Verhaftung. Er bettelt nicht. erlangt eines Tages das spirituelle Königreich. Seine Opferhandlungen und Opfergaben sind göttlich. was er durch seine Arbeit verdient. Sie alle bringen den Göttern Opfer. andere entsagen der Sinnlichkeit. Er bringt alle seine Handlungen als Opfer für Krishna dar. das verblendete Bewusstsein von allen sinnlichen Verhaftungen zu befreien. kann durch Krishnabewusstsein befreit werden. beherrscht die Sinne. dazu zählen Spenden für die Armen. Befindet sich der Geist vollkommen im Krishnabewusstsein.andere daran teilhaben. Es gibt Yogis. der beherrscht den Geist.23 – 4. Leid.a. Was immer er tut. 4. geschieht im Krishnabewusstsein. andere verehren die Götter und wieder andere bringen Brahman ihre Opfer dar. Einige Yogis verehren Krishna.

29) Der Yogi. Er hält sich von sinnlichen Klängen fern und lauscht stattdessen den Worten seines Lehrers oder den Klängen spiritueller Musik. Da das menschliche Leben nicht dafür bestimmt ist. Diejenigen. dann ist damit gemeint. Fleisch. Wenn gesagt wird. Auch dem Sehen kann man entsagen. den sinnlichen Trieben zu folgen. Tabak. der die Herrschaft über den Geist anstrebt. den Geist zu beherrschen.irgendwelche Hoffnungen oder Erwartungen damit zu verbinden. Statt dessen lauscht er Worten.27 – 4. Auch der Verheiratete sollte seine Sinnesbefriedigung einem höheren spirituellen Ziel opfern. Der Krishnabewusste aber verzichtet auf diese Bilderwelt. sollte auch der Verheiratete eine gewisse Zurückhaltung wahren und sich nicht einem zügellosen Geschlechtsleben und anderer sinnlicher Vergnügungen (Alkohol. handelt nach den Yoga-Sutras Patanjalis. Andere opfern ihre materiellen Besitztümer. weil er sich dadurch materielles Glück erhofft. Krishna sprach zu Arjuna: „Manch einer opfert die Sinne und den Atem im Feuer der Selbstzucht und beschreitet den achtstufigen Raja-Yoga-Pfad. um zu meditieren. Es gibt andere. wie sie in den vedischen Schriften beschrieben sind. wie etwa auf das ständige „Berieseln lassen“ durch Unterhaltungsmusik. indem sie sich von Sinnesbefriedigung fern halten.) hingeben. verzichten. um Opfer für ihren spirituellen Fortschritt zu erbringen. und bringt strenge Gelübde als Opfer dar. Wieder andere studieren die heiligen Schriften. dass sie auf weltliche Klänge. der als Begründer des Yoga gilt. Wie sehr berauschen wir uns am Sehen. Kuchen. oder 5. Sie vereinen den aufwärtsstrebenden Atem (Prana) mit dem abwärtsströmenden Atem (Apana) und bringen die dadurch aufsteigende Kundalini als Opfergabe dar. der die Sinne und den Atem als Opfergabe darbringt. sie entsagen dem Gehör. einem indischen Gelehrten.. Manche Menschen sitzen täglich viele Stunden vor dem Fernseher. um sich von der bunten Vielfalt in eine sinnliche Traumwelt entführen zu lassen.“ (4. Fisch. Jahrhundert nach Christus 220 . die an materiellen Vorteilen interessiert sind. verehren die Götter durch verschiedene Opfer. die sein Krishnabewusstsein fördern. Manch einer aber opfert den Göttern. und der im 4. die praktizieren Atemübungen. Brahmacharis sind bemüht. Schokolade.. liest lieber in den heiligen Schriften oder schließt die Augen.

beschreiben in konzentrierter Form die Essenz des Yoga. Samadhi . Schweifen die Gedanken 221 . Das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt hat in der Meditation eine ganz besondere Bedeutung. Er entstammt der Hatha Yoga Pradipika. Studium. Die wichtigste Praxis ist dabei das Gelübde der Enthaltsamkeit (Brahmacharya). die aus 195 Sanskritversen bestehen. Die Yoga-Sutras. Unbestechlichkeit) 2. Ehrlichkeit.5 Enthaltungen (nicht Verletzen.Erleuchtung Wer die Sinne meistern will.einen Leitfaden über den Yoga schrieb. Niyama . die der Raja Yogi unbedingt beachten sollte. dass die sexuelle Energie zum Gehirn aufsteigen kann. um das ständige Umherschweifen des Geistes zu unterbinden.Atemübungen 5. die das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist.Meditation 8. um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlich orientiertem Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Diese Form des Yoga wird als Raja Yoga oder Ashtanga Yoga bzw. Der Raja Yoga ist ein achtstufiger Pfad. da die Sinne sonst immer wieder abschweifen. Die Enthaltsamkeit ist nur mit der entsprechenden Disziplin möglich. herstellen möchte. durch körperliche Übungen. die auch als Ojas Shakti oder Kundalini bezeichnet wird. Pratyahara . Dort wurde er verwendet. der sich aus folgenden acht Stufen zusammen setzt [85] 1. Zufriedenheit. Asana . Hingabe zu Gott) 3. Mit der Enthaltsamkeit steht und fällt die Yogapraxis. Jahrhundert. nicht Stehlen. Der Begriff Raja Yoga entstand allerdings erst wesentlich später. Disziplin. Kriya Yoga bezeichnet. Dharana . Yogaübungen. Hand in Hand mit der Disziplin sollte auch das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt geschehen.Konzentration auf nur einen Gedanken 7. findet im Raja Yoga einige Praktiken. Sie ist die wichtigste Tugend. Enthaltsamkeit.Yogaübungen 4.das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt 6. Dhyana . einer Yogaschrift aus dem 15. die dieses Bestreben unterstützen. um sich in der sinnlichen Lust zu suhlen. Pranayama . Die Enthaltsamkeit wandelt die sexuelle Energie in spirituelle Energie.5 Verhaltensregeln (Reinheit. Die Enthaltsamkeit sorgt dafür. Yama . die der Yogi beherrschen sollte.

Brahmanas.). kostenlosem Essen und ärztlicher Behandlung versorgt werden. Heilige. Bibliotheken. Ein Yajna ist eine traditionelle. Jesus. Sie unterstützen Schulen. Feueropfer werden meist von mehreren Teilnehmern vollzogen. Die rezitierten Mantren. die das Feuer abwechselnd Tag und Nacht behüten. geweihte Opfergaben wie Ghee (gereinigte Butter). so löse man sich davon und wende seine Aufmerksamkeit wieder der Meditation zu.während der Meditation ab und verlieren sich in der Ruhelosigkeit des Alltags. Reis und besondere Kräuter (bei speziellen Yajnas auch gekochter Reis) in das Feuer gegeben werden. Kinder können betreut und unterrichtet werden und ältere Menschen finden eine altersgerechte Pflege. öffentliche Küchen. die Krishna durch Feueropfer nahe sein möchten. Es gibt viele Menschen. Kerze. Heiligenbild. so spricht man nicht von Meditation (Dhyana). Dadurch können viele Menschen mit Medikamenten. Altersheime. Drittes Auge. Tage oder Wochen hinziehen. Grihya. Krishna. jahrtausendalte Feuerzeremonie. Feueropfer können sich über Stunden. die für wohltätige Zwecke opfern. Krankenhäuser. wenn man gewissermaßen mit dem Meditationsobjekt verschmilzt. Spannungen und belastende Schwingungen in der Atmosphäre wie auch in unserem eigenen Gemüt werden durch die Kraft des Rituals neutralisiert. die Opfergaben. machtvolle Verbindung zu den feineren Schichten der Atmosphäre. Gott. Kindergärten.und Shrauta-Sutras. Schweift der Geist dagegen immer wieder ab und muss erneut auf das Meditationsobjekt konzentrieret werden. Maria. Man spricht eigentlich erst dann von Meditation. die speziellen Reinigungs. bei der mit in den vedischen Schriften festgelegten Mantren. Grundlage hierfür sind die Samhitas. Aus den Eigenschaften des Feuers zusammen mit den speziellen Mantren und Opfergaben entsteht eine direkte. wenn die Konzentration ungebrochen ist. Das Meditationsobjekt kann real oder ideell sein (Atem. In der Meditation findet also ein Verschmelzen des Meditierenden mit dem Meditationsobjekt statt. Sanitätsstationen. Es gibt andere. es findet eine tiefe Reinigung und Harmonisierung statt. Kreuz. und der Geist nicht mehr abschweift. usw. [86] 222 . sondern von Konzentration (Dharana). Sozialstationen und andere gemeinnützige Einrichtungen. Koan.und Opferhandlungen sowie der Aufbau der Feuerstelle werden nach den genauen Anweisungen der vedischen Schriften durchgeführt.

Dies kann beim Luftanhalten. Yogananda in seiner Autobiographie über seinen Guru Sri Yukteswar. die Schnellatmung. die die Ausscheidung. daran gehindert. der Blasebalg und die Sonnenatmung [87]. jeden Abend vor dem Schutz der Moskitos die Moskitonetze aufzuspannen: 223 . sublimiert werden. Hierzu eignen sich Atemübungen wie die Wechselatmung. Energien zu sublimieren. im groben Atem enthalten. die Phase des Atemanhaltens langsam zu steigern.und atemlosen Zustand sprechen kann. speziell durch das Atemanhalten. Apana Vayu hat die Tendenz. wenn man beim Urinieren den Urinstrahl stoppt und anschließend wieder löst. angespannt. So schreibt z. Apana Vayu ist die Energie. Durch das gleichzeitige Praktizieren von Kinnverschluss und Wurzelverschluss vereinigen sich Prana und Apana. der die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane im Bereich des Beckenbodens umgibt. Dadurch können das Prana und das Apana nicht aus dem Körper entweichen. die im ganzen Körper verteilt wird und alle Systeme des Menschen mit Energie versorgt. nach unten aus dem Körper zu entweichen. Dieses Prana konzentriert sich im Herzen und kann durch Atemübungen. aber auch beim Einatmen geschehen. wieder aus dem Körper zu entweichen. Man hört immer wieder von Yogis. Durch den Kinnverschluß (Jalandhara Bandha) wird das Prana.Durch Atemübungen gelingt es dem Yogi. Dieses kann durch Brahmacharya.B. Beim Mula Bandha (Wurzelverschluss) wird der Schambein-Steißbein-Muskel. Dabei sollte versucht werden. der PC-Muskel (Pubococcygeus-Muskel). Durch den Kinnverschluß wandert das Prana nach unten und durch das Anspannen der Beckenmuskeln wandert das Apana nach oben. dass man von einem puls. Umkehrstellungen und durch den Wurzelverschluss (Mula Bhanda) verhindert werden. Diese Muskeln sind leicht zu spüren. die Geburt und die Sexualität bewirkt. zum Scheitelchakra aufzusteigen. die diese Technik so weit perfektioniert haben sollen. Bei den Atemübungen kann man während des Atemanhaltens beide Yogaübungen. in dem das Herz nicht mehr schlägt und die Atmung eingestellt ist. der ihn ermahnte. Prana ist die Lebensenergie. gleichzeitig praktizieren. dem feinstofflichen Energiekanal innerhalb der Wirbelsäule. Das feine Prana ist nach den Vorstellungen der Veden. Sie wird zusammen mit der Atmung aufgenommen. mit seiner aufsteigenden Tendenz. um in der Sushumna. sowohl den Kinnverschluss als auch den Wurzelverschluss.

finanzielle Opfer. Studium der heiligen Schriften. Sein Körper war kalt und regungslos. werden von ihrem Leid befreit. Es war das erste Mal.„Eines Abends jedoch. Besorgt lauschte ich dem unheilverkündenden Summen der Insekten.und atemlosen Zustand halten soll.“ Die Situation klärte sich bald wieder auf. er solle ihm beim nächsten Mal nicht so fest die Nase zuhalten. Doch der Meister reagierte nicht darauf. daß ich ihn aus nächster Nähe im Yoga-Trancezustand erblickte. ganz zu schweigen vom nächsten. dachte ich und hielt ihm einen Spiegel unter die Nase. sandte ich ein Stoßgebet in die ungefähre Richtung der Moskitos. Kein Atemhauch war darauf zu erkennen. was ich von diesem puls. hielt ich ihm minutenlang mit den Fingern Mund und Nase zu. machten mich fast wahnsinnig. Ohne Opfer kann man in diesem Leben niemals glücklich werden.30 – 4. als wir von einem Schwarm Moskitos umgeben waren. und mir wurde unheimlich. Solange man sich nicht von der sinnlichen Verhaftung gelöst hat. die 224 .32) Sinnesbefriedigung ist die Ursache unseres Leids.“ (4. gehen in das Reich ewiger Freude ein. wird man keine Seligkeit erfahren. Die Moskitostiche und vor allem das unaufhörliche Summen. Krishna sprach zu Arjuna: „Alle. Wer sie vollbringt. Sie alle entspringen der individuellen Handlung. Speiseopfer. Sein Herz schlägt nicht mehr. die die Bedeutung der Opfer kennen und sie ausführen. sich von der Sinnesbefriedigung zu befreien. Alle diese Opfer haben ihren Ursprung in den Aussagen der Veden. die Opfer des Yogaweges. Als ich mich schließlich ins Bett legte. erlangt Befreiung. als der Guru aus der Trance erwachte und seinem Schüler sagte. versäumte der Meister. die Opfer erbringen. Bestürzt lief ich zur Tür. um die Aufmerksamkeit meines Gurus zu erwecken. daß er überhaupt nicht atmete. Die Opfer sollen helfen. mit dem die Insekten ihren blutdürstigen Ritus vollzogen. seine gewohnte Anweisung zu geben. Vorsichtig näherte ich mich ihm und stellte fest. zu denen das Einhalten der ethischen und moralischen Regeln. Alle die. Feueropfer. sondern blieb unbeweglich liegen. Eine halbe Stunde später hustete ich absichtlich. Um mich doppelt zu vergewissern. um Hilfe herbeizuholen. Ich weiß nicht so recht. die die vom Opfer übriggebliebene heilige Speise essen. Diejenigen. Sie kosten die nektargleichen Früchte des Reichtums und yogische Vollkommenheit.

Atemübungen, die Yogaübungen, die Meditation und die Keuschheit gehören, haben die Möglichkeit, sich von den materiellen Fesseln zu lösen und bereits zu Lebzeiten in das Königreich Gottes einzugehen. Das Königreich Gottes ist ein Zustand, der durch Angstfreiheit, Freiheit von psychosomatischen Erkrankungen und sinnlichen Begierden, der durch innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Seligkeit, gekennzeichnet ist. Es ist ein Zustand, den sich jeder Mensch zutiefst herbei sehnt. Nur mit Mut, Disziplin und Entschlossenheit, ist dieses Ziel zu erreichen. Weil dieser Zustand so außerordentlich überwältigend ist, im Gegensatz zu all den Erfahrungen, die man bisher im Leben hatte, darf man ihn ruhig als göttlich bezeichnen, denn das Wort „göttlich“ bezeichnet diesen Zustand am treffensten. Es wird in der Bhagavad Gita gesagt, man kann ohne Opfer in diesem Leben nicht glücklich werden, geschweige denn im nächsten Leben. Darum sollte unser ganzes Streben darauf gerichtet werden, dieses Ziel in diesem Leben zu verwirklichen. Dieses Streben liegt im Handeln unserer Möglichkeiten. Was uns nach dem Tod erwartet, weiß niemand. Deshalb sollten wir der Zeit nach dem Tod gelassen entgegen sehen. Ich habe ohnehin immer wieder das Gefühl, dass gerade die Menschen, die zu bequem sind, etwas für ihr spirituelles Wachstum zu tun, sich selber gerne auf das Leben nach dem Tod vertrösten. Ich glaube, sie wissen gar nicht, welche Chanche sie vergeben. Wenn man die Hoffnung, auf das Paradies auf Erden innerlich bereits aufgegeben hat, dann ist und bleibt das Leben ein Jammertal, dem man durch vorübergehende materielle Sinnesbefriedigung wenigstens hin und wieder zu entkommen hofft. Ich glaube, hinter dieser Haltung steckt eine tiefe Resignation. Vor ein paar Tagen hörte ich einen Spruch, der mir sehr gefallen hat. Er lautete etwa wie folgt: „Der Luxus des Optimisten ist die Hoffnung.“ Für den Pessimisten müsste es sinngemäß heißen: „Die Realität des Pessimisten ist die Resignation“. 4.6 Wissen und Weisheit
Inhaltsverzeichnis

Krishna sprach zu Arjuna: „Das Opfer des Wissens ist größer als jedes materielle Opfer. Denn jedes spirituelle Handeln führt zur Weisheit. Lerne 225

durch demütige Verehrung, durch Befragen und Dienen der spirituellen Lehrer. Die selbstverwirklichten Meister der Weisheit, die die Wahrheit kennen, werden dir das Wissen offenbaren. Hast du die Wahrheit erfahren, dann enden alle Zweifel, dann wirst du wissen, dass alle Wesen in mir vereint sind.“ (4.33 – 4.35) Der spirituelle Weg ist sehr schwer zu beschreiten. Nur ganz wenigen Menschen wird es vergönnt sein, das Ziel zu erreichen. Die meisten Menschen, die einen spirituellen Weg beschreiten, beschreiten ihn nur halbherzig und geben irgendwann die Hoffnung auf, je das Ziel zu erreichen. Über den Weg zum Ziel herrscht im allgemeinen eine große Unsicherheit. Dies gilt besonders für den tantrischen Weg. Viele Menschen haben nur eine vage Vorstellung vom Tantra, praktizieren selber aber ein recht ausschweifendes Sexualleben und meinen, dieses hätte irgend etwas mit Tantra zu tun. Viele vermeintliche Tantraanhänger wissen nämlich nicht, dass Tantra im Prinzip ebenfalls ein zölibatärer Weg ist. Einige Tantralinien setzen direkt auf das Zölibat, wie etwa die Gelugpa-Schule, der auch der Dalai Lama angehört. Sie praktizieren keinerlei sexuelle Praktiken. Andere Tantralinien dagegen tolerieren sexuelle Praktiken. Dies geschieht allerdings erst nach vielen Jahren der spirituellen Vorbereitung und ist nur einigen wenigen und ausgewählten Mitgliedern vorbehalten. Diesen tantrischen Mönchen wird allerdings beigebracht, dass sie möglichst jeden Orgasmus vermeiden sollen, denn es geht beim Tantra darum, die sexuellen Energien zum Gehirn hinaufzuleiten und nicht um die sexuelle Befriedigung. Ich spreche hier selbstverständlich von dem Weg der Mönche und nicht vom Weg der Laien. Der Weg der Laien interessiert mich eigentlich weniger, weil ich ihn nicht als ernstzunehmenden spirituellen Weg verstehe. Auch Buddha lehrte, dass solange der Mensch sexuell aktiv ist, er kein wirkliches Interesse an der Praxis des spirituellen Lebens hat, denn diese beiden Dinge passen einfach nicht zueinander. Osho beschreibt die Tantrapraxis recht gut: „Euer (gewöhnlicher) Geschlechtsverkehr unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Tantriker. Ihr schlaft mit jemandem, um euch zu erleichtern. Es ist mehr oder minder so, als ob ihr einen Niesreiz spürt und einmal kräftig niest. Dadurch wird die Energie ausgestossen und ihr fühlt euch erleichtert, aber 226

das ist das Gegenteil von Kreativität, es ist ein Akt der Vernichtung. Das hat seine guten Seiten, es ist eine Art Entspannungstherapie. Der Geschlechtsakt der Tantriker ist diesem Verhalten grundsätzlich und absolut entgegengesetzt. Er dient nicht euer Erleichterung, er gibt euch keine Gelegenheit, eure Energie loszuwerden, sondern es geht darum, im Liebesakt zu bleiben, ohne zu ejakulieren, ohne Energie auszustossen. Man soll vollkommen verschmelzen und immer in der Anfangsphase bleiben, nicht zum Höhepunkt kommen. Das gibt dem ganzen eine völlig andere und grundverschiedene Qualität. Versucht, diese beiden Dinge zu verstehen. Es gibt zwei Arten von Orgasmen. Die eine Art kennt ihr: ihr gelangt zu einem Höhepunkt der Erregung, an dem es nicht mehr weitergeht, das ist das Ende. Die Erregung wird auf eine derartige Spitze getrieben, dass der Akt unfreiwillig wird; die Energie fährt in euch hinein und entlädt sich. Dann seid ihr erleichtert, von einer Last befreit; ihr entspannt euch und flüchtet euch in eure Traumwelt zurück. Sex wird als Beruhigungsmittel benutzt.. Zu einem Gipfel der Erregung zu kommen ist eine Art, den Orgasmus zu erfahren. Das Schwergewicht der tantrischen Lehre liegt aber auf der anderen Art. Die erste Art von Orgasmus kann man einen GipfelOrgasmus nennen und die tantrische Art einen Talorgasmus. Dabei kommt man nicht zu einem Gipfel der Erregung, sondern gleitet ins tiefste Tal der Entspannung. Bei beiden Arten wird die sexuelle Erregung der Anfangsphase benutzt. Deshalb sagte ich, dass beide Arten sich am Anfang genau gleichen, aber das Ende ist völlig verschieden. Die anfängliche Erregung wird auf zwei völlig verschiedene Arten benutzt: entweder erklimmt man damit den Gipfel seiner Leidenschaft oder fällt ins tiefste Tal der Entspannung. Bei der ersten Art muss die Erregung immer mehr gesteigert werden, man muss dazu beitragen, dass sie immer intensiver dem Höhepunkt entgegenstrebt. Bei der zweiten Art ist man nur beim Vorspiel erregt. Sobald der Mann in die Frau eingedrungen ist, entspannen sich beide. Sie bewegen sich überhaupt nicht mehr und gehen völlig in der Umarmung auf. Und nur, wenn einer von beiden spürt, dass die Erektion nachlässt, bewegen sie sich ein wenig, um das Feuer wieder zu entfachen; dann sinken sie wieder in einen Zustand vollkommener Entspannung. Diese Art von tiefer, zärtlicher Vereinigung kann stundenlang dauern, ohne dass es zum Samenerguss kommt. Danach fallen beide in einen tiefen 227

Schlaf. Das nennt man einen Talorgasmus. Nach einem tantrischen Liebesakt seid ihr mit Energie aufgeladen, ihr seid lebendiger und frischer als je zuvor. Und dieser ekstatische Zustand kann stundenlang, ja tagelang anhalten. Das hängt davon ab, wie sehr ihr darin aufgegangen seid. Wenn ihr tief in diese Art Sex hineingehen könnt, wird euch früher oder später klar, dass ein Samenerguss reine Energieverschwendung ist. Man braucht nicht zu ejakulieren, es sei denn, man will ein Kind zeugen. Nach einem tantrischen Sex-Erlebnis seid ihr den ganzen nächsten Tag zutiefst entspannt, selbst viele Tage lang fühlt ihr euch ruhig und gelassen, in euch selbst zentriert. aus: „Tantrische Liebeskunst“ (Seite 208) von Osho [191] Darum ist es ein Geschenk, wenn man einen erfahrenen Lehrer findet, der einen in spirituellen Fragen leitet, der Vorbild, Vater, Freund, Beschützer und selbstverwirklichter Weiser ist. Solch einen Lehrer zu finden, ist allerdings äußerst schwierig. Es spricht nichts dagegen, wenn man sich bemüht, diesen Weg ganz allein zu finden. Wie wir bereits im ersten Kapitel gesehen haben, gibt es mehrere Wege zur Buddhaschaft. Dabei unterscheidet man den Savaka-Buddha, der den spirituellen Weg unter Anleitung eines verwirklichten Meisters gegangen ist und den PaccekaBuddha, der den spirituellen Weg ohne die Anleitung eines spirituellen Meisters beschritten hat. Hat man sich entschlossen, seinen Weg allein zu beschreiten, dann gibt es immer wieder Situationen, die man als spirituellen Absturz erlebt. Hat man sich z.B. vorgenommen, das Zölibat zu praktizieren, schafft es aber nicht, es konsequent zu praktizieren, dann gibt es immer wieder Momente, in denen man ziemlich traurig und verzweifelt ist und in denen man sich wünscht, es gäbe jemanden, mit dem man über alle diese Probleme reden könnte, der Verständnis und Erfahrung mit diesen Dingen hat und einem in solchen schwierigen Situationen weiter helfen kann. Besonders bei trägen Menschen wäre ein spiritueller Lehrer sehr vorteilhaft. Sie neigen dazu, es mit der Meditation, mit den Yogaübungen, mit den Atemübungen und ganz allgemein mit der spirituellen Praxis nicht so genau zu nehmen. Heute wird ein wenig geübt, morgen hat man vielleicht keine Lust und was übermorgen sein wird, steht noch in den Sternen. Da wäre natürlich ein spiritueller Meister sehr von Vorteil, der den Yogaschüler immer wieder ermuntert und ihn herausfordert. 228

Vielfach kann ein spiritueller Meister erkennen, wo die Schwierigkeiten beim Yogaschüler liegen. Jeder Mensch handelt nach einem ganz individuellen Muster. Trägt dieses Verhaltensmuster ängstliche Züge, dann wird der aufmerksame spirituelle Lehrer dies erkennen. Im übrigen gibt es so viele Dinge, über die man mit einem spirituellen Lehrer sprechen könnte. Es wäre besonders für den spirituellen Anfänger eine große Erleichterung, einen Lehrer zu finden, der ihm dieses Wissen vermitteln kann. Hat der Yogaschüler ausreichend Wissen gesammelt, dann sollte er versuchen, seinen eigenen Weg zu beschreiten. Es ist nicht erforderlich und nicht wünschenswert, seinem spirituellen Lehrer in unterwürfiger Art zu begegnen. Jeder selbstverwirklichte Meister wird auch für kritische Fragen und Anmerkungen offen sein. Hat der Yogaschüler nicht die Möglichkeit, über seine Bedenken zu sprechen, so schleichen sich Zweifel bei ihm ein, die seinen spirituellen Fortschritt behindern können. Langfristig kann dieses das Vertrauen zwischen Lehrer und Schüler zerstören. Hat man Selbstverwirklichung erlangt, dann empfindet man eine berauschende Seligkeit und fühlt sich mit der ganzen Welt in Einklang. Man empfindet solch eine innere Harmonie und Dankbarkeit, dass man am liebsten Gott dafür danken möchte, diese Seligkeit, nach der man sich so lange gesehnt hat, erfahren zu dürfen. Man fühlt sich eins mit allen Menschen, mit der Natur, mit dem Universum, mit Gott, Krishna, Jesus, Buddha, Mohammed, mit allen Weisen und Heiligen, die ebenfalls dieses Ziel erreichten. Und selbst als Atheist empfindet man mit großer Gewissheit eine universelle Verbundenheit, selbst wenn man sie nicht religiös auffasst. Vielleicht sind Agnostiker sogar noch einen Tick ehrlicher als Gläubige oder Atheisten, denn sowohl die Annahme, dass es einen Gott gibt, ist ebenso fragwürdig, wie die Annahme, dass es keinen Gott gibt. Niemand kennt die Logik und die Gesetzmäßigkeiten, die unser Leben bestimmen. Allein schon die Idee einer gekrümmten Raumzeit wirkt auf viele Menschen ziemlich fremdartig. Deshalb war es ein großer Sprung, als Albert Einstein die Idee einer gekrümmten Raumzeit postulierte. Die heutigen Physiker gehen bei der Stringtheorie von zehn oder elf Dimensionen aus, aber unser Gehirn scheint nur für die 229

vierdimensionale Raum-Zeit-Ebene ausgebildet zu sein. Wie sollten wir da erst Gott mit unserem Verstand erfassen? Das ist vollkommen unmöglich. Ich selber halte die Frage nach dem Ursprung des Lebens, nach dem Ursprung von Zeit und Raum nicht für so wichtig. Auf diese Fragen werden wir vermutlich niemals eine Antwort finden. Aber wir haben die Möglichkeit, zu uns selbst zu finden. Und wenn wir uns damit ernsthaft auseinander setzen, haben wir genug zu tun. Krischna sprach zu Arjuna: „Und solltest du der sündigste aller Sünder sein, so wirst du mit dem Schiff der Weisheit den Ozean aller Leiden überqueren. So wie loderndes Feuer Brennholz zu Asche verwandelt, so verbrennt das Feuer der Weisheit alle sinnlichen Begierden. Es gibt nichts auf Erden, das so rein ist, wie die Weisheit. Die Weisheit des Yoga führt dich zu deinem Selbst.“ (4.36 – 4.38) Wer mag schon beurteilen, wer der sündigste aller Sünder ist? Osho sagte einmal: „Wenn ihr euch einmal zehn Minuten allein hinsetzt und ganz ehrlich jeden Gedanken, der euch so durch den Kopf geht, auf ein Blatt Papier schreiben würdet, wärt ihr nicht bereit, es irgendwem zu zeigen, nicht einmal eurem besten Freund. Denn da würdet ihr Gedanken finden, die so wahnsinnig sind, dass kein Mensch, weder du selber noch sonst wer, so etwas erwartet hätte. Es wären so banale, sinnlose und absurde Gedanken darunter, dass ihr glauben würdet, den Verstand verloren zu haben. Wenn ihr einmal zehn Minuten lang alles ehrlich aufschreibt, was euch durch den Kopf geht, werdet ihr überrascht sein, was sich da abspielt. Ihr werdet euch fragen, ob ihr geistig gesund oder verrückt seid. Ihr überprüft niemals auch nur zehn Minuten lang euren Verstand und was sich da eigentlich abspielt, oder vielleicht schaut ihr ja nur deswegen nicht hin, weil ihr insgeheim längst wisst, was da los ist.“ Ich würde vermuten, dieses trifft ausnahmslos auf fast alle Menschen zu. Nach außen wird eine Maske getragen und im Innern herrscht Sodom und Gomorrha. Hört man den Menschen aufmerksam zu, dann erkennt man meist sehr schnell, welches Chaos, welcher Hass, sich in ihnen angesammelt hat. Das merkt man z.B. sehr deutlich, wenn man mit Menschen über die Todesstrafe spricht oder wenn es darum geht, welche Strafe ein Vergewaltiger bekommen soll. Zu welchen grausamen Taten „brave“ Bürger fähig sind, 230

erkennt man am besten dann, wenn sie in den Krieg ziehen. Dann brechen alle sorgsam gehüteten Dämme und der Mensch ist zu den grausamsten Taten fähig. Wir sollten nicht denken, dass wir besser als andere Menschen sind. Vielleicht haben wir etwas mehr Glück in unserem Leben gehabt, ein liebevolleres Elternhaus, eine bessere soziale Umgebung, bessere gesundheitliche Vorraussetzungen, usw.. Wenn ich mir ansehe, unter welchen Zuständen heute manche Kinder aufwachsen, dann kann man erwarten, dass diese Kinder die schlimmsten seelischen Verletzungen davon tragen. Kann man diesen Kindern die Schuld dafür zuweisen, wenn sie sich eines Tages selber unsozial verhalten, oder sind sie selber Opfer der gesellschaftlichen Missstände? Und obwohl diese Missstände bereits lange bekannt sind, fühlt sich scheinbar niemand dafür verantwortlich. Jedenfalls kommt es einem manchmal so vor. Also seien wir so ehrlich und gestehen uns ein, dass wir alle eine ganze Menge an unbewältigten Problemen mit uns herumtragen. Ich glaube, dies wissen auch die meisten Menschen. Sie werden ja tagtäglich mit ihren Ängsten und ihren psychosomatischen Erkrankungen konfrontiert. Wir müssen uns eingestehen, dass wir voller unerfüllter Sehnsüchte sind und weit davon entfernt, glückliche Menschen zu sein. Wenn man so ehrlich ist, und sich diese Tatsache eingesteht, dann ist bereits ein großer Schritt getan. Es zeugt davon, dass sowohl das Bewusstsein, als auch der Mut vorhanden sind, sich mit seiner individuellen Situation, mit seiner Unzufriedenheit, auseinander zu setzen. Ist man erst einmal so weit, dann beginnt die Suche nach einem Weg, sich aus dieser Misere zu befreien. Genau an dieser Stelle kommt die Weisheit des Yoga ins Spiel. Sie kann uns helfen, das Feuer der sinnlichen Begierden zu löschen. Der beste Lehrer ist vielleicht sogar die eigene Weisheit. Hören wir aufmerksam in uns hinein, so erkennen wir meist sehr schnell, wo die Ursachen unserer Probleme liegen. Krishna sagt, dass es auf Erden nichts gibt, das so rein ist wie die Weisheit. Mit der Weisheit ist hier die Weisheit des Yoga gemeint. Unwissenheit ist die Ursache für unsere sinnliche Verhaftung. Durch Wissen können wir Befreiung erlangen. Dieses Wissen muss man sich in der Regel hart erarbeiten. Schritt für Schritt, über viele Höhen und Tiefen, kommt man dem Ziel allmählich näher, bis man eines Tages den Frieden findet, nach dem man sich so lange gesehnt hat. 231

Ebenso mag jemand glauben. 5. was ihren rationalen Vorstellungen widerspricht. Anderen aber missfällt es. Um dieses Ziel zu erreichen. egal welcher ethnischen und sozialen Herkunft. denn alles andere würde sie wahrscheinlich verunsichern.“ kann ich darum in dieser Form nicht zustimmen. der übermenschliche Fähigkeiten besitzt. noch in der nächsten Welt. der Ungläubige ginge zugrunde. Wenn man tolerant ist.1 Entsagung und Handeln in Hingabe 232 Inhaltsverzeichnis . der geht zugrunde.Krishna sprach zu Arjuna: „Ein gläubiger Mensch. welcher Religion. Zerschlage alle Zweifel. den Menschen die Kernaussagen der heiligen Schriften zu vermitteln. Kapitel 5: Karma Yoga – Handeln in Hingabe 5.39 – 4. die heiligen Schriften seien direkt von Gott offenbart. die aus Unwissenheit in deinem Herzen entstanden sind mit der Waffe der Weisheit.42) Meiner Meinung nach. Nun aber zu behaupten. Es sollte aber niemand daran Anstoß nehmen. Sie gelten selbst für Agnostiker und eingeschworene Atheisten. der zu Zweifeln neigt. Dem Satz „Der unwissende und ungläubige Mensch aber. Er findet das Glück weder in dieser. Glauben kann man alles mögliche. welchen Geschlechts oder welcher Weltanschauung sie angehören. Sie stellen sich Krishna gewissermaßen als einen Menschen vor. Glauben aber ist kein Wissen. Wer nicht am Erfolg seines Handelns haftet und durch Weisheit jeden Zweifel vernichtet. der wird von allem Leid erlöst. empfinde ich als sehr intollerant. So sehen manche Gläubige in Krishna die Persönlichkeit Gottes. sein Leben besser zu meistern. wenn manch einer dies bezweifelt.“ (4. läßt man ihnen ihre Vorstellung. ohne eine vernünftige Begründung dafür zu haben. Der unwissende und ungläubige Mensch aber. ist Wissen erforderlich. an irgendetwas zu glauben. der geht zugrunde. sondern sie sind religionsübergreifend und haben für alle Menschen die gleiche Gültigkeit. sollte es darum gehen. der zu Zweifeln neigt. Diese Kernaussagen sind nicht an spezielle religiöse Vorstellungen gebunden. Sicherlich wird der Unwissende kein spirituelles Ziel erreichen. Der Glaube mag für den einen oder anderen durchaus hilfreich sein. erlangt den höchsten Frieden. Erhebe dich und kämpfe. der sich in die Weisheit vertieft und seine Sinne beherrscht.

Er entsagt ihr. Bloße Entsagung. sagte Krishna. ohne Bewusstssein.“ (5. welches von beiden das bessere ist. Anstatt Krishna oder den Göttern Opfer darzubringen. Wer weder Abneigung noch Begierden hat. dass analytisches Wissen und Entsagung (Samkhya) etwas anderes sei als hingebungsvoller Dienst (Karma Yoga). die der sinnlichen Lust dienen. durch verschiedene Opferhandlungen zur Erlösung zu finden. Sage mir bitte eindeutig. Unter Handeln mit Hingabe versteht man. so begibt man sich erst gar nicht auf die sinnliche Ebene und es besteht keinerlei Gefahr. eingestellt werden und nur noch selbstloses Handeln geschieht. bedarf keiner äußeren Handlungen mehr. Befreit von emotionalen Gegensätzen überwindet er die sinnlichen Fesseln. Der Weise aber weiß. Bewusstes Handeln hilft einem. sich von sinnlichen Fesseln zu befreien.01 .Arjuna sprach zu Krishna: „Zuerst bittest du mich. Krishna sprach zu Arjuna: „Nur die Unwissenden sagen. beide Wege führen zum 233 . die im Krishnabewusstsein getätigt werden. dass alle Handlungen.“ Im vierten Kapitel. Daher ist bewusstes Handeln höher einzustufen. Wer das Wissen (Krishnabewusstsein) vollständig verinnerlicht hat. besitzt den Geist der Entsagung. Geschieht das Handeln selbstlos. als Entsagung.“ Darauf antwortete Krishna: „Sowohl die Entsagung (Jnana Yoga) als auch das Handeln in Hingabe (Karma Yoga) führen zur Befreiung. um sich vom sinnlichen Streben zu befreien.04) Krishna sagt: „Sowohl die Entsagung als auch das Handeln in Hingabe führen zur Befreiung. Handelt man bewusst. dass Handeln mit Hingabe noch besser als Entsagung ist. um Sinnesbefriedigung zu erlangen. dann ist dieses wertvoller als Entsagung. auf jegliches Tun zu verzichten und dann empfiehlst du das selbstlose Ausführen des Handelns. Somit führen Entsagung und Handeln mit Hingabe zum selben Ziel. zum Erfolg führen. Nun sagt Krishna. als es darum ging. Dieses Handeln geschieht zu Ehren Krishnas. Entsagung ohne Bewusstsein ist unvollkommen.5. Aber von beiden ist das selbstlose Handeln in Hingabe besser als die Entsagung. ohne nach sinnlichen Vergnügungen zu streben. dass nur Opferhandlungen. sollte man Krishnabewusstsein entwickeln. Diese Opferhandlungen gipfeln im Wissen. führt nicht zum Ziel. dass man sich von den Sinnen betören lässt.

Der Weise. Doch Entsagung wird ohne Hingabe schwer erreicht. die Natur 234 . Das Mahabharata und damit natürlich auch die Bhagavad Gita. an eine übergeordnete Gottheit glaubte. Chr. um dann ganz im Yoga aufzugehen. die Samkhya-Karika von Ishvarakrishna.07) Damit die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der SamkhyaPhilosophie und dem Karma-Yoga deutlich werden. Chr. der Begründer der Samkhya-Philosophie. So entwickelt sich das Samkhya ab etwa 500 n. Und andererseits die aktive aber unbewusste Natur. der hat recht erkannt.“ (5. Die Überlieferung nennt Kapila als Begründer der Samkhya-Philosophie. Die Kernzeit des Samkhya lag etwa zwischen 400 v. zu der auch Gefühle. dass die Samkhya-Philosophie am Anfang theistisch orientiert war.selben Ziel. Das Samkhya ging schon früh mit dem Yoga eine enge Verbindung ein. dass Kapila.. Das Samkhya vertritt einen Dualismus. Die Kommentatoren zur Samkhya-Karika führen allerdings Gründe gegen das Dasein eines Gottes an. soll noch einmal die Samkhya-Philosophie betrachtet werden. Da gibt es einerseits einen passiven aber bewussten Geist. Prakriti. erlangt schon bald sein Ziel.05 – 5. die Prakriti. den Purusha. Prakriti ist die schöpferische Kraft der Natur. jenseits aller Emotionen. Die Erlösung wird sowohl vom Entsagenden als auch vom Handelnden im Karma Yoga erreicht. zu einer atheistischen Philosophie. entstanden. Als sich dann im Laufe der Zeit das Samkhya dem Yoga immer mehr anglich. Das Weltgeschehen wird auf zwei fundamentale Prinzipien zurückgeführt. Im allgemeinen wird die Samkhya-Philosophie aber als atheistisch betrachtet. nahm die Samkhya-Philosophie wieder theistische Züge an. das Yoga bildete die Praxis. die etwa um 300 v. und 500 n. Seine Werke gingen allerdings verloren. der Autor der Samkhya-Karika behandelt das Gottesproblem in der Samkhya-Karika allerdings nicht. wurden deutlich vom Samkhya beeinflusst. und 700 n. Chr. eine Sammlung von insgesamt 72 Lehrstrophen. Wer daher erkennt. Als wichtigste Textquelle gilt daher das älteste erhaltene Werk dieser Tradition. Chr. Es wird vermutet. dass der Weg der Entsagung und der Weg des Handelns eins sind. Purusha ist reines Bewusstsein. Denkprozesse und Wahrnehmung gehören. allen Empfindens und allen intellektuellen Denkens. der in Hingabe lebt. Das Samkhya lieferte die Theorie. Ishvarakrishna. Chr.

Leidenschaft. Vers 4 und 5 beziehen sich auf die Zeiten. untergeordnet war. Alles Leiden entsteht nach der Samkhya-Philosophie durch den Mangel an Unterscheidungskraft von Purusha und Prakriti. Da der Mensch. Güte. Diese drei Eigenschaften. Harmonie). Wie wir gesehen haben. in denen das Samkhya theistisch orientiert war. Aktivität) und Tamas (Trägheit. sich aus den Verhaftungen der Prakriti. dass unser wahres Wesen Purusha (Bewusstsein) ist und solange wir uns in die sinnliche Prakriti verstricken. So finden sich in einem Menschen. einem Gott (Ishvara). stehen in der Urnatur im Gleichgewicht. hatte die Samkhya-Philosophie theistische (Der Theismus begreift Gott als Schöpfer der Welt. die beiden Eigenschaften von Purusha und Prakriti streng voneinander unterscheiden zu lernen. können wir uns nicht von unserem Leiden befreien. wird er aufgrund dieser Verwechslung in Leiden verstrickt. Zurück bleibt allein die seligmachende Purusha. Wenn wir unser Bewusstsein völlig von der sinnlichen und materiellen Erscheinungswelt abwenden. Die Prakriti (Urmaterie) besitzt drei Eigenschaften: Sattva (Reinheit.) Phasen. der von Trägheit und Unwissenheit (Dunkelheit) beherrscht wird auch immer Spuren von Aktivität und Reinheit. Unsere Unwissenheit und mangelnde Unterscheidungsfähigkeit kann durch Erkenntnis beseitigt werden. Solange wir nicht erkennen. dessen wahre und ursprüngliche Identität einzig und allein Purusha ist. In den theistischen Zeiten betrachtete man den Purusha nicht als reines Bewusstsein. die zur Prakriti gehörigen Aspekte irrtümlicherweise für Bestandteile seiner selbst hält. Rajas (Begehren. ist nur einmal vorhanden.) und atheistische (Der Atheismus verneint die Existenz Gottes. jedoch sind auch die beiden anderen Kräfte stets vorhanden. Ziel des Samkhya-Schülers war es. da jeder Mensch ein eigenes Bewusstsein besitzt. die auch als die drei Gunas bezeichnet werden. Die drei Gunas sind immer im Menschen wirksam. Es ist daher in der Lehre des Samkhya von entscheidender Bedeutung für den nach Erlösung Strebenden. dann verschwindet die Prakriti wie die Tänzerin von der Bühne. die Wirkung ihrer Kräfte ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Chaos). Dunkelheit. die einer Überseele. Purusha dagegen gibt es viele. 235 .oder sichtbare Welt. die zumindest gelegentlich aufblitzen. sondern als individuelle Seele. Die Samkhya-Philosophie ist daher ein Weg der Erkenntnis. den sinnlichen Verlockungen der Natur. Dabei kann eine der drei Kräfte besonders stark ausgeprägt sein.

Sie muß um jeden Preis erreicht werden. in dem der Sexualgedanke tief verwurzelt ist. studiert die heiligen Schriften und meditiert täglich. das Studium der heiligen Schriften. Durch die Hingabe des Karma-Yoga dagegen soll eine Anhaftung an Krishna entwickelt werden. wo Leidenschaft ist. Daraus entwickelte sich später der (Raja-)Yoga-Pfad. haben beide Wege einige Gemeinsamkeiten.zu lösen und die Seele mit der Überseele zu vereinen. die wir brauchen. Unser Leid ist eng verknüpft mit einem ausschweifenden Sexualleben. Er zieht sich aber nicht in die Einsamkeit zurück. Dass sowohl vom Raja-Yogi (Samkhya) als auch vom Karma-Yogi Brahmacharya erwartet wird. Raja Yoga (Samkhya) oder Vedanta (Jnana Yoga). in die Wälder und in die Klöster zurück und lebten als Bettelmönche. Sie ist die wichtigste Voraussetzung für den Sadhaka (Schüler) sowohl am Weg des Karma Yoga. Wie man sieht. obwohl der eine eine Loslösung und der andere eine Anhaftung mit sich bringt. Der Mensch. Atemübungen und Meditation praktiziert wurden. Die Wahrheit kann nicht sein. sich von der Sinnlichkeit zu lösen. Die Loslösung von der materiellen Verhaftung (Sinnlichkeit) und die Anhaftung an Krishna sind jedoch das gleiche. um glücklich und zufrieden zu sein. nicht einmal in hunderttausend Geburten. geht aus den Worten Swami Sivanandas hervor: „Der Vorgang der sexuellen Sublimierung (Brahmacharya) ist sehr schwierig. Die (Raja-)Yogis zogen sich oft in die Einsamkeit des Himalaya. zur Erlösung. Auch der Karma-Yogi praktiziert Brahmacharya. Unser ausschweifendes 236 . sondern arbeitet in den sozialen Einrichtungen. Außerdem führen sie beide zum selben Ziel. Ebenso wie der Samkhya-Schüler.“ [90] Unser Leid entsteht dadurch. in dem sowohl Brahmacharya. Die Erkenntnis des Samkhya soll es ermöglichen. versucht der Karma-Yogi sich von den materiellen Fesseln der Welt zu lösen und seine Seele durch hingebungsvollen Dienst mit der göttlichen Überseele zu vereinen. Upasana (Bhakti Yoga). Vedanta zu verstehen und Brahman zu verwirklichen. Im Grunde genommen sind beide Wege gleich. das uns die Energien beraubt. kann nie davon träumen. als auch Yogaübungen. um den Kranken. Alten und Bedürftigen zu helfen. und doch ist sie überaus notwendig für den Aspiranten auf dem spirituellen Weg. dass wir ein sehr ungesundes Leben führen und das meist über Jahrzehnte.

der auf der Basis körpereigener Drogen basiert. wir müssen verstehen. Wir sind heute zwar immer noch weit davon entfernt. Der Weise allerdings. Wenn von Samkhya oder vom Karma-Yoga die Rede ist. Beide Wege können durchaus zur Erlösung führen. die man seinerzeit. so überwältigend ist. einer berauschenden Glückseligkeit und mit einer Vitalität. Dieses haben uns viele Yogis und Weise bewiesen. Man muss alle Gefühle. lebt permanent in euphorischer Ekstase. die uns meist bereits in der Kindheit zugefügt wurden. Und weil diese Ekstase so berauschend. Heilung ist im Endeffekt nichts anderes als ein physiologischer Vorgang. so muss man sich ihnen stellen. die in der Regel traumatisierende emotionale Verletzungen mit sich bringen. Damit möchte ich keineswegs sagen. da diese Gefühle ein enormes Potential an Hass und Gewalt beinhalten können. 237 . dann steht. dann müssen wir einen Weg der Heilung beschreiten. Wir erleben diese Ekstase nur noch in den wenigen Sekunden des Orgasmus'. sich von diesem Leid zu befreien. sondern er lebt in einem Gefühl tiefen inneren Friedens. Vielfach beruht es auch auf seelischen Verletzungen. Samkhya und Karma-Yoga werden als ein Weg betrachtet. meiner Ansicht nach. Die Yogis und Weisen des Altertums besaßen aber kein Wissen über physiologische Vorgänge und auch die Psychologie kam erst mit Sigmund Freud so richtig ins rollen. Diese seelischen Verletzungen können allerdings dazu führen. jede Ekstase. hinuntergeschluckt hat. Ich erinnere einmal an die hohe Zahl sexuell missbrauchter Kinder. das man tagtäglich erfährt. Will man sich von den seelischen Verletzungen befreien. Wollen wir uns von unserem Leid befreien. wieder aufsteigen lassen. aus unserem Leben verschwunden ist. wollen wir sie immer und immer wieder erleben. Dieses ist keineswegs ungefährlich. die physiologischen Abläufe der Genesung zu verstehen. Dadurch wird man zwangsläufig wieder mit den verdrängten Emotionen konfrontiert. dahinter der tiefe Wunsch. die ihn zu Höchstleistungen befähigt.Sexualleben führt dazu. diese Ebene hat er längst überwunden. der seine sexuellen Energien sublimiert. wie unser Leid entstanden ist und wie wir uns davon befreien können. dass jede Seligkeit. dass alles Leid allein auf sexueller Ausschweifung beruht. sich von dem Leid zu befreien. Er lebt zwar nicht in sexueller Ekstase. weil man seiner Trauer oder seiner Wut keinen Ausdruck verleihen konnte oder wollte. dass wir ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität entwickeln.

Die Seligkeit (Erleuchtung). Ob die Heilung allerdings durch göttliche Hilfe geschieht. schläft. Krishna sprach zu Arjuna: „Ein Mensch mit göttlichem Bewusstsein. dem Beten. dass nur die Sinne mit den Sinnesobjekten beschäftigt sind. etwas zu sich nimmt. die Atemübungen und die Meditation Einfluss auf die Physiologie des Menschen haben.“ (5. bereits hier auf Erden 238 . geht. sich von allen Fesseln und Verhaftungen zu befreien. Er bleibt von Begierden ebenso unberührt. Dieses wiederum hat Einfluss auf andere physiologische Prozesse. denn er weiß. Am besten kann man dieses erfahren. schmeckt. sie folgen dem Überlebungswillen.aber wir sollten sie nicht außer acht lassen. so ist nichts dagegen einzuwenden. die Augen öffnet und schließt. Es steht allerdings außer Zweifel. hört. wenn man dieses selber praktiziert. seine spirituellen Tätigkeiten in ein religiöses Gewand zu kleiden. obwohl er sieht. Die Yogis handeln mit Körper. weiß. Es ruht in sich selber. um seine gewaltige Pracht zu entfalten. dass Heilungsprozesse immer auf physiologischen Veränderungen beruhen. riecht. der die Wahrheit kennt. bleibt sein Inneres davon unberührt. Durch kontemplative Tätigkeiten.B. wie z. dem Zen. ein Ebenbild Krishnas. Jemand der nicht mit dem Göttlichen verbunden ist.12) Obwohl der Mensch nach außen mit allerlei Tätigkeiten beschäftigt ist. sich mit Krishna zu vereinen. Die äußeren Tätigkeiten gelten im allgemeinen der Sinnesbefriedigung bzw. Die fromme Seele erlangt die höchste Seelenruhe. Wer alle Hoffnungen und Erwartungen abgelegt hat. dass die Enthaltsamkeit. ein Lebewesen. was er in Wirklichkeit ist. so erkennt man. und seine Handlungen allein Gott (Krishna) weiht. der Meditation. Verstand und Sinnen. beeinflusst man die Gehirntätigkeit und die Atmung. atmet. das in der Lage ist. spricht. dem Autogenen Training und anderen komtemplativen Tätigkeiten. findet keinen Seelenfrieden. um sich durch Läuterung von allen Anhaftungen zu befreien. wird von keiner Hoffnung und Erwartung mehr enttäuscht. ausscheidet. dass er in Wirklichkeit nicht handelt. Schaut man sich einmal die Praktiken des Raja-Yoga an. damit der Mensch sich als das erfahren darf. Der innerste Kern des Menschen aber strebt danach. fühlt.08 – 5. der sich nicht von seinen Begierden gelöst hat. die er Erlöste erfährt. wie der Lotus vom Regen. Geist. Wenn es jemandem hilft. kann niemand mit Sicherheit beurteilen. ist auschliesslich eine Wirkung physiologischer Vorgänge.

Auch die Seele des Menschen drängt nicht nach Taten oder veranlasst andere zum Handeln. Verstand und Sinnen. während andere keinen Zugang zur Religion haben oder sie ablehnen. obwohl sie genau wissen.2 Das erleuchtete Selbst Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Hat der Mensch seine Sinne bezwungen und alle Begierden aufgegeben. um sich durch Läuterung von allen Anhaftungen zu befreien. nicht teilen. die sich beide in eine etwas andere Richtung bewegen. Der eine sucht lieber unter dem schützenden Dach der Religionen bzw. ist der Wunsch. Der ernsthafte Yogaschüler sollte allerdings das Brahmacharya beachten. 5. ob jemand religiös ist oder nicht. mit der man wunderschöne erotische Stunden erleben kann. Hat man sich einmal zur Enthaltsamkeit entschlossen. Seelenfrieden wird sich erst dann einstellen. Aus diesem Grunde kann ich die Meinung. dann lässt er sich so schnell nicht wieder vertreiben. Hoffnungen und Erwartungen bestimmen unseren Alltag. wie gering die Chanche ist. um seine Begierden zu stillen. Zum Handeln drängt allein die unwissende Natur des Menschen. eine hübsche Frau kennen zu lernen. dass nur der Fromme den höchsten Seelenfrieden erreicht. Hat er sich nämlich einmal in unserem Kopf eingenistet. die ich aber beide für berechtigt halte. Weder handelt er selber. Das aber behindert den Seelenfrieden und lenkt uns von unserem spirituellen Weg ab. dann wohnt er glücklich in der Stadt der neun Tore. 239 . dann sollte man jeden Gedanken an erotische Abenteuer sofort vertreiben. sondern allein. die sehr vielen Männern immer wieder durch den Kopf geht. der auf ein Lotusblatt fällt. Geist. Die Mentalität der Menschen ist halt verschieden. Damit wollte ich sowohl die Ansicht des gläubigen als auch des ungläubigen Menschen zum Ausdruck bringen. Sollte man dieses Geld nicht sinnvoller ausgeben? Darum bemüht sich der Yogi mit Körper. bevor er von uns Besitz ergreifen kann. Eine der Hoffnungen. Viele Menschen spielen Woche für Woche Lotto und erhoffen sich einen großen Gewinn.Erlösung zu erfahren. Dann perlen alle Begierden von einem ab. noch lässt er andere für seine Sinnesbefriedigung handeln. Auch in vielen anderen Dingen hegen wir Hoffnungen und Erwartungen. Das entscheidende Kriterium für den spirituellen Fortschritt ist daher nicht. wie der Regen. überhaupt etwas zu gewinnen. bei Krishna oder Jesus Zuflucht. wie er sein Leben gestaltet. wenn man sich von allen Anhaftungen befreit hat.

Normalerweise gerät der Mensch in die Versuchung. Und wenn wir ganz ehrlich sind. Hass. All diese negativen Dinge erwachsen aus der Lust. Diese neuen Tore. Darum erliegen sie den sinnlichen Versuchungen. Beim Essen sollte man auf Qualität und Quantität achten. dass das Empfinden von Lust und Sexualität Genuss beinhaltet. So sollte man nicht in die Versuchung geraten. können wir uns sehr schwer vorstellen. Zorn. vielleicht mit Ausnahme des Afters. ist es 240 . den sinnlichen Verlockungen zu erliegen.“ (5. Im allgemeinen ist diese sinnliche Orientierung auch gar nicht so schlimm. Wir berauschen uns täglich oft stundenlang an den bunten Bildern des Fernsehens. sondern ganz gezielt interessante Sendungen aussuchen. äußere Wahrnehmungen in uns aufzunehmen. lauschen oft stundenlang unserer Lieblingsmusik. auf all dieses zu verzichten. Genuss ist dabei.13 – 5. der Mund. genießen erlesene Speisen und sind auch einem Schäferstündchen meist nicht abgeneigt. aus Lust erwachsen Eifersucht. Jeder Orgasmus raubt uns eine Menge Energie.Krishna nimmt sich weder der Sünden noch der Verdienste eines Menschen an. stelle ich bei jedem Einkauf fest. aus Langeweile fern zu sehen und sich vom Fernseher berieseln lassen. Das Wissen der Menschen liegt in Finsternis. wenn man sie mit ein wenig Vernunft betreibt. Diese neun Körperöffnungen sind: zwei Augen. hat er kein Interesse an der Praxis des spirituellen Lebens. Dass hier noch manches im Argen liegt.15) Die Stadt der neun Tore entspricht dem menschlichen Körper mit seinen neun Körperöffnungen. Aber dann verändert sich dieses Vergnügen in Missvergnügen. lassen uns vom Parfüm der Damen oder vom Duft gebratenen Fleisches betören. langsam. beginnen die Menschen zu kämpfen. In seiner Lehre über die schrittweise Erleuchtung sagte Buddha. Bhante Henepola Gunaratana sagte einmal: „Buddha lehrte. und allmählich. Denn aus Lust erwächst Furcht. sobald sich das anfängliche Feuer der Lust abgenutzt hat. solange der Mensch sexuell aktiv ist. Am schädlichsten allerdings in der unkontrollierte sexuelle Genuss. der Anus und die Genitalien. Er verleugnete den Genuss nicht. Solange man in der Sexualität verstrickt ist. Und deshalb sind all diese negativen Dinge in der Lust enthalten. ermöglichen es uns. Verwirrung und Kampf. aus Lust erwächst Habgier. zwei Ohren. Diese setzt allerdings ein gewisses Bewusstsein und eine entsprechende Bildung voraus. zwei Nasenlöchern.

nämlich eine Seele. weil die Religion für sie so etwas wie ein Rettungsring ist. nachdem die Familienplanung abgeschlossen war. wie diese Religiosität entsteht. einen spirituellen Weg zu finden. die sie. Die Aussage. dann weiß man. Töten. Sollte ihnen nun aber jemand diesen Rettungsring entreißen. muss er seine Wut. Da es mir nicht behagt. die in der Psyche des Kindes gespeichert werden. sich sozial zu integrieren. Zorn. Diese Erfahrung hinterläßt Spuren. beruht auf der religiösen Überzeugung. seine Trauer und Enttäuschung immer wieder herunter schlucken. sondern es geschieht genau das Gegenteil. sondern allein die unwissende Natur des Menschen. mich allein auf den Glauben zu stützen. mit der sie nur sehr schwer umzugehen wissen. Hass. Im alten Indien praktizierten auch die Eheleute Brahmacharya. Schauen wir uns doch einmal an. dass das Kind lernt.“ [180] Hat man dieses einmal erkannt. durch ihr Verhalten auf das Kind übertragen. dass sie es eigentlich nicht so genau wissen wollen. die sehr verletzend für ihn sind. Dadurch bekommt das Kind in vielen Situationen nicht die gewünschte und erhoffte Liebe. Fürsorge und Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich gibt es so etwas wie „ein gesundes Maß an elterlicher Fürsorge“. dass dafür sorgt. besitzt. Genau genommen werden unsere Erfahrungen als Ionenverbindungen in unserem Gehirn gespeichert. dass es eine Wiedergeburt gibt und dass der Mensch einen göttlichen Funken. Als Kleinkind ist er immer wieder hilflos den Aggressionen seiner Mitmenschen ausgeliefert. dass es einen Gott gibt. Der Mensch gerät bereits als Kleinkind durch das Elternhaus und durch sein soziales Umfeld immer wieder in Situationen. wie wichtig und segensreich das Brahmacharya ist. Menschen mit einfachen Gemütern mag diese Vorstellung helfen. es wird „seelisch“ verletzt. Aber auch Eltern tragen in der Regel neurotische Züge in sich. Enttäuschung. dann kommt selbstverständlich eine große Angst auf. kann ich mich mit dieser Auffassung nicht anfreunden. an den sie sich klammern. um nicht unter zu gehen. Da er nicht in der Lage ist. wenn auch unbewusst. sich dagegen zu wehren. setzt voraus. dass der Mensch eine Seele besitzt. dass es eine Seele gibt. dass die Seele des Menschen nicht nach Taten drängt. Unser Gehirn ist übrigens ein überaus 241 . dass man diese Probleme hat: Kampf. Mit welcher Berechtigung aber wird diese Behauptung aufgestellt? Die Behauptung.unvermeidlich. all das ist damit verbunden. Ich habe aber immer das Gefühl.

sollte man sich auf das Wissen beschränken. das zunächst nichts weiter ist als die Integration verschiedener sensorischer Nervenimpulse zu einer Ganzheit. die sich aus einem immer komplexeren Bewußtsein ergibt. dass wir keine Aussagen über Gott und die Seele machen können. daß bei Tieren wie bei Menschen eine motorische Muskelreaktion gleichermaßen von der Großhirnrinde ausgeht. Damit möchte ich keinesfalls Gott oder die Seele in Abrede stellen. beansprucht es 20 Prozent des gesamten Energieumsatzes. von der aus das Verhalten zur Bewältigung von Aufgaben effektiver gesteuert werden kann. die durch häufigen Gebrauch bis zu einem Grade stabilisiert werden können. Alle geistigen Funktionen beruhen auf chemischen und neurologischen Vorgängen in verschiedenen. Aber wir sollten so ehrlich sein und uns eingestehen.stoffwechselaktives Organ. Biologie und Psychologie billigen auch den höheren Tieren ein Bewußtsein zu. Und bevor man in irgendwelche Spekulationen oder Glaubensdogmen verfällt. Obwohl es nur etwa 2 Prozent des Körpergewichts ausmacht. Auch das Selbstbewußtsein des Menschen ist eine weitere emergente Entwicklung. Die Emergenz (das Auftauchen) von Bewußtsein ist also mit ziemlicher Sicherheit ein Produkt der natürlichen Selektion in der Evolution. lieber mit dem Bewusstsein gleichsetzen. klar voneinander abgrenzbaren Bereichen des Gehirns und sind als Folge der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt evolutionär entstanden. welches dem menschlichen Verstand zugänglich ist. daß die Gedächtnisinhalte für das ganze Leben erhalten bleiben. was man allgemein mit der Seele umschreibt. Die gegenüber den Primaten besonders herausragenden Leistungen des Menschen bezüglich des räumlichen Sehens und Vorstellungsvermögens. des Lernens und des Gedächtnisses sowie des sprachlichen Ausdrucksvermögens und der Begriffsbildung haben sich im Verlaufe der letzten 4 Millionen Jahre entwickelt und sind an archäologischen Funden nachweisbar. Alles andere betrachte 242 . die über einen Impuls an das Kleinhirn die Muskelbewegung auslöst. Das tritt zweifellos auch bei Vögeln und Säugetieren auf. [91] Deshalb würde ich das. Insbesondere das Gedächtnis als Grundlage aller höheren geistigen Aktivitäten beruht auf einer chemischen Verfestigung bestimmter evolutionär angelegter Hirnstrukturen und Nervenschaltungen. Experimentelle Untersuchungen zeigen.

Die religiösen Erklärungsmodelle resultieren meiner Meinung nach. sich durch Masturbation das Gefühl von Erleichterung zu verschaffen oder andere (neurotische) Verhaltensweisen zu zeigen. sich mit seinen Ängsten auseinander zu setzen. Krishna sprach zu Arjuna: „Wenn die Unwissenheit durch Wissen beseitigt ist. als irgendetwas nach Belieben hineinzuinterpretieren. Ich halte es immer noch für besser. über keine tiefe Atmung mehr verfügt. wenn Menschen Rat. um von psychischer Verletzung geheilt zu werden. dass er ständig schnellen Schrittes davoneilt. Man flüchtet lieber in die Arme der Religion und hofft. weil man selber nicht den Mut hat. sinnt das Kind über Verhaltensstrategien nach. Gott würde einem vom Leid befreien. zumindest eine Zeit lang. keine Aussagen über Gott und die Seele zu machen. Dessen Geist in 243 .ich als unseriös. so können diese Strategien. einem Hund und einem Hundeesser (Unberührbarer). bei einer emotionalen Verletzung ganz bestimmte Muskelgruppen anzuspannen. die Luft anzuhalten. Ein Weiser sieht keinen Unterschied zwischen einem reinen und aufrichtigen Brahmanen (Priester oder Gelehrter). Hat es nun Strategien entwickelt. Für ihn sind alle gleich. Ich habe anderseits natürlich Verständnis dafür. dass er sexsüchtig wird oder andere neurotische Verhaltensweisen zeigt. Diese Verhaltensweisen können die Angst im Moment ihrer Entstehung vielleicht vermindern oder sie gar nicht erst aufkommen lassen. Wenn unser Denken. dass der Mensch sich diese Gewohnheiten zu eigen macht und am Ende gar chronisch verspannte Muskelpartien hat. einer Kuh. ebenso wie die Sonne alles erstrahlen läßt. dass er. dann erhellt die Weisheit alles. die es zukünftig davor bewahren sollen. unsere Hingabe. Hilfe und Trost in der Religion suchen. dann wäscht die Weisheit alle Sünden fort. Um den unangenehmen Erfahrungen aus dem Wege gehen zu können. aus der Hoffnung heraus. So kann das Kind zum Beispiel die Strategie entwickeln. durchaus hilfreich sein. weil er immer wieder das Zwerchfell anspannt. den Schritt zu beschleunigen (Fluchtreaktion). dass dieses nicht ausreicht. Dieses Verhalten kann aber auch dazu führen. Allerdings glaube ich. anstatt sich dieser schmerzhaften Auseinandersetzung zu stellen. unser Sein ganz im Göttlichen ruht. dass Gott einem von allem Leid befreien möge. die ihm zukünftig diese emotionalen Verletzungen ersparen können. einem Elefanten.

rechte Erkenntnis 2. Das ist die zentrale Aussage von Buddhas vier edlen Wahrheiten. Der Achtfache Pfad führt zur Befreiung vom Leid. rechte Gesinnung 3. 4. die immer wieder an einen heran treten. 5. Diese Überlegungen stehen auch im Mittelpunkt der Lehre Buddhas. ob jemand spirituelle Fortschritte gemacht hat. Und das ist ein großer Unterschied. Deshalb gehören Disziplin und ein eiserner Wille mit zu den Fähigkeiten. Das entscheidende Kriterium. Das Ziel des Buddhismus ist die Überwindung von allem Leid. denn sonst wird er keinen Erfolg haben. rechter Lebenserwerb 6. Das Leben beinhaltet Leiden. der findet bereits den Himmel auf Erden.2 Der achtfache Pfad Inhaltsverzeichnis 1.2. Spirituelle Fortschritte lassen sich nur erzielen.“ (5.Gleichmut und Ausgeglichenheit ruht. um spirituelle Fortschritte zu machen bzw. dass manche ihrer Verhaltensweisen nicht gesund sind und trotzdem können sie nicht davon ablassen.16 . ob er Gleichmut und Ausgeglichenheit entwickelt hat.1 Die vier edlen Wahrheiten Inhaltsverzeichnis 1. Heilung zu erlangen. wenn man stark genug ist. erkennt man daran. den sinnlichen Verlockungen. Sie haben die Bedingung von Tod und Geburt überwunden und ruhen in Brahman (Gott). Ursachen des Leidens sind Begehren (Gier). Viele Menschen wissen. Das Leiden kann aufgelöst werden. rechte Sammlung 244 . und denen man bisher fast immer erlegen ist. rechte Achtsamkeit 8. rechtes Streben 7. Abneigung (Hass) und Unwissenheit. 5. entschieden zu widerstehen. sondern man muss dieses Wissen auch anwenden. die ein spiritueller Mensch besitzen sollte. das nötige Wissen zu besitzen.2. 3. rechtes Handeln 5. 2.19) Es reicht natürlich nicht. rechte Rede 4.5.

dass man allen Lebewesen gegenüber Wohlwollen praktiziert. das unsere Unwissenheit beseitigt.Es geht bei der Erlösung darum. 3. zu schweigen und sich zu besinnen. Rechte Erkenntnis führt dazu. zu zügeln und zu kontrollieren. wie man auf Sinnesreize reagiert und welche Gedanken einem durch den Kopf gehen. Fleisch zu essen. dass man stets die Wahrheit sagt. sich von allem Leid zu befreien. Das heißt. Unter rechtem Handeln können folgende fünf Punkte zusammen gefasst werden: 1. Rechte Achtsamkeit heißt aber auch. Dies ist ein wichtiger Punkt. Darum soll man sich von allen sinnlichen Verhaftungen lösen. Meditation ist nur 245 . dass die Unwissenheit beseitigt. solange man sie nicht abgelegt hat. er verbietet es aber nicht. Darum ist es manchmal besser. Rechte Sammlung bezeichnet die Fähigkeit. Unter rechtem Streben versteht man die Bemühung. Sollte man als Gast irgendwo eingeladen sein. Diese fünf Übungsregeln sind leicht verständlich. 4. konzentriert. also möglichst vegetarisch leben. auf Fleisch zu verzichten. nicht lügen. Das Schweigegelübde kann als Ausdruck rechter Rede betrachtet werden. gemäß der Einsicht zu Handeln. Hass. dass man erkennt. kein unkeusches Leben zu führen. Rechter Lebenserwerb bedeutet. 2. Rechte Gesinnung bedeutet. wie man atmet. der besonders bei der Meditation zu beachten ist. Durch sinnliche Verhaftung entstehen Gier. auf die aktuelle Situation. sich nicht zu berauschen. Es geht um ein Bewusstwerden des ständigen Flusses der Gefühle. Begierden. geht und steht. So sollte man aus Mitgefühl gegenüber den Tieren. seinen Fleischkonsum vermindern oder einstellen. Rechte Rede besagt. einen Beruf auszuüben. nicht stehlen. dass man niemanden beleidigt und vor anderen schlecht macht. dass man sich voll und ganz auf die Gegenwart. doch bei genauerer Betrachtung sehr tiefgründig. Angst und psychosomatische Erkrankungen. Der Buddhismus empfiehlt zwar. 5. dann ist es erlaubt. Rechte Achtsamkeit bezieht sich auf die Bewusstwerdung der eigenen Körperfunktionen. nicht töten. dass man darauf achtet. das Leiden durch das Anhaften an sinnliche Begierden entsteht. Man soll seine Zeit auch nicht mit unnötigen Gerede vergeuden. der anderen Lebewesen nicht schadet. denn Worte können sehr verletzend sein. der Gedanken und der Bewusstheitszustände. den umherschweifenden Geist zu kontrollieren. Dazu ist das Wissen erforderlich. Hass und Zorn. und sich nicht in der Vergangenheit verliert oder in der Zukunft schwelgt. Der achtfache Pfad kann als das Wissen betrachtet werden.

ab. wenn wir uns ehrlich darum bemühen. der Zukunft oder wem auch immer. Hass und Unwissenheit. dass Buddha zunächst manchen Irrweg beschritt. Aber es gibt ein Leben vor dem Tode. Innere Ruhe stellt sich erst dann ein. Die vier edlen Wahrheiten und den achtfachen Pfad erhielt Buddha nicht durch göttliche Eingebung. Die Erleuchtung ist nichts anderes als die Abwesenheit von Gier. und tauscht es gegen eine neues Leben ein. Man streift gewissermaßen das alte Leben. Sie klammern sich oft allzu ängstlich an ihre religiösen Vorstellungen. welches aus Leid und Qual bestand. der ihm die Erlösung von allem Leid.möglich. um am Ende einen Weg zu finden. Sollten sich sinnliche Versuchungen einstellen. dann verstehe ich die Wiedergeburt als Neugeburt im jetzigen Leben. in dem Gleichmut und Ausgeglichenheit herrscht. damit sie sich nicht in sinnlichen Begierden verfangen. Der achtfache Pfad kann dafür eine sehr gute Anleitung sein. Also bemühen wir uns um den Himmel auf Erden und überlassen alles andere dem Schicksal. enthaltsam zu leben. Es ist ja allgemein bekannt. Und das kann wunderbar sein. wenn man sie darauf hinweist. wenn der Geist nicht mehr umherschweift. dass Tod und Wiedergeburt überwunden sind. Sie sind nicht nur nicht bereit. kann niemand beantworten. Ob es ein Leben nach dem Tode gibt. spirituelle Fortschritte zu machen. Die Erleuchtung ist vollkommen unabhängig davon. ob man an einen Gott glaubt oder nicht. sondern reagieren oft sehr emotional und verletzend darauf. Allein entscheidend ist. 246 . dann sollte er seine umherschweifenden Gedanken sammeln. Ich habe bei vielen religiösen Menschen eher das Gefühl. dass ihre religiöse Einstellung sie daran hindert. brachte. Wenn davon die Rede ist. Daher sollte man sich Erleuchtung nicht als etwas Überirdisches oder gar Göttliches vorstellen. sind aber nicht bereit. ob man religiös ist oder nicht. nämlich den achtfachen Pfad. sondern sie resultieren aus seiner ganz persönlichen Erfahrung. Das sollte auch gar nicht unser Ziel sein. wesentliche Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen. es ist der Geist. wenn man sich voll und ganz auf eine Sache konzentriert. die Erleuchtung. Rechte Sammlung ist selbstverständlich auch für den Brahmachari erforderlich. dass von Glückseligkeit gekennzeichnet ist. dass ohne Brahmacharya keine spirituellen Fortschritte möglich sind. wie man sein Leben gestaltet.

Er findet das Glück in sich selbst. ekstatischen Zustand befindet. der aufrichtig bemüht ist. Und sollte es einen Gott geben. Gier und Hass ablegen kann. sie alle sind Quelle des Leids. so beantwortet sowohl der Mensch als auch das Tier diese Aufmerksamkeit 247 . sondern auch in seinem normalen Tagesbewusstsein. Kein Weiser erfreut sich daran.“ (5. Wer. noch traurig ist. dass der Erlöste sich weder freut. nach den Naturgesetzen zu leben (wer auch immer sie erschaffen haben mag). wenn er Angenehmes erlebt. die der Erlöste permanent erfährt. Man sollte ihn einfach nur geniessen. Welche Freuden auch immer aus den Sinnesobjekten entstehen. noch traurig ist. Er bedarf also überhaupt keiner zusätzlichen Freude. denn er offenbart sich uns in Form der Naturgesetze. Ein befreiter Mensch fühlt sich weder von inneren Sinnesfreuden noch von äußeren Objekten angezogen. bevor er stirbt.Auch wenn nicht alle Entscheidungen in unserer Hand liegen. Wer sich auf Gott konzentriert und den Yoga beherrscht. Diese zusätzliche Freude wird ihn tatsächlich nicht weiter berühren.23) Mir missfällt ein wenig die Vorstellung. Schaut man sich Kleinkinder an.20 – 5. Da der Erlöste sich ohnehin in einem tranceartigem. einen spirituellen Weg zu beschreiten. der kennt Gott und ruht in ihm. dann findet man bei ihnen diese vollkommene innere Harmonie und Seligkeit. so liegt es doch in unserer Verantwortung. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer sich weder freut. Was spricht also gegen das Empfinden der Freude? Schenkt man einem liebgewonnenen Menschen oder einem Tier seine Aufmerksamkeit. das Beste aus unserem Leben zu machen. so wird er bestimmt denjenigen unterstützen. die er erfährt. wenn er Angenehmes erlebt. ist sein Dasein von Seligkeit bestimmt. für unseren natürlichen Zustand. Um diesen natürlichen Zustand sollte man sich keine weiteren Gedanken machen. wenn er Unangenehmes erlebt. genießt unvergängliche Freude. wenn er Unangenehmes erlebt. der ist ein Yogi. der uns durch unsere ungesunden Lebensumstände verloren gegangen ist. wenn er Angenehmes erlebt. die in einem glücklichem Elternhaus aufwachsen. ein glücklicher Mensch. Im Grunde genommen hat er es eigentlich schon getan. die den entscheidenden Einfluss auf unser Leben haben. Ich persönlich halte die ekstatische Freude. Solche Freuden haben einen Anfang und ein Ende. Lernen wir es also. und zwar nicht nur während er meditiert.

Wer sich dafür interessiert. Die sexuelle Lust entspricht in etwa der untersten spirituelle Stufe. 5. kann mittels der sexuellen Energie der emotionale Bereich geheilt werden. seine Wut. Hat man es einmal geschafft. das Brahmacharya zu beachten. Von nun an ist man nicht mehr auf die Sexualität fixiert. Lösen sich die negativen Emotionen auf. Angst. denn dann ist man vollkommen frei von jeglicher Angst und von allen psychosomatischen Erkrankungen. die sexuelle Verhaftung abzulegen. erreicht Befreiung und verschmilzt mit Gott. auf die hier aber nicht weiter eingegangen werden soll. Der Yogi. Das heißt konkret. Vielleicht ist es sogar eine noch größere Befreiung. Es geht darum. wie die Befreiung aus der sexuellen Verhaftung. Höhere Formen der Spiritualität sind erst erfahrbar. Nun kann man die sexuelle Energie für sein weiteres spirituelles Wachstum nutzen. 248 .3 Friede findet man nur im Innern Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Der Yogi. die Freude und das Licht in sich findet. Der Mensch beginnt zu Lächeln und der Hund wedelt eifrig mit dem Schwanz. Zorn und Trauer gehen immer mit psychosomatischer Erkrankung einher. Hier sind in allererster Linie Zustände gemeint. seinen Hass. die leidvollen Zustände zu beseitigen. zu erkennen. unter denen man vielleicht seit Jahrzehnten zu leiden hatte. kann dieses auf der Seite „Was ist Erleuchtung?“ [92] nachlesen. Wut. dann verschwinden allmählich auch die körperlichen Symptome. seine Trauer und andere negative Empfindungen ablegt. Dies empfindet man als eine ebenso große Befreiung. der das Glück. dann empfindet man das als eine große Erleichterung.mit Freude. wenn man sich vollkommen von der sexuellen Verhaftung befreit hat. Darum ist es so wichtig. Später finden weitere Heilungsprozesse statt. Da aber niemand enthaltsam leben mag. die man bis dahin nicht kannte. bleiben den meisten Menschen höhere spirituelle Erfahrungen verborgen. Hass. Nachdem das Sexualchakra geheilt ist. Spirituelle Verwirklichung und sexuelle Lust dagegen sind unvereinbar. Ich kann an diesem Ausdruck der Freude nichts Negatives erkennen. Neid. die man als Seligkeit umschreiben kann. dass man seine Angst. die durch psychosomatische Erkrankungen hervorgerufen werden. wie diese Erkrankungen entstanden und wie sie zu heilen sind. Man sollte sich darum darauf konzentrieren. Und eines Tages empfindet man eine Freiheit.

26) Solange man nicht fähig ist. dessen Sinne gezähmt und der sich daran erfreut. Auch wenn wir beten. wirken antidepressiv und stimmungsaufhellend bis hin zur Euphorie. anderen Menschen Gutes zu tun. Adrenalin gilt als ausgesprochenes Stresshormon. so findet ein permanenter Raubbau an den eigenen 249 . Die meiste Energie wird dem Körper allerdings durch Brahmacharya zugeführt.der von Sünden rein. Besonders interessant für die spirituelle Entwicklung sind beruhigende und ausgleichende Hormone wie Serotonin. Der Yogi. Der gesunde Körper produziert eine Menge an körpereigenen Hormonen.“ (5. beeinflussen wir damit unsere Physiologie. die Kreativität und öffnen die Tore für übersinnliche Erfahrungen. gelangt zur Seligkeit Gottes. Einige wirken belebend bis hin zur Aggression. findet seinen Frieden im Höchsten. LSD-ähnliche antidepressiv und euphorisierend wirkende oder anregend und wachmachende Neurohormone wie Noradrenalin und schmerzstillende körpereigene Morphine wie das Endorphin. den Kreislauf. Beschreitet man einen spirituellen Weg. die Atmung und fördern dadurch unser Wohlergehen. sowie durch Freisetzung von Glucose (Traubenzucker). das Nervensystem. bis hin zur Schläfrigkeit. das Hormonsystem. die Gesundheit des Menschen wieder herzustellen. Hormone haben vielfältige Aufgaben zu erledigen. das Glück im Innern zu kosten. Manche Hormone stimulieren die Sexualität und andere die Wiederstandskräfte. Manche wirken entspannend. meditieren. Wieder andere beflügeln die Phantasie. Yoga. welches in Stresssituationen ausgeschüttet wird. Es regelt ebenso die Durchblutung und die Magen-Darm-Tätigkeit. dessen Zweifel beseitigt. einen Anstieg des Blutdrucks. die vielfältige Aufgaben übernehmen. schmerzfrei.24 – 5. Manche Hormone fördern die Konzentration und die intellektuelle Leistungsfähigkeit. phantasiefördernde Transmittermoleküle wie Dopamin. der von Begierde und Zorn befreit ist. dann geht es in erster Linie darum. Andere Hormone machen angstfrei. sucht man das Glück durch äußeren Sinnesrausch zu befriedigen. angstlösende und entspannend wirkende Substanzen wie Endovalium. Lebt man dagegen nicht enthaltsam. eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau. Dabei spielt das Hormonsystem eine sehr wichtige Rolle. Es verursacht eine Steigerung der Herzfrequenz. Zen und Atemübungen machen oder andere kontemplative Praktiken ausüben.

dabei die Hände im Spiel hat. stehen sie für das weitere spirituelle Wachstum zur Verfügung. praktiziert er Brahmacharya. Man erkennt es daran. Mir gefällt deshalb die Einstellung mancher orthodoxer Hinduisten nicht. Angst kann vielfältige 250 . oder eine. Dies führt dazu. dass sinnliches Begehren sehr schnell erwacht. Es wird immer wieder gesagt. wie auch immer geartete höhere Intelligenz. Hass und Zorn befreit. Es führt auch dazu. nur der gläubige Hinduist könne die Erlösung erlangen.Energiereserven statt. Hass. Bhaktiyoga. dass der Mensch unter Depressionen und vielfältigen psychosomatischen Erkrankungen leidet. Normalerweise ist es so. sondern sieht in ihr den Menschen. an dem man erkennen kann. dass der Mann so auf die Sexualität fixiert ist. Ob Gott. Wenn es wirklich so wäre. dass der Mensch sich in seine Sexualität verhaftet und am Ende nicht mehr die Kraft besitzt. Besonders von Männern ist bekannt. So ähnlich ist es auch mit den negativen Emotionen wie Wut. Führt der Mensch ein gottgefälliges Leben. sich von dieser Sucht zu befreien. Hat der Yogi sich von Begierde. Im Mann schlummert permanent der Wunsch nach sexueller Befriedigung. Jnanayoga oder Rajayoga. so gelangt er selbstverständlich auch zur Erlösung. Atemübungen und andere spirituelle Praktiken. ob man das spirituelle Ziel erreicht hat. die immer wieder behaupten. dann betrachtet man die Frau nicht mehr als erotisches Wesen. das er gerne erobern möchte. dann findet er Erlösung. Dieses ist das einzige Kriterium. weil er seine Gene an möglichst viele Nachkommen weitergeben möchte. Zorn. vermag niemand zu sagen. Karmayoga. Neid und anderen negativen Emotionen. Ist das geschehen. um mit ihr seinen Wunsch nach Sexualität auszuleben. Trauer. Sie haben alle ihre erotischen Wünsche ausgelebt und sind über die Sexualität hinaus gewachsen. dass ihnen fast ununterbrochen erotische Gedanken durch den Kopf schwirren. dass man nicht mehr der sexuellen Verhaftung unterliegt und dass man keinerlei Hass mehr empfindet. Von dieser Theorie bin ich keineswegs überzeugt. Sie sind in der Regel nichts anderes als ein Ausdruck der Angst. Für den Mann stellt sich die Frau als ein erotisches Wesen dar. Diese Erlösung ist nichts anderes als ein Genesungsprozess. dann müsste dieses für alle Männer gelten. Selbstverwirklichte Menschen aber haben keinerlei Bedürfnis nach sexuellen Kontakten. Da die sexuellen Energien nun nicht mehr für die sexuelle Befriedigung vergeudet werden.

Ein großer Teil unserer Angst hängt auch mit unserer unerfüllten Sexualität zusammen. der ist befreit. was einen ängstigen könnte. wenn man es allein bei Gebeten und bei der Hinwendung zu Gott oder Krishna belässt. diese Tore zu durchschreiten. Furcht und Zorn abgelegt hat. Gelingt es einem. zur endgültigen Erlösung. der sich auf das "Dritte Auge" (zwischen den Augenbrauen). weil die Angst einen hinderte. sowie auf die Ein. alle Ängste abzubauen. dann sind zwar auch spirituelle Fortschritte möglich. Geist und Verstand beherrscht. dass der Hass sich in uns verfestigt und wir über Rache nachsinnen. kann dabei für den einzelnen Menschen durchaus hilfreich sein. die man als grenzenlos empfindet. dann lösen sich allmählich diese Spannungen und psychosomatischen Erkrankungen auf. und wir haben nicht die Möglichkeit aus dieser Situation zu fliehen. beim Dritten als Migräne usw. Bei dem einen drücken sie sich als Magenschmerzen. der sich von äußeren Objekten löst. Lebt man nicht enthaltsam. die unsere Ängste ansprechen. Dies geschieht je nach individueller Veranlagung. Werden wir mit Situationen konfrontiert. eine ethische Orientierung und ein gesundes Leben erforderlich. Hat man es geschafft. Plötzlich öffnen sich viele Türen. der Sinne. Beten und der regelmäßige Besuch der heiligen Messe gehören selbstverständlich zu ihrem Alltag. dann wird ein Teil der unerfüllten sexuellen Energie im Körper gebunden. Als wichtige Komponente ist unbedingt die Enthaltsamkeit. wie man sich dieses immer erwünscht hat. Dieses kann man auch bei den christlichen Mönchen in den Klöstern beobachten. aus. Kontemplation und Enthaltsamkeit sind die Schlüssel für alle spirituellen Fortschritte. führen. Der 251 . der Begierde.und Ausatmung konzentriert. alle sexuellen Energien abzubauen. Sie werden aber niemals zum höchsten aller spirituellen Ziele. die vorher verschlossen waren. um die Befreiung von Gier.Ursachen haben. dann fühlt man sich großartig. Gelingt es einem nicht. Die Hinwendung zu Gott oder Krishna. so reagieren wir mit Wut und Zorn oder steigern uns gar in den Hass hinein. beim nächsten als Rückenschmerzen. Selbstverständlich praktizieren sie ein kontemplatives Leben. Die Bedrohung kann sogar so stark sein. Es geht bei der spirituellen Befreiung. Hass und Unwissenheit. Es gibt dann nichts mehr. Man erfährt eine Freiheit. wie Buddha sagte. Krishna sprach zu Arjuna: „Der Weise. Sie wird aber nicht zur Befreiung führen. Aber sie praktizieren auch Enthaltsamkeit. seine Sexualität wirklich so zu genießen.

der mich als den Herrn der Welt erkennt. als den Freund aller Lebewesen.oder Aus-Atmung konzentrieren. Am Abend. Das ist vollendetes Pratyahara. wie gut vollendete Yogis das Pratyahara beherrschen.29) Das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara). wie die Ein. den Geist auf eine Idee oder ein Objekt zu richten. welches auch unter dem Namen Astanga Yoga bekannt ist. „Na ja.Weise.. des Geistes ist es. Seine Schüler dachten in diesem Moment nicht mehr daran. als Swami Sivananda zur gemeinsamen Meditation kam.27 – 5. daß das der Tag war. beginnt das eigentliche spirituelle Leben des Raja Yogi. dem alle Opfer und Askese dargebracht wird. der entweder innerlich oder äußerlich. daß sie ihn nicht vorgewarnt hatten. um die Beherrschung der Sinne. erlangt den inneren Frieden. die direkt an Swami Sivanandas Hütte vorbeiführte. entschuldigten sich die Schüler. Er hatte einen Preßlufthammer direkt neben seinem Meditationsraum nicht gehört. was so mit dem Straßenbau zusammenhängt. Konzentration bedeutet. an dem die Straße gebaut werden sollte. sondern er hatte tatsächlich nichts gehört. Man kann sich auf die Atmung. die uns zeigen soll. Die Natur der Sinne bzw. die Straßenarbeiten . auf dem die verheirateten indischen Frauen einen roten Punkt tragen.. Das ist der Punkt zwischen den Augenbrauen. real oder imaginär ist. Wohin auch immer der wandernde und unstete Geist hingeht. von dort soll er zurückgenommen werden und wieder auf das Meditationsobjekt (Konzentrationsobjekt) gerichtet werden. Er fragt. sowie Konzentration (Dharana) und Meditation (Dhyana) sind wichtige Übungen des Raja Yoga. Mit dem Zurückziehen der Sinne von äußeren Objekten. Es gibt eine Geschichte von Swami Sivananda. Dieser Punkt symbolosiert das Stirnchakra. stets in alle möglichen Richtungen auszuschwärmen und sich mit allen möglichen Dingen zu beschäftigen. Einmal sagte Swami Sivananda. Ebenso kann man sich auf das sogenannte Dritte Auge konzentrieren.“ (5. oder spezielle Aspekte der Atmung. Er war nicht nur höflich.“ Swami Sivananda sagte: „Ich habe nichts gehört“ und er war wirklich total erstaunt. Den ganzen Tag arbeiteten die Straßenbauer dort mit dem Preßlufthammer und allem. als sie ihm das sagten. Beim Pratyahara geht es um die Beruhigung des Geistes. er wolle den ganzen Tag lang meditieren und deshalb nicht ins Büro kommen. wieso und wovor. eines der sieben 252 .

Man kann aber auch den Satz „Ich bin vollkommen ruhig und entspannt. Einmal in den frühen Morgenstunden und einmal im Laufe des Tages oder am Abend. Man sollte darauf achten. auf ein Mantra. so spricht man nicht von Meditation. dass man in Ruhe meditieren kann und dabei nicht gestört wird. auf akustische Klänge. auf die Suggestion konzentrieren. da es gelegentlich zu körperlichen Beeinträchtigungen 253 . auf eine brennende Kerze. Man kann sich bei der Mantrameditation z. zügele ihn und bringe ihn zurück. bis der Geist mit dem Objekt der Konzentration fest verschmolzen ist. irgendeine/n andere/n Heilige/n oder auf etwas anderes zu konzentrieren. Man sollte das Autogene Training aber möglichst unter ärztlicher Aufsicht lernen. Ich persönlich betrachte die Meditation und das Autogenes Training als gleichwertig.B. Krishna sagte in der Gita: „So oft der ruhelose und unstete Geist zu wandern beginnt. auf ein Gebet. Krishna. Schläft man dabei ein. Man sollte möglichst zwei mal am Tag jeweils 20 Minuten meditieren. den man aber nicht mit dem Tinnitus. sondern von Konzentration.Energiezentren. einer Hörerkrankung. dann betrachtet man die Meditation eben als Einschlafhilfe. Ebenso ist es möglich. und der Geist nicht mehr abschweift. Man kann auch sehr gut meditieren. nachdem man sich schlafen gelegt hat. bringe ihn unter die Kontrolle des Selbst. sich auf ein Bild. Man sollte sich solange auf das Mantra bzw. verwechseln sollte). auf ein kurzes Mantra wie „Rama“ oder „Om Nama Shivaya“ (Ich verneige mich vor Shiva) konzentrieren. auf mystische Klänge (Anahataklang. also gewissermaßen mit dem Meditationsobjekt verschmilzt.“ oder „Ich atme ganz tief.“ Man spricht eigentlich erst dann von Meditation. soll man ihn wieder und wieder zum Gegenstand der Konzentration zurückführen (Pratyahara). die aber zum selben Ziel führen. Schweift der Geist dagegen immer wieder ab und muss erneut auf das Objekt konzentriert werden. Man kann sich wie beim Autogenen Trainung auf die Körperschwere konzentrieren und dabei allmählich gedanklich vom Oberkörper zum Unterkörper hinabwandern.“ immer wieder pausenlos still vor sich her sagen. In der Meditation findet ein Verschmelzen des Meditierenden mit dem Meditationsobjekt statt. Es sind zwei verschiedene Wege. auf einen Punkt an der Wand. dies ist ein permanenter Pfeifton den man im inneren Ohr hören kann. auf Jesus. wenn die Konzentration ungebrochen ist. Wenn der Geist von dem Objekt der Konzentration abwandert.

Neigt jemand dazu. ist ein Sannyasin. führen zum selben Ziel. zu schlafen. dient anderen Menschen. Dann ist es besser. lebt ebenfalls nach ethischen Gesichtspunkten und praktiziert Yogaübungen. die Seligkeit kennen zu lernen. ohne nach dem Erfolg des Handeln zu trachten. Friede und Seligkeit werden dein Leben bestimmen. kommt nicht ans Ziel. der erlangt Seelenfrieden. wenn man müde ist.und Herz-Probleme). der nach Befreiung strebt. die Meditation unbedingt im Lotussitz durchzuführen. meditiert. ein Mystiker. betet. Im Laufe der Zeit. Alles Leid wird ein Ende haben. favorisiere ich nach wie vor die liegende Stellung. Yoga ist dasselbe wie Entsagung. Andererseits sollte man auch nicht meditieren. die dem Wesen deiner wahren Natur entspricht. Da ich zuerst das Autogene Training im Liegen erlernte und damit die allerbesten Erfahrungen machte. Atemübungen und Brahmacharya (Enthaltsamkeit). dann ist eventuell der Lotussitz geeigneter. denn niemand kann ein Yogi werden.1 Entsagen und Handeln sind eins Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Wer pflichtgemäß handelt und nicht die Früchte seines Handelns begehrt. Blutdruck. Wenn du dein Ziel konsequent verfolgst. Anleitungen über verschiedene Meditationen und über das Autogene Training kann man unter [93] nachlesen. in dem Meditation und Entsagung enthalten sind. hilft Armen und Kranken. sollte Entsagung praktizieren. 6. ein Yogi. Dann wirst du ein ausgeglichenes Leben in Glück und Harmonie erfahren. macht sich frei von den Früchten seiner Handlung und lebt enthaltsam. Der Karmayogi konzentriert sich dazu vollkommen auf Krishna. der Weg des Handelns. werden sich die Meditationserfahrungen vertiefen. hast du vielleicht eines Tages das Glück.6.kommen kann (Verwirrtheit. ein Asket. beim Meditieren einzuschlafen. der nicht dem Wunsch nach Sinnesbefriedigung entsagt. Der Yogi.01 . und der achtsufige Pfad des Rajayoga. Der Rajayogi meditiert ebenfalls. Wer die Befreiung erreicht.“ (6. um sich von seinen sinnlichen Begierden 254 . ein Entsagender. Ich persönlich halte nicht viel davon. Meditation – Yoga der Versenkung 6. lebt nach ethischen Gesichtspunkten.03) Karmayoga. Wer aber keine Feueropfer darbringt und nicht die vorgeschriebenenen Rituale vollzieht.

der man sich selber nicht stellen mag. wird er am Leid gefesselt. man möchte im Prinzip genau so gewissen. Warum wenden sich die Menschen an Gott? Sie suchen Schutz und Heil bei ihm. dass Feueropfer und das Ausführen von vorgeschriebenen Ritualen. der den Geist bezwungen hat. Solange der Mensch danach strebt. Dieses Verhalten ist am deutlichsten in der Sexualität zu finden. sondern sich statt dessen in die Hände Gottes begeben und auf seine Hilfe vertrauen. Er trachtet nicht nach dem Erfolg seiner Handlungen und entsagt allen Wünschen. weil der Mensch unglücklich ist. Letzten Endes wird die Jagd nach äußerer Befriedigung zum Lebensinhalt.zu befreien. strebt man immer und immer wieder danach. dass Gott die Heilung bewirken möge. aber auch sein Feind. Im Prinzip fehlt die Einsicht. dann hoffen sie. Der sexuelle Höhepunkt vermittelt das Gefühl höchster Ekstase. aber auch die Ursache der Befreiung. ist der Geist der beste Freund. dass viele Menschen dazu neigen. Ich bezweifle allerdings.“ (6. einen besonderen Beitrag zur Befreiung darstellen.und gedankenlos weiterleben wie bisher. So aber kann Heilung nicht geschehen. dann wird er zum ärgsten Feind.06) Für den Menschen kann der Geist die Ursache von Leid sein. sich dem schmerzhaften Heilungsprozess zu stellen.04 – 6. Wenn sich die Menschen an Gott wenden. Weil die sinnliche Lust immer nur für einen kurzen Moment Befriedigung gewährt. Aber ich werde das Gefühl nicht los. Der Geist kann der Freund des Menschen sein. Ich kann dieses Verhalten durchaus verstehen. Krishna sprach zu Arjuna: „Ein wahrer Yogi hat keine sinnlichen Begierden. Weil die Menschen von dieser Ekstase so fasziniert sind. Das Streben nach sinnlichen Begierden geschieht. Hat er ihn aber nicht bezwungen. Viele Menschen leiden unter psychosomatischen oder körperlichen Erkrankungen. Man sucht einfach den bequemsten Weg und hofft. nicht erniedrigen. dass Gott sie von ihrem Leid befreit. weil sie in ihrem Inneren zutiefst unglücklich sind. Aber dadurch verstrickt er sich immer weiter in sinnliche Begierden. Diesem Unglücklichsein versucht er durch Momente des sinnlichen Genußes wenigstens zeitweise zu entrinnen. Ein Mensch muss sich durch seinen Geist erheben. wollen sie diesen 255 . Für den Yogi. sein Leben umzustellen. und hat nicht den Mut. sich kaum Gedanken über die Ursachen ihrer Erkrankung machen. seine sinnlichen Begierden zu befriedigen.

Citrationen (Zitronensäure) und Phosphationen verloren. Dadurch ist ihr ganzes Denken auf die Sexualität gerichtet. Dafür stellen die Drüsen und Organe ihre wertvollsten Energien zur Verfügung. sich wieder dem sexuellen Genuß hinzugeben. Bei jedem Orgasmus geht wertvolle Energie verloren. Phosphormangel kann Neurosen und Psychosen verursachen. Das gleiche gilt für den Phosphorverlust. um sich wohl zu fühlen. Dieses führt im Laufe der Zeit dazu. Bei jedem Orgasmus gehen nicht nur Natrium. Man hat die Beobachtung gemacht. Pheromone (Geruchsstoffe). Schließlich geht der Körper davon aus. kann er die eingesparten Energien verwenden. Da der Mensch aber dazu neigt. Die Überaktivität der Geschlechtsdrüsen ist z. Noradrenalin. müde. Da beim Samenerguß viel Calcium verlorengeht. Kalzium. Kreativität und geistiges Wachstum zu fördern. Der junge Organismus wird über Gebühr beansprucht.und Phosphormangel im Blut. Tyrosin. die der Körper unbedingt braucht. Phosphor ist wesentlich für die Ernährung des Nerven. antriebslos und depressiv. dass dem Körper permanent Energien entzogen werden.und proteinhaltig. daß frühzeitig und ausgiebig Masturbierende im Wachstum zurückbleiben.und Hirngewebes. Dadurch entstehen Calcium.Höhepunkt immer und immer wieder erleben. die den Wachstumsprozeß negativ beeinflussen. erklären sich einerseits die nervösen Symptome und andererseits die schwere Müdigkeit nach dem Orgasmus. um Körper und Geist zu stärken. jedem erotischem Gefühl nachzugeben. Wenn der Körper diesen Spermavorrat nicht ständig auffüllen muß. Zink und Magnesium. dass ein neues Leben gezeugt werden soll. nutz er die nächste Gelegenheit. bevor er voll entwickelt ist. Aus diesem Grunde ist es so wichtig. mit starker Ausscheidung von Phosphor und Calcium verbunden. nicht jeder 256 . Dieses ist besonders während der Pubertät schädlich. um Gesundheit. dass der Yogi lernt. in der ihnen nicht irgendeine sexuelle Phantasie durch den Kopf geht.B. Antidepressiva und ß-Endorphin. Es vergeht kaum eine Minute. Durch den permanenten Energieentzug stellen sich schließlich psychosomatische Erkrankungen ein. die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene. (durch die Spermien) und enthält Dopamin. Dadurch fühlt der Mensch sich schwach. Die Samenflüssigkeit ist zudem meist leicht salz. Kalium.

Böse und Gleichgültige. dann klingen diese Gefühle meistens sehr schnell wieder ab. der sich durch Weisheit und Wissen selbst verwirklicht hat. Im Prinzip macht der krishnabewusste Yogi nichts anderes. Praktiziert man längere Zeit Brahmacharya. dann sollte man stets bedenken. Läßt man sich allerdings auf diese Gefühle ein. wenn er sowohl Freunde als auch Feinde. Heilige und Sünder. und scheinen diese Gefühle übermächtig zu sein. versucht man damit zu spielen. Angst. so führt dieses immer dazu. dass sie nach einer gewissen Zeit wieder abklingen. Sie gelten 257 . Sagt man sich. wie man am besten damit umgeht. wie ein Stein oder ein Goldbarren. dann sollte er sich sofort davon abwenden.sinnlichen Regung nachzugeben. dass man nichts damit zu tun haben möchte. Sollten sinnliche Regungen entstehen. Wird man von erotischen Gefühlen bedrängt.“ (6. davon werden 18 als Haupt-Puranas angesehen. der Herr seiner Sinne ist.000 n. mit gleichen Augen betrachtet. Chr. dann verschwinden sie zwar nicht unbedingt sofort.000 Puranas. Entzieht man sich ihnen. Depression. Sinnliche Regungen sind ein Spiel der Hormone.09) Die Puranas gehören zu den wichtigsten Texten des Hinduismus.07 – 6. der hat Frieden in Glück und Leid. dass eines Tages alle erotischen Begierden abklingen. dann stellt sich ein großer inner Friede ein. Geschieht dieses. entstanden. Man kann sich darauf einlassen oder man kann sich ihnen entziehen. der den Geist bezwungen und Erlösung erreicht hat. Man sagt. für den ist ein Erdklumpen genau so wertvoll. Krishna sprach zu Arjuna: „Der Yogi. Er sollte sie schleunigst verjagen. Erst die praktische Erfahrung mit dem Brahmacharya lehrt einem. Neidische und Wohlgesonnene. Auch der krishnabewußte Mensch ist nicht von sinnlichen Regungen frei. Zorn. Chr. Zu diesen 18 Puranas zählt auch das Padma Purana. greifen jedoch oft auf ältere Inhalte zurück. aber sehr oft tritt Erleichterung ein. dann ist man am Ende meist immer der Unterlegene. in Hitze und Kälte. Der Yogi. Insgesamt gibt es etwa 400. bis etwa 1. Solange man aber den sinnlichen Begierden nachgibt. Die Puranas haben nicht für alle Hindus gleichermaßen die unumstößliche Autorität der Veden. sondern seinen Geist zu beherrschen. ein Yogi ist fortgeschritten. folgt auf der Lust. Sie sind in der Zeit von 400 n. Illusion und psychosomatische Erkrankung. wenn er sein Denken konsequent auf Krishna ausrichtet. in Ehre und Schmach.

dass sie meinen. die transzendentalen Eigenschaften und die transzendentalen Spiele des Herrn offenbart. Sie sind von sich so sehr überzeugt. Ich glaube. 258 . legen den Begriff „Krishnabewußtsein“. dass wahrscheinlich mehrere Werke unter diesem Titel zusammengefasst sind. während weltliche Gelehrte dazu keinen Zugang hätten. das fünfte enthält Ergänzungen. Es besteht aus 55. Daher sein Name. Nur wenn jemand durch den transzendentalen Dienst für den Herrn von spiritueller Energie durchdrungen wird.“ Manche Hinduisten. die Gestalt. in Wirklichkeit kochen sie nur ihr eigenes Süppchen und wollen nur ihren eigenen Vorteil aus dieser Einstellung ziehen. werden ihm der transzendentale Name. Der gesamte Inhalt ist so heterogen. Alle Puranas sind primär der Anbetung einer Gottheit gewidmet und beschreiben Zeremonien und Festivals für deren Verehrung. die transzendentale Gestalt. das zweite der Erde. eine Abhandlung über die Praxis der Gottesverehrung. die Spiele und Eigenschaften Krishnas offenbart. etwas zu eng aus. meiner Ansicht nach. sie seien verwirklichte Seelen und verfügten über die Gnade Krishnas. über die vier Lebensstadien. Mir ist diese Einstellung etwas zu intolerant. Die Puranas dagegen helfen nur bei der Reinigung von Sünden. die zudem noch meinen.ihren Anhängern jedoch als Offenbarungen göttlichen Ursprungs. Es existiert auch noch ein sechster Teil. das vierte der Unterwelt. der Gestalt. unterteilt in fünf Bücher. [101] In der Padma Purana wird folgende Aussage gemacht: „Niemand kann das transzendentale Wesen des Namens. Schüler zu unterrichten und ihnen Krishnabewußtsein zu vermitteln. In diesem Sinn sind die Puranas heilige Texte zweiten Grades. der Eigenschaften und der Spiele Sri Krishnas mit seinen materiell verunreinigten Sinnen verstehen. Das erste ist der Schöpfung gewidmet. nur sie allein seien in der Lage. sie hätten vollkommenes Wissen. In den meisten dieser Werke gibt es auch größere Kapitel über Rechte und Pflichten der Kasten. das dritte dem Himmel. [100] Das Padma Purana beschreibt die Welt samt ihren Ereignissen. über die Opfer für die Toten sowie ausführliche ethische und spirituelle Unterweisungen. als diese noch ein goldener Lotos (Padma) war. sie seien im reinen Krishnabewusstsein verankert. und nur ihnen allein werde das Wesen. Nach Ansicht mancher Philosophen führt nur das Studium der Veden zur wahren Erkenntnis.000 Doppelversen.

verbirgt sich doch hinter einer tiefen Frömmigkeit. welcher Religion. über den Kern der Aussagen. Auch er ist sicherlich nicht frei von Angst und auch er ist nicht frei von einer gewissen geistigen Trägheit. Darum würde ich Begriffe wie Krishna. um sich daran festzuhalten. es wird von vielen gläubigen Menschen der Fehler gemacht. dass sie mit dem eigenen Weltbild übereinstimmt. der eventuell sogar die Religionswissenschaft studiert hat. Er braucht ein einfaches Weltbild. Es wundert mich allerdings. dass sie die Aussagen der heiligen Schriften. Und über das. Selbst wenn ein tiefgläubiger Mensch dieses Verhalten zeigt. dann habe ich dafür ein gewisses Verständnis. habe ich dafür Verständnis. Nun möchte ich einmal darstellen. die der Gläubige nicht überwinden kann. dass sie nur auf unkritische Geister Anziehungskraft haben? Ich würde mir wünschen. Worum geht es den Menschen denn? Es geht ihnen darum. auf der gleichen Ebene diskutiert. ohne sich über die Hintergründe. eine Unsicherheit. damit er Halt im Leben findet. Wenn allerdings ein studierter Mensch. Krishnabewusstsein usw. Gibt es denn nur so wenige Menschen. was man eigentlich nicht erfassen. wie der einfache Mann. Zunächst einmal ist Krishna für mich etwas vollkommen unfassbares. nicht immer frei. Auch ist er. weil alle Interpretationen nur aus einer persönlichen Motivation heraus geschehen. wie ich die Aussage der Padma Purane interpretieren würde. Gott. da man mit der gleichen Begründung genau das Gegenteil behaupten könnte. Das aber ist eine ziemlich willkürliche Vorgehensweise. an dem er sich orientieren kann. Man möchte sich die Welt so zurecht legen. Darum braucht er die Religion als Rettungsanker. seine Meinung zu sagen. sollte man auch keine Aussage machen. wie das kommt. die Religionen wären wesentlich mutiger und offener für neue Ideen und Veränderungen. ohne dass daran gerüttelt wurde. in meine Augen. dass die Religionen über viele Jahrhunderte so starr an ihrem dogmatischen Weltbild festhalten konnten. die aus Mut und Überzeugung ihre Bedenken vortragen? Sind die Kirchen aller Religionen so verkrustet. ganz egal. sich von ihrem Leid zu 259 . ohne eventuell gravierende Konsequenzen befürchten zu müssen.Ich glaube. weitere Gedanken zu machen. in welchem er eingebunden ist. dann frage ich mich. Man sollte nichts hineininterpretieren. durch das soziale Umfeld. ganz aus der Diskussion heraushalten. nicht verstehen kann. die keiner vernünftigen Diskussion standhält. Wenn der einfache Mann dieses Verhalten zeigt. wortwörtlich nehmen.

gehe er an einem einsamen Ort. Atemübungen und Meditation. wenn man ihm selbstbewusst entgegentritt und ihn wie einen guten Freund behandelt. auch von religiösen Bindungen. die aus seelischer Not heraus geboren wird. Am Ende seines Weges sollte man sich von allen Verhaftungen befreien. aus welchen Gründen auch immer. weder zu hoch noch zu niedrig. Ich persönlich würde Krishnabewusstsein mit dem Bewusstsein eines vollkommen genesenen Menschen gleichsetzen. lege (eine Matte aus) Kusha-Gras (einem hohes Riedgras mit scharfen Halmen. Ist der Mensch nämlich vollkommen genesen. einem idealisierten Krishnabewusstsein hinterher zu laufen und sich dafür irgendwelchen religiösen Dogmen zu unterwerfen. dass man sich ihm unterwirft. Das ist für mich nur Ausdruck einer Hilflosigkeit. seinen Geist auf das höchste Selbst zu richten. so wird er sicherlich nicht verlangen. Der Raja-Yoga legt etwas mehr Gewicht auf Yogaübungen. dann erst weiß er genau. da sie im Prinzip identisch sind. das in Indien zu heiligen Zeremonien Verwendung findet) auf den Boden. Sie unterscheiden sich eigentlich nur in unwesentlichen Nuancen. Das entscheidende für mich ist allerdings. leider meist sehr früh in seinem Leben verloren hat.befreien. sondern er wird es sicherlich gern sehen. dann lebt er in einer Seligkeit. wie dieses Leid entstanden ist und wie man es wieder beseitigen kann. was mit Krishnabewusstsein gemeint ist.2 Beherrsche Geist und Sinne Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Der Yogi sollte allein an einem einsamen Ort leben und stets versuchen. dass alle Yogawege Einfluss auf die Physiologie des Menschen nehmen und damit zu seiner Heilung beitragen. Ich halte aber nicht sehr viel davon. 6. Gibt es einen Gott. Um Yoga zu praktizieren. Die verschiedenen Yogawege sind in der Lage. Der Bhakti-Yoga wendet an Gott. sich nicht vom Erfolg des Handelns blenden zu lassen und der Jnana-Yoga hat seinen Schwerpunkt in der Erkenntnis. dass Brahman und Atman eins sind. die er leider. dieses Leid zu beseitigen. Gewinnt er allerdings diese Seligkeit zurück. Also muss man sich Gedanken darüber machen. Er sollte frei von Begierden und frei vom Verlangen nach Besitztümern sein. und bedecke es mit einem Rehfell (Hirschfell) 260 . der Karma-Yoga legt seinen Schwerpunkt darauf.

12) In Indien war es immer schon üblich. oft sogar viel Zeit. weiterhin seiner gewohnten Tätigkeit nachzugehen. dass man sich am achtstufigen RajaYoga-Pfad orientiert und dabei besonders auf ein ökologisches und umweltschonendes Verhalten achtet. Spirituelle Veränderungen brauchen Zeit. halte ich es für sinnvoll. welche spirituellen Fortschritte man gemacht hat oder nicht. die in einer Ehe lebten und deren Kinder mitlerweile erwachsen waren. Sie beendeten die Berufsarbeit. dieses ist eigentlich auch gar nicht erforderlich. um das Herz zu reinigen und die Seele zu läutern. die bereits in einem fortgeschrittenem Alter waren (meist ab etwa dem 50. dass Buddha sieben Jahre brauchte. sollte es vielleicht einmal ausprobieren. Ich selber habe damit. Kurz gesagt. um sich durch Yoga und Meditation ganz der Erlösung. sich aus ihrer gewohnten Umgebung für längere Zeit oder gar für immer zu entfernen. dass man täglich Yoga. die Wälder oder in die Klöster/Ashrams kann der spirituellen Entwicklung durchaus zuträglich sein. Die Orte der Meditation waren sowohl die Berge des Himalaya. Ich halte es für wesentlich sinnvoller.10 – 6. 261 . Praktiziert man das spirituelle Leben in der gewohnten Umgebung. also für Menschen. dass man sich gesund ernährt. der Einheit mit Gott und der Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten vorzubereiten. sich zur Meditation an einen einsamen Ort zurückzuziehen.“ (6. dass man täglich meditiert. Darunter verstehe ich. dass man Brahmacharya praktiziert. die Wälder. Dieses galt in der Regel aber für Sannyasin. dass man sein Leben nach ethischen Gesichtspunkten gestaltet und vor allem gehört dazu. Ich meine.und einem weichen (weißen) Tuch. Der Yogi setze sich auf den Sitz.und Atemübungen praktiziert. Dadurch kann man sehr genau erkennen. aber sein Leben spiritueller zu gestalten. die entweder von Kindheit an ein Mönchsgelübte abgelegt hatten. trennten sich von Frau und Kind (manchmal ging die Frau auch mit ihrem Mann). bis auf einem kurzen Aufenthalt in einem Yogacenter. Lebensjahr). übergaben den Hof meist an den ältesten Sohn. Andererseits ist es den meisten Menschen nicht möglich. Klöster und Ashrams (Guru). Das Zurückziehen in die Berge. oder für Menschen. dass man alle positiven Veränderungen sehr deutlich wahrnimmt. keine weiteren Erfahrungen. beherrsche Geist und Sinne und meditiere. Man sollte aber keine schnellen Veränderungen erwarten. Man bedenke. um Erleuchtung zu erlangen. Wer die Gelegenheit dazu hat. so hat dies außerdem den Vorteil. richte seinen Geist auf einen Punkt.

Ich sehe auch keinen grossen Sinn darin. In der Jugend ist es durchaus möglich. eigentlich immer im Schneidersitz. innerhalb eines Jahres das spirituelle Ziel zu erreichen. Dann sind noch alle Körpersäfte sehr aktiv. Wenn ich Jugend sage. dass die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron im Alter nachlässt. Fehler gehören allerdings zum Lernprozess dazu. Darum sitze ich. Man bedenke z. der sie bis an ihr Lebensende begleiten wird. Das gewohnte Leben setzt nur den Leidenweg fort.B. verlassen sie am Ende meist nach einiger Zeit ihren spirituellen Weg und leben ihr gewohntes Leben. Und obwohl der Yogasitz (Lotussitz) bzw. ich las sogar einmal von einem Yogaschüler. [siehe: 102] Rückfälle in die Fehler der Vergangenheit. In der Bhagavad-Gita wird gesagt. Lebensjahr. besonders sexuelle Aktivitäten. dass der spirituelle Fortschritt einige Monate. die oft stundenlang meditieren. Mit etwas mehr Geduld und Disziplin hätten sie aber das Paradies auf Erden erfahren können. wird er von den meisten Yogis praktiziert. Dieses gewohnte Leben ist aber weit entfernt von der Seligkeit. dann meine ich damit die Zeit von der Pubertät bis etwa zum 30. aber auch ZenMönche. Weil sich spirituelle Erfolge in der Regel nicht so schnell einstellen und weil die meisten Menschen mit der sexuellen Bedrängnis nicht fertig werden. Mir gefallen diese stundenlangen 262 . Es gibt viele hinduistische. oft sogar einige Jahre auf sich warten lässt. wenn ich Atemübungen praktiziere. Man sollte aus seinen Fehlern lernen und sich nicht entmutigen lassen. Es ist ein Leidensweg. seine vereinfachten Varianten nicht leicht zu lernen sind. wenn sie den Mut und die Kraft hätten. Ganz wichtig ist auch. Es ist durchaus möglich. stundenlang zu meditieren. wenn man zwei Mal am Tag für 20 Minuten meditiert.Möchte man also spirituelle Fortschritte erzielen. Am liebsten meditiere ich im Liegen (Autogenes Training). dann muss man einen langen Atem haben. ihn bis zum Ende zu beschreiten. buddhistische und tibetische Mönche. der sich beide Unterschenkel brach. wenn man konsequent seinen Weg beschreitet. sollten unbedingt vermieden werden. dass man Geduld bewahrt. Es reicht durchaus. In der Jugend sind spirituelle Fortschritte in der Regel wesentlich schneller möglich. Mir selber ist der Lotussitz zu unbequem. falls die Sinne wieder einmal stärker waren als die Vernunft. die der spirituelle Weg ihnen bescheren würde. den sie bisher beschritten haben. man solle im Sitzen meditieren.

dass man gegen jeden Stress gefeit ist. die Hormone in die Blutbahn ausschütten. Schon viele Yogis. Die Seligkeit kommt eines Tages ganz von allein. wenn sich die Seligkeit einmal eingestellt hat. Aber der Weise versteht solch einen Absturz als Lernprozess und macht sich erneut auf den Weg. dass man die einmal erreichte Seligkeit nie mehr verlieren kann. Darum sollte man äußerste Vorsicht walten lassen. bis er wieder die Kraft und die Einsicht findet. als manch einer meint. die Intuition. die einst das Paradies auf Erden erlebten. Dies liegt daran. dass man es mit der Meditation nicht übertreiben sollte. die die Kreativität. dass man nicht in die alten Fehler zurückfällt. Alles geschieht aus einer meditativen Grundstimmung heraus. Ich bin überhaupt kein Anhänger der Theorie. ist darauf zu achten. Der Grad auf dem Gipfel ist sehr schmal. Der Absturz kann schneller gehen. Er ist äußerst mühsam und beschwerlich und der Weg ist mit steilen Klippen übersäht. Dann wird gewissermaßen das ganze Leben meditativ. Dieser Prozess sorgt für das Empfinden der seligen Ekstase. leistungsfördernde. schmerzlindernde und euphorisierende Wirkung haben. Wenn jemand die Meditation wirklich beherrscht. Der spirituelle Aufstieg ist wie des Erklimmen eines steilen Berges. diese Mönche möchten etwas mit Gewalt erreichen. die eine belebende. erlebten diesen Absturz. Aber es können Jahre vergehen. und diesen Weg erneut zu beschreiten. durch die stets die Gefahr besteht. Von einem bestimmten Zeitpunkt an. Schon einige falsche Schritte können zu einem schnellen und tiefen Absturz führen. sich aus der sinnlichen Umklammerung zu lösen. Aus diesem Grunde meine ich. anregende. dass durch die Meditation physiologische Prozesse angeregt werden. aber gleichzeitig dafür sorgen. weil die Meditation irgendwann vollkommen in das normale Leben überfliesst. Was ich für wesentlich wichtiger halte. in die Tiefe zu stürzen.Praktiken nicht so sehr. Beim zweiten Mal ist der spirituelle Aufstieg in der Regel 263 . Man kann diese Warnung nicht deutlich und oft genug wiederholen. Es liegt wahrscheinlich daran. die intellektuelle Leistung fördern. dass er sich vollkommen im Gestrüpp seiner Sinne verloren hat. wenn man den spirituellen Gipfel einmal erreicht hat. Es sind Jahre des Leids und des Unglücklichseins. läuft dieser physiologische Prozess selbsttätig ab. um den Gipfel ein zweites Mal zu erklimmen. Ich habe dabei immer das Gefühl. dann braucht er eigentlich gar nicht mehr zu meditieren. die den Erlösten zu eigen ist.

bzw. Dafür ist er vielleicht um einiges reifer geworden. Meditation. sollte er allein über mich meditieren. Eine andere Möglichkeit besteht in der Konzentration auf die Nasenwurzel.und auszuatmen.und/oder ausströmenden Atem an der Nasenspitze oder auf das Heben und Senken des Zwerchfells konzentrieren. fest im Gelübde der Enthaltsamkeit. seinen Geist auf mich gerichtet. den Geist zu beherrschen und alle Arten von Sinnenbefriedigung zu vermeiden. So kann man sich z. für die verheiratete Frau. Für die Eheleute ist Sexualität nicht 264 . Der Schlüssel der Meditation liegt in der Atmung verborgen. Dies liegt wohl daran. auf den ein. tief ein. ist eine Möglichkeit der Konzentration. den Hals und den Kopf aufrecht halten und den Blick fortwährend auf die Nasenspitze richten. dass man mittlerweile einige Jahre älter ist. einem Punkt zwischen den Augenbrauen. Dieses gilt nicht nur für den Moment der Meditation. den sogenannten „Dritten Auge“. Ruhig und furchtlos. Yogaübungen und Atemübungen dienen in erster Linie dazu. Das Brahmacharya ist ein lebenslanges Gelübde. der sich stets in dieser Weise auf mich konzentriert. Die Atmung ist der Schlüssel zum Paradies. gibt es noch etliche andere Formen der Meditation. in das Nirvana.B. Krishna sprach zu Arjuna: „Bei der Meditation sollte der Yogi den Körper.“ (6. Man wird körperlich und geistig beweglich. Das Brahmacharya gilt auch für den verheirateten Mann. Andere konzentrieren sich auf die Atmung. Wie bereits erwähnt.15) Sich während der Meditation auf die Nasenspitze zu konzentrieren. ein.13 – 6. ohne seinen Blick schweifen zu lassen. Dann lösen sich die verspannten Muskeln allmählich aus ihrer Verkrampfung. Nun können die Energien wieder frei durch den Körper fließen. so dass der Mensch wieder lernt. dann lösen sich ebenfalls die Ängste auf. das der Yogi streng beachten sollte. Lösen sich die meist chronisch verspannten Muskeln. die Muskelverspannungen im Oberkörper aufzulösen.noch schwieriger als beim ersten Mal. und der Körper vielleicht nicht mehr die Frische der Jugend besitzt. Der Yogi. von denen Sexualität an erster Stelle steht. Alle kontemplativen Praktiken nehmen Einfluss auf die Atmung. geht in den Frieden. Der Yogi muß sich selbstverständlich darin üben.

In der vedischen Tradition gilt das Fasten am Ekadasi-Tag als besonders günstig. weil Fleisch die sinnliche Lust entfacht. Sie hat sich zur Sucht entwickelt. 265 . Der Yogi. ob das. was man ißt. Hat ein Ehepaar den Wunsch.“ (6.bzw. 4 Töchter und 4 Söhne. Es wird den Yogis aus ethischen Gründen empfohlen. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer zuviel oder zu wenig ißt. Dieses ist auch der eigentliche Sinn der Sexualität. dann ist dagegen nichts einzuwenden. Selbstverständlich sollte ein Yogi nicht rauchen. Die Eltern des berühmten Yogis Paramahansa Yoganandas waren einmal im Jahr intim. dessen Geist gebändigt und dessen Begierden erloschen. teein-haltigen Getränke. dass die Menschen zu viel und zu unbedacht essen. Der Yogi sollte auch darum auf Fleisch verzichten. aber sie sollte nur praktiziert werden. ist er vollkommen der Sexualität verfallen. Wenn man bei passender Gelegenheit eine Tasse Kaffe oder (Schwarzen) Tee. weil er die Ekstase nur noch in der Sexualität erlebt. möglichst auf Fleisch zu verzichten. so wird ihnen empfohlen. dann sollte enthaltsam gelebt werden. ein Glas Wein oder Bier trinkt. Sexualität wurde uns geschenkt. dass alle Altersgruppen betrifft. Ein Yogi sollte möglichst keinen Alkohol trinken und keine koffein. der hat das Ziel des Yoga erreicht. Es wird viel zu wenig darüber nachgedacht. die 62 Jahre verheiratet waren und vier Söhne hatten. Für einen Yogi ist es ratsam. Wer mäßig im Essen. Weil der Mensch sich aber von seinem eigenen Selbst entfernt hat. wie Kaffee und Schwarzen Tee trinken. um Nachkommen zu zeugen.18) Einer der häufigsten Sünden unserer Gesellschaft besteht darin. einmal im Monat miteinander intim zu sein. Dieser Tag wird in den Vishnu-Tempeln feierlich begangen. Sie hatten insgesamt 8 Kinder. hin und wieder zu fasten. Übergewicht ist ein Thema.verboten. wenn auch nur für einige Sekunden. der kann kein Yogi sein. gesund ist oder nicht. von Ausnahmen natürlich abgesehen. Kinder zu zeugen. um Nachkommen zu zeugen und aus keinem anderen Grund.16 – 6. Schlafen und Vergnügen ist. um Kinder zu zeugen. praktizierten nach dem vierten Sohn Brahmacharya. wer zuviel oder zu wenig schläft. Auch Mahatma Gandhi und seine Ehefrau Kasturba. Ist die Familienplanung abgeschlossen. dem werden alle Leiden getilgt. Ein Yogi sollte möglichst einfache und gesunde Nahrung essen und sich von genussvollen Schlemmereien fern halten. Dies geschah ausschließlich.

die enthaltsam leben) sollten außerdem fasten. am Tage 300. den Geist zur Ruhe zu bringen. können sie wirklich tief meditieren. Fasten macht den Menschen stark. Hat jemand eine gesunde Lebensweise. Tag nach Neumond. sich faul und träge aus Langeweile im Bett zu wälzen.000 Mantras vor sich hersagen. so dass man in der Lage ist. üblich. da es den Körper zu sehr schwächt. wenn Leidenschaft aufkommt. jeweils am 11. Ich halte auch nicht viel davon. Wünsche. Zwei mal am Tag 20 Minuten sind ausreichend. tief zu meditieren.3 Der vollkomme Yogi 266 Inhaltsverzeichnis . also zweimal im Monat. Fasten hilft. wie man es bei der Ernährung und mit dem Schlafen nicht übertreiben sollte. nur um Krishna ihre Ehrerbietung zu erweisen. dann kann man ihn eigentlich nur bedauern. Wenn du nicht die ganzen 24 Stunden fasten kannst. Junge. Das Hauptziel des Fastens besteht darin. sowohl spirituell als auch geistig. Er sollte sich Gedanken um sein Leben machen und sich eine Aufgabe suchen. Genau so. Übertriebenes Fasten sollte allerdings vermieden werden. Ich gehe davon aus. dass jeder Körper sich den Schlaf holt. bevor sie diese Mantras rezitiert haben. Jeder Mensch hat andere Schlafbedürfnisse. bis zu vierundzwanzig Stunden. den er braucht. die Geist und Herz reinigt und viele Sünden tilgt. 6. Neigt jemand allerdings dazu. sollte man es auch mit der Meditation. deshalb nur zwei Stunden am Tag schlafen und nichts essen.Fasten ist an allen Ekadashi-Tagen. wenn manche Yogis. Gefühle und Sinne zu beherrschen. [103] Beim Schlafen sehe ich in der Regel keine ernsthaften Probleme. Fasten kontrolliert insbesondere die Zunge. Es ist eine große Bußübung. das Verdauungsund das Ausscheidungssystem. Vor allen Dingen sollte er sich vom Alkohol fern halten. Fasten regeneriert die Atmung. widerstandsfähige Brahmacharis (Yoga-Schüler. nicht übertreiben. Es reinigt den Körper und den Geist von allerlei Arten von Giften und beseitigt Ansammlungen von Harnsäure. Nur wenn der Geist zur Ruhe gekommen ist. Erhöhe das Fasten dann schrittweise auf fünfzehn Stunden usw. den Kreislauf. faste wenigstens zehn bis zwölf Stunden und nimm dann ein wenig Trinken und Früchte zu dir. dann wird er es auch mit dem Schlaf nicht übertreiben. um sich wohl zu fühlen. die den Yogi immer wieder zu sinnlichen Gaumenfreuden verführen möchte. Tag nach Vollmond und am 11. in diesem Fall mit der Mantrameditation.

“ (6. dann erfährt man grenzenloses transzendentales Glück. Darum spreche ich lieber vom Göttlichen als von Gott. ob dieses Gottesbild berechtigt ist. Durch die Meditation kommt das Denken zur Ruhe. so ist sie doch bei vielen Menschen anzutreffen. Erreicht man diese Stufe. Es gibt aber sehr viele Menschen. spirituelle Fortschritte zu erzielen und zu genesen. Manche Menschen stellen sich Gott als einen älteren Mann mit einem langen Bart vor. Wenn diese Gottesvorstellung auch sehr kindlich anmutet. ihre Vorstellungen einmal zu hinterfragen.19 – 6. Hat man diese Wahrheit einmal erfahren. Gott wird gewissermaßen vermenschlicht. so kann man sich auf Gott oder Krishna konzentrieren. nicht aber mit den Sinnen. Wie aber hat man sich dieses Göttliche vorzustellen? Ist die Vorstellung des Göttlichen 267 .21) Erlösung wird in erster Linie durch Brahmacharya. Und obwohl noch niemals zuvor in der Geschichte so viele Menschen Zugang zur Bildung hatten wie heute. die allerdings wesentlich zum spirituellen Fortschritt beitragen kann. wie dieser Gott beschaffen ist. Brahmacharya. gibt es immer noch eine große Zahl von Menschen. ist fest von der Existenz eines Gottes überzeugt. Meditation und eine gesunde Lebensweise erreicht. der die Geschicke leitet.Krishna sprach zu Arjuna: „Wie die Lampe an einem windstillen Ort nicht flackert. Askese. Die Konzentration auf Gott sagt aber nichts über die Existenz Gottes oder darüber aus. wodurch man das (göttliche) Selbst erkennen. Genau so wie man sich bei der Meditation auf die Atmung oder auf das dritte Auge konzentrieren kann. das zwar mit dem Verstand erfassbar ist. gezähmt hat. Die meisten von ihnen haben wahrscheinlich noch niemals darüber nachgedacht. die Probleme mit der Existenz eines Gottes haben. Die Vereinigung mit dem höchsten Selbst dagegen. Es kehrt Schweigen und ein innerer Friede ein. Derjenige allerdings. Wenn der Glaube den Menschen hilft. so bleibt auch der Yogi ruhig. als einen Übervater. Diese Gottesvorstellung ist natürlich willkürlich. der seinen Geist durch Meditation. und durch die Vereinigung mit dem höchsten Selbst. das sich an ethischen Wertmaßstäben orientiert. dann kann der Glaube eine große Hilfe sein. die es nicht gelernt haben. dann ist man frei von allen Leiden. Mir persönlich behagt die Vorstellung eines vermenschlichten Gottes nicht. es genießen und sich daran erfreuen kann. Aber sie erleichtert es den Menschen. ist eigentlich nur eine geistige Vorstellung. der an einen Gott glaubt. Kontakt mit Gott aufzunehmen.

Und genau diese Frage kann der Yoga beantworten. einem Spiel energetischer Kräfte oder einem Ausdruck unterschiedlicher Schwingungen? Manche meinen gar. Die Frage. so könnte man schon den Eindruck haben. das Ziel der Genesung 268 . Wir sollten davon ausgehen. vor dem man sich niederknien. Könnte dieses Göttliche nicht ebenso den Naturgesetzen entsprechen. zu dem man aufschauen sollte.) konzentriert. Logik.überhaupt berechtigt? Steckt hinter allem Sein wirklich etwas. genau so wie die Evolution durch zufällige und ungewollte genetische Veränderungen über den Fortbestand einer Rasse entscheiden kann? In diesem Zusammenhang sollte man sich vielleicht auch einmal die Frage stellen. ob der Homo sapiens nicht eines Tages genau so ausgestorben sein wird. dass wir auf diese Frage niemals eine Antwort bekommen. wie alle anderen menschlichen Rassen vor ihm? Wenn man sich das Verhalten der Menschen betrachtet. die nicht an Krishna glauben. die man dem Göttlichen normalerweise zuordnen würde? Ist dieses Göttliche wirklich etwas. während andere. dass anbetungswürdig ist. Vernunft. Mitgefühl. dem man Opfer bringen und vor dem man Respekt haben sollte? Könnte das Universum nicht ebenso aus einem Zufall heraus entstanden sein. ob es einen Gott gibt oder nicht. das über Intelligenz. hinter allem Sein einen Gott zu sehen. Liebe. u. augenblicklich von allen Sorgen und Leiden befreit wird. wie man es erreicht. dass sie fleißig dabei ist. der sich an Krishna wendet. Barmherzigkeit. allgemeinverständliches Weltbild und haben die Religionen im Laufe der Jahrhunderte zu einem gesellschaftlichen Machtinstrument ausgebaut. Manche orthodoxe Gläubige meinen allerdings. ihr eigenes Grab zu schaufeln. halte ich persönlich für gar nicht so wichtig. das Göttliche sei Ausdruck von Licht und Liebe. dass derjenige. Steht in Wirklichkeit hinter der Frage nach Gott nicht die Frage.a. sich von seinem Leiden zu befreien? Darum sollten wir die Frage nach der Befreiung vom Leiden in den Mittelpunkt stellen. Sie liefern den Menschen ein vereinfachtes. Verstand. Schöpfungsfähigkeit. Weitsicht und andere Eigenschaften verfügt. Jesus. der sich vollkommen auf Krishna (Gott. Steht hinter allem wirklich etwas Göttliches? Diese Frage kann niemand beantworten. dass nur dem Heilung wiederfährt. Sie erwecken den Eindruck. Von dieser Unwissenheit profitieren sämtliche Religionen. In ihrer Unwissenheit neigen viele Menschen dazu.

Der spirituelle Weg des krishnabewussten Menschen. Zwiebeln. dass man alles um sich herum vergisst . z. Mittels eines beruhigten Geistes versenke man sich in das Selbst. alle Tätigkeiten.niemals erlangen werden. in die man sich so sehr vertieft. die immer wieder versucht.kurz. Dann kehrt Ruhe ein und der Yogi fällt allmählich in Trance. der sich bemüht. dann hält man sie für einen nicht zu übertreffenden Gewinn und wird selbst vom größten Leid nicht mehr berührt. dass man seine Essensgewohnheiten verändert. Darum praktiziere Yoga mit aller Entschlossenheit und Disziplin. Dies geschieht einerseits durch die Praktizierung des Brahmacharya. Krishnabewusstsein zu entwickeln. Beten. konzentriert sich der nicht-krishnabewusste Mensch auf ein anderes Objekt. die immer wieder versucht. Gib alle sinnlichen Begierden ohne Ausnahme auf und kontrolliere die Sinne durch die Vernunft. Hat man die höchste Seligkeit erlangt. die zu jedem Genesungsprozess dazu gehört. nicht erspart. Krishna sprach zu Arjuna: „Yoga führt zur Befreiung aller Leiden. Zen . sowie alle Speisen. [104] Er sollte außerdem nicht zu viel essen.22 – 6. es geschieht aber auch dadurch. scharfe Gewürze). Geflügel. Musizieren. Auch er muss sich mit der stets wiederkehrenden sinnlichen Bedrängnis auseinander setzen. Ein Yogi sollte möglichst auf alle Süßigkeiten verzichten.dies kann auch durch Stricken. Knoblauch. dass sowohl der krishnabewusste Mensch als auch der nichtkrishnabewusste Mensch damit Einfluss auf seine Physiologie nimmt. Malen. Tabak und Drogen meiden. 269 . die letztendlich seine Heilung bewirkt. Während der krishnabewusste Mensch sich auf Krishna konzentriert.B. Fisch. bleibt die lange und schwierige innere Auseinandersetzung. ihn von seinem Krishnabewusstsein fortzulocken. hauptsächlich im Meditationsobjekt.25) Durch das Praktizieren von Yoga löst man sich allmählich von seinen sinnlichen Verhaftungen. Das Entscheidende ist aber. Auch dem Yogi. ihn mit den Reizen des anderen Geschlechts in Versuchung zu führen. er sollte Alkohol. Die Yogis in vielen Klöstern und Ashrams nehmen gegen 12 Uhr mittags die letzte Mahlzeit des Tages zu sich. eines nicht-krishnabewussten Menschen. die die Sinne anregen (Fleisch. Tanzen.“ (6. Meditation oder andere kontemplative Techniken (Autogenes Training. unterscheidet sich von dem. auf die Atmung oder auf das dritte Auge.

erreicht er die höchste Stufe vollkommenen Glücks. bringe man ihn wieder zur Ruhe und konzentriere sich auf die Meditation. indem man das erste Mal den Segen einer gesunden Atmung erfährt. um zu heilen.alle diese Tätigkeiten können als meditative (kontemplative) Tätigkeiten aufgefasst werden) sind ebenso für den spirituellen Fortschritt notwendig.28) Der Geist ist es gewohnt. sondern von Seligkeit erfüllt ist.“ (6. usw. Wie oft am Tage macht er sich auf den Weg. Man denke immer daran. Krishna sprach zu Arjuna: „Wann immer der unstete Geist umherschweift. so wird er eines Tages genesen sein. Dem Yogi. Die Krankheiten. sondern er wird sein wahres Wesen vielleicht zum ersten Mal bewusst wahrnehmen und erkennen. auch wenn sich über längere Zeit keine Erfolge einstellen. Die gesunde Atmung verleiht dem Yogi die Seligkeit.Spielen. das Paradies bereits auf Erden zu verwirklichen? Es liegt vor uns. weilt in der 270 . Sollte man nicht versuchen. Hat der Yogi Geduld und Ausdauer. dass sein wahres Wesen nicht nur frei von Angst und Leid. die daraus resultieren. ohne dass er daran gehindert wird. Singen. wie Brahmacharya und eine gesunde Ernährung. Hat der Yogi Erlösung erlangt. Er sollte sich auf keinen Fall entmutigen oder von seinem Weg abbringen lassen. dann weiß er. In dem Moment. weil besonders die kontemplative (meditative) Komponente Einfluß auf die Atmung nimmt. um Erlösung zu erlangen. Der Yogi sollte geduldig und entschlossen Yoga praktizieren. Er wird nicht nur genesen sein. Wir brauchen es nur zu betreten. dass es sich gelohnt hat. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. die ihn von allem Leiden befreit.26 – 6. der eins mit Gott geworden ist. dass Buddha sieben Jahre benötigte. eigene Wege zu gehen. diesen Weg zu beschreiten. Entweder beschreitet man bewusst einen spirituellen Weg. Indem er auf diese Weise mit sich selbst im Einklang ist. über wie viele Jahre oder Jahrzehnte man eine ungesunde Lebensweise praktizierte. brauchen Zeit. dessen Leidenschaften gestillt. Man denke auch daran. wenn auch der Weg dorthin nicht einfach ist. geschehen . wird höchste Wonne zuteil. mit Aussicht auf Heilung oder man lebt weiter wie bisher und leidet bis an sein Lebensende. dessen Geist friedlich ist. Fortan ist jeder Atemzug mit Seligkeit verbunden. ist das spirituelle Ziel erreicht.

seinen Geist zu disziplinieren. Damit verbunden sind einige physiologische Veränderungen. als in allen Wesen wohnend verehrt. Nur so können Heilungsprozesse eingeleitet werden. im Becken und auch in den unteren Extremitäten. sofort wieder verscheuchen. Auch im Nervensystem machen sich Veränderungen bemerkbar. seine Konzentration so sehr auf das Meditationsobjekt zu richten. ihn zu überlisten. wie sich Spannungen in den Armen. träumt von der Zukunft oder verliert sich in sinnlichen Begierden. Die Entspannung überträgt sich ebenfalls auf das Herz. So nimmt man sehr bewusst wahr. Krishna sprach zu Arjuna: „Der wahre Yogi sieht mich in allen Wesen und alle Wesen in mir. noch geht er mir verloren. die aber auch teilweise unbewusst ablaufen. die teils bewusst wahrgenommen werden. Der Atem wird langsam und tief und besonders die Spannungen im Zwerchfellbereich lösen sich auf. der mich. dem gehe ich nicht verloren. in der Schulter. Sein Verstand wird versuchen. Wandert der Geist während der Meditation ziellos umher. Dann wird jeder Atemzug zur Wohltat. im Rücken. an die man sich aber teilweise so sehr gewöhnt hat. ihn auszutricksen. Ein vollkommener Yogi ist. allmählich auflösen. die wir nicht bewusst wahrnehmen können. ihn wieder auf das Meditationsobjekt zu richten. so bemerkt man plötzlich. seinen Geist zu beruhigen. Insgesamt kehrt eine sehr friedliche Stimmung ein. dass man sie gar nicht mehr richtig wahrgenommen hat. der erkannt hat. Man spürt. Der Yogi. dann sollte er versuchen. In der Meditation sollte der Yogi sich bemühen. Er sollte jeden sinnlichen Gedanken. Nur so kann sich eine tiefe Meditation einstellen. Hat der Yogi es gelernt. um am Ende die Freuden der sinnlichen Begierde genießen zu können.Vergangenheit. die von Seligkeit getragen wird. wie es sich beruhigt und langsam und friedlich schlägt. Das ist keine leichte Aufgabe. die vielleicht bereits seit Jahrzehnten vorhanden waren. Wer mich in allen erkennt und alles in mir sieht. ohne das ihn jemand daran hindert? Der Yogi aber muss es lernen. War man einst vielleicht sehr leicht erregbar und aufbrausend. dann fällt er in tiefe Meditation. Aber die physiologischen Veränderungen laufen natürlich auch auf hormoneller und zellulärer Ebene ab. dass das göttliche Selbst in allen Menschen das 271 . dass sein Geist nicht mehr umherschweift und gewissermaßen mit dem Meditationsobjekt verschmilzt. der sich einstellt. ist für immer in mir. dass man wesentlich entspannter und gelassener gegenüber äußeren Einflüssen geworden ist.

32) Die Sehnsucht zum Göttlichen scheint dem Menschen angeboren. Sie geschieht einerseits. Die Unwissenheit besteht aber auch darin. Viele Menschen haben sich wohltätigen Organisationen angeschlosseen. Krankheiten und bösen Geistern. vor Not. dann scheint mir dieses Bedürfnis das Produkt einer spirituellen Kultur zu sein. die dort ihren Lebensabend verbringen. So gibt es z. etwas über ihren Ursprung zu erfahren. ist doch ein großes Interesse an einer religiösen Gemeinschaft vorhanden. diesen Weg zu beschreiten.gleiche ist. sie geschieht aber auch aus Unwisssenheit. Andererseits besteht aber auch der große Wunsch. Nächstenliebe geschieht aus Liebe zum Mitmenschen. Sie hätten gerne spirituellen Fortschritt bzw. der in einer schwierigen Situation ist und Hilfe braucht. in der viele ältere Deutsche leben. dass sie den Weg zur Erlösung nicht kennen und dass ihnen oft das Bewusstsein fehlt. Krankenhäuser und 272 .B. dass die Menschen nicht erkennen. Mich wundert es nicht. Die Kirche bildet den Mittelpunkt im Leben dieser deutschen Auswanderer. Gewissermaßen Heilung aus heiterem Himmel heraus. an der türkischen Riviera. um Menschen in ärmeren Ländern zu helfen. Armut.“ (6. Nächstenliebe kann viele Ursachen haben. Einige haben Patenschaften für Kinder übernommen. zu suchen. Stadtteile. Dieses Bedürfnis ist allerdings weltweit anzutreffen und zieht sich durch alle Jahrhunderte. dass sie in erster Linie selber für ihr Wohlergehen verantwortlich sind. Gibt es so etwas wie ein Urbedürfnis nach Religiosität? Wenn ich so darüber nachdenke. Selbst der ungläubige Mensch hat Momente. das Bedürfnis nach Religiosität wird dadurch geweckt. in Antalya. dass die Menschen einerseits das Bedürfnis haben. Ohne Priester und religiöse Betreuung würde ihnen sicherlich etwas fehlen. andere spenden für soziale Einrichtungen in der dritten Welt. weil wir einem geliebten Menschen eine Freude machen wollen. Die Unwissenheit besteht darin. damit dort Schulen. Heilung ohne allzu viel dafür tun zu müssen und möglichst ohne ihr Leben zu ändern. Sie kann aber auch einem völlig fremden Menschen gelten. Die Hinwendung zur Religion geschieht zwar in ehrlicher und gläubiger Absicht. Mir scheint. in denen sich bei ihm spirituelle Regungen zeigen. dass kein Gott solche Gebete erhört. sei es in Freud oder Leid. bei höheren Mächten Schutz vor den Naturgewalten.29 - 6. Und obwohl die Menschen eigentlich nicht sonderlich religiös sind.

Armenküchen gebaut werden können. Obwohl Arjuna in diesen 13 Jahren spirituelle Fortschritte erzielte. Lateinamerikas oder in Asien. Durch Fasten reinigte er immer wieder seinen Körper. In diesen 13 Jahren vertiefte sich besonders Arjuna in spirituelle Praktiken. wenn man es ernst nimmt. dass Arjuna es mit seiner Yogapraxis nicht immer so genau nahm. Daraus könnte man schließen. das alles mit allem zusammen hängt.33 – 6. erscheint mir undurchführbar. beim Roten Kreuz.34) Ich bin ein wenig über die Aussagen Arjunas überrascht. wenn ich die Not des anderen ignoriere? 6. dass der Geist wankelmütig wie der ruhelose Wind ist. Er verbrachte viel Zeit in Ashrams. aber möglich Inhaltsverzeichnis Arjuna sprach zu Krishna: „Der Yoga. scheint er das Ziel des Yoga. Wieder andere engagieren sich im Tierschutz oder bei Umweltorganisationen wie Greenpeace. anderen zu helfen? Wer sollte mir helfen. Hatten wir doch in der Vorgeschichte zur Bhagavad Gita gelesen. Dieses bringt auch Arjunas Aussage zum Ausdruck. dass andere Menschen leiden? Ist es da nicht meine Pflicht. ungestüm und ständig auf der Suche nach sinnlicher Begierde. lernte Yoga und Atemübungen und ernährte sich von Kräutern. den du mir erklärt hast. denn der Geist ist wankelmütig. wie schwierig Yoga zu praktizieren ist. Wie kann es mir gutgehen. Früchten und Rohkost. Der Gläubige betrachtet es unter dem Gesichtspunkt. die Erlösung. wenn es mir einmal nicht so gut geht.4 Sinneszügelung ist schwer. nicht erlangt zu haben. Er ist ruhelos. zusammen mit seinen Brüdern. anderen Menschen zu helfen. Auf alle Fälle zeigt es uns. 273 . Es gibt viele Möglichkeiten. Diese Hilfe geschieht aus dem Bewusstsein heraus. in den Sportvereinen und in vielen anderen Gruppen wird Nächstenliebe praktiziert. auf Grund eines verlorenen Würfelspiels. dass Arjuna. stark. Aber auch in örtlichen Gruppen. Mir scheint. Manche Menschen unterstützen Organisationen wie Amnesty International oder leisten als Arzt freiwillig medizinische Hilfe in Krankenhäusern Afrikas. er ist ebenso schwer zu bändigen wie der ruhelose Wind. der zur Gleichmut führen soll. dass wir alle Bewohner dieser Erde sind. bereits 13 Jahre inkognito im Exil verbrachte. wenn ich sehe.“ (6. dass alle Lebewesen göttlichen Ursprungs sind. wie bei der freiwilligen Feuerwehr.

Von vielen Menschen wird immer wieder behauptet. ruhiger und ausgeglichener zu werden und sein Leben besser in den Griff zu bekommen. Da besonders das Zölibat so schwer einzuhalten ist. die ihm hilft. die sich aus Glaubensgründen dem Zölibat verschrieben haben. sollten deshalb das Zölibat praktizieren. Erlösung durch Yoga zu erlangen. Einsicht und Disziplin und lassen sich zu leicht von ihren sinnlichen Begierden leiten. aus der Kirche ausgeschieden sind.000 katholische Priester. Er meditiert vielleicht regelmäßig. ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Im allgemeinen praktiziert der Laie aber kein Brahmacharya (Zölibat). weil sie gegen das Zölibat verstoßen haben. ist es für die Masse der Menschen nicht geeignet. Ebenso schwierig ist es. Yoga soll zum Wohlbefinden und zu einer besseren Gesundheit beitragen. Wie schwer es ist. der sich an den normalen Menschen. Tantra führe ebenso zur Befreiung. unterliegt nicht den strengen Richtlinien. Sie besitzen zu wenig Geduld. Intime sexuelle Vereinigungen sind allerdings nur ausgewählten Lamas. als durch Yoga. er achtet auf seine Ernährung und versucht. So lebt der Dalai Lama selbstverständlich im Zölibat. wobei der Orgasmus allerdings unbedingt zu vermeiden ist. im tantrischen (tibetischen) Buddhismus. erlaubt. dass in den letzten 30 Jahren etwa 100. Der Laie betrachtet den Yoga oftmals als eine spirituelle Orientierung. der Meditation und anderer tantrischer Praktiken geübt haben. praktiziert eventuell sogar Atemübungen. die an die Mönche gestellt werden. den Laien. der sich an die Laien richtet. die sich zuvor jahrelang in der Praxis der Visualisierung. Es gibt keinen sinnvolleren Weg. wie der ruhelose Wind. die einen starken Willen haben. kann man daran erkennen. Es geht beim Tantra um die Verwirklichung der eigenen Buddhanatur und um das Hinaufleiten sexueller Energien in höhere Chakren (Energiezentren) und nicht um sexuelle Befriedigung. zwar einige Tantralinien in denen das Zölibat nicht vorgeschrieben ist. Wenn Krishna sagt. In allen ernst zu nehmenden Tantralinien ist aber ebenso das Zölibat oberstes Gebot.Yoga wird grundsätzlich in zweifacher Form praktiziert. richtet. und es gibt den Yoga. Es gibt im Vayrayana. Der Mönch hingegen lebt im Zölibat. dass der Geist ebenso schwer zu bändigen ist. Nur Menschen. der von den Mönchen praktiziert wird. siegt doch immer wieder die sexuelle 274 . Es gibt den Yoga. das Zölibat zu praktizieren. das Fleisch aber schwach ist. Der Yoga. Da der Geist zwar willig. Erlösung zu erlangen. dann ist da natürlich etwas dran.

Zunächst ist also für den 275 . dass sie alle Enthaltsamkeit praktizierten. Die eigentlichen spirituellen Fortschritte werden dadurch erzielt. Die Aussage Krishnas könnte den Eindruck erwecken. Jesus neigte dazu. um intensiv zu meditieren. Beide lebten im Zölibat. dass sie vollständig abklingen. Derjenige aber.“ (6. beide verfolgten kontemplative Praktiken. Ein Lama ist ein tantrischer spirituellen Lehrer. seine Sinne zu zügeln. Das Zölibat steht also am Anfang der spirituellen Entwicklung. die als Kulis (Lastenträger) ihre Arbeit verrichten.Lust und macht alle spirituellen Fortschritte zunichte. Das ist aber nur teilweise richtig. dass der Mensch die vorhandenen sexuellen Energien. Die Lamas sind entweder allein. Das Zölibat ist der Schlüssel für alle spirituellen Fortschritte.35 – 6. Krishna sprach zu Arjuna: „Ohne Zweifel ist es schwer. Jesus genau so wie Buddha. doch durch Anstrengung und Entsagung ist es möglich. die ein ständiges Begehren in ihm erwecken. Jesus und Buddha beschritten im Prinzip denselben Weg. Schaut man sich die Biographien der Heiligen und Erleuchteten einmal etwas näher an. Buddha zog sich in die Einsamkeit der Wälder zurück. im Vorder-Himalaya (Westbengalen).36) Bei der Zügelung des Geistes geht es in erster Linie um die Einhaltung des Zölibats. wird im Yoga keine Fortschritte erlangen. der sich aufrichtig bemüht. die ständig in ihm brodeln. In Darjeeling. Dieses ist wahrscheinlich am besten durch Enthaltsamkeit möglich. Tantra ist ein Spiel mit dem Feuer. ein Mönch. aus dem tibetischen Buddhismus. wird zusätzlich mit einer schweren (Geld-)Strafe bestraft und aus dem Orden ausgeschlossen. der wird Erfolg haben. dass spirituelle Fortschritte nur durch die Zügelung des Geistes erlangt werden können. Darum führt Tantra in der Regel nicht zum erwünschten Ziel. um den strengen Strafen zu entgehen. oder zusammen mit ihrer Geliebten aus Tibet geflohen. so lustvoll abbaut. dann erkennt man. Wird der Mönch bei einer sexuellen Verfehlung erwischt oder wird er von anderen angezeigt. leben einige Hundert Ex-Lamas. an dem sich fast alle verbrennen. auch wenn das auf den ersten Blick nicht so auszusehen scheint. Wer sich nicht selbst zügelt. sich in die Wüste zurückzuziehen um intensiv zu beten. die der Bruch des Zölibats mit sich bringt. erfährt öffentlich körperliche Züchtigung. den ruhelosen Geist zu zügeln. so fällt er in Ungnade.

Aber derjenige. der enthaltsam lebt. Hoden und Nebenhoden (Spermien) 2. Vorsteherdrüse (Prostata) 5. Um so länger man enthaltsam lebt. Der Großteil des Ejakulats bildet die Drüsensekrete der Samenbläschen (45 bis 80 %) und der Prostata (10 bis 30 %). Cowpersche Drüse (Bulbourethraldrüse) Dabei haben die Spermien nur einen Anteil von etwa fünf Prozent am Ejakulat. Beim Mann produziert der Körper weiterhin Spermien und andere Sexualsekrete. lebt eigentlich nicht wirklich enthaltsam. wie der weibliche Zyklus. Es kann aber durchaus sein. dass die Geschlechtsdrüsen gefüllt sind. so lebt er also nicht wirklich enthaltsam.Yogi die Zügelung der Sinne erforderlich. Das Ejakulat des Mannes besteht insgesamt aus fünf Drüsensekreten. in denen die Pollutionen stattfinden. dass diese Abstände mitunter wesentlich kürzer sind. Auch Frauen sollen ja gelegentlich nächtliche Orgasmen haben. Sobald sich in den Geschlechtsdrüsen so viel Drüsensekrete angesammelt haben. Man könnte das Gefühl haben. Diese Pollutionen finden in unregelmäßigen Abständen statt. so findet etwa alle 30 Tage eine Pollution statt. dass die männliche Pollution das Gegenstück zum weiblichen Zyklus ist. um so größer sind die Abstände. die sich in folgenden Geschlechtsdrüsen bilden: 1. Die männlichen Pollution finden aber nicht ganz so regelmäßig statt. Die Pollutionen des Mannes sind sexuell gesehen äußerst lustvoll. Nach längerer Enthaltsamkeit scheint sich die Mehrheit der Pollutionen bei etwa 30 Tagen einzupendeln. Lebt der Mann längere Zeit enthaltsam. dass meinetwegen bereits wenige Tage nach einer Pollution eine erneute Pollution stattfindet. Samenleiterampulle 3. Samenbläschen 4. die auch etwa alle 30 Tage stattfindet. Diese Pollutionen finden ohne Zutun des Mannes während des Schlafens statt und sind oft mit sehr angenehmen erotischen Träumen verbunden. da immer wieder nächtliche Pollutionen stattfinden. Eine Pollution. werden sie mittels eines nächtlichen Orgasmus (Pollution) ausgeschieden. die nach 30 Tagen 276 . Diese Drüsensekrete werden permanent vom Körper produziert. Lebt der Mann enthaltsam. bis dann wieder eine längere Ruhephase eintritt.

um so schöner sind die nächtlichen Pollutionen. bemerkt dies selber oft nicht. Es gibt halt Lebensmittel die die Sinne anregen und andere. weiss ich nicht. Aber auch derjenige. an einer sich einstellenden Nervosität und Aggressivität oder am verstärkten Herzschlag (unangenehm). die einen vielleicht bereits seit der Kindheit verfolgte. kann sich vorstellen. die einen vielleicht über Jahre oder Jahrzehnte verfolgte (belästigte). dass eine nächtliche Pollution stattfand. welch eine Befreiung dies bedeutet. Von diesem Moment an. Mitunter erkennt er erst am nächsten Tag. dass die sexuelle Gier. hat man kein weiteres Interesse mehr an der Sexualität. Um so länger der Mann enthaltsam lebt. dass mit jeder Pollution ein klein wenig der Angst abklingt.stattfindet und dann noch mit intensiven erotischen Träumen verbunden ist. Nach zwei bis drei Tagen verschwinden diese negativen Empfindungen aber wieder. Nach jeder Pollution nimmt die sexuelle Begierde ein klein wenig ab. Warum dies so ist. Später finden noch andere (physiologische) Veränderungen statt. auf die aber an dieser Stelle 277 . Jeder. ist in der Regel wesentlich schöner. sie wurden in lustvoller Sexualität ausgelebt. in denen der Mann genau das träumt. Diese Entwicklung stellt sich aber nicht sofort zu Beginn der Enthaltsamkeit ein. alle erotischen Träume ausgelebt zu haben. die man bisher wegen der Angst nicht betreten konnte. Die sexuellen Energien. immer weiter abnimmt. Diese Pollutionen haben den Vorteil. sondern erst nach einigen Monaten. bis sie eines Tages vollkommen verschwunden ist. Eine mögliche Erklärung sehe ich in der Art der Ernährung. sind nicht mehr vorhanden. bis sie eines Tages ganz verschwunden ist. Plötzlich öffnen sich Türen. dass manche enthaltsam lebende Yogis offenbar keine nächtlichen Pollutionen haben. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben. der vielleicht alle 3 Tage mit seiner Partnerin intim ist oder die er durch Selbstbefriedigung erlebt. sondern dass man nach einiger Zeit bemerkt. was er gerne in der Realität erlebt hätte. Dann hat man das Gefühl. Man steht gewissermaßen auf der Schwelle ins Paradies und braucht es nur noch einzutreten. in Träumen ist schließlich alles möglich. der unter chronischen Angstzuständen leidet. den ein Mann hat. die dies nicht machen. die sonst das sinnliche Begehren entfachten. der nächtliche Pollutionen hat. Es sollte aber auch gesagt werden. dass sie nicht nur sexuell äußerst befriedigend sind. Eines Tages ist auch diese Angst vollkommen verschwunden. Gleichzeitig bemerkt man. intensiver und befriedigender als ein Orgasmus.

die einen spirituellen Weg beschreiten. dann klingt die Versuchung schnell wieder ab. Lässt man sich nicht darauf ein. der zur Erlösung führt? Krishna. gibt es immer wieder Momente. wie sein spiritueller Pfad verläuft.nicht weiter eingegangen werden soll. Arjuna sprach zu Krishna: „Wie sieht das Schicksal eines Gläubigen aus. Aber man sollte stets auf der Hut sein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß.“ (6. Im allgemeinen wird man von der Leidenschaft nicht weiter belästigt. Geht man leichtfertig oder unanchtsam mit der Sinnlichkeit um. oder er hat davon gehört. dann kann das fatale Folgen haben. Dann ist die Zügelung eigentlich kein Thema mehr. vom Yoga abschweift und der deshalb die Erlösung nicht erreicht? Geht er nicht. Er hat also keine Erfahrungen damit. Sie ist so lange erforderlich. in denen die sinnliche Versuchung an einen herantritt. verwirrt über den rechten Pfad. Schon das Essen kann vorübergehend sinnliche Leidenschaften erwecken. sich von seinem Leid. hat wohl jeder zu kämpfen. Auslöser für den spirituellen Weg war vermutlich der Wunsch. Das Abklingen der sexuellen Begierden und die vollkommene Angstfreiheit sind ein großer Schritt auf dem Weg zur Erlösung. Dies ist ein Spiel der Hormone. Wahrscheinlich hat er einiges über Yoga gelesen. der diese Zweifel beseitigen kann. der sich nicht bezähmen kann. dass Meditation und andere kontemplative Methoden zur Heilung führen können. von seiner Depression. bis man sich von allen sinnlichen Begierden gelöst hat. dass er diesen Weg zum ersten Mal beschreitet.39) Mit der Frage. der einen spirituellen Weg beschreitet. Im allgemeinen beschreitet er unbekanntes Gebiet. Man lese sie bitte unter [102] nach. Aber selbst. beseitige meine Zweifel. von seinen Ängsten und psychosomatischen Erkrankungen zu befreien. Ein Absturz aus den Himmeln des Paradieses kann sehr tief sein. Zu Beginn steht also die Zügelung der Sinne. wie eine zerrissene Wolke zugrunde. wenn man sich von allen sinnlichen Begierden gelöst hat. was ihn erwartet. genau so wie Krishna es betonte. denn es gibt keinen anderen.37 – 6. ob der eingeschlagene spirituelle Weg der richtige ist. Krishna. Er weiß nicht. besonders natürlich der Anblick einer hübschen (nackten) Frau. ich bitte dich. Man sollte solchen Versuchungen möglichst aus dem Wege gehen. Die große Mehrheit der Menschen. wird wohl 278 . dessen Geist. auf Grund seiner Weltzugewandtheit. ohne Halt.

spirituelle Fortschritte zu erzielen. die aber mit jedem Orgasmus wieder zunichte gemacht werden.nicht dazu neigen. Einerseits wollen sie weiterhin ihre Sexualität genießen. Stellt sich einmal die erhoffte Seligkeit ein. Ich glaube. insgeheim wissen sie es sogar. Ein spiritueller Weg gleicht einer inneren Auseinandersetzung. auch wenn viele Menschen dieses nicht wahrhaben wollen. Übt man in der Sexualität ein wenig Zurückhaltung. hervorgeht. dann weiß man. bleiben Zweifel. Sie werden sich garantiert einstellen. um so schwieriger wird es. ob der eingeschlagene Weg der richtige ist. Ich denke. mitunter sogar Jahre. sondern daraus lernen. Sie wollen gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. aus der man teilweise als Sieger. Und selbst wenn man den spirituellen Weg nicht zum ersten Mal beschreitet. Außerdem wird man immer wieder von machtvollen sinnlichen Begierden bedrängt. und sich eigentlich damit auskennen müsste. aber sie besitzen nicht die Kraft. Schliesslich war man beim ersten Mal jünger und vielleicht auch konsequenter. aber auch als Verlierer. denen man nicht immer widerstehen kann. einen spirituellen Weg zu beschreiten. Solange sich keine spirituellen Fortschritte einstellen. wenn man seinen spirituellen Weg konsequent beschreitet. Das Zölibat ist allerdings der Schlüssel für tiefgehende spirituelle Veränderungen. gleichzeitig wollen sie aber auch spirituelle Freuden genießen. Man sollte sich nicht von den Niederlagen entmutigen lassen. dauert es in der Regel etliche Monate. im Zölibat zu leben. Diese Zweifel brechen immer wieder durch. dann können sich relativ schnell spirituelle Fortschritte einstellen. tauchen immer wieder Zweifel auf. so dass sich schneller spirituelle Fortschritte einstellten. innerhalb von 12 Monaten möglich sind. bis sich entscheidende Veränderungen einstellen. Wenn man jung ist und seinen spirituellen Weg möglichst konsequent beschreitet. so sollte sich niemand davon abhalten lassen. Das ist aber nicht möglich. dann sind durchaus gewisse Fortschritte möglich. dass große spirituelle Fortschritte bis zum Alter von etwa 30 Jahren. 279 . ob man wirklich den richtigen Weg beschreitet. wenn man sich entschlossen hat. Selbst ein Krishna wird diese Zweifel nicht beseitigen können. im Zölibat zu leben. sich von ihren sinnlichen Begierden zu lösen. In der ganzen Zeit befallen einem immer wieder Zweifel. Aber selbst. Wenn es mit dem Alter auch schwieriger wird. dass sich alle Anstrengungen gelohnt haben. Um so älter man wird. Erst die Genesung beseitigt die Zweifel.

in denen man sich ernsthaft fragt.40 – 6. was man darunter versteht. erneut einen spirituellen Weg zu beschreiten. weil man sich zwischenzeitlich völlig in der Sexualität verloren hat. Krishna sprach zu Arjuna: „Ein Yogi. bzw. durchaus Jahre vergehen. ob nicht etwa ein tantrischer Weg. der Gutes tut. ist der spirituelle Weg oft durch ein Hin.43) 280 . das man für sich persönlich durchaus als Erlösung empfindet. so sollte er große Vorsicht walten lassen. Wird er in einer solchen Familie wiedergeboren. drei oder vier Jahren keine spirituellen Fortschritte ein. Niemals wird einer. noch in einem späteren Leben. in einem Zeitraum von etwa 12 Monaten. Man kann diese Warnung nicht oft genug wiederholen. in einer rechtschaffenden. nachdem er viele Jahre voller Genuss im Bereich der Götter gelebt hat. der den glückbringenden Pfad des Yoga verlässt. dann können bis zum nächsten Versuch. Es muss nicht unbedingt so sein. es kann aber durchaus so sein. das. Unheil erfahren. das er bereits in seinem früheren Leben besaß und bemüht sich nun um so eifriger um Vollendung. Oder er wird in der Familie eines weisen Yogis wiedergeboren. Ein gescheiterter Yogi. Wie man wohl aus meinen Worten erkennt. Dieser schnelle Weg führt aber mitunter zu der fatalen Ansicht. der bessere Weg sei. Das aber kann täuschen. Aber in der Regel merkt man sehr schnell.B. Dieses bewegt einen meist schon recht bald wieder zu der Einsicht. Hat also jemand einmal spirituelle Höhen erklommen. Dann wendet man sich wieder gezielt der Sexualität zu.Stellen sich selbst nach längerer Zeit. Der zweite spirituelle Aufstieg kann außerdem wesentlich mühevoller sein und wesentlich länger dauern. Im günstigsten Fall kann der spirituelle Weg aber auch sehr schnell zum Ziel führen. Elend erfahren. wird. dass man wieder in die alten Fehler verfällt und seiner Sinnlichkeit frönt. dann gibt es Momente.und Hergerissensein gekennzeichnet. der vom Yoga abgefallen ist. wird weder in diesem Leben. dann erweckt er wieder das spirituelle Bewusstsein. Damit meine ich.“ (6. reichen und aristokratischen Familie wiedergeboren. dass spirituelle Fortschritte generell schnell und einfach zu erzielen sind. um nicht wieder abzustürzen. einen Absturz. dass das Zölibat doch der richtige Weg ist. als beim ersten Mal. nach einem spirituellen Hoch. Solch eine Wiedergeburt ist allerdings sehr selten auf dieser Welt. Erlebt man z. ich denke dabei an einen Zeitraum von zwei.

Vielmehr betrachte ich sie als eine historische Anekdote.B. welche Macht die sinnlichen Leidenschaften über uns besitzen. Sorry. wenn der gestrauchelte Yogi einen Menschen finden würde. Andererseits ist ja bekannt. Sollte ich im nächsten Leben wieder ein Buch schreiben. bis wir aus diesem Albtraum erwachen. wie es mir im Bereich der Götter ergangen ist. ob es ein Leben nach dem Tode gibt. vollkommen in seinen sinnlichen Begierden verfangen hat. ich habe dann noch gewisse Erinnerungen daran. Man boykottiert das spirituelle Interesse des Yogi. sie sind sogar so stark. so könnte ich euch ja davon berichten. Vielleicht könnte ein vorübergehender Aufenthalt in einem Ashram oder einem Kloster hilfreich sein. Er wird es am eigenen Leib erfahren. Aber warten wir mal ab. vorausgesetzt. was so auf mich zukommt. seinen spirituellen Weg fortzusetzen. wird mir doch eine glänzende Zukunft in nächsten Leben prognostiziert. die Seligkeit. dass er seine Vernunft walten lasse und möglichst bald seinen spirituellen Weg fortsetzen sollte. der Realität ins Gesicht zu schauen und bereit sind. der Uneinsichtigkeit und der sinnlichen Verhaftung. dass alle bereits erworbenen spirituellen Fortschritte wieder zunichte gemacht werden und er seinen spirituellen Weg ganz von vorn beginnen muss. der ihm in einer solchen Situation hilfreich zur Seite stehen würde. dann sollte man ihm deutlich machen. weil er sich z.oder jahrzehntelang in Gefangenschaft. Um so länger er sich vom spirituellen Weg abwendet. Sollte ein Yogi einmal vom spirituellen Weg abkommen. dann sollte er sich darüber im Klaren sein. wofür ich sehr viel Verständnis habe. dann wird man dieses auch erreichen. Man braucht es ihm eigentlich nicht einmal zu sagen. Ja. Und wenn man seinen spirituellen Weg konsequent beschreitet. den mühevollen spirituellen Weg auf uns zu nehmen. So leistet man der Trägkeit. Es wäre natürlich gut. die wir uns so sehr wünschen und erhoffen. aber ich kann diese Aussage der Gita nicht ernst nehmen. Menschen auf ein späteres Leben zu vertrösten. um so größer ist die Gefahr. dass die 281 . Ich halte absolut nichts davon. Findet der Yogi aber nicht die Kraft. in diesem Leben zu erlangen. Mir persönlich ist es vollkommen egal. bis wir den Mut haben. nur Vorschub. untergräbt seine Bemühungen und treibt ihn dadurch ins Leid. Wir sollten unser ganzes spirituelles Streben darauf ausrichten. Mitunter halten sie uns jahre.Eigentlich sollte ich mich über solch eine Aussage freuen. zu der die Menschen sich hingezogen fühlen. dass dieser Weg ihm nichts als Leid beschert.

der rituelle Handlungen vollbringt (Karma Yogi). weitere Fortschritte zu machen. obwohl traditionell gesehen. Wenn es Himmel und Erde gibt. Ein solcher Yogi. der in der Bhagavad Gita als der höchste aller Yogawege bezeichnet wird. ganz mit mir vereint (Bhakti Yogi). der große spirituelle Fortschritte gemacht hat. Das sollte man den Menschen überlassen. Erlösung immer mit der liebevollen Vereinigung des Yogi mit Krishna in Verbindung gebracht wurde. das höchste Ziel. Lassen wir uns also nicht vom angeblichen Paradies im nächsten Leben beeindrucken. wird der Yogi in seinem nächsten Leben. erreicht schliesslich nach vielen Geburten. höher auch als einer. steht über den rituellen Opfern der vedischen Schriften. Dass es allerdings ein Paradies vor dem Tode gibt. doch fühlen sie sich zu den spirituellen Praktiken des Yoga hingezogen. der sein Inneres ganz mir zuwendet und sich im liebevollen Dienst. Ob es ein Paradies nach dem Tode gibt. die von „Gottberauschtheit“ gekennzeichnet sind. Ein Yogi (Bhakti Yogi) steht höher als ein Asket (Raja Yogi). Darum. der sein Leben dem Yoga widmet. der höchste von allen. Beschreitet man einen BhaktiYogaweg. sei unter allen Umständen ein Yogi. Krishna sprach zu Arjuna: „Dank seines Interesses für den Yoga in seinem letzten Leben. sich niemals aus ihrer sinnlichen Gefangenschaft befreien können. Ramakrishna kann als Bhakti-Yogi betrachtet werden. die nicht den Mut haben. erneut vom Yoga angezogen. lassen wir uns überraschen.47) Fortgeschrittene Yogis verspüren keine große Anziehung zu den rituellen Opferhandlungen der vedischen Schriften. Es kann den Yogis aber nicht darum gehen. höher als ein nach Erkenntnis Suchender (Jnana Yogi). dann sind sie hier in diesem Leben zu finden. Menschen wie Ramakrishna sind ein Beispiel dafür. der sich ernsthaft bemüht. Von allen Yogis ist der. Jeder hat die Wahl. sich ihrem Leid zu stellen und die deshalb Zuflucht in einem späteren Leben suchen.“ (6. es zu verwirklichen.44 – 6. Arjuna. werden uns alle Weisen und Heiligen bestätigen. Ein solcher Yogi. sogar ohne danach zu streben. ein möglichst frommes Leben zu führen. der mich gläubig verehrt.meisten Menschen aus Unwissenheit. Man muss nur den Mut haben. die sie zur höchsten Vollkommenheit erheben können. sich für einen der beiden Wege zu entscheiden. so erreicht man durchaus Zustände. Im Endeffekt ist die Gottberauschheit aber nichts anderes als ein Produkt körpereigener 282 .

sich in Trance zu versetzen: Durch die Kombination von Halluzinogenen. um physiologische Veränderungen hervorzurufen. sondern sie waren von heiliger Seelenkraft durchtränkt und konnten zur Annäherung an die göttlichen Mächte beitragen. die keineswegs leblose Figuren darstellten. in denen Mythen und historische Ereignisse nachgespielt und in Beziehung zur Welt der Götter gesetzt wurden. Es heißt: „Wenn Menschen rhythmisch springen und tanzen. sondern die seit jeher vom Wesen der Gottheiten erfüllt waren. In Wirklichkeit hatten sie aber ihre Religiosität nur genutzt. zu dem man Kriegsgefangene heranführte. [106] Die Schamanen Sibiriens oder Nordamerikas beherrschen eine Vielzahl von Methoden. Ähnliche physiologische Veränderungen (Trancezustände) sind auch in anderen Kulturen bekannt. Chr. wie übrigens auch sehr viele hinduistische. Torturen. körperlicher Erschöpfung. buddhistische und christliche Heilige. Fasten.B. Auf dem Höhepunkt der Zeremonie wurde die Weckung spiritueller Energien noch durch ein Blutopfer gesteigert.“ Das hat enorme Auswirkungen auf den Hirnstamm. Sogar die Tempel und Pyramiden selbst bestanden nicht bloß aus totem Mauerwerk. an spirituelle Praktiken. waren sie natürlich davon überzeugt. rhythmischer Monotonie in Musik und Bewegung versetzen sie sich in besonders tiefe Trancezustände. Am Ende mündeten die Tänze in einer allseitigen Trance. um in rituellen Opferhandlungen die Götter milde zu stimmen. wie sie im antiken Ägypten praktiziert wurden. ist bisher allerdings noch 283 . Isolation. Ich denke dabei z. Im Laufe des Tages wurden Federschmuck und bunte Masken angelegt.Drogen. wo Sufis sich bei religiösen Festen meist mehrere Tage lang in Trance tanzten. Was dabei im Gehirn genau passiert. die Menschen zu Füßen der großen Pyramiden.000 n. Weil aber Menschen wie Ramakrishna einen sehr frommen Weg einschlugen. um sich damit auf die rituellen Tänze vorzubereiten. jene Abbildungen und Skulpturen auf den Tempelwänden. Helfen konnten dabei außerdem die Visionsschlangen. Das sollte die Götter mit besonderem Nachdruck beschwören. gerät das gesamte Kreislaufsystem in Schwingung. In Mexiko versammelten sich 800 bis 1. Überatmung. beschwörenden Formeln. dass ihr Zustand nur durch göttliche Fügung zustande gekommen sein konnte. die mit starkem Tabak und den Sekreten einer seltenen Krötenart noch verstärkt wurden. Dadurch fing ihr Körper und ihr Geist regelrecht an zu Vibrieren. oder Heilige anderer Religionen.

[192] Auch in den okkulten Bruderschaften der weißen und schwarzen Magie sind spirituelle Zustände nicht unbekannt. Von einigen Schamanen ist bekannt. Traumdeutung. Die Aufgaben des Schamanen umfassen u. arbeitet meist mit dunklen. Die Kraft dieser Geister hilft den Tänzern ihre blockierte Lebensenergie freizusetzen.unklar. Geleit verstorbener Seelen ins Totenreich. dass sie enthaltsam lebten. Zurückholen verlorener Seelen. bekannt. Er redet nicht mit dämonischen Kräften. welche durch die Traumata oder Leiden gebunden ist. infolge der Sklaverei. da eine Weise enthaltsam leben sollte. [109] 7. Der Schamane ist gleichzeitig ein Vermittler zwischen guten und bösen Energien. Liebes. die andere Menschen beherrschen oder ihnen Schaden zufügen sollen.und Schadenszauber (Flüche) fallen nicht in seinen Aufgabenbereich. (Prophetie). Des Weiteren fungiert der Schamane als Lehrer in einigen Lebensbereichen. da er dies als unethisches Brauchtum ansieht. der Voodoo-Glaube geboren.a. destruktiven Kräften (Dämonen). Krankenheilung. die sich selbst als Weise bezeichnet. Wettervorhersage und -beeinflussung. Kapitel 7: Yoga der Weisheit und Erkenntnis 284 . wonach Geister oder magische Kräfte Himmel. Erde und Unterwelt regieren. Finden von Jagdwild. So ist aus der Autobiographie. dennoch ist er in die Lage. können die Geister als Vermittler auftreten. aus der ursprünglichen afrikanischen Naturreligion. dass sie bereits mit vierzehn Jahren heiratete. ihnen Einhalt zu gebieten oder sie gar wieder in ihre Welt zurückzuschaffen. zwischen denen ein Energieaustausch stattfindet. Dabei wird die weiße Magie normalerweise unter dem Gesichtspunkt der Heilung und Gotteserkenntnis betrachtet. zu der auch der Satanskult gehört. Abwehr böser Geister. die das soziale Umfeld direkt betreffen. Weissagung. [107] [108] Auf Haiti wurde. aber enthaltsam lebte. María Sabina (1894– 1985). Die schwarze Magie dagegen. Sie vermitteln einen Zugang zu den existentiellen Wahrheiten ihres Daseins und können dadurch verdrängte Traumata und Leiden der Tänzer heilen. der im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca bei den Mazateken lebende Schamanin. soziale Regulierung und den Umgang mit geistig gestörten Menschen. Im Prinzip unterscheiden sich die weiße und die schwarze Magie durch ihre ethische Orientierung. Da die Voodoo-Anhänger sich in der Trance mit dem invozierten (aufgenommenen) Geist verbinden.

Spiritualität gehörte in Indien gewissermaßen zum Allgemeingut. Dazu zählen alle Vorgänge. indem du deinen Geist auf mich richtest. die das menschliche Wohlergehen. Infolge der Hinwendung zur Religion. Kleidern. suchte man Zuflucht in der Religion. und von denen. die nicht nur lesen und schreiben lernten. die Vollkommenheit erreicht haben. bei der Tierhaltung. wie du mich. Viel Wert wurde auch auf eine gute ethische und sittliche Erziehung gelegt. seine Versorgung mit Nahrungsmitteln. Es waren vorwiegend die Kinder der gesellschaftlichen Oberschicht. Überschwemmungen).1 Das Wesen Krishnas Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Höre nun. erkennen kannst. Der Hinduismus unterscheidet sich vielleicht von anderen spirituellen Bewegungen dadurch. seine Abhängigkeit vom Wetter (Stürme. Krankheiten. Blitzeinschläge. frei von allen Zweifeln. möglich. strebt kaum einer nach Vollkommenheit. Erlösung zu erlangen.01 . Fortan war es jedem Hindu. seinen Schutz vor wilden Tieren. Schon bald bildeten sich Rituale. der Yoga praktizierte und der die Rituale der Veden beachtete. Dies war im Hinduismus nicht viel anders. Unter Tausenden von Menschen. so dass keine Frage unbeantwortet bleibt. Medizinmänner und Priester zu spirituellen Führern. der nicht nur. vorwiegend den Priestern vorbehalten war. die den Menschen mittelbar oder unmittelbar betrafen. dass etwa ein Drittel aller Jungen ihre Ausbildung im Ashram eines Guru erhielten. mit denen man die Götter besänftigen und ihren Beistand erbitten wollte. seine Gesundheit. und den Gegenständen des täglichen Bedarfs. Da man für die Vorgänge in der Natur keine Erklärungen hatte. Zuflucht zu mir nimmst und Yoga praktizierst. Ich werde dir dieses Wissen vollständig offenbaren. dass er die Entwicklung zur spirituellen Vollkommenheit zum Allgemeingut erklärte.7. 285 . entwickelten sich Schamanen.03) In allen Jahrhunderten und auf allen Kontinenten suchten die Menschen nach Erklärungen für die Vorgänge in der Natur. wie in anderen Kulturen.7. Dieses kommt auch dadurch zum Ausdruck. Sie halfen im Haushalt. kennt kaum einer mich. Hütten. Verletzungen und alle anderen Vorgänge. die je nach Standort unterschiedliche Ausprägungen hatte. Dürreperioden.“ (7.

Mars. anders als der italienische Mathematiker. Jupiter. in dem die katholische Kirche bis zum Mittelalter aus religionsideologischen Gründen die Erde als den Mittelpunkt der Welt betrachtete. der wahrscheinlich in Alexandria (Ägypten) wirkte. Merkur. Alle Dinge. 4. Selbstverständlich praktizierten sie Brahmacharya (Keuschheit). Neptun) um die Sonne kreist. 6. Venus. die man nicht erklären konnte. Um 1509 jedoch stellte der Astronom. Domherr und Administrator (Regierungsbevollmächtigter) Nikolaus Kopernikus das etwa 1300 Jahre alte geozentrische Weltbild des griechischen Mathematikers. wurde das religiös geprägte Weltbild von der Bevölkerung bereitwillig angenommen. Astrologen und Musiktheoretikers Ptolemäus. sondern allenfalls als Hirngespinst eines verwirrten Geistes. nicht zu befürchten. der einige Jahrzehnte später zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt wurde. Physiker und Astronom Galileo Galilei. und wies nach. dass alles aus einer religiösen Perspektive betrachtet wurde. dass die Erde keineswegs der Mittelpunkt der Universums ist. Den Nachteil dieser Entwicklung sehe ich darin. die mit sieben weiteren Planeten (1. sondern dass die Erde nur einer jener Planeten ist. 5. 2. Dieses ist in etwa mit der Haltung im christlichen Abendland vergleichbar. Mathematiker. Das Wissen über Yoga. Die katholische Kirche. Uranus. Brahmacharya und Religion waren somit tief im Volk verankert. da seine Theorie lediglich als 286 . versuchte man in diesen religiösen Hintergrund einzuordnen. Erde. [110] Entgegen einer landläufigen Ansicht wurde die Propagierung des heliozentrischen Weltbildes zu Kopernikus Zeiten keineswegs als Ketzerei angesehen. Selbst den Gelehrten fehlte weitgehend das Wissen. 3. um bessere Erklärungen zu liefern. 8. Immerhin schien das geozentrische System wesentlich besser mit dem gesunden Menschenverstand übereinzustimmen als eine sich bewegende Erde. Da wissenschaftliches Denken noch weitgehend unbekannt war und große Teile des Volkes über keinerlei Bildung verfügte. der Kopernikus angehörte. Geographen. 7. Astronomen. die später in lebenslangen Hausarrest umgewandelt wurden. Arzt. Eine Verfolgung durch die Inquisition hatte Kopernikus also. Saturn. hielt sich mit einer Stellungnahme zurück.auf den Feldern und wurden selbstverständlich sehr gründlich mit den religiösen Schriften und mit der Praxis des Yoga vertraut gemacht. in Frage.

In der Bhagavad Gita wird behauptet. der Philosophie stößt er allerdings an Grenzen.mathematische Hilfskonstruktion zur einfacheren Berechnung der Planetenbahnen angesehen wurde.“ (7. nämlich vollendetes Krishnabewusstsein. Es ist aber nicht die Hinwendung zu Krishna selber. Und viele Hinduisten glauben an die Seele und an die Wiedergeburt. alle Wesen werden durch sie geboren. Ich bin sowohl der Ursprung dieser Welt als auch ihre Auflösung. dass der Mensch dazu neigt. Dies führt in der Regel dazu. Im Falle der Religion bzw. die sowohl mittels Krishnabewusstsein. Luft. Für mich ist der Pfad des Bhakti-Yogi allerdings nur einer der möglichen Wege. die er nicht versteht. Galilei erblindete übrigens 1638 vollständig.06) Ich habe großes Verständnis dafür. Geist. die zur Erlösung führen können. zu vereinfachen. Außer dieser niederen Natur besitze ich noch eine höhere Natur. Sie bringt alles Leben hervor. die Einfluss auf die Physiologie des Menschen nimmt und dadurch Heilungsprozesse anregt. um das. Genau so wie im Christentum über viele Jahrhunderte Glaubensinhalte vollkommen unreflektiert übernommen wurden. So glauben heute noch viele Christen. die Seele. Feuer. die Dinge. dass der Mensch ein Interesse daran hat. die für den menschlichen Verstand nicht zu fassen sind. was um ihn herum geschieht. besser zu verstehen. Krishna sprach zu Arjuna: „Erde. so dass sie seinem Intellekt zugänglich sind. Äther. erlangt. Sie bilden die niedere Natur. aber auch durch andere kontemplative Techniken möglich sind. Er entwirft fast kindlich anmutende Modelle. dass nur der Bhakti-Yogi das höchste aller Ziele. die das 287 . Wasser. Vielmehr kann die Hinwendung zu Krishna als eine kontemplative Methode betrachtet werden. dass Jesus der Sohn Gottes war.04 – 7. Intelligenz und Egoismus sind die acht Elemente der materiellen Natur. die die Heilung bewirkt. der etliche Wunder vollbrachte und am Ende gar zum Himmel auffuhr. Entscheidend sind also die physiologischen Veränderungen. wurden auch die Glaubensinhalte des Hinduismus vollkommen kritiklos von einer Generation an die nächste weiter gegeben. möglicherweise eine Folge seiner anfangs ohne ausreichenden Schutz unternommenen Sonnenbeobachtungen. tiefer in die Dinge einzudringen.

dass diese Dinge ihren Ursprung im göttlichen Krishna haben. wie Perlenreihen auf einer Schnur. ohne den Beweis dafür antreten zu können. Sind solche Modelle einmal entworfen. als Ton im Äther. In mir vereint sich das Weltall. sondern sie verhält sich in der Regel gesellschaftskonform und unterstützt damit die jeweiligen Herrschaftsverhältnisse. der Klang der Silbe „OM“ in den vedischen Mantras. der Ton im Äther und die Fähigkeit des Menschen. das Licht der Sonne und des Mondes. Oft genug verlor er in kriegerischen Raubzügen sein Leben. betrachtet. damit Adel und Kirche ihre Machtgelüste befriedigen konnten. dann werden sie selbst von vielen intelligenten Menschen oft nicht mehr hinterfragt.“ (7. Was wäre aber.Unerklärliche selbst für den Ungebildeten verständlich machen sollen. Ich bin das Leben in allen Wesen und die Entsagung aller Asketen. der zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit erzogen und dabei oftmals schamlos ausgebeutet wurde. Ich bin der Geschmack des Wassers. Krishna sprach zu Arjuna: „Es gibt nichts Höheres als mich. dass der Adel und und die Religionen über Jahrhunderte Hand in Hand gingen und die Macht unter sich aufteilten. Die Religion versteht sich in der Regel nicht als aufklärerende Institution. Dabei wird die Realität. dass Krishna der Ursprung allen Seins ist. als der Klang der Silbe OM. Zum Trost wurde ihm dafür nach seinem Tode der Himmel versprochen. als Leben in allen Wesen und als Entsagung aller Asketen.09) Mit diesen Versen soll ausgesagt werden. Da besonders die Religion es versteht. Der Leidtragende war der „kleine Mann“. als das Licht der Sonne und des Mondes. Darf man es sich wirklich so einfach machen? Wenn schlichte Gemüter dazu neigen. den Menschen durch ihre Lehre Trost zu spenden. solch einen Glauben. wird sie darum bereitwillig von der Masse der Gläubigen kritiklos angenommen. sondern kritiklos übernommen und von Generation zu Generation weiter getragen. das die Menschen darauf hinweist.07 – 7. wenn all diese Dinge keinen göttlichen Ursprung haben? Die Bhagavad Gita setzt voraus. Er wird als der Geschmack des Wassers. dass ihr Leid vielleicht etwas mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun haben könnte. denn es handelt sich ja um nichts anderes als um einen 288 . meist total vereinfacht und verzerrt. als Duft der Erde. als Hitze des Feuers. Ich bin der Duft der Erde und die Hitze im Feuer. als die Fähigkeit der Menschen. die eigentlich nicht erklärbar ist. Das hat dazu geführt.

also abweichenden Glaubensvorstellungen. die selbstverständlich auch nach außen wirkt. welche Strukturen innerhalb der katholischen Kirche bestehen und wie innerhalb der katholischen Kirche „Politik“ gemacht wird. die wissenschaftliche Interpretation der heiligen Schriften der Bibelforscher. Jesus sei der Sohn Gottes. Wenn aber Menschen wie Papst Benedikt XVI. Papst Benedikt hat im Grunde genommen nichts anderes getan. die Kirche vor Häresien. in seinem Buch „Jesus von Nazareth“ [111]. so kann doch davon ausgegangen werden. der zutiefst mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Theologie vertraut sein sollte. In allen Religionen wird davon ausgegangen. der fünf Jahre katholische Theologie und Philosophie studierte. zu schützen. zu der Überzeugung gelangt. kritiklos zu übernehmen. die Folge. als die biblische Exegese. so kann ich nur davon ausgehen. der ein bewegtes Leben als Priester und Erzbischof von München und Freisung hinter sich hat. Entwickelt man allerdings solche religiösen Vorstellungen.a. Geburtstag veröffentlichte. um den herum sich dann die Religion kristallisiert. dass Gott der Ursprung allen Seins ist. der eine akademische Laufbahn absolviert hat. dann hat das u. der 1959 an die Universität Bonn berufen wurde und 1963 einen Lehrstuhl an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster annahm. Ihnen fehlt es schlicht und einfach an Wissen oder an der Neugier.Glauben. dass sie von der grossen Masse der Gläubigen als die Wiederspiegelung der Realität 289 . dazu bewogen haben. als wissenschaftliche Erkenntnis. solch eine Meinung zu vertreten. zu ignorieren und sich über sie hinwegzusetzen. welches er an seinem 80. Wenn Papst Benedikt auch das Oberhaupt der katholischen Kirche ist. wenn also dieser Papst. Im Mittelpunkt steht also der Glaube. nämlich schlicht und einfach Glaubensgründe. der 1953 zum Doktor der Theologie promovierte und 1958 als 31-Jähriger eine Professur für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der PhilosophischTheologischen Hochschule Freising antrat. dann habe ich ein gewisses Verständnis dafür. dass die Strukturen und Meinungsbildungsprozesse in anderen Religionen sich gar nicht so sehr von dem der christlichen Kirche unterscheiden. dass ihn andere Gründe. Die Meinung Papst Benedikts sagt natürlich auch etwas darüber aus. solchen Fragen auf den Grund zu gehen. der 1981 zum Kardinal der Glaubenskongregation berufen wurde und zusammen mit einem Stab von 40 Mitarbeitern darüber zu wachen hatte.

Krishna sprach zu Arjuna: „Wisse. unentschlossen und kraftlos. der in seiner spirituellen Autobiographie „Spiel des Bewusstseins“ schreibt: »Ich hatte 290 . Alle Eigenschaften (Gunas). Dazu besitzen die meisten Menschen aber weder die Kraft noch die Einsicht. seine permanenten sexuellen Ausschweifungen. dass die meisten Menschen das letztere nicht einsehen wollen. Sie hat Einfluss auf alle menschlichen Bereiche. um Seligkeit zu erfahren. um die Schwachen zu beschützen. Von seinen Leiden kann er sich allerdings nur selber befreien. Alle seine Gedanken kreisen permanent um diese 10-Sekunden-Ekstase. Anstatt die Ursachen seiner Leiden zu beseitigen. Sie beeinflusst das Verhalten der Menschen. Sie bezahlen ihre sexuellen Ausschweifungen mit Depression. doch ich bin nicht in ihnen. um bei ihm Hilfe für seine Leiden zu erbitten. wendet er sich lieber an Gott. bestimmen indirekt über unser Handeln. Ich bin die Stärke der Starken. und nicht. sonst nicht. egal wie alt oder intelligent sie sind. seien sie rein (Sattva). Sie sind labil. ein Weltbild. Sie sind in mir. um Kinder zu zeugen. die Intelligenz der Intelligenten und die Macht der Mächtigen. Arjuna. Ängsten und allerlei psychosomatischen Erkrankungen. frei von Begierde und Leidenschaft. ich bin der ewige Same aller Lebewesen.10 – 7. die nicht im Widerspruch zu den religiösen Prinzipien steht. Dazu fallen mir die Worte Swami Muktanandas ein. Sie sind Gefangene ihrer Sexualität. eine Philosophie. Die Masse der Menschen hinterfragt solche Erklärungsmodelle oftmals nicht weiter. über unsere Gesellschaftsstruktur. Ich bin die Sexualität. Und aus dieser vermeintlichen Realität heraus. Die Sexualität sollte in Übereinstimmung mit den religiösen Prinzipien ausgeübt werden.“ (7.aufgefasst wird. die ihm alle Energien berauben. leidenschaftlich (Rajas) oder träge (Tamas) stammen aus mir.12) Die Stärke eines starken Mannes sollte angewandt werden. wie wir unser Leben und unsere Zukunft gestalten. die konkrete Formen annimmt. über die Art und Weise. Ich stelle immer wieder fest. eine gesellschaftliche Struktur entworfen. Wie der Drogenabhängige von den Drogen abhängig ist. so ist der normale Mensch vom sexuellen Kick abhängig. wird eine Religion. Aber sie können nicht ohne Sexualität leben. um andere zu erniedrigen.

der kam.« 7.“ „Mein Magen tut schrecklich weh. Menschen aller Art und in allen Lebenslagen. oder reich. und vor allem eine unregelmäßige Lebensweise war. meine Lage war genau so wie ihre. aber ich kann nichts verdauen. Ich hörte mir alles still an und fragte mich. sie waren bleich. Ich habe Tausende von Rupien in England und Amerika dafür ausgegeben. dass ich über den 291 . Die Ärzte erlauben mir nicht. Da waren Geschäftsleute. der dritte hatte keinen Sohn. aber mein Herz ist nicht gesund. seine eigene Armut mit und erzählte von seiner armseligen Lage. denn ein Heiliger gehört allen. aber die Krankheit ist immer noch da. die Sinnlichkeit. was mit ihnen am Ende geschah. große Künstler. Ich habe schon zweihunderttausend Rupien für Behandlungen ausgegeben. erkennen die Menschen nicht. Sänger. Alle möglichen Menschen kamen nach Ganeshpuri zu meinem Guru. eines fehlte ihnen allen. und sie weinten herzzerreißend. aber er hatte eine schlechte Gesundheit. ein gesunder Körper. Einer war reich. aber nicht zufrieden. Jeder war irgendwie arm. berühmte Filmstars. zu reisen oder eine volle Mahlzeit zu essen. aber er hatte kein Geld. Die eine hatte keinen Mann. Ein anderer war gesund. Ich erkannte. krank. über das sie sprechen wollten. was ich von all diesen Menschen lernen und welchen Nutzen ich daraus ziehen könnte. Sie hatten keine Kraft und Energie. Sie sagten: „Ich habe alles. Redner und hohe Regierungsbeamte. was sie sonst hatten. Ich kann nicht schlafen. Ein dritter war ungebildet. Und ganz gleich. nur immer wieder neue Krankheiten. dass die Ursache von all dem die Vergeudung der Geschlechtsflüssigkeit. der andere keine Frau.die Welt gesehen. arm an Wissen. Sie hatten alle irgendein Problem. arm an Schönheit. was ich mir wünsche. arm an Selbsterkenntnis und Verwirklichung. ich hatte vom König bis zum Mann auf der Strasse alle gesehen und auch. ruhelos. Ein vierter war hässlich.2 Die Verwirrungen der Menschen Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Getäuscht durch die drei Erscheinungsweisen (Gunas) der Natur. der andere ein krankes Auge.“ „Ich habe alles. So brachte jeder. allen fehlte etwas. Ich sah sie mir genau an.“ Der eine hat ein krankes Ohr. Reiche. Meine Sinnesorgane sind schwach. Jeder brachte seine Sorgen und Nöte zu ihm. Um die Wahrheit zu sagen. Jeder brachte meinem Guru seinen Kummer und sein Leid.

während allein Krishna (Vishnu) als höchster Gott frei von Illusionen ist. die Zuflucht im Dämonischen suchen. Der Hindu wendet sich.Erscheinungsweisen stehe und unvergänglich bin. schreiten über sie hinaus. die auf niederer menschlicher Stufe stehen.15) Die ganze Welt ist von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur (Sinnlichkeit) betört. dass nur Vishnu. je nach Glaubensrichtung. so wendet er sich der Religion zu. besitzen sie gegenüber Nichtgläubigen. die aus den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur besteht. dem Shivaismus. die religiöse Menschen verschiedener Glaubensrichtungen untereinander haben. Ist jemand gläubig. um sie Kraft seines Yogas wieder neu zu erschaffen. der über Krishnabewusstsein zur Erlösung führt. Sie sind davon überzeugt. dass Shiva das höchste Wesen ist. Beruht sie nicht auf dem gleichen Sichtweise. ist schwer zu überwinden. der im Himalaya meditiert und in periodischen Zyklen die Welt zerstört. dass sie sich sehr schwer tun.13 – 7. die allein selig machende Gnade zu besitzen? Sagen nicht alle Religionen im Kern dasselbe aus? Leider haben alle Religionen den großen Nachteil. dem Vishnuismus. Sie ist gefangen in ihren sinnlichen Begierden und kann sich nicht einmal vorstellen. deren Verstand durch die Illusion verwirrt ist. dass nicht so flüchtig ist wie sie. der Maya. oder anderen religiösen Strömungen zu. Die göttliche Energie. der sich in zehn Inkarnationen in der Welt inkarniert hat. so entspricht dieses nicht den Tatsachen. unterworfen sind. ist nur ein 292 . der sich den Lotusfüßen des höchsten Herrn unterwirft. dem Brahmaismus. das alle anderen Götter an Macht überragt und sie zudem erschaffen hat. wie Shiva oder Brahma. Mir erscheint diese strikte Unterteilung etwas zu intolerant. Dieselbe Intoleranz. der alleinige höchste Gott ist. darunter auch als Krishna. kommen nicht zu mir. Allein durch die Beschäftigung mit dem Yoga kann man sich von seinen sinnlichen Begierden befreien. Vishnuiten glauben. Diejenigen aber.“ (7. sich von überholten Werten zu lösen. die zu mir Zuflucht nehmen. der alle anderen Gottheiten und die Welt hervorgebracht hat. Die Shivaiten hingegen glauben. Die Törichten aber. Und wenn noch so oft die Behauptung wiederholt wird. Andere Hindus wiederum betrachten Brahma als den höchsten Gott. der Illusion. Shiva ist der Gott des Asketen. dass nur derjenige Erlösung erlangen kann. dass alle anderen Götter. dass es jenseits der sinnlichen Begierden etwas gibt. nach der jede Religion behauptet. Der Weg.

die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Ich finde es daher nicht angebracht. die Menschen. warum er gerade diesen Weg wählt. Das Entscheidende an spirituellen Wegen ist für mich nicht die Hinwendung zu Gott. zwischen einem spirituellem Weg. Es gibt genügend gläubige Menschen. um sich von seinen Ängsten und Leiden zu befreien. die sich nicht irgendeiner Religion. keinesfalls als ein minderwertiger Weg zu betrachten. Der einzige Unterschied. so sollte er dieses tun. die nicht immer mit dem Verstand harmoniert. es möge Hilfe „von oben“ erscheinen. Gott möge diese Last von ihren Schultern nehmen. betrachtet. während Menschen die einen anderen kontemplativen Weg beschreiten. wenn die Dinge so katastrophal erscheinen. andere Konzentrationsschwerpunkte wählen. selbst wenn ihr Weg nicht als religiös betrachtet werden kann.möglicher Weg unter vielen und er ist keineswegs einfacher als andere kontemplative Wege. da sie auf Glaubensvorstellungen beruhen. dass der Krishnagläubige seine ganze Konzentration auf Krishna richtet. wo ich dazu neige. Sie sind aber. da es immer wieder Momente gibt. warum er sich so sehr zur Religion hingezogen fühlt. als töricht und als auf niederer Stufe stehend. Solch eine religiöse Auffassung kann ich nur als intolerant betrachten. die sich zu Gott bekennen. wenn er meint. um so stärker ist ihre Hinwendung zur Religion. Er sollte aber vielleicht auch einmal darüber nachdenken. Aber ich muss gestehen. Dieses geschieht besonders dann. Weil sie nicht den Mut und die Kraft besitzen. dass dieses der richtige Weg für ihn ist. dass ich auch ein gewisses Verständnis für diese Haltung habe. Durch diese Haltung aber machen sie sich zum Gefangenen der Religion. Um so mehr sie leiden. der vom Krishnabewusstsein getragen wird. dass ihre Religiosität nur Ausdruck ihres Leidens ist. und zwar genau so 293 . sich mit ihren Ängsten auseinander zu setzen. Wenn es dem Gläubigen gelingt. wie dieses immer wieder in der Bhagavad Gita anklingt. und anderen kontemplativen Wegen besteht darin. zuwenden. dass man hofft. Mir erscheinen sogar die religiös orientierten Wege etwas problematischer zu sein. flüchten sie sich in die Religion und hoffen. ein stummes Gebet zu sprechen. sich intensiv auf Gott zu konzentrieren. die aber keineswegs frei von Leiden sind. die sich nicht Krishna. Religion scheint also eine Herzensangelegenheit zu sein. dass die Bhagavad Gita. Man hat eher das Gefühl. sondern die Heilung. Wenn jemand einen religiösen Weg beschreiten möchte.

der zu mir. seines Geldmangels auseinander setzen? Oder sollen die Gebete vielleicht 294 . weil er in seiner Religiosität gefangen ist. denn er wird die größte Angst davor haben. sich nicht vielmehr mit den Ursachen seiner Not bzw. Dabei sollte allerdings nicht übersehen werden. weilt wahrhaft in mir. diejenigen. die mich in Hingabe verehren: 1. Ich befürchte allerdings. 2. dass durch die Konzentration auf Gott. Geschieht diese Art der Hingabe deshalb nicht eher aus einer persönlichen Not heraus? Sollte sich deshalb derjenige der Not leidet. denn ich bin der beste Freund des Weisen und er ist mein bester Freund. weiß. 7. Einfluss auf seine Physiologie zu nehmen. 3. um ihm im hingebungsvollen Dienst zu dienen. der um Geld bittet. der nach Reichtum strebende. Sie wenden sich an Krishna. dass reiner hingebungsvoller Dienst frei von persönlichen Wünschen sein sollte. die Geld brauchen. als durch diese kontemplativen Techniken. Aber der Weise. der Neugierige. macht damit nichts anderes.3 Der Lohn des Weisen Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Es gibt vier Arten frommer Menschen. Von diesen ist mir der Weise. Heilung zu erfahren. die sich an Krishna wenden: diejenigen. dass der Gläubige nie wirklich ganz frei sein wird. sie loszulassen und deshalb dazu neigen. diejenigen. die manchmal Fragen stellen. Dieses ist der Weg. die Not leiden. Zuflucht genommen hat. Die Heilung geschieht aber primär nicht durch die Konzentration auf Gott. intolerante Züge anzunehmen. sondern dadurch. auf seine Atmung oder auf sein Mantra konzentriert. die nach der absoluten Wahrheit streben. der liebste. indem er sich auf das „Dritte Auge“. Solch eine große Seele ist schwer zu finden. wie der Yogi sich auf das „Dritte Auge“. Edel sind sie alle.intensiv. Auch der Yogi. und diejenigen. 4. den alle christlichen Heiligen. auf die Atmung oder auf sein Mantra konzentriert.16 – 7. alle hinduistischen Bhakti-Yogis und alle Gläubigen anderer Religionen beschritten haben.19) Es gibt vier Gruppen frommer Menschen. Einfluss auf die Physiologie genommen wird. Wer nach vielen Geburten und Toden in Weisheit in mir eingeht. der sich. der sich in hingebungsvollem Dienst mit mir vereint. der Leidende.“ (7. Durch die Hinwendung zu Gott ist also durchaus Heilung möglich. dass Gott alles ist. der Weise. dann kann es dem Gläubigen durchaus gelingen. als seinem höchsten Ziele. oder derjenige.

dass Hauptmotiv. ohne das Verlangen nach persönlichen Wünschen zu haben. eigentlich um etwas ganz anderes. geschieht meist aus einer Hilflosigkeit heraus. zuzuwenden. Haben wir nicht alle unsere persönlichen Wünsche.sogar eine Auseinandersetzung mit den Gründen der Not und Armut unterbinden? Nun sagen einige. man muss lange suchen. wenn wir für das Wohlergehen anderer beten? Ist daher die Vorstellung. die sich für Gottgeweihte halten. dass die Hinwendung zu Gott dem Menschen die Hilfe gewährt. die sich für Gottgeweihte halten. sondern opfern all ihr Hab und 295 . wollen seine Anhänger dieses nicht sehen. Ist jemand in einer hilflosen oder verzweifelten Situation. als wollten sie aus der Not und Unwissenheit der Hilfesuchenden nur ihren eigenen Vorteil ziehen. um ihm Dank zu sagen. sie sollten sich nicht mit persönlichen Wünschen an Gott wenden. durch das Zusammensein mit einem Gottgeweihten. dann wendet er sich hilfesuchend an Gott. mit der wir uns an Gott wenden? Würden wir uns wirklich an Gott wenden. bzw. in denen man sich an Gott wendet. Von hilfesuchenden Menschen zu erwarten. Ich glaube. würde die notleidenden Menschen wohl überfordern. Mir kommt es eher so vor. sich Krishna. die nach diesem oder einem ähnlichen Konzept Jünger um sich scharten und dadurch ein recht angenehmes Leben führten. kann man selbst heute immer wieder bei vermeintlichen Gurus erkennen. die sich hingebungsvoll an Krishna wenden. ohne persönliche Wünsche zu haben. Es gab zu allen Zeiten Yogis. Aber ich glaube. der Religion. sich in Hingabe an Gott zu wenden. Sie sind nämlich davon überzeugt. wenn wir keine persönlichen Wünsche hätten? Es gibt natürlich auch immer wieder Momente. um solch einen Menschen zu finden. so dass sie am Ende selber zu Gottgeweihten werden. es geht denen. die sich für gottgeweiht halten. ohne das Verlangen nach persönlichen Wünschen zu haben. dass die Menschen. Ich halte solch eine Haltung für sehr verständlich. die er sich erhofft. Aber ich glaube nicht. Ich habe allerdings so meine Probleme mit Menschen. würde sich dann der Notleidende überhaupt noch an Krishna wenden? Sind es nicht sogar unsere persönlichen Wünsche. Selbst wenn er die unglaublichsten Verfehlungen begannen hat. Wenn man aber Krishna hingebungsvoll dienen sollte. Wie leicht Menschen in ihrer Not zu verführen sind. weiß er nicht mehr ein noch aus. man solle Krishna hingebungsvoll dienen. vollständig gereinigt werden. Sie sind ihm nicht nur hörig. nicht etwas weltfremd? Ich glaube.

Sind es nicht gerade die persönlichen Wünsche. sucht er die Gunst eines bestimmten Gottes.23) Es wird davon ausgegangen.20 – 7. Ich halte sie nicht nur für falsch. Ist man am Ende dieses Prozesses frei von persönlichen Wünschen. motiviert uns. Wer mich verehrt. Mit einem solchen Glauben ausgestattet. dass weniger intelligente Menschen. bei 296 . 7. Götter zu verehren. denn die Früchte der Götter sind begrenzt und vergänglich.“ (7. die von Begierden fortgerissen werden. Wer die Götter verehrt. Doch in Wirklichkeit werden alle Wünsche von mir allein erfüllt. bzw. uns um Veränderungen zu bemühen? Gäbe es diese persönlichen Wünsche. vollziehen sie bestimmte Regeln und Vorschriften der Verehrung. Aber die Erwartung. dann gibt es meist ein böses Erwachen. Durch ihre eigene Natur bezwungen. Würde sich irgendjemand um Heilung oder um die Beseitigung von Not und Elend bemühen. so verwehre ich ihm diesen Wunsch nicht.4 Zuflucht zu Göttern Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Diejenigen. unsere Hoffnung und Vorstellung. dass sie einem Schwindler auf den Leim gegangen sind. ergeben sich den Göttern. steht am Ende dieser Auseinandersetzung und nicht am Anfang. die uns die Motivation geben. die das Verlangen nach Sinnesbefriedigung noch nicht aufgegeben haben. so würde sich niemand um spirituellen Fortschritt bemühen. Erst unsere persönlichen Wünsche. dann haben sich die Anstrengungen gelohnt. man solle sich von allen persönlichen Wünschen frei machen. Diese Haltung kann ich eigentlich nur als begrüßenswert betrachten. Ich halte ausserdem die Vorstellung für falsch. Hat jemand den Wunsch. wenn er sie nicht am eigenen Leibe erfahren oder wenn ihn die Not anderer Menschen nicht berühren würde? Darum sehe ich persönliche Wünsche als etwas sehr legitimes und positives an. die uns anspornen. gelangt zu mir. der ihm seine Wünsche erfüllt. die dahinter stehenden Leiden und Unzufriedenheiten nicht. etwas in unserem Leben verändern zu wollen. frei von persönlichen Wünschen zu sein. unser persönliches Schicksal oder das Schicksal unserer Mitmenschen zum Besseren zu wenden.Gut für ihren Guru. dass es auch ein Leben ohne Not und Leid geben könnte. Nur Menschen mit geringer Intelligenz verehren die Götter. Erkennen sie eines Tages. gelangt zu den Himmeln der Götter. sondern sogar für inakzeptabel.

als sich an den höchsten Herrn zu wenden. der gebildet sein möchte. und die Vorstellung der himmlischen Planeten. Ein Mensch. Da wird den Menschen einerseits in den vedischen Schriften die Vorstellung suggeriert. behandelt sie wie kleine Kinder. Im Grunde belässt man die Menschen in Unwissenheit. Krishna hat jedem die Unabhängigkeit gegeben. fordert von ihnen untertänigsten Gehorsam und verspricht ihnen dafür die Freuden der himmlischen Planeten. Genau das. weil sie nicht wissen. nur Krishna. die Sonne zu verehren. kann euch die Wünsche erfüllen. und sie damit in die Falle der Sinnlichkeit gehen läßt. verehren. und jemand. wie sie das höchste spirituelle Ziel erreichen können. verehren. das nur Krishna die höchste Persönlichkeit Gottes ist und ihm alle Wünsche erfüllen kann. auf der die Götter beheimatet sein sollen. was alle Obrigkeiten gerne sehen. leicht regierbare Untertanen zu erziehen? Manche mögen fragen.Göttern Zuflucht suchen. Deshalb wendet sich ein reiner Gottgeweihter niemals an die Götter. Und in diesem Sinne wird dann Religion gemacht. die Gemahlin Shivas. Hierzu sagen die heiligen Schriften. Bei ihnen leben die Götter tatsächlich auf irgendwelchen himmlischen Planeten. Sarasvati. So wird einem Kranken empfohlen. die Vorstellung der Götter. Warum stellt eigentlich niemand die Worte der Veden. sollte die Göttin Uma. der eine schöne Frau begehrt. verschiedene Götter zu verehren. In den vedischen Schriften wird empfohlen. Wenn jemand also den Wunsch hat. Und dann wird gesagt. der höchste Herr. April. wenn sie bestimmte Götter anbeten. dass solche Vorstellungen vom einfachen Volk oft als Realität aufgefasst werden. April. sondern nur an Krishna persönlich. Ein reiner Gottgeweihter weiß jedoch. sinnlichen Genuß zu erfahren und sich 297 . für verschiedene Zwecke. so sollte man doch bedenken. Die Verehrer der Götter streben nach materiellem Gewinn. die himmlischen Planeten der Götter meinetwegen mit einem seligen Wohlbefinden der Menschen. Geht es in Wirklichkeit also um Religion oder darum. dass Menschen mit geringer Intelligenz. sich für bestimmte Zwecke den Götter zuwenden. die keine Geweihten des Herrn sind. ihre Wünsche würden sich erfüllen. das zu tun. Darum wird gesagt. sollte die Göttin der Gelehrsamkeit. in Frage? Selbst wenn man die oben erwähnten Vorstellungen im übertragenen Sinne verstehen könnte. was er für richtig hält. sinnliche Begierden zu genießen. warum Krishna den Menschen die Gelegenheit gibt.

aus diesem Grunde an die Götter wendet, so mischt Krishna sich nicht in die Unabhängigkeit der Menschen ein, sondern gibt jedem die Möglichkeit, seine Wünsche erfüllen zu können. Schiebt man durch diese Haltung nicht dem kleinen Mann den „Schwarzen Peter“ in die Schuhe? Ist er überhaupt in der Lage, die Konsequenzen seines Handelns zu überblicken? Einerseits vermittelt man ihm die Weisheiten der Veden, leitet ihn an, zu den Göttern zu beten, hält ihn aber andererseits von allen höheren Weisheiten fern. Schliesslich war Yoga eine Geheimwissenschaft, die nur vom Guru an seinen Schüler weitergegeben wurde. Die Masse des Volkes hingegen wurde in volkstümlicher Religiosität unterrichtet, die über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben wurde, ohne sie je zu hinterfragen. Der normale Gläubige besaß also gar nicht die Bildung, um ein tieferes Verständnis für die Religion zu entwickeln, geschweige denn, tiefgehendere Fragen zu stellen. Was sollte er also wirklich glauben? Sollte er weiterhin zu den Göttern beten und sie um Hilfe bitten oder sollte er sich an Krishna wenden? Alles was er tat, tat er mit reinen Gewissen und aus ehrlicher Überzeugung, und vielleicht aus einer sozialen Situation heraus, die es vielleicht nicht gerade gut mit ihm meinte. Ist es da nicht eigentlich egal, ob er sich an Krishna wendet oder die Götter um Hilfe bittet? Wenn es ohnehin wenig Sinn macht, spirituelle Hilfe bei den Göttern zu erbitten, sollte man sie dann nicht lieber abschaffen? Nach den Vorstellungen der Veden sind Menschen und Götter ein Teil der Persönlichkeit des höchsten Herrn. Deshalb können die Götter dem Menschen auch nicht, ohne die Einwilligung des höchsten Herrn, seine Wünsche erfüllen. Die weniger intelligenten Menschen wissen dieses aber nicht (ist das die Schuld der Unwissenden?), und wenden sich deshalb törichterweise an die Götter, damit diese ihre Wünsche erfüllen. Der reine Gottgeweihte aber betet nur zu Krishna. Er sollte aber nicht wegen materieller Vorteile zu Krishna beten. Der normale Mensch aber wendet sich besonders wegen seiner Armut, wegen seiner Krankheiten, wegen seiner alltäglichen Probleme und wegen seiner sinnlichen Begierden an die Götter, um seine Lust zu befriedigen. Hingebungsvoller Dienst für Krishna und die Verehrung eines Halbgottes können sich nach den Vorstellungen der Veden aber nicht auf der gleichen Ebene befinden, weil die Verehrung eines Halbgottes materiell und hingebungsvoller Dienst für Krishna 298

spirituell ist. Für den Menschen, der den Wunsch hat, vollkommen eins mit Krishna zu sein, werden materielle Wünsche als hinderlich betrachtet. Sollten Religionen es nicht lernen, deutliche Grenzen zwischen der Mystik, dem Glauben, zwischen den Wünschen und Erwartungen der Menschen zu ziehen? Aber hier ist die Religion wahrscheinlich überfordert, weil ihr Fundament auf dem Glauben beruht. Deshalb ist die freie und unabhängige Philosophie gefordert, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich glaube, die Philosophie des Yoga erfüllt genau diese Aufgabe. Man sollte aber auch den Yoga von den antiken Spinnfäden der Mystik befreien und ihn aus wissenschaftlicher Sicht betrachten. 7.5 Die Macht der Unwissenheit
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Krishna sprach zu Arjuna: „Menschen, die mich nicht kennen, glauben, ich hätte menschliche Gestalt und Persönlichkeit angenommen. Aber sie kennen meine höhere Natur nicht, die unveränderlich und erhaben ist. Von meiner Schöpferkraft verhüllt, bin ich nicht allen sichtbar. Daher kennt die verblendete Welt mich nicht, der ich ewig und ungeboren bin. Ich kenne alle vergangenen, alle gegenwärtigen und alle zukünftigen Wesen. Aber mich kennt niemand. Alle Menschen sind in Unwissenheit geboren. Sie sind von Begierde und Hass überwältigt.“ (7.24 – 7.27) Vaishnavas, die Krishnabewusstsein anstreben, sind davon überzeugt, dass Krishna Arjuna in einer menschlichen Gestalt begegnete, dass Krishna also auch über eine menschliche Gestalt verfügt. Die Anhänger des Philosophen Shankara hingegen, die nicht an eine persönliche Gestalt Krishnas glauben, werden als Unpersönlichkeitsphilosophen bezeichnet. Adi Shankara, genannt Shankaracharya, ist der große Erneuerer der vedischen Traditon. Er lebte in der Zeit von 788 bis 820 n. Chr.. Es wird behauptet, er wurde nur 32 Jahre alt. Es gibt allerdings widersprüchliche Berichte über sein Alter und über die Zeit, in der er gelebt haben soll. Shankara systematisierte die Philosophie des Advaita Vedante. Er durchwanderte ganz Indien, führte viele Streitgespräche mit Buddhisten und verfasste schliesslich einen Kommentar zu den Brahmasutren. Die äußere Welt der Erscheinungen bewertete Shankara als Illusion. Shankara vertrat eine monistische Philosophie, wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip (Gott) zurückführen lassen. Nur wer Unterscheidungsvermögen besitzt, ist fähig, Erlösung zu erlangen. Die 299

erste Voraussetzung, Erlösung zu erlangen, ist nach Shankara, die Unterscheidung zwischen dem Ewigen und dem Nicht-Ewigen. Brahman ist wirklich, das Weltall ist unwirklich. Ein Weg, Erkenntnis zu erlangen, besteht darin, das Bewusstsein von allen Gegenständen abzuziehen, d.h. die Sinnesorgane der Wahrnehmung wie der Tätigkeit von den Gegenständen abzulösen und in ihr Zentrum zurückzuziehen (Meditation). Auf dem Weg zur Erlösung räumt Shankara der spirituellen Erkenntnis den höchsten Stellenwert ein: „Man mag die heiligen Schriften hersagen und den heiligen Geistern Opfer bringen, man mag die Riten ausführen und Gottheiten verehren, doch solange der Mensch nicht zur Erkenntnis seiner Identität mit dem Atman erwacht (der Atman ist das individuelle Selbst, die unzerstörbare, ewige Essenz des Geistes, die auch als Seele betrachtet wird), kann er niemals Befreiung finden.“ Shankara sieht Brahman als die Überseele und geht davon aus, dass jedes Wesen eine Seele besitzt. Seiner Vorstellung nach kann Erlösung nur erlangt werden, wenn die individuelle menschliche Seele sich mit der Überseele Brahmans vereint. Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: „Die Ketten, die uns durch unsere Unwissenheit binden, durch lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas, kann niemand lösen außer wir selbst.“ Er weist auch darauf hin, dass intellektuelles Streben ohne spirituelle Dimension nicht ausreicht: „Das Studium der Schriften ist fruchtlos, solange Brahman nicht erfahren wird.“ Shankara glaubte selbstverständlich an die Reinkarnation. Immer wieder weist Shankara auf die Wichtigkeit der Überwindung der Sinne hin: „Wer mit dem Schwert der wahren Begierdelosigkeit den Haifisch der Sinneslust getötet hat, überquert das Meer dieser Welt ohne Hindernis.“ Die Bindung an Körper, Gegenstände oder Menschen bewertet er als verhängnisvoll für den, der nach Befreiung strebt. Der feinstoffliche Körper wird als Sitz der menschlichen Begierden betrachtet. Die menschliche Unwissenheit deckt diesen feinstofflichen Körper über den Atman. Unter den fünf Hüllen, die seine eigene Maya (Illusion) webt, bleibt der Atman verborgen, „wie das Wasser in einem Teich, der dicht mit Algen bewachsen ist.“ Wenn alle fünf Hüllen entfernt sind, offenbart sich nach Shankara der „reine Atman, der im Inneren wohnt, als nicht endende, unvermischte Glückseligkeit (ananda), als höchstes, sich selbst 300

erleuchtendes Sein (sat).“ [112] 7.6 Shankara und die Unpersönlichkeitsphilosophen
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Es wurde gesagt, Shankara sei ein Anhänger der UnpersönlichkeitsPhilosophie. Was hat man sich darunter vorzustellen? Als Shankara in achten Jahrhundert nach Christus in Indien erschien, war die Autorität der Veden, durch den Einfluss buddhistischen Gedankenguts stark minimiert. In dieser Zeit hatten sich die meisten Philosophen Indiens der Anatta-Lehre Buddhas angeschlossen. Anatta bedeutet Nicht-Selbst, Nicht-Ich oder Unpersönlichkeit. Die buddhistische Anatta-Lehre bezeichnet das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbsts, eines göttlichen Wesenskerns im Menschen, einer Seele. Was von den Hinduisten als Seele betrachtet wird, wird im Buddhismus als eine Ansammlung von sich konstant verändernden, physischen und psychischen Bestandteilen, den fünf Skandhas (Skandhas = Daseinsfaktoren: 1. Körper, 2. Gefühl, 3. Wahrnehmung, 4. Wille, 5. Bewusstsein) angesehen. Im Hinduismus gibt es ein Selbst, eine Seele. Für dieses Selbst ist sowohl eine Wiedergeburt, als auch ein Karma denkbar. Im Buddhismus hingegen existiert kein Selbst, keine Seele. Stattdessen existiert ein zeitweiliges Körper-Geist-System, das aber keine Seele besitzt. Nach der buddhistischen Philosophie führt die Befreiung von der Illusion eines unveränderlichen Wesenskerns (Seele = das Atman der hinduistischen Philosophie) auch zur Befreiung von dessen transzendenter, kosmischer Widerspiegelung, dem Brahman (Gott). Die Lehre von Anatta, der Leere, ist somit die konsequente Weiterführung des Advaita-Vedānta, indem sie von der Nicht-Dualität (Brahman/Atman) zur Leerheit (Sunyata) führt. Während Buddha die Existenz eines Gottes (Brahman) und die Existenz einer Seele bestritt, entwickelte Shankara die Advaita-Vedanta-Lehre, die die Nicht-Dualität (Monismus) zwischen Brahman und Atman lehrte. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo Unwissenheit herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Befreiung. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung eines BrahmanBegriffs ohne Namen, Formen und Eigenschaften, also eines Gottes, der keine (menschliche) Persönlichkeit und Eigenschaften besitzt. Shankara 301

bezeichnete das Wesen des Brahman als das, was jenseits der Sinne liegt, als unpersönlich, formlos, ewig und unveränderlich. Nach Shankara ist das, was als Atman oder Seele bekannt ist, nichts weiter als ein bedeckter oder illusionierter Teil des Höchsten Brahman. Diese Illusion, so sagt Shankara, ist auf den Schleier, der aus Unwissenheit und Vergesslichkeit besteht, zurückzuführen. Diejenigen, die den Lehren Shankaras folgten, wurden später als Mayavadis oder Unpersönlichkeits-Philosophen bezeichnet. Shankaras Philosophie war ein Kompromiss zwischen dem theistischen Vedante und dem rationalistisch-atheistischen Buddhismus. Es heisst, dass Shankara gemäss Zeit, Ort und Umstand die Position zwischen Theismus und Atheismus einnahm, weil eine gross angelegte Bekehrung der Buddhisten zum Pfad des ausgereiften Theismus des Vedanta nicht möglich gewesen wäre. Shankara war der Meinung, dass die Fragen vom Ursprung des Universums und dem Wesen Brahmans unbeantwortbar und unerklärbar seien. Er war überzeugt, dass die spirituelle Substanz, Brahman, überweltlich ist, verschieden von den grob- und feinstofflichen Körpern des Geistes und der Intelligenz dieser Welt. Shankara betonte weiterhin, dass Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod, nur möglich ist, wenn das Lebewesen der materiellen Welt entsagt. Er sagt, das Verständnis von ich und mein: „Ich bin ein Individuum, und dies sind meine Besitztümer: Frau, Kinder, Eigentum usw.“, ist die Ursache der Bindung an die materielle Existenz und muss aufgegeben werden. Deshalb leben die meisten seiner Anhänger zölibatär. Shankara betont die Eigenverantwortung und die Erlösungsfähigkeit des Menschen: „Die Ketten, die uns durch unsere Unwissenheit binden, durch lustvolle Begierden und die Früchte unseres Karmas, kann niemand lösen außer wir selbst“. Immer wieder weist Shankara auf die Wichtigkeit der Überwindung der Sinne hin: „Wer mit dem Schwert der wahren Begierdelosigkeit den Haifisch der Sinneslust getötet hat, überquert das Meer dieser Welt ohne Hindernis“. Die Bindung an Körper, Gegenstände oder Menschen bewertet er als verhängnisvoll für den, der nach Befreiung strebt. Shankara nahm diese Position ein, um den Grundstein für eine zukünftige theistische (religiöse) Entwicklung zu setzen. Der Beitrag Shankaras zur Entwicklung theistischen Denkens von der atheistischen Konzeption der Buddhisten, hin zu der des erhabenen transzendentalen 302

realen Brahman, hat Indien und Generationen zukünftiger Theisten stark geprägt. [113] 7.7 Streben nach Erkenntnis
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Krishna sprach zu Arjuna: „Menschen, die tugendhafte Taten vollbringen, die ihre Sünden vollständig getilgt haben, die von Gier und Hass befreit sind, verehren mich festen Sinns. Menschen, die nach Befreiung von Alter und Tod streben, suchen im hingebungsvollem Dienst Zuflucht bei mir. Sie kennen den Brahman, das höchste Selbst und die Wege zur Erkenntnis. Diejenigen, die mich als den höchsten Herrn erkennen, der alle materiellen und göttlichen Geschicke lenkt, dem alle Opfer dargebracht werden, erkennen mich auch in der Stunde ihres Todes.“ (7.28 – 7.30) Einige religiöse Menschen meinen, nur krishnabewussten Menschen sei die Befreiung von Hass und Begierden möglich. Sie sind davon überzeugt, dass nur Menschen, die sich in religiöser Hingabe Krishna ergeben, spirituelle Fortschritte erzielen können. Sie halten Atheisten schlichtweg für so etwas wie Dämonen. Weiter sind sie davon überzeugt, dass der Aufstieg zum Krishnabewusstsein nur in der Gemeinschaft mit reinen Gottgeweihten möglich ist. Letzteres betonen vermutlich besonders die, die sich selber für reine Gottgeweihte halten. Diejenigen, die so etwas behaupten, haben die spirituellen Gesetztmäßigkeiten offenbar nicht richtig durchschaut. Grundsätzlich sei gesagt, dass der Atheist genauso Erlösung erreichen kann wie der krishnabewusste Mensch. Erlösung hängt nicht davon ab, ob jemand religiös ist oder nicht. Der Atheist kann sich ebenso einer kontemplativen Praxis zuwenden, Brahmacharya praktizieren oder versuchen, sein Leben nach ethischen Gesichtspunkten zu gestalten, wie der krishnabewusste Mensch. Der Weg, den der krishnabewusste Mensch beschreitet, ist nur einer unter vielen möglichen Wegen. Um spirituellen Fortschritt zu erlangen, ist auch die Anwesenheit eines „reinen Gottgeweihten“ nicht unbedingt erforderlich. Viele Yogis zogen sich in die Berge, in die Wüsten und in die Wälder zurück und haben auf diesem Weg Erlösung gefunden. Ein verwirklichter Yogi kann zwar auf dem spirituellen Weg sehr hilfreich sein. Es dürfte allerdings sehr schwer sein, einen verwirklichten Yogi zu finden. Eine dieser üblichen Übertreibungen, die immer wieder im spirituellen 303

Umfeld erwähnt wird, ist die Behauptung, dass Yogis übermenschliche Fähigkeiten erlangen oder gar den Tod besiegen könnten. Das ist natürlich Unsinn. Niemand kann übermenschliche Fähigkeiten erlangen oder gar den Tod besiegen. Auch Jesus war nicht in der Lage, Wunder zu vollbringen. Und bestimmt ist auch noch niemand vom Tode auferstanden. Auch Jesus nicht. Aber die Menschen wollen so etwas hören, sie wollen an diese Fähigkeiten glauben. Dies wird dehalb auch gerne von manchem Yogi ausgenutzt, der seine Anhänger mit faulen Zaubertricks beeindruckt. Aber selbst, wenn man nachweist, dass derjenige Guru nur Taschenspielertricks zur Schau stellt, finden seine Anhänger immer wieder Ausreden, um sich das Ideal, welches sie sich von ihrem Guru zurechtgelegt haben, nicht zerstören zu lassen. Sie sind ihm hörig und folgem ihm blind. Eines Tages aber erfolgt das Erwachen und sie müssen erkennen, dass sie Jahre ihres Lebens und meist auch noch eine Menge Geld für eine Illusion verschwendet haben. Die Sektenbeauftragten könnten da sicher so manche Anekdote erzählen. Aber selbst Menschen, die mit dem Yoga vertraut sind, lassen sich allzu leicht in die Irre führen. Liest man sich die Yogasutras Patanjalis durch, so erzählt auch er gerne von übermenschlichen Kräften (Rishis), die der Yogi erlangen könne. Diese Aussagen Patanjalis werden ohne zu hinterfragen von den meisten Yogainteressierten akzeptiert. Solche Behauptungen tauchen seit Jahrhunderten immer wieder in der Yogaliteratur auf. Die Autobiographie Yoganandas ist dafür das beste Beispiel. Wenn jemand von übermenschlichen Fähigkeiten berichtet, und sie meist noch entsprechend ausschmückt, dann ist das die eine Seite. Wenn aber viele andere solche Behauptungen schlicht und einfach glauben, dann finde ich das sehr bedenkenswert. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Ein weiteres gutes Beispiel für die Selbsttäuschung, ist der Glaube an die Reinkarnation. Anstatt sich zu bemühen, in diesem Leben glücklich zu werden, erhoffen sich die Menschen, im nächsten Leben das zu finden, was ihnen in diesem Leben versagt blieb. Dabei vergessen sie allerdings, dass jedes neue Leben neues Leiden bedeutet. Aber anstatt der Realität ins Auge zu blicken, machen sie sich lieber selber etwas vor. Der Zeitpunkt, in dem der Tod eintritt, spielt im Hinduismus eine besondere Rolle. Es wird allgemein behauptet, dass derjeinige, der im 304

Er beginnt mit der Frage: Was ist das Brahman? Krishna geht auch auf die Frage ein. 8. Aber der Glaube an die Reinkarnation bedeutet noch lange nicht. nach dem Tode ein angenehmes und gottgefälliges Leben führen wird. Ob es einen Himmel nach dem Tod gibt. Für jemand. ihn. im Moment das Todes zu erkennen.02) Im achten Kapitel beantwortet Krishna verschiedene Fragen Arjunas. dass die Reinkarnation wirklich stattfindet. der an die Reinkarnation glaubt. wie Handlungen. mag so etwas von Bedeutung sein. Es ist nichts anderes. in den Himmel einzugehen. der höchste Herr. der Empfänger der Opfer.01 – 8. hingebungsvoller Dienst und wie die Yogapraxis aussehen sollten. im Körper des Menschen? In welchem Teil hält er sich auf und wie ist er beschaffen? Wie kannst du von den Selbstbezähmten in der Stunde des Todes erkannt werden?“ (8. dann kann man dem. nach dem Tode in irgendwelche himmlische Planeten (Himmel) einzugehen. Auch der Glaube daran. wenn man sich zu Lebzeiten darum bemüht. wie man es sich vorstellen kann. Erlösung zu erlangen. Die einzige Möglichkeit. im Körper eines jeden Menschen wohnt. wenn überhaupt etwas kommt.Zeitpunkt seines Todes an Gott denkt. was möglicherweise nach dem Tode kommen mag. weiß niemand zu sagen. Hat man das erreicht. 8. Darum sollte man sich vielleicht etwas mehr Gedanken über die Zeit vor dem Tode machen. Krishna. Der Himmel findet also vor dem Tode statt. dass dieses wirklich geschieht. ruhig ins Auge schauen. wie es möglich ist. was ist das höchste Selbst? Was ist selbstloses Handeln? Was ist die materielle Welt und was sind die Götter? Wie lebt der Herr.1 Arjunas Fragen an Krishna Inhaltsverzeichnis Arjuna sprach zu Krishna: „Was ist das Brahman. Zuletzt geht Krishna auf die Frage Arjunas ein. Weiter beantwortet es Arjunas Frage. als ein frommer Wunsch. besteht meiner Meinung darin. dass Krishna.2 Krishnas Antwort Inhaltsverzeichnis 305 . Kapitel 8: Wie man Befreiung erreicht 8. ist keine Gewähr dafür.

hat der Mensch die Möglichkeit. Karma nennt man die Auswirkungen guter und schlechter Taten. Ist die Seele dagegen rein. Erlösung zu erlangen. Ursache des Karmas sind Unwissenheit und Begierde. wohltätig zu handeln und auf manche Annehmlichkeit zu verzichten. Sein Wesen ist das höchste Selbst. dann wendet er sich vom spirituellen Bewusstsein ab. Darum verkörpert der Mensch nur einen Teilaspekt der höchsten Persönlichkeit Gottes. Seine ewige Natur wird als das Selbst bezeichnet. Einfluss auf seine Seele zu nehmen. Aber über dem Brahman steht Parabrahman.04) Das Brahman wird im Hinduismus als transzendentales Lebewesen verstanden. Das Brahman ist gewissermaßen als die reine Seele oder Atman in jedem Menschen vorhanden. dass die Tätigkeit der Sinnesorgane Unruhe und Trübung der Erkenntnis verursachen. Er wendet sich seinen sinnlichen Begierden und den Erscheinungen der materiellen Welt zu. Die Grundlage der materiellen Dinge ist die wandelbare Natur. so ist er doch nicht mit der höchsten Persönlichkeit Gottes identisch. Opfer zu bringen. sich sinnlichen-materiellen Begierden hinzugeben. höchstes Sein. sondern er hat die Möglichkeit. Aber der Mensch ist nicht das Opfer seine Seele. seine göttlichen Fähigkeiten zu entwickeln.“ (8. Befindet der Mensch sich im materiellen Bewusstsein. die 306 .Krishna sprach zu Arjuna: „Brahman ist ewiges. Negatives Karma befleckt die einst reine Seele. Die Grundlage der göttlichen Dinge ist der kosmische Geist. das ewig existiert und dessen Beschaffenheit sich niemals ändert. Sie bewirken. Hat sich in der Seele ein sinnlich-materielles Bewusstsein ausgebreitet. Aber ich bin es. der die Menschen inspiriert. Die beste Methode. Wenn der Mensch auch göttliche Fähigkeiten in sich trägt. Mir werden alle Opfer dargebracht. Brahman bezieht sich auf das Lebewesen. so wird der Mensch mit göttlicher Seligkeit belohnt.03 – 8. Ebenso erweise ich ihnen meinen Dank für diese Opfer. Aufgrund ihres Karmas erhalten die Menschen verschiedene Körper und Fähigkeiten. Er kann negatives Karma abbauen und positives Karma erzeugen. Parabrahman dagegen wird als die höchste Persönlichkeit Gottes betrachtet. so strebt das Handeln des Menschen danach. Dies hindert den Menschen daran. sich seiner spirituellen Erlösung zuzuwenden. Die daraus folgenden Gedanken und Taten bewirken Karma. Da der göttliche Funke als Brahman also in jedem Menschen vorhanden ist.

können religiöse Verdienste schaffen und negatives Karma abbauen. So 307 . Gebete. dann wird er mit großer Wahrscheinlichkeit.. schließlich bekommt er als Mensch erneut die Chanche. die dem Göttlichen entspringt? Und dann. Dadurch aber wird er gewissermaßen doppelt bestraft. besteht darin.“ Hat das Denken in Bestrafungskategorien nicht eher menschlichem als göttlichem Ursprung? Reden nicht alle Religionen immer wieder von der unendlichen Liebe. in der Hoffnung. beim „jüngsten Gericht“ herrscht auf einmal nichts als bittere Rache? Kommen hier nicht wieder Unterdrückungsmechanismen zum Vorschein (Zuckerbrot und Peitsche). der hungrigen Geister oder im Tierreich wiedergeboren zu werden. Aber egal. dann ist er dazu verdammt.. im Bereich der Hölle. ein Leben im Bereich der Götter zu leben. dass du mehr daraus machst. Wallfahrten.. gute Taten. als sein letztes Leben. Mildtätigkeiten. gewissermaßen zur Strafe für sein sündiges Leben. ob er vorübergehend im Bereich der Götter.Seele zu reinigen. Krishna. Selbst die Götter sind dazu verurteilt. mit dem man das Volk disziplinieren möchte? Hat der Mensch im Laufe seines Lebens positives Karma angesammelt. im Bereich der hungrigen Geister oder im Tierreich gelebt hat. Aber auch die Ausübung religiöser Riten. ein möglichst vorbildliches Leben zu führen. warst Du in deinem letzten Leben überfordert. Opferhandlungen. in dem er bereits so viele Schwierigkeiten hatte. Yoga zu praktizieren. und muss unter diesen Umständen auch noch versuchen. Erlösung zu erlangen. dann wird er damit belohnt. Hat der Mensch im Laufe seines Lebens viel negatives Karma angesammelt. sein Karma zu läutern und Erlösung zu erlangen. Ist Gott (Brahman. als Mensch wiedergeboren zu werden.) wirklich so unbarmherzig? Wäre es nicht ebenso denkbar. Nach Ansicht des Hinduismus verlässt die Seele nach dem Tod den Körper. Er wird in eine Existenz hineingeboren. Spenden und Geschenke an Brahman (Krishna). Erlösung zu erlangen. in dem sich alle seine Träume erfüllen. Nur der Mensch ist in der Lage. hängt von der Beschaffenheit des Karmas ab. Darum gebe ich dir nun ein angenehmeres Leben. um ihm erneut die Möglichkeit zu geben. dass Gott diesem Menschen sagt: „Wie ich sehe. die noch schwieriger ist. Wie die neue Existenz aussieht. Hat er dagegen negatives Karma angesammelt. um Erlösung zu verwirklichen. um in eine neue Existenz einzugehen. in der Hölle. in eine negative Existenz hineingeboren.

man braucht gar nicht so weit in die 308 .119 Arten. dass nur der Mensch in der Lage ist. ob der Mensch wirklich wiedergeboren wird. Steht hinter dem Gedanken. einst wie alle anderen menschlichen Rassen vor uns. etwas mehr Achtung und Respekt vor der Natur zeigen und uns wie alle anderen Lebewesen. Aber auch die Intelligenz wird den Homo sapiens. Entscheidend für den Fortbestand einer Rasse ist also nicht die Intelligenz. Erlösung zu erlangen. Ich glaube.und Pflanzenarten der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) umfasst 16. 530 Arten mehr als zwei Jahre zuvor. eines Tages auszusterben. Man denke nur an den Teufel. dass sie dem Menschen eine gottgleiche Stellung auf Erden zugestanden und alle anderen Lebewesen als niedere Lebensformen betrachteten. unseren eigenen Ast abzusägen? Viele andere Lebewesen würden gravierende Folgen einer Klimakatastrophe.manch einer der Götter landete dagegen im Bereich der Hölle. wirklich als die Krone der Schöpfung betrachten? Sind nicht besonders die Religionen schuld daran. Sind wir nicht gerade dabei. den Gesetzen der Natur unterordnen. eventuell nicht davor schützen. auf Grund unserer Intelligenz. anstatt zu glauben. über die der Mensch nach Belieben bestimmen könne? Angesichts der Tatsache. dass natürlich niemand weiß. einer weltweiten Hungersnot oder andere Schreckens-Szenarien überleben. seien wir allen anderen Lebewesen überlegen. wir könnten nach Belieben über die Natur verfügen? Wir glauben. Die im Jahre 2006 veröffentlichte Ausgabe der Roten Liste der weltweit bedrohten Tier. der sich für die Krönung der Schöpfung hält? Sollten wir nicht etwas mehr Bescheidenheit. sondern die Überlebensfähigkeit. einer nuklearen Katastrophe. Und in dieser Fähigkeit sind viele Lebewesen dem Menschen weit überlegen. das solch eine Gleichgültigkeit gegenüber anderen Lebensformen zeigt. die durch das verantwortungslose Handeln des Menschen in ihrer Existenz bedroht sind. sollte man die religiösen Auslegungen als Gleichnisse betrachten. Sollte sich ein Lebewesen wie der Mensch. die einzige noch lebende Menschenrasse. nicht die Selbstüberschätzung des Menschen. so würde dieses vermutlich ein Segen für viele Lebensformen bedeuten. Sollte die menschliche Rasse wirklich eines Tages aussterben. einer weltweiten Virusepedemie.

Sie nimmt Einfluss auf den Körper. sondern sie äußert sich in einem kontinuierlichen Prozess. die ich für nicht zulässig halte. in dem Moment. Darum. trägt jeder Mensch die Fähigkeit der Wiedergeburt. 8. auf die Gefühle.05 – 8. Er geht unmittelbar in das Wesen ein und wird eins mit demm. die unsere Lebensqualität ausmachen. zu schauen.3 Wohin geht die Seele nach dem Tod? Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Wer immer im Augenblick seines Todes. dann begibt man sich in Spekulationen. Aber das geschieht nicht in ferner Zukunft (nach dem Ableben). der die Physiologie und dadurch natürlich auch die Psychologie. an mich denkt. Wenn dein Denken stets auf mich gerichtet ist. in sich. Wollen wir unsere Lebensqualität verbessern.07) 309 . Sollten wir uns also nicht lieber mit dem Leben und der Lebensqualität vor dem Tode auseinander setzen? Unter Wiedergeburt verstehe ich die individuelle Neugeburt. um zu erkennen. Redet man über ein Leben nach dem Tode. Erlösung zu erfahren. Arjuna.“ (8. wenn uns dieses wirklich beschieden sein sollte (Gott bewahre uns davor). Darüber besteht kein Zweifel. Genauso wie Buddha. Die Folgen unseres Denken und Handelns schlägt sich auch nicht als negatives oder positives Karma nieder. auf die Wahrnehmung. jede Tat. des Menschen beeinflusst. Mehr können und sollten wir nicht sagen. auf den Willen (Meinungsbildungsprozess) und auf das Bewusstsein. dann wirst du mich ohne Zweifel erreichen. wo die Seele den Körper verlässt.Ferne. im jetzigen Leben. in fernere Leben. sondern wir haben hier und heute die Möglichkeit. Erlösung im jetzigen Leben zu verwirklichen. der geht sofort in mein Reich ein. sondern es hat direkt und unmittelbar Auswirkungen auf unser Leben. dann brauchen wir also nicht auf das nächste Leben zu warten. die Erlösung. die Fähigkeit. an das er im Moment des Todes denkt. das jeder Gedanke. Einfluss auf das menschliche Leben hat. In diesem Sinne zähle ich Buddha zu den Wiedergeborenen. denke zu allen Zeiten an mich und erfülle deine Pflicht als Ksatriya (Krieger). Warum sollten wir damit also bis zum „nächsten“ Leben warten? Damit verschwenden wir nur unsere Zeit und leiden weiter. Somit bestimmen Geist und Körper über alle lebensnotwendigen Funktionen.

um genesen zu können. Arjuna solle seine Pflicht als Krieger erfüllen. die sie brauchen. dass wir unendlich viel Zeit und Leben haben. dieser Tatsache müssen wir ins Auge schauen. sollten wir keinen weiteren Gedanken an die Reinkarnation verschwenden. sondern uns darauf konzentrieren. Aber offensichtlich hat die Natur nicht allen Menschen Gesundheit verliehen. wie die Zähne nur die Chanche haben. bzw. wenn man über viele Jahre Zucker konsumiert hat. so belügt er sich selber. sollte als Gleichnis verstanden werden. Auch Zähne werden nicht mehr gesund. Könnte es etwas mit der allgemein verbreiteten Oberflächlichkeit zu tun haben? Auch der Rat Krishnas. Erlösung (Seligkeit) zu erlangen. so ist es für mich mit der Erlösung des Menschen identisch.Ich denke. Wenn vom Reich Gottes die Rede ist. die Erlösung bereits im jetzigen Leben zu erlangen. diese Verse sollte man als Gleichnis verstehen. Wird dieser Umstand aber in der Bhagavad Gita als ein Feldzug gegen eine verfeindete Macht 310 . Dadurch ist es nicht allen Menschen möglich. Vielleicht sollte er sich einmal die Frage stellen. Genau so. die nicht gesund sind. dass jeder gesunde Mensch durchaus in der Lage ist. Selbstverständlich sollten wir den Menschen. oder wenigstens ein menschenwürdiges Leben führen können. Setzt sich der Mensch nämlich ernsthaft mit seinen Ängsten. Und hat er tatsächlich nur dieses eine Leben zur Verfügung. auch wenn sie uns nicht gefällt. um diese Aufgabe zu erfüllen. Andererseits hat der Mensch oftmals selber zu seiner eigenen Erkrankung beigetragen. Er geht davon aus. Warum sollte man mit der Erlösung bis zu seinem Tod. wenn der Mensch sich um eine gesunde Ernährung bemüht. wenn der Mensch sich ernsthaft darum bemüht. Ich glaube. warum er so sehr vor der inneren Auseinandersetzung zurückschreckt. dann steht ihm eine schwere innere Auseinandersetzung bevor. gesund zu bleiben. die Hilfe anbieten. bis zur Wiedergeburt. sich um seine Erlösung zu bemühen. so kann auch die menschliche Psyche (Seele) nur gesund bleiben oder genesen. wenn er glaubt. mit seinen psychosomatischen Erkrankungen auseinander. Sollten wir uns nicht allmählich von dieser Vorstellung lösen? Angesichts der Überzeugung. unsere Erlösung im jetzigen Leben zu verwirklichen. die den Mut eines Kriegers erfordert und vor der man nicht davon laufen sollte. er hätte ewig Zeit. mit seinen Depressionen. warten? Ist es dann nicht eigentlich zu spät? Der Hinduismus betrachtet die Erlösung natürlich aus der Sicht der Wiedergeburt. Erlösung zu erlangen.

warum ich diese Auffassung vertrete. genau so auffassen. dann besteht die große Gefahr. Oder wir lesen fast täglich von irgendwelchen Grausamkeiten in den Zeitungen. die die heiligen Schriften verfassten. wird er selbstverständlich dieser Aufforderung gehorsam folgen. Wir bekommen mit. die sie unter normalen Umständen nicht getan hätten. Wie eigentlich die Veden entstanden sind?. um Kriege zu rechtfertigen. Sobald er von der Obrigkeit aufgefordert wird. die Bhagavad Gita hätte auch einmal mit aller Deutlichkeit den Krieg 311 .4 auf die Frage zu sprechen kommen. dass irgendetwas in ihm. Kann man unter diesen Umständen wirklich irgendjemandem empfehlen. Bilder aus irgendwelchen Kriegen über den Fernseher. Man sollte erkennen. Der einfache Gläubige wird die Aufforderung. um behandelt zu werden. Aber in der überwiegenden Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen stehen wahrscheinlich egoistische Interessen irgendwelcher Herrscher oder Interessensgruppen im Vordergrund. den unwissenden (kleinen) Mann im Sinne der jeweiligen Herrscher untertänig zu machen. an den Grausamkeiten des Krieges zerbricht. Wir erfahren. die eigentlich ihr Leben noch vor sich hatten. dass der einfache Gläubige. wird es etwas deutlicher. Wenn wir unter Punkt 9. Schließlich flimmern fast täglich. der nicht über die Intelligenz der Philosophen verfügt. Dinge zu begehen. sondern dass sie zugleich hochpolitisch ist und immer auch dazu diente. in den Krieg zu ziehen? Es mag Situationen geben. welche Lügen uns aufgetischt werden. Heute sind wir alle mit den grausamen Folgen von Kriegen vertraut. in denen man keine andere Wahl hat.dargestellt. als von der Waffe Gebrauch zu machen. Oder sollten sie etwa auch in diesem Sinne gemeint sein? Ich glaube. wie junge Soldaten getötet werden. seine Pflichten als Krieger zu erfüllen. Wir erleben mit. Es bleibt keinem Soldat erspart. dass die Bhagavad Gita nicht nur eine religiöse Schrift. wie die Soldaten verrohen. Ich hätte mir gewünscht. oder wie sie schwer verletzt. die Worte der Bhagavad Gita sind teilweise (absichtlich) zweideutig ausgelegt. dieses wortwörtlich versteht. obwohl die Worte der Gita eigentlich nicht in diesem Sinne gemeint sind. wie sie in der Bhagavad Gita steht. so dass sie dazu in der Lage sind. die über irgendwelche Kriege berichten. in den Krieg zu ziehen. verstümmelt und schwer traumatisiert in die Heimat zurück geflogen werden.

praktizierte. sich allmählich eine innere Sille einstellt und der Meditierende in einen tranceähnlichen Zustand fällt. dann erkennt man. Es ist daher im Prinzip egal. oder ein Gebet. mit welcher Hingabe man sich konzentriert. welches kürzer oder länger sein kann. der als der Lenker und Erhalter allen Seins. der Geist zur Ruhe kommt. Meditiert man über Gott. Dabei ist es vollkommen egal.8. ob man als Gebet ein Mantra wählt. gerichtet ist. Sagt der Yogi sein Mantra auf und konzentriert er sich dabei auf Krishna und seine Mala (Gebetskette). als der Schöpfer dieses Alls. Jesus selbst. der feiner ist als fein. während sich im Verlauf der Meditation langsam die Gedanken vom Konzentrationspunkt lösen. mit welcher Hingabe man sich in dieses Gebet/Mantra vertieft. worauf man sich konzentriert. bzw. der zur Erlösung führt. dass man sich von 312 . der betet und sich dabei auf Gott und seinen Rosenkranz (Gebetskette) konzentriert. Einfluss auf seine Physiologie nimmt.thematisiert und nicht so leichtfertig die Aufforderung ausgesprochen. sondern weil er durch die Meditation bzw. so macht er im Prinzip dasselbe wie der christliche Mönche.08 . Entscheidend ist allein. Er fällt aber nicht in den Trancezustand. auf den Punkt zwischen den Augenbrauen konzentriert. in den Krieg zu ziehen. ist. wie es die Yogis getan haben. dass zu Beginn der Meditation die Konzentration vollkommen auf Gott/Krishna/Jesus usw. durch das intensive Gebet. Allein dadurch.“ (8. Wenn man sich diese Meditation allerdings einmal etwas genauer betrachtet. jenseits der Finsternis. Sie haben einerseits enthaltsam gelebt und als kontemplative Methode das Gebet gewählt. dann sollte man sich Gott als einen Weisen vorstellen. Entscheidend ist allein. weil er sich auf Gott konzentriert hat. der alles weiß. der wird eins mit Gott. wie es die christlichen Mönche. Wer sich im Zeitpunkt seines Todes. dann ist dies natürlich auch ein Weg. mit Hingabe an Gott. Die christlichen Mönche und selbst Jesus haben im Prinzip dasselbe getan. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer stets über die höchste Persönlichkeit Gottes meditiert. dessen Gestalt transzendental und dessen Glanz gleich den Sonnenfarben. der unbegreiflich. und sich durch nichts davon abbringen lässt. wird schließlich eins mit Gott. es als seine Pflicht zu betrachten.10) Meditiert der Bhakti-Yogi in voller Konzentration über Gott und lässt sich nicht in seiner Meditation beirren.

Eines Tages wird man dann bemerken. Manch einer aber konzentriert sich lieber auf die Atmung. der die Phantasie. das Dritte Auge ist gewissermaßen zur zweiten Heimat geworden. Lebergeflecht und 313 . wenn die Bhagavad Gita schreibt. seine Erlösung bereits im jetzigen Leben zu verwirklichen. die um die einzelnen inneren Organe liegen. so sollte man sich vollkommen auf diesen Punkt konzentrieren. dass es natürlich vollkommen überflüssig ist. Dazu ist es allerdings unbedingt erforderlich. auf Gott. auf Jesus oder einen anderen Heiligen. Dieser feine Energiestrom ist stets zu spüren und permanent vorhanden. auf ein Mantra/Gebet. Näheres entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Die Konzentration auf den Punkt zwischen den Augenbrauen ist nur eine Meditationsmethode unter vielen. Energiezentren. dann braucht man sich im Prinzip nicht mehr auf das Dritte Auge zu konzentrieren. einem vegetativen Nervenzentrum in der Nähe des Bauchnabels. dass sogenannte „Dritte Auge“ als Meditationsobjekt gewählt. der Meditierende müsste sich stets auf den Punkt zwischen den Augenbrauen konzentrieren.* Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im Nabelzentrum (Sonnengeflecht). dass er enthaltsam lebt. Es ist auch nicht ganz richtig. Wenn dies Eintritt.seinen Gedanken löst und dadurch langsamer und tiefer atmet. die Kreativität und die intellektuelle Leistungsfähigkeit zu beflügeln scheint. Jeder (gesunde) Mensch ist in der Lage. sehr lieblicher und angenehmer Energiestrom ausgeht.. auf ein Heiligenbild usw. nimmt man Einfluss auf die Physiologie. auf die Gebetskette. Es sei noch einmal betont. die Intuition. die verstärkt die Hormone Serotonin und Melatonin ausschüttet. unter anderem das Magengeflecht. die mir allerdings besonders geeignet erscheint. Es gibt also die verschiedensten Methoden der Meditation. Diese Empfindung könnte eine Auswirkung der Zirbeldrüse (Epiphyse) sein. auf das Herz. denn die spirituelle Energie ist dann stets im Dritten Auge aktiv. dass vom Dritten Auge ein feiner. die verstärkt körpereigene Drogen produziert und dadurch diesen tranveähnlichen zustand hervorruft. auf eine Kerze. Hat man aber den Punkt zwischen den Augenbrauen. Dieses versorgt weitere kleine Plexi. mit der Erlösung bis zum Ende des Lebens zu warten oder sie gar erst im nächsten Leben anzustreben. auf das Nabelzentrum (weil viele Menschen dort Schmerzen empfinden).

Wer in dieser Yogapraxis gefestigt ist. Es fördert den Schlaf und ist zu großen Teilen für die Schlafqualität mitverantwortlich. der einem eine enorme Kraft und Energie zur Verfügung zu stellen scheint. wie der Melatoninspiegel absinkt.Beckengeflecht. Mit 60 Jahren produziert unsere Zirbeldrüse nur noch halb so viel Melatonin wie mit 20. beginnen sich teilweise ernstzunehmende Zeichen des Alterns zu zeigen. sammelt. den die Vedenkenner den unvergänglichen nennen. In dem Maß. *Zur Zirbeldrüse: Aus Tryptophan wird über einige Zwischenstufen Serotonin. um sich von ihren Leidenschaften zu befreien. den Geist im Herzen (in der die Seele wohnt) und seine Lebensenergie (Kundalini) im höchsten Punkt des Kopfes. ein sanfter Energiestrom. Melatonin reguliert die Ausschüttung aller wichtigen Hormone und steuert den Alterungsprozess. Die Produktion von Melatonin nimmt mit zunehmenden Alter allerdings drastisch ab. Es wirkt gegen Schlaflosigkeit und kurbelt das Immunsystem an. Nur wer alle sinnlichen Tore des Körpers geschlossen hält. durch den man Erlösung erlangt. einstellen. wobei der steilste Abfall ungefähr vom 50sten Lebensjahr an eintritt. das Rectum (Enddarm) und den Genitalapparat versorgen. beim Verlassen des Körpers die Silbe OM ausspricht und dabei meiner gedenkt. Eine Stimulation der Zirbeldrüse kann durch das PC-Training (PC = Pubococcygeus = Beckenboden-Muskulatur) und durch die Aktivierung von Schilddrüse und Nebenniere durch Yogaübungen erfolgen. Melatonin hat einen günstigen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System.13) In früheren Jahrhunderten lebten viele indische Schüler bei einem spirituellen Meister. Der Zustand der Erlösung. der wird das höchste Ziel erreichen. erreichen die Asketen. Auch dort kann sich ein sehr angenehmes Kribbeln. Die Praxis des Brahmacharya 314 .11 – 8. [120] Krishna sprach zu Arjuna: „Ich werde dir jetzt den Vorgang erklären. welche die Blase. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal an das Buch „Brahmacharya für Jungen und Mädchen“ von Swami Narayanananda [121] erinnern.“ (8. indem sie im Zölibat leben. der kann Fortschritte im Yoga erzielen. Dadurch wurden sie bereits als Kinder in die Geheimnisse des Brahmacharya eingeweiht. dann Melatonin gebildet.

heute sei es geradezu unmöglich Brahmacharya zu praktizieren. den Kreislauf und viele andere biologische Bereiche hat. In diesem Fall wird das Chanten als kontemplative Methode benutzt. der teilweise auf zellulärer Ebene. wie schwer es ist. den immerwährenden Zustand der Hingabe zu erreichen. Die Yogis. dann soll damit gesagt sein. der immer imstande ist. 315 . Erlösung zu erlangen. weil sich die sozialen Strukturen mittlerweile verändert haben und es heute keine spirituellen Lehrer mehr gibt. und der Einfluss auf das Nervensystem. Wenn ich oben sagte. das Samadhi. der verschweigt. für den bin ich leicht erreichbar. es aber wahrscheinlich verschweigt. dass es im jetzigen Kali-Zeitalter keine andere Möglichkeit gibt. dann wüsste er.ist sehr wichtig. dann wüsste er. welcher Segen das Brahmacharya ist. erreichen kann. der Satsang-Bewegung nahestehen. Die obigen Theorien hört man besonders von „spirituellen Meistern“. dass derjenige. Krishna durch hingebungsvollen Dienst zu dienen. teilweise auf hormoneller Ebene abläuft. nicht mehr von sinnlicher Begierde bedrängt zu werden. Aber auch unter manchen orthodoxen Vaishnavas ist diese Ansicht zu finden. Wer dann noch behauptet. als den heiligen Namen Gottes (Krishnas) zu chanten (Chanten = Mantrameditation). was für ein Segen es ist. dass Erlösung „vereinfacht ausgedrückt“ nichts anderes als Sublimation ist. um spirituelle Fortschritte zu machen. dass „Erlösung“. Aber ich gehe davon aus. weil er das Brahmacharya selber nicht verwirklicht hat. die mich erreicht und Vollendung erfahren haben. Hätte er das Brahmacharya selber verwirklicht. dass ohne Brahmacharya keine spirituellen Fortschritte möglich sind oder er weiß es tatsächlich nicht. die den Schülern das Wissen über Brahmacharya vermitteln. Krishna sprach zu Arjuna: „Wer stets an mich denkt. Dabei sei allerdings darauf hingewiesen. Wer außerdem behauptet. bzw. die dem Neo-Advaita bzw. dass er es sehr wohl weiß. Wer allerdings behauptet. der kocht sein eigenes Süppchen. im Prinzip nichts anderes ist. der verschweigt die Tatsache. leicht die Trance. als die Sublimation (Umwandlung) sexueller Energie in spirituelle Energie mittels kontemplativer Techniken. vereinfacht ausgedrückt. dass hinter der Sublimation natürlich ein äußerst komplexer physiologischer Vorgang steht. Sie halten die traditionellen Läuterungswege für überflüssig.

dass hinter der Entwicklung des Krishnabewusstseins keine Absicht besteht. Genau so wie jeder andere Mensch. Mir kommt das schon fast wie eine Zwangshandlung vor. dass der reine Gottgeweihte. Wäre er glücklich und zufrieden. Man stelle sich einmal den Menschen vor. Aber selbst der Gottgweihte hat einen Überlebenstrieb und ich möchte einmal sehen. an nichts anderes als an Krishna denkt. er könnte aber auch ganz allgemein gefasst sein. leidet.erleiden keine Wiedergeburt. für den bin ich leicht erreichbar. Ich frage mich. hin und wieder seinen Dank gen Himmel richten. wie er handelt. der sich an Krishna wendet. dass er lange Zeit sehr asketisch 316 . der den ganzen Tag krampfhaft an nichts anderes als an Krishna denkt. so würde er überhaupt nicht auf den Gedanken kommen. Ich halte diese Absicht für vollkommen normal und menschlich. Dieser Dank könnte an Krishna gerichtet sein. auf die ich gleich noch zu sprechen komme. er wünscht sich weder zu den himmlischen Planeten. Er würde mit großer Sicherheit Krishna einen lieben Mann (Gott) sein lassen und vielleicht. Seine Hinwendung zu Krishna darf darum ruhig als ein Hilferuf verstanden werden. wenn er nichts zu essen und nichts zu trinken hat.14 – 8.16) In der Bhagavad Gita wird gesagt. dass er sich von seinen sinnlichen Begierden gelöst hat. dann stimmt dies soweit. Wer aber in mein Reich gelangt. erhoben zu werden. Vergänglichkeit und Sorge ist.“ (8. bis hinauf zur Brahmawelt (Brahmaloka) sind der Wiedergeburt unterworfen. Wenn dann auch noch behauptet wird. Wenn gesagt wird. dass derjenige. so kann ich dieser Aussage so nicht zustimmen. nichts begehrt. hat auch der Bhakti-Yogi seine Motive. noch strebt er nach Befreiung von sinnlichen Begierden. wer stets an mich (Krishna) denkt. so zu handeln. der reine Bhakti-Yogi wünsche nichts anderes als mit Krishna vereint zu sein. Hinter seiner Hinwendung zu Krishna steht also eindeutig eine Absicht. den ganzen Tag an Krishna denken zu wollen. Entweder leidet er unter materieller oder seelischer Not. Wir sollten also klar erkennen. was geschieht. wird nienals wiedergeboren. ohne Unterlass. Aber ich möchte eindeutig der Aussage widersprechen. einfach weil er sich gut fühlt. Von Buddha ist ja bekannt. in welcher seelischen Not muss ein Mensch sein. der den ganzen Tag. also der erlöste Yogi. die voller Leid. Alle Welten.

die nicht die Bedeutung der vier zuerst genannten Punkte haben. dass ihm dies sehr gefallen hat. dieser oder jener Yogaweg seien besonders einfach. der eine Yogapfad mehr Wert auf Yogaübungen und Atemübungen. dann erkennt man.gelebt hat. eine gesunde Ernährung und Lebensweise. dass der Yogainteressierte mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann dem Yoga enttäuscht den Rücken zukehrt. irgendwelche Dinge zu idealisieren. 3. wenn man den Menschen Mut machen möchte und sie zum Praktizieren des Yoga anregen möchte. dann erkennt man. Darum möchte ich an dieser Stelle zweierlei sagen. Brahmacharya. Wenn die Bhagavad Gita behauptet. Wäre dem wirklich so. Hinter der Behauptung. Aber ich glaube nicht. der andere mehr Wert auf Hinwendung zu Gott. ein dritter mehr Wert auf das Studium der heiligen Schriften legt usw. und zwar eine sehr menschliche. Ich kann verstehen. das der Mensch aus reinem Idealismus die Einheit mit Krishna anstrebt. Bhakti-Yoga sei einfach und leicht zu praktizieren. welchen Yogaweg man beschreitet. Es wird behauptet. Solche falschen Versprechungen führen nur dazu. 317 . sobald man Hare Krishna chantet. dass hinter der angeblich selbstlosen Handlung sehr wohl eine Absicht steht. seine Yogaschüler an sich binden zu wollen. Zweitens sei gesagt. 2. wenn man ihnen falsche Versprechungen macht. dass der Bhakti-Yoga mehr verwirklichte Menschen hervorgebracht hat. so trifft dieses keinesfalls zu. Sie wird. eine ethische Lebensführung. Zu diesen falsch verstandenen Idealen. Erstens sehe ich keine großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Yogawegen. Dazu hilft es den Menschen aber nicht. Wenn darüber hinaus. dass die Realität etwas anders aussieht. Kontemplation. die sich voller Hingabe an ihn wenden. dass er fast verhungert und verdurstet ist.. dass egal. so würde der Bhakti-Yoga jede Menge verwirklichter Yogis hervorgebracht haben. 4. Ich glaube nicht. steht vermutlich nur das Eigeninteresse eines vermeintlichen Gottgeweihten. Für alle Yogawege sind die vier wesentlichsten Elemente 1. zeige sich Krishna den Menschen barmherzig. Wir sollten uns darum davor hüten. unbedingt erforderlich. Schaut man einmal genau hin. niemandem die Auseinandersetzung mit seiner Sinnlichkeit erspart bleiben wird. zähle ich auch die Vorstellung. so sind dies Unterschiede. als andere Yogawege. leichter als andere Yogawege.

den gewählten Yogaweg bis zum Ende zu bestehen. Alle Yogawege sind sehr schwer zu beschreiten. wie etwa Brahmaloka. Der Hinduismus geht davon aus. um letztendlich zum ewigen spirituellen Königreich. die über einen eisernem Willen und eiserne Disziplin verfügen. zu gelangen. Candraloka und Indraloka werden als materielle himmlische Planeten betrachtet. die auf den höheren Planeten spirituelle Fortschritte machen. für alle eine schwere Prüfung. In der Katha Upanisad wird gesagt. man könne auch auf einem spirituellem Planeten 318 . in den Bereich der Götter. dem Krishnaloka. die das notwendige Wissen. aber noch keine Erlösung erlangt. Erleuchtung sei nur dem Menschen möglich. der die Erlösung verwirklicht hat. der spricht nicht die Wahrheit. werden in der Lage sein. dann wird wiederum behauptet. Auch die Pflicht zur täglichen Kontemplation bleibt niemandem erspart. In den Krishnaloka geht aber nur derjenige ein. weil auf ihnen alle materiellen Wünsche erfüllt werden. Wenn auch an anderer Stelle der heiligen Schriften gesagt wird. Diejenigen aber. Aus diesem Grunde sind verwirklichte Yogis auch nur äußerst selten anzutreffen. irgendein Yogaweg sei leicht und einfach. der ein vorbildliches Leben geführt. gelangen allmählich zu immer höheren Planeten. Der höchste der himmlischen Planeten für den Vaishnava ist der Krishnaloka. Es gibt offensichtlich verschiedene himmlische Planeten. die notwendige Einsicht und Überzeugung besitzen. nach seinem Tode zu den himmlichen Planeten. wenn sie kein Krishnabewusstsein entwickelt haben. Die materiellen himmlischen Planeten werden als niedere himmlische Planeten betrachtet. Brahmaloka. Die Bewohner der himmlischen Planeten hingegen können. Entwickelt man dort kein Krishnabewusstsein. Die Menschen können nach dem Tode also zu himmlischen Planeten erhoben werden. Wer also behauptet. welchen Yogaweg man beschreitet. eingeht. dass Erlösung nur durch den Menschen erlangt werden kann. so muss man wieder zur Erde zurückkehren. auch wieder auf die Erde hinabfallen.ganz egal. Nur Menschen. einerseits wird behauptet. der als spiritueller Planet betrachtet wird. dass derjenige. dass man durch die Darbringung von Opfern in den Brahmaloka aufsteigen kann (die Priester werden es dankbar entgegennehmen). Candraloka und Indraloka. und sich die heiligen Schriften in diesem Punkt zu widersprechen scheinen. hat.

die in ihrer Gesamtheit einen sogenannten Weltzyklus bilden. überarbeiten? Krishna sprach zu Arjuna: „Der. warum über all die Jahrhunderte hindurch.19) 8. Immer wieder beginnt eine neue Nacht und die Schöpfung löst sich auf. werden alle wieder vernichtet. Ein Kalpa ist ein Tag Brahmas. Wenn Brahmans Tag anbricht. Immer wieder beginnt ein neuer Tag und die Schöpfung entsteht neu. der Brahmans Tag kennt. ist die Dauer des materiellen Universums begrenzt.728. Oft wird synonym der Begriff Epoche verwendet. Im mystischen Sinn versteht man unter Zeitalter (auch Weltzeitalter oder Weltalter) Zeitabschnitte. Im Dvapara-Yuga nehmen Tugend und 319 . die ebenso lang währt. der eintausend Zeitalter währt. entstehen alle Lebewesen.“ (8. um letztendlich über weitere höhere Planeten zum Krishnaloka. Im Treta-Yuga treten Laster auf. der Brahmans Nacht kennt.000 Jahre. Weisheit und Religion charakterisiert.000 Jahre.3. kennt wahrhaft Tag und Nacht. Wenn Brahmans Nacht anbricht.17 – 8. diese Vorstellungen so widerspruchslos hingenommen wurden? Sollte ohnehin niemand solche Vorstellungen ernst nehmen. 1 Die vier Zeitalter der Veden Inhaltsverzeichnis Ein Zeitalter ist ein längerer Abschnitt in der zeitlichen Betrachtung der Geschichte und durch verbindende Merkmale im gemeinten Zeitraum gekennzeichnet. so frage ich mich doch. Die Veden verwenden für die Zeitalter auch den Begriff Yugas.spirituelle Fortschritte erzielen. Nach den hinduistischen Vorstellungen. Dieses Yuga dauert 1. und ein Tag Brahmas besteht aus eintausend Zyklen von je vier Yugas oder Zeitaltern: Satya (Goldenes Zeitalter). Das Treta-Yuga währt 1. Im Satya-Yuga gibt es praktisch keine Unwissenheit und keine Laster. Es manifestiert sich in vier periodisch wiederkehrenden Kalpas.296. Treta (Silbernes Zeitalter). und der. Das Zeitalter des Satya wird von Tugend. Dvapara (Kupfernes Zeitalter) und Kali (Eisernes Zeitalter). dann sollte man sie vielleicht einmal überdenken bzw. zu gelangen.

Daher wird er sogleich befreit. Fortgeschrittene Sannyasis (Yogis/Mönche) werden zu Brahmas Planeten. die wie Blasen im Atlantik entstehen und wieder vergehen. Im Kali-Yuga schließlich (dem Yuga. der Guru des bekannten Yogis Paramahansa Yoganandas.Religion noch mehr ab. Diese vier Yugas. des Schöpfergottes.000 Jahre. Unwissenheit. Brahma lebt einhundert solcher Jahre und stirbt dann. Nach diesen Berechnungen erscheint das Leben Brahmas fantastisch und unendlich lang. nehmen Streit. Im Ozean der Zeit gibt es unzählige Brahmas. Brahma ist aber als Verwalter des Universums direkt im Dienst Krishnas tätig. der der höchste Planet im materiellen Universum ist und der alle Planeten im oberen Bereich des himmlischen Planetensystems überdauert. umfassen einen Tag Brahmas. Das Kali-Yuga währt 432. daß am Ende des Kali-Yugas Krishna erneut als Avatar. Unreligiösität und Laster überhand. Im materiellen Universum ist nicht einmal Brahma von Geburt Alter. Das DvaparaYuga dauert 864. Diese einhundert Jahre betragen nach irdischer Zeitrechnung insgesamt 311 Billionen und 40 Milliarden Erdenjahre. das Menschen. Dann beginnt der gleiche Vorgang wieder von vorn. und daher befinden sie sich in ständigem Wandel. erhoben. Brahma und seine Schöpfung sind Teil des materiellen Universums. [122] Swami Sri Yukteswar. Krankheit und Tod frei. eintausendmal durchlaufen. erscheint. und die Laster nehmen zu. als verkörpertes Lebewesen Vishnus.000 Jahre. hat offensichtlich andere Zeitabstände (um den Faktor 320 . das vor 5. doch aus der Sicht der Ewigkeit ist es so kurz wie ein aufleuchtender Blitz.und Tiergestalt annehmen kann. Er rettet seine Geweihten und leitet ein neues Satya-Yuga ein. Im Kali-Yuga nimmt die Lasterhaftigkeit solche Ausmaße an. da wahre Tugend so gut wie nicht mehr vorhanden ist.000 Jahren begann). Brahmaloka. um Dämonen zu vernichten und die Menschen wieder zum Göttlichen zu leiten. Doch im Laufe der Zeit sind Brahma und alle Bewohner von Brahmaloka nach dem Gesetz der materiellen Natur dem Tod unterworfen. und ebenso lang währt seine Nacht.

360 kleinere Zahlen) für die verschiedenen Yugas. aufsteigen.800 (1.200) menschlichen Jahren aus. Beginnt Brahmas Tag. Die Seelen gehen wieder in den Körper Vishnus ein. in der materiellen Welt gefangen. Kali Yuga: 1. Das Modell von Sri Yukteswar kann man auf folgendem Bild anschauen: http://www. Stirbt Brahma. um materiellen oder spirituellen Tätigkeiten nachzugehen.400 (864. zu den materiellen Planeten. dann vergehen ihre Körper wieder. Der HauptUnterschied zum vedischen Modell ist. Dvapara Yuga: 2.000) Jahre. Entwickeln sie auf den himmlischen Planeten aber kein Krishnabewusstsein.000) Jahre. In seinem Modell geht Sri Yukteshwar von 2 x 12. daß nach dem Abstieg ins finstere Kali Yuga nicht direkt ein neues himmlisches Satya Yuga kommt. Treta Yuga: 3. dann sterben auch alle Körper und bleiben für viele Millionen Jahre unmanifestiert. können sie bei einer guten Lebensführung.400 + 1.000) Jahre.000 (4.200 (432.000) Jahre. Die Zeitalter oszillieren also gewissermaßen.296. Die Seelen aber ruhen in Krishna. in den Bereich der Götter. als die. Wird Brahma in einem neuen Zeitalter wiedergeboren. Bricht die Nacht herein. sondern die Abfolge der Zeitalter vollzieht sich in umgekehrter Reihenfolge. in die die individuelle Seele eingeht. Sie bilden zusammen eine absteigende und eine aufsteigende Hälfte eines Kreisdurchlaufes. Wie bereits erwähnt. die in den Veden angegeben sind. die er als zwei „Daiva-Yugas“ bezeichnet. bleiben nach hinduistischen Vorstellungen.800 + 3. Sein Modell kennt also nicht die sofortige Rückkehr ins Goldene Zeitalter. dann erwacht das Leben und alle Lebewesen erwachen aus ihrem unmanifestierten Zustand.de Weniger intelligente Menschen. das zwischen seinen Extrempositionen auch alle Zwischenzustände. sondern ein Hin-und-HerSchwingen zwischen zwei Extrempositionen wie bei einem Pendel. Sie sehen wie folgt aus: Satya Yuga: 4. Am Tage erhalten sie verschiedene Körper. Mit jedem neuen Tag Brahmas gehen die Seelen wieder in einen neuen Körper ein.728.600 + 2.bernhardpeter.600 (1. dann 321 . sowohl auf den Hinweg als auch auf dem Rückweg durchläuft. so fallen sie wieder zur Erde hinab.

daß es nichts Höheres gibt als das Reich des höchsten Gottes und daß dieses Reich das endgültige Ziel ist.22) Krishnas höhere spirituelle Energie ist ewig und transzendental. Sie leben in Seligkeit. Hat jemand dieses Reich erreicht. Krishnas Schönheit ist so überwältigend. Krishna geht nicht zugrunde. die aus dem Stein der Weisen erbaut sind und dort blühen Wunschbäume. haben nicht mehr das Bedürfnis nach materiellen Werten und unterliegen nicht mehr der Wiedergeburt. auf seiner Flöte zu spielen. Es wird auch das höchste Reich genannt. Krishnas 322 . Erreicht man es. Die vedischen Schriften sagen. die während der Tage Brahmas manifestiert und während seiner Nächte unmanifestiert ist. Die höchste Persönlichkeit Gottes kann durch selbstlose Hingabe erreicht werden. Er trägt safranfarbene Kleider. Sie befindet sich jenseits aller Wandlungen der materiellen Natur. Alles wird von ihm durchdrungen. an dem alle Wünsche erfüllt werden.manifestieren sich auch wieder alle Körper und die individuellen Seelen gehen wieder in die Körper ein. kehren nicht zurück.“ (8. selbst wenn alle anderen Wesen vergehen. Krishnas Wesen ist identisch mit dem höchsten Reich Gottes. Dort stehen zahllose Paläste. ewig und transzendental. können bereits zu Lebzeiten für immer in Krishna eingehen. Die intelligenten Lebewesen jedoch. die es erreichen. selbst wenn Brahma und alle anderen Wesen der Vergänglichkeit unterliegen. der es liebt. dass er die Schönheit Tausender Liebesgötter übertrifft. Die. die sich dem Krishnabewusstsein zuwenden. ein Reich spiritueller Glückseligkeit. so bleibt er für immer dort und ist dem Kreislauf der Wiedergeburt entronnen. Hunderttausende von Glücksgöttinen dienen Krishna. die auf Wunsch alles Essbare liefern. Krishna sprach zu Arjuna: „Jenseits des manifestierten und unmanifestierten Lebens gibt es noch ein anderes. um den Hals eine Blumengirlande und in seinem Haar steckt eine Pfauenfeder. Es geht nicht zugrunde. Das höchste Reich Krishnas wird in der Brahma-Samhita als ein Ort beschrieben. alles ruht in ihm.20 – 8. kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück. Dieses höchste Reich kann durch selbstlose Hingabe (Bhakti-Yoga) erreicht werden. Auf diese Weise aber bleiben die Seelen der unintelligenten Lebewesen in ihren Körpern gefangen.

Erlöste. wird jedoch später erneut auf der Erde wiedergeboren. der von Feuer (am Tage. das man speziell als heilig oder göttlich definieren könnte. erreicht er die himmlischen Planeten. Damit leben sie gewissermaßen in einem 323 . wann nicht? Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Nun werde ich dir erklären. Verwirklichte. Krishna. Auf dieser Erde soll Vrindavana. aufräumt. Ich glaube. da ihr Energiesystem vollkommen frei von energetischen Blockaden ist. dass der Körper relativ viel körpereigene Drogen produziert. mit den falschen Vorstellungen über sogenannte Erleuchtete. die Sonne bescheint den Mond) erhellt wird. der in seinem höchsten Reich.25) Liest man diese Verse. sie seien ins Nirvana eingegangen oder sie hätten den höchsten spirituellen Planeten.4 Wann wird man wiedergeboren. 8. Sie verfügen allerdings über eine robuste Gesundheit. so weiß man nicht.23 – 8. erreicht.höchstes Reich und Krishna selbst sind nicht voneinander verschieden. beheimatet heute fast 5. innerhalb der 14 Tage des zunehmenden Mondes oder während der sechsmonatigen nördlichen Umlaufbahn der Sonne (im Sommer). Sonne und damit verbundenen Elementen (Mond. die Krishna ihre Liebe offenbarten. es ist zunächst einmal notwendig. welche die vielen Pilger und Besucher an die lieblichen Taten Krishnas erinnern. leitet kraft seines alldurchdringenden Wesens alle Geschehnisse des materiellen und spirituellen Universums. das sich in der spirituellen Welt befindet. da sie von gleicher Eigenschaft sind. den Krishnaloka. Diese Menschen. oder wie immer man diese Menschen auch nennen mag. ein Ebenbild des höchsten Reiches Krishnas (Goloka Vrindavana) sein. Das hat zur Folge. Goloka Vrindavana. Vrindavana. jedenfalls nichts. innerhalb der 14 Tage des abnehmenden Mondes während der sechsmonatigen südlichen Umlaufbahn der Sonne (im Winter). Sie haben absolut nichts Heiliges oder Göttliches an sich.000 Tempel. ob der Yogi nach seinem Tode Erlösung erlangt oder ob er wiedergeboren wird. Wenn der Yogi seinen Körper in der Nacht (bei Dunkelheit) verlässt. von denen behauptet wird. Heilige.“ (8. weilt. wenn er seinen Körper an einem Zeitpunkt verlässt. sind Menschen wie du und ich. bei Tageslicht). Der Yogi erlangt Erlösung. das etwa 145 Kilometer südöstlich der indischen Hauptstadt Delhi liegt. an dem Krishna einst vor etwa 5.000 Jahren seine Kindheitsspiele mit den Gopis (Kuhirtinnen) spielte. ob man schmunzeln oder mit dem Kopf schütteln soll.

die den Menschen eigentlich erst sein wahres Menschsein ermöglichen. sie beleben das Selbstbewusstsein. Der Yogi macht im Prinzip nichts anderes. sein Leben in Seligkeit zu leben. Alles geschieht vielmehr als aus einem lustvollen und spielerischem Antrieb heraus. Dieser Rauschzustand darf aber nicht mit dem Rauschzustand eines Drogensüchtigen verglichen werden. die man vorher nicht kannte. die bisher verschüttet waren. Die größte Sünde. besonders dadurch. Sie sorgen weiter dafür. ein Gefühl der Seligkeit. ein Gefühl innerer Stärke. Körpereigene Drogen (Endorphine) machen übrigens. fördern die Intelligenz. die Ausdauer.permanenten Rauschzustand. zerstört er das empfindliche physiologische Gleichgewicht der körpereigenen Drogen und verliert dadurch den größten Teil seiner Lebenslust. Sie verleihen dem Menschen das Gefühl der Glückseligkeit. Sie bringen alle psychosomatischen Ängste und Erkrankungen zum Abklingen. die der Mensch begehen kann. als durch Enthaltsamkeit und Kontemplation in die Physiologie einzugreifen und die gestörten physiologischen Kreisläufe zu heilen. Meiner Meinung nach besteht der Sinn des Lebens hauptsächlich darin. dass man alle anstehenden Aufgaben mit einer Leichtigkeit und Heiterkeit bewältigt. die Kreativität. 324 . Die Natur hat uns die körpereigenen Drogen nicht aus Zufall gegeben. dass der Mensch zu intellektuellen Höchstleistungen fähig wird. in ihm hervorrufen. Sie sorgen für das Gefühl der Leichtigkeit des Seins. dann werden nicht geringe Mengen körpereigene Drogen in den Körper ausgeschüttet. Dadurch wird auch das System der körpereigenen Drogen regeneriert. da sie gleich nach ihrer Interaktion mit dem Rezeptor abgebaut werden. Diese körpereigenen Drogen verleihen dem Menschen enorme Fähigkeiten. Jedesmal wenn wir uns besonders wohl fühlen. dass ist dies ein Ausdruck körpereigener Psychopharmaka. die Intuition und die Phantasie. Ist der Mensch einmal genesen. ohne dass er sich dafür besonders anstrengen müsste. Körpereigene Drogen verleihen dem Menschen ein Gefühl der inneren Ausgeglichenheit. grundsätzlich nicht süchtig. die eine starke Euphorie. Da der Mensch sich aber im Laufe seines Lebens gegen seine eigene Natur wendet. Aus diesem Grund hat die Natur dem Menschen körpereigene Drogen mit auf den Weg gegeben. dass er bereits in seiner Kindheit der Sexsucht verfällt. Körpereigene Drogen sind also etwas vollkommen Normales. im Gegensatz zu exogenen (von außen zugeführten) Drogen. sie sorgen also dafür.

an der sie sich orientieren. dann kann er den Zeitpunkt seines Ablebens nicht selber bestimmen. Durch ihr Auftreten umgibt die Erleuchteten natürlich der Nimbus des Heiligen. seine Physiologie so sehr zu schädigen. sondern sein Ableben unterliegt den Kräften der Natur. Demjenigen. das Krishnaloka. ein. Nach den Vorstellungen der Veden kann der Gottgweihte den Zeitpunkt des Ablebens selber bestimmen. fällt es natürlich viel leichter. Sie halten nach wie vor an der Theorie der Wiedergeburt fest. Sie haben sie auf eine göttliche Ebene angehoben. gelassen und ausgeglichen zu bleiben. sie haben ihnen gewissermaßen einen göttlichen Status verliehen. Stirbt aber ein Mensch. Die Veden gehen davon aus. haben die Religionen diese Menschen mit einem Heiligenschein umgeben. Menschen mit Liebe zu begegnen. welches sich nun in ihm ausbreitet. selbst in den schwierigsten Situationen ruhig. der nicht als vollkommen gottgeweiht betrachtet werden kann.besteht darin. Weil man solche Menschen aber nur äußerst selten findet. dass sie eine andere ethische Werteskala besitzen. Ist es einmal erkrankt. eine positive Ausstrahlung auf andere Menschen zu haben. der in Seligkeit schwelgt. Nach den Vorstellungen der Veden geht der Gottgeweihte nach dem Ableben in den höchsten göttlichen Planeten. der leidet. depressive und neurotische Verhaltensweisen. als demjenigen. dass das körpereigene Drogensystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies ist ein Ausdruck seines Leides. die für die Erlösung besonders geeignet sind. dass Erlösung eigentlich nur mit dem Ableben möglich ist (auch wenn sie mitunter etwas anderes sagen). Andere Zeitpunkte des Ablebens dagegen sind für 325 . Er ist aus dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt für immer befreit. der sich selbst verwirklicht hat. gibt es Zeitpunkte des Ablebens. Sie unterscheiden sich dadurch von anderen Menschen. Wie wir den Versen der Bhagavad Gita entnehmen können. dann entwickelt der Mensch destruktive. aber in Wirklichkeit spiegelt es nur das Auftreten eines äußerst gesunden Menschen wieder. Es sei also noch einmal betont. dass sogenannte Heilige und Erleuchtete eigentlich nichts speziell Heiliges oder Göttliches an sich haben. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich. obwohl jeder (gesunde) Mensch dieselben Fähigkeiten in sich trägt. Erleuchtung ist also etwas zutiefst Menschliches und keinesfalls etwas Überirdisches (Göttliches).

da sie der Sonne abgeneigt ist. in Europa und Australien nicht zur gleichen Zeit Sommer ist. 150 Millionen Kilometer Abstand um die Sonne. ist somit auf die Barmherzigkeit Krishnas angewiesen.die Erlösung eher ungünstig. dass z. ist aus dem Kreislauf der Wiedergeburt befreit. wird er natürlich immer einen geeigneten Zeitpunkt auswählen. Wie es scheint. Auch wer während der sechs Sommermonate. Da die Erde entgegen dem Uhrzeigersinn um die Sonne läuft (auch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse verläuft. wenn das Ableben in lichtdurchfluteten Zeiten geschieht. Ein Mensch. in der die Sonne sich am nördlichen Himmel zeigt. so dass geringe Distanzschwankungen keinen Einfluss auf das Klima haben. hängt von der geographischen Lage des jeweiligen Ortes ab. Dies kann einerseits bei Tage geschehen. durch Zufall oder durch Vorkehrung. innerhalb der 14 Tage des zunehmendem Mondes. um trotz seines nicht vorbildlichen Lebens zum höchsten Planeten eingehen zu können. der nicht als vollkommen gottgeweiht betrachtet werden kann. aber auch des Nachts. gleichgültig ob er den Körper in einem günstigen oder in einem ungünstigen Augenblick. Wenn sie allerdings durch Zufall in einem glücksverheißenden Augenblick ableben. während auf der südlichen Halbkugel Winter ist. Da der Gottgeweihte diesen Zeitpunkt selber bestimmen kann. ist auf der nördlichen Halbkugel in den Monaten Juni bis August Sommer. wenn die Sonne an Himmel steht. ist Erlösung offensichtlich nur möglich. (Hoffen wir nicht alle auf diesen günstigen Zufall?) Für den reinen Gottgeweihten im Krishna-Bewußtsein besteht jedoch nicht die Gefahr der Rückkehr. die durch den nördlichen und südlichen Wendekreis von 23.B. entgegen dem Uhrzeigersinn). die nicht als Gottgeweihte betrachtet werden können. haben über den Zeitpunkt ihres Ablebens keine Kontrolle. Die Bahn um die Sonne ist fast kreisförmig. markante Jahreszeitenunterschiede. verläßt. ablebt. werden sie nicht in den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt zurückkehren. Aber aufgrund der Neigung der Rotationsachse der Erde erlebt die Erde. Die Erde kreist in ca. Es ist ja bekannt. da sie der Sonne zugeneigt ist.5° nördlicher und südlicher Breite begrenzt sind. (Glaubt wirklich jemand ernsthaft an diese Aussagen? Oder sollte man sie nicht zu den Mythen der Veden legen?) Ob die Sonne sich allerdings am nördlichen Himmel zeigt. vom Polarstern aus gesehen. abgesehen von den Tropen. Andere aber. Genau umgekehrt ist 326 .

und derjenige. die Krishna durch Spenden und Feueropfer dienen. der sich der Askese unterzieht. zum höchsten Reich. der Krishna nur zu seinem eigenen Vorteil um etwas bittet. gelangt zum höchsten Reich. ist nicht der Früchte beraubt. der sein Leben Krishna hingibt. der die Veden studiert.die Situation dagegen in den Monaten November bis Januar. sich der Askese unterzieht oder Spenden gibt. so dass die nördliche und südliche Erdhälfte in etwa dieselbe Temperatur besitzen.“ (8. Er ist befreit von der Wiederkehr. Opfer darbringt. Dadurch werden beide Erdhälften mit gleichviel Sonnenlicht bestrahlt. die man erhält. Aber er erlangt auch die Früchte der Gläubigen.26 – 8. Wer sein Leben in Hingabe Krishna weiht. ist zur Wiederkehr verdammt. diese Welt zu verlassen. während es in Nordameika. ist deshalb niemals verwirrt. in Afrika und in Australien heiß. [123] Krishna sprach zu Arjuna: „Den Veden nach gibt es zwei Wege. Der Bhakti-Yogi erlangt sowohl die Früchte des Jnana-Yogi. als auch die Früchte des Raja-Yogi. und Veränderungen im Kastenwesen und in der Gleichberechtigung der Frauen vorgenommen? Waren die nicht auch einst in den Veden vorgeschrieben? Sind die Veden also wirklich unfehlbar? Erfolgt die kritische Hinterfragung der „heiligen Schriften“ nicht also zu Recht? Zu früheren Zeiten lebte ein Brahmachari als Schüler bei einem spirituellen 327 . der beide Pfade kennt. der sich nur mit philosophischen Spekulationen beschäftigt. der also das Wissen der Veden und anderer „heiligen Schriften“ hinterfragt. Derjenige allerdings. Der Yogi. während auf der nördlichen Halbkugel Winter ist. Der Weg der Dunkelheit führt zur Wiederkehr. Im Frühjahr und im Herbst steht die Sonne dagegen senkrecht auf dem Äquator. Darum ist in den Monaten Dezember bis Januar auf der südlichen Halbkugel Sommer. Europa und in Russland schneit und arktische Temperaturen die Meere und Seen zufrieren lassen. Dann ist die südliche Halbkugel der Sonne zugewandt und die nördliche Halbkugel der Sonne abgewandt. Warum hat man eigentlich die Tieropfer abgeschafft. Entweder man scheidet im Licht oder in der Dunkelheit. Der Weg des Lichts führt zur Nichtwiederkehr. wenn man die Veden studiert. Wer dies erkennt.28) Nach der Bhagavad Gita gelangt nur der Bhakti-Yogi. Darum ist es im Dezember in Südamerika.

Meister. Er wurde von Kindesbeinen an auf ein spirituelles Leben vorbereitet. Diese Zeiten sind wohl für immer vorbei. Heute beginnen die meisten Menschen erst im Erwachsenenalter, sich ernsthaft für spirituelle Fragen zu interessieren. Gehört jemand einer Religion an, dann kommt er zwar eventuell auch schon als Kind mit der Spiritualität in Berührung, aber in der Regel zeigt er noch kein ernsthaftes Interesse an spirituellen Fragen. Wirkliches Interesse für spirituelle Fragen entsteht in der Regel erst aus dem Leid, welches der Mensch in seinem täglichen Leben erfährt. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie er sich von diesem Leid befreien kann. Während Kindern, die früher bei einem spirituellen Meister lebten, das Brahmacharya auferlegt wurde, wird ein Kind in der heutigen Gesellschaft schon früh mit der Sexualität konfrontiert. Das weckt die Neugier des Kindes und meist schon in sehr jungen Jahren, meist noch bevor die Pubertät beginnt, ist es der Selbstbefriedigung verfallen. Dies trifft zumindest auf die Jungen zu. Die Selbstbefriedigung entwickelt sich sehr schnell zur sexuellen Sucht, von der das Kind nicht mehr ablassen kann. Meist besteht diese sexuelle Sucht bis ans Lebensende, auch wenn der erwachsene Mensch natürlich noch andere Möglichkeiten der sexuellen Befriedigung hat, als die Masturbation. Der wichtigste Schritt auf einem spirituellen Weg besteht darum darin, das Brahmacharya zu beachten. Es braucht wohl nicht betont zu werden, wie schwer es ist, diesen Weg zu beschreiten. Man bedenke, dass Drogensüchtige sich in der Regel 15 Jahre in der Drogenszene aufhalten, um sich dann, wenn sie etwa Mitte Dreißig sind, langsam aus ihr zu verabschieden. Die Befreiung von der sexuellen Sucht, ich betrachte den permanenten Wunsch nach sexueller Befriedigung sehr wohl als Sucht, dürfte keineswegs einfacher sein. Sowohl die Drogensucht als auch das sexuelle Begehren, werden durch Neurotransmitter hervorgerufen. Der Weg zur Genesung braucht keine 15 Jahre zu dauern, er kann auch auch in wesentlich kürzerer Zeit absolviert werden. Auch der Drogensüchtige könnte sich innerhalb eines Jahres von seiner Drogensucht befreien. Dazu besitzt er aber meist weder die Kraft, noch den Willen und die Einsicht. Also verschafft er sich weiterhin täglich seinen Kick. Was dem einen der Drogenkick, ist dem anderen der sexuelle Kick. Wenn es auch vorteilhaft ist, bei einem spirituellen Meister zu lernen, so scheidet dieser Weg heute so gut wie aus. Man darf davon ausgehen, dass 328

es heute kaum noch spirituelle Meister gibt, die den spirituellen Weg selber gemeistert haben. Allen, die sich als spirituelle Meister ausgeben, sollte man mit Vorsicht begegnen. Praktizieren sie selber kein Brahmacharya, dann sollte man einen großen Bogen um sie machen. Eigentlich sollte sich nur jemand als spiritueller Meister bezeichnen, der das Brahmacharya vollkommen verwirklicht hat und alle sexuellen Wünsche abgelgt hat. Ein spiritueller Meister hat sich außerdem von allen psychosomatischen Ängsten und Erkrankungen, sowie von jeglicher Trauer und Wut gelöst. Er strahlt eine heitere Gelassenheit aus, verfügt über ein liebevolles Wesen und ist auch intellektuell sehr bewandert. Es ist heute nicht mehr erforderlich, im Hause eines spirituellen Meisters zu leben, es sei denn, man macht sich speziell auf, um irgendwo in der Welt, mit einem spirituellen Meister zusammen zu leben. Aber auch in diesem Fall ist große Vorsicht geboten, da es sehr viele Scharlatane gibt, die sich als spirituelle Meister ausgeben. Die meisten Menschen, die sich heute mit der Spiritualität beschäftigen möchten, wollen weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben und einem geregelten Tagesablauf nachgehen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Spiritualität in sein bisheriges Leben zu integrieren und sein Leben in der gewohnten Weise weiter zu leben. Dabei wird es natürlich an einigen Punkten eventuell Veränderungen geben. Lebt der spirituelle Mensch in seiner Kindheit und Jugend enthaltsam, so spricht nichts dagegen, dass er als Erwachsener eine Ehe eingeht. Dabei sollte er allerdings Mäßigung in der Sexualität walten lassen. Es wird den Eheleuten empfohlen, nur zu dem Zweck miteinander intim zu sein, um Nachwuchs zu zeugen. Ich bin davon überzeugt, dass die Sexualität ausschließlich zu diesem Zweck dem Menschen geschenkt wurde. Der sexsüchtige Mensch, der sich durch seine permanente sexuelle Aktivität jeglicher Ekstase in seinem Leben beraubt hat, missbraucht allerdings die Sexualität, um wenigstens hin und wieder (so oft wie möglich) diese Ekstase durch den Orgasmus wieder in sein Leben zu bringen. Diese Menschen behaupten sogar, dass das sexuelle Begehren naturgegeben sei, dem sich niemand entziehen könne. Dabei vergessen sie allerdings, dass der vollkommene Yogi, der das Brahmacharya verwirklicht hat, keinerlei sexuelle Bedürfnisse empfindet. Die sexuelle Begierde wird nämlich erst durch die permanente sexuelle Aktivität hervorgerufen. Sie greift tief in die Physiologie des Menschen ein und verändert sie. Dies führt dazu, dass der 329

Körper Hormone produziert, die fortan das sexuelle Begehren hervorrufen. Im Prinzip besteht kein wesentlicher Unterschied gegenüber einem Drogensüchtigen. Auch dort führt die permanente Einnahme von Drogen zur Veränderung der Physiologie, die nun ihrerseits Hormone produziert, die nach immer mehr und immer stärkeren Drogen verlangt. Eheleute sollten also nur zum Zwecke der Zeugung miteinander intim sein. Selbstverständlich sollten sie einander treu sein. Wünschen die Eheleute sich Nachwuchs, so wird ihnen empfohlen, einmal im Monat miteinander intim zu sein. Ist die Familienplanung abgeschlossen und wünschen die Eheleute keinen weiteren Nachwuchs mehr, so wird ihnen Enthaltsamkeit empfohlen. Beachten die Eheleute diese Regeln, dann befolgen sie ebenfalls das Brahmacharya. Selbstverständlich sollten die Eheleute die bisher ausgeübten spirituellen Praktiken auch während der Ehe weiter praktizieren. Sollten sie allerdings durch die Berufsarbeit, durch den Haushalt und die Kindererziehung dafür weniger Zeit haben, dann sollten sie überlegen, wie sie sie am besten in ihren Alltag integrieren, wieviel Zeit sie dafür aufbringen können. Auf die täglich Meditation sollten sie allerdings nicht verzichten. Waren zu früheren Zeiten die Kinder erwachsen und gingen bereits ihre eigenen Wege, so haben sich indischen Eheleute auf ein Leben als Waldeinsiedler vorbereitet. Sie widmeten ihr Leben vollkommen der Spiritualität, um die Einheit mit Gott zu verwirklichen, um Erlösung zu erlangen. Auch heute ist solch ein spiritueller Weg denkbar. Man muss dazu allerdings nicht unbedingt seinen Ehepartner verlassen, um allein im Wald zu leben. Heute ist es sinnvoller, diesen Weg gemeinsam in der gewohnten Umgebung zu beschreiten. Welchen Anteil dabei die Religion haben soll, muss jeder für sich selber entscheiden. Derjenige, der sein Leben Krishna weiht, ist deshalb aber nicht unbedingt der bessere Mensch, wie es uns die Bhagavad Gita immer wieder erzählen möchte. Das war das achte Kapitel. Die Kapitel sechs bis zwölf werden im allgemeinen als die Essenz der Bhagavad Gita betrachtet. Randnotiz: Ich habe gerade einige interessante Dinge über John Harvey Kellogg, dem Miterfinder (zusammen mit seinem Bruder Will Keith Kellogg) der Cornflakes (Getreide- oder Mais-Flocken) und Erfinder der 330

Erdnusbutter, gelesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. John Harvey Kellogg, leitete als Arzt ein Krankenhaus in Battle Creek (Michigan), welches eine alternativ-medizinische Richtung verfolgte und im Jahre 1900 über 700 Betten verfügte. Kellogg war zunächst Mitglied der Religionsgemeinschaft der Adventisten, wurde aber später wegen eines Buches, dessen Inhalt angeblich nicht mit den Ansichten der Kirche vereinbar war, von der Kirche ausgeschlossen. Er lebte vegetarisch, absolvierte zunächst ein Lehrerstudium, später ein Medizinstudium und veröffentlichte verschiedene Bücher über eine gesunde Lebensweise „Proper Diet for Man“ (Die richtige Ernährung für Menschen) und über die Sexualität „Plain Facts about Sexual Life“ (Einfache Tatsachen über die Sexualität), in der er sich für die sexuelle Enthaltsamkeit einsetzte. 1879 heiratete er. Da die Ehe, nach seinen eigenen Angaben, aber niemals sexuell vollzogen wurde, hatte das Paar keine leiblichen Kinder. Stattdessen nahmen sie im Laufe der Zeit über 40 Kinder auf, von denen sie schliesslich 7 Kinder adoptierten. Kellogg war überzeugt, dass 90 Prozent aller Krankheiten letztlich von Magen und Darm ausgingen, ausgelöst durch falsche Ernährung und falsche Lebensweise. Falsch waren nach seiner Ansicht das Essen von Fleisch, der Genuss von Alkohol und Kaffee, das Rauchen, Gewürze und das Ausleben der Sexualität. Diese falsche Lebensweise führe zur Entstehung von giftigen Substanzen im Darm und in der Folge zur allgemeinen Schwächung des Körpers. Folglich verordnete Kellogg seinen Patienten im Sanatorium eine strikte vegetarische Diät, ergänzt durch die von ihm erfundenen Cornflakes, die ursprünglich noch ohne Zucker waren*, und tägliche Einläufe zur Darmreinigung; dem Wasser wurde teilweise Joghurt zugesetzt, der die Darmflora günstig beeinflussen sollte. In hartnäckigen Fällen entfernte er einen Teil des Darms. Falls all diese Maßnahmen nicht den gewünschten Heilungserfolg zeigten, machte Kellogg oftmals heimliche Masturbation des betreffenden Patienten dafür verantwortlich. Allein 97 Seiten seines 664-seitigen Werkes über Sexualität sind der Selbstbefriedigung bzw. deren Verhütung gewidmet, die er die heimliche Sünde nannte. [124] *Als der Bruder von John Harvey Kellogg, Will Keith Kellogg, den Cornflakes, gegen den Willen des Mediziners John Harvey Kellogg Zucker hinzuzufügte, zerstritten sich die Brüder darüber und sprachen nie mehr 331

miteinander. Will gründete seine eigene Firma, die später zur Kellogg Company wurde. Kapitel 9: Das geheimste Wissen 9.1 Dank für Arjunas Treue
Inhaltsverzeichnis

Krishna sprach zu Arjuna: „Da du mir treu ergeben bist, möchte ich dir das vertraulichste Wissen mitteilen, das dich von allen Leiden befreit. Dieses Wissen ist das geheimste aller Geheimnisse, die höchste Heiligkeit, die Vollkommenheit der Religion. Es ist das Königswissen, dass durch Erkenntnis erfahren und leicht praktiziert werden kann. Die Menschen aber, die nicht an mich glauben, können mich nicht erreichen. Sie werden in der materiellen Welt wiedergeboren.“ (9.01 – 9.03) Es wird behauptet, je mehr ein Gottgeweihter über den höchsten Herrn hört, um so erleuchteter wird er. In der Srimad-Bhagavatam wird gesagt, dass die Botschaften Gottes voller Kräfte sind, die man erfahren kann, wenn man über ihn spricht. Wenn dem wirklich so wäre, so müssten alle Menschen, die regelmäßig zu Gott beten, in der Bibel, der Bhagavad Gita oder im Koran lesen, oder die Sonntag für Sonntag in die Kirche, in den Tempel oder in die Moschee gehen, der Erleuchtung schon ein ganzes Stück näher gekommen sein. Ich habe da eher andere Erfahrungen gemacht. Obwohl viele Menschen sehr fromm sind, obwohl sie sehr viel beten und zur Kirche gehen und das Wort Gottes hören, obwohl sie regelmäßig zur Beichte gehen und in den Kirchen spenden, habe ich persönlich noch niemanden gesehen, der die Ausstrahlung eines Erleuchteten besaß. Religiöse Hingabe allein, ist darum meiner Ansicht nach nicht ausreichend, um Erleuchtung zu erlangen. Schaut man sich einmal an, warum sich Menschen der Religion zuwenden, so erkennt man, dass dies meist aus einer persönlichen Not heraus geschieht. Die Menschen wenden sich an Gott, weil sie von ihm Hilfe erhoffen. Es sei denn, sie sind von klein auf mit der Religion aufgewachsen. Ich habe das Gefühl, dass besonders konservative Menschen sich sehr oft der Religion zuwenden. Einerseits bitten sie Gott, sie von ihrem Leiden zu befreien. Aber andererseits sind sie überhaupt nicht bereit, irgendetwas in ihrem Leben zu 332

verändern. Sie denken meist nicht einmal über die Ursachen ihrer Leiden nach, sondern wünschen sich einfach nur, geheilt zu werden. Unterhält man sich mit Gläubigen, dann erkennt man oft sehr schnell, was sie für finstere Ansichten sie teilweise vertreten. Würden sie einmal über sich selbst nachdenken, dann müssten sie eigentlich erkennen, dass ihre oft bitterbösen Ansichten und ihre Gesundheit miteinander im Zusammenhang stehen. Sie können also beten, zur Beichte oder zur Kirche gehen und das Wort Gottes hören so oft wie sie wollen, wenn sie nicht bereit sind, ihr Leben, ihre Ansichten einmal zu hinterfragen, sie zu verändern, wird sich nichts in ihrem Leben ändern. Sie werden weiter leiden, ihr Leben lang. Und sie werden weiter im Glauben Trost suchen. Gesund werden sie dadurch allerdings nicht. Von Erleuchtung soll erst gar nicht die Rede sein. Es gibt einige sogenannte Gottgeweihte, bzw. einige, die sich dafür halten, die meinen, dass diejenigen, die sich nicht bedingungslos der Meinung der Bhagavad Gita anschließen, dies tun, weil sie Krishna beneiden. Sie sagen, niemand kann die Bhagavad Gita erklären oder vollkommenes Wissen von Krishna vermitteln, wenn er neidisch ist. Ihrer Meinung nach entsprechen nur Kommentare, die von „Gottgeweihten“ verfasst wurden, der Wahrheit. Die Kommentare derjenigen hingegen, die Krishna beneiden, seien wertlos. Sie sagen, wer Krishnas Charakter kritisiert, ohne Krishna zu kennen, ist ein Narr. Ich glaube, hinter dieser Meinung steht nichts anderes, als Angst vor der Kritik. Offenbar sind sie es von ihren Anhängern gewohnt, dass sie sich ihnen demütigst unterordnen. Sie tun geradezu so, als wüssten sie genau, wer oder was Krishna ist. In Wirklichkeit aber wissen sie von Krishna genau so wenig, wie jeder andere Mensch. Aber anstatt klipp und klar zu sagen, dass Krishna, sollte er überhaupt existieren, sich jeglicher menschlicher Vorstellung entzieht, legen sie sich eine Weltanschauung zurecht, von der sie glauben, damit Krishna erklären zu können. Aber das ist natürlich nur ein Selbstbetrug. Das Dumme ist allerdings, dass dieses Weltbild, von dem behauptet wird, es sei den Weisen von Gott selbst übermittelt worden, ein reines Phantasieprodukt ist, das als Religion Gestalt annimmt. Dadurch entstehen ganz bestimmte religiöse Vorstellungen, Rituale, Gebete, Opferhandlungen und Lithurgien. Es entstehen Vorstellungen, wie Gott beschaffen ist, wie 333

das Universum erschaffen wurde, wie der Mensch sein Leben gestalten sollte und es entstehen allerlei Mythen, Dogmen und Erwartungen. Dabei ist die Religion natürlich vor Manipulation nicht gefeit. Da Religion, Macht und Bildung immer schon den Reichen und Mächtigen vorbehalten war, nahmen sie gezielt Einfluss auf die Religion und nutzten sie für ihre Zwecke. Religion steht also keineswegs auf neutralem Boden. Dem unwissenden Volk wurde dies zwar immer suggeriert, aber das einfache Volk besass weder die Bildung noch die Macht, dieses zu durchschauen oder irgendetwas daran zu ändern. Das Volk hatte einfach nur den Weisungen der Religion zu folgen. In der Regel machte sich das Volk die Religion sogar gern zu eigen. War es ihnen schon nicht vergönnt, ein menschenwürdiges Leben zu führen, so fanden sie wenigstens Trost in der Religion. Außerdem stelle ich mir die Frage, warum eigentlich jemand neidisch auf Krishna sein sollte. Man kann doch nur auf jemanden neidisch sein, von dem man weiß, dass er real existiert, von dem man weiß, dass er über ungeahnte Fähigkeiten verfügt. Glaubt jemand also an die Existenz Krishnas, so könnte er also durchaus neidisch auf ihn sein. Aber der springende Punkt ist ja, dass über die Existenz Krishnas keine Aussage gemacht werden kann. Es wird zwar von einigen behauptet, er hätte vor 5.000 Jahren wirklich gelebt, aber ich glaube, wir können diese Behauptung den vedischen Mythologien zuordnen. Darum gibt es meiner Meinung nach auch keinen Grund, neidisch auf Krishna zu sein. Der entscheidende Punkt, ist doch ein ganz anderer. Es dreht sich um die Frage, ob man überliefertes Wissen, selbst wenn es uns von sogenannten Weisen und Gottgeweihten übermittelt wurde, kritiklos zu akzeptieren hat, oder ob man das Recht hat, dieses Wissen zu hinterfragen. Mir scheint, diese sogenannten Gottgeweihten, fürchten sich vor einer kritischen Auseinandersetzung und sind mit intellektueller Neugier und wissenschaftlichen Denken nicht vertraut. Jeder, der eine höhere Bildung und ganz besonders derjenige, der ein wissenschaftliches Studium absolviert hat, sollte es gelernt haben, einen neutralen Standpunkt zu beziehen, um sich eine objektive Meinung zu bilden. Es geht also nicht darum, auf Krishna neidisch zu sein, sondern darum, die Wahrheit herauszufinden. Dass dieses einigen nicht gefällt, mag verständlich sein. 334

aber Erlösung hat dadurch wohl ebenso wenig jemand erlangt. die übriggebliebenen Speisereste zu sich nahm.04 – 9. wie durch das Verspeisen übriggebliebener Speisereste großer Gottgeweihter oder durch das Zuhören beim Chanten.2 Alle Wesen sind in mir Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Das ganze All ist von mir durchdrungen. In den Vedante-Sutras wird gesagt. Er fragte daher die großen Gottgeweihten. soll an einigen Beispielen deutlich gemacht werden. und der Knabe. aber ich bin nicht in ihnen. Alle Wesen gehen am Ende der Weltperiode in meine Natur ein. wurde er allmählich ebenso reinen Herzens wie die Weisen. Darauf aß der Junge diese Speisereste und wurde von allen Sünden befreit. Manchmal ließen die Weisen einige Speisereste auf ihren Tellern liegen. Als er weiter die Reste ihrer Speisen zu sich nahm. dass das Herz eines Dienstjungen gereinigt wurde. nachdem er mit Erlaubnis großer Weiser. Und dennoch sind die Wesen nicht in mir. Alle Wesen sind in mir. Vom großen Weisen Sanatkumara heißt es. hingebungsvoller Dienst ist so mächtig.Welche seltenen Blüten die Vorstellungen über Bhakti-Yoga mitunter treiben. weil er von den Tulasi-Blätter (Tulasi ist ein naher Verwandter des Basilikums) kostete. dass das ganze Weltall von Gott 335 . dass man allein durch das Zuhören beim Chanten (Mantrameditation) oder durch das Hören philosophischer Vorträge großer Gottgeweihter zur Erlösung erlangen kann. den Menschen solche Geschichten zu erzählen? 9. dass man ohne Zweifel erleuchtet wird. Mein Geist ist der Ursprung aller Wesen. und sie gaben ihm ihre Erlaubnis. wollte die Reste probieren. dann erschaffe ich sie wieder neu. Weiter wird behauptet. Er erhält sie. die den Lotosfüßen des Herrn geopfert waren.“ (9. Beginnt eine neue Weltperiode. der ihre Teller wusch. er wurde zum großen Gottgeweihten. Siehe mein göttliches Geheimnis. so sind alle Wesen in mir. Außerdem wurden alle seine Sünden sofort gelöscht. Sollte man nicht endlich aufhören. Wie der Wind sich im Äther bewegt. ob er sie essen dürfe.07) Die scheinbar widersprüchliche Aussage. dass schon manch einer durch philosophische Vorträge so manche Erkenntnis gewonnen hat. Es wird davon berichtet. ist aber nicht in ihnen. Es mag zwar sein.

Upanishaden. Während der Dualismus meist zwei Substanzen. geht der Monismus davon aus. So postuliert das monistische Vishishtadvaita-Vedante Gott als einzige Existenz. annimmt. dass alle Wesen in ihm sind. wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges göttliches Urprinzip zurückführen lassen. Es wird gesagt. der ihm unter der richtigen Führung im hingebungsvollen Dienst ergeben ist. Gott und Mensch. die Upanishaden.durchdrungen ist. Die Monisten betrachten den Menschen als Ausdruck des Göttlichen. spiegelt einen historischen Konflikt wieder. wie bei Shankaras Advaita. also gleichzusetzen mit Gott. der orthodoxe Brahmanismus. die teilweise bereits vor der Bhagavad Gita entstanden (700 bis 200 v. eine Illusion. durch die sich ihm Krishna offenbart. die Zweiheit von Natur und Geist. von Gott und Mensch. Grundlage der Bhagavad Gita waren die Veden. Gott existiere als Einziges. spirituelle Ebene kreiert. Diese Wiedersprüche spiegeln sich teilweise auch in der Bhagavad Gita wieder. ja selbst als etwas Göttliches.). die zwei oder viele Grundprinzipien annehmen. In Wirklichkeit offenbart sich ihm natürlich niemand. durch die der krishnabewusste Mensch Zugang zu Krishna findet. Die Bhagavad Gita entstand zwischen dem fünften und zweiten vorchristlichem Jahrhundert (500 bis 200 v. Danach lassen sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein göttliches Grundprinzip zurückführen. Da fragt man sich. er aber nicht in ihnen. dass Krishna nicht durch die Sinne erfasst werden kann. Dvaita-Vedanta). wie sich einem Krishna denn sonst erschließt. Während einige Stellen anscheinend einen Dualismus lehren (Samkhya. Die Dualisten hingegen sind für eine strikte Trennung zwischen Gott und dem Menschen. Advaita-Vedanta). Der Monismus bezieht die philosophische Position. wenn nicht durch die Sinne? Und flugs wird eine übersinnliche. Selbst visuelle 336 . Geist und Materie. sie sehen einen großen Unterschied zwischen Gott und dem Menschen.) und ist das Resultat verschiedener Denkschulen des damaligen Indiens. lehren andere den Monismus (Veden. Er erschliesst sich nur demjenigen. Chr. Es besagt. dass alles Ausdruck des Göttlichen ist. Chr. Er bezieht damit eine Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus. und die Pluralität der Welt ist eine reale Erscheinungsform Gottes und sei nicht. für den alles Existierende göttlich ist. der Yoga und noch weitere philosophische Denkrichtungen.

folgt aus der Quantentheorie.Gotteserscheinungen. weil sich das Unerklärliche dem Verstand und der Logik des Menschen entzieht. bis es den gewünschten Bedürfnissen und Erfordernissen entspricht. Wir können als Menschen nicht wirklich darüber urteilen. dass bereits die antiken Inder die Vorstellung von entstehenden und vergehenden Weltperioden hatten. Nadis. astralen Ebenen. sollten wir lieber schweigen. Dabei kann es schon einmal geschehen. um darauf erneut mittels eines Urknalls zu expandieren. KundaliniEnergien. auch die Quantenphysiker selber nicht. dann wieder kollabiert. ein gerdezu kindliches Weltbild zustande. dass unser Universum also nur eines von vielen Universen ist. ob das Universum wirklich im Wechsel expandiert. dass das Universum in Wirklichkeit ein Multiversum ist. in Worte zu kleiden. Aber dennoch glauben viele Menschen fest an diese Dinge. die Ursachen allen Seins. Astralkörper und übernatürliche Kräfte sind Produkte der Phantasie. Spirituelle Welten. sowie die Wiedergeburt. Der Mensch hat nur die sinnliche Ebene. von denen einige „Erleuchtete“ sprechen. Alles andere darüber hinaus ist mehr oder weniger reine Spekulation. über die der Mensch angeblich Zugang zu höheren spirituellen Ebenen findet. Alles was wir vom Universum haben. aber wie gesagt. Da aber besonders die Religionen dazu neigen. dieses Unerklärliche in Worte fassen zu wollen. Da dieses aber nicht möglich ist. dass man sich in Widersprüche verwickelt. die behaupten. so behaupten die Quantenphysiker. ob das Universum wirklich einem zyklischen Kreislauf von Entstehen und Vergehen unterliegt. feinstoffliche Körper. kommt als Produkt dieses Versuchs. Wer weiß also. das Unerklärliche. stellen sich bei näherer Betrachtung als Ausdruck körpereigener Drogen dar. der physikalischen Realität nicht wesentlich näher kommt? Dieses jedenfalls. dass man versucht. Chakren. einer der fundamentalsten Theorien der Physik. kann dieser Versuch nur misslingen. Aber da wir darüber keine genaueren Erkenntnisse haben. Die Seele. Die werden dann halt mit der göttlichen Allmacht oder Allwissenheit erklärt. 337 . dies ist nichts als eine Vermutung. ob die Quantenphysiker. ist nur ein kleiner zeitlicher und räumlicher Einblick. das dann solange zurechtgebogen wird. Es ist zwar erstaunlich. astrale Ebenen und was alles noch so an esoterischen oder religiösen Vorstellungen besteht. durch die er Eindrücke aufnehmen kann. resultieren letztendlich daher.

Wie unvorstellbar die Realität des Universums wirklich aussieht. die Gott ausatmet. wobei jede Form aus der Perspektive imaginärer Bewohner ein eigenes Universum repräsentieren würde. dass Gott das (eine) Universum erschuf. dass die wörtliche Interpretation der heiligen Schriften. Die Vielfalt der Lebewesen ist nicht von mir abhängig. Sie erschafft sie immer wieder neu und löst sie auf. es irgendwann wieder auflöste. eindimensionalen Fäden von wenigen Milliardstel Billionstel Billionstel Metern Länge bestehen. den Strings. [130] Krishna sprach zu Arjuna: „Durch meinen Willen erschaffe ich die Natur neu und immer wieder neu.als klitzekleine Figuren von unbekannter Geometrie. Es wird davon ausgegangen. Judentum und im Islam. die Anhänger des Kreationismus sind. Jede der sechs Extradimensionen könnte zehntausende mögliche Formen annehmen. Kreationisten glauben. Unter meiner Leitung erschafft die Natur alle beweglichen und unbeweglichen Dinge. auch im Hinduismus Menschen.als irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. dass die Lebenwesen aber selbst für ihr Handeln verantwortlich sind. Hier sind sie mit der Vorstellung verbunden.10) Was ich ganz bemerkenswert finde ist. Doch binden mich diese Tätigkeiten nicht. Mehr noch: Mindestens sechs weitere Raumdimensionen besitzt unser Universum neben den hinlänglich bekannten laut String-Theorie. sondern untersteht allein der Natur.und erzeugen durch ihre Vibrationen alle Eigenschaften der Partikel wie Masse. Leider gibt es genau so wie im Christentum. zeigt ein kurzer Blick in die Stringtheorie. die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum wiedergibt. Nach Ansicht der Kreationisten entstehen die unterschiedlichen 338 . Selbst eine simple Beschreibung übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen: Alle Elementarteilchen sollen aus unvorstellbar winzigen. In einem zehndimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum schwingen diese in verschiedenen Frequenzen . Ladung und Spin.“ (9. um ein neues Universum zu erschaffen. Noch verrückter: Obwohl wir sie nicht sehen können. dass Gott zwar der Schöpfer der Lebewesen ist. dass bereits in den Veden von unzähligen Universen gesprochen wird. befinden sie sich an jedem Punkt des Universums . Ich verhafte nicht an ihnen.08 – 9.

diese sogenannten krishnabewussten Menschen machen es sich etwas zu einfach. Oder scheut er nur die Auseinanderseztung mit ihnen? Ich denke. dann wird es erneut mit allen seinen Wünschen in den Seinszustand. hat offensichtlich große Angst vor diesen „Toren“.“) Und nun möchte er sich am liebsten vor der „bösen“ Außenwelt. als den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung. noch die Existenz eines Schöpfergottes nachweisen kann. indem er mit dem Finger auf ihn zeigt und ihn als Toren bezeichnet.13) Ich denke. in einen neuen Körper hineingeboren. Obwohl man weder weiß. Für Evulotion ist da also kein Platz. Sie kennen nicht mein höheres Sein. wird sogleich von der Herrschaft der materiellen Welt befreit. Sie werden von feindlichen (atheistischen) und dämonischen Auffassungen angezogen. („Wer sich der höchsten Persönlichkeit Gottes. Sie flüchten 339 . als Toren bezeichnet. die nicht an Krishna glauben. schützen. Dieses zeugt von einem sehr ängstlichen Verhalten. die sich an meine göttliche Natur halten. es spricht von der Intoleranz der Bhagavad Gita.11 – 9. den es im vorherigen Leben hatte. So werden alle ihre Hoffnungen auf Befreiung zunichte gemacht. vor den Ungläubigen. Nach der Vorstellung der Veden entstehen alle Lebensformen mit der Erschaffung des Universums. verehren mich als unvergänglichen Urquell allen Seins. Wer so handelt.3 Hingabe an Krishna bringt großen Lohn Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Die Toren missachten mich in meiner menschlichen Gestalt. sondern unmittelbat durch den Eingriff eines Schöpfergottes. Dabei wird immer wieder von den „krishnabewussten“ Menschen betont. wenn sie alle Menschen. um nicht auf dem eigenen Weg beirrt zu werden. ob der Mensch wiedergeboren wird. Man möchte sich am liebsten von der übrigen Welt abschotten. oder durch zufällige Genveränderungen innerhalb der Arten. als Herr aller Lebewesen. Die Weisen. 9. schenken die Kreationisten den Worten der heiligen Schriften mehr Glaube. Dieses geschieht allein durch den Willen Gottes. Stirbt ein Lebewesen. dass der krishnabewusste Mensch gewissermaßen bereits das Krishnabewusstsein verwirklicht hat. Sri Krishnas. ergibt.“ (9.Arten und Mutationen nicht durch natürliche Selektion (Evolution).

Es ist darum davon auszugehen. so dass am Ende aus einem Menschen ein göttliches Wesen wird. Menschen hingegen. der höchste Gott. Dinge zu verherrlichen. was sie darunter verstehen.000 Jahren als Mensch auf der Erde inkarnierte. Aber man darf getrost davon ausgehen. 340 . Im Allgemeinen wird aber Vyasa als Autor der Mahabharata betrachtet. Aber die Menschen denen er begegnete. Somit dürfte es also unterschiedliche Autoren für die Texte geben. Es wird behauptet. als Schurken und Toren bezeichnet. genannt Vyasa. Die Bhagavad Gita ist ja bekanntlich ein Teil der Mahabharata. Krishna ist letzten Endes der Phantasie des Autors Krishna Dvaipayana. Noch niemals ist irgendeine Gottheit in Menschengestalt auf Erden erschienen. die Krishnabewusstsein besaßen.sich in ihre heile Welt bzw. dass vor etwa 5. die niemals die Möglichkeit haben. dass er kein reinkarnierter Gott war. der eine außergewöhnliche spirituelle Ausstrahlung besaß. Vyasa heißt aber Sammler. der die höchste Persönlichkeit Gottes anerkennt. werden als dämonische Atheisten. dass Krishna. In Wirklichkeit ist Krishna natürlich niemals auf Erden gewesen. Bei Jesus ist sicherlich ähnliches geschehen. Und dieses wird als Realität betrachtet. In Vers 12 stellt die Bhagavad Gita die Behauptung auf. dass die Texte der Mahabharata genau so wie die einzelnen Texte der Bibel über einen längeren Zeitraum entstanden und gesammelt wurden. sondern er erschien in transzendentaler Form und verkörperte ewige Glückselikeit und absolutes Wissen (Sat Chit Ananda). sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut. sie zu glorifizieren. erkannten in Krishna die höchste Persönlichkeit Gottes. von wem die einzelnen Texte der Mahabharata sind. die keinen Zugang zu Gott haben. Aber einige Menschen neigen dazu. die von Vyasa gesammelt wurden. und betrachten alle Menschen. entsprungen. dass nur derjenige Erlösung erlangen und sich von der sinnlichen Verhaftung befreien kann. der das Mahabharata geschrieben haben soll. die nicht den Weg des Bhakti-Yoga beschreiten. in das. Es mag zwar sein. betrachteten ihn offensichtlich als normalen Menschen.000 Jahren ein außergewöhnlicher Mensch (Yogi) lebte. Heute lässt sich nicht mehr ermitteln. als Sünder. vor etwa 5. Nur die Menschen. Natürlich war Krishna demnach kein gewöhnlicher Mensch aus Fleisch und Blut.

Am bekanntesten ist das Hare-Krishna-Mantra: „Hare Krishna. ausgeschlossen werden sollte. wie etwa Mahatma Gandhi einer war. die Ahnenspende. dass Krishna in transzendentaler Gestalt als Mensch auf der Erde erschien. die Shrutis sind die höchsten zeitlosen göttlichen Offenbarungen des Hinduismus. o Krishna. o Rama. das Opfer. Hare Hare Hare Rama. von allen Ritualen und Handlungen der Shrutis. zu verehren. Im Brhadvaisnava-Mantra heißt es. Hare Hare. um mich als den höchsten Herrn. der Mahatma erlange Erlösung. Krishna Krishna. indem er ohne Unterlass den Namen Krishnas chantet. das Feuer und die Opferung. Ich bin das Ritual. sollte man sofort ein Bad im Ganges nehmen. Andere wiederum opfern ihre Zeit dem Studium der heiligen Schriften. dass solche Aussagen ernst genommen wurden.Erlösung zu erlangen und deren Schicksal es ist. Sie streben zu mir und sind standhaft in den Gelübden.“) Hari ist ein Beiname Vishnus. Tor oder sonstwie bezeichnet. bitte gewährt mir Zuflucht und beschäftigt mich in eurem ewigen liebevollen Dienst. Entweder man stimmt den religiösen Aussagen ohne nachzudenken zu oder man wird als Atheist. um sich von dieser Infektion zu befreien. immer wieder in eine neue atheistische und dämonische Lebensart hineingeboren zu werden. der den Körper Krishnas für materiell hält. Krishna sprach zu Arjuna: „Immerzu verehren die großen Seelen mich. Er hatte also keinen materiellen (menschlichen). Zuvor wurde ja bereits davon berichtet. Ich bin die Opferbutter. daß jemand. was immer das auch sein mag. Von den Vaishnavas wird behauptet. Auch hier zeigt sich wieder die Intoleranz der Bhagavad Gita. Dieses ist sicherlich richtig.“ (9.14 – 9. Hare Krishna. dass das Mahabharata davon ausgeht. das Heilkraut und das heilige Mantra. als den Einen. Rama Rama. Und wenn man zufällig Krishnas Gesicht sieht.“ (übersetzt: „O innere Energie Gottes. sondern einen transzendentalen Körper. Rama bedeutet wörtlich „Freude“ 341 . mir hingebungsvoll zu dienen. aufgeteilt in viele. Man wundert sich schon. Sie preisen meine Herrlichkeit und bemühen sich. Diese Aussage charakterisiert wohl ein wenig den Charakter aller Religionen. die unter anderem die Veden und Upanishaden beinhalten. Hare Rama.16) Mahatma heißt wörtlich große Seele und ist die respektvolle Anrede für einen großen Yogameister.

der Yogi beginnt ruhiger und tiefer zu atmen. den Gott Rama. Durch das Chanten beruhigt sich die Atmung. sondern dass durch die Konzentration auf das Mantra. Er könnte jeden anderen Namen wählen. Offensichtlich war den Verfassern der Bhagavad Gita seinerzeit nicht bekannt. Aber der Mahatma erlangt nicht Erlösung. Sie ist unabhängig davon. Wer behauptet. nur der Krishna-Anhänger könne Erlösung erlangen. Ist jemand nicht gläubig. die wichtigste spirituelle Praxis. Die Mantrameditation führt also unabhängig davon zum Erfolg. der irrt. Um seinen Körper. der irrt ebenfalls. hingebungsvoller Dienst zu Krishna sei einfach. hier in Form der Mantrameditation. Buddhist. Moslem. wenn der Vaishnava den Namen Krishnas zum Chanten benutzt.). Wer behauptet. dann wählt er vielleicht das unter Shiva-Anhängern sehr beliebte Mantra „Om Namah Shivaya“ (Ich verneige mich vor Shiva. seine Emotionen und seinen Verstand zu kontrollieren ist unbedingt ein eiserner Wille erforderlich. so wird er sich mit großer Sicherheit ein anderes Mantra zum Chanten wählen. das über die Arterien in das Gehirn gelangt und im Gehirn vermehrt zu physiologischen Reaktionen führt. dass nicht das Chanten des Namen Krishnas zur Erlösung führt. die letztlich eine heilende Wirkung haben. sondern ein Heilungsvorgang. Ohne eine strenge Disziplin wird niemand das spirituelle Ziel erreichen. ob man Christ. sondern weil er überhaupt chantet. Hinduist. Womöglich hat aber der Name Krishnas für gläubige Vaishnavas eine ganz besonders positive Bedeutung. und dadurch Heilungsprozesse eingeleitet werden. Agnostiker oder Atheist ist. Ist er ein ShivaAnhänger. der hingebungsvolle Dienst bedarf keiner Askese. wenn er ohne Unterlass den Namen Krishnas chantet. Dann ist es natürlich sinnvoll.und bezeichnet den siebenten Avatar Vishnus. die Lungen nehmen dadurch mehr Sauerstoff auf. Das wird aber leider in der Bhagavad Gita bestritten. weil er speziell den Namen Krishnas chantet. es würde dasselbe Resultat liefern. die Atmung beeinflusst wird. Jude. Sie behauptet. Neben der Enthaltsamkeit ist die Meditation. Erlösung ist also kein übernatürlicher Prozess. Ohne tägliche Meditation und ohne Brahmacharya wird kein Yogi spirituelle Fortschritte 342 . ob man gläubig ist oder nicht.

Getreide.227 v. teils oberhalb. die Läuterung (von Herz und Seele) und die Silbe Om. das Reich. der Schöpfer und der Großvater des Universums. der Erhalter. um sie gnädig zu stimmen. Krishna sprach zu Arjuna: „Ich bin der Vater. am elften Tag nach Vollmond und am elften Tag nach Neumond. wozu natürlich auch die Erde gehört. sowohl 343 . der Erde befinden. Chr. die sich teils unterhalb. Maharloka und Dhruvaloka. September. Die Yogis und Mönche Asiens nehmen gegen 12 Uhr mittags die letzte Mahlzeit des Tages zu sich. aber nichts mehr gegessen. Tag der abnehmenden Mondphase des Monats Sravana (August/September) geboren. Darüber hinaus wird dem Yogi empfohlen. Ich bin die Unsterblichkeit und der Tod. Janaloka. am 6. erschaffe Regen und Trockenheit. Abends wird eventuell noch ein Glas Saft getrunken. der Herrscher. Ihnen folgen die Planeten des Sonnensystems. wird Satyloka oder Brahmaloka genannt. die Zuflucht und der beste Freund. der die Residenz Brahmas ist. der Zeuge. die Erhaltung und die Vernichtung. Krishna wurde vor 5. an einem Mittwoch. auf dem die Vorväter. Ein Yogi sollte selbstverständlich auch beim Essen Maß halten. Pitrloka ist der Ort. man spricht von den beiden Ekadasi-Tagen. Milch oder Somasaft. Ich bin das Ziel des Wissens. am 8. Dies gilt ebenso für alle Mantras die gechantet werden. die dem Pitrloka auf einem Altar dargebracht werden. die sich unterhalb der Erde befinden. Schließlich gibt es noch 28 höllische Planeten. Ich bin das Ziel. also 3. Dann folgen Tapoloka. wie gereinigte Butter. werden den Vorvätern geopfert.227 Jahren. ist der Krishnaloka.erzielen. Dann gibt es einige himmlische Planeten. der Samaveda und der Yajurveda. die Pitas. Alle Opfergaben. Der höchste Planet. Aber alle Opfergaben repräsentieren gleichzeitig Krishna. die Grundlage und der ewige Ursprung (der Same) allen Seins. Ich spende Wärme. auf denen sündhafte Menschen nach ihrem Tod bestraft werden. Ich bin der Rigveda. Selbst das Opferfeuer wird als Energie Krishnas betrachtet.. und um sie im Jenseits zu ernähren. zu fasten. damit sie einem wohlgesonnen sind. in großer Freude leben. gehört auch Pitrloka. Ich bin die Schöpfung. vom Jahr 2000 an gerechnet. Der höchste Planet auf dem Krishna wohnt. und am Geburtstag Krishnas. die Mutter. Zu den himmlischen Planeten.

als eins mit Krishna betrachten. dass Krishna der Ursprung allen Seins ist. Diese Aussage dürfte allerdings einige Schwierigkeiten für die Anhänger der Philosophie des Dualismus mit sich bringen. Sie verteufeln geradezu die Monisten. den Gottesbegriff. aus denen sich dann leicht religiöser Fanatismus entwickelt. das Unerklärliche zu erklären. dass die Schöpfung Ausdruck Krishnas. die auf eine strikte Trennung der transzendentalen und der materiellen Ebene bestehen. sowie die zeitliche und räumliche Entwicklung. die Unstimmigkeiten zwischen den Monisten und Dualisten rührt daher.17 – 9. sie dienen eigentlich nur dazu. und andererseits eine strikte Trennung zwischen der tanszendentalen und materiellen Ebene fordern. Es werden allerlei Götter.und Unterwelten erdacht. verwickeln sie sich in Widersprüche. sich Krishna zu nähern. Das sehen die Anhänger des Dualismus natürlich etwas anders. indem sie behaupten. das Universum. so kritiklos akzeptiert? Hinzu kommt sicherlich auch.das Sein als auch das Nicht-Sein. die ebenfalls der Manifestation Krishnas entsprechen. mit dem menschlichen Intellekt zu erfassen. auf der fortgeschrittenen Stufe des Krishna-Bewußtseins macht man keinen Unterschied mehr zwischen der transzendentalen und der materiellen Ebene. Was übrig bleibt sind am Ende othodoxe Ideologien. Wenn die gesamte Schöpfung Ausdruck Krishnas ist. Dieser Versuch kann aber nur misslingen. die 344 . Dann sieht man nur Krishna in allen Dingen. ein Bestandteil Krishnas und somit Krishna selbst sind. Wenn die Dualisten einerseits behaupten. Dieses entspricht der Philosophie des Monismus. dass die Menschen. wonach alles seinen göttlichen Ursprung in Krishna hat und alles Krishna selber repräsentiert. Diesen Widersprüchen versuchen sie offensichtlich dadurch zu entgehen. die sich als Ebenbild Krishnas. er ist gewissermaßen das Ebenbild Krishnas. von der die einen behaupten. dass man krampfhaft versucht.“ (9.19) Es wird an dieser Stelle in der Gita gesagt. dann ist auch der Mensch eine Verkörperung Krishnas. Es wird versucht. die bestrebt sind. Ich denke. die vedischen Prinzipien zu verstehen. sie seinen eine Verkörperung Krishnas und die anderen behaupten. das Unerklärliche. die zu Widersprüchen neigen. Warum aber werden die Götter.und Unterwelten. dass man die wirklichen spirituellen Erkenntnisse.

und erhalte ich.22) Indra ist eine hinduistische Gottheit.und Dämonenwelt zufriedengestellt. der in vielen Gestalten und Bedeutungen in indischen Mythen erscheint. volkstümlichen religiösen Ritualen und Epen getragen wurde. und allein an mich denken. Nachdem sie dort himmlische Sinnesfreuden genossen haben. der jedoch im heutigen Glaubensleben kaum noch Bedeutung zukommt. Bei friedvollen Gottheiten ist er ein Zepter.Erkenntnisse des Yoga. der Allgemeinheit vorenthalten hat. symbolisiert die Unzerstörbarkeit. Sie werden auf dem Planeten Indras wiedergeboren und genießen himmlische Freuden. er ist die Schlange und der Zerschmetterer jeden Widerstandes. der himmlische Vorfahr aller indischen Elefanten. „ohne den kein Sieg möglich ist. Seine Waffe ist der Donnerkeil. verehren mich indirekt. Dadurch aber blieb der breiten Masse das wirkliche Verständnis für die Lehre des Yoga weitgehend verschlossen. was sie besitzen.20 – 9. Krishna sprach zu Arjuna: „Die Kenner der Veden. Denjenigen aber. wunschbesessen. zur Erde zurück. kehren sie. Er ist der große Eroberer. bei zornvollen Gottheiten eine unzerstörbare Waffe. den man im Kampfe anruft. Indra hat stark anthropomorphe (menschliche) Züge. die mich mit Hingabe verehren. trinkt Soma. der auch das essentiellste Symbol des Vajrayana-Weges (Tantra) ist. die von Mythen. gebe ich. wenn ihre Verdienste erschöpft sind. gemäß der Lehre der Veden. In der frühhinduistischen vedischen Religion war Indra der höchste. er bringt Materielles (Wohlstand) zum Blühen und bestraft die Lüge. So aber bleiben sie. des Sturmes und des Regens. Die Allgemeinheit wurde dafür mit einer bunt schillernden Götter. Indra gilt in den Veden als der „König der Götter“. im Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. der erschlägt. Vajra. Der Vajra ist das vorherrschende Symbol bei allen Darstellungen von Gottheiten. Ursprünglich soll ein Vajra aus 345 . weil sie die himmlischen Planeten erreichen wollen. was sie brauchen. Er tötet mit seiner Keule den Drachen und befreit die Kühe aus dem Felsen.“ (9. ein berauschendes Getränk.12. Indras Reittier ist der Riesenelefant Airavata. kriegerische Gott des Himmels. Der Vajra.“ (Rigveda 2.9) Er war der Gott der Krieger. Nach dem Veda ist er es. der das Wasser am Fließen hindert. die den Somasaft trinken.

dass viele Gläubige diese Darstellungen wörtlich nehmen und nicht den dahinter liegenden tieferen Sinn sehen. den Menschen den Weg zur Erlösung in aller Deutlichkeit und in einer Form aufzuzeigen. dass diese Aussagen den Vorstellungen der Zeit entspricht. aufgebraucht ist. [131][132] Ob diejenigen.einem Meteoriten. dem himmlischen Planeten Krishnas. müssen sie wieder zur Erde zurückkehren. Deshalb müssen sie anschliessend zur Erde zurückkehren. Es wird gesagt. dass die vedenkundigen Somatrinker ihm nur indirekt dienen und deshalb nicht auf dem Krishnaloka. in einem Palast auf der Spitze des Berges Meru. Sollte man nicht einmal Abstand von solchen Vorstellungen nehmen und den Menschen ehrlich sagen. Man fragt sich. wenn ihr positives Karma. als Speerspitze eines ethisch getragenen Fortschritts. Indra wohnt. ewige Befreiung erlangen. wenn er denn vorhanden ist. Dort können sie zwar ihre Sinne hunderttausendmal besser befriedigen als auf der Erde. es wirklich tun. im Mittelpunkt des Universums. um in den Himmel zu gelangen. ob diese Mythologie irgendjemandem hilft. sondern anderen Göttern ihre Opfer darbringen. dem Wohnsitz der Götter und Schutz-Gottheiten. Auf alle Fälle sagt Krishna. für immer dort zu bleiben. wie es der heutigen Zeit entspricht? Sicherlich muss dann manches hinterfragt und eventuell auch über Bord geworfen werden. Aber bestimmt würde solch eine Verjüngungskur allen Religionen bestimmt gut tun und frischen Wind in die Kirchen. sondern zum Planeten Indras aufzusteigen und dort eine Zeit großer Seligkeit erfahren. die den Somasaft trinken. laut hinduistischer Mythologie. Leider ist es ihnen nicht vergönnt. Moscheen und Tempel bringen. denn man sollte nicht vergessen. Warum verstehen es die Religionen nicht als ihre Aufgabe. aber am Ende. welches sie in ihrem Vorleben erworben haben. um den leidvollen Weg als Mensch erneut anzutreten. in der die Bhagavad Gita geschrieben wurde? Sollten die Religionen es nicht endlich einmal als ihre Aufgabe verstehen. dass diejenigen. aus dem Eisen des Himmels hergestellt werden. von den Verunreinigungen der niederen Natur gereinigt werden und dadurch nach dem Tod zu den himmlischen Planeten gelangen. der gesellschaftlichen Entwicklung 346 . sei einmal dahingestellt. die sich nicht Krishna direkt zuwenden. und wird daher auch der „Herr der Himmel (Svargaloka)“ genannt.

von denen er immer wieder herunterfällt. Es wird gesagt. dann würde sie im Zentrum der Gesellschaft stehen und regen Zulauf haben. keine Wiedergeburt. Sie entspringen der Phantasie sogenannter Weiser oder den „Heiligen Schriften“. sie suchen nach Antworten und die Religionen sollten es als ihre Aufgabe verstehen. ihr Impulse und neue Denkanstöße zu vermitteln? Noch ist es eher so. Die Menschen haben so viele Fragen. dass er die Fehler vermeidet. der gegen seine eigene Natur verstösst. Sie sollte ihnen einen Weg weisen. auf der das Vedanta-Sutra hinweist. Dazu müsste sich zuvor. Möchte er sich von diesem Leid befreien. Sicherlich ist es nicht ratsam. ist also die Tatsache. dann sollte er sein Leben so gestalten. keine Höllen. die Seligkeit zu erlangen. dass der Mensch. dass jemand. Wenn die Religionen dies wirklich als ihre primäre Aufgabe verstehen würden. der nicht die spirituelle Reinheit erlangt. noch über die Wiedergeburt oder über eventuell existierende Götterwelten. jede modische Bewegung mitzumachen. irgendwelche Aussagen gemacht werden können. auf ihren Wahrheitsgehalt. dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt. Es kann bei der spirituellen Entwicklung also immer nur darum gehen. der dafür gesorgt hat. so muss man erkennen. dieses mit Leid bezahlt und zwar in seinem jetzigen Leben. dass weder über Krishna. Es war sein eigener Lebenswandel. Krishna als Quelle allen Seins zu erkennen. Aber schaut man sich einmal die oft mythologischen Darstellungen der Bhagavad Gita an.voraus zu eilen. den Menschen diese Fragen zu beantworten. die er sich immer erträumt hat. dass er diese Seligkeit niemals erfahren hat. Auch die Genesung von psychischen Erkrankungen ist ein Heilungsprozess. Weiter sollte der Mensch wissen. die Seligkeit im jetzigen Leben zu erlangen. dass hier dringender Handlungsbedarf vorhanden ist. Reduziert man solche Aussagen. Dazu braucht man keine Himmel. wie sie die Seligkeit bereits in ihrem jetzigen Leben erreichen können. dem es also nicht gelingt. dass die Religionen im allgemeinen dem Bewusstseinswandel der Zeit hinterher laufen. die ihn krank gemacht haben. Was von der Aussage übrig bleibt. dann hat man schon das Gefühl. Es geht schlicht und einfach um einen Heilungsprozess. das endgültige Ziel des Lebens verfehlt und darum immer wieder zu höheren Planeten aufsteigt. keine 347 . der ihnen allgemeinverständlich aufzeigt. aber einiges verändern.

größeren Einfluss auf dieses Energiefeld zu nehmen und dadurch die Geschicke unserer oder zukünftiger Zeit positiv zu beeinflussen? Bisher besteht dieses Modell nur in der Theorie. selbst durch ein bescheidenes spirituelles Leben. und zwar allein hier auf Erden. 348 . dass die kleinsten Elementarteilchen. die wir mittels spiritueller Techniken erzeugen. kann bereits der Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwo am Amazonas. den Menschen zu entmündigen. Zen oder Autogenes Training. ist die vollständige Genesung von Geist und Psyche. die Strings sich zu Galaxien. was dazu führt. welche Eigenschaften solch ein Energiefeld besitzen würde oder ob es etwa Ausdruck des Göttlichen wäre. die eindimensionalen Strings. was man schließlich als Krishnabewusstsein bezeichnet. Solche Mythologien dienen allenfalls dazu. Wir wissen natürlich nicht. Alles andere ist Mythologie. Das. darum vermag natürlich niemand zu sagen. dass die Schwingungen dieses Energiefeldes sich harmonisieren? Laut der Chaostheorie. das aus lauter vibrierenden Strings besteht und dass sich dort. damit er sich. wo die Schwingungen einer speziellen Frequenz entsprechen. Weiter wird gesagt. Meditation. die elementaren Bausteine der Atome erzeugen. Sternen und Planeten verdichten? Kann es sein. in einem zehndimensionalen Raum-Zeit-Kontinium schwingen und durch die unterschiedlichen Frequenzen ihrer Schwingungen. Ich stelle mir manchmal die Frage. Ist nicht das ganze Universum Ausdruck irgendwelcher Schwingungen? In der Stringtheorie wird behauptet. untertänig seinem Schicksal fügt. dass sich diese Strings in jedem Punkt des Universums befinden. die den Menschen auf das nächste Leben vertrösten. im Sinne der Herrschenden. dass wir besonders durch spirituelle Praktiken. zu einer Naturkatastophe an einem fernen Punkt der Erde führen. einen positiven Einfluss auf dieses Energiefeld nehmen können. Haben wir also als Menschen die Möglichkeit. die man als Seligkeit erfährt. Aber wir haben Einfluss auf unseren Körper und können dadurch unsere Heilung beeinflussen. ob wir wirklich Einfluss auf solch ein Energiefeld haben. Ist das Universum also in Wirklichkeit ein Ätherfeld. wie zum Beispiel durch Beten.Götter und keine Mythologien. ob spirituelles Bewusstsein nicht Ausdruck einer speziellen Schwingung ist.

dass allein ihrem Gott Opfer dargebracht werden sollten. dass allein ihr Gott. wer der wahre. der andere Götter verehrt und ihnen Opfer bringt. geht zu den Vorfahren. Es wird also gar nicht so einfach sein. in welcher Form er sich dem Göttlichen zuwenden möchte. Schließlich ist auch Krishna nicht der höchste Gott. Wer meine wahre Natur nicht erkennt. mit einer ähnlichen Begründung. der kommt zu mir. obgleich er es ohne das rechte Verständnis tut. heraus zu finden. wenn er sich zur Religion hingezogen fühlt? Ist daher Krishnas Drohung. falls er ihn nicht selber verehrt. Vishnu und Shiva bezeichnet. Sollte man also statt Krishna nicht lieber Vishnu anbeten? Aber auch Vishnu ist nicht der höchste aller Götter. wie man die Dreieinigkeit der drei großen hinduistischen Götter Brahma. wird unter den Göttern wiedergeboren. Leider gibt es auf der Welt noch etwa 350 weitere Religionen. angebracht? Schließlich handelt der Gläubige in der besten Absicht und aus der 349 . der höchste Gott. dass allein ihr Gott ewige Seligkeit verleihen könne. Sicherlich wird jeder tausend Gründe nennen. wird unter den Geistern wiedergeboren. könnte jeder andere. verehrt in Wirklichkeit nur mich. ist.23 – 9. ich sollte einmal zur nächsten Jahreshauptversammlung gehen und die Geister und Götter fragen. sondern nur Bestandteil der hinduistischen Trinität. der höchste aller Götter ist. Und wer mich verehrt. Wer Geistern opfert. wer denn nun der höchste aller Geister und Götter ist. die ebenfalls davon überzeugt sind. Wer die Vorfahren verehrt.Krishna sprach zu Arjuna: „Selbst der. ihm der Zutritt zur ewigen Seligkeit zu verwehren. der kommt zu Fall. wem dem nun dieser Titel gebührt. Alle Opfer werden mir allein dargebracht. Genau so wie Krishna dieses Recht für sich in Anspruch nimmt. Sollte man es nicht jedem Menschen selber überlassen. Ich glaube.“ (9. Aber jede hinduistische Strömung nimmt natürlich für sich in Anspruch. dass allein ihr Gott den Weg zu den himmlischen Planeten kennt. dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen. warum ausgerechnet er der höchste aller Götter ist und warum alle Opfer ihm dargebracht werden sollten. Wer die Götter verehrt. sondern nur eine Reinkarnation Vishnus. wie sich alle Götter und Geister auf der Jahreshauptversammlung der Götter und Geister auf dem „Planeten der Streitsüchtigen“ treffen und sich darüber streiten.25) Ich stelle mir vor.

zumal alle Philosophien nur Versuche sind. aber nicht unbedingt die Realität wiederspiegeln? Sollte man sich darum nicht für liberalere Strukturen innerhalb der Religionen einsetzen? Es wird immer wieder behauptet. dann würde allerdings in der Gesellschaft große Not herrschen. die Pita-Planeten erreichen. zum Mond. dass er erst nach seinem Ableben auf die Sonne bzw. Raksa oder Pisaca werden. Der Vorteil. bereits zu Lebzeiten erfüllt werden sollen. das Unerklärliche zu verstehen. Sollte man daher nicht vielleicht doch etwas mehr Toleranz walten lassen. um die Veden zu studieren. die Amerikaner seien die ersten Menschen auf dem Mond gewesen. Ihr erinnert euch sicher noch daran. dass dann. in großer Freude leben. der nicht die Veden studiert hat. zur Sonne oder zu irgendeinem anderen Planeten zu gelangen. Liebe Leute. die die Toten für ihre Sünden quälen. er das gewünschte Ziel erreichen kann.Überzeugung heraus. Ist der Hinduismus wirklich so streng. wenn er den vedischen Prinzipien folgt. bestimmte materielle Wünsche auf Erden erfüllt werden. um deren Willen man den Mond verehrt. Auch heute noch sind z. dass die Wünsche. als die Veden geschrieben wurden. Von einem Vedenkenner wurde einmal gesagt. die für diesen Zweck empfohlen werden. dass die meisten Menschen nicht einmal lesen konnten. dass der Pitrloka der Ort ist. Sonne und Mond werden verehrt. Yaksa. nach Ansicht der Veden. dieser vedischen Prinzipien ist allerdings. Dämonen. In ihnen steht nämlich geschrieben. er habe 30 Jahre benötigt. Dieses hätte allerdings den kleinen Nachteil. Nach den Vorstellungen der Veden kann man auch zu den zahlreichen Planeten der Geister gelangen und dort ein Yaksa. dass er jeden Unwissenden. In ähnlicher Weise kann man übrigens. Die Magie 350 . wenn jemand den Wunsch hat. B. den Mond gelangt. weil dadurch. im nord-westlichen indischen Bundesstaat Rajasthan 45 Prozent der Männer und 80 Prozent der Frauen Analphabeten. denn ihr kennt offensichtlich die heiligen Schriften nicht. wenn man ein besonderes Feueropfer durchführt. Kann man dieses vom einfachen Mann erwarten? Wenn jeder so fleißig die Veden studieren würde. und zwar speziell im dem Teil der Veden. ihr irrt euch. bestraft? Man bedenke. Die Pisaca-Verehrung wird auch als „Schwarze Magie“ bezeichnet. dass sein Handeln auf fruchtbaren Boden fällt. die Pitas. Raksa und Pisaca sind Teufel bzw. der die Opferhandlungen behandelt. auf dem die Vorväter.

Nach dieser Aussage würde man bereits Erlösung erlangen. selbst deine Askese. die ihre Speisen nicht Krishna opfern. Ansonsten kann ich keinerlei Sinn darin erkennen. eine Frucht oder etwas Wasser opfert. den Krishna übrig lies. die die Überreste der Opfer verzehren. sie essen die Sünde. Vers des 3.wird normalerweise als rein materialistische Spiritualität betrachtet. Durch die Entsagung (der Fesseln der guten und schlechten Taten) wirst du befreit und gelangst zu mir.“ (9. Aber diejenigen. Milch und 351 . als einer traditionellen Vorschrift zu folgen. Sinnvoll hingegen erscheint mir. Kapitels der Bhagavat Gita sagt Krishna. von allen Sünden erlöst werden. die sich irgendjemand ausgedacht hat und der nun alle aus Gewohnheit folgen. mir scheint Krishna ist kein besonders hungriger Gast. So brachte der Gläubige seine Speisen Krishna dar und aß dann den Rest. nämlich Gemüse. Krishna nimmt nach den Vorstellungen der Veden diese Opfergaben entgegen und erweist dem Opfernden dafür seinen Dank. bringe sie mir als ein Opfer dar. Im 13. Der reine Gottgeweihte aber wendet sich nur Krishna oder Vishnu zu und erreicht dadurch das Krishnaloka. Und von Sünden ist durch dieses Opferritual sicherlich noch niemand befreit worden. die gute und schlechte Taten dir bringen. zumal man sich ohnehin von den Fesseln der fruchtbringenden Taten. was du opferst und verschenkst. So wirst du frei von allen Fesseln.26 – 9. die ewige Seligkeit. dann mag sie durchaus sinnvoll sein. dass nur die. den die Opferhandlung mit sich bringt. Wenn man die hinduistische Opferzeremonie unter diesem Aspekt betrachtet. so nehme ich es reinen Herzens an. Getreide. was du isst. eine Blume. also von dem Lohn. um damit den Segen Krishnas zu erbitten. Was du tust. um Gott für Speise und Trank zu bedanken. wenn man seine Speisen Krishna opfert und die Überreste. Krishna sprach zu Arjuna: „Wenn mir jemand liebevoll ein Blatt. Der Opfernde hingegen möchte sich aber in der Regel durch seine Opferhandlungen die Großzügigkeit Krishnas erkaufen. Auch im Christentum sprechen viele Gläubige vor der Mahlzeit ein Gebet. befreien soll. dass man Krishna nur ganz bestimmte Opfer darbringen sollte.28) Der gläubige Hindu bringt Krishna seine Opfer dar. verzehrt. Früchte.

Rohkost enthält davon mehr als gekochte Lebensmittel. Sie regt die Leidenschaften an und macht den Verstand träge. Trinke nicht vor dem Essen. Alkohol und Nahrungsmittel. Iss langsam. Die vegetarische Ernährung ist dem erhabenen Denken und der Konzentration auf das Spirituelle (Göttliche) in hohem Maße förderlich. Nudeln. die besonders stärkehaltig sind (Kartoffeln. Die Art der aufgenommenen Nahrung bestimmt den Charakter des Menschen. Ernähre Dich alle sechs Monate eine Woche lang von frischem Obst. zu denen auch Fisch und Eier gehören. Trinke reichlich nach dem Essen. Eine vegetarische Ernährung macht den Verstand aktiv. Brot. subtil und scharf. Tee. Käse. Teigwaren). sie sollte wenigstens 80% der Ernährung ausmachen. Ballaststoffe sind enthalten in: Gemüse. Nüsse. Nur so kann Selbstverwirklichung erlangt werden. Die Nahrung muß auch Ballaststoffe (Ballaststoffe sind Pflanzenfasern. Das wird die Ausscheidung von Unreinheiten aus dem Organismus fördern. Zu scharfe Gewürze. um die Darmperistaltik (Kontraktion der Darmmuskulatur) anzuregen. Eine schlechte Verdauung. Rohkost ist besser als gekochte Nahrung. Ein Fleischesser kann weder ein Philosoph noch ein Weiser sein. Sie ist besser für die Blutbildung und stärkt den Körper mehr. Volkornprodukten) enthalten. Reis. Honig. Kaue die Nahrung gründlich. sollten alle Sinne nur mit reiner Nahrung versorgt werden. Frisches Obst. Sie verhindern Verstopfung und sorgen für eine schnellere Verdauung. Milch. Datteln und Mandeln sind besonders nutzbringend. Nach den Vorstellungen Swami Sivanandas über die Vorschriften der yogischen Ernährung. Getreide. Iss nur. Fleischkost macht den Menschen unsensibel und grob. Fleisch. wenn Du hungrig bist. Zucker und Fette und alle anregenden Getränke sollten vermieden werden. Sie schenkt eine größere Vitalität als eine Ernährung mit tierischen Nahrungsmitteln. hervorgerufen durch schweres Essen oder ungesunde Reiznahrung. Fisch und Eier dagegen sollten Krishna nicht geopfert werden und somit auch nicht verzehrt werden. 352 . Nur so wird der Geist rein. wird eine Reihe von Reflexreaktionen in den Nervenzentren bewirken. Die Ernährung muß sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt werden. Kaffee. Salat und rohes Gemüse.Wasser. denn das löst die Magensäfte auf und ruft zudem eine schlechte Verdauung und viele Magenbeschwerden hervor. Getreide.

wird der Magen zuviel arbeiten. dem ersten Teil des Dünndarms. die Menschen zu einer gesunden Ernährung zu erziehen? Es wäre zumindest durchaus sinnvoll. Durch Fasten werden Gifte ausgeschieden. regt den Speichelfluß an. 75 Jahre) besitzen und ausserdem streitsüchtig. [133] Liegt das Geheimnis der Opferhandlungen vielleicht gar nicht in den Opferhandlungen selber. sondern eher darin. der innere Mechanismus wiederhergestellt. Iss mäßig. Sollte man die Opferrituale selbst nicht einmal überdenken? Es wird immer wieder behauptet. Iss nur. Ganz im Unterschied zu einer großen Menge halb gekauter Nahrung sättigt eine kleine Menge gut gekauter Nahrung viel besser. Es ist sehr gefährlich. an und lösen die Produktion von Hormonen aus. wie oft wir gegen die Regeln einer gesunden Ernährung verstoßen. 353 . jeden Bissen so sorgfältig zu kauen. um den Geist zur Erleuchtung zu führen. irregeleitet. sichert eine bessere Verdauung. eine leichtere Arbeit für den Magen und produziert eine geringere Menge von Ausscheidung. faul. dass im jetzigen Zeitalter des Kali-Yuga. dem eisernen Zeitalter. die Nahrung zu zerkleinern. Wenn Du nicht richtig kaust. Faste einmal pro Woche. wenn alles andere versagt hat. Ashtanga-Yoga (RajaYoga) und speziell die Meditation zu praktizieren. Die gesteigerte Speichelproduktion hat ihrerseits die Tendenz. Es wird an ihm liegen. liegt darin. Diese Säfte wiederum regen die Schleimhaut des Zwölffingerdarms. Reduziere gekochte Speisen auf ein Minimum. Überlade Deinen Magen nicht. und die Organe können sich erholen. es zu vernachlässigen.Appetitanregende Nahrung zu sich zu nehmen und diese gut zu kauen. daß er die Kehle wie eine Flüssigkeit hinunterfließt. Iss nur zweimal täglich zu festgelegten Zeiten. die Nahrung optimal zu nutzen und ihre gute Verdaulichkeit zu sichern. dem Zeitalter des moralischen Niedergangs. Fasten ist ein natürliches Heilmittel. Iss nichts zwischen den Mahlzeiten. Das Kauen der Nahrung ist also überaus nützlich. da die Menschen nur eine kurze Lebensdauer (ca. Es kann die Gesundheit wieder herstellen. nur noch wenige Menschen die Fähigkeit besitzen. wenn ich mir ansehe. die Absonderung von Verdauungssäften zu aktivieren. Vielleicht sollte man deshalb statt der Opferrituale. wenn Du tatsächlich hungrig bist. die Regeln einer gesunden Ernährung mehr in den Vordergrund stellen. Gutes Kauen beugt Verdauungsproblemen vor und heilt sie. Das Geheimnis.

Ashtanga auszuüben. [134] Auch Arjuna sagt in der Bhagavad Gita (6. Aber auch dem Ashtangayogi wird die Hinwendung zu Gott empfohlen. Schaut man aber einmal genau hin. dass die Menschen des Satya-Yuga. Dies wird jedenfalls in der Shrimad Bhagavatam 1.“ In der Shrimad Bhagavatam ist weiter zu lesen. dass sie eigentlich fast identisch sind.000 Jahre betragen haben. auf das Dritte Auge oder auf ein Mantra konzentriert. Der kleine Unterschied zwischen diesen beiden Yogaarten besteht darin. Es wird gesagt.10 behauptet. Davon sollen sie etwa 30.33 . eine lange Lebensdauer und große köperliche Stärke. macht eigentlich keinen wesentlichen Unterschied. angeblich alle Voraussetzungen besaßen. um zu Gott zu finden. dass der Bhaktiyogi etwas stärker die religiöse Komponente betont als der Ashtangayogi. Ihre durchschnittliche Lebensdauer soll etwa 100. dem Zeitalter des Streites und der Heuchelei. waren die Menschen des Satya-Yuga friedlich. stürmisch.34) zu Krishna: „Das Yogasystem (Ashtanga). Bhakti-Yoga zu praktizieren und den heiligen Namen Krishnas zu chanten.6.000 Jahren zu Ende gegangen ist.000 bis 50. allen Geschöpfen wohlgesonnen. unmöglich ist. wie überragende Intelligenz.597. verwendet haben. denn der Geist ist ruhelos und unstet. daß es für die Menschen des gegenwärtigen KaliYuga. welches gemäß vedischen Berechnungen vor genau 2. Ihn zu bezwingen erscheint mir schwieriger. widerspenstig und sehr stark.000 Jahre für asketische Meditation. der Bhaktiyogi solle den Namen Krishnas chanten. Stattdessen empfehlen sie. Obwohl Arjuna als Freund Krishnas alle guten Eigenschaften besaß. sowie für innerliche und äußerliche Sinneskontrolle. Ashtanga-Yoga zu praktizieren. dass sich Bhaktiyoga und Ashtanga-Yoga eigentlich nicht sehr voneinander unterscheiden. Deshalb wird von einigen Hindus angenommen. Nach den Vorstellungen der Shrimad Bhagavatam.1. weigerte er sich. dann stellt man fest. als den Wind zu beherrschen. in allen Situationen ausgeglichen und stetig und sie kannten kein Neid. erscheint mir undurchführbar und unerträglich.unglücklich und vor allem mental gestört sind. dass der Ashtangayogi Yogaübungen und Atemübungen praktiziert. der Bhaktiyogi hingegen nicht. Der Geist ist ruhelos. Darum 354 . das Du mir erklärt hast. Ein weiterer Unterschied besteht darin. Und ob der Yogi sich bei der Meditation auf die Atmung. dem goldenen Zeitalter. Ashtanga-Yoga zu praktizieren. Das Chanten ist aber nichts anderes als eine Mantrameditation.

Krishna sprach zu Arjuna: „Ich bin zu allen Wesen gleich. die Menschen des Satya-Yuga seien 100. Dazu musste er zu allen Zeiten Brahmacharya praktizieren und kontemplative Praktiken anwenden. in denen die Mensch einen leichten Zugang zur Spiritualität hatten. Dvapara. und es werden ihm menschliche Motive unterstellt. Sicherlich hat auch niemals ein Mensch länger gelebt als in heutiger Zeit. ist in mir und ich in ihm. geht nicht zugrunde. Doch wer mir in Hingabe dient. in diesem Punkt wird Krishna mit menschlichem Maßstab gemessen. weil die Gesundheitsvorsorge niemals so gut war wie heute. so musste er zu allen Zeiten den mühevollen Weg des Yoga auf sich nehmen. Selbst der größte Sünder kann zu einem Heiligen werden. Ob diese kontemplativen Praktiken aus der Meditation. Soll erst einmal jemand diese Zeitalter nachweisen.000 Jahre alt geworden. Darüber hinaus stelle ich generell die Vorstellungen der vedischen Kosmologie in Frage. Kali) gibt.kann ich der Aussage der Shrimad Bhagavatam eigentlich nicht zustimmen. Mit großer Wahrscheinlichkeit. ist dabei eigentlich nebensächlich. kann man die vier Weltzyklen der Mythologie zuordnen. nach der es vier unterschiedliche Zeitalter (Satya. Wollte der Mensch spirituelle Fortschritte machen und Erlösung erlangen. besteht darin. dass er keinen Unterschied zwischen den Menschen macht.“ (9. den ich sehe. die ihm treu ergeben sind und sie in ihm. Behaupten kann man viel. Es widerspricht sogar dem zuvor 355 . aber im nächsten Moment verkündet. dass er weder jemanden liebt. Weder hasse. dass er in denen ist. dem Autogenen Training oder aus anderen kontemplativen Techniken bestand.29 – 9. wenn sich darunter leider auch ein Wermutstropfen mischt. noch liebe ich jemanden. Auch gab es sicherlich niemals eine Zeit. dass Krishna zunächst verkündet. entspringt ebenfalls der mythologischen Phantasie. wenn er mich verehrt. Mir scheint. noch jemanden hasst. dem Zen. der Mantrameditation. Wer mich verehrt. wenn sie sagt. Rasch wird er ein frommer Mann und erlangt ewigen Frieden. dem Beten. Tretaa. die vier Weltzyklen repräsentieren. Die Behauptung.31) Diese Worte Krishnas sind weise und haben etwas tröstendes. Der Wermutstropfen. dass im Zeitalter des Kali-Yuga der AshtangaYoga keine Früchte trägt. Dies blieb ihm zu keiner Zeit erspart.

Wahrscheinlich soll also mit der Behauptung. einen spirituellen Weg zu beschreiten. noch jemanden hasst. Wenn die Bhagavad Gita sagt. Man könnte nun einerseits sagen. mit der Erlösung. können sie sich zu selbstständigen und selbstbewussten Menschen entwickeln. dann ist dies eine Aussage. wie sie ihr Dasein gestalten? Ist es nicht in der Erziehung genau so? Nur wenn die Eltern die Kinder irgendwann loslassen. einen neuen Anfang zu machen. die einen spirituellen Weg beschreiten. den Menschen den rechten Weg zu weisen? Wurde nicht immer wieder gesagt. der in Krishna ist und Krishna in ihm. ihm menschliche Motive zu unterstellen. dass es geschieht. Hauptsache ist. man könnte aber mit gleicher Berechtigung sagen. Im Bewusstsein der Gläubigen bleibt dann das Bild eines allwissenden und vermenschlichten Krishnas haften. wer wen angeregt hat. zieht sich durch die ganze Bhagavad Gita und andere heilige Schriften. dass Krishna es den Lebewesen selber überlässt. mit dem Finger auf andere zu 356 . Im Grunde genommen ist es also egal. Es wird gesagt. die Möglichkeit ein. mit dem Zusammensein mit Krishna. dass der. dass er einen spirituellen Weg beschreitet. dass denjenigen das höchste Glück beschieden wird. dass man versucht. Das Verhalten. die mir gefällt. Gibt es nicht viele Dinge in unserem Leben. dass er weder jemanden liebt. Dies ist eigentlich eine Vorstellung. Oder ist Krishna etwa dafür zuständig. Bestärkt wird dieses Bild durch die Vorstellung. sich Krishna als einen Menschen vorzustellen. Ich würde diese Aussage so interpretieren. der nach menschlichen Vorstellungen zwischen gut und böse unterscheidet. Sie spricht von wirklicher Güte und räumt jedem. dass sie diesen Weg allein gefunden und allein beschritten haben. dass Krishna in menschlicher Gestalt auf die Erde erschien. Dabei kommt dann gewissermaßen ein Gottmensch mit übermenschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten heraus. ihm menschliches Denken und Handeln. dass Krishna ihnen diesen Weg gewiesen hat. der auf seinem Lebensweg vom rechten Weg abgekommen ist. wo gesagt wurde. die seinen Wegen folgen. belohnt wird. ausgesagt werden. dass selbst der größte Sünder zum Heiligen werden kann. die wir heute bereuen? Es hat wohl niemand das Recht. wie sie in der Kinderbibel stehen könnte.gesagten. dass Krishna in denen ist und sie in ihm. Dieses verzerrte Bild des Göttlichen kommt dadurch zustande. Krishna zu vermenschlichen. der am Ende mit der höchsten Seligkeit.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse unter denen er lebt und seine soziale Prägung erhält. Lebt jemand unter sozial ungünstigen Verhältnissen. inklusive der Sicherungsverwahrung. die er benötigt. vielen Aussenstehenden bereitet es sogar große Freude. Ich persönlich halte alle Haftstrafen. Eines bedingt das andere. wenn er leidet. als wenn er in sozial stabilen und finanziell gesicherten Verhältnissen lebt. dass wir jedem vergeben. Dieses sollte sich sogar in den juristischen Gesetzen niederschlagen. mit dem Finger auf andere zu zeigen. neigen dazu. über sein Leben. Mit großer Wahrscheinlichkeit entwickelt er sich durch den permanenten Hass. Besonders die. aber dies sollten Ausnahmen bleiben. Sieht man sich außerdem den Verwahrvollzug an. so ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer. der diesen Verhältnissen entspricht. so hätte er wirklich die Möglichkeit. nachzudenken und es zu verändern. weil niemand seine stummen Hilferufe erhört. in denen vorwiegend Einwanderer leben. Selbst höhere Strafen haben in der Regel keine abschreckende Wirkung. Und es ist äußerst schwer. dass er in seinem Leben kriminell wird. Würde man ihm aber die Hilfe geben. obwohl dies gerne getan wird. auf den rechten Weg zurück zu finden. In die jeweiligen Verhältnisse wird er hineingeboren. dass es ein Für oder Wider sachlich abwägt. für absolut inhuman. den er empfindet. sich aus schwierigen gesellschaftlichen Verhältnissen zu befreien. Unsere Humanität sollte sich darin auszeichnen. in der das logische Denkvermögen nicht so arbeitet. die länger als zehn Jahre sind. sich zu verändern. die man eigentlich eher als Vorstadtghettos bezeichnen sollte. die am egoistischten sind. die heute verhängt werden. Die hohen Strafen. Zur Resozialisation tragen sie jedenfalls nicht viel bei. kann er sich nicht aussuchen. weil die Täter sich meist in einer Ausnahmesituation befinden. Es kann Ausnahmen geben. zum Schwerkriminellen. sie werden von anderen bestimmt. dann hat er kaum eine Chanche. dass die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse genau den Menschen hervorbringen. sollen nur die Rachegelüste der Menschen befriedigen. Ziemlich deutlich wird dieses zum Beispiel an einigen deutschen und französischen Vorstadtsiedlungen. die sich am wenigsten an der Nächstenliebe orientieren.zeigen. über sein Verhalten. Kommt dann 357 . der aus seinen Fehlern gelernt hat und sich bemüht. Außerdem sollte man bedenken. in dem der Gefangene sich mehr oder weniger selbst überlassen wird.

dass hier selbst ein Gottgeweihter Schuld auf sich geladen hat. die es nicht unbedingt als ihre Aufgabe betrachtet. dem zwar. daß dann. wenn selbst ein Gottgeweiher von rechten Weg abgekommen ist. Wir sollten also nicht nur über Nächstenliebe. dass auch ein Gottgeweihter nur ein Mensch ist. so trägt er weiterhin die Schuld mit sich und niemand wird sein Fehlverhalten verzeihen. die den sinnlichen Verlockungen nicht widerstehen konnten und deshalb einen tiefen Absturz erlebten. den wir aber nicht auf einen göttlichen Sockel stellen sollten. der in solchen Verhältnissen lebt. 9. dem Elend und der Hilflosigkeit der Mitmenschen zuwendet und ihnen Fürsorge angedeihen lässt. Lob. zu Alkohol. dass er in günstigere Lebensumstände hineingeboren wird. Hilfe zur Selbsthilfe. Drogen oder Tabletten greift. Anerkennung und Respekt gebührt. was sein Fehlverhalten betrifft. sondern sie in unserem Alltag praktizieren. über solche Fehler hinwegzusehen. auch wenn 358 . Die heiligen Schriften sind da manchmal in der Versuchung. wenn jemand zu Fall kommt.noch eine Politik hinzu.4 Wie entstanden eigentlich die Veden? Inhaltsverzeichnis Krishna sprach zu Arjuna: „Alle. Es gibt genügend Gottgeweihte. oder werden sie durch die sozialen Verhältnisse erst zu Tätern gemacht? Man mag nun einwenden. Toleranz und Verständnis reden. dass man sich der Not. indem er etwa ein liebevolles Elternhaus hat. Andererseits sollten wir nicht beschönigen. Krishna ihn reinigt und sein falsches Verhalten verzeiht. in der der Vater und/oder die Mutter arbeitslos ist. Darüber hinaus sollten wir erkennen. Und sollte er nicht einsichtig sein. Aber manch einer hat eben das Glück. aufgrund seiner spirituellen Leistungen die er vollbracht hat. sich dieser Menschen anzunehmen. der sein Leben mit ganzer Hingabe Krishna opfert. um sich das Leben ein wenig schön zu trinken oder um zu vergessen. Im Srimad-Bhagavatam heißt es. Güte. Dazu gehört besonders. dann ist die Kriminalität gewissermaßen bereits vorprogrammiert. von dem sich einige nie wieder erholten. während andere unter zerrütteten Familienverhältnissen aufwachsen. nicht jeder. Trifft die Schuld am Abrutschen in die Kriminalität also wirklich nur die Täter. Zunächst einmal muss aber erkannt werden. wird zum Täter. und in der Gewalt an der Tagesordnung ist. die bei mir Zuflucht suchen.

nicht von den indischen Ureinwohnern hervorgebracht wurde.500 vor Christus drangen die arischen Eroberer in Indien ein und zerstörten die ur-indische Zivilisation.32 – 9. Arier nannten sich Gruppen von Nomaden (mit Herden umherziehend). scheint die Srimad Bhagavatam nicht weiter zu interessieren. Beehre und verehre mich. und alle kulturellen Zeugnisse der alten Zivilisation vernichtet. Wenn du mir so deine Hingabe erweist. in die zentralasiatische Steppe. die von den Brahmanen und Hindus. immer als die höchste Wahrheit angesehen wurde. dass die Arier ein nomadisches Reitervolk aus den Kirgisensteppen in der 359 . Richte deinen Geist auf mich. Vaisyas (Landwirte. Chr. die gewaltsam in Indien eindrangen und die Urbevölkerung unterdrückte. und besaßen eine Schrift. Jahrtausend v. der Rig Veda (indische Heilige Schrift). Sehen wir uns also einmal genauer an. Die verbreiteste Theorie besagt. Die erste Eroberung Indiens durch die Arier Zwischen 3. Dienstleistende) von niederer Geburt sind. Dies gilt erst recht für Brahmanen (Priester) und gläubige Könige. welche sich seit dem 3. leidvollen Welt lebst. sondern erst von den Ariern. daß sogar die niedrigsten Menschen. erreichen das höchste Ziel. Es sollte in diesem Zusammenhang einmal darauf hingewiesen werden. dass die Veden. die Hundeesser. nördlich des Kaspischen Meeres und des Aralsees (Kasachstan). Sei mir ergeben. Vaisyas und Sudras sind also von niederer Geburt? Wurde dieses den Rishis (Weisen) auch durch göttliche Offenbarung übermittelt? Im Srimad Bhagavatam heißt es.34) Frauen. Verehre mich. Sie unterhielten rege Handelsbeziehungen zu Sumerien (heutiges Irak).“ (9. Die Städte wurden von den Ariern vernichtet. durch das Zusammensein mit einem reinen Gottgeweihten erhoben werden können. entstand um diese Zeit.sie wie Frauen. als die der arischen Eroberer.000 und 1. Warum diese Menschen aber zu Hundeessern wurden. wirst du einst zu mir kommen. ausbreiteten und sich dabei in einen indischen (Indo-Arier) und einen iranischen (Irano-Arier) Zweig spalteten. die Bevölkerung unterjocht. Kaufleute. Die indische Zivilisation war auf einer höheren Entwicklungsstufe. Das Kern-Epos der indo-arischen Kultur. solange du in dieser vergänglichen. Händler) oder Sudras (Knechte. wie die Veden eigentlich entstanden.

Bild: Kirgisien [193]. während die indischen Ureinwohner durch dieses System über Jahrtausende in einer Diener. Chr.1 Die Entstehung des indischen Kastensystems Inhaltsverzeichnis In der Folge installierten die arischen Eroberer ihr bekanntes Kastensystem. deren Sprache Sanskrit war. wurden aus rassistischen Gründen als „Unberührbare“ aus dem Kastensystem der kriegerischen indoarischen Einwanderer bzw. niedergetreten.4. Dalit (übersetzt mit zerbrochen.000 bis 1. Es überdauerte alle Stürme der Zeit und besteht bis zum heutigen Tage. Kurdistan. Persien (Iran). Pakistan). Im Vergleich zu den Sklavensystemen der europäisch/orientalischen Antike fällt die ideologische Durchstilisierung auf. zerrissen. Afghanistan und Belutschistan (Iran. die den Unterdrückten über die Karma-Doktrin ihre Lage auch noch logisch erklärbar machte. Um 2.und Sklavenrolle fixiert worden waren.Nähe des Kaspischen Meeres waren. Religion und Kultur.2 Die brahmanische Opferreligion der Arier Inhaltsverzeichnis 360 . [136] 9. im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. Die (dunkelhäutigen) indischen Ureinwohner. Afghanistan. Jahrtausend v. das wohl perfekteste Herrenmenschen/UntermenschenHerrschaftssystem der Weltgeschichte.200 km lang. Die iranischen Arier dagegen eroberten im 1. wanderte der indische Zweig der Arier.500 v. Chr. vertrieben. 1. (Kirgisistan grenzt im Norden an Kasachstan. 9. als in den europäisch/orientalischen Sklavensystemen. Die Arier dehnten sich in mehreren Schüben sowohl nach Süden als auch nach Westen in einem Zeitraum von mehreren Jahrhunderten aus. über den Hindukusch (Gebirge nordwestlich von Indien. Es war also wesentlich weniger externer Druck und Gewaltanwendung nötig.4. um die Untermenschen bei der Stange zu halten. Die höchsten Kasten der Brahmanen (Priester) und Kshatrias (Krieger) rekrutierten sich aus den Eroberern. zerdrückt. Auf diese Weise verbreitete die sogenannte „Kurgankultur“ (russischtatarische Kultur) ihre Sprache. im Südosten an China. die sie unterwarfen. zwischen Afghanistan und Pakistan) nach Nordwestindien ein. wo sie auf die eingeborene Bevölkerung der Drawiden stießen. zerstört und der zur Schau Gestellte) ist die Selbstbezeichnung der Nachfahren der Unberührbaren. Eroberer ausgeschlossenen.

den er dann verkündete.3 Budda und die indische Urreligion Inhaltsverzeichnis Der alte indische Volksglaube war natürlich nie vollständig auszurotten gewesen. Entsagende). Er hatte also seine Klasse verraten. Der Shivakult z. etc. Macht über andere Menschen auszuüben? Dabei ist zu berücksichtigen. Diese suchten die Erleuchtung im do-it-yourself Verfahren. Ich muss sagen. Das Ergebnis dieser Vermischung ist die heutige hinduistische Religion. und es fand durch die Jahrtausende eine allmähliche Vermischung des arisch-brahmanischen Systems mit dem indischen statt. die auf den Veden beruhte. Das Entwicklungsmuster solcher ritualistischer Systeme ist immer dasselbe und läßt sich in allen PriesterKulturen ähnlich beobachten: Die Priester leben von den Opfern der Gläubigen. das sie von niemandem mehr durchschaut wird.B. ebenso wie die anfangs blau-blond-arischen Eroberer allmählich immer dunkler wurden. Sadhus (Mönche.4. offensichtlich nicht einmal von den vermeintlichen Experten. Sie ist so kompliziert. als er sich in den Jahren seiner Askese solchen Gruppen anschloss. Dadurch waren sie der offiziellen brahmanischen Religion natürlich ein Dorn im Auge. dass die indische Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte. das nur von den Brahmanen in jahrelangem Training erlernt und ausgeführt werden konnte. Und so organisierten sich im Gefolge des Buddha die Mönchsgemeinschaften als ein Mittelweg zwischen diesen beiden Extremen. die Philosophie der Leere. mit denen das indische spirituelle Universum so reich gesegnet ist. Dient die Philosophie der Leere im Endeffekt vielleicht nur dazu. ist ein vor-arischer Kult. Um einer sich vermehrenden und sich spezialisierenden Priesterschaft ein entsprechend größeres Umsatzvolumen zu ermöglichen. und der anarchischen Sadhu-Subkultur (Sadhu = Bettelmönch). Munis (Weisen). Sein Mittelweg. ohne die Vermittlung der PriesterHierarchien. mir ist 361 . Buddha war ein Kshatria. war daher auch ein Mittelweg zwischen der streng hierarchisch organisierten brahmanischen Priester-Herrschaft. für die sie die Rituale ausführen. also ein Mitglied der Herrengesellschaft. müssen notwendigerweise die Rituale immer komplizierter und undurchschaubarer werden.Die brahmanische Religion der Arier. Die Spitze dieser komplizierten Rituale bildet das Shunyata. hatte sich bis zur Zeit Buddhas in ein barockes System von komplizierten OpferRitualen ausgeformt. 9. Die Urreligionen stellten auch die Mehrzahl der Asketen (Yogis).

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