AUF DER SEIDENSTRASSE NACH HONGKONG

3 . TEI L : SH AN G H AI - HO N GKO N G

Eindrücke einer 5 1/2 monatigen Reise mit Bus, Bahn, Sammeltaxi und Schiff. Von der Türkei in den Iran und weiter über Pakistan nach China.

28. 10. - 10. 11. Shanghai – Kanton
Entlang des Kaiserkanals von den Gärten Suzhous an den West-See in Hangzhou und weiter nach Guangzhou, dem ärmeren Bruder Hongkongs

Nach vier Tagen ziehen wir weiter nach Suzhou, eineinhalb Eisenbahnstunden westlich von Shanghai. Suzhou ist eine kleinere, ländliche Stadt (lediglich 800.000 Einwohner), die von vielen Kanälen durchzogen wird. Das „Venedig des Ostens“, wie es Marco Polo bezeichnete, liegt direkt am Kaiserkanal, der über 1.800 km Hangzhou in Südchina mit Beijing, den Yangtsekiang mit dem Huang He, dem Gelben Fluß, verbindet. Der Kanal führt durch die am dichtest besiedelten Gebiete Chinas und sorgte schon vor 800

Jahren für den reibungslosen Transport von Gütern zwischen den Zentren des Staates. Suzhou ist auch die Gartenhauptstadt von China. Über 150 dieser Kunstlandschaften sollen sich in der Stadt befinden. Chinesische Gärten sind eine Wissenschaft für sich. Soll doch die umfassende Weltformel (die Kunst, die Zahlen von 1 bis 9 in einem Quadrat so aufzuschreiben, daß die Quersumme jeweils 15 ergibt) sowie die chinesischen Musterlandschaften von

SUZHOU

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Hangzhou und Guilin in einem Gebilde integriert werden. Klar, daß so eine komplizierte Aufgabe immer zu ähnlichen Lösungen führen muß, denen sich die Chinesen mit jeder Menge Steine und neuerdings Beton zu nähern versuchen. So behaupten die Banausen unter den Europäern, daß man, wenn man einen chinesischen Garten gesehen hat, alle gesehen hat. Trotzdem versäumen auch wir nicht, in Würdigung aller Bürokraten, den Garten des einfältigen Beamtens oder wie wohlwollendere Autoren übersetzen, des bescheidenen Verwalters zu besuchen. Nächste Station unserer Reise ist Hangzhou, eine Millionenstadt am Ufer des in ganz China berühmten West-Sees. Wir wohnen in der Villa von Marschall Lin Biao, einem der wichtigsten Führer der Kulturrevolution, während der das ganze Land ins Chaos gestürzt wurde. Gleich in der Nachbarschaft liegt das XiziHotel, das ehemalige Landhaus von Mao Zedong. - Wie man sieht gibt es auch im Arbeiter- und Bauernparadies Gleichere unter den Gleichen.

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HANGZHOU

Verstehen kann ich sie ja. Auch wir genießen noch die warmen Sonnenstrahlen am Ufer des Westsees, gehen spazieren, lesen die täglich neue „China Daily“ oder erkunden mit Fahrrädern die Umgebung. Nur die Dame an der Rezeption irritiert uns am Anfang etwas, weil sie uns täglich erzählt, wir könnten das Zimmer nur mehr für einen Tag haben. Doch spätestens am dritten Tag kann uns das auch nicht mehr beunruhigen. Einen Tag früher als geplant reisen wir in Richtung Guangzhou ab. Es haben sich gerade zwei freie Hardsleeper-Plätze ergeben, was für eine 38stündige Bahnfahrt ein ganz gutes Argument ist. Witzig sind auch unsere Mitreisenden. Sie verhalten sich sehr zivilisiert, niemand spuckt oder rotzt auf den Boden. Ganz genau beobachten sie, wie wir uns benehmen und was wir essen. Am Schluß - wir trauen fast unseren Augen nicht - putzen auch sie sich mit Taschentüchern die Nase. Um die luxuriöse Bahnreise würdig zu beenden, fahren wir in Guangzhou mit einem Taxi zu unserem Billig-Hotel. - Okay, ich gebe ja schon zu, daß um 23.00 Uhr keine Stadtbusse mehr gefahren sind.

LING YIN KLOSTER

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Jetzt ist es Mitternacht und noch immer haben wir Hunger. Das Reisbox-Essen am Nachmittag im Zug war nicht besonders ergiebig. Ich finde mich schon damit ab, mit Kohldampf ins Bett zu gehen, als Klaus mich überrascht: „Na, dann gehen wir eben Essen.“ - „Wie bitte? Es ist jetzt 24.00 Uhr. Mindestens drei Stunden zu spät, um noch etwas zu bekommen.“ - „Vergiß das. Wir sind hier in Guangzhou. Das private Restaurant um die Ecke hat sicher noch offen.“ Tatsächlich, da brennt noch Licht und es stehen Tische und Stühle heraußen. Zusammen mit einem „Bohemian“ sitzen wir noch bis 2.00 Uhr früh. Es ist noch warm, richtig angenehm. Endlich habe ich nicht mehr das Gefühl, vor dem Winter zu fliehen, mit dem unverschämten Glück, den wärmsten Herbst seit Jahren erwischt zu haben. Guangzhou ist wirklich die westlichste Stadt von China. Der Einfluß des reicheren Bruders Hongkong ist überall zu spüren. Viele private Läden, die all diesen verabscheuungswürdigen weil unnützen Hongkong-Schrott anbieten. Aber nach zwei, drei Monaten tut es ganz gut zu sehen, daß es all diesen Überfluß

HARDSLEEPER

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GUANGZHOU

noch gibt. Auch in das Angebot staatlicher Läden mischen sich Westwaren: San Miguel Bier, Joghurt von Danone und natürlich weltumspannend: Nestle. Auch die Menschen sind lockerer und umgänglicher. Sie haben all die Kampagnen während vierzig Jahren kommunistischer Herrschaft und Jahrhunderten nordchinesischer Kaiser nie mit der Verbissenheit anderer Landesteile mitgemacht. Ist es das heiße Klima, das sie weniger extreme Energie entwickeln läßt, daß es immer noch einen zweiten Weg zu geben scheint? Die Kantonesen sind Südländer, Händler. Graue Theorie und komplizierte Technik waren noch nie ihre Stärke. Ganz lustig ist auch der Besuch des Museums für die Stadtgeschichte. Ausführlich wird über die Entwicklung vom Jahre Schnee bis zur Gegenwart berichtet. Einschneidende Veränderungen werden ganz im Sinne des historischen Materialismus erklärt: Wurden die armen, entrechteten Volksmassen von einem kapitalistischen Feudalherrn zu sehr unterdrückt, erhoben sich die Rechtlosen und wieder wurde ein Kapitel kommunistischer Revolution neu hinzuge-

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fügt. Auffallend ist, daß die englische Übersetzung in der Abteilung über die Zeit der Opiumkriege immer spärlicher, dafür aber um so bösartiger und giftiger wird. Ich möchte nicht wissen, was da alles auf chinesisch drinsteht.

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10. 11. - 22. 11. Hongkong
Nach 4 Monaten in der britischen Kronkolonie wieder die Segnungen westlicher Zivilisation genießen Obwohl es geographisch Richtung Süden geht, führt die Fahrt nach Hongkong in den Westen. Schon die Bahnreise nach Shenzhen, der chinesischen Grenzstadt, ist ungewöhnlich luxuriös: Selbst der HardseatWaggon hat eine Klimaanlage, die aus Prestigegründen voll aufgedreht ist, obwohl es heute ohnehin nicht so heiß ist. So frösteln wir bei siebzehn Grad - aber das wäre ja noch schöner! Eine Klimaanlage haben und sie nicht einschalten. Da könnte man ja meinen, daß sie nicht funktioniert, kaputt sei. Reisende, die den Mittelgang blockieren, gibt es auch keine mehr. Jede Fahrkarte beinhaltet eine Platzreservierung. Anders wäre das hektische „business“, das die Chinesen während der zweistündigen Fahrt veranstalten, auch nicht möglich. Ununterbrochen ziehen Wägelchen mit Medikamenten, Heilkräutern, GinsengWurzeln und Essen vorbei. Die Reisenden, in der Mehrzahl „Hongkongis“, kaufen auf Teufel komm raus. Shenzhen, die Endstation auf chinesischer Seite, ist ei-

HONGKONG

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NEUB AUTEN

ne der zwanzig Sonderwirtschaftszonen (SEZ) von China. In den SEZ dürfen ausländische Unternehmer auf eigene Rechnung Betriebe aufmachen und produzieren. Ein durchschlagender Erfolg: Innerhalb von fünf Jahren investierten vor allem Hongkonger Geschäftsleute, Überseechinesen, Amerikaner, Japaner und einige Europäer mehr als drei Milliarden US-Dollar. Die Bevölkerung von Shenzhen hat sich innerhalb von vier Jahren verzehnfacht - und genau so sieht es auch aus: wenig gezielte Stadtplanung, ein häßliches Mischmasch aus Fabriken und Wohnburgen - abstoßend. An der Grenze machen wir noch ein kleines Geschäft. Gegen Vorlage unserer Wechselbelege tauschen wir Renminbi zum offiziellen Kurs in HongkongDollar. Da wir aber die Renminbi nicht in der Bank sonder auf dem Schwarzmarkt gegen FEC eingetauscht haben, mache ich bei dieser Transaktion rund € 14,50 oder 100% Gewinn. Klar, daß so ein gutes Geschäft nur auf einen Tausch von rund 150 Yuan pro Ausreise beschränkt ist.

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CENTRAL

Mit der Eisenbahn fahren wir dann von Lo Wu, der Station auf HongkongSeite, weiter zur Halbinsel Kowloon. Eine Dreiviertelstunde lang geht es durch die New Territories, den Schlafstädten von Hongkong. Riesige Wohnsilos säumen die Strecke. In der „South China Morning Post“ liest sich das dann ganz locker: Da oder dort plane die Regierung eine Siedlung für 300.000 (in Worten dreihunderttausend) Menschen zu errichten. Eine Meldung am Rande, ohne herausragende Bedeutung. In Kowloon Tong steigen wir auf die „Mass Transit Railway“ (MTR), die UBahn, um. Hier komme ich aus dem Staunen nicht heraus: Wieder richtig westliche Werbung, bunt und aggressiv, nicht grau und angestaubt. Oder „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die der Umbau verursacht.“ In China gab es permanent Unannehmlichkeiten, ohne daß es irgend jemand nur in den Sinn gekommen wäre, sich dafür zu entschuldigen. Nachdem wir im Travellers Hostel, im sechszehnten Stock des Chungking Mansions, unser Quartier bezogen haben, gehen wir zu Mc Donald's und wer-

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VICTORI A PE AK

fen uns einen „Big Mac“ ein. Danach klemmen wir uns im Aufenthaltsraum hinter die Glotze: Was für ein Unterschied zu China! Moderne Nachrichtenpräsentation, westliche Filme, im Fünfzehn-Minuten-Takt von Werbung unterbrochen. Nicht Werbung wie im chinesischen Fernsehen: viermal Kühlschrank hintereinander, kastenförmig, grün und gleich aussehend. Modernste Werbetechnik, auf das Unterbewußtsein zielend, brillant gemacht. Nicht en bloc sondern in regelmäßigen Intervallen immer derselbe Spot, bis Du ihn auswendig kennst, bei der vierten Wiederholung vielleicht mit einer kleinen Abänderung, damit Du nicht die Aufmerksamkeit verlierst. Die reinste Gehirnwäsche, bis Du es glaubst, daß nur Rolex richtige Uhren, BMW sportliche Autos und Mild Seven wahre Zigaretten herstellt, Korean Airlines die einzige Fluggesellschaft ist und Kühe nur im „Anchor-Land“ glücklich sein können, es sei denn, ihre Milch wird nicht vorher zu Milka-Schokolade verarbeitet.

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CENTRAL

Am nächsten Morgen zelebrieren wir unser erstes Hongkong-Frühstück: Nicht wie in China Löskaffee und trockene Kekse sondern Schinken, Käse und Honig, dazu täglich frisches Schwarzbrot aus der Bäckerei des „Holiday Inn“. Die kleine Küche ist auch Treffpunkt der „Chungking-Mansions-Szene“, Cocktail aus Schicksalen der Dauergäste und Durchreisenden. Der Australier, der dringend einen Job braucht und dem die HongkongChinesen bis Oberkante Unterlippe stehen, der pensionierte EnglischProfessor aus Beijing, der im Winter für ein halbes Jahr nach Hongkong zieht und Unterricht in Mandarin (Hochchinesisch) gibt. Die zwei Deutschen, die unter Tarnung eines Second-Hand-Bookshops billige Transsib-Tickets aus Budapest verklopfen, mit gefälschten Studentenausweisen handeln oder Schmuggel-Trips vermitteln. Das sind Flüge nach Taiwan und Südkorea, das Gepäck vollgestopft mit Hongkong-Kram, der in diesen Ländern an Mittelsmänner übergeben und verkauft wird. Oder die heißeste Sache: Ein Kilogramm Gold nach Kathmandu, Nepal. Wenn es klappt werden die

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CHUNKING MANSIONS

Flugkosten bezahlt plus US$ 1.000,– Taschengeld; wenn nicht: zehn Jahre Knast. Da gibt es dann noch eine Australierin, angeblich Journalistin, die in Vietnam verheiratet war, mit der Machtübernahme der Roten Khmer hinausflog und die Sache wohl nie ganz verkraftet hat. Jetzt schreibt sie an einem Buch über die Leiden des vietnamesischen Volks, aus dem sie mir unter beträchtlichem Alkoholeinfluß vorliest. Dann die überraschende Frage, ob mein Präsident (Waldheim) ein Nazi sei. Ohne meine Antwort abzuwarten, kramt sie in ihren Unterlagen und meint, daß er kein schlechter Mensch gewesen sein könnte, weil er irgend etwas über das Schicksal der Vietnamesen gesagt hat. Oder die Afrikaner, die sich schmuggelnd und jobbend durchs Leben bringen, wobei durchschnittlich nur jeder Dritte für die Übernachtung auch bezahlt. Als einem gedroht wird, daß er für eine Woche nachzahlen muß, meint er ganz cool: „Für eine Woche? Oh ja, das machen wir.“

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Die Tage sind für mich mit Geschäften ausgefüllt: Reisebüros nach billigen Flugtickets Richtung Europa abklappern, Straßenmärkte und Geschäfte nach neuen Klamotten, einen neuen Rucksack kaufen, ein neues China-Visum besorgen, Geld tauschen und telefonieren. Zu Abend essen wir meistens in einem indischen Restaurant. So verschlingen wir für € 4,30 jedes Mal ein traumhaftes Essen. Billig und gut europäisch Essen ist in Hongkong nicht möglich und die chinesische Küche ist nach über zwei Monaten in China auch nicht mehr so attraktiv. Erst nach einer Woche beginne ich so richtig mit dem Sightseeing. Besonders toll ist eine Fahrt mit der Doppelstock-Straßenbahn. Mein Lieblingsplatz ist die erste Reihe im Oberdeck. Bis auf wenige Zentimeter fahren wir auf andere Trams heran, jedes Mal glaube ich, jetzt und jetzt kracht es. Außerdem hat man von hier oben einen tollen Überblick auf das Straßenleben. Eine Steigerung des Action-Gefühls ist nur mehr mit den Doppeldecker-

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STANLEY

Bussen möglich. Besonders spannend: Eine Fahrt über die gebirgige Hongkong-Insel und die Steilküste im Süden entlang. Dabei komme ich auch durch Gebiete, die ich nach dem hektischen Hongkong-Central gar nicht erwartet hätte: Richtig gemütlich, fast ländlich geht es hier an der weniger dicht besiedelten Südküste zu. Die Landschaft erinnert mich etwas an Korsika. Auch die Temperaturen: Ende November ist es angenehm warm, gerade richtig, auch einmal ein paar Stunden faul am Strand zu liegen, abzuspannen von der Hektik und Enge. Central scheint hunderte Kilometer entfernt zu sein.

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23. 11. - 27. 11. Macau
Die erste und letzte Kolonie auf chinesischem Boden Eineinhalb Stunden dauert die Fahrt von Großbritannien nach Portugal. Nicht im Überschall-Jet sondern mit der Hi-Speed-Ferry von Hongkong nach Macau. Fast doppelt so lange wie mit dem Boeing-Jetfoil, einem von zwei Jumbo-Triebwerken befeuerten Tragflügel-Katamaran. „Time is money“ in Hongkong, auch in der Freizeit, wenn Tausende am Wochenende nach Macau fahren und ihr Glück in den in Hongkong verbotenen Spielhöhlen versuchen. Wem die bis zu 55 km/h schnelle Fahrt in der Hi-Speed-Ferry zu lange dauert, kann sich schon an Bord mit den l $ fressenden Slot-Machines auf das Kommende einstimmen. Oder nach verlassenem Glück in die Traumwelt der Bordvideos schlüpfen. Trotz all diesem Angebots sind die Passagierzahlen auf den konventionellen Hi-Speed-Ferries stagnierend; die Zukunft gehört den an die 90 km/h schnellen Jetfoils, Hover-Ferries, Hydrofoils und Jetcats. Hoffnungslos veraltet und darum eingestellt wird die alte Shun-Tak-

MIT VOLLGAS NACH MACAU

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Fähre, ein 1.000-Passagier-Pott, der gemütlich in zweieinhalb Stunden die 75 km nach Macau durchpflügt. Auch wenn der Chefredakteur der „South China Morning Post“ wehmütig an die heißen Stunden in einer Zweibett-Kabine nach einer durchspielten Nacht zurückdenkt. Macau wirkt nach Hongkong provinziell, eine Mischung aus überkommener portugiesischer Kolonialverwaltung mit chinesischem Fußvolk. 1557, fast 300 Jahre früher als Hongkong, trat das chinesische Kaiserreich die Kolonie an die Portugiesen ab. Damit ist Macau die älteste europäische Kolonie in Asien und wird auch die letzte sein, wenn sie 1999, zwei Jahre nach Hongkong, an die Chinesen zurück-gegeben wird. Dabei wollte Portugal schon Mitte der Siebziger Jahre, als die verbliebenen Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit entlassen wurden, Macau an China zurückgeben. Doch damals wollte die Volksrepublik nicht. Erst als China sich international für den Kampf gegen den westlichen Imperialismus stark machte, wurde es von anderen Entwicklungsländern aufmerksam gemacht, doch vor der

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FORTALEZZ A DO MONTE

eigenen Haustür in Hongkong und Macau reinen Tisch zu machen. Vorher wurde Macau ohnehin als nahezu wertlos betrachtet und Hongkong war durch Jahrzehnte, unabhängig von der innenpolitischen Situation, Chinas Tor zum Westen. Wozu also die Lage unnötig verkomplizieren? Wenn die Volksrepublik wirklich gewollt hätte, wäre es ein Leichtes gewesen, die Kolonien unter eigene Kontrolle zu bringen. Man hätte nur die lebenswichtige Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln unterbrechen müssen oder einfach die Grenzen den Hunderttausenden Fluchtwilligen öffnen. Unter dieser Menschenwelle wären die Kolonien sicher zusammengebrochen. Heute hängt das Ablaufdatum 1997 bzw. 1999 wie ein Damoklesschwert über Hongkong und Macau. Man hat aber den Eindruck, als ob dadurch die Wirtschaft nur angeheizt würde. Jeder versucht noch so viel Geld wie möglich zu machen, wobei die Oberschicht schon längst einen Zweit- oder gar Drittpaß im Hemdsärmel hat. Ein Problem stellen nur die unteren Schichten dar, die großteils nicht einmal einen zweitklassigen britischen Reisepaß sondern nur ei-

LEAL SENADO

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ne Aufenthaltsgenehmigung für Hongkong haben. Trotzdem hoffen alle, daß China clever genug ist, die Tür zum Westen nicht zuzustoßen. Jetzt wird auch in Macau an allen Ecken und Enden gebaut, die Infrastruktur verbessert und Betriebe angesiedelt, um nicht nach der Rückgabe an die Volksrepublik in die Bedeutungslosigkeit zwischen Hongkong und Guangzhou abzusinken. Trotzdem wirkt Macau wie eine Zwischenstufe von Hongkong und Guangzhou. Auch für mich sind meine Tage in der portugiesischen Kolonie eine Dekompressionszeit im Eintauchen nach China. Einzig der alljährlich im November stattfindende „Grand Prix von Macau“ bringt etwas Hektik in die Stadt. Auf allen Straßen wird eifrig trainiert und auch im öffentlichen Verkehr ist so manches „Rennauto“ mit kaputtem Auspuff unterwegs. Zum Essen gehe ich immer in ein kleines Cafe mitten in der Altstadt. Hier geht es richtig volkstümlich zu. Da sitzt die Omi aus der Nachbarschaft genauso

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HOTEL-CASI NO LISBOA

beim Abendessen wie die junge Angestellte oder der Arbeiter. Es wird nicht gerade „Grande Cuisine“ zelebriert, sondern es gibt bodenständige chinesische Küche mit stark portugiesischem Einschlag. Die Speisekarte ist natürlich zweisprachig, chinesisch und portugiesisch, was mich anfangs ziemlich ins Schwitzen brachte, denn es war mir nicht so klar, was denn da bei galinha, cozido, cabrito, carreiro oder peixe so alles kommen wird.

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28. 11. - 10. 12. Macau – Yangshou
Von der portugiesischen Kolonie entlang des Perl-Flußes ins Traveller-Ghetto unter Zuckerhütten Durch die Portas do Cerco, das Grenztor, reise ich wieder in China ein. Per pedes. Ich folge einfach der Menschenmenge. Irgendwann stehe ich dann vor dem chinesischen Zollabfertigungsgebäude. Einen portugiesischen Ausreisestempel habe ich nicht bekommen. Die Zollkontrolle ist überraschend gründlich. Man sucht nach der Bibel, christlichen Schriften, die in der Volksrepublik anscheinend verboten sind. Nach einer Stunde ist die Prozedur vorbei, ich bin wieder in China. Ganz ungewohnt stürzen als erstes Geldwechsler und Schlepper auf mich. Einer zehrt mich zu einem Minibus nach Guangzhou. Die Fahrt soll RMB 40,– kosten, worauf ich aussteige. Der Fahrer geht auf RMB 30,– herunter, was mir aber noch immer als zu teuer erscheint. So fahre ich dann letztendlich für RMB 20,– in einem luxuriösen Mitsubishi-Bus. Der Innenraum ist angenehm klimatisiert - jetzt weiß ich endlich auch wie Touristen-Gruppen reisen. Nach vier Stunden und einem Riesenstau bei der

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GUANGZHOU - WUZHOU

Stadteinfahrt bin ich wieder in Guangzhou, das mir jetzt schon wesentlich chinesischer vorkommt. Nach einem Tag Akklimatisation fahre ich mit einem Schiff nach Wuzhou, ca. 280 km weiter nordwestlich. Auf dem Boot gibt es nur eine Klasse: Schlafsaal. Von seinem Nachbarn ist man nur durch ein kleines Holzbrett getrennt. Böse Zungen behaupten, daß diese Unterbringung fatal an ein Konzentrationslager erinnere. Mir gefällt diese Bootsfahrt aber ganz gut: Man kann das Flußleben beobachten oder sich auf seinem Schlafplatz langstrecken. Nach neunzehn Stunden legen wir um 7.30 Uhr in Wuzhou an. Hier wartet noch eine zehnstündige Busfahrt nach Yangshuo auf mich. Extrem kurvenreich geht die Fahrt durch das süd-chinesische Bergland. Die Landschaft gefällt mir: Hügelland, das im saftigen Grün der Tropen leuchtet. Nach Mittag halten wir in irgendeinem kleinen Dorf zum Essen. Total verblüfft bin ich, als ich sehe, daß das Straßenrestaurant sogar eine englische Spei-

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Y ANGSHUO

sekarte hat. - Ich bin wirklich auf den ausgefahrensten Touristengleisen unterwegs. In Yangshuo angekommen falle ich sofort todmüde ins € 0,80 teure Schlafsaalbett. Ein kurzer Rundgang durch das Dorf bestätigt am nächsten Morgen, daß Yangshuo zu 100% von Rucksacktouristen erobert ist. Überall Langnasen, Fahrradvermietungen und private Lokale, die Bananenomeletten, Müsli und Kaffee, kurz, den internationalen Traveller-Eintopf anbieten. Typisch chinesisches Dorfleben braucht man hier nicht mehr suchen. Trotzdem gefällt es mir in Yangshuo ganz gut: Das Leben ist billig (rund € 3,25 pro Tag), und ich bin mitten in der grandiosen Mondlandschaft, die mit dem Fahrrad auf Nebenstraßen problemlos erobert werden kann. Auch der Reiseführer droht: „So billig und landschaftlich schön wie hier, wird es danach lange nicht mehr sein!“ Diese typische Zuckerhütchen-Landschaft ist vor über zweihundert Millionen

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MOON HILL

Jahren entstanden. Damals reichte das Meer bis in diese Gegend und Muschelkalk lagerte sich ab. Dann hob sich die Erdkruste, Kalkformationen brachen auf und schichteten sich um. Häufige Niederschlage höhlten allmählich das weiche Gestein aus und rundeten die Berge.

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11. 12. - 23. 12. Yangshuo – Sanya
Am südlichsten Punkt von Hainan, dem chinesischen Hawaii, noch einmal richtig ausspannen Nach neun Tagen breche ich zur Insel Hainan auf. Eine zweitägige Bus-Zug-Bus-Schiff-Bus-Fahrt wartet auf mich. Hier im Süden sind die Tickets relativ problemlos für Renminbi zu bekommen. So kosten mich die über 1.200 km lediglich € 3,60. Erste Zwischenstation ist Liuzhou, eine 600.000 Einwohner zählende Stadt am Rande der Karstlandschaft. Hier habe ich acht Stunden Aufenthalt und ich nütze die Zeit und schreibe Weihnachtspostkarten. Heute ist bereits der dritte Adventsonntag, aber Weihnachten ist hier in der chinesischen Provinz Lichtjahre entfernt. Lediglich in Hongkong bin ich schon Mitte November durch Weihnachtsmänner und Christbäume in den Geschäften daran erinnert worden. „Stille Nacht“ haben sie mir auch schon vorgespielt - auf chinesisch natürlich. Im Nachtzug nach Zhanjiang erhalte ich eine neue Lektion, wie man innerhalb kürzester Zeit den Fußboden versauen kann. Habe ich bisher geglaubt, daß Erd-

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LIUZHOU

nüsse das beste Mittel seien, so werde ich hier eines Besseren belehrt: Zuckerrohr erzeugt den maximalen Dreck. Wie Biber nagen sich die Spezialisten durchs Rohr, lutschen den süßen Zucker heraus und spucken den Rest aus. - Man lernt nie aus. Die Überfahrt auf die Insel Hainan erfolgt mit einem Hovercraft. Das in Norwegen gebaute Schiff fliegt geradezu über die Wellen - ein tolles Gefühl. Ein Teil der mit-fahrenden Chinesen hat aber ganz andere Gefühle: Sie sind seekrank und kotzen wie die Reiher. Die Herbergssuche in Haikou, die Hauptstadt der Provinz Hainan, ist überraschend langwierig: Unter € 18,60 pro Nacht scheint es keine Herberge zu geben. Den Vogel schießt ein Hotel ab, wo man mich für lächerliche € 43,90 nächtigen lassen will. Ein Betrag, der in Südchina normalerweise für die Übernachtungen eines ganzen Monats ausreicht.

SANY A

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Ich laufe von Pontius zu Pilatus, bei jeder Rezeption lasse ich mir die Standorte anderer Hotels in den Stadtplan einzeichnen. Nach zwei Stunden lande ich in einem frisch renovierten Chinesenhotel, wo ich fürs Zimmer mit Tee € 2,70 bezahle. Am nächsten Tag fahre ich quer durch die Insel nach Sanya, der südlichsten Stadt Chinas. Mein Hotel liegt direkt am Dadonghai-Strand. Auf der rund zwei Kilometer langen Bucht tummeln sich vielleicht fünfzig Touristen, in der Mehrzahl Skandinavier, die vor den Eisbären in ihrer Heimat geflüchtet sind. Nach ein paar ruhigen Tagen am Strand will ich durchs Landesinnere nach Haikou zurückfahren. Doch daraus wird nichts: Nach einer halben Woche

bekomme ich hohes Fieber und liege zwei Tage im Bett. Am dritten Tag geht es mir dann langsam wieder etwas besser. Ich habe wieder etwas mehr Appetit und lege mich an den Strand. Der geplante Ausflug ins Landesinnere fällt somit ins Wasser. Jetzt will ich mich erst einmal richtig auskurieren. Als ich am Abend wieder in meiner Stammkneipe sitze und die obligatorischen Nudeln mit Shrimps für € 0,40 esse, setzt sich der Kassierer zu mir. Es ist der Vater des Restaurantbesitzers und kommt aus Shanghai. Als ich ihn frage, wo er so gut Englisch gelernt habe, meint er: „Well, ich habe 1937 in New York mein High-School-Examen gemacht.“

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24. 12. - 27. 12. Sanya – Oberndorf
Der Heilige Abend im Bus und ein Bahnhof als Weihnachtsgeschenk - Rückkehr ins winterliche Europa Am Abend des dreiundzwanzigsten heißt es Abschied nehmen von China. Mit dem Nachtbus fahre ich nach Haikou, von wo zu Mittag die Fähre ans Festland ablegt. Um 16.30 Uhr geht es dann per Bus weiter nach Guangzhou. Busfahren - einmal eine ganz andere Beschäftigung für den Heiligen Abend. Aus dem Weihnachtskarpfen wird leider auch nichts, weil das Restaurant, wo zum Abendessen gestopt wird, so dreckig ist, daß sogar ein Teil der Chinesen die Nahrungsaufnahme verweigert. Ich halte mich mehr an WeihnachtsBananen. Am Morgen des Christtags erreichen wir Guangzhou. Auch hier ist von Weihnachten wenig zu spüren. Lediglich ein paar exklusivere Hotels haben für Gäste aus Hongkong die Weihnachtsrobe angelegt. Ich halte meine private Weihnachtsfeier auf der Terrasse der Jugendherberge ab und mampfe die köstlichen Kuchen aus der Konditorei des Shengli-Hotels. Im Bahnhof erwartet mich am nächsten Tag vor den Schaltern nach Hongkong eine lange Schlange von Wartenden. Nach eineinhalb Stunden komme ich an

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die Reihe. Die Beamtin will mir nur ein Softseat-Ticket für den Drei-Uhr-Zug verkaufen. Ich will aber ein Hardseat-Ticket für den Zwölf-Uhr-Zug haben. Als ich auch noch den Preis beanstande und ihr erkläre, daß ich das sehr unhöflich finde, läuft sie davon und will mir gar nichts mehr verkaufen. Darauf blockiere ich zehn Minuten lang den Schalter. Da die Leute hinter mir schon zum Schimpfen anfangen, kommt ein Hongkongi, um sich als Dolmetscher anzubieten. Aber auch er kann die „Sprachprobleme“ nicht ausräumen: Sie weigert sich, mir ein Ticket zu verkaufen. Darauf gehe ich zu CITS, der staatlichen Tourismusorganisation. Doch auch hier können sie mir erwartungsgemäß nicht weiterhelfen. Als ich die Angestellte

nach dem zweiten Bahnhof von Guangzhou frage, zuckt sie nur mit den Schultern und behauptet, daß es keinen zweiten Bahnhof gäbe. Da aber heute Abend mein Flug Richtung Frankfurt geht, muß ich irgendwie nach Hongkong kommen. Die Idee, mit Bussen nach Macau zu fahren und von dort per Schiff weiter nach Hongkong, muß ich auch aufgeben, weil heute keine Busse mehr fahren. Darauf setze ich mich auf gut Glück in den Bus Nr. 272, weil der Hongkongi gemeint hat, daß dieser eventuell zum zweiten Bahnhof fahre. Tatsächlich ist die Endstation bei einem neu erbauten Bahnhof im Nordosten der Stadt. Auch dort wartet eine lange Schlange vor dem einzi-

ALTE ENDSTELLE DER BAHN KANTON - HONGKONG

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LEGEND ÄRER K AI T AK AI RP O RT

gen offenen Schalter. Als mich eine Beamtin entdeckt, winkt sie mich vor und verkauft mir problemlos ein Hardseat-Ticket nach Shenzhen. Sie ist total glücklich und kann es kaum fassen, daß auch eine Langnase den Weg zu „ihrem“ Bahnhof gefunden hat. Nach zweistündiger Fahrt ist die Grenze erreicht und auch hier warten Hunderte auf die Abfertigung. Bei der Ausreise will ich auch dieses Mal meine Renminbi in Hongkong-Dollar wechseln. Die Schalterbeamtin weigert sich und meint, daß das eine Wechselbestätigung für FEC sei. Ich beharre darauf, daß auf dem Formular steht, daß ich gegen Vorlage mein überflüssiges Geld zurücktauschen könnte. Eine Dreiviertelstunde lang diskutieren wir hin und her, worauf sie mir als Kompromiß anbietet, RMB 50,– zu wechseln. Ich nehme an - vielleicht war es doch etwas kühn, mit ei-

ner Quittung des teuersten Hotels von Guangzhou, dem „White Swan“, aufzukreuzen und zu fordern, Volksgeld (RMB), zum offiziellen Kurs in HongkongDollar zu wechseln. Wie dem auch sei, ich habe meine Dollar. Mit der Eisenbahn und der U-Bahn fahre ich zur Nathan Road in Kowloon und schrecke die nächste Geldwechslerin. Das Wechselbüro wirbt, völlig legal, mit „besten Verkaufskursen“. Der Hacken ist nur, daß Touristen normalerweise fremde Währungen in Hongkong-Dollar wechseln, was aus der Sicht der Bank ein Kauf ist - und die Kaufraten sind weit davon entfernt, „die besten der Stadt“ zu sein. Ich halte ihr meine Hongkong-Dollar unter die Nase und erkläre ihr, daß ich US-Dollar kaufen möchte. Das

BAUSTELLE DES NEUEN FLUGH AFENS

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GOOB-BYE, HONGKONG

ist nun ein Verkauf von Fremdwährung und die „best selling rates“ kommen zur Anwendung. Die Angestellte ist ziemlich verwirrt, so oft scheint ihr das noch nicht passiert zu sein. Mit dem „Airbus“, einem voll klimatisierten Luxusbus, fahre ich zum Flughafen, wo ich meine letzten Hongkong-Dollar in eine heiße Schokolade umsetze. Um 22.45 Uhr hebt die TriStar 500 der Gulf-Air Richtung Bahrain ab. Zum Abendessen hat man die Auswahl zwischen zwei Menüs: Reis mit Huhn oder Nudeln mit Kalbfleisch. Ich entscheide mich ohne Zögern für das Kalbfleisch. - Mein Bedarf an Reis ist im Moment irgendwie gedeckt.

Nach elf Stunden Flug und einer Zwischenlandung in Bangkok setzt der Pilot butterweich auf der Piste von Bahrain auf. Hier haben wir rund fünf Stunden Aufenthalt. Wir müssen unsere Tickets abgeben und erhalten dafür einen Frühstückscoupon fürs Flughafenrestaurant. Auch auf der Strecke von Bahrain nach Frankfurt fliege ich wieder mit einer TriStar. Ich hatte mir schon Hoffnungen gemacht, daß es eine der sieben neuen Boeing 757 sein könnte, die Gulf-Air erst vor wenigen Monaten gekauft hat. Dieses Mal haben wir die Wahl zwischen Lamm und Huhn. Keine Frage, daß ich bei einer arabischen Fluggesellschaft den Hammel wähle. Während der sieben Stunden nach Frankfurt schaue ich mir zweimal den

Der Weg ist das Ziel ... Mit dem Rucksack durch Europa, Asien und Afrika.

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Bordfilm an und probiere das gesamte Musikprogramm durch. Der Amerikaner neben mir probiert mehr Wodka-Orange. Der Flughafen von Frankfurt ist zwar riesengroß, hat aber so wenig Atmosphäre wie ein Hauptbahnhof. Ein wichtiger Vorteil ist, daß direkt unter dem Flughafen Züge halten. So besteige ich um 16.05 Uhr den EC 27, der mich in viereinhalb Stunden nach München bringt. Ein richtig ungewohntes Gefühl, wieder mit komfortablen europäischen Zügen zu fahren. Von München läßt sich dann der E 3523 zwei Stunden Zeit, um mit mir nach Salzburg zu rattern. Er kommt gerade rechtzeitig an, daß ich mit der Lokalbahn um 23.30 Uhr einen Anschluß nach Ziegelhaiden habe. - Das nenne ich ein Timing: Im 12.910 km entfernten Sanya vor 103 Stunden rechtzeitig loszufahren, um die letzte Lokalbahn zu erwischen!

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