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MJB Mission News Volume 3 / ISSN 1999-8414

Tag der Menschenrechte:

Frauen und Menschen haben keinen Grund zum Feiern

Todes- und Mord-Drohungen gegen Frauen und Journalisten – Demontage der Allgemeinen
Menschenrechte in nahezu allen Ländern, Friedens-Nobelpreis-Träger in Haft in dunkler
Zelle ohne Licht – medica mondiale klagt: Frauen, die Schutz suchen werden verfolgt –
Morddrohungen gegen Julian Assange, Wikileaks-Mitarbeiter und investigative Journalisten
– Internationaler Trauertag über den Verlust von Menschenrechten am 10. Dezember 2010

Von Andreas Klamm-Sabaot

Washington, D. C. / London / Berlin. Am 10. Dezember 2010 sollte der internationale Tag der
Menschenrechte gefeiert werden. Doch Grund zum Feiern gibt es nicht. In nahezu allen
Ländern dieser Welt werden Menschenrechte täglich verletzt und es findet eine Besorgnis-
auslösende Demontage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte statt. Die Vereinten
Nationen beobachten die Entwicklungen der Menschen-Verachtung und der Zersetzung der
Vereinten Nationen mit großer Sorge. Doch die Vereinten Nationen wirken in der
Entwicklung von Tyrannei, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Barbarei gänzlich ohne
Mittel zum Schutz der Vereinten Nationen und der Wahrung der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte. In vielen Beobachter-Kreisen gilt es inzwischen als unwahrscheinlich, dass
die Vereinten Nationen einen Aufstand der Völker gegen Tyrannei, Barbarei und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit noch verhindern können. Damit gilt auch als sicher, dass alle
Bemühungen für Frieden in dieser Welt keinen Erfolg haben können, denn schon die
Erfahrungen in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 rufen auch bei Beobachtern
innerhalb der Vereinten Nationen in Erinnerung: Mit Tyrannei, Barbarei und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit, wie unter der 12jährigen Herrschaft der Nazi-Terror-Diktatur in
Deutschland, ist Frieden in dieser Welt nicht möglich.

Angsichts der erschreckenden Bilder, wie etwa die Vorbereitungen, die auf Hochtouren laufen, der
Vollziehung der Todesstrafe gegen den Wikileaks-Coordinator Julian Assange, der sich am Dienstag
in London der Polizei stellte, gegen Wikileaks-Mitarbeiter und deren Unterstützer, der Forderung
eines Anwaltes in Mannheim, zur Durchsuchung der Redaktionen des Burda-Verlags, der Magazine
Focus und Bunte, der Inhaftierung des Friedens-Nobelpreis-Trägers Dr. Liu Xiaobo in China, den
Mord-Drohungen gegen Journalisten in Europa, Deutschland und gegen Frauen in West-
Afghanistan, wird vielen Menschen vor allem ein Fakt schnell bewußt: Grund zum Feiern am
Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2010 gibt es nicht. In der Präambel der
Resolution 217 A wird ausdrücklich daraufhin gewiesen, dass die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte im Jahr 1948 proklamiert wurde, um einen Aufstand der Menschen gegen
Tyrannei, Gewaltherrschaft, Barbarei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern. Der

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Internationale Tag der Menschenrechte macht deutlich: In diesen Tagen ist dieser Tag kein Feiertag,
wie dieser Tag es sein sollte, sondern vielmehr ein internationaler Trauer-Tag aufgrund der Vielzahl
der Verbrechen gegen Frauen, Menschen und gegen die Menschlichkeit. Mehr als 150.000
geschädigte Menschen in aller Welt gibt es pro Jahr in der Folge der Verbrechen gegen
Menschlichket und gegen die Menschenrechte. Die Dunkelziffer liegt vermutlich weit höher, denn
Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen haben keine Lobby und keine
Fürsprecher in Deutschland und dürfen in Deutschland nicht frei sprechen, da diese Menschen allzu
oft in Heimen „weggesperrt“ werden – ohne Anwalt, ohne wahrnehmbare Rechte und ohne
Verteidiger oder Verteidigerinnen für die Menschenrechte.

Die Frauenrechte- und Hilfs-Organisation medica mondiale weist zum Internationalen Tag der
Menschenrechte auf die nächste Hiobs-Botschaft hin. Nach Informationen der Organisation werden
Frauen in Afghanistan von Menschenrechten ausgeschlossen und dazu schränke Deutschland die
Unterstützung für eine Arbeit für die Menschenrechte in West-Afghanistan ein. Anlässlich des
Internationalen Tages der Menschenrechte (10. Dezember) und im Vorfeld des Fortschrittsberichts
der Bundesregierung zu Afghanistan in der kommenden Woche (16. Dezember) weist die
Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale auf die unübersehbare Rückkehr der
Rechtlosigkeit afghanischer Frauen hin. Die Frauen und junge Mädchen in Afghanistan treffen die
Verbrechen und Entscheidungen gegen Menschenrechte und gegen die Menschlichkeit besonders
hart.

Nachdem bereits in den letzten Jahren die Drohungen und Gewalt gegenüber Frauen zunehmen,
schränken die konservativen Kräfte Afghanistans vor den Augen der Welt-Öffentlichkeit Zug um
Zug die Menschenrechte von Frauen und Mädchen weiter ein. Jüngstes Beispiel ist ein Edikt des
Obersten Gerichtshofes des Landes vom Oktober dieses Jahres.

Diese Rechtsverordnung (Nr. 1497/1054) besagt, dass Mädchen und Frauen, die von Zuhause
weglaufen, keine Zuflucht bei Fremden suchen dürfen. In diesem Fall können sie wegen Ehebruchs
oder Prostitution verurteilt werden. Das Edikt erlaubt lediglich eine Flucht in das Haus von
Verwandten oder zu den Sicherheitskräften – in der Regel keine realistische Option für Frauen, die
Gewalt in ihren Familien erleben, einer Zwangsverheiratung entfliehen wollen oder als
„Entschädigung“ bei Konflikten an eine gegnerische Familie gegeben werden.

Verwandte weigern sich häufig, eine Frau in einer derartigen Lage zu unterstützen, weil sie
Konflikte oder gesellschaftliche Ächtung befürchten. Von der Polizei ist keine Unterstützung zu
erwarten; häufig bringt sie geflohene Frauen umstandslos in die Familien zurück, inhaftiert sie oder
aber sie selbst bedroht die Frau oder das Mädchen.

„Mit einer derartigen Verordnung sind betroffene Frauen doppelt bestraft“, so das geschäftsführende
Vorstandsmitglied von medica mondiale, Dr. Monika Hauser. „Sie fliehen vor zum Teil unsäglicher

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Gewalt aus ihren Häusern und haben dann vom Justizsystem eine Strafe dafür zu erwarten“. Ein
System, das Menschen bestrafe, die Hilfe suchten und eine derartige Logik akzeptiere, verstoße
eindeutig gegen die Menschenrechte. „Es ist schon erstaunlich: Es bedarf nicht einmal mehr der
Machtübernahme durch die Taliban, dass derartig ultrakonservative Strömungen Oberhand
gewinnen können. Wo bleibt der Aufschrei der internationalen Gemeinschaft? Wozu sind all die
Resolutionen und Konventionen verabschiedet worden?“

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Missachtung der Menschenrechte verurteilt die Frauen-
Ärztin Dr. Monika Hauser eine Wende in der Politik des Auswärtigen Amtes bei der Förderung von
Projekten in Afghanistan. Das Auswärtige Amt hatte seit 2008 die Arbeit von medica mondiale in
Herat im Westen Afghanistans im Bereich der Rechtsberatung von Frauen unterstützt. Immerhin 17
MitarbeiterInnen der Organisation sind hier (und mit administrativer Unterstützung in Kabul) im
Rahmen der Rechtsberatung für rund 500 Frauen jährlich tätig und setzen sich beispielsweise dafür
ein, dass inhaftierte Frauen ein faires Verfahren erhalten. In diesem Oktober, lediglich zwei Monate
vor Ablauf der jetzigen Förderung, wurde jedoch eine weitere Förderung mit dem Hinweis auf die
regionalen Schwerpunkte des deutschen Engagements im Norden des Landes abgelehnt. Eine
spätere Revision dieser Entscheidung stellte lediglich ein weiteres Jahr Unterstützung in Aussicht,
so dass medica mondiale es vorzog, sich um eine Alternativfinanzierung zu bemühen.

„Die Bundesregierung zeigt sich hier auf tragische Weise konsequent: Der zunehmenden
Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechten in Afghanistan folgt die Entziehung der
Unterstützung von Zivilgesellschaft, die sich dort für die Wahrung dieser allgemeingültigen
Grundrechte von Menschen einsetzt, wo es am dringlichsten ist“, kommentierte Monika Hauser.
Eine Aufforderung, die Arbeit doch einfach in den Norden – wo das deutsche Militär ist – zu
verlagern, verletze alle Grundsätze der Nachhaltigkeit: „So verpuffen alle Erfolge bereits
geflossener Entwicklungsgelder.“, ergänzte die Ärztin.

In einem heutigen Brief an Kanzleramt, Außenministerium und Ministerium für


Entwicklungszusammenarbeit fordert medica mondiale, dass die Bundesregierung die Menschen-
und Frauen-verachtenden Tendenzen in Afghanistan aufs Schärfste verurteilen und ihren Einfluss
auf die afghanische Gesellschaft geltend machen solle.

Laut einer Studie von UNIFEM (Entwicklungsfond der UN für Frauen) aus dem Jahr 2008 sind
rund 87 Prozent aller Frauen in Afghanistan Gewalt in der Familie ausgesetzt. Die UNAMA
(Unterstützungsmission der UN in Afghanistan) erklärte 2009 in einem Bericht zu den
Menschenrechten in Afghanistan: „Frauen werden ihre fundamentalsten Menschenrechte verweigert
und sie riskieren weitere Gewalt, wenn sie versuchen, Gerechtigkeit für die Straftaten zu erreichen,
die ihnen angetan wurden.“

Weitere und ausführliche Informationen zur Frauenrechte- und Hilfe-Organisation medica mondiale

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sind bei http://www.medicamondiale.org zu finden. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte


kann bei www.libertyandpeacenow.org/menschenrechte.htm in deutscher Sprache, bei
www.libertyandpeacenow.org/humanrights.htm in englischer Sprache gelesen und bei
http://www.humanrightsreporters.wordpress.com zunächst auch in deutscher Sprache gehört
werden. Bei dem Angebot des internationalen Medien-Projektes für Menschenrechte, Liberty and
Peace Now ! Human Rights Reporters handelt es sich um einen Dienst im Rahmen der Arbeit für
Menschenrechte, für Frieden, für internationale Völkerverständigung und für Seh-behinderte
Menschen, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte statt nur lesen auch hören können,
zunächst in deutscher Sprache. Die Veröffentlichung der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte in der Hör-Version in englischer Sprache folgt in den nächsten Tagen.

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