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Flaschenkinder: Krankheiten der Flaschenkinder

Stichworte: Blinddarmentzündung, Appendizitis, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Stillen, Säuglingsnahrung, Muttermilch, Brustkrebs

Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping: 01.10.2006

Die Brustkrebsepidemie
Krankheiten der Flaschenkinder
Abgesehen von Brustkrebs gibt es noch weitere Krankheiten, die mit der Flaschenernährung in Verbindung gebracht
werden. Dabei gibt es bekannte Zusammenhänge und weniger bekannte. Deshalb werde ich mich hier auf solche
Zusammenhänge beschränken, die weniger bekannt sind.

Einmal gibt es Krebserkrankungen, die ein ähnliches Auftreten wie Brustkrebs zeigen, das heißt, dass sie in ähnlichen
Bevölkerungsgruppen auftreten. Das sind zum Beispiel der Eierstockkrebs der Frau und das Prostatakarzinom des
Mannes. Dann gibt es aber noch andere weniger dramatische Erkrankungen, die wegen geringerer Folgen nicht so im
Mittelpunkt des Interesses stehen.

Appendizitis
Das ist die Entzündung des kleinen Wurmfortsatzes des Blinddarms, umgangssprachlich meist Blindarmentzündung
genannt, weil die Krankheit bei den toten Kindern, die zu Beginn dieser Epidemie obduziert wurden, vom
Wurmfortsatz schon auf den Blinddarm übergegriffen hatte.

Die Blinddarmentzündung begann ihre „Karriere“ in Großbritannien um 1900, was man auf die verbesserten
Lebensumstände durch bessere Hygiene zurückführte und auch auf den zunehmenden Mangel an faserreicher Kost.

Der Zusammenhang mit der Säuglingsernährung wurde meines Wissens zum ersten Mal von Pisacane im Jahre 1995
in Neapel untersucht. Es stellte sich heraus, dass die Kinder mit Appendizitis kürzer gestillt worden waren.

Was mich am meisten erstaunt, ist, dass dieser Zusammenhang über hundert Jahre nach Einführung der
künsttlichen Säuglingsernährung zum ersten Mal untersucht wird.

Flaschenkinder und ihre Krankheiten von Elisabeth Rieping 1


Und er wurde nur an einigen hundert Kindern in Neapel untersucht, die ein paar Monate mehr oder weniger gestillt
wurden. Wie würde das Ergebnis aussehen, wenn man die Appendizitisrate von Kindern, die kaum gestillt wurden mit
der von Kindern, die ein paar Jahre gestillt wurden, wie in anderen Ländern noch bis vor einiger Zeit üblich,
untersuchen würde?

Noch immer wundern sich die Forscher, dass in Soweto, einen südafrikanischen Slum, in dem die Mütter, vermutlich
aus Geldmangel, noch lange gestillt haben, noch 1988 so selten Appendizitis vorkam (Segal I 1988).

Auch eine andere Krankheit ist in Südafrika ist, zum Erstaunen der gleichen Forschungsgruppe, immer noch sehr
selten, und zwar eine, die bei uns einen großen Teil der Todesursachen ausmacht: Nämlich das Verstopfen der
Herzkranzgefäße.

Die koronare Herzerkrankung


Bei der koronaren Herzerkrankung findet man eine Verdickung der Herzkranzgefäße. Genug Geld für die
Mit Herzkranzgefäßen bezeichnet man die Gefäße, die das Herz mit Blut versorgen. künstliche
Wenn sie sich verschließen, so dass kein Blut mehr hindurch geht, kommt es zum Säuglingsernährung
Herzinfarkt. oderReichtum als
Risikofaktor.
Die Epidemie begann in Großbritannien später als die Appendizitis. Möglicherweise weil
man später daran erkrankt als an der Appendizitis, die ja schon beim Kleinkind
ausbrechen kann. Und so wird diese Epidemie für Großbritannien ab etwa 1930 datiert.

Auffallend finden die Autoren, dass die Krankheit bei den Schwarzen Bewohnern
Südafrikas immer noch nicht so richtig angekommen ist (Walker AR 2004). Wenn die
koronare Herzerkrankung auch eine Folge der künstlichen Säuglingsernährung sein
sollte, wie die folgende Studie andeutet, ist das nicht erstaunlich, denn bis die ganzen
folgen der künstlichen Säuglingsernährung die höheren Altergruppen dieser Bevölkerung
erreicht haben werden, kann es noch einige Jahre dauern.

Es gibt die Boyd Orr Kohorte, Menschen die jetzt 65 Jahre alt sind, und für die auch

Flaschenkinder und ihre Krankheiten von Elisabeth Rieping 2


Daten über ihre Brusternährung erhoben wurden. Sie zeigen dünnere Herzkranzgefäße
bei längerer Brusternährung (Martin RM 2005). Dieser mögliche Zusammenhang ist
auch erst gerade in das Zentrum des Interesses der Forschung gerückt, wie man an den
Literaturangaben sieht.

Das ist um so erstaunlicher, als die koronare Herzerkrankung bzw. der Herzinfarkt
bekanntermaßen eine der Haupttodesursachen der wohin auch immer entwickelten
Länder darstellt.

Flaschenernährung vor Nestle

Neuerungen und ihre Folgen

Archive.org: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/flaschenkinder.htm

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