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UNGLAUBLICHKEITEN

präsentiert:

"Auf dem Stundenplan"

Ersatzblätter für
fehlende oder verfälschte Schulbücher
der UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN

Hinweise:
Die Hefte liegen in alter Rechtschreibung vor. Die Formatierung wurde
komplett übernommen.

Deutschland, im Julmond (Dezember) 2005

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Auf dem Stundenplan
• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
Beiblätter für Schülerzeitungen • Sonderdrucke der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Sehr geehrter Empfänger,


im Innenteil finden Sie eine Auflistung der bisher erschienenen
bzw. geplanten Folgen 1 bis 42 unserer Serie der »Ersatzblätter für
fehlende oder verfälschte Schulbücher«, welche in unregelmäßigen
Abständen in der Monatsschrift »UN - Unabhängige Nachrichten«
erscheinen.
Einige dieser Blätter, deren Folge 1 schon 1983 erschien, waren
vergriffen. Sie mußten nachkopiert werden, was die Qualität der
Drucke beeinträchtigt. Einige dieser Blätter sind auch durch neuere
Erkenntnisse überholt, unvollständig und nicht auf dem letzten Stand
der Zeitgeschichtsforschung. Beachten Sie deshalb beim Studium
das Jahr der Herausgabe.
Oft werden wir nach den Kosten dieser Blätter gefragt:
Wir können alle die vielen mit der Herausgabe solcher Blätter
verbundenen Kosten weder aufrechnen noch einfordern. Und
einen Verkauf betreiben wir auch nicht. Als Richtwert für eine
Mindestbeteiligung an diesen Kosten gehen Sie bitte von 10,00 €
(zzgl. Versand) für eine solche Zusammenstellung aus.
Höhere Kostenbeiträge und zweckgebundene Spenden werden
dafür verwandt, diese Blätter in Schulen zu verbreiten und
Schülerzeitungen, besonders an Gymnasien, das Angebot zu
machen, einzelne Stundenplan-Ausgaben zur Freude der Lehrer-
schaft den Ausgaben der Schülerzeitungen beizulegen.
Wir wären dankbar, wenn Sie mithelfen könnten, das zu bezahlen!
Hinweis: Die auf den Blättern früherer Jahrgänge angegebenen Bankverbindungen
existieren nicht mehr!
Wir über uns
Einmal im Monat, zwölfmal im Jahr - und das seit über 30 Jahren - bieten wir
Hintergrundinformationen aus Zeitgeschichte und aktueller Tagespolitik. Wir wollen damit
die Lücke füllen, die durch Manipulation, Lenkung und Zensur entsteht, d.h. die Nachrichten
und Meinungen veröffentlichen, die von den etablierten und abhängigen Massenmedien
unterdrückt, verstümmelt und verschwiegen werden. Deshalb werden wir, wie das heute
so üblich ist, als rechtsextrem beschimpft. Wir vertreten die Interessen der Deutschen,
so wie z.B. der Zentralrat der Juden die Interessen der Juden vertritt. Meinungsfreiheit
gibt es aber nur auf der einen Seite - nicht auf unserer. Daß schon über 40 Verfahren
gegen uns eingeleitet worden sind, beweist, wie wir verfolgt werden. Keines der vielen
Ermittlungsverfahren hat jedoch zu einer Verurteilung oder zum Verbot der UN geführt - weil
wir die Wahrheit schreiben und dies auch belegen können.
Unser Leserkreis reicht vom Bauarbeiter bis zum Rechtsanwalt, vom Schüler bis zum
Professor, von Deutschland und Europa bis nach Amerika, Asien und Australien.
Besonders schätzen unsere Leser unsere Unabhängigkeit. Wir vertreten nicht die
Meinung irgendeiner Partei, eines Verbandes, von Geldgebern oder dergleichen. Wir
vertreten uns Deutsche. Viel zu viele Deutsche sagen „Wir können ja nichts machen“.
Wir machen etwas!
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Inhaltsverzeichnis der Serie »AUF DEM STUNDENPLAN«
1 Deutschland und seine Ostgebiete - Verzicht oder nicht?
2 Verdunkelung der Weltgeschichte durch Schulbuch-Bla-BIa
3 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme, sondern 65. Jahr nach Versailles!
4 Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart: Der 1. September 1939
5 Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles: Der Betrug im Schulbuch
6 Vorsicht: Tretminen im Schulbuch! Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
7 Der böse Deutsche
8 Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
9 Die Tschechen - ein »slawisches Volk«?
10 Lehren der Weimarer Republik
11 Der Bromberger Blutsonntag
12 Südafrika und Deutsch-Südwest
13 Die Reichskristallnacht
14 Ein Dokument zur Zeitgeschichte: Die »Jüdische Kriegserklärung« vom 24. März 1933
15 Katyn: Wieder eine angeblich »feststehende historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
16 Deutschland wollte Frieden: Die 16 Punkte der Deutschen Reichsregierung vom 31.8.1939
17 Dresden wurde zum Opfer der Barbarei (von Ulrike Meinhoff)
18 Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat?
Einkommensvergleich Asylbewerber-/Facharbeiterfamilie
19 Die Umerziehung: Über die Methodik der Umerziehung von Einzelnen und Völkern
20 Der Fall Oradour: Greuelpropaganda - neu aufgewärmt
21 Vor 50 Jahren - Dresden: Das war kein Krieg mehr, das war Mord!
22 Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren:
Die Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung« Ostdeutschlands als »Friedenslösung«
23 Die Stalin-Rede vom 19.8.1939: Der dogmatisierte Lehrsatz: »Hitler-Deutschland überfiel die fried-
liebende Sowjetunion« - ist endgültig widerlegt
24 Bombenschwindel um Guernica:
Bundespräsident Herzog als Großinquisitor angeblicher »deutscher Verbrechen«
25 Sprechen wir über Ostdeutschland
26 Zwangsweiser Klassenbesuch der Anti-Wehrmachtsausstellung?
27 Zum Kosovo-Krieg: Das verheimlichte Kapitulationsdiktat Rambouillet - »ANNEX B«
28 Einwanderung und Einbürgerung: Was wird aus Deutschland?
29 Deutsche Reparationszahlungen: Milliarden ohne jede Buchführung!
30 Rinderwahn - Maastricht - EURO: Verheimlichte Zusammenhänge
31 Der Film und die Wahrheit: Pearl Harbor
32 Bundesrepublik Deutschland: Souveräner Staat oder noch immer unter Besatzungsrecht?
33 Nahost: Das Drama des palästinensischen Volkes
34 Israel und das Völkerrecht: Beispielhafte UNO-Resolutionen zum Nahostkonflikt
35 Verschwiegene Wahrheiten zum US-Aufmarsch am Golf
36 Der Irak-Krieg und das Völkerrecht
»Angriffskrieg ist ein Verbrechen gegen den Weltfrieden«
37 Stuka-Oberst Hans-Ulrich Rudel - der »Adler der Ostfront«
38 Der US-Krieg gegen den Irak wirft Fragen auf
39 Der 20. Juli 1944 - Aufstand des Gewissens?
40 Sudetenland - Der ungesühnte und verschwiegene Völkermord (Teil 1)
41 Sudetenland - Der ungesühnte und verschwiegene Völkermord (Teil 2)
42 190 Jahre Deutsche Burschenschaft
43 „Was heißt eigentlich: Grundgesetz?“
Auf dem Stundenplan
Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

delt, z.B. Vandalen und Burgunder. Diese rück-


Deutschland und seine ten teilweise unter dem Druck mongolischer
Einfälle (Hunnen) nach Westen ab; in das Gebiet
Ostgebiete. rückten Oststämme nach, die sich mit der ger-
manischen Restbevölkerung mischten. Seit
Verzicht oder nicht? 1175 erfolgte neue friedliche deutsche Besied-
Ostwärts der „Oder - Neiße – Linie“ liegt: lung, Kultivierung.
In Ostpommern saßen die Kaschuben, die keine
Die Provinz Ostpreußen: Das „Memelland“ ist Polen waren; sie sind im Laufe von Jahrhunder-
der Sowjetrepublik Litauen zugeteilt. Der übrige ten eingedeutscht.
Nordteil der Provinz steht unter russischer Ver- Im 12. Jahrhundert riefen die Herzöge von Maso-
waltung und dient als russische Militärbasis ge- vien (Polen) den Deutschen Ritterorden zu Hilfe
gen Süd-, Nord-, Mittel- und Westeuropa. Der gegen die Pruzzen (Preußen), die neben ande-
Südteil der Provinz steht unter polnischer Ver- ren (Masuren) im heutigen Ostpreußen saßen.
waltung. Der Orden eroberte West- und Ostpreußen und
Die Provinz Westpreußen: Sie steht unter leistete gemeinsam mit deutschen Einwande-
polnischer Verwaltung. Der sogenannte „Polni- rern und der Hanse bedeutende Kulturarbeit.
sche Korridor“ wurde schon im Versailler Ver- Die dortigen (nichtpolnischen) Stämme gingen
trag Polen zugesprochen Danzig wurde damals mit der Zeit im Deutschtum auf. In wechselnder
zur „Freien Stadt“ erklärt. Geschichte nahm zeitweilig Polen Besitz von
Teilen West-, Ostpreußens und Schlesiens
Die Provinz Schlesien: Sie steht unter polni- (auch des östlich anschließenden Litauen). Der
scher Verwaltung Das Hauptindustriegebiet in Deutsche Ritterorden wurde 1410 von Polen bei
Ostoberschlesien wurde trotz der dort nach Tannenberg geschlagen, Im Ganzen jedoch
dem 1. Weltkrieg vorgenommenen Abstimmung, blieb seit über 700 Jahren die Geschichte und
die 60 % für Deutschland erbrachte, Polen Kulturgeschichte dieser Gebiete deutsche Ge-
zugesprochen. schichte
Der ostwärts der Oder liegende Teil der
Provinz Pommern mit Stettin: Er steht unter
polnischer Verwaltung. Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
Sudetenland: Nach dem ersten Weltkrieg wur-
den die fast ausschließlich deutsch besiedelten Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN)
Randgebiete Böhmens und Mährens, seitdem beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Histo-
Sudetenland genannt, dem aus deutschen, rikern und Autoren hat eine Serie von Unterla-
tschechischen und slowakischen Gebieten der gen für den Schulunterricht zusammengestellt
früheren österreichisch-ungarischen Monar- bzw. ausgearbeitet, die den Mangel an entspr.
chie neugebildeten Kunststaat „Tschechoslo- Beiträgen in den Schulbüchern oder deren ver-
wakei“ zugeteilt. Hier wurden 1945 2,9 Millionen fälschende Inhalte ausgleichen sollen. Diese
Deutsche vertrieben; die Zahl der Toten durch Unterrichtsmaterialien zu den Fächern
Vertreibung betrug etwa 300.000. Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er-
scheinen unter dem Titel „Auf dem Stunden-
Größe, Einwohnerzahl, Vertreibung ohne plan" als Teil (Innenblatt) der Monatszeitschrift
Sudetenland und ohne die Vertreibung und Er- UN in Loseblattform, um ein Sammeln und
mordung Volksdeutscher in Polen und der übri- Abheften zu ermöglichen. Lehrer und Schüler
gen Tschechoslowakei: aller Schulformen und anderer
In den Grenzen von 1937: 114.296 qkm = fast Bildungseinrichtungen sind aufgerufen, sich mit
25 % der Fläche des Deutschen Reiches. diesen Unterlagen, die in offiziellen
Einwohner 9.620.818 = 14 % der Einwohner des Lehrmaterialien selten zu finden sind, kritisch
Deutschen Reiches. auseinanderzusetzen.
Kriegsverluste 667.000. Nachkriegsverluste
durch Vertreibung 1.212.000. Die Diskussion, ob wir territoriale Ansprü-
Vertrieben: 7,5 Millionen, davon in die Bundes- che an Polen erheben, ist verfehlt. Territo-
republik 4,4 Mio. riale Ansprüche erhebt Polen an uns, näm-
Geschichte (auf kürzesten Nenner ge- lich auf Abtretung eines Gebiets, das 4
bracht): preußischen Provinzen entspricht, ent-
Bis zum 5. Jahrhundert waren Schlesien sowie schädigungslos samt allem privaten Ei-
das Oder- und Warthe-Land germanisch besie- gentum in diesem Land.
Ist es zweckmäßig, diese Ansprü- Korridorküste. - Das Ergebnis: Polen lehnte -
che zu erfüllen? von England in seiner Überheblichkeit unter-
stützt - die Vorschläge ab, weil es seine Versu-
Es wird behauptet, daß die Anerkennung der che, Danzig zu annektieren, nicht aufgeben
Oder-Neiße-Linie als Grenze Frieden zwischen wollte. Die blutigen Verfolgungen Deutscher in
dem deutschen und dem polnischen Volk her- Polen nahmen immer größere Maße an.
beiführen würde. Dabei wird manchmal auf Otto
von Bismarck Bezug genommen, der nicht wie Es liegt kein Grund vor anzunehmen, daß
Hitler alles angestrebt habe, um schließlich alles Polen sich heute anders verhalten würde.
zu verlieren. Hierzu ein Ausspruch Bismarcks: Wer ohne zwingende Notwendigkeit und
„Niemand wird jemals reich genug sein, um sei- nur der Annahme wegen, damit Frieden
ne Feinde mit Konzessionen kaufen zu können.“ stiften zu können, Polen große und wichti-
ge Gebiete freiwillig zugestehen will, der
Gerade am Beispiel Hitlers zeigte sich, daß Ver- muß damit rechnen, daß der so Beschenk-
suche mißlangen, mit Konzessionen Frieden te auch noch mehr schluckt.
und Verständigung zu erreichen:
Das ist keine leere Behauptung mit gewagten
1) Er war ein Freund und Bewunderer Eng- geschichtlichen Konstruktionen hat Polen
lands, hat ihm die Herrschaft zur See zugestan- mehrfach seinen Anspruch auf das deutsche
den und ihm die Hilfe der deutschen Landmacht Territorium zwischen Elbe und Weichsel zu be-
zur Erhaltung des britischen Imperiums ange- gründen versucht. So führt man dort den Namen
boten. England hat ihm den Krieg erklärt, weil es der Stadt Lübeck auf slawisch „Luba“ zurück,
nach altem Rezept die deutsche Konkurrenz behauptet, Ostholstein sei einmal slawisch be-
ausschalten und auf die ständige Unruhestift- siedelt gewesen und scheut sich nicht, polni-
ung auf dem europäischen Festland (Balance sche Rechte auf alle irgendwann einmal von
of Power, d.h. Niederschlagung der ersten Fest- nichtpolnischen Slawen bewohnten Räume zu
landsmacht mit Hilfe der zweiten), nicht verzich- konstruieren.
ten wollte.
Nun zu der geflissentlich verbreiteten The-
2) Er hat Frankreich den endgültigen Be- se, das sei alles unnötige Überlegung, weil
sitz des weit überwiegend deutsch besie- Deutschland nie die verlorenen Gebiete
delten Elsaß-Lothringen zugesprochen, wiedergewinnen könne.
nachdem das Saarland für Deutschland ge-
stimmt hatte und die deutsche Souveränität im
Rheinland wiederhergestellt war. Nunmehr gä- Das ist nichts als eine bequeme Ausrede kurz-
be es nichts mehr, das zwischen Deutschland sichtiger Defaitisten oder bewußter Saboteure
und Frankreich stände. Ergebnis: Frankreich der Wiedervereinigung. Die ungenutzten Mög-
hat Deutschland den Krieg erklärt, sich zum lichkeiten, die es seit 1945 gab, sind zwar be-
zweiten Male das Saarland anzueignen versucht wußt sabotiert worden und durch sture Anti-
und bemüht sich bis heute, die deutsche Bevöl- Rußland-Politik westhöriger Kollaborateure
kerung Elsaß-Lothringens zu französisieren. wurden, insbesondere zur Adenauerzeit, alle
Wege verbaut. Auch läuft die gegenwärtige
3) Er hat Italien Südtirol zugestanden, um SPD-Ostpolitik auf eine Betonierung der Ge-
ihm die ersehnte Brennergrenze zu verschaffen. waltgrenzen hinaus, so daß wiederum das Ver-
Das hat nicht zu Frieden und Verständigung ge- sagen bundesrepublikanischer Außenpolitik
führt. Italien verfolgt bis heute Deutsche in Süd- den Pessimisten Recht zu geben scheint. Je-
tirol und gebärdet sich bei sonstigen Gelegen- doch bleibt die Weltgeschichte nicht stehen
heiten deutschfeindlich. und Möglichkeiten werden im Wechsel der
4) Er hat Polen versichert, die im Versailler Weltpolitik kommen.
Vertrag festgesetzten Grenzen Polens Gerade die Sturheit, mit der polnische Chauvini-
nicht anfechten zu wollen. Das bedeutete sten auf der Rettung ihres Landraubes bestehen
Abtretung des oberschlesischen Industriege- und jeder Verhandlung darüber auszuweichen
bietes und des „polnischen Korridors“, obwohl versuchen, zeigt, wie unsicher sie sich fühlen.
dieser Ostpreußen vom Reich trennte. Zu dieser Daß Polen begrüßenswerte Wirtschaftsabkom-
Anerkennung waren selbst Brüning und der li- men mit der BRD schließt, bevor es die voraus-
berale Stresemann nie bereit gewesen. Ribben- zusehende Brandt-Kapitulation in der Tasche
trop hat einmal einen polnischen Diplomaten hat, beweist die Zwangsläufigkeit der Annähe-
daraufhingewiesen, daß nur Hitler es dem deut- rung und die Unsinnigkeit und Unverantwort-
schen Volk gegenüber wagen könne, ein sol- lichkeit territorialer Zugeständnisse an Polen, zu
ches Angebot zu machen. Als Gegenleistung denen der teildeutsche Weststaat weder ge-
wurde erwartet: Eine kreuzungsfreie Straße und zwungen noch überhaupt befugt ist. Daß das
Bahn nach Ostpreußen und Polens Zustimmung letzte Wort über Grenzen längst nicht gespro-
zur Rückkehr der „Freien Stadt Danzig “ zum chen ist, zeigt eine Meldung aus exilpolnischen
Reich. Polen sollte zudem in Danzig einen Frei- Kreisen in London (25.4.70), „daß Ostberlin
hafen erhalten außer dem Hafen Gdingen an der trotz des Görlitzer Abkommens insgeheim nur
auf den Augenblick warte, um in Moskau wegen Müssen diese Überlegungen nun dazu führen,
der Oder-Neiße-Frage vorstellig zu werden, um daß die Zurückweisung der polnischen Annek-
eine Änderung zugunsten der DDR zu errei- tionsabsichten zugleich die Vertreibung der in
chen“. den deutschen Gebieten in deutschem Eigen-
Ein anderes Beispiel: Die hierin unverdächtigen tum angesiedelten Polen bedeutet? So klar und
„Ruhr-Nachrichten“ vom 17.3.1966 brachten ei- so zäh, wie wir auf der Erhaltung unseres Le-
ne russische Karte, wonach Chruschtschow bensraumes zu bestehen haben, so großzügig
„den größten Teil Hinterpommerns, fast das ge- können wir bei einer künftigen Gestaltung eines
samte polnisch verwaltete Gebiet Branden- neuen Europa sein, dessen Mitte und Ausgang-
burgs und Teile Niederschlesiens“ an die DDR spunkt nur ein geeintes Deutschland sein kann.
zurückgeben wollte. Das war kurz vor seinem Nach einer Äußerung des CDU-MdB Stingl vom
Sturz, zu dem die Bonner Politik viel beigetragen Juli 1966, die auch mit anderen Angaben übe-
hat. Der Eifer Warschaus, die Gunst der Ära reinstimmt, sollen in den abgetrennten deut-
Brandt für sich zu nutzen, ist gewiß auch auf das schen Ostgebieten 47 bis 120 Menschen auf
Wissen zurückzuführen, daß nur die auf diesem dem qkm wohnen; in der BRD sind es 235 im
Gebiet noch andauernde Nachkriegszeit ihm Durchschnitt. Da dürfte man also ohne Sorge
die Unterstützung Moskaus bietet. Änderungen den so oft zitierten im Lande geborenen polni-
der Weltsituation, die in der Luft liegen und be- schen Kindern das angebliche Heimatrecht zu-
stimmt einmal eintreten werden, können histo- gestehen, soweit sie bleiben wollen. Und wir
risch gegebene gegenseitige Streitpunkte wie- werden wohl unser Besitzrecht beanspruchen
der zu Bedeutung bringen. dürfen, wenn zugleich der größte Teil der Welt
den Israelis 2000 Jahre nach ihrer Vertreibung
Seit langer Zeit wird unser Volk an seinen das Besitzrecht des Landes Israel zugesteht. Es
Grenzen ständig zurück- und zusammen- mag auch sein, daß bis zu dem Zeitpunkt, an
gedrängt von Nachbarn, die weniger eng dem die beiden deutschen Teilstaaten sich wer-
leben als wir. den zusammengefunden haben und die Frage
Seit Hans Grimm das Wort vom „Volk ohne der deutschen Ostgebiete tatsächlich akut wird,
Raum“ prägte, hat sich äußerlich einiges geän- sich eine echte europäische Annäherung an-
dert, doch der Kern seiner Gedanken ist nach bahnt, die manche heute kaum lösbar schei-
wie vor richtig. Ein Volk braucht ausreichend nende Frage lösbar macht. Wir können eine sol-
Raum, um wenigstens die notwendigsten Nah- che Entwicklung, die auf der gleich berechtigten
rungsmittel und den wichtigsten sonstigen Le- Anerkennung der Volkstümer organisch auf-
bensbedarf selbst erzeugen zu können. Ohne baut, begrüßen und fördern. Zu fürchten brau-
das gibt es keine Freiheit. Da alle schönen Worte chen wir sie bei der kulturellen Kraft unseres
von internationalem Recht, Vereinten Nationen, Volkstums nicht.
Frieden und Völkerversöhnung aber bisher nur
Redensarten sind, gilt der Satz immer noch.
Deshalb hängt unsere Freiheit u.a. von der Er-
haltung und Leistungsfähigkeit unserer Land-
wirtschaft ab. Sie hat Unerhörtes an Erzeu-
gungssteigerung geleistet, wäre aber im Notfall
in unserm verkleinerten Raum außerstande, ge-
nug Nahrungsmittel zu erzeugen. Über diese
Tatsache täuscht heute die nicht gesicherte
Möglichkeit unbegrenzter Einfuhr hinweg sowie
die Übererzeugung einzelner Produkte als Folge
eines fehlgeleiteten Anbau- und Erzeugungs-
programms.
Aber auch aus einem anderen Grund braucht
unser Volk seine Ostgebiete:
Die Enge unseres Raumes zwingt uns, un-
ser Land mehr und mehr zu einer Asphalt-,
Beton- und Produktionswüste zu machen,
in deren Hast und Gedrängtheit ein Volk
nicht auf weite Sicht körperlich und geistig
gesund bleiben kann. Wenn ein Volk größte
Anstrengungen machen muß, seinen Bo-
den nicht mit Chemikalien zu verseuchen,
sein Wasser verwendbar zu halten, seine
Abfälle zu beseitigen, seine Atemluft zu Grenzforderungen des polnischen „Westmar-
säubern, so wird das Leben problematisch. ken-Vereins“ 1935 (halbamtliche Postkarte)
Wie hat sich unter diesen Umständen eine wichtige nationale Positionen aufgefaßt werden
von Ost- und Westabhängigkeiten freie können oder gar diesen Verzicht aussprechen.
deutsche Politik zu verhalten, die sich zur Hier den kleinen Finger reichen, heißt das Spiel
Vertretung der Belange des ganzen deut- bereits verloren haben.
schen Volkes verpflichtet sieht?
Mit einem klaren Bekenntnis zur Vertre-
Sie wird erkennen, daß die Wiederzusammen- tung der nationalen Lebensbedingungen
führung der beiden deutschen Teilstaaten (wo-
bei der dritte deutsche Teilstaat; nämlich Öster- unseres Volkes müssen wir unser Be-
reich, vorerst außer Betracht bleibt) der Rege- kenntnis zur Unabhängigkeit von Ost und
lung der Ostgrenzen vorausgehen muß, weil nur West und zur gesamtdeutschen Verhand-
das gesamte deutsche Volk, das z.Z. keine auto- lungsbereitschaft nach allen Seiten ver-
risierte Vertretung hat, gültige Entscheidungen binden.
dieser Art treffen kann. Die Anerkennung der
Oder-Neiße-Linie als Grenze durch die abhängi- Kampf ums Dasein bleibt Naturgesetz, nur die
ge DDR oder die abhängige BRD bindet das Mittel ändern sich. Darum müssen wir unsere
deutsche Volk nicht. Wenn auch die Rückkehr Stellung als freie und ungeschmälerte Mitte Eu-
abgetrennter Gebiete zur DDR vor einer Wieder- ropas mit Klauen und Zähnen verteidigen. Wir
vereinigung denkbar ist und von uns zu be- haben die Kräfte des zur Zeit außerparlamentari-
grüßen wäre, so bleibt doch im ganzen der Satz schen Widerstandes gegen nationale Defai-
richtig, daß der zweite Schritt nicht vor dem er- tisten und volksentwurzelte politische Geschäf-
sten getan werden kann. Andererseits haben wir temacher zu sammeln und sie unter Beiseite-
uns für den „zweiten Schritt“ alle Möglichkeiten stellung trennender Nebensächlichkeiten auf
offen zu halten. Aus den vorstehend angeführ- die großen Lebensfragen unseres Volkes aus-
ten Gründen sind alle Äußerungen unmöglich, zurichten.
die als Bereitschaft zum Verzicht auf lebens-
HINWEIS::
Die vorstellende Ausarbeitung ist schon 1970 in den „Unabhän-
gigen Nachrichten“ veröffentlicht worden. Sie wurde bewußt un-
verändert übernommen, um zu zeigen, daß grundsätzliche Aus-
führungen ihre Gültigkeit behalten, auch wenn die für den Schul-
unterricht genehmigten Lehrbücher nach wechselnden parteipoli-
tischen Machtverhältnissen 'überarbeitet' werden. Allein zu der kurz
angerissenen SLAWEN-Frage liegen durch neuere Forschungen und
Veröffentlichungen Erkenntnisse vor, die hier nicht berücksichtigt
werden konnten.
WEITERFÜHRENDE QUELLENHINWEISE: Zum Studium der
staats- und völkerrechtlichen Fragen zum Thema 'Deutschland
und seine Ostgebiete - Verzicht oder nicht' wird auf die
nachfolgenden Gesetze, Urteile und Abkommen verwiesen:
1. Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Präambel)
2. Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über das Fortbe-
stehen des Deutschen Reiches vom l7.8.1956
3. Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3l .7 .1 9 7 3
4. Abkommen betreffend die Gesetze und Gebräuche des Land-
krieges vom 18.10.1907 (IV. Haager Abkommen von 1907)
5. Anlage zum Abkommen Ordnung der Gesetze und Gebräuche
des Landkrieges (Haager Landkriegsordnung)
6. Atlantic-Charta vom 14.8.1941
7. Charta der Vereinten Nationen vom 26.6.1945
8. Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völker-
mordes vom 9.12.1948
9. IV. Genfer Abkommen vom l 2.8.1949 zum Schutze von Zi-
vilpersonen in Kriegszeiten
10. Gesetz über den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu
den vier Genfer Rotes-Kreuz-Abkommen vom 21.8.1954
11. Beschluß des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom
22.11.1967
12. Konvention der Vereinten Nationen über die Unverjährbarkeit
der Vertreibung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vom
27.11.1968
13. Wiener Konvention über das Recht der völkerrechtlichen Ver-
träge vom 23.5.1969.

Folge 1, UN 6/83. Unabhängige Nachrichten,


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Hans W. Schimmelpfeng, Abgabe an Schüler
kostenlos, wenn der Spendeneingang dies ge-
stattet. Bankeinzug
Auf dem Stundenplan
Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' Beiblatt für Schülerzeitungen Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Verdunkelung der wollen, sondern von handfesten Maßnah-


Weltgeschichte men internationaler Bankiers, die kühl
ausgeklügelt und erbarmungslos voll-
durch Schulbuch-Bla-Bla. streckt werden.
In dem Lehr- und Arbeitsbuch für den Ge-
schichtsunterricht SPIEGEL DER ZEITEN Aus- Der Vater des berühmten Ozeanbezwingers,
gabe B Band 4 Seite 43 Verlag Moritz Diester- Charles A, Lindbergh aus Minnesota, erklärte
weg (Frankfurt-Berlin-München) lesen wir über schon 1920: „Finanzielle Panik wird wissen-
den Börsenkrach der USA von 1929: schaftlich erzeugt.“ 2
„Der allgemeine Glaube an eine Wunder- In einem Buche, das sich mit diesem Börsen-
wirkung des Kapitalismus gab den Anstoß krach von 1929 befaßt, (William Bryans, THE
UNITED STATES UNRESOLVED MONETARY
zu der Börsenspekulation größten Ausma- AND POLITICAL PROBLEMS) lesen wir: „Als al-
ßes ... Im Oktober und November 1929 les fertig war, begannen die New Yorker Ban-
brach diese Spekulation zusammen. Ein- kiers, von den Maklern die 24-Stunden-Abruf-
zelne Aktien verloren bis zu 90 % ihres darlehen zurückzufordern. Das bedeutete, daß
Wertes. Da sie alle auf Kredit gekauft wa- die Börsenmakler und deren Kunden ihre Ak-
ren, mußten weitere Werte verkauft wer- tien in die Börse werfen mußten, um so ihre Dar-
den. Die Spirale schien ohne Ende.“ lehen einlösen zu können. Das führte natürlich
zu einem Börsensturz und brachte den Zusam-
Also die Torheit der Masse mit schlimmen Fol- menbruch der Banken im ganzen Land. Die
gen nach dem Motto: „Es hat sich eben mal so Bankiers, die nicht zur Oligarchie gehörten, wa-
ergeben“? ren zu dieser Zeit sehr stark in die Abrufforde-
So erklärt ein Schulbuch die größte Wirt- rungen der Makler verwickelt. Damit waren die
schaftskatastrophe eines Kontinents mit Zahlungsmittel der Banken sehr schnell er-
seinen weltweiten Auswirkungen! schöpft, so daß sie schließen mußten. Das Fe-
deral Reserve System kam ihnen bewußt nicht
So geht man über ein Geschehen hinweg, das zu Hilfe, obwohl es, angewiesen durch das Ge-
alle Völker der Erde hätte alarmieren und auch setz, verpflichtet war, eine elastische Währung
aufklären müssen! Aber unser Schulbuch tut aufrechtzuerhalten.“ 3
diesen wahrhaft welterschütternden Vorgang
mit der pflaumenweichen Phrase ab: „Der allge- Der Automobil-König Henry Ford schrieb
meine Glaube an eine Wunderwirkung“ habe ei- 1920:
ne Spekulation zusammenbrechen lassen.
So wird Ende des 20. Jahrhunderts die heran- „Eigentlich ist es gut, daß die
wachsende Jugend eingelullt, obwohl schon Menschen der Nation unser
1893 nach einem „Hearing“ des US-Repräsen- Banken- und Währungs-
tantenhauses klar sein mußte, welche finanz-
politischen Strauchritter derartige Krisen aus- system nicht verstehen. Wür-
lösen konnten, und wie man es bewerkstellen den sie es nämlich, so hätten
konnte: Senator OWEN gab an, daß seine Bank
ein Rundschreiben der Nationalen Bankenver- wir eine Revolution noch vor
einigung mit der Anweisung bekam: „Sie wer- morgen früh.“ 4
den sofort ein Drittel Ihres Geldumlaufes aus
dem Verkehr ziehen und die Hälfte Ihrer Darle- Es ist schwer vorstellbar, daß Leute, die von
hen kündigen“ 1 Dieses Rundschreiben ist als diesen Dingen entweder keine Ahnung haben
„Panikrundschreiben von 1893“ in die US-Ge- oder mit verschwommenen Phrasen vernebeln,
schichte eingegangen. Solche von langer Hand Schulbücher schreiben, die unsere Jugend auf
vorbereitete Eingriffe in eine Nationalwirtschaft Grund soliden Wissens urteilsfähig, machen
müssen verheerende Folgen für die gesamte sollten. Um es noch einmal ganz deutlich her-
Bevölkerung hervorrufen, verbunden mit auszustellen, sei der Vorsitzende der US-Wäh-
schwindelhaft hohen Gewinnen derer, die das rungskommission, Louis Mc Fadden angeführt:
Elend hervorgerufen haben und es auch heute Sie (die Krise von 1929 d.V.) war nicht zufäl-
noch dirigieren. lig, sie war ein sorgfältig ausgeklügeltes
Ereignis ... Die internationalen Bankiers
Währungs- und finanzpolitische Erdrut- trachteten danach, einen Zustand der Ver-
sche kommen nicht von irgendeinem zweiflung herbeizuführen, damit sie sich
„Glauben an Wunderwirkungen“, wie die als Gebieter über uns alle emporheben
Schulbuchträumereien glauben machen könnten.“ 5
Das Verbrechen der Börsenhyänen von 1929 Charles Lindbergh hatte im US-Senat gewarnt:
fällt in die Regierungszeit des US-Präsidenten „Dieses Gesetz (für das Federal -Reserve-
Herbert Hoover (1928 -1932), der die schicksal- System) etabliert den gigantischen Trust
hafte Schwere der Vorgänge deutlicher be- auf Erden ... Wenn der Präsident dieses
zeichnete, als es irgend ein Außenstehender Schriftstück unterzeichnet, wird die un-
hätte tun können. Danach war kein „Glaube an sichtbare Regierung der Geldmacht -
eine Wunderwirkung“ verantwortlich, sondern nachweisbar existierend durch die Geld-
ein kleiner Klüngel großer Gauner. Trust-Untersuchung - legalisiert sein.“ 10
Hoover: „Durch die Kreditinflation waren alle
Unter dieser „unsichtbaren Regierung“ fand
Wege für die betrügerische Manipulierung und
dann der „Schwarze Freitag“ von 1929 statt!
den betrügerischen Handel mit Aktien geebnet
Im selben Sinne äußerte sich ja auch der US-
... Es gibt Verbrechen, die weit schlimmer sind
Präsident Theodore Roosevelt (1901 -1909) in
als Mord, und für sie sollte man die Schuldigen
seinem Wahlaufruf von 1912: „Hinter der
zur Rechenschaft ziehen und bestrafen.“ 6
sichtbaren Regierung sitzt auf dem Thro-
Es ist kaum zu fassen: Wir wickeln die Weltkata- ne eine unsichtbare Regierung, die dem
strophe von 1929 in nichtssagende Redensar- Volke keine Treue schuldet und keine Ver-
ten ein, indes der 7. Präsident der USA, Andrew antwortlichkeit anerkennt. Diese unsicht-
Jackson (1829 -1837) dieselbe Sorte Leute da- bare Regierung zu vernichten, den gottlo-
mals schon mit den erbitterten Worten angriff: sen Bund zwischen korruptem Geschäft
„Ihr seid eine Schlangenhöhle. Ich will und korrupter Politik zu lösen, ist heute
Euch ausrotten und beim ewigen Gott, ich die erste Aufgabe des Staatsmannes.“ 11
werde Euch ausrotten.“ 7 Um es noch aus privater Quelle zu erhärten, sei
der Präsident der Midland-Bank, Mc Kenna von
Aber seit Generationen wachen Milliardäre wie England, angeführt: „Diejenigen, die das
Morgan, Vanderbilt, Carnegie, Harriman, Ba- Geld und den Kredit hervorbringen, diri-
ruch, Rockefeller darüber, daß die Menschheit gieren die Maßnahmen der Regierung und
abgelenkt und vom Gegenteil der Wahrheit halten das Schicksal der Bevölkerung in
„motiviert“ wird, bis dem Vizepräsidenten der ihren Händen.“ 12
USA, Garner, 1933 das unvorsichtige Wort ent-
schlüpfen konnte: „Sie sehen, meine Her- Die Spinne im Netz der amerikanischen FEDE-
ren, wem die Vereinigten Staaten gehö- RAL RESERVE BANK, Paul Warburg, ließ voll-
ren.“ 8 Denn, so sagte der US-Präsident Theo- ends alle Hüllen fallen, und bezeichnet es als
dore Roosevelt (1901 - 1909): „In unserem Lan- natürlich notwendig, daß diejenigen, welche
de war es zu einer wahren Schwelgerei im indi- das Geld beherrschen, es den Politikern, die ih-
vidualistischen Materialismus gekommen, in ren Aufstieg dem Zufall und der Korruption ver-
welcher sich die vollkommene Freiheit des danken, „nicht überlassen dürfen, zu regie-
Starken zur Unterdrückung der Schwachen ren.“ 13
umgestaltet hat... in keinem anderen Land der Solche Zitate fehlen in den Schulbüchern und
Welt besaßen die Männer, die diese Vermögen im Unterricht. So meinen die Menschen zu
erworben hatten, solche Macht.“ 9 Die „da schieben - und werden geschoben. Aber es
oben“ wußten, was man vor denen „da unten“ lebt sich so frei und froh, wenn man nichts weiß,
mit qualligem Geschwätz zudeckte. wohl aber sich einbildet, etwas zu wissen - so
Die LONDON FINANCIAL TIMES schrieb am 26. wie es der Chef der größten amerikanischen
September 1912: „Ein halbes Dutzend Männer Gewerkschaftsorganisation, AFL-CIO, George
an der Spitze der fünf großen Banken könnte Meany, schrieb: „Aber wie fehlerhaft auch im-
das gesamte Gebäude der Regierungsfinanzen mer dieses System sein mag, es gibt uns so viel
umstoßen, indem sie von der Erneuerung der Freiheit, daß wir nicht merken, wie unterdrückt
kurzfristigen Schatzwechsel absehen.“ Also wir sind.“ 14
auch hier wird das nämliche Spiel angespro- Möge die Jugend aus dem Gesagten er-
chen, mit dem man 1929 die ganze Wirtschaft kennen, wie man sie dumm halten will in
der USA zum Zusammenbruch brachte! allen Dingen, die das Wesen der Dinge
Die Zusammenhänge waren also von den zu- ausmachen!
ständigen Männern und Organen frühzeitig ge- Quellenhinweise: 1) Allen Garry DIE INSIDER Wiesbaden 1974 S. 78 - 2) Can-
nug klargestellt worden! Dennoch konnte eine telon, Willard DER TAG AN DEM DER DOLLAR STIRBT Schorndorf 1974 S.15 -
3) Allen S. 74 -4) C.O.D.E. Vaduz II/7 1978 S. 18 -5) Allen S. 75 - 6) Hoover,
Handvoll privater Finanzpiraten sich in den Be- Herbert MEMOIREN Mainz 1952 S. 20- 7) C.O.D.E. II/7 S. 15-8) Cantelon S.15
sitz der zentralen, währungsdiktierenden US- - 9) Härtle, Heinrich AMERIKAS KRIEG GEGEN DEUTSCHLAND Göttingen
1968 S. 34 -10) Allen S. 67 -11) Sündermann, Helmut DIE PIONIERE UND DIE
Zentralbank bringen, der FEDERAL RESERVE AHNUNGSLOSEN Leoni 1960 S. 119 - 12) Allen S. 54 -13) Ford, Henry DER
INTERNATIONALE JUDE Leipzig 1922 II. Bd. S. 147 -14) American
BANK (Dezember 1913). Sie wurde gegründet, Federaration of Labor and Congress of Industrial Organization in WER IST
um angeblich Börsenkatastrophen zu verhin- IMPERIALIST? Seewald Stuttgart 1973 S. 57

dern und deckte wirksam einen Riesenschwin- Folge 2, UN 7/83. Unabhängige Nachrichten, Postf. 400215,
del, in welchem das US-Volk rund 120 Milliar- 4630 Bochum 4. ViSdP.: Emil Maier-Dorn, Abgabe an Schüler
den Goldmark verlor. kostenlos, wenn der Spendeneingang dies gestattet.
Auf dem Stundenplan
Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen, Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

THEODOR HEUSS:
„Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München,
sondern Versailles !“

1983 — Nicht 50. Jahr der Machtübernahme,


sondern 65. Jahr nach Versailles!
DIE VERSCHWIEGENEN
URSACHEN DES UNFRIEDENS
Der „Versailler Friedensvertrag“ - ein Dik-
tatfrieden mit verheerenden Folgen Ernst von Weizsäcker, der spätere
Widerstandskämpfer gegen das Dritte Reich,
Das volkspädagogisch gesteuerte Trommel-
feuer im Hinblick auf den 50. Jahrestag der schrieb bereits am Tage des
Machtübernahme durch die Hitler-Papen-Re- Waffenstillstandes vom 11. November 1918
gierung am 30. Januar 1933 ist auf die West- in sein Tagebuch: „Hieraus entsteht ein
Deutschen niedergeprasselt. Das sog. Deut- neuer Krieg; unsere Kinder werden ihn
sche Fernsehen hat sich erblödet, die Wieder- ausfechten müssen.“
holung der Hollywood-Serie „Holocaust“ mit ei- Der Reichsaußenminister des Weimarer
nem Plakat anzukündigen, auf dem ein ge- Staates, Dr. Gustav Stresemann,
schmiertes Hakenkreuz abgedruckt war. Soll- charakterisierte am 14. September 1925
ten damit primitive Geister und Provokateure zu dieses Diktat mit folgenden Worten:
Schmierereien angeregt werden, um den Ver- „Das ist ja gerade die diabolische Art des
gangenheitsbewältigern ihre Lebensversor- V e r s a i l l e r D i k t a t e s (Sperrung im
gung zu sichern? Die durchweg schlampig ge-
machte Reihe „Europa unterm Hakenkreuz“ Original !) gewesen, daß sie an allen Ecken
brachte Einblendungen aus unserer Zeit, die und Enden Unfrieden zwischen Deutschland
man nur als fehl am Platze und als Zeitschinde- und seinen Nachbarn geschaffen hat. Von
rei bezeichnen kann. Eine Ausnahme machte allem anderen abgesehen, suchte sie Feind-
allein die Sendung über London, die in Sachen schaft zu legen zwischen Frankreich und
Kriegsursache und Kriegsausbruch manches Deutschland (Elsaß-Lothringen), Belgien
brachte und zurechtrückte, was nicht so in den (Eupen-Malmedy), Dänemark (Nordgrenze),
gängigen Geschichtswerken für unsere Schu- Polen (Danzig, Korridor, Oberschlesien),
len steht. Ähnlich hastig wurde die Sendung Tschecho-Slowakei (Deutschböhmen und
„Ein anderes Lutherjahr (1933)“ aus Archivfil- Verhinderung des Anschlusses), Litauen
men, Bildern und Gesprächen am Beispiel der
Stadt Marburg zusammengestellt und mit ei- (Memel). Dazu alle die Unterdrückungen
nem unbewiesenen Kommentar versehen. Im- Deutschstämmiger, die Streitpunkte mit
mer wieder tauchte die Behauptung auf „Keiner Jugoslawien und Rumänien schaffen, genau
könne sich in Marburg erinnern ...“. Um die so wie die Südtiroler Frage e i n e b r e n n e n d e
Stunde vollzubekommen, wurde gleich über W u n d e f ü r d i e deutsche Seele ist. (Damals,
1933 hinaus ein weiteres Jahrzehnt hinzuge- für einen damaligen deutschen
nommen. Krönung des Ganzen war ein Ge- Außenminister!) Nehmen wir dazu die
spräch mit dem Erzhasser S. Wiesenthal. - Man Wegnahme der deutschen Kolonien, so ist es
kann nur hoffen, daß diese Sendungen eine ge- klar, daß eine Politik, die darauf
ringe Einschaltquote hatten, sonst müßte man hinausginge, das alles in den früheren Status
Angst haben, daß damit ein gefährliches Poten-
tial an Negativgefühlen aufgespeichert wurde. quo umzuwandeln, eine Politik des Kampfes
gegen die ganze Welt wäre . . . . Selbst ein
Faschismusgeschrei hilft nur den Völker- gerüstetes Deutschland würde diese Politik
verhetzern und Kriegstreibern mit einer dauernden antideutschen
Derlei Sendungen, deren Sachlichkeit und Ob- Weltkonstellation zu bezahlen haben.“
jektivität mehr als zweifelhaft sind, helfen im-
merhin bei der Vernebelung der Bedrohung das deutsche Volk mit dem Verlust von Gebiets-
durch die internationalen Kriegsverbrecher. teilen auch leichter abgefunden, wie es das
Sie sind ein herrliches Mittel der Täuschung Beispiel von Nordschleswig zeigt. Selbst im
und Falschunterrichtung. Durch das ständige Kriege wurde dies von der nationalsozialisti-
Faschismus- und Neo-Nazismus-Geschrei, das schen Regierung nicht in Frage gestellt.
wir mit unseren Steuergeldern finanzieren, soll
„Versailler Frieden“ - nur ein Waffenstill-
von der weltweiten, auf Umsturz ausgerichteten stand auf 20 Jahre
Partisanen- und Spionage-Wühlarbeit sowie
von der ungeheuren Aufrüstung durch die Su- Die Aussprüche von Politikern aller europäi-
permächte abgelenkt und die Wehrbereitschaft schen Länder, die dieses Friedensdiktat von
sowie der Verteidigungswille völlig abgebaut Versailles als Vorstufe zu einem kommenden
werden. Jedem Mitleid mit den in einem „be- Krieg ansahen, sind Legion. Theodor Heuß, der
grenzten Krieg“ auszulöschenden bösen Deut- im Deutschen Reichstag nicht nur dem sog. Er-
schen soll vorgebeugt werden. Wir sehen ein mächtigungsgesetz zustimmte, sondern auch
gutfunktionierendes Bündnis von Geldma- der erste Bundespräsident (FDP) war, sagte,
chern und Anti-Deutschen beim sog. Deut- „Die Geburt der Nationalsozialistischen Bewe-
schen Fernsehen, der rosaroten Schickeria an gung liegt nicht in München, sondern in Versail-
den Universitäten sowie den eiskalten Strate- les“. Das Friedensdiktat führte auch zu einer in-
gen der Welt-Revolution. Sicher ist es kein Zu- neren Spaltung in Deutschland zwischen den
fall, daß der BRD-Faschismus-Papst, ein gewis- Sozialdemokraten, dem Zentrum und den Libe-
ser Prof. R. Kühnl aus Marburg, im roten Pahl- ralen, die sich bemühten, durch eine „Erfül-
Rugenstein-Verlag/Köln sowie bei „rororo“ sei- lungspolitik“ die Auswirkungen dieses Vertra-
ne Faschismus-Warnungen veröffentlicht. ges mit der Zeit zu mildern und das Vertrauen
der früheren Kriegsgegner im Westen zu gewin-
Selbstbestimmungsrecht 1918/1919 vor- nen, auf der einen Seite sowie den Rechtspar-
enthalten
teien und extremen Kräften auf der anderen, die
Wenn von der Machtübernahme durch die Na- den durch eine Hungerblockade erzwungenen
tionalsozialisten und die Deutschnationale Vertrag von vornherein ablehnten. Sie hielten
Volkspartei im Jahre 1933 gesprochen wird - ihn für eine Anhäufung von unerfüllbaren Be-
daß sie in völliger Übereinstimmung mit den Ge- dingungen und Forderungen sowie die Grund-
setzen erfolgte, wird nicht immer gesagt! - lage eines Bündnissystems zwischen Frank-
dann muß betont werden, daß dieses Ereignis reich und den neuen Staaten des östlichen Mit-
u.a. nur möglich wurde, weil der Vorvertrag zum teleuropa, einzig dazu geschaffen, Deutsch-
„Frieden von Versailles“, der zum Waffenstill- land ständig zu bedrohen und kleinzuhalten.
stand vom 11. Nov. 1918 führte, in schmählicher Hoffnung auf Einsicht vergebens
Weise hintergangen wurde. Gemeint sind die 14
Punkte des US-Präsidenten Wilson, die 1917 ei- Den Sozialdemokraten, dem Zentrum sowie
nen Friedensschluß auf der Grundlage des den Liberalen stellte sich eine praktisch fast
Selbstbestimmungsrechtes in Aussicht stell- unlösbare Aufgabe. Sie hofften, vergeblich, die
ten. Es war die Tragödie Europas, daß man nur 14 Punkte von US-Präsident Wilson würden
wenigen Völkern im östlichen Mitteleuropa die sich letztlich als europäisches Gestaltungsele-
Bildung von Nationalstaaten ermöglichte, die ment durchsetzen. Im Hinblick darauf hatten sie
jedoch wegen der Gemengelage ihrer Bewoh- um einen Waffenstillstand nachersucht, um ei-
ner neue Mehr- oder Vielvölkerstaaten in Klein- nen verlustreichen Endkampf des deutschen
ausgabe wurden. Die neuen „Minderheiten“ Volkes, das hungerte und fast ausgeblutet war,
hatten durchweg weniger Rechte als die Min- zu verhindern. Erinnern wir in diesem Zusam-
derheiten im kaiserlichen Deutschland oder in menhang daran, daß die Hälfte der Kriegstoten
der k.u.k. Monarchie. Vor allem jedoch gab es des 2. Weltkrieges auf die Zeit ab 1944 entfällt.
kein Selbstbestimmungsrecht für Deutsche! Deutschland hatte keine Chance mehr, den
Mindestens zehn von zwölf Millionen Deut- Krieg für sich zu entscheiden, obwohl seine
schen in diesem Raum wären bei Abstimmun- Truppen noch in Belgien und tief in Rußland
gen zu einer großdeutschen Republik gekom- standen. Die Verbündeten, die k.u.k-ler, die Bul-
men - die Deutsch-Österreicher einschließlich garen und die Türken, hatten bereits aufgege-
der Sudeten-Deutschen und der Südtiroler, die ben. Eine neue Front im Südosten und Süden
Westpreußen und Danziger, die Memelländer, wäre entstanden, für die keine Truppen mehr
ein Drittel der Bevölkerung der Provinz Posen zur Verfügung gestanden hätten. In der Bitte
(vor allem um Bromberg), die Ost-Oberschle- und dem Ersuchen auf Waffenstillstand kann
sier mit den Bewohnern von Teschen und Bie- man, sofern man will, auch die Hoffnung auf die
litz, die Elsaß-Lothringer mit großer Wahr- Solidarität der Demokraten der Welt sehen. Es
scheinlichkeit, sicherlich aber die Bewohner blieb eine Hoffnung und ein Traum! Als Dolch-
des Saarlandes, von Eupen und Umland, der stoß gegenüber der kämpfenden Front, der Ver-
Stadt Ödenburg/Burgenland sowie Teilen der pflegung und Munition fehlten, kann man es
Krain. Bei sauberen Abstimmungen hätte sich nicht sehen.
schaftskrise wurde der Unfähigkeit der Demo-
kratie angelastet. Kurz vor seinem Tode vertrau-
te Stresemann einem englischen Besucher an:
„Es ist nun fünf Jahre her, seit wir Locarno un-
terzeichnet haben. Wenn Ihr ein einziges Zuge-
ständnis gemacht hättet, würde ich mein Volk
überzeugt haben ... Jetzt bleibt nichts übrig als
die rohe Gewalt. Die Zukunft liegt in den Hän-
den der jungen Generation. Und die Jugend
Deutschlands, die wir für den Frieden und das
neue Europa hätten gewinnen können, haben
wir für beide verloren. Das ist meine Tragik und
Eure Schuld.“ 1)
Dann kam Adolf Hitler, die „letzte Hoffnung“, vor
allem der jungen Menschen. Die westlichen De-
mokratien gaben Hitler Stück um Stück nach,
was sie den Politikern zuvor verweigert hatten.
Sie ließen den Einmarsch in das Rheinland zu,
unternahmen nichts, um den Anschluß Öster-
reichs zu verhindern, entdeckten plötzlich, wie
schamlos die Sudetendeutschen von den
Tschechen behandelt und ausgebeutet wur-
den. Dies machte diese Staatsform in den Au-
gen der deutschen Jugend der 30er Jahre voll-
ends unglaubwürdig.
Deutschland und Europa zerstört
Am Ende stand der 2. Weltkrieg, als Deutsch-
Betrug an deutschen Demokraten land unter Hitler den letzten Rest des Unrechts
von Versailles beseitigen wollte. Die Sowjets
Der sog. Dolchstoß hingegen wurde von Politi- wurden als Verbündete des Westens gewon-
kern wie Clemenceau, Poincaré, Lloyd George, nen, obwohl sie zusammen mit Hitler Polen auf-
Orlando und Wilson geführt, und zwar gegen geteilt hatten. Man wollte den „Teufel mit Belze-
die deutsche Republik. Beteiligt waren auch die bub“ austreiben, doch am Ende standen die
neuen Verbündeten im östlichen Mitteleuropa, Sowjets mitten in Europa. Es half nichts mehr,
die Herren Benes, Domowski und Massaryk. daß Churchill nun der Auffassung war, man ha-
Nach diesem Friedensdiktat hatte die junge be „das falsche Schwein geschlachtet“.
deutsche Republik von 1918 kaum noch eine Wenn man eine Lektion aus den letzten 65 Jah-
Chance. Sie kämpfte um die Erleichterung und ren ziehen will, dann die, daß solche Knebe-
die Streckung der Wiedergutmachungszahlun- lungs- und Unterwerfungsverträge wie Versail-
gen, mußte erleben, wie die Franzosen 1923 als les keinen Frieden schaffen, sondern nur Haß
Faustpfand das Ruhrgebiet besetzten. Man und Rüstung für den Gegenschlag.
suchte nach immer neuen Finanzquellen, u.a. Bei der Verurteilung der Machtübernahme von
durch Verkauf den Zündholzmonopols, um den 1933, wie sie zur Genüge auf allen Ebenen deut-
Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und lich geworden ist, darf und kann nicht verges-
so die Besatzer wieder loszuwerden. Sechs sen werden, daß gerade „Versailles“ Adolf Hitler
Jahre lang verhandelte Gustav Stresemann. eine politische Chance gab.
Weil man ihm nicht einen einzigen Schritt ent-
gegenkam, mußte er es sich gefallen lassen, als „Versailles“ - Ursprung allen Übels
Erfüllungspolitiker bezeichnet zu werden.
„Stresemann, verwese man!“ hieß es damals Heute versuchen Schulbuchautoren bereits
landauf, landab. Seine Partei sank zur Bedeu- den Versailler Friedensvertrag als eine Wohltat
tungslosigkeit herab, und er starb allein und für Deutschland zu verkaufen. Sie veröffentli-
verzweifelt an einem Schlaganfall im Okto- chen in verkleinerter Form eine offizielle Wand-
ber 1929. karte, die 1928 im Auftrag der Reichsregierung
für den Schulgebrauch herausgegeben wurde,
und bezeichnen sie als ein Beispiel dafür, wie
Die Jugend Hitler in die Arme getrieben? der Versailler Vertrag in der Zeit der Weimarer
Republik in weiten Kreisen der deutschen Be-
Auf Grund der Auswirkungen des Versailler völkerung verstanden wurde. Sie bedauern,
Friedensdiktates wurde die deutsche Jugend daß diese Deutung zu einem Mittel des politi-
gegen die Staatsform der jungen Republik ein- schen Kampfes wurde (Dolchstoßlegende). Die
genommen und vertraute nach und nach immer in der Karte verwendeten Begriffe sollten unter
mehr der Macht und Gewalt. Auch die Weltwirt- diesen Gesichtspunkten gesehen werden. 2)
Auf die Dauer werden intelligente Schüler wohl dent A. Lincoln). Geben wir unseren Kindern
nach mehr Quellen fragen und sich die Frage und Enkeln eine Argumentationschance. Ma-
stellen, warum die damalige Reichsregierung chen wir das 50. Jahr der Machtübernahme
(1928) eine Karte mit der Überschrift „Deutsch- durch eine Regierung Hitler-Papen zum 65.
lands Verstümmelung“ verbreiten ließ. Auch die Jahr des Versailler Diktatfriedens sowie des
Erwähnung „Versailler Vertrag 50 bzw. 60 Jahre Dolchstoßes an der jungen deutschen Repu-
in Kraft (16.1.1920)“ in einem Taschenbuch, das blik. Machen wir es auch zu einem Jahr der
die Bundeszentrale für Politische Bildung in Mahnung an die Sieger des 2. Weltkrieges,
Bonn als Trostpreis für die Beteiligung beim Deutschland endlich einen gerechten Frie-
jährlichen Schüler-Preisausschreiben vergibt, densvertrag zu geben und nicht ständig und
wird suchenden jungen Deutschen auf die ewig als Vorbestraften zu behandeln.
Dauer hoffentlich nicht genügen. Auch die An-
gabe „Verlorenes Reichsgebiet“ für Posen- Quellenhinweise: 1) Gespräch mit Bruce Kockhard, Mitglied der Brit. Bot-
Westpreußen, Danzig, Elsaß-Lothringen in ei- schaft in Berlin, 13.3.29; nach Prof. H.-S. Weber in Rhein. Post vom 25.5.49 -
nem Geschichtslehrbuch 3) wird sicherlich ein 2) Geschichtliche Weltkunde, Hrsg. Prof. Dr. W. Hug - Verlag M. Diesterweg/
fm 19792, Bd. 3, S. 41 - 3) Politik und Geschichte des 19. u. 20. Jh. von
kritisches Hinterfragen zur Folge haben. Rückert/Hettinger-Verlag F. Schöningh/Paderborn 1978, S. 88, sowie
Die vorenthaltenen Volksabstimmungen sind Grundriß der Geschichte, Verlag F. Schöningh/Paderborn, Bd. 3, S. 73
eben der Geburtsfehler dieser Abtretungen. Bei
Ober-Schlesien ist es noch schlimmer: trotz „AUF DEM STUNDENPLAN" - UN-Schülerblatt-
der für Deutschland günstigen Abstimmung Serie, 3. Folge. V.i.S.d.P.: Walther Wehr, Unabhäng-
(69 %) wurde der wirtschaftlich wertvollere Teil gige Nachrichten, Postfach 400215, 4630 Bochum.
an Polen gegeben. Eigendruck. - Die Serie erscheint als Mittelblatt
Der Versailler Diktatfrieden muß als Beispiel da- der Monatszeitschrift UN und wird an Schüler zur
für herausgestellt werden, daß „Nichts geregelt Verteilung kostenlos abgegeben, wenn der Spend-
ist, was nicht gerecht geregelt ist!“ (US-Präsi- eneingang dies ermöglicht. UN
Unveränderter Nachdruck 1993: Richtig und unwiderlegbar wie vor 10 Jahren!

Auf dem Stundenplan


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‚Auf dem Stundenplan’ - Beiblatt für Schülerzeitungen . Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Dr. Hans Riegelmann „Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: die eine
ist die offizielle, verlogene, für den Schulunter-
richt bestimmte; die andere ist die geheime Ge-

Kriegsschuld schichte, welche die wahren Ursachen der


Ereignisse birgt.“
Honore de Balzac

Die unbewältigte Gegenwart: Der 1. September 1939


Das Geschehen nach Aussage und Urteil der Anderen
Warum der britische Premierminister Neville
1. Auftakt Chamberlain nach Deutschland reiste: „viele
Eine Prophezeiung aus dem Jahre 1933: haben es ausgesprochen und geschrieben, daß
„Wenn Hitler scheitert, wird sein Nachfolger der Chamberlains Hauptgrund, nach München zu
Bolschewismus sein; wenn er Erfolg hat, wird er gehen, gewesen ist, für einen unvermeidlichen
innerhalb von fünf Jahren einen europäischen Krieg Zeit zu gewinnen! Er wäre in der Tat ein
Krieg bekommen.“ - Also sprach Lord Robert ungeeigneter Premier gewesen, wenn er das
G. Vansittart. (Robert Vansittart, Even now, nicht im Sinne gehabt hätte.“ (Keith Feiling, The
London 1949, S. 69). Life of Neville Chamberlain, London 1946, S.
359).
Die erste Kriegserklärung an Deutschland,
bereits 53 Tage nach Hitlers Machtergreifung, Chamberlains Geständnis: Der USA-Kriegs-
veröffentlicht am 24. März 1933 in dem bekannt- minister Forrestal in seinem Tagebuch am 27.
lich in Millionenauflage erscheinenden Londo- Dezember 1945: „Ich habe heute mit Joe Kenne-
ner „Daily-Express“. „Das israelische Volk der dy (USA-Botschafter in London) Golf gespielt.
ganzen Welt erklärt Deutschland wirtschaftlich Ich befragte ihn über seine Unterredungen mit
und finanziell den Krieg. Das Auftreten des Ha- Roosevelt und Neville Chamberlain von 1938 an.
kenkreuzes als Symbol des neuen Deutschland Er sagte, Chamberlains Überzeugung 1938 sei
hat das alte Streitsymbol Judas zu neuem Leben gewesen, daß Großbritannien nichts in der Hand
erweckt. 14 Millionen Juden stehen wie ein habe, um zu fechten, und daß es deshalb nicht
Mann zusammen, um Deutschland den Krieg wagen könne, gegen Hitler in den Krieg zu ge-
zu erklären. Der jüdische Großhändler wird sein hen... Weder Franzosen noch Engländer würden
Haus verlassen, der Bankier seine Börse, der Polen zum Kriegsgrund gemacht haben, wenn
Kaufmann sein Geschäft und der Bettler sei- sie nicht unablässig von Washington angesta-
ne Elendshütte, um sich in einem heiligen Krie- chelt worden wären .... Chamberlain, sagt Ken-
ge gegen die Leute Hitlers zusammenzu- nedy, habe festgestellt, Amerika und die Juden
schließen!“ hätten England in den Krieg gezwungen (Ameri-
Daß „der Krieg beschlossen war, lange bevor can and the Jews forced England into the war).“
die Frage des polnischen Korridors aufgewor- (The Forrestal Diaries, New York 1951, S. 121 f.)
fen wurde“, bezeugt unter anderem ein Brief des USA-Botschafter in Paris Bullit gibt zu:
USA-Botschafters Bullit an den USA-Außen- „Der Krieg in Europa ist eine beschlossene Sa-
minister Cordell Hull vom Jahre 1935. („Ameri- che ... Amerika wird nach Großbritannien und
can Mercur“ 1958/12, S. 87). Frankreich in den Krieg eintreten.“ So Bullit am
Winston Churchill droht: „Deutschland 25. April 1939 zu dem amerikanischen Europa-
wird zu stark, wir müssen es vernichten!“ So zu Reporter Weigand. (Generalmajor J.F.C. Fuller,
dem Militärfachmann und Industriellen General The Decisive Battles of the Western World and
Robert E. Wood im November 1936. (Ludwig their Influence upon History, Bd. III - nach:
Leher, Das Tribunal, 1965, S.161). Und im Ludwig Leher, Das Tribunal, 1965, S. 162).
gleichen Jahre: „Wir werden Hitler den Krieg US-amerikanischer Protest gegen die
aufzwingen, ob er will oder nicht!“ („Das Neue Kriegstreiber im Lande: „Danzig ist deutsch!
Reich“ Nr. 15 vom 11.4.1959). Im Jahre 1937 Wenn Hitler Danzig will und die Danziger zu Hit-
bei seinem Besuch in der Deutschen Botschaft ler wollen, dann sehen wir nicht ein, warum ein
in London zum Botschafter v. Ribbentrop: Krieg ihn daran hindern soll. Wir sehen nicht ein,
„Wenn Deutschland zu stark wird, wird es warum die Jugend Englands und Frankreichs
wieder zerschlagen werden!“ (Joachim v. aufgeputscht wird, für Danzig zu sterben. Danzig
Ribbentrop, Zwischen London und Moskau, ist für England nicht die Knochen eines einzigen
1953, S. 97). britischen Soldaten wert. Wir sehen auch nicht
ein, warum wir Amerikaner uns über Danzig auf- Vorwürfen in Bezug auf die gegen die Achsen-
regen sollen, auch wenn die USA-Radikalen mächte gerichtete Einkreisung. Es ist gegen-
und -Liberalen uns weismachen wollen, die Ju- wärtig nicht mehr nötig, die Wahrheit zu verber-
gend der USA solle demütig-dankbar die Gele- gen.“ (Bolko Frhr. v. Richthofen, Kriegsschuld
genheit wahrnehmen, für Danzig den Tod zu 1939/41, 1968, S. 61).
suchen!“ („New York Daily News“ am 1. Juli 1939).
Erkenntnisse des USA-Senators Gerald P.
Eine denkwürdige Note vom 29. August Nye, ausgesprochen am 27. April 1941 vor dem
1939: Am gleichen Tage des letztmaligen Ange- Senat in Washington: „Wir werden von densel-
botes der Mäßigung und des guten Willens an ben Mächten zum Narren gehalten, die uns im
Polen seitens der deutschen Reichsregierung Weltkrieg (1914/18) zum Narren gehalten haben
erging noch ein anderes Angebot, das im Lon- ...Wenn wir je in diesen Krieg verwickelt werden,
doner Auswärtigen Amt einlief und dem man we- so wird er von den künftigen Geschichtsschrei-
der Mäßigung noch guten Willen nachsagen bern nur mit einem Namen bezeichnet werden:
kann. Der Zionistenführer und spätere Präsident „Der Krieg des Präsidenten“ (Roosevelt), weil je-
von Israel, Dr. Chaim Weizmann an den briti- der seiner Schritte seit seiner Rede in Chikago
schen Premierminister Neville Chamberlain: auf den Krieg hinlenkte.“ (Helmut Sündermann,
„Ich wünsche in nachdrücklichster Form die Er- die Pioniere und die Ahnungslosen, 1960, S.
klärung abzugeben, daß wir Juden an der Seite 181).
Großbritanniens stehen und für die Demokratie
kämpfen werden. Aus diesem Grunde stellen wir Ein neutrales Urteil, der schwedische Gelehrte
uns in den kleinsten und größten Dingen unter und Forschungsreisende Sven Hedin: „Die
die zusammenfassende Leitung der britischen Frage, warum es zum neuen Weltkrieg kam, ist
Regierung. Die jüdische Vertretung ist bereit, in nicht nur damit zu beantworten, daß die Grund-
sofortige Abkommen einzutreten, um alle lage in den Friedensverträgen von 1919 gelegt
menschlich-jüdische Kraft, ihre Technik, ihre wurde, oder in der Niederhaltung Deutschlands
Hilfsmittel und alle Fähigkeiten nützlich einzu- und seiner Verbündeten nach dem Ersten Welt-
setzen.“ krieg, oder in der Fortsetzung der uralten Politik
Großbritanniens und Frankreichs. Der entschei-
Die Erklärung wurde veröffentlicht in der Lon- dende Anstoß kam von jenseits des Atlanti-
doner „Times“ vom 5. September 1939, schen Ozeans. (Sven Hedin, Amerika im Kampf
drei Tage später auch in der „Jewish der Kontinente, 1943, S. 54).
Chronicle“ (8.9.39). Das merkwürdigste an
dieser Note ist aber, daß sie bereits vor Britische Einsichten:
Kriegsausbruch (drei Tage vorher und sechs Der Engländer Russel Grenfell über die engli-
Tage vor der englischfranzösischen sche Garantie für Polen vom 31. März 1939: „Eine
Kriegserklärung an Deutschland!) vom Garantie ist an sich bereits eine Herausforde-
„Kampf“ an der Seite Großbritanniens spricht, rung: Sie fordert den Gegner öffentlich heraus,
woraus doch wohl nur zu folgern sein kann: 1) die Garantie zu mißachten und die Konsequen-
der Kriegsentschluß der englischen Regierung zen zu tragen. Ist sie einmal ausgesprochen, so
stand bereits damals fest, 2) der Zionist ist es für den Gegner kaum noch möglich, sich
Weizmann wußte das genau! um eine friedliche Lösung seines Streites mit
dem garantierten Lande zu bemühen, will er
Zwei Wochen später veröffentlichte das „Cen- nicht den Eindruck erwecken, daß er sich einer
traalblad voor Israeliten in Nederland“, am Erpressung füge. Eine Garantie kann deshalb
13. September 1939, folgende Erklärung: „Die gerade zu dem größeren Konflikt anreizen, den
Millionen von Juden, welche leben in Amerika, sie vorgeblich verhindern soll.“ (Russel Grenfell,
England, Frankreich, in Nord- und Südafrika, Bedingungsloser Haß? 1955, S. 98).
ohne Palästina zu vergessen, sind entschlos-
sen, den Ausrottungskrieg nach Deutschland Der englische Militärschriftsteller Liddel Hart
zu tragen bis zur totalen Vernichtung.“ in seinen Lebenserinnerungen: „Die Garantie an
Polen war der sicherste Weg, frühzeitig eine Ex-
Und am 26. Februar 1940 erklärte Mr. Maurice plosion und einen Weltkrieg herbeizuführen.
Perlzweig, Führer der britischen Abteilung des Sie verband ein Höchstmaß von Versuchung mit
Jüdischen Weltkongresses, It. „Toronto Evening offenbarer Provokation. Sie veranlaßte Hitler, die
Telegram“, in einer Rede in Kanada: „Der Jüdi- Sinnlosigkeit einer solchen Garantie an einem
sche Weltkongreß (World Jewish Congress) be- außerhalb der Reichweite des Westens liegen-
findet sich seit sieben Jahren ununterbrochen den Land zu beweisen, während sie die eigen-
im Kriege mit Deutschland.“ (Was ja mit der „er- sinnigen Polen noch weniger geneigt machte,
sten Kriegserklärung an Deutschland“ vom 24. irgendeine Konzession an ihn in Erwägung zu
März 1933 im „Daily-Express“ -siehe oben! -völ- ziehen; gleichzeitig nahm sie Hitler die Möglich-
lig übereinstimmt.) keit, sich zurückzuziehen, ohne sein Gesicht zu
2. Einsichten und Bekenntnisse verlieren.“ (Nach: „Deutsche Hochschullehrer-
Zeitung“ II/1966, S. 31).
Ein Geständnis Churchills vom 21. Juni
1939: „Es liegt ein gut Stück Wahrheit in den London, 2. September 1939 - ein „Geständ-
nis auf Gegenseitigkeit“: linge, Hitler zu beseitigen: „Sie müssen sich da-
Ein Abgeordneter der Arbeiterpartei fragt im Un- rüber klar sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hit-
terhaus den britischen Außenminister Lord Hali- ler oder den Nationalsozialismus geht,
fax: „Haben Sie noch Hoffnung?“ - „Wenn Sie sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes,
Hoffnung auf Krieg meinen, dann wird Ihre Hoff- die man für immer zerschlagen will,
nung morgen erfüllt sein!“ - „Gott sei Dank!“ er- gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder
widerte der Vertreter der Arbeiterpartei. (Prof. eines Jesuitenpaters liegt!“ (Peter Kleist, Auch
Michael Feund, Bis zur Stunde kein Friede, in: Du warst dabei, 1952, S.370).
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Nr. 201 vom
1. September 1959). Wenn dennoch am 20. Juli 1944 - mitten in der
schwersten Zeit des Krieges - von Seiten dieses
London, in der Nacht vom 2. zum 3. Sep- Widerstandskreises das Attentat auf das Staats-
tember 1939 - ein frommer Engländer be- oberhaupt durchgeführt wurde, dann dürfte
tet: „Ich kann mich entsinnen, wie ich in der dies nur aus einer Geisteshaltung zu erklären
Nacht, bevor wir endlich (!) den Krieg erklärten, sein, wie sie auch den Worten eines evangeli-
auf die Knie sank und betete: „O Gott, bitte, laß schen Theologen deutlich wird: „Mein Kreis
uns morgen in den Krieg gehen!“ Also berichte- verfolgte den Vormarsch der Alliierten mit größ-
te - noch immer froh über diese „Gebetserhö- ter Freude“, den „ein nationalsozialistischer
rung“ - Lord Ismay, Sekretär des Empire-Vertei- Sieg wäre für uns die größte Niederlage - dann
digungsrates, bei einem Dinner für Präsident lieber ein verwüstetes Deutschland!“ So
Eisenhower am 1. September 1959 im Winfield berichtet der berühmte Schweizer Theologe
House in London. („New York Herald Tribüne“ Univ.-Professor Karl Barth in seinem Buch „Zur
vom 2. September 1959). Genesung des deutschen Wesens“, 1945, S. 98.
3. Worum es ging Und noch einmal Winston Churchill und die
Adolf Hitler in einem Brief an den französi- Wahrheit: „Im Krieg ist die Wahrheit so kostbar,
schen Ministerpräsidenten Edouard Dala- daß sie nie anders als mit einer Leibwache von
dier am 27. August 1939: „Ich, Herr Daladier, Lügen auftreten sollte!“ Stalin und seine Mitar-
kämpfe dann mit meinem Volk um die Wieder- beiter fanden an dem Bonmot, als es übersetzt
gutmachung eines uns zugefügten Unrechts wurde, großes Gefallen. So endete die offizielle
und die anderen um die Beibehaltung dessel- Sitzung in heiterer Stimmung. (Churchill, Der
ben.“ („Deutsche Weißbücher“, Bd. II, 1940, Nr. Zweite Weltkrieg, 5. Buch, Bd. II. - Nach: Robert
461). Vansittard, Black Record, London 1941, S. 75).
London, 3. September 1939: Rede des briti- 4. Versailles und Nürnberg
schen Außenministers Lord Halifax (am Ta- Shakespeare und die Kriegsschuldpropa-
ge der englisch-französischen Kriegser- ganda:
klärung an Deutschland): „Jetzt haben wir
Hitler zum Kriege gezwungen, so daß er „Ich tu' das Üble, schrei' dann selbst
nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück zuerst-
des Versailler Vertrages nach dem ande- Das Unheil, das ich selber angerichtet,
ren aufheben kann!“ („Nation Europa“ Leg' ich den Ändern dann zur Last!“
1954,1, S. 46).
Universitätsprofessor Charles Callan
Kurz darauf Churchill im englischen Rund- Tansill: „In Nürnberg wurden Männer gehängt,
funk: „Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und weil sie die Sprengung der mit nationalem Haß
sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands!“ legierten Ketten geplant hatten. Kein Wort fiel
(Sven Hedin, Amerika im Kampf der Kontinente, über die Pseudo-Staatsmänner, die in Versailles
1943, S. 175; Hans Grimm, Warum-Woher-aber den Hexentrank bereitet hatten, durch den die
Wohin? 5. Aufl., S. 350), Gemüter der Deutschen vergiftet wurden.“ (Die
Duff Cooper, Erster Lord der Admiralität Hintertür zum Kriege, 1957, S. 49).
und britischer Minister für Der bereits genannte Leiter der britischen Abtei-
wirtschaftliche Kriegsführung, ergänzte lung des Jüdischen Weltkongresses Maurice
diese Erklärung Churchills am 25. April 1940 Perlzweig in einer Rede in der Langside Hall in
noch mit den Worten: „Der kommende London am 27. November 1949: „Es war der Jü-
Friedensvertrag muß weit härter und dische Weltkongreß, der für die Abhaltung der
mitleidsloser werden als Versailles. Wir dürfen Nürnberger Prozesse gesorgt hat, für die er er-
keinen Unterschied machen zwischen Hitler fahrenen Rat und sehr wertvolle Beweismittel
und dem deutschen Volk!“ (Pater E.J. lieferte, - der so weitgehende Verbindungen
Reichenberger, Wider Willkür und Mach- während des Krieges hatte, daß sie sich selbst
trausch, 1955, S. 114). in das Deutsche Auswärtige Amt erstreckten, ja,
Noch deutlicher die englische Antwort an ei- daß er Informationen bekam, lange bevor der
nen Beauftragten des „Deutschen Wider- britische Secret Service oder der amerikani-
standes“ auf die Frage nach den englischen sche Geheimdienst sie bekam.“ („Jewish Chro-
Bedingungen für Deutschland, wenn es dort ge- nicle“, London, am 16. Dezember 1949).
Der französische Historiker Prof. Dr. Paul Alles, was seit 1945 in unserem Lande und mit
Rassinier, Sozialist, Widerstandskämpfer und unserem Volke geschah und noch immer ge-
einstiger KZ-Insasse von Buchenwald: „Wenn schieht, findet seine „Rechts“-Begründung in
aber die Anfänge des Krieges von 1939-1945 tat- der behaupteten Kriegsschuld Deutsch-
sächlich im Versailler Vertrag liegen - wer wird lands, deren einwandfreier Beweis bis heute
dann leugnen, daß die Frage nach der Verant- noch nicht geführt wurde. Diese Behauptung
wortlichkeit erneut zu prüfen ist und daß die aber wird in fast vierzigjähriger „Umerziehung“
dreizehn Prozesse in Nürnberg ... neu aufgerollt durch öffentliche Meinungsmache wie durch
werden müssen?“ (Was ist Wahrheit oder Die Schule und Jugenderziehung unserem Volke
unbelehrbaren Sieger, 1963, S. 204). noch immer suggeriert. Zu welchem Zwecke,
wurde bereits gezeigt. Wird hier nicht endlich
USA-Historiker Hermann Lutz: „Für uns ist von Regierung und Parlament her, die nach dem
es eine unumstößliche Tatsache, daß der Zweite von ihnen beschworenen Grundgesetz doch
Weltkrieg im Vertrag von Versailles wurzelt. Wollt verpflichtet sind, ihre „Kraft dem Wohle des
Ihr Deutsche diese Tatsache nicht vertreten?“ deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu
(Verbrechervolk im Herzen Europas? 1958, S. mehren“ und „Schaden von ihm zu wenden“
XVll). und diese ihre Pflichten „gewissenhaft zu erfül-
len“, gehandelt, so droht der Jugend unseres
Der deutsche Universitätsprofessor Theo- Volkes ein Sklavenleben ohne Zukunft. Hieraus
dor Eschenburg (Tübingen): „Wer die Allein- erwächst auch die Aufgabe und die Pflicht der
schuld Deutschlands am Zweiten Weltkriege doch vom Volke bezahlten Lehrer und Hoch-
bezweifelt, zerstört die Grundlage der Nach- schullehrer, zumal der Geschichtslehrer.
kriegspolitik.“ (Prof. Dr. Bolko Frhr. v, Richtho- Sind diese denn selber alle dieser „Umerzieh-
fen, Kriegsschuld 1939-1941,1968, S. 9). ung“ zum Opfer gefallen? Oder ist die persönli-
5. Die unbewältigte Gegenwart che Feigheit größer als die Verpflichtung ihrem
hohen, verantwortungsvollen Berufe gegen-
Es ist genau dasselbe Rezept, einen Krieg zu er- über?
zwingen, 1914 wie 1939: Einst angeblich wegen Die unvoreingenommene Kriegsursachen-
Serbien und angeblich um der „verletzten“ bel- forschung ist nicht nur ein sittliches Recht
gischen „Neutralität“ willen - später angeblich jedes Universitätshistorikers, sondern seine
Polens wegen, dem man, um sicher zu gehen, „verdammte Pflicht und Schuldigkeit“ -
ebenfalls vorher die „Garantie“ gibt, um dann auch wenn dadurch „die Grundlage der
Nachkriegs-Politik zerstört“ wird! Es geht um
den geeigneten Vorwand zur Kriegserklärung zu Leben und Zukunft unseres Volkes und seiner
haben! Und es ist fast langweilig: Alle 25 Jahre Jugend - allein danach hat sich eine deutsche
dasselbe - ein eingekreistes Deutschland, ein Politik, die den Namen Politik wie die
unterlegenes Deutschland, ein an allem schul- Bezeichnung deutsch mit Recht tragen soll, zu
diges Deutschland. Und die Gegner sind genau richten. Das allein ist die Pflicht aller in
dieselben - wie ihre Methoden, ihre Propagan- Deutschland für Politik Verantwortlichen vor
ihrem Volke wie vor seiner Geschichte.
da, Ursachen und Wirkungen zu manipulieren
und zu vertauschen, wie ihre Ziele: „Deutsch- Der Weimarer Staat gab im nationalen
land wird zu stark - wir müssen es vernichten!“ Interesse des gesamten deutschen Volkes
Millionenbeträge für die deutsche
Das ist der Schlüssel zu allem. Und seine Um- Kriegsursachenforschung aus, begrüßte
hüllung: „Ich tu' das Üble, schrei' dann selbst dankbar die freiwillige Mitarbeit
zuerst...!“ ausländischer Forscher dabei und feierte
Alle die unentwegt noch laufenden und nach diese zumeist aus dem einstigen Feindlager
kommenden ehrlichen Wahrheitssucher in
dem Willen der noch Regierenden wahrschein- öffentlicher Ehrung. Bei uns suchen nach wie
lich bis in alle Ewigkeit weiterlaufenden „Kriegs- vor bezahlte Subjekte die Lüge von der deut-
verbrecher“ -, „Verbrechen wider die Mensch- schen Kriegsschuld mit allen noch so schmutzi-
lichkeit“ - Prozesse usw. haben den dreifachen gen Mitteln aufrechtzuerhalten, obwohl kein
Sinn: unser verleumdetes Volk noch weiterhin denkender und ehrlicher Mensch in der Welt
vor aller Welt zu diffamieren, auf solche Weise mehr daran glaubt, - zum Ekel eben dieser Welt!
immer neue „Wiedergutmachungs“-Milliarden
von uns zu erpressen und schließlich immer Hier liegt noch immer, fragend und fordernd,
wieder den „Indizienbeweis“ zu führen, daß ein unsere unbewältigte Gegenwart!
Volk, das solcher Verbrechen fähig ist, dement-
sprechend auch fähig gewesen seih muß, den
Krieg zu verursachen. Und da es also, wie nun- „Auf dem Stundenplan“ — Folge 4
mehr „erwiesen“, dazu fähig war, hat es ihn
auch verschuldet! Was zu beweisen war. Schülerblätter der Unabhängigen Nachrichten, Post-
Daß es mit dieser Gaunerlogik gelungen ist, ein fach 400215, D-44736 Bochum. ViSdP.: Dr. Hans
ganzes Volk zu verdummen - denn dies ist das Riegelmann. Eigendruck. Abgabe an Schüler kostenlos,
deutsche Wort für „umerziehen“ - ist das Be- wenn der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck
schämendste dabei! und Beilage in Schülerzeitungen erwünscht.
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen - Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Die Friedensverträge von Brest-Litowsk


und Versailles:
DER BETRUG IM SCHULBUCH
In dem Unterrichtsbuch GESCHICHTLICHE derung der Sieger an Deutschland, die im Lon-
WELTKUNDE Band 3 - Verlag Moritz Diesterweg doner Abkommen von 1921 mit 132 Milliarden
Frankfurt - Berlin - München 2. Auflage wird der beziffert wurde!
deutsch-russische Friedensvertrag von Wie die Unterwerfung der so in Brest-Litowsk
Brest-Litowsk vom März 1918 im Fettdruck als befreiten Gebiete vor sich ging, mag ein Bericht
„Gewaltfrieden im Osten“ hervorgehoben. beleuchten, den der Heerführer des Zaren Pe-
ter d. Gr., General Scheremetjew, an seinen
Das Friedensdiktat von Versailles wird brav obersten Befehlshaber erstattete: „Vieh und
nur ganz einfach „Vertrag“ genannt. Hier wird Enten haben wir eine Menge gefangen. Kühe
gleichsam im Vorbeigehen in hinterhältiger sind jetzt für 3 Altynen zu haben, Schafe für 2
Weise der Eindruck erweckt, daß wir Deutsche Dengen, kleine Kinder für 1 Denga, größere für
wieder einmal recht brutal vorgegangen seien, ein Griwna, 4 Stück kauft man für 1 Altyne. Ich
im Gegensatz zu den viel korrekteren und habe Dir zu melden, daß der allmächtige Gott
menschlicheren Siegern im Weltkrieg l. und die allergnädigste Gottesmutter Deinen
Zunächst: Ein „Vertrag“ wird immer zwischen Wunsch erfüllt haben: im feindlichen Lager gibt
mehreren Parteien abgeschlossen. Die deut- es nichts mehr zu verheeren, alles ist verwüstet,
sche Seite wurde aber zu den Verhandlungen nichts steht aufrecht... von Reval bis Riga ist al-
in Versailles überhaupt nicht zugelassen, son- les mit Stumpf und Stil ausgerottet.“2
dern „ wie Tiere im zoologischen Garten Was es mit dem „GEWALTFRIEDEN“ des Schul-
behandelt “ . buchs auf sich hat, kann uns der am besten un-
Der spätere Außenminister der USA, John terrichtete Zeuge anschaulich machen: Wladi-
Fester Dulles, schrieb als damaliges Mitglied mir lljitsch Uljanow = Lenin. Im Verlauf einer Re-
der US-Delegation von 1918/19: „Ich erinnere de über den russisch-polnischen Krieg von
mich lebhaft, wie dort die Mitglieder der 1920 sagte dieser:
deutschen Friedensdelegation in ein mit „Ihr wißt, daß die alliierten Imperialisten -
Stacheldraht eingefaßtes Gehege verwie- Frankreich, England, Amerika und Japan -
sen wurden, den Blicken wie Tiere in ei- nach der Vernichtung Deutschlands den
nem zoologischen Garten ausgesetzt und Versailler Vertrag geschlossen haben, der
ihnen jede persönliche Berührung mit al- jedenfalls viel brutaler ist als der berüch-
liierten Delegierten versagend ... “ 1 tigte Vertrag von Brest, der so viel Ge-
Solches erfährt die deutsche Schuljugend aus schrei auslöste.“ 3
ihren Schulbüchern natürlich nicht, denn diese In dem Schulbuch darf natürlich der Hinweis
zeigen durchgängig das unverkennbare Be- auf die Bezeichnung „ Untermenschen “
streben, die eigene Geschichte abstoßend zu durch Hitler nicht fehlen. Aber es fehlt der Hin-
zeichnen und die Gegner musterknabenhaft weis darauf, daß Hitler diese Bezeichnung von
reinzuwaschen. Herrn Churchill übernommen hat, der 1919 von
Und was forderte der „Gewaltfrieden“ von der russischen „Doktrin des Untermenschen“,
Brest-Litowsk? vom Bolschewismus als „Krankheit“ und „Seu-
che“ sprach.4 Das war in den Tagen, als am 25.
Es sollten souverän werden: Die baltischen Juli 1919 der Londoner „Daily Herald“ aus einer
Staaten, Finnland, Polen, Georgien, Ukraine. Rede Churchills zitierte, „die Bolschewisten ha-
Landstriche im Kaukasus sollten an die Türkei ben ihre Reden „mit dem grausamsten und nie-
zurückgegeben werden, sowie eine Kriegsent- derträchtigsten Auftreten verbunden, das es je-
schädigung von sechs Milliarden Mark bezahlt mals unter Menschen gegeben hat, und mit Ta-
werden. Die Landabtretungen bedeuteten im ten, die der Steinzeit und den Hottentotten Zen-
wesentlichen nichts anderes als die Erfüllung tral-Afrikas zur Schande gereichen würden.“ 5
der Forderungen des US-Präsidenten Woodrow
Wilson nach Selbstbestimmung der Völker, Der „ Gewaltfrieden “ von Brest-Litowsk
denn all diese Völkerschaften wollten los vom hat demnach eine Reihe von Völkern vor
russischen Joch. Die Forderung von sechs Mil- der „ grausamsten und niederträchtig-
liarden Mark vergleiche man aber mit der For- sten “ Gewalt bewahrt!
Am 11. Januar 1919 erklärte Churchill im Ald- Am 10. Dezember 1918 gab der spätere US-
wych-Club: „Von allen Tyranneien der Ge- Präsident Herbert Hoover einen Bericht nach
schichte ist die der Bolschewisten die Washington, in dem festgestellt wurde, daß seit
schlimmste, die vernichtendste, die erniedri- dem Waffenstillstand „die Kindersterblichkeit
gendste.“6 Wir fragen: „Ist es das Merkmal von um 30 % und die Sterblichkeit der Menschen
einem „Gewaltfrieden“, daß er Völker vor der über 70 Jahre um 33 Prozent zugenommen ha-
„vernichtendsten“ Gewalt befreit? be.“8
Den Schulbuchhistorikern zufolge wurde dage- Der britische Premier Lloyd George verlas am
gen in Versailles 1918 ein ganz normaler Frie- 8. März 1919 - also 4 Monate nach der Entwaff-
densvertrag geschlossen. Nun, dieser war ja nung - aus einem Bericht: „Die
auch frühzeitig gründlich vorbereitet worden. Fischereiflotten, die ein paar Heringe hätten
Schon 1915 erklärte der große Europäer Win- fangen wollen, wären sogar am Auslaufen
ston Churchill dem Pariser „Matin“, man wer- verhindert worden.“! 9
de die „bedingungslose Kapitulation“
Deutschlands erzwingen, indem man es Warum? Winston Churchill hat es in schamlo-
solange an der Kehle würge, bis sein Herz ser Offenheit vor dem Unterhaus zugegeben:
aussetze!7 „Wir halten unsere Zwangsmittel in vollem Um-
fang aufrecht, sie sind ständig im Einsatz oder
Deutschland wurde durch die Kapitulation zu sofortigem Einsatz bereit. Die Blockade füh-
wehrlos und völlig hilflos. Dennoch - trotz ren wir energisch durch ... Deutschland steht
800.000 Hungertoten bis zum Waffenstillstand am Rande einer Hungersnot. Unsere Berichte
wurde Deutschland weiter an der Kehle ge- zeigen zweitens, die große Gefahr eines Zu-
würgt! sammenbruches der gesamten Struktur des
sozialen und nationalen Lebens unter dem
Druck des Hungers und der Unterernährung.
Nun ist der Augenblick einer Regelung gekom-
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
men.“ 10
Aber die Herren Schulbuchverfasser meinen
wohl, der Hunger schleiche seine Todesopfer
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) beauf- lautlos an und daher sei es keine „Gewalt“. Der
tragte Arbeitsgruppe von Lehrern. Historikern und Autoren mit dem Hungertod von Millionen Deutschen
hat eine Serie von Unterlagen für den Schulunterricht erpreßte „Frieden“ sei also kein „Gewaltfrie-
zusammengestellt bzw. ausgearbeitet, die den Mangel den“!
an entspr. Beiträgen in den Schulbüchern oder deren
verfälschende Inhalte ausgleichen soll. So schleicht die Verfälschung
Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Geschichte,
Staatsbürgerkunde und Politik erscheinen unter dem der Geschichte auf Tauben-
Titel „Auf dem Stundenplan“ in der Monatszeitschrift UN füßen ins Klassenzimmer.
in Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu
ermöglichen. Franz Joseph Strauß forderte am 30. November
Lehrer und Schüler aller Schulformen und anderer Bil- 1965 im Bundestag, „daß die gewohnheitsmäßi-
dungseinrichtungen sind aufgerufen, sich mit diesen gen, fahrlässigen, absichtlichen und manchmal
Unterlagen, die in offiziellen Lehrmaterialien selten zu bewußt in den Dienst der Auflösung der westli-
finden sind, kritisch auseinanderzusetzen. chen Gemeinschaft gestellten Verzerrungen
Bisher sind erschienen:
der deutschen Geschichte und des Deutsch-
landbildes von heute bekämpft und beseitigt
Folge 1: werden.“
Deutschland und seine Ostgebiete —
Verzicht oder nicht ? Wir sind diesem Aufruf gefolgt und hoffen, daß
Folge 2:
die deutsche Jugend die Wahrheit nicht weg-
wirft wie einen Zigarettenstummel.
Verdunkelung der Weltgeschichte
durch Schulbuch-Bla-Bla Quellenhinweise: 1) Lutz Hermann VERBRECHERVOLK IM HERZEN EURO-
PAS, Tübingen 1959 S. 43 - 2) Rimscha, Hans v. Geschichte Rußlands, Darmstadt
Folge 3: 1970 S. 288 - 3) Lutz S. 88 - 4) Aigner, Dietrich CHURCHILL Göttingen 1975 S.
1983 — nicht 50. Jahr der Machtübernahme, 73 - 5) Churchill MEIN BUNDESGENOSSE Berlin 1942 S. 10 - 6) Hughes Emrys,
CHURCHILL - EIN MANN IN SEINEM WIDERSPRUCH Tübingen 1959 S. 93 - 7)
sondern 65. Jahr nach Versailles ! Aigner CHURCHILL S. 64 - 8) Hoover, Herbert MEMOIREN Mainz 1951 Bd. l S.
Folge 4: 302 - 9) Hoover Bd. l S. 307/308 - 10) Hoover Bd. l S. 305

Kriegsschuld — Die unbewältigte Gegen-


wart: Der 1. September 1939
Folge 5: „Auf dem Stundenplan“ - Folge 5, UN 9/83.
Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Unabhängige Nachrichten, Postfach 400215, 4630
Versailles: Der Betrug im Schulbuch Bochum 4. V.i.S.d.P.: Emil Maier-Dorn. Eigendruck.
Einzelblätter bei Portoerstattung kostenlos Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt
anzufordern von: kostenlos, soweit der Spendeneingang dies ermöglicht.
UN, POSTFACH 400215, D 4630 BOCHUM 4 Abdruck gestattet. Spendenkonto: Bankeinzug
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VORSICHT! TRETMINEN IM SCHULBUCH!

Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll


„Geschichtliche Weltkunde“, Band 3, 2. Auflage 1979, Diesterweg-Verlag Frankfurt:

10. Der Zweite Weltkrieg

• Das Kapitel stellt Ursachen und Verlauf des Zweiten Weltkrieges dar, damit du Kriegsziele, Lernziele
Kriegsschuld und Kriegsverbrechen erkennen und beurteilen kannst.
• Es berichtet über die furchtbaren Auswirkungen des Vernichtungskrieges gegen andere Völker
und über die Bewegungen des Widerstandes. Daraus sind Konsequenzen für die eigene politische
Grundeinstellung zu ziehen.
• Das Kapitel informiert über die politischen und militärischen Unternehmungen der Anti-Hitler-
Koalition, um eine Einsicht in den Wandel der weltpolitischen Machtverhältnisse durch den
Zweiten Weltkrieg zu vermitteln.

Hitlers Entschluß zur Kriegführung. Die Schaffung einer deutschen Großmacht war 10.1.
von Anfang an ein Grundsatz in Hitlers außenpolitischem Programm. Angespornt von Hitler entfesselt
Japans Großraumpolitik war er nun entschlossen, selbst um den Preis eines Krieges ein den Krieg in
Großdeutsches Reich zu errichten, das einmal Europa beherrschen sollte. Am 5. November Europa
1937 lud Hitler die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile sowie den Außen- und den
Kriegsminister zu einer Besprechung in die Reichskanzlei. Über Hitlers Ausführungen liegt
uns ein Protokoll (die „Hoßbach-Niederschrift“) vor:

„. . .Stelle man an die Spitze der nachfolgenden Ausführungen den Entschluß zur Anwendung Hoßbach-Protokoll
von Gewalt unter Risiko, dann bleibt noch die Antwort der Fragen ‚wann' und ‚wie'. Hierbei
seien drei Falle zu entscheiden:
Fall 1: Zeitpunkt 1943/1945. Nach dieser Zeit sei nur noch eine Veränderung zu unseren Un-
gunsten zu erwarten . . .
Wie die Lage in den Jahren 1943- 1945 tatsächlich sein wurde, wisse heute niemand. Sicher sei
nur, daß wir nicht langer warten können . . .
Fall 2: Wenn die sozialen Spannungen in Frankreich sich zu einer derartigen innenpolitischen
Krise auswachsen sollten, daß durch letztere die französische Armee absorbiert und für eine
Kriegsverwendung gegen Deutschland ausgeschaltet würde, sei der Zeitpunkt zum Handeln gegen
die Tschechei gekommen.
Fall 3: Wenn Frankreich durch einen Krieg mit einem anderen Staat so gefesselt ist, daß es gegen
Deutschland nicht vorgehen kann.
Zur Verbesserung unserer militärpolitischen Lage müsse in jedem Fall bei einer kriegerischen
Verwicklung unser erstes Ziel sein, die Tschechei und gleichzeitig Österreich niederzuwerfen . . .
Sei die Tschechei niedergeworfen, eine gemeinsame Grenze Deutschland-Ungarn gewonnen, so
könne eher mit einem neutralen Verhalten Polens in einem deutsch-französischen Konflikt ge-
rechnet werden. Unsere Abmachungen mit Polen behielten nur solange Geltung, als Deutschlands
Stärke unerschüttert sei, bei deutschen Rückschlägen müsse ein Vorgehen Polens gegen
Ostpreußen, vielleicht auch gegen Pommern und Schlesien in Rechnung gestellt werden . . .“

Alleinschuld am II. Welt- Im LEHR- UND ARBEITSBUCH FÜR GEMEIN-


SCHAFTSKUNDE/POLITISCHE WELTKUNDE,
krieg? Also „Schuld an 50 Hirschgrabenverlag, Frankfurt/Main 1972 Sei-
Millionen Toten in aller te 142 steht:
Welt?“ „Die Vorstellungen Hitlers, der besonders
in der Außenpolitik allein bestimmte, las-
Das war und ist die Begründung für die Zertrüm-
merung des Deutschen Reiches, die Entmündi-
sen sich der Hoßbachniederschrift deut-
gung der deutschen Politik, für die Zersetzung lich genug entnehmen.“
des deutschen Selbstgefühls und damit der Zu-
kunft der deutschen Jugend! „Deutlich genug“ an dieser
Und wie lautet die Begründung?
Niederschrift ist aber nur die
freche Irreführung!
Die sogenannten Historiker haben aber bereits „gefälscht“ zu bezeichnen, (v. Below und v.
zurückgesteckt! Jahrelang hantierte man näm- Puttkamer am 12.12. und 13.12.1978 in Ge-
lich mit dem Begriff Hoßbach-“Protokoll“. Dafür sprächen mit Dankwart Kluge)
ist diesen Herren der Boden aber bereits zu Der Teilnehmer der Sitzung, Großadmiral
heiß geworden. Nun spricht man lediglich von Raeder, bezeugt, daß er durchaus nicht den
einer Niederschrift. Eindruck hatte, daß „Hitler von der Friedens-
Niederschreiben läßt sich aber alles, ohne daß politik zu einer Kriegspolitik übergehen wür-
die Feder sich sträubt. Und Hoßbach war ein de.“ 7
Mann des „Widerstandes“. Man mache sich aber nun nicht dadurch lä-
cherlich, daß man solche Aussagen als Bekun-
Oberst Hoßbach war bei der Ansprache Hitlers dungen von „Nazis“ verdächtigt. Ein Mann aus
am 5. November 1937 anwesend. Er hatte kei- dem Kreise des Widerstandes. Viktor v. Martin,
nen Auftrag, ein Protokoll zu verfassen und war der eine Abschrift des „Dokumentes“ im Juli
auch gar nicht in der Lage dazu. Hoßbach 1945 dem britischen Gouverneur Thompson zu-
selbst: „Da ich über keine stenographischen gespielt hatte, gab zu, daß das nunmehr vorlie-
Kenntnisse verfüge, war ich zu einer wortge- gende „Hoßbachprotokoll “ durch „Streichun-
treuen und vollinhaltlichen Wiedergabe der Sit- gen“. „Fälschungen“ und „Verfälschungen“
zung nicht in der Lage.“1 entstellt worden sei. 8
Aber in Schule und Schulbuch sind die „Histo-
Mit solchem schulbuchreifen Schwindel
riker“ „in der Lage“, ein derart zweifelhaftes
begründen deutsche „Historiker“ und
Schriftstück schlechthin zum wichtigsten
Lehrer die geradezu tödliche Schuldaner-
„Schlüsseldokument “ hochzustilisieren. kenntnis Deutschlands. Ein solches Mach-
Und ein für den Schulunterricht zuständi- werk wird der deutschen Jugend beden-
ger Minister, der doch geschworen hat, kenlos als HAUPTBELASTUNGSDOKU-
Schaden vom deutschen Volk abzuwen- MENT im Tonfall selbstverständlicher An-
den, läßt durch seine Dienststelle solchen merkungen unter die Weste gejubelt!
Unfug absegnen!
Einer der führenden Politologen der Bundesre-
Aber nicht nur dies: Eine „Niederschrift“ oder publik Professor Dr. Theodor Eschenburg,
deren Abschrift gibt es gar nicht mehr! Man hat nennt die Anerkenntnis der deutschen Allein-
sie verschwinden lassen. Dafür zeigt man der kriegsschuld am II. Weltkrieg gar „die Grundla-
Welt den schwindelhaften Text einer unauffind- ge der deutschen Nachkriegspolitik “ . 9
baren Mikrofilmkopie.2 Dieser wurde beim Wer mit solchen „Schlüsseldokumenten“
„Internationalen“ (in der Wahrheit aber inter- hantiert, stellt sich in die Dienste derer,
alliierten) Militärtribunal (IMT) unter der Signa- die der deutschen Jugend eine tödliche
tur „386 PS Beweisstück US 25“ als Anklagedo- Last auf die Schultern legen.
kument benutzt.
Wer es nötig hat, mit solchen Fälschungen und
Oberst Hoßbach erklärte: „Auf welche Wei- Irreführungen umzugehen, der beweist, daß
se eine oder mehrere Schreibmaschinenab- sein Geschichtsbild auf tönernen Füßen steht,
schriften meiner ehemaligen handschriftlichen mehr noch, daß er wirkliche Beweise für die
Niederschrift zustandegekommen sind, ent- deutsche Schuld nicht in Händen hält.
zieht sich meiner Kenntnis.“3
Noch schlimmer: Hoßbach hat sich eindeutig Schwerste Folgen drohen
geweigert, die Übereinstimmung dieser Photo- daraus für unsere Zukunft.
kopie mit seiner Niederschrift zu bezeugen!4
Deutsche Jugend,
Es kommt noch übler: Hoßbachs Nieder-
schrift wurde gelesen von: wehre Dich!
Quellenhinweise: 1) Dankwart Kluge DAS HOSSBACH-„Protokoll“ S. 66 -
1. dem Luftwaffenadjutanten des Führers, v. Be- 2) Kluge S. 2 1 - 3 ) IMT XII S 228 - 4) Kluge S.34 - 5) Kluge S. 36 - 6) Kluge
low. Dieser erklärte, das dem Nürnberger Tri- S.36 - 7) Raeder MEIN LEBEN Bd. 2 149 ff - 8) Kluge S.40 - 9) Bolko v.
Richthofen KRIEGSSCHULD 1939 - 1945 S. 9
bunal vorgelegte „Document PS 368“ sei et-
wa dreimal so umfangreich, wie das hand-
schriftliche Original.5 Also hätten die von den „AUF DEM STUNDENPLAN“ - Folge 6
Siegern eingesetzten Geschichtsfälscher
UN - Ausgabe 10/83. Die Schülerblatt-Serie
noch doppelt soviel dazugelogen!6 Somit ge-
rade gut genug, um ins Schulbuch zum „Auf dem Stundenplan“ erscheint in
Zwecke der Besudelung der eigenen Ge- regelmäßiger Folge in der Monatszeitschrift
schichte aufgenommen zu werden. Unabhängige Nachrichten, Postfach 400215, D
4630 Bochum 4, ViSdP.: Emil Maier-Dorn.
2. dem Marineadjutanten v. Puttkamer, der sich Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der Spendeneingang
nicht scheut, dieses „ Schlüsseldokument “ dies ermöglicht. Abdruck und Beilage in
für die angebliche deutsche Kriegsschuld als Schülerzeitungen gestattet. Spendenkonto: Bankeinzug
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Der böse Deutsche


Man kann in der Massenpropaganda gegen Ein Volk, das sich auch nach jahrelanger Quäle-
Deutschland nicht gut so vorgehen, daß man rei nicht aus seiner Ruhe bringen ließ! Müssen
sagt: Bringt sie um, denn sie sind zu tüchtig, zu ausgerechnet die Deutschen als ein Volk von
fleißig, zu erfolgreich, folglich sind sie uns ganz Sadisten durch die Weltgeschichte geistern?
einfach im Wege. Und waren wir nicht immer schon ein besonders
Also heißt es stattdessen: Sie sind eine Plage geduldiges, korrektes Volk?
der Menschheit, die ewigen Kriegsanstifter, die Nachdem Deutschland 1811 fast zwei Jahrzehn-
brutalen Eroberer. te lang den Übergriffen und der Verarmung
Und so werden sie täglich - auch bei unseren durch die Franzosen ausgesetzt gewesen war,
militärischen Verbündeten - in Filmen und in schrieb Napoleon l. an den Generalgouverneur
den Massenmedien vorgezeigt. Auch die Deut- des Departements Elbemündung:
schen selbst leisten in dieser Herabwürdigung
ihr trauriges Soll ab. „Urteilen Sie selbst, was zu befürchten ist
von einem so braven, so vernünftigen, so
Es sei daher - dem Zeitgeist zum Trotz - gestat- kühlen Volke, das von jeder Ausschreitung
tet, dem ausgetrockneten deutschen Selbstbe- so fern ist, daß kein einziger von meinen
wußtsein ein paar warme Regentropfen zu spen- Leuten während des Krieges in Deutsch-
den. Natürlich dürfen es keine deutschen Zeu- land ermordet wurde.“ 3
gnisse sein, die uns dabei helfen dürfen, denn
sonst zetern unsere verbogenen Landsleute Man halte dagegen, daß die Sowjetrussen sich
gleich wieder über die „deutsche Überheblich- rühmen, im völkerrechtswidrigen Partisanen-
keit“. Denn wenn der derzeitige Deutsche mit kampf eine halbe Million Deutsche im Etappen-
dem Deutschen so recht deutsch reden will, gebiet ermordet zu haben!
muß er englisch lispeln oder russische radebre- Millionen Deutsche standen im letz-
chen, damit er es gesagt haben darf. ten Weltkrieg in vielen Ländern Eu-
Man höre: In den Zwanziger Jahren haben die ropas. Durch sie war im wahrsten
ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Sinne das deutsche Volk vertreten.
Herriot, Painlevé, Paul Boncour u.a. einen Aufruf In schroffem Gegensatz zu den
erlassen, in dem die Rechtlosigkeit der Minder- niederträchtigen Verleumdungen
heiten in Polen gegeißelt wurde und in dem es
wörtlich heißt: durch unsere Feinde ist der Schild
der deutschen Ehre so rein geblie-
„Eine Woge von Terror ergießt sich in diesem ben, wie der unserer Gegner es lei-
Augenblick über Polen. Das ist in ihrer ganzen der meist nicht war!
Abscheulichkeit die Herrschaft der Polizei und
ihrer wilden Gewaltmaßnahmen.“1 Der bedeutendste Militärsachverständige der
ganzen Welt - der Engländer Liddell Hart,
Der Russe Korostvetz, Träger des Titels „Ritter schrieb in seinen Lebenserinnerungen:
der französischen Ehrenlegion“ schrieb über
das damalige Polen: „Es war eine Überraschende Erscheinung
des nächsten Krieges, daß sich die deut-
„Polen hat sich so viele Feinde geschaffen, daß sche Armee in bezug auf menschliches
zu befürchten ist, daß dieser Kampf seine Kräfte Verhalten einen besseren Ruf erwarb als
übersteigt.“2
1870 und 1914; man hätte eigentlich erwar-
Auf diesem Hintergrund kann erst die Würdi- ten sollen, daß die Addition von „Nazis-
gung des deutschen Verhaltens gewertet wer- mus“ und „Preußentum“ diesen Ruf ver-
den, die der polnische Politiker Wladimir Stud- schlechtert hätte ... Reiste man nach dem
nicki am 1. März 1929 der deutschen Minderheit Krieg durch die befreiten Länder, so hörte
zuteil werden ließ: man allenthalben das Lob der deutschen
Soldaten - und nur zu oft wenig freundliche
„Es gibt kein Volk, dessen Glieder als Bür- Betrachtungen über das Verhalten der Be-
ger eines Fremdstaates sich durch eine so freiertruppen ... Die Annäherung zwischen
bedeutende Loyalität (pflichttreues regie-
rungsfreundliches Verhalten) dem Staate Franzosen und Deutschen ist das bemer-
gegenüber auszeichneten, wie die Deut- kenswerteste Ergebnis davon gewesen“.4
schen.“2 Muß uns die Welt nicht beneiden um dieses
Zeugnis für die Menschlichkeit des ganzen entstanden sei, daß die übrigen Staaten
deutschen Volkes? abrüsten würden, daß, sobald Deutsch-
Wie vergiftet aber in Deutschland selbst die At-
lands friedfertiger Sinn erkannt würde, die
mosphäre durch die Nachkriegspropaganda wirtschaftlichen Fesseln des Vertrags ge-
wurde, zeigt ein Gedicht, das in „Der Neue Vor- löst würden.... Die Deutschen von damals -
wärts“ vom 18. September 1948 zu lesen war: 1920 - wollten befreundet sein mit der
Welt, insbesondere aber wollten sie sich
„Sie standen in Frankreich und Polen mit den Amerikanern anfreunden.“6
Sie standen an Wolga und Don Lest Ihr, deutsche Schüler, solches
Sie haben geraubt und gestohlen in euren Schulbüchern?
Und wissen heut nichts mehr davon.
Quellenangabe: 1) Friedrich Grimm FRANKREICH UND DER KORRIDOR S. 78
Das ist der Ruhm der Soldaten Hamburg 1939 - 2) Herder STAATSLEXIKON IV S. 250-3) Edwin Hennig
Helden in Saus und Braus ZEITGESCHICHTLICHE AUFDECKUNGEN S. 24 München 1964 - 4) Liddell
Hart LEBENSERINNERUNGEN S. 143 Düsseldorf 1966 - 5) Alfred Bornhardt
Und alles, was sie taten, DAS JANUSGESICHT DER SOZIALDEMOKRATIE S. 158 Stuttgart 1953 - 6)
Löffeln wir jetzt aus. Hermann Lutz VERBRECHERVOLK IM HERZEN EUROPAS S. 127/128
Tübingen 1958

So, deutsche Jugend, wird das Bild des


jahrelangen Heldenkampfes im eigenen
Volk in den Schmutz gezogen. Im Spiegel
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
eines ritterlichen Engländers müssen wir
uns erst wiedererkennen !
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) beauf-
Ja, der Gegner war sich nicht erst nach dem tragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Historikern und Auto-
Kriege über das - nach Liddel Hart - „äußerst ren hat eine Serie von Unterlagen für den Schulunter-
richt zusammengestellt bzw. ausgearbeitet, die den
korrekte Verhalten der Deutschen“ im Klaren. Mangel an entspr. Beiträgen in den Schulbüchern oder
1944 gab man jedem Soldaten der Invasionsar- deren verfälschende Inhalte ausgleichen soll.
meen eine „Tornisterschrift“ an die Hand, die er- Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Geschich-
reichen sollte, daß sich die „Befreier“ nicht te, Staatsbürgerkunde und Politik erscheinen unter
schlechter verhalten sollten als die deutschen dem Titel „Auf dem Stundenplan“ in der Monatszeit-
schrift UN in Loseblattform, um ein Sammeln und Abhef-
„Hunnen“! Es hieß darin: ten zu ermöglichen.
„Fast bestimmt wird es das erstemal sein, Lehrer und Schüler aller Schulformen und anderer Bil-
dungseinrichtungen sind aufgerufen, sich mit diesen
daß Sie ein Land sehen, das mehrere Jahre Unterlagen, die in offiziellen Lehrmaterialien selten zu
deutscher Besatzung unterworfen war. finden sind, kritisch auseinanderzusetzen.
Das müssen Sie sich fest einprägen. In der Bisher sind erschienen:
Tat hat sich, im ganzen genommen, der Folge 1:
einzelne Soldat in Frankreich bemerkens- Deutschland und seine Ostgebiete -
wert korrekt verhalten. Er hatte Befehl, Verzicht oder nicht?
sich so zu verhalten ...“
5 Folge 2:
Verdunkelung der Weltgeschichte
In der russischen „Tornisterschrift“ des Ilja Eh- durch Schulbuch-Bla-BIa
renburg hieß es: „Tötet! Brecht den Rassen- Folge 3:
hochmut der germanischen Frauen! Nehmt sie 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
als Beute!“ sondern 65. Jahr nach Versailles!
Folge 4:
Was von dem deutschen Frontsoldaten über Kriegsschuld — Die unbewältigte Gegen-
menschliche Haltung gesagt wurde, gilt für das wart: Der 1. September 1939
ganze deutsche Volk, und nur der bösartig ge- Folge 5:
zielte Haß will es anders wissen. Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und
Versailles: Der Betrug im Schulbuch
Nach all den empörenden Bedingungen des
Folge 6:
Versailler Vernichtungsdiktates hat das deut- Vorsicht: Tretminen im Schulbuch!
sche Volk auch nach dem 1. Weltkrieg nicht mit Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
Auflehnung geantwortet, wie sie im gleichen Folge 7:
Falle wohl überall hochgegangen wäre. Der böse Deutsche
So konnte der Botschaftsrat der Vereinigten Einzelblätter bei Portoerstattung Kostenlos
Staaten, Hugh Wilson, über das Deutschland anzufordern von:
des Jahres 1920 schreiben: UN, POSTFACH 400215, D 4630 BOCHUM 4
„Ich habe nie die Bevölkerung einer gro-
ßen Nation gesehen, die so glühend und
laut Frieden, Freundschaft und Zuneigung „AUF DEM STUNDENPLAN“ - Folge 7 - Unabhängige
Nachrichten, Ausgabe 11/83, Seiten 9-10. V.i.S.d.P.: Emil
ersehnte... es herrschte ein weitverbreite- Maier-Dorn. - UN, Postfach 400215, D 4630 Bochum 4
ter und fast rührender Glaube, daß irgend- Abgabe an Schüler kostenlos - Abdruck erwünscht
Spendenkonto: Bankeinzug
wie eine bessere internationale Ordnung
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 4/85, Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


— Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
,Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Stichworte:
LUSITANIA, LIDICE, ORADOUR
England einseitig mit Lebensmitteln, Waffen und
Vierzig und mehr Jahre Munition. Mit Recht verfielen amerikanische
danach ..... (und natürlich auch andere England ansteuern-
de Schiffe) der Seeblockade.
In dem Bestreben, auch Jahrzehnte nach
Am 7. Mai 1915 sichtete das deutsche U-Boot U
Kriegsschluß die Diffamierung des deut- 20 vor der irischen Küste einen großen Dampfer
schen Volkes in aller Welt aufrecht zu er- mit Kurs auf Queenstown. Die 4 Schornsteine
halten und eigene Schuld vergessen zu waren schwarz bemalt, die Reedereizeichen
machen, wiederholen hintergründige überstrichen, eine Flagge war nicht gesetzt. Das
Unruhestifter - und sogar auch Unwürdi- Boot schoß einen Torpedo ab, der an Steuer-
ge im eigenen Volke - Falschdarstellun- bordseite traf. Bericht des Kommandanten: „Un-
gen vergangener Kriegsereignisse, die gewöhnlich starke Detonation, gefolgt von un-
längst widerlegt sind. geheurer Rauchwolke. Trümmermassen flogen
Da tauchen immer wieder die Vorkommnisse bis in Schornsteinhöhe. Es folgte eine zweite
von Lidice und Oradour auf, und selbst die Explosion, als wäre Munition in die Luft gegan-
seit dem Mai 1915 vor der irischen Küste auf dem gen. Die Brücke und die Stelle der Bordwand,
Boden der See rostende „Lusitania“ muß im- wo der Torpedo traf, waren weit aufgerissen....“.
mer noch dazu herhalten. Um ihr tragisches Am Bug des sinkenden Schiffes erkannte ein
Schicksal richtig zu beurteilen, muß man folgen- Besatzungsmitglied des U-Bootes durch das
des wissen: Sehrohr den Namen „Lusitania“. Es handelte
Mit Beginn der englischen Kriegserklärung ge-
gen das Deutsche Reich am 4.8.1914 führte Eng-
land die „Seeblockade“ gegen die deutschen
Küsten ein. Das heißt, sie drohte jedes Schiff -
auch jedes neutrale - zu versenken, das einen
Auf dem Stundenplan
deutschen Hafen ansteuerte. Bei der Über- — Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
macht der seebeherrschenden englischen Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN)
Hochseeflotte bedeutete dies die gänzliche Un- beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Histo-
terbindung von Lebensmittelzufuhren zur See rikern und Autoren hat eine Serie von Unterla-
für das Deutsche Reich, ohne die eine ausrei- gen für den Schulunterricht zusammengestellt
chende Ernährung nicht möglich war. Diese völ- bzw. ausgearbeitet, die den Mangel an entspr.
kerrechtswidrige Maßnahme berechtigte und Beiträgen in den Schulbüchern oder deren ver-
veranlaßte die deutsche Seekriegführung zu fälschende Inhalte ausgleichen sollen.
entsprechenden Gegenmaßnahmen. Wegen Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern
der Unterlegenheit der deutschen Hochseeflot- Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er-
te, die nicht auf Kriegführung gegen England ein- scheinen unter dem Titel „Auf dem Stunden-
gestellt war, gab es nur eines: Den Einsatz der plan“ als Teil (Innenblatt) der Monatszeitschrift
ganz neuen und noch unerprobten Untersee- UN in Loseblattform, um ein Sammeln und
bootwaffe zu einer nur beschränkt möglichen Abheften zu ermöglichen.
Gegenblockade der englischen Küsten. Am 4. Lehrer und Schüler aller Schulformen und an-
Februar 1915 erfolgte die Erklärung der Gewäs- derer Bildungseinrichtungen sind aufgerufen,
ser um England als Kriegsgebiet, nach- sich mit diesen Unterlagen, die in offiziellen
dem England die gesamte Nordsee als Kriegs- Lehrmaterialien selten zu finden sind, kritisch
gebiet erklärt und die Hungerblockade über auseinanderzusetzen.
Deutschland eröffnet hatte.
Die US-amerikanische Regierung belieferte sich um den mit Munition beladenen, aber auch
auch schon vor der am 6.4.1917 erfolgten ameri- Passagiere befördernden englischen Dampfer
kanischen Kriegserklärung das kriegführende dieses Namens, der bereits 1913 auf Drängen
der britischen Admiralität unter Marineminister
Winston Churchill im Hinblick auf den schon da-
Lidice
mals beabsichtigten Krieg gegen Deutschland Die Selbstbeschuldigungssucht und
zum Hilfskreuzer umgebaut worden war. Kniefallpolitik bezüglich der deutschen
Nach jahrzehntelanger Ableugnung von engli- Vergangenheit, die seit Jahrzehnten bei
scher Seite bewies der englische Publizist Colin uns eingerissen ist, ist leider immer noch
Simpson in seinem 1972 erschienenen Buch
„Lusitania“ anhand genauer Untersuchungen, nicht der Erkenntnis gewichen, daß wir
daß das Schiff (30369 BRT) für umfangreiche „40 Jahre danach“ keinen Grund zur ein-
Transporte von Waffen und Munition auf regel- seitigen Entschuldigung haben, wenn
mäßigen Fahrten von New York nach Liverpool angebliche oder tatsächliche Kriegsver-
benutzt wurde. (Siehe Martin Jenke „Verheim- brechen auf deutscher Seite denjenigen
lichte Tatsachen“ S. 75 - 78).
unserer Kriegsgegner gegenüberge-
Mit der gleichzeitigen Benutzung des Muni- stellt werden. Und wir sollen nicht auf-
tionsschiffes als Passagierschiff (die Versen- rechnen?
kung kostete rund 1200 Menschen das Leben)
verschaffte sich die britische Kriegspropaganda Weil immer noch spektakuläre Vorfälle wie „Lidi-
unter Ableugnung der eigenen Schuld ein lange ce“ oder „Oradour“ von unserer Prominenz,
benutztes Mittel zur Diffamierung der deutschen Presse oder Funk als abschreckendes Beispiel
Kriegführung. Die britische Schuld wiegt umso einseitig und ohne sachliche Darstellung zitiert
schwerer, als es der britischen Admiralität be- werden, jedoch weit schlimmere damalige
kannt sein mußte, daß sie die Lusitania unge- Handlungen der Gegenseite diesen sonderba-
warnt in ein Operationsgebiet deutscher U-Boo- ren Volksvertretern nicht erwähnenswert er-
te laufen ließ, in dem kurz zuvor einige kleine scheinen, sind wir um der geschichtlichen
Schiffe versenkt worden waren. Wahrheit willen verpflichtet, nicht zu schweigen.
Zum Beispiel besuchte der Bundestagsab-
Wer heute noch die deutsche Kriegführung im geordnete Jürgen Todenhöfer kürzlich Afghani-
Fall Lusitania beschuldigt, macht sich durch stan und appellierte danach an uns Bundesbür-
Verschweigen der näheren Umstände, insbe- ger, dieses „tägliche Lidice“ durch Spenden zu
sondere der englischen Seeblockade, der Ge- mildern. Wir meinen, man sollte nicht immer nur
schichtsfälschung schuldig. „Lidice“ als abschreckendes Beispiel hinstel-
len, sondern auch mal mit „Dresden“ verglei-
chen oder mit den toten Frauen und Mädchen
von Stuttgart, die 1945 die Massenvergewalti-
gungen durch die Besatzer nicht überlebten.
Schmutziges Geschäft Ähnliche Vergleiche stehen in großer Zahl zur
Ein Täuschungsmanöver brachte Amerika in den Verfügung.
Ersten Weltkrieg: Der Untergang des britischen
Passagierschiffes „Lusitania" war von Winston
Churchill vorgeplant, behaupten britische Autoren. ... Auch der außenpolitische Sprecher der Unions-
fraktion Klein verglich die Zerstörungen in Afg-
Der Streit erregte Amerika, seit ein deutsches U-Boot am 7. Mai
1915 das von New York kommende britische Passagierschiff hanistan mit „Hunderten von Oradours und
„Lusitania“ nahe der Südwestküste Irlands versenkt hatte. Wie Lidices“. Wie aber war das z.B. mit Lidice?
kein anderes Ereignis im Ersten Weltkrieg brachte der Unter-
gang der „Lusitania“ die damals noch neutralen USA gegen Am 10. Juni 1942 wurde der Reichsprotektor von
Deutschland auf: Unter den 1198 Menschen, die dabei umge-
kommen waren, befanden sich 124 Amerikaner. ...
Böhmen und Mähren, SS-Obergruppenführer
Heydrich, in einer Vorstadt von Prag erschos-
Die Legende von der unprovozierten Versenkung eines harm- sen, als er, nur in Begleitung seines Fahrers, auf
losen Passagierdampfers nistete sich in angelsächsischen
Geschichtsbüchern ein. So behauptete etwa die „Encyclopedia dem Weg zu seiner Dienststelle war. „Ein engli-
Americana“, die „Lusitania“ habe „keine Geschütze, Explo- scher Langstreckenbomber setzte bereits in der
sivstoffe oder Granaten“ besessen. Nacht zum 19. Dezember 1941 die Männer ab, die
Seit Mitte dieses Monats müssen die Legendenschreiber die
„Lusitania“-Mär korrigieren: Zwei Illustrierte, Amerikas „Life“ fünf Monate später den Mord ausführten. Der
und Frankreichs „Paris Match“, druckten Passagen eines dem- Ausgang des Unternehmens mit Schwarzsen-
nächst erscheinenden Buches ab. In dem der britische Publizist der, Waffen, Munition und Verpflegung war das
Colin Simpson nachweist, daß die Versenkung der „Lusitania“ ein
konventioneller Akt der Seekriegsführung war. ...
Dorf Lidice.“ (Wilhelm Pleyer, Europas unbe-
kannte Mitte, S. 232).
Im Februar 1913 aber brachte sich die Admiralität wieder in
Erinnerung. Marineminister Winston Churchill ließ die Cunard- Nach dieser Feststellung wurde das Dorf Lidice
Herren wissen, die Stunde der Bewährung nahe heran; der
Krieg gegen Deutschland sei sicher, spätestens im September zerstört, nachdem es zuvor von Frauen und Kin-
1914 werde er ausbrechen. dern geräumt worden war. Die Männer, etwa 192,
Die „Lusitania“ kam daraufhin in ein Trockendock von Liver- wurden erschossen. Hierüber schrieb der
pool, um vollends für den Krieg gerüstet zu werden. Schutz-
und Oberdecks erhielten Panzerplatten, Pulvermagazine und schottische Geistliche Reverend Peter H. Nicoll
Halterungen für Granaten wurden eingebaut, zum Schluß mon- in seinem Buch „Englands Krieg gegen
tierte man zwölf 15-Zentimeter-Schnellfeuergeschütze an Deutschland“ Seite 312:
Bord, die nach außen sorgfältig verdeckt waren. Ab 17. Sep-
tember 1914 - der Krieg tobte bereits - gehörte die „Lusitania“
als Hilfskreuzer zur britischen Kriegsflotte.
„Der Fall Lidice wirft auf die Engländer kein bes-
seres Licht als auf die Deutschen, nachdem
Auszug: Spiegel Nr. 45/1972 Seiten 143 - 144 neuerdings bekannt geworden ist, daß der Mord
an Heydrich von britischen ‚agents provoca- man schätzt aber, daß weit über 100000 „Kolla-
teurs’ verübt wurde. Ihr Ziel war, deutsche Ver- borateure“ außerhalb aller Gesetzlichkeit er-
geltungsmaßnahmen zu provozieren und damit schlagen oder erschossen worden sind. Eine
den Haß auf die Deutschen, die angeblich so Amnestie schloß das Kapitel ab.
wilden Barbaren, zu steigern. Die Engländer wa-
Zuvor hatten sich diese entgegen der Haager
ren im Einsatz dieser agents provocateurs, die
Landkriegsordnung nach Heckenschützenart
in der Hauptsache deutsche Vergeltungsmaß-
tätige Gruppen gebildet, als nach Abschluß des
nahmen erzwingen und damit die einheimische
Frankreichfeldzuges zwischen der deutschen
Bevölkerung sowie die alliierte Öffentlichkeit
Reichsregierung und der französischen Regie-
gegen Deutschland aufbringen sollten, sehr ak-
rung Petain (Vichy-Regierung) ein Waffenstill-
tiv. Sie waren für viele Gewaltakte in Dänemark
stand abgeschlossen war. Manche ihrer Führer
verantwortlich, wo die Deutschen die Bevölke-
waren russische, spanische und französische
rung besonders rücksichtsvoll behandelt hat-
Kommunisten. Ziel der für die deutschen Solda-
ten, und die Dänen darum gegen sie aufgehetzt
ten verlustreichen hinterhältigen Mordanschlä-
werden mußten. Diese Agenten hatten auch
ge war die Erzwingung deutscher Abwehrmaß-
großen Anteil an den Greueltaten in der Via Ra-
nahmen und damit die Aufputschung der Zivil-
sella in Rom im März 1944, welche die immer
bevölkerung, um eine sich anbahnende Ver-
wieder propagandistisch ausgebeuteten Ver-
ständigung zwischen deutschen Soldaten und
geltungsaktionen der Deutschen in Italien zur
der französischen Bevölkerung zu unterbinden.
Folge hatten. ... Kein denkender Mensch wird
Waffen und Munition erhielt der Maqui durch
bestreiten, daß die deutsche Vergeltungsaktion
Abwurf englischer Flugzeuge.
an Lidice eine brutale und beklagenswerte Maß-
nahme war, aber sie als Akt einzigartiger Barba- Im Juni 1944 befand sich die 2. SS-Panzerdivi-
rei zu bezeichnen, ist absurd.... Die von den Al- sion in Frankreich auf dem Marsch nach Norden
liierten begonnenen Vernichtungsbombenwür- an die durch die englisch-amerikanische Lan-
fe brachten Millionen der Zivilbevölkerung ums dung entstandene Invasionsfront. Sie erreichte
Leben. Tausende fanden in Hamburg und ande- Limoges, in dessen Nähe das Dorf Oradoure sur
ren deutschen Städten durch die von Englän- Glane liegt. Zu dieser Zeit war ein Bataillons-
dern abgeworfenen Phosphor-Brandbomben kommandeur dieser Division, Kämpfe, in die
den Feuertod. Über Hunderttausende verbrann- Hand der Partisanen gefallen und es wurde in-
ten bei dem militärisch in keiner Weise erforder- folge einer Agentenmeldung vermutet, daß er in
lichen und berechtigten amerikanischen Atom- Oradour gefangen gehalten und gefoltert wur-
bombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki. de. Daraufhin erhielt die 3. Kompanie eines SS-
Nach dem Krieg haben die Tschechen, wie der Panzergrenadier-Bataillons am 10.6.1944 den
Gegner der Nationalsozialisten und bayerische Befehl, Kämpfe zu suchen, nach Möglichkeit zu
Edelmann Hubertus Prinz zu Löwenstein nach- befreien und andernfalls Geiseln zu nehmen,
wies, bei der Vertreibung der Sudetendeut- die zum Austausch gegen Kämpfe dienen soll-
schen Lidice dutzendfach wiederholt. Die Fran- ten. Zu dieser Zeit war der Truppe noch nicht be-
zosen haben sich damit gebrüstet, sie hätten im kannt, daß es sich bei Oradour um ein typisches
Spätsommer 1955 die Behandlung Lidices in ei- Partisanendorf handelte. Aber bereits vor dem
nem Tage neun algerischen Dörfern angedei- Dorf fand die Kompanie eine mit allen 12 Insas-
hen lassen. Zur gleichen Zeit haben die Englän- sen, Sanitätern und Verwundeten, verbrannte
der beim Niederwerfen der Revolten in Malaya Sanitätsstaffel des Heeres. Die verbrannten
und Kenya dieselben Methoden angewandt....“ Fahrer waren am Lenkrad ihrer Wagen angebun-
den. Im Dorf fand sich die verstümmelte Leiche
Oradour eines deutschen Offiziers, aber es war wahr-
scheinlich nicht Kämpfe. Er war am Vormittag
Als am Schluß des zweiten Weltkrieges die desselben Tages gefoltert und verbrannt wor-
deutschen Truppen sich aus dem besetzten Teil den. Es fanden sich weitere Leichenteile deut-
Frankreichs zurückzogen, bekamen diejenigen scher Soldaten, und auf dem Gehöft Picat lagen
Kräfte in Frankreich freie Hand, die als „Maqui- unidentifizierte Leichen im Brunnen.
sards“ oder „Franc-Tireurs“ während der Besat-
zungszeit einen völkerrechtswidrigen Hecken- Nach der Besetzung des Dorfes wurden die Ein-
schützenkrieg (Partisanenkrieg) gegen die wohner aufgefordert, sich auf dem Marktplatz zu
deutschen Besatzungstruppen geführt hatten. versammeln. Von dort wurden die Frauen und
Sie wüteten jetzt mitleidlos und grausam gegen Kinder in die Kirche gebracht. Die Männer wur-
die sogenannten „Kollaborateure“, d.h. gegen den in Scheunen eingewiesen und bewacht. Die
Kompanie wurde eingeteilt für die Sicherung um
diejenigen Franzosen, die während der Besat- das Dorf, für die Bewachung der Männer und für
zungszeit z.B. als Verwaltungsbeamte mit den die Durchsuchung des Dorfes. Kämpfe wurde
deutschen Stellen bei der Versorgung der Be- nicht gefunden, aber in fast allen Häusern fan-
völkerung und sonstigen Wirtschafts- und Ord- den sich Waffen und Sprengstoff. Diese Häuser
nungsaufgaben pflichtgemäß zusammengear- wurden zur Vernichtung der Munition in Brand
beitet hatten. Die Toten sind nie gezählt worden, gesetzt. Diese Maßnahme entsprach einem für
den Partisanenkampf gegebenen Befehl des sichtlich später die Bestätigung finden, daß die
Oberbefehlshabers West und dem geltenden tragischen Ereignisse von Oradour durch die
internationalen Kriegsrecht. Partisanen stehen völkerrechtswidrigen Mordanschläge während
nicht unter dem Schutz der Haager Landkriegs- des mit Frankreich geschlossenen Waffenstill-
standes hervorgerufen wurden.
ordnung. Ferner stellte sich heraus, daß schät-
zungsweise 100 Maquisards dem Befehl zur H.W. Schimmelpfeng
Sammlung auf dem Marktplatz nicht gefolgt wa-
Benutzt: Herbert Taege, "Wo ist Kain?" Enthüllungen und Dokumente zum
ren. Es entwickelten sich aus Partisanenver- Komplex Tulle und Oradour, Askania-Verlag 1961,
stecken Schießereien im Dorf und auch um die Martin Jenke, Verheimlichte Tatsachen, Verlagsagentur Angerer,
München 1981
Kirche. Später wurde festgestellt, daß es ideale
Verstecke gab, z.B. unter der Kirche und auf
dem Friedhof. In Oradour und im weiteren Um-
kreis schätzte man etwa 1000 organisierte Parti-
sanen. Explosionen und danach Brand in der
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder
Kirche hatten zur Folge, daß die Frauen und Kin- verfälschte Schulbücher -
der die Kirche wegen Zerstörung der Ausgänge ‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen
nicht mehr verlassen konnten und darin umka- Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

men. Die seitdem verbreitete Behauptung, die


Kirche sei von den SS-Soldaten angezündet Bisher sind folgende Blätter erschienen:
worden, ist unwahr. Zuerst explodierte der Folge 1:
Oberteil des Kirchturmes, weil er versteckte Mu- Deutschland und seine Ostgebiete -
nition enthielt. Weitere Munition explodierte in Verzicht oder nicht?
einem Raum unter der Sakristei. Die Kirche war Folge 2:.
nicht untersucht worden, so daß das Vorhan-
Verdunkelung der Weltgeschichte
densein der Munition und die nachgewiesene durch Schulbuch-Bla-Bla
Anwesenheit von Partisanen in der Kirche und
in Verstecken unter der Kirche den Soldaten un- Folge 3:
bekannt gewesen war. Die Möglichkeit liegt na- 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernah-
he, daß die Sprengung von Partisanen ausge- me, sondern 65. Jahr nach Versailles!
löst wurde. Folge 4;
Daß die Kirche nicht von deutschen Soldaten Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart:
angezündet wurde, jedoch einige Frauen und Der 1. September 1939
Kinder von deutschen Soldaten gerettet wur- Folge 5:
den, ist sehr viel später von geretteten Frauen
bestätigt worden, nachdem vorherige Vorgän- Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und
ge, so auch der Oradour-Prozeß in Bordeaux, Versailles: Der Betrug Im Schulbuch
eher zur Verschleierung als zur Klärung des Her- Folge 6:
gangs gedient hatten. Vorsicht: Tretminen im Schulbuch!
Während dieser unübersichtlichen Verwirrun- Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
gen, auch verbunden mit einem Ausbruchsver- Folge 7:
such von Männern, ist die zuvor keineswegs Der böse Deutsche
beabsichtigte Erschießung der etwa 180 Männer
Folge 8:
befohlen worden und erfolgt. Die Zahl der um-
gekommenen Frauen und Kinder konnte nicht Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
festgestellt werden, weil die ungeheure Hit- Einzelblätter bei Portoerstattung kostenlos
zeentwicklung der explodierenden Munition die anzufordern von:
größte Zahl der Leichen gänzlich vernichtete. UN, POSTFACH 400215, D 4630 BOCHUM 4
Daß die Glocke im Turm schmolz, ist der beste
Beweis für die Entzündung hochexplosiver
Sprengstoffe, ohne die ein Brand des Gebäudes HINWEIS: Zur Zeit sind nur die Folgen l, 4, 5 und 6 vorrätig. Ein
Nachdruck kann jederzeit erfolgen, ist jedoch von der Hilfe der
das Kupfer nicht hätte zum Schmelzen bringen Älteren abhängig, da die Schüler meist kostenlose Zusendung
können. erbitten.

Daß es Kreise gibt, die zwecks Diffamierung der


deutschen Kriegführung und besonders der „AUF DEM STUNDENPLAN"- Folge 8
Waffen-SS die wahren Vorgänge um Oradour zu UN • Ausgabe 4/ 85. Die Schülerblatt-Serie „Auf dem
verschleiern bemüht sind, ergibt sich aus fol- Stundenplan" erscheint in regelmäßiger Folge in der
gender der einschlägigen Literatur entnomme- Monatszeitschrift Unabhängige Nachrichten, Postfach
nen Feststellung: Das, was die Vichy-Behörden 400215, D4630 Bochum 4. ViSdP.: Hans W.
über Oradour ermittelt haben, wurde durch Ge- Schimmelpfeng. Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der
setze von Charles de Gaulle vom Oktober 1944 Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck und Beilage in
für 50 Jahre in die Staatsarchive verbannt und Schülerzeitungen gestattet.
verschlossen. Auch dort wird sich also voraus- Spendenkonto: Bankeinzug
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 9/85, Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Die Tschechen - ein „slawisches Volk“?


Wie die Kelto-Germanen Böhmen-Mährens zu „Slawen“ umgemünzt wurden.
Aus „Böhmen zweiter Ordnung“ machte man „die Tschechen“. Nutznießer
dieses Völkerbetruges: die Okkupationspolitik des Ostblocks.
Den Verfechtern der kommunistisch-panslawi- Kiel, Bad Oldesloe, Lauenburg/Elbe und
stischen Okkupationspolitik dienen vor allem Lüneburg bis Wolfsburg reicht, aber auch
die groben Irrtümer der bisherigen Geschichts- Ost-Oberfranken und die Oberpfalz bis an
schreibung als dogmatisch bestimmende Argu- den Main und an die Pegnitz einschließt.
mentations- und Propagandagrundlage.
Es kann nicht übersehen werden, daß ausge-
Um die geforderte Anerkennung der Oder- rechnet in dem erwähnten breiten Gebietsstrei-
Neiße-Demarkationslinie als künftige fen eine slawophil ausgerichtete, intensive „For-
deutsch-polnische „Friedensgrenze“ schungstätigkeit“ eingesetzt hat, die publizi-
durchsetzen zu können und die „Recht- stisch natürlich unterstützt und breit ausgewalzt
mäßigkeit“ des Raubes reindeutscher wird.
Volksgebiete - darunter das Hultschiner Länd-
chen, das Sudeten- und Egerland, der Böhmer-
wald, Deutsch-Mähren, die nördlichen Randgebiete
von Ober- und Niederösterreich, die Untersteiermark
Von Kiel bis Kärnten
und Unterkärnten — in ihrer Glaubhaftmachung
theoretisch zu begründen, betreiben
'slawischer' Boden?
polnische, sowjetische und tschechische • Die Aktivitäten der „Deutsch-polnischen Schulbuch-
kommission" haben in den Schulen der BRD zur Ver-
„Wissenschaftler“ im Verein mit mittlung eines falschen Geschichtsbildes über Ent-
willfährigen deutschen Etablierten eine wicklungsvorgänge in Mittel- und Osteuropa geführt,
unermüdliche „Forschungsarbeit“. • In Polen wird dem Offiziernachwuchs und den Stu-
Deren Ergebnisse schlagen sich in der Literatur dierenden seit Jahren gelehrt, daß z.B. LÜBECK,
ihrer jeweiligen „Akademie der Wissenschaf- LAUENBURG/Elbe, RATZEBURG, KIEL usw. „uralte
ten“ nieder, werden außerhalb des sowjeti- slawische Städte“ seien; daß somit ein historischer
schen Kolonialreiches unkritisch und teils so- Anspruch der „slawischen Völkerfamilie“ auf HOL-
gar wohlwollend übernommen und beeinflus- STEIN, ja sogar auf Teile DÄNEMARKS bestünde.
sen - grob vereinfachend in „Aufklärungsschrif- • Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) veröffent-
ten“ und Artikelserien aller Art zusammengefaßt lichte Im Jahr 1979 eine Landkarte, welche die von
Polen angestrebte „neue Westgrenze“ zeigt. Diese
- die an Zahl ständig zunehmende, in sämtli- „Grenze“ verläuft von KIEL zur Elbemündung, dann
chen Bereichen des öffentlichen und gesell- nach BREMEN und von dort über HANNOVER und
schaftlichen Lebens unheilvoll dominierende FRANKFURT/Main bis in den Ostraum von MÜNCHEN
Schicht der Halbgebildeten Westeuropas und und schließt nach polnischer Auffassung die „Urhei-
mat der Slawen“ ein. Forts. auf der Rückseite
der USA.
Die verheerenden Erfolge der sla- Wie in Polen dem intellektuellen Nachwuchs
wophilen Propaganda weisgemacht wird, die „Westgrenze der ‚Sla-
wen’“ schließe Schleswig-Holstein und den Sü-
Den Erfordernissen der sowjetischen Deutsch- den Dänemarks ein und verlaufe westlich der El-
land- und Europapolitik angepaßt, bereitet die- be über Hannover und Frankfurt am Main bis in
se Art der „wissenschaftlichen“ Aktivität eine den Ostraum Münchens, so impft man dem
vorsorglich eingeplante Brückenkopfbildung tschechischen Schulkind schon seit geraumer
westlich von Elbe und Saale vor. Zeit ein, der Rückgewinnung „'altslawischen'
Bodens“ in Schlesien, Böhmen und Mähren
Die vom „Akademie-Verlag“ Ist Ost-Berlin müssen eines Tages auch jene der „ange-
herausgebrachten Geschichts-, Sied- stammten Gebiete“ im Westen (Bayerischer
lungs- und Volkstumskarten enthalten je- Wald) und im Süden bis zur Donau zwischen
weils eine klar erkennbare, zugunsten der Passau und der Slowakei folgen.
„DDR“ verschobene Grenzlinie - die „Ur- Solcherart bauen die Kommunisten vorsorglich
heimat“ der „Slawen“ in „westlichen eine Bewußtheit auf, die im Zuge erhoffter Ent-
'Grenzmarken'“ einbeziehend -, eine wicklungsvorgänge einer angestrebten Okku-
Grenzlinie also, die von Eckernförde über pation des oberösterreichischen Mühlviertels
und des niederösterreichischen Wald- und Massen der Unterprivilegierten mit Beginn 19.
Weinviertels den nötigen „nationalen“ Rückhalt Jahrhundert als eine Art „Selbstbefreiung von
jahrhundertelanger Unterdrückung“ empfunden,
sichern soll. akzeptiert und „sinn-inhaltlich“ ausgefüllt wurde.
Die Erfolge der seit über 100 Jahren zäh durch- Die Scheingeburt eines zu kreierenden
gesetzten slawophilen Propaganda haben im- „Tschechentums“ samt dazugehöriger „Natio-
merhin gezeigt, wie verhältnismäßig rasch sich nalsprache“ gelang! Aber selbst der panslawi-
derartige Ansprüche verwirklichen lassen. stische Vorkämpfer und Historiker Koneczny
(Tscheche!) sah sich veranlaßt, die betrügerische
„Ideales Menschenreservoir“: Die Manipulation indirekt zu berichtigen, als er
niederschrieb,
Böhmen zweiter Ordnung
„ ..., daß man die Tschechen anderwärts
Die übliche Lehrmeinung suggeriert uns Deut- als deutschen Stamm betrachtet, denn
schen zwar seit dem Ausgang des 19. Jahrhun- nichts Slawisches ging aus dem Lande
derts die verschwommene These von einem ge-
wachsenen„Slawen“tum „fremdvölkischer“ Art hervor.“
im böhmisch-mährischen Raum, bleibt uns aber - Dieser bemerkenswert wahrheitsliebenden
wie's ja gar nicht anders sein kann!-jeden Beleg Feststellung wäre nichts hinzuzufügen, wenn
und Beweis für Entstehung und Werden dieses Koneczny im Jahre 1897 seiner Mitwelt auch die
einmaligen Volkswunders ohne Ursprung und Bedeutung der Namensfindung „Tschechen“
Herkommen nach wie vor schuldig. Legenden, erklärt hätte. Der erwähnte Sammelbegriff, eine
aus der Luft gegriffene Erfindungen und primitive Verdeutschung der willkürlich aus dem Mittella-
Fälschungen - das ist alles, was man - teinischen rückübersetzten Form „Cech“ für
„untermauernd“ - zu bieten vermag. Nichts davon „Bohemus“ (= „der Böhme“) erfaßte in seiner
hält der Überprüfung stand, wenn sorgsam Grundbestimmung alle Bewohner Böhmens
erforschte Tatsachen berücksichtigt werden. einschließlich der Reichsunmittelbaren, der
Deutschböhmen.
Weder der Massenmord an Deutschen,
noch die Vertreibungsverbrechen oder ein
„tschechischer Anspruch“ auf weitere
„'slawische' Volksgebiete“ im Westen und Die Sprache - Konspirative Fälscher
Süden lassen sich ethnisch oder historisch am Werk
begründen.
Ein den Deutschen gegenüberstehendes Volk Nichtsahnend und -argend hatte König und Kaiser
der „Tschechen“, „Czechen“ oder „Češsi“ Karl IV. (1346-1378) in der Reichshauptstadt Prag
fremdrassischer oder fremdvölkischer Herkunft landfremden Glagolitenmönchen vom Balkan
gab es nie und gibt es nämlich überhaupt nicht. leichtsinnig die Erlaubnis zum Wirken im Sinne
Wie auch die Mehrheit der Deutschen, sind der Romkirche erteilt. Im Prager Kloster Emaus
Tschechen und Slowaken vorwiegend Nach- nahmen sie - gemeinsam mit ortsansässigen
kommen der keltischen und germanischen Be- Klerikern und ausgewählten Söhnen Besitzloser
völkerung im böhmisch-mährischen Raum. Erst und Verarmter - ihre spalterische Tätigkeit auf.
als Folge der Schwertmission entstand die Kluft Anfangs wurden aus dem Lateinischen nur
unter Menschen ethnisch gleichen Urstammes - Heiligenlegenden und Fabeln in die KYRIL-LIZA -
nämlich zwischen „Böhmen erster Ordnung“ die verfeinerte GLAGOLICA - übersetzt; dies
(privilegierte Deutsche unter königlichem allerdings nicht ohne Spitzen und Ausfälle gegen
Schutz) und „Böhmen zweiter Ordnung“ (rechtlose das Reichsdeutschtum. Diesen Übungen folgten
Böhmen und Mährer als Ausbeutungsobjekte der Übertragungen aus dem Spätlateinischen und
geistlichen und weltlichen Grundherren). aus alt- und mittelhochdeutschen Texten. Auf
diese Weise entstand schließlich mit der Zeit eine
Generationen lang geistig-seelisch unterworfen „sprachliche“ (nachsprechbare) Kunstliteratur,
und unterdrückt, oft wie Haustiere behandelt, als die später erst als „Nachweis einer neuen Nation“
Leibeigene ohne Bildungsmöglichkeiten, diente. Hinter unverletzlichen Klostermauern
besitzlos und ärmlich lebend, stellte das große entwickelte sich dabei eine geheimnisvolle und
Heer der unzufriedenen „Böhmen zweiter Ord- konspirative Atmosphäre. In diesem politischen
nung“ ein ideales Menschenreservoir für die (!) Zwielicht entstand eine typische
reichsfeindliche Kirchenpolitik und deren klo- Geheimgesellschaft: die ZECTECH(i)-NA, deren
sterpriesterliche Exekutivorgane dar. Mitglieder im „Dunkeln“ (das ist spätlateinisch:
caeco) arbeiteten. Daran knüpften Anfang 19.
„ .. Nichts Slawisches ging aus dem Jahrhundert die sogenannten „Wie-dererwecker“
Lande hervor!" eines „tschechischen Volkstums mit eigener
Sprache“ an. Ihr Anführer war der Lehrer,
Ein Gegensatz zu den Deutschen wurde einge- Panslawist und geniale Fälscher Wenzel
pflanzt und sorgfältig hochgezüchtet. Dem Klerus (=tschechisiert: Vaclav) Hanka (1792-1861).
und seinen Helfern fiel es dann auch nicht mehr Außer durch seine orthographischen und gram-
schwer, ein völlig anderes Wertbewußtsein, den matikalischen Verputzarbeiten an dem noch
„Neues-Volk-im-Volk“-Begriff - zu verankern, der keineswegs sprech-, schreib- und vorstellungs-
von den unwissend gehaltenen reifen „tschechischen“ Kunstidiom wurde er un-
rühmlich bekannt durch seine „literarischen“ nannten „Tschechanen“ in Südböhmen und
Fälschungen (wie z.B. „Königinhofer Hand- Mähren sind demnach nichts anderes als heim-
schrift“, „Grünberger Handschrift“ u.a.m.), mit gekehrte „Tzekones“ (also: ehem. Söldner) und ihre
denen er die Existenz einer „tschechischen“ Nachkommen.
Heldenepik und somit das Vorhandensein einer Fazit aus den Fälschungen: Opfer eines
„originären tschechischen Schriftsprache“
(„natürlich“ seit spätantik-frühmittelalterlichen Völkerbetruges!
Zeiten schon!) vortäuschen wollte. Es gab weder „'slawische' Tschechen“ noch
Weil nun aber Wenzel Hanka und seine philolo- „tschechische ‚Slawen’“, sondern
gischen, „neuchauvinistischen“ Mitverschwo- ausschließlich - im Lauf der Zeiten und allmählich
renen nicht sicher waren, ob die von ihnen vor- - reichsfeindlich umgepolte, denaturierte, einst
gelegten „Beweise“ auch ausreichen und zur freie Kelten und Germanen. Gerade in der
Glaubhaftmachung genügend „Beweiskraft“ einschneidenden Epoche (It. heute üblicher
vermitteln würden, legten sie in der urdeutschen Lehrmeinung!) vom 4. bis 8. Jahrhundert ist
Stadt der Reichsmetropole Prag, den Schwur keiner einzigen zeitgenössischen Chronik oder
ab: „.... die czechische Sprache aus den Resten sonstigen Quelle ein „Einsickern“, „Ein-
versinkender sarmatischer Bauerndialekte zu wandern“ oder „Erobern“ durch fremdvölkische
retten.“ (!) Elemente im böhmisch-mährischen Raum
bekannt.
Der Name - auch eine Konstruktion
Die meisten der heutigen Tschechen wissen von
Um außer einer etymologisch-linguistischen all dem nichts, manche hingegen ahnen die
„Glaubhaftigkeit“ auch noch die einer ethnolo- Zusammenhänge und daß da mit ihnen, ihrer
gisch-ethnischen zu untermauern, holten die Herkunft und „Identität“ etwas nicht stimmt
„Wiedererwecker“ den Begriff der südböhmi- Blondheit und Blauäugigkeit sind kein Kriterium für
schen „Tschechanen“ hervor und brachten ihn Deutschsein. Man sehe sich einmal unter den
mit der Erwähnung des Wortes „CECH“ durch Volksgruppen Ost- und auch Westeuropas um! Die
den gelehrten Kanoniker Dalimil von Meseritsch rein keltisch-germanische Abstammung der
(angeblich aus 1310) sowie des Wortes „CESI“ Tschechen beweist zusätzlich ihre „posthum“
durch den Pseudonymus „Nestor“ (angeblich translatierte Literatur.
aus 1377) in Verbindung. Sie - die W.-Hanka- Der verschlungene Geschichtsablauf in Böhmen
Verschwörer - übergingen großzügig, daß sowohl und Mähren erscheint allein schon wegen der
„Cech“ wie auch „Cesi“ nur im Zusammenhang mit „slawi“sierenden Umknetung zwar noch
dem Wort „Druzina“ Erwähnung fanden! Bei komplizierter als anderswo auf deutschem
einiger Sachkenntnis ergibt sich hierfür die Reichsboden, läßt aber in keinem seiner Ab-
folgende, historisch einwandfreie Erklärung: schnitte das Vorhandensein eines „Tsche-
chen“volkes erkennen. Die „Tschechen“ waren und
Aus dem Machtbereich Ostroms (Konstantino- bleiben Nachfahren der böhmisch-mährischen
pels) stammen jene Militär-Vokabeln, die jetzt als Kelto-Germanen, denen man - heute mehr denn je
„urtschechische“ Wortbegriffe herzuhalten - mittels panslawistischer Machenschaften ihre
hatten. Denn: „Druzina“ = (aus keltisch) „drun- wahre Geschichte und volkliche Identität zu
gos“ = Gefolgschaft der „Nemetos“ (= der Edlen, entwinden, zu zerstören, umzufälschen versucht, um
der Nobiles) = Kelto-Germanen in byzantinischen sie als Sklaven willfährig zu halten.
(Ostroms) Diensten, byzantinisch-
spätgriechisch: „DRUGGOS“ (gesprochen: Die kraft reichsfeindlichen Willens zu „Tschechen“
drungos). In solch einer Mannschaft kämpften umgemodelten Böhmen aber haben mittlerweise
Berittene = (keltisch) „lingi“ und Fußsoldaten = unter bolschewistischer Herrschaft die von einer
(keltisch) „cingi“ (gesprochen: tschingi), daraus entarteten Minderheit verübten Akte des Verrats
(im byzantinischen Militärdienst): „TZEKO-NES“ = und Brudermords an Deutschen, Mährern und
Festungssoldaten. Das war um das Jahr 949! Slowaken nach 1945 bitter gebüßt. Sie zählen nun
(siehe Kaiser KONSTANTINOS VIL. POR- selbst - im Verein mit allen anderen geschädigten
PHYROGENNETOS, 905/913-57). Mitteleuropäern - zu den Opfern eines dämonisch
und zielstrebig durchgesetzten Völkerbetruges.
Im 14. Jahrhundert taucht zudem noch die spät-
griechisch-byzantinische Bezeichnung „TZA- Lothar Greil
KONES“ auf - gemäß geschichtlicher Lautent- Weiterführende Literatur und Quellen zum
Selbststudium:
wicklung entstanden aus (spätgriechisch-by-
zantinisch) „TZEK“-, „TZAK“ - mit Aussprachen Erich Bromme: „Grundlagen der Siedlungsforschung", Erich
„CECH“ und „CACH“. Die „Beweis führen“ sol- Bromme Verlag, Berlin 1982;
Herman Gauch: „Entstehung unserer Sprache und Schrift",
lenden Begriffe „CECH“ und „CESI“ (gem. Dalimil Orieon-Heimreiter-Verlag, Heusenstamm 1970;
und Nestor) beziehen sich also überhaupt nicht Walther Steller: „Grundlagen der deutschen Geschichtsfor-
schung", Band l u. II. Volkstum-Verlag, Wien 1973, 1975;
auf ein Volk, sondern auf die militärische Franz Wolff: „Ostgermanien" – „Waren die Ostvölker Slawen?",
Fußtruppe TZEKONES - bestehend aus kelti- Grabert-Verlag, Tübingen 1977;
Lothar Greil: „Slawenlegende" – „Die Deutschen - Opfer einer irrigen
schen, thrakischen und germanischen Söldner- Geschichtsbetrachtung", Iptinger Buch-Verlag, Wiernsheim 1982
kontingenten im Dienste Ostroms. Die soge- (Erstauflage Wien 1971).
Fortsetzung von Seite 1: schüre herausgegeben, für die der PÄDAGOGISCHE
DIENST DER STAATLICHEN MUSEEN PREUSSI-
Von Kiel bis Kärnten SCHER KULTURBESITZ verantwortlich zeichnet und
die den Lehrern Berlins erleichtern soll, ihre Schüler
'slawischer' Boden? im Sinne der „deutsch-polnischen Schulbuchemp-
Diese Karte erinnert an einen kartographischen fehlungen“ zu unterrichten und durch die Ausstel-
Schulbehelf an jugoslawischen Schulen, der Kärn- lung zu führen. Und wer die Liste der vortragenden
ten, die Steiermark sowie Niederösterreich bis 30 Ki- „Wissenschaftler“ durchsieht, kann unschwer erken-
nen, wie das Zusammenspiel der „Slawen“-Propa-
lometer vor WIEN als „alten slowenischen Siedlungs- ganda in Ost und West funktioniert.
boden“ reklamiert und sämtliche Ortschaften mit
„slowenischen Namen“ aufführt. •• Verteilen Sie deshalb dieses Blatt vor Schulen!
• In den Jahren 1980/81 haben über 90 Orte in Schles-
wig-Holstein ihr 800-jähriges Bestehensjubiläum ge-
feiert. In Zeitungsberichten, Artikelserien, Festschrift-
en und Übertragungen wurde in allen Fällen ein „sla-
wischer“ Ursprung groß herausgestellt und pseudo-
Auf dem Stundenplan
wissenschaftlich erklärt. Nachweislich war eine zen- - Ersatzblatt für fehlende oder
trale Lenkung sowie die Unterstützung durch Bonner verfälschte Schulbücher -
Stellen und eine Förderung durch Logen der Frei- „Auf dem Stundenplan" - Beiblatt für Schülerzeitungen
maurer, der Rotarier und der Lionisten. Die gesamte Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN
Lizenzpresse stellte sich in den Dienst des „Slawen“-
Rummels, der auf einer Fälschung des RATZEBUR-
GER ZEHENTREGISTERS aufgebaut ist. Nicht genug: Bisher sind folgende Blätter erschienen;
Man stellte „slawische“ Denkmäler auf, fand plötzlich Folge 1:
“’slawische’ Altertümer“, entdeckte „'slawische'
Burganlagen“ - und man begrüßte schaumschlagend Deutschland und seine Ostgebiete -
die Truppe herbeieilender polnischer und sowjet- Verzicht oder nicht?
ischer Wissenschaftler.
• Auf Schloß GOTTORP in Schleswig war bis 1982 ein Folge 2:
Professor Dr. Karl STRUWE der Leiter des Landesam- Verdunkelung der Weltgeschichte durch
tes für Vor- und Frühgeschichte. Vielzitiert im Schrift-
tum der „Akademie der Wissenschaften“ in der DDR, Schulbuch-Bla-BIa
machte er als Teilnehmer an Tagungen und Kongres- Folge 3:
sen der Ostblock-Staaten von sich reden. Ihn, den
nunmehrigen Museumsdirektor auf Schloß GOT- 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernah-
TORP, hat sich die DEUTSCHE FORSCHUNGSGE- me, sondern 65. Jahr nach Versailles!
MEINSCHAFT (DFG) für ihr 5-jähriges Projekt im Son-
derforschungsbereich 17 am OLDENBURGER WALL Folge 4:
(Holstein) als Grabungsleiter erkoren. Weil OLDEN-
BURG laut Berichterstattung der KIELER NACHRICH- Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegen-
TEN als „äußerster Vorposten der slawischen Welt“ wart: Der 1. September 1939
gilt, arbeiten mit STRUWE die sowjetischen Professo-
ren Dr. MARCAN, Dr. BARAN und Dr. Iwan Iwano- Folge 5:
witsch ARTEMENKO von der „Akademie der Wissen- Die Friedensverträge von Brest-Litowsk
schaften“ in der UKRAINE eng zusammen.
und Versailles: Der Betrug im Schulbuch
Begünstigt von sozialdemokratischen Regierungs-
kreisen, erhielt die DFG zwischen 1969 und 1982 Folge 6:
rund 39 Millionen DM an Förderungsmitteln. Derart Vorsicht: Tretminen im Schulbuch!
horrende Beträge hat der deutsche Steuerzahler für
die Untermauerung des Verrats an seinem Volk aufzu- Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
bringen! Folge 7:
• Hans-Georg KAACK, in offiziösen Kreisen hochge-
lobter Kreisarchivar im Herzogtum LAUENBURG, Der böse Deutsche
zeichnet verantwortlich für die Verankerung der Lüge Folge 8:
vom „slawischen Ursprung“ von 70 Ortschaften in de-
ren Chronik. Im Frühjahr 1983 erschien sein skanda- Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
löses Buch „Slawen und Deutsche im Lande Lauen-
burg“. Als Koautor fungierte der Slawophile Hans Einzelblätter bei Portoerstattung kostenlos
WURMS. Selbstredend, daß sich KAACK auch auf
den bereits erwähnten Prof. Dr. STRUWE beruft. Her- anzufordern von:
ausgeber des Machwerks ist der KREIS HERZOG-
TUM LAUENBURG. Und wiederum hat der Steuerzah- UN, POSTFACH 400215, D 4630 BOCHUM 4
ler dafür aufzukommen!
HINWEIS: Zur Zeit sind trotz mehrfachen Nachdruckes nicht
• In seinen neuesten Arbeiten für die Presse hat Prof.
Dr. Erwin HERRMANN von der Universität BAYREUTH alle Folgen vorrätig. Neuauflagen können jederzeit herausgege-
in primitivster Klittermanier „Geschichte geschrie- ben werden. Dazu sind wir jedoch auf die Hilfe der Älteren an-
ben“, nachdem er ganz Ober- und Unterfranken so gewiesen, da die Schüler meist kostenlose Zusendung erbitten.
wie die Oberpfalz zu „slawischen“ Siedel- und
Sprachterritorien erklärt hatte. Für diese massive Die Serie „Auf dem Stundenplan" erscheint als herausnehm-
Unterstützung glatten Landes- und Gebietsverrats bares Sammelblatt in unregelmäßiger Folge in der Monats-
wurde er noch von der Industrie- und Handelskam- zeitschrift UN - UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN, Postf.
mer und nicht zuletzt sogar vom zuständigen REGIE- 40 02 15, D 4630 Bochum 4. Verantwortlich für Folge Nr. 9:
RUNGSPRÄSIDENTEN besonders geehrt. oooooooooooooooooooLothar G r e i l
• Großankündigungen empfahlen den Besuch der Die Abgabe und der Versand an Schüler erfolgt kostenlos, so-
Ausstellung „Slawen und Deutsche zwischen Elbe weit der Spendeneingang von der älteren Generation dies er-
und Oder“ im Museum für Vor- und Frühgeschichte in
BERLIN. Ergänzt wurde dieser Monsterbetrug durch möglicht. Abdruck und Beilage in Schülerzeitungen erlaubt.
entsprechende Vorträge in der Berliner URANIA. Zu In Österreich: Bankverbindung bitte anfragen
diesem Zweck wurde eine simpel fälschende Bro-
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 3/86, Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Lehren der
Weimarer Republik
Vor 65 Jahren, am 20. März 1921, fand die dien und von den Bonner Parteien noch ein
denkwürdige Abstimmung in Oberschle- tatsachengetreues Bild jener Zeit, ja der
sien statt. Wer erfährt heute in den Schu- Weimarer Republik insgesamt?
len und Universitäten, in den Massenme-

Es ist das außerordentliche Verdienst von Martin


Jenke, in seinem neuen Buch „Bonn besser als Auf dem Stundenplan
Weimar?“ (im Untertitel: „Gustav Stresemann als Bisher erschienen und vorrätig:
Beispiel - In der Bundesrepublik wäre er nur ein Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete -
Außenseiter“) gleich eine dreifache Aufklärung Verzicht oder nicht ?
zu geben: Zum ersten die Weimarer Republik in Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte
der Person ihres größten Politikers - des lang- Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtüber-
jährigen Außenministers Gustav Stresemann - nahme, sondern 65. nach Versailles !
genau zu schildern. Zum zweiten die weitver- Folge 4: Kriegsschuld - Der 1. September 1939
breitete, immer wieder rätselhaft erscheinende Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk
Frage zu beantworten, wie es zum Ende der Wei- und Versailles - Betrug im Schulbuch
marer Republik kam. Zum dritten in der Gestalt Folge 6: Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
von Gustav Stresemann der heutigen wirren Po- Folge 7: Der böse Deutsche
litik ein wegweisendes Vorbild zu zeigen. Folge 8: Lusitania - Lidice - Oradour
Folge 9: Die Tschechen - ein slawisches Volk ?
Über die Vorgänge von 1921 lesen wir: Am 5.
Mai 1921 „präsentierten die Westmächte in Ber-
das Land zerrissen, um Polen die wichtigsten
lin ein Ultimatum mit dem Verlangen, ihnen 132
Teile des von Deutschen aufgebauten Industrie-
Milliarden Mark als Reparation zu zahlen! Außer-
gebiets zuzuschanzen; obwohl gerade in den
dem wurde die Kriegsschuldlüge gegen Deutsch- großen Städten des Kohlereviers die Stimmen
land wiederholt und die Verurteilung angeb- für Deutschland weit überwogen (in Kattowitz
licher deutscher Kriegsverbrecher gefordert. beispielsweise, dem Zentrum, mit fast 86 Pro-
Frist zur Annahme des Ultimatums: sechs Tage; zent). Immer wieder kämpfte Stresemann da-
Drohung: andernfalls Einmarsch ins Ruhrge- mals und auch später bis zu seinem Tode gegen
biet. Natürlich lehnte Stresemanns Fraktion die- derlei Unrecht (auch gegen die Wegnahme des
ses Ultimatum einmütig ab, während sich im Korridors - wo die Westmächte wohlweislich ei-
Reichstag eine 'Weimarer Mehrheit' für die An- ne Abstimmung gar nicht erst zuließen). Es ist
nahme von 220 gegen 172 Stimmen fand. Der deshalb, wie wir noch genauer sehen werden,
Führer der Deutschen Volkspartei (Strese- geradezu eine Umkehrung der Tatsachen, wenn
mann), der den Grundsatz vertrat, materielle Op- ausgerechnet Politiker wie Brandt und Scheel,
fer seien für den Verbleib deutschen Landes die mit ihren zweideutigen Ostverträgen ohne
beim Reich zu akzeptieren, begründete diese jeden Zwang ein Viertel des Deutschen Reiches
Ablehnung des alliierten Ultimatums u.a. wie abschreiben wollten (das Verfassungsgericht
folgt: 'Die Versuche, eine Zusicherung darüber schob einen Riegel vor), es wagten, als Wahrer
zu erlangen, daß im Falle der Annahme des Ulti- des Gedankenguts von Stresemann aufzutre-
matums neben anderen Forderungen vor allem ten!“
der Besitz Oberschlesiens gewährleistet werde,
haben leider bis zur Stunde zu keinem uns beru- Stresemanns Ziele
higenden Ergebnis geführt.'
Einen Monat vor Paraphierung des Locarno-
Vorausgegangen war am 20. März 1921 die Ab- Vertrags (16.10.1925) schreibt Reichsaußenmi-
stimmung in Oberschlesien, bei der sich (trotz nister Stresemann am 7. September 1925 einen
polnischen Terrors unter Korfanty, geduldet von später bekannt gewordenen geheimen Brief an
französischen Besatzungstruppen) eine Mehr- den von ihm verehrten Kronprinzen Wilhelm,
heit von 60 Prozent für das Deutsche Reich und worin er die Ziele seiner Außenpolitik klarlegt.
40 Prozent für Polen erklärte. Dennoch wurde Wir zitieren wieder aus Jenkes Buch:
„Die deutsche Außenpolitik hat nach meiner daraus, daß London in den zwanziger Jahren die
Auffassung für die nächste absehbare Zeit drei deutsch-polnische Grenze noch als änderungs-
große Aufgaben: Einmal die Lösung der Repara- bedürftig angesehen hatte im Sinne Deutsch-
tionsfrage in einem für Deutschland erträgli- lands! Außenminister Stresemann schreibt da-
chen Sinne und die Sicherung des Friedens, die zu am 13. März 1925 in der 'Kölnischen Zei-
die Voraussetzung für eine Wiedererstarkung tung': 'Man hat heute in weiten Kreisen der
Deutschlands ist. Zweitens rechne ich dazu den Weltöffentlichkeit Verständnis dafür, daß die
Schutz der Auslandsdeutschen, jener 10-12 Grenzziehung im Osten - sehr euphemistisch
Millionen Stammesgenossen, die jetzt unter ausgedrückt - das schwächste Werk des Ver-
fremdem Joch in fremden Ländern leben. Die sailler Vertrages sei, für das man auch seitens
dritte Aufgabe ist die Korrektur der Ostgrenzen: der Alliierten sich nicht für alle Ewigkeit zu ir-
die Wiedergewinnung von Danzig, vom polni- gendeinem Schutz und Trutz verbinden könnte.
schen Korridor und eine Korrektur der Grenze in Man ist sogar in der englischen Presse sehr viel
Oberschlesien. Im Hintergrunde steht der An- weiter gegangen, und ich weiß nicht, ob diese
schluß von Deutsch-Österreich ..." Sekundantendienste uns in dieser Situation
sehr nützlich gewesen sind. Daß der 'Manche-
Zur gleichen Zeit (am 14. September 1925) be- ster Guardian' schrieb, England werde die Ost-
schrieb Stresemann in einem Zeitungsbeitrag grenze niemals garantieren, war sehr gut, soweit
(im „Hamburger Fremdenblatt“) den Versailler man daraus sah, daß Deutschland nicht allein
Vertrag und kam dabei auch wieder auf die sich dagegen wehrte. Aber die 'Times' gehen
Grenzfragen zu sprechen: „Denn das ist ja weiter. Der 'Times'-Artikel konnte in Warschau
gerade die diabolische Art des Versailler gar nicht anders verstanden werden als eine
Diktats gewesen, daß sie an allen Ecken und Aufforderung dazu, freiwillig auf den Korridor zu
Enden Unfrieden zwischen Deutschland und verzichten, freiwillig sich mit Deutschland über
allen seinen Nachbarn geschaffen hat. Von die beiden Fragen in Verbindung zu setzen, von
allem anderen abgesehen, suchte sie denen man in England annimmt, daß sie gere-
Feindschaft zu legen zwischen Frankreich und gelt werden müssen. Das ist die Korridorfrage
Deutschland (Elsaß-Lothringen), Belgien und die oberschlesische Frage. Die ‚Times’ ha-
(Eupen-Malmedy), Dänemark (Nordgrenze), ben Polen zugeredet, es sei besser, sich mit ei-
Polen (Danzig, Korridor, Oberschlesien), nem mächtigen Nachbarn freundschaftlich
Tschechoslowakei (Deutschböhmen und durch eine große Geste zu verständigen, als mit
Verhinderung des Anschlusses), Litauen ihm in Feindschaft zu leben.'
(Memel). Dazu alle die Unterdrückungen
Deutschstämmiger, die Streitpunkte mit Jugos- Daß Stresemann im Einklang mit dem gesamten
lawien und Rumänien schaffen, genau so wie deutschen Volke stand, die Grenze zu Polen
die Südtiroler Frage eine brennende Wunde für nicht anzuerkennen, stellte der Außenminister
die deutsche Seele ist.“ auch vor dem Plenum des Reichstages am 18.
Mai 1925 fest: 'Es gibt niemand in Deutschland,
England dachte der anerkennen könnte, daß die in flagrantem
einmal anders Widerspruch mit dem Selbstbestimmungsrecht
der Völker gezogene Grenze im Osten eine für
Jenkes Buch bringt jeweils nach genauer Zitie- immer unabänderliche Tatsache sei. Es kann
rung von Stresemanns Reden und Artikeln dann deshalb für Deutschland auch keine Regelung
stets hochaktuelle Vergleiche mit der heutigen der Sicherheitsfrage in Betracht kommen, die
Zeit und kommt dabei zum Resultat, „daß Wei- eine nochmalige Anerkennung dieser Grenze in
mar längst noch nicht Bonn war“. Aus der Fülle sich schlösse.'“
dieser Vergleiche (beispielsweise Kriegs-
schuldlüge, Märchen von deutschen Verbre- Jenke schreibt in diesem Zusammenhang: „So
chen, Kampf um Besatzungsfreiheit, Bewah- einig sich der Berliner Reichstag in der Ableh-
rung der Bismarckschen Linie einer Reichspoli- nung der damaligen deutsch-polnischen Gren-
tik zwischen West und Ost) sei hier wegen des ze war, und zwar von linken Kommunisten bis
Jubiläums der oberschlesischen Abstimmung rechten Deutschnationalen, so geschlossen -
vor 65 Jahren nur die Problematik der damali- außer drei Trotzkisten - verabschiedete er 1926
gen Grenzen berührt(wobei es damals im Osten den Berliner Vertrag (mit der Sowjetunion).
noch nicht um Ostpreußen, Pommern und ganz Während im Jahr zuvor nur 292 Abgeordnete
Schlesien ging, sondern „nur“ um den Streifen (gegen 174) den Locarno-Vertrag befürwortet
von Danzig bis Ostoberschlesien). Allein dazu hatten. Das entsprach der Volksmeinung; denn
ist das Buch eine Fundgrube, wobei die Eintei- dem Berliner Vertrag haftete im Unterschied
lung in einzelne Kapitel und das Personen- und zum Locarno-Vertrag nicht das Odium des 'Ver-
Sachregister eine leichte Hilfe zum Auffinden zichts' an - das aber war damals ein verrufenes
der betreffenden Stellen sind. Hierzu das fol- Wort, im heutigen 'Rumpf-Deutschland' (wie es
gende Zitat: Botschafter a.D. Allardt bezeichnet) kommt es
„Wie sehr Polen 1939 zum bloßen 'Schaukel- offenbar nicht mehr darauf an, daß nach Versail-
pferdchen' Englands geworden war, ergibt sich les mit dem Verlust des Korridors, Danzigs und
Ost-Oberschlesiens nun auch auf ganz Ost- von der alleinigen Kriegsschuld der Mittelmäch-
preußen, Pommern und Schlesien (um nur die- te und den systematischen Grausamkeiten des
se Gebiete im Vergleich zu erwähnen) verzichtet deutschen Generalstabs verkündet worden
wird. Ja, um das Super-Versailles noch 'super- sind. Die Aufklärung der Völker über die wahren
ber' zu machen, verzichtet man auch seit Instal- Vorgänge ist zu weit fortgeschritten, als daß der-
lierung einer Bonner Regierung auf jede ziel- artige Behauptungen noch jetzt gewagt werden
strebige Politik zur Wiedervereinigung wenig- dürften. Wir brauchen sie um so weniger zu fürch-
stens mit Mitteldeutschland.“ ten, wenn die Behauptungen sich aus einer
Stellungnahme zu allen diesen Fragen erklären,
Richtungsweisende deren fast zwangsläufige Parteilichkeit vor aller
Worte für heute Welt offen zutage liegt. - Wir sind bereit, uns je-
dem unparteiischen Gerichtshof zu stellen, der
Am 21. September 1926 erklärte Reichsaußen- die Ursachen des Weltkrieges untersucht. Wer
minister Stresemann vor der deutschen Kolonie gleich guten Gewissens ist wie wir, folge unse-
in Genf: rem Beispiel. Die Menschheit hat ein Recht da-
„Nicht das materielle Leben ist das Entschei- rauf, die Wahrheit zu erfahren, und niemand
dende, sondern die politische Freiheit der Na- wird sich diesem Wunsch der Menschlichkeit
tion. Wir können arm und doch eine große Na- nach einem unparteiischen Schiedsspruch auf
tion sein. Das ist nicht das Entscheidende, ob die Dauer widersetzen können.“
der eine einen schlechteren Rock trägt als der Jenke schreibt im Anschluß daran: „Warum
andere, sondern ob er freien Charakters ist und stellt heute Bonn nicht eine solche Forderung,
stolz jedem anderen ins Auge sehen kann. Wir von unparteiischer internationaler Stelle die Ur-
wollen den anderen Nationen frei und stolz in sachen des Zweiten Weltkrieges untersuchen
die Augen sehen, wenn wir wieder einen freien zu lassen? Dabei hat aber die Forschung nicht
Boden in Deutschland haben, und ich hoffe, daß mit 1939 und auch nicht mit 1933, sondern mit
wir in Genf einen Schritt vorwärtsgekommen dem Versailler Diktat von 1919 zu beginnen.
sind zur Erreichung dieses Zieles.“ Niemand spricht heute in der Öffentlichkeit bei-
Jenke schreibt dazu in seinem Buch (das im ei- spielsweise auch von Warschaus Unersättlich-
genen Verlag in Göttingen, Teichstraße 75, zum keit nach 1918, obwohl die geschichtlichen Tat-
Preis von 19,80 DM herausgekommen ist): sachen jedem Zeitgeschichtler und eigentlich
„Wahrlich richtungsweisende Worte, die der auch jedem Bonner Politiker bekannt sein soll-
heutigen Bundesrepublik Deutschland ins ten: daß nämlich Polen nach dem Begehr und
Stammbuch geschrieben werden müßten: 'Wir dem Erhalt des Korridors, Posens und Ostober-
wollen den anderen Nationen frei und stolz in schlesiens auch noch die ukrainischen und
die Augen sehen, wenn wir wieder einen freien weißrussischen Gebiete östlich der Curzon-Li-
Boden in Deutschland haben'.“ nie und das litauische Wilna-Gebiet raubte, so
daß 1921 bei einer polnischen Gesamtbevölke-
Auf dem Parteitag der Deutschen Volkspartei in rung von zirka 27 Millionen Menschen mehr als
Köln am 2. Oktober 1926 erklärte Stresemann: ein Drittel Minderheiten waren (Ukrainer, Weiß-
„Es ist allerdings ein schriller Nachklang zu die- russen, Deutsche, Litauer und Juden). Man stel-
ser Politik der allgemeinen Befriedigung, den le sich einmal zum Vergleich vor, Deutschland
ich im Interesse der erhofften Verständigung tief mit damals etwa 60 Millionen Menschen hätte
bedauere, wenn neuerdings auf der Gegenseite noch 30 Millionen fremdländische Minderheiten
von hoher verantwortlicher Stelle (Poincaré) der im Staate regiert und unterdrückt!“
Öffentlichkeit wieder die alten Behauptungen Frank Falkenberg

„Die Aufklärung der Völker über die wahren Vorgänge“ sei zu weit fortgeschritten, erklärte
Stresemann 1926, also vor nunmehr 60 Jahren, als er den Behauptungen von der „alleinigen
Kriegsschuld“ entgegentrat, Stresemann konnte nicht ahnen, was heute in deutschen Schulbüchern zu
lesen ist:

In dem Unterrichtsbuch GESCHICHTLICHE „Die deutsche Regierung verlor durch


WELTKUNDE, Verlag Moritz Diesterweg Frank- ihre herausfordernde Flottenpolitik das
furt-Berlin-München 2. Aufl. wird die Entwick- Vertrauen Englands, das seine Rolle als
lung beschrieben, die zum l. Weltkrieg führte: stärkste Seemacht behaupten wollte.“
Woher wissen eigentlich die Herren Schul- te, wie es auf der anderen Seite, den nämlichen
buchautoren, daß der deutsche Flottenbau Gegenstand betreffend, zugegangen ist. Der
„herausfordernd“ war? Winston Churchill, seit amerikanische Fünf-Sterne-General Albert C.
1911 Erster Lord der Admiralität, hat öffentlich Wedemeyer berichtet in seinem Buch DER
erklärt, „daß der deutsche Flottenbau, der in VERWALTETE KRIEG Gütersloh 1958 Seite 25
dem vor 1914 mit England vereinbarten Plane von einem Gespräch, das Balfour mit dem US-
genau eingehalten wurde, zum Kriege von 1914 Botschafter in Rom, Henry White führte:
keinerlei Anlaß gegeben habe.“ 1 Balfour: „Wir sind wahrscheinlich töricht, daß
wir keinen Grund finden, Deutschland den
In den Britischen Documenten zur Außenpolitik Krieg zu erklären, ehe es zu viel Schiffe baut
Band VI S. 175 ist ein Vermerk des britischen und uns unseren Handel nimmt.“
Außenministers Sir Edward Grey nachzulesen, White: „Sie sind im privaten Leben ein hochher-
der geradezu höchste Beruhigung im Hinblick ziger Mann. Wie ist es möglich, daß Sie etwas
auf die deutsche Flottenrüstung zum Ausdruck politisch so unmoralisches erwägen können
bringt: „Die Deutschen sind weit zurück. Wir wie einen Krieg gegen eine harmlose Nation zu
werden sieben Dreadnoughts fertig haben, ehe provozieren, die ein ebenso gutes Recht auf ei-
sie einen haben, ohne daß wir weitere auf Sta- ne Flotte hat wie Sie? Wenn Sie mit dem Han-
pel legen.“ 2 del konkurrieren wollen, so arbeiten Sie härter!“
Balfour: „Das würde bedeuten, daß wir unseren
Churchill im März 1914: „ Wir werden zehn mit
diesen Geschützen bewaffnete Schiffe zu einer Lebensstandard senken müßten. Vielleicht wäre
Zeit haben, da jede andere Seemacht nur zwei ein Krieg einfacher für uns.“
davon besitzt.“ 3 White: „ich bin erschrocken, daß gerade Sie
solche Prinzipien aufstellen können.“ 6
Der britische Unterhausabgeordnete Emrys Balfour: „Ist das eine Frage von Recht und Un-
Hughes schrieb über Arthur Balfour-ehem. bri- recht? Vielleicht ist das nur eine Frage der Er-
tischer Premier und später Außenminister -: haltung unserer Vorherrschaft.“
„die Geschichte seiner nahezu kriminellen
Kriegslüsternheit und das Fehlen jedes echten Treudoof aber heißt es im Schulbuch: Die
Grundes für den britischen Alarm über das deutsche Regierung „verlor das Ver-
deutsche Flottenbauprogramm hat der ameri- trauen Englands“!
kanische Publizist H.K. Norton im Januar 1928
im CENTURY MAGAZINE berichtet. Sogar Grey Gibt es außer dem unsrigen noch irgend
(Außenminister) und Churchill haben zugege- ein Volk, dessen Verantwortliche eine sol-
ben, daß das Alarmgeschrei der Konservativen che abartige Genugtuung an dem An-
eine Farce gewesen ist.“ 4 schwärzen seiner eigenen Geschichte
Über die deutsche Flottenbaunovelle äußerte empfindet?
sich Churchill: „Zudem ist dieses vom Reichs-
tag angenommene Gesetz in keiner Weise
Deutsche Jugend, erwäge
übertrieben, und ich freue mich, sagen zu kön- wohl, wem du dein Vertrauen
nen, daß die Feststellungen des zuständigen
deutschen Ministers zu dieser Sache von den
schenkst!
Quellenhinweise 1) Grimm, Hans WARUM- WOHER- ABER WOHIN? Lip-
Ereignissen genau bestätigt worden sind.“ 5 poldsberg 1954 S. 25 - 2) Sündermann, Helmut ALLER FEIND - WAS NUN?
Leoni 1960 S. 32 - 3) Hughes, Emrys CHURCHILL - EIN MANN IN SEINEM
WIDERSPRUCH Tübingen 1959 S. 6 3 - 4 ) Hughes S. 63 - 5) Hughes S. 64 - 6)
Also: Was von den verantwortlichen Mini- Wedemeyer, Albert C. DER VERWALTETE KRIEG Gütersloh 1958 S. 25
stern Englands schon vor 70 Jahren als
„Farce“ entlarvt worden war, wird heute HINWEIS der Herausgeber und Schriftleiter der Serie
in einem bundesdeutschen Unterrichts- „Auf dem Stundenplan“ :
buch vom Unterrichtsministerium un- Die Serie ,,Auf dem Stundenplan" - Ersatzblatt für
beanstandet und ungescheut aufgetischt. fehlende oder verfälschte Schulbücher - hat in Kul-
tusministerien und Schulen sowohl in der Bundesre-
Im Schulbuch wird der Eindruck erweckt, als
publik als auch in Österreich schon zu Erlassen geführt,
habe Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg
mit denen die Verwendung als Unterrichtsmaterial
maßlos gerüstet. Kaiser Wilhelm II. wird zitiert,
wie er auf die Forderung des britischen Unter- untersagt wurde.
Dies sollte Anlaß sein, diese Blätter in noch größerer
staatssekretärs Hardinge, Deutschland „müs-
Anzahl an Schüler und vor Schulen zu verbreiten.
se“ einhalten, antwortete: „Dann werden wir
kämpfen, denn es ist eine Frage der nationalen
Die Serie „Auf dem Stundenplan" erscheint als herausnehm-
Ehre und Würde.“ Im Schulbuch lesen wir dazu: bares Sammelblatt in unregelmäßiger Folge in der Monats-
zeitschrift UN - UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN, Postf.
„Kaiser Wilhelm II. liebte es, „mit dem Säbel zu 400215, D 4630 Bochum 4, Verantwortlich für Folge Nr. 10:
F.Falkenberg (1.Teil); Emil Maier-Dorn (2. Teil)
rasseln“ “ Die Abgabe und der Versand an Schüler erfolgt kostenlos,
soweit der Spendeneingang: von der älteren Generation dies
Ehrlich wäre es gewesen, wenn man an dieser ermöglicht. Abdruck und Beilage in Schülerzeitungen erlaubt.
Stelle dem deutschen Schüler dargestellt hät- Bankeinzug
Unabhängige-Nachrichten 3/87, Seiten 9 - 10:

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

DER BROMBERGER BLUTSONNTAG


„Als einer der ersten Soldaten, die Bromberg nach „In den Morgenstunden des 1. Sept. 1939 über-
diesen Morden an den Volksdeutschen betreten schritten die deutschen Heere ohne Kriegserklä-
haben, bin ich zu folgender Feststellung verpflich- rung die polnische Grenze ... Die ehemals deut-
tet: Alles, was über diesen Blutsonntag geschrie- schen Gebiete Polens, aber auch solche mit rein
ben und erzählt worden ist, kann nur ein Schatten polnischer Bevölkerung, wurden mit dem Deut-
der Wirklichkeit sein. Der tatsächliche Wahnsinn ist schen Reich vereinigt, der Rest Westpolens wurde
nicht zu beschreiben und für den Nichtaugenzeu- zu einem 'Generalgouvernement Polen' umge-
gen unglaubhaft. Nach fast 50 Jahren fahre ich schaffen und der deutschen Regierung unterstellt.
heute noch in manchem Traum durch die Spaliere Für die polnische Bevölkerung begann damit eine
der zur Unkenntlichkeit zerhackten Leiber der lange Leidenszeit. Sowohl von deutscher wie von
deutschen Bevölkerung. Das deutsche Volk, be- russischer Seite wurde sie bedrückt, durch Hunger
sonders die Jugend, wird grausam belogen. Die niedergehalten; polnisches Eigentum wurde zer-
Wahrheit wäre für die Umerzieher wohl auch ge- stört oder enteignet; die Bevölkerung wurde zu
fährlich.“ Zwangsarbeiten eingezogen oder wanderte in
So die Aussage des Augenzeugen J. Wichmann, deutsche oder russische Konzentrationslager. ...“
Weißenborn, in der DNZ vom 8.11.1985. (Rückert/Lachner, Grundriß der Geschichte, Pa-
derborn 1971).
Die Vorgeschichte
Durch die von England und Frankreich im März
1939 den Polen gegebene bedingungslose Garan-
tieerklärung, im Falle eines bewaffneten Konfliktes
auf Seiten Polens in den Krieg zu ziehen, wurden
die Polen geradezu ermutigt, jede nur denkbare
Provokation gegen Deutsche in ihrem Machtbe-
reich und gegen das Deutsche Reich zu begehen
und den blutigen Terror gegen die Volksdeutschen
ins Grenzenlose zu steigern. Der polnische Mar-
schall Rydz-Smiglj erklärte im Sommer 1939:
„Polen will den Krieg mit Deutschland, und
Deutschland wird ihn nicht vermeiden können,
selbst wenn es das wollte.“
Auch diese Erklärung war natürlich das Ergebnis
der englisch-französischen Garantie, ebenso wie
die für ganz Europa tragische Ablehnung des sehr
maßvollen Angebotes des Reiches vom 28. August
1939. Dieses Angebot sah vor, daß Danzig, dem
Willen seiner rein deutschen Bevölkerung entspre-
chend, zum Reich zurückkehrt, in Westpreußen
(Korridor) eine Volksabstimmung stattfindet und
dem Unterlegenen bei der Volksabstimmung eine
exterritoriale Straßen- und Bahnverbindung durch
dieses Gebiet gestattet wird. Außerdem sollte den
Minderheiten gegenseitig voller Schutz gewährt
werden.
Was war das, der „Bromberger Blutsonntag“? Eine friedlichere und gerechtere Lösung ist gar
In allen uns erreichbaren Schulbüchern für Ge- nicht denkbar!
schichte finden wir nichts zum Begriff „Bromberger Im Wissen um die Garantie aber verbreitete die pol-
Blutsonntag“ oder „Bromberg“. Es ist nur eines der nische Presse in den Monaten April bis September
vielen Massenverbrechen an Deutschen sowohl 1939 wahre Haßorgien gegen das altansässige
vor Kriegsbeginn als auch danach, die in den Deutschtum und gegen das Deutsche Reich. Bald
Schulbüchern verschwiegen werden. In allen flogen Steine in die Fensterscheiben deutscher
durchgesehenen Schulbüchern wird lediglich der Häuser, bald wurden friedliche deutsche Bürger
Kriegsausbruch geschildert, und zwar in von Polen überfallen und deutsche Frauen und Kin-
folgender Weise: der auf offener Straße niedergeschlagen. Zu Tau-
senden wanderten Volksdeutsche in Kerker und denen Leichen wiesen kaum zu schildernde Ver-
polnische Konzentrationslager. Das Eigentum der stümmelungen auf.
Volksdeutschen wurde zerstört, beschlagnahmt
Über 900 Deutsche fanden ihre letzte Ruhe auf dem
und enteignet, und je näher der von den Polen pro-
Ehrenfeld des evangelischen Neuen Friedhofs in
vozierte Kriegsausbruch kam, desto stärker wurde
Bromberg, auf dem heute Hochhäuser stehen.
der polnische Terror. Die Zahl der internierten und
nach Osten verschleppten Deutschen erreichte Allein in und um Bromberg wurden mindestens
schließlich 50.000. Tausende davon sind dabei 5.437 - eine durch internationale Zeugen über-
den Strapazen erlegen oder wurden gewaltsam prüfte Zahl - Deutsche unter grauenvollen Um-
ums Leben gebracht. Nur durch den raschen Vor- ständen ermordet. Über die Gesamtzahl der To-
marsch der deutschen Truppen wurde den überle- ten der polnischen Massaker von 1939 gibt es
benden Volksdeutschen das gleiche Schicksal er- bis heute keine genauen Zahlen. Der ostdeut-
spart. sche Historiker Theodor Bierschenk nannte im
Jahr 1954 die Zahl von 12.857 identifizierten To-
Der Höhepunkt der Mordorgien ten, die sich - nach Feststellungen der seinerzei-
Vom 31. August 1939 an mußte jeder Volksdeut- tigen 'Gräberzentrale Posen' - auf 15.000 Tote
sche in Polen, ob Mann, Frau oder Kind, in jeder Mi- erhöht haben sollte. Die gleichen Opferzahlen
nute um sein Leben bangen, In allen Städten und nannte im Jahr 1955 der aus Lodsch stammen-
Dörfern begann die schauerliche Jagd auf die de sozialdemokratische Publizist Otto Heike.
Deutschen. Die polnischen Polizei- und Armeebe- Alles das, worüber wir hier mit Schaudern berich-
hörden sahen diesem entsetzlichen Treiben des ten, ereignete sich vor bzw. in den ersten Tagen
aufgeputschten polnischen Gesindels nicht nur ta- des Krieges.
tenlos zu, sondern beteiligten sich vielfach an die-
sen Gewaltverbrechen. Wenn bis heute in den Schulbüchern alle Verbre-
chen an Deutschen vor, im und besonders nach
Der Blutsonntag von Bromberg am 3. Septem- dem Kriege verschwiegen, verharmlost oder als
ber 1939 war der grauenhafte Gipfelpunkt in verständliche Revanche entschuldigt werden - was
dieser Mordorgie, der Höhepunkt des zwanzig- natürlich auch falsch, rechtswidrig und unmora-
jährigen polnischen Vernichtungskampfes ge- lisch ist - so gibt es für diese Verbrechen an Deut-
gen die deutsche Volksgruppe. schen vor dem Einmarsch 1939 nicht die geringste
In und um Bromberg wurden tausende Volksdeut- Rechtfertigung.
sche ermordet, die nicht rechtzeitig vor den polni- All diese Verbrechen waren Ausdruck eines polni-
schen Mordbanden fliehen konnten. Die Tatsache, schen Größenwahns, den der flämische Beobach-
daß die Rollkommandos meist aus Ortsfremden ter Ward Hermanns am 3. August 1939 wie folgt be-
bestanden und Listen in den Händen hatten, be- schrieb:
weist, daß diese Verbrechen nicht nur geduldet,
sondern gelenkt wurden. Anhand dieser Listen „Die Polen haben das letzte Gefühl von Maß und
durchsuchten die Mordbanden die Häuser der Größe verloren. Jeder Ausländer, der in Polen
Volksdeutschen, führten sie ab oder erschossen die neuen Karten betrachtet, worauf ein großer
sie an Ort und Stelle. Unfaßbar dabei die Gehässig- Teil Deutschlands bis in die Nähe von Berlin,
keit des polnischen Klerus! Nachdem schon am 3. weiter Böhmen, Mähren, die Slowakei und ein
Juli 1939 auf Anordnung der polnischen Kirchen- riesiger Teil Rußlands in der überaus reichen
behörde der katholische Gottesdienst in deutscher Phantasie der Polen schon annektiert sind, muß
Sprache verboten worden war, hetzten die Priester denken, daß Polen eine riesige Irrenanstalt ge-
in den Gottesdiensten die Polen auf, die Deutschen worden ist.“
„auszurotten“ (so wörtlich aus einem Verneh- Dazu kam ein grenzenloser Deutschenhaß mit
mungsprotokoll). Nun, an diesem Blutsonntag, ga- dem Ziel, unser Volk langsam aber sicher zu ver-
ben die Pfarrer der Jesuitenkirche am Marktplatz an nichten.
den Pöbel Waffen aus. Es begab sich, daß Polen vor
dem Kirchgang ihren deutschen Nachbarn noch Im Rahmen dieser Zielsetzung war der „Bromber-
grüßten und nach dem Kirchgang auf ihn schös- ger Blutsonntag“ wie unzählige andere Verbrechen
sen. Es spielten sich grauenvolle Geschehnisse an Deutschen im Frieden und vor dem Einmarsch
ab, die das menschliche Hirn nicht fassen konnte, der deutschen Truppen nur ein Bruchteil und ein
sofern es nicht abartige Hirne waren, in denen die Auftakt dessen, was denn in und besonders nach
Taten ersonnen waren. Wer nicht in seiner Woh- dem Zeiten Weltkrieg an millionenfachem Massen-
nung oder im Keller seines Hauses erschossen mord an Deutschen begangen wurde.
worden war, wurde zumeist gefesselt oder mit an- Da nach allem, was uns gelehrt wird, die Vorausset-
deren zusammengebunden aus der Stadt geführt zung für die Versöhnung der Völker eine immer-
und dort auf die verschiedensten Arten geschun- währende Erinnerung und ein Wachhalten der ge-
den, verstümmelt und ermordet. Auch Militärein- schehenen Verbrechen ist, sollte dieses Blatt als
heiten Beteiligten sich an dieser Tötung gefessel- Ersatz für fehlende oder verfälschte Schulbücher
ter, verschleppter Volksdeutscher. Tagelang lagen als Unterrichtsmaterial an allen bundesdeutschen
die Toten noch auf den Feldern, in den Höfen und Schulen Eingang finden.
Gärten oder vor ihren Häusern, manchmal nur mit
Zweigen und Laub bedeckt oder oberflächlich ver-
scharrt. Viele lagen zu zweit oder zu dritt mit Strik- Quellenbelege und Hinweise auf weiterführende Literatur auf Anfrage.
ken zusammengefesselt am Straßenrand, viele Op- Die Serie „Auf dem Stundenplan" erscheint in der Monatszeitschrift
UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN, Postfach 400215, 4630 Bochum.
fer wurden erst später an entlegenen Orten aufge- Abgabe an Schüler — soweit möglich — kostenlos. ViSdP.: B. Unger.
funden, viele blieben für immer vermißt. Die gefun- Spendenkonto: Bankeinzug.
Auf dem Stundenplan
— Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Südafrika und Deutsch-Südwest


Eine geschichtliche Betrachtung von Konrad Wahl
Von Gotthold Ephraim Lessing stammt das Die Verwunderung über solche Fragen und
Wort: „Ohne die Geschichte bleibt man ein Feststellungen ist erstens ein Ergebnis man-
unerfahrenes Kind.“ Und der englische gelnden geschichtlichen Wissens und des frei-
Historiker Arnold Toynbee meinte sogar: „Ein willigen Wissensverzichts, weil der „Normalbür-
Volk, das seine Geschichte vergißt, ver- ger“ sich nicht aufrafft, sich die geschichtlichen
schwindet von der Landkarte“. Zusammenhänge, die von den Schulen und Me-
Fragen wir heute einmal die Absolventen west- dien verschwiegen oder verfälscht werden,
deutscher Oberschulen, was sie z. B. über das selbst zu erarbeiten.
Bismarck-Archipel, Tsingtao oder gar Neu- Zweitens rührt die Verwunderung daher, daß
schwabenland wissen, wir werden höchstwahr- den Bundesrepublikanern ganz allgemein jedes
scheinlich ein hilfloses Achselzucken zur Ant- Gefühl der Verantwortung und Verpflichtung für
wort erhalten. Nicht viel anders wird unsere Fra- das deutsche Volk, seine Geschichte und Zu-
ge nach den ehemaligen deutschen Schutzge- kunft genommen worden ist.
bieten in Deutsch-Südwest, Deutsch-Ostafrika,
Togo und Kamerun beantwortet werden, es sei
denn, dieser oder jener Oberschüler hätte zufäl-
lig einen jener zeitgeistig verzerrten Bewälti-
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher —
gungsfilme über MORENGA oder die „daumen-
brechenden, deutschen Kolonisten in Togo“ ge- Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN)
sehen, die jüngst über die bundesdeutsche beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Histo-
Fernsehleinwand flimmerten. rikern und Autoren hat eine Serie von Unterla-
gen für den Schulunterricht zusammengestellt
Auch bei den älteren Jahrgängen wird man lei- bzw. ausgearbeitet, die den Mangel an entspr.
der nur zu oft auf die nämliche Ignoranz gesto- Beiträgen in den Schulbüchern oder deren ver-
ßen, doch kann man zugleich die erstaunliche fälschende Inhalte ausgleichen sollen.
Feststellung machen, daß sich dieselben Leute Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern
durchaus für kompetent genug halten, über die Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er-
derzeitigen Probleme Südafrikas und „NAMI- scheinen unter dem Titel „Auf dem Stunden-
BIAS“ ein definitives Urteil abzugeben. plan“ als Teil (Innenblatt) der Monatszeit-
Abgesehen einmal von den auftragsorientierten schrift UN in Loseblattform, um ein Sammeln
und vorprogrammierten westdeutschen Zei- und Abheften zu ermöglichen.
tungs- und Fernsehjournalisten, die südafrika- Lehrer und Schüler aller Schulformen und an-
nischen Buren wie deutschen Südwestlern als derer Bildungseinrichtungen sind aufgerufen,
letzte Weisheit eine faschistoide Gesinnung at- sich mit diesen Unterlagen, die in offiziellen
testieren, fallen selbst durchaus gutwillige, bun- Lehrmaterialien selten zu finden sind, kritisch
desdeutsche „Normalbürger“ und Besucher auseinanderzusetzen.
des Landes auf die Schlagworte der nach-
kriegsbedingten „Reeducation“ bzw. des auf Eine der markantesten Erscheinungen des bun-
Zerstörung ausgerichteten Zeitgeistes herein. desdeutschen Alltagslebens ist ja wohl der
Massentourismus. Man kommt überall hin und
So wundern sie sich beispielsweise darüber, gibt mehr oder weniger Zeugnis von seinem
daß die neue Namensgebung für Deutsch-Süd- neuen Nationalgefühl; so wie z. B. jener Ruhrge-
westafrika „NAMIBIA“ bei den deutschstämmi- bietler, der seinen Mittelklassewagen neben ei-
gen Landesbewohnern keinerlei Anklang findet, nem Ochsengespann in Terlan anhält und den
oder darüber, daß die alten Südwestler keine Weinbauern unter der blauen Schürze der Süd-
Scham oder auch nur ein peinliches Unbeha- tiroler in radebrecherischem Italienisch über
gen über das von den Geschichts-„Aufarbei- den Weg nach Meran befragt, oder auch wie der
tern“ so genannte „deutsche Massaker“ an den Schwabe, der auf dem hölzernen Aussichtsturm
Hereros empfinden — und überhaupt, daß man des Penegal stand und über den Kalterer-See in
sich in Windhuk und Swakopmund „deutscher Richtung Bozen deutend pathetisch ausrief:
als deutsch“ gebärdet. „Dort drüben liegt BOLZANO!“
Derartige Beispiele auch auf beliebigen anderen king“ (Schweinestechen) genüßlich kommen-
Gebieten sind leider nur allzuleicht zu finden, tiert, wovon die heutige westdeutsche Wohl-
allerdings eben nicht dort, wo man sein standsgesellschaft sicherlich auch wenig wis-
Deutschsein seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten sen dürfte.
gegen fremde, feindliche Einflüsse und Gewalten
Seitdem die Briten im Kapland regierten (ab
verteidigen mußte!
1902), führten sie Kriege gegen die Hereros,
Die Besiedelung des südlichen Afrikas, zu dem Kaffern und Hottentotten und rotteten die dorti-
„Südwest“ nicht nur geographisch zu zählen ist, gen Buschleute aus, was sie aber keinesfalls
war eine Gemeinschaftsleistung holländischer, daran hinderte, Aufwiegler jener Stämme gegen
deutscher und hugenottischer Auswanderer. die spätere, deutsche Kolonialverwaltung in
Sie unterschied sich in wesentlichen Teilen Deutsch-Südwest, wie z. B. Witboi, Simon Kop-
durchaus positiv von dem Landraub und der ko- per, Lambert und Morenga indirekt aber wirk-
lonialen Ausbeutungs- und Ausrottungspolitik in sam zu unterstützen.
anderen Teilen des afrikanischen Kontinents und Die Treue der deutschen Kolonisten zu ihrem
Amerikas. Als 1842 der Oranjefreistaat mit der burischen Gastvolk wurde ihnen nicht gedankt,
Hauptstadt Bloemfontain gegründet wurde, waren zumal sie in erster Linie die Last der nachkriegs-
nahezu 50 % der Kolonisten deutscher bedingten Diffamierung durch die Sieger zu tra-
Abstammung. gen hatten. In der Kapkolonie, in der sie keine
Arbeit mehr fanden, war nun kein Platz mehr für
Aber schon nach den ersten Gold- und Diaman- Deutsche. Britische und jüdische Kapitalgesell-
tenfunden wurden im Jahr 1848 Teile dieses schaften fachten erstmals den Wettbewerb zwi-
Gebietes von England annektiert. England schen farbigen und weißen Lohnarbeitern an,
selbst lenkte später den Strom deutscher Ein- der naturgemäß zugunsten der Farbigen aus-
wanderer ins Land, in durchaus eigennütziger ging, da diese durch ihre geringeren Bedürfnisse
Absicht erstmals 1856, als nämlich die britische fügsamer und williger waren.
Regierung Soldaten aus der Deutschen Legion
des Krimkrieges zur militärischen Sicherung an Deutsche Arbeitssuchende fanden damals den
der Kafferngrenze ansiedelte. Hier entstanden zynischen Satz an den Kontortüren angeschla-
Orte wie z. B. Suttersheim, Potsdam, Hannover, gen, der folgendermaßen lautete: „No Germans
Hamburg, Braunschweig und Berlin. Die zweite need apply“. Die damit verbundene demütigende
deutsche Einwanderungswelle um das Jahr Herabsetzung der Deutschen sollte noch viel
1870 bestand hauptsächlich aus Uckermärkern später, nämlich nach Proklamierung der Deut-
und Pommern, während letztlich 1880 durch die schen Schutzgebiete in Südwestafrika, zum
Kapregierung wiederum Deutsche, vornehmlich Ausgang des 19. Jahrhunderts ihre Auswirkungen
Landarbeiter und Kleinbauern, die nach der Bis- haben, als nämlich viele Deutsche die Kapprovinz
marckschen Sozialgesetzgebung ihre Heimat verließen, um in Südwest einen neuen Anfang
verließen, ins Land geholt wurden. Diese deut- zu machen.
schen Einwanderer machten aus dem trostlo- Der deutsche Anfang in Südwest, jenem Land-
sen, unerschlossenen Kaffernland ein blühen- streifen zwischen zwei Wüstenregionen, näm-
des Kleinod. lich der Namib und der Kalahari, ist mit dem
Namen des Bremer Kaufmanns Adolf Lüderitz
Als dann 1899 der Burenkrieg unter Ohm Krüger verbunden, der 1883 das 50.000 qkm große Gebiet
ausbrach, kämpften die deutschen Siedler
Angra-Pequena von einheimischen Stammes-
Schulter an Schulter mit Buren und Hugenotten
fürsten käuflich erwarb und den Hafen Lüder-
gegen die Briten, und auch alle deutschen Kolo-
nisten aus Transvaal und Oranje hielten ihrem ritzbucht gründete. Dieses Land der Fächer-
Gastvolk die Treue. Anläßlich dieses unnötigen, palmen und des gelben Grases, von dem
scheußlichen Krieges wurden sie Zeuge der von lediglich das vereinzelte Grün der Dornbäume
den Briten angewendeten Strategie der „ver- und -büsche abstach, war ursprünglich alles
brannten Erde“, der Aufwiegelung der farbigen andere als ein Garten Eden. Hier war nichts zu
Bevölkerung (Hereros und Bantus) gegen die holen oder gar auszubeuten, und die
weißen Siedler und der Verbringung burischer vereinzelten, tümpelartigen, flachen Wasser-
Frauen, Kinder und Greise in die ersten Konzen- stellen in den Wüsten, die sogenannten Vleis,
trationslager (KZ) der Weltgeschichte. Über den dörrten unter einer unbarmherzigen sengenden
Toren dieser Lager, in denen ca. 25.000 Buren Sonne oftmals völlig aus.
verhungerten, prangte der Satz: „Right or wrong Dennoch machten sich deutsche Siedler daran,
my country“. Farmen zu gründen und das mit ihrer Hände Ar-
Auch geschah es in diesem Kriege, daß ein De- beit urbar gemachte Land mit Hülsenfrüchten,
tachement der berüchtigten Lanzenreiter am Kartoffeln, Mais, Weizen und Kaffernkorn zu be-
Fuße der Biggarsberge zwischen Dundee und stellen, willig unterstützt von Hottentotten- und
Ladysmith ihren Mut an Fliehenden, Verwundeten Hererofamilien, die zu keiner Zeit unter den in
und Sterbenden ausließ, wobei sich bekanntlich „Onkel Toms Hütte“ beschriebenen Drangsalen
ein gewisser Winston Churchill hervortat. Diese zu leiden hatten. Brunnen wurden gebaut, das
„Heldentat“ wurde damals in der britischen Land vermessen und schließlich Post- und Ei-
Presse unter dem Schlagwort „Pig prik- senbahnverbindungen projektiert und gebaut.
In der Kurzen Zeit von 1884 bis zum Ausbruch waltung, ja selbst mit den Aufwieglern geschlos-
des Ersten Weltkrieges 1914 hatte die deutsche sene Verträge waren nutzlos, da die freiwilligen
Kolonialverwaltung eine Infrastruktur auf die Abmachungen einseitig nicht eingehalten wur-
Beine gestellt, die ihresgleichen sucht, all das den.
unter Berücksichtigung der dortigen Eigen- Die von diesen Banden durchgeführten Verbre-
tumsverhältnisse. Denn das Land gehörte zum chen an ihren eigenen Landsleuten und an
Teil den eingeborenen Stämmen, wie auch Deutschen, an schutzlosen Farmersfrauen,
deutschen und englischen Landgesellschaften. Greisen und Kindern, waren grausam und zahl-
Schon damals wurden Schonbezirke (Reservate) reich, und die heute von deutschen Filmema-
für Großwild wie Leoparden, Gamsbockantilopen chern idealisierten Bandenführer schreckten
und andere angelegt, während die deutsche sogar davor nicht zurück, die Brunnen in Wü-
Schutztruppe aus ganzen 1600 Mann bestand - stengebieten zu verunreinigen oder zuzuschüt-
und das für ein Gebiet, das ungefähr die ten - das größte Verbrechen in diesen Regionen
Ausmaße des damaligen Deutschen Reiches überhaupt.
hatte!
Gegen den Hottentottenkapitän Simon Kopper
Es wurden nicht nur Verwaltungsgebäude er- zog die Deutsche Schutztruppe mit 373 Kamel-
stellt, sondern auch Krankenhäuser, Kirchen, reitern, 27 Offizieren und 129 eingeborenen Trä-
Turnhallen und Schulen gebaut und die Schul- gern, alles Freiwillige, in die Wüste. Die Nieder-
pflicht für jedermann ab acht Jahren eingeführt. schlagung des Herero-Aufstandes kostete uns
Der deutsche Farmer Herrmann begründete be- Deutsche 800 Tote und Vermißte, 1000 Verwun-
reits 1891 mit dem Ankauf von 2000 aus Austra- dete und 700 an Krankheiten Verstorbene.
lien eingeführten Merinoschafen einen für die
Gegend neuen Industriezweig, und die neuge- Ihr Requiem wurde niemals gesungen. Und
baute Eisenbahn verband bald die größeren Orte doch war, wie alte Südwestler heute noch wis-
wie Lüderitzbucht – Keetmanshop - Grünau - sen, die Achtung der „Orlogleute“ z. B. vor dem
Windhuk - Grootfontein - Tsumep - Walfischbay Hauptmann von Erckert, dem Kommandeur der
und Wsakopmund miteinander. Die Verbindung Eingreiftruppe gegen Simon Kopper, seinerzeit
mit der fernen Heimat wurde von den so groß, daß sie bei einer unerwarteten Einzel-
Schiffahrtslinien Woermann und der Deutsch- begegnung mit ihm ihren Schlapphut gezogen
Ostafrikalinie, die mit ihren Schiffen Adolf und ihn mit „Morre groote Kapitän“ begrüßt hät-
Woermann, Prinzessin, Bürgermeister, Prinz- ten.
regent und anderen um das Kap der guten Wer heute über die deutsche Schutztruppe und
Hoffnung fuhren, aufrechterhalten. ihre Offiziere mitreden oder gar ein Urteil fällen
Es waren dann zwei Ereignisse, die die ersten möchte, sollte zuvor das Vermächtnis des in der
Turbulenzen in die junge Kolonie brachten, de- Kalahari gefallenen Hauptmanns Friedrich von
ren Leistungen vom Deutschen Reich und sei- Erckert lesen, wie er es in seinem Tagebuch hin-
nem Parlament nur schwerfällig, ja oftmals wi- terlassen und wie es von Hans Grimm in seinem
derwillig anerkannt wurden. Gemeint ist die Be- bekannten Werk „Volk ohne Raum“ der Weltöf-
kämpfung und Niederschlagung der Herero- fentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
und Hottentottenaufstände von 1904-1908. ..." In erster Linie die größte Selbstachtung.
Hierzu wurde bereits in Verbindung mit dem Nichts Gemeines tun, Leib und Seele reinhalten.
doppelbödigen britischen Kolonialverhalten ei- Sich stets beherrschen; selbstlos, heiter und
niges gesagt. mutig sein. Sich sagen, daß eine gerade, auf-
Wenn heute jedoch der Eindruck erweckt werden rechte Haltung auch die Äußerung einer gera-
soll, als handelte es sich damals um antikoloniale den Seele ist. Sich an einfachen Dingen er-
und antiimperialistische Befreiungskriege gegen freuen, nichts Unmögliches verlangen, an ein
eine brutale, deutsche Unterdrückungspolitik, erreichbares Ziel aber Geduld, Ausdauer, ge-
so ist das schlichtweg falsch! sammelten Willen wenden. Bleibe nie im
Schmutz. Auch der Beste kann gelegentlich
Das stolze und kriegerische Volk der Herero hineingeraten, aber darin zu bleiben braucht
wurde in unverantwortlicher Weise gegen die niemand...“
meist vorbildlich fürsorglichen deutschen Siedler
aufgehetzt. Ehrgeizige Eingeborenenführer wie Die zweite Erschütterung der Kolonie war der
Morenga und der Hottentotten-Kapitän Simon Diamantenfund im Südwesten des Schutzge-
Kopper sammelten Banden von arbeitsscheuen bietes, der 1910 Anlaß zu einer hitzigen Debatte
Viehdieben, Farmbrennern und Mördern um im Deutschen Reichstag war. Er verschaffte der
sich und überfielen deutsche Farmen, kaiserlichen Kolonialverwaltung zusätzlich zu
Bohrkolonnen und Heliographenbauer. Die An- ihren sozialdemokratischen und liberalen Wi-
griffe wurden aus der wasserarmen Kalahariwü- dersachern im Reich weitere Feinde in Gestalt
ste unter dem Schutz der linear gezogenen bri- des anglo-jüdischen Großkapitals und der Ei-
tisch-deutschen Grenze geführt. Die geduldigen gentümer der südafrikanischen Diamantenmi-
Bemühungen der deutschen Kolonialver- nen. Hatte der Sozialdemokrat August Bebel
schon am 1. Dezember 1906 die deutsche Kolo- huk ein Schreckensregiment installierte. Die
nialpolitik als „Eroberung, Unterdrückung und Engländer gingen nach ihrem bekannten Motto:
Ausbeutung“ diffamiert, bei der „Brutalität und „All is fair in love and war“ gegen alles Deutsche
Grausamkeit an der Tagesordnung“ seien, ohne vor. Sie benötigten zur Stützung ihrer Propagan-
jedoch jemals seinen Fuß auf südafrikanischen dathese, daß Deutsche unfähig seien über an-
Boden gesetzt zu haben, so war nun die Allianz dere zu herrschen, jede Menge deutsche Verbre-
zwischen deutschen Sozial-Liberalen und aus- cher. Hierzu stellten sie ein sogenanntes „Blau-
ländischem Großkapital - so unglaublich das buch“ zusammen, in dem „deutsche Untaten
auch klingen mag - geschlossen. Wie voraus- und Kriegsverbrechen“ dokumentiert werden
sehbar, meldete Südafrika auch bereits 1912 sollten, und natürlich waren ihnen die belasten-
seinen Anspruch auf Südwest an. den es dann den Aussagen selbst berüchtigter Farmbrenner
allerdings erst 1949 realisieren konnte, als es und Mörder, wie z. B. die des Buschmannräu-
nämlich das Mandatsgebiet gegen den Einspruch bers Harris, gerade gut genug. Schließlich wur-
der UNO und des Haager Gerichtshofs in sein den aufgrund derartiger „Ermittlungen“ Ab-
Territorium eingliederte. schiebelisten aller Deutschstämmigen erstellt, in
Der erste Weltkrieg traf die deutsche Kolonie denen alle die Personen vertreten waren, die
völlig unvorbereitet, sie war für den Verteidi- irgendwann einmal mit der Rechtspflege in Be-
gungsfall nicht gerüstet. Den von den Briten auf- rührung gekommen waren, und seien es auch
gebotenen 60.000 Mann standen ganze 3500 nur Notariatssachen, Erbschaftsangelegenheiten
Deutsche gegenüber, die in kleineren Schar- oder Grundstückskäufe.
mützeln sogar Sieger blieben, in einem Zeitraum Nach dem Versailler Diktatsfrieden wurde dann
von 10 Monaten aber letztlich aus dem Schutz- die Hälfte aller Deutschen, darunter Ärzte, Leh-
gebiet quasi herausgedrängt wurden. Eine offene rer, Missionare, Pfarrer, Handwerker, Beamte,
Konfrontation auf dem Schlachtfeld vermieden Kaufleute und Farmer unter zum Teil mensche-
die überlegenen „Sieger“ jedoch tunlichst. nunwürdigen Bedingungen auf den von den
Siegern beschlagnahmten Schiffen der
Die südafrikanische Kriegserklärung an das Deutsch-Ostafrika-Linie nach Hamburg ver-
deutsche Kaiserreich und der damit verbundene frachtet, was noch als ein unverdientes Entge-
Einmarsch nach Südwestafrika wurden damals genkommen angesehen werden mußte, zumal
von allen Bewohnern des Schutzgebietes als eine in Deutsch-Ostafrika und den anderen deut-
ausgesprochen niederträchtige Handlung schen Kolonien gemäß § 122 des „Friedensver-
beurteilt. Zur Ehrenrettung der Buren muß jedoch trages“ eine 100prozentige Ausweisung erfolgte.
daran erinnert werden, daß Botha und Smuts
zuvor den südafrikanischen Oberbefehlshaber Trotz alledem hat sich das deutsche Element in
Beyers sowie den Burengeneral Delarey in die Südwestafrika über den Zweiten Weltkrieg bis
Wüste schicken mußten und den alten General zum heutigen Tage erhalten und durchgesetzt.
Christian Dewet hinter Gitter brachten, ehe sie ihr Die Umgangssprache ist deutsch und nicht das
schmutziges Geschäft beginnen konnten. Zirpen und Summen der Buschmänner, nicht
die Schnalzlaute der Nama und auch nicht He-
Ein Ereignis, das sich Ende Oktober 1914 bei rero oder Kappholländisch!
Nautila an der Nordgrenze des Schutzgebietes zu
Portugiesisch Angola abspielte, blieb im Ge- Wenn heute die deutsche Bundesregierung und
dächtnis alle Südwestler haften: Eine deutsche deren Außenminister im Verein mit der UNO die
Delegation, die mit dem portugiesischen Fort- vom Ostblock (DDR und Kuba) ausgehaltene
kommandanten über Lebensmittellieferungen für und von Angola aus operierende SWAPO bevor-
die Schutztruppe verhandeln wollte, wurde unter zugt und die nationale „Turnhallenvereinigung“
fingierten Begleitumständen in's Fort Nautila von Weißen und Farbigen brüskiert, dann ist das
gelockt, dort entwaffnet und ermordet, wobei ein nicht nur nach Südwestler-Ansicht ein Skandal.
angeschossener Polizeidiener den Krokodilen im Wäre das von Wilson proklamierte „Selbstbe-
Kunenefluß noch lebend zum Fraß vorgeworfen stimmungsrecht“ in Südwestafrika 1920 zur An-
wurde. Später verbreiteten die Portugiesen die wendung gekommen, das Land wäre heute
Legende, es seien die Ovambos und deutsch und hieße ganz sicher nicht nach seiner
Uknanjamas gewesen. Wüste „NAMIBIA“.
Im übrigen versuchten die Briten wiederum, die „AUF DEM STUNDENPLAN“ - Folge 12
eingeborene Bevölkerung im Damaraland gegen UN - Ausgabe 8/87. Die Schülerblatt-Serie „Auf
die deutschen Farmer aufzuwiegeln, was zu einem dem Stundenplan" erscheint in regelmäßiger Folge in
Aufstand der Buschleute und des Ba- der Monatszeitschrift Unabhängige Nachrichten,
stardstammes führte. Postfach 400215, D4630 Bochum 4. ViSdP.:
Werner Gebhardt
Die eigentliche Leidenszeit für die deutsche Be- Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der Spendeneingang
völkerung begann aber erst nach Kriegsende, als dies ermöglicht. Abdruck und Beilage in
der britische Administrator Gorges in Wind- Schülerzeitungen gestattet. Spendenkonto: Bankeinzug
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 10/88, Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher
Nicht einmal das Datum stimmt.
„Mit Zustimmung Hitlers gab Goebbels an alle
Parteistellen Weisungen zu dem sogenannten
spontanen Progrom in der Nacht vom 8. zum 9.
November 1938, das später auch offiziell unter
der Bezeichnung „Reichskristallnacht“ bekannt
geworden ist.“
Adalbert Rückerl,
NS-Vernichtungslager im Spiegel
deutscher Strafprozesse, Seite 93

DIE REICHSKRISTALLNACHT
Die sogenannte Reichskristallnacht, deren 50. Schlußfolgerungen aus ihrem Buch „Feuerzei-
Jahrestag im November 1988 begangen wird, ist chen“. Grabert-Verlag, Tübingen 1981, gebracht
einer der bisher unerforschten historischen Vor- werden:
gänge, über die zwar unendlich viel behauptet
und geschrieben wird, deren Auslösung und
Steuerung aber nach wie vor im Dunkeln liegen. Texte gelöscht!
Sie hat damals das deutsche Volk geschockt und
dem Ausland eine Hetzgrundlage gegeben, die Amtsgericht Duisburg, 11 GS 633/03,
fast einmalig war: Gotteshäuser anzuzünden, galt 20.2.2003:
bei allen Kulturvölkern bis dahin als schlimmer
Frevel. Erst die Angelsachsen und Amerikaner »In der Schrift (von Ingrid Weckert)
haben in ihrem Bombenkrieg gegen Deutschland werden die Ausschreitungen gegen
diesen Frevel perfektioniert. jüdische Menschen und jüdische
Wer steckte die Synagogen in Brand? War es Dr. Einrichtungen in der
Goebbels oder Himmler oder Heydrich; vielleicht Reichsprogromnacht als von jüdischer
Adolf Hitler? War es ein Komplott der Nazi-Ver- Seite provoziert und von der Nazi-
schwörer? Führung nicht gewollt dargestellt. Die in
Alle diese Fragen gelten heute als im bejahenden der Bundesrepublik Deutschland
Sinn beantwortet als „allgemein bekannte histo- lebenden Juden werden durch die
rische Tatsachen“, die anzuzweifeln einem Deut- Darstellung böswillig verächtlich
schen sehr schnell strafrechtliche Verfolgung ein- gemacht und in ihrer Menschenwürde
bringen kann, wenn er ein falsches Wort wählt. angegriffen (§ 130 Abs. 2 Nr. 1 StGB)
Tatsächlich ist jedoch in der Frage der Urheber- Das Andenken der jüdischen Menschen
schaft der Kristallnacht bis zum heutigen Tage die Opfer der Nazi-Ausschreitungen
nicht das geringste bewiesen - so urteilt die katho- wurden, wird verunglimpft (§§ 189, 194
lische Theologin (mit Hebraicum und langer be- Abs. 2 Satz 2 StGB).«
ruflicher Tätigkeit in Israel) Ingrid Weckert. Die
Sieger hatten 50 Jahre lang Zeit, um alle Möglich-
keiten, Vorgänge und Hintergründe der Kristall-
nacht aufzuklären. Sie taten es nicht. Frau Wek-
kert ist in einer umfangreichen Studie den Vor-
gängen und Hintergründen mit geradezu sensa-
tionellem Ergebnis nachgegangen. Des Umfanges
wegen können hier nur einige Fakten und
UNABHÄNGIGE FREUNDESKREISE UN UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN
Persönlicher Bestell- und Leserdienst::
Ruf: 0208 / 84 01 32
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13./14. FEBRUAR:
DEUTSCHER GEDENKTAG AN
DEN ALLIIERTEN BOMBENTERROR

Betrifft: »AUF DEM STUNDENPLAN«, Folge 13,


erschienen in der UN-Ausgabe 10/88 im Oktober 1988
Ein mal wieder besonders fröhliches Erlebnis zeigte uns im März 2003, daß die UN mit ihren
Forderungen und Belegen zu den aktuellen Fragen den Regierenden in ihrer Ausweglosigkeit wohl sehr
weh tut, weshalb man auf »olle Kamellen« zurückgreift:

Am 14. März 2003 um 6.30 Uhr in der Frühe klingelte mal wieder nicht der Milchmann oder
Zeitungsbote in unserem Büro in Oberhausen, sondern der „Staatsschutz“ mit 9 Mann an der Tür
Hausdurchsuchung wegen Verdachts der „Volksverhetzung“
Grund: Ein im Oktober 1988 (1988 = vor 15 Jahren!!) gedrucktes Blatt der Serie „AUF DEM
STUNDENPLAN“, Folge 13, mit dem Titel: „DIE REICHSKRISTALLNACHT“.

Dieses Blatt enthält einige Zitate aus einem 1981 erschienenen Buch von Ingrid Weckert (einer
katholischen Theologin mit Hebraicum und langer beruflicher Tätigkeit in Israel), das von 1981 bis 1998
(also 17 Jahre lang!!) frei und unbeanstandet im Buchhandel erhältlich war (Weckert, Ingrid,
Feuerzeichen, Tübingen 1981). Mit Beschluß des Amtsgerichts Tübingen vom 5.1.1998 (4 Ds 15 Js
16642/93) und des Landgerichts Tübingen vom 9.3.1998 (I Qs 1498) wurde die bundesweite
Einziehung dieses Buches angeordnet.

Zur Sicherung des Staatswesens wurden deshalb bei uns nunmehr die Restexemplare unseres
vierseitigen Blattes »Auf dem Stundenplan«, Folge 13 beschlagnahmt und wieder einmal diverse
Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter der UN eingeleitet.

Bis zur Klärung der Frage, warum und weshalb und wegen welcher Textstellen das Buch von Ingrid
Weckert nach 17 Jahren bundesweit eingezogen wurde und ob das »Auf dem Stundenplan-Blatt« Folge
13 gerade diese beanstandeten Textstellen enthält, raten wir allen, die dieses Blatt archiviert haben, es
nicht zu kopieren und nicht weiterzugeben. Der private Besitz von Einzelexemplaren dieses wie auch
anderer beschlagnahmter und eingezogener Druckwerke ist nicht strafbar, wenn sie nicht zur
Vervielfältigung und Verbreitung vorrätig gehalten werden. Wir raten deshalb, solche Druckwerke als
persönliches Eigentum zu markieren.

Eine aktuelle Liste aller als jugendgefährdend indizierten und gerichtlich beschlagnahmten Bücher und
Schriften können Sie anfordern beim DRsK e.V., Postfach 400215, 44736 Bochum (24 Seiten. 10 €)

Ihre UN-Mitarbeiter
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 11/88, Seiten 5 - 8:

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Ein Dokument zur Zeitgeschichte

» Man muß daraus lernen:


Nicht alles darf man
beim Namen nennen in
Deutschland.«
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr.
Philipp Jenninger, nach seinem erzwungenen frei-
willigen Rücktritt am 11. November 1988.

Zu den geschichtlichen Vorgängen und Tatsa- Wenn sie auch geschehenes Unrecht nicht ent-
chen, die Historiker, Politiker und Schulbuchau- schuldigen kann, ist sie für die Beantwortung der
toren offenbar bis heute nicht beim Namen nen- immer wiederkehrenden Fragen nach dem dama-
nen dürfen, gehören nicht nur von den Siegern ligen Wissensstand, Meinungsbild und mangeln-
verheimlichte Dokumente, die z. T. erst im Jahre den Protest der Deutschen und danach, »wie es
2007 freigegeben werden sollen, sondern auch dazu kommen konnte«, sicherlich von historischer
Veröffentlichungen wie die am 24. März 1933 im Bedeutung.
Londoner „Daily Express“ erschienene »jüdi- Umso mehr verwundert es, daß sie in kaum einem
sche Kriegserklärung«. Schul- oder Geschichtsbuch benannt und in ihrer
Auch sie gehört zur Vorgeschichte der „Kristall- Wirkung auf die internationale und die deutsche
nacht“ und alles dessen, was Unschuldige erlei- Politik und Entwicklung bewertet wird. Wir
den mußten. hoffen, daß dieser Beleg-Abdruck dazu führt.
Dies ist eine Verkleinerung der in Originalgröße vorliegenden Ablichtung aus dem gebundenen Zeitungsband. UN-Archiv, Postfach 400215, D-4630 Bochum
DAILY EXPRESS, 24. MÄRZ 1933:
„Das Judentum erklärt Deutschland Auf dem Stundenplan
Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte
den Krieg“ Schulbücher
"Auf dem Stundenplan" - Beiblatt für Schülerzeitungen
Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN
Übersetzungen können durch Wortwahl zu Verschärfun-
gen oder Abschwächungen von Texten führen. Nutzen
Sie deshalb die Leerspalte für Ihre eigene Übersetzung: Bisher sind folgende Blätter erschienen:
Wenn gewünscht oder erforderlich, können Sie die bei
uns vorliegende Übersetzung anfordern. UN Folge 1:
Deutschland und seine Ostgebiete - Ver-
zicht oder nicht?
Folge 2:
Verdunkelung der Weltgeschichte durch
Schulbuch-Bla-BIa
Folge 3:
1983- nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
sondern 65. Jahr nach Versailles!
Folge 4:
Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegen-
wart: Der 1. September 1939
Folge 5:
Die Friedensverträge von Brest-Litowsk
und Versailles: Der Betrug im Schulbuch
Folge 6:
Vorsicht: Tretminen im Schulbuch!
Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
Folge 7:
Der böse Deutsche
Folge 8:
Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
Folge 9:
Die Tschechen - Ein „slawisches Volk“?
Von Kiel bis Kärnten „slawischer“ Boden?
Folge 10:
Lehren der Weimarer Republik
Folge 11:
Der Bromberger Blutsonntag
Folge 12:
Südafrika und Deutsch-Südwest
Folge 13:
Die Reichskristallnacht

Einzelblätter bei Portoerstattung kostenlos


anzufordern von:
UN, Postfach 40 02 15, D-4630 Bochum 4

"AUF DEM STUNDENPLAN"- Folge 14


UN - Ausgabe 11/88. Die Schülerblatt-Serie "Auf dem
Stundenplan" erscheint in unregelmäßiger Folge in der
Monatszeitschrift Unabhängige Nachrichten, Postfach
40 02 15, D-4630 Bochum 4. ViSdP: Werner Gebhardt
Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der Spendeneingang
dies ermöglicht Abdruck und Beilage in Schülerzeitungen
gestattet.

Spendenkonto: Bankeinzug
UN • Unabhängige Nachrichten 3/89, Seiten 7 - 8:

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
‚Auf dem Stundenplan' - Beiblatt für Schülerzeitungen. Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Katyn: »1943: Entdeckung von Massengräbern bei Katyn mit den Leichen von
ca. 4.000 erschossenen polnischen Offizieren durch die Deutschen.«
(dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band 2. München 1981, 16. Auflage, S. 213)

Wieder eine angeblich »feststehende historische Tatsa-


che« als Greuellüge entlarvt, - nun sogar ganz offiziell!
Was jeder Deutsche, der sich nur etwas in der Schon 1943 war die tatsächliche historische Wahr-
Zeitgeschichte auskennt, seit vielen Jahren heit bekannt. Trotzdem scheuten sich bis in die
weiß, wird jetzt sogar von den Polen eingestan- 80er Jahre sogar deutsche »Historiker« nicht, die
den: Untat uns Deutschen vorzuwerfen!
Das von den antideutschen Greuelpropagandi-
sten den Deutschen angelastete Massaker von
Katyn wurde von den Russen begangen.
Die polnische Wochenzeitung »Odrodzenie« hat
in ihrer jüngsten Ausgabe einen Bericht des ehe-
maligen Generalsekretärs des polnischen Roten
Kreuzes, Kazimierz Skarzynski, über die Untersu-
chungen am Massengrab von Katyn veröffentlicht.
Daraus geht eindeutig hervor, daß die dort gefun-
denen mehr als 4.000 polnischen Offiziere im
Frühjahr 1940 vom sowjetischen Sicherheitsdienst
ermordet wurden.
Bezeichnend ist, daß der polnische Historiker
Wladzimierz Kowalski dieses in nur noch ei-
nem Exemplar existierende Dokument in einem
britischen Archiv gefunden hat, wo es als »top
secret« (streng geheim) gekennzeichnet war.
Noch 44 Jahre nach Kriegsende wollen unsere
westlichen »Freunde und Verbündeten« die
Aufdeckung von historischen Wahrheiten ver-
hindern!
Mitarbeiter der polnischen Zeitung erklärten, daß
monatelang auf die Genehmigung zur Veröffentli-
chung gewartet wurde. In dem vier enggedruckte
Zeitungsseiten umfassenden Bericht schildert Nach Auffindung der Massengräber von Katyn
Skarzynski, wie das polnische Rote Kreuz bemüht 1943 führten die deutschen Besatzungsbehörden
war, sich trotz des grausigen Fundes der Massen- alliierte Offiziere zu den Opfern.
gräber von Katyn nicht vor den »Karren der Nazi-
propaganda« spannen zu lassen. Die deutschen Besatzungsbehörden hätten die Lei-
Selbst das Rote Kreuz mußte sich tung des polnischen Roten Kreuzes am 9. April
1943 von dem Fund der Massengräber im Wald
1943 der Greuelpropaganda gegen von Katyn unterrichtet und sie aufgefordert Beob-
Deutschland fügen! achter zu entsenden. Einige Tage später sei er mit
mehreren Vertretern des polnischen Roten Kreuzes jüngsten Tag büßen und zahlen werden,
nach Katyn gefahren, um für die Identifizierung wenn sich nicht junge, unbelastete Lehrer
der Opfer und ihre würdige Beisetzung in neuen und Schüler die Aufgabe stellen, in jedem
Gräbern zu sorgen. nachweisbaren Einzelfall wie diesem die
Gespräche der polnischen Rot-Kreuz-Vertreter mit Lehrbücher von den Greuellügen der Kriegs-
und Nachkriegspropaganda zu säubern.
der örtlichen Bevölkerung hätten bestätigt, daß
von Anfang März bis zur zweiten Hälfte April täg-
lich zwei bis drei vergitterte Wagen mit polni-
schen Offizieren an der nächst gelegenen Bahnsta-
20 Buchpreise zu gewinnen!
tion Gniezdowo angekommen seien. Die Häftlinge Schüler und Studenten bis 28 J., die uns Ge-
seien in Autos verladen und in das abgesperrte schichts- und Lehrbücher, Lexika und Unter-
Gebiet des sowjetischen NKWD im Wald von Ka- richtsmaterialien nennen, in denen das Massa-
tyn gebracht worden. Ein Bauer habe berichtet, ker von Katyn noch den Deutschen vorgewor-
daß er täglich viele Schüsse und Schreie gehört fen wird, nehmen an einer Auslosung teil.
habe. Quellenangabe und Kopie der entsprechenden
Bei den schon stark verwesten Leichen habe man Seite genügt.
Papiere gefunden, die ebenfalls keinen Zweifel Die Gewinner erhalten das für Wissensdurstige
daran ließen, daß die Offiziere im März und April Jugendliche wichtige Buch von Martin Jenke,
1940 erschossen wurden. So habe man bei der Lei- »Verheimlichte Tatsachen«, 208 Seiten, Ver-
che des Majors Solski eine vom 9. April 1940 lag Walther Angerer, 1981.
datierte Notiz gefunden. Darin heißt es: »Eine
Gruppe von Offizieren aus dem (Internierungsla- Anschrift: UN - Auf dem Stundenplan, Post-
ger) Kozielsk ist um 03.30 Uhr in Smolensk ange- fach 40 02 15, D-4630 Bochum 4
kommen. Einige Minuten vor 05.00 Uhr wurden
wir geweckt. Sie haben uns in Gefängnisautos ge-
setzt. Wir sind zu einem Wald gekommen, der
nach einer Sommerfrische aussieht, wo man uns Inschrift auf Warschauer
Eheringe, die Uhr und Taschenmesser abnahm. Katyn-Denkmal wird geändert
Was wird aus uns?« WARSCHAU, 22. Februar (Reuter).
Der Mord an den polnischen Offizieren in Katyn Die Inschrift eines Warschauer Mahn-
ist eine der wichtigsten noch offenen Fragen zwi- mals, das an die Ermordung polnischer
schen Polen und der Sowjetunion. Trotz der neuen Offiziere in Katyn während des Zweiten
Politik der Perestroika hatte der sowjetische Par- Weltkriegs erinnert, soll nach den Worten
teichef Michail Gorbatschow bei seinem Polen- von Regierungssprecher Urban geändert
Besuch im vergangenen Jahr kein klärendes Wort werden. Entgegen der bisherigen offiziel-
darüber gesagt. Die Sowjets hatten bis vor kurzem len Version soll nicht länger der „Hitler-
immer behauptet, die polnischen Offiziere seien Faschismus“ für den Massenmord ver-
von den Deutschen nach dem Einmarsch in die antwortlich gemacht werden. Urban gab
Sowjetunion ermordet worden. Die Forderung der diese Pläne am Dienstag bekannt, sechs
polnischen Exil-Regierung in London nach Auf- Tage nachdem ein offizielles polnisches
klärung der Morde von Katyn hatte Stalin zum Presseorgan erstmals berichtet hatte, daß
Verwand genommen, um die diplomatischen Be- der Massenmord von der sowjetischen
ziehungen abzubrechen. Sicherheitspolizei NKWD und nicht von
Die in Katyn ermordeten Offiziere waren den So- Deutschen begangen wurde.
wjets im September 1939 in die Hände gefallen, Frankfurter Allgemeine, 23.2.1989
als sie aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts Ostpolen
besetzten. Von rund 10 000 Offizieren, die sich in
anderen Internierungslagern befanden, fehlt noch "AUF DEM STUNDENPLAN" - Folge 15
immer jede Spur. UN - Ausgabe 3/89. Die Schülerblatt-Serie "Auf dem Stun-
Wahrscheinlich sind auch diese 10 000 wie denplan" erscheint in unregelmäßiger Folge in der Monats-
zeitschrift Unabhängige Nachrichten. Postfach 400215,
unzählige andere Kriegstote ein Teil der D 4630 Bochum 4. ViSdP: Kurt Haußmann.
Millionen, die bisher den "deutschen Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der Spendeneingang
dies ermöglicht. Abdruck und Beilage in Schülerzeitungen
Verbrechen" zugerechnet werden, und für gestattet.
die wir bis zum Spendenkonto: Bankeinzug
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 8/89, Seiten 6 - 7:

Auf dem Stundenplan


Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher
Deutschland wollte Frieden
Der letzte Versuch: Die 16-Punkte-Vorschläge der Reichsregierung zur Beseiti-
gung der deutsch-polnischen Spannungen vom 31. August 1939, 21.15 Uhr:
Ein Dokument, das man in keinem Schulbuch findet!
1. auf die polnische Siedlung beschränkt.
Die Freie Stadt Danzig kehrt auf Grund ihres rein Die näheren Grenzen dieser polnischen Hafenstadt
deutschen Charakters sowie des einmütigen Wil- wären zwischen Deutschland und Polen festzule-
lens ihrer Bevölkerung sofort in das Deutsche gen und nötigenfalls durch ein internationales
Reich zurück. Schiedsgericht festzusetzen.
2. 5.
Das Gebiet des sogenannten Korridors, das von Um die notwendige Zeit für die erforderlichen um-
der Ostsee bis zu der Linie Marienwerder-Grau- fangreichen Arbeiten zur Durchführung einer ge-
denz-Kulm-Bromberg (diese Städte einschließlich) rechten Abstimmung sicherzustellen, wird diese
und dann etwa westlich nach Schönlanke reicht, Abstimmung nicht vor Ablauf von 12 Monaten
wird über seine Zugehörigkeit zu Deutschland stattfinden.
oder zu Polen selbst entscheiden.
6.
3.
Um während dieser Zeit Deutschland seine Ver-
Zu diesem Zweck wird dieses Gebiet eine Abstim- bindung mit Ostpreußen und Polen seine Verbin-
mung vornehmen. Abstimmungsberechtigt sind dung mit dem Meere unbeschränkt zu garantieren,
alle Deutschen, die am 1. Januar 1918 in diesem werden Straßen- und Eisenbahnen festgelegt, die
Gebiete wohnhaft waren oder bis zu diesem Tage einen freien Transitverkehr ermöglichen. Hierbei
dort geboren wurden, und desgleichen alle an die- dürfen nur jene Abgaben erhoben werden, die für
sem Tage in diesem Gebiet wohnhaft gewesenen die Erhaltung der Verkehrswege bzw. für die
oder bis zu diesem Tage dort geborenen Polen, Durchführung der Transporte erforderlich sind.
Kaschuben usw. Die aus diesem Gebiet vertriebe- 7.
nen Deutschen kehren zur Erfüllung ihrer Abstim-
mung zurück. Über die Zugehörigkeit des Gebietes entscheidet
die einfache Mehrheit der abgegebenen Summen.
Zur Sicherung einer objektiven Abstimmung so-
wie zur Gewährleistung der dafür notwendigen 8.
umfangreichen Vorarbeiten wird dieses erwähnte Um nach erfolgter Abstimmung - ganz gleich, wie
Gebiet ähnlich dem Saargebiet einer sofort zu bil- diese ausgehen möge - die Sicherheit des freien
denden internationalen Kommission unterstellt, Verkehrs Deutschlands mit seiner Provinz Danzig-
die von den vier Großmächten Italien, Sowjetuni- Ostpreußen und Polen seine Verbindung mit dem
on, Frankreich, England gebildet wird. Diese Meere zu garantieren, wird, falls das Abstim-
Kommission übt alle Hoheitsrechte in diesem Ge- mungsgebiet an Polen fällt, Deutschland eine ex-
biet aus. Zu dem Zweck ist dieses Gebiet in einer territoriale Verkehrszone, etwa in Richtung von
zu vereinbarenden kürzesten Frist von den polni- Bütow-Danzig bzw. Dirschau, gegeben zur Anlage
schen Militärs, der polnischen Polizei und den einer Reichsautobahn sowie einer viergleisigen Ei-
polnischen Behörden zu räumen. senbahnlinie. Der Bau der Straße und der Eisen-
4. bahn wird so durchgeführt, daß die polnischen
Kommunikationswege dadurch nicht berührt, d. h.
Von diesem Gebiet bleibt ausgenommen der pol- entweder über- oder unterfahren werden. Die Breite
nische Hafen Gdingen, der grundsätzlich polni- dieser Zone wird auf einen Kilometer festgesetzt
sches Hoheitsgebiet ist, insoweit er sich territorial und ist deutsches Hoheitsgebiet.
Fällt die Abstimmung zugunsten Deutschlands fühl der internationalen Rechtlosigkeit zu nehmen
aus, erhält Polen zum freien und uneingeschränkten und ihnen vor allem die Sicherheit zu gewähren,
Verkehr nach seinem Hafen Gdingen die gleichen nicht zu Handlungen bzw. zu Diensten herangezo-
Rechte einer ebenso exterritorialen Straßen- bzw. gen werden zu können, die mit ihrem nationalen
Bahnverbindung, wie sie Deutschland zustehen Gefühl unvereinbar sind, kommen Deutschland
würden. und Polen überein, die Rechte der beiderseitigen
9. Minderheiten durch umfassendste und bindende
Vereinbarungen zu sichern, um diesen Minderhei-
Im Falle des Zurückfallens des Korridors an das ten die Erhaltung, freie Entwicklung und Betäti-
Deutsche Reich erklärt sich dieses bereit, einen gung ihres Volkstums zu gewährleisten, ihnen ins-
Bevölkerungsaustausch mit Polen in dem Ausmaß besondere zu diesem Zweck die von ihnen für er-
vorzunehmen, als der Korridor hierfür geeignet ist. forderlich gehaltene Organisierung zu gestatten.
10. Beide Teile verpflichten sich, die Angehörigen der
Minderheit nicht zum Wehrdienst heranzuziehen.
Die etwa von Polen gewünschten Sonderrechte im
Hafen von Danzig würden paritätisch ausgehandelt 15.
werden mit gleichen Rechten Deutschlands im Hafen Im Falle einer Vereinbarung auf der Grundlage
von Gdingen. dieser Vorschläge erklären sich Deutschland und
11. Polen bereit, die sofortige Demobilmachung ihrer
Streitkräfte anzuordnen und durchzuführen.
Um in diesem Gebiet jedes Gefühl einer Bedrohung
auf beiden Seiten zu beseitigen, würden Danzig 16.
und Gdingen den Charakter einer Handelsstätte Die zur Beschleunigung der obigen Abmachungen
erhalten, d. h. ohne militärische Anlagen und erforderlichen weiteren Maßnahmen werden zwi-
militärische Befestigungen. schen Deutschland und Polen gemeinsam verein-
12. bart.
Die Halbinsel Hela, die entsprechend der Abstim- * * *
mung entweder zu Polen oder zu Deutschland
käme, würde in jedem Fall ebenfalls zu demilitari- Quelle: Sir Nevile Henderson, Fehlschlag einer
sieren sein. Mission, Berlin 1937 bis 1939. Zürich, S. 370-374
13. Weitere Literaturhinweise zur Kriegsschuldfrage
auf Anforderung.
Da die Deutsche Reichsregierung heftigste Be-
schwerden gegen die polnische Minderheitenbe-
handlung vorzubringen hat, die Polnische Regie- An alle Schüler!
rung ihrerseits glaubt, auch Beschwerden gegen 1. Suchen Sie andere Quellenbelege über diese Vorschläge
Deutschland vorbringen zu müssen, erklären sich vom 31.8.1939 in Ihren Unterrichtsmaterialien und in der
Schulbibliothek.
beide Parteien damit einverstanden, daß diese Be-
2. Bei erfolgloser Suche bitten Sie ihren Lehrer, ein ent-
schwerden einer international zusammengesetzten
sprechendes Dokument zu beschaffen.
Untersuchungskommission unterbreitet werden,
3. Vergleichen Sie die Texte auf Übereinstimmung.
die die Aufgabe hat, alle Beschwerden über wirt-
4. Analysieren und bewerten Sie die Vorschläge im Ver-
schaftliche und physische Schädigungen sowie gleich mit heutigen völkerrechtlichen Normen und
sonstige terroristische Akte zu untersuchen. Grundsätzen von Friedenspolitik und Selbstbestimmungs-
Deutschland und Polen verpflichten sich, alle seit recht.
5. Arbeiten Sie heraus, woran der Kriegswille Hitlers er-
dem Jahre 1918 etwa vorgekommenen wirtschaft- kennbar deutlich wird.
lichen und sonstigen Schädigungen der beiderseiti-
6. Beantragen Sie eine Projektstunde zu diesem Dokument.
gen Minoritäten wieder gutzumachen, bzw. alle
Enteignungen aufzuheben oder für diese und son-
stige Eingriffe in das wirtschaftliche Leben eine
»Auf dem Stundenplan« - Folge 16
vollständige Entschädigung den Betroffenen zu
leisten. Schülerblätter der Unabhängigen Nachrichten • Post-
fach 40 02 15 • D-4630 Bochum 4. ViSdP: Kurt Hauß-
14. mann. Eigendruck. Abgabe an Schüler kostenlos, wenn
der Spendeneingang dies ermöglicht. Spendenkonto:
Um den in Polen verbleibenden Deutschen sowie Bankeinzug. Abdruck und Beilage in Schülerzeitungen
den in Deutschland verbleibenden Polen das Ge- erwünscht.
Unabhängige Nachrichten, Ausgabe 3/1990, Seiten 5 - 6

Auf dem Stundenplan


Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher

Dresden wurde zum Opfer


angewandter Barbarei
Vor 45 Jahren wurde Hamburgs Partnerstadt bombardiert
Wir dokumentieren einen Artikel von Ulrike Meinhoff
Vor zwanzig Jahren, am 13.
und 14. Februar 1945, in der
Nacht von Fastnachtsdienstag
auf Aschermittwoch, ist der
größte Luftangriff der alliierten
Bomberkommandos im Zwei-
ten Weltkrieg auf eine deutsche
Stadt geflogen worden: der An-
griff auf Dresden. Dreimal in-
nerhalb von 14 Stunden wurde
die Stadt bombardiert. Von
22.13 Uhr bis 22.21 Uhr dauer-
te der erste Schlag. Als die eng-
lischen Bomber abflogen, hin-
terließen sie ein Flammenmeer,
das über 80 Kilometer weit den
Himmel glühend machte. Der
zweite Schlag erfolgte von
01.30 Uhr bis 01.50 Uhr. Die
abfliegenden Bomber haben das
Feuer von Dresden über 300
Kilometer weit beobachten
können. Den dritten Angriff
flog ein amerikanisches Bom-
bergeschwader am nächsten
Vormittag zwischen 12.12 Uhr
und 12.23 Uhr.

Über 200.000 Menschen sind in


den Flammen von Dresden um-
gekommen. Der Engländer Da-
vid Irving schreibt in seinem
Buch "Der Untergang Dres-
dens": "Zum ersten Male in der
Geschichte des Krieges hatte
ein Luftangriff ein Ziel so ver-
Beim Entstehen dieser Aufnahmen brannten fünf Scheiterhaufen gleichzeitig. Auf dem Platz
heerend zerstört, daß es nicht verstreut sind die Aschehaufen zu erkennen, die zu den Massengräbern abtransportiert wer-
genügend unverletzte Überle- den sollen.
bende gab, um die Toten zu begraben." gen wäre, Wohngebiete statt Rüstungszentren zu
Dresden hatte 630.000 ständige Einwohner. Als es zerstören. Es ist der englischen Regierung unter
zerstört wurde, hielten sich über eine Million ihrem Premierminister Sir Winston Churchill bis
Menschen in dieser Stadt auf. Man schätzt 1,2 bis zum Ende des Krieges, bis März 45, gelungen, den
1,4 Millionen. tatsächlichen, absichtlichen, planmäßigen Charak-
ter der britischen Bomberangriffe auf deutsche
Flüchtlinge aus Schlesien, Pommern und Ostpreu- Städte geheimzuhalten. Dresden war der Höhe-
ßen, Evakuierte aus Berlin und aus dem Rhein- punkt dieser Politik. Dresden ging in Schutt und
land, Kindertransporte, Kriegsgefangene und Asche, zwei Jahre nachdem der Ausgang des
Fremdarbeiter. Dresden war eine Sammelstelle für Zweiten Weltkrieges in Stalingrad entschieden
genesende und verwundete Soldaten. Dresden hatte worden war. Als Dresden bombardiert wurde,
keine Rüstungsindustrie. Dresden war eine un- standen die sowjetischen Truppen schon an der
verteidigte Stadt ohne Flak und ohne Luftabwehr. Oder und Neiße, lag die Westfront am Rhein. Der
Dresden galt in ganz Deutschland als eine Stadt, Oberbefehlshaber der Royal Air Force, Sir Arthur
die nicht bombardiert werden würde. Es gab Ge- Harris, der den Einsatz gegen Dresden geleitet hat-
rüchte, wie: Die Engländer würden Dresden scho- te, ging ein Jahr danach, am 13. Februar 1946, in
nen, wenn Oxford nicht angegriffen würde - oder: Southampton an Bord, um das Land zu verlassen,
Die Alliierten würden Dresden nach dem Krieg das nicht mehr bereit war, seine Verdienste zu
zur deutschen Hauptstadt machen und deshalb würdigen ...
nicht zerstören. Es gab noch mehr Gerüchte, aber
vor allem konnte sich kein Mensch vorstellen, daß TAZ 14.02.1990)
eine Stadt, die täglich neue Krankenhäuser und
Lazarette einrichtete, in die täglich Hunderttausen-
de von Flüchtlingen, hauptsächlich Frauen und Der planmäßige
Kinder, einströmten, bombardiert werden würde.
Militärisch interessant an Dresden war höchstens Massenmord an
ein größerer Güter- und Truppenumschlagbahnhof.
Aber in den drei Angriffen, als man zuerst Spreng- Wehrlosen in
bomben abwarf, um Fenster zum Platzen zu brin-
gen und Dächer zum Einsturz, um Dachstühle und Dresden war
Wohnungen den folgenden Brandbomben um so
schutzloser auszuliefern, als das alles planmäßig eine Barbarei
mit höchster Präzision ablief, da wurde dieser
Bahnhof kaum getroffen. Als Tage darauf Berge
von Toten in den Bahnhofshallen aufgeschichtet
und Unmensch-
wurden, waren die Gleise schon wieder repariert.
Dresden hat sieben Tage und acht Nächte lang ge-
lichkeit, für die
brannt.
es keine Recht-
Man hatte den englischen Soldaten, die die An-
griffe geflogen haben, nicht die Wahrheit gesagt.
Man hat gesagt: Ihre Flotte greift das Oberkom-
fertigung gibt.
mando des Heeres in Dresden an. Man hat gesagt,
Dresden sei ein wichtiges Nachschubzentrum für
die Ostfront. Man hat gesagt, das Angriffsziel sei
ein Gestapo-Hauptquartier im Stadtzentrum, ein "AUF DEM STUNDENPLAN" - Folge 17
wichtiges Munitionswerk, ein großes Giftgaswerk.
UN - Ausgabe 3/90. Die Schülerblatt-Serie "Auf
Schon 1943 hatte es in der britischen Öffentlich- dem Stundenplan" erscheint in unregelmäßiger
keit Proteste gegen die Bombardierung der deut- Folge in der Monatszeitschrift Unabhängige
schen Zivilbevölkerung gegeben. Der Bischof von Nachrichten, Postfach 40 02 15, D-4630 Bochum
Chichester, der Erzbischof von Canterbury, der 4. ViSdP: Werner Symanek.
Abgabe an Schüler kostenlos, wenn der Spende-
Kirchenpräsident der Church of Scotland erhoben neingang dies ermöglicht, Abdruck und Beilage in
ihre Stimme. Ihnen aber ebenso wie einem La- Schülerzeitungen gestattet. Spendenkonto:
bourabgeordneten im englischen Unterhaus wurde Bankeinzug
gesagt, das sei nicht wahr, daß ein Befehl ergan-
Anschrift ab 1. Juli 1993: UN - Postfach 400215 • 44736 Bochum

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Zum Gebrauch an allen Schulen - für politische Erziehung, Sozial- und Gemeinschaftskunde

»Wie gerecht ist der


soziale Rechtsstaat?«
Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutsch- 3. Mietkosten
land heißt es: Die Mietkosten trägt die Gemeinde, einschließlich
»Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokra- der umlagefähigen Nebenkosten. Wohnungen für 6-
tischer und sozialer Bundesstaat« (20/1), dessen köpfige Familien kosten in unserer Kleinstadt etwa
Ordnung den »Grundsätzen des ... sozialen Rechts- 800 DM, Nebenkosten 373 DM.
staates im Sinne dieses Grundgesetzes entsprechen
muß« (28/1). Unsere Asylbewerberfamilie erhält
also jeden Monat einen Betrag von
Lernen wir in einem Vergleich die Praxis der sozia-
2.474,33 netto plus Miete
len Ordnung unseres Rechtsstaates schätzen.
Fallbeispiel I: = 3.647, 33 DM
Libanesische Weil wir in einem sozialen Rechtsstaat leben, über-
Asylbewerberfamilie nimmt das Sozialamt dazu noch andere Kosten für
Dinge, die für ein menschenwürdiges Leben not-
In der Kleinstadt Bad Lauterberg (Niedersachsen) wendig sind, z. B. für den Kauf von Fahrrädern,
lebt eine Asylbewerberfamilie mit 4 Kindern. Kinderwagen und eines Staubsaugers, wenn nachge-
Nach dem Stand vom November 1992 erhält die wiesen wird, daß der Asylbewerber einen Teppich
Familie nach dem geltenden Regelsatz der Sozialhil- besitzt.
fe folgende monatlichen Unterhaltszahlungen: Als Erstausstattung besorgt das Sozialamt alles, vom
Eßbesteck bis zur Waschmaschine, Elektroherd (neu)
1. Haushaltsgeld für
und Fernsehapparat. Die schulpflichtigen Kinder
= 509 DM
- den Haushaltsvorstand werden selbstverständlich auch mit allen notwendi-
= 407 DM gen Schulranzen etc. ausgerüstet.
- die Ehefrau
= 255 DM Daß es der Menschenwürde entspricht, die ärztliche
- die Tochter (7 Jahre)
= 331 DM Betreuung der Familie vom Sozialamt zu überneh-
- die Tochter (12 Jahre) men, versteht sich von selbst, einschließlich aller
= 331 DM Medikamente, Krankenhaus- und Operationskosten,
- die Tochter (14 Jahre)
= 458 DM Geburtshilfe und selbstverständlich Zahnarztbehand-
- den Sohn (18 Jahre) lung einschließlich Zahnersatz.
2.291 DM
Haushaltsgeld (netto) Diese und andere Kosten wie für zusätzliche Lehrer,
Nach den Vorschriften sind 52 % dieser Unterhalts- städtische Ausländerbetreuer und vieles andere mehr
leistungen für Nahrungsmittel und 48 % für die können kaum berechnet werden.
sonstigen Lebensbedürfnisse vorgesehen.
2. Bekleidungszuschuß
Auf dem Stundenplan - Folge 18 • UN 3/1993
Für jedes Halbjahr wird für Erwachsene ein Beklei- Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-4630 Bochum 1
dungszuschuß von 250 DM und für Kinder 150 DM ViSdP: Hans Clausert, Realschullehrer
gezahlt. Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der
Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
Das sind in unserem Fall 2.200 DM je Jahr oder
Spendenkonto: Bankeinzug
183,33 DM monatlich.
UN 3/1993, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-4630 Bochum 1

Fallbeispiel II: Aufgabenstellung


Deutsche 1. Rechnen Sie die Fallbeispiele nach.
Facharbeiterfamilie 2. Lassen Sie sich vom Sozialamt Ihrer
Gemeinde/Stadt die in Ihrem Ort
Zwei Straßen weiter wohnt in unserer Kleinstadt ein geltenden Regelsätze für Asylbewerber
deutscher Facharbeiter, 43 Jahre alt, mit seiner gleich- geben (Besuch im Sozialamt).
großen Familie.
Sein monatlicher Nettolohn, nach Abzug von Steu- 3. Befragen Sie Ihre Eltern und/oder
ern und gesetzlichen Abgaben, beträgt 2.600 DM. Arbeiterhaushalte nach ihren
Dazu kommen 4 x 150 DM Kindergeld. Monatseinkommen, Abzügen und Mieten.

Nettoeinkommen also = 3.200 DM 4. Beantragen Sie eine Projektstunde, in


der Sie die Gegenüberstellungen
- abzüglich Miete = 800 DM erarbeiten und diskutieren.
- abzüglich Nebenkosten,
die er selber tragen muß = 373 DM 5. Vergleichen Sie die Forderungen des
Grundgesetzes mit der sozialen
- abzüglich Versicherungen,
Wirklichkeit. Beurteilen Sie danach
weil im Ernstfall für ihn kein
Regierung und Parteien, aber hüten Sie
Sozialamt bezahlt, und Eigen-
sich vor »radikalen« (= an die Wurzel
anteil gem. Gesundheitsreform
gehenden) Meinungsäußerungen. Im
plus »Zwangsbeiträge« DGB = 200 DM.
Grundgesetz Art. 18 heißt es: »Wer die
Freiheit der Meinungsäußerung ...
Dem deutschen mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte«.
Facharbeiter und Der Bundesinnenminister hat kürzlich
seiner Familie bereits solche Verfahren angekündigt.
verbleiben =1.827,00 DM
6. Hüten Sie sich vor allem vor
Sämtliche Anschaffungen für ein menschenwürdiges unbedachten Äußerungen, die als
Leben muß er selbstverständlich selbst bezahlen. »fremdenfeindlich« ausgelegt, Ihrem
Darüber hinaus wird er über erhöhte Sozialabgaben Lehrer die Beförderung und Ihnen die
und Steuererhöhungen gezwungen, die 35 Milliarden Note kosten können.
DM aufzubringen, die der soziale Rechtsstaat
Stellen Sie deshalb vorsorglich auf die
jährlich für die Asylbewerber ausgibt, denn im Grund-
Fensterbänke des Klassenzimmers
gesetz unseres sozialen Rechtsstaates heißt es im
Artikel 14/2:
eine Lichterkette.

»Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zu-


gleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.«

Die Gegenüberstellung
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Die Asylbewerberfamilie erhält (ohne Arbeit)


einschl. freier
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) beauftragte
Wohnung = 3.647,33 DM. Arbeitsgruppe von Lehrern, Historikern und Autoren hat eine
Zur freien Verfügung = 2.474.33 DM. Serie von Unterlagen für den Schulunterricht zusam-
Der Familie des deutschen mengestellt bzw. ausgearbeitet, die den Mangel an ent-
Facharbeiters verbleiben nach sprechenden Beiträgen in den Schulbüchern oder deren
verfälschende Inhalte ausgleichen soll. Diese
Mietzahlung (solange ihm Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Geschichte,
nicht wegen Rationalisierung, Staatsbürgerkunde und Politik erscheinen unter dem Titel
Stillegung oder »Abwicklung« »Auf dem Stundenplan« in der Monatszeitschrift UN in
gekündigt wird) = 1.827,00 DM. Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu ermög-
lichen.
Lehrer und Schüler aller Schulformen und anderer Bil-
dungseinrichtungen sind aufgerufen, sich mit diesen Un-
terlagen, die in offiziellen Lehrmaterialien selten zu finden
Mehrbetrag in der Haus- sind, kritisch auseinanderzusetzen.
haltskasse Verzeichnis der bisher erschienenen Folgen gegen Rück-
porto anzufordern bei:
Asylbewerberfamilie = 647,33 DM
UN • Postfach 40 02 15 • D-4630 Bochum 1
UN • Unabhängige Nachrichten 5/1993 • Seiten 9 - 10:

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Zum Gebrauch an allen Schulen - für politische Erziehung, Sozial- und Gemeinschaftskunde

Die Umerziehung
Die Umerziehung von unterjochten Völkern ist nichts Kameraden - also bindungslose Einzelgänger, die jeder
Neues. für sich gefügig gemacht wurden.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich Refor-
mer, Glaubensstifter, Kriegsherren, Besatzer und Unter- Die Methodik der
drücker ihrer bedient, um Charakter und Denken der Umerziehung
Menschen umzuformen.
In der praktischen Durchführung erfolgte die rotchinesi-
Die Methodik ist stets die gleiche: sche Umerziehung in fünf aufeinander aufbauenden Stu-
- Die böse Vergangenheit geißeln und ächten, fen:
- Schuldgefühle wecken, Erste Stufe:
- öffentliche Scham- und Schuldbekenntnisse erzwin- Ziel: Verunsicherung der Persönlichkeit
gen,
Mittel: Unablässige propagandistische Einwirkung.
- Besserung, Läuterung und eine Schuldvergabe durch Wecken von Zweifeln an der bisherigen Einstellung und
Bußeversprechen, die in der kritiklosen Übernahme Überzeugung. Zerstören von Selbstwertgefühl und natio-
des Geschichtsbildes, der Kultur, der Sprache und der nalem Bewußtsein. Anhalten zu mündlicher und schrift-
Ideologien der Umerzieher gipfelt. licher Selbstkritik.

Die Umerziehung der US-Soldaten Zweite Stufe:


in chinesischer Kriegsgefangen- Ziel: Schuldbekenntnis
schaft während des Koreakrieges Mittel: Herauslösen aus der gewachsenen Gemeinschaft,
(1950 - 1953) Erzeugung und Verstärkung von Schuldgefühlen, Ab-
wendung von der bisherigen Haltung. Belohnung für
Die Gehirn- und Charakterwäsche ist selten so systema-
Schuldbekenntnisse.
tisch dargestellt worden wie am Beispiel der 4.428 die
chinesische Gefangenschaft überlebenden US-Soldaten Dritte Stufe:
des Koreakrieges.
Ziel: Der moralische Zusammenbruch
Die rotchinesische Umerziehung hatte zum Ergebnis,
daß 14 % der Gefangenen sich als Mitarbeiter der Rotchi- Mittel: Verschärftes Trennen des Einzelnen von der
nesen gewinnen ließen, 33 % als »Mitläufer« eingestuft Gemeinschaft, Schüren von Unsicherheit und Mißtrauen
werden mußten, 37 % durch ungeklärtes Verhalten nicht durch Spitzelsysteme. Erzeugung des Gefühls, gänzlich
eingeordnet werden konnten und nur 16 % standhaft allein, verlassen und hilflos zu sein.
blieben, mit allen Konsequenzen bis hin zu Folterungen.
Vierte Stufe:
Die Gründe für dieses so unterschiedliche Verhalten
konnten geklärt werden: Ziel: Aufbau des neuen Menschen

Standfestigkeit als Ergebnis harter Ausbildung, einfa- Mittel: Kleine Hilfen für den seelisch und moralisch
cher Lebensführung, Kameradschaft, fester Grundsätze, Zusammengebrochenen. Hinführen zu der Erkenntnis,
sicherer innerer Haltung und Ehrgefühl, Verwurzelung in daß an allem Leid und Bösen letztlich die eigene Führung
Familie und Heimat, Vaterlandsliebe und Stolz auf das Schuld hat. Kanalisierung des erzeugten Schuldgefühls
eigene Land. auf Staat und Vaterland. Überprüfung der Vergangenheit
aus geläuterter Sicht. Schaffung der Empfindung, daß
Widerstandslos gegen die Gehirn- und Charakterwä- man als ein neuer Mensch nun teil hat an einem weltum-
sche zeigten sich Soldaten mit Eigenschaften wie ver- spannenden wahren und guten Ganzen.
weichlicht, verwöhnt und bequem, Disziplinlosigkeit
und fehlendem Gemeinschaftsgeist, materieller Lebens- Fünfte Stufe:
einstellung, Mangel an Mut und Entschlossenheit, Unfä-
Ziel: Festigung des neuen, besseren Menschen
higkeit, sich auf harte Lebensbedingungen einzustellen,
fehlender Vaterlandsliebe, kein Treuegefühl zu Land und Mittel: Stärkung der Gewißheit, daß das Böse überwun-
UN 5/1993, Seite 10 Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-4630 Bochum l (ab 1.7.1993: D-44736 Bochum)

den ist, bedingte Befreiung von Schuldgefühlen, Über- Volksgemeinschaft, die Erzeugung von Schuldkomple-
nahme der Ideologie und Sprachregelungen der Umerzie- xen und nationaler Selbstverachtung.
her. Schaffung eines neuen Selbstwertgefühles durch nun
Die letzten Stufen der Umerziehungsmethodik entspra-
aktive Mithilfe bei der Verwirklichung ihrer Ziele.
chen dann zum Teil jedoch nicht mehr den Interessen der
Siegermächte: Die Westdeutschen sollten nicht aus ihrer
Die Umerziehung der Deutschen »Schuld« entlassen werden und nie eine Vergebung ihrer
durch die Besatzungsmächte Schuld erhalten, da sonst die entscheidende Vorausset-
und ihre deutschen Helfer zung für ihre politische und finanzielle Erpreßbarkeit
(1945-heute) entfallen wäre.
Zwar werden gelegentlich die Bitten um »Versöhnung«
Die Umerziehung des deutschen Volkes durch die Sie- nach entsprechenden politischen und finanziellen Vor-
germächte entsprach - auch wenn sie vor dem chinesi- leistungen wohlwollend erhört, jedoch jeweils nur kurz-
schen Beispiel einsetzte - der gleichen Methodik. fristig, um weitere Zahlungen nicht zu gefährden.
Beispielhaft für die praktische Durchführung war das
»Reeducation Program« der US-amerikanischen Besat- Aufgabenstellung
zungsmacht - ein psychologisches Großprojekt, das zu
seiner vollen Verwirklichung jedoch erst durch die deut- Für die US-Soldaten des Koreakrieges bedeutete
schen »Hiwis« gekommen ist. Diese wurden in einem die Entlassung aus den chinesischen Gefangenen-
»Screening«-Verfahren (Screening Centre, Bad Orb), lagern zugleich auch das Ende der Umerziehung.
ausgesiebt auf ihre Eignung als Umerzieher psychoana- Für die Deutschen scheinen sich »Vergangenheits-
lytisch geprüft, und erhielten dann die begehrten Lizen- bewältigung«, Selbstbezichtigungen, medienwirk-
zen für ihre Tätigkeit in Presse, Funk und Kultur. same Bußübungen und Betroffenheitsrituale eher
noch zu verstärken, zumal die tägliche
Die Strategien in Westdeutschland, Mitteldeutschland Bewältigungsarbeit jetzt noch eine zusätzliche
und Österreich waren dabei unterschiedlich und richteten
Funktion erhalten hat:
sich nach den Zielen der jeweiligen Besatzungsmacht.
Je weniger die herrschenden Parteien, Politiker und
Österreich »staatstragenden Kräfte« in der Lage sind, die
drängenden Aufgaben der Gegenwart zu bewälti-
Nach dem Willen der Siegermächte sollte Österreich, gen und die Zukunft zu sichern, desto mehr erhält
getrennt von Deutschland, als selbständiger Staat aufge-
die Beschäftigung mit der Bewältigung einer fernen
baut und ein eigenes »Nationalbewußtsein« geschaffen
Vergangenheit eine Alibifunktion für heutiges
werden.
Versagen und dient dazu, die Aufmerksamkeit der
Es durfte sich daher als »befreit« verstehen, und nach den Deutschen von den existenzbedrohenden Proble-
üblichen Strafmaßnahmen fand die Umerziehung ein men und Gefahren von heute abzulenken.
vorzeitiges Ende. Schuldkomplexe waren nicht gefragt,
Sammeln Sie Beispiele dafür aus den
Zahlungen wurden nicht erpreßt. Durch diese - im Ver-
Tageszeitungen und stellen Sie diese Thesen in
gleich zum übrigen Deutschland sehr unterschiedliche
Behandlung - sollte die innere Entfremdung von Deutsch- einer Projektstunde zur Diskussion.
land ermöglicht und gefördert werden.
Quellen- und Literaturhinweise:
Mitteldeutschland (DDR) »Mayer Report« der US-Army,
Die »DDR« sollte zu einer vorgeschobenen Bastion des Eugene Kinkead: In every war but one, Verlag Huber, Frauen-
sowjetischen Imperiums ausgebaut werden. Nach an- feld,
fänglichem Terror und Massenmord führten die Sowjets Befragung der Gefangenen nach ihrer Freilassung. Tiefenpsy-
das gesamte Umerziehungsprogramm durch, wobei die chologische Auswertung ihrer Lebensgeschichten,
Stufen 4 und 5 den Schwerpunkt bildeten. Damit fand die »What to do with Germany«, Anweisungen für die Reeducati-
Umerziehung auch ihren Abschluß, und fortan konnte der on, UN-Archiv 5811,
neue, bessere und sozialistische Mensch, Arm in Arm mit Caspar von Schrenck-Notzing: Charakterwäsche, Kristall-Ver-
seinen sozialistischen Brudervölkern, den Marsch in lag.
immer lichtere Höhen antreten. Eingereiht in die Front
der »Friedenskämpfer« war die Pflege dauernder Schuld-
komplexe fehl am Platze. Dauerscham und Bußübungen
Auf dem Stundenplan - Folge 19 • UN 5/1993
konnten entfallen.
UN • Postfach 40 02 15 • D-4630 Bochum 1 (ab 1.7.1993: D-44736
Bochum)
Westdeutschland (BRD) ViSdP: Günter Deckert, Ex-Oberstudienrat
Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der
Nach umfangreichen Strafmaßnahmen einschließlich Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
Lagerhaft (»Automatic Arrest«) und »Entnazifizierung« Spendenkonto:
begann die eigentliche Umerziehung: Das Auflösen der
UN • Unabhängige Nachrichten 7/1994 • Seiten 9-10

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Zum Gebrauch an allen Schulen - für politische Erziehung, Sozial- und Gemeinschaftskunde

Der Fall Oradour:


Greuelpropaganda - neu aufgewärmt
Zeitgleich mit den Siegesfeiern der heldenhaften, schen Führung als Depot- und Ausfallschwerpunkte.
mutigen, friedliebenden, christlichen, sich aufop- 2. Oradour-sur-Glane war nach amtlichen Unterla-
fernden Alliierten zum 50. Jahrestag der Invasion in gen nicht nur Waffenplatz der Partisanen, sondern
der Normandie flimmerten mal wieder erschrecken- auch Befehlszentrale eines höheren Maquis-Stabes.
de Bilder angeblicher verbrecherischer deutscher Das hat der damalige Maquis-Chef in der Dordogne,
Greueltaten über die Bildschirme: Frankreich ge- Jugie alias »Gao«, 1969 in Paris offen bestätigt.
dachte des friedlichen Ortes Oradour, das deutsche
Barbaren ohne jeden Grund verwüstet hatten - und 3. Auf das Konto dieser Partisanen, deren oberster
das offizielle Deutschland schämte sich mal wieder. Kommandant der charakterisierte Sowjet-Oberst und
berüchtigte Massenmörder Guingouin war, ging eine
Die ganze Wahrheit über
Vielzahl aus dem Hinterhalt gemeuchelter deutscher
Oradour und französischer Soldaten,
Die »re-education« - die »Umerziehung« der Deut- ermordeter französischer Zivilisten,
schen als Mittel zur Niederhaltung und Auflösung
unseres Volkes ist nach wie vor wirksam. Die Mehr- vergewaltigter und zu Tode gefolterter Rote-Kreuz-
heit des deutschen Volkes ist wehrlos der pausenlo- Schwestern und Nachrichtenhelferinnen,
sen Lügenpropaganda ausgesetzt. Diese Mehrheit sadistisch umgebrachter deutscher Offiziere,
wurde bereits nach Kriegsende geboren. Ihr fehlen
Vergleichs- und Informationsmöglichkeiten. nach entsetzlichen Martern getöteter deutscher Ver-
wundeter,
Als »Hit« der gesteuerten Greuelpropaganda präsen-
tiert sich seit Jahren - in »sachliche Meldeformen« die in einer Blutorgie abgeschlachteten Landesschüt-
gepreßt oder je nach Bedarf phantasievoll ausge- zen der Garnison in Tülle,
schmückt und ausgewalzt - das »Massaker von Ora- die Massenmorde an gefangenen deutschen Eisen-
dour«. In Kurzform lautet die gängige »story«: bahnern und Sanitätssoldaten usw.
»Das 800-Seelen-Dorf Oradour-sur-Glane, 23 Kilo- 4. Auf dem Marsch an die Invasionsfront erlitt die 2.
meter nordwestlich von Limoges, war bis zum 10. SS-Panzerdivision »Das Reich« seitens der Partisa-
Juni 1944 ein idyllischer, vom Krieg unberührter nen beträchtliche personelle und materielle Verluste.
Flecken. Doch an diesem Tag umstellten 150 Solda-
ten der SS-Division »Das Reich« den Ort, trieben die
5. Der Kommandeur des III./SS-Panzergrenadier-
Einwohner zusammen, erschossen die Männer,
Regiments 4, Sturmbannführer Helmut Kämpfe, fiel
pferchten Frauen und Kinder in die Kirche und
einem Partisanen-Kommando aus Oradour-sur-Vay-
zündeten das Gotteshaus sowie alle anderen Gebäu-
res in die Hände und erlitt nach unmenschlicher
de an. 642 Menschen starben.«
Und die Wahrheit?
Nachstehend der Auf dem Stundenplan - Folge 20 • UN 7/1994
Tatsachenvorgang: Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Binnen (Rhein)
ViSdP: Lothar Greil
1. Oradour-sur-Glane und Oradour-sur-Vayres, beides Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, so-
Ortschaften im Raum von Limoges - dienten den weit der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
kommunistischen Partisanen und ihrer sowjetrussi- Spendenkonto:
UN 7/1994, Seite 10 Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)

Folterung am 10. Juni 1944 in Oradour-sur-Glane Der Schauprozeß in Bordeaux (1953) folgte aus-
den Flammentod. schließlich innenpolitischen Beweggründen, nach-
dem General Charles de Gaulle bereits 1944 den
6. Auf der Suche nach Sturmbannführer Kämpfe Verschluß aller wesentlichen Oradour-Akten für die
stieß die 3. Kompanie des I./SS-Panzergrenadier- Dauer von 50 Jahren angeordnet hatte.
Regiments 4 kurz vor Oradour-sur-Glane auf die
Leichen gefesselt ermordeter deutscher Verwunde- Todesurteile wurden nicht vollstreckt. Alle Verur-
ter und kurz darauf auf den verstümmelten Körper teilten wurden bald amnestiert und in die Freiheit
eines deutschen Offiziers. Die Kompanie, von fran- entlassen. Die Sperrfrist für die in den Archiven
zösischen Miliz-Soldaten begleitet, mußte erst Feind- befindlichen Akten allerdings wurde bis zum Jahr
widerstand brechen, ehe sie den Ort besetzen konnte. 2039 verlängert.
7. Wie sich herausstellte, enthielten fast alle Gebäude So gefährlich scheint in Frankreich die
Waffen- und Munitionslager. Wahrheit zu sein!
Es ist nur abgefeimtesten Volksverderbern in deut-
8. Der Kommandeur des I. Bataillons/Sturmbann-
schen Landen vorbehalten, ohne Rücksicht auf be-
führer Diekmann, ließ die unbeteiligten Frauen und
reits historisch gewordene Geschehnisse fortgesetzt
Kinder in die Kirche evakuieren und die festgenom-
infame Lügen zu verbreiten und einst pflichtgetreue
menen Männer - Einwohner und Partisanen - aus
Soldaten betrügerisch mit »Blutbädern« zu belasten,
Sicherheitsgründen in Schuppen und Garagen fest
die nie stattgefunden haben. Lothar Greil
setzen.
9. In der Kirche führten plötzlich explodierende Quellen- und Literaturhinweise:
Munitions- und Sprengstoffkisten, die von den Par- Martin Jenke, Verheimlichte Tatsachen, München 1981.
tisanen sowohl im Schiff als auch im Turm deponiert Herbert Taege, Wo ist Kain? Enthüllungen und Dokumen-
waren, zur Katastrophe. Die Deckengewölbe stürz- te zum Komplex Tülle und Oradour, Lindhorst 1981.
ten ein, die Glocke schmolz und fiel als glühende Herbert Taege, Wo ist Abel? Weitere Enthüllungen und
Masse vom Turm, die Kirche brannte aus. Nur weni- Dokumente zum Komplex Tülle und Oradour, Lindhorst
ge Frauen und Kinder konnten von den deutschen 1985.
Soldaten aus der entstandenen Feuerhölle gerettet H. W. Schimmelpfeng, Auf dem Stundenplan, Folge 8,
werden. Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour, Bochum 1985.
Dr. Heinrich Wendig, Richtigstellungen zur Zeitgeschich-
10. Angaben aus der französischen Bevölkerung te, Heft 6. Der Fall Oradour, Tübingen 1994.
zufolge hatten kommunistische Exilspanier ohne
Rücksicht auf die hier isolierten Menschen eine
Sprengladung gezündet, um ihre Flucht zu verschlei-
ern und das Depot dem Zugriff der Deutschen zu Auf dem Stundenplan
entziehen. - Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN
11. Nach den in der Kirche erfolgten Detonationen
kam es bei den Scheunen zu einer Schießerei, der die Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) beauftragte
Mehrzahl der Maquisards zum Opfer fiel. Arbeitsgruppe von Lehrern, Historikern und Autoren hat eine
Serie von Unterlagen für den Schulunterricht zusammengestellt
12. Sturmbannführer Diekmann ordnete die Nieder- bzw. ausgearbeitet, die den Mangel an entsprechenden
brennung der Häuser an. Diese Maßnahme war durch Beiträgen in den Schulbüchern oder deren verfälschende
einschlägige Befehle des Oberbefehlshabers West Inhalte ausgleichen soll.
vom 3. Februar und vom 8. Juni 1944 sowie des Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Geschichte,
zuständigen LXVI. Reserve-Armeekorps vom 8. Juni Staatsbürgerkunde und Politik erscheinen unter dem Titel »Auf
dem Stundenplan« in der Monatszeitschrift UN in
1944 gedeckt. Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu ermöglichen.
13. Sturmbannführer Diekmann meldete persönlich Lehrer und Schüler aller Schulformen und anderer Bildungs-
die Ereignisse in Oradour. Sein Regimentskomman- einrichtungen sind aufgerufen, sich mit diesen Unterlagen, die
deur, der damalige Standartenführer Silvester Stad- in offiziellen Lehrmaterialien selten zu finden sind, kritisch
auseinanderzusetzen.
ler, reichte hierauf einen Tatbericht beim Divisions-
gericht ein und veranlaßte damit eine kriegsgericht- Verzeichnis der bisher erschienenen Folgen gegen Rückporto
anzufordern bei:
liche Untersuchung.
UN • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)
14. Die erwähnten Tatsachenvorgänge fanden Be-
rücksichtigung:
UN • Unabhängige Nachrichten 1/1995 • Seiten 5-8

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Vor 50 Jahren: Dresden


Das war kein Krieg mehr - das war Mord!
Den Toten zum Gedenken,
den Lebenden zur Mahnung: ERINNERUNG IST
DAS GEHEIMNIS DER
VERSÖHNUNG
JÜDISCHES SPRICHWORT

macht den Treibstoff zu entziehen. Derartige Vor-


schläge brachten Churchill zum Rasen. Worte von
Churchill:
»Ich möchte keine Vorschläge hören, wie wir die
deutsche Kriegswirtschaft sowie die Maschinerie
außer Gefecht setzen können, ich möchte Vorschlä-
ge haben, wie wir die deutschen Flüchtlinge bei
ihrem Entkommen aus Breslau braten können.«
Der geeignetste Weg zu diesem Ziel schien Chur-
chill, die Hunderttausende Frauen, Kinder, Verletz-
te, Alte, Kriegsversehrte in Dresden ohne Fluchtweg
Leichenverbrennung auf dem Altmarkt in Dresden und verteidigungslos eingeschlossen zu wissen.
Zwischen den Mauern der Stadt konnte es im Gegen-
Der Untergang von Dresden satz zum freien Feld kein Entkommen geben. Als die
Zahl der in Dresden angelangten Flüchtlinge die Zahl
Der gigantischste Bombereinsatz der Weltgeschich- 600.000 überschritten und damit mehr als 1.200.000
te sollte bereits im Januar 1945 erfolgen. Churchill Menschen zusammengepfercht in Elbflorenz auf die
wußte jedoch von den gewaltigen Flüchtlingsströ- Beendigung des für die Alliierten zu diesem Zeit-
men. Insbesondere von der Flüchtlingswelle aus Bres- punkt längst gewonnenen Krieges hofften, zog in der
lau, die sich in Richtung Dresden fortbewegte. Von Nacht vom 13. auf 14. Februar 1945 das Unheil am
seinen Generälen kamen Vorschläge, deutsche Hy- fernen Horizont auf. Das Alliierte Oberkommando
drierwerke zu zerstören, um der deutschen Wehr- stellte zu diesem Zeitpunkt fest, daß es in Dresden
weder Flakabwehr noch Nachtjäger gab und daß alle
Krankenhäuser, Standort- sowie Hilfslazarette über-
»Es ist uns gelungen, 6 Millio- füllt waren.
nen zu töten. Das größte Bombenaufgebot der Menschheitsge-
schichte, die Flotte der Vereinten Nationen, erhielt
Und es wird uns vielleicht noch von Churchill am 13. Februar 1945 unter dem Deck-
gelingen, eine Million zu töten, namen »Clarion« den Mordbefehl. Die Hinrichtung
Dresdens war damit besiegelt. Der englische Luft-
bevor der Krieg aus ist.« marschall Arthur Harris (»Bomber-Harris«) setzte
Winston Churchill, für diesen Holocaust an der deutschen Zivilbevölke-
Premier-Minister des Vereinigten Königreichs, rung tausende US-amerikanische und britische vier-
am 7.2.1945 auf der Konferenz von Jalta. motorige Bomber, einmotorige Jäger und Jagdbom-
ber ein.
DRESDEN 1945
I3.-I4. FEBRUAR
Alliierter Massenmord am deutschen Volk
"Nur die tägliche Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit führt zur Versöhnung"
Immerwährende Mahnung der Staatslenker der BR Deutschland
v. Weizsäcker Süssmuth Kohl Bubis Herzog
UN-Kleinplakat 951 - Unabhängige Nachrichten, Postfach 400215, D-44736 Bochum
ViSdP: RK-Druck und Vertrieb, Käthe-Kollwitz-Str. 10, 58093 Hagen. Einzelpreis einschl. Porto und MWSt.: 5.--DM
UN 1/1995, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)

»WER DAS WEINEN


VERLERNT HAT, DER
LERNT ES WIEDER
BEIM UNTERGANG
DRESDENS«
GERHARD HAUPTMANN

»Lebende Fackeln
im Feuersturm«
»Zwischen Wolle-Leupold und dem Fernsprechamt
wirbelten drei brennende Frauen herum - irrsinnig
schreiende, riesige menschliche Fackeln«, berichtete
eine Telefonistin, die im Fernsprechamt Dienst hatte.
»Es war nicht anzusehen, und ein paar Arbeiter
»Bis zum 20.3.1945 abends wurden 202.040 wollten sie retten. Einer hatte irgendwo eine Wäsche-
Tote, überwiegend Frauen und Kinder, leine erwischt, ein anderer riß eine Decke von der
geborgen. Es ist damit zu rechnen, daß die Tragbahre, tauchte sie in ein Löschwasserfaß, wik-
Zahl auf 250.000 Tote ansteigen wird. kelte sich vom Kopf bis zu den Knien in den triefen-
den Fetzen, schlang die Leine darüber und rannte
Für den Befehlshaber der Ordnungspolizei, durch den Seitenausgang hinaus. Er versuchte, über
gez. Grosse, Dresden den 22.3.1945« die Straße zu kommen. In der Mitte erfaßte ihn der
Flammensturm und wirbelte ihn gegen den Post-
platz. Noch wollte er nicht zurück, wollte helfen, die
lebenden Fackeln zu löschen. Aber vergebens. Jetzt
kroch er auf dem Bauch, winselnd vor Schmerz. Der
Auszüge aus dem Buch »Zerstörung und Wie-
Dampf auf der siedenden Decke wurde quälender als
deraufbau von Dresden« von Max Seydewitz,
Staub und Qualm und Flammen um ihn her. Auf der
Kongress-Verlag, Berlin (Ost), 1955:
Straßenmitte packte ihn eine neue Feuerzunge und
» Hölle Innenstadt « wirbelte ihn wieder dem Postplatz zu. So weit, daß
die Wäscheleine nicht mehr reichte. Als wir ihn
Es ist unmöglich, alle die grauenhaften hereingezogen hatten, fielen die letzten glimmenden
Einzelheiten des entsetzlichen Geschehens zu Zunderfetzen von seinem Leib. Über das krebsrote,
schildern, das die Menschen bei dem Hagel von verbrühte und verbrannte Gesicht lief ein schmerzli-
Spreng- und Brandbomben auf die ungeschützte, ches Zucken. Aus seinem Mund mit den festverbis-
übervölkerte Stadt erleiden mußten. Die meisten senen Zähnen preßte sich ein tierischer Laut, rauh
der wehrlosen Opfer, die das Schrecklichste und rissig, als bräche eine Stahlplatte. Der zuckende,
erlebten, sind tot und können nicht mehr sprechen. nackte verbrannte Körper wollte sich winden, auf-
Aber außer diesen stummen Anklägern gibt es in bäumen, wälzen. Er fing an zu zucken, streckte sich
Dresden noch Zehntausende Männer und Frauen, und lag plötzlich still. Der Krampf, der die Kinnlade
die in der von den anglo-amerikanischen Bombern band, löste sich. Still, ganz still lag er - tot.«
zur Hölle gemachten Stadt die unsagbaren Qualen
und Schrecken der Auswirkung moderner Barbarei
durchlitten und die nur durch besonders glückliche Auf dem Stundenplan - Folge 21 • UN 1/1995
Umstände das nackte Leben retten konnten. Sie
alle packt stets von neuem das Grauen, wenn sie ViSdP: Rüdiger Kahsner. Anschrift siehe Innenblatt
sich an ihre Erlebnisse in der Nacht vom 13. zum 14. Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, so-
Februar erinnern, und den meisten von ihnen fällt es weit der Spendeneingang dies ermöglicht, Abdruck gestattet.
noch immer schwer, darüber ohne innere Spendenkonto: Bankeinzug
Erschütterung zu sprechen ...
UN • Unabhängige Nachrichten 9/1995 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945:

Vor 50 Jahren beschlossen die Alliierten die


»Ethnische Säuberung« Ostdeutschlands
als »Friedenslösung«
Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 trafen sich im
zerstörten Deutschland die Sieger, um ihre Projektstunde Bosnien:
Abmachungen über die Aufteilung des
Deutschen Reiches zu treffen. »Ethnische Säuberungen -
Heraus kam das sogenannte »Potsdamer Abkom- Verbrechen oder
men«, eigentlich nur ein Konferenzprotokoll, in
dem über das Beuteobjekt keine volle Überein- Friedenslösung?«
stimmung mehr erzielt werden konnte. Die lange
vorbereitete und bereits in Gang befindliche These:
Vertreibung der Deutschen wurde als Tatsache
hingenommen. »Wer sich heute über »ethnische
Diese »ethnische Säuberung« wurde von denen, Säuberungen« in Bosnien, Serbien und
die im Namen der Humanität, der Menschen- Kroatien empört, ist ein Heuchler, wenn
rechte, der Demokratie und sonstiger »westlicher
Werte« das Deutsche Reich zertrümmert hatten, er die größte ethnische Säuberung der
als Mittel der modernen Politik eingeführt. neueren Zeitgeschichte, die Vertreibung
Siebzig Tage nach der am 7. Mai 1945 um 2.41 Uhr im der Deutschen, verharmlost,
Hauptquartier Eisenhowers in Reims erfolgten e n t s c h u l d i g t , a k z e p t i e r t und
bedingungslosen Kapitulation der deutschen
Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf
für endgültig erklärt.«
allen Kriegsschauplätzen durch Generaloberst Jodl, 54 Wer vertritt die Antithese?
Tage nach der Gefangensetzung der
Geschäftsführenden Deutschen Reichsregierung gebilligt hat und denen es blind vertraut hat, began-
unter Großadmiral Dönitz am 23. Mai 1945, 42 Tage gen wurden.«
nach der am 5. Juni 1945 getroffenen »Feststellung«
In Teil »A. Politische Grundsätze« wird formuliert:
der »Vier Mächte«, daß Deutschland innerhalb
seiner Grenzen, wie sie am 31. Dezember 1937 »Soweit dieses praktisch durchführbar ist, muß die
bestanden, für Besatzungszwecke in vier Zonen Behandlung der deutschen Bevölkerung in ganz
aufgeteilt wird, trafen sich am 17. Juli 1945 die Deutschland gleich sein.«
»Großen Drei« -Truman, Stalin und Churchill - zu der Eine Gleichbehandlung war jedoch a priori unmög-
»Berliner Konferenz der drei Mächte«, die das lich und ausgeschlossen, denn unter VI. heißt es:
bezeichnende Codewort »Terminal« (=Endstation) »Die Konferenz hat grundsätzlich dem Vorschlag
trug. der Sowjetregierung hinsichtlich der endgültigen
Die »Drei Mächte« unterzeichneten am 2. August Übergabe der Stadt Königsberg und des anliegenden
1945 das »Potsdamer Abkommen«. In Abschnitt »III. Gebietes an die Sowjetunion... zugestimmt,«
Deutschland« heißt es: Und unter »IX. Polen b)« lautet der Text:
»Alliierte Armeen führen die Besetzung von ganz »Bezüglich der Westgrenze Polens wurde folgendes
Deutschland durch, und das deutsche Volk fängt an. Abkommen erzielt: ... Die Häupter der drei
die furchtbaren Verbrechen zu büßen, die unter der Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, daß die
Leitung derer, welche es zur Zeit ihrer Erfolge offen endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis zu
UN 09/1995, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-44736 Bochum

der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll.


Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin
überein, daß bis zur endgültigen Festlegung der
Westgrenze Polens die früher deutschen Gebiete...
einschließlich des Gebietes der früheren Freien
Stadt Danzig unter die Verwaltung des polnischen
Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als
Teil der sowjetischen Besatzungszone in
Deutschland betrachtet werden sollen. «

Unter »Ordnungsgemäße Überführung deutscher


Bevölkerungsteile« XIII. heißt es:
»Die drei Regierungen haben die Frage unter allen
Gesichtspunkten beraten und erkennen an, daß die
Überführung der deutschen Bevölkerung oder
Bestandteile derselben, die in Polen,
Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben
sind, nach Deutschland durchgeführt werden muß. «
Offenkundig steht dabei das »Potsdamer
Abkommen« in krassem Gegensatz zu der »Berliner Die brutale Vertreibung der ost- und sudetendeut-
Erklärung« vom 5. Juni 1945. Die vier Großmächte schen Bevölkerung demonstrierte, daß die
übernahmen »hiermit die oberste Regierungsgewalt Siegermächte in vergleichbaren Kategorien rüc-
in Deutschland«; dies geschah nach ihren Worten, ksichtsloser Machtpolitik dachten wie der besiegte
um »Vorkehrungen für die Einstellung weiterer Diktator Hitler. Der Hinweis von Potsdam, daß die
Feindseligkeiten seitens der deutschen Streitkräfte, Vertreibung »human und geregelt« erfolgen solle,
für die Aufrechterhaltung der Ordnung in war eine Farce. Letztlich bezahlten die Vertriebenen
Deutschland und für die Verwaltung des Landes zu für die Hybris von Politikern mit realem Unglück
treffen« »Die Übernahme zu den vorstehend und Leid. Es war der konkrete Wunsch der
genannten Zwecken der besagten Besatzungsgewalt Alliierten, die deutsche Nation kollektiv zu bestra-
und Befugnisse bewirkt nicht die Annektierung fen. Die Versprechungen der »Atlantik-Charta« von
Deutschlands.« 1941 für eine gerechte und humane Welt nach Hitler
wurden achtlos beiseite geschoben.
Der Parlamentarische Rat hat den Fortbestand
Deutschlands in den Grenzen von 1937 verfassungs- Wie treffend waren die Worte des Dekans der
rechtlich fortgeschrieben: Satz 1 der Präambel zum philosophischen Fakultät der Stadt Königsberg, die
Grundgesetz betont den Willen des deutschen er im März 1945 über den Rundfunk an die Welt
Volkes, »seine nationale und staatliche Einheit zu richtete:
wahren«; Satz 3 der Präambel verpflichtet alle »Ich spreche aus einem Trümmerhaufen.
Staatsorgane, »in freier Selbstbestimmung die In zwei Nächten des Augusts haben
Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden«. britische Bomber Leben und Gestalt der
Hierdurch sollte nach den Ausführungen des Innenstadt Königsberg ausgelöscht. Ich
Abgeordneten Zinn (SPD) darauf hingewiesen spreche nicht von den unmenschlichen
werden, »daß für uns der Anspruch auf Unteilbarkeit Geschehnissen, die sich bei diesen
des nach unserer Auffassung staatsrechtlich noch britischen Vernichtungsangriffen gegen
existenten Deutschland unverzichtbar ist, jenes zivile Bürger ereignet haben. Jene hölli-
Deutschland, wie es durch die Verfassung von schen Nächte enthüllten auch dieser
Stadt, daß die Grausamkeiten des gegen-
Weimar errichtet oder geschaffen worden ist«. Doch
wärtigen Krieges schon unter uns
die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges haben Europäern - von den teuflischen
sich nicht an die Schranken gehalten, die das allge- Grausamkeiten der Russen schweige ich
meine Völkerrecht, insbesondere der 3. Abschnitt der so ins Maßlose gestiegen sind, daß am
Haager Landkriegsordnung, »der Ausübung militäri- Ende keiner, kein einziger der Beteiligten,
scher Gewalt auf besetztem feindlichen Gebiet« und sei er noch so selbstgerecht geson-
setzt. Sie leiteten ihre Befugnisse nicht aus dem nen über den Gegner moralisch Gericht
Recht, sondern aus dem Sieg her, den eigens halten könnte, ohne damit sein Innerstes
erfundenen sog. »occupatio sui generis«. zu schänden und Gott zu lästern.«
Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-44736 Bochum UN 09/1995, Seite 7

Ähnlich urteilte der große katholische englische Ein drittes Zeugnis seiner Unmenschlichkeit legt
Schriftsteller Graham Greene: »Wer nach dem Churchill am 27. Februar 1945 vor dem briti-
großen Luftangriff auf Dresden die Ruinen dieser schen Unterhaus ab:
Stadt gesehen hat, der muß sagen, daß dort ein »Wir brauchen nicht zu fürchten, daß die Aufgabe,
größeres Kriegsverbrechen begangen wurde, als die neue Grenzlinie zu halten, sich als zu schwer für
beim Atombombenangriff auf Hiroshima.« die Polen erweisen, oder eine neue deutsche
Insbesondere das Vertreibungsverbrechen war kein Revanche heraufbeschwören wird oder künftige
spontaner Akt, sondern ein langfristig geplanter Kriege in sich tragen werde. Wir gedenken weitaus
menschenverachtender »Kuhhandel« unter den drastischere und wirksamere Maßnahmen als nach
Alliierten. Schon vor der »Erklärung von Jalta« vom dem letzten Kriege zu ergreifen, weil wir jetzt mehr
11. Februar 1945, in der die »Großen Drei« von diesem Geschäft verstehen, so daß ein offensives
anerkannten, »daß Polen einen beträchtlichen Vorgehen von seiten Deutschlands auf Generationen
Gebietszuwachs im Norden und Westen erhalten hinaus gänzlich unmöglich gemacht werden wird...
muß«, äußerte sich Churchill sehr offen zur wir lassen uns gegenüber Polen und der UdSSR von
Vertreibung. dem Grundsatz leiten, daß wir jeden unterstützen,
der diese Hunnen töten kann. «
Am 15.12.1944 proklamierte Churchill hatte ja bereits am 3. September 1939 im
Churchill die »ethnische Rundfunk verkündet: »Dieser Krieg ist Englands
Säuberung« Krieg! Sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands...
Vorwärts, Soldaten Christi!«
Am 15. Dezember 1944 berichtete der britische
Premier vor dem Londoner Unterhaus:
»Es wird den Polen freigestellt, ihr Staatsgebiet
»Es wird eine Total-Austreibung der
nach ihrer Wahl und ihrem Belieben auf Kosten Deutschen stattfinden ... Es wird
Deutschlands nach Westen zu erweitern. Polen - keine Vermischung der Bevölkerung
werde im Norden das ganze deutsche Ostpreußen erwünscht...
südlich und westlich von Königsberg erhalten,
einschließlich von Danzig, das eine der prächtigsten Solche Zwangsvertreibung ist die
Städte der Welt... sei... Die Polen werden gesunde zufriedenstellendste und dauer-
und lebenskräftige Gebiete mit hochentwickelter hafteste Methode.«
Industrie... erhalten.
Winston Churchill, geehrt mit dem
Gleichzeitig wird eine Austreibung der Deutschen
durchgeführt werden. Es wird eine Total- bundesdeutschen Aachener Karlspreis
Austreibung der Deutschen aus allen Gebieten
stattfinden, die den Polen zugesprochen sind ...Es Zurück zum »Potsdamer Abkommen« wie der
wird keine Vermischung der Bevölkerung gewünscht »Berliner Erklärung«, die die Kriegsziele der
... Eine solche Zwangsvertreibung ist die Siegermächte verschleierten und so den Nährboden
zufriedenstellendste und dauerhafteste Methode ... für viele Hoffnungen boten. Auch hier wurden von
Ich vermag nicht einzusehen, warum sich nicht in englischer Seite keine Illusionen geweckt. Zum
Deutschland Raum für die deutsche Bevölkerung geteilten Deutschland sagte der britische
Ostpreußens und der übrigen von mir erwähnten Arbeitsminister Elliot 1953 in Königswinter:
Gebiete finden lassen werde...« »Auch wenn ich mich einer Indiskretion schuldig
In der Unterhaussitzung vom 7. Februar 1945 mache, so muß ich dennoch auf die Auffassung
sagte Churchill: verweisen, daß eine Teilung Deutschlands der
europäischen Integration und dem Frieden der Welt
»Im Hinblick auf die Oder-Neiße-Grenze möchte ich dienlich ist. Dieser Tatsache hat man ins Auge zu
erklären, daß ich immer die Ausdehnung Polens sehen.«
nach Westen, also auf Kosten Deutschlands
Laut »Der Spiegel« vom 24. August 1960 stellte das
anerkannt habe. Die Polen sollen Freiheit erhalten,
britische Unterhausmitglied Patrik Kirk zur »Oder-
soviel deutsche Gebiete zu übernehmen, als sie
Neiße-Linie« fest:
wünschen. Ich möchte die polnische Gans aber nicht
nudeln, bis sie an Verdauungsstörungen durch zuviel »Die überwältigende Majorität des britischen
deutsches Gebiet eingeht. Ich bin mir auch bewußt, Volkes sieht die Oder-Neiße-Grenze zwischen
daß viele Engländer über den Gedanken entsetzt Deutschland und Polen als endgültig an, und unser
sind, Millionen von Menschen gewaltsam Land wird keinen Finger rühren, um sie ändern zu
umzusiedeln ... Ich persönlich bin darüber nicht helfen...«
entsetzt ...Wir haben sechs bis sieben Millionen Auch der britische Feldmarschall Montgomery
Deutsche getötet, so daß es in Deutschland Platz für enthüllt 1960 in seinem Buch »The Path of
die Ostdeutschen gibt!« Leadership«:
UN 09/1995, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 40 02 15 • D-44736 Bochum

»Kein Volk der Erde wünscht ein wiedervereinigtes


Deutschland. Jeder westliche Führer hat in Privat-
unterhaltungen mit mir zugegeben, daß es höchst
Auf dem Stundenplan
- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
unklug wäre, die beiden deutschen Staaten wieder-
zuvereinigen. Aber keiner wagt es, dies öffentlich zu Bisher sind folgende Blätter erschienen:
sagen, aus Angst, die Deutschen zu beleidigen...« Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete -
Verzicht oder nicht?
Einen Einblick in das englische Gefühlsleben ge-
währte der »Manchester Guardian Weekly« anläß- Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte durch
lich des Besuchs der englischen Königin in Deutsch- Schulbuch Bla-BIa
land am 20. Mai 1965 mit folgender Notiz:
Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
»Es wäre töricht, anzunehmen, daß die Deutschen sondern 65. Jahr nach Versailles!
für uns auch eine europäische Nation sind, wie etwa
Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart:
die Franzosen, Dänen, Polen. Sie sind es nicht und
Der 1. September 1939
werden es nie sein...«
Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und
Als Präsident der beratenden Versammlung des Versailles: Der Betrug im Schulbuch
Europarates bekannte Sir Geoffry de Freitas im Mai
Folge 6: Vorsicht: Tretminen im Schulbuch! Stichwort:
1967 in Genf: »Wir schlafen besser, seit Deutschland
Das Hoßbach-Protokoll
geteilt ist.«
Folge 7: Der böse Deutsche
Folge 6: Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
Diesem beruhigenden Schlaf haben die Mitteldeut-
Folge 9: Die Tschechen - Ein »slawisches Volk«?
schen 1989 ein unsanftes Ende bereitet - auf friedli-
Von Kiel bis Kärnten «slawischer« Boden?
chem Wege in Wahrnehmung des Selbstbestim- Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
mungsrechtes! Folge 11: Der Bromberger Blutsonntag
Die Vertreibung der Deutschen ist präzedenzlos in Folge 12: Südafrika und Deutsch-Südwest
der christlich-abendländischen Geschichte. Das hi- Folge 13: Die Reichskristallnacht
Folge 14: Ein Dokument zur Zeitgeschichte:
storische Urteil über diesen bestialischen Vorgang ist
Die »Jüdische Kriegserklärung« vom 24. März 1933
noch nicht gesprochen. Das »Potsdamer Abkom-
men« ist rechtlich nichts anderes als ein Schlußkom- Folge 15: Katyn - Wieder eine angeblich »feststehende
munique einer Konferenz von Siegermächten. Es historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
behandelt die Vertreibungsmaßnahmen als eine Tat-
Folge 16: Deutschland wollte Frieden
sache und fordert, daß sie »in ordnungsgemäßer und Die 16 Punkte der Deutschen Reichsregierung
humaner Weise erfolgen« soll. Dies ist nicht gesche- vom 31.8.1939
hen.
Folge 17: Dresden wurde zum Opfer der Barbarei
Es ist eine allgemeinkundige geschichtliche Tatsa- (von Ulrike Meinhof)
che, in welcher furchtbaren und barbarischen Bruta-
lität die Vertreibung der Deutschen durchgeführt Folge 18: Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat?
wurde. Einkommensvergleich Asylbewerber- Facharbeiterfamilie

Die »ethnische Säuberung« wurde so von den Folge 19: Die Umerziehung - Über die Methodik der
demokratischen, humanistischen, christlichen Umerziehung von Einzelnen und Völkern
Siegern vor 50 Jahren als Mittel der modernen
Folge 20: Der Fall Oradour: Greuelpropaganda –
Politik und als angebliche »Friedenslösung« ein-
neu aufgewärmt
geführt.
Der vorstehende Beitrag wurde für den Schulgebrauch auf der Folge 21: Vor 50 Jahren - Dresden:
Basis eines Artikels von Dr. Wolfgang Thüne erarbeitet, der unter Das war kein Krieg mehr, das war Mord!
dem Titel »50 Jahre ethnische Vertreibung« im »Ostpreußen-
blatt« Nr. 30/1995 veröffentlicht wurde.
Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren: Die
Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung«
Auf dem Stundenplan - Folge 22 - UN 9/1995 Ostdeutschlands als »Friedenslösung«
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UN • Unabhängige Nachrichten 12/1996 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN ____________________

Die Fundamente der Nachkriegslehre brechen weg:


Der dogmatisierte Lehrsatz:
»Hitler-Deutschland überfiel
friedliebende Sowjetunion«
ist endgültig widerlegt
Forscher der historischen Fakultät der Universi-
tät Nowosibirsk haben 1995 in einem Moskauer Verbote können
Sonderarchiv unter der Kenn-Nummer F. 7/op. 1/
d. 1223 ein Dokument mit dem Originaltext einer Wahrheit nicht
Stalin-Rede gefunden, die die Lehre von der deut-
schen Kriegsschuld widerlegt und das gesamte aufhalten!
Gebäude der offiziellen Zeitgeschichtsschreibung BR Deutschland:
zum Einsturz bringt.
»Der Historiker Prof. Wippermann von
Die Rede des Sowjet-Diktators Joseph Stalin vom der »Freien Universität« (FU) in Berlin
19. August 1939 belegt die damalige geheime Hoch- hat die Forderung erhoben, man möge
rüstung der Roten Armee mit dem erklärten Ziel, die Verbreitung der »Kriegsschuld-
einen Angriffskrieg zur weltrevolutionären Bolsche- Lüge« genau so unter Strafe stellen wie
wisierung des westlichen Europas zu führen. Nur die »Auschwitz-Lüge«.
vier Tage vor dieser Rede hatte Stalin den Nichtan- (»PHI-Deutschlanddienst« Nr. 25/96 vom 24.7.1996)
griffspakt zwischen der Sowjetunion und dem Deut-
schen Reich unterzeichnet, der für die offiziellen Republik Österreich:
bundesdeutschen Geschichtsschreiber bis heute als »Schon die Leugnung der Alleinschuld
Beleg dafür gilt, daß der kriegslüsterne Hitler eine Hitlerdeutschlands am Ausbruch des
friedliebende, nichtsahnende Sowjetunion überfallen Zweiten Weltkriegs erfüllt in objektiver
habe. Umsicht den Tatbestand national-
sozialistischer Wiederbetätigung.«
In Wahrheit plante Stalin jedoch, Hitler zu ermuti- (»Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus«,
gen, Polen anzugreifen und dann Deutschland für Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, Wien
1993, Seite 378)
einen Erschöpfungskrieg gegen Großbritannien und
Frankreich scheinbar den Rücken freizuhalten, bis und 1993/94 wurde sie in den angesehenen Moskau-
die Sowjetarmee die darniederliegenden europäi- er Blättern »Nowir Mir« und »Ilswestija« veröffent-
schen Staaten allesamt würde überrennen können. licht und als echt bestätigt.
Es ist nur zu verständlich, daß die Verfechter der Für das bundesdeutsche Politik- und Staatsge-
deutschen Kriegsschuld und Alleinschuld an al- bäude, das nach Prof. Eschenburg auf der unbe-
lem Unglück der Welt jammern, aufheulen und strittenen und alleinigen Schuld Deutschlands
mit allen nur denkbaren Mitteln versuchen, den ruht, war und ist dieser Fund so brisant und
Durchbrach der historischen Wahrheit zu ver- vernichtend, daß die »Welt« sechs Wochen spä-
hindern. ter, am 31. August 1996 (freiwillig??) »widerru-
Am 16. Juli 1996 wagte es die »Welt«, über diese fen« mußte(??):
Stalin-Rede zu berichten, die für staats(geld)-unab-
Auf den Innenseiten:
hängige Zeitgeschichtsforscher und Wahrheitssu- Der russische Originaltext (Ausschnitt) und die deutsche
cher nicht neu ist: Die französische Nachrichten- Übersetzung der Rede.
agentur »Havas« hatte sie schon 1939 veröffentlicht
Das Dokument zur Zeitgeschichte
Anlage

Text der Rede Stalins auf der Vollversammlung des Politbüros des ZK der WKP (b) vom 19. August 1939
in der Fassung, die von T. S. Buscewoj in den geheimen Fonds der Siegeszeichen des Sonderarchivs der UdSSR
entdeckt wurde (Zentrum zur Aufbewahrung der historisch-dokumentarischen Sammlung des ehemaligen
Sonderarchivs der UdSSR, F 7, op 1, d. 1223).
»Die Frage Krieg oder Frieden tritt in eine für uns kritische Phase. Wenn wir den Vertrag über gegenseitige Hilfe
mit Frankreich und Großbritannien abschließen, wird Deutschland auf Polen verzichten und einen ‚Modus
vivendi’ mit den Westmächten suchen. Der Krieg wird abgewendet, aber im weiteren können die Ereignisse
einen für die UdSSR gefährlichen Charakter annehmen. Wenn wir den Vorschlag Deutschlands über den
Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit ihnen annehmen, werden sie natürlich Polen überfallen und der Eintritt
Frankreichs und Englands in diesen Krieg wird unvermeidlich. Westeuropa wird von ernsthaften Unruhen und
Unordnung ergriffen werden. Unter diesen Bedingungen werden wir große Chancen haben, außerhalb des
Konfliktes zu verbleiben, und wir können auf unseren vorteilhaften Kriegseintritt hoffen.
Die Erfahrung der letzten 20 Jahre zeigt, daß in Friedenszeiten eine kommunistische Bewegung in Europa keine
Chancen hat, die stark genug wären, die Macht zu ergreifen. Die Diktatur einer solchen Partei wird nur als Resultat
eines großen Krieges möglich. Wir werden unsere Wahl treffen, und die ist eindeutig. Wir müssen den deutschen
Vorschlag annehmen und die anglo-französische Mission höflich zurückschicken. Der erste Vorteil, den wir uns
zunutze machen, wird die Einnahme Polens bis zu den Toren Warschaus sein, das ukrainische Galizien mit
eingeschlossen.
Deutschland behält uns die volle Handlungsfreiheit in den baltischen Staaten vor und erhebt keinen Einspruch
in Sachen Rückkehr Bessarabiens in die UdSSR. Sie sind bereit, uns Rumänien, Bulgarien und Ungarn in der
Eigenschaft als Einflußsphären abzutreten. Als offen verbleibt die Frage in Verbindung mit Jugoslawien ...
Gleichzeitig müssen wir die Folgen in Betracht ziehen, die sich sowohl aus einer Niederlage, wie auch aus einem
Sieg Deutschlands ergeben werden. Im Falle einer Niederlage Deutschlands folgt unausweichlich die Sowjeti-
sierung Deutschlands und die Schaffung einer kommunistischen Regierung. Wir dürfen auch nicht vergessen,
daß ein sowjetisiertes Deutschland sich vor einer großen Gefahr befindet, falls diese Sowjetisierung sich als
Folge einer Niederlage in einem Blitzkrieg erweist. England und Frankreich werden noch über ausreichend
Stärke verfügen, um Berlin einzunehmen und ein sowjetisches Deutschland zu verhindern. Und wir werden nicht
in der Lage sein, unseren bolschewistischen Genossen in Berlin zu Hilfe zu kommen.
Auf diese Weise besteht unsere Aufgabe darin, daß Deutschland einen möglichst längeren Krieg führen sollte,
mit dem Ziel, daß England und Frankreich ermüden und bis zu einem Grade geschwächt sind, daß sie nicht mehr
in der Lage wären, eine Bedrohung für ein sowjetisches Deutschland darzustellen. Während wir eine Position der
Neutralität beibehalten und unsere Stunde abwarten, wird die UdSSR dem jetzigen Deutschland Hilfe erweisen,
indem wir es mit Rohstoffen und Lebensmitteln versorgen. Es versteht sich aber von selbst, daß unsere Hilfe
bestimmte Größenordnungen nicht dahingehend übersteigen soll, die unsere eigene Wirtschaft aushöhlen und die
Schlagkraft unserer Armee schwächen könnten.
Gleichzeitig müssen wir eine aktive kommunistische Propaganda, besonders im anglo-französischen Block - und
hier vorrangig in Frankreich - führen. Wir müssen darauf vorbereitet sein, daß die Partei in diesen Ländern
während des Krieges gezwungen sein wird, sich von ihrer legalen Tätigkeit zu verabschieden und in den
Untergrund zu gehen. Wir sind uns im klaren darüber, daß diese Arbeit viele Opfer fordern wird, aber unsere
französischen Genossen werden keine Bedenken hegen. Zu ihren Aufgaben werden in erster Linie die Zersetzung
und Demoralisierung von Armee und Militär gehören. Wenn diese vorbereitende Tätigkeit in der gebührenden
Form ausgeführt wird, ist die Sicherheit von Sowjetdeutschland gewährleistet, und das wiederum wird einer
Sowjetisierung Frankreichs förderlich sein.
Für die Realisierung dieser Pläne ist es unumgänglich, daß der Krieg solange wie möglich ausgedehnt wird, und
genau in diese Richtung müssen alle Kräfte gerichtet werden, mit denen wir in Westeuropa und auf dem Balkan
aktiv werden.
Betrachten wir nun eine zweite Annahme, d. h. einen Sieg Deutschlands. Einige haben sich die Ansicht zueigen
gemacht, daß diese Möglichkeit uns vor eine große Gefahr stellt. Ein Quentchen Wahrheit liegt in dieser
Behauptung, aber es wäre ein Fehler zu denken, daß diese Gefahr so nahe und so groß werden wird, wie sie sich
von einigen vorgestellt wird. Wenn Deutschland den Sieg davonträgt, geht es aus dem Krieg zu entkräftet hervor.
Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein) UN 12/1996, Seite 7

als daß es in einen militärischen


Konflikt eintritt, der wenigstens 10
Jahre dauert.
Deutschlands Hauptsorge wird die
Beobachtung der besiegten Staaten
England und Frankreich sein, um
dort Widerstandsbewegungen nie-
derzuhalten. Andererseits wird ein
siegreiches Deutschland riesige
Territorien einnehmen und somit
im Verlaufe vieler Jahrzehnte mit
'deren Nutzbarmachung' und der
Herstellung der deutschen Ordnung
beschäftigt sein. Es ist offensicht-
lich, daß Deutschland an anderem
Platz sehr beschäftigt ist, als sich
gegen uns zu wenden. Es gibt noch
eine Sache, die unserer Sicherheit
dient. In einem besiegten Frank-
reich wird die FKP sehr stark sein.
Die kommunistische Revolution
wird unausweichlich stattfinden,
und wir können diesen Umstand
dahingehend ausnutzen, Frankreich
zu Hilfe zu kommen und es zu
unserem Verbündeten zu machen.
Im weiteren werden alle Völker,
die unter den 'Schutz' des siegrei-
chen Deutschlands gefallen sind,
ebenso zu unseren Verbündeten
werden. Vor uns liegt ein weites
Tätigkeitsfeld zur Entwicklung der
Weltrevolution.

Genossen! Im Interesse der UdSSR


- der Heimat der Werktätigen - da-
mit der Krieg ausbricht zwischen
dem Reich und dem kapitalistischen
anglo-französischen Block! Man
muß alles tun, damit dieser so lange
wie möglich ausgedehnt wird mit
dem Ziel der Schwächung beider
Seiten. Vorrangig aus diesem Grun-
de müssen wir dem Abschluß des
von Deutschland vorgeschlagenen
Paktes zustimmen und daran arbei-
ten, daß dieser Krieg, der eines Ta-
ges erklärt werden wird, in die ma-
ximal mögliche zeitliche Ausdeh-
nung geführt wird. Es wird not-
wendig, in den eingetretenen Län-
dern die propagandistische Arbeit Das Dokument mit der Kenn-Nummer F. 7/op. 1/d. 1223 aus einem streng
dahingehend zu verstärken, daß sie geheimen Moskauer Sonderarchiv. Die Rede Stalins vom 19. August
vorbereitet sind für die Zeit nach 1939 belegt das feste Ziel, Deutschland und Westeuropa zu bolschewisie-
dem Krieg ...« ren.
UN 12/1996, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)

Ein hilfloser Rettungsversuch Auf dem Stundenplan


Am 31.8.1996 veröffentlichte die »Welt« einen Ar- - Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
tikel des Leiters des Cummingsinstitutes an der Uni-
versität Tel Aviv (Israel), Prof. Gabriel Gorodetsky, Bisher sind folgende Blätter erschienen:
der diese Stalin-Rede in verdächtiger (verständli- Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete - Verzicht oder
cher!) Eile wenige Wochen nach ihrem Bekanntwer- nicht?
den in der BR Deutschland und in Österreich schnell Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte durch Schul-
und einfach als falsch bezeichnete: buch-Bla-BIa

Sie sei eine Fälschung des französischen Geheim- Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
dienstes mit dem Ziel, in Frankreich Stimmung zu sondern 65. Jahr nach Versailles!
machen für ein Eingreifen gegen die Sowjetunion Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart: Der 1.
wegen deren Einmarsches in Finnland. Es lohnt September 1939
nicht, das ganze Elaborat des Prof. Gorodetsky zu Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Ver-
analysieren, das offensichtlich nach dem Motto ent- sailles: Der Betrug im Schulbuch
stand, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Es
Folge 6: Vorsicht: Tretminen im Schulbuch! Stichwort: Das
genügt, auf von ihm genannte Daten hinzuweisen, Hoßbach-Protokoll
die sein Papier als das entlarven, was es ist: ein letzter
Folge 7: Der böse Deutsche
verzweifelter Versuch, den Durchbruch der Wahr-
heit zu verhindern: Folge 8: Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour

Prof. Gorodetsky gibt als Datum der angeblichen Folge 9: Die Tschechen - Ein »slawisches Volk»? Von Kiel
Fälschung den 23.12.1939 an. bis Kärnten »slawischer« Boden?

Folge 10: Lehren der Weimarer Republik


Aber am 30.11.1939 hatte die parteiamtliche »Pra-
wda« schon ein Gespräch mit Stalin über diese seine Folge 11: Der Bromberger Blutsonntag
Rede vom 19.8.1939 veröffentlicht, in der er (wie in
Folge 12: Südafrika und Deutsch-Südwest
der Diplomatie üblich) alles abstritt.
Folge 13: Die Reichskristallnacht
Stalin hat also am 30. November 1939 etwas abge-
stritten, was - nach Prof. Gorodetsky! - der französi- Folge 14: Ein Dokument zur Zeitgeschichte: Die »Jüdische
sche Geheimdienst erst am 23. Dezember 1939 er- Kriegserklärung« vom 24. März 1933
funden haben soll. Merke: Folge 15: Katyn - Wieder eine angeblich »feststehende
historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
»Wer die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten
Weltkrieg bezweifelt, zerstört die Grundlage der Folge 16: Deutschland wollte Frieden. Die 16 Punkte der
Nachkriegspolitik« (Prof. Eschenburg). Deutschen Reichsregierung vom 31.8.1939

Für uns Lehrer, für alle Schüler und alle Deut- Folge 17: Dresden wurde zum Opfer der Barbarei (von
Ulrike Meinhoff)
schen kann das nur heißen, den Lehrsatz vom
»deutschen Überfall auf die friedliebende Sowjet- Folge 18: Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat? Einkom-
union« endlich aus allen Schul- und Geschichts- mensvergleich Asylbewerber-/Facharbeiterfamilie
büchern zu streichen und sofort Widerruf zu Folge 19: Die Umerziehung - Über die Methodik der Umer-
verlangen, wenn jemand diese Irrlehre künftig ziehung von Einzelnen und Völkern
noch von sich gibt! Folge 20: Der Fall Oradour: Greuelpropaganda - neu aufge-
Bitte sorgen Sie dafür, liebe Leser, daß jeder wärmt
deutsche Lehrer und jeder Oberklassenschüler Folge 21: Vor 50 Jahren - Dresden: Das war kein Krieg
dieses Blatt in die Hand bekommt! mehr, das war Mord!

Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren: Die


Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung« Ost-
Auf dem Stundenplan - Folge 23 • UN 12/1996 deutschlands als »Friedenslösung«
Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein) Folge 23: Die Stalin-Rede vom 19.8.1939: Der dogmati-
ViSdP: Hans Clausert, Realschullehrer sierte Lehrsatz: »Hitler-Deutschland überfiel die friedlie-
Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, so- bende Sowjetunion« - ist endgültig widerlegt
weit der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
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UN • Unabhängige Nachrichten 5/1997 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Bombenschwindel um Guernica
Bundespräsident Herzog als Großinquisitor
angeblicher »deutscher Verbrechen«

Eine historische
Richtigstellung zum Thema Alle haben es satt
»Guernica« und mehr als satt:
Der Sänger Heinz Rudolf Kunze antwortete auf
von Richard Sperber
die Frage, was er zuerst durchsetzen würde, wenn
Roman Herzog, der Bundespräsident der BR Deutsch- er einen Tag lang Deutschland regieren könnte,
land, scheint in zunehmendem Maße in eine selbstge- ganz spontan:
wählte Doppelrolle zur »Vergangenheitsbewälti- »Strafbarkeit
gung« hineinzuwachsen, die mit seinen grundgesetz- von Selbstmitleid und
lichen und durch seinen Amtseid beschworenen
Pflichten (»... daß ich meine Kraft dem Wohle des
Vergangenheits-
deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, bewältigungsbußrausch.«
Schaden von ihm wenden... werde«) nicht mehr viel
gemein hat:
Bei jedem nur möglichen Anlaß und besonders auf
Auslandsreisen, die immer mehr den Charakter von
Canossagängen annehmen, tritt er symbolisch im
Büßergewand auf und bittet in den Hauptstädten
anderer Nationen (auch solcher, die in der
Geschichte selbst schwere Schuld auf sich geladen
haben) im Namen des deutschen Volkes um Ver-
gebung für Verbrechen, die es gar nicht begangen hat
oder für schlimme Ereignisse, die mehr als ein halbes
Jahrhundert zurückliegen und die nur im Rahmen
des grausamen alliierten Vernichtungskrieges gegen
Deutschland beurteilt werden könnten.
Im Inland gefällt er sich anscheinend in der Auto-
rität eines politischen Groß-Inquisitors, der wahre
oder behauptete Sünden seiner Landsleute bis um
drei Generationen zurück verfolgt und mit einem
moralischen Bannfluch belegt.
Neuester Ausdruck dieser merkwürdigen Amtsauf-
fassung ist Herzogs Darstellung des deutschen Luft- Foto mit Text aus »Westdeutsche Allgemeine«, 30. 4.
angriffs auf die baskische Ortschaft Guernica wäh- 1997. Ob in Polen, Tschechien oder Spanien, überall
rend des Spanischen Bürgerkrieges vor 60 Jahren. der gleiche »Vergangenheitsbewältigungsbußrausch«!
Nach seiner Version - die übrigens mit der damaligen ten Terrorangriff gegen die spanische Zivilbevölke-
rotspanischen Propaganda auffällig übereinstimmt - rung von Guernica die Tausende von Todesopfern
handelte es sich am 26. April 1937 um einen geziel- erlitten habe.
UN 5/1997, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)

men zu je 6 Flugzeugen, die in etwa 3,5 km Höhe das


Was war geschehen? Ziel ansteuerten. In der Nähe von Guernica befanden
Herzogs historische Legende hält einer objektiven sich starke Truppenansammlungen der Roten, die
und wissenschaftlich korrekten Nachprüfung nicht alle auf dem Rückzug in Richtung Bilbao marschier-
stand. In der Schriftenreihe »Richtigstellungen zur ten. Bei Guernica mußten die Truppen über eine
Zeitgeschichte«, Heft 2, schreibt der Tübinger Histo- kleine Brücke (Rentaria-Brücke) über den Rio Oca.
riker Dr. Heinrich Wendig über den »Bombenschwin- Diese Brücke war das befohlene Angriffsziel.
del um Guernica« u. a.: Da es noch keine Zielgeräte für den Bombenabwurf
»Bei dem Namen Guernica denkt man unwillkürlich gab, wurde die Brücke verfehlt. Daß dabei auch
au das Mammutbild von Picasso, La muerte de Bomben auf die Stadt fielen, die nicht weniger als
Guernica (Der Tod von Guernica). Es wird als Do- vier Munitions- und sonstige Rüstungsfabriken be-
kument deutscher Grausamkeit gezeigt und hängt saß und mit roten Truppen vollgestopft war, ist von
seit 1981 im Prado-Museum in Madrid. Von 1939 bis niemandem bestritten worden. Einige Autoren geben
1981 hing es im Museum of Modern Art in New York, an, daß auch italienische Flugzeuge gegen Guernica
geflogen sind.
Guernica ist ein kleines Städtchen in Spanien, etwa
15 bis 20 Kilometer östlich von Bilbao gelegen. Zur Fest steht, daß der Luftangriff gegen Guernica ein
Zeit des Spanischen Bürgerkrieges hatte Guernica taktisches Unternehmen zur Unterstützung der Bo-
rund 5.000 Einwohner. In der antideutschen Propa- dentruppen im Zuge einer konventionellen Schlacht
ganda spielt der Name dieser Stadt seit Jahrzehnten gewesen ist. Von der rotspanischen Propaganda
eine makabre Rolle. wurde behauptet, es habe 1.645 Tote und 889 Ver-
wundete gegeben, während die wahre Zahl der Ge-
Was war geschehen ? töteten zwischen 200 und 300 lag.
Von 1936 bis 1939 fand in Spanien ein blutiger Eine bis dahin beispiellose Verleumdung erlaubte
Bürgerkrieg statt, der rein innenpolitische Ursachen sich der als Peter Bamm schreibende Chirurg Dr.
hatte... med. Curt Emmrich (1897-1975). In seinem Buch
Am 13. Juli 1936 wurde Calvo Sotelo, ein monarchi- 'Eines Menschen Zeit' heißt es auf Seite 252:
stischer Abgeordneter der Cortes (Parlament) von
Linksradikalen ermordet. Dieser Mord kann als An- 'Um die Wirkung der Sturzkampfbomber zu erpro-
laß für die Erhebung des Militärs, die 'Alzamiento ben, wurde ohne jeden Grund die kleine Stadt Guer-
nacional' (nationale Erhebung) angesehen werden. nica in Schutt und Asche gelegt...'.-Sturzkampfbom-
Sie begann am 17. Juli 1936 unter Führung von ber waren jedoch gar nicht beteiligt.
General Mola (nicht von Franco). General Franco In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß im Spa-
befand sich zu dieser Zeit nämlich noch in Marokko. nischen Bürgerkrieg am 29. Mai 1937 das deutsche
Das Besondere an diesem Bürgerkrieg war, daß sich Panzerschiff 'Deutschland' zwei Bombentreffer durch
zahlreiche ausländische Mächte einmischten (die rotspanische Flugzeuge erhielt. Es lag zu dieser Zeit
Sowjetunion, Italien, Frankreich, Deutschland); ame- auf der Reede von Ibiza und fuhr Kontrolldienst für
rikanische Ölgesellschaften und zahlreiche Persön- den sogenannten 'Nichteinmischungsausschuß', einer
lichkeiten aus allen möglichen Ländern nahmen teil. internationalen Einrichtung während des Spanischen
In vereinfachender Weise kann man sagen, daß zwei Bürgerkrieges.
Gruppen gegeneinander kämpften: die 'Republika-
ner' (Rotspanier, Kommunisten) und die National- Bei diesem Angriff gab es 31 deutsche Tote und 78
spanier. Verwundete. Die Empörung in Berlin war groß. Das
Panzerschiff hatte keinen Schuß auf die beiden an-
Die deutsche militärische Einheit, die in Spanien greifenden rotspanischen Flugzeuge abgegeben. Das
kämpfte, bestand aus Freiwilligen und hieß 'Legion rotspanische Luftfahrtministerium gab noch am
Condor'. Befehlshaber war der spätere Generalfeld- Abend des 29. Mai 1937 eine Erklärung heraus,
marschall Hugo Sperrle(1885-1953). Dieser Legion worin die Falschbehauptung aufgestellt wurde, daß
gehörten unter anderen die Jagdflieger Werner die Flugzeuge von der Flak des deutschen Schiffes
Mölders und Adolf Galland an.« beschossen worden seien. Als Vergeltungsmaßnah-
me wurde auf Befehl Hitlers dann die spanische
Angriffsziel war eine Brücke! Hafenstadt Almeria beschossen, die von den Roten
besetzt war. Die Batterien der Hafenstadt erwiderten
»Am 26. April 1937 flogen Verbände der Legion das Feuer.«
Condor einen Luftangriff auf militärische Ziele bei
Guernica. Geflogen wurde in drei Angriffsschwär- Soweit aus der Arbeit des Historikers Dr. Wendig.
Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein) UN 5/1997, Seite 7

Deutsche Tote verschweigt


Herzog
Bezeichnend für die »political correctness« des Bun-
despräsidenten ist die Tatsache, daß er bei der Erin-
nerung an diese Geschehnisse den Angriff der rot-
spanischen Flugzeuge auf das zu einer Art vorgezo-
gener »UNO-Friedensmission« entsandte Panzer- Absolute Unwahrheiten!
schiff und den Tod der deutschen Soldaten mit kei-
Die Pressemeldungen zu Herzogs Entschuldigungsri-
nem Wort erwähnte, ebenso wenig wie die zahlrei-
tual strotzten nur so vor historischen Unwahrheiten:
chen in Spanien lebenden deutschen Zivilisten, die
»Guernica war die erste Stadt Europas, deren
bei den Kämpfen (z. B. um die Stadt Gijon) ums Zivilbevölkerung mit Massenvernichtungswaffen
Leben kamen. Die »Chronik des 20. Jahrhunderts«, attakiert wurde« - »Der Angriff sollte den Wider-
Seite 503, Westermann-Verlag, Braunschweig, stand der baskischen Nationalisten brechen« - »Bei
schreibt dazu: dem dreieinhalbstündigen Bombardement wur-
den fast 80 Prozent der Gebäude zerstört« - »Erster
»Die Westmächte halten sich zunächst aus dem Kon- Luftangriff auf ein ziviles Ziel«.
flikt heraus. Auch die Entsendung deutscher Kriegs- Das alles ist ein typisches Beispiel, wie die
schiffe stellt keine Einmischung dar, vielmehr sollen Wahrheit immer mehr verfälscht wird, wenn
die Zeitzeugen nicht mehr leben und nicht
die Panzerschiffe 'Deutschland' und 'Admiral
mehr widersprechen können. Schon 1953 schil-
Scheer', die am 24. Juli nach Spanien auslaufen, für derte Adolf Galland in seinem Buch (siehe Hinweise)
die Sicherheit der zahlreichen in Spanien lebenden die Niedergeschlagenheit in der Legion, daß es
deutschen Staatsbürger sorgen. Unter den Zivilop- wegen schlechter Sicht und primitiver Zielgeräte
fern der Kämpfe befinden sich - zum Beispiel bei der beim Angriff auf die Brücke, »über die die Roten ihre
Beschießung Gijons - auch zahlreiche deutsche Truppen und große Mengen Kriegsmaterial nach
Bilbao schafften«, zu Fehlwürfen kam.
Staatsangehörige.«
Und noch am 18.7.1987 konnte man in der »Welt«
lesen:
Wenn man schon an Geschehnisse erinnert, »Wie sich in uralten Zeiten Mythen gebildet
die sechzig Jahre zurückliegen, dann erwartet haben, wissen wir nicht genau. Wie sich
man von einem deutschen Bundespräsidenten, durch gezielte Falschberichterstattung ein
daß er auch der Toten des eigenen Volkes moderner Mythos im Dienst psychologi-
scher Kriegführung gebildet hat, können
gedenkt, die in diesem grausamen Bürgerkrieg wir am Beispiel des deutschen Luftangriffs
schuldlos zu Tode kamen! auf Brücke und Straßenkreuz vor Guernica
genau studieren.«
Der Bundespräsident des Jahres 1997 aber
Für den deutschen Normalbürger ist es sowieso völ- hat von alledem keine Ahnung!
lig unverständlich, aus welchen Motiven der Bun- Literaturhinweise für eine eigene Wissens- und Meinungsbil-
dung:
despräsident ein mehr als ein halbes Jahrhundert Kappe-Hardenberg: Ein Mythos wird zerstört, Berg 1987
zurückliegendes Ereignis des Spanischen Bürger- v. Thadden: Guernica - Greuelpropaganda oder Kriegsverbre-
krieges aus der historischen Rumpelkammer hervor- chen? Leoni 1982
holt und nach Vorlagen der kommunistischen Propa- v. Oven: Hitler und der spanische Bürgerkrieg, Tübingen 1978
ganda aufwärmt, obwohl der 60. Jahrestag dieses Adolf Galland: Die Ersten und die Letzten, München 1953

Luftangriffs auf Guernica von spanischer Seite über-


haupt nicht beachtet worden war. Was ist der Sinn des Ganzen?
Herzogs historische Eskapade ergibt nur dann einen
Auch den deutsch-spanischen Beziehungen ist mit
Sinn, wenn man sie vor dem Hintergrund der gegen-
Herzogs eigenartiger Geschichtsbetrachtung sicher-
wärtig in der BR Deutschland grassierenden anti-
lich kein guter Dienst erwiesen worden, denn schließ-
deutschen Kampagne betrachtet:
lich ist der für alle militärischen Operationen im
Spanischen Bürgerkrieg verantwortliche General (und Der Freispruch des Bundesverfassungsgerichts für
spätere Staatschef) Francisco Franco der 'Ziehvater' das Schlagwort »Soldaten sind Mörder«, der Me-
des heutigen Königs Juan Carlos gewesen. Der dienrummel um die einschlägigen Hollywood-Hetz-
deutschfreundliche Monarch hat aber noch nie einen filme, in die die Schüler klassenweise und zwangs-
Vorwurf gegen Deutschland oder gegen deutsche weise hineingeführt werden, um sie zu »emotionali-
Soldaten erhoben. sieren«, die Eröffnung der Wehrmachts-Diffamie-
UN 5/1997, Seite 9 Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein)

rungsausstellung des Kommunisten Heer durch die


Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Frau Jutta
Auf dem Stundenplan
Limbach, die weltweite Propaganda für Daniel - Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
Goldhagens Buch »Hitlers willige Helfer« und Bisher sind folgende Blätter erschienen:
vieles mehr haben nur ein Ziel: Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete - Verzicht oder
Allen Deutschenhassern gemeinsam scheint das nicht?
Bestreben zu sein, den Nachweis zu liefern, daß Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte durch Schul-
die Deutschen eigentlich schon immer ein Volk buch-Bla-BIa
mit einem genetischen Hang zum Verbrechertum Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
waren. sondern 65. Jahr nach Versailles!
Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart: Der 1.
Daß ein bundesdeutsches Staatsober- September 1939
haupt sich in diesem Rahmen als
Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Ver-
Ankläger des eigenen Volkes betätigt, ist sailles: Der Betrug im Schulbuch
ebenso bezeichnend für die »Elite«, die
Folge 6: Vorsicht: Tretminen im Schulbuch! Stichwort: Das
uns regiert, wie einmalig in der Welt. Hoßbach-Protokoll
Anstatt in den trüben Gewässern der Vergangenheit Folge 7: Der böse Deutsche
nach alten Geschichten herumzufischen, die man Folge 8: Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
unerfahrenen und unwissenden jungen Menschen als
Folge 9: Die Tschechen - Ein »slawisches Volk«? Von Kiel
wahr auftischen kann, sollte sich der Bundespräsi- bis Kärnten »slawischer« Boden?
dent besser dafür einsetzen, die heutige und künftige
Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
Entsendung deutscher Bundeswehrsoldaten in ferne
Länder zu verhindern, wo sie für fremde Interessen Folge 11: Der Bromberger Blutsonntag
kämpfen und möglicherweise sterben müssen. Folge 12: Südafrika und Deutsch-Südwest Folge
Gestern Guernica, heute 13: Die Reichskristallnacht
Bosnien, und morgen Folge 14: Ein Dokument zur Zeitgeschichte: Die »Jüdische
Kriegserklärung« vom 24. März 1933
vielleicht nach Nahost?
Folge 15: Katyn • Wieder eine angeblich »feststehende
historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
Wie wird die Geschichte einmal über einen Bundes-
präsidenten urteilen, unter dessen Präsidentschaft Folge 16: Deutschland wollte Frieden. Die 16 Punkte der
Deutschen Reichsregierung vom 31.8.1939
deutsche Soldaten, die den Fahneneid geschworen
haben, »das Recht und die Freiheit des deutschen Folge 17: Dresden wurde zum Opfer der Barbarei (von
Volkes tapfer zu verteidigen«, in fremde Bürgerkrie- Ulrike Meinhof!)
ge, Religions- und Vertreibungskriege geschickt Folge 18: Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat? Einkom-
werden, heute nach Bosnien und morgen in den mensvergleich Asylbewerber-/Facharbeiterfamilie
Nahen Osten? Folge 19: Die Umerziehung - Über die Methodik der Umer-
ziehung von Einzelnen und Völkern

Werden in 60 Jahren die Deutschen Folge 20: Der Fall Oradour: Greuelpropaganda - neu aufge-
wärmt
(wenn es sie dann noch gibt) wieder
Folge 21: Vor 50 Jahren - Dresden: Das war kein Krieg
büßen und zahlen und sich schämen und mehr, das war Mord!
entschuldigen und um Verzeihung bitten
Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren: Die
müssen für die Einsätze und Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung« Ost-
Einmischungen in aller Welt, zu denen deutschlands als »Friedenslösung«
wir heute gedrängt werden? Folge 23: Die Stalin-Rede vom 19.8.1939: Der dogmati-
sierte Lehrsatz: »Hitler-Deutschland überfiel die friedlie-
Auf dem Stundenplan - Folge 24 •UN 5/1997 bende Sowjetunion« - ist endgültig widerlegt
Unabhängige Nachrichten • Postfach 18 26 • D-55388 Bingen (Rhein) Folge 24: Bombenschwindel um Guernica - Bundespräsi-
ViSdP: Richard Sperber dent Herzog als Großinquisitor angeblicher »deutscher
Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, so- Verbrechen«
weit der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
Einzelblätter bei Portoerstattung kostenlos anzufordern von:
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UN • Postfach 40 02 15 • D-44736 Bochum
Unabhängige Nachrichten 06/1998 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


- Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Polen und Tschechien in die EU?


Themenvorschlag für eine Projektstunde: Fragen, die sich aus einer Pressemeldung vom 30.5.1998 ergeben:

»Bundestag verurteilt Vertreibung nach 1945


Der Bundestag hat mit Regierungsmehrheit die Vertreibung von Deutschen aus Osteuropa nach 1945
als völkerrechtswidrig verurteilt. Gleichzeitig forderte die Koalitionsmehrheit ein Niederlassungsrecht
für Vertriebene in Polen und Tschechien nach dem EU-Beitritt dieser Länder. (Dpa)«

Sprechen wir über Ostdeutschland


1. Warum nur die Vertreibung »nach 1945«? War die völkerrechtswidriger Verträge?
Vertreibung und der Tod von Millionen Deutschen im Jahr
1945 nicht völkerrechtswidrig? •Sammeln Sie Unterlagen zu diesen Fragen!
2. Warum verurteilte der Bundestag nur die Vertreibung •Bewerten Sie die nachtfolgende Feststellungen des
der Deutschen aus »Osteuropa«, nicht aber die aus Bundesverfassungsgerichts und die Programme der
Ostdeutschland? Oder gehören Stettin, Landsberg/W., Parteien CDU, SPD und FDP auf den Folgeseiten.
Breslau (nennen Sie weitere Städte, aus denen evtl. Ihre
Eltern oder Verwandte vertrieben wurden!) zu
»Osteuropa«? Aus den Urteilen des Bundesverfassungs-
3. Warum verurteilte nur die Regierungsmehrheit die
gerichtes vom 31.7.1973 und 7.7.1975:
Vertreibung als »völkerrechtswidrig«? Halten alle
anderen Bundestagsabgeordneten die Vertreibung für »Das Grundgesetz - nicht nur eine These der Völkerrechtslehre
völkerrechtlich legitim? und der Staatslehre - geht davon aus, daß das Deutsche Reich den
Zusammenbruch 1945 überdauert hat und weder mit der Kapi-
4. Warum forderte nur die Koalitionsmehrheit das
tulation noch durch Ausübung fremder Staatsgewalt in
Niederlassungsrecht und beschränkte dieses Recht nur auf Deutschland durch die alliierten Okkupationsmächte noch
»Vertriebene«! Will die Koalitionsmehrheit zweierlei später untergegangen ist. (...) Die Gebiete östlich von Oder und
Recht für Vertriebene und Nichtvertriebene schaffen? Neiße sind ebenso wie das übrige Reichsgebiet in den Grenzen
5. Warum stimmen die Oppositionsparteien, die dem EU- vom 31.12.1937 von den Siegennächten bei Kriegsende nicht
Vertrag und dem Beitritt Polens und Tschechiens zuge- annektiert worden. (...) Das Deutsche Reich existiert fort, besitzt
nach wie vor Rechtsfähigkeit (...).«
stimmt haben, nun gegen das freie Niederlassungsrecht
aller Bürger in allen EU-Mitgliedstaaten, das im EU-
Vertrag völkerrechtlich besiegelt wurde? Wollen diese • Was hat sich seitdem geändert? Kann der Bun-
Parteien vertragsbrüchig werden? Welche Parteien sind destag durch völkerrechtswidrige »Anerkennungs-
dies? Abkommen« neues Recht schaffen? Was steht höher
6. Welche Gebiete gehören zu Ostdeutschland, welche (vgl. dazu Art. 25 GG) - das Grundgesetz oder das
gehören völkerrechtlich zu Polen und Tschechien? Völkerrecht? Welche Bedingungen müssen Polen
Welche völkerrechtlichen Verträge und Abkommen sagen und Tschechien für einen EU-Beitritt erfüllen?
etwas über Vertreibung, Annektion und Ungültigkeit
Wahlplakate von CDU/SPD/FDP aus den 50er Jahren:
Wer sein Programm von gestern nicht hielt, wird morgen auch die Versprechen von heute nicht halten.
(Als einseitige Kleinplakate (A4) anzufordern beim UN-Archiv, Postfach 400215, D-44736 Bochum)
Wahlplakate von CDU/SPD/FDP aus den 50er Jahren:
Wer sein Programm von gestern nicht hielt, wird morgen auch die Versprechen von heute nicht halten.
(Als einseitige Kleinplakate (A4) anzufordern beim UN-Archiv, Postfach 400215, D-44736 Bochum)
Wahlplakate von CDU/SPD/FDP aus den 50er Jahren:
Wer sein Programm von gestern nicht hielt, wird morgen auch die Versprechen von heute nicht halten.
(Als einseitige Kleinplakate (A4) anzufordern beim UN-Archiv, Postfach 400215, D-44736 Bochum)
UN • Unabhängige Nachrichten 3/1999 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Zur aktuellen Schuldiskussion:


Zwangsweiser Klassenbesuch der
Anti-Wehrmachtsausstellung?
- Materialien zur Vorbereitung einer Projektstunde -
Ziel: Der Mythos der »sauberen Charakterstärke werden sie von Linksradikalen und
»Autonomen« zum Teil brutal zusammengeschla-
Wehrmacht« soll zerstört werden gen, vom sog. »Staatsschutz« (den gab es nicht nur in
In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der DDR!) registriert und von vielen Lehrern
gibt es kaum eine Ausstellung, die soviel Zustimm- schikaniert.
ung wie Ablehnung hervorgerufen hat, wie die vom
In den meisten Fällen fehlen den Schülern, die sich
Sohn des NS-Förderers und -Finanziers Reemtsma
gegen die verallgemeinernde Beleidigung ihrer
und dem Altkommunisten Hannes Heer geschaffene
Großväter einsetzen, leider das Wissen und die
Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der
Belege dafür, mit welchen Mitteln hier Meinungs-
Wehrmacht 1941 bis 1944«.
manipulation betrieben wird. Sie beschränken sich
Sie wurde seit März 1995 bis Anfang 1999 schon in deswegen auf Schlagworte und werden von der
30 bundesdeutschen und österreichischen Städten »veröffentlichten Meinung« abwertend als »Brüller
gezeigt, 90 weitere Städte des In- und Auslandes dumpfer Parolen« verurteilt.
bemühen sich um einen Termin in den nächsten
Das vorliegende Blatt soll anhand einiger weniger
Jahren. Im Herbst 1999 soll eine englische Fassung
konkreter Beweise diesem Mangel abhelfen.
für die USA und andere Länder in New York eröffnet
werden. Immer mehr Wissenschaftler, Historiker und
Zeitzeugen weisen auf Unwissenschaftlichkeit der
Reemtsma und Heer selber legen immer wieder Belege, auf die ersichtliche agitatorische Absicht
Wert auf die Zielsetzung, daß mit ihrer Aus- einer einseitigen Meinungsbildung und daraufhin,
stellung der Mythos der »sauberen Wehrmacht« daß mit Fotos Fälschungen betrieben werden
zerstört werden solle. können, indem man sie mit wahrheitswidrigen
Im Dezember 1997 wurde den Ausstellungsmachern Behauptungen unterlegt, um den angeblichen
für dieses Bemühen die »Carl-von-Ossietzky- »Vernichtungskrieg« zu dokumentieren.
Medaille« der Internationalen Liga für Menschen- Nach anderen schon erfolgten Beweisführungen
rechte verliehen. Die Spitzen von Staat und Gesell- über die Unstimmigkeiten von Bild und Wort (siehe
schaft überhäufen die Aussteller mit Lob und u.a. UN 11/98 - von Schülern kostenlos
Ehrungen, und die Schulen werden aufgefordert, die anzufordern) meldete sich jetzt der Historiker Dr.
Ausstellung mit Klassen und Kursen geschlossen zu Bogdan Musial zu Wort(1):
besuchen.
Auf der anderen Seite demonstrieren Tausende junge »Mindestens neun Bilder der
Deutsche an den verschiedenen Veranstaltungsorten
gegen diese Ausstellung, auf der ihre Väter und
Wehrmachtsausstellung zeigen
Großväter als Verbrecher verunglimpft werden. Sie Opfer, die nicht von deutschen
handeln rein gefühlsmäßig, weil sie ihre eigenen
Großväter und ihre Berichte kennen und wissen, daß
Soldaten ermordet wurden.
sie keine Verbrecher sind, sondern oft heldenhaft und Weitere elf Aufnahmen sind
verzweifelt für ihr Volk und ihre Familie gekämpft
haben. Für diesen Mut und diese zumindest äußerst zweifelhaft«
UN 03/99, Seite 6 Unabhängige Nachrichten - Postfach 1826 • D-55388 Bingen (Rhein)

Historiker-Kritik Ein polnischer


an der Wissenschaftler beschämt die
Wehrmachtsausstellung: ängstlich schweigenden deut-
schen Historiker
Schon lange vor seiner Emigration im Jahre 1985
(Dr. Musial war aktives Mitglied von Solidarnosc)
war ihm bekannt, daß in Polen von Erschießungen
tausender Zivilisten durch den sowjetischen
Geheimdienst gemunkelt wurde. Das Gebiet um
Lemberg beispielsweise gehörte von 1918 bis 1939
zu Polen, bevor es die Rote Armee besetzte. Der
sowjetische Geheimdienst NKWD folgte auf dem
Fuße.
In vielen Orten Weißrußlands, Polens und der
Ukraine erinnern sich heute noch Augenzeugen,
daß bei Kriegsbeginn vom NKWD alle »unliebsa-
men und sowjetfeindlichen Elemente« zusam-
Dem aus Polen stammenden promovierten Historiker Dr. mengetrieben und erschossen wurden.
Bogdan Musial (38) ließen die gezeigten Fotos keine Dr. Musial ging diesen Erzählungen nach und fuhr
Ruhe. Er fuhr fast siebentausend Kilometer an die Orte fast siebentausend Kilometer durch Polen,
des Geschehens und entlarvte einen weiteren Teil der Weißrußland und die Ukraine. Er suchte die Plätze
Falschdarstellungen der Wehrmachtsausstellung.
der schrecklichen Geschehnisse auf, ging den
Spuren nach und legte die Fotos der Wehrmachts-
Am Anfang nur ein ausstellung vor.
»ungutes Gefühl« Zahlreiche Vergleichsfotos wurden ihm ausgehän-
digt. In der Zitadelle von Zloczow zum Beispiel
Im Sommer 1997 besuchte der Historiker mit einer führte man ihn in ein kleines Museum.
Gruppe von Wissenschaftlern die damals in Bremen
Dort kann man Bilder sehen, die auch in der
gastierende Ausstellung. Wehrmachtsausstellung gezeigt werden, identi-
»Als ich diese Bilder sah, beschlich mich von sche Bilder. Nur - dort gelten die Fotografien als
Anfang an ein ungutes Gefühl. Irgend etwas an den Beleg für die Greueltaten der sowjetischen
Fotos irritierte mich. Waren es die Bildunter- Besatzungsmacht im Jahre 1941.
schriften, waren es die Ereignisse, die gezeigt Der Direktor der Hauptkommission zur Aufklärung
wurden? Damals in der Ukraine, in Polen, in von Verbrechen der Sowjets in Polen, Professor
Galizien? Ich mußte herausfinden, was es mit den Richard Kulesza, dessen Forschungsstätte sich in
Bildern auf sich hat.« Warschau befindet, riet Dr. Musial, an die Öffent-
Dr. Musial hatte bereits damals aus eigener lichkeit zu gehen. Es sei seine ethische Pflicht und
Sachkenntnis die Vermutung, daß es sich bei sein moralisches Recht, diese Dinge zu veröffentli-
mindestens 20 Fotos nicht um Erschießungen durch chen.
deutsche Wehrmachtsangehörige handeln könne, »Natürlich habe ich Angst, mißverstanden zu
wie in der Ausstellung behauptet wird, sondern um werden. Beifall aus der rechten Ecke wäre das
Aufnahmen exhumierter Leichen. Diese könnten Unsinnigste, was mir als Wissenschaftler passieren
nach seinem Wissen nur Opfer des sowjetischen könnte«, betont Dr. Musial und läßt die Furcht vor
NKWD gewesen sein. Existenz- und Berufsverlust erkennen, die ihn
Der Historiker war sich bewußt, daß er damit eine bedrückt. Aber bei wissenschaftlichen Forschungen
»Ungeheuerlichkeit« aussprach: dürfe es keine Wunschvorstellungen geben.
Schon vor einem Jahr habe er den Ausstellungs-
Es geht um Foto-Dokumente, die die öffentlich
geförderten und belobigten Ausstellungsmacher als macher Hannes Heer über seine Erkenntnisse und
eindeutige Belege für die Verbrechen der Deutschen Nachweise informiert.
Wehrmacht an der Vernichtung von sowjetischen »Ich schilderte ihm, was ich herausgefunden hatte
Kriegsgefangenen, an polnischen, ukrainischen und und bot ihm an, gemeinsam diese Dinge zu bespre-
serbischen Zivilisten vorlegen. chen.« (2)
Unabhängige Nachrichten • Postfach 1826 • D-55388 Bingen (Rhein) UN 03/99, Seite 7

Gleiche Fotos - andere Täter

Links: Dieses Bild der Ausstellung soll Greueltaten der Wehrmacht an Zivilisten im Obstgarten von Zloczow beweisen. In Polen gilt der
russische NKWD als Täter.
Rechts: Aus einer polnischen Dokumentation über das Verbrechen in Zloczow: Im Auftrag der Wehrmacht legen Juden exhumierte
Leichen im Obstgarten zur Identifizierung durch Angehörige in Reihen auf.

Links: Foto von Leichen am Rande der Stadt Borislaw. Dieses Bild findet man in der Ausstellung unter der Rubrik »Genickschüsse«, Im
Museum in Zloczow heißt die Unterschrift: »Durch den sowjetischen NKWD erschossene Zivilisten«.
Rechts: Ein Foto, das dem Historiker Dr. Musial in der Stadt Borislaw ausgehändigt wurde, zeigt einen Juden, der am Ort des
Verbrechens im Auftrag der Wehrmacht ausgegrabene Leichen wäscht. Musial: »Also müssen die Leute vom NKWD erschossen worden
sein.«
»Zweifel ausgeschlossen« Verlangt endlich Antworten!
Bei neun Fotos sei ein Zweifel völlig ausge- • Die Antwort der Herren Reemtsma und Heer
schlossen: die Beweise, daß diese Verbrechen, die bis heute: [Text geschwärzt] Fragen Sie selbst
deutschen Wehrmachtsangehörigen angelastet nach!
werden, in Wahrheit vom NKWD begangen wurden, • Die Stellungnahme der deutschen Historiker-
seien zu erdrückend. schaft bis heute: keine.
Er habe versucht, den Ausstellungsmachern deutlich • Die Reaktionen der Politiker, Oberbürger-
zu machen, daß mit einer solchen Ausstellung meister und Stadtverwaltungen, die feierliche
geschichtliche Zusammenhänge nicht manipuliert Eröffnungsreden halten und der Ausstellung
und suggestiv ausgenutzt werden dürften. Die öffentliche Gebäude zur Verfügung stellen:
wissenschaftliche Redlichkeit gebiete es, Opfer und keine.
Täter nicht in einem einzigen Fall auszutauschen,
nur um die Idee der Mittäterschaft der Wehrmacht • Die Bemühungen der meisten Lehrer um eigene
am Völkermord am Ende stimmen zu lassen. Weiterbildung und Nachforschung: keine.
UN 03/99, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 1826 • D-55388 Bingen (Rhein)

Statt dessen oft zu gegenwärtigen Zwecken« ? (5)


»seelisches Betreuungsangebot« Sind Schulleitungen und Lehrer berechtigt,
für zusammenbrechende Besucher: im Rahmen des Unterrichts einen Aus-
stellungsbesuch anzuordnen, ohne sich vor-
her mit diesen Fragen auseinanderzusetzen
und die Schüler kritisch vorzubereiten?
Können Sie als Schüler gezwungen werden,
ohne eine solche offene Diskussion in die
Ausstellung geführt zu werden?
Quellennachweis:
(1) Jahr-Weidauer, Konrad, Historiker-Kritik an Wehrmacht-
Ausstellung, Schleswiger Nachrichten, 27.1.1999
(2) Zitate und Fotos aus Berliner Morgenpost, 25.1.1999
(3) "Vor 350 Jahren war man klüger", Unabhängige Nachrichten.
Heft 11/98
(4) Ansprache des britischen Premierministers John Major in Bertin
am 8. Mai 1995, UN-Archiv 11951
(5) Martin Walser, Wortlaut seiner Dankesrede zur Verleihung des
Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 2.11.1998, UN-
Archiv 11982

Mit Fotos von abscheulichen Taten, die alle der Weiterführende Literatur:
Deutschen Wehrmacht unterstellt werden, wurden schon Masson, Philippe: Die deutsche Armee. Geschichte der
zigtausend junge Menschen ihren Eltern entfremdet und Wehrmacht, München 1996, ISBN 3-7766-1933-3
Fritsch, Ludwig A.: Amerikas Verantwortung für das Verbrechen
seelisch krankgemacht. am deutschen Volk, Tübingen 1988,
ISBN 3-87847-002-9
Poeppel, Hans u.a.: Die Soldaten der Wehrmacht, München 1998,
Bei der Ausstellung in Kiel im Januar 1999 gab ISBN 3-776620579
es erstmals einen seelischen Betreuungsdienst, Proske, Rüdiger: Wider den Mißbrauch deutscher Soldaten zu
politischen Zwecken, Eine Streitschrift, Mainz 1996,
um die Folgen der agitatorischen Beeinflussung ISBN 3-775813519
abzufangen. Für diejenigen, denen die Bilder Proske, Rüdiger: Vom Marsch durch die Institutionen zum Krieg
der Wehrmacht, Mainz 1997, ISBN 3-775813659
und Texte besonders unter die Haut gingen, Verschiedene: Alliierte Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen
die Menschlichkeit, zusammengestellt von internierten
stand wochentags einer von zehn Kieler Kriegsgefangenen, Kiel 1997, ISBN 3-88741-189-7
Pastoren bereit. »Wir werden durchaus als Seidler, Franz W.: Verbrechen an der Wehrmacht. Kriegsgreuel der
Roten Armee 1941/42, Selent 1997, ISBN 3-932381030
Ansprechpartner gesucht«, erklärte Pastor Seidler, Franz W.: Die Wehrmacht im Partisanenkrieg, Selent 1998,
Heiko Naß: »Manche Besucher brechen sogar ISBN 3-932381041
Zayas, Altred M.: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle, München
regelrecht zusammen und müssen betreut 1998, ISBN 3-8004-1051-6
werden.«
Weitere Hinweise auf Anfrage.

Stellt Eurer Klasse Fragen, die sich


aus den Feststellungen Musials Auf dem Stundenplan
ergeben: Folge 26 • Unabhängige Nachrichten 3/1999
Dient diese Anti-Wehrmachtsausstellung Unabhängige Nachrichten • Postfach 13 26 • D-55388 Bingen (Rhein)
wirklich der Wahrheitsfindung, der AG Zeitgeschichte: F. W. Aßmuth, Studiendirektor • Hans Clausert, Real-
schullehrer - Atstadener Str. 49a, Oberhausen (Vi.S.d.P.) • Hans H. Biehl,
Versöhnung und dem Frieden zwischen den Studiendirektor a.D. • Hans Groeneveld, OStR i.R. • K.-F. Kramer; OStR.
Völkern? i.R. u.a.

Abgabe an Schüler und Schülerzeitungen erfolgt


Warum wird das friedenstiftende »Tabula kostenlos, soweit der Spendeneingang dies ermög-
rasa-Prinzip« (3) des ewigen Vergebens und licht. Abdruck gestattet.
Vergessens aller gegenseitigen Greueltaten,
Spendenkonto: Unabhängige Nachrichten, Bankeinzug
das nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 im
Frieden von Münster besiegelt wurde, nicht
auf den »Dreißigjährigen Krieg gegen
Deutschland von 1914-1945« (4) angewandt? HELFEN SIE MIT, DASS
Wie ist in diesem Zusammenhang der DIESES BLATT IN DIE
Vorwurf des Friedenspreisträgers Martin
Walsers zu bewerten, die »unaufhörliche
HAND MÖGLICHST VIELER
Dauerpräsentation unserer Schande« diene SCHÜLER KOMMT!
UN • Unabhängige Nachrichten 7/1999 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Das verheimlichte Kapitulationsdiktat

RAMBOUILLET - »ANNEX B«
Im französischen Ort Rambouillet wollte die »westliche
Staatengemeinschaft«, die NATO bzw. die USA (die Be-
zeichnungen wechselten laufend) den Staat Jugoslawien
»Sag mir, wo die
und die vom Westen unterstützte und aus dem Westen mit
Geld und Waffen versorgte illegale Befreiungsarmee
Wahrheit ist«
(UCK) der Kosovo-Albaner zu einem »Abkommen« Erich Böhme in der Fernseh-
zwingen.
Nach zähen Verhandlungen vom 6. bis 23. Februar 1999
zeitschrift »Hören und Sehen« Nr.
unterschrieb die UCK, die Verhandlungsführer des von 19/1999 über Nachrichten in Zeiten
der UCK angegriffenen Staates aber verweigerten auf des Krieges:
Weisung aus Belgrad die Unterschrift.
»Wer hat uns darüber informiert, daß
Die »westliche Staatengemeinschaft«, die NATO bzw. die
USA begannen daraufhin einen klassischen Angriffskrieg der Rambouillet-Vertrag Passagen
gegen einen Mitgliedsstaat der UNO, wenn auch ohne enthielt, die ein jugoslawischer
Kriegserklärung. Mit allerlei neuen Wortschöpfungen
wurde dieser Krieg zum Nicht-Krieg umbenannt.
Staatspräsident nie und nimmer
unterschreiben könnte, selbst wenn
Die Regierungen der »Verbündeten« sagten folgsam ihre
Teilnahme zu - so auch die bundesdeutsche, obwohl er kein Brutalo wie Slobodan
Artikel xx des Grundgesetzes das unter Strafe stellt. Milosevic wäre?
Man mag und wird sich noch lange streiten, ob dieser Daß die Bundesrepublik Jugoslawien
Angriffskrieg gerecht oder ungerecht war, ob die
Verletzung der Menschenrechte und die Verhinderung
ihre Souveränität hätte aufgeben und
»ethnischer Säuberung« heute höherwertige Rechtsgüter ein NATO-Besatzungsstatut
sind als das Völkerrecht. (Gegenüber den Deutschen galt schlucken müssen?«
nach 1945 beides nicht, weder Menschenrecht noch
Völkerrecht, und die »ethnische Säuberung« Ost- Die unwissenden bundesdeutschen Volksvertreter
deutschlands und des Sudentenlandes wurde von der haben also für einen Krieg gestimmt, ohne die Gründe
gleichen »westlichen Staatengemeinschaft« als »Frie- der kriegsauslösenden Unterschriftsverweigerung Ju-
denslösung« gepriesen.) goslawiens zu kennen! Die führenden Politiker in
Fraktionen und Regierung, denen dieses »Annex B«
sicherlich bekannt war, haben sogar in vollem Wissen,
Die Gretchenfrage daß die kriegssüchtigen Hintergrundmächte mit die-
sem Kapitulationsdiktat das Rambouillet-Abkommen
Jedem Menschen, der zu diesem Krieg ein Wort sagen und verhindern wollten, für den Krieg gestimmt!
seine Meinung äußern will, ist, bevor er den Mund auftut, MdB Hermann Scheer (SPD), einer der wenigen kriti-
die Gretchenfrage zu stellen: schen Bundestagsabgeordneten, sagte zu diesem Ver-
tragstext:
»Kennen Sie den Wortlaut »Wie ich in meinem Memorandum geschrieben habe,
unterzeichnet einen solchen Vertragstext nur ein Staat
des Annex B?« nach vollständiger Kapitulation.«
Die UN veröffentlichen nachfolgend den Wortlaut des
Wir fragten einige Bundestagsabgeordnete, ob sie vor »Annex B« in deutscher Übersetzung. Unter UN-Archiv
oder bei der Bundestagsabstimmung über den Kriegs- 7991 a können Sie den englischen Originaltext des
einsatz deutscher Soldaten den Text dieses Anhanges zum gesamten Vertragstextes anfordern (47 Seiten), unter UN-
(gescheiterten) Rambouillet-Abkommen kannten und auf Archiv 7991 b den englischen Originaltext des Kapitels
dem Tisch liegen hatten. Einhellige Antwort: »Nein.« »Annex B« (5 Seiten).
UN 07/99, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Anhang B des Rambouillet-Vertrages:

»Status der Multinationalen


Militär-Implementierungsstreitmacht«
1. Für die Zwecke dieses Anhangs werden die folgenden 2. Unbeschadet ihrer Privilegien und Immunitäten gemäß
Begriffe die ihnen hierunter zugewiesenen Bedeutungen diesem Anhang werden alle Mitglieder des NATO-
haben: Personals die in der Bundesrepublik Jugoslawien
a. „NATO“ bedeutet: Nordatlantikpaktorganisation geltenden Gesetze respektieren, seien es Bundes-,
(NATO), ihre Nebenorgane, ihr militärisches Haupt- Republik-, kosovarische oder andere Gesetze, wenn
(unter dem Vorbehalt) die Einhaltung dieser Gesetze mit
quartier, die NATO geführte KFOR und alle Elemente/
den anvertrauten Aufgaben und dem anvertrauten Mandat
Einheiten, die irgendeinen Teil der KFOR ausmachen vereinbar ist, und sie werden sich solcher Aktivitäten
oder die KFOR unterstützen, unabhängig davon, ob sie enthalten, die mit dem Wesen der Operation nicht
aus einem NATO-Mitgliedsstaat kommen oder nicht, und vereinbar sind.
unabhängig davon, ob sie unter nationaler oder unter
NATO-Befehls- und Kommandogewalt stehen oder nicht, Die NATO respektiert alle Gesetze Jugos-
soweit sie zur Förderung dieses Abkommens tätig lawiens, aber nur, wenn sie nicht hinderlich
werden. sind ...
b. „Behörden in der Bundesrepublik Jugoslawien“
bedeutet: zuständige Behörden, seien es Bundesbe-
hörden, Republiksbehörden, kosovarische Behörden oder 3. Die Vertragsparteien akzeptieren das Bedürfnis nach
andere. schnellen Ausreise- und Einreise-Verfahren für das
NATO-Personal. Dieses Personal wird von den Paß- und
c. „NATO-Personal“ bedeutet: das von der NATO be- Visavorschriften sowie von den für Fremde geltenden
rufene, ihr angegliederte oder von ihr beschäftigte Registrierungsbestimmungen ausgenommen. An allen
militärische, zivile Personal und Auftragspersonal, ein- Einreise- und Ausreisestellen in die bzw. aus der
schließlich des an der Operation teilnehmenden militäri- Bundesrepublik Jugoslawien wird dem NATO-Personal
schen, zivilen und Auftragspersonals aus Nicht-NATO- gegen Vorlage eines nationalen Personalausweises die
Staaten, mit Ausnahme des an Ort und Stelle eingestellten Ein- und Ausreise in die bzw. aus der Bundesrepublik
Personals. Jugoslawien gestattet. Das NATO-Personal wird Aus-
d. „Die Operation" bedeutet: die Unterstützung, Imple- weispapiere tragen, deren Vorlage von den Behörden der
mentierung, Vorbereitung und Teilnahme der NATO und Bundesrepublik Jugoslawien verlangt werden kann, aber
des NATO-Personals an der Förderung dieses Kapitels. es wird nicht gestattet, daß solche Aufforderungen
e. „Militärisches Hauptquartier“ bedeutet: jede Einheit, Operationen, Übungen und Bewegungen behindern oder
wie immer ihre Bezeichnung lautet, bestehend oder verzögern.
teilweise zusammengesetzt aus NATO-Militärpersonal, 4. Das NATO-Militärpersonal wird normalerweise
geschaffen, um die Operation zu erfüllen. Uniformen tragen, und das NATO-Personal kann, wenn
durch Befehle dazu ermächtigt, Waffen besitzen und
f. „Behörden“ bedeutet: die zuständige verantwortliche
tragen. Die Parteien werden ohne Steuern und Gebühren
Einzelperson, Behörde oder Organisation der Vertrags-
die für das NATO-Personal von den Behörden der
parteien. jeweiligen Länder ausgestellten Führerscheine und
g. „Auftragspersonal“ bedeutet: die technischen Ex- Zulassungen als gültig akzeptieren.
perten oder Spezialisten, deren Dienste die NATO
benötigt und die auf dem Territorium der Bundesrepublik 5. Der NATO wird es gestattet sein, die NATO-Flagge
Jugoslawien ausschließlich der NATO zu dienen haben, und/oder nationale Flaggen ihrer einzelnen nationalen
entweder in einer beratenden Funktion in technischen Elemente/Einheiten auf allen NATO-Uniformen, allen
Angelegenheiten oder für den Aufbau, die Bedienung NATO-Transportmitteln und allen NATO-Einrichtungen
oder Unterhaltung der Ausrüstung; es sei denn, sie sind: zu zeigen.
(1) Staatsbürger der Bundesrepublik Jugoslawien oder 6.a. Die NATO genießt gegenüber allen Gerichts-
(2) Personen, die normalerweise in der Bundesrepublik verfahren, seien es Zivil-, Verwaltungs- oder Strafver-
Jugoslawien ihren Wohnsitz haben. fahren, Immunität.
b. Das NATO-Personal wird unter allen Umständen und
h. „Offizieller Gebrauch“ bedeutet jeden Gebrauch von
jederzeit von der Gerichtsbarkeit der Vertragsparteien
erworbenen Gütern oder von Diensten, die für die
freigestellt sein hinsichtlich jeglicher von ihm in der
Durchführung aller Funktionen empfangen oder benötigt
Bundesrepublik Jugoslawien möglicherweise begange-
werden, die die Hauptquartiere für die Operation erfüllen
nen zivilen, administrativen oder disziplinarischen
müssen.
Vergehen sowie hinsichtlich aller Kriminaldelikte. Die
i. „Einrichtungen“ bedeutet alle Gebäude, Aufbauten, Vertragsparteien werden den an der Operation teilneh-
Räumlichkeiten und Grundstücke, die für die Durch- menden Staaten bei der Ausübung ihrer Gerichtsbarkeit
führung der operativen, Ausbildungs- und Verwaltungs- über ihre eigenen Staatsbürger behilflich sein.
aktivitäten von der NATO sowohl für die Operation als
auch für die Unterbringung des NATO-Personals in c. Ungeachtet des oben Ausgeführten und mit dem aus-
Anspruch genommen werden. drücklichen Einverständnis des NATO-Kommandeurs in
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 07/99, Seite 7

jedem einzelnen Fall können die Behörden in der Bun- werden.


desrepublik Jugoslawien ausnahmsweise die Gerichts- 12. Das NATO-Personal wird von der Besteuerung der
barkeit in solchen Angelegenheiten ausüben, aber nur in von der NATO erhaltenen Gehälter und Bezüge und aller
bezug auf Mitglieder des Auftragspersonals, die nicht der anderen von außerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien
Gerichtsbarkeit des eigenen Staates, dessen Staatsbürger erhaltenen Einkünfte seitens der Vertragsparteien
sie sind, unterworfen sind. ausgenommen.
13. Das NATO-Personal und sein in die Bundesrepublik
Selbst bei Straftaten genießt die Jugoslawien importiertes, dort erworbenes oder von dort
NATO Immunität ... ausgeführtes bewegliches Eigentum wird von allen
Abgaben, Steuern und anderen Gebühren und von
Kontrollen und Zollvorschriften ausgenommen.
7. Das NATO-Personal genießt Immunität vor jeder Form
14. Der NATO wird es gestattet, frei von Abgaben.
von Festnahme, Ermittlung oder Haft von seiten der Be-
Steuern oder anderen Gebühren solche Ausrüstungs-
hörden in der Bundesrepublik Jugoslawien. Irrigerweise gegenstände, Vorräte und Lebensmittel zu importieren,
verhaftetes oder festgehaltenes NATO-Personal ist sofort die die NATO für die Operation benötigt, vorausgesetzt,
den NATO-Behörden zu übergeben. daß solche Güter für den offiziellen Gebrauch der NATO
8. Das NATO-Personal wird mit seinen Fahrzeugen, oder zum Verkauf an NATO-Personal vorgesehen sind.
Schiffen, Flugzeugen und Ausrüstungsgegenständen in Verkaufte Güter werden lediglich für den Gebrauch durch
der gesamten Bundesrepublik Jugoslawien freien und NATO-Personal bestimmt und nicht übertragbar sein auf
ungehinderten Zugang genießen, unter Einschluß ihres unbefugte Personen.
Luftraums und ihrer Territorialgewässer. Dies schließt das 15. Die Vertragsparteien erkennen an, daß der Gebrauch
Recht ein, beschränkt sich aber nicht darauf, Zeltlager zu von Kommunikationskanälen für die Operation notwen-
errichten, zu manövrieren, sich einzuquartieren und alle dig ist. Der NATO wird es gestattet sein, ihre eigenen in-
Gebiete und Einrichtungen zu nutzen, die erforderlich
ternen Postdienste zu betreiben. Die Parteien werden,
sind für Unterstützung, Übung und Operationen.
wenn von der NATO so beschlossen, auf einfache
9. Das NATO-Personal wird von Zollabgaben, Steuern Anforderung hin alle für die Operation benötigten Tele-
und anderen Gebühren sowie von Kontrollen und Zoll- kommunikationsdienste, einschließlich der Rundfunk-
vorschriften befreit, einschließlich der Bereitstellung von und Fernsehdienste, gewähren. Dies wird das Recht
Bestandslisten oder anderen routinemäßigen Zoller- einschließen, solche Mittel und Dienste zu benutzen, wie
klärungen für Personal, Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge, sie erforderlich sind, um die volle Kommunikations-
Ausrüstung, Versorgung und Lebensmittel, die in das fähigkeit zu sichern, und das Recht, das gesamte elektro-
Territorium der Bundesrepublik Jugoslawien zur magnetische Spektrum für diesen Zweck kostenlos zu
Unterstützung der Operation eingeführt und ausgeführt nutzen. Bei der Implementierung dieses Rechts wird die
werden oder ihr Territorium durchqueren. NATO alle angemessenen Anstrengungen unternehmen,
10. Die Behörden in der Bundesrepublik Jugoslawien um die Bedürfnisse und Erfordernisse der zuständigen
werden vorrangig und mit allen entsprechenden Mitteln Behörden in der Bundesrepublik Jugoslawien zu berück-
alle Bewegungen des Personals, der Fahrzeuge, Flug- sichtigen und sich mit diesen abzustimmen.
zeuge, Schiffe, der Ausrüstung oder der Vorräte durch
oder im Luftraum, in den Häfen, auf den Flugplätzen oder Die NATO bestimmt über Rundfunk-
den benutzten Straßen erleichtern. Es dürfen keine und Fernsehen ...
Abgaben von der NATO verlangt werden für Luft-
navigation, Landung oder Start von Flugzeugen, unab- 16. Die Parteien werden kostenlos alle öffentlichen
hängig davon, ob staatseigen oder gechartert. Desgleichen Einrichtungen zur Verfügung stellen, die die NATO zur
dürfen keine Zölle, Abgaben, Wegegelder oder Benut- Vorbereitung und Durchführung der Operation anfordert.
zungsgebühren verlangt werden von NATO-Schiffen, Die Parteien werden der NATO helfen, die notwendigen
unabhängig davon, ob staatseigen oder gechartert, für die Versorgungsleistungen wie Elektrizität, Wasser, Gas oder
bloße Einfahrt in und Ausfahrt aus Häfen. Fahrzeuge, andere Ressourcen, die die NATO für die Operation
Schiffe und Flugzeuge, die zur Unterstützung der Opera- benötigen wird, zu den niedrigsten Preisen zu erhalten.
tion eingesetzt werden, unterliegen weder Lizenz- oder 17. Die NATO und das NATO-Personal genießen
Registrierungsbestimmungen noch kommerzieller Immunität gegen Ansprüche jedwelcher Art, die aus den
Versicherung. Aktivitäten bei der Ausführung der Operation erwachsen.
Die NATO wird jedoch Ansprüche auf freiwilliger Basis
Die NATO genießt unbeschränktes regeln.
Nutzungsrecht ... 18. Der NATO wird es gestattet sein, für die Akquisition
11. Der NATO wird die Benutzung von Flughäfen, von Gütern, Diensten und Bauleistungen mit jedem
Straßen, Schienenwegen und Häfen ohne Zahlung von Anbieter innerhalb oder außerhalb der Bundesrepublik
Gebühren, Zöllen, Wegegeldern oder durch bloße Jugoslawien Verträge direkt abzuschließen. Solche
Benutzung verursachte Abgaben eingeräumt. Die NATO Verträge, Güter, Dienste und Bauleistungen werden nicht
wird jedoch nicht beanspruchen, von angemessenen der Zahlung von Steuern, Abgaben oder anderen
Abgaben für spezifische geforderte und erhaltene Dienste Gebühren unterliegen. Die NATO kann Bauarbeiten auch
ausgenommen zu werden, aber die Operationen/ durch das eigene Personal ausführen lassen.
Bewegungen und der Zugang dürfen wegen noch aus- 19. In der Bundesrepublik Jugoslawien nur im Dienst der
stehender Zahlungen für solche Dienste nicht behindert NATO tätige kommerzielle Unternehmen werden von den
UN 07/99, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

örtlichen Gesetzen und Regelungen in bezug auf die


Dauer und Bedingungen ihrer Arbeit und von der PROJEKTSTUNDE
Zulassung und Registrierung von Angestellten,
Geschäftszweigen und Gesellschaften befreit. zum Krieg gegen Jugoslawien
20. Die NATO kann örtliches Personal einstellen, das auf
einer individuellen Grundlage den örtlichen Gesetzen und
Regelungen mit Ausnahme der Arbeits- /Anstellungsge-
Stichworte für an Politik und Zeitge-
setze unterworfen bleibt. Von der NATO eingestelltes schichte interessierte Schüler:
örtliches Personal wird jedoch:
a. Immunität genießen gegenüber rechtlichen Gesetzes-
verfahren in bezug auf in ihrer offiziellen Funktion ge- 1. Definieren Sie die Begriffe »Kapi-
sprochene oder geschriebene Worte und alle von ihnen in tulation« und »Besatzungsrecht« an-
ihrer offiziellen Funktion ausgeführten Handlungen; hand von Lexika und Geschichts-
b. Immunität genießen gegenüber Wehrdienst- und/oder büchern.
Militärdienstverpflichtungen;
c. nur den von der NATO geschaffenen Anstellungs-
bedingungen und -fristen unterworfen sein und 2. Definieren Sie den Begriff »Souverä-
d. von der Besteuerung der ihnen von der NATO ausge- nität« und zählen Sie die wichtigsten
zahlten Gehälter und Bezüge ausgenommen sein. staatlichen Hoheitsrechte auf, die die
21. Bei der Ausübung ihrer Befugnisse gemäß dieses Souveränität eines Landes ausmachen.
Kapitels ist die NATO berechtigt, Individuen festzuhalten
und diese, so schnell wie möglich, den zuständigen
Amtsträgern zu übergeben. 3. Bewerten Sie den Inhalt des o.a.
Vertragstextes mit den erarbeiteten De-
Die NATO kann bauen, abreißen, finitionen und beurteilen Sie, ob, wann
ändern, benutzen und machen, was und in welcher Lage die Regierung
sie will ... eines Staates einen solchen Vertrags-
text unterzeichnen darf, kann oder muß.
22. Die NATO kann es bei der Ausführung der Operation
als notwendig erachten, Verbesserungen und Änderungen
an gewissen Infrastrukturen der Bundesrepublik
Jugoslawien wie an Straßen, Brücken, Tunneln, Ge- 4. Diskutieren Sie auf der Basis des so
bäuden und Versorgungssystemen vorzunehmen. Eine gewonnen Wissens die Forderung der
jede dieser Verbesserungen und Änderungen von nicht USA bzw. der NATO an die Regierung
vorläufiger Art wird Bestandteil dieser Infrastruktur und Jugoslawiens, diesen Vertrag zu unter-
geht in die gleiche Eignerschaft über wie diese.
Vorübergehende Verbesserungen und Änderungen
zeichnen.
können nach dem Ermessen des NATO-Kommandeurs
entfernt werden, und die Infrastruktur kann, ihrem
Ursprungszustand so nahe wie möglich kommend, von 5. Senden Sie Ihre schriftliche Stellung-
normalen Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen nahme an UN-Auf dem Stundenplan
abgesehen, wieder zurückgegeben werden. (Anschrift siehe unten) oder per Internet:
23. Wenn keine vorherige Einigung zustande kommt, http://www.un-nachrichten.de
werden Streitigkeiten im Hinblick auf die Interpretation
oder Anwendung dieses Anhangs zwischen der NATO
und den zuständigen Behörden in der Bundesrepublik
Jugoslawien geregelt.
Buchpreise: Unter allen
24. Zusätzliche Vereinbarungen mit jeder der Parteien Schülern, die uns dazu Ausar-
können geschlossen werden, um beliebige mit der beitungen/Stellungnahmen zu-
Operation zusammenhängende Details zu erleichtern. senden, werden 100 Buchpreise
25. Die Bestimmungen dieses Anhangs werden bis zum
Abschluß der Operation oder entsprechend einer anderen
ausgelost.
Übereinkunft der Vertragsparteien und der NATO in Kraft
bleiben. Wenn Sie an der Verlosung teilnehmen
(Ende von Anhang B) wollen, bitte Anschrift nicht vergessen.

Auf dem Stundenplan - Folge 27, UN 7/1999


Unabhängige Nachrichten * Postfach 101706 * D- 46017 Oberhausen • AG Zeitgeschichte
Übersetzung, Zwischentitel(gerastert) und V.i.S.d.P: Dr. Hans Hermanns, OStR.
Abgabe an Schüler und als Beilage zu Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck
gestattet. Fordern Sie eine Zahlkarte für das z. Zt. gültige Spendenkonto an.
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
UN • Unabhängige Nachrichten 1/2000 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan» - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Unsere Zukunft: Suche nach Antworten und Visionen

Was wird aus Deutschland?


Einwanderung und Einbürgerung - Materialien zur Diskussion des
neuen Ausländer- und Staatsbürgerschaftsrechts

Mit Plakaten einer »Typisch Deutsch«-Kampagne wirbt die Bundesregierung bei


Ausländern und Inländern für die Einbürgerung: »Fair, Gerecht, Tolerant.«

Die Regierung handelt: Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung,


Marieluise Beck: »Die Kampagne ist ein deutliches
Signal an die Ausländer zur Einbürgerung.«
Im Rahmen einer großangelegten Werbekampagne
für die Einbürgerung möglichst vieler Ausländer gab Auch in fremdsprachigen Zeitungen, vor allem in
die Regierung 1,5 Millionen DM aus, um Ausländer der in Deutschland in hoher Auflage erscheinenden
darüber zu informieren, wie sie nach dem Inkraft- türkischen Zeitung »Hürriyet« (bekannt wegen ihres
treten des neuen Staatsbürgerschaftsrechts mög- Mottos im Zeitungskopf: »Die Türkei den Türken«)
lichst schnell deutsche Staatsbürger werden können. sollen diese Anzeigen erscheinen.
UN 1/2000, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Die Plakat- und Anzeigenkampagne umfaßt vier Motive. Das obige wird in
asiatischen Großstädten wie Bangkok, Singapur und Saigon von jungen Frauen als
Einwanderungs-Einladung verstanden.

Die Opposition kritisiert: Was sagt die UNO?


»Es ist nicht akzeptabel, daß für die deutsche
Staatsbürgerschaft geworben wird wie für »Deutschland braucht Millionen
Waschmittel oder Zigaretten.
von Einwanderern«
Es kann nicht sein, daß wir krampfhaft versuchen,
Ausländer zur deutschen oder doppelten Staats- Deutschland braucht nach Erhebungen der
bürgerschaft zu drängen. Und das noch mit Steuer- UNO wenigstens eine halbe Million
geldern.« Einwanderer im Jahr, um auch in 50
Jahren noch über dieselbe Zahl der
(Roland Koch, CDU, hessischer Arbeitskräfte zu verfügen wie heute.
Ministerpräsident) Um auch die wachsende Zahl der Rentner
Der CSU-Sprecher Michael Glos verurteilte die und Pensionäre angemessen zu
unterhalten, wären laut UNO sogar 3,4
Kampagne als »kostspielige Propaganda für eine
Millionen Immigranten pro Jahr notwendig.
falsche Politik«.
Nur mit diesem Einwandererstrom könnte
Gegen die vorhergehende, 650 000 DM teure Kam- Deutschland das Verhältnis zwischen
pagne, in der mit Boris Becker, Thomas Gottschalk Arbeitskräften und Ruheständlern im Jahre
und Marius Müller-Westernhagen für den Doppel- 2050 auf dem Stand von 1995 halten.
paß geworben wurde, erhob die FDP Klage beim
(Westdeutsche Allgemeine/dpa, 8. 1. 2000)
Bundesverfassungsgericht wegen »Verschwendung
von Steuergeldern«. Ein Urteil steht noch aus.
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 1/2000, Seite 7

Die neuen Gesetze bestimmen:


Vier Millionen Ausländer können Deutsche werden
Jeder zweite in Deutschland lebende Ausländer kann deutschen Sprache, kein Bezug von Arbeitslosen- und
nach der Neufassung des Ausländergesetzes und dem Sozialhilfe«. Über die Voraussetzungen, Verwaltungs-
Inkrafttreten des Staatsangehörigkeitsrechts am 1. und Rechtsvorschriften, mit denen diese Bedingungen
Januar 2000 »Deutscher« werden. geprüft, angefochten und entschieden werden sollen.
herrscht noch Unklarheit. Behörden und Gerichte
Bis zu vier Millionen erfüllen nach einem internen
befürchten unabsehbaren Aufwand und Kosten.
Bericht des Bundesinnenministeriums die ab 1.1.2000
gültigen Einbürgerungskriterien. Neben dem Ausländergesetz wurde das Staatsange-
hörigkeitsrecht geändert. In Deutschland geborene Kin-
Grund für den Einbürgerungsanspruch ist zum einen die
der von Ausländern erhalten automatisch die deutsche
Neufassung des Ausländergesetzes. Demnach haben
Staatsangehörigkeit, wenn sich ein Elternteil seit acht
Ausländer, die seit mindestens acht Jahren rechtmäßig in
Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhält. Sollten die
Deutschland leben, einen Einbürgerungsanspruch. Die
Kinder noch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen,
Anerkennung des Asyl-Status erfüllt diese »Rechtmäßig-
müssen sie sich spätestens mit 23 Jahren für einen Paß
keit«.
entscheiden. Das gilt auch für Kinder, die am 1.Januar
Zusätzliche Einbürgerungsvoraussetzungen sind 2000 bis zu 10 Jahre alt waren.
»Straflosigkeit, Verfassungstreue, Kenntnisse der

Was sagt die Wissenschaft?

»Die Deutschen sterben aus«


Fachkongreß in Bonn zeichnet düsteres Bild der Bevölkerungsentwicklung
1995 lebten in der Bundesrepublik 81,8 Millionen kerungszahl nehme weiter ab, das Durchschnittsalter
Menschen. Im Jahr 2050 werden nur noch 50 dagegen steige stetig an.
Millionen, im Jahr 2100 nur noch 24 Millionen
deutschstämmig sein. Der Bevölkerungsrückgang sei vorprogrammiert Der
»Pillenknick« seit den 70er Jahren, der Einsatz modern-
Ein düsteres Bild der Bevölkerungsentwicklung in ster Verhütungsmittel und der Trend zur »Ein-Kind-
der Bundesrepublik haben Wissenschaftler bei einem Familie«, die abnehmende Heiratsbereitschaft und das
Fachkongreß in Bonn gezeichnet. Ergebnis ihrer gewandelte Rollenbewußtsein der Frauen mache eine
Überlegungen: Das Schlagwort »Die Deutschen ster- Wende in der Tendenz unwahrscheinlich. Durch-
ben aus« sei keine haltlose Parole von Rechtsradi- schnittlich bringe jede Frau heute 1.25 Kinder zur Welt.
kalen, sondern habe höchste Aktualität. Die Bevöl- Um die Bevölkerungszahl konstant zu halten, seien 2,1
Kinder erforderlich.

Die Folgen der niedrigen Geburtenrate bekämen vor


allem die Erwerbstätigen zu spüren, deren Zahl sich bis
zum Jahr 2030 etwa um ein Drittel reduzieren soll.
Gleichzeitig aber steige die Zahl der
Rentenberechtigten. Auf 100 Erwerbstätige kämen
dann mehr als 100 Personen, die mehr als 60 Jahre
oder unter 20 Jahre alt seien.

Jeder im Erwerbsleben Tätige müsse dann mindestens


Einen der nichtarbeitenden Bevölkerung mittragen.
Gesamturteil: Bei gleichbleibender Tendenz drohe ein
gesellschaftlicher Kollaps.

Die Tatsache, daß die Geburtenziffer eines Landes um so


niedriger ist, je höher seine Sozialleistungen sind, wertete
der Wissenschaftler Prof. Dr. Schmidt-Kaler als Beleg
dafür, daß die Familie heute nicht mehr als eine Art
»Sozialversicherung« angesehen werde. Während früher
vor allem die Kinder die Pflege der hilfsbedürftigen Eltern
UN 1/2000, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

übernommen hätten, werde dies heute vor allem auf den müsse aus ökonomischen Zwängen verstärkt Ausländer
Staat abgewälzt. Daraus ergäbe sich die Konsequenz: anwerben. Die Folge: Die Bundesrepublik erlebe eine
»Der perfekte Sozialstaat schafft sich durch Aussterben »Einwanderungswelle« riesigen Ausmaßes.
selber ab.«
Am Ende entwickele sich das Land zu einer »ethnisch-
Ein entsprechendes »Szenario« entwarf der Wissen- religiösen Multikultur«, die in etwa mit dem heutigen
schaftler für die Zukunft der heutigen Generation: Das Libanon vergleichbar sei. *)
»sterbende Volk« der Deutschen, so seine Vorausschau, *) Fachkongreß der Konrad-Adenauer-Stiftung am 9.Oktober 1986

Antworten und Visionen gesucht


Die Herausgeber dieser Materialien enthalten sich ganz Zukunft, zum Wert und zur Bedeutung von Völkern und
bewußt jeder Fragestellung, Belehrung oder Beurteilung. Nationen in der Welt von morgen gesucht. Sollen, können
Die hier vorgelegten Darstellungen sollen dazu dienen, sie überleben, oder sind Sie damit einverstanden, daß sie
Schüler und Jugendliche anzuregen, sich über ihr Leben »aussterben« sollen, insbesondere Ihr eigenes, das
und ihre Zukunftsaussichten in der heutigen und der sich deutsche Volk?
entwickelnden multi-ethnischen Gesellschaftsform Ihre Antworten, Anregungen und Arbeiten senden Sie
Gedanken zu machen. bitte an die UN-Redaktion • Auf dem Stundenplan •
Postfach 400215 • 44736 Bochum
Darüber hinaus werden Antworten und Visionen zur

Auf dem Stundenplan - Folge 28, UN 1/2000


Unabhängige Nachrichten • Postfach 400215 • 44736 Bochum
V.i.S.d.P: Dr. Arnold Neugebohrn
Abgabe an Schüler und als Beilage zu Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spendeneingang dies ermöglicht. Abdruck gestattet.
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Auf dem Stundenplan


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Deutsche Reparationszahlungen:
Milliarden ohne jede Buchführung!
Anfrage an die Bundesregierung:
„Wie groß, nach damaligem und heutigem Wert, Es ist fast unglaublich:
waren die deutschen Reparationsleistungen nach
dem Zweiten Weltkrieg aus Beschlagnahme von
Keine der BRD-Regierungen seit 1949 hat ihre
deutschem In- und Auslandsvermögen, deutschen
Patenten, aus Demontage, Materiallieferungen elementarsten Hausaufgaben gemacht! Von
(Entnahme aus laufender Produktion) und der sowjet-bestimmten DDR-Regierung war
Enteignung mobiler und immobiler Vermögens- das nicht zu erwarten. Warum aber haben die
werte?“ BRD-Regierungen versagt?
Diese schriftliche Anfrage beantwortete der Müssen die Schüler von heute, die noch -zig
Parlamentarische Staatssekretär beim Bundes- Jahre zahlen sollen, jetzt nachholen, was die
minister der Finanzen, Karl Diller, wie folgt (Berlin, Volksvertreter versäumt haben?
9. März 2000, Az.VB2 O 1266 B 7/00):

tionen oder gar eine Aufteilung nach deren dama-


ligem und heutigem Wert gemacht werden. Lediglich
Antwort der Bundesregierung: in Form einer Zusammenfassung der in diesem
„ Die erbetenen Angaben über den Wert deutscher Zusammenhang relevanten Bereiche, die jedoch
Reparationsleistungen nach dem Zweiten Welt- keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, kann ein
krieg sind in der gewünschten Form nicht möglich, Überblick über deutsche Reparationen und andere
da dem Bund entsprechendes Zahlenmaterial in dieser Beziehung bedeutsame Leistungen nach
darüber nicht vorliegt. Das Ergebnis bisheriger dem Zweiten Weltkrieg gegeben werden.
Recherchen über die finanziellen Auswirkungen
Die über Reparationen verfügbaren Zahlen sind
des Krieges ist der beigefügten Zusammenstellung
nicht authentisch und beruhen im Wesentlichen auf
der „Kriegsfolgeleistungen insgesamt" (Stand 31.
Schätzungen, da der Bund erforderlichenfalls auch
Dezember 1997) zu entnehmen, die damit auch
nur auf die Literatur zurückgreifen kann, die den
einen Überblick über die Reparationen Deutsch-
meisten wissenschaftlichen Bibliotheken zur
lands gibt.
Verfügung steht. Darüber hinaus enthält die
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es - zumindest für Zusammenstellung der Kriegsfolgeleistungen
die Bundesrepublik Deutschland - keine dem weitere Leistungen zur Bewältigung der
Versailler Vertrag vergleichbaren Reparations- Auswirkungen des Krieges, zu denen beispielsweise
regelungen und damit auch keine nachvollziehbaren die im Rahmen des Lastenausgleichs gewährten
längerfristigen Reparationszahlungen gegeben. Hilfen gehören. Auch insoweit liegen jedoch nur
Vielmehr haben die Siegermächte einseitig Repara- Zahlen aus einzelnen Bereichen vor. Der gesamte
tionen entnommen. Verbindliche Aufzeichnungen Wert der von den Siegermächten in unmittelbarem
darüber gibt es nicht. Verbindliche Angaben über Zugriff genommenen Vermögenswerte sowie
von der ehemaligen DDR erbrachte Reparationen anderer deutscher Leistungen konnte bislang nicht
können ebenfalls nicht gemacht werden. Ebenso festgestellt werden und wird nach Lage der Dinge
wenig können definitive Angaben zu den einzelnen wohl auch nicht mehr annähernd genau zu erfassen
Arten der von Deutschland erbrachten Repara- sein.“
UN 07/00, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Bundesministerium der Finanzen - hiervon folgenden Leistungen:


Anlage 1.1 Ablieferung von Münzen und Barren aus Edelmetall
sowie ausländischen Valuten (Proklamation der
Kriegsfolgeleistungen Oberbefehlshaber der Besatzungsstreitkräfte vom 20.
September 1945, Abschnitt V Nr. 15; ABl. des
Kontrollrates Nr. l, S. 8-19): Wert nicht bekannt.
insgesamt 1.2 Restitution von Vermögensgegenständen; Dienst-
leistungen zur Wiederherstellung zerstörter Gegenstände
und Beseitigung von Schäden (Proklamation vom 20.
(Stand: 31. Dezember 1997) September 1945, Abschnitt VI).
Die finanziellen Auswirkungen geschehenen NS- 1.3 Entnahme von Industrieausrüstungen, anderen
Unrechtes und des Zweiten Weltkrieges insgesamt zu Ausrüstungsgütern und Handelsschiffen (Pariser Ab-
erfassen, ist unmöglich. Die nachfolgende Aufstellung kommen vom 14. Januar 1946, Art. l, Kategorie B). In der
kann daher nur unvollständig sein. Sie beruht zum einen Begründung zum Reparationsschädengesetz vom 12.
auf haushaltsmäßig erfaßten monetären Leistungen, die Februar 1969 (BT- Drucksache V/2432 vom 23.
wegen der gesetzlichen Vorgaben, regelmäßig nur einen Dezember 1967, S. 77 ff.) werden die Reparations- und
Teil des tatsächlich entstandenen Schadens im Einzelfall Restitutionsschäden im Bundesgebiet auf insgesamt
wiedergeben, zum anderen auf nicht amtlichen Quellen 4,782 Mrd. RM (Wert 1938) geschätzt.
und/oder Schätzungen. 1.4 Holz- und sonstige Zwangsexporte aus der laufenden
Die Zusammenstellung berücksichtigt z.B. - soweit Produktion: 0,4 Mrd. RM (BT-Drucksache V/2432, S. 77
feststellbar - sowohl die eigenverantwortlichen Ent- ff.).
nahmen der Siegermächte aus den Besatzungszonen. 1.5 Urheberrechte: 0,1 Mrd. RM (BT-Drucksache
Reparations- und Restitutionsleistungen der Bundes- V/2432, S. 77 ff.).
republik Deutschland auf Grund gesetzlicher Vorgaben
und zwischenstaatlicher Vereinbarungen, Leistungen aus 1.6 Beschlagnahme gewerblicher Schutzrechte (Patente,
dem Bereich der Kriegsopferversorgung sowie der Warenzeichen, Handelsmarken) sowie Herstellungs-
verfahren und Forschungsergebnisse im In- und Ausland
Wiedergutmachung und Entschädigung von NS-Unrecht
(Londoner Abkommen über die Behandlung deutscher
nach innerstaatlichem Recht.
Patente vom 27. Juli 1946): Nach einer Schätzung der
Unter dem Vorbehalt, daß die zur Verfügung stehenden Notgemeinschaft für reparationsgeschädigte Industrie
Zahlen zum Teil unvollständig sind, oft nur auf vom Frühjahr 1951 betrug der Wert der im gesamten
Schätzungen und/oder nicht amtlichen Quellen beruhen Reichsgebiet beschlagnahmten Patente und Gebrauchs-
und somit weder absolute Genauigkeit beanspruchen muster 1 2 - 1 5 Mrd. RM und der Wert der Warenzeichen
können noch als offizielle Aussagen gewertet werden etwa 3 Mrd. RM; der Gesamtwert der im In- und Ausland
dürfen, ist, ohne Berücksichtigung der umfangreichen beschlagnahmten deutschen Schutzrechte wird mit 17 - 20
Gebietsverluste mit ihrer wirtschaftlichen Kapazität, von Mrd. RM angegeben, davon kamen 2/3 den westlichen
folgenden bisherigen Leistungen auszugehen: Siegerländern und 1/3 der Sowjetunion zugute (Am
Abend der Demontage - Sechs Jahre Reparationspolitik,
herausgegeben vom Bremer Ausschuß für Wirt-
schaftsforschung, Bremen 1951, S. 125 f.).
Deutsche Restitutions-, Reparations- 1.7 Reparationsschäden in den deutschen Ostgebieten,
Umsiedlungsschäden (ohne Ansprüche nach dem
und Entschädigungsleistungen Lastenausgleichsgesetz (LAG) i. d. F. vom 2. Juni 1993;
(ohne innerstaatliche Leistungen, vgl. BT-Drucksache V/2432, S. 77 f., Tabelle Nr. 1 c), d),
vgl. dazu II.) f)und h):1,312 Mrd.RM.
1.8 Einsatz deutschen Auslandsvermögens ein-
schließlich Vermögen im neutralen Ausland (vgl.
1. Westliche Besatzungszonen Kontrollratsgesetz Nr. 5 vom 30. Oktober 1945, ABl. des
KR Nr. 2, S. 27 - 31). Die Abrechnung erfolgte nach den
Richtlinien der IARA vom 21. November 1947 (vgl.
Die von der Pariser Reparationskonferenz 1946 für die Böhmer-Duden-Janssen, Deutsches Vermögen im
Abrechnung der Reparationen in der "Westzone" (d. h. Ausland, herausgegeben vom Bundesministerium der
Bundesrepublik Deutschland und westliches Auslands- Justiz, Bd. 1. S. 20 ff.; Bd. 3, S. 26 ff.). Erfaßt wurden
vermögen) eingesetzte Inter-Alliierte Reparationsagentur Grundbesitz, Unternehmen, Beteiligungen an aus-
(IARA) hat in ihrem Abschlußbericht im Jahre 1961 die ländischen Unternehmen (Aktien usw.), gewerbliche
von ihr erfaßten und verteilten Werte auf rund 520 Mio. Schutzrechte sowie Guthaben. Der Wert (ohne
Dollar nach dem Kurswert von 1938 beziffert. Diese Zahl gewerbliche Schutzrechte, vgl. dazu oben Nr. 1.6) wird in
ist jedoch zu niedrig gegriffen. Ausgegangen werden muß der Begründung zum Reparationsschädengesetz (BT-
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 07/00, Seite 7

Drucksache V/2432, Tabelle S. 78 Nr. 1 e) mit 13,042 kommen.


Mrd. RM angegeben.

2. Sowjetische Besatzungszone
Summe 1.1 - 1.8 (Wert 1938, soweit
bezifferbar): 39,636 Mrd. RM Der Wert der Entnahmen aus der Sowjetzone und
späteren DDR betrug nach Schätzungen des
Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen (vgl.
1.9 Im Rahmen der W iedergutmachung DDR- Handbuch, herausgegeben vom BM für innerdeut-
nationalsozialistischen Unrechts (Leistungen nach dem sche Beziehungen, Bd. 2, 3. Auflage, Köln 1985, Stich-
Bundesentschädigungsgesetz, dem Bundesrück- wort "Reparation") insgesamt 66,4 Mrd. Mark (der DDR).
erstattungsgesetz, dem Abkommen mit Israel und Nach kritischer Auswertung dieser Unterlagen schlüsseln
diversen Globalverträgen u. ä. sowie nach den Härte- sich die geschätzten Beträge der Reparationsleistungen
regelungen) hat die Bundesrepublik bis zum 31. seit Kriegsende bis 1953 wie folgt auf:
Dezember 1997 rund 102,1 Mrd. DM gezahlt. Rund 80 v.
2.1 Verluste an Sach- und Kunstwerten durch
H. der Leistungen (ca. 81,7 Mrd. DM) gingen ins Ausland.
Beuteaktionen: 2,00 Mrd. Mark
Hierin sind Leistungen in Milliardenhöhe für
Wiedergutmachung in der Sozialversicherung und in der 2.2 Verluste durch Demontagen: 5,00 Mrd. Mark
Kriegsopferversorgung nicht erfaßt; soweit sind genaue 2.3 Leistungen, die mit erbeuteten Banknoten bezahlt
Zahlen statistisch nicht feststellbar. wurden: 6,00 Mrd. Mark
Darüber hinaus wurden Leistungen zur Entschädigung 2.4 Leistungen, die mit Besatzungsgeld bezahlt wurden:
der luxemburgischen, elsässischen und lothringischen 9,00 Mrd. Mark
Zwangsrekrutierten in Höhe von etwa 0,3 Mrd. DM
erbracht.
2.5 Warenlieferungen aus der laufenden Produktion,
1.10 Den Republiken Estland (1995) und Litauen (1996) soweit sie über R.-Konten verrechnet wurden: 34,70 Mrd.
wurden je 2 Mio. DM für die Unterstützung humanitärer Mark
Investitionen zur Verfügung gestellt, die den indi-
2.6 Nebenkosten der R.-Lieferungen:
viduellen Bedürfnissen von dortigen NS-Opfern nahe
2,85 Mrd. Mark
kommen sollen. Eine entsprechende Vereinbarung mit der
Republik Lettland steht noch aus. Individualent- 2.7 Stopp-Preissubventionen an deutsche und SAG-
schädigungen werden über die Stiftungen "Verständigung Betriebe für R.-Lieferungen: 3,30 Mrd. Mark
und Aussöhnung" in Moskau (Republiken Lettland und 2.8 Ausstattung der SAG-Betriebe mit Umlaufmitteln
Litauen) und Minsk (Republik Estland) abgewickelt. (vor 1950) und Kapitalentzug 1952/53: 1,00 Mrd. Mark
1.11 Zu berücksichtigen sind ferner die Leistungen der 2.9 Rückkauf der SAG-Betriebe: 2,55 Mrd. Mark
Bundesrepublik nach Art. 4 Londoner Schuldenab-
kommen, durch die Vorkriegsschulden des Reiches erfüllt
wurden; sie betrugen insgesamt 14 Mrd. DM. Summe 2.1-2.9:66,40 Mrd. Mark

Summe 1.9 - 1.11 (soweit Bei einem Dollarkurs von 4,20 betrug die Gesamt-
entnahme aus der Sowjetzone bzw. DDR bis 1953 15,8
bezifferbar): 96,0 Mrd. DM Mrd. Dollar. In dieser Zusammenstellung sind nicht
enthalten: rund 16 Mrd. Mark Besatzungskosten für die
Zeit bis Ende 1953, der Nutzen aus der Arbeitsleistung
Auf Grund einer Verpflichtungsermächtigung im
nach der Sowjetunion verbrachter deutscher Spezialisten
Bundeshaushaltsplan 1997 stellt die Bundesrepublik
und der Kriegsgefangenen, der Nutzen aus dem
Deutschland in den Jahren 1998 bis 2000 einen Betrag in
Uranbergbau, aus der Tätigkeit der sowjetischen
Hohe von insgesamt 80 Mio. DM für Zuschüsse an
Handelsgesellschaften in der DDR und aus der
einzurichtende Stiftungen "Verständigung und
Auswertung deutscher Patente (etwa 6 Mrd. RM, vgl. Nr.
Aussöhnung" in den mittel- und osteuropäischen Staaten
1.6).
zur Verfügung, mit denen Globalentschädigungs-
abkommen bislang noch nicht geschlossen wurden.
Darüber hinaus wird die Bundesrepublik Deutschland II.
dem 1997 errichteten Deutsch-Tschechischen Zukunfts-
fonds einen Betrag in Höhe von 140 Mio. DM zur Innerstaatliche Leistungen
Verfügung stellen. Die Mittel werden der Finanzierung
von Projekten gemeinsamen Interesses dienen. In
Betracht kommende Projekte sollen insbesondere Opfern Die folgenden Leistungen sind oder waren für kriegsbe-
nationalsozialistischer Verfolgungsmaßnahmen zugute dingte Personenschäden und Vermögensverluste
UN 07/00, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

(einschließlich der Vermögens Verluste in den 1. IG Farbenindustrie: 27,0 Mio. DM


Ostgebieten) und zum Ausgleich indirekter Kriegsfolgen 2. Krupp: 10,0 Mio. DM
deutscher Staatsangehöriger bestimmt:
3. AEG: 4,0 Mio. DM
1. Leistungen im Rahmen der Wiedergutmachung
nationalsozialistischen Unrechts (vgl. I. Nr. 1.9): 20,4 4. Siemens: 7,0 Mio. DM
Mrd. DM 5. Rheinmetall: 2,5 Mio. DM
2. Lastenausgleich (einschließlich Reparationsschäden 6. Feldmühle Nobel AG
und Restitutionsschäden): 143,5 Mrd. DM (als Rechtsnachfolgerin der
3. Allgemeines Kriegsfolgengesetz (Leistungen an Friedrich Flick Industrie-
durch das Reich geschädigte Personen einschließlich
Verwaltung KG a.A.): 5,0 Mio. DM
Leistungen nach § 233a SGB VI und zur Beseitigung von
Gefahren im Sinne von § 19 Abs. 2 Nr. 1 AKG): 7. Daimler Benz AG: 20,0 Mio. DM
3,8 Mrd. DM
4. K r ie g s g e f a n g e n e n en ts c h ä d ig u n g s g e s e tz : Summe 1.-7.: 75,5 Mio. DM
2,8 Mrd. DM
5. Häftlingshilfegesetz: 2,7 Mrd. DM Themenvorschlag für eine Projektstunde,
6. Kriegsopferversorgung (Bundesversorgungsgesetz "Deutsche Reparationsleistungen
inklusive aller Nebengesetze):405,7 Mrd. DM nach dem II. Weltkrieg"
7. Versorgung nach Art. 131 GG (einschließlich Bereits 1987 schätzte Hans Hausberger, wissen-
Leistungen nach § 233a SGB VI); 173,6 Mrd. DM schaftlicher Assistent am Volkswirtschaftlichen
8. Leistungen nach dem Gesetz zur Regelung offener Institut der Universität Köln, in einer Studie den
Vermögensfragen und dem Entschädigungs- und Aus- Gesamtschaden auf über 1.500 Milliarden DM
(Berliner Morgenpost, 1.11.1987). Die obige Auf-
gleichsleistungsgesetz (ohne Vertriebenenzuwendung,
stellung erscheint höchst unvollständig.
vgl. hierzu 9.): 0,44 Mrd. DM
• Suchen Sie in örtlichen Zeitungs-, Stadt- und
9. Vertriebenenzuwendungsgesetz: 2,1 Mrd. DM Firmenarchiven nach Angaben über Demontagen,
10. Bundesvertriebenengesetz: 0,9 Mrd. DM Beschlagnahmen und Leistungen, die von der Be-
satzungsmacht in Ihrem Ort vorgenommen bzw.
abverlangt wurden.
Summe 1. -10.: 755,9 Mrd. DM • Vergleichen Sie die gefundenen Angaben mit der
obigen Aufstellung und diskutieren Sie, ob und unter
welcher Ziffer diese Reparationen dort enthalten sein
In den vorgenannten Leistungen sind auch solche können,
enthalten, die auf Grund der Überleitung einzelner • Richten Sie ein Anfrageschreiben mit Kopien der
Regelungen auf das Beitrittsgebiet dort nach der gefundenen Belege an das Bundesfinanzministerium,
Wiedervereinigung erbracht wurden. ob, in welcher Höhe und unter welcher Ziffer die von
In welcher Höhe von Kriegsende bis zur Wieder- Ihnen ermittelten Reparationen in die Aufstellung
vereinigung in der ehemaligen DDR nach dort geltendem eingeflossen sind.
Recht Leistungen erbracht wurden, ist nicht bezifferbar; Die Antwort wird eine hoch interessante staats-
die Leistungen erreichen bei weitem nicht die bürgerliche Bildungsstunde ergeben!
westdeutschen Leistungen. Anschrift: Bundesministerium der Finanzen,
Wilhelmstr. 97, 10117 Berlin.
III. Weitere Literatur dazu: UN-Archiv 7001.

Private Initiativen, die im Auf dem Stundenplan


Zusammenhang mit Zwangsarbeit
Folge 29, UN 7/2000
während des Zweiten Weltkrieges
Unabhängige Nachrichten
ergriffen wurden: Postfach 400215 • 44736 Bochum
AG Zeitgeschichte
Folgende Unternehmen haben im Hinblick auf die seinerzeit
dort eingesetzten Zwangsarbeiter Zahlungen an die V.i.S.d.P: Hans Clausert, Realschullehrer
Conference on Material Claims against Germany - Claims Abgabe an Schüler und als Beilage zu Schülerzeitungen
Conference -, das Deutsche Rote Kreuz und weitere Verbände erfolgt kostenlos, soweit der Spendeneingang dies
ermöglicht. Abdruck gestattet.
geleistet (BT-Drucksache 11/6286): Spendenkonto: Bankeinzug
Verlag und Druck Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49. Oberhausen
UN • Unabhängige Nachrichten 4/2001 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Rinderwahn - Maastricht - EURO:

Verheimlichte Zusammenhänge
Unterlagen für eine Projektstunde zum Thema »BSE und die europäische Politik«
Die Politik und damit unsere Lebensbedingungen geschieht und warum welche Entscheidungen
und unsere Zukunft werden zunehmend von europäi- getroffen werden?
schen Behörden bestimmt. Als die BSE-Katastrophe nicht mehr zu verheimlichen
Nach Aussagen führender Politiker liegen inzwischen war, setzte das EU-Parlament einen Untersuchungs-
50 bis 70 % aller politischen Entscheidungen nicht mehr ausschuß ein, um die Bürger zu beruhigen. Dieser Aus-
in den Händen der Landesregierungen bzw. der schuß hatte nach Auffassung von Jean-Claude Martinez,
Bundesregierung, sondern bei der EU-Kommission in einem seiner Mitglieder, jedoch nur die Aufgabe, einen
Brüssel. Mißtrauensantrag gegen die Kommission abzuwenden.
In der Rechtsprechung sind nicht mehr Bundes-
gerichtshof und Bundesverfassungsgericht die höchsten
Instanzen, sondern der Europäische Gerichthof. Auch das »Komplizen zur Durchsetzung von
Grundgesetz ist nicht mehr bindend, wenn europäisches Maastricht und Euro«
Recht es außer kraft setzt.
Dazu drei Beispiele:
»Ein Parlament, das den historischen Auftrag hat, die
• Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Exekutive zu kontrollieren, entehrt sich, wenn es in
Deutschland (Wehr- und Dienstpflicht, Art. 12 a) war Kenntnis der schuldhaften Verhaltensweisen dieser
Frauen der Dienst mit der Waffe untersagt. Der Exekutive (der EU-Kommission) die Augen schließt und
Europäische Gerichtshof entschied anders, das Grund- untätig bleibt. Darin besteht sein Vergehen der fehlen-
gesetz mußte geändert werden. den Unterstützung von Millionen gefährdeter Ver-
• Der deutsche Steinkohlenbergbau ist für die Sicherheit braucher. «
der Energieversorgung im Notfall das, was die Bundes- So beurteilte Jean-Claude Martinez, Mitglied des BSE-
wehr für die militärische Sicherheit ist. Bei beiden ist Untersuchungsausschusses des Europäischen Par-
nicht die Wirtschaftlichkeit, sondern die Frage entschei- laments, im Abschlußbericht vom 6.2.1997, Seite 58, das
dend, ob der Staat eine solche Sicherheit und Vorsorge für Wirken der Europäischen Kommission und des
notwendig hält, auch wenn sie Geld kostet. Die EU Europäischen Parlaments.
untersagt jedoch die Subvention der Kohlenförderung,
und die deutschen Zechen müssen stillgelegt werden.
»Allgemeine Komplizenschaft in
• Die EU-Kommission hat Anfang der 90er Jahre den
Mitgliedsstaaten aus handels- und marktpolitischen
Anbetracht von BSE: Warum so viele
Gründen verboten, Tiere gegen die Maul- und Jahre der Passivität?«
Klauenseuche (MKS) zu impfen und zum Verschweigen
und zur »Desinformation« der europäischen Bevölkerung Unter dieser Fragestellung heißt es dann im Bericht:
in Sachen BSE aufgerufen. Die Folgen erleben wir heute. »Europäische Kommission, Ministerrat, Europäisches
Wer soviel Selbstbestimmungsrechte an internatio- Parlament und die großen europäischen Medien waren
nale Gremien abgibt, muß sich fragen, ob und wie Komplizen. Sie schwiegen, während eine der schreck-
glaubwürdig und vertrauenswürdig solche Institu- lichsten Tierseuchen oder sogar Zoonosen ausbrach,
tionen sind, denen man sich ausliefert. um die Entstehung eines anderen „Prions“, diesmal
ideologischer Natur, zu gestatten: die Union des
Da die Unterrichtsmaterialien der Ministerien und die Binnenmarkts und des Vertrags von Maastricht. Wenn
Glanzdruck-Broschüren der EU mehr verschweigen als die französischen Wähler am 20. September 1992 die
informieren, sollte das nachfolgende Beispiel für Wahrheit über BSE gekannt hätten, wer kann dann
weitergehende Nachfragen, Informationsbeschaffung glauben, daß die paar tausend Stimmen, die den Sieg der
und für eine Projektstunde genutzt werden. Maastricht-Befürworter ermöglichten, gefunden
Wo erfahren Schüler, junge Wähler und europäische worden wären?«
Bürger von dem, was hinter den Kulissen der EU (Fortsetzung auf Seite 8)
EU-Politik: »Fast schon Mord«
Mit diesem Titel bezeichnete »DER
SPIEGEL« Nr. 8/2001 die Politik der
EU-Behörden zur Unterdrückung der
Wahrheit über die BSE-Gefahr.
Am 9. Oktober 1990, also vor nun-
mehr fast elf Jahren, als noch viel
Unglück hätte vermieden werden
können, gab der Vertreter der EU-
Kommission dem Ständigen Veteri-
närausschuß der EU die Anweisung,
man solle es künftig vermeiden, über
BSE zu sprechen.
»DER SPIEGEL« kommentierte das
entlarvende Dokument, die schwarz
auf weiß gedruckte Form liegt dem
Magazin nach Auskunft vom
21.3.2001 jedoch nicht vor.
Nebenstehend veröffentlichen wir
das Dokument aus dem UN-Archiv
in der Originalfassung, auf der Fol-
geseite die offizielle Ausfertigung in
deutscher Sprache.
Der Beamte, der diesen Aktenver-
merk schrieb und pflichtgemäß an
seine Vorgesetzten weiterleitete,
wurde umgehend suspendiert, als das
Papier bekannt wurde.
Die EU-Kommission, das EU-
Parlament und die politisch gleichge-
schalteten Massenmedien unterdrück-
ten und verschwiegen fünf Jahre lang
diese ungeheuerliche Desinforma-
tions-Anweisung, um keine »antieuro-
päische Stimmung« aufkommen zu
lassen und die anstehenden Volksab-
stimmungen und Verträge nicht zu
gefährden.

Gesetz des Schweigens


Im Untersuchungsbericht des Europäischen Parlaments Einsetzung des Untersuchungsausschusses begründete,
heißt es anschließend an den Absatz »Die politische um die empörte Öffentlichkeit zu beruhigen, die die
Verantwortung des Parlaments« dazu: bewußte und von der Kommission in Brüssel zu verant-
wortende Desinformation entdeckte, seit 1991 nach einer
»Die moralische Veröffentlichung in der Verbraucherzeitschrift „Que
choisier“ bekannt.
Verantwortung der Medien« Die Zeitung „Liberation“ veröffentlichte diesen
»Das gleiche seltsame und schuldhafte Schweigen Vermerk für die breite Öffentlichkeit allerdings erst 1996.
herrscht in den großen europäischen Medien. Denn Warum dieses Schweigen während fünf Jahren? Um
schließlich war der Vermerk des Beamten Castille, dessen wen oder was zu schützen? Warum dieses „Gesetz des
Veröffentlichung in der Presse im Juni 1996 die Schweigens“?« (Seite 58)
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 04/2001, Seite 7

DOKUMENT ZUM ZEITGESCHEHEN


UN 04/2001, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Fortsetzung von Seite 5:

»Die schuldhafte Untätigkeit zum Schutz der


„Auf dem Stundenplan“
einheitlichen Währung« Bisher sind folgende Blätter erschienen
(Titel hier verkürzt):
Unter diesem Vorwurf kritisiert Martinez, das Ergebnis
des Untersuchungsausschusses, der 18 Fälle schuldhaften Folge l: Deutschland und seine Ostgebiete (1982)
Verhaltens der EU-Kommission aufdeckte, die einen Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte im Schulbuch
Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
Mißtrauensantrag gerechtfertigt hätten, »um diesen sondern 65. Jahr nach Versailles
Antrag schließlich seltsamer Weise abzulehnen.« Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart
»Der Untersuchungsausschuß hat nach Auswegen Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles
Folge 6: Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
gesucht, um der Europäischen Kommission ein Miß-
Folge 7: Der böse Deutsche
trauensvotum zu ersparen, da man sonst Gefahr liefe, Folge 8: Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
die Verwirklichung der einheitlichen Währung zu Folge 9: Von Kiel bis Kärnten »slawischer Boden«?
verzögern. Sollen eher die Menschen untergehen als ein Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
ideologischer Grundsatz: der große einheitliche Welt- Folge 11: Der Bromberger Blutsonntag
euromarkt! Das war nach der Europäischen Kommiss- Folge 12: Südafrika und Deutsch-Südwest
ion, dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament Folge 13: Die Reichskristallnacht
Folge 14: Ein Dokument zur Zeitgeschichte:
auch die für den Untersuchungsausschuß vorgegebene Die »Jüdische Kriegserklärung« vom 24. März 1933
„Fehlverhaltensweise“.« Folge 15: Katyn: Wieder eine angeblich »feststehende
Wen wundert es, daß diese Beurteilung eines Experten, historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
der schon am 11. September 1990 in einer Rede vor dem Folge 16: Deutschland wollte Frieden. Die 16 Punkte der
Deutschen Reichsregierung vom 31.8.1939
Europäischen Parlament feststellte, daß BSE auf den Folge 17: Dresden wurde zum Opfer der Barbarei
Menschen übertragbar sei, als »Minderheitsansicht« Folge 18: Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat? Einkommens-
abgetan wurde? vergleich Asylbewerber-/Facharbeiterfamilie
Die hier dokumentierte Politik der EU, - beginnend mit Folge 19: Die Umerziehung - Über die Methodik der
Umerziehung von Einzelnen und Völkern
dem Aktenvermerk von der Sitzung vom 9./10. Oktober Folge 20: Der Fall Oradour:
1990 über die Feststellungen des BSE-Untersuchungs- Greuelpropaganda - neu aufgewärmt
ausschusses vom 6.2.1997 bis heute - sollte alle mündi- Folge 21: Vor 50 Jahren - Dresden:
gen, besonders die jungen Bürger Europas veranlassen, Das war kein Krieg mehr, das war Mord!
die Politik der EU und der Regierungen kritisch zu Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren:
überwachen: »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht...«. Die Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung«
Ostdeutschlands als »Friedenslösung«
Folge 23: Die Stalin-Rede vom 19.8.1939: Der dogmatisierte
Lehrsatz: »Hitler-Deutschland überfiel die
Anregungen zur friedliebende Sowjetunion« ist endgültig widerlegt
Folge 24: Bombenschwindel um Guernica
Vorbereitung und Folge 25:
Folge 26:
Sprechen wir über Ostdeutschland
Zwangsweiser Klassenbesuch der Anti-
Durchführung zweier Folge 27:
Wehrmachtsausstellung?
Kosovo-Krieg: Das verheimlichte Kapitulationsdiktat
Projektstunden: Folge 28:
Rambouillet - »ANNEX B«
Was wird aus Deutschland? -
»Einwanderung und Einbürgerung« -
Bestellen Sie bei der Bundesregierung ein Materialien zur Diskussion des neuen Ausländer- und
Exemplar des Berichts des Europäischen Staatsbürgerschaftsrechts
Folge 29: Deutsche Reparationsleistungen:
Parlaments, Titel: Untersuchungsergebnisse Milliarden Mark ohne Buchhaltung
zur BSE-Krise, ISBN 92-823-0999-1, Folge 30: Rinderwahnsinn - Maastricht - Euro:
einschl. Anlagen (A4-0020/97/Teil A). Verheimlichte Zusammenhänge
Einzelblätter gegen Portoerstattung kostenlos anzufordern
Arbeiten Sie diesen Bericht durch und bei UN, Postfach 400215, 444736 Bochum
halten Sie anhand der Unterlagen ein Referat
zum Thema »BSE und die europäische
Politik«. Wenn Sie an Ihre Mitschüler das "Auf dem Stundenplan"
vorliegende Blatt verteilen wollen, bestellen Folge 30 Unabhängige Nachrichten 4/2001
Sie die entsprechende Anzahl bei UN, UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
Postfach 400215, 44736 Bochum. Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der
In einer späteren, zweiten Stunde sollten Spendeneingang aus dem Kreis der älteren Leser dies
dann nach entsprechenden Erkundungen die ermöglicht.
Beteiligung und Mitverantwortung deutscher
Bitte fordern Sie eine Zahlkarte für das zur Zeit gültige Spendenkonto an. Die
EU-Abgeordneter und EU-Beamter an der auf den älteren Folgen angegebenen Bankverbindungen wurden von den
Desinformationspolitik der EU und die Banken im Rahmen des Boykotts gegen »politisch unhygienische«
Zeitschriften gekündigt.
Stellungnahmen von Bundesregierung und
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
Parteien dazu thematisiert werden.
UN • Unabhängige Nachrichten 7/2001 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Der Film und die Wahrheit:

PEARL HARBOR
F.D. Roosevelt ließ 3303 Marine- und Heeressoldaten sterben (1)
und einen Großteil der US-Pazifikflotte vernichten, um die
kriegsunwilligen US-Bürger in den Weltkrieg zu zwingen

Der Film vom Überfall auf spielen, Familien haben sich zum Sonntagsgebet
versammelt. Plötzlich erscheinen ganze Schwadrone
das friedliche Amerika: japanischer Kampfflugzeuge am Himmel über dem
hawaiianischen Paradies und setzen zum Überra-
schungsangriff auf die US-amerikanischen Streitkräfte
in Pearl Harbor an. Dieser berüchtigte Tag, an dem die
USA auf brutale Weise aus ihrem friedlichen Iso-
lationismus gerissen und in den totalen Krieg gestoßen
wurden, dieser Tag, der den Lauf der Geschichte
veränderte, wird in diesem Epos über Patriotismus
Leidenschaft und Liebe noch einmal Realität.«
Es lohnt sich nicht, ein weiteres Wort über diesen Film
zu verlieren. Die Lüge von den friedlichen USA, die von
den bösen Japanern völlig nichtsahnend überfallen
wurden, gleicht der in den bundesdeutschen Lehrbüchern
den Schülern als »feststehende, historische Tatsache«
vermittelte Unwahrheit unter der Formel »Hitler-
Deutschland überfiel die friedliebende Sowjetunion«.
(Vgl. dazu Auf dem Stundenplan, Folge 23, Die Stalin-
Rede vom 19.8.1939)
Die Wahrheit - hier nur in kurzen Ausschnitten als
Anregung zum eigenen, weitführenden Studium
zusammengefaßt - sollte vor allem jungen
Filmbesuchern, die sich für Geschichte interessieren,
an die Hand gegeben werden.

Die Wahrheit wurde verschleiert:


»Das Schändlichste an der ganzen tragischen
Affäre um Pearl Harbor war der offensichtli-
che Beschluß Washingtons, den Komman-
deuren in Hawaii die Schuld aufzuladen. (...)
Daß es dem Gemeinsamen Untersuchungs-
Der Film, der weltweit die Kassen füllen und das ausschuß des Kongresses unmöglich war,
Geschichtswissen der unwissenden Massen in die kurze
Zutritt zu den einschlägigen Akten zu bekom-
Formel pressen soll, Japan hätte die friedlichen USA mit
einem Überraschungsangriff in den Krieg gezwungen, men, ist ein Schandfleck in der Geschichte
wird vom Produzenten Jerry Bruckheimer wie folgt unserer Nation.«
angepriesen: Admiral Harry F. Yarnell, früherer Oberbefehlshaber der Asiatischen
»Ein verschlafener Sonntagmorgen im Pazifik. Kinder Flotte der USA und ehem. Kommandeur des Marinestützpunktes von
Pearl Harbor(2)
UN 07/2001, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Ein Tag der Schande - für die USA


»In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man wetten, daß es so geplant war.«
F.D. Roosevelt (3)

Zweimal innerhalb einer Generation wurde Europa


von Kreuzzüglern aus Übersee gerettet - jedesmal vor
einem »tollen Hund« (wie schon Kaiser Wilhelm II
bezeichnet wurde), der angeblich die ganze »westliche
Kultur« vernichten wollte. Nach der Zertrümmerung
Deutschlands war die - zuvor brüderlich verbündete,
ausgestattete und ausgehaltene - Sowjetunion das
»Reich des Bösen«, und in unserer Zeit sind nun alle
Staaten, die sich der Wallstreet und der »Weltregie-
rung« nicht beugen wollen, »Schurkenstaaten«.
Folgt man dem ehemaligen britischen Premierminister
Major, war der Krieg gegen Deutschland ab 1914 ein
einziger »dreißigjähriger Krieg« (4). Der nach dem
angelsächsischen Fachurteil des Historikers J.P. Veale (5)
rein »europäische Konflikt« ab 1939 wurde erst mit dem
Kriegseintritt der USA zum Weltkrieg. Und selbst zu
diesem ersten Teil des Krieges wäre es 1939 vermutlich
nicht gekommen, hätte Roosevelts fanatischer Kriegs-
wille die Briten und Franzosen nicht dazu gebracht: Am
27.12.1945 notierte US-Kriegsminister Forrestal in Der Kriegstreiber F. D. Roosevelt beim Friedensschwur
seinem Tagebuch (6):
»Spielte heute Golf mit Joe Kennedy*). Ich fragte ihn den!«
über seine Gespräche mit Roosevelt und Neville In Wirklichkeit versuchte Roosevelt jedoch, die
Chamberlain von 1938 an. Er sagte, Chamberlains Achsenmächte durch eine Reihe feindseliger Aktionen zu
Position 1938 war die, daß England nichts besaß, womit reizen und zu kriegerischen Handlungen gegen die USA
es hätte kämpfen können und daß es keinen Krieg mit zu verlocken.
Hitler riskieren konnte. (...)
Der US-Admiral Robert A. Theobald zählt in seinem
Weder die Franzosen noch die Briten hätten Polen zum Buch »Das letzte Geheimnis von Pearl Harbor« die
Kriegsgrund gemacht, wenn sie nicht ständig von wichtigsten Neutralitätsverletzungen der USA vor
Washington angestachelt worden wären. Chamberlain, Kriegsbeginn auf (vgl. auch Dr. Harry Elmar Barnes,
so sagte er, stellte fest, daß Amerika und xxxxxxx- Perpetual War for Perpetual Peace) und beschreibt das
xxxxxxx**) England in den Krieg gezwungen haben.« Problem, dem sich Präsident Roosevelt und seine
*) Joe Kennedy war damals US-Botschafter in London. geheimen Ratgeber gegenübersahen:
**) Aus Gründen der bundesdeutschen Justizpraxis geschwärzt. Auch
» Wie konnte man das Land in den Krieg bringen ? «
Zitate aus wissenschaftlichen Werken und historischen Dokumenten
können zu einer Strafverfolgung nach § 130 StGB führen, wenn man sich Der Parteikongreß der Demokraten hatte noch im Juli
nicht glaubhaft vom Inhalt distanziert und die Veröffentlichung geeignet 1940 mit großer Mehrheit einen strikten Antikriegs-
ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
grundsatz beschlossen: Keine Armee nach Übersee, außer
Die amerikanische Öffentlichkeit war jedoch höchst Amerika wird angegriffen (9).
kriegsunwillig. Nach Gallup-Umfragen lehnten 80 bis 85
Da sich Deutschland trotz aller feindseliger Provo-
Prozent der US-Amerikaner eine Einmischung in den
kationen nicht dazu hinreißen ließ, wurde Japan durch
europäischen Konflikt ab (7). So mußte Roosevelt, der
unannehmbare Ultimaten zu einem Angriff gereizt, denn
Ende 1940 entgegen aller bisherigen US-Tradition zum
ein Kriegszustand mit Japan bedeutete nach dem
dritten Mal gewählt werden wollte, der Öffentlichkeit am
Dreimächtepakt automatisch Krieg auch mit
30. Oktober 1940 den folgenden Friedensschwur leisten
Deutschland.
(8):
Pearl Harbor war der Köder, mit dem Roosevelt und
»Ich habe dies zu Euch Vätern und Müttern seine Ratgeber ihr Ziel erreichten, die kriegsunwillige
schon früher gesagt, aber ich werde es wieder und Bevölkerung umzustimmen und offen in den vorher
wieder und immer wieder sagen: Eure Jungs schon verdeckt geführten Krieg gegen Deutschland
werden in keine fremden Kriege geschickt wer- einzutreten.
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 07/2001, Seite 7

Ein heiterer Präsident...


Roosevelt wußte von dem geplanten
»Die Historie hat erwiesen, daß Roosevelt und das Angriff und brauchte ihn zum
USA-Flottenoberkommando seit dem 4. Dezember um Kriegseintritt gegen Deutschland
den bevorstehenden Angriff wußten. 3435 amerikani-
sche Offiziere fielen während dieses „Überraschungs-
angriffes“ und hätten gerettet werden können, wenn die
Regierung rechtzeitig gewarnt hätte (s. Tansill aaO).
Roosevelt soll nach Bekanntwerden des Angriffes auf
die Hawaii-Insel „heiter wie seit langem nicht“ gewesen
sein (Tansill aaO).« (10)

Der Admiral, dem man die Schuld


zuschieben wollte:

Admiral Robert A.
Theobald,

Befehlshaber der US-


Torpedobootflotte in
Pearl Harbor an jenem 7.
Dezember 1941, führt in
seinem Buch mit einer
Beweiskette wissen-
schaftlicher Forschungs-
qualität den Nachweis,
daß Präsident Roose-
velt die Tragödie von
Pearl Harbor beabsichtigt, planmäßig herbeigeführt,
zielbewußt verschleiert und als raffinierte
Initialzündung für den Kriegseintritt der USA gegen
Deutschland ausgenützt hat. (11)
Darüber hinaus ist durch eine große Anzahl von Am »Tag der Schande« -
Dokumenten nachgewiesen, daß das Weiße Haus von den
japanischen Plänen unterrichtet war, die ihnen sonst am 7. Dezember 1941:
überlegene US-Flotte anzugreifen, solange sie noch in
Pearl Harbor versammelt lag. »In der stillen Abgeschiedenheit seines
»Mindestens zweimal erhielt Roosevelt von dem
ovalen Arbeitszimmers, getrennt und
beabsichtigten japanischen Angriff Kenntnis. Einmal
durch Botschafter Grew im Januar 1941 und einmal ungestört von allen eingehenden Telefon-
durch den Sorge'schen Bericht auf dem Wege über den anrufen, blätterte der Präsident schweigend
Kreml. Dies im Verein mit dem Verschweigen dieser
in seiner wohlgefüllten Briefmarken-
Informationen gegenüber den Hawaii-Kommandeuren
gibt beredtes Zeugnis davon, daß Präsident Roosevelt sammlung, während Hopkins den Scotch-
den japanischen Angriff wünschte.« (12) Terrier des Weißen Hauses streichelte.
Nach Veröffentlichung der bis heute noch nicht vollstän-
dig freigegebenen Dokumente ist erwiesen, daß der US-
Geheimdienst den japanischen Funk-Code entschlüsselt Um 13.25 Uhr (7.55 Uhr in Hawaii) stand
hatte und Präsident Roosevelt persönlich in den letzten der Tod in der Tür. Die Japaner hatten Pearl
Tagen vor dem Angriff Kenntnis von den dechiffrierten Harbor bombardiert. Amerika war plötzlich
Telegrammen erhielt, die diesen ankündigten.
in einen Krieg hineingestoßen worden, auf
»Die Individuen in hohen Positionen in Washington,
die es vorsätzlich unterließen, unsere Streitkräfte in den noch kein Friede gefolgt ist«
Pearl Harbor zu alarmieren, sollten niemals entschul-
digt werden« schreibt der Augenzeuge der Katastrophe, Prof. Charles C. Tansill in seinem Buch
Admiral Theobald.« (13). »Die Hintertür zum Kriege« (14)
UN 07/2001, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

»Roosevelt hatte eine große Falle gebaut, in die er die


Japaner hineintrieb, an deren Ende zwangsläufig Krieg Quellennachweis :
stehen mußte. Der Krieg gegen Japan war aber nur Teil
eines größeren Plans, in einen Krieg gegen Deutschland 1: BRAUN, Karl Otto, Pearl Harbor in neuer Sicht Wie F.D.
Roosevelt die USA in den Zweiten Weltkrieg führte, Herbig
zu gelangen.« Materialien zur Zeitgeschichte, München-Berlin 1986, Seite 17.
Dr. Walter Post (15) Andere Quellen zählen 3435 Tote (TANSILL aaO)
2: LEHER, L., Wallstreets Krieg, Die Weltkriegsinszenierung von
»Was ich von Pearl Harbor weiß, genügt, Präsident Pearl Harbor, München o.Jg., S. 33
Roosevelt nicht wiederzuwählen, sondern ihn seines 3: Vgl. (1), Seite 76
4: MAJOR, John, Redetext der britischen Botschaft zur
Amtes zu entheben.«
Ansprache Majors beim Staatsakt in Berlin am 8.5.1995 zum 50.
US-Präsidentschaftskandidat Jahrestag des Endes des II. Weltkrieges, UN-Archiv 11951
Thomas Dewey am 26.9.1944 (16) 5: VAELE, F.J.P., Der Barbarei entgegen, vgl. 2, S.5
6: MILLIS, Walter, The Forrestal Diaries, New York 1951, Seite
»An dem entscheidenden Treffen im Weißen Haus am 1211, zit. aus WELLEMS, Hugo, Von Versailles bis Potsdam
25. November 1941 nahmen (außer Roosevelt) nur die 1871 1945, Hase & Koehler Verlag Mainz 1983, S. 175 f
Minister Hull, Stimson und Knox sowie General 7: Vgl. (2), S. 19
8: Vgl. (2), S. 20, ähnlich übersetzt in DWZ Nr. 43 vom
Marshall und Admiral Stark teil. Diese sechs Männer 21.10.1983
hatten eine gemeinsame Absicht, nämlich die 9: New York Times, 18.7.1940. Titelblatt: „Roosevelt renominatet
Vereinigten Staaten, ohne die Zustimmung des on first ballot; STRICT ANTI-WAR PLATFORM IS ADOPTED,
Kongresses, in den Krieg zuführen. Stimsons Tagebuch NO ARMY ABROAD UNLESS U.S. IS ATTACKED“
10: TANSILL, Charles C., Die Hintertür zum Kriege, zitiert aus
können wir entnehmen, daß es dabei darum ging, wie „Mensch und Maß“ 1980, Seite 393
man Japan provozieren könnte, den ersten Schuß 11: THEOBALD, Robert A., »The Final Secret of Pearl Harbor,
abzufeuern.« The Washington Contribution to the Japanese Attack«, New York
1954, deutsche Ausgabe: Das letzte Geheimnis von Pearl Harbor,
Hamilton Fish sen., langjähriges Mitglied des US- Schnitter, Berlin 1963
Kongresses und des Ausschusses für Auswärtige 12: Vgl. (1), S. 90
Angelegenheiten (17) 13: Vgl. (1), S. 38
14: TANSILL, Charles C., Die Hintertür zum Kriege, Düsseldorf
»Pearl Harbor war ein Tag der Niedertracht im 1956, zit. aus (2), S. 38
15: POST, Dr. Walter, zit. aus „Mensch und Maß“ Folge 8/94, S.
umgekehrten Sinn, indem die USA ein widerstrebendes 340
Japan zu einem legalen Vergeltungsangriff zwangen, 16: Vgl. (1). S. 37
nachdem jede denkbare Alternative zu dessen 17: FISH, Hamilton, Der zerbrochene Mythos, F.D. Roosevelts
Vermeidung erschöpft war. Dann aber kamen die Kriegspolitik 1933-1945, Tübingen 1982, S. 159, vgl. auch »To
fire the first shot«. Stimsons Diaries Bd. 36, S. 48 f und HERDE,
Verteidigungsklauseln des Dreimächte-Pakts von 1940 Peter, Pearl Harbor, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt
ins Spiel, und es war Hitlers und Mussolinis Pflicht, 1980, S. 234 ff.
Japan zu Hilfe zu eilen. Spätere Forschung hat erwie- 18: HOGGAN, David L., Das blinde Jahrhundert, Erster Teil:
sen, daß FDR gewillt war, sich direkt in einen Krieg Amerika, Tübingen 1979, Seiten 301 f und 491
gegen die europäischen Achsenmächte zu stürzen, EIGENE NACHTRÄGE:
sobald der Schlag gegen Pearl Harbor gefallen war. (...)

Sollte es in der Geschichte der Menschheit jemals


wieder ein freies Deutschland geben - nicht unbedingt
eines wie zu des Kaisers oder Hitlers Zeiten, doch
deswegen nicht weniger frei - so zögert man die Höhe der
Entschädigungssumme abzuschätzen, die solch ein
freies Deutschland guten Gewissens von den USA
verlangen könnte - einem Staat, der sich momentan in Eine Auflistung der bisher erschienenen Folgen dieser Serie
den letzten Zuckungen wirtschaftlichen und finanziel- erhalten Sie gegen 1,10 DM Rückporto von UN,
len Bankrotts befindet. Aus demselben Grund wird die Postfach 400215, 44736 Bochum
schändliche Mißhandlung Deutschlands von Seiten der
USA im 20. Jahrhundert, die alles übertrifft, was sich im
bisherigen Verlauf der Geschichte größere Nationen
untereinander angetan haben, für immer ein böser und
"Auf dem Stundenplan "
düsterer Schandfleck in den Annalen der Menschheit Folge 31 Unabhängige Nachrichten 7/2001
bleiben. Diese Tatsachen muß sich die ganze Welt vor UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
Augen halten, soll sie sich von der Wilson- Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Rooseveltschen Krankheit erholen.« Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der
Prof. David L. Hoggan (18) Spendeneingang aus dem Kreis der älteren Leser dies
ermöglicht.
»Der Angreifer ist derjenige, der Bitte fordern Sie eine Zahlkarte für das zur Zeit gültige Spendenkonto an. Die
seinen Gegner zwingt, auf den älteren Folgen angegebenen Bankverbindungen wurden von den
Banken im Rahmen des Boykotts gegen »politisch unhygienische«
zu den Waffen zu greifen.« Zeitschritten gekündigt.

Friedrich der Große Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
UN • Unabhängige Nachrichten 11/2001 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« • Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN ______________________

Bundesrepublik Deutschland:

Souveräner Staat oder noch immer


unter Besatzungsrecht?
Von Hans-Peter Thietz, ehemaliger Abgeordneter der letzten, frei gewählten Volkskammer
der DDR und des Europa-Parlaments
Im Jahre 1990 ist die DDR, gemäß Artikel 23 Grundgesetz, der Die Politiker und die Medien, die über Jahrzehnte den
Bundesrepublik beigetreten. Als Mitglied der damaligen Staatsbürgern und Wählern der BRD eine solche Souveränität
Volkskammer wurde dies auch mit meiner Stimme beschlossen. suggerierten, handelten wider besseres Wissen oder ohne
Der Beitritt erfolgte aufgrund eines Vertragskomplexes, durch Kenntnis dieses Vertrages.
den nach offizieller Darstellung die Nachkriegsära abgeschlos-
sen und Deutschland wieder eine volle Souveränität erhalten
habe. Zur Gewährung einer vollen Souveränität war dieser
»Überleitungsvertrag« mit seinen alliierten Vorschriften
Ein klassischer Friedensvertrag sei dadurch überflüssig infolge des »Zwei-plus-Vier-Vertrages« also aufzuheben.
geworden und die Notwendigkeit des Abschlusses eines solchen
durch die politischen Ereignisse überholt.
Eine seltsame »Vereinbarung... «
Diese Darstellung läßt sich bei näherer Nachprüfung
nicht aufrechterhalten: Dazu diente die »Vereinbarung vom 27./28. September 1990 zu
dem Vertrag über die Beziehung der Bundesrepublik
Gemeinhin wird der sogenannte »Zwei-plus-Vier-Vertrag« als Deutschland und den Drei Mächten (in der geänderten Fassung)
alles regelnder Basisvertrag zwischen den vier Siegermächten sowie zu dem Vertrag zur Regelung aus Krieg und Besatzung
des II. Weltkrieges und den Teilstaatprovisorien BRD und DDR entstandener Fragen (in der geänderten Fassung)«,
angesehen, durch den Deutschland seine volle Souveränität veröffentlicht als Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt 1990,
gemäß Artikel 7 (2) wiedergewonnen habe. Dieser Artikel 7 (2) Teil II. Seite 1386 ff.
lautet:
Hierin wird in Punkt 1 bestimmt, daß die alliierten
Bestimmungen suspendiert werden und nun außer Kraft treten -
»Das vereinte Deutschland hat demgemäß doch vorbehaltlich der Festlegungen, des Punktes 3. Und hier ist
seine volle Souveränität über seine inneren nun das Erstaunliche zu lesen:
und äußeren Angelegenheiten.«
»3. Folgende Bestimmungen des
Dieser Wortlaut bedeutet für den normal verständigen Bürger, Überleitungsvertrages bleiben jedoch in Kraft:
daß keinerlei Regelungen aus früherem Besatzungsrecht mehr
fortgehen können, die sich bis dahin aus dem sogenannten ERSTER TEIL: Artikel 1, Absatz 1, Satz 1 bis
»Überleitungsvertrag« mit dem offiziellen Namen »Vertrag zur Rechtsvorschriften aufzuheben oder zu ändern“
Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Fragen« in
seiner revidierten Fassung vom 23.10.1954, veröffentlicht im sowie Absätze 3, 4 und 5, Artikel 2, Absatz 1,
BGBl. Teil II am 31.3.1955, ergaben. Artikel 3, Absätze 2 und 3, Artikel 5, Absätze 1 und 3,
Artikel 7, Absatz 1, Artikel 8
Der Überleitungsvertrag DRITTER TEIL: Artikel 3, Absatz 5, Buchstabe a des
Dieser »Überleitungsvertrag« umfaßte ursprünglich 12 Teile,
Anhangs, Artikel 6, Absatz 3 des Anhangs
von denen in der Fassung vom 23.10.1954 die Teile II, VIII und SECHSTER TEIL: Artikel 3, Absätze 1 und 3
XI als bereits gestrichen ausgewiesen sind und dieser
Vertragstext zu jenem Zeitpunkt so noch 9 Teile mit insgesamt SIEBENTER TEIL: Artikel 1 und Artikel 2
83 Artikeln und 224 Abschnitten fortgeltender Bestimmungen
der Alliierten enthielt. Solange er galt (also bis September 1990), NEUNTER TEIL: Artikel 1
konnte überhaupt nicht von einer Souveränität der
Bundesrepublik Deutschland gesprochen werden. ZEHNTER TEIL: Artikel 4«
UN 11/2001, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Doch damit noch nicht genug: Dieser Vertrag vom 25.9.1990 ist zu finden im Bun-
desgesetzblatt 1990, Teil II, Seiten 1274 ff.

Zusätzlich zu dieser detaillierten Festschreibung, welche Teile


Parallel zur obigen Vereinbarung vom 27./28. September 1990
des Überleitungsvertrages von 1954 in Kraft bleiben, wird in der
ist also ein gleichartiger Vertrag zusätzlich und gesondert für
»Vereinbarung vom 27./28. September 1990 ...« (BGBl. 1990,
Berlin abgeschlossen worden.
Teil II, S. 1386 ff) in Ziffer 4c festgelegt, daß die in Ziffer 1
Daß es sich hierbei um einen Parallelvertrag handelt, beweist die
dieser »Vereinbarung« zugestandene Suspendierung der übrigen
wörtliche Übereinstimmung des Artikels 2, hier nur mit dem
Teile des Überleitungsvertrages deutscherseits die weitere
Einschub »in Bezug auf Berlin«.
Erfüllung bestimmter Festlegungen »nicht beeinträchtigt«.

Mit welchem Recht spricht man von einer »Suspendierung« Der Abschluß zweier gleichgelagerter Verträge - einerseits für
des Überleitungsvertrages von 1954, wenn in der hier die Bundesrepublik Deutschland und andererseits für Berlin -
zitierten »Vereinbarung vom 27./28. September 1990... (siehe kann nicht anders interpretiert werden, als daß von alliierter
oben) festgelegt wird, daß er in seinen grundsätzlichen Seite der Sonderstatus von Berlin gegenüber dem übrigen
Bestimmungen fortgilt? Bundesgebiet weiterhin aufrechterhalten und festgeschrieben
worden ist.
Nehmen wir als Beispiel aus den oben zitierten Bestimmungen,
die in Kraft bleiben, aus dem ERSTEN TEIL den Artikel 2,
Absatz 1.
Ist Berlin also die Hauptstadt der Bundes-
republik, ohne gemäß fortgeltenden Bestim-
Dieser Artikel des Überleitungsvertrages von 1954 lautet: mungen der ehemaligen Siegermächte und
angesichts getrennter »Vereinbarungen« und
»Alle Rechte und Verpflichtungen, die durch »Übereinkommen« ihr rechtlicher und politi-
gesetzgeberische, gerichtliche oder Ver- scher Bestandteil zu sein?
waltungsmaßnahmen der alliierten Behörden
oder aufgrund solcher Maßnahmen begründet Aus all diesen Verträgen und Vorgängen ergeben sich so
oder festgestellt worden sind, sind und bleiben in wesentliche Fragen für den völkerrechtlichen Status der
jeder Hinsicht nach deutschem Recht in Kraft, Bundesrepublik Deutschlands und Berlins, daß sie dringend
ohne Rücksicht darauf, ob sie in Überein- einer Klärung bedürfen!
stimmung mit anderen Rechtsvorschriften
Leben wir heute, 56 Jahre nach Kriegsende, noch immer
begründet oder festgestellt worden sind. unter fortgeltenden Bestimmungen früheren Besatzungs-
rechts der ehemaligen Siegermächte?
Diese Rechte und Verpflichtungen unterliegen
ohne Diskriminierung denselben künftigen Wird hierdurch zwangsläufig die deutsche Politik mehr oder
gesetzgeberischen, gerichtlichen und Verwal- weniger fremdgeprägt, zumal Berlin unter einem verdeckt
tungsmaßnahmen wie gleichartige, nach fortdauernden Sonderstatus steht?
innerstaatlichem deutschem Recht begründete
oder festgestellte Rechte und Verpflichtungen.« Die deutschen Vertreter bei den »Zwei-plus-Vier«-Ver-
handlungen werden dies sicher nicht gewünscht haben, da man
doch davon ausgehen muß, daß sie in deutschem Interesse
Also gelten doch ganz offenbar grundsätzliche handelten.
Bestimmungen des Besatzungsrechts auch weiterhin!
Also müssen die ehemaligen Siegermächte die Fortgeltung der
Denn das heißt doch ganz klar und unzweifelhaft, daß bestimmte 1954 ergangenen Bestimmungen gefordert haben.
bisher im Rahmen des früheren Besatzungsrechts seitens der
Alliierten festgelegten Entscheidungen für Deutschland Wäre dies aber nicht ein klarer Verstoß gegen geltendes
fortgelten, ohne Rücksicht darauf, ob sie mit dem deutschen internationales Recht, z.B. gegen den »Internationalen Pakt
Rechtssystem vereinbar sind oder nicht. Und das bedeutet, daß über bürgerliche und politische Rechte« vom 16.12.1966, worin
sich die deutsche Politik für alle Zukunft daran auszurichten und in Teil I, Artikel 1(1) ausdrücklich verankert ist: »Alle Völker
zu halten hat. haben das Recht auf Selbstbestimmung«?

Die ausdrückliche Festschreibung der Fortgeltung des hier


zitierten und der anderen aufgezählten Artikel des Überlei-
Liegt hier das Geheimnis uner-
tungsvertrages belegt, daß die Bundesrepublik offen- klärlicher Politik?
kundig weiterhin den zeitlich unbegrenzt ergangenen
Bestimmungen des früheren Besatzungsrechts unterworfen
ist. Haben wir in all diesen Unklarheiten und Unstimmigkeiten die
sonst unverständlichen Ursachen für politische Entscheidungen
zu suchen, die eindeutig dem Mehrheitswillen des Volkes
Berlin bis heute unter Sonderstatus widersprechen, wie zum Beispiel
- die jeden Sachverstand und den Volkswillen mißachtende
Doch das ist immer noch nicht alles; Es ist die Existenz eines Aufgabe der Deutschen Mark zugunsten des EURO, dessen
weiteren Vertrages festzustellen, mit dem Titel: »Übereinkom- Stabilitätskriterien zunehmend aufgeweicht werden und der
men zur Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin». nach den Worten Allan Greenspans keinen Bestand haben wird?
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 11/2001, Seite 7

- die EU-Osterweiterung mit unabsehbaren Risiken für die und Klagen gegen internationale Organisationen, ausländische
politischen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Regierungen oder Personen, die auf Anweisung dieser
Folgen? Organisationen oder Regierungen gehandelt haben, werden
nicht zugelassen.«
- den Umbau der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu
einer weltweit einsetzbaren Eingreiftruppe unter NATO- oder
UNO-Kommando? Rechtlos gegen alliiertes Unrecht und
- die sofort nach dem 11.9.2001 erfolgte »uneingeschränkte«
ohne Friedensregelung
Solidaritätserklärung mit den USA und ihren geostrategischen
Zielen und damit die eigene Gefährdung durch die Zusage von »Ansprüche und Klagen... werden nicht zugelassen.«
Kampfbeteiligungen?
Diese Festlegungen bedeuten, daß sich die ehemaligen
All dies und auch die Fortgeltung der UNO- Siegermächte hiermit außerhalb jeder Rechtsverfolgung stellen,
Feindstaatenklauseln bis heute zeigen, daß wir sie also für eigene terrorartige Kriegshandlungen, für die man
entgegen den offiziellen politischen Verlautbarungen bei den Nürnberger Prozessen Deutsche zur Rechenschaft
auf den Abschluß eines all dies beendenden gezogen hat und bis heute strafverfolgt, niemals angeklagt
Friedensvertrages keinesfalls verzichten können. werden dürfen, - denken wir nur an die höllenhaften Infernos der
Flächenbombardierungen deutscher Städte wie Dresden mit
Dies folgt auch aus den Bestimmungen des Überleitungsvertra- Hunderttausenden von Opfern unschuldiger Flüchtlinge, Frauen
ges von 1954, die nach dem Vertrag vom 27./28. September 1990 und Kinder unmittelbar vor Kriegsende oder den millionenfa-
ausdrücklich als in Kraft bleibend bezeichnet werden. So chen Tod deutscher Soldaten und Vertriebener nach Kriegsende.
beginnt beispielsweise der fortgeltende NEUNTE TEIL, Artikel
1 mit den Worten:
Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch die oben zitierte
Formulierung am Ende des Artikels 3, Absatz 1: »...geschlossen
»Vorbehaltlich... haben oder schließen werden«.
einer Friedensregelung mit Dies heißt nichts anderes, als daß die Siegermächte auch heute
Deutschland... « noch und für die Zukunft zeitlich unbegrenzt deutsche Auslands-
oder sonstige Vermögen zum Zwecke von Reparationen,
»Vorbehaltlich der Bestimmungen einer Friedensregelung mit Restitutionen oder aus anderen Kriegsgründen beschlagnahmen
Deutschland dürfen deutsche Staatsangehörige, die der und sich aneignen dürfen und sogar das Recht haben, hierzu auch
Herrschaftsgewalt der Bundesrepublik unterliegen, gegen die in Zukunft noch spezielle Abkommen zu treffen. In Artikel 1,
Staaten, welche die Erklärung der Vereinten Nationen vom 1. Satz l wird ausdrücklich festgeschrieben: »Die Bundesrepublik
Januar 1942 unterzeichnet haben oder ihr beigetreten sind oder wird keine Einwendungen erheben... «.
mit Deutschland im Kriegszustand waren oder in Artikel 5 des
Fünften Teils dieses Vertrages genannt sind, sowie gegen deren
Staatsangehörige keine Ansprüche irgendwelcher Art erheben Es ist wohl nicht davon auszugehen, daß es bei der Revision des
wegen Maßnahmen, welche von den Regierungen dieser Staaten Überleitungsvertrages einfach vergessen und übersehen wurde,
oder mit ihrer Ermächtigung in der Zeit zwischen dem 1. solche Formulierungen zu streichen.
September 1939 und dem 5. Juni 1945 wegen des in Europa
bestehenden Kriegszustandes getroffen worden sind; auch darf
niemand derartige Ansprüche vor einem Gericht in der
Deutschland gilt völkerrechtlich nach
Bundesrepublik geltend machen.« UNO-Satzung nach wie vor als
»Feindstaat«
Ein weiteres Beispiel:
Gleiches gilt übrigens auch für die nach wie vor gültigen
Im SECHSTEN TEIL, Artikel 3, Absätze l und 3 des Überlei- »Feindstaatenklauseln« (Artikel 53 und 107) der UNO-Charta,
tungsvertrages von 1954, der ausdrücklich in Kraft bleibt, heißt die es den Siegern des Zweiten Weltkrieges bis heute erlauben,
es:
auch ohne Ermächtigung des Sicherheitsrates »Zwangsmaßnah-
men« gegen die Feindstaaten zu ergreifen, also gegen
»(1) Die Bundesrepublik wird in Zukunft keine Einwendungen
Deutschland.
gegen die Maßnahmen erheben, die gegen das deutsche
Auslands- oder sonstige Vermögen durchgeführt worden sind Wann sollen wir die seit einem halben Jahrhundert
oder werden sollen, das beschlagnahmt worden ist für Zwecke überfällige Friedensregelung denn endlich erhalten?
der Reparation oder Restitution oder auf Grund des
Kriegszustandes oder auf Grund von Abkommen, die die Drei
Wo finden wir hierzu einen Vertragspartner für die deutsche
Mächte mit anderen alliierten Staaten, neutralen Staaten oder
ehemaligen Bundesgenossen Deutschlands geschlossen haben Seite, wenn gemäß Entscheidung des Bundesver-
oder schließen werden.« fassungsgerichtes vom 31.7.1973 das Deutsche Reich 1945
nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland kein
»(3) Ansprüche und Klagen gegen Personen, die aufgrund der in Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ist? In den
Absatz (1) und (2) dieses Artikels bezeichneten Maßnahmen Entscheidungsgründen des bis heute nicht aufgehobenen Urteils
Eigentum erworben oder übertragen haben, sowie Ansprüche heißt es dort(2BvF 1/73):
UN 11/2001, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Wäre das nicht die vornehmste Aufgabe des über allen Parteien
»Das Grundgesetz - nicht nur eine These der
stehen sollenden Herrn Bundespräsidenten, endlich tätig zu
Völkerrechtslehre und der Staatsrechtslehre! - geht
werden? Jeder sich für unser Volk noch verantwortungsbewußt
davon aus, daß das Deutsche Reich den fühlende Bürger würde hierbei gern mitwirken.
Zusammenbruch 1945 überdauert hat und weder mit
der Kapitulation noch durch Ausübung fremder
Staatsgewalt in Deutschland durch die alliierten Wann endlich können wir in freier
Okkupationsmächte noch später untergegangen ist; (
...). Das Deutsche Reich existiert fort, besitzt nach wie
Entscheidung über unsere Verfassung
vor Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat entscheiden?
mangels Organisation, insbesondere mangels
institutionalisierter Organe selbst nicht handlungs- Der Artikel 146, des im Jahre 1949 unter westalliierter
fähig. (...) Mit der Errichtung der BRD wurde nicht ein Oberhoheit für die Bundesrepublik geschaffene Grundgesetzes,
neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil lautete bis zum Inkrafttreten des Einigungsvertrages am
Deutschlands neu organisiert. Die BRD ist also nicht 31.8.1990 wie folgt:
„Rechtsnachfolger" des Deutschen Reiches (...). Sie
beschränkt staatsrechtlich ihre Hoheitsgewalt auf den »Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an
„Geltungsbereich des GG« dem Tage,
Dieses Urteil gilt ganz unzweifelhaft auch für die BRD nach der an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem
Vereinigung von Mittel- und Westdeutschland, weil der deutschen Volke in freier Entscheidung beschlos-
„Geltungsbereich des GG“ eben nicht das Deutsche Reich
umfaßt. sen worden ist.«

Mit Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II vom


Offene Fragen... 23.9.1990, Seite 885, wurde dieser Artikel wie folgt geändert:

Existiert das Deutsche Reich fort, ist auch seine Verfassung, »Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und
die Reichsverfassung von 1919, nach nie vor gültig, wenn Freiheit Deutschlands für das gesamte Volk gilt, verliert seine
auch zur Zeit überlagert vom Grundgesetz, weil das Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt,
Deutsche Reich eben »nicht handlungsfähig« ist. die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlos-
sen worden ist.«
Wer also ist nun völkerrechtlich befugt, den überfälligen
Friedensvertrag für die deutsche Seite zu unterschreiben? Da die Einheit und Freiheit Deutschlands aber eben noch nicht
vollendet worden ist, wie die aufgezeigten fortgehenden
Das »Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland« (so die Souveränitätsbeschränkungen beweisen, ergeben sich a) die
offizielle Bezeichnung) ist zum anderen keine Verfassung »der« staatsrechtliche Frage, ob und ab wann es denn überhaupt gilt
Bundesrepublik, sondern ein Nachkriegsprovisorium. und b) die bleibende Aufforderung, an das deutsche Volk, in freier
geschaffen unter der Oberhoheit der ehemaligen Siegerstaaten Entscheidung eine Verfassung zu beschließen, die allein die
»für« die BRD. letzte, in freier Entscheidung gegebene Reichsverfassung von
1919 ablösen könnte.
So fehlen ihm die Zustimmung des deutschen Volkes und
jedwede plebiszitären Elemente. Urteilen Sie selbst: Wie lange soll dieser friedensvertraglose
und verfassungsrechtlich unbefriedigende Zustand noch
andauern?
Die grundlegende demokratische Forderung »Alle Staatsgewalt
geht vom Volke aus« (Artikel 20 (2) GG) erschöpft sich in der
Erlaubnis, alle vier bis fünf Jahre zur Wahl gehen zu dürfen, ohne Hinweis: Den Wortlaut der in dieser Ausarbeitung genannten
die dann durchgeführte Politik in irgendeiner Weise korrigierend Verträge und der UNO-Feindstaatenklauseln können Sie gegen
beeinflussen zu können. Kostenerstattung bei uns anfordern.

Das gilt insbesondere für existentielle Fragen wie die Aufgabe


von Hoheits- und Selbstbestimmungsrechten an die EU, für die Auf dem Stundenplan
Abschaffung der DM und andere Entscheidungen, bei denen der
Mehrheitswille der Bürger übergangen und versucht wird, durch Folge 32 Unabhängige Nachrichten 11/2001
millionenschwere Werbekampagnen den Widerstand der Bürger
zu brechen. Bestellanschrift:
UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
Wann endlich werden wir die Möglichkeit haben, über eine uns
ViSdP: Hans-Peter Thietz, Zum Backhaus 6, 54552 Gefell.
im Grundgesetz Artikel 146 zugesicherte eigene Verfassung zu Fax: 02692-931711, Weltnetz: Thietz@erde2000.de
entscheiden, die dem Bürger ein wahrhaftiges und absolutes,
uneingeschränktes Bestimmungsrecht garantieren sollte, wie in Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
unserem Schweizer Nachbarland? Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
eingang aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht. Bitte
fordern Sie eine Zahlkarte für das zur Zeit gültige
Wann wird hierfür eine Deutsche Nationalversammlung Spendenkonto an. Die auf den älteren Folgen dieser Serie
einberufen? angegebenen Konten wurden im Rahmen des Boykotts gegen
»politisch unhygienische« Zeitschriften gekündigt.
UN • Unabhängige Nachrichten 5/2002 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


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Gegen das Vergessen: Wer ist Täter, wer ist Opfer?

Das Drama des


palästinensischen Volkes

Rahmalla im April 2002: Die Leichenhalle des Krankenhauses überfüllt, der Weg zum Friedhof von israelischen Panzern gesperrt. Ein Park- und
Marktplatz muß wegen der drohenden Seuchengefahr aufgebrochen werden, um die Körper der von der israelischen Armee Getöteten zu verscharren.

Ursachen und Folgen aus Die deutschen und internationalen Medien stehen
weitgehend unter Zensur und unter Druck, die völker-
unterschiedlicher Sicht rechtswidrige Kriegsführung und die Kriegsverbrechen
Israels gegen eine wehrlose Zivilbevölkerung in solcher
Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden Weise zu verteidigen und die palästinensischen Stimmen
in Deutschland (so heißt der Verband, bezeich- zu unterdrücken und abzuschalten.
nenderweise heißt er nicht »Zentralrat der Deutschen
jüdischen Glaubens«) bedrängt Politik und Massenme- Als Gegengewicht zu der weitgehend einseitigen Be-
dien tagtäglich, Ursachen und Folgen des israelischen richterstattung, die palästinensische Vergeltungsmaß-
Krieges gegen die Palästinenser nicht zu verwechseln. nahmen in vorgegebener gemeinsamer Sprachregelung
gewöhnlich als »Terror« und die israelischen Angriffe und
Das Vorgehen Israels sei nur die Folge des Terrors der pa- Zerstörungen als »Verteidigungsmaßnahmen« be-
lästinensischen Selbstmordattentäter. Diese seien die Ur- zeichnet, veröffentlichen wir nachstehend einige der
sache, Israel verteidige sich nur. Man dürfe Ursache und Anklagen und Vorwürfe aus palästinensischer Sicht. Sie
Folgen nicht verwechseln. Wenn der Terror siege, drohe wurden aus palästinensischen Internetseiten entnommen,
eine Apokalypse, auch für Europa und die ganze Welt. die im Rahmen der weltweiten Meinungszensur
bezeichnenderweise Mitte April 2002 gesperrt wurden:

Die Anklagen eines


unterdrückten, entrechteten
Gleiches Maß
Volkes: für Recht
• Es gibt heute keine Regierung auf der Erde, die so oft
das internationale Recht gebrochen hat und bricht, wie die
israelische Regierung, und das mit Zustimmung der USA.
und Unrecht
• Israel hat sich noch nie um eine der 70 gegen Israel
gerichteten UNO-Resolutionen gekümmert, und dieses
Verhalten hatte keinerlei Folgen.
für alle Völker
• Für keinen Staat der Erde haben die USA so oft ein
Veto im UNO-Sicherheitsrat eingelegt wie für Israel, und
kein anderes Regime wird mit so vielen US-Geldern
und alle Zeiten!
massiv gestützt wie das in Israel.
alle Menschen außerhalb der jüdischen Siedlungen nur 47
• Israel ist das einzige Land mit Atomwaffen, das Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag zur Verfügung.
keinerlei Inspektionen zuläßt und sich keinerlei
Beschränkungen unterziehen will. • Israel pumpt 60 Prozent seines Trinkwassers aus
Gebieten ab, die außerhalb seiner international aner-
• Israel ist nach dem Ende der Apartheid in Südafrika kannten Grenzen liegen. Und während die Palästinenser
der einzige Staat der Welt, der den Rassismus als unter einem extremen Wassermangel leiden, schwimmen
geschriebenes Gesetz praktiziert, in dem nur die jüdische Siedler in Swimmingpools und waschen
Nachkommen bestimmter Personen die unein- demonstrativ ihre Autos in den Siedlungen, die sie
geschränkten Staatsbürgerrechte erhalten. 93 Prozent des völkerrechtswidrig auf palästinensischem Gebiet errichtet
Landes sind für Juden reserviert, nichtjüdischen und haben.
arabischen Einwohnern, selbst wenn sie israelische
Staatsbürger sind (etwa 20 Prozent der Bevölkerung) • Wasser ist zu einem guten Geschäft geworden: Zuerst
stehen weniger als 7 Prozent der Fläche zur Verfügung. verhindern die israelischen Behörden, daß die
Ähnlich ist die Einstufung der Wohngebiete: diese rund 20 Palästinenser auf eigenem Boden weitere Brunnen
Prozent der nichtjüdischen Bevölkerung sind per Gesetz errichten, pumpen dann das Trinkwasser von paläs-
auf 2,5 Prozent der Siedlungsgebiete zusammen- tinensischem Gebiet ab und verkaufen es anschließend
gepfercht. wieder an die Palästinenser. Die israelischen Verwal-
tungsbehörden blocken alle Klagen nach mehr Wasser-
• In Israel werden die Staatsbürger nach einer UNO- lieferung mit dem Argument ab, die Palästinenser zahlten
Studie nach zweierlei Recht behandelt. Dies wirkt sich zu wenig und seien deshalb an der Wasserknappheit selbst
auch bei verhängten Strafen aus: Während die israelische schuld.
Armee Palästinenser, die verdächtigt werden Terroristen
zu sein, an Ort und Stelle liquidiert, wurde ein jüdischer • Israel bombardiert unwidersprochen Nachbarstaaten
Siedler, der einen zwölfjährigen Palästinenser mit und hat bis heute keinen Cent Reparationen gezahlt.
Fußtritten tötete, zu einer Geldstrafe und sechs Monaten
Sozialdienst verurteilt. • Israel zerstört die von der EU finanzierten Anlagen
und Gebäude auf palästinensischem Gebiet und hat außer
• Seit seiner Gründung wurden von Israel seine lauwarmen Protesten keine Wiedergutmachungs-
Staatsgrenzen in keinem Dokument festgelegt, um forderungen zu erwarten.
geplante Gebietserweiterungen leichter durchführen zu
können. • Israel ist das einzige Land in einer Spannungsregion,
in das die Bundesrepublik Deutschland modernste
• Wohl kein Staat der Welt hat so viele seiner Volks- oder Kriegswaffen liefert, zum Beispiel im Jahre 2000 drei
Staatsangehörigen in Spitzenpositionen anderer Staaten. supermoderne U-Boote, welche mit Atomwaffen bestückt
werden können, Einzelpreis 300 Millionen DM.
• Israel gehört zu den Staaten mit dem höchsten
Wasserverbrauch, während die christlichen und • Israel ist das einzige Land der Welt, in dem sich
moslemischen Nachbarn keine eigenen Brunnen bauen Politiker, die sich öffentlich zum Rassismus bekennen.
dürfen. Nach offiziellen Angaben beträgt der Trink- Sitze im Parlament erhalten und ein bekennender
wasserverbrauch in Israel im Durchschnitt täglich 274 Völkerrechtsbrecher zum Regierungschef gewählt wird,
Liter pro Kopf (für Haushalte, Gewerbe und Bewässerung ohne daß die europäischen Staaten protestieren.
öffentlicher Anlagen). Den Palästinensern in den
Flüchtlingslagern werden 77 Liter pro Tag, in manchen • Israel darf Verträge und Konventionen brechen und
Lagern nur 44 Liter zugebilligt. Im Westjordanland haben seine in Zukunft geplanten Verstöße gegen das
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 5/2002, Seite 7

Man sollte sich fragen: Warum?


Die
Palästinenser-
Sprecherin
Hanan Aschrawi
zu den Selbstmord-
Attentaten
verzweifelter
junger
Menschen ihres
entrechteten
Volkes:
»Jahrzehntelang wurden Millionen von Palästinensern
ungestraft getötet. Ich habe das Grauen gesehen. Aber ich
habe nicht gesehen, wie die Welt es verurteilt hat.
Die Welt hat einen doppelten Standard geschaffen, bei
dem die Palästinenser zu Freiwild erklärt und die Israelis
behandelt werden, als stünden sie über dem Gesetz.
Die Welt hat eine Okkupation zugelassen, was die
schrecklichste und abscheulichste Form von Terror und
Gewalt ist. Und dann beschuldigen sie auch noch die
Opfer. Das treibt Palästinenser in die Verzweiflung und
macht sie zu Selbstmordattentätern.
Die Selbstmordattentate sind zur Waffe der Armen in der
Dritten Welt geworden, die keine F-16 besitzen, keine
Das Heilige Land in Flammen: Israel besetzt und zerstört die Stadt Panzer, keine Kampfhubschrauber, um in einer
Bethlehem, wonach christlicher Überlieferung Jesus geboren „zivilisierten“ Weise zu bombardieren und ungestraft zu
wurde. Links die von der israelischen Armee belagerte töten. Das ist genau so Terror.
Geburtskirche.
Wenn aber ein junger Mann oder eine junge Frau den
eigenen Körper in eine Waffe verwandelt, dann sollte man
Völkerrecht, wie die weitere Besetzung von fremdem sich fragen: Warum?«
Land, öffentlich ankündigen, ohne Konsequenzen (zitiert aus »Welt am Sonntag«, 14.4.2002)
fürchten zu müssen. Allein im Westjordanland wurden
seit dem Osloer Abkommen von 1995 rund weitere 80.000
jüdische Siedler auf palästinensischem Gebiet ange- Rotes Kreuz und Amnesty International
siedelt, um die den Palästinensern zugestandene erheben schwere Vorwürfe gegen Israel:
Autonomie in der Praxis zu verhindern,

• Israelische Soldaten sind die einzigen Soldaten der


Welt, die vor laufenden Kameras Kinder erschießen
Alles ohne Folgen ?
dürfen, ohne daß es zu einem Aufschrei der demo-
kratischen Staatengemeinschaft kommt. »Genf. Das Internationale Rote Kreuz und die
Menschenrechtsorganisation Amnesty Interna-
• Israel hat mehr politische Gefangene pro Kopf der tional haben schwere Vorwürfe gegen Israel
Bevölkerung als jeder andere Staat der Welt. Zudem
wegen des Vorgehens im palästinensischen
weigert sich Israel beharrlich, ausländische Beobachter in
die umkämpften Gebiete zu lassen, weist Journalisten Flüchtlingslager Dschenin im Westjordanland
ultimativ aus, verhindert gewaltsam die Versorgung von erhoben.
Verwundeten und das Begraben der Getöteten und duldet
die Mißhandlung von internationalen Beobachtern und Amnesty International rief den UNO-Sicher-
Helfern, ohne daß die Entsenderstaaten ernsthaft heitsrat auf, unverzüglich eine unabhängige Un-
protestieren. tersuchung von Menschenrechtsverletzungen im
• Kein Politiker eines anderen Staates der Welt könnte Flüchtlingslager einzuleiten. Palästinensische
es sich leisten, ein ganzes Volk öffentlich als »Läuse« zu Augenzeugen haben von Massakern und hun-
beschimpfen und seine Deportation zu verlangen, wie dies derten Toten in Dschenin berichtet.«
israelische Minister und Politiker wiederholt getan haben.
(Westdeutsche Allgemeine, 17.4.2002)
(Ende der zusammengefaßten Aufzeichnungen aus dem Internet)
UN 5/2002, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Gegen das Vergessen „Auf dem Stundenplan"


Bisher sind folgende Blätter erschienen
»Wenn wir dann auch die Kräfte der (Titel hier verkürzt):
Arabischen Legion gebrochen haben und Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete (1982)
Amman bombardiert haben, liquidieren wir Folge 2: Verdunkelung der Weltgeschichte im Schulbuch
Folge 3: 1983 - nicht 50. Jahr der Machtübernahme,
Transjordanien und dann wird Syrien fallen. sondern 65. Jahr nach Versailles
Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart
Und falls es Ägypten wagt, den Krieg gegen Folge 5: Die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Versailles
uns noch fortzusetzen, bombardieren wir Port Folge 6: Stichwort: Das Hoßbach-Protokoll
Folge 7: Der böse Deutsche
Said, Alexandria und Kairo. Folge 8: Stichworte Lusitania, Lidice, Oradour
So werden wir den Krieg beenden und die Folge 9: Von Kiel bis Kärnten »slawischer Boden«?
Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
Rechnung unserer Vorväter mit Ägypten, Folge 11: Der Bromberger Blutsonntag
Assyrien und Aram begleichen.« Folge 12: Südafrika und Deutsch-Südwest
Folge 13: Die Reichskristallnacht
David Ben Gurion, Folge 14: Ein Dokument zur Zeitgeschichte:
erster israelischer Ministerpräsident, am 23.5.1948 zum Die »Jüdische Kriegserklärung« vom 24. März 1933
damaligen Palästinakrieg Folge 15: Katyn: Wieder eine angeblich »feststehende
(zitiert aus »inter-info« Nr. 281, Linz, April 2002) historische Tatsache« als Greuellüge entlarvt
Folge 16: Deutschland wollte Frieden. Die 16 Punkte der
Deutschen Reichsregierung vom 31.8.1939
Folge 17: Dresden wurde zum Opfer der Barbarei
»Niemand wird uns zu Entscheidungen Folge 18: Wie gerecht ist der soziale Rechtsstaat? Einkommens-
vergleich Asylbewerber-/Facharbeiterfamilie
zwingen, die unsere Zukunft berühren Folge 19: Die Umerziehung - Über die Methodik der
könnten.« Umerziehung von Einzelnen und Völkern
Folge 20: Der Fall Oradour:
Ariel Sharon, Greuelpropaganda - neu aufgewärmt
derzeitiger israelischer Ministerpräsident, im April 2002 zu den Folge 21: Vor 50 Jahren - Dresden:
Appellen der USA, Rußlands, der Europäischen Union (EU) Das war kein Krieg mehr, das war Mord!
und den UNO-Forderungen an Israel, sich umgehend aus den Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vor 50 Jahren:
besetzten Gebieten zurückzuziehen Die Alliierten beschließen die »ethnische Säuberung«
(Sharon im US-Sender CBS, zitiert aus WamS, 14.4.2002) Ostdeutschlands als »Friedenslösung«
Folge 23: Die Stalin-Rede vom 19.8.1939: Der dogmatisierte
Lehrsalz: »Hitler-Deutschland überfiel die

Gewinnen Sie 3 x 100 €! Folge 24:


friedliebende Sowjetunion« ist endgültig widerlegt
Bombenschwindel um Guernica
Folge 25: Sprechen wir über Ostdeutschland
Teilnahmeberechtigt bzw. zugelassen sind deutschsprachige Folge 26: Zwangsweiser Klassenbesuch der Anti-
Schüler und Studenten sowie Gemeinschaftsarbeiten von Wehrmachtsausstellung?
Klassen, Kursen und Projektgruppen im In- und Ausland. Folge 27: Kosovo-Krieg: Das verheimlichte Kapitulationsdiktat
Rambouillet - »ANNEX B«
Aufgabenstellung: Folge 28: Was wird aus Deutschland? -
Ausarbeitung einer Studie zum Thema »Einwanderung und Einbürgerung« -
Materialien zur Diskussion des neuen Ausländer- und
Staatsbürgerschaftsrechts
»Israel und das Völkerrecht« Folge 29: Deutsche Reparationsleistungen:
Milliarden Mark ohne Buchhaltung
Ermitteln Sie alle an bzw. gegen Israel gerichteten Folge 30: Rinderwahnsinn - Maastricht - Euro:
UNO-Resolutionen sowie die Beschlüsse des Welt- Verheimlichte Zusammenhänge
sicherheitsrates und der UNO-Menschenrechts- Folge 31: Pearl Harbor- Der Film und die Wahrheit
kommission seit 1948 bis heute. Folge 32: Bundesrepublik Deutschland: Souveräner Staat
(Quellen: Schulbücherei, Landes- oder Uni-Bibliothek, oder immer noch unter Besatzungsrecht?
Bundesaußenministerium, Büro der Vereinten Folge 33: Nahost: Das Drama des palästinensischen Volkes
Nationen, Israelische Botschaft, Internet)
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Stichworten zum Inhalt. Erkunden Sie bei den Auf dem Stundenplan
genannten oder anderen Stellen, ob und wie diese
Beschlüsse umgesetzt wurden. Folge 33, Unabhängige Nachrichten 5/2002
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UN • Unabhängige Nachrichten 10/2002 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Israel und das Völkerrecht:

Beispielhafte UNO-Resolutionen
zum Nahostkonflikt
Seit 1948 haben der Sicherheitsrat und die
Generalversammlung der Vereinten Nationen in Israel ignoriert UN-Resolution
Hunderten von Resolutionen Israel aufgefordert, das
Völkerrecht zu beachten. Sie wurden ebensowenig (dpa) New York, 24.9.2002.
erfüllt wie die jüngste vom 24.9.2002 (siehe nebenste- Der Weltsicherheitsrat hat Israel mit
hende dpa-Meldung). Duldung der USA aufgefordert, die
Hier einige Beispiele aus der Dokumentation »Die VN- Belagerung des Hauptquartiers von
Resolutionen zum Nahost-Konflikt«, Berlin 1978/1991,
Band 5/1 (1947-1978) und Band 5/2 (1978-1990):
Palästinenserführer Arafat unverzüglich
einzustellen.
Rückzug israelischer Streitkräfte aus den im letzten Konflikt Die Regierung in Jerusalem machte jedoch
besetzten Gebieten deutlich, daß sie die Forderung nicht
Sicherheitsrat - Resolution 242 /1. (1967) erfüllen werde. Israelische Truppen
22. November 1967 drangen zudem in Gaza ein.
Der Sicherheitsrat, als Ausdruck seiner ständigen Besorgnis S/8484 und S/8486, nach Kenntnisnahme auch von der
über die ernste Lage im Nahen Osten, unter Betonung der ergänzenden, beschafften Information vom Stabschef von
Unzulässigkeit des Erwerbs von Territorien durch Krieg, und der UNTSO, enthalten in den Dokumenten S/7930/Add. 64 und
Notwendigkeit, für einen gerechten und dauerhaften Frieden zu Add. 65, unter Berufung auf Resolution 236 (1967), in welcher
wirken, in dem jeder Staat in dem Bereich in Sicherheit leben der Sicherheitsrat jegliche Verletzung der Feuereinstellung
kann, unter Betonung ferner, daß alle Mitgliedstaaten durch die verurteilt hat, mit dem Bemerken, daß das Kampfunternehmen
Annahme der Charta der Vereinten Nationen die Verpflichtung der Streitkräfte Israels auf jordanischem Gebiet seiner Art nach
eingegangen sind, in Übereinstimmung mit Artikel 2 der Charta groß angelegt und sorgfältig geplant war, in der Überzeugung,
zu handeln, daß alle gewaltsamen Zwischenfälle und andere Verstöße gegen
1. bekräftigt, daß die Erfüllung der Grundsätze der Charta die die Feuereinstellung verhindert werden sollten, und ohne
Herstellung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen frühere Zwischenfälle dieser Art zu übersehen, unter Berufung
Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden auch auf Resolution 237 (1967), welche die Regierung Israels
Grundsätze einschließen sollte: aufforderte, die Sicherheit, das Wohlergehen und den Schutz der
(i) Rückzug israelischer Streitkräfte aus Gebieten, die während Einwohner von den Gebieten, in denen Kampfhandlungen
des jüngsten Konflikts besetzt wurden; stattgefunden haben, zu gewährleisten,
(ii) Beendigung aller Behauptungen oder Formen eines 1. beklagt den Verlust an Leben und die schwere Beschädigung
Kriegszustandes sowie die Beachtung und Anerkennung der von Eigentum;
Souveränität, der territorialen Unversehrtheit und der politi- 2. verurteilt das von Israel in offenkundiger Verletzung der
schen Unabhängigkeit eines jeden Staates in dem Gebiet und Charta der Vereinten Nationen und der Feuereinstellungs-
seines Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen in resolutionen begonnene Kampfunternehmen;
Frieden zu leben frei von Drohungen und Akten der Gewalt. 3. beklagt alle gewaltsamen Zwischenfälle, welche die
Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme. Feuereinstellung verletzt haben und erklärt, daß solche
Handlungen militärischer Vergeltung und andere ernste
Verstöße gegen die Feuereinstellung nicht geduldet werden
Verurteilung Israels wegen neuer Kampfunternehmen und können und daß der Sicherheitsrat weitere und wirksamere, in
Verletzung der VN-Charta der Charta vorgesehene Schritte in Betracht ziehen müßte, um
Sicherheitsrat - Resolution 248 (1968) gegen eine Wiederholung solcher Handlungen eine Gewähr zu
24. März 1968 schaffen;
4. fordert Israel auf, von Handlungen oder Tätigkeiten, die der
Resolution 237 (1967) widersprechen, Abstand zu nehmen;
Der Sicherheitsrat, nach Anhören der Erklärungen der Vertreter
Jordaniens und Israels, nach Kenntnisnahme vom Inhalt der 5. ersucht den Generalsekretär, die Lage im Auge zu behalten
Schreiben der Ständigen Vertreter Jordaniens und Israels, und gegebenenfalls dem Sicherheitsrat Bericht zu erstatten.
enthalten in den Dokumenten S/8470, S/8475, S/8478, S/8483, Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme.
UN 10/2002, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Mißachtung der Sicherheitsrat-Resolution 250 Maßnahmen zur unverzüglichen Rückkehr der Einwohner zu er-
(Militärparade in Jerusalem) greifen, die seit Ausbruch von Feindseligkeiten aus den
Sicherheitsrat- Resolution 251 (1968) Gebieten geflohen sind;
2. Mai 1968 2. ersucht den Generalsekretär, die tatsächliche Ausführung der
vorliegenden Resolution im Auge zu behalten und der
Generalversammlung darüber Bericht zu erstatten.
Der Sicherheitsrat, in Kenntnis der Berichte des
Generalsekretärs vom 26. April (S/ 8561) und vom 2. Mai
(S/8567), unter Berufung auf Resolution 250 (1968) vom 27. B
April 1968, bedauert zutiefst, daß Israel in Mißachtung der vom Die Generalversammlung, unter Verweis auf ihre Resolutionen
Rat am 27. April 1968 einstimmig angenommenen Resolution 194 (III) vom 11. Dezember 1948, 302 (IV) vom 8. Dezember
die Militärparade in Jerusalem am 2. Mai 1968 abgehalten hat. 1949, 393 (V) und 394 (V) vom 2. und 14. Dezember 1950, 512
Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme. (VI) und 513 (VI) vom 26. Januar 1952, 614 (VII) vom 6.
November 1952, 720 (VIII) vom 27. November 1953, 818 (IX)
vom 4. Dezember 1954, 916 (X) vom 3. Dezember 1955, 1018
Verurteilung der neuerlichen Angriffs Israels auf Jordanien (XI)vom 28. Februar 1957, 1191 (XII) vom 12. Dezember
Sicherheitsrat - Resolution 256 (1968) 1957, 1315 (XIII) vom 12. Dezember 1958, 1456 (XIV) vom
16. August 1968 9. Dezember 1959, 1604 (XV) vom 21. April 1961, 1725
(XVI) vom 20. Dezember 1961, 1856 (XVII) vom 20. Dezember
Der Sicherheitsrat, nach Anhörung der Erklärungen der Vertreter 1962, 1912 (XVIII) vom 3. Dezember 1963, 2002 (XIX) vom
Jordaniens und Israels, nach Kenntnisnahme von dem Inhalt der 10. Februar 1965, 2052 (XX) vom 15. Dezember 1965, 2154
Schreiben der Vertreter Jordaniens und Israels in den (XXI) vom 17. November 1966 und 2341 (XXII) vom 19.
Dokumenten S/8616, S/8617, S/8721 und S/8724, unter Dezember 1967, in Kenntnis des Jahresberichtes des
Berufung auf seine frühere Resolution 248 (1968), welche die Generalbevollmächtigten der VN-Behörde für Hilfs- und
von Israel in flagranter Verletzung der VN-Charta und der Unterstützungsmaßnahmen für Palästinaflüchtlinge im Nahen
Feuereinstellungs-Resolutionen unternommene Militäraktion Osten für die Zeit vom 1. Juli 1967 bis zum 30. Juni 1968,
verurteilt und alle Fälle von Gewalttätigkeit unter Verletzung der
1. stellt mit tiefem Bedauern fest, daß die in
Feuereinstellung bedauert, in der Auffassung, daß alle
Generalversammlungsresolution 194 (III), Paragraph 11,
Verletzungen der Feuereinstellung verhindert werden sollten,
vorgesehene Repatriierung oder Entschädigung der Flüchtlinge
mit dem Bemerken, daß die beiden massiven Luftangriffe Israels
nicht verwirklicht worden ist, daß bei dem in Resolution 513
auf jordanisches Gebiet groß angelegt und in Verletzung der
(VI), Paragraph 2, gebilligten Programm für die
Resolution 248 (1968) sorgfaltig geplant waren, in tiefer
Wiedereingliederung der Flüchtlinge durch Repatriierung oder
Besorgnis über die sich hieraus ergebende Verschlechterung der
Wiederansiedlung kein wesentlicher Fortschritt erzielt wurde
Lage,
und daß daher die Lage der Flüchtlinge weiterhin zu ernster
1. bekräftigt seine Resolution 248 (1968), die unter anderem Sorge Anlaß gibt.
erklärt, daß „schwerwiegende Verstöße gegen die (Punkte 2-8 und Absatz C würdigen die Arbeit des VN-
Feuereinstellung nicht geduldet werden können und daß der Rat Hilfswerks)
weitere und wirksamere, in der Charta vorgesehene Schritte in
Betracht ziehen müßte, um eine Wiederholung solcher Verurteilung Israels wegen des Angriffs seiner Streitkräfte
Handlungen auszuschalten“; auf den Internationalen Zivilflughafen von Beirut
2. bedauert die Verluste an Menschenleben und schweren Warnung vor weiteren Schritten des Sicherheitsrats
Zerstörungen von Gütern; Sicherheitsrat- Resolution 262 (1968)
3. ist der Auffassung, daß vorbedachte, wiederholte militärische 31. Dezember 1968
Angriffe die Aufrechterhaltung des Friedens gefährden;
Der Sicherheitsrat, nach Erörterung der in Dokument
4. verurteilt die neuerlichen militärischen Angriffe, die Israel in S/Agenda/1462 enthaltenen Tagesordnung,
flagranter Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und der
Resolution 248 (1968) unternommen hat, und spricht die in Kenntnis des Inhalts des Schreibens des Ständigen Vertreters
Warnung aus, daß, falls solche Angriffe wiederholt werden des Libanon (Dokument S/8945), in Kenntnis der ergänzenden
sollten, der Rat die Nichtbefolgung der vorliegenden Resolution Mitteilung des Stabschefs des Organs der Vereinten Nationen
gebührend in Betracht ziehen würde. zur Überwachung des Waffenstillstands, enthalten in den
Dokumenten S/7930/Add. 107 und 108, nach Anhörung der
Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme. Erklärungen des Vertreters des Libanon und des Vertreters
Israels bezüglich des schweren Angriffs auf den internationalen
Rückkehrmöglichkeiten und Unterstützungen für die Zivilflughafen von Beirut, mit dem Bemerken, daß die
Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten militärische Aktion der bewaffneten Streitkräfte Israels gegen
den internationalen Zivilflughafen von Beirut vorsätzlich,
Generalversammlung - Resolution 2452 (XXIII) großangelegt und sorgfältig geplant war, in tiefer Besorgnis über
19. Dezember 1968 die sich aus dieser Verletzung der Resolutionen des
A Sicherheitsrats ergebende Verschlechterung der Lage, und in
Die Generalversammlung, unter Berufung auf Sicherheitsrat- ernster Sorge wegen der Notwendigkeit, freien, ununterbroche-
Resolution 237 (1967) vom 14. Juni 1967, in Bekräftigung ihrer nen internationalen Zivilluftverkehr zu gewährleisten,
Resolution 2252 (ES-V) vom 4. Juni 1967, unter 1. verurteilt Israel wegen seiner vorsätzlichen militärischen
Kenntnisnahme von dem Aufruf, den der Generalsekretär am 11. Aktion, die es in Verletzung seiner Verpflichtungen gemäß der
November 1968 im Besonderen Politischen Ausschuß erlassen Charta und der Resolutionen über die Feuereinstellung
hat, in der Überzeugung, daß das Elend der Vertriebenen am begangen hat;
besten durch ihre schleunige Rückkehr zu ihren Häusern und zu 2. ist der Auffassung, daß derartige vorsätzliche
den Lagern, die sie früher innehatten, gelindert werden könnte, Gewalttätigkeiten die Aufrechterhaltung des Friedens gefähr-
unter dementsprechender Betonung der Erforderlichkeit ihrer den;
schleunigen Rückkehr, 3. erteilt Israel die ernste Warnung, daß der Rat, wenn solche
1. fordert die Regierung von Israel auf, wirksame unmittelbare Handlungen wiederholt werden sollten, weitere Schritte
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 10/2002, Seite 7

erwägen müßte, um seinen Beschlüssen Nachdruck zu Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der


verleihen; Palästinenser
4. ist der Auffassung, daß Libanon auf eine angemessene
Entschädigung wegen der erlittenen Zerstörung, für die Israel Generalversammlung - Resolution 2672/C (XXV)
die Verantwortung anerkannt hat, Anspruch hat. 8. Dezember 1970
Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme. Die Generalversammlung, in der Erkenntnis, daß das
Problem der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge daraus
Israels Mißachtung von Sicherheitsrat- und entstanden ist, daß die ihnen nach der VN-Charta und der
Generalversammlungs-Resolutionen. Universalen Menschenrechtsdeklaration zustehenden
Rechtsungültigkeit israelischer Schritte zur Änderung des unverkäuflichen Rechte verweigert worden sind, unter
Rechtsstatus von Jerusalem Berufung auf ihre Resolution 2535 B (XXIV) vom 10.
Dezember 1969, mit welcher sie die unveräußerlichen Rechte
Sicherheitsrat- Resolution 267(1969) des Volkes von Palästina noch einmal bekräftigt hat, im
3. Juli 1969 Bewußtsein der Grundsätze der Rechtsgleichheit und des
Der Sicherheitsrat, unter Berufung auf seine Resolution 252 Selbstbestimmungsrechts der Völker, welche in den Artikeln
vom 21. Mai 1968 und auf die früheren Resolutionen der 1 und 55 der VN-Charta niedergelegt sind und in jüngerer
Generalversammlung 2253 (ES-V) vom 4. Juli 1967 und Zeit in der Erklärung über Völkerrechtsprinzipien betreffend
2254 (ES-V) vom 14. Juli 1967 betreffend durch Israel freundliche Beziehungen und Zusammenarbeit von Staaten
ergriffene Maßnahmen und Handlungen, welche den im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen noch
Rechtsstatus der Stadt Jerusalem berühren, nach Anhörung einmal bekräftigt worden sind,
der Erklärungen der beteiligten Parteien zu dieser Frage,
in Kenntnis, daß Israel seit der Annahme der oben erwähnten 1. erkennt an, daß die Bevölkerung Palästinas gemäß der VN-
Resolution weitere Maßnahmen ergriffen hat, die darauf Charta Anspruch auf Rechtsgleichheit und Selbstbestimmung
abzielen, den Status der Stadt Jerusalem zu ändern, hat;
in Bekräftigung des anerkannten Grundsatzes, daß
Gebietserwerb durch militärische Eroberung unzulässig ist, 2. erklärt, daß die vollständige Rücksicht auf die unveräußerli-
chen Rechte der Bevölkerung Palästinas eine unverzichtbare
Grundvoraussetzung für die Begründung eines gerechten,
1. bestätigt seine Resolution 252 (1968); dauerhaften Friedens ist.
2. bedauert, daß Israel den oben erwähnten Resolutionen
der Generalversammlung und des Sicherheitsrats keinerlei Zwangsvertreibung palästinensischer Flüchtlinge und
Beachtung erwiesen hat; Zerstörung ihrer Unterkünfte durch Israel

3. tadelt aufs schärfste alle Maßnahmen, die getroffen Generalversammlung - Resolution 2792 (XXVI) C
worden sind, um den Rechtsstatus der Stadt Jerusalem zu 6. Dezember 1971
ändern;
Die Generalversammlung, nach Erörterung des Sonderberichts
des Generalkommissars der UNRWA für Palästina-Flüchtlinge
4. bestätigt, daß alle von Israel getroffenen legislativen und im Nahen Osten über die Auswirkung neuerlicher durch die
Verwaltungsmaßnahmen und Handlungen, einschließlich israelischen Militärbehörden im Gaza-Streifen durchgeführter
der Enteignung von Land und darauf befindlichen Gütern, Operationen auf Palästina-Flüchtlinge und (nach Erörterung)
welche darauf abzielen, den Status Jerusalems zu ändern, des Nachtrags zu (diesem Bericht), mit der Feststellung, daß
rechtsungültig sind und diesen Status nicht ändern können; sowohl der Generalsekretär als auch der Generalkommissar der
UNRWA für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten ihre große
5. fordert Israel noch einmal eindringlich auf, sofort alle Sorge über die Auswirkung dieser Operationen auf Palästina-
getroffenen Maßnahmen, die darauf abzielen, den Status der Flüchtlinge ausgedrückt haben, bei denen Unterkünfte in
Stadt Jerusalem zu ändern, rückgängig zu machen und Flüchtlingslagern niedergerissen und etwa 15000 Personen
künftig alle Handlungen zu unterlassen, die eine solche vertrieben wurden, manche von ihnen an Plätze außerhalb des
Wirkung haben könnten; Gaza-Streifens, unter Berufung auf die Resolution 10 (XXVI)
der Menschenrechtskommission vom 23. März 1970, in
welcher die Kommission alle Taktiken und Kampagnen, die
6. ersucht Israel, den Sicherheitsrat ohne jede weitere darauf abzielten, die palästinensischen Flüchtlinge vom
Verschleppung über seine Absichten bezüglich der besetzten Gaza-Streifen zu deportieren, bedauerte und Israel
Durchführung der Anordnungen der vorliegenden aufforderte, unverzüglich damit aufzuhören, palästinensische
Resolution in Kenntnis zu setzen; Zivilpersonen vom Gaza-Streifen zu deportieren,
7. beschließt, daß der Sicherheitsrat im Falle einer negativen l. erklärt, daß die Zerstörung von Flüchtlingsunterkünften und
oder ausbleibenden Antwort von Seiten Israels unverzüglich die Zwangsvertreibung ihrer Insassen zu anderen Plätzen
wieder zusammentreten wird, um zu erörtern, welche einschließlich Plätzen außerhalb des Gaza-Streifens den
weitere Handlung in dieser Sache ergriffen werden sollte; Artikeln 49 und 53 der Genfer Konvention über den Schutz von
Zivilpersonen in Kriegszeiten vom 12. August 1949 zuwider-
8. ersucht den Generalsekretär, dem Sicherheitsrat über die läuft, ebenso auch dem Punkt 7 der Generalver-
Durchführung der vorliegenden Resolution zu berichten. sammlungsresolution 2675 (XXV) vom 9. Dezember 1970 mit
dem Titel „Grundprinzipien des Schutzes von Zivilpersonen in
bewaffneten Konflikten“;
Abstimmungsergebnis: Einstimmige Annahme. 2. bedauert diese Tätigkeiten Israels;
UN 10/2002, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen
3. fordert Israel auf, von weiterer Zerstörung von Zivilbevölkerung in das besetzte Hoheitsgebiet,
Flüchtlingsunterkünften abzulassen und von weiterer c) die Zerstörung und das Niederreißen von Dörfern, Quartieren
Vertreibung von Flüchtlingen aus ihren gegenwärtigen und Häusern und die Einziehung und Enteignung von
Wohnstätten; Grundbesitz,
4. fordert Israel auf, unverzüglich wirksame Schritte einzuleiten d) die Evakuierung, Umsiedlung, Verschleppung und
für die Rückkehr der betroffenen Flüchtlinge zu den Lagern, von Vertreibung der Einwohner des besetzten arabischen
denen sie vertrieben worden sind, und angemessene Unterkünfte Hoheitsgebietes,
für ihre Versorgung zur Verfügung zu stellen; e) die Verweigerung des Rechts der Flüchtlinge und verschlepp-
ten Personen, zu ihren Heimstätten zurückzukehren,
5. ersucht den Generalsekretär, nach Konsultation mit dem
f) die Mißhandlung und Folterung von Gefangenen und
Generalkommissar der UNRWA für Palästina-Flüchtlinge im
Verhafteten,
Nahen Osten so bald wie möglich, und danach, wann immer es
angebracht ist, aber jedenfalls nicht später als dem Datum der g) Massenbestrafung;
Eröffnung der 27. Sitzung der General Versammlung Bericht zu 3. fordert die Regierung von Israel auf, alle Personen, die von
erstatten über Israels Befolgung der Bestimmungen in Punkt 3 den besetzten Hoheitsgebieten geflohen sind oder von dort
und über seine Durchführung der Bestimmungen in Punkt 4 der deportiert oder vertrieben wurden, zu ihren Heimstätten
vorliegenden Resolution. zurückkehren zu lassen;
4. bestätigt noch einmal, daß alle Vorkehrungen, die Israel
getroffen hat, um die besetzten Hoheitsgebiete einschließlich
Nachdrückliche Aufforderung an Israel, alle Praktiken zum
des besetzten Jerusalem zu besiedeln, vollkommen null und
Schaden der Menschenrechte der Bevölkerung in den
nichtig sind;
besetzten Gebieten zu unterlassen
Generalversammlung -Resolution 2851 (XXVI) 5. fordert die Regierung von Israel auf, voll und ganz ihren
20. Dezember 1971 Verpflichtungen aus der Genfer Konvention über den Schutz von
Zivilpersonen in Kriegszeiten vom 12. August 1949 nachzu-
Die Generalversammlung, geleitet von den Zwecken und kommen;
Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen, sich bewußt der 6. ersucht den Sonderausschuß, bis zur baldigen Beendigung der
Bestimmungen der Universellen Menschenrechtsdeklaration israelischen Besetzung von arabischen Hoheitsgebieten seine
und der Bestimmungen der Genfer Konvention über den Schutz Arbeit fortzusetzen und wie es sich ergibt, mit dem
von Zivilpersonen in Kriegszeiten vom 12. August 1949, unter Internationalen Rot-Kreuz-Komitee Beratungen aufzunehmen,
Berufung auf die Sicherheitsratsresolutionen 237 (1967) vom und die Gewährleistung der Wohlfahrt und der Menschenrechte
14. Juni 1967 und 259 (1968) vom 27. September 1968 wie auch der Bevölkerung in den besetzten Hoheitsgebieten sicherzustel-
auf andere einschlägige Resolutionen der Vereinten Nationen, len;
nach Diskussion des Berichts des Sonderausschusses zur 7. fordert die Regierung Israels auf, den Sonderausschuß zu
Untersuchung israelischer Praktiken zum Schaden der empfangen, mit ihm zusammenzuarbeiten und ihm seine Arbeit
Menschenrechte der Bevölkerung in den besetzten Gebieten, in zu erleichtern;
ernster Sorge wegen der Verletzungen der Menschenrechte der 8. ersucht den Generalsekretär, den Sonderausschuß mit allen
Einwohner der besetzten Hoheitsgebiete, in der Überzeugung, erforderlichen Hilfsmitteln für die fortgesetzte Ausübung seiner
daß das Untersuchungs- und Beschützungsverfahren unentbehr- Aufgaben auszustatten;
lich ist, und die wirkliche Durchführung der internationalen 9. ersucht alle Teilnehmerstaaten der Genfer Konvention vom
Rechtswerke wie die vorgenannte Genfer Konvention vom 12. 12. August 1949, ihr Äußerstes zu tun und sicherzustellen, daß
August 1949, welche die Beachtung von Menschenrechten bei Israel seine Verpflichtungen aus dieser Konvention beachtet und
bewaffneten Konflikten vorschreiben, zu gewährleisten, mit erfüllt;
Bedauern feststellend, daß die einschlägigen Bestimmungen 10. ersucht den Sonderausschuß, dem Generalsekretär so bald
dieser Konvention von den israelischen Behörden nicht befolgt wie möglich Bericht zu erstatten, und später, wann immer sich
worden sind, in Erinnerung daran, daß gemäß Artikel 1 dieser die Notwendigkeit dafür ergibt;
Konvention die Teilnehmerstaaten sich verpflichtet haben, die 11. beschließt, auf der vorläufigen Tagesordnung seiner 27.
Konvention nicht nur zu beachten, sondern ihre Beachtung unter Sitzung einen Verhandlungspunkt mit dem Titel „Bericht (oder
allen Umständen auch zu garantieren, mit Befriedigung Berichte) des Sonderausschusses zur Untersuchung israelischer
feststellend, daß das Internationale Rot-Kreuz-Komitee nach Praktiken zum Schaden der Menschenrechte der Bevölkerung in
sorgfältiger Erwägung des Problems, die Befolgung der Genfer den Besetzten Gebieten" einzutragen.
Konventionen vom 12. August 1949 stärker in den Griff zu
HINWEIS: Die uns vorliegende Dokumentation für die Jahre 1947 - 1990)
bekommen, zu der Entschließung gelangt ist, daß alle Aufgaben,
enthält 461 Resolutionen der Generalversammlung und des Sicherheitsrates zum
die nach diesen Konventionen einer Schutzmacht zufallen, als Nahostkonflikt. Auf Anfrage senden wir interessierten Schülern Kopien
humanitäre Funktionen betrachtet werden können, und daß das einzelner, von ihnen gewünschter Resolutionen gegen Portoerstattung zu. Bitte
Internationale Rot-Kreuz-Komitee sich bereit erklärt hat, alle geben Sie die Nummer der gewünschten Resolution an.
die Funktionen, die in den Konventionen für die Schutzmächte
in Aussicht genommen waren, auf sich zu nehmen,
1. drückt ihre aufrichtige Anerkennung aus für den
"Auf dem Stundenplan"
Folge 34, Unabhängige Nachrichten 10/2002
Sonderausschuß zur Untersuchung israelischer Praktiken zum UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
Schaden der Menschenrechte der Bevölkerung in den besetzten
Gebieten und für seine Mitglieder für deren Bemühungen, den
www.aufdemstundenplan.de
Auftrag auszuführen, der ihnen übertragen worden ist; Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
2. fordert Israel nachdrücklich auf, unverzüglich alle Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
Maßnahmen rückgängig zu machen und von allen Taktiken und eingang aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht.
Praktiken Abstand zu nehmen wie Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das zur Zeit
gültige Spendenkonto an. Die auf den älteren Folgen
a) die Annexion irgend eines Teils der besetzten arabischen
angegebenen Bankverbindungen wurden von den Banken im
Hoheitsgebiete,
Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
b) die Begründung israelischer Siedlungen auf diesen gekündigt.
Hoheitsgebieten und die Überführung von Teilen seiner Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
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Auf dem Stundenplan


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»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

Was man für den Politik-Unterricht wissen sollte:

Verschwiegene Wahrheiten zum


US-Aufmarsch am Golf
US-israelische Kriegsgründe geschäft. Die amerikanische Rüstungsindustrie ist mit Ab-
stand der größte Waffenproduzent und -exporteur der Welt.
In seiner berühmt-berüchtigten Rede über die »Achse des Bush sen., der Vater des jetzigen US-Präsidenten, ist Berater
Bösen« bezichtigte US-Präsident Bush den Irak, er habe sich bei Carlyle, einer der weltweit größten Investmentgruppen,
„verschworen, Anthrax, Nervengase und Nuklearwaffen zu die starke Verflechtungen zur Rüstungsindustrie aufweist.
produzieren“. Allein der Afghanistankrieg hat im Oktober 2001 die Sum-
Genau ein Jahr davor, im Januar 2001, hatte jedoch der schei- me von 2,2 Milliarden Dollar verschlungen. Die Kosten für
dende US-Verteidigungsminister William Cohen betont, daß den geplanten Golfkrieg werden auf 200 Milliarden Dollar
die Streitkräfte von Saddam Hussein „keinerlei Gefahr mehr geschätzt - und das bei einer amerikanischen Staatsverschul-
für seine Nachbarn darstellen“. dung, die jedes Jahr um 450 Milliarden Dollar anwächst!

Und Ende September 2002 erklärt der irakische Diktator • Ein Krieg bringt bei Meinungsumfragen Punkte für die
Regierung - solange er nicht verloren ist. Dank den Terror-
endlich, daß man wieder Waffeninspektoren ins Land lassen
anschlägen auf Amerika (= Krieg im eigenen Land) darf sich
werde. Trotzdem schlägt die Bush-Administration weiter die
Präsident Bush hoher Zustimmungsraten im Volk erfreuen,
Kriegstrommeln und wirbt unbeirrbar für die Unterstützung
denn wenn ein Land von außen bedroht wird, schart es sich
zu einem alles entscheidenden Krieg gegen den Irak, der die
hinter seinen Präsidenten - selbst wenn dieser nach einem
ganze Nahostregion und damit die Welt in einen Strudel von
bis dahin einzigartigen Gezänk um Wählerstimmen an die
Gewalt zu reißen droht.
Macht gekommen ist.
Selbstverständlich geht es in diesem Kreuzzug nicht im
• Ein Krieg im Ausland lenkt von innenpolitischen Proble-
geringsten um die Bekämpfung des internationalen Terroris- men ab. Die Amtszeit von Präsident Bush hat nichts Konkre-
mus, wie man uns weis zu machen versucht - denn es wäre tes vorzuweisen außer abstürzende Börsen, die kaum mehr
ja gerade ein solcher Krieg gegen den Irak, der den islamisti- gestützt werden können, Wirtschaftsbetrug in bisher unbe-
sehen Fundamentalismus und seine Bereitschaft zum Terror kanntem Ausmaß, wie die Bilanzfälschungen und anschlie-
erst recht anheizen würde! Hinzu kommt, daß die amerikani- ßenden Konkurse von Enron oder MCI Worldcom zeigten,
sche Regierung keinerlei Beweise für die dem Irak zur Last sowie Skandale um Pensionskassengelder. Und dann wäre
gelegten Beschuldigungen vorweisen kann. da noch der 11.9.2001. Zu viele brennende Fragen bleiben
Die Ursachen, die einen zweiten Golfkrieg unausweichlich offen. Zu oft wurde die Regierung beim Vertuschen ertappt,
erscheinen lassen, sind in Wahrheit eine gefährliche Ver- zu offenkundig hat Präsident Bush eine Untersuchung zum
bindung von Ideologie, Profitstreben und geopolitischem Einsturz der Zwillingstürme in New York verhindert. Unan-
Machtpoker. Verschiedene Interessengruppen haben zur Zeit genehme Fragen stehen jetzt nicht zur Debatte; alle reden nur
ein gemeinsames Ziel: den Sturz des irakischen Regimes. noch vom Irak.
Und dies sind ihre Beweggründe:
Der Kampf ums Öl
• Die US-Regierung und die amerikanischen Erdölkon- Mit George W. Bush hat die Erdöl-Lobby einen der ihren
zerne wollen sich die Kontrolle und den Profit über die im Oval Office. Deshalb hat sie ihn im Wahlkampf auch
Erdölvorkommen in Nahost sichern, wie sie es bereits mit massivst mit Spenden unterstützt. Der aus Texas stammende
den fossilen Schätzen in Zentralasien getan haben (Afghani- Bush-Clan ist selber mit Erdöl groß und reich geworden (Za-
stankrieg). pata Oil Company).
• Einflußreiche israelische Politiker hegen noch immer Auch Vizepräsident Dick Cheney hat das Öl reich gemacht.
den Traum von einem Großisrael, das sich als regionale Als Chef von Halliburton, dem größten Ölfeld Dienst-
Hegemonialmacht durchsetzen und den ganzen Nahen Osten leistungsunternehmen der Welt, verdiente er Millionen,
beherrschen will. Durch ihren Einfluß auf die amerikanische während der Konzern heute in Scherben liegt.
Politik spannen sie die USA für ihre Zwecke ein. Die USA sind vom Erdöl der arabischen Staaten abhängig.
• Der militärisch-industrielle Komplex lebt vom Kriegs- Im Irak gibt es 70 bekannte Ölfelder mit einem Volumen von
UN 1/2003, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen
112,5 Milliarden Barrel Erdöl. Damit besitzt der Irak gut 10 dam Hussein als Freund der Amerikaner focht, da er gegen
Prozent aller Ölreserven der Welt, und steht damit gleich an das fundamentalistische Ajatollah-Regime kämpfte, das den
zweiter Stelle hinter Saudi-Arabien. Außerdem vermutet pro-westlichen Schah von Persien gestürzt hatte.
man, daß im Irak weitere unentdeckte Ölfelder liegen, die
Während der Irak von den USA finanziert und mit Waffen
zusätzlich 220 Milliarden Barrel Erdöl umfassen könnten.
versorgt wurde, lieferte ‚Amerikas engster Verbündeter’
Von den 70 bekannten Ölfeldern werden heute erst deren
- Israel - dem iranischen Gottesstaat in den ersten zwei
15 kommerziell genutzt (eine Auswirkung der UN-Sank-
Kriegsjahren Waffen und chemische Kampfstoffe für mehr
tionen).
als eine Milliarde Dollar; Amerika drückte beide Augen zu.
Mit anderen Worten: Der Irak ist für westliche Erdölkonzer- Die Israelis unterstützten den Iran, weil sie den Irak schwä-
ne noch weitgehend jungfräuliches Land mit einer unwider- chen wollten, den sie damals schon als größtes Hindernis für
stehlich lockenden Anziehungskraft. ihre eigene Expansionspolitik betrachteten.
Achmed Chalabi, Führer des Irakischen Nationalkongresses Nach dem irakisch-iranischen Krieg, der bis 1988 dauerte,
- die irakische Opposition im Exil - hat den Amerikanern versuchte Saddam Hussein, sein Land wirtschaftlich wieder
bereits versprochen, daß nach dem Sturz Saddams unter sei- aufzubauen. Das aber ging nur mit Erdöldevisen. Der Ölpreis
ner künftigen Regierung die Verträge über die Ausbeutung war 1990 jedoch sehr tief, weil Kuwait sich nicht an die aus-
der neuen Ölfelder mit US-Erdölkonzernen ausgehandelt gemachten Förderquoten der OPEC hielt und damit Saddams
würden. Pläne durchkreuzte.
Noam Chomsky, Professor am Massachusetts Institute for Außerdem warfen die Iraker dem Emirat vor, den Krieg aus-
Technology (MIT) und einer der wortgewaltigsten jüdischen genutzt und sich an irakischen Ölvorkommen vergriffen zu
Kritiker des amerikanischen Establishments, sieht hinter dem haben. Konkret ging es um das Rumailah-ÖIfeld, das zu 90
Säbelrasseln gegen den Irak weit Schlimmeres als bloß den Prozent im Irak und zu zehn Prozent in Kuwait liegt. Kuwait,
Sturz von Saddam Hussein. Er glaubt, die USA planten eine so Saddam Hussein, habe dem Irak Öl im Wert von bis zu 14
drastische Dezimierung der irakischen Zivilbevölkerung, da- Milliarden Dollar gestohlen.
mit das Land zu einem bevölkerungsschwachen, gehorsam
ölfördernden Staat wird, der für die westlichen Interessen Am 25. Juli 1990 traf sich Saddam deswegen mit April
keine Gefahr mehr darstellt. Glaspie, der amerikanischen Botschafterin im Irak. Glaspie
versicherte Saddam Hussein, daß Präsident Bush sen. sich
In diesem Lichte macht eine von Madeleine Albright ge- nicht um den Grenzstreit mit Kuwait kümmere. Damit hatte
machte Aussage durchaus Sinn. Am 12. Mai 1996 sagte die die Botschafterin dem Irak faktisch grünes Licht für die
damalige amerikanische UNO-Botschafterin und spätere Invasion von Kuwait gegeben. Das von der kalifornischen
US-Außenministerin in einem Fernsehinterview bei 60 Mi- Sonama State University betreute Project Censored setzte
nutes: „Wir glauben, es ist den Preis wert.“ Sie meinte damit diese verhängnisvolle Lüge von April Glaspie an die erste
den durch die UNO-Sanktionen verschuldeten Tod von über Stelle aller wichtigen Themen, die 1990 von den US-Medien
einer halben Million irakischer Kinder. übersehen oder regelrecht totgeschwiegen wurden.
Die Nahostexpertin Nita Renfrew hält die Prognosen Choms- Saddam Hussein schluckte den amerikanischen Köder und
kys für durchaus möglich. Sie weist daraufhin, daß der Irak ließ seine Armeen eine Woche später, am 2. August 1990,
wegen seiner großen Bevölkerung und Saddams starkem in Kuwait einmarschieren. Damit hatte George Bush sen.
Engagement für die Palästinenser den Israelis schon lange seinen Vorwand für die Operation Wüstensturm.
ein Dorn im Auge ist und das nicht erst seit den irakischen
Scud-Raketenangriffen auf Israel während des Golfkrieges. Als Saddam Hussein seinen Fehler erkannte, unterbreitete er
Renfrew, die selbst in Israel gelebt hat, kennt die Großmacht- der UNO zwischen dem 10. und 19. August 1990 drei ver-
gelüste des Kleinstaates aus erster Hand. Damit Erez Israel schiedene Rückzugsvorschläge, die jedoch alle von den USA
- Großisrael - seinen Einfluß vom Nil bis zum Euphrat aus- ignoriert wurden. Sie lauteten:
dehnen kann (wie es Zionistengründer Theodor Herzl 1904 Der Irak zieht sich aus Kuwait zurück,
formulierte), müssen der Irak und später auch Saudi-Arabien
zwingend destabilisiert werden. 1. wenn sich Syrien aus dem Libanon und Israel aus den
besetzten Palästinensergebieten zurückzögen;
Robert Fisk von der britischen Zeitung The Independent
brachte es auf den Punkt: „Bushs Pläne für den Nahen Osten, 2. wenn die in Saudi-Arabien zusammengezogenen US-
die zu einem politischen Erdbeben in der arabischen Welt Truppen durch UNO-Einheiten ersetzt würden und der
führen könnten, passen hervorragend zu den Träumen, die ganze Konflikt unter Beachtung regionaler Gesichtspunkte
Israel bezüglich der Region hat.“ beigelegt werde;
3. wenn der Irak das gesamte Rumailah-Ölfeld kontrollie-
Die Vorgeschichte ren könne und ihm Zugang zum Golf von Persien gewährt
werde.
Diese Pläne unterscheiden sich kaum von jenen, die Bushs
Vater hegte, als er im Weißen Haus saß. Damals wurde dem Doch Präsident Bush sen. stellte sich taub und erlangte
Irak eine Schlinge gelegt, in der sich der irakische Diktator schließlich am 29. November 1990 vom UNO-Sicherheitsrat
prompt verfing. Damals schon wurde von amerikanischer die Erlaubnis zum Golfkrieg - nachdem alle zögernden Mit-
Seite gelogen. Blenden wir zurück: 1990 war der Irak nach gliedstaaten des Sicherheitsrates durch großzügige finanzielle
dem langjährigen Krieg mit dem Iran finanziell ausgeblutet Zugeständnisse (sogenannte ,Gegengeschäfte’) auf Kurs
und wirtschaftlich ausgelaugt. Ein Krieg übrigens, den Sad- gebracht worden waren.
Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen UN 1/2003, Seite 7
Operation Wüstensturm endete bereits nach drei Monaten Scott Ritter, der alles aus erster Hand miterlebt hatte, erklärt,
mit dem Massaker auf der ,Autobahn des Todes’, wo ameri- wie es wirklich war: „Nicht Saddam Hussein hat die Waffen-
kanische Kampfflieger Zehntausende von irakischen Solda- inspektoren ausgewiesen, sondern Bill Clinton ließ sie aus
ten zusammenschossen, als diese sich auf dem Rückzug aus dem Irak zurückrufen, weil er im Dezember 1998 seine 72
Kuwait befanden. Amerikanischer Verteidigungsminister Stunden dauernden Luftbombardements durchführen woll-
war damals Dick Cheney, der heutige Vizepräsident Paul te.“ Was war vorausgegangen?
Wolfowitz, der stellvertretende US-Verteidigungsminister,
Die Amerikaner hatten eigene Geheimdienstagenten in die
war damals Untersekretär für Politik im Verteidigungsmini-
Teams der Waffeninspekteure eingeschleust, mit dem Auf-
sterium. Und statt dem Sohn saß damals der Vater im Weißen
trag, den jeweiligen Aufenthaltsort Saddam Husseins zu
Haus. Muß man noch mehr sagen?
ermitteln, um ihn liquidieren zu können. Das war klar gegen
Das Spiel mit der Angst die Abmachung und gefährdete das Mandat der Waffenin-
spektoren. Dies bestätigt auch der Schwede Rolf Ekeus, der
Vizepräsident Dick Cheney behauptet, „der Irak arbeitet von 1991 bis 1997 die Waffeninspektionen im Irak geleitet
aktiv und aggressiv am Bau einer Atombombe, und die USA hatte. Die Amerikaner hätten seine Leute dazu gezwungen,
könnten ein Opfer von Bagdads Massenvernichtungswaffen selber nachrichtendienstliche Informationen zu sammeln,
werden (...) Es gibt keinen Zweifel, daß Saddam Hussein was die Iraker sehr verärgert habe.
jetzt über Massenvernichtungswaffen verfügt. Es gibt keinen
Zweifel, daß er sie ansammelt, um sie gegen unsere Ende 1998 hatte Saddam Hussein von der US-Spionage
Freunde, gegen unsere Verbündeten und gegen uns selbst endgültig genug und setzte die Zusammenarbeit mit den
einzusetzen“. angeblich neutralen Waffeninspektoren aus. Nach diploma-
tischen Verhandlungen wurden die Inspektoren zwar wieder
Eine Schlagzeile der Londoner Zeitung Evening Standard ins Land gelassen, doch der neue Chefwaffeninspektor
lautete entsprechend: 'Saddam: A-Bombe innerhalb von Richard Butler rief am 14. Dezember 1998 alle seine Leute
Monaten'. Der entsprechende Zeitungsartikel bezog sich wieder aus dem Irak zurück, nachdem er sich mit dem ame-
auf einen kürzlich erschienenen Bericht des in London an- rikanischen Sicherheitsberater Sandy Berger beraten hatte.
sässigen International Institute for Strategic Studies. Wer Einen Tag zuvor nämlich hatte Bill Clinton den Befehl zur
den Bericht allerdings ganz liest, staunt nicht schlecht, steht Operation Wüstenfuchs gegeben.
doch in der Schlußfolgerung: „Selbst die Szenarien, die das
Schlimmste annehmen gehen davon aus, daß es noch Jahre Am 16. Dezember 1998 begann das amerikanische Bom-
dauern wird, bis Saddam Hussein waffenfähiges Spaltmate- bardement von über hundert irakischen Zielen. Darunter
rial wird herstellen können - falls er sich überhaupt die dazu befanden sich jedoch nur ein Dutzend Objekte, die als
notwendige Ausrüstung aus dem Ausland verschaffen kann.“ mögliche Fabriken für Massenvernichtungswaffen in Frage
Die Kriegstreiber in den USA und in Großbritannien spielen gekommen wären; der Rest waren militärischen Anlagen
mit den Ängsten der Bevölkerung, und die Massenmedien und Residenzen, die der persönlichen Sicherheit Saddam
lassen sich willfährig für diese Demagogie einspannen. Husseins dienten. Scott Ritter: „Der Zweck der Operation
Wüstenfuchs war uns allen klar, die wir zuvor die bombar-
„Meine Regierung“, klagte Scott Ritter am 20. August 2002 dierten Ziele inspiziert hatten: Nicht die Massen Vernich-
in Washington während einer Pressekonferenz an, „baut ei- tungswaffen des Irak waren das Ziel, sondern die Person
nen Kriegsgrund gegen den Irak auf, der auf Angst und Un- Saddam Husseins.“
wissenheit basiert, was der Wahrheit und den Tatsachen total
widerspricht.“ Ritter kennt sich aus. Für sechs Jahre war der Erst nach diesem dreitägigen Bombardement verweigerte
Amerikaner nämlich Teamleiter der Waffeninspektoren im der Irak den Waffeninspektoren jeglichen Zutritt, bis er die
Irak, bevor er 1998 sein Amt aus Protest niederlegte. Heute Rückkehr der Inspektoren im September 2002 wieder zu-
übt er vehemente Kritik an den Kriegsplänen von Bush. sicherte. Ob sich Bush deswegen von seinen Kriegsplänen
abbringen läßt, ist allerdings mehr als fraglich.
Doch Präsident Bush macht munter weiter. Kürzlich zitierte
er einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde in Israelische Massenvernichtungswaffen
Wien und behauptete wie schon Cheney, Saddam Hussein sei
Angeblich soll ja der Irak angegriffen werden, wenn er den
nur noch sechs Monate vom Bau einer Atombombe entfernt.
Waffeninspektoren nicht alles offenbart. Es sei deshalb an
„Ich weiß nicht, was wir sonst noch für Beweise brauchen“,
dieser Stelle erwähnt, daß es noch einen weiteren Nahost-
rief er dabei kämpferisch in die Runde. Ein leitender Beam-
Staat gibt, der sich standhaft weigert, ausländischen
ter der Atomenergiebehörde, der aus verständlichen Grün-
Waffeninspektoren Zutritt zu gewähren. Israel, das über die
den anonym bleiben wollte, betonte jedoch gegenüber der
fünftstärkste Armee der Welt verlügt, besitzt nachweislich
amerikanischen Zeitung American Free Press: „Es gibt nicht
ein großes Arsenal an atomaren Sprengköpfen, die bei
genügend Beweise. Wir von der Atomenergiebehörde fühlen
Dimona in der Wüste Negev entwickelt wurden.
uns von den Amerikanern benutzt, damit sie ihre Ziele gegen
den Irak vorantreiben können.“ Israel hat bis heute die Atomwaffenkonvention nicht
unterzeichnet. Niemand kennt die Größe des israelischen
Mißbrauchte Waffeninspektoren Arsenals an Massenvernichtungswaffen. Israel läßt auch
Genauso waren die Waffeninspektoren durch den amerika- keine Inspektionen seines friedlichen Atomprogramms
nischen Geheimdienst benutzt worden. Daß der Irak Ende zu - ganz im Gegensatz zum Irak, der die entsprechenden
1998 die Waffeninspekteure der UNSCOM (United Specials Verträge unterzeichnet hat und dessen Atomanlagen
Commission) nicht mehr ins Land gelassen habe, ist nämlich regelmäßig von der Internationalen Atomenergiebehörde
nur die halbe - und deshalb irreführende – ‚Wahrheit’. inspiziert werden.
UN 1/2003, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 101706 • D-46017 Oberhausen

Deshalb wies Saddam Hussein schon im April 1990 darauf So stand es im Juni 2002 in The Washington Monthly.
hin, daß nicht der Irak, sondern Israel als erster Nahost-Staat
Diese blutrünstigen Falken finden sich übrigens nicht
nukleare und chemische Massenvernichtungswaffen produ-
unbedingt unter den altgedienten Militärs, sondern sind
ziert habe. Er schlug damals sogar vor, den gesamten Nahen
typische Lehnstuhl-Kriegsherren, die häufig nie persönlich
Osten in eine Zone zu verwandeln, die frei ist von atomaren,
Militärdienst geleistet haben. Gerade die hochrangigen US-
biologischen und chemischen Kampfstoffen.
Militärs sind nämlich gegen einen Krieg mit dem Irak, weil
Aus offensichtlichen Gründen hatte der Westen diesen Vor- sie einen aufwendigen (man spricht von 200000 US-Solda-
schlag geflissentlich überhört. Welche Gefahren von israeli- ten) und verlustreichen Feldzug befürchten, der die arabi-
schen Atomwaffen ausgehen können, machte im April 2002 sche Welt endgültig gegen die USA aufbringen könnte. Sie
ein Artikel von Gordon Thomas von der Internetpublikation glauben grundsätzlich, „daß amerikanische Truppen selber
Globe Intel deutlich. Der Geheimdienstexperte berichtete, und nur im äußersten Notfall eingesetzt werden sollten - und
daß die Israelis auf einem Flugplatz in Galiläa zwei Flug- immer in Abstimmung mit anderer Staaten“ (The Washing-
zeugstaffeln mit taktischen Atombomben bestückt und in ton Monthly).
Alarmbereitschaft versetzt hätten, weil sie fürchteten, Syrien
Die Washington Post verkündete am 24. Mai 2002: „Der
oder der Irak könnten in den Konflikt mit den Palästinensern
Generalstab hat hinter den Kulissen eine entschlossene
eingreifen. Außerdem sollen die Golanhöhen mit Neutro-
Kampagne geführt, um die Bush-Administration dazu zu
nenbomben aus der israelischen Atomwaffenfabrik Dimona
bringen, ihre aggressive Haltung gegenüber dem Irak erneut
befestigt worden sein.
zu überdenken.“
Was den Irak betrifft, so betont der ehemalige Waffeninspek- General Norman Schwarzkopf, der den ersten Golfkrieg be-
tor Scott Ritter: „Die Wahrheit ist, daß fast alle biologischen fehligte, ist ebenso gegen einen erneuten Krieg mit dem Irak,
Kampfstoffe des Iraks zusammen mit den Produktionsstätten wie US-Außenminister Colin Powell, der ehemalige Gene-
zerstört wurden. 1998 war der Irak bis zu 95 Prozent ralstabschef der US-Streitkräfte. Powells Haltung wurde vor
entwaffnet. Darunter befanden sich alle Fabriken für Mas- allem von der Israellobby heftig kritisiert.
senvernichtungswaffen.“ Dem pflichtet Ritters ehemaliger
Denn die Kriegstreiber hinter Bush, Cheney und Rumsfeld
Chef Rolf Ekeus bei. Auch er bezweifelt, daß die USA einen
gehören fast ausnahmslos der Israellobby an. Angeführt
Beweis für ihre diesbezüglichen Vorwürfe haben.
werden sie vom stellvertretenden Verteidigungsminister Paul
Und auch die von Bush gegen den internationalen Terro- Wolfowitz und seinem langjährigen Mitstreiter Richard Perle,
rismus ins Feld geführte ‚Achse des Bösen’ hält näherer dem Vorsitzenden des Beratungsausschusses für Verteidi-
Überprüfung nicht stand: Sogar in der Washington Post war gungspolitik im Pentagon. Sogar The Washington Monthly
am 10. September 2002 zu lesen: „Die CIA muß erst noch mußte in besagtem Artikel zugeben, daß die meisten dieser
überzeugende Beweise für eine Verbindung des Irak zum säbelrasselnden Politiker „leidenschaftlich pro-israelisch
Terrorismus finden, obwohl die Anstrengungen verdoppelt und pro-Likud eingestellt sind“. Der Likud ist die Partei des
worden sind, nachrichtendienstliches Material über den Irak israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon.
zu sammeln und auszuwerten.“
Es ist fraglich, ob das amerikanische Volk auf die Stimme
der Vernunft hören wird. Menschen wie Ron Paul werden
Die wahren Kriegstreiber wohl die einsamen Rufer in der Wüste bleiben. Der repu-
Ein ‚vorsorglicher Präventivschlag’ der USA gegen den blikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses schrieb
Irak wäre in jedem Fall ein Verstoß gegen die UNO-Bestim- am 23. September 2002 in einer Kolumne: „Krieg ist die
mungen - selbst wenn der UN-Sicherheitsrat die USA dazu Gesundheit eines Staates. So sagt es das Sprichwort. Krieg
ermächtigen sollte. Denn in Artikel 51 steht ausdrücklich, beginnt in jedem Fall damit, daß der Staat mehr Macht erhält.
daß eine Nation nur dann einen Erstschlag ausführen darf, Diese zusätzliche Machtfülle führt immer zu einem Verlust
wenn sie nachweislich militärisch angegriffen wird. Das von Freiheit. Viele der schlimmsten Regierungsprogramme
aber hat der Irak bis heute nicht getan. Phyllis Bennis vom des 20. Jahrhunderts wurden in Kriegszeiten als ,Notstand’
amerikanischen Institute for Policy Studies sagte denn auch eingeführt und danach nie mehr abgeschafft. Krieg und über-
Ende August 2002: „Wenn wir sind, was wir zu sein vorge- mächtige Regierungen gehen Hand in Hand. Wir aber sollten
ben - nämlich ein Rechtsstaat -, dann können wir nicht selber für Frieden und Freiheit kämpfen.“
(gekürzt aus »ZeitenSchrift« Nr. 36/2002, Balwil, Schweiz)
wie ein Schurkenstaat handeln. Wenn wir Internationales
Recht nicht anerkennen, wie können wir dann erwarten, daß
es andere Nationen tun?“
"Auf dem Stundenplan"
Und Scott Ritter fügte hinzu: „Wir haben es in den USA Folge 35, Unabhängige Nachrichten 1/2003
zugelassen, daß eine kleine Clique die Politik der Nationa- UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
len Sicherheit fremdbestimmt, um ihre eigenen, ideologisch www.aufdemstundenplan.de
genährten, politischen Ziele durchzusetzen. Das ist kein Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Kriegsgrund.“ Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spendeneingang
aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht. Bitte fordern
Das sehen George Bush, Dick Cheney und ihre Mitstreiter Sie einen Überweisungsträger für das zur Zeit gültige
ganz anders. Diese neokonservativen Falken teilen die ge- Spendenkonto an. Die auf den älteren Folgen angegebenen
meinsame Ansicht, „daß nämlich Amerika unerschrocken Bankverbindungen wurden von den Banken im Rahmen des
seine militärische Macht einsetzen soll - und zwar frühzeitig »Aufstandes der Anständigen gegen rechts« gekündigt.
und häufig - um seine Interessen und Werte voranzutreiben.“ Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
UN - Unabhängige Nachrichten 5/2003 - Seiten 5 - 6

Auf dem Stundenplan


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Der Irak-Krieg und das Völkerrecht:

»Angriffskrieg ist ein Verbrechen


gegen den Weltfrieden«
Resolution 3314 Lesen Sie aufmerksam die Definition der
der Generalversammlung der Begriffe Aggression und Angriffskrieg (Arti-
Vereinten Nationen vom 14.12.1974: kel 1 - 5), wie sie von der Generalversamm-
lung der Vereinten Nationen verabschiedet
Die Generalversammlung,
worden ist.
aufgrund der Tatsache, daß es eines der grund-
legenden Zwecke der Vereinten Nationen ist, den Bilden Sie sich aufgrund dieser Definition
Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu ein Urteil zur Frage der Recht- oder Un-
wahren und wirksame Kollektivmaßnahmen zu rechtmäßigkeit des US-Krieges gegen den
treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten Irak.
und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Bewerten Sie im Lichte dieser UNO-Reso-
Friedensbrüche zu unterdrücken, lution, hier besonders Artikel 3 f, die Hal-
eingedenk dessen, daß der Sicherheitsrat gemäß tung der Bundesregierung hinsichtlich der
Artikel 39 der Charta der Vereinten Nationen fest- Gewährung von Überflugsrechten und der
stellen soll, ob eine Bedrohung oder ein Bruch des Duldung der Angriffshandlungen vom Bo-
Friedens oder eine Angriffshandlung vorliegt, und den der Bundesrepublik Deutschland aus.
daß er Empfehlungen abgeben oder beschließen
Beantragen Sie eine Projektstunde zu die-
soll, welche Maßnahmen aufgrund der Artikel 41
sem Thema und formulieren Sie Ihre Be-
und 42 zu treffen sind, um den Weltfrieden und die
internationale Sicherheit zu wahren oder wieder-
urteilung und Ihre Forderungen für Ihre
herzustellen, staatsbürgerliche und politische Arbeit in
ebenfalls eingedenk der Pflicht der Staaten aufgrund Schule und Öffentlichkeit.
der Charta, ihre internationalen Streitigkeiten durch
oder sonstiger Gewaltmaßnahmen durch einen an-
friedliche Mittel beizulegen, um den Weltfrieden,
deren Staat unter Verletzung der Charta wird, und
die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit
daß es nicht Gegenstand eines Erwerbs durch einen
nicht zu gefährden,
anderen Staat infolge solcher Maßnahmen oder de-
in der Erwägung, daß, da die Aggression die
schwerste und gefährlichste Form der unrechtmä- ren Androhung werden darf,
ßigen Gewaltanwendung ist, die wegen der durch ebenfalls unter erneuter Bestätigung der Bestim-
die Existenz von Massenvernichtungswaffen aller mungen der Erklärung über die Grundsätze des
Art geschaffenen Lage die mögliche Gefahr eines Völkerrechts für freundschaftliche Beziehungen
weltweiten Konflikts und all seiner verheerenden und Zusammenarbeit zwischen den Staaten gemäß
Folgen mit sich bringt, der Begriff Aggression zum der Charta der Vereinten Nationen,
gegenwärtigen Zeitpunkt definiert werden sollte, in der Überzeugung, daß die Annahme einer De-
unter erneuter Bestätigung der Pflicht der Staaten, finition des Begriffs Aggression im Ergebnis einen
keine Waffengewalt mit dem Ziel anzuwenden, abschreckenden Einfluß auf einen potentiellen An-
Völkern ihr Recht auf Selbstbestimmung, Freiheit greifer ausübt, die Feststellung von Angriffshand-
und Unabhängigkeit zu entziehen oder die territori- lungen und die Durchführung vereinfacht und auch
ale Unversehrtheit zu verletzen, den Schutz der Rechte und berechtigten Interessen
ebenfalls unter erneuter Bestätigung dessen, daß des Angegriffenen und die Leistung von Hilfe die-
das Hoheitsgebiet eines Staates nicht dadurch ver- sem gegenüber erleichtert,
letzt werden darf, daß es, wenn auch nur vorüber- in der Auffassung, daß, obwohl die Frage, ob eine
gehend, Gegenstand einer militärischen Besetzung Angriffshandlung begangen worden ist, unter Be-
UN 5/2003, Seite 6 Unabhängige Nachrichten - Postfach 10 17 06- D-46017 Oberhausen

rücksichtigung der Umstände jedes einzelnen Falles anderen Staat zur Verfügung gestellt hat, von die-
geprüft werden muß, es trotzdem wünschenswert sem anderen Staat dazu benutzt wird, eine Angriffs-
ist, Grundprinzipien zur Orientierung bei einer sol- handlung gegen einen dritten Staat zu begehen.
chen Feststellung aufzustellen,
nimmt folgende Definition an: ARTIKEL 4
Die obige Aufzählung der Handlungen ist nicht er-
ARTIKEL 1 schöpfend; der Sicherheitsrat kann feststellen, daß
Aggression bedeutet Anwendung von Waffenge- andere Handlungen ebenfalls eine Aggression nach
walt durch einen Staat gegen die Souveränität, die den Bestimmungen der Charta darstellen.
territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhän-
gigkeit eines anderen Staates oder auf eine andere ARTIKEL 5
mit der Charta der Vereinten Nationen nicht ver- Keine Überlegung irgendwelcher Art, ob politisch,
einbare Art und Weise, wie sie in dieser Definition wirtschaftlich, militärisch oder sonstwie, kann als
aufgeführt ist. Rechtfertigung für eine Aggression dienen. Ein
Angriffskrieg ist ein Verbrechen gegen den
ARTIKEL 2 Weltfrieden. Eine Aggression führt zu internationa-
Wendet ein Staat als erster Waffengewalt unter Ver- ler Verantwortung. Kein sich aus einer Aggression
letzung der Charta an, so stellt dies einen Beweis ergebender Gebietserwerb oder besonderer Vorteil
des ersten Anscheins für eine Angriffshandlung dar, wird als rechtmäßig anerkannt oder darf als recht-
obwohl der Sicherheitsrat gemäß der Charta zu dem mäßig anerkannt werden.
Schluß gelangen kann, daß eine Feststellung, es
sei eine Angriffshandlung begangen worden, nicht Raum für eigene Anmerkungen
gerechtfertigt wäre angesichts anderer bedeutsamer
HINWEIS: Siehe dazu auch »Auf dem Stundenplan« Folge 35,
Umstände, einschließlich der Tatsache, daß die be-
Verschwiegene Wahrheiten zum US-Aufmarsch am Golf
treffenden Handlungen oder ihre Folgen nicht von
ausreichender Schwere sind.

ARTIKEL 3
Jede der folgenden Handlungen gilt, ohne Rück-
sicht auf eine Kriegserklärung, vorbehaltlich und
entsprechend den Bestimmungen in Artikel 2 als
Angriffshandlung:
a) Die Invasion oder der Angriff durch die Streit-
kräfte eines Staates auf das Gebiet eines anderen
Staates, oder jede auch noch so vorübergehende
militärische Besetzung als Folge einer solchen
Invasion oder eines solchen Angriffs, oder jede ge-
waltsame Einverleibung des Hoheitsgebietes eines
anderen Staates oder eines Teils davon;
b) Die Beschießung oder Bombardierung des Ho-
heitsgebietes eines Staates durch die Streitkräfte
eines anderen Staates, oder die Anwendung von
Waffen jeder Art durch einen Staat gegen das Ho-
heitsgebiet eines anderen Staates;
c) Die Blockade der Häfen oder Küsten eines Staa-
tes durch die Streitkräfte eines anderen Staates;
d) Ein Angriff durch die Streitkräfte eines Staates Auf dem Stundenplan
gegen die Land-, See- oder Luftstreitkräfte oder die Folge 36, Unabhängige Nachrichten 5/2003
UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
See- und Luftflotte eines anderen Staates;
www.aufdemstundenplan.de
e) Der Einsatz von Streitkräften eines Staates, die
Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
sich im Hoheitsgebiet eines anderen Staates mit Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spendeneingang
dessen Zustimmung befinden, unter Verstoß gegen aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht. Bitte fordern
die in der Zustimmung vorgesehenen Bedingungen, Sie einen Überweisungsträger für das zur Zeit gültige
Spendenkonto an. Die auf den älteren Folgen angegebenen
oder jede Verlängerung ihrer Anwesenheit in die- Bankverbindungen wurden von den Banken im Rahmen des
sem Gebiet über das Ende der Zustimmung hinaus; »Aufstandes der Anständigen gegen rechts« gekündigt.
f) Die Handlung eines Staates, die in seiner Dul- Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
dung besteht, daß sein Hoheitsgebiet, das er einem
UN - Unabhängige Nachrichten 11/2003 · Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


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Helden unseres Volkes:


Der einzige Träger der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung

Stuka-Oberst Hans-Ulrich Rudel -


der »Adler der Ostfront«
Jugendjahre und Ausbildung
Stolz auf Kriegsverbrechen:
Hans-Ulrich Rudel wurde am 2. Juli 1916 im nie-
derschlesischen Konradswaldau als Sohn eines Andere Völker ehren nicht nur ihre
evangelischen Pastors geboren. Nach einer von ehrenhaften Soldaten, sie errichten sogar
vielen sportlichen Aktivitäten gezeichneten Jugend,
Denkmäler für Kriegsverbrecher wie den
machte er 1936 sein Abitur am Humanistischen
Schlächter Harris, der Dresden verbrennen
Gymnasium in Lauban. Am 4. Dezember 1936 trat
ließ. Im Jahre 2003 erinnern die Briten mit
einer Sondermarke an den 60. Jahrestag ihres
Terrorangriffs mit der Bombardierung der
Talsperren in Westfalen:

er als Freiwilliger in die Luftwaffe ein. Nach der


Grundausbildung und der Flugzeugführerschule
kam er, inzwischen zum Oberfähnrich befördert, im
Juni 1938 zur I. Staffel des Sturzkampfgeschwaders
168 nach Graz-Thalerhof. Am 1. Dezember 1938
wurde er zur Aufklärerschule nach Hildesheim ver-
setzt. Seine Beförderung zum Leutnant erfolgte am
1. Januar 1939.
Erste Kriegsjahre
Im Polenfeldzug flog er als Beobachter und wurde
Rudel mit der höchsten deutschen Tapferkeitsaus- am 10. November 1939 mit dem EK II ausgezeich-
zeichnung; auch die Goldene Frontflugspange mit net. Am 2. März 1940 erfolgte seine Versetzung
Anhänger 2000 und Brillanten trägt er bis Kriegsende zum Fliegerausbildungsregiment 43 nach Wien-
als einziger Schlachtflieger. Stammeersdorf, dann nach Crailsheim, wo er als
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Kanonen zur Panzerbekämpfung erprobt wurden.


In der nun folgenden Zeit wurde er zum Schrecken
der sowjetischen Panzer. Er ließ sich zu seiner alten
Einheit, dem St.G2 »Immelmann«, rückversetzen.
Am 1. April 1943 wurde er zum Hauptmann be-
fördert. Nur zwei Wochen später erhielt er das Ei-
chenlaub. Am 14. Juli 1943 wurde er Kommandeur
der III. Gruppe seines Geschwaders und am 24. Juli
1943 flog er seinen 1200. Einsatz, am 12. August
1943 bereits seinen 1300. Bis zu seinem
1500. Feindflug am 19. Oktober 1943 hatte er
bereits 60 Panzer vernichtet. Am 25. November
1943 wurde er mit den Schwertern ausgezeichnet.
Am 1. März 1944 Beförderung zum Major.
Zwölf Kameraden - sechs Stuka-Besatzungen
- rettete der von den Ostfrontlandsern genannte
»Tapferste der Tapferen« vor Gefangenschaft oder
Vor, während und nach dem Krieg mit Beinprothese ein Tod. Am 20. März 1944 landete er in feindlichem
ausgezeichneter Sportler: Rudel betrieb Zehnkampf, Gebiet, um abgeschossene Kameraden herauszu-
Skifahren, Fußball und weitere Sportarten. Hier 1943. fliegen, geriet in russische Gefangenschaft, flüchtete
Regimentsadjutant tätig wurde. Ständig schrieb er mit Schulterschuß rund 50 km durch sowjetisches
Versetzungsgesuche, weil er zu den Sturzkampfflie- Hinterland und erreichte wieder die deutschen Li-
gern wollte. nien. Bereits zwei Tage nach seiner Rückkehr flog
Nach dem Frankreichfeldzug des Jahres 1940 wurde er wieder. Am 29. März 1944, nach mehr als 1800
er zum Sturzkampf-Geschwader 168 rückversetzt. Einsätzen, erhielt er die Brillanten. Am 1. Juni 1944
1940 erfolgte auch seine Beförderung zum Ober- der 2000. Einsatz; dafür wurde er zwei Tage später
leutnant. Statt am Balkanfeldzug teilzunehmen, mit der Frontflugspange in Gold mit Brillanten
wurde er während dieser Zeit zur Ergänzungsstaffel ausgezeichnet. Am 1. August 1944 übernahm er das
nach Graz abkommandiert. Im April 1941 kam er Schlachtgeschwader 2 »Immelmann« als Kommo-
zum Sturzkampf-Geschwader nach Griechenland. dore und am 6. August 1944 schoß er seinen 300.
Panzer ab. Am l. September 1944 wurde er bereits
Kampf gegen die Sowjetunion zum Oberstleutnant befördert. Im Kreml hatte man
inzwischen 100.000 Rubel auf seinen Kopf ausge-
Mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion kam
setzt. Am 17. November 1944 verwundet, flog er
er durch einen Zufall an die Ostfront und flog am
mit einem Gipsverband weiter und erreichte am 22.
23. Juni 1941 seinen ersten Einsatz und noch drei
Dezember 1944 den 2400. Einsatz und vernichtete
weitere an diesem Tag. Am 18. Juli 1941 wurde
einen Tag später seinen 463. Panzer.
er bereits mit dem EK l und der Frontflugspange
in Gold ausgezeichnet. Im September 1941 folgte
der Ehrenpokal der Luftwaffe. Noch im selben Mit blutendem Stumpf im Kampf für die Heimat
Monat versenkte er das sowjetische Schlachtschiff Über dreißigmal durch Erdabwehr - kein einziges
»Marat«. Am 8. Dezember 1941 wurde er mit dem Mal von Jägern - abgeschossen, fünfmal verwundet,
Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Bis zum wurde der passionierte Sportler am 8. Februar 1945
Januar 1942 hatte er bereits mehr als 500 Feindflüge durch einen Flak-Volltreffer so schwer verletzt, daß
hinter sich und erhielt dafür am 6. Januar 1942 das man ihm das rechte Bein amputieren mußte. In den
Ritterkreuz von seinem Kommandierenden General letzen Kriegswochen führte er mit dem noch nicht
Freiherr von Richthofen. Im Frühjahr 1942 konnte völlig verheilten blutigen Stumpf seine Einsätze
er sich in Graz erholen und wurde danach ab Som- durch. Nach der »bedingungslosen Kapitulation«
mer 1942 über der Krim eingesetzt. Im Oktober der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 flog er
1942 flog er seinen 650. Einsatz. Am 25. November mit seiner Maschine aus Böhmen ab und landete bei
1942 führte er an einem Tag 17 Einsätze durch, den Amerikanern in Kitzingen am Main. Da hatte er
mehr als jeder Flugzeugführer im 2. Weltkrieg. Am 2.530 Feindflüge hinter sich, 519 sowjetische Panzer
10. Februar 1943 vollendete er als erster Flugzeug- und unzählige Fahrzeuge, Artillerie-, Pak- und Flak-
führer der Welt seinen 1000. Feindflug. Stellungen sowie Brücken und Panzerzüge
vernichtet. Er allein (!).
Schrecken der sowjetischen Panzerverbände Rudel kam in westalliierte Gefangenschaft und
Danach kam er zu einem Sonderkommando nach wurde im April 1946 aus dem Lazarett in Fürth
Brjansk, in dem Stukas vom Typ JU 87 mit 3,7-cm- entlassen.
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Beinprothese unzählige Sportsiege, auch gegen ge-


sunde Wettkämpfer, erringen. Als Alpinist errang er
internationale Anerkennung. Höhepunkt dieser Lei-
stungen war die Erstbesteigung des 6.920 m hohen
Llullay-Yacu in den Anden, des höchsten Vulkans
der Erde.
Mit eisernem Willen bezwang der als Industriebe-
rater tätige Rudel die schlimmsten Auswirkungen
eines Schlaganfalles, den der Alkohol- und Nikotin-
gegner beim Skitraining 1970 erlitt - getreu seines
Kampfspruches, den er sich in aussichtslosen Lagen
im Krieg zueigen gemacht hatte:
»Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt!«

Anerkennung durch Freund und Feind


Am 1. Januar 1945 sagte der Oberste Befehlshaber
der Wehrmacht in Anwesenheit der Befehlshaber al-
8. Juni 1958 in Malmö, Schweden: Der Sportsmann
ler Wehrmachtsteile zum damaligen Oberstleutnant
Rudel gratuliert seinem Freund und damaligen Trai-
ner der Nationalelf Sepp Herberger zum 3:1-Sieg ge-
Hans-Ulrich Rudel:
gen Argentinien. »Sie sind der größte und tapferste Soldat, den das
deutsche Volk hat und je gehabt hat. Ich habe mich
Die Nachkriegsjahre daher entschlossen, eine neue - nun allerhöchste -
Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangen- Tapferkeitsauszeichnung zu schaffen, das Goldene
schaft baute Rudel in Coesfeld ein Fuhrunterneh- Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Rit-
men auf, ehe er 1948 nach Argentinien auswander- terkreuz des Eisernen Kreuzes. Ich verleihe es ihnen
te. Er kehrte aber 1951 nach Deutschland zurück. hiermit und befördere sie gleichzeitig zum Oberst.«
Oberst Rudel, schon vor dem Kriege ein erfolgrei- »Rudel ersetzt alleine eine ganze Division!«, sagte
cher Sportler, konnte in den Nachkriegsjahren trotz Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner.

Eine Fliegerfreundschaft: Rudel mit seinem einstigen Rivalen Pierre Clostermann in Bayreuth, 1968.
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Ein hochdekorierter, kriegsversehrter russischer Einige seiner Bücher, aus denen Charakter, Einsatz-
Offizier beurteilte die Leistungen seines ehemali- und Opferbereitschaft der deutschen Soldaten
gen Gegners mit den Worten: »Rudel ist der größte hervorleuchten und die der Jugend als Vorbild
Flieger, den die Geschichte kennt!« dienen könnten, wurden von der Zensurbehörde
Und Pierre Clostermann, erfolgreichster Jagdflie- »Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
ger Frankreichs, Träger höchster französischer und Schriften (BPS)« in den Jahren 1960 bis 1989
britischer Tapferkeitsauszeichnungen, schrieb im als »jugendgefährdend« indiziert, weil solche
Vorwort zu einem Buch über Rudel u.a.: Wertvorstellungen jugendliche Leser »sozialethisch
»Wie schade, daß er nicht unsere Uniform getragen verwirren« könnten.
hat!« Clostermann und Rudel verband nach dem So bleibt den Verfassern bundesdeutscher Schul-
Kriege eine enge Freundschaft, die auf gegenseiti- geschichtsbücher nichts anderes übrig, als den
ger Hochachtung vor dem kämpferischen Einsatz, Lebensweg dieses deutschen Mustersoldaten
der Leistung, Vaterlandsliebe und den charakterli- totzuschweigen. Angesichts der sich immer stei-
chen Eigenschaften beruhte. gernden Hetze gegen das deutsche Soldatentum sei
betont, daß Rudel zwar das leuchtendste Beispiel
Hans-Ulrich Rudel starb am 18. Dezember 1982 in eines deutschen Soldaten darstellt, aber durch seine
Rosenheim. In den ersten Jahren stattfindende, gro- Kriegsleistungen und Tadellosigkeit zugleich auch
ße Gedenkveranstaltungen wurden durch Polizei Zeugnis davon ablegt, wie Verhalten und Leistung
und die Gemeinde, in der er seine letzte Ruhestätte der deutschen Frontsoldaten historisch zu beurteilen
fand, im Laufe der Zeit unmöglich gemacht - die sind.
trotzdem noch heute jährlich im Stillen niedergeleg-
Bild- und Textquellen sowie für das weitere Studium:
ten Ehrenkränze werden durch die Friedhofsverwal-
Ralf Brunner: »Trotzdem - Hans-Ulrich Rudel« in »Volk in
lung ihrer Schleifen samt Inschriften beschnitten.
Bewegung«, Ausgabe 1/2001
Weil Rudel sich nach dem Kriege selbst treu Günther Just: »Stuka-Oberst Hans-Ulrich Rudel; Bilder und
blieb und sich nun politisch für sein entehrtes, Dokumente«, 6. Auflage 1977, Motorbuch Verlag Stuttgart
daniederliegendes Volk und Vaterland einsetzte, Hans-Ulrich Rudel: »Mein Kriegstagebuch - Aufzeich-
nungen eines Stukafliegers«, 2. Auflage 1987, Limes Verlag
wurde er zu Lebzeiten von den in der Bundesrepublik Niedermayer und Schlüter GmbH
tonangebenden Politikern und Medien gemieden
und noch nach seinem Tode verunglimpft:
Eine Auswahl weiterer Stundenplanfolgen, insbesondere
zur Aufarbeitung von Geschichtslügen über Deutschland:
Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete
Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart
Folge 8: Stichworte: Lusitania, Lidice, Oradour
Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
Folge 15: Katyn
Folge 16: Deutschland wollte Frieden
Folge 24: Bombenschwindel um Guernica
Folge 32: Bundesrepublik Deutschland: Souveräner
Staat oder immer noch unter Besatzungsrecht?
Alle 37 Folgen geschient mit Frontfolie und Rückpappe
anzufordern für nur 10 €uro zzgl. Porto.

Auf dem Stundenplan


Folge 37, Unabhängige Nachrichten 11/2003
UN, Postfach 400215, 44736 Bochum
www.aufdemstundenplan.de
Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
eingang aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht.
Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das zur Zeit
gültige Spendenkonto an. Die auf den älteren Folgen
angegebenen Bankverbindungen wurden von den Banken im
Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
Winter 1969: Familienvater Rudel mit Ursula und gekündigt.
Sohn Christoph. Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
UN - Unabhängige Nachrichten 5/2004 - Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


· Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher ·
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Der US-Krieg gegen den Irak wirft Fragen auf:


Waren die USA am II. Weltkrieg genau so schuldig?
Die Schuld der USA an den beiden Irak-
Kriegen dürfte mittlerweile jedem klar sein.
Die moderne Nachrichtentechnik bringt es mit sich,
daß Kriegspläne, Vorbereitungen, Kriegsursachen
und Kriegsschuld sehr schnell und weltweit bekannt
werden. Die Macht der Lügenpropaganda, mit der
die Menschen und Völker früher von den jeweiligen
Siegern über -zig Jahre einseitig desinformiert, be-
einflußt und im Sinne der Sieger umerzogen wurden,
ist durch die Unzensierbarkeit des elektronischen
Weltnetzes gebrochen worden. Nur durch diese frü-
here Medienherrschaft der Sieger ist es zu erklären,
daß sich in den Köpfen der Menschen die Allein-
kriegsschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg
festgesetzt hat.
daß er mit Leib und Seele darauf hinwirke, »die ame-
Waren die USA am Zweiten Weltkrieg rikanische Öffentlichkeit dazu zu erziehen, sich einem
völlig unschuldig? Kreuzzug gegen Hitler anzuschließen.«. (1, S. 147)
Der polnische Botschafter in Washington, Jerzy Potok-
Zuvor einige Fakten:
ki, am 9. 2. 1938 in einer Depesche nach Warschau:
Am 1. 9. 1939 marschierte die Großdeutsche Wehr- »Der Druck der einflußreichen Kreise auf Präsident
macht in Polen ein. Die Gründe dafür müssen extra Roosevelt und auf das State Department wird immer
behandelt werden, da wir uns hier auf den Schuldan- mächtiger. Sie sind gegenwärtig die Anführer einer
teil der USA beschränken. Kriegspsychose, die die ganze Welt in einen Krieg
Am 3. 9.1939 erklärten Großbritannien und Frank- stürzen und zu einer allgemeinen Katastrophe füh-
reich, zu denen damals noch ihre Kolonien in Afri- ren würde. Diese Gemütsverfassung wird immer of-
ka sowie Indien, Australien und Kanada gehör- fensichtlicher. In ihrer Definition der demokratischen
ten, Deutschland den Krieg. Damit war aus einem Staaten haben sie ebenfalls ein totales Chaos geschaf-
deutsch-polnischen Konflikt der Zweite Weltkrieg fen: Sie haben die Idee der Demokratie und des Kom-
geworden. Die USA waren offiziell noch neutral. munismus miteinander vermischt und darüber das
Banner des flammenden Hasses gegen den Nazismus
Am 7. 12. 1941 überfiel Japan die US-Pazifikflotte
gehißt. Dieser Haß ist zur Manie geworden. Er wird
in Pearl Harbor (vgl. »Auf dem Stundenplan« Folge
überall und bei jeder Gelegenheit verbreitet: in den
31). Daraufhin erklärte Deutschland gemäß seinen Theatern, den Kinos, der Presse. Die Deutschen wer-
Bündnisverpflichtungen gegenüber Japan den USA den als eine Nation dargestellt, die unter der Arroganz
den Krieg. Was aber war all dem vorausgegangen? Hitlers leben, der die ganze Welt erobern und die ge-
samte Menschheit in einen Ozean von Blut hinabstür-
Zitate zur Kriegsschuld zen will. In Gesprächen mit der Presse habe ich mich
Wir veröffentlichen nachfolgend ohne jeden Kom- wiederholt gegen die unerbittliche und überzeugte
mentar Zitate zu diesem Thema und hoffen, damit Auffassung verwahrt, daß Krieg unvermeidlich sei.
zum Nachdenken anzuregen. Den Schuldanteil Diese internationalen Kräfte nützen jede Art von Pro-
anderer Mächte, die Deutschland schon 1933 den paganda aus, gegen jede Tendenz hinsichtlich einer Be-
Krieg erklärten (vgl. »Auf dem Stundenplan« Folge reinigung und Verständigung zwischen den Nationen
14) klammern wir hier aus, um uns auf die Rolle der zu opponieren. Auf diese Weise wächst ständig aber
USA zu konzentrieren. sicher in der öffentlichen Meinung die Überzeugung,
daß die Deutschen und ihre Satelliten in der Form des
US-Präsident Franklin D. Roosevelt schrieb Anfang Faschismus Feinde sind, die von der „demokratischen
Februar 1938 in einem privaten Brief an Lord Elibank, Welt“ unterworfen werden müssen.« (3, S. 36)
UN 5/2004, Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen

Aus einem geheimen Schreiben des polnischen Bot- US-General Wedemeyer: »Die Kriegsvorbereitungen
schafters in den USA, Jerzy Potocki, vom 12. 1. 1939 der Regierung und ihre unfreundlichen Aktionen, die
an seinen Außenminister: darauf berechnet waren, die Achsenmächte zur Kriegs-
»Die Stimmung, die augenblicklich in den Vereinig- erklärung gegen uns zu provozieren, waren zungenfer-
ten Staaten herrscht, zeichnet sich durch einen immer tig als Maßnahmen erklärt worden, die uns aus dem
zunehmenden Haß gegen den Faschismus aus. Die Krieg heraushalten sollten, indem sie Großbritannien
Propaganda ist vor allem in antideutschen Händen, und Rußland stärkten.« ( 1 , S. 70)
ihnen gehört fast zu 100% das Radio, der Film, die Am 6. 7. 1939 faßte der Unterstaatssekretär im polni-
Presse und Zeitschriften. Die Lage hierzulande bildet schen Außenministerium, Graf Szembek, die Eindrük-
ein ausgezeichnetes Forum für alle Art Redner und für ke des aus Washington zurückgekehrten polnischen
die Emigranten aus Deutschland und der Tschecho- Botschafters, Graf Jerzy Potocki, wie folgt zusam-
slowakei, die an Worten nicht sparen, um durch die men:
verschiedensten Verleumdungen das hiesige Publikum »Im Westen gibt es allerlei Elemente, die offen zum
aufzuhetzen. (...) Es ist sehr interessant, daß in dieser Kriege treiben; die (...), die Großkapitalisten, die Rü-
sehr gut durchdachten Kampagne, die hauptsächlich stungsfabrikanten. Alle stehen heute vor einer glän-
gegen den Nationalsozialismus geführt wird, Sowjet- zenden Konjunktur, denn sie haben einen Ort gefun-
rußland fast ganz ausgeschaltet ist. Wenn es überhaupt den, den man in Brand stecken kann: Danzig; und eine
erwähnt wird, so tut man es in freundlicher Weise und Nation, die bereit ist zu kämpfen: Polen. Auf unserem
stellt die Dinge so dar, als ob Sowjetrußland mit dem Rücken wollen sie Geschäfte machen. Die Zerstörung
Block der demokratischen Staaten zusammenhinge. unseres Landes würde sie gleichgültig lassen. Im Ge-
(...) Außer dieser Propaganda wird auch noch künstlich genteil: da später alles wieder aufgebaut werden müß-
eine Kriegspsychose geschaffen: Es wird dem ameri- te, würden sie auch daran verdienen.“ (2, S. 353)
kanischen Volk eingeredet, daß der Frieden nur noch
Am 26. 8. 1939 berichtete der britische Botschafter in
an einem Faden hängt, ein Krieg sei unvermeidlich.
Washington, Lindsay, über ein Gespräch mit Roose-
Dabei wird dem amerikanischen Volk unzweideutig
velt, demzufolge der US- Präsident »angesichts der
klargemacht, daß Amerika im Falle eines Weltkrie-
Aussicht auf einen neuen Weltkrieg in Ekstase geraten
ges auch aktiv vorgehen müßte, um die Losungen von
sei.«
Freiheit und Demokratie in der Welt zu verteidigen.
Der Weg war ganz einfach, man mußte nur von der »Roosevelt versicherte Lindsay ebenfalls, er werde
einen Seite die Kriegsgefahr richtig inszenieren, die deutsche Schiffe unter falschen Vorwänden anhalten
wegen des Kanzlers Hitler über der Welt hängt, an- und sie auf Waffen hin untersuchen, so daß sie unter
dererseits mußte man ein Gespenst schaffen, das von Umständen, die man zwischen Amerika und England
einem Angriff der totalen Staaten auf die Vereinigten genau festlegen könne, den Briten mühelos in die
Staaten faselt. Das ganze Problem wird auf mysteriöse Hände fielen. Der britische Botschafter war persön-
Art bearbeitet: Roosevelt sind die Grundlagen in die lich betroffen, daß der Präsident eines so bedeuten-
Hand gegeben worden, um die Außenpolitik Amerikas den Landes heiter und erfreut über eine Tragödie sein
zu beleben und auf diesem Wege zugleich die kolos- konnte, die alle Menschheitshoffnungen zu vernichten
salen militärischen Vorräte für den künftigen Krieg zu schien. Er berichtete: „Roosevelt sprach in einem Ton
schaffen, dem die Kriegstreiber mit vollem Bewußt- fast teuflischer Freude. Ich mag mich irren, aber die
sein zustreben.“ (3, S. 36 f) ganze Geschichte kam mir vor wie ein Schulbuben-
streich.“« (2, S. 354)
Die »Washington Post« schrieb vier Monate vor
Der Marineminister der USA, James Forrestal, be-
Kriegsausbruch, am 11. April 1939:
schreibt in seinen Tagebüchern »The Forrestal Diari-
»Es ist nun Sache der Vereinigten Staaten, die Führung es« auf Seite 122 die Auffassung des US-Botschafters
in der Bekämpfung der Diktatoren zu übernehmen, sei in London, Joseph Patrick Kennedy (Vater des Präsi-
es durch Drohungen, sei es, wenn dies nicht ausreicht, denten):
durch Krieg.« (1, S. 65) »Weder die Franzosen noch die Briten würden Polen
»Wiegand, der älteste der amerikanischen Journali- zum Kriegsgrund gemacht haben, wenn nicht dauernd
sten in Europa, erzählt, daß er am 25. April 1939 zum von Washington gedrängt worden wäre. (Neither the
amerikanischen Botschafter in Paris, Bullitt, gerufen French nor the British would have made Poland a cau-
wurde, der ihm erklärte: „Der Krieg in Europa ist eine se of war, if it had not been for the constant needling
beschlossene Sache. Amerika wird in den Krieg ein- from Washington.)« »Chamberlain, sagte er (Kenne-
treten, nach Frankreich und Großbritannien.“ Dies dy), erklärte, daß Amerika und (...) England in den
wird durch die White House Papers von Harry Hop- Krieg gezwungen haben. (Chamberlain, he says, sta-
kins bestätigt, wonach Winston Churchill um dieselbe ted that America and the (...) had forced England into
Zeit zu Bernard Baruch gesagt hat: „Der Krieg kommt war.“ (1, S. 223)
nun sehr bald. Wir werden hineinsteigen und sie (die Am 10. 1. 1941 hatte Roosevelt seinen maßgeblichen
Vereinigten Staaten) werden es auch tun. Sie (Baruch) Berater Harry Hopkins in geheimer Mission nach Lon-
werden die Sache drüben machen, aber ich werde hier don entsandt, in deren Verlauf Hopkins dem britischen
aufpassen.“« (2, S. 351) Kriegspremier Winston Churchill »mit leuchtenden
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Augen und verhaltener Leidenschaft« erklärte: der US-Präsident 1941 ein umfangreiches Embargo.
»Der Präsident ist entschlossen, daß wir gemeinsam Auf einen Schlag verloren die Japaner 90 Prozent ihrer
den Krieg gewinnen. Zweifeln Sie nicht daran. Er hat Ölzufuhren und 75 Prozent ihres Außenhandels. Vor
mich hierher gesandt, um Ihnen zu sagen, daß er Sie diesem Hintergrund war der Angriff auf Pearl Harbor
um jeden Preis und mit allen Mitteln durchbringen am 7. Dezember 1941 eher ein japanischer Verzweif-
wird, gleichgültig, was ihm geschieht - es gibt nichts, lungsschlag. Er entsprach ebenso Roosevelts Kalkül
was er nicht tun wird, soweit es in seiner Macht steht.« wie die vier Tage später folgende deutsche Kriegser-
(2, S. 356) klärung an die Vereinigten Staaten.« (6)
Im März 1941 beschloß der US-Kongreß das »Pacht- Anläßlich der Besprechungen über die Atlantik-Char-
und Leihgesetz«. Dies war ein weiterer Schritt weg ta am 14. 8. 1941 - vier Monate vor Kriegseintritt der
von der Neutralität der USA: »Nur sie (die USA) hat- USA - wiederholte Roosevelt nochmals seine Vorliebe
ten die industrielle Kraft, den faschistischen Staaten für Kampfhandlungen ohne Kriegserklärung, indem er
materiell zu trotzen und sowohl die eigenen Truppen Churchill offenbarte: »Ich kann niemals Krieg erklä-
auszurüsten als auch die der bankrotten Alliierten mit ren: Ich kann Krieg machen. Wenn ich den Kongreß
dem einzigartigen Leih- und Pachtgesetz zu unterstüt- ersuchen müßte, Krieg zu erklären, würden sie dar-
zen. Das im März 1941 vom amerikanischen Kongreß über drei Monate diskutieren.« (2, S. 357)
beschlossene Leih- und Pachtgesetz bevollmächtigte »Churchill erzählt in seinen Kriegserinnerungen, daß
den US-Präsidenten, Kriegsmaterial und Lebensmittel er mit Roosevelt die Verhandlungen in etwa 2000 Pri-
an alliierte Länder zu liefern. Großbritannien und das vatbriefen im amerikanischen Geheimcode führte.
Commonwealth erhielten Waren im Wert von rund 30 Der britische Unterhausabgeordnete Emry Hughes
Milliarden Dollar, die Sowjetunion im Wert von etwa schreibt hierzu:
10 Milliarden Dollar.« (4) „Tyler Kent, der Dechiffrierbeamte der amerikani-
»Die Briten konnten Italien weitgehend allein besie- schen Botschaft in London, wurde von der Weise alar-
gen, die Amerikaner konnten Japan weitgehend allein miert, in der Churchill und Roosevelt insgeheim die
besiegen, doch weder die Anglo-Amerikaner noch die USA in den Krieg hineinmanövrierten und machte Ko-
Russen allein konnten Deutschland besiegen. Die an- pien von ihrem Schriftwechsel, um diese in die USA
glo-amerikanischen Rüstungsgüter, die seit Ende 1941 zu schicken, wo sie Staatsmännern von Nutzen sein
nach Rußland verschifft wurden, waren gewaltig: 8,5 konnten, die sich den Interventionsplänen Roosevelts
Milliarden Tonnen. Ohne sie wären Tempo und Um- widersetzten. Kent wurde ertappt, und mußte für sein
fang des Sturms der Russen von Stalingrad und Kursk Vergehen fünf Jahre in einem englischen Gefängnis
nach Berlin unmöglich gewesen.« (5) sitzen. Der amerikanische Botschafter Kennedy ver-
US-Senator Gerald P. Nye am 27. April 1941: »Wir zichtete auf Roosevelts Drängen hin, Kents Immunität
werden von denselben Mächten zum Narren gehalten, zu wahren; man mußte sicher sein, daß dieser Mann
die uns im Weltkrieg (1914-18) zum Narren gehalten während des Krieges schwieg. Dann wurde ein Gesetz
haben. Wenn wir je in diesen Krieg verwickelt angenommen, das es Kent verbot, den Inhalt dieser
werden, so wird er von den künftigen Geschichts- geheimen Botschaften nach Kriegsende zu enthüllen.“
schreibern nur mit einem Namen bezeichnet werden (1, S. 129)
„Der Krieg des Präsidenten“, weil jeder seiner Schrit- Am 5. Dezember 1941 (also zwei Tage v o r dem
te seit seiner Rede in Chicago (5. 10. 1937) auf den japanischen Angriff auf Pearl Harbor) veröffentlichte
Krieg hinlenkte.« ( 1 , S. 153) die »Chicago Tribüne« einen Artikel, den General We-
»Im Mai 1941 besetzten US-Truppen das unter däni- demeyer vollinhaltlich (als der zuständige Geheimhal-
scher Hoheit stehende Grönland, im Juli 1941 bemäch- tungsoffizier der USA) als zutreffend bestätigte. Die-
tigten sich die Amerikaner Islands. Am 11. September ser Plan sah für einen »Vorstoß zu Lande am 1. Juli
1941 (!, auch ein 11. September, UN) dann der Höhe- 1943, um die Nazis zu vernichten, Streitkräfte in Höhe
punkt antideutscher Provokationen: Roosevelt erteilte von 10.045.658 Mann vor. Es ist ein Entwurf für einen
der amerikanischen Marine und Luftwaffe den Befehl, totalen Krieg in einem noch nie dagewesenen Ausmaß
in internationalen Gewässern auf Kriegsschiffe der in mindestens zwei Ozeanen und drei Kontinenten:
Deutschen und ihrer Verbündeten zu schießen. Damit Europa, Afrika und Asien. (...) Hier bestand ein un-
stellte sich der „neutrale" US-Präsident an die Seite widerlegbares Zeugnis dafür, daß eine amerikanische
der Briten, die Deutschland am 3. September 1939 den Intervention in den Krieg geplant war und nahe bevor-
Krieg erklärt und diesen auch auf die Weltmeere getra- stand und daß Präsident Roosevelts Versprechungen,
gen hatten. Diese eindeutige Parteinahme Roosevelts uns aus dem Krieg herauszuhalten, nur Wahlkampfge-
stand im Gegensatz zu Meinungsumfragen, wonach rede war. Und ich selber war der verantwortliche Of-
sich die Mehrheit der Amerikaner keine Kriegsbeteili- fizier für die Sicherheit und absolute Geheimhaltung
gung ihres Landes wünschte. Dieses Beharren auf Neu- des Programms, dessen Aufdeckung vielleicht Ameri-
tralität wurde von Roosevelt systematisch unterlaufen ka direkt in den Krieg stürzen mochte.« (US-General
- mit dem Ziel, Deutschland und dessen Verbündete Wedemeyer, zitiert in 1, S. 153)
so lange abzuschnüren und zu provozieren, bis diese »„Towards Christian Soldiers“ - Roosevelts antifa-
zum Gegenschlag ausholen. Gegen Japan verhängte schistische Kreuzzugsflagge kostete die Amerikaner
UN 11/2003, Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06- D-46017 Oberhausen

bereits Blut, bevor sie überhaupt entrollt war: Nach Zum Angriff Japans auf Pearl Harbor schreibt »DER
dem Zusammenbruch Frankreichs öffnet Roosevelt SPIEGEL« in Nr. 45/1998, S. 46 von »Japan, das von
die amerikanischen Docks britischen Kriegsschiffen, Roosevelt in den Krieg hineingezwungen wurde.«
funken amerikanische Handelsschiffe im Atlantik die Und in 4/1999, S. 121:
Position deutscher Handelsstörer, treiben US-Kriegs- »Als Folge von Pearl Harbor erklärte Hitler einige
schiffe oder Flugzeuge als Fühlungshalter deutsche Tage später den Vereinigten Staaten den Krieg. Viele
Einheiten in das Netz der Briten, fahren US-Zivili- halten dies für seinen größten Fehler. In Wahrheit hatte
sten auf englischen Truppentransportern. Roosevelt, er keine andere Wahl: Im Atlantik herrschte seit Mo-
so formulierte es im Frühjahr 1941 ein US-Publizist, naten ein unerklärter Krieg zwischen amerikanischen
versuche „abgeblendet" über Tausende von Seemeilen und deutschen Seestreitkräften, und zu dem Zeitpunkt
dem Krieg in Europa nachzulaufen. Und so besetzten konnte Hitler seinen Vertrag mit Japan nicht einfach
die Amerikaner - für sie mitten im Frieden - zusam- verletzen.«
men mit den Briten Grönland, so enterte der US-Kreu-
zer „Omaha" den deutschen Blockadebrecher „Oden- Quellen:
wald", bis endlich nach dem japanischen Überfall auf 1) Emil Maier-Dorn: Alleinkriegsschuld - Unkenntnis oder
Pearl Harbor die USA selbst im Kriege standen.« (7) Feigheit, Kessler, Bobingen, 2. Auflage 1970
»Dazu US-General Wedemeyer: „Auf diese Weise 2) Udo Walendy: Wahrheit für Deutschland, Verlag für
würden wir Monate vor Pearl Harbor offen in den Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho, 4. Auflage
Krieg verwickelt gewesen sein, wäre es nicht Hitlers 1997
offenbarer Entschluß gewesen, sich nicht durch unsere 3) Udo Walendy: Historische Tatsachen Nr. 54, Verlag wie
kriegerischen Handlungen zur Kriegserklärung pro- oben (Worte in kursiv nach Maßgabe der bundesdeutschen
vozieren zu lassen. Roosevelt hatte den Kongreß zu Strafgesetze bereinigt)
seinen nicht mehr neutralen Handlungen hingerissen, 4) DER SPIEGEL, Hamburg, Nr. 46/1998 S. 172
indem er das Gespenst eines unerwarteten Angriffs auf 5) DER SPIEGEL, Hamburg, Nr. 4/1999, S. 122
Amerika heraufbeschwor. Wir wissen heute dank der 6) Nation und Europa, Coburg, Folge 10/2001)
erschöpfenden Durchforschung der deutschen Gehei-
7) Badische Neueste Nachrichten, 17. Dezember 1970,
marchive während des Nürnberger Prozesses, daß es
Leitartikel
niemals einen Angriffsplan auf die Vereinigten Staaten
gegeben hat. Im Gegenteil: Die ungeheure Menge der //////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
durchforschten Dokumente bewies, daß Hitler ständig Eine Auswahl weiterer Stundenplanfolgen, insbesondere
bestrebt war, den Krieg mit den Vereinigten Staaten zur Aufarbeitung von Geschichtslügen über Deutschland:
zu vermeiden. Er erklärte uns nicht den Krieg, bis er
Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete
durch sein Bündnis mit Japan dazu gezwungen wur- Folge 4: Kriegsschuld - Die unbewältigte Gegenwart
de.“ Folge 8: Stichworte: Lusitania, Lidice, Oradour
Bei dem ausgezeichneten britischen Militärhistoriker Folge 10: Lehren der Weimarer Republik
Generalmajor J. F. C. Fuller heißt es in »A Military Folge 15: Katyn
History of the Western World« 1956: „Der zweite Folge 16: Deutschland wollte Frieden
amerikanische Kreuzzug endete noch unglückseliger Folge 24: Bombenschwindel um Guernica
als der erste, und diesmal war der Unruhestifter nicht Folge 32: Bundesrepublik Deutschland: Souveräner
der deutsche Kaiser, sondern der amerikanische Staat oder immer noch unter Besatzungsrecht?
Präsident, dessen Abscheu vor dem Alle 38 Folgen geschient mit Frontfolie und Rückpappe
Nationalsozialismus und dessen Machtverlangen sein anzufordern für nur 10 €uro zzgl. Porto.
Volk in den europäischen Konflikt stürzten und ihn
auf diese Weise wieder über die Welt ausbreitete. In
den beschlagnahmten deutschen Archiven gibt es kein
Zeugnis, das die Behauptung des Präsidenten stützen
Auf dem Stundenplan
könnte, daß Hitler eine Offensive gegen die westliche Folge 38 • Unabhängige Nachrichten 5/2004
Hemisphäre plante, aber es gibt eine Fülle von Zeugnis-
UN • Postfach 400215 • 44736 Bochum
sen, daß er gerade dies vermeiden wollte, bis Amerika
in den Krieg eintrat. Nachdem es durch äußerste Pro- www.aufdemstundenplan.de
vokationen nicht gelungen war, Deutschland dazu zu
bringen, Krieg gegen uns zu führen, und nachdem dank Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
der Entschlossenheit der großen Mehrheit des amerika-
eingang aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht.
nischen Volkes, nicht aktiv in den Kampf einzugreifen,
Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das z. Zt.
keine Aussicht bestand, daß der Kongreß den Krieg er- gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen dieser
klären würde, wandte sich Roosevelt dem Pazifik zu. Serie angegebenen Konten wurden von den Banken im
Vielleicht würde Japan weniger Widerstreben zeigen, Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
denn es war möglich, diplomatischen und wirtschaftli- gekündigt.
chen Druck auszuüben, der es praktisch zwingen wür- Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
de, uns den Krieg zu erklären.“« (2, S. 360)
UN - Unabhängige Nachrichten 7/2004 • Seiten 7 - 8

Auf dem Stundenplan


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Der 20. Juli 1944 - Aufstand des Gewissens?


Fragen, die bei der jährlichen Ehrung der
Widerständler verdrängt werden.
Wieviele Frontsoldaten haben sie auf dem Gewissen?
Fakten, die zum Nachdenken anregen sollten:
Seit Eröffnung des dreißigjährigen Krieges gegen
Deutschland 1914 (Churchill und Ex-Premier Major) 1,
hatten die deutschen Regierungen ständig gegen die in-
neren und äußeren Feinde zu kämpfen.
Der gegen Hitler gerichtete Vernichtungswille der Oppo-
sition richtete sich gegen das eigene Land. Daß das auch
den kirchlichen Angehörigen des Widerstandes bewußt
war, dafür zwei Beispiele. Der Theologe Prof. Karl Barth:
„Ein nationalsozialistischer Sieg wäre für uns die denkbar
größte Niederlage, dann lieber ein verwüstetes Deutsch-
land.“ 2 Und Bonhoeffer sagte in aller Klarheit: „Aber das
Bekenntnis muß gerettet werden, auch wenn ein ganzes
Foto: Von Stauffenbergs Bombe zerstörter Raum
Volk dafür zugrunde geht (...) Ich bete für die Niederlage
meines Vaterlandes.“ 3 Sie stellten die Vernichtung des »Vorbilder? Viele der heutigen Selbst-
Vaterlandes höher, trotz der Bedrohung durch den athe- mordattentäter zeigen mehr Hingabe
istischen Bolschewismus, Zionismus und Kapitalismus, und Einsatz für ihr Volk als jemand,
mit dem jeweiligen Ziel der Weltherrschaft. 4 der eine Aktentasche abstellt und
dann schnell verschwindet, um sich
Die Attentäter um Oberst Graf v. Stauffenberg waren in an die Regierung zu setzen.«
der Mehrzahl adelige Offiziere, die es nicht verwinden (Aus einem Schüleraufsatz zum 20. Juli)
konnten, daß der „böhmische Gefreite“, wie sie ihn nann-
ten, ihnen die Befehle erteilte. Weil nur eine deutsche Attentat keine andere Haltung der Siegermächte zu er-
Niederlage dem Widerstand die Möglichkeit gab, den warten (...), so daß der (bei Hitlers Tod) unzweifelhaft
„Schlag gegen Hitler“ zu führen, konnte er erst 1944 aus- eintretende Bürgerkrieg mit schwersten blutigen Opfern
geführt werden. 5 Deutschlands Kriegsgegner hatten aber den sofortigen Zusammenbruch der Fronten und dadurch
bereits 1943 in Casablanca beschlossen, die bedingungs- die Gefangennahme und Verschleppung von noch mehr
lose Kapitulation Deutschlands zu erzwingen. 6 Daß der Millionen deutscher Soldaten und Zivilisten nach dem
Widerstand daran nichts ändern konnte war klar. Noch Osten verursacht hätte, als dies ohnehin geschah.“ 8
zwei Tage vor dem Attentat betonte Roosevelts Sonder- In einer Denkschrift für das IMT Nürnberg vom 19.
botschafter Dulles in Madrid gegenüber Otto John, daß November 1945 schrieben die Generalfeldmarschälle
die Alliierten auch nicht mit einer deutschen Putschre- v. Brauchitsch, v. Manstein, Generaloberst Halder und
gierung verhandeln würden. John hatte den Attentäter v. die Generäle Warlimont und Westphal: „Offiziere, die in
Stauffenberg noch unmittelbar vor dem Attentat darüber christlichem Glauben erzogen waren (...) finden in ihrer
informiert. Am Tage des Attentats auf Hitler kommentier- Lebensauffassung keinen Platz dafür, den Eid, den sie
te der britische Rundfunk BBC, (...) daß auch eine neue ihrem Oberbefehlshaber geschworen haben, zu brechen,
deutsche Regierung nur einen gemeinsamen Frieden mit noch gar ihn zu töten (...) Es konnte auch nicht die Aufga-
Ost und West auf der Grundlage einer bedingungslosen be der führenden Offiziere sein, der Armee das Rückgrat
Kapitulation zu erwarten habe.“ 7 zu brechen (...) Mit dem größten Jahrhundertverbrechen,
Generaladmiral Böhm urteilt über das Attentat: „Ich leh- dem Diktat von Versailles, hätten auch die Verschwörer
ne die Tat des 20. Juli ab, weil sie sachlich betrachtet von davon ausgehen müssen, daß die Alliierten 1939 zur end-
völlig falscher Beurteilung der Lage ausgeht, außen- wie gültigen Vernichtung des deutschen Volkes angetreten
innenpolitisch. Außenpolitisch war auch bei geglücktem waren.“ 9
UN 7/2004 • Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen

Und Generaloberst Guderian urteilte: „Noch niemals hat Winston Churchill führte ab 1940 England als Kriegspre-
man sich im preußisch-deutschen Reich eines Staats- mierminister. Er schloß ein Bündnis mit den Bolschewi-
oberhauptes durch Mord entledigt. Deshalb und weil es sten, wies alle deutschen Friedensangebote zurück, be-
nicht glückte, wird der 20. Juli ein ewiger Schandfleck in fahl den Bombenholocaust an der Zivilbevölkerung und
unserer Geschichte sein.“ 10 erklärte 1939: „Dieser Krieg ist Englands Krieg. Sein
Nach dem Attentat wurde durch Kontrolle der Feldpost Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“ 18 Solche Ver-
festgestellt, daß von 20.000 kontrollierten Soldaten das nichtungssprüche waren aber schon ab 1897 zu hören. 19
Attentat nur von wenigen gebilligt wurde. 11 Besonders aber auch während der beiden Weltkriege aus
Amerika und der Sowjetunion. Haben die Widerständler
Der Widerstand schreibt sich selbst einen entscheiden- das eigentlich nicht gewußt?
den Anteil an der militärischen Niederlage zu. Wieviele
Hunderttausende deutsche Soldaten im Zuge des Verrats Eine gründliche Untersuchung müßte herausarbeiten,
an allen Fronten starben, hat die Zeitgeschichte bisher um welche Motive es sich handelte und ob und wenn ja
nicht interessiert. Generalmajor v. Tresckow, einer der in welchem Umfang ein deutschfeindliches und bewußt
Hauptakteure der Verschwörung, war Generalstabschef sich mit dem Feind verschwörendes Verhalten vorlag und
der Heeresgruppe Mitte. Ähnliches vollzog sich vor und in Beziehung stand zu einer Mitgliedschaft in freimau-
während der Invasion in Frankreich und ist mit dem Na- rerischen, kirchlichen und anderen imperialistischen und
men des Hauptverschwörers General Speidel verknüpft. internationalistischen Zirkeln.
Auf Grund von Mitteilungen des Widerstandes konnte
Dulles schon im April 1944 nach Washington melden, Quellennachweise
daß deutsche Generäle an der Westfront bereit seien, die
1 Schriftwechsel zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin 1941-1945,
Landung alliierter Truppen zu erleichtern. 12 Bd. I, S. 204: Brief Churchills an Stalin vom 27. Februar 1944: Udo
Laut Widerständler Beck wurden z.B. Rückzüge von Walendy, Wahrheit für Deutsehland, S. 43; Wolfgang Popp, Wehe den
Besiegten, S. 44: Historische Tatsachen Nr. 73, S. 18,
Einheiten arrangiert, ohne die Nachbareinheiten zu un-
2 H. Grimm, Warum - woher - aber wohin, 1954, S. 417,
terrichten, die daraufhin von zwei Seiten aufgerollt und
3 F.J. Strauß, Der Mensch und der Staatsmann. 1984, S. 55,
die Reste in Gefangenschaft gerieten. So wäre es auch
4 Helmut Schröcke, Kriegsursachen - Kriegsschuld, 2001, S. 129,
durchaus möglich gewesen, die Invasion zu verhindern,
5 Fritz Becker, Stalins Blutspur durch Europa, 1995, S. 363,
wenn die Verräter die zwei in Reserve befindlichen Pan-
zerdivisionen in Marsch gesetzt hätten. 13 6 Ebd.. S. 363,
7 Udo Walendy, Europa in Flammen, 1966 und 1967, Bd. I und Bd. II,
Der Zusammenbruch der Ostfront I944 hatte das Vor- 8 Schröcke, aaO., S. 131,
dringen der Russen bis über die Elbe zur Folge und ende- 9 Ebd., S. 130,
te mit der Vertreibung von 18 Millionen Deutschen und
10 Ebd.
fast drei Millionen erlitten dabei den Tod. Der Zusam-
11 Ebd.
menbruch der Invasionsfront hatte das Vordringen der
12 Ebd., S. 131
Westalliierten bis zur Elbe zur Folge und den Bombentod
13. J.F. Taylor, Der 20. Juli 1944, Seite 781, vgl. auch: Erich Kern, Von
von einer Million Zivilisten. Bei vorsichtigen Schätzun- Versailles nach Nürnberg, S. 329,
gen muß man von 15 Millionen Nachkriegsopfern in Ost
14 Schröcke, aaO., S. 131,
und West ausgehen. l4 Am Ausmaß dieser Katastrophe
15 Ebd.
trug der Widerstand einen beträchtlichen Teil der Verant-
16 A. von Ribbentrop, "Verschwörung gegen den Frieden", Leoni, 1963,
wortung. 15 S. 415,
Hierzu eine Bemerkung des britischen Politikers Vansit- 17 Schröcke, aaO., S. 132,
tard 1939: „England braucht in Deutschland keinen Se- 18 vgl. Anm. 1
cret Service mehr; die Deutschen selber kommen ja in 19 USA-Bericht, 12/2000
Scharen zu uns und erzählen uns alles“. 16 Der Präsident
der zionistischen Weltorganisation Chaim Weizmann
formulierte, daß „das trojanische Pferd in der Festung Auf dem Stundenplan
des Feindes“ der Widerstand war, d.h. der verlängerte Folge 39 • Unabhängige Nachrichten 7/2004
Arm des eigentlichen Feindes, nicht irgendwelcher ge-
gen Deutschland in den Krieg geschickter Völker, son- UN • Postfach 400215 • 44736 Bochum
dern bestimmter imperialistischer, gegen die Freiheit
und Selbstbestimmung gerichteter Hintergrundmächte, www.aufdemstundenplan.de
wie wir sie in freimaurerischen, kirchlichen und anderen Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Kreisen vorfinden. l7 Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
eingang aus dem Kreis der älteren Leser dies ermöglicht.
Der ehemalige Bundestagspräsident Dr. E. Gerstenmai-
er, ebenfalls ein Verschwörer, hatte es zu spät erkannt. Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das z. Zt.
Er schrieb am 2 l . März 1975 in der FAZ: „Was wir im gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen dieser
Serie angegebenen Konten wurden von den Banken im
deutschen Widerstand während des Krieges nicht wirk-
Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
lich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gekündigt.
gelernt: Daß dieser Krieg schließlich nicht gegen Hitler,
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
sondern gegen Deutschland geführt wurde.“
UN • Unabhängige Nachrichten 5/2005 • Seiten 5 • 8

Auf dem Stundenplan


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Sudetenland: Der ungesühnte


und verschwiegene Völkermord
Teil I: Vorgeschichte bis 1931
1. Die Urbesiedlung »Das Sudetenland wurde 1938 durch
Bis ca. 60 v.Ztw. war Böhmen und Mähren vom Kriegsdrohung dem demokratischen Staat
keltischen Stamm der Bojer besiedelt, der nicht nur Tschechoslowakei im Münchner Abkommen
Böhmen, sondern auch Bayern seinen Namen gab. Ab abgepreßt. 1939 erfolgte die Zerschlagung Rest-
etwa 300 v.Ztw. erfolgte bereits eine Einwanderung Tschechiens. Während des Krieges wurde das
von germanischen Markomannen nach Böhmen und Dorf Lidice ohne jeden Grund von SS-Einheiten
von Quaden nach Mähren. Diese Urbesiedlung war
ausradiert. Für diese Verbrechen nahm das
durchgängig, auch wenn zwischenzeitlich Oststämme in
das Siedlungsgebiet eindrangen und sich teilweise mit tschechische Volk nach der Niederlage Nazi-
der germanischen Urbevölkerung vermischten. Aus Deutschlands spontan Rache.«
Ortsnamen, die noch aus der Zeit vor der So oder so ähnlich lesen wir heute in den Ge-
Lautverschiebung stammen, läßt sich die schichtsbüchern über das Sudetenland. Ist das die
Durchgängigkeit der Besiedlung nachweisen, z.B. Elbe Wahrheit? Wer die Vorgeschichte verschweigt, ver-
(aus »Albis«), Moldau (aus »Wild-ahwa« = Wild- breitet Halbwahrheiten, die schlimmer sind als Lügen.
Ache), Igel und Waag (Woge).(1) Es gibt dort also kein Deshalb behandeln wir hier die ganze Geschichte des
behauptetes »urslawisches Siedlungsgebiet«, die Sudetenlandes.
Gegend war von Beginn an germanisch besiedelt!
Ab etwa 1000 n.Ztw. erfolgte ein erneuter Zustrom festlegte, der sich jedoch schon auf weitaus ältere Briefe
von Siedlern von deutschem Boden aus, friedlich, auf bezog. Dort heißt es u.a.: »Ich nehme die Deutschen,
Einladung der Herzöge von Böhmen. Die Herzöge die im Burgflecken Prag leben, in meine Huld und
gewährten den Deutschen viele Freiheiten, die u.a. meinen Schutz auf und ich will, daß sie, wie sie als
Herzog Sobieslaus II. (1173-78) in einem Schutzbrief Volk verschieden sind von den Tschechen, so auch in
ihren Rechten und Gewohnheiten von den Tschechen
Auf dem Stundenplan geschieden seien. Ich gewähre daher den Deutschen,
nach dem Gesetz und Recht der Deutschen zu leben
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) (vivere secundum legem et justitiam Theutonicorum),
beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Histori- das sie seit den Zeiten meines Großvaters, des Königs
kern und Autoren hat eine Serie von Unterlagen Vratislaw (1071-1092) inne haben.«(2)
für den Schulunterricht zusammengestellt bzw.
ausgearbeitet, die den Mangel an entsprechen- 2. Neubesiedlung im 12. /l3. Jahrhundert
den Beiträgen in den Schulbüchern oder deren Ermuntert durch solche Schutzbriefe kamen viele
verfälschende Inhalte ausgleichen sollen. Deutsche ins Land, Bauern, Händler und Bergleute
v.a. aus Bayern, Franken und Sachsen. Es galt, viel
Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern
unbesiedeltes Land urbar zu machen, durch die Gründung
Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er-
von Städten Handel zu fördern und Bergbaugebiete
scheinen unter dem Titel „Auf dem Stundenplan"
zu erschließen. Die Stadtgründungen erfolgten durch
als Teil (Innenblatt) der Monatszeitschrift UN in
Deutsche, u.a. waren Prag, Brunn, Freudenthal (1215),
Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu
Troppau (um 1225), Mährisch-Neustadt (1225) deutsche
ermöglichen.
Gründungen, andere Orte wurden nach Ansiedlung
Lehrer und Schüler aller Schulformen und ande- Deutscher von König Ottokar II. zur Stadt erhoben,
rer Bildungseinrichtungen sind aufgerufen, sich darunter Hohenmauth, Kolin, Melnik, Pilsen, Brüx,
mit diesen Unterlagen, die in offiziellen Lehr- Budweis, Kaaden.(3) Die Städte unterstanden deutschem
materialien selten zu finden sind, kritisch ausein- Stadtrecht, so Eger (das nicht zu Böhmen gehörte,
anderzusetzen. sondern freie Reichsstadt war) dem Nürnberger Recht.
UN 5/2005 • Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06- D-46017 Oberhausen

Prag war bezeichnenderweise gespalten in Kleinseite Reichsgründung, was die alten Verbindungen zwischen
(mit Rolandsäule) nach Magdeburger Recht und Altstadt Böhmen und Deutschland unterbrach.
mit Nürnberger Recht.(4)
Viele Ortsnamen klingen heute noch sehr deutsch, weil
5. Die Revolution 1848 und die Folgen
es nie einen tschechischen Namen für die Orte gab, Die aufständischen Demokraten (heute würden sie wohl
z.B. deutsch (d) Warnsdorf - tschechisch (t) Varnsdorf, als »Nationalisten« diffamiert, obwohl sich jeder mit
Sternberg (d) - Sternberk (t), Winterberg (d) - Vimperk ihrem Erbe schmückt!) strebten einen Ersatz für das
(t), Rumburg (d) - Rumburk (t), Friedland (d) - Frydlant 1806 untergegangene Heilige Römische Reich Deutscher
(t) Mährisch-Schönberg (d) - Sumperk (t) usw. Nation an, um der Kleinstaaterei in Deutschland ein
Ende zu bereiten.(6) Die Deutschen Böhmens entsandten
Die Neubesiedlung endete in etwa mit den Hussiten- 33 Abgeordnete an die Nationalversammlung in der
kriegen. Frankfurter Paulskirche, die Tschechen verweigerten die
Teilnahme. Sie hielten statt dessen eine panslawistische
3. Die Hussitenkriege 1419-36 Konferenz mit russenfreundlicher Grundhaltung in Prag
Wie zuvor dargelegt, bestand die Oberschicht vor- ab. Daraus entwickelte sich der »Prager Pfingstaufstand«,
nehmlich aus Deutschen, so daß sich der Haß auf die den Feldmarschall Alfred Fürst von Windischgrätz
Obrigkeit, in jener Zeit keine seltene und manchmal am 16. Juni 1848 blutig niederschlug, nachdem seine
auch eine berechtigte Erscheinung, auf alles Deutsche Frau von einem panslawistischen Terroristen ermordet
übertrug. Hierzu trugen vor allem die Forderungen worden war.
des Johann (Jan) Hus bei, die wir heute wohl als
»fundamentalistisch« einstufen würden. Sie erinnern Die Niederschlagung des Aufstandes trug zu einer
übrigens auffallend an die Ansichten von US- Verschärfung der Spannungen zwischen Deutschen
Amerikanern, sogenannten »Kreationisten«, die etwa und Tschechen bei, wie sie z.B. in den Prager Unruhen
50% der US-Bevölkerung stellen und die Bibel und des 28. November 1897 zum Ausbruch kamen. Die
die darin enthaltene Schöpfungsgeschichte für ein Tschechen wollten deutschen Studenten in Prag das
»Geschichtsbuch« halten. Auch diese Leute lehnen Tragen der Verbindungsfarben verbieten. Man warf
wie Hus die Wissenschaft ab. Ein Bericht über die ihnen vor, sie »schielten« nach Deutschland. Die Stu-
Hussiten lautet: »Der Haß der dumpfen Masse gegen denten antworteten darauf mit dem Trutzlied:
alle Bildung und alle Kunst kam zum Ausdruck. Da »Wir schielen nicht, wir schauen,
predigten die Revolutionsredner, daß die Philosophie wir schauen unverwandt,
etwas Heidnisches sei, die Medizin verwerflich, (...). Die wir schauen voll Vertrauen
Universität [Prag war die erste deutsche Universitätsstadt ins deutsche Vaterland!«(7)
überhaupt] mit ihrer Gelehrsamkeit und ihrer Würde sei
eine Stätte des Teufels, (...) alle Bilder und Statuen wären 6. Nach dem 1. Weltkrieg
unreiner Gottesdienst und sollten zerstört werden.«(5) Am 28. Oktober 1918 gründeten Abgeordnete unter
Johann Hus wurde am 6. Juli 1415 auf dem Konzil von Berufung auf das »Selbstbestimmungsrecht der
Konstanz als Ketzer verbrannt. Am 30. Mai 1416 ereilte Völker« die »Tschechoslowakei« (CSR). Dieses
seinen Vertrauten Hieronymus von Prag das gleiche Selbstbestimmungsrecht wurde den nicht-tschechischen
Schicksal. Die Hinrichtung der beiden Ketzer wurde Bevölkerungsteilen wie Ungarn, Slowaken und
zum Auslöser der Hussitenkriege, die von 1419-36 Deutschen vorenthalten. Das Verhalten vieler maß-
tobten und nicht nur Böhmen und Mähren, sondern auch geblicher Tschechen war durchaus geeignet, eine
die angrenzenden Länder Sachsen, Franken, Bayern und gewollte Vormachtstellung im Sinne einer Überordnung
Österreich verwüsteten. In jener Zeit hegen die Wurzeln der Tschechen und einer Unterordnung der Deutschen
einer gewissen Abneigung, die manche Tschechen vermuten zu lassen.
gegen das Deutschtum und bestimmte kulturelle Her-
Am 4. November 1918 verkünden sudetendeutsche
vorbringungen entwickelt haben.
Abgeordnete, daß »Deutschböhmen« und das »Sude-
4. Die Herrschaft Habsburgs tenland« (= Deutschmähren und Deutschschlesien)
Provinzen Deutschösterreichs seien, die von frei
Ab 1526 gehörten Böhmen, Mähren und Schlesien
gewählten Landesregierungen verwaltet werden. Zum
zu den Erblanden der Habsburger. Bis etwa 1700
Landeshauptmann von Deutschböhmen wurde zunächst
erfolgte die Ausdehnung des deutschen Sprach- und
der Abgeordnete Pacher gewählt, der aber nach wenigen
Siedlungsraumes in Nordböhmen nach Osten, in Mähren
Tagen zurücktrat und von Dr. Rudolf von Lodgman
und Innerböhmen dagegen wurden die Deutschen
abgelöst wurde, Landeshauptmann des Sudetenlandes
als Auswirkung der Hussitenkriege auf Sprachinseln
wurde der Abgeordnete Robert Freissler. Den
zurückgedrängt, z.B. Iglau. Diese Verteilung der Sprach-
Landesregierungen gehörten Vertreter aller politischen
gebiete blieb bis 1945 im Großen und Ganzen erhalten.
Parteien an; auch in der deutsch-österreichischen
1742 verlor Österreich den Großteil Schlesiens an Regierung zu Wien waren die Sudetendeutschen
Preußen, was den Verlust der deutschen Bevölkerungs- vertreten. Im Dezember 1918 begannen die Tschechen
mehrheit in den Böhmischen Erblanden zur Folge mit der Besetzung des deutschen Siedlungsgebietes.
hatte. 1866 erfolgte der Ausschluß Österreichs aus Erst später wurde aus Akten bekannt, daß ein Teil der
dem Deutschen Bund und 1871 die kleindeutsche führenden Männer der Entente Bedenken gegen diese
Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen UN 5/2005 • Seite 7

Einverleibung hatte und daß Benesch sie getäuscht hatte. der Völker" geschaffener Staat nicht dreieinhalb
Mit seinen Memoranden und mündlich vorgetragenen Millionen geschlossen siedelnder Menschen gegen
Lügen und Fälschungen räumte er die Widerstände der ihren Willen und ohne sie zu befragen sich einverleiben
britischen und amerikanischen Diplomaten aus dem durfte, brachte die Friedenskonferenz das Kunststück
Weg, um zu den »historischen Grenzen« zu kommen.(8) zustande, der Tschechoslowakei aufgrund des
Benesch selbst schreibt dazu: »Da ich die Gefahren Selbstbestimmungsrechts die slowakischen Gebiete
unserer Lage kannte und nicht wußte, womit die in Prag Ungarns, aufgrund eines angemaßten historischen
zusammengestellte Friedensdelegation nach Paris Rechts die deutschen Gebiete der Sudetenländer
kommen werde, begann ich allein die Vorbereitungen und endlich noch aufgrund nackter Gewalt einen
zur Friedenskonferenz zu treffen. Ich wollte nicht durch
Streifen rein magyarischen Landes zuzuschlagen. Den
plötzliche Entscheidungen der Großmächte überrascht
werden. Auch Masaryk forderte mich im Laufe des Jahres mißhandelten Völkern und Völkergruppen blieb nur
1918 von Zeit zu Zeit in Briefen auf, Vorbereitungen zur übrig zu protestieren. In feierlicher Weise nahmen
Konferenz zu treffen. Ich verfaßte daher schnellstens, die Vertreter Deutschböhmens und des Sudetenlandes
gleichsam improvisiert und ohne Hilfsmaterial und im österreichischen Nationalrat Abschied von den
Literatur, die meisten unserer Denkschriften, in die Deutschösterreichern, mit denen sie seit 1526 ununter-
ich alle unsere Friedensforderungen aufnahm. Als brochen in einem gemeinsamen Staatsverband
unsere Friedensdelegation eintraf, legte ich sie ihr gelebt hatten«. Der Friedenskonferenz hatten die
zur Billigung vor. Einige der Denkschriften wurden Tschechen versprochen, ihren Staat als eine »zweite
von den Mitgliedern der Delegation ergänzt, andere Schweiz« einzurichten. Da die Sudetendeutschen
richtiggestellt. Als die Friedenskonferenz sich uner- keinen gewaltsamen Versuch eines Widerstandes
wartet an die Delegationen der einzelnen Völker mit machten, wären Verhandlungen von Volk zu Volk oder
dem Ersuchen wandte, ihr schriftlich ihre Wünsche
mindestens für die Wahl einer Nationalitätenversamm-
darzulegen, übergab ich gleich am nächsten Tage fast
alles, was man brauchte. Diese Bereitschaft trug ihre lung möglich gewesen. Es drängt sich der Verdacht
Früchte bei der Lösung unserer Fragen in den Konfe- auf, daß bei der Staatsgründung seitens der Tschechen
renzkommissionen. «(9) eine Verständigung mit den nicht-tschechischen
Die Deutschen vertraten die Auffassung, das Völkern überhaupt nicht gewünscht war und statt
Selbstbestimmungsrecht stünde auch ihnen zu. Ein dessen fragwürdige historische Vorgehensweisen zur
folgenschwerer Irrtum, wie die tschechische Reaktion Grundlage zu dienen bestimmt waren. »Es gab und
zeigt! Zugleich beleuchtet diese Reaktion das gibt keine tschechoslowakische Nation, sondern nur
tschechische Verständnis von Demokratie: »Am 4. März ein tschechisches und ein slowakisches Volk, die nicht
1919 demonstrierten in sämtlichen Bezirksstädten bei- nur durch ihre Sprache, Überlieferung und Eigenart
der Sudetenprovinzen insgesamt viele hunderttausende verschieden sind, sondern auch 1918 zum ersten Mal in
Deutscher für ihr Selbstbestimmungsrecht. Den äußeren ihrer tausendjährigen Geschichte in einem Staat vereint
Anlaß boten die Wahlen zum deutschösterreichischen wurden. Immer hatten die Slowaken zu Ungarn, die
Nationalrat, an denen sich die Sudetendeutschen im Tschechen zu Böhmen und Österreich, zum Römisch-
Sinne ihrer staatsrechtlichen Erklärungen vom Herbst Deutschen Reich, gehört.«(10)
1918 hätten beteiligen müssen, was ihnen aber von der
Nur knapp die Hälfte der Staatsbevölkerung war
tschechischen Besatzungsmacht verwehrt wurde. Die
sozialdemokratische Partei hatte zum Generalstreik tschechisch. (Tschechen: 48,6%, Deutsche: 23,6%,
aufgerufen und zeichnete als Veranstalterin der Slowaken: 16,9%, Sonstige [Polen, Ukrainer u.a.]:
Kundgebung (...). In einigen Orten wurde die tsche- 10,9%).(11)
chische Besatzung nervös, in anderen hatte sie es Nach Wilsons 14 Punkten wurde die Donaumonarchie
wohl von Anfang an auf ein bewaffnetes Einschreiten aufgelöst, weil sie ein Vielvölkerstaat war und in ihre
abgesehen. In Kaaden, in Sternberg in Mähren, in nationalen Bestandteile zerfallen sollte. Nun wurde mit
Kaplitz in Südböhmen, feuerte das tschechische Militär dem Diktatfrieden ein neuer Vielvölkerstaat aus der
in die waffenlose Menge. Insgesamt 54 Todesopfer Taufe gehoben, was selbst dann noch zutrifft, wenn
sind an diesem Tage gefallen. Der sudetendeutsche man sich mit der fiktiven Staatsnation abfinden wollte,
Freiheitskampf hatte seine Blutweihe empfangen.« wogegen vor allem ein Großteil der Slowaken selbst
Ebenfalls mit Besetzungen gingen die Tschechen gegen leidenschaftlich protestiert. Nur war in Österreich keine
ungarisches Siedlungsgebiet in der Südslowakei vor. All Nation stark genug, um die anderen zu beherrschen
dies Treiben wurde nachträglich von den Siegermächten und die Verfassung erkannte grundsätzlich die
des 2. Weltkrieges legitimiert. »Obwohl sich bei einer Gleichberechtigung der Völker an, »während sich in
Völker- und staatsrechtlich einwandfreien Untersuchung der Tschechoslowakei die Tschechen anmaßten, den
ergeben hätte, daß die revolutionäre Neugründung Staat allein zu beherrschen. Sie unterschieden in ihrer
eines tschechoslowakischen Staates keinen historischen politischen Ausdrucksweise von Anfang an zwischen
Rechtsanspruch auf die alten Grenzen Böhmens, der „staatserhaltenden" Nation und den Minderheiten.
Mährens und Schlesiens einschloß und ein aufgrund der Und ein auf so viele Lügen aufgebauter Staat führte
„Vierzehn Punkte" und des „Selbstbestimmungsrechts in seinem Wappen den Spruch „Die Wahrheit siegt"!
UN 5/2005 • Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06- D-46017 Oberhausen

Auch das war eine Herausforderung der Sudeten- in die CSR. In keinem einzigen Punkt wurde den
deutschen, die sich auf Schritt und Tritt nicht nur Bitten oder Forderungen der Sudetendeutschen
tschechischer Willkür, sondern auch einer verlogenen stattgegeben.(15)
Politik gegenüber sahen.«(12)
Lutz Forster
Diese Willkür wurde unterstützt durch die Willkür der
Siegermächte, der »großen Demokratien« und »Vorbilder Quellenverzeichnis
(1)
für eine gerechte Welt«.Zu bemerken ist, daß die vgl. Emil Franzel: Sudetendeutsche Geschichte; 8. Auflage;
Deutschen im Staatsdienst meist auf niedrigere Ränge Mannheim 1987; S. 23f.
(2)
verwiesen wurden. So waren z.B. bei der Bahn die vgl. Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher
leitenden Stellen gerade mal zu 3% mit Deutschen besetzt! Interessen: Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen,
Im Jahre 1920 kam es in Österreich zu ersten München 1951, S. K.
(3)
Anschlußabstimmungen in Tirol (98,8% für Deutschland) vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 68f.
(4)
und Salzburg (99,3%). Danach wurden weitere vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 65f.
(5)
Abstimmungen auf Betreiben der Siegermächte vgl. Michael Freund, Deutsche Geschichte, München 1985,
S. 258
verhindert. Frankreich drohte mit der Einstellung der (6)
vgl. Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Kleiner
Hilfsmaßnahmen zur Bekämpfung der
Atlas zur deutschen Territorialgeschichte, 2. Auflage Bonn
Lebensmittelnot(13) und preßte somit den Österreichern
1991, S.130
den Verzicht auf das Selbstbestimmungsrecht ab. Für die (7)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 286
Sudetenländer ist dieser Vorgang insofern bedeutend, da (8)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 330
sie sich ja bereits 1918 als Provinzen Deutschösterreichs (9)
vgl. Eduard Benesch, Der Aufstand der Nationen, deutsche
konstituierten und zunächst mit Abgeordneten im Übersetzung von Camill Hoffmann, Berlin 1928, S. 687/8,
Wiener Parlament vertreten waren, bis die Tschechen die zitiert nach Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. XI
Teilnahme an den Wahlen 1919 verboten. (10)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 332f.
(11)
»Die Währungs- Wirtschafts- und Handelspolitik vgl. Hilgemann, dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Band 2,
der Tschechoslowakei begünstigte planmäßig die Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart,
tschechischen Gebiete und behandelte die sudeten- 22. Auflage, München 1987, S. 46
(12)
deutschen, wie auch die slowakischen Bezirke als vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 338
(13)
vgl. Hilgemann, a.a.O.
Kolonialgebiet.Aus ihnen wurde herausgeholt, was sich an (14)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 342f.
Steuern nur aufbringen ließ, investiert wurde aber nur dort, (15)
vgl F.P. Habel, Dokumente zur Sudetenfrage, München
wo sich tschechische Unternehmen, selbstverständlich 1984, S. 155f.
mit tschechischen Angestellten und Arbeitern, mitten im
deutschen Siedlungsgebiet niederließen.« Diese Politik
Eine Auswahl weiterer Stundenplanfolgen zu diesem oder
gipfelte in den dreißiger Jahren »in dem Erlaß des ähnlichen Themen:
tschechischen Verteidigungsministers Machnik, daß bei Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete. Verzicht oder
Rüstungsaufträgen nur Firmen mit überwiegend nicht?
tschechischer Belegschaft bedacht werden dürften. Das Folge 8: Stichworte: Lusitania, Lidice, Oradour. Vierzig und
geschah mitten in der großen Wirtschaftskrise, als in mehr Jahre danach...
einzelnen sudetendeutschen Orten zwei Drittel der Folge 9: Die Tschechen - ein »slawisches Volk«?
Bevölkerung von der Arbeitslosigkeit betroffen und große Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August
Gemeinden buchstäblich ruiniert waren, und im Zeichen 1945
einer fieberhaften Aufrüstung, als praktisch fast jeder Folge 25: Polen und Tschechien in die EU?
Staatsauftrag unter den Begriff des Rüstungsauftrages Folge 29: Deutsche Reparationszahlungen: Milliarden ohne
fiel!«(14) Buchführung!
Folge 41: Sudetenland: Der ungesühnte und verschwiegene
Von 1920 bis 1931 reichten die Sudetendeutschen ins- Völkermord, Teil II
gesamt 24 Petitionen an den Völkerbund ein. Rechtliche
Basis war Art. 14 des Minderheitenschutzvertrages vom
10.09.1919. Gegenstand der Petitionen waren die ver- Auf dem Stundenplan
schiedenartigsten Angelegenheiten, manche wurden
Folge 40 • Unabhängige Nachrichten 5/2005
mehrfach eingereicht: Verletzung der Minderheiten-
schutzbestimmung, Bitte um Selbstbestimmungsrecht, UN • Postfach 400215 • 44736 Bochum
Forderung einer Volksabstimmung, Verfahrensfragen www.AufdemStundenplan.de
des Minderheitenschutzes, Durchführung der
tschechischen Bodenreform, Verstaatlichung der Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Grenzwälder, gewaltsame Entnationalisierung durch Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
eingang aus dem Kreis unserer Leser dies ermöglicht.
tschechische Bodenreform, tschechischer Gesetzentwurf
zur Verstaatlichung und Einführung tschechischer Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das z.Zt.
gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen dieser
Sprachverordnungen in Heilbädern, tschechische
Serie angegebenen Konten wurden von den Banken im
Bodengesetzgebung, Beschlagnahme des Kurortes
Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
Karlsbad, ungenügende Finanzierung einer deutschen
gekündigt.
Hochschule, Forderung der Selbstbestimmungsrechte
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
und zuletzt mehrfach Protest gegen die Einbeziehung
UN • Unabhängige Nachrichten 6/2005 • Seiten 5 - 8

Auf dem Stundenplan


• Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher •
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen • Sonderdruck der UNABHÄNGIGE NACHRICHTEN

Sudetenland: Der ungesühnte


und verschwiegene Völkermord
Teil II: 1931 bis zur Gegenwart

7. Die Zeit bis zur Befreiung »Das Sudetenland wurde 1938 durch
Später wurde der Betrug Beneschs bei den Verhand- Kriegsdrohung dem demokratischen Staat
lungen 1919 offenbar: In der britischen Öffentlichkeit Tschechoslowakei im Münchner Abkommen
wuchs seit 1936 die Überzeugung, daß Benesch ein abgepreßt. 1939 erfolgte die Zerschlagung
Lügner, daß die Tschechoslowakei eine Fehlgründung Rest-Tschechiens. Während des Krieges
und eine Gefahr für den Weltfrieden sei und nur durch wurde das Dorf Lidice ohne jeden Grund von
wesentliche Zugeständnisse an die Sudetendeutschen SS-Einheiten ausradiert. Für diese
diese Gefahr beseitigt werden könne.(16)(17) Verbrechen nahm das tschechische Volk
Der Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche nach der Niederlage Nazi-Deutschlands
Reich am 13. März 1938 änderte die strategische Lage spontan Rache.«
der CSR vollständig, da die teuren Verteidigungsan- So oder so ähnlich lesen wir heute in den Ge-
lagen gegenüber Deutschland nun sinnlos wurden. schichtsbüchern über das Sudetenland. Ist das
Sie hätten einfach über Deutschösterreich umgangen die Wahrheit? Wer die Vorgeschichte
werden können. Hinzu kamen die Wahlergebnisse: verschweigt, verbreitet Halbwahrheiten, die
»Bei den Gemeinderatswahlen am 22. Mai und den schlimmer sind als Lügen. Deshalb behandeln
Wahlen an den folgenden Sonntagen erhielt die SdP wir hier die ganze Geschichte des
mehr als 90 v. H. der deutschen Stimmen. Es war der Sudetenlandes.
größte Wahlsieg, den je eine Partei in einer freien Ab-
stimmung erzielt hatte. Er war um so eindrucksvoller, Unter diesen Eindrücken und der aufkommenden
als man ihn unter den (...) Bajonetten der tschechi- Kriegsgefahr entsandte die britische Regierung ei-
schen Armee errungen hatte.«(18) nen Beobachter nach Prag, der in Wirklichkeit nichts
anderes als »ein Treuhänder und Schiedsrichter war.
London übte auf Benesch einen Druck aus, (...). Er
Auf dem Stundenplan gab nicht ohne Bedenken nach; er wußte, daß er da-
mit auf die Souveränität seines Staates bereits ver-
- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher -
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) zichtete. So erschien unter Führung Lord Runcimans
beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Histori- (...) eine britische Delegation, die (...) in erstaunlich
kern und Autoren hat eine Serie von Unterlagen kurzer Zeit nachholte, was der Westen zwanzig Jah-
für den Schulunterricht zusammengestellt bzw. re lang versäumt hatte. Sie gewann ein umfassendes
ausgearbeitet, die den Mangel an entsprechen- Bild von den Lügen und Betrügereien Beneschs und
den Beiträgen in den Schulbüchern oder deren seiner Anhänger, von dem wirtschaftlichen Kampf ge-
verfälschende Inhalte ausgleichen sollen. gen das Sudetendeutschtum (...), von der Geduld und
Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Disziplin der Deutschen, aber auch von der Tatsache,
Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er- daß diese Geduld nun erschöpft war und daß bei den
scheinen unter dem Titel „Auf dem Stundenplan" Sudetendeutschen ein unüberwindliches Mißtrauen
als Teil (Innenblatt) der Monatszeitschrift UN in gegen die Tschechen bestand. Runciman selbst traute
Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu offensichtlich dem tschechischen Regime auch keine
ermöglichen. Vertragstreue zu. Er kam zu dem Schluß, daß die Los-
Lehrer und Schüler aller Schulformen und ande- trennung der sudetendeutschen Gebiete von der Tsche-
rer Bildungseinrichtungen sind aufgerufen, sich choslowakei die einzige vernünftige Lösung sei.«(19)
mit diesen Unterlagen, die in offiziellen Lehr- In der Folgezeit kam es wiederholt zu schweren Zu-
materialien selten zu finden sind, kritisch ausein- sammenstößen, bei denen die Regierung in zahlrei-
anderzusetzen. chen Bezirken das Standrecht verhängte. Von Asch
UN 6/2005 • Seite 6 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06- D-46017 Oberhausen

aus erging Henleins berühmter Aufruf: »Wir wol- So brach die alleine nicht lebensfähige Resttschechei
len heim ins Reich!« Dem Haftbefehl entzogen sich zusammen und unterstellte sich am 15./16. März 1939
Henlein und seine Mitarbeiter durch den Übertritt aufgrund polnischer Übergriffe dem Schutz des Deut-
nach Deutschland. Henlein rief zur Bildung des Su- schen Reiches. Das »Protektorat Böhmen und Mähren«
detendeutschen Freikorps auf, worauf Zehntausende wurde gegründet. Entgegen aller heutiger Propaganda
Sudetendeutsche über die »Grüne Grenze« gingen. erfolgte kein »Überfall« auf die Resttschechei.
Doch der Aufstand im Sudetengebiet blieb aus, nur an
wenigen Stellen kam es zu Kämpfen mit Opfern auf 9. Lidice
beiden Seiten. Die Tschechen meinten schon, sie seien Am 19. Dezember 1941 setzte ein britischer Lang-
Herren der Lage.(20)(21) streckenbomber zwei Männer ab, die wir heutzutage
Am 15. September 1938 verhandelte der britische wohl als »Terroristen« bezeichnen würden. Sie waren
Premierminister Neville Chamberlain mit Hitler auf vom britischen Geheimdienst als Mörder ausgebildet
dem Obersalzberg und versprach, sich für die Ab- wurden und verübten am 27. Mai 1942 einen Anschlag
tretung der sudetendeutschen Gebiete an das Reich auf den Reichsprotektor von Böhmen und Mähren,
einzusetzen.(22) »Die Tschechen erklärten freilich, SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, dem dieser
eine Volksabstimmung bedeute den Krieg (...) - eine wenige Tage später am 4. Juni erlag. Der Anschlag hat-
entlarvende Parole, da sie das Geständnis enthielt, te provozierende Wirkung auf die Deutschen, indem
daß ihr „demokratischer" und auf das „Selbstbe- er zwangsläufig zu Gegenschlägen motivieren mußte.
stimmungsrecht" gegründeter Staat das Urteil eines In der Folgezeit wird das Dorf Lidice als Stützpunkt
Viertels seiner Bewohner fürchten müsse (...). In den der Terroristen ausgemacht, am 10. Juni erfolgte die
frühen Morgenstunden des 21. September unterbrei- Erstürmung des Terroristennestes. Nachdem die Frau-
teten der französische und der britische Gesandte en und Kinder abgeführt worden waren, wurden die
dem tschechischen Präsidenten die Forderung ihrer verbliebenen 199 Männer als Partisanen erschossen.(27)
Regierungen, Prag möge die von mehr als 50 v. H. Auch dieses im Krieg auf beiden Seiten übliche Vorge-
von Deutschen bewohnten Gebiete der Republik an hen dient heute noch als Vorwand, um den Völkermord
Deutschland abtreten. Noch am 21. September nahm an den Sudetendeutschen zu rechtfertigen.
die tschechoslowakische Regierung das Ultimatum
ihrer Bundesgenossen an. Bemerkenswert ist, daß
10. Die Planung des Völkermordes
Deutschland in diesem Stadium nicht in Erscheinung Allgemein wird behauptet, der Völkermord an den
tritt.«(23) Dies widerlegt eindeutig die Propagandalüge Sudetendeutschen sei eine »spontane Reaktion« der
vom »Zwang Hitlers«! Bevölkerung gewesen, ungeplant und ungesteuert, um
sich für »erlittenes Unrecht« zu rächen. Dies ist, wie
»Warum sollte man die Verwirklichung jenes Prin-
die meisten Legenden, eine Lüge. Der Völkermord war
zips, auf das sich die Tschechen bei der Gründung ih-
schon lange sorgfältig geplant.
res Staates berufen hatten, als ein Unrecht ansehen?
(...) Es wäre wahrhaftig viel verlangt gewesen, hätte Schon 1941, also noch weit vor Lidice, streute Be-
man den Sudetendeutschen zumuten wollen, daß sie nesch in New York Gerüchte über eine Umsiedlung der
nun einem Staate nachtrauerten, der ihnen bis zuletzt Minderheiten(28) Dadurch aufgeschreckt, fragten die
den Anspruch auf Gleichberechtigung verweigerte, Juden nach, ob sie davon auch betroffen wären.(29) Der
sie gedemütigt, verhöhnt und immer wieder betrogen Außenminister der Exilregierung, Jan Masaryk, stellte
hatte.«(24)(25) klar, daß nur die Sudetendeutschen von der Vertreibung
Das häufig zitierte »Münchner Abkommen« regelte betroffen seien. Auch diese Zusage an die Juden wurde
entgegen aller heutiger Propaganda lediglich die Ein- nicht gehalten. Vielmehr wurden diejenigen Juden, die
zelheiten des Abzugs der Tschechen aus den deutschen sich bei der Volkszählung 1930 zur deutschen Mutter-
Gebieten, die sie bereits am 21. September im Ab- sprache bekannt hatten, wie die Sudetendeutschen be-
kommen mit England und Frankreich ohne deutsche raubt und vertrieben(30) Die geplante Austreibung der
Beteiligung abgetreten hatten. Hier übte die deutsche Sudetendeutschen war der Hauptgrund für die Tren-
Regierung Druck aus, um einen schnellen Abzug der nung der sudetendeutschen Sozialdemokraten unter
Tschechen zu erreichen, da sie zu Recht Übergriffe Wenzel Jaksch im Londoner Exil von Benesch. Jaksch
auf die Sudetendeutschen befürchtete. schreibt am 22. Juni 1942 an Benesch u.a.: »Das Pro-
gramm des Bevölkerungstransfers liegt außerhalb des
8. Nach der Befreiung Prinzips der staatsrechtlichen Kontinuität, in dessen
Die am 1. Oktober 1938 einrückenden Truppen der Namen bisher die Loyalität der demokratischen Sude-
Wehrmacht wurden von der befreiten Bevölkerung tendeutschen im Auslande von der tschechoslowaki-
mit Jubelstürmen begrüßt. Das sollte den Deutschen schen Regierung reklamiert wurde.«(31) Wie paßt also
noch zum Verhängnis werden. Auch die Abspaltung eine »spontane« Reaktion des »gerechten Volkszor-
der Slowaken, die wie die Deutschen unter der tsche- nes« zu diesen Äußerungen rund drei Jahre vor dem
chischen Herrschaft gelitten hatten, und die Grün- Beginn des Völkermords?
dung des slowakischen Staates wurde den Sudeten-
deutschen später zum Vorwurf gemacht und diente 11. Der Völkermord
als Vorwand für den Völkermord, eine Art »Dolch- Während des Krieges hatten die Tschechen keinen
stoßlegende« wurde konstruiert. nennenswerten Widerstand geleistet (obwohl sich die
Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen UN 6/2005 • Seite 7

später auftretenden Banditenhorden als »Partisanen« - der Zwang zum Treueid auf die feindliche Macht
bezeichneten) und auch keine wirksame Sabotage ge- (Art. 45), (z.B. das Aufzwingen der feindlichen
gen die deutsche Kriegswirtschaft betrieben, sie muß- Staatsangehörigkeit, wie es u.a. die Tschechen
ten entsprechend internationalem Recht auch keinen 1919 und 1945 taten),
Kriegsdienst für die Deutschen leisten.(32) Da die Su- - Kollektivstrafen (Art. 50) - diese wurden nach dem
detendeutschen nichts von den Plänen Beneschs für Kriege fast überall von den Siegern angewandt.
die Nachkriegszeit wußten, sehnten sie ein Ende der Das Londoner Abkommen vom 8. August 1945 stellt
Besatzung und die Übernahme der Polizeigewalt und fest, daß »Verletzungen des Kriegsrechts und der
Verwaltung durch die Tschechen herbei. Es gab ein Kriegsbräuche, Verschleppung der Zivilbevölkerung,
böses Erwachen.(33) Raub privaten Eigentums, Ermordung, Ausrottung,
Raub, Mord, Vergewaltigungen und Plünderungen Versklavung und andere unmenschliche Handlungen«
waren an der Tagesordnung, vor allem größere Ver- gegen das Völkerrecht verstoßen. Dieses Statut diente
mögen zogen die Verbrecher an wie Aas die Schmeiß- als Grundlage im Nürnberger Prozeß gegen Deutsche,
fliegen. So gelangte auch die Familie der späteren sollte aber nach dem Grundsatz der Rechtsgleichheit
US-Außenministerin Madeleine Albright zu ihrem für alle gelten.
Vermögen. Albright-Vater Korbel (Körbel) hatte nach
Artikel 8 der Genfer Konvention beinhaltet u.a.:
dem Kriege das beträchtliche bewegliche Vermögen
»Verbot des Verzichts auf die durch das Abkommen
(wertvolle Gemälde, Silberwaren, Schmuck u.a.) der
gewährten Rechte«, d.h. jeder Gebietsverzicht der
vertriebenen deutschen Unternehmer-Familie Ne-
BRD-Regierungen verstößt gegen Völkerrecht.
brich in seinen »Besitz« gebracht und die in Prag ge-
borene (ehemalige) US-Außenministerin weigert sich Artikel 49 der Genfer Konventionen beinhaltet das
bis heute, das geraubte Vermögen zurückzugeben.(34) Verbot von Zwangsverschickungen sowie Verschlep-
Ein klarer Beleg für die wahren Absichten der selbst- pungen. Die Besatzungsmacht darf nicht Teile ihrer
ernannten »weltweiten Kämpfer für Völkerrecht«. eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Ge-
biet verschicken.(37) Das ist nach dem Kriege millio-
Insgesamt wurden von den rund 3,5 Millionen Su-
nenfach geschehen, von keiner BRD-Regierung je-
detendeutschen über 2,3 Millionen vertrieben, über
doch angeprangert worden.
500.000 weitere wurden zum Großteil bestialisch
ermordet.(35) Die Erschießung von rund 200 tsche- 12.2. Tschechische Gesetze
chischen Personen, die offensichtlich in die Ermor- Vergleichen wir hierzu die noch heute gültigen Be-
dung des SS-Obergruppenführers Heydrich verstrickt nesch-Dekrete:
waren, vermag mitnichten ein Grund dafür zu sein,
500.000 Sudetendeutsche auf zum Teil bestialische Im Gesetz vom 8. Mai 1946 z.B. heißt es in §1, jede
Weise ums Leben zu bringen. Dies müßte auch auf Handlung, die zwischen dem »30. September 1938
Seiten der Bundesregierung einzugestehen sein. und dem 28. Oktober 1945 vollbracht wurde (...) ist
auch dann nicht widerrechtlich, wenn sie sonst laut
Der Wert des geraubten Vermögens wurde 1947 mit den geltenden Vorschriften strafbar wäre.« Das be-
19,44 Milliarden US-Dollar angegeben, gerechnet deutet einen nachträglichen Freibrief für Mord, Raub,
in Reichsmark-Werten von 1938 umgerechnet nach Vergewaltigung, Folterungen, Plünderungen usw.,
Dollarkurs von 1938. In deutscher Hand befanden ähnlich dem, den heutzutage die USA für ihre Ein-
sich nach tschechischen Statistiken von 1927 der satzgruppen erpressen.(38)
überwiegende Teil der Industrie der Tschechoslo-
Schon im ersten Benesch-Dekret vom 19. Mai 1945
wakei. Geraubt wurden den Sudetendeutschen fer-
heißt es in §2, Absatz 1: »Das Eigentum staatlich
ner 1.150.000 Hektar Wald und 1.650.000 Hektar
unverläßlicher Personen auf dem Gebiete der tsche-
landwirtschaftlichen Besitzes. In diesen Zahlen nicht
choslowakischen Republik (in den Grenzen vom
enthalten ist der deutsche Anteil am Vermögen des
20.9.1938, d. Verf.) wird gemäß der weiteren Bestim-
tschechoslowakischen Staates, der Länder und an-
mung dieses Dekretes unter nationale Verwaltung ge-
derer Selbstverwaltungskörper, der Wert der von
stellt.« Das bedeutet das staatliche Monopol auf die
Deutschen geleisteten Zwangsarbeit usw., so daß die
Beraubung der Sudetendeutschen und anderer »staat-
genannten Zahlen Niedrigst- und nicht Höchstwerte
lich unverläßlicher Personen«.(39) In der Praxis ein
darstellen.(36) Es wäre interessant, den heutigen Wert
Gummiparagraph, der jede Beraubung rechtfertigen
des Raubgutes zu ermitteln, er muß in die zig Milli-
konnte.
arden gehen!
Es folgen Dekrete vom 19. Juni 1945 (»... über die
12. Rechtliche Betrachtungen außerordentlichen Volksgerichte«, sprich Lynchju-
stiz)(40), vom 21. Juni 1945 (ȟber die Konfiskation ...
12.1. Internationale Bestimmungen des Vermögens der Deutschen, Magyaren, wie auch
In der Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907 der Verräter und Feinde des tschechischen und slo-
werden u.a. verboten: wakischen Volkes«, sprich Raub und Plünderung)(41)
- die unbeschränkte Wahl der Mittel zur Schädi- und 2. August 1945 (»Verfassungsdekret ... über die
gung des Feindes (Art. 22), Regelung der tschechoslowakischen Staatsangehö-
- Plünderungen (Art. 28), rigkeit von Personen deutscher und magyarischer
- die Einziehung von Privateigentum (Art. 46), Nationalität«). (42)
UN 6/2005 • Seite 8 Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen

12.3. BRD-Regelungen Quellenverzeichnis


(16)
Die BRD-Regierung unter der Kanzlerschaft des vgl. Emil Franzel: Sudetendeutsche Geschichte, 8. Auflage,
Verzichts- und Anerkennungspolitikers Herbert Karl Mannheim 1987, S. 377f.
(17)
Frahm (»Willy Brandt«) unterzeichnete 1972 ein Ab- vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 382
(18)
kommen mit der CSSR (»Prager Vertrag«) über die vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 389
(19)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 391
Anerkennung der bestehenden Grenzen, d.h. über die (20)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 394
Abtretung von Gebieten, die nie zur BRD gehört ha- (21)
vgl. ebenda
ben, sondern allein den Sudetendeutschen zustehen, (22)
vgl. ebenda
die darüber nie befragt wurden.(43) (23)
vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 395
(24)
Im Jahre 1997 wurde die sogenannte »Versöhnungs- vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 398f.
(25)
erklärung« von BRD und der Tschechei unterzeich- vgl. E. Franzel, a.a.O., S. 402
(27)
net. Tschechische »Opfer des Nationalsozialismus« vgl. UN, »Auf dem Stundenplan«, Folge 8
(28)
vgl. Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher
erhalten daraus Millionenzahlungen, den Sudeten-
Interessen: Dokumente zur Austreibung der Sudeten-
deutschen wird weiterhin ihr Land und ihr Eigentum deutschen, München 1951, S. XVI
vorenthalten, Entschädigungen gibt es nicht. Vertreter (29)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. XVII
der Sudetendeutschen waren für diese Verhandlungen (30)
vgl. ebenda
(31)
nicht zugelassen, das sozialistische Bruderverhältnis vgl. ebenda
(32)
zwischen den Vertreibern und dem BRD-Regime vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. XIX
(33)
wäre gestört worden. vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. XX
(34)
Artikel 25 Grundgesetz bestimmt: »Die allgemeinen vgl. Prager Volkszeitung, zitiert nach SdR-Rundschreiben
Nr. 88 vom 1.Mai 2000
Regeln des Völkerrechtes sind Bestandteil des Bun- (35)
vgl. Lexikon der Weltgeschichte, Gondrom-Verlag 1985
desrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen (36)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 553/554
Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner (37)
zitiert nach SdR-Rundschreiben
des Bundesgebietes.« (38)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 522
(39)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 525
(40)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 534ff.
(41)
Aufgaben vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 530ff.
(42)
vgl. Dokumente zur Austreibung, a.a.O., S. 542f.
Bereiten Sie entsprechende Unterlagen, v.a. die voll- (43)
vgl. Imanuel Geiss: Geschichte griffbereit; Band 5:
ständigen Gesetzestexte der Haager Landkriegsord- Staaten - die nationale Dimension der Weltgeschichte,
nung, der Genfer Konventionen sowie der Benesch- Hamburg 1987, S. 183
Dekrete vor. Erörtern Sie mit Ihren Mitschülern und
Lehrern u.a. folgende Fragen:
Eine Auswahl weiterer Stundenplanfolgen zu diesem oder
1. Gilt das Völkerrecht, festgelegt u.a. in Haager ähnlichen Themen:
Landkriegsordnung und Genfer Konvention, auch Folge 1: Deutschland und seine Ostgebiete. Verzicht oder
für Deutsche, wenn sie es nicht gewähren sollen, nicht?
sondern Anspruch auf Gewährung anmelden? Folge 8: Stichworte: Lusitania, Lidice, Oradour. Vierzig und
2. Wenn nein, warum nicht? mehr Jahre danach...
Folge 9: Die Tschechen - ein »slawisches Volk«?
3. Warum werden Menschen in der BRD, die auf Folge 22: Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August
der Einhaltung von Völkerrechtsbestimmungen 1945
für Deutsche bestehen, als »verfassungsfeindlich« Folge 25: Polen und Tschechien in die EU?
diffamiert, wo doch die »Verfassung«, das Grund- Folge 29: Deutsche Reparationszahlungen: Milliarden ohne
gesetz, in Artikel 25 den Vorrang des Völkerrechts Buchführung!
vor nationalem Recht feststellt? Folge 40: Sudetenland: Der ungesühnte und verschwiegene
Völkermord, Teil I
4. Sind die »Verfassungsfeinde« nicht vielmehr die-
jenigen, die Deutschen die sich aus dem Völker-
recht ergebenden Ansprüche vorenthalten? Auf dem Stundenplan
5. Wie »verfassungsgemäß« sind Politiker, die durch Folge 41 • Unabhängige Nachrichten 6/2005
ihr Tun gegen das Völkerrecht verstoßen, hier ins- UN • Postfach 400215 • 44736 Bochum
besondere die Anerkennung annektierter Gebiete,
verboten nach Artikel 8 der Genfer Konvention www.AufdemStundenplan.de
von 1949? Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
6. Untersuchen Sie, inwieweit die genannten Poli- Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
eingang aus dem Kreis unserer Leser dies ermöglicht.
tiker Beihilfe zum Völkermord leisten, eventuell
mit der Unterstützung durch Staatsanwälte, die Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das z.Zt.
entgegen ihrer Pflicht nicht gegen das Verbrechen gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen dieser
Serie angegebenen Konten wurden von den Banken im
vorgehen.
Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
Lutz Forster
gekündigt.
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
Auf dem Stundenplan
. Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher . 42.
FOLGE
»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen . Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

190 JAHRE
DEUTSCHE BURSCHENSCHAFT
Im Jahr 2005 feiert die Deutsche Burschenschaft Die Mitglieder wurden zum Tragen eines dreifar-
– einer der größten akademischen Dachverbände bigen Bandes verpflichtet.
– das 190. Jubiläum der Urburschenschaft. Doch
in den Medien wird man nichts zu diesem Thema Die Geschichte der Deutschen Burschenschaft be-
hören und auch von der Bundesregierung wird es ginnt allerdings erst später. Die Befreiungskriege
keine Glückwünsche geben. gegen Napoleon (1812-1815) werden in Deutsch-
land zur Geburtsstunde eines neuen Nationalge-
Dabei führt die Bundesrepublik Deutschland die fühls. Beseelt von dem Gedanken an ein einiges
burschenschaftlichen Farben als Landesfarben, Deutschland und von der Opferbereitschaft fürs
die Nationalhymne ist von einem Burschenschaf- Vaterland meldeten sich sehr viele Studenten
ter getextet worden und in ihrer demokratischen
freiwillig zum Einsatz in einem Freikorps. Das
Tradition beruft sich die Bundesrepublik auf die
wohl bekannteste und fast ausschließlich von
Revolution von 1848. Einer Revolution, bei der
Studenten gebildete Freikorps ist das Lützowsche
die Einheit Deutschlands und die Forderung nach
Freikorps. Nach dem Sieg über Napoleon bei
demokratischen Grundrechten im Mittelpunkt
standen. Daß diese Revolution von Burschen- der Völkerschlacht in Leipzig und in Waterloo
schaftern maßgeblich beeinflußt wurde, findet läßt der Wiener Kongreß die Hoffnung auf eine
heute meist keine Erwähnung mehr. Erneuerung Deutschlands allerdings unerfüllt.
Deutschland blieb zersplittert in 34 Einzelstaaten
Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über und politisch uneins. Nichtsdestotrotz drängen
die Geschichte und Ziele der Deutschen Bur- die aus dem Kriege zurückgekehrten Studenten
schenschaft geben, die zum jetzigen Zeitpunkt immer stärker auf einen nationalen und demokra-
der einzige studentische Dachverband ist, der tischen Zusammenschluß aller Studenten und na-
sich noch klar zum deutschen Volk und der deut- türlich aller Deutschen. Ausschlaggebend hierfür
schen Nation bekennt und sich selbst als politisch
sind die patriotischen Ideen von Johann Gottlieb
tätiger Dachverband definiert.
Fichte, Ludwig Jahn („Turnvater Jahn“) und Ernst
Moritz Arndt.
Die Ursprünge
Die Ursprünge der Studentenverbindungen sind so
alt wie die Universitäten selbst und lassen sich zu-
rückführen auf die im Mittelalter üblichen lands-
mannschaftlichen Gemeinschaften an den Univer-
sitäten, den sogenannten „Nationes“. Die Mitglie-
der einte die gemeinsame landsmannschaftliche
Herkunft (z.B. Thüringen, Schlesien, etc.), und sie
wohnten unter der Aufsicht von ihren Professo-
ren in Bursen (Wohngemeinschaften) zusammen.
Diese Gemeinschaften besaßen eigene Satzungen
und Vorsteher und trugen teilweise auch Abzei-
chen in den Landesfarben der jeweiligen Region.
Daraus entwickelten sich im Laufe des 18. und 19.
Jahrhunderts die heutigen Studentenverbindungen
(Burschenschaften, Landsmannschaften, Corps, Abbildung 1: Fahne der Jenaischen Burschenschaft. Rot
Turnerschaften und konfessionelle Verbände). und Schwarz mit goldenem Eichenlaub
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Die Gründung
Immer mehr Studentenverbindungen waren vom
Ziel der nationalen Einheit und der Befreiung
vom obrigkeitsstaatlichen Regime überzeugt.
So senkten am 12. Juni 1815 vor der Gaststätte
„Tanne“ in Jena Mitglieder verschiedener Stu-
dentenverbindungen die Fahnen als Zeichen
ihres Aufgehens in die neu gegründete Burschen-
schaft.
„Die Reinheit der deutschen Sprache, die
Ehrbarkeit der deutschen Sitten, die Eigenart
deutschen Brauchs, überhaupt alles zu fördern,
was Deutschland groß und stark, den deutschen
Namen rühmlich und gefürchtet machen konnte“,
war der Urburschenschaft oberstes Ziel.
Unter den elf Gründervätern der Urburschen-
schaft befanden sich neun Angehörige des
Lützowschen Freikorps, darunter auch Ernst Mo-
ritz Arndt und Ludwig Jahn. Daher wurde in An-
lehnung an den Uniformrock des Lützowschen
Freikorps als Verbindungsfarben die Farben
Schwarz-Rot-Gold gewählt. Der Wahlspruch der
Burschenschaft lautete „Gott – Ehre – Freiheit
– Vaterland“ (heute nur noch „Ehre – Freiheit
– Vaterland“). Abbildung 2: Burschenschafter-Denkmal in Jena

Im Laufe der Zeit gründen sich nach dem Vorbild 1820er Jahre ließen die Verfolgungen nach und
der Jenaischen Urburschenschaft auch andere es bildeten sich wieder Burschenschaften.
Verbindungen in Deutschland. Am 18. Oktober
1817, zur Feier des Jahrestages der Reformation Herausragende Ereignisse waren 1832 der
und der Leipziger Völkerschlacht, kamen alle Frankfurter Wachensturm bei dem Burschen-
diese Burschenschaften zum Wartburgfest zu- schafter die Kassen des Deutschen Bundes steh-
sammen, und es wurde die Allgemeine Deutsche len wollten, um eine Revolution zu finanzieren
Burschenschaft gegründet. Als Farben des Dach- (1.800 Burschenschafter wurden unter Anklage
verbandes wählte man die Farben Schwarz-Rot- gestellt), und 1848 die Deutsche Revolution.
In der von Frankreich auf Deutschland über-
Gold, die Ziele des Dachverbandes bestanden in
geschwappten Revolution standen Burschen-
der Einigkeit Deutschlands, in Rede- und Presse-
schafter in vorderster Front auf den Barrikaden
freiheit sowie Gleichheit vor dem Gesetz, in der
und die burschenschaftlichen Farben wurden
Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht und
als die „Freiheitsfarben des deutschen Volkes“
einer selbstbewußten deutschen Machtpolitik.
anerkannt. Allerdings wurde der Aufstand nie-
dergeschlagen und etliche Burschenschafter
Die weitere Entwicklung hingerichtet.
Mit ihren revolutionären nationalen Forderungen
Die Reichsgründung vom 18. Januar 1871 durch
war die Burschenschaft der Obrigkeit ein Dorn den Verbindungsstudenten Otto v. Bismarck
im Auge, und so kam es 1819 nach dem will- wurde von vielen Burschenschaften begrüßt,
kommenen Anlaß der Ermordung des Burschen- auch wenn sie eine kleindeutsche Lösung be-
schaftskritikers August von Kotzebues durch inhaltete und viele ihrer zentralen Forderungen
den Burschenschafter Karl Ludwig Sand zu den unerfüllt blieben.
berüchtigten „Karlsbader Beschlüssen“. Die Bur-
schenschaften wurden verboten – auf das Tragen 1914 erhörte die Mehrheit der Burschenschafter
des Verbindungsbandes stand die Todesstrafe wieder den Ruf des Vaterlandes und zog freiwil-
– und die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt. lig in den Krieg, so daß viele Burschenschaften
Es gelang der Obrigkeit, die Burschenschaften zu Kriegsende durch den hohen geleisteten Blut-
in den Untergrund zu zwingen. Erst Ende der zoll kurz vor ihrer Auflösung standen.
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Die Deutsche Burschenschaft einen festen Platz ein, ist aber bei weitem kein
Selbstzweck. Vielmehr stehen die Persönlich-
im Nationalsozialismus
keitsbildung der Mitglieder und der Einsatz fürs
Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg lehnte Vaterland – unabhängig von staatlichen Grenzen
die Mehrheit der Burschenschafter die Weimarer – im Mittelpunkt der Ziele des burschenschaft-
Republik ab und begrüßte den aufkommenden lichen Lebens. Da politisches Interesse bei den
Nationalsozialismus. Viele Burschenschafter sa- Mitgliedern erwartet und gefördert wird, legt
hen mit einer Blütezeit des Nationalsozialismus man in Burschenschaften Wert auf politische
auch eine Blütezeit der Burschenschaften und ih- Vortragsabende zu den verschiedensten Themen.
rer Ideale herannahen. Doch blieb das Verhältnis Aber natürlich kommt – wie die „Eingeweihten“
zum Dritten Reich zwiegespalten. wissen – auch das Feiern niemals zu kurz.
Durch verschiedene Verbote der NSDAP wurde
(nicht nur) den Burschenschaften der Nach-
wuchs entzogen. Viele Verbindungen lösten
sich 1935 selbst auf, andere gliederten sich in
den „Nationalsozialistischen Deutschen Studen-
tenbund“ (NSDStB) ein. Oft lebten burschen-
schaftliche Ideale und studentisches Brauchtum
allerdings in den gegründeten Kameradschaften
weiter, was eine Wiederbelebung der Burschen-
schaftlichen Idee nach dem Zweiten Weltkrieg
erleichterte.

Die Deutsche Burschenschaft heute


Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wur-
den die studentischen Verbindungen und damit
auch die Burschenschaften unter fadenscheini-
gen Begründungen von den Besatzungsmäch-
ten stark in ihren Tätigkeiten behindert (u.a.
„Tübinger Beschlüsse“). Trotzdem entstanden
überall wieder Burschenschaften und zum 135.
Abbildung 3: Werbung der Deutschen Burschenschaft. „Die
Jubiläum am 12. Juni 1950 gründete sich die Masse links liegen lassen“
Deutsche Burschenschaft neu. Sie besteht heute
aus über 120 Burschenschaften in der Republik Wer Mitglied in einer Burschenschaft werden
Österreich und der Bundesrepublik Deutschland möchte, muß eingeschriebener Student an einer
und hat etwa 15.000 Mitglieder. Universität oder Fachhochschule sein und dem
Bis heute ist die Deutsche Burschenschaft ihrem deutschen Kulturkreis angehören. Hinzu kommt,
Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ treu daß viele Burschenschaften ihren Mitgliedern
geblieben. Sie hat z.B. als einziger Akademiker- das Austragen mindestens einer Fechtpartie
verband immer wieder die Wiedervereinigung abverlangen. Es stellt dies ein traditionelles Zei-
angemahnt und sich nicht, wie viele Politiker, chen studentischer Wehrhaftigkeit dar und dient
dem Zeitgeist gebeugt. Viele Burschenschaf- gleichzeitig auch als Selektionskriterium: Ist das
ten zogen daraus die logische Konsequenz und neue Mitglied zur Not auch bereit, für die Ge-
gingen nach der Wiedervereinigung von West- meinschaft im wahrsten Sinne des Wortes „den
und Mitteldeutschland zurück an ihren alten Kopf hinzuhalten“? Die etwas schwer verständ-
Gründungsort in Mitteldeutschland. Ein Schritt liche Faszination, die vom Fechten ausgeht,
der mit hohem persönlichem und finanziellem werden vor allen Dingen diejenigen bestätigen
Einsatz verbunden ist. können, die zumindest einmal bei einer Fecht-
partie anwesend waren.
Das Leben als Mitglied in einer Burschenschaft
gestaltet sich sehr vielfältig und ist abhängig Wer sich, angeregt durch diesen Beitrag, in-
von den Interessen der aktiv Studierenden, die tensiver mit dem Thema auseinandersetzen
von den im Beruf stehenden Mitgliedern, den will, sei hier auf die Netzseite der Deutschen
sogenannten Alten Herren, unterstützt werden. Burschenschaft unter www.burschenschaft.de
Natürlich nimmt die Traditionspflege dabei hingewiesen.
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Enden wollen wir mit einer Strophe des Liedes Berühmte Burschenschafter:
„Wacht endlich auf!“ aus dem Allgemeinen
Deutschen Kommersbuch (studentisches Lieder- Ferdinand Porsche (1875 - 1951), Automobil-
buch): konstrukteur, Inhaber von 1230 Patenten, Kon-
strukteur des „Volkswagens“.
„Wir wollen Treue halten, Karl Mauß (1898-1959), Generalleutnant und
verachten Zank und Streit Divisionskommandeur, höchstdekorierter Bur-
und helfen mitgestalten schenschafter im Zweiten Weltkrieg (Schwerter
des Volkes Einigkeit. und Brillanten zum Ritterkreuz), Retter tausen-
Laßt, Brüder, euch nicht schrecken der Frauen und Kinder aus Danzig und Ostpreu-
ßen zu den Schiffen.
von Zwang und Tyrannei,
die sich euch nicht verdecken, Walter Flex (1887 - 1917), Schriftsteller. Wer-
wer frei sein will, wird frei!“ ke: „Wanderer zwischen beiden Welten“, ideali-
stische und nationale Gedichte.

Auf dem Stundenplan Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), Philosoph


- Ersatzblatt für fehlende oder verfälschte Schulbücher - und klassischer Philologe. Werke: „Menschli-
Eine von den Unabhängigen Nachrichten (UN) ches Allzumenschliches“, „Also sprach Zara-
beauftragte Arbeitsgruppe von Lehrern, Historikern thustra“.
und Autoren hat eine Serie von Unterlagen für den
Schulunterricht zusammengestellt bzw. ausgear- Konrad Duden (1829 - 1911), Gymnasial-Leh-
beitet, die den Mangel an entsprechenden Beiträ- rer, Wegbereiter der deutschen „Einheitsrecht-
gen in den Schulbüchern oder deren verfälschende schreibung“.
Inhalte ausgleichen sollen.
Diese Unterrichtsmaterialien zu den Fächern Heinrich von Gagern (1799 - 1880), Politiker,
Geschichte, Staatsbürgerkunde und Politik er- 1818 Mitbegründer der Allgemeinen Deutschen
scheinen unter dem Titel »Auf dem Stundenplan« Burschenschaft, erster Präsident der Frankfurter
als Teil (Innenblatt) der Monatszeitschrift UN in Nationalversammlung.
Loseblattform, um ein Sammeln und Abheften zu
ermöglichen. Heinrich von Treitschke (1834 - 1896), Histo-
Lehrer und Schüler aller Schulformen und anderer riker, politischer Publizist; 1863 Professor für
Bildungseinrichtungen sind aufgerufen, sich mit Staatswissenschaft in Freiburg, 1866 in Berlin
diesen Unterlagen, die in offiziellen Lehrmateri-
einer der wichtigsten publizistischen Mitarbei-
alien selten zu finden sind, kritisch auseinander-
zusetzen.
ter Bismarcks, 1866 Professor für Geschichte
in Kiel, 1867 in Heidelberg, 1874 in Berlin;
Folge 42, erschienen im Mai 2005 1871-1884 Reichstagsabgeordneter, Hauptwerk:
UN . Postfach 400215 . 44736 Bochum „Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert“
(1879-1894).
www.AufdemStundenplan.de
Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beila- Hans von Aufseß, (1801-1872), Historiker.
ge in Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Seine Sammlung wurde der Grundstock des von
Spendeneingang aus dem Kreis der älteren Leser
dies ermöglicht. ihm ins Leben gerufenen Germanischen Natio-
Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das nalmuseums in Nürnberg, dessen erster Direktor
z. Zt. gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen er war.
dieser Serie angegebenen Konten wurden von den
Banken im Rahmen des »Aufstandes der Anständi-
gen gegen rechts« gekündigt. Alfred Julius Becher, (1803 - 1848), Profes-
sor der Musikwissenschaft in Den Haag und
verteilt / überreicht durch: London. Musikkritiker in Wien. 1848 politisch
aktiv. Redigierte das Blatt Der Radikale. Führen-
der Kopf der Wiener Revolution. Standrechtlich
erschossen.
Karl Isidor Beck, (1817 - 1879), Stand als Ly-
riker und Epiker dem »Jungen Deutschland« und
einem revolutionären Sozialismus nahe. Schrieb
den Text zum Straußenwalzer »An der schönen
blauen Donau«. Janko, der ungarische Roßhirt,
Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
Gedichte.
UN • Unabhängige Nachrichten 5/2006 • Seiten 5 - 8

43.
Unabhängige Nachrichten . Postfach 10 17 06 . D-46017 Oberhausen UN 5/2006 . Seite 5

. Ersatzblätter für fehlende oder verfälschte Schulbücher . FOLGE


»Auf dem Stundenplan« - Beiblatt für Schülerzeitungen . Sonderdruck der UNABHÄNGIGEN NACHRICHTEN

„Was heißt eigentlich: Grundgesetz?“


Auszug aus der Rede des Abgeordneten Prof. Dr. Carlo Schmid
im Parlamentarischen Rat, 8. September 1948
Abg. Dr. Schmid (SPD): »Meine Damen und Her-
ren! (...) Worum handelt es sich denn eigentlich bei Jeweils im Mai zum Jahrestag seiner Verkün-
dem Geschäft, das wir hier zu bewältigen haben? Was dung steht das Grundgesetz der Bundesrepu-
heißt denn: „Parlamentarischer Rat“? Was heißt denn: blik Deutschland auf dem Stundenplan.
„Grundgesetz“? Wenn in einem souveränen Staat das »Das Grundgesetz ist unsere Verfassung« heißt
Volk eine verfassunggebende Nationalversammlung es sinngemäß in allen Schulbüchern und Lehr-
einberuft, deren Aufgabe klar ist, braucht nicht wei- materialien.
ter diskutiert zu werden: Sie hat eine Verfassung zu Ist es aber wirklich eine »Verfassung«, die
schaffen. Was heißt aber „Verfassung“? Eine Verfas- diesen Namen verdient? Bei der Ausarbeitung
sung ist die Gesamtentscheidung eines freien Volkes von Aufsätzen oder Referaten zum Grundge-
über die Formen und die Inhalte seiner politischen setz und zur Gründung der BRD sollte man die
Existenz. (...) Nichts steht über ihr, niemand kann sie kritischen Meinungsäußerungen von Prof. Dr.
außer Kraft setzen, niemand kann sie ignorieren. Eine Carlo Schmid nicht übergehen, die wir hier aus-
Verfassung ist nichts anderes als die in Rechtsform
schnittsweise veröffentlichen.
gebrachte Selbstverwirklichung der Freiheit eines
Volkes. Darin liegt ihr Pathos, und dafür sind die Völ- Den vollständigen Text seiner Rede senden wir
ker auf die Barrikaden gegangen. Ihnen auf Anforderung gerne zu.
Wenn wir in solchen Verhältnissen zu wirken hätten,
dann brauchten wir die Frage: worum handelt es sich Herrschaftsapparat. Staat ist für sie immer gewesen
denn eigentlich? nicht zu stellen. Dieser Begriff einer das In-die-eigene-Hand-Nehmen des Schicksals eines
Verfassung gilt in einer Welt, die demokratisch sein Volkes, Ausdruck der Entscheidung eines Volkes zu
will, die also das Pathos der Demokratie als ihr Le- sich selbst. Man muß wissen, was man will, wenn man
bensgesetz anerkennen will, unabdingbar. (...) Es kam von Staat spricht, ob den bloßen Herrschaftsapparat,
(...) die Erkenntnis zum Ausdruck, daß eine Verfas- der auch einem fremden Gebieter zur Verfügung ste-
sung in einer demokratischen Welt etwas mehr sein hen kann, oder eine lebendige Volkswirklichkeit, eine
muß als ein bloßes Reglement, als ein bloßes Organi- aus eigenem Willen in sich selber gefügte Demokra-
sationsstatut.« tie.
(Schmid führt dann aus, daß man nicht von Verfassungen spre- Ich glaube, daß man in einem demokratischen Zeit-
chen könne, wenn einer staatlichen Organisation der Charakter
des keinem fremden Willen unterworfenen Selbstbestimmtseins
alter von einem Staat im legitimen Sinne des Wortes
fehle. Es handele sich dann um eine »Organisation« und nicht nur sprechen sollte, wo es sich um das Produkt eines
um eine »Konstitution«.) frei erfolgten konstitutiven Gesamtaktes eines souve-
»Bei einer Konstitution aber ist das anders. Dort ränen Volkes handelt. Wo das nicht der Fall ist, wo
macht es einen Wesensunterschied, ob sie eigenstän- ein Volk sich unter Fremdherrschaft und unter deren
dig geschehen ist oder ob sie der Ausfluß fremden Anerkennung zu organisieren hat, konstituiert es sich
Willens ist; denn „Konstitution“ ist nichts anderes nicht – es sei denn gegen die Fremdherrschaft selbst
als das Ins-Leben-Treten eines Volkes als politischer –, sondern es organisiert sich lediglich, vielleicht sehr
Schicksalsträger aus eigenem Willen. staatsähnlich, aber nicht als Staat im demokratischen
Dies alles gilt auch von der Schaffung eines Staates. Sinn. (...) Diese Organisation als staatsähnliches
Sicher, Staaten können auf die verschiedenste Wei- Wesen kann freilich sehr weit gehen. Was aber das
se entstehen. Sie können sogar durch äußeren Zwang Gebilde von echter demokratisch legitimierter Staat-
geschaffen werden. Staat ist aber dann nichts anderes lichkeit unterscheidet, ist, daß es im Grunde nichts
als ein Ausdruck für „Herrschaftsapparat“. Aber es ist anderes ist als die Organisationsform einer Modali-
ja gerade der große Fortschritt auf den Menschen hin tät der Fremdherrschaft; denn die trotz mangelnder
gewesen, den die Demokratie getan hat, daß sie im voller Freiheit erfolgende Selbstorganisation setzt die
Staat etwas mehr zu sehen begann als einen bloßen Anerkennung der fremden Gewalt als übergeordneter
UN 5/2006 . Seite 6 Unabhängige Nachrichten . Postfach 10 17 06 . D-46017 Oberhausen

und legitimierter Gewalt voraus. Nur wo der Wille Staatsapparat identisch gewesen ist, ist der deutsche
des Volkes aus sich selber fließt, nur wo dieser Wille Staat durch die Zerschlagung dieses Herrschaftsap-
nicht durch Auflagen eingeengt ist durch einen frem- parats desorganisiert worden. Desorganisation des
den Willen, der Gehorsam fordert und dem Gehorsam Staatsapparats ist aber nicht die Vernichtung des Staa-
geleistet wird, wird Staat im echten demokratischen tes der Substanz nach. (...) Diese Auffassung, daß die
Sinne des Wortes geboren. Existenz Deutschlands als Staat nicht vernichtet und
Wo das nicht der Fall ist, wo das Volk sich lediglich in daß es als Rechtssubjekt erhalten worden ist, ist heute
Funktion des Willens einer fremden übergeordneten weitgehend Gemeingut der Rechtswissenschaft, auch
Gewalt organisiert, sogar unter dem Zwang, gewis- im Ausland. Deutschland existiert als staatliches Ge-
se Direktiven dabei befolgen zu müssen, und mit der bilde weiter. Es ist rechtsfähig, es ist aber nicht mehr
Auflage, sich sein Werk genehmigen zu lassen, ent- geschäftsfähig, noch nicht geschäftsfähig. Die Ge-
steht lediglich ein Organismus mehr oder weniger samtstaatsgewalt wird zum mindesten auf bestimmten
administrativen Gepräges. Sachgebieten durch die Besatzungsmächte, durch den
Kontrollrat im ganzen und durch die Militärbefehls-
Dieser Organismus mag alle normalen, ich möchte sa-
haber in den einzelnen Zonen ausgeübt. Durch diese
gen, „inneren“ Staatsfunktionen haben; wenn ihm die
Treuhänderschaft von oben wird der Zusammenhang
Möglichkeit genommen ist, sich die Formen seiner
aufrechterhalten. Die Hoheitsgewalt in Deutschland
Wirksamkeit und die Grenzen seiner Entscheidungs-
ist also nicht untergegangen; sie hat lediglich den
gewalt selber zu bestimmen, fehlt ihm, was den Staat
Träger gewechselt, indem sie in Treuhänderschaft
ausmacht, nämlich die Kompetenz der Kompetenzen
übergegangen ist. Das Gebiet Deutschlands ist zwar
im tieferen Sinne des Wortes, das heißt die letzte Ho-
weitgehend versehrt, aber der Substanz nach ist es
heit über sich selbst und damit die Möglichkeit zu
erhalten geblieben, und auch das deutsche Volk ist
letzter Verantwortung. (...)
– und zwar als Staatsvolk – erhalten geblieben. (...)
Was ist nun die Lage Deutschlands heute? Am 8.
Damit, daß die drei Staatselemente erhalten geblieben
Mai 1945 hat die deutsche Wehrmacht bedingungslos
sind, ist Deutschland als staatliche Wirklichkeit er-
kapituliert. An diesen Akt werden von den ver-
halten geblieben. (...) Diese Feststellung ist von einer
schiedensten Seiten die verschiedensten Wirkungen
rechtlichen Betrachtung aus unausweichlich. (...) Die
geknüpft. Wie steht es damit?
Alliierten halten Deutschland nicht nur auf Grund der
Die bedingungslose Kapitulation hatte Rechtswir- Haager Landkriegsordnung besetzt. Darüber hinaus
kungen ausschließlich auf militärischem Gebiet. trägt die Besetzung Deutschlands interventionisti-
Die Kapitulationsurkunde, die damals unterzeichnet schen Charakter. Was heißt denn Intervention? Es
wurde, hat nicht etwa bedeutet, daß damit das deut- bedeutet, daß fremde Mächte innerdeutsche Verhält-
sche Volk durch legitimierte Vertreter zum Ausdruck nisse, um die sich zu kümmern ihnen das Völkerrecht
bringen wollte, daß es als Staat nicht mehr existiert, eigentlich verwehrt, auf deutschem Boden nach ih-
sondern hatte lediglich die Bedeutung, daß den Alli- rem Willen gestalten wollen. (...)
ierten das Recht nicht bestritten werden sollte, mit der
Aber Intervention vermag lediglich Tatsächlichkei-
deutschen Wehrmacht nach Gutdünken zu verfahren.
ten zu schaffen; sie vermag nicht, Rechtswirkungen
Das ist der Sinn der bedingungslosen Kapitulation
herbeizuführen. Völkerrechtlich muß eine interven-
und kein anderer.
tionistische Maßnahme entweder durch einen vorher
Manche haben daran andere Rechtsfolgen geknüpft. geschlossenen Vertrag oder durch eine nachträgliche
Sie haben gesagt, auf Grund dieser bedingungslosen Vereinbarung legitimiert sein, um dauernde Rechts-
Kapitulation sei Deutschland als staatliches Gebilde wirkungen herbeizuführen. Ein vorher geschlossener
untergegangen. (...) Diese Ansicht ist schlechterdings Vertrag liegt nun nicht vor: die Haager Landkriegs-
falsch. ordnung verbietet ja geradezu interventionistische
Nach Völkerrecht wird ein Staat nicht vernichtet, Maßnahmen als Dauererscheinungen. So wird man
wenn seine Streitkräfte und er selbst militärisch für die Frage, ob interventionistische Maßnahmen
niedergeworfen sind. (...) Die Sieger haben (...) in von uns als „Recht“ anerkannt werden müssen, späte-
Potsdam ausdrücklich erklärt, erstens, daß kein deut- re Vereinbarungen abzuwarten haben.
sches Gebiet im Wege der Annexion weggenommen Aber kein Zweifel kann darüber bestehen, daß diese
werden soll, und zweitens, daß das deutsche Volk interventionistischen Maßnahmen der Besatzungs-
nicht versklavt werden soll. Daraus ergibt sich, daß mächte vorläufig legal sind aus dem einen Grunde,
zum mindesten aus den Ereignissen von 1945 nicht daß das deutsche Volk diesen Maßnahmen allgemein
der Schluß gezogen werden kann, daß Deutschland Gehorsam leistet. Es liegt hier ein Akt der Unterwer-
als staatliches Gebilde zu existieren aufgehört hat. fung vor – drücken wir es doch aus, wie es ist –, eine
Aber es ist ja 1945 etwas geschehen, was ganz wesent- Art von negativem Plebiszit, durch das das deutsche
lich in unsere staatlichen und politischen Verhältnisse Volk zum Ausdruck bringt, daß es für Zeit auf die Gel-
eingegriffen hat. (...) Der Machtapparat der Diktatur tendmachung seiner Volkssouveränität zu verzichten
wurde zerschlagen. Da dieser Machtapparat der Dik- bereit ist. Man sollte sich doch darüber klar sein, was
tatur durch die Identität von Partei und Staat mit dem Volkssouveränität heißt: nicht jede Möglichkeit, sich
Unabhängige Nachrichten . Postfach 10 17 06 . D-46017 Oberhausen UN 5/2006 . Seite 7

nach seinem Willen in mehr oder weniger Beschrän- man, daß die Besatzungsmächte sich eine ganze Rei-
kung einzurichten, sondern zur Volkssouveränität he von Sachgebieten und Befugnissen in eigener oder
gehört, wenn das Wort einen Sinn haben soll, auch in konkurrierender Zuständigkeit vorbehalten haben.
die Entschlossenheit, sie zu verteidigen und sich zu Es gibt fast mehr Einschränkungen der deutschen
widersetzen, wenn sie angegriffen wird! Solange das Befugnisse in diesem Dokument Nr. I als Freigaben
nicht geschieht (...), werden wir die Legalität der in- deutscher Befugnisse!
terventionistischen Maßnahmen zum mindesten für Die erste Einschränkung ist, daß uns für das Grundge-
Zeit anerkennen müssen. (...) setz bestimmte Inhalte auferlegt worden sind; weiter,
Zu den interventionistischen Maßnahmen, die die daß wir das Grundgesetz, nachdem wir es hier bera-
Besatzungsmächte in Deutschland vorgenommen ten und beschlossen haben, den Besatzungsmächten
haben, gehört unter anderem, daß sie die Ausübung zur Genehmigung werden vorlegen müssen. Dazu
der deutschen Volkssouveränität blockiert haben. An möchte ich sagen: Eine Verfassung, die ein anderer
und für sich ist die Volkssouveränität, in einem de- zu genehmigen hat, ist ein Stück Politik des Geneh-
mokratischen Zeitalter zum mindesten, der Substanz migungsberechtigten, aber kein reiner Ausfluß der
nach unvermeidbar und unverzichtbar. Ich glaube, sa- Volksouveränität des Genehmigungspflichtigen!
gen zu können, daß dies auch heute der Standpunkt Die zweite Einschränkung ist, daß uns entscheidende
der offiziellen amerikanischen Stellen ist. Aber man Staatsfunktionen versagt sind: Auswärtige Bezie-
kann die Ausübung der Volkssouveränität ganz oder hungen, freie Ausübung der Wirtschaftspolitik; eine
teilweise sperren. Das ist bei uns 1945 geschehen. Reihe anderer Sachgebiete sind vorbehalten. Legis-
(...) Nunmehr hat man uns eine weitere Schicht der lative, Exekutive und sogar die Gerichtsbarkeit sind
Volkssouveränität freigegeben. Wir müssen uns fra- gewissen Einschränkungen unterworfen.
gen: Ist das, was uns nunmehr freigegeben worden
ist, der ganze verbliebene Rest der bisher gesperrten Die dritte Einschränkung: Die Besatzungsmäch-
Volkssouveränität? Manche wollen die Frage beja- te haben sich das Recht vorbehalten, im Falle von
hen; ich möchte sie energisch verneinen. Es ist nicht Notständen die Fülle der Gewalt wieder an sich zu
der ganze Rest freigegeben worden, sondern ein Teil nehmen. Die Autonomie, die uns gewährt ist, soll also
dieses Restes. eine Autonomie auf Widerruf sein, wobei nach den
bisherigen Texten die Besatzungsmächte es sind, die
Zuerst räumlich betrachtet: Die Volkssouveränität ist,
zu bestimmen haben, ob der Notstand eingetreten ist
wo man von ihrer Fülle spricht, unteilbar. Sie ist auch
oder nicht.
räumlich nicht teilbar. Sollte man sie bei uns für räum-
lich teilbar halten, dann würde das bedeuten, daß man Vierte Einschränkung: Verfassungsänderungen
hier im Westen den Zwang zur Schaffung eines se- müssen genehmigt werden. Also: Auch die jetzt frei-
paraten Staatsvolks setzt. Das will das deutsche Volk gegebene Schicht der ursprünglich voll gesperrten
in den drei Westzonen aber nicht sein! Es gibt kein deutschen Volkssouveränität ist nicht das Ganze, son-
westdeutsches Staatsvolk und wird keines geben! Das dern nur ein Fragment.
französische Verfassungswort: La Nation une et indi- Daraus ergibt sich folgende praktische Konsequenz:
visible: die eine und unteilbare Nation bedeutet nichts Um einen Staat im Vollsinne zu organisieren, muß die
anderes, als daß die Volkssouveränität auch räumlich Volkssouveränität sich in ihrer ganzen Fülle auswir-
nicht teilbar ist. Nur das gesamte deutsche Volk kann ken können. Wo nur eine fragmentarische Ausübung
„volkssouverän“ handeln, und nicht ein Partikel da- möglich ist, kann auch nur ein Staatsfragment organi-
von. Ein Teil von ihm könnte es nur dann, wenn er siert werden. Mehr können wir nicht zuwege bringen,
legitimiert wäre, als Repräsentant der Gesamtnation es sei denn, daß wir den Besatzungsmächten gegen-
zu handeln, oder wenn ein Teil des deutschen Volkes über – was aber eine ernste politische Entscheidung
durch äußeren Zwang endgültig verhindert worden voraussetzen würde – Rechte geltend machen, die sie
wäre, seine Freiheitsrechte auszuüben. Dann wäre uns heute noch nicht einräumen wollen. Das müßte
ja nur noch der Rest, der bleibt, ein freies deutsches dann ihnen gegenüber eben durchgekämpft werden.
Volk, das deutsche Volkssouveränität ausüben könn- Solange das nicht geschehen ist, können wir, wenn
te. (...) Eine gesamtdeutsche konstitutionelle Lösung Worte überhaupt einen Sinn haben sollen, keine Ver-
wird erst möglich sein, wenn eines Tages eine deut- fassung machen, auch keine vorläufige Verfassung,
sche Nationalversammlung in voller Freiheit wird wenn „vorläufig“ lediglich eine zeitliche Bestimmung
gewählt werden können. Das setzt aber voraus entwe- sein soll. Sondern was wir machen können, ist aus-
der die Einigung der vier Besatzungsmächte über eine schließlich das Grundgesetz für ein Staatsfragment.
gemeinsame Deutschland-Politik oder einen Akt der Die eigentliche Verfassung, die wir haben, ist auch
Gewalt nach der einen oder anderen Seite. (...) heute noch das geschriebene oder ungeschriebene
Zu dieser räumlichen Einschränkung der Möglichkeit, Besatzungsstatut. (...)
Volkssouveränität auszuüben, kommt noch eine sub- Nichts ist für diesen Zustand kennzeichnender als
stantielle Einschränkung. Wenn man die Dokumente der Schluß-Satz in Dokument Nr. III, worin aus-
Nr. I und III liest, die die Militärbefehlshaber den drücklich gesagt ist, daß nach dem Beschluß des
Ministerpräsidenten übergeben haben, dann erkennt Parlamentarischen Rates und vor der Ratifikation die-
UN 5/2006 . Seite 8 Unabhängige Nachrichten . Postfach 10 17 06 . D-46017 Oberhausen

ses Beschlusses in den Ländern die Besatzungsmäch- Ich glaube, daß das Grundgesetz weiter eine Bestim-
te das Besatzungsstatut verkünden werden, damit das mung enthalten sollte, daß wir die Abtretung deutschen
deutsche Volk weiß, in welchem Rahmen seine „Ver- Gebietes ohne die Zustimmung der auf diesem Gebiet
fassung“ gilt. Wenn man einen solchen Zustand nicht wohnenden Bevölkerung nicht anerkennen. Viel-
will, dann muß man dagegen handeln wollen. Aber leicht können wir gezwungen werden, zu erleiden
das wäre dann Sache des deutschen Volkes selbst und und zu ertragen, was uns bisher hier angetan worden
nicht Sache staatlicher Organe, die ihre Akte jeweils ist. Aber man wird uns niemals zwingen können, es
vorher genehmigen lassen müssen. Damit glaube ich als Recht anzuerkennen! Weder im Westen noch im
die Frage beantwortet zu haben, worum es sich bei Osten! Das gehört zur Ehre eines Volkes und damit
unserem Tun denn eigentlich handelt. auch zur Demokratie. Eine Tyrannis kann es sich lei-
Wir haben unter Bestätigung der alliierten Vorbehalte sten, Menschen preiszugeben, eine Demokratie aber
das Grundgesetz zur Organisation der heute nicht! (...) Wir müssen dieses Grundgesetz so gestal-
ten, daß ein Gebilde föderalistischen Typs entsteht.
freigegebenen Hoheitsbefugnisse des deutschen
Man hat uns das offensichtlich im Rahmen der „Si-
Volkes in einem Teile Deutschlands zu beraten und
cherheitspolitik“ auferlegt. Während überall sonst in
zu beschließen. Wir haben nicht die Verfassung
der Welt Föderalismus Vereinigung von Getrenntem
Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir
bedeutet, will man ihn bei uns offenbar einführen, um
haben keinen Staat zu errichten. (...)
schon Geeintes wieder zu dissoziieren! (...)
Über folgende Gesichtspunkte aber sollte Einigkeit
Ich habe versucht, eine klare Definition der Wirklich-
erzielt werden können:
keit zu geben und sonst nichts. Denn nur auf einer
Erstens: Das Grundgesetz für das Staatsfragment klar definierten Wirklichkeit kann man eine Politik
muß gerade aus diesem seinen inneren Wesen aufbauen, die ihren Namen verdient. Mit Illusionen
heraus seine zeitliche Begrenzung in sich tragen. und mit Fiktionen kann man sich etwas vormachen,
Die künftige Vollverfassung Deutschlands darf eine Zeitlang vielleicht auch anderen. Man kann sich
nicht durch Abänderung des Grundgesetzes dieses ihrer vielleicht eine Zeitlang sogar als Instrumente ei-
Staatsfragments entstehen müssen, sondern muß ner Politik bedienen, aber man kann Fiktionen nicht
originär entstehen können. Aber das setzt voraus, daß zu Fundamenten einer Politik machen, nicht einmal
das Grundgesetz eine Bestimmung enthält, wonach zu Ansatzpunkten für den Hebel einzelner politischer
es automatisch außer Kraft tritt, wenn ein bestimmtes Aktionen. (...)
Ereignis eintreten wird. Nun, ich glaube, über diesen Ein geeintes demokratisches Deutschland, das seinen
Zeitpunkt kann kein Zweifel bestehen: „an dem Sitz im Rate der Völker hat, wird ein besserer Garant
Tage, an dem eine vom deutschen Volke in freier des Friedens und der Wohlfahrt Europas sein als ein
Selbstbestimmung beschlossene Verfassung in Kraft Deutschland, das man angeschmiedet hält wie einen
tritt.“ bissigen Kettenhund!« (Beifall)
Zweitens: Für das Gebiet eines echten, vollen Staates
(aufgezeichnet in „Der Parlamentarische Rat 1948-1949, Ak-
ist charakteristisch, daß es geschlossen ist, daß also ten und Protokolle“, Band 9, herausgegeben vom Deutschen
nichts hineinragen und nichts über seine Grenzen Bundestag und vom Bundesarchiv, Harald Boldt Verlag im R.
hinausragen kann. Bei einem Staatsfragment kann Oldenbourg Verlag, München 1996, Seite 20 ff.)
dies anders sein. Hier ist räumliches Offensein
möglich. Das wird sich in unserer Arbeit in einem
doppelten Sinne niederschlagen können und, wie ich HINWEIS: Zu weiteren Fragen zum Status der Bun-
glaube, auch müssen. Dieses Grundgesetz muß eine desrepublik vgl. »Auf dem Stundenplan«, Folge 32,
Bundesrepublik Deutschland: Souveräner Staat oder im-
Bestimmung enthalten, auf Grund derer jeder Teil
mer noch unter Besatzungsrecht?
deutschen Staatsgebietes, der die Aufnahme wünscht,
auch aufgenommen werden muß; wobei die Frage
noch zu klären sein wird, wie dies geschehen soll
und ob Bedingungen aufgestellt werden sollen. Ich
glaube, man sollte die Aufnahme so wenig als möglich Folge 43 • Unabhängige Nachrichten 5/2006
erschweren. (...) Ich meine, man könnte das nicht auf UN • Postfach 400215 • 44736 Bochum
wirksamere Weise tun, als durch das Sichtbarmachen
der Tatsache, daß nur äußere Gewalt verhindert, daß www.AufdemStundenplan.de
hier alle Deutschen vertreten sind! (...) Abdruck gestattet. Abgabe an Schüler und zur Beilage in
Schülerzeitungen erfolgt kostenlos, soweit der Spenden-
Deutschland ist, das glaube ich bewiesen zu haben, als
eingang aus dem Kreis unserer Leser dies ermöglicht.
staatliches Gebilde nicht untergegangen. Damit, daß
Bitte fordern Sie einen Überweisungsträger für das z.Zt.
Deutschland weiterbesteht, gibt es auch heute noch
gültige Spendenkonto an. Die in älteren Folgen dieser
ein deutsches Staatsvolk. Es ist also auf dem Gebiet, Serie angegebenen Konten wurden von den Banken im
das heute durch die drei Westzonen umschrieben wird, Rahmen des »Aufstandes der Anständigen gegen rechts«
ein Gesamtakt dieses deutschen Staatsvolkes noch gekündigt.
möglich. Ein solcher Gesamtakt kann auch durch Verlag und Druck: Wegeor GmbH, Alstadener Str. 49, Oberhausen
Länderverfassungen nicht verboten werden. (...)