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Eidestattliche Versicherung von Robert B.

Sklaroff, Doktor der Medizin

Ich, Robert B. Sklaroff, Doktor der Medizin, erkläre an Eides statt das Folgende:

1. Ich habe Facharztprüfungen in Innerer Medizin (1977) und Onkologie (1979)


abgelegt und bestandenen und ich habe meine Approbation als Mediziner im
Commonwealth von Pennsylvania seit Beginn im Jahre 1979 nicht
unterbrochen; ich bin Mitglied des American College of Physicians.1

2. Ich bin mir vollständig der vorherrschenden professionellen Standards der


Pflege (Diagnostik und Therapie) bewusst, welche zur Bereitstellung
medizinischer Dienste in ähnlichen und gleichen Umständen wie in diesem
Fall, gehören; Ich habe keine finanziellen Interessen am Ausgang dieses
Falles.

3. Meine Arbeit schließt Patienten mit Beschwerden, wie sie Gegenstand dieses
Falles sind – nämlich die Beurteilung von schwerer Leukopenie/Neutropenie –,
ein; ich habe 25 Jahre Erfahrung im privatklinischen Bereich in der
Behandlung ähnlicher Patienten; ich arbeite mit der Krankenhausverwaltung
and Krankenhausangestellten zusammen, unter anderem mit
Medizintechnikern und Krankenschwestern.

4. Ich habe hunderte von Gutachten wie diese eidesstattliche Versicherung


geschrieben; Ich wurde als Gutachter nie für unfähig erklärt; ich wurde nie des
Betruges oder der Falschaussage für schuldig befunden;

5. Ich habe in über 60 Fällen unter Eid und in über 30 Fällen vor Gericht
ausgesagt; folglich wurde eine vereidigte Zeugenaussage selten verlangt.

6. Ich vertraue für gewöhnlich auf klinische Informationen, unter anderem die
Krankengeschichte, Krankenpflegeakten, Laborberichte, diagnostische Tests
und Bilder, konsultative ärztliche Berichte und andere Patientendaten; ich
betrachte diese Art von Materialien als generell verlässlich – es sei denn, es
sei gegenteilig erwiesen – und es handelt sich um die Art von Daten, auf die
sich Mediziner und paraprofessionelle Mitarbeiter2 routinemäßig verlassen, um
die Krankenpflege von ambulanten und stationären Patienten zu
gewährleisten.

7. Ich absolvierte die medizinische Fakultät der Thomas Jefferson University


(1974), schloss mein Praktikum/Stipendienprogramm der Inneren Medizin am
Henry Ford Hospital (1977) sowie meine Hämatologie/Onkologie – Ausbildung
am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (1979) und an der Hahnemann
University (1980) ab.

8. Ich habe mehr als 27 Jahre Erfahrung in der Ausübung von Medizin in Praxen,
Krankenhäusern, usw. (z. B. als Arzt in Sommerferienlagern, in Privatkliniken,
als Stellvertreter für kurze Zeitabschnitte); in Bezug auf die Bewertung dieses

1
US-amerikanische Organisation von Internisten
2
Mitarbeiter, die ausgebildet sind, professionellen Medizinern zu assistieren
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Falles entspricht meine Spezialisierung derjenigen der praktischen Ärzte, die
in diesen Fall involviert waren.

9. Ich bin mit den geltenden medizinischen Mindestanforderungen der Betreuung


von Patienten (ambulant & stationär) mit ähnlichen bei diesem Patienten
auftretenden Anzeichen, Symptomen und Zuständen vertraut (welche in
diesem Fall zur Debatte stehen und welche als Ausgangspunkt dieses
Gutachtens dienen), wie sie von Internisten, Onkologen und Hämatologen
national angewendet werden (d.h. es gibt keine großen Unterschiede von
Gemeinde zu Gemeinde); außerdem bin ich mit den Krankenhäusern in
Washington, D.C., im angrenzenden Virginia…und in deren Umgebung
vertraut.

10. Ich war Leiter (auf verschiedenen Ebenen) der Organized Medicine’s Hospital
(später “Organized”) Medical Staff Section3 und war Präsident der
Medizinischen Abteilung; daher habe ich an der Entwicklung und der
Verwendung von Protokollen, Versicherungen und Vorgehensweisen in Bezug
auf Pflege von zahlreichen Patienten in unterschiedlichen Verfassungen,
Patienten in gleicher Verfassung wie dieser Patienten eingeschlossen,
mitgewirkt und bin vertraut mit den Standards der Joint Commission for the
Accreditation of Healthcare Organizations4.

11. Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Definition von Fahrlässigkeit wie folgt
lautet:

Fahrlässigkeit, auf das Verhalten eines Arztes bezogen, ist ein Fehler in der
sorgfältigen Pflege, dies bedeutet, nicht das zu tun, was ein Arzt mit normaler
Vorsicht unter gleichen oder ähnlichen Umständen getan hätte, oder das zu
tun, was ein Arzt mit normaler Vorsicht unter gleichen oder ähnlichen
Umständen nicht getan hätte.

12. Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Definition von unmittelbarer Ursache
wie folgt lautet:

Eine Ursache, welche in einer natürlichen und anhaltenden Reihenfolge


auftritt, ruft ein Ereignis hervor; ohne diese Ursache wäre ein derartiges
Ereignis nicht eingetreten. Es handelt sich um eine unmittelbare Ursache,
wenn ein Therapeut, der eine reguläre medizinische Dienstleistung erbringt,
vorhersehen hätte müssen, dass sich aus der Wirkung oder dem Versäumnis,
über welche bzw. welches sich beklagt wird, dieses oder ein ähnliches
Ereignis logischerweise ergeben müsste. Für das Eintreten eines Ereignisses
kann es mehr als eine unmittelbare Ursache geben.

3
entspricht in etwa: der medizinischen Abteilung von Krankenhäusern der organisierten Medizin (später: die
„Organisierten“).
4
Anmerkung des Übersetzers: eigentlich: Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations: US-
amerikanische Non-Profit Organisation für Sicherheit und Qualität medizinischer Leistungen
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13. Der ethische Ansatz für diese eidesstattliche Versicherung hält sich an die
Standards, welche vom American College of Obstetics and Gynecology5
verkündet wurden.
14. Ich habe folgende medizinische Daten von Ariana-Leilani R. King-Pfeiffer
gesichtet:
Bethesda Pediatrics, klinische Daten [02.05.2008 – 28.05.2008]
Georgetown University Hospital, Labordaten [13.08.2008 & 23.09.2008]
Georgetown University Hospital, klinische Daten [30.05.2008 – 10.10.2008]
HealthCheck Registry, klinische Daten [28.08.2008 – 23.09.2008]
CareFirst BlueCross Blue Shield, Versicherungsdaten [11.09.2008]
Louis Cooper, Doktor der Medizin [03.06.2008]
Dennis R. Wirt, Doktor der Medizin [07.06.2005 – 29.08.2006]
Montefiore Hospital [Juni 2008]

15. Ich beobachtete Folgendes:

a. Neutropenie liegt vor, wenn es einen Rückgang in der Zirkulation der


Neutrophile im peripheren Blut gibt, wie durch den ANC-Wert6 bestimmt –
eine Zahl, errechnet durch die Multiplikation des Prozentsatzes der
Neutrophilen (segmentierte Neutrophile oder Granulozyten) und dem der
unreifen Neutrophilen wie dargestellt im großes Blutbild/Differenzialblutbild,
multipliziert mit der Gesamtanzahl der weißen Blutkörperchen; ein abnormaler
ANC-Wert entspricht einem Wert von unter 1500 Zellen pro mm³.

b. Da viele moderne automatisierte Instrumente den ANC-Wert ermitteln, kann


es sein, dass Auswertungen von Granulozyten Neutrophile und unreife
Neutrophile kombinieren; daher müssen, falls die Anzahl der unreifen
Neutrophile separat ausgewiesen wird, diese zur Anzahl der Granulozyten
addiert werden.

c. Die Intensität einer Neutropenie wird als „harmlos“ eingestuft, wenn der ANC-
Wert 1000-1500 Zellen pro mm³ beträgt, „moderat“, wenn sich der ANC-Wert
500-1000 Zellen pro mm³ beläuft und „schwer“, wenn der ANC-Wert unter
500 Zellen pro mm³ liegt; das Risiko einer bakteriellen Infektion steht in
Verbindung zur Intensität und Dauer einer Neutropenie.

d. Neutropenie wird durch Infektionen, Drogen, Immunschwäche sowie Auto-


immunerkrankungen/myeloproliferative Erkrankungen verursacht; sie kann
angeboren sein oder zyklisch auftreten, jedoch es ist besonders schwer die
Ätiologie zu bestimmen, wenn eine Neutropenie besteht.

e. Die Patientin war 2006 nicht neutropenisch, 2008 jedoch konstant


neutropenisch; Die ANC-Werte beliefen sich am 2. Mai auf 1200, am 25. Mai
auf 600, am 30. Mai auf 500, vom 11.-17. Juni auf 120-373, auf 880 (bei der
Nachuntersuchung), am 23. September auf 560 und am 10. Oktober auf
1200.

5
US-amerikanische Non-Profit Organisation von Medizinern der Gynäkologie
6
ANC; Engl. Abkürzung für "Absolute Neutrophil Count" - Maß für die Anzahl (Konzentration) der
neutrophilen Granulozyten im Blut.!

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f. Die Patientin holt ihre Immunisierungen nach wenn sie neutropenisch ist, sie
wird jedoch weder mit Antibiotika noch mit Knochenmark- bzw. Granulozyten-
Stimulatoren (Neupogen oder Neulasta) behandelt, da sie fieberfrei bleibt; sie
ist und bleibt dem Risiko ausgesetzt, an einer (plötzlichen) schweren Infektion
zu erkranken.

g. Während dieser gesamten Zeit und bis die Diagnose gestellt wird, hätte man
in Erwägung ziehen sollen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um das
Infektionsrisiko zu minimieren (wie z.B. sie in der Schule nicht mit einer
größeren Anzahl von Kindern in Verbindung zu bringen und einen optimalen
Zustand der Haut und des Mund- und Rachenraumes sowie einen optimalen
Wert des Blutzuckerspiegels aufrechtzuerhalten).

h. Es gibt unnötige Verzögerungen in der Analyse von Hämatomen, um die


Kausalität der Neutropenie zu bestimmen; Verweis auf das Internet:
[http://emedicine.medscape.com/article/204821-diagnosis]: „Eine
Knochenmarkbiopsie sollte durchgeführt werden, um einen wesentlichen
Defekt des Knochenmarks, eine Markhemmung oder angeborene
Neutropenie zu erkennen, sowie Pilzinfektionen und einen Vitamin B12- oder
Fölsäuremangel festzustellen.“

i. Am 10. Oktober 2008 stellte Aziza Shad, Doktor der Medizin (an der
Georgetown University), keine eindeutige Diagnose; stattdessen zog sie eine
Differentialdiagnose in Betracht:

Die Differentialdiagnose beinhaltet eine Neutropenie aufgrund von


viraler Myelosuppression, chronischer, gutartiger Neutropenie und
zyklischer Neutropenie (weniger wahrscheinlich). Schwere angeborene
Neutropenie ist aufgrund Arianas asymptomatischer Darstellung der
Neutropenie und einem ANC-Wert > 100 als höchst unwahrscheinlich
einzustufen. Obwohl der Test auf antineutrophile Antikörper als negativ
befunden wurde, schließt dies eine chronische, gutartige Ätiologie nicht
aus (in Verbindung mit autoimmuner Pathophysiologie) und daher ist
die Diagnose einer chronischen, gutartigen Neutropenie wahrscheinlich
– insofern die Neutropenie andauert. Die Diagnose zyklischer
Neutropenie würde über sechs Wochen hinweg zwei- oder dreimal
wöchentlich ein großes Blutbild verlangen, was zu diesem Zeitpunkt
nicht notwendig ist. Es gibt keine Anzeichen von Leukämie oder
anderer Symptomatik.

j. Am 10. Oktober 2008 äußerte Dr. Shad das Vorhaben, das große Blutbild zu
überprüfen, nicht jedoch Labortests zu prüfen (wie z. B. eine andere
Abklärung einer Autoimmunerkrankung), wachsam zu sein bezüglich der
Möglichkeit einer Infektion, und schob erneut jedwede bestimmte Therapie
hinaus (trotz der Tatsache, dass die Granulozyten-Kolonie-stimulierenden
Faktoren „darauf hinweisen, Patienten mit chronischer Neutropenie zu
behandeln“, die fieberfrei sind...siehe vorher zitierten Internetartikel), und wies
erneut nicht darauf hin, sich zu bemühen, Infektionsquellen auszuschließen
(indem man auf frisches Obst, Gemüse verzichtet...siehe vorher zitierten
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Internetartikel) und wollte die Patientin lediglich zu einer Nachuntersuchung
im Januar sehen.

k. Bis ein vollständiger Befund zeitnah in einer Fachklinik, welche die


diagnostischen/therapeutischen Pflegestandards erfüllt, fertig gestellt wird,
bleibt sie undiagnostiziert; tatsächlich wurde sich nicht einmal die Mühe
gemacht, die Chronologie der persistierenden, moderaten bis schweren
Neutropenie zu bestimmen (indem die Werte des großen Blutbildes zweimal
pro Woche über einen Zeitraum von sechs Wochen untersucht werden, so
wie es Dr. Shad selbst verlauten ließ).

l. Daher, festhaltend, dass eine Sepsis sogar direkt nach ihrer Entstehung
lebensbedrohlich sein kann, ist die Patientin einer unmittelbaren Gefahr
ausgesetzt und benötigt eine vollständige, zeitnahe Einschätzung der
Neutropenie.

m. Des Weiteren wird, von jedweder Reise, vor allem von Überseereisen, soweit
noch keine eindeutige Diagnose vorliegt, abgeraten.

n. Zusätzlich sei angemerkt, dass Dr. Shad die Aufnahme ins Montefiore
Krankenhaus wegen Neutropenie im Juni 2008 als „sozial“ fehlbegründete, da
„das Krankenhauspersonal Bedenken hatte, Ariana mit ihrer Mutter
heimzuschicken“; im Falle, dass diese Information nicht unabhängig bestätigt
wird, muss davon ausgegangen werden, dass Dr. Shad
unangemessen/ungerechtfertigterweise die Haltung/Wahrnehmung des
Vaters der Patientin übernommen hat, und dies somit die Intensität der
dargestellten Einschätzung fragwürdig macht.

Ich versichere, dass alle Informationen und Tatsachen in dieser


eidesstattlichen Versicherung nach meinem besten Wissen und Gewissen der
Wahrheit entsprechen.

16.12.097 [Unterschrift]
Datum

Vor mir vereidigt und unterzeichnet am


16. Dezember 2008
In Montgomery, Pennsylvania
(County) (Bundesstaat)

3.3.09 [Unterschrift]
Amtsbestellung Notar
[Stempel]

7
Anmerkung des Übersetzers: Datum so vom Original übernommen, müsste 16.12.08 heißen
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„Als in Bayern öffentlich bestellte und allgemein beeidigte Übersetzerin für die
englische Sprache bestätige ich:
Vorstehende Übersetzung der mir in Fotokopie vorgelegten, in englischer Sprache
abgefassten Urkunde ist richtig und vollständig.“

Karin Bauer
Öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin für Englisch

München, 23.01.2009

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