David Paitschadze

Zur Geschichte des Unabhängigkeitskampfes, der Nationalen Bewegung und zum Problem der Wiederherstellung der Staatlichkeit in Georgien 1801-1914

Die georgische Nationale Befreiungsbewegung bis zum Entstehen
der ersten demokratischen Republik im Jahre 1918 hat im Laufe des Jahrhundertes eigenartige Transformation erlebt: Von der Forderung der Restauration, bis zu erlangen der Unabhängigkeit auf dem nationalstaatlichem Grunde. Besonders wichtig scheint die Transformation der nationalen Idee zu innenstaatlichem Problem Russlands bei den georgischen Vertreter der russischen Sozial-Demokraten. Die Schilderung der Prozesse und verschiedenen Theoretischen Positionen in der Gesellschaftlichen Meinung haben wir als Grundaufgabe des beiliegenden Beitrags vorgenommen. Zur gleichen Zeit legen wir großen Wert darauf, dass jene Gründe erforscht werden, welche es ermöglicht haben in Georgien die nationale Orientierung durch das allgemein Russisches Problem – der sozialer Orientierung erfolgreich zu ersetzen. Die Erforschung der nationalen Ansichten der Russischen SozialDemokratischen Arbeiterpartei / RSDAP soll unseres Erachtens zum kognitiven Auffassen der im postsowjetischen Raum existierenden Konflikte wesentlich beitragen.

Die Nation, die nationalen Interessen, der Nationalismus – das sind die Begriffe, die auch heute zu den Streitfragen der Wissenschaft gehören. Die Versuche der Einführung konkreter Definition haben in der Wissenschaft ihre Geschichte. Obwohl die Forschung dieser wichtigen und immer aktuellen philosophisch-politischen Frage diesmal nicht zu unserer Grundaufgabe gehört, erscheint uns das erwähnte Thema bei der Erörterung eines solchen fundamentalen Problems wie nationale Bewegung von einer 1

besonders großen Bedeutung zu sein. Man könnte den Begriff – Nation folgenderweise definieren: Die Nation ist eine Art der Gesellschaft, die auf einer hohen Stufe der Entwicklung steht und die im geschichtlichem Prozesse entstanden ist. Sie ist ein sozialer Organismus, eine geistige Individualität mit einer originalen Seele, besonderer Sprache und manchmal auch besonderer Abstammung. Sie schafft im Prozess ihrer Entwicklung die höheren Formen des gesellschaftlichen Lebens, eine originale Kultur, ihrem originalen Geiste und ihren Neigungen entsprechend. In jeder Epoche ihrer Geschichte hat sie bestimmte Ziele zu erreichen, bestimmte Ideale zu verwirklichen, und das Erreichen dieser Ziele und die Verwirklichung dieser Ideale ist ihr ewiges Streben. Das ist auch der Sinn ihres Lebens. – Sie ist eine Persönlichkeit, die ihre Geburt, ihren Aufstieg und manchmal ihren Untergang kennt. Sie ist eine Persönlichkeit, weil sie trotz aller Veränderungen, denen sie ausgesetzt ist, bis zu ihrem Tode etwas Konstantes und Unveränderliches in sich trägt, was ihrer ganzen Existenz und ihrem Namen/Bezeichnung einen Sinn gibt. Also ist die Nation eine durch das Bewusstsein und den Willen der Menschen geknüpfte Gemeinschaft. Sie bezieht sich auf die gemeinsame Herkunft, die Sprache, die Kultur, die historische Vergangenheit, die Sitten und Bräuche, die Konfession, die politische Erfahrung, das gemeinsame Leben in einem Staat, die dadurch entstandene Ethnopsychologie – den nationalen Charakter.∗ Alle diese Merkmale dienen zu der Integration und Einbindung einer großen Gruppe von Menschen und zurzeit sind auch Folgen derjenigen. Alle diese Merkmale verleihen der großer Gruppe von Menschen das Gefühl der Zusammengehörigkeit, Einheit, der Identität und damit distanzieren sie sie, von der Restlichen Gesellschaft. In jedem konkreten historischen Fall spielt jedes konkrete Merkmal die führende, leitende Rolle in dem Identitätsgefühl jeder konkreten Gruppe von Menschen. So z.B. unter bestimmten historischen Bedingungen spielt die Konfession die führende Rolle in dem genannten Prozess, manchmal übernimmt die Leitung die Sprache u.s.w. je nachdem, unter welchen historischen Bedingungen die Integration und Konsolidierung der beliebigen Nation geschieht und welche Hindernisse sie zu überwinden hat. Insofern ist es unmöglich eine universale, konstante und feste Formel für die Definierung des Begriffes – die Nation - zu erarbeiten.1 Jeder beliebige
Die Aufzählung der Merkmale hat keinerlei Anspruch auf die feste, konstante Definition des Begriffes Siehe: M. von Tsereteli, Die Befreiung Polens und das Nationalitätenprinzip bei den Zentalmächten und bei der Entente, Bern, 1917, S.S. 10-11. 1 Seton-Watson, H., Nations and States, An Enquiry into the Origins of Nations and the Politics of Nationalism, London, 1977, p. 5.

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Versuch würde erfolglos sein, weil - wie gesagt – jeder Einzelfall der Nationsbildung äußerst eigenartig ist und öfters auch keine Analoge findet. Die Grundwerte sind aber die Faktoren, die zu der Konsolidierung und Integrierung der Nation und Herausbildung dessen Hauptproduktes - des Staates - dienen. Nach dem zweitem Weltkrieg hat die Wissenschaft in der Erforschung dieses Problems große Fortschritte gemacht. Es gilt, dass die Nation mehr als Volk und auch mehr als Staat bedeutet. Die Nation ist ein Volk im Staat und die Staatlichkeit in dem Volk. Also, ist die Nation vor allem ein politisch mobilisiertes Volk, dessen schöpferisches Produkt der Staat ist. Eben dieses Schaffen, eben dieses Produkt unterscheidet die Nation von dem Volk. Also, das Volk entwickelt sich zu einer Nation erst im Prozeß der politischen Aktivität, derer sichtbare Frucht – wie gesagt – der Staat ist.2 Abgesehen davon sollte man den Nationalismus als einen Träger der nationalen Idee und dessen Weiterentwicklung betrachten. Deswegen wird Nationalismus von manchen Forschern als a priori radikale Erscheinung beurteilt und also der Begriff Nationalismus wird von ihnen nur noch negativ bewertet.3 Die Anderen sehen im Nationalismus das Weiterentwickeln des nationalen Bewußtseins. Für diese Forscher ist Nationalismus eine kulturelle, mentale und politische Erscheinung, eine Schutzreaktion gegen Chauvinismus und Imperialismus und ein Wille zur persönlicher und nationaler Emanzipation. Wenn wir als Arbeitshypothese die These nehmen, dass der Nationalismus diejenige politische Kraft und Ideologie ist, welche die Nation als Zentralwert betrachtet, die Integrierung und Konsolidierung beliebiger Nation bestrebt und dessen Ziel die Bildung eines Nationalstaates ist,4 so muß man auch wahrnehmen, dass der Nationalismus ein kräftiges und universales Prinzip ist, welches selbstverständlich auch radikale Erscheinungen haben kann. Wenn man die politische Kraft des Nationalismus berücksichtigt, so können solche Erscheinungen besonders gefährliche Formen bekleiden. Die Geschichte hat reichliche Beispiele von dessen aufbewahrt… Obwohl allein das Bedürfnis

Politisches Lexikon, Hannover 1966, Nation; Deutsch, K. W., Nation und Welt, in ders. Nationenbildung-Nationalstaat-Integration, Hrsg. von Ashkenasi A., und Schulze P., Düsseldorf, 1972, S. 204. 3 Großer Brockhaus, Wiesbaden, 1955, Bd. 16, Nationalismus. 4 Lemberg, E., Nationalismus, Bd. 2, Reinbeck, 1964, S. 16; Schieder, T., Burian, P., Sozialstruktur und Organisation europäischer Nationalbewegungen, München, 1971, S.11; Alter, P., Nationalismus, Frankfurt am Main, 1985, S. 14.

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der Schaffung eines Nationalstaates ist, unseres Erachtens, als äußerst gerechte und normale Erscheinung zu betrachten.5 Also ist die nationale Bewegung nichts Weiteres als das Suchen nach den Wegen, welche die Bildung eines Nationalstaates ermöglichen. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man voraussetzen, dass die italienische Renaissance und die zentral-europäische Reformation unter den kulturellphilosophischen und religiösen Bedeutungen auch gewissen politischen Wert enthalten und als Wiegen der Europäischen Nationalen Bewegungen zu betrachten sind. Die Herausbildung der Völker Europas zu Nationen beginnt doch eben zu dieser Zeit6 und geht bis zum XIX Jh., also zu den Zeiten wenn in Europa die Nationalstaaten entstanden sind. Für den Nationalismus sind die Nationen die Bausteine, dessen Gemeinschaft die Menschheit bildet.7 Ebenso wie die Person, gehört die Nation zu den Rechtssubjekten. Das Hauptrecht jeweiliger Nation ist das Recht auf einen Staat. Im XIX Jh. hat die Menschheit diese Frage philosophisch, rechtlich und politisch beantwortet. Dem Ganzen hat einen mächtigen Schwung die französische Revolution gegeben. Eben zu dieser Zeit bekam der Begriff - die Nation neue Bedeutung und entwickelte sich zu einem Symbol der politischer Einheit des Volkes. Die liberalen Ideale der Freiheit und die Doktrin des Volkes als des Subjektes der Souveränität haben nicht nur eine neue Deutung der Demokratie eingeführt, sondern das neue Verständnis der Einheit vom Staat und Volk ermöglicht, die den Namen - Nation erhielt. Daher sind in vielen europäischen Sprachen die Bezeichnungen des Staats und Nationale Angehörigkeiten zu Synonymen geworden. Die Nationalen Interessen bedeuten gleichzeitig auch die Staatlichen…

Noch Herbert Hoover, der ehemalige Präsident der USA, schrieb 1955: „Die Intellektuellen von heute versuchen, den Nationalismus als eine Sünde gegen die Menschheit zu brandmarken. Sie versuchen, uns glauben zu machen, daß dem Wort Nationalismus eine Infamie anhänge. Aber sie verkennen, daß der Geist des Nationalismus aus der schöpferischen Tiefe der menschlichen Seele stammt, daß er aufsteigt von dort als das gewaltige Verlangen der Menschen, frei zu sein – frei von fremder Herrschaft – und sich nach eigener Art selber zu regieren”. (H. Sündermann, Deutsche Notitzen, Leoni, 1965, S. 166). 6 Schon im XVIII Jh. betont einer der Begründer des modernen Völkerrechts Emmerich de Vattel die Identität der Nation und eines souveränen Staates. Emer de Vattel, Le Droit des Gens ou Principes de la loi Naturelle, Tübingen, 1959. 7 Meinecke, F., Weltbürgertum und Nationalstaat, München, 1969; Breuilly, J., Nationalism and the State, Manchester, 1982; Smith, A. D., Theories of Nationalism, London, 1971; Mommsen, H., Der Nationalismus als weltgeschichtlicher Faktor. Probleme einer Theorie des Nationalismus, in ders. Arbeiterbewegung und Nationale Frage, Göttingen, 1979, S. 15-60.

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Am Anfang des 19. Jh.-s wurde in Georgien die Staatlichkeit abgeschafft. Seit demselben Tag beginnt der unermüdliche Kampf des georgischen Volkes für die Wiederherstellung der Staatlichkeit. Das 19. Jh. welches der Menschheit eine noch nie gesehene Entwicklung der Wissenschaft und Technik brachte, mussten die Georgier damit verbringen ihr Recht zu erkämpfen, um eigene Muttersprache verwenden zu dürfen. Im 19. Jh. geht in Europa der Bildungsprozess von Nationalstaaten zu Ende, Georgier aber streben die politische Autonomie im Rahmen des russischen Reiches an. Die besten Vertreter der georgischen Gesellschaft haben nie aufgegeben, die Wege zur Wiederherstellung der Staatlichkeit zu suchen. Und sie wurden ständig von dem Volk dabei unterstützt. Das Problem der Transformation der Georgischen Nationalen Befreiungsbewegung könnte man in folgende Etappen, je nach der führender Rolle, aufteilen: 1. die Adelige/Aristokratische8, 2. die Liberale, 3. Multiparteiisch-demokratische.

Am 24. Juli 1783 wurde im Nordkaukasus, in der Festung Georgiewsk ein Bündnis- und Schutzvertrag zwischen dem Königreich Kartl-Kacheti (Ostgeorgien) und dem russischen Reich abgeschlossen, der in der Geschichtswissenschaft als „Traktat von Georgiewsk“ bekannt ist.9 Dieser
Es ist bekannt, daß die Begriffe „nationale Bewegung“ und „Nationalstaat“ im Kontext der nationalen Interessen betrachtet werden, also in jenem Kontext der allgemeinen staatlichen Interessen, die den dynastischen Interessen gegenübergestellt sind und bei der Idenifikation der staatlichen Interessen die letzteren (d.h. die dynastischen Interessen) ersetzen. Demnach konnte die aristokratische Etappe der Befreiungsbewegung gar nicht als nationale Bewegung gelten. Im gegebenen Abschnitt der Geschichte Georgiens erscheint aber die aristokratische Etappe des Unabhängigkeitskampfes als Kampf für die Realisierung des heiligen Rechtes einer Nation über eine Staatlichkeit zu verfügen. Somit qualifizieren wir sie als eine Erscheinung der nationalen Bewegung. Umso mehr, dass die georgische Aristokratie diesen Kampf unter der Fahne der konstitutionellen Monarchie und des Parlamentarismus führte. Die Propaganda dieser Ideen sollte ihrer Meinung nach auch andere Bevölkerungsschichten für die Befreiungsbewegung gewinnen. 9 Der Traktat von Georgiewsk. Hrsg. von Paitschadse G., (mit seinem Vorwort und Anmerkungen), Tbilissi, 1983, (In russischer Sprache); Butkow, P., Materialien zur neuen Geschichte des Kakasus von 1722 bis 1803, Bd. 2, Sankt-Petersburg, 1869, (In russischer Sprache). Zagareli, A., Urkunden und andere historische Dokumente des 18.Jh-s, Georgien betreffend, Bd. 2, 2. Auflage, Sankt-Petersburg, 1902, S. 156-157 (In russischer Sprache); Die deutsche Übersetzung siehe bei: M. von Tsereteli, Die Rechte Georgiens, Berlin., 1917, S. 3-8; Siehe auch: Dubrowin, N., Geschichte der russischen Kriege und der russischen Herrschaft im Kukasus, Bd. 2, Sankt-Petersburg, 1886 (In russischer Sprache); Avalov, S., Der Anschluss Georgiens an Russland, Sankt-Petersburg, 1901 (In russischer Sprache); Kheltuplischwili, M., Beitritt Georgiens in das Russische Reich, Kutaissi, 1901 (In russischer Sprache); Tsintsadze, J., Der Schutztraktat von 1783, in Materialen für Geschichte der russisch-georgischen Beziehungen, Tbilissi, 1965
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Vertrag ist, unseres Erachtens, besonders hinsichtlich des Völkerrechts interessant und wichtig. Wie es auch an dem Titel zu merken ist, hat das Dokument eine dualistische Bedeutung. „Bündnis“ deutet auf die Gleichberechtigkeit der Vertragsparteien, der Begriff „Schutz“ aber meint die gewisse Asymmetrie dieser Beziehungen. Es ist hoch interessant, dass selbst das europäische internationale Recht des 18. Jh-s solche Normen kennt. 1758 erschien das berühmte Werk des schweizerischen Rechtswissenschaftlers Emmer (Emmerich) de Vattel „ Le Droit des Gens ou principes de la loi Naturelle,“ das dem Autor die internationale Anerkennung als eines der Gründers des modernen Völkerrechts gebracht hat. Wenn er das Thema „Schutzersuchen und freiwillige Unterwerfung einer Nation unter eine fremde Macht“ untersucht, so schreibt er: „ Ist eine Nation nicht fähig, sich gegen Angriffe und Unterdrückung zu schützen, so kann sie sich den Schutz eines mächtigeren Staates begeben. Angenommen, sie erlangt den Schutz gegen gewisse Leistungen, Tributzahlungen, Stellung von Truppen, auch das Versprechen, in allen Kriegen der schützenden Macht gemeinsame Sache mit ihr zu machen, sie behält sich aber im übrigem das Recht der Selbstregierung vor, dann ist dies ein einfacher Schutzvertrag, der die Souveränität nicht berührt und von den gewöhnlichen Bündnisverträgen nur dadurch abweicht, daß er die Vertragsparteien der Würde nach unterschiedlich behandelt.“10 In demselben Werk unterscheidet der Wissenschaftler die Kategorien der zwischen den Souveränen Staaten geschlossenen Verträge: „Wenn sich ein schwacher Staat um seiner Sicherheit willen dem Schutz eines mächtigeren unterstellt und als Gegenleistung einige diesem Schutz äquivalente Pflichten übernimmt, ohne sich seiner Regierungsgewalt und seiner Souveränität (sic) zu entäußern, büßt dadurch dieser Staat nicht seine Zugehörigkeit zu den souveränen Staaten ein, die über sich kein anderes Recht als Völkerrecht anerkennen.“ 11 Dementsprechend, laut der Normen des damaligen Völkerrechts, blieb das Königreich Kartl-Kacheti ein Souveräner Staat. Wegen der komplizierten Recht- und Pflichtformen wird der „Traktat von Georgiewsk“ in der Wissenschaft unterschiedlich eingeschätzt. Den unterschiedlichen rechtlichen Einschätzungen wurden natürlich meistens politische
(in georgischer Sprache). Berdsenischwili, N., Probleme der Geschichte Georgiens, Bd. 2, Tbilissi, 1965, S.S. 185-244; (in georgischer Sprache) Ders. Probleme der Geschichte Georgiens Bd. 6, Tbilissi, 1973, S.S. 446-475; (in georgischer Sprache) Paitschadse, G., Der Traktat von Georgiewsk, Tbilissi, 1983, (In russischer Sprache). 10 Emmer de Vattel. Le Droit des Gens ou principes de la loi Naturelle, Tübingen, 1959, Buch I, Kapitel XVI, § 192, S. 134. 11 Ebenda, Buch I, Kapitel I, § 6, S. 32.

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Bedeutungen beigemessen. Der bedeutende georgische Rechtswissenschaftler und Diplomat Zurab Avalischwili (Avalov) sah im Vertrag die Vermischung von Formen der Vassalität und des Protektorats und es fiel ihm schwer, das Dokument unter einer bestimmten Kategorie einzuordnen.12 Die Liste der sich mit der erwähnten Frage beschäftigten europäischen Forscher ist nicht lang. In erster Linie ist das Gutachten der völkerrechtlichen Stellung der Republik Georgien zu erwähnen,13 das 1918 im Auftrag der Deutschen Regierung und der georgischen Delegation ausgeführt wurde. F. Liszt galt damals als einer der angesehensten Rechtswissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Laut seiner Schlußfolgerung ist das Dokument als eine originelle Form der Vassalität zu betrachten, die ermöglicht Georgien als das Subjekt des Völkerrechts anzuerkennen. Nach Nippoldt ist im Vertrag ein klassisches Beispiel des Protektorats vorhanden. Aber dabei betrachtete er Georgien als einen Vassalstaat. Es ist überaus interessant, dass nach Nippoldt Georgien die Eigenschaften eines Souveränen Staates behielt und als Subjekt des Internationalen Rechtes betrachtet wurde.14 Der Grund für solche Schlußfolgerung muss die Tatsache sein, dass laut des Vertrages der König von Kartl-Kacheti Erekle II. das Recht behalten hat die diplomatischen Verhandlungen mit anderen Staaten zu führen, aber mit Zustimmung Russlands. Der georgische König hatte das Recht erhalten am Hof des russischen Zaren einen diplomatischen Vertreter zu haben. Der offizielle Resident Russlands in Georgien aber dürfte in keinem Fall sich in die internen Angelegenheiten des georgischen Königshauses einmischen. Le Fur betrachtete den „Traktat von Georgiewsk“ als ein Beispiel des Protektorats.15 Auch Allen und Lang waren derselben Meinung.16 Wenn man aber von der Tatsache ausgeht, dass das Völkerrecht eine höchstens dynamische und schnell entwickelnde Wissenschaft ist, so muß man auch anerkennen, daß heute vieles ganz anders aussieht. Aber die damaligen georgischen Politiker haben sich an die damals geltenden
Avalov, S., Der Anschluss Georgiens an Russland, Sankt-Petersburg, 1901, S. 142. (In russischer Sprache). 13 Liszt, F., Die völkerrechtliche Stellung der Republik Georgien, ein Gutachten, Wien, 1918. 14 Nippoldt, O., La Georgie du vue du Droit international, Bern, 1920, p.p. 18-23; 27. 15 Le Fur, La Georgie et le Droit des Gens, “ Revue generale le Droit International Public “, Juillet-Aout, Paris, 1932, p.p. 438; 441. 16 Allen, W. E. D., A History of the Georgian People, London, 1932, p. 210; Lang, D. M., The Last Years of the Georgian Monarchy, 1658-1832, New York, 1957, p. 206.
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Rechtsnormen bezogen. So könnte man auch schließen, dass der Vertrag von Georgiewsk der Versuch der rechtlichen Fixierung der Staatlichkeit Georgiens ist und die russische Schutzherrschaft sollte eben dem Schutz der georgischer Staatlichkeit dienen. Die Frage ist nur, ob dies den politischen Plänen und Bestrebungen Russlands entsprach?

Ungeachtet der pompösen Zeremonie der Vertragsunterzeichnung und der reichlichen Gaben von der Kaiserin Katharina II., hat sich das russische Reich nicht geeilt die tatsächlichen Schritte zu unternehmen. Der Versuch der politischen Annäherung an Russland hat dem georgischen Königreich teuer gekostet. 1795 der vom Schutzherrn im Stich gelassene König Erekle II. konnte dem Gebieter Persiens Aga-Muhamed-Ckan keinen Widerstand leisten und die Perser haben Tbilissi in Brand gesetzt. In den RussischIranischen Beziehungen spielte das Besitzen von Ostgeorgien eine besonders wichtige Rolle. Die Iraner hielten Ost-Georgien für einen Staat in der Interordnung des Irans entsprechend den Bedingungen des 1555 in Amasien mit der Türkei geschlossenen Friedensvertrags. Insofern konnten sie die russische Orientierung des ostgeorgischen Königshauses nicht billigen. Die orientalische Politik der Kaiserin Katharina II. aber bestand darin, den Einfluss auf den Iran zu gewinnen und dadurch den Weg nach Indien zu bahnen.17 Unter diesem Kontext schien die Festigung der georgischen Staatlichkeit in den Interessen Russlands zu sein. Der Angriff der russischer Armee Richtung Süden begann im Mai 1796. In kurzer Zeit wurden Derbent (Daruband), Kuba, Baku, Salian und Schemacha besetzt. Man bereitete sich auf den Einmarsch in den zentralen Iran vor. Im November 1796 aber starb die Kaiserin Katharina. Ihr Sohn und Nachfolger Paul I verfolgte aber eine total unterschiedliche Politik, als seine Mutter. Die russischen Truppen wurden aus dem Iran zurückgeholt. Denen folgten auch vor kurzem in Georgien platzierten Truppen. Paul I brauchte Georgien nicht als Verbündeten, seine Politik im Kaukasus verfolgte das Ziel, die Souveränität der ostgeorgischen und dann auch westgeorgischen Königreiche zu annullieren. Daher blieb König Erekle II. wieder allein den Iranern ausgeliefert. Tbilissi hat aber diesmal nur deswegen nicht gelitten, da im Mai 1797 Aga-Muhamed-Ckan von den Verschworenen ermordet wurde. Erekle versuchte vom Paul I. die Erfüllung seiner dem Vertrag
Butkow, P., Materialien zur neuen Geschichte des Kakasus, Bd. 2, Sankt-Petersburg, 1869, S. 355. (In russischer Sprache).
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entsprechenden Verpflichtungen kategorisch zu verlangen. Sein Botschafter war schon auf der Rückreise in die Heimat, als der alte König am 11. Januar 1798 starb. Sein Nachfolger Georg XII. stand vor der Innenkrise und Außengefahr, der Schutzherr und der Verbündete war nicht zu sehen. Aus dem Grunde schickte der König im Frühjahr 1798 Aslan Orbeliani zum Sultan, um ihn gegen die Iraner um Schutz zu bitten. Der Botschafter des Königs Georg XII. hatte die Grenzen Georgiens noch nicht überquert, als der Gesandte des Königs Erekle II. - David Batonischvili (Prinz) aus Russland zurückkehrte und die Nachricht über ein Wohlwollen und die Zuneigung des russischen Zaren brachte. Der an den Sultan geschickte Botschafter wurde zurückberufen. Georg XII. erneute die Beziehungen mit Paul I. Der Zar verlangte, dass laut den Bedingungen des „Traktats von Georgiewsk“ der georgische König sich an ihn mit einer Bitte - seine Kandidatur als König zu bestätigen - wenden sollte. Georg XII. zögerte nicht und bat Paul I. um die Bestätigung, um die Anerkennung seines Sohnes Davids als Nachfolger und um 3000 Soldaten als Hilfskraft.18 Am 26. November 1799 traf das russische Regiment unter der Führung vor Generalmajor Lasarev in Tbilissi (Tiflis) ein. In einer feierlichen Zeremonie hat er dem Georg XII. die königlichen Zeichen überreicht. In seiner Dankschrift hat Georg dem Zaren die Unzufriedenheit mit der geringen militärischen Unterstützung geäußert und erklärte die komplizierte außenpolitische Lage wegen der iranischen Aggression. Er teilte mit, daß der Baba-Chan den älteren Sohn Georgs am iranischen Hof als Geisel sehen wollte.19 Als das Zeichen der Treue hat der König von Kartl-Kacheti im Juni 1800 dem Zaren Paul I. einen neuen Vertragsentwurf vorgelegt, wo er auf die laut dem „Traktat von Georgiewsk“ bestätigte Souveränität freiwillig verzichtete und sein Einverständnis zu den recht beschränkten Autonomiebedingungen erklärte.20 Paul hat das Dokument im November geprüft und mit den georgischen Gesandten zurückgeschickt. Georg XII. sollte den Vertragsentwurf bestätigen und mit einer von Ihm und dem Volk bevollmächtigten Delegation nach Moskau schicken, wo das alles rechtlich bekräftigt werden sollte. Man sieht, dass der Zar die Zeit gewinnen wollte. Die Gesundheit des Königs Georg XII. verschlechterte sich und das war kein Geheimnis. Und schon im Oktober 1800 brach innerhalb der königlichen Familie ein neuer
Zagareli, A., Urkunden und andere historische Dokumente des 18.Jh-s, Georgien betreffend, Bd. 2, 2.Auflage, Sankt-Petersburg, 1902, S. 156-157. (In russischer Sprache). 19 Zagareli, A., Urkunden und andere historische Dokumente des 18.Jh-s, Georgien betreffend, Bd. 2, 2.Auflage, Sankt-Petersburg, 1902, S. 186-187. (In russischer Sprache). 20 Butkow, P., Materialien zur neuen Geschichte des Kakasus, Sankt-Petersburg, 1869, Bd. 2, S. 461-462, (In russischer Sprache). Deutsche Fassung siehe bei M. von Tsereteli, Georgien und der Weltkrieg, Weimar, 1916. S.S.67-68.
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Streit aus. Die Königssöhne wandten sich an den Zaren mit der Bitte - statt als Nachfolger anerkannten Sohn Georgs David - die Zukünftige Königswürde dem Sohn des Königs Erekle II. – Julon zu verleihen. Paul I. begann aber in der Zwischenzeit seine Pläne zu verwirklichen. Am 18. Dezember 1800 hat er ein Manifest verfasst über die Auflösung des Königreiches Kartl-Kacheti und dessen Anschluß an Russland. Das Dokument wurde am russischen Hof geheim gehalten. Am 28. Dezember 1800 starb der König Georg XII. Generalmajor Lasarev verkündete der Bevölkerung der Stadt Tiflis den Willen des Zaren: Vor der Erscheinung eines außerordentlichen Erlasses dürfte niemand den Thron besteigen. In der Zwischenzeit wurde die oberste Macht von Ioanne Batonischwili (Prinz), Egnate Tumanischwili und Generalmajor Lasarev vertreten.21 Diese Erklärung hat die Bevölkerung beunruhigt. Wenn es gegen die russische Schutzherrschaft keine offene Opposition gab, so nur deswegen, dass der „Traktat von Georgiewsk“ als Garantie für das Behalten des Königreiches betrachtet wurde. Solch unwahrscheinliche Willkür aber hat große Aufregung und Protest hervorgerufen. Das Schlimmste aber war, dass die Vertreter der Dynastie Bagrationi sich gegenseitig stritten. Einige waren für Julon, den Sohn von Erekle II., die anderen für David, Sohn des Georgs XII. Julon berief sich auf das Testament von Erekle II, David aber auf die Zustimmung des Zaren, die er seinem Vater gegeben hat. Vom Streit geblendete beide Seiten haben gar nicht wahrgenommen, dass Paul I. mit einem Schlag ihren Streitpunkt überhaupt vernichtet hat und dass die innendynastischen Auseinandersetzungen dem russischen Zaren nur auf die Hand spielten. Paul I. zögerte den Nachfolger zu benennen aus dem Grunde, daß die beliebige Entscheidung den Bürgerkrieg auslösen würde. Deswegen meinte der russische Zar, es würde den Interessen des Volkes entsprechen, wenn das Königreich überhaupt aufgelöst würde. Aber Paul hatte sein Vorhaben nicht verwirklichen können. Er fiel zum Opfer einer Verschwörung. Bis der neue Zar Russlands Alexander I. für Georgien Zeit fand, hat das Land der Prinz David regiert, aber ohne Königswürde zu besitzen. Am 12. September 1801 wurde in Petersburg das Manifest vom Paul I. über die Auflösung des Königreiches Kartl-Kacheti und dessen Anschluß ans russische Reich veröffentlicht. Im April 1802 traf in Tiflis General Knoring in der Begleitung von zahlreichen Beamten ein. Im Sioni-Dom wurde das Manifest dem Volk vorgelesen. Knoring verlangte den Treueid
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Zagareli, A., Urkunden und andere historische Dokumente des 18.Jh-s, Georgien betreffend, Bd. 2, 2.Auflage, Sankt-Petersburg, 1902, S. 192. (In russischer Sprache).

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von den Anwesenden. Diejenigen, die protestierten, wurden verhaftet… Ostgeorgien verwandelte sich in ein Gouvernement von Russland, die russische Herrschaft begann mit Repressionen. Die russische Verwaltungsweise war für das georgische Volk fremd und unverständlich. Unverständlich war auch die russische Sprache, welche die Beamten sprachen und verwendeten. All diese Tatsachen lösten im Alltag permanente Konfliktsituationen aus. Vor allem aber hat sich der Verwaltung der Eroberer der georgische Adel widersetzt. Das georgische Recht der erblichen Nachfolge von administrativen Ämtern erkannte Russland nicht an. Deswegen blieb der größte Teil des georgischen Adels nicht beschäftigt. Zwischen den Bauern wuchs die Sehnsucht nach traditioneller georgischer Verwaltungsordnung und sie unterstützten den Prinzen Julon. Im Juli 1802 begannen in Kachetien Unruhen. Die Bewegung wurde von dem Adel angeführt. Bei der ersten Versammlung waren etwa 40 000 Menschen anwesend.22 Der Adel und die Bauern schworen dem Julon Treue und riefen zum Aufstand auf. Um die Versammlung auseinander zu jagen schickte die Regierung die Truppen nach Kachetien, die aber von den Verschworenen zurückgeworfen wurden. Die Bewegung verbreitete sich allmählich in ganz Kachetien. Die Verschworenen haben an die russische Kriegsleiter einen Brief geschickt, in dem sie erläuterten, daß das ganze Kachetien erst dem Zaren und dann dem Prinzen Julon den Treueid geschworen hatte. Also das Ziel der Bewegung bestand in der Wiederherstellung der Bedingungen des „Traktats von Georgiewsk“. In der georgischen Geschichtsschreibung ist dieses Ereignis als die Bewegung der Autonomisten bekannt.23 Die russische Generalität hat erst den Boten verhaftet und dann mit den Repressionen begonnen. Dagegen haben die Verschworenen die Propaganda verstärkt und den Kontakt mit den Söhnen von Erekle II. aufgenommen. Es formierte sich die Idee des bewaffneten Aufstandes. Die Rebellen haben auch versucht mit dem Iran ein Bündnis zu schließen. Die russische Generalität konnte natürlich die Entwicklung der Ereignisse nicht ruhig beobachten. Im August ist General Lasarev mit bedeutender Kriegskraft nach Kachetien eingetreten. Der Aufstand wurde unterdrückt. Die Regierung Rußlands beginnt aktiv zu handeln. General Zizianov wird beauftragt die Königliche Familie nach Russland zu verbannen. Innerhalb des Landes aber versucht der Zarismus Stützpunkte zu finden.
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Bendianischwili, A., Die Nationale Frage in Georgien 1801-1921. Tbilissi 1980., S. 32. (Auf Georgisch). Ebenda, S.36.

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Am zuverlässigsten waren die Adeligen, welche zu Zeiten von Erekle II. in Ungnade geraten waren und von ihm entrechtet wurden. Die hat der Zar begnadigt und ihnen ihre Rechte zurückverliehen. Ein Teil der Adeligen wurde bestochen. Die Opposition nahm noch in souveränem Imereti (Westgeorgien) Obhut. 1804 begann der Russisch-Iranische Krieg. Die Angehörigen der Königlicher Dynastie versuchten diesen Umstand auszunutzen. Einige aus Imereti, einige aus dem Iran bemühten sich nicht nur Georgien, sondern auch die Khans von Dagestan und ganz Nordkaukasus in den Krieg mit einzubeziehen.24 Die Bauern litten unter unerträglicher Unterdrückung, verschiedene Staatstribute und Steuern ruinierten die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Die Frechheit der Polizisten aber hat sie moralisch gekränkt. Dessen Folge war die Tatsache, daß die russischen Beamten, die sich mit den hohen Wege- und Verkehrgebühren nicht mehr zufrieden geben wollten, die Zusammensetzug eines Volksheeres verlangten. Die Bergbewohner von Kartli und Kachetien haben sich in das Volksheer eintragen lassen, aber statt in Richtung Jerewan zu marschieren, haben sie ihre Waffen gegen die russischen Okkupanten gerichtet. Im Sommer 1804 wurden Stepanzminda (Kasbegi) und Larsi befreit. Die Aufständischen sperrten die Heerstraße und ernannten als Anführer des Aufstandes die Söhne von Erekle II. - Julon und Parnawas. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass die Bergbewohner für die Wiederherstellung der traditionellen Form der georgischen Staatlichkeit – die Monarchie auftraten. Julon und Parnawas begaben sich zu den Aufständischen. Die russische Regierung hat die Gegenmaßnahmen unternommen. Die Truppen unter Anleitung von General Zizianov haben die Wege zum Gebirge abgesperrt. Vom Norden aber näherte sich der georgischen Grenze General Nesvetajew mit 3000 Soldaten und 30 Kanonen. Letztendlich wurden Julon und Parnawas gefangen genommen, der Aufstand unterdrückt. Zizianov setzte die Verfolgung und die Verbannung der Familie Bagrationi nach Rußland fort. Russland hat die Positionen gestärkt, nun war das Königreich Imereti (Westgeorgien) an der Reihe. In den letzten Jahren des 18. Jh-s, sprengte die für die Epoche des Feudalismus charakteristische Zersplitterung in Georgien die klassischen Formen auf. Der König von Imereti galt de Jure als Suzerain des Westgeorgiens, de Facto aber verbreitete sich seine Macht nur über Imeretien. Ungeachtet der 3 Jahrhunderte langen türkischen Aggression hat Imeretien die politische Souveränität behalten (es bezahlte sogar kein Tribut
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Berdsenischwili, N., Die Fragen der Geschichte Georgiens. Bd.2, Tbilissi, 1965, S.320. (Auf Georgisch).

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an die Osmanen), hat aber den Einfluss auf die Vasallen verloren. Wenn das Fürstentum Gurien gegenüber dem Königreich Imereti in dem halbvassalem Verhältnis blieb, so stand das Fürstentum von Abchasien unter dem Protektorat der Türkei. In diesem Hintergrund versuchte der Fürst von Megrelien eine unabhängige Politik zu betreiben. Seinerseits versuchte der Fürst von Abchasien sich von der türkischen Abhängigkeit zu befreien. Wenn auch sein älterer Sohn moslemisch aufgezogen wurde, so wurde der jüngere christlich getauft und mit der Tochter des Fürsten Megreliens verheiratet. In den Jahren 1781-1782 wandte sich der König von Imereti Solomon I. mehrmals an den russischen Zaren mit der Bitte um eine Schutzherrschaft in dergleichen Form, wie es auch Erekle II. gebilligt hat. Auf diese Weise meinte der König die Festigung seiner Unabhängigkeit und den verlorenen Einfluss auf seine Vasallen wiederherstellen zu können. Äußerst besorgt war Solomon I. über die Absicht der Türken auf der Schwarzmeerküste, in Anaklia eine Festung zu bauen.25 Die Regierung Russlands suchte damals keinen Konflikt mit der Türkei, so dass dem König von Imereti das Protektorat verweigert wurde. Die Auslösung des Königreiches von Kartl-Kacheti hat bei dem damaligen König von Imereti Solomon II. Bedenken geweckt, dass der Zar auch mit Imereti ähnlicherweise umgehen würde. Aus diesem Grunde versuchte Solomon II. mit der Türkei einen diplomatischen Kontakt aufzunehmen. Sein Ziel war den Sultan in die Verhandlungen mit Russland mit einzubeziehen. Die Türken aber wünschten sich damals auch keine Unannehmlichkeiten mit Russland und so haben sie verneinende Antwort zurückgesandt. Dabei unternahm Solomon auch gewisse Schritte, um die Beziehungen zu dem Fürsten Megreliens wieder gutzumachen. Der König wollte in den Verhandlungen mit Russland im Namen von ganz West-Georgien alleine auftreten. Wie es schon erwähnt wurde, plante der König von Imereti mit Hilfe Russlands Westgeorgien zu vereinen, wenigstens als einheitliches Rechtssubjekt juristisch zu fixieren. Diese Politik hatte aber keinen Erfolg gehabt. 1803 bewilligte Russland die Bitte von dem Fürsten Megreliens Grigol Dadiani anlässlich der Schutzherrschaft. So wurde Megrelien Untertan von Russland, aber mit sehr beschränktem autonomen Recht.26 Natürlich wurde diese rechtliche Beziehung zu Megrelien in Petersburg als provisorisch betrachtet. Im März 1804 hat die russische Regierung Solomon II. einen Entwurf des Schutzvertrages dargeboten. Die Bedingungen beschränkten die
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Tsintsadze, J., Der Schutztraktat von 1783, Tbilissi, 1960, S.S. 269-275. (Auf Georgisch). Berdsenischwili, N., a. a. O., S. 293.

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Souveränität des Staates zu sehr. Der König hat den Entwurf abgelehnt. Als Antwort darauf marschierten die russischen Truppen in Imereti ein. Solomon wurde gezwungen die Bedingungen anzunehmen. Am 25. April 1804 im Dorf Elasnauri hat er den Vertrag unterzeichnet. Die Bedingungen waren schwerer, als die des „Traktats von Georgiewsk“. Der König von Imereti war nicht direkt dem russischen Zaren, sondern seinem Beamten – dem Statthalter von Georgien unterstellt. Der König behielt gewisse Autonomie, aber das Strafrecht sollte er in russischer Sprache durchführen. In Imereti sollte ein russisches Regiment stationiert werden.27 Solcher Status war für den König von Imereti nicht annehmbar. Deswegen hat er 1806 dem neuen Statthalter Georgiens – General Gudovitsch – vorgeschlagen, einen neuen Entwurf zu machen.28 Solomon II. verlangte erhöhten Status, damit er direkt mit dem Zaren Beziehung aufnehmen konnte. Die Regierung Russlands hat diesen Schritt als feindliches Auftreten gegen russischen Staat eingeschätzt. Die Militärmaschine wurde in Gang gesetzt. Nach schweren Kämpfen, im April 1810, geriet Solomon II. in die Gefangenschaft. Der alte Plan der Verbannung der Dynastie von Bagrationi nach Russland war noch immer in Kraft. Der König überzeugte sich, dass ihn auch das gleiche Schicksal erwartete. Am 10. Januar 1810 floh er aus dem Gefängnis. Dem georgischen König fiel gar nicht schwer die Tore des Gefängnisses in Tiflis aufzumachen. Er flüchtete in die Festung Achalziche und setzte aktive politische Tätigkeit fort. In Imereti brach ein allgemeiner Aufstand aus. Die Aufständischen belagerten die in den Festungen basierenden russischen Truppen. Solomon II. wurde von den Aufständischen aus Achalziche nach Imereti gebracht. Der König begann die Verhandlungen mit dem Iran und der Türkei. Er hoffte mittels der Gegenüberstellung von den Kriegsseiten seine Souveränität zu behalten. Im Sommer 1810 haben die Aufständischen einige militärische Erfolge erreicht, aber am 5. September hat die russische Armee unter der Führung von General Paulutsch die Türken bei Achalkalaki geschlagen. Solomon II. verlor die Hoffnung auf die Unterstützung von Außen und zog wieder nach Achalziche. In Imereti wurde das Königtum de Facto abgeschafft. Obwohl der alte König seinen Kampf fortsetzte, wurde das Ganze sinnlos, nachdem Russland 1812 mit der Türkei und 1813 mit dem Iran den Frieden schloss, wo Georgien als Bestandteil Russlands von beiden Staaten anerkannt wurde. Der König Solomon II. starb 1815 in Trapezund.
Akten der Kaukasischen Archeographischen Kommission (АКАК), Bd. 2, S. 374; 391. (In russischer Sprache). M von Tsereteli. Die Rechte Georgiens, Berlin, 1917. S.S. 14-19. 28 Akten der Kaukasischen Archeographischen Kommission (АКАК), Bd. 2, S. 115; 120.121. (In russischer Sprache).
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1810 wurde der Beitritt von Gurien und Apchasien unter die Schutzherrschaft von Russland erklärt. Später wurde ähnlicher Vertrag mit Swanetien unterzeichnet.29 Der beschränkte Autonomiestatus, der für den König von Imereti so unannehmbar war, haben die genannten Fürstentümer absolut bewilligt. Hier hat die entscheidende Rolle der für den Feudalismus charakteristische Separatismus gespielt. Weil durch die direkten Verträge mit Russland haben die Vasallen ihre Unabhängigkeit von Imereti unterstrichen. Die Regierung Russlands aber förderte sogar solche Erscheinung. 1812 brach in Kacheti ein Aufstand aus. Der Grund dazu war die von den Russen in den Dörfern durchgeführte Zwangsvollstreckung, vor allem aber der Wille der Bevölkerung zur Wiederherstellung der traditioneller Staatsordnung. Der Aufstand begann zugleich in Dagestan, Schirvan, Scheki. Die Kachetiner versuchten die Heerstrasse zu kontrollieren, um sich den Aufständischen im Nordkaukasus anzuschließen. Die Aufständischen haben den Enkel von Georg XII. – Grigol Bagrationi zum König erklärt und waren im Begriff, Tbilissi zu besetzen. Am 1.-2. März 1812 kam es zu der Schlacht zwischen dem Grigol und russischem General Gudowitsch. Grigol wurde besiegt und kapitulierte. Der Aufstand wurde unterdrückt, es begannen die Repressalien. Der im Iran wohnhafte Sohn von Erekle II. Alexander leitete den Aufstand seit dem Anfang. Als Napoleon in Moskau einzog, kehrte Prinz Alexander auch nach Georgien zurück. Der Aufstand bekam einen neuen Stimulus. Alexander hoffte die Heerstrasse zu sperren und mit militärischer Unterstützung des Irans den Thron zu besteigen. Aber er billigte auch eine friedliche Lösung des Problems, falls Russland ihn offiziell zum König anerkennen würde.30 Über ein Jahr dauerten die Kämpfe und Verhandlungen. Alexander sah, dass die Russen die Bedingungen des „Traktats von Georgiewsk“ längst vergessen und der Geschichte ausgeliefert hatten. Die Wiederherstellung der Staatlichkeit in Georgien konnte nicht die Folge eines Kompromisses sein. Diese Idee hielt die politische Führung Russlands als antistaatlich. Es blieb nur noch ein Ausweg – der Kampf. 1813 wurde Alexander besiegt und floh nach Dagestan. Die assimilatorische Politik Russlands beschränkte sich nicht auf die Reformen der Alltagslebensweise und des Gerichtsverfahrens, an der Rheie war auch die georgische Kirche. Am 30. Juni 1811 wurde ein Gesetz über die Kirchenverwaltung verabschiedet, das die Autokephalie der georgischen
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von Tsereteli, M., a.a.O., S.S. 19-23; Bendianischwili, A., a.a.O. S. 65. Berdsenischwili, N., a.a.O., S. 462.

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Kirche abschaffte und diese der Heiligen Synode Russlands unterstellte. Kathalikos Anton II. wurde abgesetzt und nach Russland berufen. Als erster Exarch wurde Warlam Eristavi eingesetzt. Der kirchliche Landbesitz von Ostgeorgien verwandelte sich ins Staatseigentum. Auf diese Weise wurde die georgische Geistlichkeit ihrer unabhängigen wirtschaftlichen Existenzmöglichkeit beraubt und verwandelte sich in die Beamtenschaft. Diese Reform hat in Ostgeorgien große Aufregung ausgelöst, aber sie verlief im Allgemeinen relativ ruhig. 1815 begann Exarch Warlam die Reform durchzuführen. Die Geistlichkeit von Imereti aber nahm sich Zeit /eilte nicht die entsprechenden Unterlagen einzureichen. Für ungewagtes Handeln hat die Regierung den Warlam Eristavi abgesetzt und an seine Stelle den Theophilakt Rusanov aus Rjasan eingesetzt, welcher von der georgischer Kirchenordnung und Traditionen keine Ahnung hatte. Deswegen begann er die georgische Kirche nach russischem Muster umzubauen. Er verbot den Gottesdienst in georgischer Sprache (Das Recht, welches die georgische Kirche noch im 5. Jh. erworben hatte). Ihm gefiel das innere Putzwerk der georgischen Kirchen nicht. Sie wurden nach russischer Art mit Kalk überstrichen, so daß die alten georgischen Fresken, die lebendigen Zeugen des uralten georgischen Christentums, verloren gingen. Weder die Perser, Feueranbeter und Moslems, Araber, noch Mongolen, die Heiden und Türken hatten sich das erlaubt, was das rechtgläubige, orthodoxe Rußland der georgischen Kirche angetan hatte.31 Die Autokephalie einer der ältesten Kirchen wurde mit einem Schlag abgeschafft. Die Bemühungen von Russanov zur Reorganisierung der georgischen Kirche haben in Imereti eine Protestwelle ausgelöst und im Jahre 1819 begann wieder ein Aufstand. Die Unzufriedenen waren nicht nur die Geistlichen, sondern auch Adelige und Bauern, weil diese Reform die während Jahrhunderten formierten sozialen Beziehungen in Imereti zerstörte. Der Aufstand verbreitete sich auch in Ratscha und Gurien. Die Anführer versuchten die Bewegung über ganz Georgien und Nordkaukasus zu verbreiten. Auf die Tagesordnung wurde noch mal die Frage der Wiederherstellung der Monarchie in Imereti gestellt. Es gab zwei Pretendenten des Königstitels: Die Fürsten Zurab Tsereteli und Ivane Abaschidse. Aber am populärsten war der nach Dagestan geflohene und im Iran wohnende Prinz Alexander (der Sohn des Königs Erekle II.).32 So
Dschavachischwili, I., Geschichte der georgischen Nation, Tbilissi., 1953. Bd. V, S. 111. (Auf Georgisch). 32 König Solomon II hatte keine Kinder. Von der Königsfamilie Bagrationi aber am meisten politisch aktiv war der Prinz Alexander. Siehe, A. Bendianischwili. a. a. O. S. S. 83-85. Der Aufstand verbreitete sich übers ganze Westgeorgien. Auf die Allgemeinheit des Aufstandes weist das Schreiben des Statthalters von
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wurde die politische Vereinigung Georgiens unter der Herrschaft eines Königs geplant, der väterlicherseits Nachfolger des Throns von KartliKacheti, also Ostgeorgien war. Aber diese typisch feudale Form der Vereinigung würde natürlich nur unter der Bedingung des erfolgreichen Ausgangs des Aufstandes möglich. Aus der früheren Erfahrung wussten die Aufständischen, dass die russische Regierung die Selbstverwaltung in keinem Fall bewilligen würde. Deswegen kämpften sie für die völlige Unabhängigkeit. Im April 1820 hat der Fürst Kaichosro Gurieli in der Schlacht bei Schemokmedi die russischen Truppen geschlagen. Im Kampf fiel der Gouverneur von Imereti Pusirevsky. Aber dieser Erfolg war nur zeitweilig. Die Regierung schickte Verstärkung unter der Anführung von General Weljaminov. Der Aufstand wurde erstickt. Viele Dörfer in Westgeorgien wurden zugrunde gerichtet. Ermolov erinnerte sich, daß Westgeorgien hauptsächlich wirtschaftlich ruiniert wurde, daß die Gärten und Weinberge ausgerottet wurden und daß die äußerste Not sollte seither die Strafe fürs Westgeorgien sein.33 Obwohl die von dem Adel geleitete Etappe der Befreiungsbewegung sich auf die Wiederherstellung der verletzten dynastischen Rechte von Bagrationi bezog, war das nicht immer mit Waffen und Blutvergießen verbunden. Im 1812 und 1817 hat der Enkel vom Erekle II. - David Bagrationi dem Zaren Alexander I. zweimal seine Konzeption über die politische Einordnung Georgiens und die Interessen Russlands vorgelegt.34 Er begründete daß das Erhalten der Autonomie Georgiens, also an der Grenze mit Iran nicht nur möglich, sondern in den Interessen von Rußland war, um so mehr, daß Rußland die Autonomie Finnlands an der Grenze mit zivilisierter Europa duldete. Die georgischen Staatsmänner versuchten den russischen Zaren mild zu stimmen und appellierten an seinen internationalen Ruf. Sie erinnerten den Zaren daran, daß die österreichischen, preußischen, französischen, spanischen und portugiesischen Dynastien mit seiner Unterstützung wiederhergestellt wurden und wollten seine Aufmerksamkeit dafür gewinnen, das Königshaus von Bagrationi - welches 1266 Jahrelang den Thron beherrschte und die älteste Dynastie Europas war, - diesmal seine
Imereti Kurtanovski an den General Weljaminov hin. Der schrieb: “Der Aufsand ist allgemein, niemand ist auf unserer Seite, die Gurier und Megrelen sind bereit mit den Imeretiner zusammen aufzutreten. Die Apchasen werden sich auch ihnen anschließen. Die Treue der Regierung gegenüber ist zweifelhaft, ihre Kraft gegen allgemeine Volksmeinung ist unbedeutend.“ АКАК. Bd. 6., T. 1. , S. 536-537. (In russischer Sprache). 33 Ermolow, A., Notizen, Teil 2, Moskau, 1863, S. 212. (In russischer Sprache). 34 Zwei Notizen des Königssohnes David «Über die bessere Einrichtung Georgiens». Hrsg. von Enikolophov, I., in: „Materialen für Geschichte Georgiens und Kaukasus“, Abt. 1, Tbilissi, 1942, S.S. 126165. (In russischer Sprache).

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Hilfe brauchte. Solcher Appell wurde in Petersburg als antistaatlicher Auftritt bewertet, der auch selbstverständlich gegen die Interessen des georgischen Volkes gerichtet war, weil, so hieß es, Georgien hatte sich freiwillig an Rußland angeschlossen. In der georgischen Öffentlichkeit hat sich der Gedanke gestaltet, daß Rußland die Normen des internationalen Völkerrechts verletzt und eigenmächtig eins von den ältesten Staaten abgeschafft hat. Deswegen, in dem Kampf gegen den russischen Kolonialismus, hielt sie als möglich an die dritten Staaten zu appellieren oder gar die terroristischen Formen des Kampfes anzugehen. In den 30-en Jahren des 19. Jh-s wird eine geheime Gesellschaft gegründet, die Wegs einer Verschwörung die Aufräumung des Landes von den russischen Beamten und die Wiederherstellung des Königreiches auf der rechtlichen Basis von dem Traktat 1783 anstrebte. In der georgischen Geschichtsschreibung wird diese Periode als die Bewegung der Autonomisten beurteilt.35 Der Plan der Verschworenen war einfach. Der Aufstand sollte am Tag der Munizipalwahlen beginnen. Die Wahlen sollten am 20. November 1832 durchgeführt werden. Also an diesem Tag sollte der Fürst Luarsab Orbeliani einen Empfang zur Ehren des Staatshalters und anderer russischen Beamten organisieren. Die Verschworenen planten die Gäste entweder festzunehmen oder zu ermorden. Dann sollte das Arsenal und andere strategische Objekte angegriffen werden. Der Aufstand sollte sich in ganz Georgien, Trans- und Cis- Kaukasus verbreiten. Zum König sollte der im Iran wohnende Prinz Alexander ausgerufen werden. Bis zur Königswahl sollte das Land der Sejm unter dem Vorsitz der Enkelin des Königs Erekle II. Prinzessin Tamar regieren. In den Plänen der Verschworenen wurde der künftigen diplomatischen Tätigkeit eine besondere Bedeutung beigemessen. Die Aufständischen erhofften eine diplomatische Unterstützung seitens der westlichen Staaten. Deswegen erhoffte man einen erfolgreichen Ausgang des Aufstandes in Polen. Die zukünftige Staatsordnung hat man sich als eine reorganisierte, modernisierte Monarchie vorgestellt.36 Dennoch ließen sich zwischen den Teilnehmern ab und zu auch die republikanischen

Gosalischwili, G., Die Verschwörung von 1832, Bd. 1, Tbilissi, 1935; Bd. 2, Tbilissi, 1970; Bendianischwili. A., a.a.O., S. 104; Siehe auch: Berdsnischwili, M., Die Materialen für die Geschichte der georgischer Öffentlichkeit der erster Hälfte des XIX J-ts. Bd. I, Tbilissi, 1980; Bd. 2, Tbilissi, 1983. (Alles auf Georgisch). 36 Das Projekt hat zwei Kammern des Parlaments berücksichtigt. Zu der obersten Kammer gehörten der König und seine Minister, zu der unterer – gewählte Abgeordneten. Übers die Machtverteilung gibt es in den Unterlagen keinerlei Nachweise. Siehe: Gosalischwili, G., a.a.O., Bd. 1, S. 134; Bendianischwili, A., a.a.O., S. 111.

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Stimmungen vernehmen.37 Die Verschworenen hatten Riesenarbeit geleistet, sie gaben eine Zeitschrift heraus und propagierten die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Staatlichkeit und das nicht nur in Georgien. Die Verschworenen wußten, daß die in Kaukasus stationierten russischen Regimente mit dem Krieg gegen Schamyl beschäftigt waren. Außerdem, aufgrund der falschen Information, laut welcher der Prinz Alexander an der Spitze des Iranischen Heeres ins Georgien einzudringen plante, zogen die restlichen russischen Kriegseinheiten an die Iranische Grenze. So dass Tbilissi faktisch von ihnen unbeschützt blieb. Die Wahlen aber wurden mehrmals verlegt und in diesem Zusammenhang auch der Aufstand. Inzwischen wurde die Verschwörung verraten, die Teilnehmer verhaftet, alle georgischen Auflagen verboten und begann eine neue Welle der Repressalien …

In den 60-en Jahren des 19. Jh-s beginnt eine neue Etappe in der georgischen nationalen Bewegung. Die an den russischen und Europäischen Universitäten ausgebildete Generation kehrt in die Heimat zurück. Die Idee der Wiederherstellung der Staatlichkeit erhält neue, diesmal aber republikanische Züge. Obwohl der Anführer der „Tergdaleulebi“38 (wörtlich übersetzt - diejenigen, die das Wasser vom Terek getrunken haben, also ihre Ausbildung in Russland erhalten haben), Ilia Tschawtschawadse genau wie die Mehrheit der Gruppe zur Adelsschicht gehörte, ist seine Tätigkeit ein typischer Beispiel der klassisch-liberalen Strömung. Die „Tergdaleulebi“ hatten viele Probleme zu bewältigen. Die hauptsächliche aber war die Tatsache, dass das georgische Volk unter der nationalen Unterdrückung litt. Die assimilatorische Politik Russlands war gegen das nationale Bewusstsein, die nationale Sprache, die nationale Kirche, den nationalen Ehrgeiz und die nationale Staatlichkeit gerichtet. Die „Tergdaleulebi“ haben sich zum Ziel gesetzt, der georgischen Nation ihre verlorenen Werte zurückzugeben. Europäisch ausgebildet, waren sie unter dem Einfluß der damals in Europa ablaufenden Prozesse. Die Geschichte der gesellschaftlichen Meinung Europas der ersten Hälfte des 19. Jh-s zeichnet sich durch den Aufschwung der liberal-nationalen Bewegungen aus. Der Nationalstaat war kein Selbstzweck. Man hat die Rechte der Nation aus den
Gosalischwili, G., a.a.O. Bd. 1. S. 92. Reisner, O., Die Entstehungs- und Entwicklungsbedingungen der nationalen Bewegung in Georgien bis 1921, im Nationen und Nationalitäten in Osteuropa, 2 (Kriesenherd Kaukasus), Hrsg. Uwe Halbach, Andreas Kappeler, Baden-Baden, 1995, S.S. 63-80.
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Menschenrechten abgeleitet, die ihrem Wesen nach individuell und universell sind. Noch David Humme (1711-1776) hatte die „Nation als nichts anderes als eine Ansammlung von Individuen“ bezeichnet. Der Mensch sollte nicht mehr als Untertan eines dynastischen Herrschers begriffen werden, vielmehr beinhaltet die Volkssouveränität, dass die Nation eine Gruppe von Menschen ist, die unter einem gleichem, gemeinsamen Recht lebt und von einer gesetzgebenden Versammlung vertreten wird, vor der eine Regierung Verantwortung tragen muss. Also die Doktrin des Volkes als des Subjektes der Souveränität bedeutete den Übergang zum bürgerlichen Nationalstaat. An die Stelle eines bisher abstrakt gesetzten Staatsinteresses, wie es sich meistens vom dynastischen Interesse her stammte, trat das nationale Interesse. Wiederum vertritt das Bürgertum die Gesamtheit; denn das nationale Interesse war das bürgerliche Interesse an der Verwertung von Kapital. Vor allem die liberal-demokratischen Nationalbewegungen im frühem 19. Jh. hofften, im Nationalstaat bürgerliche Freiheit, Demokratie und Parlamentarismus verwirklichen zu können. Für sie war der Nationalstaat ein Synonym für den demokratischen Verfassungsstaat. Die Helden39 des Europäischen Rissorgimento waren Dichter, Sprachwissenschaftler oder Historiker, die in Wort, Schrift und Tat für die kulturelle Entwicklung ihres Volkes und für seine politische Selbstbestimmung im Nationalstaat agierten. Diese waren: die Deutschen Johann Gottfried Herder, der Philosoph Johann Gottlieb Fichte, der „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, und der Publizist Ernst Moritz Arndt; Die Griechen - der Dichter Rigas Valestinilis, der Philologe und Sprachschöpfer Adamantios Korais; die Iren- Der Volkstribun Daniel O´Connel und der Dichter Thomas Davis; die Polen - Der Historiker Joachim Lelewel und der Schriftsteller Adam Mickiewicz; der Tscheche Historiker Frantischek Palacky; der Italiener - Giuseppe Mazzini … „Die „Erwecker“ des Volkes gingen davon aus, daß sich die Nation in der einheitlichen Sprache manifestiert und sprachliche Uniformität eine Vorbedingung des Nationalstaates ist. Im Nationalstaat wird eine „Nationalsprache“ gesprochen…. Die Sprachgrenzen seien die natürlichen Grenzen eines Staates…. „Die „Erwecker“ betätigten sich daher vielfach als Sprachschöpfer. Sie schufen eine Literatur in der nationalen Sprache, die ihrerseits vielfach erst als Literatur und Umgangssprache neu gestaltet werden mußte.“40- Also war ihre Tätigkeit dadurch dem Aufschwung der
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Hegel, G. W. F., Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, in: Sämtliche Werke, Hg. Moldenhauer E., und Michel, K.M., Bd. 12, Frankfurt, 1970 S. 56. 40 Alter, P., Nationalismus, Frankfurt am Main, 1985, S. 65.

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nationalen Kultur und aufgrund dessen der Festigung des nationalen Bewußtseins gewidmet. Die „Tergdaleulebi“ standen unter dem Einfluß von dieser Bewegung und das Wirken ihres Anführers Ilia Tschawtschawadse ist ein klares Beispiel dafür. Die Schöpfung moderner Literatursprache, Reformierung des Alphabets, sein Motto - „Sprache, Vaterland, Glauben“, deuten darauf, dass Ilia Tschawtschawadse den allgemein Europäischen Gedanken des liberal-demokratischen Nationalismus in Georgien sukzessiv entwickelte. Deswegen koexistieren in den Gedanken von Ilia Tschawtschawadse die liberale und Nationale Ideen neben einander. Der Liberalismus war für Ilia Tschawtschawadse ein Weg zur nationalen Freiheit und ihrem Ergebnis – dem Nationalstaat. Der Nationalstaat aber – eine Form der liberalen, demokratischen Gesellschaft. Das Motto - „Durch die Persönliche Freiheit zu der nationalen Freiheit“, - wird von Lelt Gunia, der handelnden Person seines bekannten Schriftstücks dargelegt. Ilia Tschawtschawadse verstand wohl, dass unter damaligen Umständen die völlige Unabhängigkeit Georgiens nicht zu verwirklichen war, man musste es Schritt für Schritt erzielen. Deswegen kämpfte er unermüdlich erst für das Minimum, - für die Selbstverwaltung und Autonomie im Rahmen des russischen Reiches. Auf Initiative von „Tergdaleulebi“ werden georgische Zeitungen und Zeitschriften gegründet, wo die Idee der nationalen Staatlichkeit aktiv propagiert wurde. Die „Tergdaleulebi“ unterstützen die nationale Bewegung in Italien, Polen, etc. Aktiv arbeiteten sie mit den russischen Liberalen zusammen.41 Mit der Zeit reifte die politische Forderung - Umwandlung Russlands in eine Föderation. Obwohl wegen der Zensur in den 70-er Jahren des 19. Jh-s wagten die Persönlichkeiten des georgischen öffentlichen Lebens nicht die Idee ganz offen zu propagieren, in ihren Blättern jedoch begrüßten sie die Pläne des Föderativen Umbau Österreichs.42 1875 begann in Bosnien-Herzegowina ein Aufstand gegen die Türken. Die georgische Öffentlichkeit äußerte die Solidarität den Aufständischen gegenüber und kritisierte die Politik Englands, welches die Türken unterstützte.43 In Adscharien (das damals zu der Türkei gehörte) brach ein Aufstand aus. Die Georgier wollten nicht gegen die Balkaner in der Türkischen Armee kämpfen. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den Türkischen Truppen und den Georgiern. Die georgischen Persönlichkeiten der Öffentlicher Meinung verfolgten die Entwicklung der Ereignisse und
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Bendianischwili, A., a.a.O. S. 119-123. Nikoladse, N., Werke, Bd. 2, Tbilissi, 1960, S. 73-77 (Auf Georgisch); Zeitung “Droeba” (Die Zeit)., 1867, № 46. 43 Zeitung “Droeba”, 1875, № 95.

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fühlten sich verpflichtet ihren Mitbrüdern zu helfen.44 Solche Einigkeit der Georgier hat in dem Verlauf des Russisch-Türkischen Krieges eine bedeutende Rolle gespielt. Laut dem Frieden von San-Stefano 1878 hat Russland sich Adscharien angeschlossen, somit kehrte das Land in die historischen Grenzen Georgiens zurück.45 Die georgische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bauten mit besonderer Sorgfältigkeit die Beziehungen mit den Adscharen wieder auf. Sie halfen ihnen die georgischen Schulen und Druckereien zu gründen. Die besonders schmerzhafte Frage der konfessionellen Zugehörigkeit wurde von der georgischen Gesellschaft äußerst Tolerant behandelt, wobei die Regierung Russlands den Schwerpunkt ihrer Politik eben auf dieses Merkmal setzte und allerlei eben diesen Punkt zum Streitgegenstand zu verwandeln versuchte.46 In der georgischen und allgemein kaukasischen Öffentlichkeit reifte allmählich die Idee - statt bewaffneten Kampfes die politischen Methoden anzuwenden. Als eine solche wurde die Idee der aktiven Mitarbeit in den Selbstverwaltungen von „Semstwo“ betrachtet. Die komplizierten auswärtigen Angelegenheiten und die von dem Zarismus durchgeführten liberalen Reformen schienen eine Möglichkeit dazu zu geben. Die Tätigkeit von Speransky wurde im Kaukasus mit großer Hoffnung beobachtet. 1873 erscheint in Paris georgische Zeitschrift „Droscha“ („Die Fahne“). Um dieses Blatt herum sammelten sich die kaukasischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die für den Föderativen Aufbau Russlands auftraten. Es wurde die Idee der Kaukasischen Föderation und dessen Abtrennung von Russland geboren.47 1874 wurde in Genf der Kongress der Persönlichkeiten des kaukasischen öffentlichen Lebens veranstaltet, wo die Vertreter von fast allen politischen Richtungen anwesend waren. Die Mehrheit hat diese Idee

Ebenda, 1875, № 110. Obwohl laut dem Berliner Traktat, Russland auf das Bezirk Kars - also auf ein Teil des historischen Lasistans – verzichtete, wurde die Stadt Kars Russland zugesprochen. Ebenso auch Ardagan (Artaani). Die Rückkehr Adschariens zu Georgien war an sich eine besonders bedeutende Tatsache. Batumi wurde als russisch erklärt, aber als “porto franco” bezeichnet. Das weist darauf hin, dass die Engländer, Preußer, Türken und Österreicher im Kaukasus die Handelsinteressen besaßen. Siehe: Geschichte der Diplomatie, Moskau, Bd. 2, 1963, S. 126-133. (In russischer Sprache); Der Berliner Kongress von 1878, Die Politik der Grossmächte und die Probleme der Modernisierung in Südosteuropa in der zweiten Hälfte des 19. Jh-s. Hrg. Melville, R., und Schröder, H-J., Wiesbaden 1982, S.S. 51-63; 205-225; 369-383; 473-485. 46 Bendianischwili, A., a.a.O. S.S. 139-140. 47 Die Idee gehört dem P. Ismailov, aber die war auch von den Georgiern begrüßs. Siehe: Chungadse, S., Die Geschichte des Sozialismus in Georgien, Bd. 2, Tbilissi, 1928, S.S. 315-316.
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unterstützt, außer den „Narodniki,“ die sich gegen die Abtrennung ausgesprochen haben. 48 Der Gedanke des Föderativen Aufbaus Russlands wurde von Ilia Tschawtschawadse besonders konsequent entwickelt. Also, wurde die Frage der politischen Autonomie Georgiens im Kontext der allgemeinen politischen Situation in Russland behandelt. Besondere Bedeutung wurde auch der Zusammenarbeit zwischen den georgischen politischen Organisationen, auch einzelnen Personen mit der russischen revolutionären Bewegung beigemessen. Die an den russischen Universitäten studierenden Georgier pflegten ausgezeichnete Beziehungen zu den führenden Persönlichkeiten des russischen öffentlichen Lebens und den revolutionären Organisationen Russlands zu haben, aber sie verfügten über keine eigene politische Organisation. Deswegen wurde auf Initiative der in Petersburg und Moskau studierenden Georgier im Juli 1892 in Kutaisi der erste Kongreß der georgischen Studenten berufen. An der Tagung haben die Studenten aus Petersburg, Moskau, Kiew, Odessa und Warschau teilgenommen. Es wurden viele brennenden Probleme besprochen und vor allem die nationale Frage. Die Diskutierenden schenkten besondere Aufmerksamkeit dem Begriff – die Nation und dessen Definition. Sie deklarierten, dass ethnische und religiöse Merkmale längst nicht mehr die wichtigsten waren. Letztendlich wurde der Begriff – die Nation von Ihnen folgenderweise definiert: Die Nation ist eine geistige Einheit der Gruppen, die miteinander durch gemeinsame Sprache, gegenseitige Liebe, Sitten und Bräuche und das historische Zusammenleben verbunden sind. Dabei wurde besondere Bedeutung des Territoriums betont.49 Zum Ziel der Studentenorganisation wurde deklariert: - dem Vaterlande dienen und Georgien von dem russischen Joch befreien. Die Tagung hat den Gedanken der aktiven Zusammenarbeit mit den russischen Revolutionären abgelehnt. Aber nicht darum, weil sie den gemeinsamen Kampf gegen den Zarismus für unmöglich hielt, sondern deswegen, daß die neugeborene Organisation ihre ohnehin geringen Kräfte nicht zersplittern wollte. Die Tagung beschloss die politische Vereinigung der georgischen Studenten zu gründen und eine geheime Organisation zu bilden. Die Organisation erhielt den Namen „Die Freiheitsliga Georgiens.“ Das Programm hatte folgende Zielpunkte: Georgien auf den Weg der sozial-wirtschaftlichen und politischen Entwicklung zu bringen, der Bevölkerung die Gründe ihres Zurückbleibens zu erklären. Die Liga widmete die Aufmerksamkeit auch den Problemen
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Ebenda, S. 321. Schwelidse. Z., Die revolutionäre Organisation Freiheitsliga, Tbilissi, 1969, S. 56-57. (Auf Georgisch).

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anderer Völker des Kaukasus; der Zusammenarbeit mit ihnen; Dessen Unterstützung auf dem Weg zur Unabhängigkeit und derer Vereinigung in eine Föderation. Besonders sorgfältig gingen sie an die Probleme der nichtkaukasischen ethnischen Gruppen und Sicherung ihrer Rechte. Mit anderen Worten, die Mitglieder der Liga bestrebten solch eine Staatsordnung im Kaukasus einzurichten, die jegliche Unterdrückung - sei das ethnische, religiöse e.t.c ausschließt. Auf solche Weise dachten die Studenten die nationalen Interessen mit allgemeinen Prinzipien der Weltöffentlichkeit zu vereinbaren. Aufgewachsen unter den Bedingungen der nationalen Diskriminierung, wußten sie bestens, was die Unterdrückung bedeutete und protestierten gegen allerlei Formen der Gewaltausübung.50 Die Leiter der Studentenorganisation pflegten die Beziehungen zu den russischen Sozialdemokraten und den Europäischen politischen Organisationen. Es muß auch erwähnt sein, dass die Liga aufgrund der unterschiedlichen politischen Anschauungen ihrer Mitglieder nie zu einer einheitlichen politischen Organisation wurde. Nach dem Zerfall der Liga fanden dessen Mittglieder in den verschiedenen Parteien Zuflucht. Die Mehrheit ging zu den Sozialisten-Föderalisten und den Nationaldemokraten. Die Minderheit aber sprach sich für den Marxismus aus. Im Juli 1893 wurde in Tbilissi die zweite Tagung der Freiheitsliga zusammengerufen. 1894 hat die Gendarmerie die Dokumente der Organisation erbeutet, großer Teil der Mitglieder wurde verhaftet. Die Organisation löste sich auf… Damit endet die zweite Etappe der georgischen nationalen Bewegung.

Das 20. Jh. begann in Russland mit aktiver sozialer Bewegung. Vor und während der ersten Revolution aktivierten sich die nationalen Bewegungen in den Peripheriegebieten Russlands. Die von Ilia Tschawtschawadse gegründete Zeitung „Iveria“ bewahrte während der Revolution die allgemeinen demokratischen Prinzipien, aber der Schwerpunkt blieb dabei die Wiederherstellung der Staatlichkeit zu erreichen. Als ersten Schritt auf diesem Wege betrachteten die „Tergdaleulebi“ das Erlangen einer Autonomie. Nach der Vorstellung von der Redaktion „Iveria“ sollte die auf der Basis der Vereinigung der territorialen Autonomien gegründete Transkaukasische Föderation ein
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Georgisches Zentrales Staatliches Historisches Archiv (GZSH) Fond 12, Abt. 13, Mappe 438, S. 2-4.

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Bestandteil des Föderativen Russlands werden. Auf solche Weise wollten die „Tergdaleulebi“ die Präzedenz der Autonomien von Georgien, Aserbaidschan und Armenien schaffen. Es ist erwähnenswert, dass die Leiter des armenischen Bürgertums gegen solche Formulierung auftraten. Sie waren für die Autonomie des Kaukasus, aber gegen ihren föderativen Aufbau.51 Die national-territoriale Autonomie Georgiens wurde mittlerweile auch zum Diskussionsthema des georgischen Adels geworden. Sie spürten, dass im Laufe der Revolution der Zarismus gezwungen war nachzugeben. Der Adel wandte sich an den russischen Monarchen mit der Bitte, Georgien den Autonomen Status zu verleihen. Die republikanisch eingestellten „Tergdaleulebi“ verstanden, dass der georgische Adel damit seine Rechte sichern wollte. Arbeiteten aber trotzdem mit ihm zusammen, weil ihr Hauptziel war - erst das Recht auf die Selbstverwaltung zu erreichen.52 Als wahre Demokraten und Republikaner sahen die „Tergdaleulebi“ ihren Stützpunkt in den Volksmassen, - in der Nation. Im Hintergrund von den gespannten sozialen Auseinandersetzungen rufen sie zu der Nationseinigung auf, dadurch, dass sie in den Vordergrund eben die Nationalen Interessen rückten. Sie behaupteten, dass im Falle der nationalen Selbstverwaltung die Nation die sozialen Probleme selbständig lösen könnte. Die Verteidigung der Interessen von Werktätigen war nur in Rahmen der autonomen Einheiten möglich. Die Redaktion von „Iveria“ sah, dass der Begriff – die Autonomie von jeder Schicht unterschiedlich verstanden wurde. Ihrer Meinung nach, um gemeinsames Ziel zu erreichen war es notwendig und gar möglich ein provisorisches Einvernehmen zwischen den Parteien zu schließen. Da es ein gemeinsames Interesse vorhanden war den bürokratischen Apparat des Zaren zu stürzen und freie politische Gesellschaftsordnung zu schaffen. Solch eine Gesellschaftsordnung würde, ihrer Meinung nach die Bedingungen schaffen wo jede Klasse ihre Interessen vertreten könnte. Also war für Ilia Tschawtschawadse und seinen Gleichgesinnten die Suche nach dem Mechanismus fürs Einvernehmen allgemeinen nationalen Interessen die Frage von besonderer Wichtigkeit. Die demokratisch organisierte nationale Autonomie war von ihnen als so ein Mechanismus so ein Ausgangspunkt behandelt. Unter diesem Sichtpunkt begrüßten die „Tergdaleuli“ selbstverständlich die Integration des Adels in den allgemeinen Prozeß. Dieses Bild konnte aber außer Sozialdemokraten, der zahlreichsten
Zeitung “Iveria”, 1905, № 37; № 38; № 39; So eine Position von den armenischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, war natürlich die Folge ihren politischen Ambitionen. Das weist aber darauf hin, daß die im Kaukasus existierende Konflikte sollte man unbedingt im historischem Rakourse betrachten, also im Hintergrund von der Dynamik der Entwicklung der national-staatlichen Konzeptionen der Kaukasusvölker. 52 Zeitung “Iveria”, 1905, № 41; № 42; № 43; Bendianischwili, A., a.a.O., S.167.
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politischer Partei der Zeit, nicht vollständig sein.53 Diesem Zweck dienten ihre Erklärungen wo sie die sozialdemokratische Partei als wahren Vertreter der Interessen der Werktätigen erwähnten.54 Somit wurde den Sozialdemokraten ein Platz in dem allgemeinen Prozeß zur Verfügung gestellt. Die georgische Sozialdemokraten aber hielten sich an die Prinzipien des proletarischen Internationalismus fest und stellten die klassenbedingte Interessen höher als die nationalen. Die georgische Marxisten traten gegen der Forderung der politischen Autonomie Georgiens. So zerstörte die Lehre des Klassenkampfes die mit der Sorgfalt aufgebaute Einheit des georgischen politischen Spektrums. So eine Einstellung vielleicht war von den taktischen und strategischen Überlegungen eine richtige für die russische Partei, deren Ziel natürlich das Reich zu behalten werde, aber keines Falls für die georgische – die normalerweise für den eigenen Staat auftreten sollte. Leider blieben die georgische Sozialdemokraten ein Bestandteil der RSDAP die die Unabhängigkeit Georgiens gar nicht beabsichtigte und insofern hatten die georgischen „Menschewiki“auch die Autonomie Georgiens nicht in dem Programm gehabt.55 Also ist es den „Tergdaleulebi“ nicht gelungen eine der größten politischen Organisationen für sich zu gewinnen. Der Versuch der Konsolidierung aller gesellschaftlich-politischen Kräfte auf Grund der allgemeiner demokratischer Basis hat ein Fiasko erlebt. Die nationaldemokratische Bewegung aber begann in sich die Suche nach der Lösung dieser Probleme. Schon 1901-1902 erschien die erste nationaldemokratische Konzeption „Der Grundboden fürs gemeinsame Handeln“. Der Autor meinte daß das bestehende historische Moment der Grund für das gemeinsame Handeln aller Streitparteien war. Er gab auch die Hauptzielpünkte hervor. 1. Beschützen der georgischer Sprache. 2. Das Beschaffen des einheimischen Handels und Industrie. 3. Sorgen dafür, daß die Nationale Wirtschaft in den Händen der Georgier bleibt.. 4. Die kulturelle Tätigkeit und Integrieren der Georgier in die Munizipale Verwaltung.56 Der Autor anerkannte die Existenz von den Klassen und derer Interessen. War aber gegen Klassenanthagonismus und setzte dem den Prinzip der Klassenzusammenarbeit entgegen. Also unter den Bedingungen der nationalen Unterdrückung wurde von ihm die Priorität der Vereinigung auf dem Nationalem Grund im Vergleich zu den sozialen Fragen gewidmet.
Noch in 90-en Jahren des XIX J-ts hat G. Laschischwili eine Teorie der Notwendigkeit und Möglichkeit von Einigung aller politischen Parteien auf dem Nationalen Grund vorgebracht. Siehe Zeitung “Iberia” 1895, №19; Schwelidse, D., Die Föderalisten, Tbilissi, 1993, S. 25-28; (Auf Georgisch); G. Laschischwili, Die Memuaren, Tbilissi, 1992. (Auf Georgisch) 54 Zeitung “Iveria”, 1905, No 32; No 33; No 60; No 62; No 63. 55 Siehe das Programm der RSDAP. 56 Schwelidse, D., Die Föderalisten, Tbilissi, 1993, S. 58. (Auf Georgisch).
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Obwohl der Autor der Theorie Artschil Dschordschadse zum georgischem Adel gehörte, trat er als ein Anhänger der demokratischer Staatsordnung aus. Er befriedigte sich aber nicht nur mit der theoretischen Tätigkeit und wurde bald auch praktisch aktiv. Am 1 Mai 1903 erschien in Paris die georgische Zeitung „Sakartwelo“ (Georgien). Am 1 April 1904 wurde in Genf die erste Konferenz der in Ausland aufhaltenden georgischer Revolutionäre eröffnet. An der Konferenz nahmen die Anarchisten, „Narodniki“ (schon Sozialrevolutionäre), Sozialdemokraten und die Gruppen der nationaldemokratischen Richtung Teil. Insgesamt 26 Personen. Das Hauptziel der Versammlung war die Bildung einer Partei, die unter der Hauptlosung der nationalen Autonomie alle georgischen politischen Organisationen Vereinen würde. Der Schwerpunkt – die nationale Autonomie war für die Sozialdemokraten unannehmbar und sie verließen die Konferenz unter der Führung von Noe Schordania. Darüber hinaus haben Mitglieder der Konferenz Bedauern geäußert, daß die georgische Sozialdemokraten als Teil der russischer sozialdemokratischer Partei blieben, für die aber die Autonomie Georgiens selbstverständlich unannehmbar war. Auf der Konferenz wurden Verschiedene Meinungen ausgesprochen, von der totaler Unabhängigkeit bis zu den sozialen Problemen. Es wurde auch die Meinung geäußert das bis dahin ein politisches Komitee sollte den Kampf weiter führen.57 Der Leiter der Konferenz Artschil Dschordschadse hat sich für die totale Unabhängigkeit ausgesprochen, genau so wie auch M. Tsereteli, W. Tscherkesischwili u. a. Aber sie haben ins Anspruch auch die Realität genommen, es wurde festgestellt, daß im Moment war die totale Unabhängigkeit nicht möglich. Deswegen als kurzfristiges Ziel wurde die Autonomie Georgiens in der Russischen Föderation deklariert. So hat die neugeborene Partei den Namen „Sozialist Föderalistische“ erhalten. Das war das Hauptereignis der Genfer Konferenz. Der Partei haben sich folgende politische Gruppen angeschlossen: die Anarchisten, Esseren und nationaldemokratisch orientierte Liberalen. Zum Kern der Partei wurde die Redaktion von „Sakartwelo“. Dieser bunte Bestand zeigt uns, daß obwohl die linken Einstellungen von Artschil Dschordschadse von rechts scharf kritisiert wurden, haben die national demokratisch orientierte Gruppen die soziale Diskussion und die Frage der Eigentumformen dem Hauptziel – der nationalen Autonomie – geopfert. In dieser Hinsicht der Abgang der Sozialdemokraten war ein schwerer Verlust. Die Hauptziele dieser nichtproletarischer, Blockpartei konnte man sich folgenderweise vorstellen:
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Schwelidse, D., a .a. O., S. 132-136.

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Das Hauptziel, wie es schon erwähnt war die Unabhängigkeit, völlige Freiheit war das Endziel der Partei, mit der Berücksichtigung der Realität aber war der Separatismus zu der Zeit abgelehnt, man hat auf die Demokratisierung Rußlands eingesetzt. Es wurde dabei betont, daß die Föderalisten waren nicht für den demokratischen Zentralismus, der ihrer Meinung nach, nicht in der Lage war die Interessen der Minderheiten zu berücksichtigen, sondern für die Föderale Struktur Rußlands. Die Formel konnte man sich so vorstellen: Die Autonomie Georgiens in der Kaukasischen Föderation und die Mitgliedschaft Kaukasiens in der russischer Konföderation. Im Unterschied zu den Sozialdemokraten, die sich als Vertreter des Proletariats bezeichneten, gingen die Sozialis-Föderalisten von der Spezifik Georgiens aus und ernannten sich zu dem Interessenvertreter von Bauern. Sie traten gegen die marxistische Formel der proletarisierung von Bauern aus und betrachteten den Bauer als Kleineigentümer, als Kleinproduzenten. Um den Drang von Bauern in die Städte und ihrerseits den Verkauf der Grundstücke zu vermeiden, haben sie das Programm von Esseren (Narodniki) über die Sozialisierung des Bodens angenommen. Der Boden sollte den auf dem gesellschaftlichem Basis gegründeten territorialen Bündnissen, die auf den demokratischen Prinzipien organisiert sein sollten übergegeben werden. Die sozialistföderalisten waren natürlich keine einheitliche Partei. Sie war durch die romantisch utopische Theorie „der Grundboden fürs gemeinsame Handeln“ geeinigt, aber sie konnte das Hauptziel – die Einigung aller politischen Kräfte nicht erreichen. Die Sozialdemokraten - von links und die Separatisten – von rechts haben Sie heftig kritisiert. Es fiel den Sozialdemokraten gar nicht schwer den Maßen zu beweisen, daß die Sozialist-Föderalisten im Prinzip nationalistische und bürgerliche Partei war. Außerdem befand sich der Kern der Partei ständig im Ausland und war der Möglichkeit - vor Ort die Propaganda zu führen – beraubt. Insofern konnte sie den Wettbewerb gegen starken Konkurrenten – Sozialdemokraten nicht gewinnen. Vergebens diskutierten die Sozialist-Föderalisten mit den Sozialdemokraten darüber, daß die Autonomie Georgiens die Einheit und den Internationalismus des Proletariats nicht zerstören, sondern nur stärken würde.58 Also hatten die georgische Sozialist-Föderalisten einen großen Meinungsunterschied mit den georgischen Sozialdemokraten, obwohl sie viel Gemeinsames mit den Europäischen Sozialdemokraten fanden. „Beim Streit mit den Bolschewisten über die nationalen Fragen bezogen sich die
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Die Zeitung “Znobis Purtseli” (Informationsblatt). 1905, № 2805.

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Föderalisten oft auf die Revisionisten und erklärten sich für Anhänger des Europäischen Sozialismus“.59 Der Leiter der Föderalisten Artschil Dschordschadse versuchte wissenschaftlich zu erklären die Gerechtigkeit der Tatsache, daß jede Nation einen Staat verfüge. Für ihn sind Staat und Nation untrennbare Begriffe. Also er neigte sich zu der, noch im XVIII J-t in Europa geltender Position.60 Das Traktat von Georgiewsk war für die Föderalisten ein rechtlicher Grund für die Förderung der nationalen Autonomie als der Staatlichkeit. Als Republikaner aber waren sie gegen die Monarchie und für den konstitutionellen Parlamentarismus. Wie gesagt die georgischen „Menschewiki“ kritisierten die Idee der Autonomie Georgiens. N. Schordania erwähnt die Förderung der nationalen Autonomie als reaktionären Nationalismus. Dem Gedanken von Föderalisten den Föderalismus als Mittel für die Verwirklichung von Sozialismus zu verwenden hat er widerstanden, weil, seiner Meinung nach, der Föderalismus – den Demokratismus längs nicht beinhaltet.61 In dem Werk „Wir und Föderalisten“ tritt Schordania gegen die national-territorielle Autonomie (also politische Selbstverwaltung) Georgiens. Er unterscheidet kategorisch die territorielle und nationale Autonomien. Er hält die Nation und Nationalität für Kulturelle Erscheinung und spricht sich für nationalkulturelle Autonomie aus. Also übers eine Autonomie sollte nicht Georgien, sondern die georgische Nation verfügen unabhängig von dem Territorium. Zu dessen Kompetenz sollten nur die kulturelle Probleme und Fragen der Ausbildung gehören. Nationalismus ist für ihn nur noch reaktionäre, aggressive Erscheinung. Artschil Dschordschadse und die SozialistFöderalistische Zeitung „Znobis Purtseli“ (Informationsblatt) forderten eine national-territoriale also politische Autonomie. Die sich auf Grund von konstitutionellem Parlamentarismus und konstitutionellem Schutz den in Georgien wohnenden Minderheiten basieren sollte. Das deutet noch mal darauf hin, daß wenn die Sozialist Föderalisten die Werte der liberalen Demokratien Europas anerkannten, befand sich Schordania und die georgische Sozial-Demokraten unter dem utopischen Einfluß der russischen Interpretatoren von Marxismus. Obwohl wir gar nicht beabsichtigen die theoretisch-ideologische Diskussion anzuzetteln, muß wohl betont sein, daß die nationale Staatlichkeit, sei das auch nur in der Form von Autonomie, gar nicht in das politische Programm von N. Schordania und seinen Parteigenossen hineinpaßte. Es muß aber erwähnt werden, daß seit 1905 zwischen den georgischen Sozial-Demokraten existiert eine Gruppe von
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Bendianischwili, A., a .a. O., S. 179. Siehe: Dschordschadse, A., Werke, Bd. I. Tbilissi, 1911, S. 88. (Auf Georgisch). 61 Ani ( N. Schordania – Pseudonym)., Wir und die Föderalisten, Kutaisi, 1917. (Auf Georgisch).

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Autonomisten geleitet von W. Dartschiaschwili.62 Es ist zu vermuten daß die Ansichten von W. Dartschiaschwili eben von der Genfer Konferenz beeinflußt wurden. Er befand sich in der Delegation von Sozialdemokraten, hat aber die Tagung mit seinen Genossen nicht verlassen.63 Die Föderalistische Partei war dem Inhalt nach, von Anfang her Nicht homogen. Schon seit der Gründung und auch während der ersten Revolution war ein rechts orientierter, nichtsozialistischer, national-liberal gesinnter Flügel zu erkennen (Zu denen gehörten z.B. Sch. Amiredschibi, S. Kedia usw.). Außerdem wirkten in den Zeitschriften „Znobis Purzeli“ und „Sakartwelo“ die Persönlichkeiten mit, die nie die Mitglieder der sozialistföderalistischer Partei gewesen waren. Während der ersten Revolution hat eine Gruppe von Adeligen und Bürgern versucht die „NationalDemokratische“ Partei zu gründen. 1906 in der Zeitschrift „Znobis Purzeli“ wurde das Programm „der Konstitutional-Demokratischer Partei der georgischen Autonomisten“ veröffentlicht. Die georgische Historiographie hält das Programm zu erstem Dokument der National-Demokratischen Partei64. Die Ideologische Leitung von dieser Partei wurde von Ilia Tschawtschawadse übernommen. Die national-Demokratisch gesinnte Persönlichkeiten dachten ihre Partei national und über den Klassen stehend zu haben.65 Also war das Hauptziel von den Nationaldemokraten eine national-staatliche Organisierung zu erreichen, sei das auch in der Form von der Autonomie. Im September 1905 hat sich eine Versammlung der in Semstwo (Landstände) und Selbstverwaltung der Städte wirkenden Persönlichkeiten statt, die eigentlich fürs föderale Einrichtung Rußlands stimmte. Im April 1906 wurde Ilia Tschawtschawadse zum Mitglied der Staatsduma gewählt, wo er das Recht auf die Selbstverwaltung für die nichtrussischen Völker forderte. 1907 hat die Haager Friedenskonferenz die Petition des georgischen Volkes erhalten. Als Initiatoren müßte man W. Tscherkesischwili betrachten.66 Die in London tätige „Gesellschaft für beschützen Georgiens“ hat das Dokument an den Professor der Universität zu Brüssel Herrn Ernest Nys übergegeben. Der seinerseits die Petition der Konferenz präsentierte.67 In der Petition wurde erklärt, daß Rußland
Sidamonidse, U., Die Historiographie der Bürgerlicher Bewegung in Georgien und des Sieges sozialistischen Revolution, Tbilissi, 1970, S. 161.(Auf Georgisch). 63 Schwelidse, D., a. a. O., S. 125-149. 64 Schwelidse, D., a. a. O., S. 200; Mamulia, G., Ilia Tschawtschawadse und die National-Demokratische Bewegung in Georgien, Zeitung “Literaturuli Sakartwelo” (Literarisches Georgien), 1989, 27 Januar. (Auf Georgisch). 65 Weschapeli, G., Die National Demokratische Partei, Tbilissi, 1918. (Auf Georgisch). 66 Laschischwili, G., Memuaren, S. 240-246. 67 Den Text der Petition und das Gutachten von Prof. Nys siehe: M. von Tsereteli, Georgien und der Weltkrieg, Weimar, 1916, S.S. 59-65; 69-71.
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einerseits hat die Bedingungen des Traktats von Georgiewsk verletzt, was eben Georgien das Recht einräumt die Selbstverwaltung wiederherzustellen. Es wird ausführlich der Verlust der Autokephalie mitgeteilt. Die rusiphikatorische Politik. Die Repressalien während der Tilgung der Revolution von 1905 und die physische Abrechnung die von der russischen Regierung eben durch nationales Merkmal durchgeführt waren… Also in der georgischer Nationalbewegung entsteht eine Tendenz auf Grund des Völkerrechtes eine Präzedenz zu schaffen, daß die Frage Georgiens zum Besprechungsthema der Internationalen Gremien würde. Und damit eine Fragestellung zur Tagesordnung bringen, daß Georgien Juristisches und Moralisches Recht bekomme die Staatlichkeit Wiederherzustellen. Obwohl die Autoren der Petition, mit der Rücksicht auf die Realität, sich nur mit der Forderung der politischen Autonomie beschränkten, hat Rußland seinen Einfluß benutzt daß die Petition gar nicht zur Tagesordnung der Haager Konferenz kam… Es ist Erwähnenswert, daß die Forderung der Autonomie so ein gerechtes und triftiges politisches Instrument war, daß es sogar ins Lager von georgischen Menschewiki Hineindrang Nach der Revolution 1905 in den Ansichten von Menschaviki ist eine Evolution zu beobachten. Am Anfang gingen die Forderungen von N. Schordania nicht weiter als Selbstverwaltung des Bezirkes von Kaukasus. Aber selbstverständlich war die Revolutionspartei in den demokratischen Institutionen und populären Gedanken interessiert, um sie als ein Instrument zu verwenden. Im 1906 haben die georgischen Sozialdemokraten das Recht auf die kulturelle Autonomie gefordert, weswegen hat Tschchenkeli seitens Lenin scharfes Rügen verdient.68 Die Autonomistenbewegung und ihre Ideen waren in ganz Rußland populär, deswegen sah sich die RSDAP die sich für den demokratischen Zentralismus aussprach gezwungen bei der zweiten Tagung die nationale Frage zu besprächen. Wenn es dem „Bund“ das föderale Aufbau der Partei abgesagt wurde, so schloß das „Programme Minimum“ das Recht auf die örtliche Selbstverwaltung in sich. Das hieß die Muttersprache in der Ausbildung verwenden zu dürfen und das sattsam bekannte Recht der Nationen auf die Selbstbestimmung. Martov forderte die Selbstverwaltung für so große Einheiten wie Finnland, Polen, Litauen und Kaukasus. Die georgischen Bolschewisten: Ph. Macharadse und A. Tsulukidse kategorisch protestierten gegen beliebiger Autonomie, da ihrer Meinung nach dadurch
Lenin, Über die kulturell-nationale Autonomie, Werke, Bd. XXIV, Moskau, 1973, S. 174-178. (Auf Russisch)
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werde das georgische Proletariat von der restlicher Welt abgegrenzt und nur noch die Einheit des Proletariats Imstande war dem Weltkapitalismus Widerstand zu leisten. Die Regelung der nationalen Frage beabsichtigten sie nur nach dem Sieg der Sozialistischen Revolution.69 Die Idee des föderalen Aufbau Rußlands unterstützte die Zeitschrift von russischen „Menschewiki“ „Natschalo“ (Beginn), was dem Anführer der Autonomistengruppe von georgischen Sozialdemokraten W. Dartschiaschwili die Möglichkeit gab 1906 auf der IV Tagung der Kaukasischen Sozialdemokraten die Autonomie zu verlangen. Letztendlich blieben die „Bolschewisten“ für den politischen Zentralismus, die „Menschewiki“ aber unter der Anleitung von N. Schordania sprachen sich für die örtliche Selbstverwaltung Kaukasiens.70 In diesem Rahmen aber sollten sich die Georgier, Armenier und Aserbaidschaner der kulturellen Autonomie begnügen. Auf solche Weise gerieten die georgische „Menschewiki“ in den Lager von Autonomisten. Der Anführer der Föderalisten begrüßte diesen Umstand, den als eine wichtige Etappe auf dem Weg zu Vereinigung von den georgischen politischen Kreisen um die nationale Idee bewertete. Obwohl er die Sozialdemokraten wegen der Inkonsequent kritisierte. Artschil Dschordschadse sah daß die „Menschewiki“ trotz dem weit von der Forderung einer politischen Autonomie waren, aber damit wollte er sie ins allgemeine Prozeß einziehen und forderte den N. Schordania auf, sein Programm endgültig zu formulieren und der angefangenen Sache nacheinander zu folgen.71 Die nationale Frage bekam in Rußland immer wieder mehr und mehr Bedeutung. So, daß in der Phase neuen revolutionären Aufschwunges der ihre Aufmerksamkeit sogar die Bolschewisten schenkten. Die Bolschewisten waren für den „Demokratischen Zentralismus“ in Parteiaufbau, das sollte natürlich den politischen Zentralismus des zukünftigen sozialistischen Staates sichern. Aber unter dem Druck der allgemeinen Meinung der nichtrussischen Völker Rußlands sollten sie nachgeben und wenigsten äußerlich sich zu dem „Selbstbestimmungsrecht“ der Nationen neigen. Damit sollte man die Sympathien der Minderheiten gewinnen und auch ein Modus schaffen der den „Demokratischem Zentralismus“ entsprächen würde. Vor so einer schweren Aufgabe stand der damalige Kommissar der Bolschewisten für nationale Fragen Iosipf Stalin. Diesem Zweck diente auch
Zeitung “Mogsauri” (der Wanderer), 1905, №17; № 21; № 30; Zeitung “Tschweni Zchowreba” (Unser Leben), 1906, № 9; №11; №13; Achobadse, E., Von der Geschichte der Nationaler Frage in Georgien (1900-1917), Tbilissi, 1965, S.S. 113-147. (Auf Georgisch). 70 Achobadse, E., a. a. O., S. 246-256; Die Evolution des Ansehens von N. Schordania siehe bei: Sidamonidse, U., a. a. O., S.S. 174-186. 71 Dschordschadse, A., Werke, Bd. 1, S.S. 269-271.
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sein sattsam bekanntes Werk „Marxismus und die Nationale Frage“. Stalin äußerte die Meinung, daß die endgültige Lösung der nationalen Frage nur durch den Sozialismus zu ermöglichen war. Aber es war durchaus möglich auch im Kapitalismus die Auseinandersetzungen bis zum Minimum zu vermeiden. Das sei die Demokratisierung und Möglichkeit der freien Entwicklung der Nation. Voll Zynismus schreibt er: „Die Nation darf sich autonom einrichten, sie darf sich sogar abtrennen, das bedeutet aber nicht, daß sie so unter allen Bedingungen handeln soll, daß die Autonomie, die Separation für sie, für ihrer Mehrheit immer Nutzen bringen wird...“.72 Es ist Eindeutig, daß damit übergab Stalin der Partei die Funktion des Richters und Fürsorgers für diejenige Nationen die zu ihrem Unglück und Ungunsten die falsche Entscheidung – der Unabhängigkeit treffen würden. Wie gesagt die Bolschewisten sollten der allgemeinen populären Meinung nachgeben, insofern konnte Stalin nicht gegen Autonomie Auftreten. So bevorzugt er der auf dem nationalem Merkmale gegründeter Autonomie, „was die Menschen und Werktätigen von Einander abtrennt“, die so genannte territoriale Autonomie die die Bevölkerung einigt und trennt aber, nur der Klassenangehörigkeit nach ab. Weil eben nur so eine Abtrennung eine progressive Erscheinung sei. Stalin betrachtete die Nation separat von dem Staat, als eine ökonomische Einigung. Laut seiner These sind die Tschechen und Polen zu den Nationen in Österreich formiert, die Kroaten – in Ungarn, Letten, Latten, Ukrainer, Georgier und Armenier in Rußland.73 Was in Westeuropa eine Ausnahme war, wurde in Osten zu einer Regel. Deswegen unterscheidet er die territoriale und nationale Autonomie von einander. Unter dem Begriff nationale Autonomie – meinte er tatsächlich die kulturelle. Diese Einstellung diente dem pragmatischen Ziel der Schaffung einer sozialistischen Nation. Sein Versuch die Adscharer74 und Kobuletiner75 als separate Nationalitäten zu bezeichnen hält keinerlei Kritik stand.76 Die Lösung der nationalen Frage im Kaukasus bedeutete für Stalin, die Einschaltung der verspäteten Nationen in die Bahn von höherer Kultur.77 Hier erscheint Stalin als typischer Vertreter des integralen Nationalismus. In dieser Hinsicht begrüßte er die Idee der Autonomie des Kaukasischen Bezirkes. Es war dabei gemeint, daß die Forderung der Autonomie separat für Georgien oder anderen zwei Transkaukasischen Nationen, eine
Stalin, J. W., Werke, Moskau, 1946, Bd. 2, S. 312. (Auf Russisch) Stalin, J. W., a.a.O., S. 305 74 Ethnische Georgier der muslemischer Konfession. 75 Kobuleti - Eine Stadt in der georgischen Provinz Adscharien, bewohnt von den ethnischen Georgiern Gurier. (Guria – eine Provinz, besiedelt von den ethnischen Georgiern christlich orthodoxer Konfession). 76 Stalin, J. W., a.a.O. S. 350. 77 Ebenda, S. 351.
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Bürgerliche also reaktionäre Fragestellung sei. Er war fest davon Überzeugt, daß die nationale Frage in Rußland, von dem Agrarproblem abhängig war und daß die Regelung des Agrarproblems automatisch die nationalen Probleme lösen würde.78 Obwohl zur Zeit war er auch gezwungen, die Notwendigkeit der Polnischen und Ukrainischen Autonomien zu gestehen. Also hat Stalin den Transkaukasus den beiden gleichgestellt.79 Das äußerliche Zustehen zu der Problem der Autonomie und daß versprächen – nach der sozialistischen Revolution das Problem zu lösen gab den Bolschewisten die Möglichkeit auch in der Peripherie von Rußland mit einer einheitlicher revolutionärer Front aufzutreten. Um kurz zu fassen, das Problem der nationalen Selbstverwaltung zu der Zeit war in Rußland ziemlich aktuell. Die zu dem Imperium gehörende nichtrussische Völker und Nationen versuchten ihr Recht, jeder auf eigene Art und Weise, zu erkämpfen. Für die georgische nationale Bewegung die nationale Frage bedeutete die Wiederherstellung der Staatlichkeit, wenn auch in der Form einer Autonomie. Die georgischen „Menschewiki“ schenkten dem Problem keinerlei Aufmerksamkeit, hielten es nicht zu prioritär und lange Zeit hatten das gar nicht zu ihrer Tagesordnung gebracht. Deswegen in den Problemen der Staatlicher Bedeutung waren sie ständig ein Schritt später und teilten die Meinung post factum mit der Rücksicht auf die Theorie des Klassenkampfes und die von proletarischem Internationalismus. So eine Einstellung spricht dafür, daß die georgischen „Menschewiki“ handelten nicht als eine georgische Partei, sondern – auch in der Tat – ein Bestandteil der russischen sozialdemokratischen Partei blieben. Insofern war für sie der Standpunkt - die russische Staatlichkeit - die natürlich die Staatlichkeit Georgiens gar nicht beabsichtigte. 1912 willigte die RSDAP die Autonomie des Kaukasus und waren die Bolschewisten und Menschewiki sich in Prinzip einig. Im Gegenteil forderten die Sozialist-Föderalisten in der Staatsduma die Autonomie Georgiens.80 Die Sozialist-Föderalisten von Anfang her waren eine Blockorganisation. Die Unterschiedliche, nichtsozialistische Position in dem sozialen Bereich und Forderung der völligen Unabhängigkeit Georgiens, war ein Grund des Abtrennens von der Partei eines national-demokratischen
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Ebenda, S.319. Es ist erwähnenswert, daß die heutigen sogenannten “ethnischen Konflikte” im Transkaukasus tatsächlich eben die Folgen der Stalinischen Auffassung von den “territoriellen Autonomien” sind und unseres Erachtens, sollten eben in diesem Hintergrund von den Wissenschaftlern, oder Politiker untersucht werden. 80 Siehe: Zeitung “Imereti” 1912, № 75; Bendianischwili, A., a. a. O., S.198.

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Flügels. Obwohl die Nationaldemokratische Partei formell erst im 1917 ausgestaltet wurde, aber die Arbeit in dieser Richtung begann viel früher. 1913 wieder in Genf formierte sich eine Gruppe „Freies Georgien.“ Einer der aktivsten Mitglieder dieser Gruppe war P. Surguladse. Die National-Demokraten forderten volle Unabhängigkeit Georgiens, aber mit der Rücksicht auf die Realität machten zu ihrem Schwerpunkt die vertragsmäßigen Beziehungen mit Russland. Aus taktischen Gründen willigten sie auch die Autonomie in der Kaukasischen Föderation, aber als Hauptziel beabsichtigten sie die volle Unabhängigkeit des Landes.81 In die Heimat zurückgekehrt handeln die Nationaldemokraten entsprechend der Realität vor Ort. Petre Surguladse aber bleibt in Genf und soll eine Wichtige Aufgabe erfüllen. Er sollte aktive politische Tätigkeit betreiben bezüglich der Mitglieder der Mittelmächte, um von denen eine Zusage zu erhalten im Falle des Sieges die Unabhängigkeit Georgiens anzuerkennen. Er hat Kontakte aufgenommen mit ehemaligem Anarchisten, in Deutschland studierenden Assyriologen Michail Tsereteli und den jungen Fürsten Giorgi Matschabeli, die in Berlin mit der Zustimmung von Regierung Deutschlands ein „Komitee der nationaler Unabhängigkeit Georgiens“ gründeten. Das Hauptziel der Organisation war von den Regierungen Deutschlands und der Türkei die Garantien zu erhalten, daß im Falle des Sieges seitens der Mittelmächte Georgien zu einem unabhängigen politischen Organismus anerkannt würde. Es sollte auch gesagt sein, dass eine andere Gruppe der georgischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, angeführt von einem ebenfalls ehemaligen Anarchisten Warlam Tscherkesischwili, analogische Tätigkeit begangen hat, aber bezüglich der Entente Mitglieder… Die Tätigkeit des „Komitees der nationalen Unabhängigkeit Georgiens“ passte aber ganz gut in die so genannte „Revolutionierungspolitik,“ welche die Deutsche Regierung gegenüber den Peripheriestaaten Russlands betrieb. Der Kriegsverlauf bis Ende des Jahres 1918 gab die Möglichkeit die Tätigkeit des „Komitees“ als im Prinzip erfolgreich zu bewerten. Das Hauptziel wurde erreicht am 26. Mai 1918 hat Georgien Unabhängigkeit erklärt, daß mittels eines provisorischen Vertrages (28 Mai 1918) von Deutschland de facto anerkannt wurde. Auf dieser Grundlage erfolgte die Unterzeichnung des –russisch-georgischen Abkommens am 7. Mai 1920, auf derselben Grundlage wurde Georgien de jure von den führenden Ländern der Welt anerkannt.
Tschchikwischwili, G., Die National Demokratische Partei Georgiens im Kampf um die nationalstaatliche Unabhängigkeit, Tbilissi, 1992.
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Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag „Zur Geschichte des Unabhängigkeitskampfes, der nationalen Bewegung und zum Problem der Wiederherstellung der Staatlichkeit in Georgien 1801-1914” stellt eine ausführliche Schilderung der Prozesse dar, welche sich in der Zeit von 1801 bis 1914 in Georgien abgespielt haben. Da diese Ereignisse für europäische Historiker kaum bzw. weniger bekannt sind, habe ich mich zunächst mit der Schilderungschronik der Ereignisse beschränkt, wenn diese mitunter auch Einschätzungselemente und Bemerkungen enthält. Der Beitrag bietet die Periodisierung der Georgischen Nationalen Befreiungsbewegung. Auf der Grundlage der georgischen Quellen und Fachliteratur wird die Entwicklungsdynamik der Gesellschaftlichen Meinung verfolgt, ebenso wie die ideologische und strategische Einstellung einzelner politischen Parteien zur Frage der Staatlichen Unabhängigkeit bzw. der Autonomie. Besondere Aufmerksamkeit wird der Einstellung georgischer Sozial-Demokraten gewidmet, indem eindeutig darauf verwiesen wird, dass die georgischen Sozial-Demokraten, die 1918 die Staatsgewalt übernommen haben, niemals eine selbstständige Partei dargestellt haben. Die SDP war nur eine georgische Fraktion der RSDAP. Im ähnlichen Kontext wird auch die nationale Einstellung der georgischen Bolschewiki behandelt. Besonderer Akzent liegt auf dem Werk des damaligen Anführers der georgischen Bolschewiki J. Stalin „Marxismus und die Nationalfrage.“ Dieses Werk wird auch insofern kritisch betrachtet, weil es deutlich markierte Aussagen enthält, welche sich auf die heutigen Konflikte in der Kaukasusregion beziehen, d. h. diese Konflikte sollen (oder auch müssen) im Kontext der Stalinschen „Nationalpolitik“ betrachtet werden. Wir halten es für notwendig die „Nationale Politik“ von Stalin auch weiterhin zu erforschen. Es stellt einen entscheidenden Faktor der im Kaukasus bestehenden Konfliktgenesis dar. Es ist weitgehend bekannt, dass die Bolschewiki jeden ihrer Schritte auf eine theoretische Grundlage gebettet hatten. Darum erweist es sich unseres Erachtens als wichtig, neben der wissenschaftlichen Erforschung von Leninismus und Stalinismus auch die theoretischen Ansichten des Regimes zu studieren. Die Schrift von Stalin 36

„Marxismus und die Nationalfrage“ gilt als Manifest der Nationalpolitik der Bolschewiki und darum ist ihre tiefgehende Analyse unbedingt erforderlich.

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