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Sechs Fragen mit Zusatzfrage

alle Interviews aus 2010

aus dem Finance Blog

www.finance20.de

Alle Interviews wurden geführt vom Autor des Blogs:

Boris Janek

Suche ständig weitere Interviewpartner aus der Finanz- oder Internetbranche

Interessenten senden bitte eine Mail an boris.janek@googlemail.com oder

kontaktieren mich auf twitter @electrouncle


Interviews mit
Anette Straßburger Chefbloggerin der R+V 24

Jochen Döring Digital Native

Marco Ripanti CEO der ekaboo GmbH und Gründer von yiid.com

Katharina Beck Institut für Social Banking

Axel Liebetrau Zufkunftsforscher und Managementberater

Matthias Kröner Fidorbank AG

Thorsten Hahn Banking Club

Frank Kleinert Innovationsmanager bei einer Rechenzentrale

Alexandre Janicki Credible Finance

Herr Carlo Bewersdorf Asstel ProKunde

Florian Schwarz und


Florian Schwarzbauer Die Bankonauten

Marko Haschej Raiffeisenbank Eberndorf

Guido Augustin Bürgschaftsbank Hessen

Lothar Lochmaier Social Banking 2.0)

Suitbert Monz R+V

Dr. Harald Meissner Hochschulprofessor und Unternehmer

Mustapha Behan whofinance


Sechs Fragen mit Zusatzfrage: Annette Straßburger R+V 24
Veröffentlicht am Dezember 13, 2010 im Blog www.finance20.de

Anette Straßburger arbeitet für die R+V Direktversicherung AG im Bereich Online Marketing. Die
R+V Direktversicherung AG ist seit mehreren Monaten auf verschiedenen Social Media
Plattformen aktiv. Eines der eingesetzten Instrumente ist ein Blog, der von Frau Straßburger
geführt wird

Frau Straßburger war so freundlich mir einige Fragen zu beantworten. Bloggen gehört aktuell nicht
zu den Lieblingsbetätigungen der genossenschaftlichen Bankengruppen. Die wenigen Banken
und Zentralinstitute, die Social Media nutzen tummeln sich – wohl wegen der vermeindlich
geringen Aufwände und schnell sichtbaren Erfolge- eher bei Facebook oder auf twitter. Um so
interessanter finde ich die Blogging Aktivitäten der R+V Direktversicherung AG. Aber lesen Sie
selbst.

Wie wird man zu einer Unternehmensbloggerin?

Seit Anfang 2009 beschäftige ich mich mit Social Media und den Möglichkeiten und Potenzialen,
die die sozialen Netzwerke für ein junge Direktversicherung wie der R+V24 bieten. In
Zusammenarbeit mit einem PR-Berater haben wir eine Social Media Strategie für R+V und
R+V24 entwickelt. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie war u.a. auch die Einrichtung des R+V-
Unternehmensblogs. Als Initiatorin sehe ich mich daher natürlich auch in der Pflicht regelmäßig zu
bloggen.

Welche Erfahrungen haben Sie vor Ihrer Blogging Aktivität für die R+V bereits im
Internet gesammelt?

Ich beschäftige mich eigentlich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Internet. Bevor ich den
Aufbau der sozialen Netzwerke für R+V24 übernommen habe, habe ich bereits Erfahrungen mit
dem Aufbau von Webauftritten aus Usability-Sicht gesammelt. Darüber hinaus betreibe ich das
Suchmaschinen-Marketing und die Suchmaschinen-Optimierung für R+V24. Seit 2008 habe ich
den Aufbau und Implementierung eines Webcontrolling-Tools vorangetrieben. Das Internet ist
mir insofern in vielen Facetten ein geläufiges Medium und ständig kommt Neues hinzu. Das
nächste spannende Thema wird der mobile Auftritt von R+V24 sein.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte eine Bloggerin mitbringen?

Als Bloggerin sollte man gerne schreiben und recherchieren und immer auf der Suche nach
interessanten Themen sein. Da ich unseren Twitterkanal (http://www.twitter.com/rv24_de)
mehrmals täglich mit Neuigkeiten rund um Auto, Mobilität und Versicherung „ füttere“, sitze ich
sozusagen an der Quelle.

Wie viel Zeit verbringen Sie in der Woche mit bloggen?

Da ich nicht nur selbst blogge, sondern auch unsere Autoren unterstütze und berate,
verbringe ich in der Woche ca. 3 Stunden meiner Arbeitszeit mit Tätigkeiten rund um
das Blog. Dazu gehört auch das Controlling und die Promotion des Blogs im
Unternehmen.

Welche Arbeiten fallen bei der Erstellung eines Blog Beitrages an?

Bloggen heißt mehr als nur für das Web zu schreiben. Zunächst ist es wichtig ein griffiges Thema
zu finden, das für die Leser von Interesse sein könnte. Hierfür recherchiere ich
Hintergrundinformationen, führe Interviews mit Fachleuten aus dem Hause und suche auch noch
das ein oder andere passende Bild für den Blogbeitrag. Der Artikel selbst sollte natürlich in einer
möglichst leicht verständlichen Sprache aufbereitet werden, so dass auch beim schnellen
Scannen über den Artikel der Inhalt leicht erfassbar ist.

Wie ist die Resonanz auf Ihren Blog? Was funktioniert, was funktioniert nicht so gut?

Der R+V-Unternehmensblog ist noch recht neu und relativ unbekannt. Der Launch war am
18.08.2010, d.h. wir sind jetzt seit ca. 100 Tagen im Netz. Ein Anlass, um zurückzublicken und
das erste Fazit zu ziehen. Die Resonanz auf den Blog war bisher durchweg positiv. Zurzeit
arbeite ich an einem Konzept, um die Bekanntheit der Seite http://www.ruv-blog.de zu
verbessern. Damit erhoffe ich mir mehr Kommentare auf die einzelnen Artikel. Momentan
probieren wir noch sehr viel aus und zwar hinsichtlich der Auswahl der „ richtigen“ Themen, der
Länge der Artikel, der Anzahl der Artikel pro Woche, etc.

6.) Welche Ziele verfolgen Sie mit den Blogging Aktivitäten?

Ein wichtiges Ziel ist, die Markenbekanntheit der Marke R+V im Netz weiter zu stärken. Dies
geschieht im Zusammenklang mit unseren anderen Social Media Aktiviäten wie Twitter,
Facebook, YouTube und demnächst auch unseren Social Media Newsroom. Wir möchten
zeigen, dass auch eine eher konservative Branche wie die Versicherungsbranche in den sozialen
Netzen überzeugend auftreten kann. Mit dem Blog haben wir die Möglichkeit, die Menschen
unseres Unternehmens zu zeigen, über ihre Tätigkeiten zu berichten und die Themen
vorzustellen, die sie vorantreiben. Wir wollen uns für unsere Kunden und Interessenten öffnen
und ihnen die Möglichkeit bieten, über diese Medien mit uns in Kontakt oder besser in den Dialog
zu treten.

7.) Die private Zusatzfrage:

Welches Buch lesen Sie gerade und gibt es ein Buch, welches Sie Bloggern zum Einstieg
empfehlen können?

Ich lese gerade

Fridtjof Nansen: In Nacht und Eis. Die norwegische Polarexpedition 1893 – 1896.

Für Blogger empfehle ich das Buch von Jeff Jarvis:


Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert.

Vielen Dank für das Gespräch und zumindest das zweite Buch kann ich ebenfalls sehr empfehlen.
Vielleicht als Weihnachtsgeschenk. Vielleicht für den Vorstand Ihrer Bank.
Fragen und eine Zusatzfrage an einen (fast) Digital Native
Veröffentlicht am November 18, 2010 auf www.finance20.de
i

Die Frage, wie das Mediennutzungsverhalten der jungen Menschen, die Entwicklung von
Banken, deren zukünftige Kommunikations- und Vertriebswege und deren Arbeitswelt verändert,
beschäftigt mich hier in letzter Zeit häufiger. Bevor es bald den zweiten Teil meines Artikels zur
Generation Y gibt, er wird von der Arbeitswelt der Banken handeln, nun ein Interview mit einem
jungen Mann, der in sechs spannenden Antworten beschreibt, welche Bedeutung das Internet in
seinem Lebensalltag hat und welche Erwartungen er in diesem Zusammenhang an Banken stellt.
Jochen Döring ist eigentlich vier Jahre zu alt, um definitorisch noch als Digital Native durchzugehen.
Sein Internetverhalten ist allerdings eines Digital Natives durchaus würdig.
Hier gibt es mehr Informationen zu Jochen

Und jetzt geht es los:

Du gehörst zu den sogenannten Digital Natives. Bitte beschreibe mir, wie Du die
digitalen Medien an einem typischen Tag nutzt?

Meine ersten Kontakt mit dem Netz hatte ich 1994 im Hochschulrechenzentrum meiner
Heimatstadt, da erinnere ich mich noch an Wetterkarten die abgerufen habe. Durch meinen Bruder
hatte ich dann (langsamen, analogen) Zugang über das Uninetz, seitdem bin ich online. 2003 bin
ich in einer Kölner Onlineredaktion quer eingestiegen. Dort hatte ich dann Kontakt zu
Marketingthemen, habe mich weitergebildet und an verschieden Projekten gearbeitet, seit
diesem Jahr arbeite ich freiberuflich. Aber nun zu meinem typischen Tag. Beim Frühstück checke
ich die Nachrichteneingänge und News auf den üblichen Kanälen. Normalerweise läuft immer mein
Desktop-Rechner, daneben nutze manchmal parallel einen Laptop und für unterwegs ein
Smartphone. Daneben tickert twitter, das schalte ich aber auch gerne mal stumm. Auch Facebook
ist im Hintergrund aktiv. Obendrein habe ich häufig noch ein Instant-Messaging-Dienst offen und
tausche mich mit meinem Netzwerk aus. Da ich beruflich auch viel im Netz unterwegs bin, gibt da
keine klare Trennung. Für einige Arbeiten nutze ich auch noch Dropbox als Cloud und
kollaborative Plattformen. Im großen und ganzen bin ich immer vom Web umgeben, wenn ich es
nicht bewusst abschalte.

Nutzt Du noch andere Medien und welche Bedeutung haben diese im Vergleich zu den
digitalen Medien für Dich?

Andere Medien? Das hat radikal abgenommen die letzten Jahre, vor 15 Jahren hatte ich sogar
mal eine Zeitung abonniert, heute lese ich vielleicht mal eine Sonntagsausgabe, wenn ich auf
Reisen bin. Ab und zu kaufe ich auch mal eine Zeitschrift. Einen Fernseher besitze ich derzeit auch
nicht, ebenso kein separates Radio. Nichtsdestotrotz finde ich Medien wichtig, die mir Inhalte
anbieten, nach denen ich Inch sowieso schon suche, z. B. Radio statt Podscast. Einen festen
Platz in meiner Mediennutzung hat noch das Buch aus Papier, ob ich das einmal gegen einen
ausgereiften E-Book-Reader tauschen werde, weiß ich noch nicht. Musik habe ich auch lange nicht
mehr von CD gehört, meinen MD-Player habe ich vor Jahren schon verschenkt und meine MCs
stauben vor sich hin. Meine Musiksammlung ist fast komplett digitalisiert und neue Musik beziehe
ich auch digital.

Was erwartest Du von Deiner Bank?

An erster Stelle Seriosität und Verlässlichkeit. Das Vertrauen in Banken hat in letzter Zeit natürlich
gelitten, deshalb finde ich auch neue Ansätze wie smava interessant. Für den Zahlungsverkehr
habe ich bisher keine Alternativen, da besteht ein klares Abhängigkeitsverhältnis. Eigentlich kann
ich nur die Leistungen vergleichen und gucken, ob es eine ‘ethics policy’ gibt, mit der ich Leben
kann. Banken wie die GLS-Bank sind da sicher Vorreiter, alleine die Konditionen halten mich dann
(bisher) doch ab. Eine gute Nutzbarkeit, vor allem beim Onlinebanking (benutze auch eine
mobile App), ist mich wichtig, da habe ich schon einige lästige Überraschungen erlebt. Die
Sicherheitstandards beim Onlinebanking sind auch entscheidend, da wundert doch z. B., das
viele Banken noch vierstellige numerische PINs zum anmelden vorgeben.

Soll diese so bleiben wie sie ist oder erwartest du diese auch in sozialen Netzwerken
oder bei twitter treffen und ansprechen zu können?

Einen Gefällt-mir-Button für meinen Kontostand brauche ich sicher nicht;) Wenn es Banken aber
schaffen sollten, sich durch ihre Präsenz den Kunden gegenüber zu öffnen und eine ernsthafte
Transparenz schaffen, dann wäre es doch ein Versuch wert. Zurzeit bin ich aber noch weit davon
entfernt, mich mit einem klassischen Bankinstitut als Freund z. B. auf Facebook zu „befreunden“.
Und wenn SM-Kanäle bedient werden, dann sollten sie auch bespielt werden, bei einer Anfrage
zur Usability bei der Commerzbank habe ich schlicht keine Antwort erhalten, das bleibt natürlich
negativ hängen. Grundsätzlich begrüße ich zusätzliche und unbürokratische Kanäle.
5. Wie sähe Dein bevorzugter Arbeitsplatz aus?
Idealerweise so: klare Strukturen und organisatorische Absprachen, echtes Teamplay, genug
Freiheiten bei der Arbeitsgestaltung, flexible Arbeitszeitkonzepte und die Möglichkeit out-of-
office zu arbeiten sowie attraktive Entwicklungsmöglichkeiten. Zudem ein zentrales Büro in einer
Großstadt mit angenehmen ‘workspace’, das ich mitgestalten kann.

Wäre eine Bank ein potentieller Arbeitgeber und wenn nein – warum nicht?

Ja, warum denn nicht? Wenn es dort Arbeitsplätze gibt, wie ich sie eben beschrieben habe.

Wenn Dir ein anderes Unternehmen Finanzprodukte anbieten würde (z.B. Apple)
würdest Du diese nutzen?

Eher nein. Angebote wie die z. B. die C&A Bank überzeugen mich nicht, da denke ich „Schuster
bleib bei deinem Leisten“, da bin ich eher konservativ und vertraue eher etablierten Instituten. Bei
Mikropayment sieht das etwas anders aus, ein vernünftiges Mikropayment-System (sicher,
einfach und schnell) würde ich z. B. auch von Apple nutzen.

Die Zusatzfrage

Welchen Film hast Du zuletzt geschaut und welche Musik hörst Du gerade?

Tatsächlich: The Social Network. Musikalisch begleitet mich gerade „Wrong Shirt EP“ von Till
Krüger auf meinem Lieblingslabel „200 Records“
Sechs Fragen von Boris, sechs Antworten von Marco Ripanti
Veröffentlicht am September 23, 2010 auf www.finance20.de

Marco Ripanti ist Gründer und CEO der ekaabo GmbH, die u.a. die Identitätsplattform yiid.com
entwickelt hat. Er ist ein ausgesprochener Netzwerkexperte, der auf eine langjährige Erfahrung mit
dem Internet zurückblicken kann. Als Unternehmer hat er natürlich auch viel mit Banken zu tun. Ob
Social Media dabei eine besondere Rolle spielt, war eine der mich interessierenden Fragen. Ich
freue mich sehr in Marco Ripanti einen weiteren interessanten Interviewpartner für meine kleine
Reihe gefunden zu haben. Wer selber einmal einige Fragen beantworten möchte, kann sich
gerne über die diversen Social Media Kanäle mit mir in Verbindung setzen. Aber jetzt sollten Sie
weiter lesen.

Sie sind Gründer und Betreiber des Internetdienstes yiid, Erzählen Sie bitte kurz etwas
über den Zweck und die Anwendungsmöglichkeiten dieses Dienstes!

Yiid steht mit seinen Anfangsbuchstaben für Your Internet ID und hilft dem Internetnutzer dabei
seine Online-Identitäten zentral zu überblicken. Beispielsweise kann jeder mit einem Yiid-Zugang
einfach jeden Inhalt im Internet über die Gefällt-mir-Schaltfläche oder die Gefällt-mir-nicht-
Schaltfläche kommentieren. Diese Meinungsäußerung erscheint dann direkt in den Sozialen
Netzwerken seiner Wahl. Der Nutzer entscheidet ob die Meinungsäußerung nur in Facebook
oder auch auf Twitter, LinkedIn oder Google Buzz für seine Kontakte zu sehen sein soll. Der
Zweck ist denkbar einfach zu erklären: Mit Yiid können die Nutzer selbst entscheiden wo sie sich
mit ihrer Meinung präsentieren.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es oder sehen Sie für Unternehmen bzw.


Banken?

Gerade die Finanzwelt ist für viele Menschen ein Dschungel mit vielen Fragezeichen. Wer kein
Finanzexperte ist aber trotzdem einen Finanzierer sucht oder Geld gut anlegen möchte, ist froh
über informative Empfehlungen. Die Entscheidung kann keine Internetempfehlung dem einzelnen
abnehmen. Aber den Weg zur richtigen Entscheidung durchschlagend bahnen kann sie durchaus!
Wie stark beeinflusst das Internet heute ihr privates und berufliches Leben? Was sind die
wesentlichen Veränderungen.

Von Null auf Hundert. Als ich als 20jähriger meine erste IT-Schulung hielt habe ich mir meinen
ersten Rechner angeschafft und mich eingearbeitet. Danach ging es rasend schnell und
Internetprojekt folgte auf das nächste.

Für meinen dreijährigen Sohn ist es das einfachste von der Welt sich mit Hilfe der Favoriten bei
Youtube den richtigen Film einzuschalten. Meine einjährige Tochter stibitzt mir morgens mein
iPhone und findet darauf ihre Lieblingsfolge Barbapapa. Das Internet ist für uns schon lange
selbstverständlicher Wegbegleiter. Einzig als wir vor drei Wochen an der Ostsee zelteten,
während ein Orkan wehte und es wie aus Eimern schüttete, war der Internetausfall nur am Rande
ein Thema.

Als Netzwerkexperte möchte ich Sie um eine kurze Einschätzung bitten: Wie können
Banken Internet Netzwerke nutzen?

Banken sollten Internet Netzwerke vor allem überhaupt nutzen. Gerade in Deutschland sprechen
die Menschen nicht gern über Geld und müssen oft lange recherchieren um Antworten auf ihre
dringenden Fragen zu erhalten. Banken sollten hier ein paar Schritte vorwärts preschen und den
potentiellen Kunden mehr Informationen liefern. Diese Informationen müssen klar verständlich und
transparent sein. Selbst wenn ein potentieller Kunde, der sich ausführlich informiert hat und
Empfehlungen abgibt, letztlich zu einer anderen Bank geht, so hat die Bank, die offen über die
Sozialen Netzwerke kommuniziert hat trotzdem Pluspunkte gesammelt: Jede Empfehlung in den
Sozialen Netzwerken optimiert den Prozess, der aus Interessenten Kunden macht.

Und wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Bank verändert? Erwarten Sie von
dieser überhaupt den Dialog über Social Media?

Ehrlich gesagt erwarte ich es von meiner Bank nicht. Ich bin auch kein zufriedener Kunde und
scheue den Wechsel wegen des großen administrativen Aufwands. Ich bin froh, dass ich
wenigstens per eMail mit meiner Bank kommunizieren kann, weiß aber auch, dass der Account
von ganz vielen Mitarbeitern gemeinsam genutzt wird, ich also schon mal warten muss bis sich
ein Mitarbeiter angesprochen fühlt und antwortet. Würde meine Bank sich aber wider Erwarten
den Sozialen Medien öffnen und aufhören den Teufel Internet an die Wand zu malen, würde ich
schnell ein begeisterter Kunde werden und meine Bank jedem weiter empfehlen!
Was bedeutet Identität im Internet? Wie stelle ich diese als Unternehmen oder Person her

Es gibt Unternehmen und Personen, die fragen sich ob sie eine Identität im Netz brauchen. Sie
brauchen keine, denn sie haben schon eine. Im eigenen Interesse sollten sie versuchen das
Beste aus ihr heraus zu holen. Eine Person möchte vielleicht einfach nur sympathisch wirken
während eine Bank mit vielen anderen Anbietern um das Vertrauen der Kunden buhlt – ob sie
nun die Identität pflegt oder nicht. Keine Aussage ist auch eine Aussage.

Die Zusatzfrage:

Was macht für Sie ein gelungenes Wochenende aus?

Zu einem gelungenem Wochenende gehören für mich ein gemütliches, ausgedehntes


Familienfrühstück, ein paar Stunden Boulespielen an der frischen Luft, das passende Wetter zum
Grillen und genug Zeit für die Lektüre und das Kommentieren spannender Neuigkeiten aus den
Sozialen Medien.
6 Fragen von Boris Janek an Katharina Beck
Veröffentlicht am September 6, 2010 auf www.finance20.de

Anmerkung:
Das Interview mit Katharina Beck wurde schon vor mehreren Wochen geführt. Es lag zeitlich also
vor dem Ende der Noa Bank
Katharina Beck ist Managing Director beim Institut für Social Banking in Bochum. Ich freue mich
über ihre Bereitschaft mir ca. sechs Interviewfragen und eine Zusatzfrage zu beantworten. Ein
letzter Höhepunkt bevor in diesem Blog für kurze Zeit Urlaubsruhe einkehrt.

Was ist Social Banking?

Social Banking ist ein Bankwesen, das sich an den Bedürfnissen von Mensch und Natur orientiert.
Hier steht das gesellschaftliche Wohl im Mittelpunkt, das mit dem Medium Geld verbessert
werden soll. Profite dienen dem Aufbau des Geschäftsmodells und ihre Maximierung ist bei
keiner Social Bank Unternehmensziel. Social Banks übernehmen Verantwortung dafür, welche
Projekte sie finanzieren und wo sie ihr Geld anlegen. Social Banking ist transparent und stellt sich
dem gesellschaftlichen Dialog.
Ich möchte gern dazu sagen, dass es keine fest stehende, wissenschaftliche Definition von Social
Banking gibt. Und auch in der Praxis haben viele Banken einen unterschiedlichen Fokus in Bezug
auf die Sektoren, die sie primär finanzieren. Aber die genannten Merkmale sind es, die alle jene
Banken charakterisieren, welche wir Social Banks nennen.
Social Banking 2.0 erhält zunehmend Bedeutung. Hier geht es um ein auf dem Web 2.0
basierendes Bankwesen, das sich vor allem durch Transparenz und Partizipation auszeichnet.
Was mit dem Geld dort finanziert wird, steht hier aber im Gegensatz zum Social Banking nicht im
Mittelpunkt. Bei Social Banking geht es um das Was, bei Social Banking 2.0 um das Wie.

Wer kann sich Social Banking eigentlich leisten?

Jeder. Es kommt auf die Prioritäten an, die man im Leben setzt. Ist man ausschließlich auf eine
hohe Rendite aus, dann kann man sich Social Banking nicht leisten, muss aber akzeptieren, dass
man wahrscheinlich Rüstungsfirmen, Kinderarbeit und Umweltzerstörung mitfinanziert. Geld ist
häufig zum einzigen Ziel, ja zum Selbstzweck im Banking geworden. Man vergisst, dass man mit
Geld die Gesellschaft formt.

Girokonten bei Social Banks sind übrigens in der Summe nicht teurer, wie auch gerade die Börse
Online wieder belegt hat. Und die Anlagerenditen sind marktüblich und nicht wie oft angenommen
unterdurchschnittlich. Angreiferkonditionen wird man allerdings bei einer Social Bank nicht finden
können.

Warum ist Banking heute nur so selten „Social“? Müssen wir nicht weitere
gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Grundlagen schaffen, damit Social
Banking überhaupt möglich und zukunftsfähig ist?

Ihre zweite erläuternde Frage stellt ja schon die Hypothese auf, dass wir einen Wertewandel
benötigen, um ein soziales Bankwesen überhaupt ermöglichen könnten. Dem stimme ich zu. Die
Frage ist allerdings, wie man zu diesem neuen Bewusstsein kommt.
Zunächst muss überhaupt erst einmal offen und transparent über Geld gesprochen werden. Ich
muss wissen, dass Geld keine abstrakte Zahl ist, sondern ganz reale Effekte hat. Über die gilt es,
sich auszutauschen. Wie das Geld- und Wirtschaftssystem funktioniert, muss stärker in die
schulische Bildung einfließen. An Wirtschaftsfakultäten müssen die Umwelt- und sozialen Kosten
in die Modelle eingepreist werden. Beziehungsweise die Studierenden müssen lernen, dass sich
vielleicht nicht alles, was dem Menschen wichtig ist, metrisch messen lässt. Auch hier ist ein
dynamischer Dialog der Wissenschaften gefordert. Interdisziplinäres Lernen wird eine immer
zentralere Rolle spielen.
Der Staat darf die unglaublich befruchtende Rolle der Kultur nicht vergessen und sollte sich von
einigen Einflüssen emanzipieren, um sich wieder stärker für Kunst, Kultur und Kreativität
einzusetzen. Denn für die ganzen Probleme (Klimawandel, Armut, Urbanisierung,
Bevölkerungsexplosion im Süden, -Rückgang im Norden, Energieversorgung), vor denen wir
dummerweise nun mal stehen, bedarf es kreativer Menschen, die „out of the box“ denken und
handeln können. Hier ist auch Mut gefragt, alte Modelle noch einmal auf ihre Tauglichkeit zu prüfen
oder völlig neue Ansätze umzusetzen.

Gibt es einen Trend zum sozialen Banking? Und welche Verbraucher werden Kunde
einer sozialen Bank?

Wir erkennen ganz klar einen Trend zu mehr Interesse an unserer Arbeit als vor dem öffentlichen
Ausbruch der Finanzkrise 2008. Diese Menschen kommen aus den unterschiedlichsten
Bereichen. Ich kenne Studien, die davon ausgehen, dass ca. 30% der Deutschen zu potenzielle
Kunden von Social Banks sind. Generell wird angenommen, dass diese Menschen ein hohes
Bildungsniveau haben und zum besser gestellten sozioökonomischen Milieu gehören.
Verbraucherstudien und die Kundenprofile von Social Banks stehen allerdings derzeit nicht im
Fokus meiner Arbeit, weswegen ich diese Frage an unsere Mitgliedsinstitutionen – alles Social
Banks – in Deutschland, die GLS Bank und die Triodos Bank, weitergeben möchte.
Mir persönliche gefiele es sehr, wenn Social Banking zum Normalfall würde, denn nicht nur gut
gebildete und sozioökonomisch gut gestellte Menschen haben Interesse daran, dass mit ihrem
Geld keine Kinderarbeit und/oder Gewalt finanziert werden. Die Annahme des elitären Social
Banking steht für mich nicht im Einklang mit dem Ziel einer gerechteren Gesellschaft für alle. Social
Banking ist kein Produkt, mit dem man sich schmückt, sondern vielmehr eine Grundeinstellung, die
von Verantwortungsliebe und einer Freude an einer glücklicheren Gesellschaft geprägt ist.

Ist der Ausbildungsgang zum Social Banking manchmal auch so etwas wie eine
Umerziehungsmassnahme, d.h. müssen soziale Banker erst einmal alles verlernen,
was sie in ihrem Leben gelernt haben?

Der Slogan des MA Social Banking and Social Finance, auf den Sie sich sicher beziehen, ist “Be
the change.”. Er richtet sich an Berufstätige mit mehrjähriger Erfahrung im Banken- und
Finanzsektor. Uns ist es wichtig, dass unsere Studierenden ihr eigenes Veränderungspotenzial
erkennen. Sie sollen befähigt werden, dieses zu nutzen, um sich in ihrer eigenen Berufspraxis für
ein “besseres” Banken- und Finanzwesen einzusetzen.
Der Studiengang ist freiwillig. Wer nicht inhärent Freude daran hat, sich selbst und seine Arbeit
kritisch zu reflektieren, wird diesen Studiengang gar nicht erst beginnen. Der Begriff
„Umerziehungsmaßnahme“ hört sich so an, als würden wir brachial von vorne her Unterricht
machen. Bei uns sind die Studierenden aber selbst die Experten, wir unterstützen sie „nur“
methodisch und inhaltlich auf ihrem akademischen Weg der Veränderung.
Da es sich bei den Kompetenzen eines Social Bankers viel um so genannte „weiche Faktoren“
handelt, sollten soziale Banker überhaupt nicht alles verlernen, was sie in ihrem Leben gelernt
haben. Ganz im Gegenteil, als sozialer Banker greift man auf viel mehr (soziale und kognitive)
Kompetenzen zurück, als man dies als „normaler“ Banker tut, bei dem das einzige Ziel der
Verkauf / die Profitmaximierung ist. Soziale Banker haben die spannende Aufgabe, ständig
betriebswirtschaftliche, soziale und ökologische Kriterien in Einklang bringen zu dürfen. Dafür
benötigen sie alle möglichen Kompetenzen, die sie in ihrem bisherigen Leben gelernt haben.

Braucht man für Social Banking das Internet? Hilft das Internet und insbesondere
Social Media ihrer Mission?

Für Social Banking in unserem Sinne „braucht“ man das Internet nicht. Wie gesagt geht es darum,
was die Bank finanziert und welche Projekte in der Gesellschaft gefördert werden.
Das Social Web mit seinen Partizipationsmöglichkeiten bietet aber sehr gute Tools, um das Wie
des Social Banking stärker zu betrachten. Dabei geht es nämlich um Transparenz und Dialog,
wirklichen offenen Dialog und nicht eine unidirektionale Marketingkampagne. Im interaktiven Web
2.0 sind zentrale Werte wie Transparenz, Dialog und Partizipation in Besonderer Weise
umsetzbar. Deswegen erachte ich das Social Web als herausragende Möglichkeit für die Social
Banks, ihre Werte stärker zu leben und mit ihren Kunden zu teilen.

Die Zusatzfrage:

Nennen Sie mir doch einmal Ihren Lieblingsfilm und sagen Sie mir warum man diesen
Film unbedingt sehen sollte?

Ich habe keinen Lieblingsfilm, außer vielleicht „The Life of Brian“. Dazu muss ich ja wohl nichts
sagen. ;)
Ein lustiger Film, den ich gern empfehle, weil er so polemisch ist, dass er schon wieder toll ist, ist
der Money Clip von Greencity Energy. http://kathabeck.wordpress.com/2010/03/06/weist-du-
was-dein-geld-so-treibt/

Außerdem natürlich „The story of stuff“ und alle anderen „The story of..“-Filme.
http://www.storyofstuff.com
Axel Liebetrau und die 6 Fragen
Veröffentlicht am August 17, 2010 auf www.finance20.de

Mein Interviewpartner

Axel Liebetrau ist Experte für Innovation und Zukunft und er kennt sich gut aus mit Banken. Was
nicht weiter verwunderlich ist, wenn man auf seinen beruflichen und akademischen Weg schaut:
Neben seinen 20 Jahren Praxiserfahrung als Banker, Trainer und Managementberater hat er eine
fundierte akademische Ausbildung als Dipl. Betriebswirt (FH) und MBA in International
Management Consulting.

Auf Xing moderiert Axel Liebetrau die Gruppe Zukunftstrends in den Bereichen Banken,
Versicherung und Rückversicherung und ich freue mich, dass ich hier seit einigen Tagen auch als
Co – Moderator fungieren darf. Auch auf den Kundenveranstaltungen der VR NetWorld GmbH
war Herr Liebetrau mit einem sehr Vortrag aktiv. Zusätzlich stellte er sich auch noch einem Video
Interview welches ich auch nicht vorenthalten möchte. Ich stelle es dann morgen hier ein Und Herr
Liebetrau wies mich zurecht darauf hin, dass aus den angedrohten sechs Fragen dann insgesamt
15 Fragen wurden, aber wer fällt schon auf die Überschriften von Artikeln oder auch die Titel von
Fernsehsendungen rein?
Das Interview mit etwas mehr als 6 Fragen

Die Frage muss ich einfach stellen: Was ist eigentlich Zukunft?

Philosophen, Denker und Trend- und Zukunftsforscher haben seit Menschengedenken ihre
Gedanken und Definitionen hierzu gemacht und die Literatur füllt ganze Bibliotheken. Ich will mich
in diesem Blog allerdings nicht philosophisch, sondern eher nüchtern und pragmatisch einer
möglichen Definition nähern. Nüchtern gesehen ist Zukunft die Zeit, welche subjektiv noch vor uns
liegt. Pragmatisch gesehen, ist Zukunft ein Möglichkeitsraum, welchen wir gestalten können. Diese
unternehmerisch geprägte Definition ist meine liebste Sichtweise auf die Zukunft.

Und wo wir schon einmal beim Thema sind. Was wird die Zukunft den Banken bringen?
Wird es sie überhaupt noch geben?

Gestaltungsmöglichkeiten! Die Zukunft bringt den Banken und jedem anderen auch einen
Möglichkeitsraum. Manche Unternehmer halten die Beschäftigung mit zukünftigen
Gestaltungsmöglichkeiten für unnütz und abgehoben. Gerade das Erkennen der daraus
resultierenden Chancen und Risiken ist eine unternehmerische Kernaufgabe. Im Grunde managen
wir nicht die Zukunft, sondern unser Wissen über die Zukunft. Dies ist so real wie Produkte,
Dienstleistungen und Kunden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Zukunft weiterhin Banken haben werden. Die
zukünftige Bank in 20 Jahren wird allerdings genauso viel oder wenig mit der heutigen Bank
gemeinsam haben wie die vergangene Bank vor 20 Jahren.

Zukunft klingt immer so weit weg? Wann denken Sie kommen welche Veränderungen
auf die Finanzbranche zu?

Wir erleben gerade, wie One-Touch Applikationen (Apps) die Welt und natürlich auch die
Finanzbranche verändern. In den Apps zeigt sich die Entwicklung zur smarten, informellen Technik
– sie sind Vorläufer einer digitalen Sensualisierung und Modularisierung und repräsentieren im
eigentlichen Sinne smarte Technologie. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Apps eine Art
ästhetisches Grundraster für zukünftige digitale Nutzungen aller Art bilden werden. Ihre knappe
und reduzierte Ästhetik lässt sie an die Oberflächen-Ikonographie der modernen Welt
anschließen – an die Logos, Warnzeichen und Orientierungs-Symbole, wie sie in einer mobilen
Welt entstanden sind. Apps werden über ihre Ursprungsgeräte hinauswachsen und „die Welt
bevölkern“. In wenigen Jahren könnten auch komplexe Programmpakete aus Apps
zusammengesetzt werden, in sogenannten „Nutzungswolken“, die man nach Bedarf selbst
konfiguriert. Selbst Wände oder die Oberflächen von Häusern könnten dann Apps-ähnliche
Bedienoberflächen tragen.

Wie können die vorhandenen Banken davon lernen und wer wird Gewinner oder auch
Verlierer sein?

Was sich nicht von selbst erklärt, wird schnell ausgesondert oder verbessert. Apps lassen sich
auf unser Finger-Kommando so auf dem Bildschirm arrangieren, dass eine kognitive Anordnung
entsteht – wir bauen uns einen eigenen Werkzeugkasten, den wir deshalb beherrschen, weil wir
als Nutzer die Ordnung herstellen. Auf diese Weise entsteht ein echtes Customizing – wir
konfigurieren uns das Gerät individuell nach eigenen Bedürfnissen. Das uralte Versprechen –
Banking wird einfach – wird nun endlich eingelöst.

Gewinner werden Banken sein, welche die neue Art von einfachen und selbsterklärenden
Anwendungen verstehen und ihren Kunden anbieten. Verlierer werden Banken sein, welche
weiterhin den bitteren Ernst der Prozess-Rationalisierung repräsentieren.

Von welchen Branchen können Finanzunternehmen lernen, um erfolgreich in die


Zukunft gehen zu können? Welche Branchen sind eher negative Vorbilder?

Erfolgreiche Business-Beispiele zeigen es immer wieder: Ideen für Innovationen entstehen in


den seltensten Fällen, wenn man sich nur mit der eigenen Branche beschäftigt. Innovationen und
neue Ansätze finden jenseits der Branchengrenzen statt – im sogenannten „Crossing“ mit
branchenfremden Trends. Eigentlich kann man aus jeder anderen Branche etwas lernen.

Banking ist ein Gut des täglichen Lebens. Die Lebensmittelbranche oder der Handel bedienen
ebenfalls Bedürfnisse des täglichen Lebens. Hier genauer hinzuschauen macht Sinn für Banken.
Negative Vorbilder sind ebenfalls gute Vorbilder zum Lernen für etwas, was man lieber nicht
macht.

Wie oft waren Sie in den letzten 12 Monaten in einer Bankfiliale? Mit anderen Worten:
Ist die Filiale ein Modell mit Zukunft? Und warum?

Oft – ich bin Unternehmer und habe Geschäftskonten. Hier habe ich einiges zu erledigen, was
besser und schneller im persönlichen Gespräch abgewickelt wird. Als Privatkunde war ich nur
einmal in der Filiale zur Altersvorsorgeberatung.

Ich erlebe in der Finanzbranche und vielen anderen Branchen eine Renaissance der Filiale. Die
Filiale neu erfunden bleibt ein Zukunftsmodell. Die Filiale als DIE Plattform für Gespräche! Die
Filiale kann ihre Stärken ausspielen, wenn man sich auf ihre ureigensten Wurzeln besinnt:
Beratung, Individualität, Erreichbarkeit, Treffpunktcharakter und – letzten Endes –
Verführungskunst. Das sind die Erfolgsfaktoren für die Filiale der Zukunft.

Die Zusatzfrage:

Bei welcher Bank sind Sie Kunde und wenn diese Bank vertont würde, wie würde sie klingen?
Gibt es ein Musikstück, welches passen würde?

Aus sechs Fragen wurden mittlerweile fünfzehn! Aber OK – kein Problem!

Ich bin bei drei Banken Kunde – bei der Volksbank Kraichgau habe ich meine
Hauptbankverbindung. Ich könnte mir einen Schlager neu interpretiert von Dieter Thomas Kuhn
vorstellen. Ein Ohrwurm, bei welchem jeder irgendwie mitsingt, irgendwie uralt und irgendwie
doch flippig modern.
Sechs Fragen, eine Zusatzfrage und eine Videoantwort an und von
Matthias Kröner
Veröffentlicht am August 5, 2010 auf www.finance20.de

Eigentlich sollte das nächste Interview meiner kleinen Artikelserie gar nicht so kurzfristig
erscheinen. Es gibt allerdings zum Glück einige wenige Unternehmen innerhalb der
Finanzbranche, die schneller, kundenorientierter und innovativer sind als Andere. Und solche
Unternehmen können und wollen uns noch positiv überraschen. In diesem Fall wurde ich vom
Tempo und der Form, in welcher die Fragen beantwortet wurden vollkommen überrascht. Die
Qualität ist dagegen wie erwartet hoch. Für Kenner der Fidorbank eigentlich kein Wunder dass die
Antworten schon im Youtube Channel der Fidorbank zu sehen waren, bevor ich heute überhaupt
aufgestanden war (also beinahe).

Hier also noch mal mein ausgesprochener Dank an Matthias Kröner Vorstand der Fidorbank und
natürlich an Yvonn Zimmer, welche die Fragen besser aussprach als ich dies je hätte tun können.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=GmxftxfM8lw
Sechs Fragen für Thorsten Hahn
Veröffentlicht am August 1, 2010 auf www.finance20.de

Soziale Netzwerke sind keine neue Erfindung und deshalb ist die Fähigkeit neue Netzwerke zu
knüpfen oder zu netwerken schon immer eine wesentliche Komponente von Erfolg gewesen.
Unter den Bedingungen des Internets nimmt die Bedeutung von Netzwerken weiter zu. In den
Netzen liegt die Zukunft.

Profi Netzwerker wie Thorsten Hahn, den Erfinder des Banking Clubs sind deshalb gefragte
Experten. Ich freue über sechs interessante Antworten und einen Kinotipp.

Sie betreiben die größte Xing Gruppe für Banker und sind sozusagen Profi
Netzwerker.Wo liegen die Unterschiede zwischen Online und Offline Networking?

Wenn ich es hart formuliere gibt es keinen Unterschied. Online-Networking gibt es nicht. Für mich
besteht mein Netzwerk aus allen Kontakten, die ich persönlich kenne. Das müssen keine
intensiven Freundschaften und keine A-Kunden sein. Zu meinem Netzwerk zähle ich meinen Abi-
Jahrgang ebenso, wie ehemalige Kollegen oder Menschen mit denen ich mich 15 Minuten bei
einem Offline-Event ausgetauscht habe.
Dennoch bin ich ein Fan von Online-Communities, denn da kann ich die Kontakte knüpfen, die ich
später gerne in mein Offline-Netzwerk einbinden möchte.

Gibt es goldene Regeln des „Networkings“ und können Sie und einige nennen?

Auch die Sache mit den Regeln und der Pille, die ich nur schlucken muss und dann läuft das
Networking von ganz alleine. Aber ja, es gibt ein paar Empfehlungen:

Sozial Kompetenz und kommunikative Fähigkeiten (zum Beispiel einen situativen SmallTalk
hinbekommen können)

Networking ist keine plumpe Akquise

Networking ist ganz oft einfach mal zwei Kontakte miteinander in Verbindung zu bringen und sich
nicht immer selber als Nutznießer sehen

Wie hat Social Media das „Networking“ verändert?

Wie oben schon erwähnt, sind die Communities, die in den letzten Jahren entstanden sind,
geniale Werkzeuge, um die Menschen zu identifizieren, die mich und meine Themen
voranbringen können. Vor 10 Jahren zu sehen, welche Menschen hinter einer Gruppe von
Rotariern stecken war ein schwieriges Unterfangen. Heute sind zu den unterschiedlichsten
Themen die Leute sichtbar. Suche ich generelle Wirtschaftskontakte suche ich bei Xing oder
Linkedin. Suche ich Banker, mache ich mich im BANKINGCLUB auf die Suche. Wichtig ist jedoch
im zweiten Schritt, dass die Communities auch einen organisierten Offline-Zugang zu den
Mitgliedern schaffen.

Sie sind ein Kenner der Bankenbranche. Was hat sich in den letzten zwei Jahren
verändert?

Der schlimmste Teil meiner Antwort lautet, dass sich leider unser Image verschlechtert hat und das
leider nicht immer zu Recht, denn die meisten Protagonisten in unserer Branche machen einen
guten Job. Zum Glück nutzen einige Banken derzeit die Situation, um Themen wie Ethik, Social
Banking, erneuerbare Energien oder soziale Verantwortung in den Vordergrund ihrer Aktivitäten
stellen. Es sind oftmals noch kleine Pflänzchen, aber sie weisen den richtigen Weg. Und am Ende
schaffen wir es dann auch wieder mit unserem Image!
Welche wesentlichen Themen und Trends werden die Zukunft der Bankenbranche
bestimmen?

Finanzierung und damit auch Förderung von erneuerbaren Energien

Social Media Marketing und die Frage, wie die Banken deren Themen in Zukunft adressieren

Und ein Megatrend ist der gesamte Bereich „Mobile“. Bei Internetzahlsystemen haben die
Banken schon ein wenig geschlafen. Aus meiner Sicht wird über die mobilen Geräte in den
nächsten 10 Jahren ein wesentlicher Teil von Produkten und Dienstleistungen gekauft.

Wie sieht ihrer Meinung nach der Bankmanager der Zukunft aus?

Das kommt natürlich immer darauf an, für welche Bankgröße wir diesen Manager definieren. In
jedem Fall braucht er gutes Händchen, die richtigen Leute um sich zu versammeln. Er selber wird
die komplexen Themen von heute und morgen nicht alleine bewältigen. Risikomanagement,
Compliance, Betrugsbekämpfung und Geldwäsche, die nächsten Rundschreiben der BaFin und
dann noch drei neue regulatorische Anforderungen aus Berlin. Der Vertrieb muss laufen und
Marketing und Kommunikation die nötigen Themen transportieren. Er braucht gute Leute bei der
Kreditvergabe und Beziehungsmanager am Kunden. All diese Aufgaben schafft er nur, wenn er
das richtige Auge für seine zweite und dritte Ebene hat, denn sein Führungsteam braucht ja die
gleichen Fähigkeiten.

Da es zwischen den Bereichen immer wieder auch zu Konflikten kommen wird, ist er derjenige der
Entscheidungen trifft und aus ausgleichend sein kann, also Moderator und harter Entscheider in
einer Person.

Zudem vertritt er die Bank in der Gesellschaft nach außen und muss souverän im Umgang mit
allen Stakeholdern sein.

Die eierlegende Wollmilchsau?

Und die Zusatzfrage

Welchen Kinofilm haben Sie zuletzt gesehen bzw. können Sie uns empfehlen?

Verblendung, ein spannender Start in die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Allerdings muss
ich sagen, dass das Buch, wie so oft noch spannender und noch detailreicher ist.
Frank Kleinert beantwortet 6 Fragen mit Zusatzfrage
Veröffentlicht am Juli 14, 2010 auf www.finance20.de

Ich freue mich. Ja ich freue mich wirklich wieder 6 interessante Antworten auf meine 6 Fragen
erhalten zu haben. Diesmal geht es um Innovationen innerhalb der Finanzbranche aus der Sicht
von Unternehmen, welche Banken in erster Linie technische Infrastruktrur zur Verfügung stellen. Es
handelt sich also sozusagen um das moderne technische Fundament von Bankdienstleistungen,
welches Bankkunden und auch Bankmitarbeiter in der Regel wie selbstverständlich nutzen und
dies häufig noch nicht einmal realisieren. Das ist wie mit den Straßen und Wegen auf denen wir
uns mit unseren Fahrzeugen oder auch zu Fuss bewegen und deren reibungsloses Funktionieren
wir in der Regel vorausssetzen können.
Also was kommt auf die Banken zu. Diesmal blicken wir von Innen nach Außen!

Mein Name ist Frank Kleinert und ich bin Mitarbeiter einer Rechenzentrale im
Finanzdienstleistungssektor. Neben vielen anderen Leistungen die unser Unternehmen bietet,
beobachten und erforschen wir Entwicklungen und Trends sowie die entsprechenden
Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Bankgeschäft.

Privat bin ich u.a. durch meine zweite Leidenschaft (der Fotografie) schon sehr lange in
unterschiedlichen Foren und Communties unterwegs. Technik fasziniert mich, ist aber Mittel zum
Zweck. Was im Umkehrschluss bedeutet ohne Zweck oder auch Sinn ist das Mittel eher
langweilig. Ich würde mich als sehr neugierigen Menschen bezeichnen. Seit einigen Jahren darf ich
mich auch beruflich mit dem Thema „Web2.0“, „Social Media“ (oder wie man auch immer dazu
sagen will) beschäftigen. Für mich eine besonders spannende Aufgabe, denn vor dieser Zeit
hatte ich einen eher technisch/betriebswirtschaftlich orientierten Aufgabenbereich und jetzt geht es
um die Verbindung zwischen Technologie und Menschen. Das passt für mich wie die besagte
Faust aufs Auge oder eben das Mittel zum Zweck. Und so habe ich in den letzten Jahren viel
gelernt. Ich habe gelernt, bestimmte Trends nicht, wie in der Wirtschaft allgemein üblich, vor allem
auf Basis von früher gemachten Erfahrungen zu beurteilen. Sondern, sobald es sich um
gesellschaftliche und von Menschen geprägte Trends handelt, einzutauchen in das was geschieht
um mir dann ein Bild zu machen. Wie heißt es doch so schön: „Erfahrung ist das Licht, das auf den
Weg fällt der hinter dir liegt“.

Wo sehen Sie als Mitarbeiter eines Rechenzentrums, die nächsten technologischen


Trends in der Finanzbranche?

Neben dem Thema „Social Media“ bzw. „Social Banking“ sehe ich zurzeit drei Themenbereiche:
1. Cloud-/Web-Services 2. Embedded-Technologien und 3. Touch-Technologien.

Mehr und mehr Dienste werden wir in Zukunft aus dem bzw. über das Internet nutzen. Der
Heimanwender muss Anwendungen nicht mehr teuer kaufen und lokal installieren, sondern lässt
die benötigten Dienste für die entsprechende Zeit freischalten. Den weitaus größeren Nutzen
werden kleine und mittelständische Unternehmen haben, die keine aufwendige und damit teure
dezentrale IT-Infrastruktur betreiben müssen, sondern sich die Dienste branchenabhängig aus
dem Netz zusammenstellen. Der „Universalcomputer“, wie wir ihn heute kennen, wird nur noch für
Spezialaufgaben benötigt. Mehr und mehr einfache, preiswerte und aufgabenbezogene
Endgeräte werden verfügbar sein und einen einfachen Zugang zu einer bestimmten Auswahl an
nutzerorientierten Services bieten. Unter anderem wird es auch in dieser Geräteklasse um
einfache Bedienung gehen. Tastatur und Maus werden in der heute verbreiteten Form nicht mehr
benötigt. Das iPad von Apple oder auch der Ansatz den die Firma Microsoft mit dem Surface
verfolgt, zeigen das beeindruckend. Befinden wir uns möglicherweise vor oder besser in einem
ähnlichen Veränderungsprozess wie zu Zeiten der Einführung der grafischen
Benutzeroberflächen? Ja, es gab mal eine Zeit zu der Computer ohne Maus und ohne Icons rein
befehlszeilenorientiert gesteuert wurden. Mit der Touch-Technologie werden ganz neue
Interaktions- und Bedienkonzepte möglich.
Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

Wenn ich die Frage beantworten könnte, hätte ich hellseherische Fähigkeiten und würde am
kommenden Wochenende definitiv Lotto spielen!

Die Privat- bzw. Universalbank der Zukunft wird sich meines Erachtens wieder mehr auf den
Kunden zu bewegen. Dialog, Transparenz und Vertrauen (im Prinzip die alten Werte von
Raiffeisen und Schulze-Delitzsch, den Urvätern der Volks- und Raiffeisenbanken) werden wieder
an Bedeutung gewinnen. Banken werden wieder mehr für Kunden tun, das Interesse des Kunden
noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Menschen und Gemeinschaften werden ansonsten
Finanzgeschäfte mehr miteinander innerhalb von Communities besprechen, diskutieren (früher:
beraten), abwickeln und „Institutionen“ nur zur Absicherung bestimmter Sicherheits- und
Abwicklungsdienste in Anspruch nehmen. Und dieser Trend wird letztendlich auch Einfluss auf
den Firmen- und Investmentbereich von Banken haben.

Welche Rolle spielt Social Media bei der Veränderung der Finanzbranche?

Eine ausgesprochen große Rolle, wie ich meine. Social Media für mich das Sinnbild von Dialog,
Transparenz und Vertrauen und damit die Grundlage eines gesellschaftlichen Wandels. Einige
Unternehmen mussten in der jüngeren Vergangenheit auch bereits erfahren, wie mächtig Social
Media (und damit die Gemeinschaft der Menschen) ist. Informationen und unangemessene
Verhaltensweisen können nicht mehr so einfach „unter den Teppich gekehrt“ werden. Positive und
vor allem negative Informationen verbreiten sich schnell und unkontrollierbar über die Netzwerke
die Menschen miteinander verbinden. Vergleichbar ist es vielleicht mit dem Handwerker in einem
kleinen Ort, in dem Jeder Jeden kennt. Haben die Menschen den Eindruck der Handwerker macht
gute Arbeit zu fairen Preisen, spricht sich das sehr schnell in dem Ort herum. Er braucht gar nicht
der preiswerteste zu sein um Aufträge zu bekommen. Genauso schnell verbreitet sich in dem Ort
andererseits aber auch die Botschaft, wenn der Handwerker unzuverlässig ist, unhöflich auftritt und
schlechte Arbeit zu überhöhten Preisen macht. Dann wird er in dem Ort wohl auf Dauer keine
Aufträge mehr bekommen, weiterziehen oder sein Geschäft schließen müssen. Denn die
Bewohner des Ortes kennen sich, vertrauen einander und sprechen miteinander; jeden Tag, beim
Bäcker, beim Schlachter, auf dem Schützenfest – Eben an den Orten an denen soziales
Miteinander stattfindet. Ist bei einem realen Ort die regionale Reichweite und die
Verbreitungsgeschwindigkeit begrenzt, stellt der virtuelle Ort „Community“ im Internet eine um ein
Vielfaches größere Gemeinschaft dar, die genauso miteinander spricht, jeden Tag, in einer
sagenhaften Geschwindigkeit. Der kleine Ort ist das Internet, die Communities sind der Bäcker,
der Schlachter, der Supermarkt, das Schützenfest…

Es wird immer einfacher Informationen zu bekommen und sich mit anderen auszutauschen. Durch
die Vielzahl der Informationen entwickeln sich andere Filtermechanismen; Sprich: Menschen
werden schneller in der Lage sein auf Basis ihres Informationsnetzwerkes Entscheidungen
vorzubereiten und zu treffen. Das für viele Finanzentscheidungen nötige Expertenwissen stellen
heute u.a. die Berater einer Bank. Künftig wird dieses Expertenwissen (z.B. für
Finanzentscheidungen) zu einem sehr großen Teil aus dem eigenen Netzwerk bzw. der
Gemeinschaft kommen und nicht mehr in erster Linie von einem „Experten“. Das Expertenwissen
liegt in der Masse. Die Gemeinschaft steht also im Mittelpunkt der Informationsgewinnung und
Entscheidungsfindung. Sicher auch weil Beratungen heute viel zu oft nicht mehr primär von dem
bestimmt werden, was für den Kunden das Beste ist, sondern sehr stark von dem beeinflusst
werden, was für die Erreichung von Boni, Abschlussquoten und Vertriebszielen entscheidend ist.

Was wird größeren Einfluss auf die Banken haben, die staatliche Regulierung oder die
neue Macht der Kunden durch das Internet?

Da ich die konkreten staatlichen Möglichkeiten und Maßnahmen zur Regulierung des
Finanzmarktes nicht alle kenne, fällt es mir schwer dazu etwas zu sagen. Wie das Verhalten
verschiedener Regierungen an den Beispielen Finanztransaktionssteuer und die Reform der
Vorgaben zur Boniregelungen zeigen, wird es sehr sehr schwer in diesem System einheitliche
Regeln zu etablieren; Selbst nach den katastrophalen Auswirkungen der Finanzkrise. Ohne
weltweit einheitliche und vor allem verbindliche Vereinbarungen wird eine Regulierung des
Finanzmarktes wohl kaum möglich sein.

Ebenso schwer ist es auch „die neue Macht der Kunden durch das Internet“ einzuschätzen.
Sicher, Netzwerke verbinden mehr Menschen als je zuvor. Blogs und Foren leisten einen
wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung. Wir lassen uns nicht mehr allein durch
die Presse manipulieren und etwas „unter den Tisch zu kehren“ ist bei Weitem nicht mehr so
einfach wie früher. Wir Kunden haben es letztendlich in der Hand Finanzentscheidungen selbst
und unabhängig zu treffen. Wir können uns informieren und uns mit anderen Menschen
austauschen, um dann eine im Sinne der Gesellschaft in der wir leben eine gewissenhafte
Entscheidung treffen. Leider sieht die Realität viel zu häufig ganz anders aus. Wir kaufen im
Supermarkt preiswerte Eier obwohl wir um das Elend der Hühner in den Legebatterien der
Geflügelproduktionsstätten wissen; Wir kaufen den billigsten Strom obwohl wir wissen, dass es
besser wäre regenerative Energien zu nutzen. Wir legen unser Geld auf ein Konto in
„wasweißichwo“ um 0,03% mehr Zinsen zu bekommen, obwohl wir eben nicht wissen wie das
sein kann und was mit unserem Geld passiert. Es liegt mir fern hier den Moralischen zu geben; Ich
selber nehme mich bei der Kritik nicht aus; suche jedoch jeden Tag nach Wegen, genau diese
Verhaltensmuster bei mir selbst zu verändern.

Wir, also die Kunden, haben durch das Internet vielleicht wirklich mehr Macht bekommen. Wir
nutzen Sie jedoch leider nicht so wie es möglich wäre. Ich denke, wenn alle durch das Internet
bzw. soziale Plattformen verbundene Kunden eigen- und gesellschaftspolitisch verantwortlich
handeln, wird der Einfluss nicht nur auf die Finanzbranche, sondern auf den Markt insgesamt
definitiv größer als der, aller staatlichen Regulierungsmöglichkeiten zusammen. Die einfache
Vernetzung der Menschen untereinander und das Bedürfnis Bindungen einzugehen, sich
auszutauschen und gegenseitig zu helfen macht die Gemeinschaft mächtig und ich glaube an
unsere Gesellschaft. Dazu passt noch ein Zitat: „Der Glaube kann Berge versetzen… aber bring´
auch du sicherheitshalber einen Spaten mit“.

Welche Chancen bringt die Zukunft den Regionalbanken wie Sparkassen und
Genossenschaftsbanken?

Jede Menge würde ich sagen: Das sich verändernde Kommunikations- und
Mediennutzungsverhalten der Menschen ist ein deutliches Zeichen, dass unsere Gesellschaft vor
einem grundlegenden Wandel steht bzw. sich bereits in einem grundlegenden Wandel befindet.
Die Bedeutung von Communities in Zusammenhang mit (Finanz)Entscheidungen wächst
zunehmend. Und genau hier liegt meines Erachtens die Mutter aller Chancen: Sind nicht die
Mitglieder einer Genossenschaftsbank eigentlich eine Community? Der
Genossenschaftsgedanke wird durch Begriffe wie „Mitgliederförderung“, „Selbsthilfe“,
„Selbstverantwortung“ und „Selbstverwaltung“ geprägt. Wikipedia beschreibt die Mitglieder
einer Genossenschaft als „ein Zusammenschluss von Personen, die gleiche oder ähnliche
wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Interessen gemeinsam verfolgen“. Sind diese alten
Genossenschaftsgedanken nicht wieder brandaktuell wenn wir an moderne Internet-Communities
denken? Vielleicht sind diese „alten“ Werte mit den Jahren etwas in den Hintergrund getreten.
Genossenschaftsbanken, die es schaffen den besonderen Community-Charakter einer
Genossenschaft in das Internet zu übertragen und auch die Werte einer Genossenschaft
authentisch und transparent zu leben, werden die Chance bekommen, Kunden zu betreuen die
sich noch enger an die Bank gebunden fühlen und darüber hinaus viele neue Kunden gewinnen.

Viele weitere Chancen können sich ergeben, wenn die unterschiedlichen


Genossenschaftsbanken sich als eine Gemeinschaft verstehen und als solche handeln.
Frage 6: Welche neuen Online Banken halten Sie für besonders interessant?

Für mich sind all die „Online-Banken“ interessant, die im Grunde nach den Prinzipien einer
Genossenschaft handeln und dieses „alte“ Gedankengut in die „moderne“ Internetwelt übertragen
haben. Sie übertragen dabei das Regionalprinzip in die „Region“ Internet oder einzelne
Plattformen. Spontan fallen mir da zum Beispiel die Peer-to-Peer Kreditplattform „smava“ und die
Community-Bank „fidor-bank“ ein. Die „GLS-Bank“ ist eine Genossenschaftsbank, die sich sehr
stark um ihr Online-Community kümmert und deren Grundsätze ich sehr interessant finde; Neben
den ökologischen Richtlinien der Bank finde ich vor allem die Transparenz und die Art ihre Kunden
wert zu schätzen vorbildlich.

Die Zusatzfrage:

Was ist für Sie ein wirklich gelungener Tag?

Ein rundum gelungen Tag ist für mich ein Tag an dem andere Menschen mein Leben bereichert
haben und ich anderen Menschen das Leben bereichern durfte.
Credible Finance: 6 Fragen mit Zusatzfrage
V e r öf f e n t l i c h t a m J u l i 4 , 2 0 1 0 auf www.finance20.de

Ich freue mich ein weiteres Interview meiner kleinen Fragerunde Online stelle
n zu d¸rfen. Diesmal geht es um Glaubw¸rdigkeit. Es geht um ein Unternehmen
, welches sich den Namen Credible Finance gegeben hat und ein solcher Na
me zeugt von Ambition und Inhalten. Aufmerksam wurde ich auf Credible Finan
c e ¸ b e r F a c e b o o k . D a s s o z i a l e I n t e r n e t b e e i n f l u s s t u n d v e r än d e r t d i e B a n k e n b
ranche. Social Media ist zwar nicht gleich Social Banking, aber offenbar eine d
urchaus hilfreiche Vorausssetzung. Aber lesen Sie selber die interessanten A
ntworten auf meine 6 Fragen und die Zusatzfrage.

Alexandre Janicki (39) und Martin Brombacher (41) haben die Plattform Credi
ble Finance in Juni 2010 live gestellt. Beide waren sie damals am Aufbau des
enfant terrible des Baufinanzierungsmarkts Hypotheken Discount beteiligt u
nd haben danach f¸hrende Positionen in der Bankindustrie inne gehabt. Marti
n B r o m b a c h e r , I n f o r m a t i k e r , w a r G e s c h ä f t s f üh r e r b e i C r e d i t w e b . A l e x a n d r e J a n
i c k i , F r a n z o s e , M B A E s s e c u n d U n i v e r s i t ät M a n n h e i m , G e s c h äf t s f ü h r e r v o n K r e
ditwerk Hypotheken Management. Alexandre befasst sich seit Jahren leidensc
haftlich mit dem Begriff von Qualität in der Bankenwelt.

Was ist Credible Finance und welche Ziele verfolgen Sie?

C r e d i b l e - f i n a n c e . d e t r i t t m i t d e m Z i e l a n , d i e m e d i a l e n I n t e r e s s e n a l l er d e m r e
g i o n a l e n V e r t r i e b s p r i n z i p v e r p f l i c h t e t e n B a n k e n m i t üb e r s c h a u b a r e m K o s t e n a u
f w a n d z u b ü n d e l n u n d g e m e i n s a m d e n m e d i a l e n A u f s t a n d d e r A n s t än d i g e n z u
wagen.

I n z a h l r e i c h e n G e s p r äc h e n m i t r e g i o n a l o r i e n t i e r t e n H äu s e r n w u r d e u n s k l a r : E i
nzelne Banken können den direkten medialen Kampf mit den Konditionstreib
ern (FMH, Biallo, Finanztest, Focus Money, etc.) aus verschiedensten (politis
chen, organisatorischen, etc) Gründen nicht selbst mit der medial nötigen Pol
a r i t ät u n d v o r a l l e m n i c h t a l l e i n a u f n e h m e n .

Aufgrund der hohen Fragmentierung der regionalen Märkte fehlte in Deutschl


a n d b i s h e r d i e u n a b h än g i g e P l a t t f o r m , d i e s i c h m e d i a l u n d ¸ b e r r e g i o n a l f ¸ r d i e
regionale und am Kunden orientierte Banken-Philosophie einsetzt. Ein paar S
t i c h w o r t e , m i t d e n e n s i c h w o h l j e d e a n s t än d i g e B a n k h e r u m s c h l a g e n m u s s :

* Q u a l i t ät s t a t t Z i n s t a b l e a u s u n d S c h a u f e n s t e r k o n d i t i o n e n
* R e g i o n a l i t ät s t a t t s c h i e r e G r öß e
* Kundenbindung statt Verdrängungswettbewerb
* Verantwortung statt Gewinnmaximierung

Dies sind alles Punkte, die in den letzten Jahren im allgemeinen Kapitalmarkt-
Hype untergegangen sind. Stattdessen wird in den Medien dar¸ber diskutiert,
ob Eigenkapitalrendite gut oder schlecht ist. Eine Diskussion, die zu nichts f
¸üh r t . C r e d i b l e - f i n a n c e i s t e i n e u n t e r n e h m e r i s c h e I n i t i a t i v e , d i e h i e r e i n G e g e n
gewicht setzen will. Wir sehen hier gesellschaftlichen Bedarf und wollen ihn g
e m e i n s a m m i t d e n a n s t än d i g e n B a n k e n d e c k e n .

U n s e r G e s c h äf t s m o d e l l i s t r e l a t i v e i n f a c h : D i e V o l k s b a n k H i n t e r t u p f i n g m a c h t
hervorragend engagierte und ethisch korrekte Arbeit f¸r den Kunden. Aber sie
hat massenmedial keine Reichweite und kann in der aktuellen Situation nicht
p o l a r i s i e r e n . I n d i e s e B r e s c h e s p r i n g t C r e d i b l e F i n a n c e . D a z u s p ät e r m e h r .
Welche Bedeutung hat Vertrauen und G l a u b w ür d i g k e i t in ein
erKunde/Bank Beziehung?

B e i d e s i s t f ür d e n n o r m a l e n B a n k k u n d e n m i t n o r m a l e m E i n k o m m e n u n d d e m üb
lichen Bedarf an Krediten und Anlageformen eigentlich zentral. Selbst ein wo
hlhabender Investor, der seine Millionen im sogenannten private Banking me
hren will, muss irgendeine Art von Vertrauen haben. Ohne Vertrauen und Glau
b w ¸ür d i g k e i t g i b t e s k e i n B a n k e n g e s c h ä f t . D i e F r a g e i s t : W o d u r c h w i r d d a s V e r
t r a u e n b e s t ä t i g t ? L a n g e Z e i t s c h i e n d e r j e n i g e d a s g r öß t e V e r t r a u e n z u e r h e i s c
h e n , d e r d i e g ün s t i g e n K o n d i t i o n e n u n d d e n h öc h s t e n R O E a u s w i e s b z w . a n b o
t . D a s s o l l t e s i c h än d e r n . I n D e u t s c h l a n d h a t m a n k e i n e K u n d e n s c h l a n g e n v o r
d e n B a n k e n g e s e h e n , d i e w i e i n G r o fl b r i t a n n i e n b e i N o r t h e r n R o c k i h r G e l d i n
S i c h e r h e i t b r i n g e n w o l l t e n . S p ät e s t e n s s e i t d e r F i n a n z k r i s e i s t a b e r i n d e r W a
hrnehmung der Bankenwelt in Deutschland ein deutlich kritischeres Bewussts
ein gewachsen.

D e r A n k e r b e g r i f f f ür V e r t r a u e n i s t i n d e r h e u t i g e n Z e i t Q u a l i tät . A l l e r d i n g s i s t
d e r v on d e n G e l d m e d i e n i n f l a t i o n är v e r w e n d e t e B e g r i f f d e r Q u a l i t ät i m B a n k e n
g e s c h äf t m e t h o d i s c h n i c h t g e f ü l l t :

D a w i r d B e r a t u n g s q u a l i t ät i n S t i c h p r o b e n p e r m y s t e r y s h o p p i n g g e m e s s e n u n
d z u r S t e i g e r u n g d e r A u f l a g e n z a h l e n m ög l i c h s t s k a n d a l ös v e r öf f e n t l i c h t . N e g a t
ive Testergebnisse decken sich dabei selten mit den Kundenbefragungen de
r g e t e s t e t e n H äu s e r . D a w i r d e i n e r V o l k s b a n k o d e r S p a r k a s s e s c h l e c h t e B e r a t u
n g s q u a l i t ät a n g e d i c h t e t o b w o h l s i e w e i t üb e r 5 0 % d e s M a r k t e s a b d e c k t . D a s k
ann ja nicht zusammen passen. Die Kunden sind ja nicht blöde. Aus unserer Si
cht liegt das Problem auch in dem mittlerweile voll etablierten System der Sup
e r l a t i v e : d a w e r d e n e i n z e l n e H äu s e r z u d e n b e s t e n B a n k e n e r k l är t seltsamer
w e i s e m e i s t G r o ß- o d e r D i r e k t b a n k e n . W e m n u t z e n s o l c h e P r ä d i k a t e ü b e r h a u p t
und was nutzen sie Ihren Kunden?

W i e w ür d e n S i e d a s V e r h äl t n i s zwischen Banken und Kunden


aktuell einschäzen?

W i r w i s s e n , d a s s e s u n h ö f l i c h i s t , a b e r e i g e n t l i c h m ¸üs s t e m a n h i e r e i n e G e g e n
f r a g e s t e l l e n : W e l c h e B a n k e n m e i n e n S i e ? G r o fl b a n k e n e r z e u g e n e i n e W e l l e d
e s U n m u t e s . D i e r e g i o n a l e n H äu s e r d a g e g e n w e r d e n g e w i s s e r m a fl e n p a s s i v a l s
d e r n a t ü r l i c h e G e g e n p o l z u d e n G r o fl - u n d D i r e k t b a n k e n w a h r g e n o m m e n . M a n
e r k e n n t d a s a n d e n m a s s i v e n M i t t e l z u f l üs s e n , d i e s i e i m l e t z t e n J a h r h a t t e n .

Die Menschen zweifeln zunehmend an der Richtigkeit des von den Medien bef
e u e r t e n f i n a n z m a r k t o r i e n t i e r t e n S y s t e m s u n d d e r P h i l o s o p h i e d e r G r o fl - u n d D
i r e k t b a n k e n , d i e i h n e n j a h r e l a n g e i n g e h äm m e r t w u r d e n . D i e s e V e r t r a u e n s k r i s e
bescherte den regional orientierten Häusern nahezu ohne weiteres Zutun d
e u t l i c h e Z u w äc h s e i n d e r G e l d a n l a g e . M a n k a n n d a s a l s e i n e n A u s d r u c k d e s a k
tiven Vertrauens interpretieren. Man kann das aber auch nur als passives Vert
rauen interpretieren, dass auf einer Fluchtreaktion basierte. Um es einmal in e
inem Bild auszudr¸cken: Das ist quasi der Unterschied zwischen einer Regieru
n g d i e g e w ä h l t w i r d , w e i l s i e g u t i s t u n d e i n e r R e g i e r u n g d i e g e w äh l t w i r d , w e i
l d i e b i s h e r i g e R e g i e r u n g a b g e w äh l t w e r d e n s o l l t e .

Üb e r d i e s s o l l t e j a k l a r s e i n : O h n e B a n k e n g e h t e s s o w i e s o n i c h t . S i e s i n d d a f ü
r da, einem klaren gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Zweck zu dien
en. Dieser Zweck heißt nicht Eigenkapitalrendite . Sondern nachhaltiger Woh
l s t a n d f ür a l l e . D i e B a n k e n , d i e s i c h d i e s e r Z i e l s e t z u n g v e r p f l i c h t e n u n d i h r
V e r h a l t e n d a n a c h a u s r i c h t e n , s i n d v e r t r a u e n s w ür d i g u n d h a b e n g r o s s o m o d o a
uch das Vertrauen des Marktes.

W a s k ön n e n b z w . s o l l t e n B a n k e n t u n , u m w i e d e r m e h r
V e r t r a u e n u n d G l a u b w ür d i g k e i t z u e r l a n g e n .

A u c h h i e r w i e d e r d i e u n h öf l i c h e F r a g e : W e l c h e B a n k e n m e i n e n S i e ? W i r h a b e n
in Deutschland bekanntlich ein dreigliedriges Bankensystem das von den Ma
s s e n m e d i e n l a n g e Z e i t z u e i n e m e i n z i g e n g r o fl e n F e i n d b i l d a m a l g a m i e r t w u r d e
. Daran sollte man sich nicht beteiligen. Wir sagen: Die Banken gibt es nicht.
Gemessen an echten Marktanteilen also der Anzahl der in Deutschland betre
u t e n K u n d e n , s i n d d i e G e n o s s e n s c h a f t s b a n k e n u n d d i e S p a r k a s s e n M a r k t f üh r e
r. Beide sind aufgrund ihres Auftrages klaren, dem Gemeinwohl dienlichen, Zi
elen verpflichtet. Allein schon deshalb sind sie a priori vertrauenswürdig.
N u r s a g t d a s k a u m e i n e r . D a s e r s t e w a s d i e a n s t ä n d i g e n B a n k e n t u n m üs s t e n ,
wäre eben: Sich von den schlechten und nicht am Kunden orientierten Banken
z u d i f f e r e n z i e r e n ! D a n n f l i eß t i h n e n a u t o m a t i s c h s e h r v i e l V e r t r a u e n s - E n e r g i e
zu.

Natürlich kann es auch hier zu Abweichungen und zu unzufriedenen Kunden


kommen. Aber das ändert nichts daran, dass
e s g u t e B a n k e n g i b t , d i e s i c h f ür i h r e K u n d e n u n d n i c h t n u r f ü r i h r e S h a r e h o l d
er engagieren. Es ist eine Systemfrage: Wem dient die Bank? Dass eine gute
und kunden- und gemeinwohlorientierte Bank an den Pranger gestellt und dur
ch den Kakao gezogen wird, kann kaum passieren. Wird sie dennoch an den Pr
a n g e r g e s t e l l t , b r a u c h t s i e e i n e P l a t t f o r m , a u f d e r s i e d i e D i n g e k l är e n k a n n . E
ine Bank, die sich auf Vertrauen konzentriert, kann dieses Risiko aber beherrs
chen.

Die zentrale Frage, die gestellt werden muss: Was geschieht, wenn die Welle
d e s U n m u t s w i e d e r v e r e b b t u n d d i e M e d i e n - u n d P o l i t i k - L o b b y d e r G r o fl - u n d
Direktbanken von neuem erstarkt? Soll es dann wieder nur um fadenscheinige
Zins-Hitlisten und Bank-Bewertungen gehen? Das wäre fatal. An diesem Pun
kt setzt credible-finance.de an.

Ehrlich gesagt wundern wir uns, warum weder Volksbanken


noch Sparkassen im Laufe der Krise(n) die Chance genutzt
haben, einfach mal die Hand zu heben und zu sagen: Wir sind die Guten.

Welche Rolle spielt oder kann Social Media dabei spielen?

Im digitalen Informationszeitalter ist Sichtbarkeit ein wesentlicher Bestandteil


d e s V e r t r a u e n s . E s w a r d i e E r k e n n t n i s , d a s s d i e R e g i o n a l i t ät d e r g u t e n B a n k e
n u n d d i e Üb e r r e g i o n a l i t ät d e r M a s s e n m e d i e n u n d i h r e r I n s t r u m e n t e n i c h t z u s a
mmen passen, die uns zu unserer Initiative brachte. In den sozialen Medien wi
r d p o l a r i s i e r t u n d d i s k u t i e r t . W e r b u n g u n d d i e üb l i c h e n M a fl n a h m e n s i n d d a f ür
bis aus wenige Ausnahmen wie zum Beispiel damals die Kampagne von Bennet
on nicht gemacht.

Welche Rolle kann und soll Credible Finance dabei spielen


(bezieht sich auf Frage 4)

Wir beobachten die Aktivitäen von Volksbanken und


Sparkassen, die langsam auch anfangen, sich mit mehr oder
w e n i g e r E r f o l g u m d i e s e s T h e m a z u k üm m e r n . W i r s t e l l t e n d a b e i f e s t . S i e k ön n
e n n i c h t p o l a r i s i e r e n b z w . t u n s i e e s n i c h t . W i r k ön n e n d a s .
Credible finance nutzt die sogenannten sozialen Medien wie Facebook und T
witter, um die Menschen im Land in die Diskussion zu involvieren und einen m
e d i a l e n G e g e n p o l z u r m e d i a l e n L o b b y d e r G r o fl - u n d D i r e k t b a n k e n z u s c h a f f e n
. D i e s o z i a l e n M e d i e n e r m ˆ g l i c h e n e i n e e i n f a c h e B ün d e l u n g d e r I n t e r e s s e n a l
l derer, die guten Willens sind. Innerhalb von 4 Wochen
konnte credible finance mehr als 300 Freunde auf Facebook
gewinnen. Wir werden aber auch eine direkte mediale
Verbindung zwischen der Bankfiliale vor Ort und dem Internet aufbauen. Credi
b l e f i n a n c e i s t l e t z t e n d l i c h e i n e I n f o r m a t i o n s - P l a t t f o r m , d i e Q u a l i t ät n i c h t n u r
verspricht, sondern bespricht. Es ist insofern auch eine Social Media Plattfo
r m f ür
Bankkunden und Banken.

Credible-finance geht von einer einfachen Aussage aus:

Es gibt keine besten Banken. Es gibt nur Banken, die gut


oder schlecht zum einzelnen Kunden passen.

Dieser ganze Spitzenleistungs-Overkill ist in sich ein falscher Ansatz. Eine B


ank gewinnt dauerhaft kein Vertrauen, indem sie irgendwelche Testergebniss
e v o n G e l d m e d i e n a n i h r e T ür n a g e l t . S o l c h e i n Z e u g n i s k a n n m a n s e h r s c h n e l l
wieder verlieren. Es gibt keine besten Banken. Es gibt nur Banken, die gut od
e r s c h l e c h t f ür d e n e i n z e l n e n K u n d e n s i n d . U m h e r a u s z u f i n d e n , w e l c h e B a n k
gut oder schlecht für einen ist, braucht es mehr
als Mystery Shopping und ein paar Studenten, die in Banken gehen und ein B
e r a t u n g s g e s p r ä c h s i m u l i e r e n . W i r h a b e n üb e r 1 5 0 o b j e k t i v f e s t z u s t e l l e n d e Q u
a l i t ä t s k r i t e r i e n e n t w i c k e l t , m i t d e n e n m a n Q u a l i t ät i n d i v i d u e l l f e s t l e g e n k a n n .
E i n p a a r B e i s p i e l e : S c h l i e ßt d i e B a n k d e n F o r d e r u n g s v e r k a u f i n i h r e n
Verträgen explizit aus ja oder nein? oder Hat die Filiale x einen behinderte
ngerechten Zugang ja oder nein? I s t d e r G e l d a u t o m a t a u ss e r h a l b d e r G e s c h
ä f t s z e i t e n z u g än g l i c h ja oder nein? Der eine Kunde ist gehbehindert und will
einen Baufinanzierungskredit. Der andere will nur abends Bargeld abheben. U
n d s o w e i t e r . S o k r i s t a l l i s i e r t s i c h d i e B a n k h e r a u s , d i e g u t f ür e i n e n i s t . W e i l
Angebot und Nachfrage optimal zusammen passen.

Um hier die Spreu vom Weizen zu trennen, haben wir wie gesagt ca. 150 objek
tive Qualitäskriterien entwickelt, die dem einzelnen Verbraucher zusammen
mit Erfahrungsberichten von
realen Kunden d i e M ög l i c h k e i t g e b e n , d i e T r e u e z u s e i n e r
H a u s b a n k z u b e s t ät i g e n s i c h ( z u m B e i s p i e l n a c h d e m U m z u g i n e i n e n e u e S t a d t
) eine neue gute, lokal engagierte Bank zu
suchen.

W i r b i e t e n B a n k e n d i e M ög l i c h k e i t , d i e s e K r i t e r i e n also die
j a / n e i n - F r a g e n p r o F i l i a l e a u s z u f ül l e n . D a m i t k a n n s i c h j e d e r K u n d e d i e F i l i a l
e suchen, die ihm am besten zusagt. In den ersten drei Monaten kostenlos, da
n a c h f ür e i n e k l e i n e m o n a t l i c h e G e b üh r p r o F i l i a l e . M i t A k t i o n e n w i e D e u t s c h l a
n d b e w e r t e t s e i n e B a n k e n w o l l e n w i r d a r üb e r h i n a u s i n d e n t e i l n e h m e n d e n F i l
ialen mit Poster und Foldern präsent sein, die auf die Website verweisen. So
kommen die Kunden auf die Website.

D e r N u t z e n , d e r s i c h f ür r e g i o n a l o r i e n t i e r t e B a n k e n e r g i b t :

P r e i s g ün s t i g e M ˆ g l i c h k e i t z u r E r h ö h u n g d e r m e d i a l e n
Reichweite
Zusätzlicher, neuer Kommunikations- und ggf. Vertriebskanal
Möglichkeit, Dinge von unabhängiger Seite angesprochen zu wissen, di
e eine einzelne Bank nicht aussprechen kann
Beitrag zur langfristigen Existenzsicherung

und die Zusatzfrage.

Welcher Freizeitbeschäftigung gehen Sie besonders gerne


nach und warum?

Der Begriff der Freizeit ist ohnehin k¸nstlich. Als Unternehmer trennt man da
wenig. Aber das wichtigste in meinem Leben sind meine Frau und meine drei K
inder Sophie, Clemens und Claire. Bei der Familie, den Freunden und den M
enschen allgemein versuche ich zu dienen bzw. zu helfen, so viel ich kann. E
s ist f¸r mich sinnstiftend. Nur wenn es den anderen gut bzw. besser geht, kan
n es mir auch gut gehen.
6 Fragen und Zusatzfrage: Asstel ProKunde über Blogs, Social Media,
erste positive Erfahrungen und eine Hymne
Veröffentlicht am Juni 29, 2010 auf www.finance20.de

Das Leben lehrt uns, dass viele Dinge leichter gehen, wenn man von den Erfahrungen anderer
profitieren kann. Wir wachsen von Anfang an durch Nachahmung und schöpferische Interpretation
in die Welt hinein. Dies ist einer der Gründe, weshalb ich hier in regelmässigen Abständen kurze
Interviews mit Experten aus der Bankenbranche führe und diese über Ihre Erfahrungen im
Umgang mit den neuen Herausforderungen für Unternehmen und insbesondere Banken
berichten lasse. Eine diese Herausforderungen ist sicherlich das Internet, welches nicht nur das
Machtverhältnis zwischen Verbraucher und Unternehmen umgkehrt. In Zukunft wird zuhören – das
klingt so einfach, ist aber ungemein schwer – zum 1 x 1 der Kundenkommunikation werden und
man kann beinahe sagen, dass das mobile soziale Internet die Kommunikationsmethoden der
Banken umstülpen wird.

An dieser Stelle vielen Dank an Herrn Carlo Bewersdorf, Geschäftsführer der Asstel ProKunde
Versicherugskonzepte GmbH. Er war so freundlich meine Fragen zu beantworten und vermittelt
dadurch einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen bei der
Einführung und Nutzung von Social Media.

Sie haben sich dafür entschieden Social Media zu nutzen. Was hat Sie dazu
bewogen?

Mit dem Relaunch unserer Website Anfang Mai haben wir uns auch für ein Blog entschieden.
Allerdings ist es nur ein Teil eines größeren Social-Media-Konzepts. Fünf unserer Mitarbeiter sind
als eine Art Markenbotschafter im Web2.0 unterwegs. Im Blog schreiben sie darüber, geben
Einblicke in ihren Berufsalltag und behandeln Branchenthemen genauso wie private Erlebnisse.
Die User sollen sehen, dass bei einer Direktversicherung ganz „normale“ Menschen arbeiten, die
man auch über die sozialen Netzwerke erreichen kann.

Ihre ersten Schritte in Sachen Social Media wurden von einer Agentur begleitet.
Wobei kann eine Agentur helfen? Was muss das Unternehmen selber machen?

Mit der Agentur achtung! aus Hamburg haben wir gemeinsam ein Social-Media-Konzept
inklusive des Blogs entwickelt. Die Inhalte und die Botschafter haben wir im Unternehmen gesucht
und gefunden. Fünf Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen verwenden nun, ganz offiziell, 15-
20% ihrer Arbeitszeit für ein Engagegment in den Social Media, namentlich auf Twitter, wer-
weiss-was, Facebook, gutefrage und wer-kennt-wen. Im laufenden Prozess der Umsetzung des
Konzepts steht uns die Agentur weiterhin als permanenter Ansprechpartner, wie ein Coach zur
Verfügung.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit Social Media? Was ist positiv, was ist
vielleicht auch negativ?

Da es das Blog erst seit knapp zwei Monaten gibt, können wir noch nicht mehr als ein erstes
Zwischenfazit ziehen. Wir erkennen aber ganz klar, dass die User Interesse an einem Austausch
haben. Die Kommentare im Blog lassen dies erkennen. Und dabei geht es nicht nur um Policen.
Auch in den jeweiligen Netzwerken kommt der Austausch mit den Usern in Gang. Am
deutlichsten zum Beispiel im Frage-Antwort-Portal gutefrage. Negative Erlebnisse hatten unsere
Botschafter bisher noch nicht. Wenn jemand eine Beschwerde über das Blog an uns heranträgt
oder wir an andere Stelle auf Unzufriedenheiten stoßen, dann antworten die Botschafter immer auf
einer persönlichen Ebene. Eben als Mensch. Dieser offene und ehrliche Umgang wurde bisher
sehr wohlwollend aufgenommen und resultierte nahezu ausnahmslos in einem freundlichen und
respektvollen Kontakt. Manch ein im ersten Schritt erboster Kunde entschuldigte sich und bot im
Nachhinein sogar die Löschung sämtlicher negativer Einträge an.
Welche Ziele verfolgen Sie mit Social Media? Wann sind Ihre Aktivitäten erfolgreich?

Unser Hauptziel ist es, Asstel ein Gesicht zu geben. Versicherungen haben ja eher ein
angestaubtes Image und Direktversicherungen sind zudem noch anonyme Gebilde. Durch
Aktivitäten in Social Media möchten wir anfassbar werden und die Anonymität aufheben. Die
Erfolgsmessung ist natürlich eine Herausforderung und die Frage, die die meisten Unternehmen in
Bezug auf Social Media umtreibt. Für uns ist ganz klar: Wir wollen mit Kunden und Interessenten
in einen Dialog treten und ein Gespür für ihre Bedürfnisse entwickeln. In den Netzwerken sowie
auf dem Blog passiert das nun. Diese Teilnahme und Interaktion möchten wir natürlich noch weiter
ausbauen und bis sich ein Blog etabliert hat, vergeht natürlich auch einige Zeit. Wenn wir Ende
2010 Stammleser für unser Blog begeistern konnten, ist dies ein toller Erfolg.

Was ist Social Media für Sie? Ein Marketing- und Vertriebsinstrument oder vielleicht
sogar mehr?

Social Media ist für uns eine hervorragende Möglichkeit mit Kunden und Interessenten in Kontakt
zu treten. Als Direktversicherer, der die meisten Verträge durch Online-Abschlüsse generiert,
wollen wir uns dort tummeln, wo auch unsere Kunden sind. Und das ist im Word Wide Web.
Soziale Netzwerke gehören zu der Internet-Nutzung heutzutage dazu. Als Vertriebsinstrument
nutzen wir Social Media gar nicht. Die Botschafter sollen nicht verkaufen und haben demnach auch
keinen Zahlendruck, denn das wäre die falsche Herangehensweise. Wir möchten unterstützend
beraten und einfach ein offenes Ohr für die Anliegen unserer Kunden haben.

Haben Sie Social Media Guidelines entwickelt und halten Sie solche Guidelines für
unbedingt erforderlich?

Ja, wir haben Social Media Guidelines. Für das Blog gibt es eine Policy. Ebenso haben wir
einige Regeln für das Auftreten in den sozialen Netzwerken erarbeitet. Das klingt aber alles
weitaus starrer als es tatsächlich ist. Letztendlich geht es darum, dem eigenen Menschenverstand
zu vertrauen. Die meisten handeln doch intuitiv richtig. Dennoch haben schriftlich fixierte,
verbindliche Regelungen als grober Rahmen eine beruhigende Wirkung und geben den
Mitarbeitern Sicherheit. Im Alltag liest da natürlich niemand kontinuierlich nach. Und obwohl, oder
gerade weil unsere Botschafter alle online-affin sind und den Ton in Blogs und sozialen
Netzwerken kennen, stimmen wir uns im Einzelfall auch mal ab bevor jemand reagiert.

Die Zusatzfrage

Wenn Sie Asstel vertonen würden? Wie würde Asstel aus Ihrer Sicht klingen. Gibt es ein
Musikstück, welches Asstel beschreibt?

Paul Kalkbrenners „Sky and Sand“ passt perfekt zu uns. Mit einem sehr stimmungsvollen Film
haben wir allen Mitarbeitern die neue Positionierung und das neue Logo präsentiert. Paul
Kalkbrenners Musik lieferte eher zufällig den Soundtrack. Die Mitarbeiter waren aber derart
gerührt, dass das Lied mittlerweile zu einer richtigen Asstel Hymne geworden ist.
Die Bankonauten beantworten 6 Fragen mit Zusatzfrage
Veröffentlicht am Juni 3, 2010 auf www.finance20.de

Keine leichten Zeiten für Banken. Die Finanzkrise und die disruptive Kraft des Internets setzen der
Branche stark zu. Kunden lassen sich immer weniger durch die klassischen Marketing- und
Vertriebsinstrumente einfangen. Ganz im Gegenteil. Sie beginnen ihr Schicksal in die eigenen
Hand zu nehmen und helfen sich auf p2p Plattformen oder in Banken Communities selber. Die
alten Antworten sind plötzlich falsch und die ehemals so ertragreichen Lösungen funktionieren nicht
mehr. Da ist es schön, wenn man auf Hilfe hoffen kann.

Mit den Bankonauten gibt es nun ein neues Unternehmen aus erfahrenen Marketing- und
Vertriebsexperten, welche angetreten sind, um Banken fit für die herausfordernden Aufgaben der
nächsten Jahre zu machen. Finance 2o führte ein kurzes Interview mit den
Unternehmensgründern.

Wer oder was sind die Bankonauten?

Florian Schwarz: Die Bankonauten sind das Expertenduo für modernes Bankmarketing im
deutschsprachigen Raum. Bankvorstände und Führungskräfte in Banken schätzen ihre
Fachkompetenz und Praxiserfahrung.

Als Vertriebscoach einer Genossenschaftsbank kennt Florian Schwarzbauer die internen


Anforderungen an das Bankenmarketing aus erster Hand. Ferner hat er mit seinem Buch
„Modernes Marketing für das Bankgeschäft – Mit Kreativität und kleinem Budget zu mehr Erfolg“
eine Lücke zwischen den aktuellen Entwicklungen im Marketing und der Umsetzung in der
Bankenbranche geschlossen.

Florian Schwarzbauer: Und Florian Schwarz unterstützt als Inhaber der Werbeagentur FFE
MEDIA über 50 Kreditinstitute bei der Realisierung unkonventioneller Marketingmaßnahmen.
Gemeinsam machen wir die deutschsprachigen Banken startklar für das Marketing des nächsten
Jahrtausends.

Wofür stehen die Bankonauten und was möchten Sie erreichen?

Florian Schwarz: Wir möchten möglichst viele Vorstände, Vertriebs- und Marketingleiter in
deutschsprachigen Regionalbanken modernes Marketing näher bringen. Dabei profitieren sie von
unserer Praxiserfahrung. Außerdem wollen wir sie dazu inspirieren, selbst ein paar
unkonventionelle Aktionen durchzuführen. Dabei geht es nicht um bunten Budenzauber oder
sinnlosen Hokuspokus mit Aha-Effekt – wir machen strategisches Marketing,
zielgruppenspezifisch und effizient – aber eben abseits der ausgetretenen Pfade.

Florian Schwarzbauer: Zudem haben wir die VISION, dass innovatives Bankenmarketing auf
mittel- und langfristige Sicht ein fester Bestandteil in der Marketingstrategie jeder Bank im
deutschsprachigen Raum wird und die BANKONAUTEN einen erheblichen Teil dazu
beigetragen haben.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Banken in denBereichen Marketing


+Vertrieb?

Florian Schwarzbauer: Die Banken kämpfen aktuell mit einem großen Vertrauensverlust Ihrer
Kunden. Viele Kunden schieben Banken den „schwarzen Peter“ und die Schuld an der
Finanzmarktkrise zu. Da die Krise zudem noch längst nicht überstanden ist und weitere
Hiobsbotschaften drohen, werden vertrauensbildende Maßnahmen künftig einen hohen
Stellenwert im Bankenmarketing einnehmen.

Florian Schwarz: Ferner haben die Kunden heute im wahrsten Sinne die Qual der Wahl. Das
Angebot der diversen Institute lässt sich oft allenfalls theoretisch unterscheiden. In der Praxis
können viele Kunden den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen. Modernes Banking muss daher
erlebbar gemacht werden.

Banken müssen begreifen, dass Sie nicht nur in ihren gestylten Filialen auf die Kunden warten
können. Sie müssen im wahrsten Sinne des Wortes aus sich raus gehen, die Filialen verlassen
und auf die Menschen im Geschäftsgebiet aktiv zugehen. Zahlreiche moderne
Marketinginstrumente bieten sehr gute Ansätze hierfür. Aber auch die Themen Customer-
Relationship-Management und Dialogmarketing sollten weiter in den Fokus der Banker rücken, um
das Vertrauen der Kunden nachhaltig gewinnen zu können.

Liefern Sie hier mit den Bankonauten bereits Antworten?

Florian Schwarz: Mit unseren Artikeln, Referaten und Workshops bieten wir Vorständen,
Vertriebs- und Marketingleitern Einblicke in moderne Marketinginstrumente und erfolgreiche
Praxisbeispiele. Letzteres ist uns besonders wichtig. Wir wollen ja vor allem inspirieren und den
Stein ins Rollen bringen.

Florian Schwarzbauer: Zusätzlich bieten wir den Banken aber auch die Entwicklung von
individuellen Ideen und deren Realisierung an. Dabei ist es uns sehr wichtig, dass die erarbeiteten
Ideen auch Hand in Hand mit den jeweiligen Unternehmensphilosophien der einzelnen Banken
gehen.

Was können die Bankonauten für mich tun und wie kann ich Sie buchen?

Florian Schwarzbauer: Wir halten Referate und Workshops. Zusätzlich kreieren wir auf Wunsch
auch individuelle und unkonventionelle Marketingaktionen. Durch unsere enge Verzahnung mit der
auf innovatives Bankenmarketing spezialisierten Agentur FFE Media, ist uns auch die Begleitung
vom Ursprung der Idee bis zur finalen Umsetzung für das jeweilige Institut möglich.

Florian Schwarz: Weitere Infos zu den Bankonauten finden Sie auf unserer Website
www.bankonauten.de. Kontakt zu uns können Sie am schnellsten über eine Email an
countdown@bankonauten.de aufnehmen.

Wie sehen Banken in 10 Jahren aus und wie dieVolksbanken Raiffeisenbanken?

Florian Schwarzbauer: Die Banken werden in den nächsten Jahren einen tief greifenden Wandel
durchleben. Neuen Bankenmodelle (z. B. auf Internetcommunities basierte Banken, Banken mit
Ausrichtung auf „Nachhaltigkeit“ und „Honorarberatung“) werden sich am Markt etablieren.

Florian Schwarz: Aus diesem Grund müssen sich gerade die VR-Banken in den nächsten 10
Jahren intensiv damit auseinander setzen, welchen Mehrwert sie ihren Kunden tatsächlich bieten
können. Durch die Digitalisierung werden immer weniger Kunden die Filialen betreten – das
Alltagsgeschäft wird hauptsächlich online abgewickelt. Wie VR Banken es dennoch schaffen, ihre
Kunden nachhaltig und vollumfänglich zu beraten und attraktive Produkte anzubieten – das wird
die große Herausforderung für den genossenschaftlichen Finanzverbund der nächsten Jahre.

Und die VISION der BANKONAUTEN ist es, in den nächsten Jahren die
Genossenschaftsbanken auf diesem Weg zu begleiten und sie zu Vorreitern in Einsatz von
innovativen Marketingideen zu machen.

Und nun die Zusatzfrage

Welches Buch lesen Sie gerade?

Florian Schwarz: Richard Branson - Business Tripped Bare


Florian Schwarzbauer: Claudia Hilker – Kunden gewinnen und binden – Mehr verkaufen durch
innovatives Marketing
Eine Raiffeisenbank mit 2000 Facebook Fans beantwortet 6 Fragen mit
Zusatzfrage
Veröffentlicht am Juni 14, 2010 auf www.finance20.de

Eine Raiffeisenbank aus Österreich auf Rekordjagd. Mehr als 2000 Fans bei Facebook bzw. in
der neuen Facebook Sprache: 200o Menschen die sagen: „I like that“. Wie das funktioniert
erklärt uns Marko Haschej zuständig für die Themen Marketing/Web2.o bei der Raiffeisenbank
Eberndorf

Mehr als 2000 Fans bei Facebook. Wie macht man das in so kurzer Zeit?

Als Regionalbank waren wir selbst etwas überrascht über den schnellen Erfolg und Zuwachs
unserer Fans auf Facebook. Man hat aber gesehen, welchen (quantitativen) Erfolg man mit ein
wenig Vorbereitungsarbeit erreichen kann. Die Kernpunkte der Startphase waren im Prinzip die
Miteinbeziehung aller Mitarbeiter, die speziell auf den Launch der Fanpage eingestellt und
geschult wurden, sowie das Gewinnspiel mit einem äußerst attraktiven Hauptpreis, dem iPad.

Welche Erfolgskriterien haben Sie sich vorher gesetzt und haben Sie diese erreicht?

Unsere quantitativen Ziele waren im Vergleich zur aktuellen Situation relativ bescheiden.
Langfristig „träumten“ wir von der 1000er Marke, welche wir dann aber bereits nach 8 Tagen
übertroffen haben. Um von qualitativen Zielen zu sprechen, ist es noch zu früh. Zum Einen wollen
wir unsere Kunden und Fans über die Aktivitäten in unserer Region informieren und schlicht gesagt
für eine positive Stimmung sorgen. Zum Anderen verfolgen wir langfristig das Ziel Social Media
Instrumente auch als Verkaufskanäle einzusetzen. In welcher Form das stattfinden wird, daran
arbeiten wir noch.

Welche anderen Social Media Instrumente nutzen Sie?

Momentan konzentrieren wir uns ausschließlich auf Facebook, da diese Plattform gegenwärtig die
stärkste und erfolgreichste im Bereich Social Media ist. Damit wird auch der größte Teil unserer
Kunden abgedeckt. Das Unternehmen aus Palo Alto bietet derzeit alles was wir als „soziale“
Bank benötigen. Die Entwicklungen und der Funktionsumfang sind einfach berauschend. Social
Media ist aber nicht nur für Banken ein komplett neuer Fachbereich und kann daher nur langsam
erschlossen werden. Wir befinden uns aktuell in einer Phase des Testens und Probierens. Später
planen wir zusätzlich noch weitere Instrumente wie z.B. Twitter, YouTube, Blog etc. einzusetzen.

Was ist für Sie persönlich und Ihr Unternehmen „Social Media“?

Vor kurzem hat mir ein Freund gesagt, er sieht Facebook als einen „Friedhof seiner
Bekanntschaften“. So negativ sie klingt, so korrekt ist diese Aussage auch. Für mich persönlich
bietet „Social Media“ vor allem die Möglichkeit mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die man ohne
diese Instrumente wohl vergessen würde. Die Verknüpfungsmöglichkeiten auf Facebook sind
großartig und erleichtern vieles. Zusätzlich befriedigt es das schier endlose Verlangen der User
sich mitzuteilen.

Als Raiffeisenbank sehen wir in diesen Medien und Instrumenten neue Wege und Möglichkeiten
mit bestehenden und potenziellen Kunden in Kontakt zu bleiben. Viele unserer Kunden
verwenden heute bereits eBanking und besuchen uns nicht mehr persönlich in der Bankstelle,
daher wird in Zukunft zumindest der Erstkontakt auf einer anderen Ebene stattfinden müssen.
Außerdem gibt uns das Feedback unserer Kunden auf diesem „virtuellen Stammtisch“, sowohl
positiv als auch negativ, die Möglichkeit besser auf unsere Kundenwünsche einzugehen und
sofort darauf zu reagieren.

Wie wird Social Media Ihre Bank verändern?


Ich bin davon überzeugt, dass das Verwenden von „Social Media“ in Zukunft einen wesentlichen
Teil unserer Kundenkommunikation ausmachen wird. Die Tatsache, dass wir uns als eine der
ersten Banken in unserem Land auf dieses Terrain gewagt haben, wird uns mit Sicherheit Vorteile
im Wettbewerb mit anderen Banken bringen. Wohin diese Entwicklung genau geht, ist aufgrund
verschiedener Faktoren schwer zu sagen (Wie entwickelt sich Facebook in Zukunft, einerseits
technologisch, andererseits in Bezug auf das Wachstum und die User? Welche neuen Player
tauchen am Social Media Markt auf? Etc.). Es steht uns in jedem Fall eine spannende Zeit bevor.

Wie viele und welche (Stellen) Mitarbeiter sind in Ihrem Haus mit Social Media
beschäftigt?

Für die Koordination und Redaktion dieser Medien bin ich zurzeit alleine verantwortlich.
Selbstverständlich werden aber langfristige Pläne und Strategien mit der PR-Abteilung sowie mit
dem Vorstand besprochen und gemeinsam erstellt. Für das Posten von Beiträgen auf Facebook
sind aber alle Mitarbeiter zuständig. Wir legen Wert darauf, dass nicht nur „offizielle“ Postings und
Meldungen aus der Zentrale veröffentlicht werden, sondern auch die Mitarbeiter, worin wir unser
größtes Erfolgspotenzial sehen, aktiv und regelmäßig präsent sind.

Der Sommer steht vor der Tür! Worauf freuen Sie sich besonders?

Auf den Sommer selbst… Aufgrund meines Auslandspraktikums in San Francisco und den damit
verbundenen, sehr „bescheidenen“ Temperaturen blieb mir letztes Jahr der Sommer verwehrt.
In Kärnten sind wir jedoch meist mit sehr schönem Wetter gesegnet und genießen die Tage und
Abende an einem der zahlreichen Badeseen. Darauf freu ich mich schon seit fast 2 Jahren!
Guido Augustin beantwortet 6 Fragen und Zusatzfrage
Veröffentlicht am April 30, 2010 auf www.finance20.de

Guido Augustin ist Kommunikatonsberater. Sein twitter Profil hat über 8000 Follower. Ähnlich
erfolgreich sind die Social Media Aktivitäten der Bürgschaftsbank Hessen, deren twitter Account
einer der am schnellsten wachsenden in der deutschen Finanzbranche ist und auch der Blog der
Bürgschaftsbank ist informativ, stark frequentiert und vor allem vollgepackt mit hilfreichen
Informationen für die Nutzer und einem regen Austausch zwischen den Bloggern und eben
diesen Nutzern. Guido Augustin ist einer der Väter dieses Erfolges und ich freue mich sehr über
seine Bereitschaft meine 6 Fragen zu beantworten.

Die Bürgschaftsbank Hessen nutzt Social Media schon etwas länger.


Sie betreiben einen twitter Account mit mehr als 4350 Followern. Dabei
hatten Sie schon sehr schnell über 3000 Follower. Wie kommt man so
schnell an so viele Follower?

ga – Die Aufmerksamkeit zum Start war recht hoch, denn die Bürgschaftsbank Hessen war die
erste deutsche Bürgschaftsbank, die in Social Media aktiv wurde. Dazu kommt, dass ich mit
meinem persönlichen Account (@guido_augustin) eine gewisse Popularität in der Twitterwelt
erreicht habe, so dass die regelmäßigen Empfehlungen zum Start des Accounts @buergschaft
sicher geholfen haben, schnell auf viele Follower zu kommen. Außerdem folgten wir gerade in der
Anfangszeit
selbst vielen Accounts, die thematisch oder geographisch ins Profil zu passen schienen.

Ist es wichtig viele Follower bei twitter zu haben bzw. wann kann man sagen, dass ein
Unternehmen erfolgreich bei oder mit twitter ist?

ga - Die Zahl der Follower, also die theoretische Reichweite, ist ein wichtiges Kriterium bei Twitter
und wenn wir davon ausgehen, dass auch PR in Zeiten der one-to-many-Kommunikation neue
Wege geht, machen
viele Follower grundsätzlich Sinn. Jedoch darf man viele Follower beileibe nicht als alleinige
Erfolgswährung sehen. Der kommunikative Wert bemisst sich selbstverständlich auch an der
Qualität und Aktivität der untereinander verbundenen Accounts. Die Webevangelisten
(www.webevangelisten.de) haben da für den deutschen Sprachraum eine ehrenwerte Initiative
gestartet, indem sie für ihre Top 100-Rankings nur solche Accounts zählen, die innerhalb eines
bestimmten Zeitraums aktiv waren und eine bestimmte Anzahl an deutschen Wörtern verwendet
haben.
Ein Unternehmen ist dann erfolgreich auf Twitter, wenn es seine selbstgesteckten Ziele erreicht
hat, das hängt nur mittelbar mit der Anzahl der Follower zusammen.

Mit welchem Ziel haben Sie Ihre twitter Aktivitäten gestartet und wie sieht Ihr
aktuelles Fazit aus?

ga – Ursprünglich haben wir den Twitter-Account gestartet, um das Blog Buergschaft-ohne-


Bank.de (www.buergschaft-ohne-bank.de) zu unterstützen und auf diesem Wege zusätzlichen
Traffic zu generieren. Dabei zeigte sich ein interessanter Nebeneffekt: Kaum war der Twitter-
Account aktiv und die Follower-Zahl stieg gut an, verdoppelten sich die Zugriffszahlen auf dem
Blog. Die nahe liegende Schlussfolgerung, dass viele Twitter-Follower direkt in den Blog geleitet
würden, war jedoch falsch. Der Blick in die Statistik verriet, dass zwar Besucher über Twitter
gekommen war, doch der starke Anstieg kam von der Quelle Google. Die Twitter-Aktivitäten
hatten eine deutliche Verbesserung des Google-Rankings bewirkt. Merke: Twitter bringt auch
Google-Juice…

Was machen Sie noch in Sachen Social Media?

ga – die Bürgschaftsbank Hessen betreibt seit beinahe drei Jahren den Blog Buergschaft-ohne-
Bank.de, wo wir über Themen für die Zielgruppe, nämlich mittelständische Unternehmer und
Existenzgründer, berichten. Dazu gibt es den Twitter-Account @buergschaft, derzeit denken wir
über eine Facebook-Seite nach.

Welche Ziele verfolgen Sie damit?

ga – Die Plattformen, auf denen sich die Zielgruppe(n) der Bürgschaftsbank Hessen finden,
werden mehr. Wir beobachten also hier analog zur gesamten Kommunikationsbranche, dass
mehr Plattformen bedient werden müssen, weil es eine Diversifizierung gegeben hat.
Entsprechend versuchen wir, die Botschaften der Bürgschaftsbank Hessen ergänzend zur
klassischen Pressearbeit auf diesen verschiedenen Plattformen zu platzieren. Das Oberziel ist
immer, die Bekanntheit der Bürgschaftsbank Hessen in den genannten Zielgruppen zu erhöhen,
denn noch immer gibt es Unternehmer, die nichts (oder nicht genug) von der segensreichen
Einrichtung des Bürgschaftssystems wissen.

Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen Ihrer Aktivitäten

ga – Wir sind sehr zufrieden – und der Verband der Bürgschaftsbanken, in dem die
Bürgschaftsbank Hessen organisiert ist, ist es auch. Die Wahrnehmung bei der relevanten
Zielgruppe ist stark gestiegen und dem voran geht ein beständig zunehmendes
Medieninteresse, zuletzt berichtete das ARD-Magazin „Plusminus“ über den Staat als Bänker
und zog als Erfolgsbeispiel einen Förderfall der Bürgschaftsbank Hessen heran. Durch die
kontinuierliche Pressearbeit, kombiniert und ergänzt
durch die Social Media-Aktivitäten, ist die Medienpräsenz der Bürgschaftsbank Hessen sehr
hoch.

Und hier die Zusatzfrage:

Wenn Sie der Bürgschaftsbank ein Musikstück zuordnen müssten. Wie klingt die Bürgschaftsbank
Hessen?

ga - Wenn die Bürgschaftsbank Hessen ein Lied wäre, sie wäre „Ein Stern (der deinen Namen
trägt)“, weil dieses Lied erstens in den ewigen Charts ganz weit oben steht (56 Wochen in den
Top 20, http://ki.informatik.uni-wuerzburg.de/~topsi/deu_all_timet.html), also ein echter
Dauerbrenner ist und zweitens, weil der Titel
wunderbar zum Geschäftsprinzip passt: Die leuchtenden Sterne sind nämlich nicht die Bank,
sondern die Unternehmer, deren Name dank der Bürgschaftsbank Hessen heller strahlt ;o)
Lothar Lochmaier beantwortet 6 Fragen mit Zusatzfrage
Veröffentlicht am April 19, 2010 auf www.finance20.de

In meiner Interviewreihe diesemal ein Interview mit Lothar Lochmaier. Lothar Lochmair betreibt
den Wirtschaftsblog Social Banking 2.0 und schreibt als freier Autor für verschiedene Online- und
Offline Publikationen. In Kürze wird sein Buch „Die Bank sind wir: Chancen und Perspektiven von
Social Banking erscheinen. Ich freue mich sehr, dass er die Zeit gefunden hat meinen Fragen
ausführlich zu beantworten

Wie fühlt man sich, wenn man ein so interessantes und aufreibendes Buchprojekt
beendet hat?

Die Betonung liegt tatsächlich auf dem Wort beendet hat, oder um es mit anderen Worten
auszudrücken: Ein Buch zu schreiben ist dann eine tolle Sache, wenn es fertig ist. Zuvor gilt es
allerdings einige Hürden und Klippen zu nehmen, gerade wenn es sich um ein neues Thema
handelt, bei dem man selbst einen kreativen Prozess erst in Gang setzen muss. Der Autor
selbst, wenn er sich wirklich Mühe gegeben hat, kann ein Buch also erst genießen, wenn er es
beendet hat. Aber selbst dann würde man es immer wieder verbessern. Geholfen hat mir mein
Weblog Social Banking 2.0, das für mich eine Art begleitendes Tagebuch zum Buch geworden
ist. Das hat mich immer wieder motiviert, gerade weil dadurch ein permanentes Feed back durch
andere Blogger und Leser entsteht, und der Buchschreiber nicht isoliert im eigenen geistigen
Elfenbeinturm vor sich hindümpelt. Letztlich also kann man sagen, ohne das Weblog hätte ich
auch das Buch nicht geschafft.

Denn die Anforderungen waren gerade bei dem komplexen Thema „Social Banking“, das ja
irgendwie alles und nichts aussagt, sehr hoch. Es genügt nicht, nur von anderen bereits existenten
Texten die zentralen Zusammenhänge zu übernehmen, also nur ein paar einfache Puzzleteile
zusammen zu setzen. Social Banking in seinen unterschiedlichen Facetten ist echtes Neuland, und
keiner kann heute sagen, in welcher Art und Weise die neuen Ansätze unsere Bankenlandschaft in
den kommenden Jahren prägen. Ich selbst habe das Buch aber gerade deshalb geschrieben,
weil ich von der grundsätzlichen Richtung überzeugt bin, nämlich dass sich bessere
Geschäftsmodelle im Private Banking als die bisher von oben herab Regierten durchsetzen.

Die hauptsächliche Schwierigkeit beim Buchschreiben bestand für mich darin, zwischen einer
einfachen Schwarz-Weiß-Sichtweise der Bankenwelt hindurch zu navigieren. Denn einerseits kann
man Bankmanager nicht pauschal in Grund und Boden verdammen – auch sie sind ein Teil
unserer Gesellschaft und da gibt es noch viel mehr andere Baustellen, die sich von der
Realwirtschaft entfernt haben. Andererseits, und das ist die zweite große Klippe, lassen sich neue
Ansätze, die sich mit Schlagworten wie nachhaltiger Geldanlage, Peer-to-Peer-Banking oder
Social Media verbinden, nicht vorschnell als neues Allheilmittel gegen Spekulationsblasen und
Misswirtschaft glorifizieren.

Die Schwierigkeit besteht also darin, ohne in diplomatische Floskeln zu verfallen, einen Mittelweg
zwischen der Beschreibung des Ist-Zustands, dem Aufzeigen von Alternativen, die aus der Mitte
der Gesellschaft heraus entstehen, und schließlich einigen visionären Ausblicken zu schaffen. Und
das Ganze soll ohne großes Fachkauderwelsch noch leicht leserlich und verdaulich sein. Dieser
Anspruch lässt sich nur durch eine fundierte Sachanalyse einlösen, die freilich jenseits von
Schwarz-Weiß-Malerei alles andere als einfach ist.

Muss man ein Buch schreiben, wenn man in Deutschland als Experte gelten möchte
und Aufmerksamkeit bekommen möchte?

Nicht unbedingt, es gibt da viele unterschiedliche Blickwinkel. Sicherlich ist es einfacher zum
Experten über den Glanz einer Institution oder eines renommierten Unternehmens zu werden,
wo dann das Buchschreiben nur noch ein zusätzliches Element der Eigenwerbung und Marketing
darstellt. Ich jedoch agiere unabhängig, ohne an ein Medienhaus oder eine Einrichtung
angebunden zu sein.

Man kann es auch so sagen: Um überhaupt als einzelne Person in der lärmenden Medienwelt auf
sich aufmerksam zu machen, ist eine Vielzahl von Aktivitäten erforderlich. Fachartikel schreiben,
regelmäßig bloggen, bis hin zum Buch schreiben, das sind alles Elemente, die nützlich und
sinnvoll sein können. Als „Experte“ sollte man gerade die innere Unabhängigkeit schätzen, sie ist
der Nährboden für eine kreative und leidenschaftliche Vorgehensweise ohne die berühmte
Schere im Kopf.

Ansonsten gilt für alle „Insider“, „Experten“ und „Gurus“ eine Faustregel: Man sollte sich selbst
nicht so wichtig nehmen, denn heute ist der Gedanke, sich mit anderen Experten und Lesern auf
Augenhöhe zu vernetzen, viel bedeutender, als der Glaube, man hätte etwas Besonderes ganz
allein erfunden. Insofern also ist eine Prise Humor und Distanz zur eigenen Bedeutung ganz
hilfreich, um den eigenen Status als oftmals ja nur „selbst ernannter Experte“ nicht über zu
bewerten. Denn es wimmelt heute ja fast überall von epochaler Individualität und bahn
brechender Kompetenz. Vor lauter „Alleinstellungsmerkmalen“ fehlt es dann oftmals am
gemeinsamen Nenner.

Können Sie bitte kurz die wesentlichen Thesen Ihres Buches darstellen?

Zunächst einmal sollte man zu hoch geschraubte Erwartungen etwas auf den Boden der
Tatsachen zurück holen. Weder kann ich einen bahn brechenden Lösungsweg zur Fremd- und
Selbstregulierung der Bankenbranche nach der Finanz- und inmitten der Wirtschaftskrise anbieten.
Noch kann ich neue Ansätze, die sich mit der dezentralen Aufstellung des Web 2.0 verknüpfen,
uneingeschränkt als neuen Leitstern im Bankenhimmel anbieten. Was aber sehr wohl die
Aufgabe ist, das ist es bislang noch nicht so präsente Zusammenhänge, die sich mit dem Begriff
Social Banking verbinden, im Bedeutungswandel und in seinen unterschiedlichen aktuellen
Ausprägungen zu beschreiben. Das allein ist schon eine ziemlich herausfordernde Arbeit, die ich
auf meinem Weblog in einem eigenen Beitrag zum kreativen Schreibprozess hier beschrieben
habe. http://lochmaier.wordpress.com/2010/02/10/wie-man-ein-buch-uber-social-banking-
schreibt/

Die Botschaften oder Thesen lassen sich aber nicht auf ein paar Sätze reduzieren. Deshalb lieber
zum Konkreten: Das Buch ist in sechs überschaubare Teile gegliedert. Im ersten geht es um die
Einführung, wo die Defizite in der Bankberatung liegen. Danach folgt ein eher historisch angelegter
Teil, der die Entstehung und den Bedeutungswandel des Begriffs „Social Banking“ beleuchtet.
Dann analysiere und beschreibe ich die neuen Ansätze im Peer-to-Peer-Banking, zunächst die
unterschiedlichen Plattformen in der sozialen Kreditvergabe und danach die finanziellen
Netzwerke. Das ist ja schon ein kleiner Mikrokosmos, der allmählich immer weitere Bahnen zieht.

Im folgenden Teil versuche ich aus den aktuellen Trends Schlüsse zu ziehen, also zu zeigen,
welche Nutzer tummeln sich mit welchen Motiven auf welchen Plattformen. Hierbei muss man
natürlich auch wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Behavioral Finance bzw. genauer gesagt,
aus der empirisch fundierten Finanzsoziologie heranziehen, um hier eine Brücke zwischen Anlage-
und Konsumverhalten und dem Lebensstil unter dem Einfluss neuer Medien heraus zu
kristallisieren. Den üblichen Jargon, wie toll Social Media und das Web 2.0 auch in der Finanzwelt
doch sind, das relativiert sich bei genauerer Betrachtung, welche Rolle Geld bei wem abhängig
vom eigenen Verhalten spielt, doch ein wenig.

Im letzten Teil schließlich folgt der visionäre Teil, den ich als Versuch beschreiben würde, das
Bankwesen weniger in einem rein moralischen Sinne – das geht meistens schief, vor allem dann,
wenn man eine gute Absicht schlecht umsetzt – sondern in einer Rück- oder Neubesinnung
wieder auf die Kundenbedürfnisse, aber auch auf die Realwirtschaft zu fokussieren. Ich habe
dafür, weil mir bislang kein besserer Begriff einfiel, die Wortschöpfung „Common Banking“
verwendet. Das soll zeigen, dass gerade mit Hilfe des Internets neue Formen der Beteiligung an
den Geschäftsprozessen einer Bank möglich sind, die sich mit den Begriffen Partizipation,
Mitbestimmung und Transparenz verbinden. Wir stehen hier am Anfang einer spannenden
Entwicklung, von der ich glaube, dass sie die Bankenlandschaft und Finanzindustrie mehr prägen
wird, als sich dies einige Kulturpessimisten vorstellen, die dem Internet gerne unterstellen, dass
dort nur der Geist der Manipulation und Verdummung dominierten.

Was erwarten Sie: Wird Ihr Buch etwas verändern können?

Ehrlich gesagt, das kann ich selbst nicht einschätzen. Einerseits ist die Leserschaft doch recht
begrenzt. Das sind nicht einmal 10 Prozent der Bevölkerung, die potenziell dazu gehören.
Andererseits: Hält die Innovation in der Bankenbranche tatsächlich Einzug, so ist der Radius
plötzlich deutlich größer, und es könnten sich weit mehr Menschen für ein derartiges Thema
interessieren. Wir bewegen uns mit dem Begriff „Social Banking“ gerade von einem
Nischenmarkt in die Mitte der Gesellschaft hinein.

Das Unvorhersehbare ist somit auch für mich gerade das Spannende. Prinzipiell glaube ich aber
nicht, dass allein ein Buch etwas verändern kann, was sich nicht sowieso gerade verändert. Aber
das Buch kann als Resonanzverstärker dienen, es kann Anregungen geben und Wegweiser
setzen, um tiefer in die Materie einzusteigen. Wenn mein Werk diese Brückenfunktion erfüllen
sollte, indem es Chancen, Perspektiven aber auch Grenzen von Social Banking in seinen
unterschiedlichen Facetten ausleuchtet, so wäre ich schon zufrieden.

Wer sollte Ihr Buch lesen?

Die Zielgruppen sehe ich relativ breit. Zum einen sind es natürlich die Innovationsmanager in den
Banken, die sich damit auseinandersetzen sollten, vor allem um den bislang sehr technik- und
effizienzfokussierten Blickwinkel durch eine breitere Sichtweise zu ersetzen, bei der die Bank nicht
neben der Gesellschaft herläuft, sondern mitten in sie eingebettet agiert. Auch die Aus- und
Fortbildung oder das Personalmanagement könnten die eine oder andere Anregung erhalten,
gleichwohl es keine Blaupause wie bei einem Lehrbuch für ein neues Bankensystem geben
kann.

Eine weitere Zielgruppe sind sicherlich die Berater in Sachen Social Media und Web 2.0.
Allerdings ist das Buch weder für die einen noch für die anderen eine Art Steilvorlage, denn auch
Social Media im Bankenbereich ist kein Selbstläufer, den man mit ein paar netten Twitter-
Aktivitäten und einem bunt aufgemachten Weblog oder einem Facebook-Account produktiv in
Gang setzen kann. Dazu bedarf es mehr, nämlich einem umfassenden Verständnis der
Geschäftsprozesse einer Bank.

Eine dritte Zielgruppe sind diejenigen, die sich bereits aktiv mit den neuen Ansätzen von Peer-to-
Peer- oder Community-Banking beschäftigen. Das sind die handelnden Akteure und die
Avantgardisten, die eventuell die eine oder andere nützliche Zusatzinformation in dem Buch in
gesammelter Form finden, oder aber vielleicht sich selbst in eine größere gesellschaftliche
Bewegung und Entwicklung eingruppiert wieder finden, was den Horizont an der einen oder
anderen Stelle erweitert.

Und als letzte Gruppe in der potentiellen Leserschaft ist der ambitionierte Leser einer
Tageszeitung oder Wochenzeitschrift interessant, der sich intensiver mit Geldfragen beschäftigt,
und dabei auch hinter die Kulissen der „Black Box Bank“ blicken will.
Wie wichtig ist eigentlich Social Media für Social Banking?

Es ist wichtig, dass eine Bank auf Social Media setzt, aber nicht das Allerwichtigste. Wenn es nur
zum Window dressing dient, den Kunden zu befragen und mit in das Bankgeschäft einzubinden,
ist der Ansatz von vorne herein verfehlt. Das Internet ist kein reiner Vertriebskanal. Natürlich muss
eine Bank ihre Gewinnabsichten nicht verleugnen, aber sie muss bereit sein, sich nicht nur dem
Dialog auf Augenhöhe mit dem Kunden zu öffnen, sondern sich auch aktiv mit Kritik
auseinanderzusetzen. Und das ist schon etwas Schwieriges für eine Bank, die es gewohnt war,
die Produkte in den Markt hinein zu treiben, ob es der Kunde wollte oder nicht. Am Ende bekam
er im Massengeschäft das, was die Bank wollte, und nicht umgekehrt.

Durch die neue Transparenz und die zahlreichen Diskussionsmöglichkeiten im world wide web
und in den einschlägigen sozialen Netzwerken hat sich das geändert. Social Media gewinnt an
Stellenwert und gleichzeitig schrumpft der Markt. Wer sich jetzt in dieses Feld hineinwagt und hier
Chancen sieht, anstatt sich abzuschotten, ist deutlich im Vorteil. Viele Geldinstitute hoffen jedoch,
dass sie nach der Finanzkrise weiterhin ihre provisionsträchtigen Produkte in den Markt bringen
können, ohne mit dem Kunden in einen offeneren Dialog zu treten. Schließlich sind es vor allem
konventionelle Banken gewohnt, möglichst wenig von ihrer Finanzpolitik nach außen zu tragen.

Warum aber das Neue abblocken, lieber kreativ bloggen, so lautet durchaus meine provokante
Gegenthese: Wer das Vertrauen der Kunden jetzt gewinnen kann und über einen längeren
Zeitraum beweist, dass er dies rechtfertigt, hat einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, gerade in
einem schrumpfenden Markt, bei dem rein defensive Strategien ausgedient haben. Und Social
Media ist sozusagen das Instrument, um das Vertrauen der Kunden herzustellen und zu binden.

Und die Zusatzfrage:

Wie entspannt man, wenn man ein Buch schreibt? Vielleicht mit Musik? Welche Musik haben Sie
besonders gerne gehört, während Sie das Buch geschrieben haben?

Mit Musik entspannen, das funktioniert ehrlich gesagt, wenn man mitten im Buch drin steckt, nicht
wirklich. Ab und an habe ich selbst zur Gitarre gegriffen, und mich einfach von der einen oder
anderen Melodie treiben lassen, um mal auf andere Gedanken zu kommen. Ich singe und bastle
ganz gerne mal an balladenartigen Klängen, Richtung spanisch-südamerikanischen Einflüssen.
Einer meiner Lieblingssongs: Joaquin Sabina – Pongamos que hablo de Madrid, etwa hier auf
Youtube anzuhören:

Es fehlt aber noch ein Song zum Social Banking. Da hatte ich noch keine Idee. Ansonsten höre ich
ganz gerne gute und schwungvolle Musik so Richtung Swing Latin-Touch, bin aber auch offen für
viele andere Stilrichtungen, so dass es hier unzählige Möglichkeiten gibt, die Gedanken gerade
mit Musik zum Fliegen zu bringen, wenn man sich in den Niederungen des Alltagshamsterrads
immer wieder mal festgebissen hat.

Aus der ruhigeren Ecke, die man zum Buchschreiben ab und an mal sucht: Ein weiterer
musikalisch-philosophischer Rettungsanker zum Entspannen jenseits dessen, was man unter
„Relaxen“ versteht, ist das Song von Almir Sater, der im Song „Terra de Sonhos“ den
Sonnenaufgang und das Erwachen im brasilianischen Pantanal beschreibt. Ein fantastischer
philosophischer Sound der mit seiner musikalischen Einfachheit überzeugt, ein Orchester der
Naturstimmen. Das weckt auch hierzulande im überzivilisierten High-Tech-Arbeitszimmer, wieder
müde Lebensgeister auf. Hier auf Youtube mit gutem Kopfhörer anzuhören, in einer allerdings
nicht vom Autor selbst gemachten Bildversion:
6 Fragen mit Zusatzfrage an Suitbert Monz (Social Media Manager bei
der R+V Versicherung
Veröffentlicht am April 7, 2010 auf www.finance20.de

Im dritten Teil meiner Interviewserie „6 Fragen mit Zusatzfrage“ sprach ich mit Suitbert Monz
Social Media Manager bei der R + V einem Unternehmen der genossenschaftlichen
Bankengruppe. Die R + V ist vor ca. 2 Monaten in Sachen Social Media aktiv geworden und hat
sowohl auf twitter als auch in Facebook einen guten Start hingelegt. Herrn Monz und seiner
Kollegin Frau Anja Junior gelingt es dabei insbesondere, die Sprache des Mediums zu treffen
ohne dessen Regeln zu brechen. Statt sich in Marketing Blah Blah zu verlieren und nur von
eigenen Interessen getriebene Inhalte zu verfasssen, schafft es die R + V eine Mischung aus
thematisch interessanten, hilfreichen und auch Produkt bezogenen Informationen anzubieten, die
darauf ausgerichtet sind Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Zusätzlich stellen die
Aktivitäten keine Verdoppelung der Internetseite oder sonstiger Marketing- und
Werbematerialien dar.

Hier nun die Antworten von Herrn Monz auf meine 6 Fragen und die etwas privatere Zusatzfrage:

Meines Wissens sind Sie das erste deutsche Finanzunternehmen, bei dem es eine
Position „Social Media Manager“ gibt. Beschreiben Sie doch kurz, welche Aufgaben
mit dieser Position verbunden sind?

Der Social Media Manager deckt bei R+V folgende Themenbereiche ab:

- Erstellung der Konzeption und Integration des Themas Social Media in die Organisation des
Hauses

- Weiterentwicklung des Themas Social Media für das Unternehmen – Vermarktung des Themas
intern und extern

- Definition der Inhalte und Ausrichtung der Dialoge über die verschiedenen Social Media Kanäle

- Inhalte erstellen und Dialoge mit Kunden und Interessenten führen

Welche Eigenschaften muss Ihrer Meinung nach ein Social Media Manager bzw. eine
Person haben, die für ein Unternehmen Social Media betreibt haben.

– hohe Affinität zum Thema „Internet“ und zu den in diesem Zusammenhang stattfindenden
Weiterentwicklungen (mehr gesellschaftlich als technisch)

- Bereitschaft, Fähigkeit und Offenheit, sich auf die Kommunikationsformen des Web2.0
einzulassen und diese selbst zu leben

- Gespür für den Umgang mit relevanten Themen und mit Menschen

- Kenntnis der unternehmensinternen Kommunikations- und Service-Prozesse

Haben Sie Social Media Richtlinien entwickelt und wie haben Sie Social Media in
Ihrem Unternehmen eingeführt?

– Die Social Media Richtlinien für unser Unternehmen werden zurzeit erarbeitet.

Wie sieht Ihr erstes Fazit aus? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

– Unser erstes Fazit ist auf jeden Fall positiv! Feedback und Kommentare zu unserem Einstieg in
das Thema Social Media spornen uns an, in dieser Richtung weiter zu gehen. Wir stellen fest,
dass es gelungen ist, Menschen zu erreichen, die über die „klassischen“ Kanäle nicht
angesprochen wurden. Obwohl wir noch nicht lange in diesen Kanälen unterwegs sind, ist es
schon jetzt erkennbar, dass es mehr und mehr gelingt, über die Dialoge und Themen das
Unternehmen nach außen „greifbarer“ und „menschlicher“ zu machen.

Was hat Sie überrascht? Und gab es auch schon negative Erlebnisse?

- Überrascht hat uns die Geschwindigkeit, mit der wir in der vernetzten Welt angekommen sind
bzw. aufgenommen wurden. Es macht Freude zu sehen, dass über diese Kanäle so viele
Menschen erreicht und angesprochen werden können und so eine Interaktion mit der Marke
gelingt.

Wie soll es weiter gehen? Welche nächsten Schritte sind geplant

- Wir haben für dieses Jahr einen Ausbau unserer Social Media Aktivitäten geplant und haben
noch weitere zusätzliche „Highlights“ in Vorbereitung. Lassen Sie sich überraschen!

Und die Zusatzfrage: Welches Buch lesen Sie gerade bzw. welches Musikstück können Sie
meinen Lesern empfehlen?

- Lesen: Ausgabe 1 „enorm – Wirtschaft für den Menschen“ – Musik: Christopher von Deylen
„Schiller“ – Atemlos

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und den Hinweis auf das neue Magazin „enorm“,
welches ich mir direkt mal zu Gemüte führen werde

Hier geht es zu den Social Media Aktivitäten der R + V:

http://twitter.com/ruv_de

http://www.facebook.com/ruv.de
6 Fragen mit Zusatzfrage an Harald Meissner
Veröffentlicht am März 4, 2010 auf www.finance20.de

In der heutigen Folge meiner neuen Serie 6 Fragen mit Zusatzfrage beantwortet Professor DR.
Harald Meisner Geschäftsführer der Meisner Consult GbR und Professor an der Rheinischen
Fachhochschule Köln meine Fragen. Professor Meisner arbeitet gerade an der Entwicklung einer
Mittelstandsplattform zur Unternehmensfinanzierung. Das web 2.0 spielt dabei eine
entscheidende Rolle. Wer sich an der Diskussion zur Entwicklung der Mittelstandsplattform
beteiligen möchte, kann dies bei Xing in der Gruppe Finanzierungsplattform für
Mittelstandsunternehmen tun.

Warum ist es Zeit für eine neue Art (weitere Möglichkeit) der
Unternehmensfinanzierung?

Finanzierungen sind entscheidend für den Wachstumsprozess von Unternehmen und damit für
ihre Wettbewerbsfähigkeit. Bankenfinanzierung und Innenfinanzierung reichen für viele kleine und
mittlere Unternehmen nicht mehr aus, sie benötigen einen innovativen Zugang zum Kapitalmarkt,
am besten über mezzanine Instrumente wie Genussscheine oder Nachrangdarlehen..
Finanzierungsplattformen z.B. für Nachrangdarlehen können auf unkomplizierte Art Investoren,
Anleger und Unternehmen zusammen bringen und ein Matching der Interessen ermöglichen:
Anleger möchten sparen, Unternehmen benötigen Liquidität zu vertretbaren Kondittionen.

An welche Unternehmen wenden Sie sich mit Ihrer Dienstleistung?

An kleine und mittelständische Unternehmen und an Finanzdienstleister für innovative Produkte.

Wie funktioniert genau die Inanspruchnahme Ihrer Dienstleistung?

Anleger und Investoren sowie mittelständische Unternehmen registrieren sich und geben
Informationen weiter: über die Erwartungen der Anleger bzw. über die zu finanzierenden Projekte.
Die Anleger sollten anschließend wissen, welches Projekt sie mit welchen Risiken finanzieren –
sie haben Vergleichsmöglichkeiten. Die Unternehmen zahlen risikoadäquate Zinsen.

Warum möchten Sie Ihr Angebot aussschliesslich über das Internet anbieten?

Nutzer und Konsumenten können über das Internet Erfahrungen austauschen und stärker
an der Produktentwicklung teilhaben.

Teilhabe, sozialer Austausch und die Kompetenz der Nutzer sind die Schlagworte der
neuen Web-Entwicklung. Dies könnte auch die Finanzsphäre stark beeinflussen, denn
Informationen über Märkte und Kunden sind die Erfolgstreiber für Unternehmen in einer
sich schnell wandelnden Marktumgebung.

Die Transaktionskosten werden durch das Netz verringert, und zwar erheblich.

Wie sind (falls Sie dies sagen können) die nächsten Schritte bis zum Start des
Unternehmens?

Wir gehen auf Investoren- und Partnersuche, sind mit den Industrie- und Handelskammern im
Gespräch und dann geht es zur Realisierung.

Was denken Sie grundsätzlich über die Entwicklung der Bankenbranche. Werden
Angebote, wie das von Ihnen geplante eher eine Nische besetzen oder wirkliche
Konkurrenz zu Banken darstellen.
Es wird mehr Finanzportale im Netz geben, die Anleger und Unternehmen werden sich stärker
austauschen. Unser Produkt wird zu Beginn wohl nur eine Nische besetzen.

Und die Zusatzfrage

Welches Buch würden Sie aktuell empfehlen und welche Musik hören Sie gerade, bzw. was ist
ihre absolute Lieblingsmusik?

Ich empfehle allen, die sich für die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge interessieren: Animal
Spirits von George A. Akerlof und Robert J. Shiller. Dieses Buch von 2009 ist wirklich
inspirierend

Vielen Dank für dieses Gespräch


6 Fragen mit Zusatzfrage: Mustafa Behan (whofinance)
Veröffentlicht am Februar 5, auf www.finance20.de

In unregelmässiger Reihenfolge wird es hier jetzt Interviews mit interessanten Personen aus der
Finanzbranche oder der Social Media Welt geben. In Textform und hoffentlich demächst auch in
Video Form. Den Anfang macht Mustafa Behan einem der Mitbegründer von whofinance.

Was ist whofinance?

WhoFinance ist das erste Bewertungsportal in Deutschland, bei dem Verbraucher alle Berater
bei Banken, Sparkassen, Versicherungen und unabhängigen Finanzdienstleistern bewerten
können. So helfen sich Verbraucher gegenseitig bei der Suche nach guter Beratung für Geld und
Versicherung – vor allem in den Bereichen Immobilienfinanzierung, Altersvorsorge, Geldanlage
und Versicherungen.

Warum haben Sie whofinance entwickelt?

Meine Mitgründer und ich haben WhoFinance entwickelt, weil wir glauben, dass Transparenz in
der Beratungsqualität ein wirklicher Nutzen ist – der vor allem Verbrauchern aber auch den guten
Beratern erheblich weiterhelfen kann.

Wie hat sich whofinance in den letzten Jahren entwickelt? Sehen Sie Ihre Ziele erreicht?
WhoFinance ist auf einem exzellenten Weg. Wir haben den aussagekräftigsten Datenbestand an
Erfahrungsberichten über Beratung aufgebaut. Berater nahezu aller Institute haben sich bei
WhoFinance registriert (zum Beispiel Volksbanken, Deutsche Bank, MLP, Allianz, Quirin Bank
und viele unabhängige Berater). Die Presse nimmt WhoFinance als seriöses, präzises und
authentisches Bewertungsportal wahr, nicht zuletzt weil jede einzelne Bewertung geprüft wird.
Insofern sind wir zufrieden. Wir haben unsere Ziele aber erst dann erreicht, wenn die Mehrheit der
Deutschen zuerst bei WhoFinance nachschaut bevor er eine Beratung in Anspruch nimmt.

Wie soll es weiter gehen?

Wir bauen die Plattform weiter aus. Mehr Bewertungen, mehr Berater mehr Traffic. Die Richtung
stimmt. Seit einigen Wochen bereichert Jürgen Böhm, einer der Gründer von
ImmobilienScout24, unser Team und treibt das Thema Produkt und Traffic nun gemeinsam mit
Jutta Kurz voran. Wir haben nun die ideale Aufstellung um 2010 richtig Gas zu geben.

Wie reagieren die Banken auf Ihr Angebot?

Unterschiedlich. Eine Reihe von Banken begrüßen die Möglichkeit, gute Beratung auch
transparent zu machen. Andere sind sich noch nicht sicher, wie sie mit Kundenbewertungen
umgehen sollen. Und eine dritte Gruppe von Anbietern glaubt, dass ihre Beratungsqualität einem
kritischen Urteil durch die Kunden nicht standhält.

Wie wird oder wie sollte sich die Bankenwelt im Hinblick auf die Finanzkrise
verändern?

Ich glaube, es gibt drei Themenfelder, die ernsthafte Bearbeitung benötigen:

1. Ein besseres Management des Interessengeflechts zwischen „Produzenten“ und Beratern.


Hiermit meine ich z.B. Provisionstransparenz, Alternativen im Angebot und Neutralität bei der
Beratung, um Kundeninteressen in den Vordergrund stellen zu können.
2. Eine höheren Qualifikationsgrad bei Beratern. Hier könnte – ähnlich wie im
Gesundheitswesen – ein korrektes „Labelling“ weiterhelfen: „Wer darf denn zu welchem Thema
wen beraten“

3. Eine höhere Qualifikation beim Kunden. Kunden mit besserer Vorbildung haben gute
Chance, besser beraten zu werden.

Und noch eine private Frage:

Welches Buch lesen Sie gerade und welche Platte oder welches Musikstück hören Sie gerade
besonders gerne?

Bei WhoFinance vergibt der Verbraucher 5 Sterne für „Top Tipps“. Hier sind meine aktuellen
Top Tipps:
1. Buch: Andreas Eschbach: Der Nobelpreis
2. Musik: Ray Charles „Genius needs company“
3. DVD: Die zweite Staffel von Psych
Und letztlich, wenn Sie nach Berlin kommen und asiatisches Essen mögen, Mr. Hai in Steglitz. Die
Nr. 194 ist eine Sensation

Vielen Dank für das Gespräch

Mustafa Behan wurde als Sohn eines Ägypters und einer Deutschen 1971 in Berlin geboren.
Dort studierte er Mathematik bevor er 1994 seine Karriere bei Procter&Gamble begann. Nach
einen Wechsel zu McKinsey führte ihn sein Weg über die Deutsche Bank und Fidelity in die
Selbstständigkeit. Behan gründete erfolgreich Firmen in den USA – bevor er 2007 mit Jutta Kurz,
Hajo Riesenbeck, Klaus-Jürgen Baum, Peter Schmid und Uli Rump WhoFinance gründete.

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