Broadcasting show No. 9 – 23. Oktober 2006 ( Radiostation: TideRadio 96.

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IMC OnAir / Feature “Raga CDs des Monats” 23.10.06 (15:00-15:58) / Sendeplatz: www.tidenet.de)

Hintergrund ... IMC OnAir als Radiosendung (Radio + Internet Radio (PodCasting) gliedert sich historisch und hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
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Abend- und Nachtragas
(Raga CDs des Monats)

- Teil 1 / 23.10.06 (15:00-15:58) -

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[0.] Jingle (Intro) IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik. IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features. Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und vorgestellten CD-Titeln. IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm zur indisch klassischen Musik zusammen unter: www.imcradio.net (Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net) imcradio.net (Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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[1.1.] Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer ! .. ich heisse Sie herzlich Willkommen bei „India meets Classic“, eine Sendung für indisch klassische Musik. Mein Name ist Lothar J.R. Maier. Es freut mich, für Sie heute einen neuen Themenschwerpunkt zu präsentieren: "Abend- und Nachtragas", Teil 1. Wir orientieren uns dafür an der Tages- und Nachtspielzeit der Ragas im indischen Musiksystem. Wie in all unseren Sendungen „Raga-CDs des Monats“ hören Sie Beispiele original indisch-klassischer Musik, gespielt von den renomiertesten Musikmeistern Indiens. Beachten Sie auch die Hinweise zu unserem Internetangebot in dem weiteren Verlauf der Sendung. Hörertelefon und

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[1.2.] Themenintro ... Die indische Musik ist die einzige Musikform in der Welt, die über einen Zeitraum der letzten 4000 Jahre ein System entwickelt hat, das aus Ragas und Tala-s besteht. Die Ragaform ist das Regelwerk und Tala das ryhythmische System, das der indischen Musik zugrunde liegt. Die Musik der restlichen Welt, insbesondere die unseres westlichen Kulturkreises, ist nicht vergleichbar mit den Ragas und Tala-s. Um so spannender wird es heute, Musikbeispiele auf einem westlichen Instrument kennenzulernen, die Violine. – Und einiges Wissenswertes über die Geschichte und Entwicklung des indischen Musiksystems, die Form und das Regelwerk der Abend- und Nachtragas. Die Violine wurde nach Indien erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts importiert. Zur Geschichte der indischen Violine und ihre besondere Handhabung etwas später ... [1.3.1] 1. Künstler: Kala Ramnath & Pt. Jasraj ... Eine Violinistin der jüngeren Generation und Interpretin der Hindustani Musik, der nordindischen Klassik ist Kala Ramnath. Sie wurde im Mai 1967, in Chennai, dem ehemaligen Madras, im Bundesstaat TamilNadu in eine Familie hineingeboren von aussergewöhnlich musikalischem Talent. Selbst repräsentiert sie die vierte Generation von Violinspielern in einer 7-Generationen-Dynastie, aus denen Legenden auf der Violine hervorgegangen sind wie Prof. T.N. Krishnan, Dr. N. Rajam und Kala’s Cousine Sangeeta Shankar. Kala’s Genialität auf der Violine zeigte sich in der frühen Kindheit unter den wachsamen Augen ihres Grossvaters Vidwan Narayan Iyer. Im Oktober 1969, im Alter von nur 3 Jahren, begann sie bereits auf einem Erwachseneninstrument zu spielen. Gleichzeitig erhielt Sie Unterricht von ihrer Tante Dr. Smt. N. Rajam. Elf Jahre wurde Kala’s musikalisches Talent angereichert von dem berühmten Gesangsmeister Pandit Jasraj. Er gehört der Mewati Gharana, einer der indischen Musikschule. Kala’s Auftritte zeugen von einer beeindruckenden Kombination technischer Perfektion und einer tiefen emotionalen Qualität, die sie von Jasraj vermittelt bekam. So ist es gut nachzuvollziehen, dass Kala Ramnath als die „singende Violine“ Indiens bezeichnet wird.

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[1.3.2] Dazu ein Hörbeispiel, das uns auf das Klangbild des indischen Violinspiels und die Form der Abend- und Nachtragas einstimmt. Auf der CD SOAL FOOD aus dem Jahre 2002 begleitet Kala Ihren Lehrmeister Pt. Jasraj im Khyal-Stil. Der Abend-Raga Maru Behag wird in einem langsamen Zeitmass, Vilambita und dem Rhythmus Ektaal (4 Schläge mit 12 Zeiteinheiten) interpetiert ... [1.3.3] Hörbeispiel Nr. 1 (SOUL FOOD / Pt. Jasraj) ... [1.3.4] Als erstes Beispiel hörten wir den Abendraga Maru Behag, gesungen von Pandit Jasraj im Khyalstil, begleitet von seiner früheren Schülerin und der Violinmeisterin Kala Ramnat. Im Weiteren spielten Niraj & Vikas Parikh (Backing Vocals), Shishirchandra Bhatt (Harmonium), Hemant Bhatt (Phakhawaj) und Shri Nandan Mehta (Tabla). Die CD „SOUL FOOD“ ist in 2002 bei dem Label SenseWorldMusic erschienen. [2.1] Abend- & Nachtragas ... Der Raga Maru Behag setzt sich in seiner Struktur aus zwei Abendragas zusammen: dem Raga Kalyan, ein Abendraga und dem Raga Behag, ein Nachtraga. Diese Form der Misch-Ragas wurde besonders in der Zeitepoche, unter der muslimischen Regentschaft Indiens geschaffen. Etwa ab dem 13. Jahrhundert entwickelte man eine besondere Logik, wie der Zeitbezug zu definieren sei. Raga Maru Behag wird zwischen 06:00 Uhr abends und 12:00 Uhr mitternachts gespielt. Die indischen Noten, die Swara-s haben mit diesem Zeiteffekt und weiteren Besonderheiten die Fähigkeit, auf den Spieler oder Vokalisten und seine Zuhörer eine positive Wirkung auszuüben. Sie war bereits den Musikern in der Antike Indiens, in den vedischen Zeiten 500-600 vor Christus bekannt. – Und findet heute in der musiktherapeutischen Forschung weltweit eine wachsende Beachtung. Dabei ist man realistisch genug anzunehmen, dass die Rahmenbedingungen des Musizierens oder Hörens und die individuelle Persönlichkeit Einfluss auf die emotionale Wirkung haben.

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[2.2.] Zitat (Alternative) ... Raga Behag Poetry Im spirtiuellen und poetischen Verständnis der Inder heisst es zu dem Abendraga Behag: Wenn ein Verlangen sich Ausdruck verschafft, das die normale Monotonie des Lebens durchdringt, nimmt es die Form dieses Ragas an. Verlangen ohne sexuelles Verlangen. Verlangen ohne (im Original: minus) hingebunsvolle Unterwürfigkeit.
Tanpura:

Man kann sagen: Verlangen trägt das Weiss der Armut und die pure Existenz in dem Unterbewusstsein eines Geliebten, auch wenn die Entfernung die Liebenden trennt. your voice Deine Stimme. Ich bade in einem Erröten der Glückseligkeit Nur ich weiss Und Du weisst Wir sind noch so weit entfernt um uns gegenseitig zu belustigen. Wir lesen wöchentlich Worte. Wir hören Klänge, die sich auf und davon machen jenseits der Himmel, nehmen uns mit im Geiste. Und wir baden zusammen in jedem Wort des anderen. Schrubben uns gegenseitig, wieder und wieder und rubbeln. Wir berühren Worte ... Nehmen viel von der Musik in uns auf ... Ich bin ... Du bist.

[2.3]

Nach einem arbeitsreichen Tag ist im indischen Verständnis der späte Abend die Zeit für das „Lustig sein“ und „Fröhlichkeit“. Diese Stimmung verkörpert die Ragagruppe von Kafi, Bageshri und Sindura Ragas. Die Abendragas wie Yaman, Shree, Marwa oder Purvi können Glückseligkeit und ein Gefühl der Lebendigkeit wecken, bis durch die Veränderung des Notenmaterials ein pathetisches Empfinden entstehen soll. In dem 7-stufigen Grundnotenmaterial, den Sargam Syllabels Sa – Re – Ga – Ma – Pa – Dha – Ni (und dem um eine Oktav höherliegenden Sa’) wird mit Beginn der Abenddämmerung. die vierte Stufe „Ma“ scharf (Teevra) betont, während Ga (Gandhar) als die 3. Stufe abgeschwächt gespielt werden muss.

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i bask in a blush of happiness only i know. and you know. we are so far yet to amuse each, we do read weekly words, we do hear sounds that get up and go beyond heavens taking us too in spirit and we bathe together in each other' words, scrub each again and s again we rub, we touch words that get much music that i am you are.

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[3.1]

NECTAR / Kala Ramnath ... Hören wir nun einen solchen Nachtraga von Kala Ramnath als Solistin ... Kala Ramnat’s Solo-Karriere basiert auf der Interpretation des Gesangsstils Khyal in der Hindustani Musik. Unter allen Gesangsformen erlaubt er dem Künstler die grösste Möglichkeit, die Tiefe und Breite seines musikalischen Wissens und seine Fähigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Die Einflüsse Ihrer Lehrmeister hat Kala erfolgreich absorbiert und zu einem Stile entwickelt, der wahrhaftig einzigartig ist und einen bedeutenden Anteil daran hat, die Violine in der indisch klassischen Musik fest zu etablieren. Obgleich ihre improvisierten Phrasen sehr komplex sein können, verliert Kala Ramnath nie die Sicht auf den lyrischen Teil der Musik. Ihr Violinspiel ist charakterisiert von einem eleganten Ton, kombiniert mit einer perfekten Bogentechnik. Aus Kala’s CD NECTAR der Nachtraga Rageshri, mit einem Hörausschnitt aus dem Hauptteil - in der Rhytmik Jhampa Tala: 3 Schläge, 10 Zeiteinheiten in 4 Einteilungen ...

Auf der Website von IMC (Englisch) www.imcradio.net (deutsch) finden Sie neben vielfältigen Information rund um die Musiktitel ein Gästebuch, in dem Sie sich mit unseren Hörern zur indisch klassischen Musik austauschen können. Registrieren Sie sich auch gerne für den Bezug des kostenlosen Newsletters, und die Redaktion zur Sendung IMC - India meets Classic hält Sie (regelmässig) über neue Sendungen auf dem Laufenden. Telefonisch können Sie bundesweit zum Ortstarif Ihre Wünsche an das Redaktionsteam richten: 01801-993322-3863. [3.3] Kala Ramnath präsentierte uns als Solistin auf der Violine den Nachtraga Rageshri, begleitet von Vijay Ghate auf der Tabla. Die CD „NECTAR“ wurde 2005 bei dem Label SenseWorldMusic veröffentlicht. Nun ein kurzes Profil des heutigen Instrumentes: die Violine war Ende des 18. Jahrhunderts noch ein Begleitinstrument, neben der Vina oder anderen Hauptinstrumenten. Im späten zwanzigsten Jahrhundert haben Ihre musikalischen Vertreter sie zu neuen Höhen geführt und international als Soloinstrument etabliert. Die Violine wurde erstmalig im kolonialen Indien des frühen neunzehnten Jahrhunderts eingeführt, als Baluswami Dikshitar das Instrument in Madras, dem heutigen Chennai, im Fort St. George von dem Armeebandleader (bandmaster) erlernte. So wie eine Anzahl von Ragaformen aus der südindischen, der karnatischen Musik ihren Weg in die nordindische Klassik, der Hinustani-Musik fand, wurde die Violine im südlichen Teil Indiens enthusiastisch aufgenommen und war bald ein integrierter Bestandteil der karnathischen Musik. Diese weist eine lange Liste von Violinspielern grosser Virtuosität auf, die sich einer grossen Beliebtheit erfreuen. Obgleich die Violine als Instrument die Fähigkeit besitzt, jede Schattierung und Nuancierung der Gesangsmusik zu reproduzieren, gibt es weniger Vertreter im Norden als im Süden Indiens.
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[4.1.] Die Violine ...

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[4.2.] Die Spieltechnik der Violine ... Das Ziel jeder Tonproduktion in der indisch klassischen Musik ist es, den indischen Gesangsstil zu imitieren, wie es uns Kala Ramanath an der Seite von Pandit Jasraj eindrucksvoll zeigte. Eine völlig neue Spieltechnik, die sich von ihrem westlichen Counterpart wenig unterschied, war geeignet, um auf der Violine für die indische Musik einen eigenständigen Klangtypus zu erschaffen. Die indische Violine wird sitzend auf dem Boden gespielt. Der Hals des Instrumentes zeigt zum Grund und ruht auf dem Fussknöchel, während der Korpus der Violine auf der Brust ruht. Die Bogentechnik erinnert viel mehr an die Handhabung in der irischen, amerikanischen oder osteuropäischen FolkMusik als an den Stil der westlichen Klassik. Traditionell basiert die Fingertechnik auf dem Mittelfinger, der in die höheren Tonlagen gleitet und dem Zeigefinger, mit dem man zu den tieferen Tönen gelangt. Mit einer offenen Stimmung des Instruments wie D-A-D-A oder F-CF-C werden die Dronen, wie die Tanpura, die für die indische Musik von grosser Bedeutung sind, wirkungsvoll einbezogen. Umfassend werden die Mikrotöne und zierlichen Töne verwendet. In unserer kleinen Instrumentalkunde sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass in Nordindien der antike Verwandte der europäischen Violine existiert, die Sarangi. Sie ist ein sehr ausdrucksstarkes Instrument, das extrem schwierig zu spielen ist. Sarangi bedeutet „100 Farben“. Ihr Name signalisiert die Bandbreite, Tiefe und Subtilität des Sarangi-Klangs. Der westliche Violinvirtuose und Indienreisende Sir Yehudi Menuhin beschrieb sie als „... die wahrhaftige Seele der indischen Gefühle und Gedanken“. Die Sarangi spielt eine wichtige Rolle in der nordindischen Musik, während sie im Süden nahezu ausgestorben ist. Hörbeispiele finden Sie in unserem Online-Archiv zur Sendung „Frühlingsragas“ mit Indien’s führendem Sarangi-Meister Ustad Sultan Khan. [5.1] Die Violine dürfte in unserer heutigen Zeit zu dem am weitest verbreiteten Instrument in der der indischen Musik gehören, neben der Gesangsstimme. Der Bezug ihrer Herkunft aus der westlichen Klassik ist dabei nicht vollständig verschwunden. Ein wunderbares Hörbeispiel dokumentiert diese wechselseitige Beziehung. Santosh Nahar ist einer der aufregendsten jungen Vionilisten Nordindiens. Santosh entstammt einer Familie, die in den Traditionen der indisch klassischen Musik steht. Sein Vater, Prahlad Prasad Mishra, ein renomierter Vokalist und Musiker, stellte zusammen mit seinen Onkeln und älteren Brüdern sicher, dass der junge Violinist ein tiefgehendes Verständnis über die Praxis dieser kultivierten Kunstform entwickelte, und im Weiteren eine Ausbildung in den Techniken des Violinspiels von Shri T.M. Patnaik genoss. Ausflüge zu verschiedenen Lehreren halfen dem jungen Vionilisten seine eigene musikalische interpretationen zu verfeinern. Nahar verschmilzt den melodischen Geangsstil, bekannt als gayaki mit dem dynamischen Instrumentalspiel, dem Tantrakari-Stil. Seine Aufführungen sind besetzt mit fliessenden Taans, sorgfältig ausgearbeiteten Passagen der Improvisation, die eine betäubende (stunning) Virtuosität von Santosh Nahar beweisen.
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[5.2] [5.3]

Hörbeispiel Nr. 3 (The Golden Bow / Santosh Nahar) ... Das war Santhosh Nahar auf der Violine, begleitet von Shabbir Hussain, Tabla, mit dem Abendraga Yaman, in dem Rhythmus TinTaal (3 Schläge, 8 Zeiteinheiten, in 4 Einteilungen), auf der CD The Golden Bow. Sie wurde bei SenseWorld Music in 2003 veröffentlicht. Der Raga Yaman gehört dem Thaat Kalyan an. Literarisch bedeutet Thaat Kalyan „Viel Glück“. Häufig wird er zu Beginn eines Konzertes gespielt, vermittelt er das Gefühl, wie sich die Abendstimmung ausbreitet. Die Thaats sind ein System aus 10 Grundskalen, aus denen alle Ragas abgeleitet werden können. In der aufsteigenden Skala (Aaroha) besteht Raga Yaman aus sechs Noten (Shadav), die absteigende Skala (Avaroha) enthällt alle 7 Hauptnoten (Sampoorna). Die Hauptnote liegt auf Ga als erste Stufe und Ni als vierte Stufe. Ma (Madhyam) wird schwach (Tivra), alle anderen Noten natürlich (Shuddha) gespielt.

[6.1]

Zitat ... Dr. Ahila Sambamoorthy, ein zeitgenössischer Dichter, der an der Universität von Ortago in Neuseeland lehrt, sagt über sein Gedicht „Abendragas“: „Das Gedicht ist ursprünglich ein tonales Geciht über Krishna und Radha und ihr kleines Rendevous in der Dämmerung.“ Abend Raga Von Dr. Ahila Sambamoorthy Es ist die dunkle Hälfte des Mondmonats Ein silbernfarbenes Dämmerlicht erleuchtet Hügel aus Marmor und das orangefarbene Nachglühen von Donner und Blitz
Evening Raga
by Dr. Ahila Sambamoorthy

Magisch ist der singende Klang der Veena Er erzählt von einer zeitlosen (alterslosen) kosmischen Romanze, von Krishna und Radha und der unbändigen Freiheit der nächtlichen Welt. Ihr Kopf war voll von den Gerüchen der Corianderblüten, von Jasmin und Sandelholz. In den Mangowäldern ächzen und stöhnen die Zweige. Entfernte Wellen des Meeres, von den Nordwinden fortgetragen, erreichen die Sterne Schluchzen vom Herzen der Erde

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It is the dark half of the lunar month a silver gloaming illumes hills of marble and the amber afterglow of thunder and lightning There's magic in the veena singing of an ageless cosmic romance Krishna and Radha and the delirious freedom of the night world her head filled with the redolence of coriander blossoms jasmine and sandalwood In the mango grove branches groan and creak Distant sea-waves swept by north winds reach the stars Sobs from Earth's heart

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[7.1]

In unserer heutigen Sendung zum Thema Abend- und Nachtragas, Teil 1 kommen wir zu dem abschliessenden Hörbeispiel. Es dokumentiert die aktive Schaffenszeit eines halben Jahrhunderts des Musikmeisters und Violinisten VG Jog. Pandit Vishnu Govind Jog, sein Name steht schlechthin als Synonym für das Violin Genre in der Hindustani Musik, war ein Künstler mit einem einzigartigen Markenzeichen. Über den Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Generationen besetzte er die höchsten Positionen in der Musikerhierarchie. Seine Karriere als ein ausgesprochen aktiver und erfolgeicher Performer umfasst nahezu fünf Jahrzehnte. Pt. V.G. Jog wurde 83 Jahre alt und lebte von 1921 bis 2004. Der Meister der Ragas drückte mit seinem Wissen und einer übernatürlichen Wahrnehmung von Raum und Zeit für die Konstruktion der Rhythmik der Hindustani Musik seinen unverkennbaren Stempel auf, in der Pflege der Gwalior-, Agra- und Bakhle-Stile. An Pandit VG Jog geht der alleinige Verdienst, die Violine als westliches Instrument in ein bedeutendes und eigenständiges Instrument für die Hindustani Musik verwandelt zu haben. Zweifelsohne war er der „Violin Samarat“ für alle Zeiten. Eine Vielzahl an Auszeichnungen erhielt VG Jog: den Sangeet Natak Adademi Award, den ITC Award und 1982 den Padma Bushan, die höchste Ehrung in Indien. Sie alle reflektieren die weltweite Anerkennung seines hingebungsvollen Beitrags für die Instrumentalmusik der nordindischen Klassik.

[7.2]

Anmoderation Hörbeispiel Nr. 4 ... Die folgende Aufnahme des Nachtragas Durga in der Rythmik Teentaal gehört zu den unvergesslichen Musikereignissen im Leben von Pt. Vishnu Gorind Jog. Seine Duetts mit der Shenhai-Legende Bismillah Khan waren von einem spektakulären Erfolg in Indien und auf allen grossen Konzertbühnen der Welt gekennzeichnet. Ustad Bismillah Khan stellten wir in unseren Sendungen Frühlingsragas und Nachmittagsragas vor. Er verstarb 93-jährig am 21. August 2006. Ein erfolgreiches Duetspiel – im Indischen Jugal Bandi genannt – erfordert in der indisch klassischen Musik eine spontane musikalische Improvisation, gepaart mit einem hohen Niveau im ästhetischen Empfinden und gemeinsamen Verständnis für die Musik. VG Jog und Bismillah Khan demonstrieren die ganze Bandbreite ihrer individuellen Fähigkeiten, gleichzeitig inspirieren sie sich gegenseitig zu einer Performance von einem schichtlosen Ganzen. Jugal Bandi – Bismillah Khan (Shehnai) & V. G. Jog (Violine), erschienen 1999 bei Saregama India Ltd. …

[7.3]

Hörbeispiel Nr. 4 (Jugal Bandi V. G. Jog & Bismillah Khan) ...

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[8.1]

Verabschiedung ... Das war IMC - India meets Classic. - Eine Sendung für indisch klassische Musik. Ich hoffe, Ihnen hat der heutige Themenschwerpunkt "Abend- und Nachtragas", Teil 1 mit Beispielen des indischen Violinspiels gefallen. Vielen Dank für' Zuhören. s Am Mikrophon war Lothar Maier. Namaste.

[8.2]

Abspann ...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres Radiosenders. - Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic: www.imcradio.net (Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net) imcradio.net (Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net) ... Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des Monats". imcradio.net (Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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CD-PLAYLIST (1) Jasraj SOUL FOOD (SWM 011) - Live at the Saptak Festival 2002 1. Maru Behag ( = Raga Behag (night) + Kalyan (evening)) 2. Maru Behag 3. Maru Behag 4. Bhajan ' Namo Bhagawate Vas Devaya' Om (Alap) (Khyal - Vilambit Ektaal) (Khyal - Teentaal) 07.33 29:52 12:35 26:23

Pt. Jaraj (Vocal), Niraj & Vikas Parikh (Backing Vocals), Kala Ramnath (Violin), Shishirchandra Bhatt (Harmonium), Hemant Bhatt (Phakhawaj), Shri Nandan Mehta (Tabla) © 2002 - SenseWorldMusic ---------------------------------(2) Kala Ramnath NECTAR (SWM 072) Raag Bihagada (night) 1. Alap 2. Roopak Tal (7 beats) 3. Teental (16 beats) Raag Rageshri (night) 4. Alap 5. Jhapatal (10 beats) 6. Teental 07:21 7./8. Meera Bhajan in Raag Bhairavi Kala Ramnath (Violin), Vijay Ghate (Tabla) © 2005 - SenseWorldMusic ---------------------------------(3) Santosh Nahar THE GOLDEN BOW(SWM 030) - Live at Saptak Festival 2003 1. Raga Yaman (evening time) 2. Raga Yaman 3. Raga Nat Bhairav (morning raga) 4. Tappa in Raga Kafi (light music) 5. Rajasthani Folk Melody in Raga Mand 6. Raga Bhairavi Santosh Nahar (Violin), Shabbir Hussain (Tabla) © 2003 - SenseWorldMusic ---------------------------------JUGAL BANDI - Bismillah Khan (Shehnai) & V.G. Jog (Violin) (CDNF 150237 - PKD06/2004) 1. Raga Todi (morning) – Teental 2. Raga Durga (night) – Teental 3. Dhun – Kaharwa Accompanist: Kanai Dutt (Tabla) (c) 1999 The Gramophone Company of India Ltd. - 33, Jessore Road, Dum Dum, Calcutta 700 028 RPG Music International Ltd. - 31, Netaji Subhas Road, Calcutta 700 001, India © 1999 Saregama India Ltd. (www.saregama.com) Vilambit Ektaal Teentaal Ektaal addha taal 15:26 08:58 08:47 05:39 11:10 05:48 03:29 15:00 08:37 04:16 12:38 03:19 / 07:36

© 10/2006 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)

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Kontakt:
IMC “On Air” ... eMail: info@imcradio.net Internet: http://www.imcradio.net Projektbüro “Sinn-Macher.net” c/o Lothar J.R. Maier (verantwortl. Redakteur i.S.d.P.) Sootboern 7 D-22453 Hamburg Tel.: +49-(0)40- 41431-2872 (Intern.: -2892) Mobil: +49-(0)170- 882 81 76 Fax2eMail: +49-(0)180.5-999986-58919* (UMS) email: info@sinn-macher.net Internet: http://www.sinn-macher.net *) 12 cent aus dem Netz der Dt. Telekom.

IMC-Kontaktdaten ...
Förderinitiative IMC - India meets Classic (c/o EUFLETZ Stiftung i.G.) Tel.: +49-(0)40- 41431-2034 (Intern.: -2053) eMail: eufletz@arcor.de | india-meets-classic@arcor.de Internet: http://home.arcor.de/eufletz/ | http://home.arcor.de/music-therapy/

Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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