Spieltheorie Zusammenfassung 

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Spieltheorie
­als Theorie rationalen interaktiven Handelns ­als Handlungsanleitung zur Gestaltung von Institutionen ­als Rahmentheorie ökonomischer Theorien ­als eine Methode zur Analyse des Verhaltens rationaler Akteure in strategischen  Situationen (keine Preisnehmer / Transaktionskosten), die miteinander interagieren.  ­Rational: zielorientiertes Verhalten bei geg. Beschränkungen ­für Ökonomen interessant, um aus vielen möglichen Endzuständen die besten zu  identifizieren ­für Prognosen

Spiel
­= Entscheidungssituation, in der das Ergebnis der Spieler von den Entscheidungen  anderer Spieler abhängt und sich die Spieler dieser Abhängigkeit bewusst sind ­muss folgende Dinge spezifizieren: ­Motivation der Spieler (Zielfunktion ­Bedingungen der Interaktion (Spielregeln/Beschreibung des Spielablaufs) ­Information der Spieler

Duopole
Homogene Güter (Cournot Duopol / Mengen Duopol) ­Die Gewinnfunktionen der Firmen hängen von den Mengen beider Firmen ab ­Im Nash GG (Cournot GG): •Maximieren beide Firmen ihren Gewinn gegeben ihrer Erwartungen über die  Mengenwahl der anderen Firma •und

•Die erwarteten Mengen stimmen mit den tatsächlichen Mengen überein •NGG nicht immer pareto optimal  •Grafik

Heterogene Güter (Bertrand Duopol / Preis Duopol) ­Güter sind nahe Substitute ­Die Gewinnfunktionen der Firmen hängen von den Preisen beider Firmen ab ­Im Nash GG (Bertrand GG):

Spieltheorie Zusammenfassung 

•Maximieren beide Firmen ihren Gewinn gegeben ihrer Erwartungen über die  Preiswahl der anderen Firma •und •die erwarteten Preise stimmen mit den tatsächlichen Preisen überein

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Spielformen
Extensivform ­Spielbaum ­Jeder mögliche Spielverlauf wird dargestellt ­Elemente der Spielbeschreibung: 1.Spielermenge (I) 2.Menge der Knoten (N) 3.Zuordnungsfunktion (jedem Knoten einen Vorgängerknoten) 4.Menge der Aktionen (A) 5.Aktionsfunktion (für jeden Knoten eine Aktion) 6.Endknoten 7.Entscheidungsknoten (kann in die Spieler unterteilt werden) 8.Spielerzerlegung (N von i ist eine Zerlegung von E­Knoten) 9.Auszahlungsfunktion (Endknoten wird Vektor zugeordnet) Strategische Form / Normalform / Matrixform (bei zwei Spielern und endl. strat. M.) ­Alle möglichen Strategien werden dargestellt ­Elemente der Spielbeschreibung: 1.Spielermenge (I) 2.Strategiemengen der Spieler (S) 3.Auszahlungsfunktion p(i) ­Jedes Spiel in extensiver Form kann als Spiel in strategischer Form dargestellt werden ­Spiele in strategischer Form können als Spiel aufgefasst werden, bei denen alle Spieler  simultan ziehen

Informationen
Imperfekte Information ­Informationsmengen... (mit mehreren Knoten...) ­...sind Entscheidungsknoten, die ein Spieler nicht unterscheiden kann ­Spieler weiss nicht, in welchem Knoten der sich befindet ­Spiele mit perfekter Information: ­Jeder kann alle Züge des anderen Spielers beobachten (Schach)

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­Spiele mit imperfekter Information: ­Vorausgegangene Züge können nicht beobachtet werden (Versicherung) Unvollständige Information ­Eine Variable ist dem Spieler nicht bekannt ­Spiele, bei denen nicht alle Auszahlungsfunktionen allgemein bekannt sind

Strategiekonzepte
Strategie ­ist ein vollständiger Plan eines Spielers, wie er das Spiel zu spielen gedenkt ­ist ein vollständiger Plan durch das komplette Spiel, der jeder Informationsmenge eine  Aktion zuordnet, vom Anfangs­ bis zum Endknoten ­ist die Kombination der möglichen Aktionen an den verschiedenen Infomengen ­muss auch das Verhalten in Situationen festlegen, in die der Spielverlauf nicht führt ­in der ökonomischen Anwendung oft Mengen oder Preise (deshalb nicht endlich) Strategiekombination ­ist eine Strategie für jeden Spieler, die einen eindeutigen Pfad durch das Spiel festlegt ­ist ein Vektor von Strategien aller Spieler ­bei endlichen Spielen endet ein Spielverlauf genau in einem Endknoten, d.h. jeder  Strategiekombination kann genau eine Auszahlung zugeordnet werden Reine Strategie ­Ordnet jeder Informationsmenge des Spielers eine Aktion zu, die an dieser  Informationsmenge möglich ist Gemischte Strategie ­ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über den reinen Strategien eines Spielers ­gemischte Strategien können reinen Strategien dominieren (Bsp. Matching Pennies) ­Jedes Spiel mit endlichen Strategiemengen S hat ein NGG in gemischten Strategien Verhaltensstrategien ­ordnen jeder Informationsmenge eines Spielers eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über  seine Aktionen zu ­Summe der Wahrscheinlichkeiten an jeder Informationsmenge muss 1 ergeben

Gleichgewichtskonzepte

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­Suche nach optimalen Strategien ­optimale Strategie hängt meistens von den Strategien der anderen Spieler ab ­optimale Strategien setzen daher Erwartungen über das Verhalten der anderen Spieler  voraus ­GG ist eine Situation, in der kein Spieler einen Anreiz hat, sein Verhalten zu ändern Dominante Strategien ­Si ist eine (streng) dominante Strategie, wenn die Auszahlung für Spieler i größer/gleich  (größer) als die Auszahlung bei jeder anderen Strategie ist ­GG in dominanten Strategien: •ist ein NGG •eine Strategiekombination S* ist ein GG in dominanten Strategien, wenn für jeden  Spieler Si* eine dominante Strategie ist •man braucht keine Information über die Auszahlung des Gegenspielers, um eine  dominante Strategie zu erkennen •Bsp: Gefangenendilemma (beide gestehen)

•die meisten Spiele haben kein GG in dominanten Strategien Eliminieren dominierter Strategien ­Si* dominiert die Strategie Si (streng), wenn die Auszahlung Si* für Spieler i größer/gleich  (größer) als bei Si ist ­GG nach iterativer Eliminierung dominierter Strategien •ist ein NGG •viele Spiele haben kein GG nach Eliminierung dominierter Strategien •Reihenfolge der Streichung kann von Relevanz für das Ergebnis sein

•Falls nur streng dominierte Strategien eliminiert werden, spielt die Reihenfolge keine  Rolle Nash GG ­Die Strategiekombination S* ist ein NGG, wenn für alle Spieler i gilt, dass die Auszahlung  bei Strategie S* größer/gleich jeder anderen Strategie ist ­ist die Strategie, die die Auszahlung bei gegebener Strategie des Gegenspielers maximiert ­Reaktionskorrespondenz: „Beste Antwort auf die beste Antwort“ ­ein NGG ist ein GG mit rationalen Erwartungen ­NGG als eine sich selbst durchsetzende Absprache ­NGG als gesellschaftliche Konvention ­NGG ist nicht immer PO (siehe Gefangenendilemma/Cournotwettbewerb) ­im NGG können auch dominierte Strategien gespielt werden ­Eindeutigkeit von NGG:

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­Annahmen: •2 Spieler

•Strategiemengen sind Intervalle der reellen Zahlen •Auszahlungsfunktionen sind 2 mal stetig differenzierbar

­wenn die Reaktionsfunktionen linear sind, so gibt es höchstens ein GG ­wenn die Steigung der Reaktionsfunktionen kleiner 1 ist, so gibt es genau 1 NGG Verfeinerung des NGG ­im allgemeinen haben Spiele zu viele NGGs ­falls man nicht gewillt ist anzunehmen, dass Spieler verbindlich „unsinnige“ Drohungen  oder Versprechen einhalten, so müssen solche NGGs ausgeschlossen werden Bayes Nash GG ­Wahl der Aktion eines Spielers hängt von seinem Typ ab ­Bedingte Wahrscheinlichkeiten •Bsp. Bauern und Saatgut, gutes und schlechtes Wetter; Cournot •Errechnen: Spieler B L Spieler A 1 2 X Y R

­ ←μ(X)/μ(X,Y) = Bedingte Wahrscheinlichkeit für X aus Sicht des Spielers B ­In einem Bayes Nash GG muss die Strategiewahl eines jeden Spielertyps optimal sein ­Spiele mit unvollständiger Information Teilspielperfekte Gleichgewichte ­Bei einem Teilspiel wird ein Ast eines Spielbaums als ganzes, einheitliches Spiel  angesehen ­Die Verhaltensstrategie muss auch im Teilspiel optimal sein, dann ist sie ein TSP GG ­Informationsmengen dürfen nicht durchschnitten werden ­TSP GG sind NGG, aber nicht jedes NGG ist TSP

Wiederholte Spiele
­Basisspiel in strategischer Form wird (endlich/unendlich oft) wiederholt

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­Alle Spieler sehen am Ende eines Basisspiels die Aktionen der anderen Spieler ­Wiederholte Spiele bieten neue Strategiemöglichkeiten, da Aktionen der Spieler in den  einzelnen Stufen von den zuvor realisierten Aktionen abhängig gemacht werden können ­Kurzfristige Vorteile müssen gegen langfristige Folgen abgewogen werden Endlich wiederholte Spiele ­keine Absprache möglich, da in der letzten Runde immer das NGG gespielt wird (und  deshalb auch in Runde n­1, ... usw.) ­keine glaubhafte Drohung mehr möglich Unendlich wiederholte Spiele ­Hauptaugenmerk: Spielergebnisse des Basisspiels, die bei unendlicher Wiederholung des  Spiels im Durchschnitt erreicht werden ­angedrohte Verhaltensweisen, die im Spielverlauf nicht durchgeführt werden sind von  besonderer Bedeutung ­Unterscheidung zwischen NGG im Basisspiel und teilperfekten GG des wiederholten Spiels ­Kritischer Diskontfaktor wenn Spieler indifferent zwischen Einhalten der Absprache und  Abweichen sind ­Bestrafungsaktion: Schlechteste Auszahlung •Grimm­ bzw. Trigger­Strategie: Wenn die Absprache einmal gebrochen wird, so wird  vom Gegner ab diesem Zeitpunkt nur noch die schlimmste Bestrafung gespielt •Tit for Tat: Wenn die Absprache gebrochen wird, so wird vom Gegner so lange  Bestraft, bis die Absprache wieder einmal gespielt wurde Kritischer Diskontsatz

δ* ≥ 

Auszahlung bei bestm. Abweichung ­  Auszahlung bei Einhaltung Auszahlung bei bestm. Abweichung ­  Auszahlung bei schlimmster  Strafe

­Wenn δ kleiner δ*, dann große Präferenz für heutige Auszahlung ­➪ Spieler weicht von Absprache ab ­Wenn δ größer δ*, dann große Präferenz für Auszahlung in der Zukunft ­➪ Spieler hält Absprache ein ­Folk Theorem: Dauerhafte Kartellbildung trotz fehlender Einklagbarkeit sehr wahrscheinlich Perfekt bayesianische GG ­Spiele mit imperfekter Information 

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­Ein System von Vorstellungen (system of beliefs) •Spieler beobachten das NGG des Gesamtspiels und ziehen daraus Rückschlüsse, in  welchem Knoten sie sich befinden ­Geschichte: Aufzeichnung von bisher gespielten Aktionen

Verhandlungstheorie
­Beschäftigt sich damit, wenn  mehrere Akteure eine beschränkte Ressource gerecht  aufteilen wollen ­Unterscheidung von strategischer und axiomatischer Analyse Nicht kooperative Verhandlungstheorie (strategische Analyse) ­genauer Ablauf der Verhandlung wird modelliert ­Nash Programm: Zu jeder Verhandlungslösung sollte es eine Verhandlungsregel geben,  die diese Verhandlungslösung als strategisches GG hat.  ­Verhandlungsregeln:  •T Runden

•Verhandlungspartner 1 beginnt •in jeder Runde schlägt ein Verhandlungspartner eine Aufteilung (x1, x2) vor und der  andere Verhandlungspartner akzeptiert (a) oder lehnt ab (r) •bei Ablehnung (r) beginnt eine neue Runde, in der der Verhandlungspartner ein  Angebot (x1, x2) unterbreitet, der zuvor abgelehnt hat •Kosten einer Verhandlungsrunde: konstanter Faktor δ1, δ2

•wenn im Zeitpunkt T keine Einigkeit erzielt wurde, so gibt es eine Auszahlung von 0 •Rückwärtsinduktion Kooperative Verhandlungstheorie (axiomatische Analyse) ­Verhandlungsergebnisse werden durch Annahmen an das Verhandlungsergebnis bestimmt ­Gesucht wird die Regel, die es erlaubt einem beliebigen Verhandlungsproblem seine  sinnvolle Aufteilung / Lösung zuzuordnen ­Axiome:  1.Strenge individuelle Rationalität: Aufteilung erfüllt die Bedingung, dass die  Auszahlungsniveaus (x1*, x2*) größer als die Konfliktpunkte (d1, d2) sind                 ➪  Auszahlungen müssen also größer sein als beim Scheitern der Verhandlungen, damit  sie akzeptiert werden 2.Pareto Optimalität: Es darf keine durchführbare Aufteilung geben, die einen Akteur  besser stellt, ohne den anderen schlechter zu stellen ➪ Aufteilung liegt auf der  Nutzengrenze 3.Invarianz: Äquivalente Nutzentransformationen sind zulässig

Spieltheorie Zusammenfassung 

4.Unabhängigkeit von irrelevanten Alternativen: Verhandlungsergebnis bleibt unberührt  von neuen Auszahlungspunkten, wenn diese als Verhandlungslösung nicht in Frage  kommen, bzw. ohnehin in der Menge X liegen 5.Symmetrie: Sind beide Spieler im Bezug auf ihre Verhandlungssituation gleich, so  erhalten beide den gleichen Anteil am Ergebnis ← ←Grafik!!!

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Spielbeispiele 
Gefangenendilemma ­Zwei Verdächtige sind wegen einem gemeinsam begangenen Verbrechen verhaftet ­Sie können entweder Kooperieren (K) oder nicht Kooperieren (NK) Spieler 2 NK Spieler 1 NK K ­2 , ­2 ­1, ­5 K ­5 , ­1 ­3 , ­3

­ ­Das Spiel hat ein GG in dominanten Strategien, da es für beide nicht rational ist von der  Strategie des Kooperierens abzuweichen ­Das NGG ist nicht P.O. Battle of sexes ­zwei Partner kaufen unabhängig voneinander Karten für gemeinsame Abendplanung ­sie können sich aber nicht absprechen, für was sie Karten kaufen sollen Frau (2) Ballett (q) Mann (1) Ballett (p) Fußball (1­p) ­ ­Kein NGG in reinen Strategien ­NGG in gemischten Strategien •q * 1 + (1­q)* 0 = q 1 , 2 0 , 0 Fußball (1­q) 0 , 0 2 , 1

Spieltheorie Zusammenfassung 

•q * 0 + (1­q)* 2 = 2q ­ 2 •Gleichsetzen ergibt: q = 2/3 • •p * 2 + (1­p) * 0 = 2p •p * 0 + (1­p) * 1 = 1 ­ p

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•Gleichsetzen ergibt: p = 1/3 ­Wenn der Mann zu 1/3 Wahrscheinlichkeit Ballett und die Frau zu 2/3 Wahrscheinlichkeit  Ballett wählt, so sind die Spieler indifferent ­Mann ist indifferent p[0,1], Frau ist indifferent q[0,1] Matching Pennies ­zwei Spieler wählen unabhängig und verdeckt die Seite einer Münze ­Wenn beide Spieler die gleiche Seite wählen, so bekommt Spieler 1 von Spieler 2 einen  Euro ­Wenn beide Spieler unterschiedliche Seiten wählen, so bekommt Spieler 2 von Spieler 1  einen Euro Spieler 2 Kopf Spieler 1 Kopf Zahl 1 , ­1 ­1 , 1 Zahl ­1 , 1 1 , ­1

­ ­kein GG in reinen Strategien ­GG in gemischten Strategien: ­Spieler 1 spielt mit Wahrscheinlichkeit von 1 Kopf, wenn Spieler 2 mit einer  Wahrscheinlichkeit >0,5 auch Kopf spielt ­Spieler 1 spielt mit Wahrscheinlichkeit von 1 Zahl, wenn Spieler 2 mit einer  Wahrscheinlichkeit >0,5 auch Zahl spielt ­im Grenzfall (Wahrscheinlichkeit =0,5) ist er indifferent ­Strategiekombination (q1* ; q2*) = (0,5 ; 0,5) ist ein NGG in gemischten Strategien ­Beide Spieler sind indifferent bezüglich der Wahl ihrer Wahrscheinlichkeiten, wenn der  andere Spieler 0,5 spielt Ultimatum Spiel ­Ein Spieler bekommt 100€, muss aber dem Spieler 2 eine Aufteilung vorschlagen, damit er  die 100€ bekommt ­lehnt Spieler 2 ab, so bekommt Spieler 1 nichts

Spieltheorie Zusammenfassung 

­Infomengen: 10.000 (oder 100 bei nur N ) ­Lösung:  •Spieler 1: 99,99€ (99€)

+

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•Spieler 2: 0,01€ (1€) •Empirie: GG bei ca. 70/30 bzw. 60/40) •sonst Ablehnung