mobile zeitgeistSPECIAL 
   
Ausgabe 1/11 – Januar 2011

Das eMag zum Mobile Business 
 

  Apps vs. Mobile Browser –   Ist das Wettrennen entschieden? 
                                         

App oder Mobile  Website? –   Nutzen!                  8 

Grenzen der Webapps:    Warum native Apps  2011 – The Web  Strikes Back             17     überleben werden     27
  Ausgabe 4/09 – Oktober 2009   

 mobile zeitgeistSPECIAL 
    2009                            Ausgabe 1/09:     Mobile Marketing /     Mobile Advertising      2010                                Ausgabe 1/10:   Mobile 2.0         

Ausgabe 2/09:   Mobile Commerce

Ausgabe 3/09:  Mobile Entertainment 

Ausgabe 4/09:  Mobile Technologien 

 

 

 

 
Ausgabe 2/10:   Mobile Marketing /   Mobile Advertising ‐ Reloaded  Ausgabe 3/10: Looking Outside – What  We Can Learn From Other  Cuuntries  Sonderausgabe Okt. 2010:  Voice in Zeiten von Apps 

Ausgabe 4/10:    2  Drei Jahre iPhone – Quo  vadis Mobile Market? 

 

Ausgabe 1/11 – Januar 2011   

 

  Editorial 
 
Wir  gehen  zunehmend  in  die  Cloud,  nutzen  Web‐Applikationen,  für  die  keine  lokalen  Installationen  mehr  notwendig  sind.  Eine  von  uns  allen als logisch und fast natürlich empfundene Entwicklung.    Doch  betrachten  wir  Mobile,  reiben  wir  uns  verwundert  die  Augen.  Hatten wir gerade die Walled Gardens der Carrier eingerissen, feiern  proprietäre Systeme in Form von App‐Stores fröhliche Urstände. Und  alle  sind  begeistert,  freuen  sich  wie  die  Kinder,  immer  neue  und  natürlich  explodierende  Downloadzahlen  aus  diesen  App‐Stores  zu  vernehmen  und  sie  jeden  Tag  auf’s  Neue  weiter  zu  verbreiten.  Es  mutet dem Betrachter an wie ein Rausch – ein App‐Rausch.    Es bremst auch niemanden, dass über 90 Prozent der Apps nach zwei  bis  drei  Wochen  nicht  mehr  genutzt  werden  und  viele  Entwickler  ihren  Aufwand,  den  sie  in  die  Erstellung  einer  App  gesteckt  haben,  wohl  nie  amortisieren  werden.  Apps  sind  toll,  schick,  innovativ  und  alle wollen sie. Alle? Wirklich?    Wenn der Rauch der Feuer, um die derzeit alle tanzen, sich ein wenig  lichtet,  werden  die  Unzulänglichkeiten  der  Apps  und  der  App‐Stores  deutlich  und  so  mancher  fragt  sich,  warum  wir  eigentlich  mobil  das  Internet nicht so nutzen, wie wir es schon seit einiger Zeit mit unseren  PCs,  Note‐  oder  Netbooks  tun.  Und  siehe  da,  so  mancher  entdeckt  den guten alten Browser wieder.    Dumm  nur,  dass  in  der  mobilen  Welt  nicht  nur  bei  den  Endgeräten,  den  Betriebssystemen  und  den  Distributionskanälen,  sondern  auch  bei  den  Browsern  Heterogenität  herrscht,  die  manche  Dinge  naturgemäß verkompliziert.    Liegt  die  Rettung  in  HTML5?  Wenn  nicht,  was  kommt  danach?  Und  sind Apps nur eine zeitweilige Erscheinung und verschwinden wieder?     14  Autoren  gehen  in  diesem,  unserem  zehnten  Special,  auch  diesen  Fragen  nach.  Wir  wünschen  unseren  LeserInnen  viele  neue  Erkenntnisse und Spaß bei der Lektüre.   

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Ausgabe 1/11 – Januar 2011 

 

 mobile zeitgeistSPECIAL 
    Inhalt    
Editorial ................................................................................................................................................... 3
 

Autoren.................................................................................................................................................... 5 

   
Apps ‐ eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft?..................................................... 6 

 
App oder Mobile Website? – Nutzen!..................................................................................................... 8  

 
Nativ oder Web ‐ es kann nur einen beide geben................................................................................. 10  

 
Die Zukunft von mobiler Software ........................................................................................................ 14  

 
2011 ‐ The Web Strikes Back!................................................................................................................ 17  

 
Der Krieg der Welten............................................................................................................................. 19  

 
Native‐ oder Web‐Anwendungen, wohin geht die Reise? .................................................................... 23 

 
Wohin geht die App‐Reise? ‐ Warum native Apps Vergangenheit sind   und der Browser die Zukunft ist… ......................................................................................................... 25  

 
Grenzen der Web.Apps: Warum Native Apps überleben werden ........................................................ 27 

 
Warum die Entwicklung von mobilen Lösungen keine Bauchentscheidung sein sollte ....................... 29 

 
Ab ins Web! – Warum Prozess‐lastige Applikationen besser in   einer WebApp abgebildet werden sollten ............................................................................................ 33  

 
Museum‐Apps und mobile Museums‐Websites ................................................................................... 35  

 
Native App oder Web‐App im Bankensektor? Beides! ......................................................................... 38  
   

Die nächsten Events in Mobile .............................................................................................................. 40 Interessante Links.................................................................................................................................. 41 Werben und Sponsoring........................................................................................................................ 42 Ausblick auf kommende mobile zeitgeist SPECIALS.............................................................................. 43 Mobile 2.0 Tag Cloud............................................................................................................................. 44

 

 

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Ausgabe 1/11 – Januar 2011   

 

  Autoren  
   
  Anderheggen, Adrea: Grenzen der Webapps: Warum Native Apps überleben werden ...................... 27 

 
Brendel, Nadine; Webering, Jan: Wohin geht die App‐Reise? ‐ Warum native Apps   Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist…......................................................................... 25 

 
Erdmann, Charlotte: Apps ‐ eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft? ................... 6    Gather, Florian: App oder Mobile Website? – Nutzen! .......................................................................... 8    Gülle, Roland: 2011 ‐ The Web Strikes Back! ........................................................................................ 17 

 
Hollstein, André: Warum die Entwicklung von mobilen Lösungen   keine Bauchentscheidung sein sollte .................................................................................................... 29    Le Comte, Eduardo: Der Krieg der Welten ............................................................................................ 19    Mörl, Christoph: Nativ oder Web ‐ es kann nur einen beide geben ..................................................... 10    Müller, Michael: Museum‐Apps und mobile Museums‐Websites........................................................ 35    Scheller, Ulrich: Native‐ oder Web‐Anwendungen, wohin geht die Reise?.......................................... 23    Schollmayer, Torsten: Die Zukunft von mobiler Software .................................................................... 14    Schwitalla, Joerg: Native App oder WebApp im Bankensektor? Beides!.............................................. 38    Thürling, Matthias: Ab ins Web! – Warum Prozess‐lastige Applikationen besser in   einer WebApp abgebildet werden sollten ............................................................................................ 33 

 
Webering, Jan; Brendel, Nadine: Wohin geht die App‐Reise? ‐ Warum native Apps   Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist…......................................................................... 25 

   

Ausgabe 1/11 – Januar 2011 

 

 mobile zeitgeistSPECIAL 
Apps ‐ eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine  Zukunft? 
Von Charlotte Erdmann 
Längst sind Smartphones keine Statussymbole  mehr.  Sie  gehören  zum  Leben  vieler  Menschen  und  sind  für  viele  beinahe  ebenso  wichtig,  wie  Essen  und  Trinken.  Ohne  das  iPhone  verlässt  man  eben  einfach  nicht  mehr  das  Haus,  weil  man  sich  ohne  dessen  Dienste  verloren  fühlt.  300.000  Apps  alleine  aus  Apples App Store wurden bis Ende November  2010  für  das  iPhone  herunter  geladen 1 .  Sie  helfen beim Tee kochen  genauso,  wie  bei  der  Wegfindung  –  sei  es  im  realen  oder  im  spirituellen Sinne.     Mobile  Internetnutzung nimmt  zu    Zeitgleich  verbessern  sich  die  Technologien  mobiler  Internetnutzung  insofern,  dass  nicht  nur  die  mobilen  Webbrowser  schneller  und effizienter werden.     Auch  die  mobile  Internetnutzung  ist  dank  der  wachsenden  globalen  Abdeckung  mit  dem  Mobilfunkstandard  der  dritten  Generation  (3G)  problemlos  unterwegs  möglich.  Bereits  heute beträgt die 3G‐Netzabdeckung weltweit  21%.  Bis  2014  wird  dieser  Wert  auf  43%  ansteigen. 2   iPhone‐Nutzer  wissen  diesen  Komfort  zu  schätzen.  Ende  2009  wurde  bei  einem  globalen  Marktanteil  des  iPhone  von  gerade  einmal  16%  das  mobile  Internet  und  Apps  zu  51%  alleine  von  iPhone‐Besitzern  genutzt.     Zum  Vergleich:  Nokias  Symbian  besaß  Ende  2009  einen  Marktanteil  von  44%  und  einen  Nutzungsanteil  des  mobilen  Internets  von  20%,  bei  Blackberry‐Geräten  sieht  die  Verteilung  ähnlich  aus  (20%  Marktanteil,  5%  mobile Internetnutzung). 3      App‐Nutzer  verlieren  den Überblick    Noch  sind  es  die  Apps,  über  die  Smartphone‐ Besitzer  auf  das  Internet  zugreifen.  Doch  die  überbordende  App‐ Vielfalt führt dazu, dass  die  Entscheidung  für  eine  passende  App  schwer fällt. Spiele sind  mit  18%  noch  immer  meisten  die  am  Apps,  geladenen  gefolgt  von  Unterhaltung  und  Büchern,  die  beide  noch  zweistellige  Prozentzahlen  (14%)  aufweisen 4 .  Doch  dann  versandet  das  Interesse  der  Nutzer.  Sie  kapitulieren  vor  der  Masse  an  Apps,  laden  mehr  Programme,  als  sie  eigentlich  nutzen  und  navigieren  schlussendlich  doch  lieber  per  mobilem  Webbrowser.  Neueste  Studien  belegen,  dass  der mobile Browser zunehmend vor allem für  die  Produktsuche,  Blogs,  Sportergebnisse  und  News genutzt werden.  

                                                       
 Quelle: http://thenextweb.com/apple/2010/12/17/apples‐ 300000‐app‐store‐apps‐visualized‐infographic/ 2  Quelle: Morgan Stanley Internet Trends. 12. April 2010. Seite  26  (http://www.morganstanley.com/institutional/techresearch/int ernet_trends042010.html) 
1

                                                       
3

 ebd., S. 43  (http://www.morganstanley.com/institutional/techresearch/int ernet_trends042010.html)  4  ebd., S. 48 

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Ausgabe 1/11 – Januar 2011   

 

Aber  auch  im  Bereich  Social  Media  ringt  der  Browser  (44%)  anteilig  mit  der  5 heruntergeladenen App (54%).   Apps vs. Browser    Längst sind es deshalb keine Unkenrufe mehr,  sondern harte Fakten, dass die App‐Nachfrage  zwar  derzeit  noch  steigt,  bald  aber  ein  Level  der  Stagnation  erreichen  wird.  Apps  gehören  zu  einer  aussterbenden  Gattung  –  zumindest  die  nativ  für  eine  Plattform  entwickelten  Programme.    Zwar  werden  sich  die  Nutzer  „nicht  kategorisch  zwischen  App‐  oder  Browser‐Nutzung  entscheiden.  Was  zählt,  ist  die  Usability  “,  schreibt  beispielsweise  die  Otto Group in ihrer Go‐Smart‐Studie 2010. 6      Doch zunehmend sind auch die Entwickler der  Meinung, dass die Zeiten vorbei sind, in denen  Apples  App  Store  eine  Goldgrube  war.  Zwar  konzentrieren sich derzeit noch viele auf diese  Plattform  und  entwickeln  passende  Apps,  doch  meist  ist  das  Angebot  größer  als  die  Nachfrage.  Die  Folge:  Nicht  einmal  die  Entwicklungskosten  werden  durch  kostenpflichtige  Apps  inzwischen  refinanziert.  Einzig  durch  Werbeeinblendungen  und  In‐ App‐Banner, wie sie beispielsweise Netzwerke  für  mobile  Bannerwerbung  ausliefern,  ist  die  Monetarisierung einer App noch möglich.     Doch  auch  hier  machen  „Werbeeinblendungen  in  Apps  immer  nur  einen  Teil  des  mobilen  Werbegeschäfts  und  der  damit  verbundenen  Einnahmen  für  den  Entwickler  aus.  Häufiger  werden  schon  jetzt  mobile  Webseiten  genutzt  –  ganz  ohne  den  Zugriff  über  eine  App.“  bestätigt  madvertise‐ CEO  Carsten  Frien  die  Entwicklung  des  Werbebudget‐Einsatzes  auf  mobilen  Endgeräten.  So  kann  auch  diese  Finanzierungsquelle  nicht  darüber  hinwegtäuschen,  dass  die  zunehmende 

                                                       
 Adobe Systems Inc: Adobe Mobile Experience Survey: What  Users Want from Media, Finance, Travel & Shopping.  Zusammengestellt von Keynote Systems, 13. Oktober 2010  (http://www.emarketer.com/Article.aspx?R=1008010)  6  Otto Group: Studie „Go Smart 2010: Always‐in‐Touch. Juni  2010.  
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Gerätefragmentierung  im  Smartphone‐Markt  dem  Webbrowser  als  App‐Ersatz  den  Weg  ebnet.     Ausweg WebApps?    Was  bleibt  sind  neue  Technologien:  Die  textbasierte  Auszeichnungssprache  HTML5  wird dank zahlreicher neuer, darin integrierter  Standards  die  Browserfunktionalitäten  nochmals  erweitern.  Dank  HTML5  besitzen  WebApps  die  gleichen  Funktionen  wie  native  Apps für die jeweiligen Geräteplattformen. Die  Nutzer können sie jedoch unabhängig von der  verwendeten  Plattform,  des  mobilen  Betriebssystems, oder des Geräts verwenden.     Entwicklern  bietet  sich  so  die  Chance,  mit  einer  einmalig  entwickelten  App  ein  breites  Publikum  auf  den  unterschiedlichsten  Plattformen  zu  erreichen.    „In  zehn  Jahren  wird  man  auf  seinen  Geräten  nur  noch  den  Browser brauchen“ prophezeite Lars Boilesen,  CEO  des  norwegischen  Browserherstellers  Opera, im Oktober 2010. 7   Selbst Apple preist  HTML5  an.  Allerdings  weniger  als  App‐,  denn  als  Flash‐Killer.    Dabei  sind  es  gerade  die  WebApps  auf  Basis  dieser  und  anderer  Web‐ Programmiersprachen,  die  dem  App  Store  Konkurrenz machen könnten und werden.      Das Ende der Apps    Die  Entwicklung  ist  nicht  mehr  aufzuhalten.  Mozillas VP of Products, Jay Sullivan, gab Ende  Oktober  2010  im  offiziellen  Mozilla‐Blog  an,  „den  Prototypen  eines  Systems  für  offene  Web  Apps  geschaffen  [zu  haben]:  In  HTML,  CSS  und  JavaScript  entwickelte  Apps,  die  sowohl  auf  Computern  als  auch  Handys  funktionieren". 8   Noch  ist  das  „offene  Web  App  Ökosystem“  von  Mozilla  ein  Prototyp.  Es  besitzt  aber  neben  zahlreichen  anderen  derartigen  Entwicklungen  das  Potential,  die  App‐Ära in eine Web‐Ära zu verwandeln. Und  damit  die  nativen  Apps  zu  einer 

                                                       
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 Quelle: http://www.pressetext.de/news/101015020/opera‐ 2020‐braucht‐man‐nur‐mehr‐den‐browser/?phrase=HTML5 8  http://blog.mozilla.com/blog/2010/10/19/prototype‐of‐an‐ open‐web‐app‐ecosystem/

Ausgabe 1/11 – Januar 2011 

 

 mobile zeitgeistSPECIAL 
aussterbenden  Gattung  auf  den  Smartphones  dieser Welt werden zu lassen.   
Autorin: Charlotte Erdmann (geb. Stanek) studierte  Germanistik  und  berät  Unternehmen  zu  Kommunikations‐  und  Marketingstrategien  für  die  Entwickler‐  und  Apple‐Community.  Die  ehemalige  Chefredakteurin  der  Zeitschrift  Mac  Life  sowie  zahlreicher  Sonderhefte  rund  um  Apple‐Produkte  aus  dem  Hause  falkemedia,  Kiel,  betreut  seit  September 2010 den Bereich PR und Marketing bei  madvertise,  dem  marktführenden  Netzwerk  für  mobile  Bannerwerbung  im  deutschsprachigen  Raum.   

    App oder Mobile Website? – Nutzen!  
Von Florian Gather
Der  Absatz  von  Apps  für  mobile  Endgeräte  boomt  wie  nie.  Spezialisierte  Programme  bieten  dem  Nutzer  konzentriert  Funktionen  und Informationen. Gute mobile Websites, die  neben  dem  reinen  Nutzen  auch  noch  einen  gewissen  Spaßfaktor  bieten,  sind  dagegen  noch rar.     Wollen  Nutzer  lieber  Apps,  statt  über  den  Browser  auf  ein  mobiles  Portal  zuzugreifen?  Seit langem wissen wir „Content is king“, doch  spätestens seit dem Erfolg des iPhones haben  wir  gelernt  „Usability  is  queen“  –  1:0  für  die  Apps.     Trotzdem  liegen  die  Vorteile  mobiler  Seiten  auf  der  Hand:  Sie  sind  plattformunabhängig,  können  abwärtskompatibel  realisiert  werden  und  sind  weniger  aufwändig  in  der  Entwicklung.  Das  Problem  dabei  ist,  dass  nichts  davon  den  Nutzer  interessiert  –  der  individuelle Nutzen steht klar im Vordergrund.  Wofür  sollten  sich  Unternehmen  also  entscheiden,  die  Ihre  Inhalte  und  Produkte  mobil  an  den  Mann  und  die  Frau  bringen  wollen?     Die  Zielgruppe  der  super‐mobilen  Nutzer  ist  für  viele  große  Markenunternehmen  besonders  attraktiv:  Im  Vergleich  zur  Gesamtbevölkerung  sind  diese  im  Durchschnitt  empfänglicher  für  Werbebotschaften,  stark  markenorientiert  und verfügen über eine überdurchschnittliche  Kaufkraft. Um diese lukrative Zielgruppe auch  mobil  möglichst  gezielt  und  wirkungsvoll  anzusprechen,  ist  eine  enge  Integration  der  mobilen  Strategie  in  die  gesamte  Markenkommunikation unerlässlich.     Viel  wichtiger  als  die  Frage  nach  der  technischen Umsetzung sollte in jedem Fall die  Frage  nach  den  eigenen  Zielen  sein.  Unterschiedliche  Zielgruppen  und  Vertriebsziele  erfordern  individuelle  Mobile‐ Strategien.  Erst  durch  ganzheitliche  und  integrierte  Strategien  für  die  mobilen  Aktivitäten  lässt  sich  der  größtmögliche  Kundennutzen  realisieren.  Es  gehört  außerdem  längst  nicht  mehr  nur  zum  guten  Ton,  den  Kanal  Mobile  zu  bedienen,  sondern  wird  immer  mehr  zu  einem  wichtigen  Faktor  bei  der  Differenzierung  gegenüber  dem  Wettbewerb  und  dem  Aufbau  einer  ganz  neuen Brand Experience.     Die  Nutzung  des  mobilen  Internets  steigt  seit  einiger  Zeit  stark  an  und  aktuell  sieht  es  so  aus, als seien Apps dabei die klaren Gewinner.  Die  Gründe  für  diesen  Erfolg  sind  vielfältig.  Das  erste  Gerät,  das  die  Web‐Nutzung  auf  einem mobilen Gerät richtig populär gemacht  hat,  war  ohne  Zweifel  das  iPhone.  Apple  hat  durch  eine  geschickte  Politik  dafür  gesorgt,  dass die Entwicklung von Apps sowohl einfach, 

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Ausgabe 1/11 – Januar 2011   

 

als  auch  an  strikt  vorgegebenen  Standards  orientiert war.     Dadurch  stand  schnell  eine  große  Anzahl  qualitativ  guter  und  attraktiver  Apps  zur  Verfügung.  Im  Windschatten  dieses  Erfolges  nahm jedoch auch die Nutzung von Webseiten  auf dem Handy deutlich zu. Entscheidend war 

dafür  die  verbesserte  Usability,  dank  der  die  Nutzer  erstmals  bequem  und  mit  Spaß  mobil  surfen  konnten.  Andere  Smartphone‐ Betriebssysteme zogen nach und bieten meist  jeweils eine eigene Plattform für Apps, so dass  die App‐Landschaft mittlerweile ebenso   umfangreich wie komplex ist.  

    Tabelle: Heike Scholz, Erstveröffentlichung BVDW Mobile Kompass 2010/2011, „Mobile Apps vs. Mobile      Web, Seite 37 ff.      von  der  Bildfläche  zu  verschwinden.  Kein  Wunder  also,  dass  in  der  Wahrnehmung  Browserbasierte Informationsangebote und   vieler  Nutzer  Mobile  Internet  eng  mit  Apps    verbunden  ist  –  es  gibt  schließlich  „für  alles  Services  sprechen  durch  Ihre  Unabhängigkeit  eine  App“.  Liegt  die  Zukunft  des  mobilen  von  Betriebssystemen  und  spezieller  Internets  also  ausschließlich  in  Hardware  eine  breitere  Zielgruppe  an  und  plattformspezifischen  Anwendungen?  Lassen  bieten  weniger  technische  und  inhaltliche  sich  alle  Mobile  Marketing‐Ziele  am  besten  Restriktionen als Apps.   durch  spezialisierte  Apps  erreichen?  Ist  die    mobile  Webseite  tot,  bevor  sie  überhaupt  Attraktive  Möglichkeiten  zur  In‐App‐Werbung  richtig durchstarten konnte?     schlagen  zudem  bereits  jetzt  die  Brücke  Betrachtet  man  den  aktuellen  Hype  mit  den  zwischen  App  und  Mobile  Site.  Langfristig  Erfahrungen  aus  dem  stationären  Internet  im  werden  beide  technischen  Ansätze  Ihren  Hinterkopf, spricht viel dafür, dass flexible und  Anteil am mobilen Internet haben.     plattformunabhängige  Lösungen  in  Zukunft  Unternehmen  sind  daher  gut  beraten,  sich  eher an Bedeutung gewinnen werden, statt   nicht  einfach  eine  App  oder  eine  Mobile   

Ausgabe 1/11 – Januar 2011 

 

 mobile zeitgeistSPECIAL 
Website  verkaufen  zu  lassen,  sondern  ihre  individuelle  Zielsetzung  als  Maßgabe  für  ihre  mobile  Strategie  einzubringen.  Eine  optimale  User  Experience  und  ein  gutes  Produkt  sind  dabei  die  entscheidenden  Erfolgsfaktoren  –  die Frage der technischen Realisierung ist nur  eine  von  vielen.  Größtmöglicher  Kundennutzen, hohe Qualität und nicht zuletzt  ein  gewisser  Spaßfaktor  erzeugen  auch  im  klassischen  Marketing  eine  starke  Kundenbindung  –  der  Kanal  Mobile  bietet  dabei  eine  Fülle  an  wirkungsvollen  und  spannenden  Instrumenten  für  gezielte 
 

Kundenansprache  Markenerlebnis.    

und 

ein 

positives 

Autor:  Florian  Gather  ist  zuständig  für  Public  &  Investor Relations bei der Oberhausener conVISUAL  AG. conVISUAL ist ein international führender Full‐ Service‐Anbieter  für  Mobile  Marketing,  Mobile  Internet  und  interaktive  Mehrwertdienste.  Mit  Standorten  in  Europa  und  den  USA  bietet  das  Unternehmen  Medien‐,  Mobilfunk‐  und  Markenartikel‐Unternehmen  alle  Dienstleistungen  von  der  Kreation  und  Konzeption  bis  zur  Implementierung  und  dem  fortlaufenden  Betrieb  aus einer Hand an.    

  Nativ oder Web ‐ es kann nur einen beide geben 
Von Christoph Mörl 
  Fragmentierung statt Konsolidierung    2011  wird  die  Vielfalt  neuer  Devices  &  Betriebssysteme  auf  dem  mobilen  Markt  vermutlich  nicht  weniger  werden,  im  Gegenteil:  2010  war  z.B.  thematisch  das  Jahr  des  Tablets  –  das  iPad  hat  den  Wettbewerb  und das Konsumverhalten klar dominiert.     Die  Modelle  der  Wettbewerber  stoßen  überwiegend  noch  auf  Skepsis  –  das  iPad  ist  weiterhin das Benchmark für Design, Usability  und  –  Credibility.  Das  sieht  bei  Smartphones  nicht  viel  anders  aus,  jeder  Hersteller  muss  zuerst den Vergleich mit dem iPhone über sich  ergehen lassen. Doch im Gegensatz zur Tablet‐ Entwicklung  holen  die  Apple‐Wettbewerber  mit großen Schritten auf.    So  zeigt  besonders  die  Nutzung  von  Android‐ Geräten  starkes  Wachstum  –  nach  nur  1,4  Millionen  verkauften  Geräten  im  Vorjahr  wurden im 3. Quartal 2010 über 20 Millionen  Geräte  weltweit  ausgeliefert. 1   Das  Wachstum  wird  sich  2011  –  wenn  auch  abgeschwächt  –  fortsetzen.  Für  zahlreiche  Smartphone‐ Hersteller  ist  Android  erste  Wahl  ‐  die  neueste,  lange  angekündigte  Version  2.3  („Gingerbread“) mit weiteren Verbesserungen  in  UI  und  Performance  wurde  im  Dezember  2010  veröffentlicht. 2   Auch  das  Windows  Phone  7  wird  2011  relevant(er)  werden  –  ein  slickes  Interface,  ein  wettbewerbsfähiger  eigener  App‐Store  und  die  Möglichkeit  zur  Nutzung  von  Office‐Anwendungen  machen  das  Gerät  zu  einem  würdigen  Wettbewerber  im mobilen Markt.    Einen  etwas  schalen  Nachgeschmack  hinterlässt  es  dennoch:  die  momentan  fehlende  Unterstützung  von  HTML5  (und  Flash) ist nicht nachzuvollziehen. Es ist jedoch 

                                                       
1

 http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple‐und‐ Android‐schliessen‐im‐US‐Smartphone‐Markt‐auf‐  1128518.html 2  http://www.engadget.com/2010/12/06/android‐2‐3‐ gingerbread‐in‐pictures/

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davon  auszugehen,  dass  Microsoft  darauf  in  Kürze reagieren wird.    Von  einer  Marktkonsolidierung  in  2011  kann  also  keine  Rede  sein  –  im  Gegenteil.  Noch  ist  der  Markt  vor  allem  im  Bereich  der  Tablets  überschaubar und bietet Raum für Innovation.  Zumindest  in  Deutschland  ist  aus  Konsumentensicht gefühlt noch keine kritische  Masse  erreicht,  die  z.B.  dem  iPad  bisher  zu  einem  kommerziellen  Durchbruch  verholfen  hätte  –  aber  schon  die  Veröffentlichung  des  iPad2  kann  vermutlich  einen  ähnlichen  Effekt  auf  die  Konsumenten  haben  wie  die  Markteinführung des iPhone4.    Wie  verhält  man  sich  in  einem  derartig  fragmentierten  Marktumfeld?  Mit  welcher  Strategie  reagiert  man  auf  die  unterschiedlichen  Rahmenbedingungen  für  die  Entwicklung  von  Apps  und  Websites  für  Smartphones  und  Tablets?  Setzt  man  womöglich auf Technologien, die übermorgen  schon  keine  Relevanz  mehr  haben  könnten?  Und  –  wie  und  wo  erreicht  man  möglichst  viele Nutzer im „mobilen Chaos“? Das sind nur  einige  von  vielen  Fragen,  die  sich  Unternehmen,  Agenturen,  klassische  Medienhäuser  oder  Markenartikler  bei  der  Entwicklung  einer  mobilen  Strategie  stellen  müssen. Ein Versuch, sie zu beantworten.    What's a girl to do?    Die Entwicklung einer nativen Applikation war  2010 schon nicht mehr die einzige Antwort auf  die  Frage,  wie  man  sich  als  Unternehmen  im  mobilen  Markt  qualitativ  und  plattformübergreifend  hochwertig  präsentieren  kann.  Dennoch  galt:  „There´s  an  app  for  that.“,  aber  RIM´s  Jim  Balsillie  hat  seinen  Standpunkt  in  einem  offenen  Schlagabtausch  mit  Steve  Jobs  ebenfalls  verdeutlicht:  „You  don´t  need  an  app  for  the  web.“  3  

                                                       
3

 http://www.engadget.com/2010/11/19/rims‐jim‐balsillie‐says‐ you‐dont‐need‐an‐app‐for‐the‐web‐re/

 

Webbasierte  Applikationen  zeigten  sich  in  2010  schon  teilweise  fast  auf  Augenhöhe  mit  nativer Programmierung.  Dabei  spricht  doch  eigentlich  alles  für  nativ  entwickelte  Applikationen:  sie  docken  an  alle  vorhandenen  Funktionalitäten  an,  die  durch  den  direkten  Zugriff  auf  die  jeweiligen  Hard  und  Software‐Ressourcen  möglich  sind  (Kamera,  GPS,  Push‐Notifications  etc.)  und  eine App erst zu dem machen, was sie sein soll  –  ein  100%  User‐zentriertes  Programm  auf  dem  mobilen  Endgerät  seiner  Wahl.  Sie  sind  browserunabhängig,  zunehmend  auch  offline  nutzbar  und  die  Performance  ist  in  der  Regel  besser  als  im  mobilen  Web.  Aus  Sicht  einer  (direkten)  Monetarisierung  ist  eine  native  Applikation  weiterhin  erste  Wahl  durch  den  Verkauf  im  App‐Store  oder  ein  In‐App‐ Purchase Geschäftsmodell. Aber: sie sprechen  nur  diejenigen  Nutzer  an,  die  die  App  auch  installiert haben bzw. installieren können.    Entscheidet  man  sich  daher  für  eine  plattformübergreifende  Präsenz  nativ  entwickelter  Applikationen,  sieht  man  sich  möglicherweise  höheren  Entwicklungs‐  und  Wartungskosten  gegenüber.  Native  App‐ Entwicklung  ist  zeitaufwändig  und  damit  teuer,  erfordert  die  Beherrschung  plattformspezifischer Programmierung ebenso  wie  die  Beachtung  spezifischer  Unterschiede  schon im Konzept und Design.    Besonders  Android  hat  sich  als  volatil  herausgestellt  –  eine  Folge  der  Nutzung  auf  verschiedenen  Endgeräten  mit  unterschiedlichen  Systemvoraussetzungen.  Identische  Software  kann  auf  verschiedenen  Smartphones  so  unterschiedlich  reagieren,  dass  in  Einzelfällen  umfangreiche  (wie  ungeplante)  Device‐Anpassungen  erforderlich  sind.    Zumindest die Fragmentierung kann von einer  Web‐Applikation  gelöst  werden  –  mittels  CSS  und einer sauberen HTML‐Struktur lassen sich  Synergien  zu  verschiedenen  Plattformen  sehr  gut  nutzen.  Eine  entsprechende  API‐ Architektur  und/  oder  Content  Delivery  Networks  können  den  gleichen  Service  bei 

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
unterschiedlichen  Bedingungen  anbieten.  Kurzum:  eine  Web‐Applikation  muss  im  Idealfall  für  unterschiedliche  Smartphones  und Tablets (zumindest das Basis Markup) nur  einmal entwickelt werden.    Diese Vorgehensweise ‐ in der Praxis auch als  „Progressive  Enhancement“ 4   bezeichnet  ‐  hat  z.B.  Einfluss  auf  die  initialen  Entwicklungskosten:  Basis‐Funktionen  sind  bereits browserunabhängig verfügbar  und  die  Web‐App kann darauf aufbauend für mehrere  Browser/  Endgeräte  so  skaliert  werden,  das  sich  für  den  Verlauf  der  Gesamtentwicklungskosten  durchaus  Einsparungspotentiale ergeben.    Darüber  hinaus  kann  „natives  Verhalten“  mittlerweile  auch  von  Web‐Apps  sehr  gut  abgebildet  werden.  Dennoch  –  die  Funktionalitäten  in  Web‐Applikationen  sind  (noch)  beschränkt,  HTML5  ist  weiterhin  kein  Standard  und  der  Zugriff  auf  den  vollen  Umfang  der  Hardware‐Ressourcen  des  Gerätes bleibt ebenso wie die Offline‐Nutzung  nach wie vor eingeschränkt.    Im  Gegensatz  zu  nativ  entwickelten  Applikationen  sind  Web‐Applikationen  von  Suchmaschinen indexierbar. Mittlerweile über  300.000  Apps  für  iOS  und  etwa  200.000  für  Android  (Stand  Dezember  2010)  macht  die  Sichtbarkeit  der  eigenen  Applikation  im  jeweils  hauseigenen  App‐Store  schwierig  und  ebenso  schwer  aktiv  beeinflussbar.  Aktuelle  Untersuchungen  zeigen,  dass  Nutzer  sich  ähnlich  zu  dem  Empfang  von  hunderten  TV‐ Sendern  auch  im  App‐Store  nur  auf  die  erfolgreichsten Angebote konzentrieren. 5      Andere  Studien  über  das  Smartphone‐ Nutzungsverhalten  zeigen  interessante  Ergebnisse in Hinblick auf die unterschiedliche  Nutzung  von  Web‐Apps  und  nativen  Applikationen:  eine  Befragung  von  1.200  Konsumenten  in  den  USA  kam  zu  dem  Ergebnis,  dass  die  mit  (nativen)  Apps  verbrachte  Zeit  fast  derjenigen  im  mobilen  Web  entspricht.  Im  Bereich  Commerce  und  Medien & Entertainment bevorzugen sogar 66  Prozent aller Befragten mobile Webseiten. 6      Erfahrungen  für  den  deutschen  Markt  zeigen  ein gegensätzliches Bild: Apps entwickeln eine  solche  Dynamik,  dass  sie  den  Traffic  von  Mobilportalen in Einzelfällen um mehr als das  Zehnfache  übersteigen.  Noch?  Web‐Apps  werden  momentan  in  der  Fachpresse  viel  diskutiert  und  womöglich  zeigt  die  Untersuchung in den USA schon eine Tendenz,  wohin  die  Reise  2011  auch  in  Europa  gehen  kann.  Viele  Start‐ups  setzen  neue  Maßstäbe  ‐  auch  Google,  die  kürzlich  den  Chrome  Web  Store gelauncht haben. 

    Der Chrome Web Store von Google    Die Nutzerzahlen von Chrome haben sich 2010  von  40  auf  120  Millionen  verdreifacht. 7   Zu  Recht  –  der  Browser  ist  einer  der  schnellsten  und besten auf dem Markt, wird kontinuierlich  weiterentwickelt  und  integriert  nun  mit  dem  Chrome Web Store 8  quasi einen App‐Store für  den  Browser.  Der  Chrome  Web  Store  ist  seit  Mitte  Dezember  live  und  bietet  Web‐

                                                       
  http://www.adobe.com/aboutadobe/pressroom/  pressreleases/pdfs/201010/101310AdobeMobileExperienceSur vey.pdf    7   http://googleblog.blogspot.com/2010/12/update‐on‐chrome‐ web‐store‐and‐chrome.html 
6

                                                       
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 http://en.wikipedia.org/wiki/Progressive_enhancement

 
8

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  http://www.heise.de/newsticker/meldung/Durchschnittliche‐ iPhone‐Besitzer‐nutzen‐nur‐5‐bis‐10‐Apps‐918668.html

 https://chrome.google.com/webstore

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Applikationen  für  alle  möglichen  Dienste,  ob  Nachrichten  (New  York  Times),  Commerce  (Amazon Window Shop), Video (Crackle), Foto  (Picnik),  Organisation  (Springpad)  oder  Twitter‐Clients (TweetDeck).     Die  Applikationen  sind  zu  einem  großen  Teil  auch  in  jedem  anderen  HTML5‐fähigen  Browser  (unter  WebKit)  und  damit  auf  jedem  beliebigen  Endgerät  –  zum  Teil  auch  bereits  offline  ‐  nutzbar.  Für  den  Nutzer  hat  dies  angenehme  Effekte:  Usability  und  User  Experience  stehen  im  Mittelpunkt,  synchronisiertes  Arbeiten  über  verschiedene  Endgeräte  hinweg  und  die  plattformübergreifende  dezentralisierte  Organisation eigener Daten in der Cloud.  Der Großteil der Applikationen ist kostenlos –  viel  interessanter  ist:  der  Store  bringt  auch  einen  Monetarisierungsaspekt  mit  sich.  Denn  mit der Nutzung von Google Checkout können  alle  Applikationen  ebenso  kostenpflichtig  angeboten werden (im Moment kann der Kauf  sogar  noch  innerhalb  von  30  Minuten  rückgängig  gemacht  werden  –  endlich  ein  digitales  Rückgaberecht!).  Damit  lassen  sich  Inhalte  und  Services  im  Browser  plattformübergreifend  anbieten  und  vermarkten.    Warum wird der Chrome Web Store in diesem  Kontext  genannt?  Ganz  einfach:  die  Applikationen  sind  ebenso  auf  mobilen  Endgeräten  nutzbar  und  sehen  z.B.  auf  dem  iPad schon recht überzeugend aus. 9   Fazit    Es  ist  davon  auszugehen,  dass  zukünftig  nicht  nur  Smartphones,  Feature‐Phones,  Tablets  und  Desktop‐Rechner  über  einen  Browser  verfügen  werden,  sondern  ebenso  MP3‐ Player,  E‐Reader  (z.B.  Kindle),  TV‐Geräte  oder  komplette  Home‐Entertainment‐Systeme.  Der  Browser  wird  mehr  und  mehr  das  Hub  in  die  digitalen  Welten  –  die  zunehmende  Verbesserung  der  Verbindungsgeschwindigkeiten  und  die 

Standardisierung  von  HTML5  über  alle  Browser hinweg tun ihr übriges.    2011  wird  man  sich  folgende  Frage  gefallen  lassen  müssen:  wozu  brauche  ich  eine  App,  wenn  man  die  gleichen  Funktionen  auch  plattformübergreifend  im  Browser  abbilden  kann?    Native Applikationen werden auch 2011 nicht  an ihrer Faszination und Bedeutung verlieren.  Das  Maximum  an  hochwertiger,  emotionalisierter  Nutzeransprache  in  Verbindung  mit  den  komplexen  Anforderungen  an  User  Experience,  Usability  und  der  vollen  Ausnutzung  der  jeweiligen  Hardware ist nur mit nativer Programmierung  möglich  ‐  Spiele  z.B.  werden  nativ  programmiert immer besser sein. Ebenso zeigt  z.B. das iPadonly Magazin PROJECT 10  eine tolle  native  Umsetzung  für  ein  Content‐Angebot  und  die  Verbindung  verschiedener  Geschäftsmodelle in einer nativen App.     Gerade  die  Medienhäuser  haben  ihre  Chance  auf  eine  hochwertige  Platzierung  gerade  auf  dem  iPad  bislang  nur  ein  Einzelfällen  ausgenutzt. Sie wurden oft für ihre mangelnde  Bereitschaft  zur  Veränderung  ihrer  Wertschöpfung  und  die  Bereitschaft  zur  Investition  von  unabhängigen  Beobachtern  kritisiert.    Letztlich ist die Entscheidung für eine Präsenz  im  jeweiligen  App‐Store  auch  strategisch  wichtig für eine Marke bzw. Unternehmen, die  es sich nicht leisten können, die Möglichkeiten  dieses  Mediums  entweder  nur  unvollständig  auszunutzen  oder  gar  nicht  präsent  zu  sein  –  ob nun auf Smartphones, Feature‐Phones, auf  dem Tablet oder selbst auf den so genannten  Dumbphones.    Unternehmen,  Brands  und  Medien  müssen  sich  auch  2011  einem  fragmentierten  Mobile  Markt  stellen.  Abhängig  von  Budget  und 

                                                       
10

 http://www.projectmag.com/

                                                       
9

 

z.B.http://www.nytimes.com/chrome

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
Zielsetzung wird die Entscheidung ausfallen, in  welchem App Markt man Präsenz zeigt. Web‐ Apps  gehören  aber  ins  mobile  Produktportfolio  –  sie  sind  ein  ernst  zu  nehmender  Schritt,  der  wachsenden  „App‐ Fragmentierung“  zu  entgehen  und  die  Weichen  zu  stellen  für  eine  zumindest  technisch  leichter  zu  überschauende  mobile  Zukunft.   
Autor: Als Key Account Manager Mobile Commerce  and Applications ist Christoph Mörl bei der Cellular  GmbH verantwortlich für die mobile Plattform‐ und  Strategieentwicklung  der  Financial  Times  Deutschland,  der  Otto‐Gruppe,  E‐Plus  oder  Volkswagen. Er studierte EBusiness, Marketing und  Logistik  in  Lüneburg  und  Brüssel.  Vor  seiner  Tätigkeit  bei  der  Cellular  GmbH  sammelte  er  bei  SinnerSchrader  umfangreiche  E‐Commerce  Erfahrung  in  der  Beratung  von  Kunden  wie  TUIfly.com  oder  der  Gucci  Gruppe.  Nun  widmet  er  sich  ganz  den  aktuellen  Trends  und  Innovationen  rund  um  M‐Commerce,  Mobile  User  Experience,  Usability und der Applikations‐Entwicklung für iOS,  Android und Windows Phone 7. 

    Die Zukunft von mobiler Software 
Von Torsten Schollmayer
2010  sollte  das  Jahr  von  “Mobile  First”  werden. Aber es wurde zum Mobile App‐Jahr:  iPhone‐Besitzer  haben  inzwischen  die  Wahl  zwischen  300.000  Anwendungen  im  Apple  App Store, das sind doppelt so viele wie 2009.  Im Google Android Store hat sich die Zahl der  kleinen  Helfer  gar  auf  130.000  versechsfacht.  Ein  ähnliches  Bild  zeigen  die  Applikations‐ Läden  App  World  von  BlackBerry  und  Ovi  Store von Nokia mit dreifachem Zuwachs 2010  auf  jetzt  18.000  beziehungsweise  25.000  mobile  Softwarelösungen.  (Quelle:  Distimo‐ Report 2010)    Geld verdienen?    Wirtschaftlich gesehen ist dies jedoch  nur die  eine  Seite.  Hohe  Download‐Zahlen  sind  zwar  schön  und  gut,  aber  lässt  sich  mit  den  Apps  auch  Geld  verdienen?  Weil  die  Nutzer  immer  mehr kostenlose Applikationen herunterladen,  gehen  Entwickler  und  Anbieter  dazu  über,  mehr  In‐App‐Verkäufe  beziehungsweise  Werbefinanzierung  zu  implementieren.  Zwischen  Juni  und  Dezember  2010  verdoppelte  sich  der  Gewinn  aus  In‐App‐ Verkäufen innerhalb des Apple App Stores. Für  alle  Plattformen  gilt,  dass  der  durchschnittliche  Preis  einer  Applikation  weiter  fällt  und  Anbieter  daher  alternative  Einnahmen einplanen müssen.    Langfristige Lösung = Mobile Web?    Die  Mehrheit  der  Anbieter  von  mobilen  Diensten  und  Inhalten  predigt  aber  gleichzeitig, dass in den mobilen Applikationen  nicht  die  Zukunft  liegt.  Sie  gehen  davon  aus,  dass nach 2012 das Interesse daran erlahmen  wird  und  mobile  Applikationen  womöglich  aussterben  werden.  Bereits  jetzt  lässt  sich  (fast) alles auch über das mobile Web und die  entsprechenden  Browser‐Anwendungen  realisieren.  Dabei  hat  die  Webtechnologie   einige Vorteile:  - Geringere Maintenance‐Kosten  - Plattformunabhängig  - Standardisiert  - Offen  - Schnittstellen  mit  vorhandenen  Web‐ Lösungen   

 

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Mobile Apps für komplexe Fälle    Bedeutet  das  nun  tatsächlich,  dass  der  ganze  Hype über Mobile Apps übertrieben ist? Nein,  absolut  nicht.  Zieht  man  als  Analogie  die  historische  Entwicklung  am  PC  hinzu  und  vergleicht  dort  die  Stellung  klassischer  Software  mit  der  von  Web/Browser‐ Anwendungen, so zeigt sich: Auch hier gab es  zu Anfang des Jahres 2000 die Phantasie, dass  jegliche  Problemstellungen  auch  über  das  Web zu lösen sind. Fakt ist allerdings, dass es  auch  10  Jahre  später  weiterhin  Bedarf  gibt,  komplexe  Lösungen  unabhängig  vom  Internet  anzubieten.  Besonders  bei  Ausfall‐  und  Sicherheits‐kritischen  Lösungen  im  Geschäftsbereich  ist  die  Softwareentwicklung  weiterhin  etabliert.  Zudem  kommt  die  klassische  Softwareentwicklung  auch  in  Web‐ Bereichen zum Einsatz.     Es  kommt  also  auf  die  Problemstellung  und  die dazugehörigen Use Cases an. Die einfache  Formel  lautet:  Je  geschäftsunkritischer  und  je  weniger  komplex  meine  Lösung  für  den  mobilen Anwender ist, desto eher kann ich auf  Browser‐Applikationen  zurückgreifen.  Im  Umkehrschluss  gilt  aber  bei  komplexen  Themen  die  Präferenz  für  mobile  Software‐ Applikationen.    Verfügbarkeit,  Rechenleistung,  Nutzungsqualität    Was  bedeutet  nun  „komplex“  bei  mobilen  Lösungen?  Als  Beispiel  kann  die  Notiz‐Lösung  „Evernote“  dienen.  Kern  der  Anwendung  ist  eine  web‐basierte  Datenhaltung  und  web‐ basiertes Management. Der Nutzer sollte aber  die  Möglichkeit  erhalten,  alle  Eingabevarianten  seines  Smartphones  komfortabel  und  unmittelbar  zu  verwenden.  Höchste  Priorität  hat  hier,  dass  Text‐,  Audio‐,  Foto‐  und  Ortseingabe  jederzeit  verfügbar  sind.  Gleichzeitig  wollen  Nutzer  auch  unabhängig  vom  Mobilfunk  „offline“  ihre  Daten  lesen.  Der  Anbieter  kam  deshalb  nicht  darum herum, gerätespezifische Applikationen  zu  erstellen.  Dies  garantiert  dem  Nutzer  die 

beste  Qualität  bei  der  mobilen  Nutzung  und  damit die maximale Zufriedenheit.   

 

 

  Weitere  gute  Beispiele  für  komplexe  Fragestellungen  sind  Spiele  und  andere  rechenintensive  Anwendungen,  wie  Anwendungen  zur  Echtzeitbearbeitung  von  Fotos oder Grafiken. Erweitert man die mobile  Nutzung  auch  für  Tablets  erreicht  man  eine  weitere  Schnittstelle  zur  klassischen  PC‐Welt  und  zieht  schnell  Analogien  zum  bereits  Gelernten:  Bei  der  gerade  beendeten  CES  2011  in  Las  Vegas  wurde  eine  große  Zahl  an  Tablets  vorgestellt,  die  den  Verkaufszahlen  des  iPads  nun  nacheifern  wollen.  In  diesen  Tablets  befinden  sich  bereits  sehr  starke  Prozessoren,  was  dazu  führt,  dass  die  Grenze  der Möglichkeiten für Rechenaufgaben weiter  aufweicht  und  wir  uns  immer  mehr  dem  Machine‐to‐Machine  (M2M)  oder  Mobile‐to‐ Machine (Mo2M) Erlebnis nähern.  

 

 

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
App oder Mobile Web? Es kommt darauf an    Was  sind  nun  die  Anforderungen,  die  dazu  führen,  dass  Entwickler  und  Nutzer  einer  mobilen  App  den  Vorzug  geben  sollten?  Besser  als  eine  Web‐Lösung  funktionieren  Apps  immer  dann,  wenn  Folgendes  gefordert  ist:   - Hohe Verfügbarkeit  - Rechenintensive Lösung  - Zugang  zu  allen  Hardware‐Mitteln  des  mobilen Gerätes  - Offline‐Verfügbarkeit  - Hoher Fokus auf optimale User Experience    Würde  man  heute  einen  IT‐Verantwortlichen  fragen,  was  die  Anforderungen  für  die  Einführung  von  Desktop‐Applikationen  statt  web‐basierter  Anwendungen  sind,  käme  sicherlich eine ähnliche Liste heraus. Das Fazit  lautet daher:   
 

Smartphones sind auch nur Computer!    Und  je  leistungsfähiger  sie  werden,  desto  stärker gleichen die Anforderungen an mobile  Software  denen  in  der  „klassischen“  Softwareentwicklung.     
Autor:  Torsten  Schollmayer  (33)  ist  seit  2007  bei  Sapient  als  Mobile  Services  Experte  in  diversen  Telekommunikations‐Projekten  tätig  und  blickt  auf  8  Jahre  Erfahrung  im  Online‐  und  Mobile‐Sektor  zurück.  Im  Auftrag  von  Sapient  ist  Torsten  Schollmayer  aktives  Mitglied  im  BVDW  und  MMA  für  die  Themenschwerpunkte  Mobile  Internet  und  Mobile  Creation.  Bevor  er  zu  Sapient  kam,  war  er  als Business Consultant und Spezialist für Mobile TV  bei  Capgemini  tätig  sowie  von  2000  bis  2004  Inhaber  und  Mitgründer  der  Next‐Site/Webdesign  GbR. Torsten Schollmayer ist Diplom‐Kaufmann und  M.Sc.  in  International  Business  Administration  mit  Schwerpunkt  Marketing  und  Service  Management  der Universitäten Mainz und Karlstad (Schweden). 

   

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2011 ‐ The Web Strikes Back! 
Von Roland Gülle 
Oft  wurde  es  prophezeit,  2010  wurde  es  endlich  Realität:  das  Jahr  des  mobilen  Internets. Ob zur besten Sendezeit im TV, auf  Plakaten  oder  in  der  Presse:  Smartphones,  Internet,  Social  Media  sind  omnipräsent.  Hat  man  kein  mobiles  Gerät  in  der  Hosentasche  dem  man  jederzeit  seine  Aufmerksamkeit  schenken  kann,  gehört  man  schon  zum  alten  Eisen.  Apps  oder  „die  Cloud“  werden  im  TV  beworben,  kaum  ein  Handy  kommt  heute  ohne Facebook und Twitter Client aus. Für uns  (die  sich  mit  dem  Thema  seit  Jahren  beschäftigen)  ist  es  selbstverständlich  und  überfällig.    Aber  die  Realität  wirkt  im  ersten  Moment  seltsam.  Verwandte  und  Freunde,  die  bisher  eher  verwundert  über  das  Eigenleben  ihres  Windows  PC  berichteten,  zücken  ihr  Smartphone um E‐Mails, Facebook, und Fotos  online  zu  verwalten.  Ganz  zu  schweigen  von  Apps wie „iHandy Wasserwaage“ oder „iBier“,  die stolz präsentiert werden.    Ja,  Mobile  ist  wirklich  im  Massenmarkt  angekommen.  „Ich  möchte  eine  App“,  heißt  es  oft  in  Kundenanfragen.  Sei  es  nun  um  die  iTunes  Charts zu stürmen oder einfach nur um dabei  zu sein. 
Plattform  iOS  Firmware  2.x, 3.x, 4,x  Hardware  iPod Touch,  iPhone, iPhone 4,  iPad  SE Xperia X8, HTC  Hero, Nexus One,  ... 

Android 

1.6, 2.0, 2.1, 2... 

BlackBerry  Bada  ... 

... 

   
 

  Appmania!    2010  war  definitiv  nicht  das  Jahr  des  mobile  Webs, sondern der Apps.   

 

Und alle machen sie mit: Full‐Service‐Anbieter,  Internet  Agenturen  und  Softwareentwickler.  Niemand  will  sich  das  lukrative  Geschäft  mit  den Apps entgehen lassen.     Und die Nutzer? Jäger und Sammler ‐ je mehr  Apps, desto besser.     Und  so  füllt  sich  der  Speicherplatz  der  Smartphones  mit  Apps,  die  durch  HD  Videos  und  andere  Inhalte  mehrere  hundert  Megabyte groß sind.    Aber wie nach jedem rauschenden Fest macht  sich  langsam  Katerstimmung  breit.  Zeit  um  über  Sinn  und  Unsinn,  Aufwand  und  Nutzen  Resümee zu ziehen.    The Natives    Die  Möglichkeiten  für  Smartphones  zu  entwickeln  haben  sich  enorm  verbessert.  Waren  zu  Zeiten  von  J2ME  und  Symbian  die  Aufwände  noch  enorm  hoch  und  die  Ergebnisse eher ernüchternd, bietet heute die 

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
Kette  vom  SDK  bis  hin  zur  Distribution  die  vollständige Infrastruktur.    Individuelle  und  sehr  hochwertige  Anwendungen  lassen  sich  unter  iOS  und  Android  mit  überschaubarem  Aufwand  entwickeln.    Die sehr weit gesteckten technischen Grenzen  von  APIs,  Interface  und  Speicherplatz  ermöglichen neue innovative Services.    Wirklich  problematisch  wird  es  erst,  wenn  eine  Anwendung  eben  nicht  nur  auf  dem  iPhone,  sondern  auf  vielen  anderen  Smartphones  und  auch  Fernsehern  funktionieren  soll.  Die  Geräte‐  und  Plattformfragmentierung  erschwert  die  Portierung,  die  Beseitigung  von  Fehlern  und  das Implementieren von neuen Features. Jede  neue  Hardware,  jedes  Firmware  Update  und  jede  API‐Änderung  führen  zu  einem  Dauerrauschen an Aufwänden.    Eine  Lösung  für  dieses  Problem  versprechen  Anbieter wie Enough Software oder MoSync.  Vertrieben werden die Applikationen über die  Stores der Gerätehersteller. Egal ob App Store,  Marketplace,  Ovi  oder  App  World,    der  Store  ist  der  direkte  Zugang  zum  Nutzer.  Kataloge  mit  Kategorien  und  Empfehlungen  bekommt  man  ohne  die  mühsame  Eingabe  von  URLs  angezeigt  und  gelangt  so  mit  wenigen  “Touches“ zu neuen Services und Spielen.    Das mobile Web    Mobile Webseiten werden heute noch als die  kleine, reduzierte Version des Online‐Auftritts  bezeichnet.  Zu  Unrecht.  Die  WAP‐Zeiten  sind  endgültig vorbei.    HTML5, Media Queries, modernes Java‐Script,  verschiedene  Frameworks,  CSS  Animationen,  neue APIs (z.B. GEO Lokalisierung) und Offline  Storage  sind  nur  der  Anfang  und  bieten  Entwicklern  ganz  neue  Möglichkeiten  im  mobilen Internet.    Doch  auch  das  Mobile  Web  hat  seine  Schattenseiten.  Bereiteten  früher  verschiedene  Markups,  Bildformate  und  eine  schlechte  bzw.  fehlende  Java‐Script  Unterstützung  dem  Entwickler  Kopfschmerzen,  müssen  sie  heute  mit  verschiedenen  Viewports  sowie  unterschiedlichen  CSS  und  JavaScript  Implementierungen kämpfen.  Hinzu  kommen  die  verschiedenen  Browser.  Die  modernen  WebKit  Based  Browser  unterstützen  die  neuen  Technologien.  Doch  andere  Browser,  wie  die  von  BlackBerry  (vor  Version  6.0),  Windows  Phone  7  und  älteren  Geräten reagieren zum Teil sparsam, bisweilen  aber  auch  gar  nicht  auf  diese  neuen  Technologien.   

    Eine  Lösung  für  dieses  Problem  bietet  unter  anderem Sevenval durch die Kombination aus  server‐  und  clientseitiger  Anpassung  der  mobilen Webseite.    Apps im Web    Web  Apps,  also  mit  Web  Technologien  entwickelte  Applikationen,  sind  ein  alter  Hut.  Die  erste  Version  des  iPhones  konnte  noch  keine  nativen  Apps  installieren.  Apple  pushte  deshalb  die  Web  Apps.  Leider  geriet  dies  während  der  „Appmania“  in  Vergessenheit.  Was  wäre  passiert,  wenn  diese  Web  Apps  ebenfalls  über  den  App  Store  erreichbar  gewesen wären?    Das  Entwickeln  von  Apps  mit  Webtechnologien  erlebt  zurzeit  eine  Renaissance.  Was  bisher  nur  mit  nativem  Code  möglich  war,  lässt  sich  nach  und  nach  auch auf dem Browser realisieren. 
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Dazu  stehen  Entwicklern  zahlreiche  freie  und  kommerzielle Frameworks zur Verfügung:  - http://jquerymobile.com/  - http://mashable.com/2010/08/18/mobile ‐web‐app‐frameworks/  - http://iphoneized.com/2009/11/18‐ mobile‐frameworks‐development‐tools‐ creating‐iphone‐apps/  - http://www.sevenval.com 

hier  ist  deshalb  eine  server‐  und  clientseitige  Anpassung notwendig.    Fazit    Schaut  man  sich  WebGL  oder  neue  Geräte  APIs  an,  sieht  man,  wie  rasant  sich  Web‐ Technologien weiterentwickeln. Sie werden es  uns  ermöglichen,  zukünftig  ganz  neue  Wege  zu  gehen.  Handys,  Smartphones  und  Tablets  sind  nur  der  Anfang.  Fernseher,  Spielekonsolen,  Media  Receiver  und  viele  weitere  Geräte  mit  Internetzugang  und  Browser werden den Markt erobern.  2011 und 2012 werden deshalb für den Erfolg  der Webtechnologien stehen.   
Bildquelle:  http://www.slideshare.net/sevenval/iphonedevcon‐ 2010

Schwierig  wird  es,  wenn  Nutzer  mit  ihrem  „nicht  WebKit“  Browser,  wie  beispielsweise  Opera  Mini,  der  wohl  bekannteste  mobile  Browser,  auf  die  Web  Apps  zugreifen.  Auch 

 

 
Autor:  Roland  Gülle,  Sevenval  GmbH,  CTO,  Produkts & Technology.  

    Der Krieg der Welten 
Von Eduardo le Comte
Apple  hat  es  allen  gezeigt:  Anwendungen  auf  Smartphones  eröffnen  im  Mobile  Business  große  Potenziale  für  Umsatz  und  Gewinne.  Doch  was  ist  die  Technologie  der  Zukunft:  browserbasierte,  geräteunabhängige  Anwendungen  oder  plattformgebundene  Apps?  Noch  steht  es  unentschieden  –  dank  Apples  Erfolg  mit  leichten  Startvorteilen  für  die  Apps.  Doch  wie  stehen  die  Chancen  wirklich  und  wer  entscheidet  über  den  Ausgang  im  Krieg  der  Welten:  Telekommunikationsriesen,  Gerätehersteller,  Entwickler,  Anbieter  von  Inhalten  oder  Anwender?    Für  den  Anwender  dürfte  die  verwendete  Technologie  nebensächlich  sein,  solange  er  auf  seine  Kosten  kommt.  Ob  Mobile  Browser  oder  App,  auf  dem  Smartphone  öffnen  sich  mit  wenigen  Touch‐Befehlen  Anwendungen.  Allein  für  das  iPhone  von  Apple  stehen  im  Vertriebsportal  iTunes  weit  über  100 000  Anwendungen  zum  Download  bereit:  Effizienzsteigerndes  wie  Spreadsheets  oder  Adressbücher,  Informationen  und  Nachrichten,  sinnfrei  Unterhaltendes  wie  Spiele  oder  Komfortdienste  wie  Wetter,  Navigation oder Fahr‐ und Flugpläne.    

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Doch  technologisch  gibt  es  große  Unterschiede:  Ein  Teil  der  Applikationen  basiert  auf  Mobile  Browsern,  ein  anderer  Teil  sind plattformgebundene Apps. Der Laie denkt  sich:  „Macht  doch  nichts  –  solange  sich  die  bessere  Technologie  durchsetzt  und  ich  bekomme, was ich möchte.“ Aber genau dort  liegt das Problem. Die Historie der technischen  Entwicklung  vom  Videorecorder  über  PC‐ Betriebssysteme  bis  zur  Energieversorgung  zeigt:  Ob  und  welche  Technologien  sich  als  „Standard“  durchsetzen  ist  oft  weniger  eine  Frage  von  Eignung  oder  Qualität,  sondern  die  Antwort  fällt  entlang  der  wirtschaftlichen  Interessen  und  Machtverhältnissen  der  Beteiligten.    Technologie als Richtungsentscheidung    Ob  die  Mehrzahl  der  Anwendungen  auf  Smartphones  in  Richtung  Apps  oder  Mobile  Browser  geht,  hat  weit  reichende  Konsequenzen.  Apps  sind  überwiegend  plattformabhängig.  Zu  den  Vorteilen  dieser  Technologie  gehört,  dass  sie  weitgehend  unabhängig  vom  Netzzugang  (Kosten,  Verfügbarkeit)  sind  und  bei  Betrieb  und  Bedienung  die  technologischen  Besonderheiten  der  jeweiligen  Smartphone‐ Plattform  nutzen  können.  Dazu  gehören  Bedienelemente,  Prozessoren,  Betriebssysteme  und  Netzzugänge  aber  auch  Besonderheiten  wie  beispielsweise  die  Trägheitssensoren  im  iPhone,  auf  die  viele  Apps  für  die  Bedienung  oder  die  Ausrichtung  der Bedienoberflächen zurückgreifen.     Diese  Stärken  der  Apps  markieren  aber  zugleich  ihre  Schwachstellen:  Weil  sie  diese  gerätespezifischen  Eigenheiten  nutzen,  sind  Apps  zumeist  auch  nur  auf  bestimmten  Geräten  oder  Plattformen  einsetzbar.  Entwicklerwerkzeuge,  Qualitätskontrolle,  die  Distribution  via  Download‐Portale  oder  direkter  Installation  auf  den  Geräten  und  sogar  die  Bewerbung  der  Apps  steht  damit  unter  weitgehender  Kontrolle  der  Hersteller.  Apple  iTunes  ist  das  Paradebeispiel  hierfür  –  und  die  Diskussionen  über  exklusive  Verträge  mit  Netzbetreibern,  intransparente  Entscheidungen  über  App‐Zulassungen  oder  Anwenderbeschwerden  über  die  Qualität  einzelner  Apps  zeigen,  dass  dies  durchaus  Konfliktpotenziale birgt.    Hier  liegt  dann  wiederum  die  Stärke  der  Anwendungen, die auf den Einsatz von Mobile  Browsern  basieren.  Sie  lassen  sich  prinzipiell  auf jedem Gerät mit Browser nutzen. So kann  der  Anwender  sein  Smartphone  wechseln,  ohne  den  Verlust  seiner  Lieblingsanwendung  fürchten  zu  müssen.  Allerdings  setzen  die  Entwicklungen  auf  allgemeinen  Standards  auf  und können viele Eigenheiten der spezifischen  Geräte nicht nutzen. Im direkten Vergleich von  Browser‐Anwendungen  und  Apps  schneiden  die  Anwendungen  in  Bedienung  und  Design  deshalb  oft  schlechter  ab,  weil  sie  attraktive  Besonderheiten der Hardware nicht nutzen.        Viele Interessengruppen    Wie  nun  stehen  diese  technologischen  Eigenheiten  mit  wirtschaftlichen  Interessen  der  einzelnen  Interessengruppen  in  Zusammenhang?  Unser  Blick  richtet  sich  zunächst  auf  die  Struktur  des  Smartphone‐ Marktes.     Mobilfunkanbieter:  Hier  finden  sich  die  großen  Telekommunikationsanbieter  wie  Telekom,  Vodafone,  Telefónica  mit  ihren  Untermarken  und  Netzangeboten.  Ihr  Hauptinteresse  richtet  sich  auf  hohe  Nutzerzahlen  und  eine  intensive  Nutzung  von  Mehrwertdiensten.  Die  Endgeräte  werden  dabei  nur  als  Zugang  zum  eigenen  Netz  gesehen.    Geräte‐  und  OS‐Hersteller:  Sie  lebten  bisher  vom  Verkauf  der  Geräteplattformen.  Das  Geschäftsmodell  von  Apple  mit  iTunes  und  Apps  hat  den  Herstellern  allerdings  vorgemacht,  wie  sich  Kunden  binden  lassen  und  wie  auch  Hersteller  am  Verkauf  von  plattformgebundenen  Apps  verdienen  können.  Hinzu  kommt:  Teure  technologische  Alleinstellungsmerkmale  lassen  sich  nur  dann  als  für  den  Endkunden  „geldwerte“  Eigenheiten vermarkten, wenn sie auch in den  Anwendungen genutzt werden.    

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Anbieter  von  Inhalten  (Content  Provider):  Hierzu  zählen  beispielsweise  Lieferanten  von  Nachrichteninhalten  aber  auch  Geo‐  oder  Wetterdienste.  Ihr  Interesse  richtet  sich  auf  eine  möglichst  hohe  Verbreitung,  also  beispielsweise  auf  plattformübergreifende,  Browser‐Anwendungen,  die  auf  ihre  Dienste  zugreifen.     Entwickler: Diese Gemeinde ist tief gespalten.  Sie  möchten  mit  einmal  programmierten  Anwendungen einerseits eine möglichst große  Zielgruppe  erreichen  können,  was  für  Mobile  Browser spricht. Auf der anderen Seite wollen  auch sie sich differenzieren, was mit Apps und  dem  Einsatz  gerätespezifischer  Funktionen  deutlich  einfacher  ist.  Ein  weiterer  Punkt:  Theoretisch  steigt  der  Aufwand  für  Qualitätssicherung‐  und  Support  zwar,  wenn  Apps  auf  die  verschiedene  Plattformen  und  Betriebssysteme portiert werden müssen.     In  der  Praxis  allerdings  ist  die  Standardisierung  von  Browser‐Anwendungen  weiterhin  ein  blumiges  Versprechen.  Zudem  zeigen sich die Anwender noch dickhäutig bei  Support‐Fragen: Wer für eine App nur ein paar  Euro  zahlt,  tendiert  bei  Problemen  eher  zum  Ausprobieren  einer  neuen  App  als  zu  zeitraubenden  Supporttelefonaten.  So  verringern  sich  zwar  die  langfristigen  Erfolgsaussichten  der  Entwickler,  große  wirtschaftliche Risiken bergen eine schlampige  Programmierung  und  fehlender  Support  jedoch bisher nicht.    Showdown    Haben  alle  diese  Gruppen  ähnlich  großen  Einfluss?  Nein,  denn  unterschiedliche  Wettbewerbsintensitäten und Abhängigkeiten  erzeugen  eine  höchst  ungleiche  Machtverteilung.  So  ist  der  Wettbewerb  zwischen  den  unzähligen  Entwicklern  und  Content  Providern  extrem  hoch.  Zudem  sind  beide  Gruppen  in  ihren  Geschäftsmodellen  und  in  der  Distribution  tendenziell  von  den  Netzanbietern  und  den  Geräteherstellern  abhängig.  Entwickler  und  Content  Provider  werden  den  Krieg  der  Welten  also  nicht  entscheiden. 

Anders  dagegen  die  dominanten  Akteure  von  Geräteherstellern  und  Telekommunikationskonzernen.  Ihre  Firmen‐  und Umsatzgröße allein eröffnen ihnen bereits  große  Einflussmöglichkeiten.  Gerätehersteller  wie  Telkos  haben  eine  große  Kundenbasis,  sind  jedoch  in  gewisser  Weise  voneinander  abhängig.  So  hat  Apple  mit  seinen  Exklusivverträgen  bei  Einführung  des  iPhones  durchaus  Bewegung  in  die  lokalen  Netzanbietermärkte  gebracht.  Auf  der  anderen  Seite  muss  es  Ziel  der  Gerätehersteller  sein,  eigene  Geräte  im  Programm aller Netzanbieter zu haben.     Die  Netzanbieter  haben  mit  der  Wholesale  Application  Community  (WAC)  eine  starke  Initiative  für  browserbasierte  Anwendungen  gestartet,  die  als  Gegenmodell  zum  Vertriebsmonopol  von  Apple  iTunes  ausgerichtet  ist.  Auch  Aktivitäten  wie  die  „Vodafone  360“‐Kampagne  zielen  darauf  ab,  über  eigene,  iTunes‐ähnliche  Portale  plattformunabhängige  Anwendungen  bereitzustellen und so die eigenen Kunden an  sich zu binden.    Dennoch  scheint  es  so,  dass  die  Gerätehersteller  und  Apps‐Unterstützer  die  Nase leicht vorn haben. Aktuell auch deshalb,  weil  Apple  als  „First  Mover“  einen  enormen  Vorsprung  und  ein  sehr  positives  Image  für  Apps  geschaffen  hat.  Das  zeigen  schon  die  Werbestrategien  praktisch  aller  neuen  Smartphones,  die  stark  auf  die  jeweils  verfügbaren  Apps  abheben.  Im  Hintergrund  wirken  hier  auch  herstellerunabhängige  OS‐ Entwickler wie Google und Microsoft. Auch die  Endkunden  sind  stolz,  wenn  eine  App  die  technischen  Feinheiten  des  eigenen  Smartphones  besonders  raffiniert  und  bedienungsfreundlich nutzen kann – auch dies  ein Argument für Apps.    

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Fazit    Der  Ausgang  im  Krieg  der  Welten  ist  noch  offen,  aber  die  Apps  –  und  damit  die  Gerätehersteller  –  haben  die  Nase  vorn.  Können  die  Telcos  diesen  Vorsprung  noch  einholen?  Das  hängt  maßgeblich  von  der  Geschwindigkeit  ab,  mit  der  sie  über  gemeinsame  Initiativen  wie  die  WAC  neue,  modernere  HTML‐Standards  für  plattformübergreifende  Anwendungs‐ entwicklungen  etablieren  und  durchsetzen  können.   
Autor:  Eduardo  le  Comte  ist  seit  Anfang  2009  im  Medien‐  und  Telekommunikationsumfeld  bei  dem  IT‐Beratungsunternehmen  Cirquent  tätig.  Zuvor  spezialisierte  er  sich  im  International  Business  Studium  auf  innovative  Geschäftsmodelle  für  die  digitale  Vermarktung  von  Medieninhalten,  insbesondere in der Musikbranche. Während seiner  Tätigkeit  bei  Cirquent  übernahm  le  Comte  die  Konzeption  sowie  das  Projektmanagement  für  die  Entwicklung  von  über  100  Mobile  Apps  für  verschiedene  Plattformen  im  Auftrag  von  internationalen  Telekommunikationskonzernen.  Während dieser Zeit war er außerdem verstärkt als  Business  Consultant  für  die  Einführung  einer  Plattform für die digitale Distribution verschiedener  Musikdienste  bei  der  Deutschen  Telekom  im  Einsatz.                           

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Native‐ oder Web‐Anwendungen, wohin geht die Reise?   
Von Ulrich Scheller 
Zum Start eines neuen Softwareproduktes ‐ da  machen  mobile  Anwendungen  keine  Ausnahme  ‐  stellt  sich  die  Frage,  auf  welcher  Basis  die  Entwicklung  durchgeführt  werden  soll.  Während  bei  Desktop‐Computern  und  Servern  eine  Vielzahl  verschiedener  Programmiersprachen,  Tools  und  Konzepte  zur Verfügung stehen, werden diese bei jeder  mobilen  Plattform  vorgegeben.  Das  bedeutet  aber  auch,  dass  eine  mobile  Anwendung  jeweils  für  Android,  BlackBerry,  iPhone,  Windows  Mobile,  etc.  separat  implementiert  werden  muss.  Wäre  es  nicht  praktisch,  wenn  man  die  Umsetzung  einer  neuen  Anwendung  nur  einmal  machen  und  auf  allen  Geräten  nutzen könnte?    Das World Wide Web war in seinen Anfängen  nur eine Sammlung statischer Textdokumente.  Diese konnten und können auf allen Systemen  mit  einem  Web‐Browser  abgerufen  und  angezeigt  werden.  Mittlerweile  hat  sich  das  Web  zu  einer  Plattform  für  komplexe  Anwendungen weiter entwickelt. Dafür stehen  erfolgreiche  Beispiele  wie  Google  Maps,  diverse Videoportale, Facebook und allgemein  das  Web  2.0.  Die  Geschwindigkeitsnachteile,  die  das  Web  anfangs  gegenüber  nativen  Anwendungen  hatte,  sind  heute  kaum  noch  ein Problem. Die aktuellen Browser haben sich  in  der  JavaScript  Performance  um  mehrere  Größenordnungen verbessert. Das gilt sowohl  für  Desktop‐  als  auch  für  Mobil‐Browser.  Mit  dem  Web  existiert  also  auch  auf  jedem  aktuellen  Smartphone  eine  Basis  für  plattformunabhängige Anwendungen.    Warum  aber  gibt  es  nicht  schon  viel  mehr  mobile  Webanwendungen?  Wo  ist  der  sprichwörtliche Haken an der Sache?    Native Anwendungen    Das  Gegenteil  einer  Web‐Anwendung  ist  eine  native  Anwendung.  Das  sind  die  typischen  Apps,  wie  wir  sie  seit  Einführung  des  iPhones  kennen.  Diese  Apps  basieren  auf  einem  einheitlichen  Konzept:  Sie  belegen  jeweils  einen Platz auf dem Homescreen, basieren auf  den gleichen Interface Guidelines und sind für  die mobile Benutzung optimiert.     Native  Anwendungen  haben  wegen  ihrer  Fokussierung  auf  eine  Plattform  verschiedene  Vorteile.  Der  Start  einer  solchen  ist  beispielsweise  deutlich  schneller  als  bei  einer  Web‐Anwendung,  weil  dafür  keine  Daten  aus  dem  Internet  geladen  werden  müssen.  Speziell  durch  die  oft  langsame  Verbindung  der  mobilen  Geräte  fällt  dieser  Punkt  ins  Gewicht.  Auch  ist  die  typische  Nutzung  im  mobilen  Bereich  anders  als  auf  einem  stationären Computer. Die überwiegende Zahl  genutzter Apps wird nur für wenige Sekunden  gestartet  und  danach  wieder  beendet.  Hier  sind  native  Anwendungen  ihren  Web‐ Pendants überlegen.     Ein  weiterer  entscheidender  Punkt  ist,  dass  native  Anwendungen  installiert  werden  können.  Sie  sind  damit  jederzeit,  auch  ohne  Netz,  verfügbar  und  über  ein  Icon  schnell  zu  erreichen.  Außerdem  gibt  es  mit  dem  Appstore  oder  dem  Android  Market  jeweils  ein  zentrales  Verzeichnis  von  Anwendungen,  in dem die Suche, Installation und Bewertung  sehr leicht fällt. Das erlaubt es auch technisch  weniger  versierten  Benutzern,  die  Möglichkeiten  ihres  Mobiltelefons  auszunutzen.  Auch  für  Web‐Anwendungen  gibt  es  mit  dem  OpenAppMarket  eine  solche  zentrale  Anlaufstelle.  Allerdings  ist  er  momentan  nicht  auf  mobilen  Geräten  vorinstalliert und daher nicht weit verbreitet.     Web‐Anwendungen sind außerdem limitiert in  den  Funktionen,  die  sie  benutzen  dürfen.  Diese  Einschränkungen  sind  notwendig,  weil  das  Web  neben  den  gewünschten  Inhalten  auch  Schadcode  enthalten  kann.  Eine  bösartige  Webseite  kann  daher  keine  Daten  auf der Festplatte des Nutzers schreiben oder 

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lesen.  In  manchen  Fällen  ist  es  aber  notwendig,  dass  eine  Anwendung  auf  die  Daten  des  Nutzers  zugreifen  kann.  Das  Problem lässt sich erst mit HTML 5 lösen, das  solche  Zugriffe  in  klar  definierten  Grenzen  ermöglicht.  Allerdings  ist  HTML  5  noch  nicht  weit  genug  verbreitet,  um  darauf  basierend  für eine große Nutzermasse zu entwickeln. Für  grafisch  aufwändige  Spiele  ergibt  sich  eine  ähnliche  Situation.  Mit  WebGL],  das  von  der  Khronos Group voran getrieben wird, etabliert  sich  ein  neuer  Standard  für  die  Darstellung  von  3D  Grafik  im  Browser.  Allerdings  fehlt  auch hier noch die Marktdurchdringung.    Der  limitierte  Zugriff  von  HTML  auf  System‐ Ressourcen  zeigt  sich  auch  schon  bei  einfachen  Anwendungsfällen.  So  ist  es  darin  kaum  möglich,  einen  Wecker  zu  schreiben,  denn  dieser  muss  seinen  Alarm  zu  jedem  beliebigen  Zeitpunkt  auslösen  können.  Ein  Mobiltelefon  befindet  sich  dann  typischerweise  im  Standby‐Modus  und  der  Wecker läuft nicht. Diese Beschränkung ist bei  Webseiten  sinnvoll,  schließlich  soll  eine  Webseite  nicht  das  Recht  haben  einen  Alarm  zu  setzen.  Web‐Anwendungen  sind  dadurch  aber in ihren Möglichkeiten eingeschränkt.    Hybride Apps    Es  gibt  aber  eine  Möglichkeit,  einige  Vorteile  beider  Verfahren  zu  vereinen:  Hybride  Apps.  Eine Hybride App baut auf einem nativen Kern  auf,  wobei  aber  die  wesentlichen  Teile  der  App als Webanwendung geschrieben werden.  Bei  einer  solchen  App  lässt  sich  die  Webseite  in der Anwendung mitliefern, so dass sie beim  Start  nicht  langwierig  heruntergeladen  werden muss. Darüber hinaus kann der native  Teil  der  App  den  Zugriff  auf  Funktionen  wie  den  Lagesensor  oder  den  Kompass  steuern.  Auch  lässt  sie  sich  deutlich  besser  in  das  System einbinden, als eine reine Webseite. Sie  hat  die  Möglichkeit  andere  Programme  aufzurufen  und  auf  Systemevents  (Push  Notification,  Cloud  to  Device)  zu  reagieren,  was  mit  reinen  Web‐Anwendungen  nicht  möglich ist.    Eine solche Hybride App kann entweder selber  programmiert,  oder  durch  ein  vorhandenes  Framework  erstellt  werden.  Als  bekanntestes  Framework  ist  hier  Phonegap  zu  nennen.  Mithilfe  dieses  Frameworks  können  Anwendungen  für  die  Plattformen  Android,  BlackBerry, iPhone, Palm und Symbian erstellt  werden. Dabei ist der native Teil in Phonegap  für  diese  Plattformen  bereits  vorhanden,  die  Webanwendung  entwickelt  man  selber.  Wer  dieses  Framework  einsetzt  muss  sich  daher  nicht  in  alle  Plattformdetails  einarbeiten,  sondern  kann  sich  auf  die  mobile  Webseite  konzentrieren.  Außerdem  ermöglicht  Phonegap den Zugriff auf Hardwarefunktionen  wie den Lagesensor und die GPS Position. Ein  vergleichbares Framework ist Rhomobile.    Auf  den  Webseiten  der  beiden  Frameworks  finden  sich  auch  Links  zu  Beispielanwendungen, die mit dem jeweiligen  Framework  erstellt  wurden.  Mit  diesen  lässt  sich  ein  guter  Eindruck  gewinnen,  was  mit  Webanwendungen  heute  bereits  möglich  ist  und  wo  die  Grenzen  liegen.  Auf  das  native  Look and Feel muss der Anwender verzichten,  denn  was  auf  mehreren  Plattformen  laufen  muss,  kann  per  Definition  nicht  mehr  aussehen wie eine echte Android oder iPhone‐ App.  Interessant  ist,  dass  der  überwiegende  Anteil  der  vorgestellten  Apps  auf  nur  einer  einzigen  Plattform  verfügbar  ist.  Hier  war  die  plattformübergreifende  Entwicklung  offenbar  nicht das Hauptziel. In vielen Fällen dürfte die  vorhandene  Erfahrung  in  Web‐Technologien  ausschlaggebend  für  eine  Nutzung  des  Frameworks gewesen sein.    Fazit    Die Entscheidung für oder gegen eine Hybride  Anwendung  auf  dem  mobilen  Gerät  hängt  sehr  von  der  jeweiligen  Situation  ab.  Hat  das  eigene Team einen starken Hintergrund in der  Web‐Entwicklung und viel Expertise mit HTML,  CSS  und  JavaScript?  Basiert  die  App  auf  einer  bereits  vorhandenen  Webseite?  Wird  sie  die  speziellen  Funktionen  eines  Mobilgerätes  intensiv  nutzen?  Wie  wichtig  ist  eine  Unterstützung von Palm OS, Windows Mobile  und  Symbian?  Hat  man  bereits  eine  native 

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Anwendung  und  will  andere  Plattformen  unterstützen?  Alle  diese  Fragen  spielen  eine  große  Rolle  bei  der  Entscheidung.  Deshalb  kann  es  keine  allgemeingültige  Antwort  geben. Durch die Etablierung neuer Standards  wie  HTML  5  und  WebGL  rückt  die  Web‐ Entwicklung  näher  an  die  native  Anwendungsentwicklung  heran.  Trotzdem  wird  es  auf  absehbare  Zeit  immer  Anwendungsfälle geben, die sich nur mit einer  nativen App realisieren lassen. 

 Autor:  Ulrich  Scheller  studierte  Informatik  an  der  Universität  Paderborn  mit  dem  Schwerpunkt  "Eingebettete Systeme und Systemsoftware". Nach  einigen  Projektarbeiten  begann  er  als  Android  Entwickler  bei  match2blue  in  Jena.  Mittlerweile  arbeitet er ebenfalls im iPhone Bereich und ist seit  Januar  2010  Leiter  der  Frontend  Entwicklung  (Android,  BlackBerry  &  iPhone).  Vielen  Dank  an  Dominika  Dudzik  und  René  Fischer  für  die  Mithilfe  an diesem Artikel.

  Wohin geht die App‐Reise? ‐ Warum native Apps  Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist… 
Von Nadine Brendel und Jan Webering
Ob iPhone, Android, Windows Phone 7 & Co. ‐  wenn man den Marktforschern und der Presse  glauben  darf,  ist  der  Erfolg  von  Apps  auch  in  Zukunft nicht mehr zu bremsen.     Die  Fülle  an  gelaunchten  Apps  von  Markenartiklern  und  Publishern  beweist  das  starke  Interesse  von  Werbungtreibenden  mobile  Applikationen  als  zusätzliches  Vertriebs‐  und  Marketinginstrument  zu  nutzen.  Nicht  nur  in  der  Kommunikationsbranche  sind  sie  in  aller  Munde  –  das  Spektrum  reicht  von  Energieversorgern über Reiseunternehmen bis  hin  zu  eCommerce‐Anbietern.  Alle  Unternehmensgruppen  lassen  heute  Apps  entwickeln,  um  mit  vielseitigen  Programmen,  praktischen  Tools  für  berufliche  und  private  Nutzung  eine  höchst  attraktive  Zielgruppe  zu  adressieren und auf innovativem Weg für eine  nachhaltige Kundenbindung zu sorgen.    Über den Distributionsweg der bekannten App  Stores  werden  die  Apps  interessierten  Usern  gezielt  zur  Verfügung  gestellt.  Das  interne  Marketing  der  App  Store‐Betreiber,  wie  z.B.  Apple,  fördert  das  „gefunden  werden“  und  damit einhergehend den Erfolg der jeweiligen  App.  Gute  Apps  können  darüber  hinaus  schnell  eine  Eigendynamik  entwickeln  und  User‐seitig  viral  in  einschlägigen  Blogs  und  Foren gestreut werden.    Was  sind  aber  Erfolgskriterien,  die  eine  App  haben  muss,  um  sich  aus  der  Menge  der  vielen  hunderttausend  anderen  Apps  hervorzuheben?     Eine  gute  App  zeichnet  sich  durch  eine  hohe  Usability,  inhaltliche  Mehrwerte  für  den  User  und  eine  stabile  technische  Basis  aus.  Apps  sollten  im  besten  Fall,  neben  interaktiven  Elementen,  Zusatzinformationen  bieten  und  insbesondere  unterhaltsam  sowie  serviceorientiert  sein.  Zudem  ist  es  wichtig,  dass  Unternehmen  Inhalte  nicht  eins  zu  eins  von  der  Website  in  die  App  überführen.  Um  eine  App  nachhaltig  zum  Erfolg  zu  führen,  sollte auch eine Updatestrategie, über die die  App  regelmäßig  Neuerung  durch  zusätzliche  Features erhält, mit eingeplant werden.    Obgleich  der  App‐Markt  einen  scheinbar  unaufhaltsamen  Boom  erfährt,  werden  nutzerseitig  von  den  insgesamt  über  500.000  nativen  Apps  (seit  Launch  des  Apple  App  Stores)  de  facto  durchschnittlich  nur  14  Apps  installiert und ca. 8 Apps regelmäßig genutzt.  

 

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Wenn  man  diese  Zahlen  einander  gegenüberstellt,  spielen  die  Fragen  „Was  ist  meine  Kommunikationsbotschaft  und  wie  erreicht sie nachhaltig meine Zielgruppe?“ und  „Wie  werde  ich  als  Marke  /  Unternehmen  überhaupt  gefunden?“  zentrale  Rollen.  Und  genau  hier  unterscheiden  sich  Apps  qualitativ  voneinander.  Die  guten  Apps  liefern  entsprechende  Antworten,  die  im  Rahmen  einer  detaillierten  Konzeptionsphase  erarbeitet werden müssen. Wenn entschieden  ist, was die Kommunikationsbotschaft und der  USP  sind,  steht  das  Unternehmen  vor  der  Herausforderung  und  der  Frage  nach  der  technischen Umsetzung.    Technisch  gesehen  wurden  Apps  bis  heute  immer  als  native  Clients,  also  als  Programme  individuell  für  das  jeweilige  Betriebssystem  angepasst,  entwickelt.  Um  das  Potenzial  des  App‐Marktes  voll  ausnutzen  zu  können,  hat  dies  in  der  Vergangenheit  dazu  geführt,  dass  unternehmensseitig  bis  zu  sechs  unterschiedliche  Clients,  adaptiert  an  die  technischen  Besonderheiten  des  spezifischen  Betriebssystems,  entwickelt  wurden.  Diese  Umsetzung  ist  mit  dem  Aufwand  bzw.  der  Entwicklung  von  individuellen  Softwareprojekten gleichzusetzen.     Bei  einer  Multiplattformstrategie  haben  die  verschiedenen  Plattformen  und  Entwicklungsumgebungen  daher  den  Kommunikationsnutzen der App schnell hinter  den  sehr  hohen  Entwicklungskosten  zurücktreten  lassen.  Mittlere  sechsstellige  Beträge  waren  meist  erforderlich,  um  die  größtmögliche  Reichweite  zu  generieren  und  in den wichtigsten App Stores mit der eigenen  Marke  vertreten  zu  sein.  Hierbei  geraten  die  regelmäßigen  Update‐Kosten,  die  jede  App‐ Entwicklung  mit  sich  zieht,  oft  in  Vergessenheit.  Zum  Einen  aufgrund  von  strukturellen  Veränderungen  an  der  eigenen  Systemumgebung  (z.B.  die Veränderung eines  Shopping‐Prozesses),  zum  anderen  führen  auch  Updates  der  jeweiligen  App‐Plattformen  selbst  zu  einem  unkalkulierbar  hohen  individuellen  Aufwand  für  die  Aktualisierung  von Apps.  Zum Glück ist jetzt Schluss damit. Die Browser  von heute (technisch betrachtet auch nur eine  App)  haben  nachgezogen  und  bieten  aktuell  fast  alle  technischen  USPs,  die  bisher  Apps  ausgezeichnet haben, browserbasiert an. Über  so  genannte  Web  Apps  können  Funktionalitäten wie Content Sliding/‐Swiping,  Offline Browsing, Zugriff auf GPS, Adressbuch,  Kompass,  Kamera  etc.  heute  schon  zunehmend ermöglicht werden.     Apple selbst hat erst vor kurzem mit dem iOS  4.2  Update  einen  wichtigen  Schritt  getan  und  erlaubt  den  browserseitigen  Zugriff  auf  den  Bewegungssensor. Das ist genau die Richtung,  in  die  es  in  Zukunft  gehen  wird.  Die  Browser  von morgen bieten die Usability der Apps von  heute,  verbunden  mit  der  Freiheit  des  Webs.  Über  serverbasierte  App‐Lösungen  sind  Aktualisierungen  in  Echtzeit  und  ohne  Abhängigkeit  bzw.  Einschränkung  durch  den  Distributions‐Handling‐Prozess des App Stores  gegeben,  so  dass  der  kostenintensive  Updateprozess  für  Unternehmen  erheblich  verschlankt  wird.  Einzelportierungen  für  die  Adaption  auf  alle  Betriebssysteme  sind  ebenfalls nicht mehr notwendig.     Voll  native  Apps  werden  weiterhin  ihre  Daseinsberechtigung  haben,  aber  den  Nischenmarkt  durch  Special  Interest  Themen  abdecken (bspw. Games und Navigation).     Einen  wichtigen  Vorteil  haben  native  Apps  heute  noch  gegenüber  rein  webbasierten  Applikationen. Sie können über den zentralen  Zugangskanal  „App  Store“  der  jeweiligen  Betriebssysteme  zielgerichtet  distribuiert  werden.  Über  diese  Stores  werden  heute  ca.  50%  aller  mobilen  Nutzer  theoretisch  direkt  erreicht.  Mit  mobilen  Web  Apps  funktioniert  diese Form von Distribution leider noch nicht.  Wenn  man  dem  für  Unternehmen  scheinbaren  Nachteil  jedoch  die  zunehmende  technologische  Leistungsfähigkeit  von  Web‐ Apps  gegenüberstellt,  stellt  sich  nicht  die  Frage,  „ob“  Web  Apps  in  Zukunft  über  App  Stores  vertrieben  werden,  sondern  lediglich  „wann“.   

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Um  die  Zeit,  bis  Web  Apps  über  dedizierte  Kanäle  vertrieben  werden,  zu  überbrücken,  gibt  es  auch  heute  schon  technische  Möglichkeiten  diese  in  einen  App  Store  einzustellen.     Native  Apps  waren  für  die  Branche  definitiv  eine kleine Revolution – sie haben den Markt  verändert.  Aber  jetzt  kommen  wir  von  der  Revolution  zur  Evolution!  Browserbasierte 
     

App‐Lösungen sind der zukunftsweisende und  für  Unternehmen  langfristig  skalierbare  Weg.  Darauf muss sich die Branche einstellen. 
Autoren:  Nadine  Brendel,  Manager  Business  Development  und  verantwortlich  für  das  Innovations‐  der  YOC  Gruppe    Jan  Webering,  Vorstand/COO  und  verantwortlich  für  das  Produktmanagement  und  die  Produktentwicklung der YOC Gruppe. 

  Grenzen der Webapps: Warum Native Apps überleben  werden 
Von Andrea Anderheggen
Vielerorts  schärft  sich  die  Intuition,  dass  speziell  für  mobile  Betriebssysteme  entwickelte  Applikationen  ‐  so  genannte  Native  Apps  ‐  verschwinden  und  von  Webapps,  die  über  einen  mobilen  Browser  bedient  werden,  abgelöst  werden.  Dabei  werden  einige  wesentlichen  Limitationen  von  Webapps ignoriert.    1.  User‐Experience  und  Performance:  Webapps sind limitiert    Die  Erfolgschancen  jeder  App  steigen,  wenn  die  User  Experience  sich  an  diejenige  vorinstallierter,  hochoptimierter  Native  Apps  hält.  Denn  so  entsteht  beim  User  kein  zusätzlicher Lernaufwand.     Hier sind den Webapps erste Grenzen gesetzt:  Die Navigation über den mobilen Webbrowser  kann  nur  bedingt  angepasst  werden,  da  die  Effekte  der  Seitenübergänge  sowie  feste  Elemente  wie  Kopf‐  und  Fusszeilen  nur  annäherungsweise simulierbar sind.     Schnelligkeit  ist  ein  weiterer  Aspekt,  der  die  User‐Experience  beeinflusst.  Graphische  Elemente,  Seitenformate  und  gespeicherte  Informationen  können  bei  Native  Apps  schneller  angezeigt  und  für  die  Offline‐ Nutzung gespeichert werden.   Bei  komplexeren  Anwendungen  mit  hohem  Grad  an  Interaktivität,  etwa  bei  Spielen,  führt  kein  Weg  an  Native  Apps  vorbei.  Auch  bei  Shopping‐  oder  Banking‐Apps  sind  die  vielen  Einbussen  des  Webbrowsers  schnell  ein  No‐ Go.     2. Funktionsumfang spricht für Native Apps    Technik  und  Sicherheitsaspekte  limitieren  teilweise den Zugriff offener, mobiler Browser  auf  Adressbücher,  Kamera,  GPS,  Gyroskop.  Eine  Native  App  kann  im  Gegensatz  zu  einer  Web‐App  ausserdem  Produktdaten,  Userdaten  und  Einstellungen  offline  abspeichern,  sodass  die  Nutzung  auch  ohne  Internetverbindung  möglich  ist.  Push‐ Benachrichtigungen,  die  für  die  Kundenbindung eingesetzt werden, sind heute  nur mit Native Apps möglich.     3.  Kostenargument:  Fragmentierung  bleibt  eine Herausforderung   

 

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Das  Bereitstellen  einer  Web‐App  klingt  günstig:  schnell  eine  plattformübergreifende  mobile  Webseite  in  einfachem  HTML  bauen.  Leider ist das nur die halbe Wahrheit. Erstens  gibt es inzwischen fast so viele mobile Browser  wie  Betriebssysteme,  die  in  vielen  relevanten  Details Webseiten unterschiedlich anzeigen.     Zweitens muss häufig ‐ etwa bei Online‐Shops,  Banking  Apps  oder  Nachrichten‐Apps  eine  Schnittstelle  zu  den  Backendsystemen  geschaffen werden, was in jedem Fall einfache  HTML‐Kenntnisse übersteigt.    Drittens  müssen  auch  Webapps  die  unterschiedlichen  Auflösungen,  Grössen,  Hardwarekomponenten  und  Möglichkeiten  mobiler  Endgeräte  berücksichtigen.  Konkret  heisst  das:  der  Webdesigner  muss  die  Geräte  und  deren  Software  kennen,  für  jede  relevante  Plattform  eine  Web‐App  programmieren,  sie  an  die  Backend‐Systeme  anbinden,  für  den  Unterhalt  sorgen  und  sich  auf rasche Veränderungen vorbereiten, die im  extrem  dynamischen  Mobile‐Markt  zu  erwarten sind.     Es  gibt  inzwischen  Unternehmen  und  Studienrichtungen,  die  darauf  spezialisiert  sind,  mehr  oder  weniger  standardisierte  Native Apps für Online‐Shops, Bankingsysteme  oder  Nachrichtenmagazine  zu  günstigen  Preisen herzustellen. Der eigene Webdesigner  oder  die  Agentur  kosten  im  Vergleich  mehr  und  bringen  die  nötige  Erfahrung  eher  selten  mit.  Die  Kosten  einer  Native  App  nähern  sich  damit zunehmend denjenigen einer Web‐App.    4. HTML5: Wunschdenken und Realität    Die  Hoffnung  beruht  häufig  auf  den  neuen  Web‐Standard  HTML5.  Was  HTML5  genau  können  wird,  steht  weitgehend  noch  in  Planung  und  erschliesst  sich  heute  meist  nur  technisch  versierten  Lesern  der  W3C  Spezifikationen..1   Selbst  wenn  HTML5  ein  enormes  Angebot  an  interaktiven Möglichkeiten bereitstellen sollte,  wird  es  kaum  die  oben  genannten  Probleme  einer  Web‐App  lösen.  Denn  die  Gerätehersteller  werden  sich  nicht  auf  Layouts,  Hardwarekomponenten,  Features,  Benutzerführungen,  mobile  Browser  oder  Gerätegrössen  einigen,  sondern  im  Gegenteil  versuchen,  sich  stärker  vom  Wettbewerb  zu  unterscheiden.     5. Zu viele Apps im App Store: so what?    Wie  sollen  Kunden  unter  300.000  Apps  die  eigene  finden?  Dieses  Problem  stellt  sich  sowohl für Webapps wie auch für Native Apps,  hält aber manchmal davon ab, Geld in teurere  Native Apps zu investieren.     Dabei  heisst  das  enorme  Angebot  letztlich  nichts  anderes,  als  dass  Anbieter  ein  schlüssiges  Vermarktungskonzept  umsetzen  müssen,  das  im  Gegenzug  eine  vernünftige  Rendite  abwirft.  Wie  andernorts  auch  gilt  es  Kunden  über  den  Webauftritt,  SEO/SEM,  Schaufenster,  Plakate,  Anzeigen,  Fernsehspots,  Social  Networks,  Mobile‐ Marketing  oder  Direktvertrieb  zu  gewinnen.  Dabei  kann  die  Bewerbung  einer  Native  Apps  reichhaltig  und  faszinierend  sein,  weil  beispielsweise  Barcodescanner  oder  Augmented  Reality  Technologien  kombiniert  mit  integrierten  Gutschein‐  oder  Rabattsysteme  die  Investitionen  in  Offline‐ Werbung  unmittelbar  refinanzieren.  Die  geringen Mehrkosten einer Native App führen  unter  Umständen  also  zu  deutlich  mehr  Gewinn.    6. Wohin die Reise geht: Vielfalt wird bleiben    Für  viele  Anwendungen,  die  nur  geringe  Interaktivität  und  wenig  graphische  Brillanz  erfordern,  sind  Webapps  ausreichend.  Trotzdem  spricht  einiges  dafür,  dass  das  prophezeite  Ende  der  Native  Apps  nicht  stattfinden  wird  und  durch  massgebliche  Anbieter wie Apple auch gar nicht gewollt ist.  Deshalb  ist  man  in  der  Planung  der  Mobile‐ Strategie am besten damit beraten, möglichst 

                                                       
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 Quelle: http://dev.w3.org/html5/spec/

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viele  Fälle  abzudecken  und  den  Kunden  entscheiden zu lassen. Alternativ gibt es noch  die  Möglichkeit  so  genannter  Hybrid‐Apps,  welche  die  Vorteile  von  Native  Apps  mit  der  Flexibilität einer Web‐App kombinieren, indem  selektiv  die  eine  oder  andere  Methode  eingesetzt wird.     Sowohl  Webapps,  wie  auch  Native  Apps  und  Hybrid Apps werden weiterhin gedeihen.  

 
Autor:  Andrea  Anderheggen  ist  Mitbegründer  und  Business  Angel  des  führenden  Anbieters  von  Mobile‐Shopping‐Lösungen  für  den  Versand‐  und   

Einzelhandel  Shopgate.  Als  Vorstand  der  Payment  Network AG war Andrea Anderheggen maßgeblich  am  Erfolg  von  sofortüberweisung.de  beteiligt,  das  heute  gemäß  EuPD  Studie  das  am  häufigsten  genutzte E‐Payment System in Deutschland ist. Mit  Shopgate  hat  er  sich  das  Ziel  gesetzt,  Mobile‐ Shopping  allen  Shops  zugänglich  zu  machen.  Bedeutende  Versand‐  und  Einzelhändler  wie  BabyWalz,  Redcoon,  Cyberport,  Gourmondo,  Libri  oder Hessnatur setzen heute bereits auf Shopgate.  Im  Oktober  2010  wurde  die  eigene  Shopgate  iPhone App von der Deutschen Telekom AG zur App  des Monats gekürt.  

 

 
 

Warum die Entwicklung von mobilen Lösungen keine  Bauchentscheidung sein sollte 
Von Dr. André Hollstein
Für  Unternehmen  ist  die  Orientierung  an  den  Bedürfnissen ihrer Kunden stärker denn je ein  zentrales  Kriterium  für  den  Geschäftserfolg.  Dies  sollte  insbesondere  dort  gelten,  wo  Kunden  für  die  Unternehmen  nicht  im  direkten  Zugriff  sind,  beispielsweise  in  E‐ Commerce‐/M‐Commerce‐Szenarien.     Aber gerade in diesem Umfeld – welchem eine  gewisse  Goldgräber‐Stimmung  obliegt  –  scheinen  solche  Überlegungen  oftmals  keine  Bedeutung  zu  haben.  So  erfolgt  die  Entwicklung  von  mobilen  Applikationen  nicht  selten  ohne  eine  Reflektion  der  Kundenbedürfnisse  oder  einer  adäquaten  Zielgruppenanalyse.  Nicht  selten  werden  –  angetrieben  durch  die  Fachbereiche  –  Lösungen  entwickelt,  die  nicht  den  Kunden‐  und Marktbedürfnissen entsprechen.     Somit  laufen  Unternehmen  Gefahr  das  angestrebte Ziel, durch den Einsatz moderner,  innovativer  Lösungen  bestehende  Kunden  zu  halten  oder  neue  Kundengruppen  zu  erschließen, nicht zu erreichen.     Der  Grund  liegt  u.  a.  darin,  dass  für  viele  Unternehmen  M‐Commerce  ‐  ebenso  wie  „Social  Marketing“  ‐,  ein  neues  Spielfeld  darstellt,  aber  ein  unterschwelliges  Bedürfnis  besteht,  auf  dieser  Welle  mitzuschwimmen.  Daher  existieren  häufig  keine  Vorgehensmodelle  oder  erprobten  Methoden  und  auch  ältere  Ansätze  lassen  sich  nicht  so  einfach  adaptieren.  Dennoch  hallt  der  Ruf  nach  mobilen  Lösungen  durch  die  Unternehmen  –  nicht  zuletzt  geprägt  durch  die Omnipräsenz von Apple und Co. sowie der  Bedeutung,  die  diesem  Thema  zugeschrieben  wird.     Jedoch ist die Kenntnis von Entscheidern über  den  Markt  von  Smartphone‐Hardware/– Software  oder  Distributionskanälen  von  Applikationen  wenig  ausgeprägt  und  Entscheidungen  werden  oft  auf  Basis  von  subjektiven  Einschätzungen  und  Annahmen  getroffen.  Doch  letztlich  stellt  ein  bloßes  Bauchgefühl  keine  valide  Entscheidungshilfe  für  Umsetzungsansätze  dar,  da  nicht  nur  die 

 

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bevorstehenden Investitionen zu rechtfertigen  sind,  sondern  auch  der  langfristige  Betrieb  sichergestellt werden muss.    Neben  den  Investitions‐  und  Betriebskosten  beeinflusst  die  Veröffentlichung  jeder  Lösung  mit  Kundenzugang  die  Reputation  des  Unternehmens  und  damit  das  Markenimage.  Portale,  wie  beispielsweise  der  Apple‐Store  oder  Googles  Apps  Marketplace,  dienen  letztlich  nicht  nur  dem  Applikationen‐Erwerb,  sondern  auch  der  Nutzer‐Community  als  Sprachrohr.  Auf  diese  Weise  wird  ein  Feedback  erzeugt,  welches,  unabhängig  von  der  Qualität,  kanalisiert  werden  sollte.  Mit  jeder  Lösung  entsteht  so  ein  neuer  Kommunikationskanal in Richtung Kunde.     Wie könnte eine Methodik aussehen, die hilft  Ideen  für  mobile  Lösungen  strukturiert  zu  bearbeiten und umzusetzen?    Die  erste  Ebene  für  Richtungsentscheidungen  von  Entwicklungen  in  diesem  Umfeld  wird  ‐  ausgehend  von  der  Produktidee  ‐  durch  die  Themenfelder  Markt,  Wettbewerb  und  Technik  determiniert.  Fallen  diese  Analysen  positiv  aus,  sollten  sich  die  nächsten  Fragen  auf  Aspekte  wie  Produkt,  Preis  und  Vermarktungsstrategie  konzentrieren  –  also  den  Aspekten,  die  im  Marketing  als  die  4Ps  (Product,  Price,  Place  and  Promotion)  des  Marketing‐Mix zusammengefasst werden.     Eingebettet  sind  diese  Ebenen  in  einen  strategischen  Rahmen,  der  die  Basis  für  die  Verankerung  in  der  Unternehmensstrategie  (inkl. der IT‐ oder Marketing‐Strategie) auf der  einen Seite und dem Unternehmenskontext (z.  B.  Ressourcen,  Prozesse)  auf  der  anderen  Seite bietet (siehe Abbildung 1: Vereinfachtes  Ebenen‐Modell).   

 
Abbildung 1: Vereinfachtes Ebenen‐Modell

Die einzelnen Ebenen können inhaltlich weiter  detailliert  werden  und  so  analog  einer  Checkliste  für  notwendige  Arbeiten  im  Rahmen  der  Analyse,  Konzeption  und  Umsetzung,  genutzt  werden.  Sie  helfen  dabei  die  Komplexität  zu  bündeln  und  unterstützen  auf  diesem  Weg  zielgerichtete  und  nachhaltige  Lösungen  zu  entwickeln.  Nachfolgend sind exemplarisch einige wichtige  Fragen  zu  den  Themenfeldern  Technik,  Markt  und  Wettbewerb  dargestellt,  die  ausgehend  von einer bestimmten Produktidee bearbeitet  werden sollten: 

 

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  Markt/Kunde  Wer  ist  die  Zielgruppe  für  das  Produkt  (wichtig  ist  die  Differenzierung B2B/B2C)?   Welche  Erwartungen  hat  die  Zielgruppe an die Lösung?   Für  welchen  Markt  soll  die  Lösungen  entwickelt  werden  (wichtig  kann  auch  die  Berücksichtigung  der  Internationalisierung sein)?  ...      Wettbewerb  Welche  Strategien  verfolgt  der die Wettbewerber?  Welche  Lösungen  und  Konzepte  haben  die  Wettbewerber  bereits  veröffentlicht?  Gibt  es  Konkurrenzlösungen,  die  nicht  von  direkten  Wettbewerbern stammen?  ...      Technik    Welche  technische  Basis  hat  den  größten  Nutzen  (u.  a.  Entscheidung  Native‐  vs.  Hybrid‐ vs. Web‐App)?  Wie  können  effiziente  Realisierungsstrategien  für  das  Produkt  aussehen  (u.  a.  Entscheidung  über  Entwicklungsplattform)?   Woher  kommen  die  Daten  für  die  Anwendung  und  sind  ggf.  Schnittstellen  in  andere  interne  oder  externe  Systeme notwendig?  ...  Tabelle  1:  Beispielhafte  Fragen  für  ausgewählte Themenfelder.    Zentrale  Fragen,  zum  Beispiel  die  nach  den  Funktionen  der  Applikation  und  die  nach  der  technischen  Plattform  für  die  Lösung,  bedürfen  fundierten  Überlegungen  und  Analysen,  die  insbesondere  die  Außenperspektive  einschließen  sollte.  Als  Entscheidungshilfe  für  solche  Fragestellungen  können  –  einfache  Zielgruppenabschätzungen 

dienen (z. B. Marktrends und ‐statistiken) oder  –  was  die  inhaltlichen  Aspekte  betrifft  –  Analysen  bestehender  Lösungen  am  Markt  durchgeführt werden.     Analysen  müssen  nicht  zwangsläufig  aufwendig  sein,  zuweilen  reichen  auch  einfache  Datenerhebungen  aus  –  beispielsweise  in  Form  von  empirischen  Umfragen  –,  um  ein  valides  Gefühl  für  die  Bedürfnisse  einer  spezifischen  Zielgruppe  zu  erhalten.  Solche  Analysen  können  als  richtungweisende  Entscheidungshilfen  verstanden  werden  und  unterstützen  bei  der  Einschätzung  von  Zielgruppen.  Nicht  selten  fördern  solche  Analyseinstrumente  unerwartete  Ergebnisse  zu  Tage,  die  eine  unvermittelte  Perspektive  auf  die  realen  Bedürfnisse  einer  Zielgruppe  bieten.  Probanden  für  solche  Umfragen  können  aus  dem  eigenen  Kundenstamm  kommen  oder  durch Einbindung von Interessenten rekrutiert  werden. Die Qualität der Ergebnisse ist i. d. R.  sehr hoch, da die angesprochenen Probanden  ein  gewisses  Eigeninteresse  an  den  Inhalten  besitzen.     In  diesem  Sinne  wurde  beispielsweise  im  Dezember  2010  eine  Umfrage  unter  Nutzern  (Firmenkunden,  n=1870)  einer  bestehenden  Portal‐Lösung 1   durchgeführt,  die  um  eine  mobile  Applikation  erweitert  werden  sollte.  Die  Nutzer  wurden  über  einen  Newsletter  gebeten  online  drei  Fragen  zu  diesem  Thema  zu  beantworten.  Von  Interesse  war  vor  allem  die  Beurteilung  für  die  täglichen  Arbeitsprozesse  sowie  funktionale  und  technische  Anforderungen  von  Seiten  der  Kunden. Des Weiteren wurde den Nutzern die  Möglichkeit  gegeben,  ihre  Meinung  und  zusätzliche  Anmerkungen  zum  Thema  zu  kommunizieren.    Insgesamt  nahmen  353  Probanden  an  der  Umfrage  teil.  Ohne  ausführlich  auf  die  einzelnen  Ergebnisse  eingehen  zu  wollen, 

                                                       
1 TEDIS, die Prüfungsmanagement Software der TÜV Rheinland  Kraftfahrt GmbH für Fahrschulen  

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sollen  nachfolgend  einige  wichtige  Erkenntnisse  beispielhaft  vorgestellt  werden.  So  konnte  mit  der  Befragung  der  allgemeine  Trend  zu  mobilen  Lösungen  auch  für  diese  Zielgruppe  belegt  werden,  da  mehr  als  95%  der  Probanden  an  der  Umsetzung  einer  solchen  Lösung  interessiert  sind  und  darin  einen großen Nutzen sehen. 

Abbildung 2: Ergebnis der Befragung ‐ Smartphone‐Verteilung nach Herstellern. 

  Die  Antworten  in  Bezug  auf  die  Smartphone‐ Verwendung  zeigten  indessen  kein  eindeutiges  Bild.  Auch  ist  der  übliche  Verteilungsgrad,  der  sich  etwa  in  Studien  von  Gartner 1   widerspiegelt  nicht  vorhanden.  Stattdessen finden wir eine überproportionale  Nutzung von Apple‐ und HTC‐Smartphones im  Vergleich  zu  anderen  Herstellern.  Außerdem  konnte  den  Kommentaren  entnommen  werden,  dass    der  Wunsch  besteht,  für  die  Zukunft,  eine  plattformunabhängige  Lösung  bereitgestellt zu bekommen.  Auf Basis dieser Resultate lassen sich Schlüsse  für  das  eigene  Handeln  ableiten  und  Entscheidungen im Hinblick auf die Frage nach  Funktion  und  Technik  der  angestrebten  Lösungen vorbereiten.     Die  Heterogenität  der  vorhandenen  Smartphone‐Techniken  und  ‐Betriebssysteme  stellt  für  Unternehmen  immer  ‐  und  das  gilt  nicht  nur  für  dieses  Beispiel  ‐  ein  großes  Problem  dar.  Solange  kein  Zugriff  auf  interne  Gerättechnik  erforderlich  ist,  wie  beispielsweise  Kamera  und  GPS,  oder  eine  Offline‐Funktionalität  gegeben  sein  muss,  bietet sich eher eine spezielle Mobile‐     

  Websites  an.  Dies  mag  ‐  in  den  Augen  mancher  Entscheider  ‐  nicht  unbedingt  innovativ  und  modern  sein,  hilft  aber  die  Zielgruppenwünsche zu berücksichtigen.   Natürlich  mag  es  auch  strategische  Gründe  geben,  die  Entscheidung  in  eine  bestimmte  Richtung  lenken,  aber  auch  hier  bildet  eine  valide  Analyse  und  strukturierte  Konzeption  die Basis für den nachhaltigen Erfolg. 
  Autor:  Dr.  André  Hollstein  ist  CIO  des  Geschäftsbereichs Mobilität bei TÜV Rheinland und  beschäftigt  sich  aus  dieser  Funktion  heraus  u.  a.  mit  der  Entwicklung  mobiler  Lösungen  für  interne  und  externe  Einsatzzwecke.  Davor  war  er  viele  Jahre als Managementberater im IT‐Umfeld tätig.  

                                                       
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 Gartner Press Release:  http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1466313

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Ab ins Web! – Warum Prozess‐lastige Applikationen besser  in einer Web‐App abgebildet werden sollten 
Von Matthias Thürling
Durch  die  Einführung  des  UMTS‐Nachfolgers  LTE  ist  zukünftig  auch  in  den  ländlichsten  Gebieten  die  Nutzung  des  mobilen  Internets  mit einem schnellen Datenaustausch möglich.  Die Frage, die sich dabei stellt: Wenn ich durch  LTE  von  überall  aus  Online  gehen  kann,  brauche  ich  dann  überhaupt  noch  spezielle  Applikationen  für  unternehmensinterne  Anwendungen?    Durch  die  technologischen  Entwicklungen  der  letzten  Jahrzehnte  haben  sich  die  Anwendungs‐Szenarien  aufgrund  der  Geräte  massiv  verändert,  die  Voraussetzungen  und  Ziele  aber  sind  gleich  geblieben.  Vor  wenigen  Jahren  galt  es,  Prozesse  im  Internet  abzubilden  und  so  beispielsweise  das  Fax  abzulösen.  Mit  Smartphones  können  wir  aber  heute  endlich  Prozesse  genau  da  bearbeiten,  wo sie gebraucht werden: Direkt beim Kunden  vor  Ort  und  an  der  Stelle,  an  der  die  Arbeit  passiert.  Sei  es  bei  einem  Handwerker  während  einer  Reparatur  oder  bei  einem  Vertriebs‐Mitarbeiter,  der  Musterexemplare  für  den  neuen  Kunden  anfordern  möchte.  Auch  wenn  sich  die  Geräte  ändern,  allen  ist  eins  gemein:  Am  Ende  steht  irgendwo  eine  Datenbank, in der diese Informationen weiter  bearbeitet werden müssen.    Praxis: Eine native Applikation für das iPhone    Für  ein  Unternehmen  aus  der  Immobilienwirtschaft  musste  eine  App  entwickelt  werden,  die  einen  im  Grunde  einfachen  Prozess  zur  Verwaltung  von  Aufträgen  abbilden  sollte.  Dabei  waren  aber  jede Menge Abhängigkeiten zu Auftraggebern,  Auftragsinhalten  und  Auftragsempfängern  zu  berücksichtigen sowie die Live‐Anbindung und  Echtzeit‐Übertragung  des  Auftragsstatus  an  die  Auftragsdatenbank.  Gleichzeitig  sollte  die  App  auch  funktionieren,  wenn  man  keinen  Datenempfang hat.    Gelöst wurde diese Aufgabe mit einer nativen  iPhone‐Applikation. Der Grund für eine native  Entwicklung  ist  die  gewünschte  Offline‐ Fähigkeit.  Wenn  man  bedenkt,  dass  in  Prozessen  oft  Daten  aus  weit  entfernten  Datenbanken  verarbeitet  werden  müssen,  stellen  sich  Fragen  wie  die  spätere  Synchronisierung  oder  die  Gültigkeit  von  Daten.  Zusammen  mit  einer  integrierten  SQLite‐Datenbank ist der Einsatz einer nativen  Applikation daher hier die optimale Lösung.     Unhandliche Daten, lange Rechenzeiten    Sobald  man  allerdings  von  Standard‐Layout‐ Elementen der iPhone‐Entwicklungsumgebung  abweicht,  muss  man  viele  Interaktionselemente  neu  entwickeln  und  nachbauen. Ein simpler Button, der statt grau  nun rot sein soll, bedeutet Handarbeit für den  Entwickler.  Damit  kommen  neue  Fehlerquellen  und  Abhängigkeiten  hinzu,  die  bei der Planung berücksichtig werden müssen.  Der  wichtigste  Punkt  allerdings,  gerade  auch  mit  Blick  auf  die  Performance,  sind  aber  die  Daten.  Bei  der  Entwicklung  der  App  für  das  Immobilien‐Unternehmen  lagen  nicht  nur  viele  Datenbank‐Einträge  vor,  sondern  diese  auch  noch  im  XML‐Format.  Jede  einzelne  Information musste daher erst abgerufen und  auseinander  genommen  werden,  bis  die  Essenz der Informationen aus der Schnittstelle  darstellbar  war.  Die  Folge:  Während  dieses  Prozesses  war  viel  Rechenpower  vom  Smartphone notwendig und die App nur noch  schwer bis kaum bedienbar.    Auch  wenn  schon  nach  kurzer  Zeit  das  Grundgerüst  der  Applikation  feststand,  war  schnell  klar,  dass  die  Bedienung  und  Praxis‐ Tauglichkeit  der  App  optimiert  werden  muss.  Denn  während  das  iPhone  gerade  die  Daten  zur  Verarbeitung  aufbereitet,  konnte  der 

 

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Nutzer  doppelte  Datenabfragen  starten  und  so  eine  ganze  Datenbank  lahm  legen.  Die  einzige  Lösung:  An  vielen  Stellen  wurden  Abdecker  eingebaut,  die  die  Bedienelemente  des  aktuellen  Screens  sperren.  So  können  zwar  keine  Fehler  mehr  auftreten,  allerdings  auf Kosten der Nutzerfreundlichkeit.    Prozesse gehören ins Web!    Hätten  wir  doch  gleich  auf  eine  Web‐ Applikation  gesetzt!  So  lassen  sich  beispielsweise  in  einer  Web‐Applikation  Zwischenebenen  auf  dem  Server  einbauen,  die  die  gesamte  Logik  der  Datenverarbeitung  übernimmt.  Dadurch  werden  schon  auf  dem  Webserver  die  Daten  von  der  Datenbank  gleichzeitig abgerufen und, entsprechend dem  Endgerät,  passend  aufbereitet.  Dies  spart  nicht  nur  Rechenzeit  auf  dem  mobilen  Gerät  sondern auch die Auslieferung der Ergebnisse  erfolgt  schneller.  Mit  HTML5  und  modernen  Frameworks  ist  schließlich  eine  Darstellung  möglich,  die  weit  über  die  begrenzten  Möglichkeiten  der  vorgegebenen  nativen  iPhone‐Elemente  hinaus  geht.  Letztendlich  wäre  das  die  richtige  Vorgehensweise  für  diese Aufgabenstellung gewesen.     Einen  Tod  hätten  wir  aber  sterben  müssen:  Eine  Web‐Applikation  ist  bei  diesem  Daten‐ Aufkommen  nicht  mehr  offlinefähig.  Aber  dank LTE und dem weiteren Ausbau der Netze  spielt  hier  zum  Glück  die  Zeit  für  uns  und  künftige  Anwendungen  werden  so  leistungsfähig  als  Web‐Applikation  realisiert  werden können.   
Autor:  Matthias  Thürling  ist  Projektmanager  PMP®und  Social  Media  Consultant  beim  Internet‐ Dienstleister  und  Spezialisten  für  Online‐Portale  New  Identity  AG  in  Mainz.  Das  inhabergeführte  Unternehmen  arbeitet  mit  71  Spezialisten  in  drei  interdisziplinär  aufgestellten  Bereichen,  die  Consulting,  User  Experience,  Systeme  und  Projektmanagement  vereinen.  Mit  einem  Umsatz  von  5,5  Mio.  Euro  in  2009  und  dem  Platz  30  im  Internetagentur‐Ranking  2010  gehört  das  Unternehmen  zur  Spitze  der  deutschen  Interaktivbranche. 

   

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Museum‐Apps und mobile Museums‐Websites 
Von Michael Müller
In  einer  Online‐Umfrage  haben  wir  unsere  Follower  und  Freunde  um  ihre  Einschätzung  gebeten, ob die Zukunft des Mobile Web den  Apps oder den mobilen Websites gehört. Von  den  112  Teilnehmern  prognostizierten  nur  15%  eine  Dominanz  der  Apps,  41%  hielten  Apps  für  ein  Übergangsphänomen,  das  browsergestützten Lösung weichen wird, 44%  glauben  an  eine  friedliche  Koexistenz  der  beiden Ansätze. 

 

  Dieses  Stimmungsbild  steht  in  deutlichem  Kontrast  zur  aktuellen  Situation  bei  Museen  und  Kultureinrichtungen.  Hier  dominieren  eindeutig die Apps. Bei iTunes werden zurzeit  etwas mehr als 100 Apps angeboten, in denen  Museen  Informationen  für  das  iPhone  aufbereiten – Tendenz stark steigend. 1      Manche Museums‐Apps wollen vor allem Lust  auf  den  Besuch  der  Sammlung  machen.  So  bietet  die  iPhone‐App  zum  Roof  Garden  des  San  Francisco  Museum  of  Modern  Art  neben  Audio‐Slideshows  zu  elf  Werken  aus  der  Sammlung  Video‐Interviews  und  einen  Zeitraffer‐Film zu den Bauarbeiten.  

  Das  andere  Extrem  markiert  die  iPhone‐App  des  Museum  of  Modern  Art  (MoMA)  in  New  York,  über  die  man  Basisdaten  zu  32.000  Werken  abrufen  und  Audiotouren  für  unterschiedliche  Zielgruppen  anhören  kann. 2   Inzwischen  ist  auch  eine  Infrastruktur  entstanden,  die  das  Erstellen  von  Smartphone‐Apps  für  Museen  erleichtert.  Audioguide‐Produzenten  wie  Linon  Media 3   oder  Antenna  Audio 4   produzieren  auch 

                                                       
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 Eine Besprechung zu dieser App unter: http://blog.culture‐to‐ go.com/2010/08/19/moma‐geht‐mit‐seiner‐iphone‐app/
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 Vgl. die aktuelle iPhone‐App zur James‐Cook‐Ausstellung:  http://itunes.apple.com/de/app/james‐cook‐und‐die‐ entdeckung/id396108989?mt=8.   Beispielsweise mit der App zu einer Quilts‐Ausstellung im  Victoria & Albert Museum:  http://itunes.apple.com/de/app/id364196267?mt=8. 
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 Vgl. die Übersicht von Dorian Ines Gütt:  http://www.museums‐app.de/index.html. 

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
iPhone‐Apps,  Toura  (New  York  und  London)  und Pausanio (Köln) bieten mehr oder weniger  generische Lösungen an.  Wie  erklärt  sich  dieses  Ungleichgewicht  zwischen  Museums‐Apps  und  mobilen  Museumsseiten?    Ein  erster  Unterschied  liegt  in  der  Motivation  der Verantwortlichen. Eine eigene iPhone App  gilt  als  prestigeträchtig,  mit  ihr  profiliert  sich  ein  Museum  als  modern  und  partizipiert  am  Schick‐Faktor,  der  Apple‐Produkten  anhaftet.  Die  Aufgabe,  der  zunehmenden  Zahl  von  mobilen  Nutzern  eine  geeignete  Internetpräsenz zu bieten, wird hingegen nach  unserer  Erfahrung  noch  nicht  als  dringlich  wahrgenommen.     Wenn  ein  Museum  diese  Aufgabe  doch  angehen  will,  stößt  es  schnell  auf  ein  wirtschaftliches  Problem:  Museums‐Websites  sind  oft  sehr  umfangreich  und  komplex,  mit  multimedialen  Bestandteilen  und  Datenbankanbindungen. Die Lösung der Wahl  wäre  hier  die  Inanspruchnahme  eines  spezialisierten  Providers,  der  die  Inhalte  für  jedes  Endgerät  passend  umwandelt,  was  allerdings jährlich Kosten in vierstelliger Höhe  verursacht.     Hinzu  kommt  ein  konzeptionelles  Problem:  Für den Aspekt „mobil“ fühlen sich oft Akteure  zuständig,  die  bisher  für  mobile  Führungssysteme  (Audio‐  und  Multimedia‐ Guides) verantwortlich waren. Deshalb geht es  bei den bislang unternommenen Projekten oft  nicht  darum,  das  mobile  Äquivalent  einer  Museumswebsite  zu  schaffen,  sondern  auch  oder vornehmlich um eine Alternative für den  Audio‐ oder Multimedia‐Guide. Die technische  Umformatierung  der  Inhalte  (Transcodierung)  kann das natürlich nicht leisten.    Und  schließlich  stellt  sich  die  Frage,  wie  viele  Interessenten  eine  mobile  Website  erreicht,  denn  ausländische  Besucher  können  sie  wegen  der  hohen  Roaming‐Gebühren  praktisch nicht nutzen.    Gehört  somit  die  Zukunft  den  Museums‐ Apps?     Ich  halte  diese  Schlussfolgerung  für  voreilig.  Die  Herstellung  von  Smartphone‐Apps  bleibt 

Das  Angebot  an  Museums‐Apps  wächst  kontinuierlich,  für  die  größeren  Häuser  gehören sie fast schon zum Pflichtprogramm.    Mobile  Museums‐Websites  muss  man  dagegen immer noch mit der Lupe suchen. Als  Stichprobe  haben  wir  die  Websites  von  91  deutschen  Museen 5   mit  dem  Browser  des  iPhones  aufgerufen.  Das  Ergebnis  war  ernüchternd.  Nur  das  Oberschlesische  Landesmuseum  in  Ratingen  bietet  mobilen  Internetnutzern  eine  für  Smartphones  optimierte Website. 6      International  ist  das  Angebot  an  mobilen  Museums‐Websites  ebenfalls  recht  begrenzt.  Der  Prado  in  Madrid  hat  für  Smartphone‐ Nutzer  eine  umfangreiche  und  sehr  komfortable  mobile  Website  geschaffen,  die  in  Funktion  und  Gestaltung  stark  an  eine  App  erinnert.  Weitere  Beispiele,  vorwiegend  aus  den  USA,  haben  wir  in  einer  Liste  auf  Culture  to go Blog zusammengestellt.   

 

                                                       
 Als Basis diente die von Roland Wagner erstellte Liste der bei  Twitter vertretenen Museen (Januar 2011) auf visitatio.de. Das  Spektrum reicht von international erstklassigen Museen wie  den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bis zu kleinen  Privatmuseen wie dem Flippermuseum in Neuwied.   Ein Sonderfall ist das Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr.  Ruft man die Museumsseite mobil auf, landet man auf der  Startseite des Mobilportals der Stadt. Gut versteckt (Tourismus  > Textlink: Museumsmeile) findet sich eine Liste der Museen  der Stadt, die zu einer Seite über das Museum führt. 
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zeitaufwendig  und  kostspielig.  Heute  stehen  fast  nur  Museums‐Apps  für  das  iPhone  zur  Verfügung.  Man  wird  aber  bald  nicht  mehr  umhin  kommt,  zumindest  auch  eine  Version  für  Android‐Smartphones  anzubieten.  Jedes  weitere  Betriebssystem,  das  nennenswerte  Marktanteile  erobert,  verteuert  und  verkompliziert  die  App‐Entwicklung.  Bei  sehr  umfangreichen  Apps  (siehe  MoMA)  und  immer  dann,  wenn  dynamische  Inhalte  (Veranstaltungen,  Ausstellungen)  einbezogen  werden,  ist  eine  Internetverbindung  unumgänglich,  mit  den  entsprechenden  Einschränkungen,  v.a.  für  ausländische  Besucher.    Andererseits wird zurzeit intensiv an Lösungen  für mobile Museumswebsites gearbeitet. Eine  Gruppe  von  Museumsleuten  um  Nancy  Proctor  von  der  Smithsonian  Institution  in  Washington, Ted Forbes 7  vom Dallas Museum  of  Art  und  Rob  Stein 8   vom  Indianapolis  Museum  of  Art  entwickeln  zurzeit  (Open‐ Source‐)Lösungen,  mit  denen  Museen  das  mobile  Web  effizient  nutzen  können.  Ein  Ansatz,  den  das  Brooklyn  Museum  bereits  umgesetzt hat 9 , sieht vor, primär eine mobile  Website  zu  entwickeln,  aus  der  eine  Smartphone‐App  generiert  wird.  Inhalte  und  Struktur  werden  also  plattformübergreifend  verwendet.  Das  MoMA  in  New  York  und  das  Dallas  Art  Museum  haben  ihre  Häuser  flächendeckend  mit  WLAN  ausgestattet,  sodass die mobilen Angebote unabhängig von  einer Datenflatrate genutzt werden können.    Denkbar  ist  auch,  dass  sich  der  Trend  zur  Hybridisierung  (Multimedia‐App  als  Website  und  mobile  Website  als  Ersatz‐Multimedia‐ Guide)  als  Sackgasse  erweist.  Einiges  spricht  dafür,  Apps  primär  für  die  Distribution 

statischen  Multimedia‐Contents  (als  Guide)  und  die  mobile  Website  für  dynamischen  Content einzusetzen. 

Erstaunlicherweise  werden  bislang  auch  die  einfachen  und  unaufwendigen  Lösungen  im  Museumsbereich  nicht  genutzt.  Eine  mobile  Landing  Page,  auf  die  Smartphone‐Nutzer  über  eine  Browserweiche  umgeleitet  werden,  sollte  angesichts  des  minimalen  Aufwands  eigentlich heute schon Standard sein. Und ein  WordPress‐Blog  lässt  sich  über  ein  einfaches  Plugin  (z.B.  WPTouch  Pro)  mit  sehr  geringem  Aufwand in eine mobile Website verwandeln.    Ob Museen sich in nennenswertem Umfang in  Bereich des Mobile Web engagieren, wird vor  allem  davon  abhängen,  wie  sehr  die  Untauglichkeit  normaler  Websites  für  mobile  Browser als Problem empfunden wird. Bei den  Zuwachsraten,  die  bei  der  Nutzung  des  mobilen Internets derzeit zu beobachten sind,  bestehen  gute  Aussichten  für  einen  Bewusstseinswandel.  Die  Erfahrungen,  die  Museen  bis  dahin  mit  Smartphone‐Apps  gemacht  haben,  werden  dann  sicherlich  hilfreich sein.    
Autor:  Der  Kunsthistoriker  Michael  Müller  leitet  zusammen mit Jörn Brunotte die Agentur Culture to  go.  Das  Berliner  Unternehmen  hat  sich  auf  die  Unterstützung  von  Museen  und  Kultureinrichtungen  beim  Einsatz  digitaler  Medien  spezialisiert.  Schwerpunkte  sind  mobile  Medien,  Social‐Media‐Beratung und digital Publishing.  

 

                                                       
7

 In einem Video erläutert Forbes das Mobil‐Projekt des DMA:  http://wiki.museummobile.info/museums‐to‐ go/projects/dallas‐museum‐of‐art. 
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 Vgl. Steins Artikel zum Open‐Source‐Projekt TAP:  http://www.imamuseum.org/blog/2010/04/05/5‐reasons‐why‐ tap‐should‐be‐your‐museums‐next‐mobile‐platform/. 
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 Vgl. die mobile Website und die iPhone‐App des Brooklyn  Museum. 

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 mobile zeitgeistSPECIAL 
Native App oder Web‐App im Bankensektor? Beides! 
Von Joerg Schwitalla
Zehn  Millionen  Menschen  haben  laut  Hightech‐Verband  BITKOM 1   bereits  Applikationen  auf  ihrem  Smartphone  installiert.  Mit  der  zunehmenden  Verbreitung  von  Smartphones  und  günstiger  Internet‐ Flatrates  für  mobile  Endgeräte  steigt  gleichzeitig das Bedürfnis, unabhängig von Ort  und  Zeit  auch  die  persönlichen  Finanzen  im  Blick  zu  haben.  Darüber  hinaus  wird  das  mobile  Internet  zunehmend  ein  wichtiger  Kommunikations‐  und  Absatzkanal  und  damit  ein wertvolles Medium für Kreditinstitute, die  ihre  Kundengruppen  direkt  in  diesem  Umfeld  ansprechen wollen.     Im  Zeitalter  von  Mobilität,  Flexibilität  und  Individualität  erwarten  die  Kunden  von  ihren  Kreditinstituten  ein  ausgeprägtes  Leistungs‐  und  Beratungsangebot,  das  ihren  modernen  Bedürfnissen  und  Lebensstil  gerecht  wird.  Zudem ist der heutige Bankkunde im Umgang  mit  Finanzprodukten  selbstständiger  und  kritischer. Er fordert von seinem Kreditinstitut  ein  entsprechendes  Serviceangebot.  Neben  der klassischen Bankfiliale sind für die Kunden  weitere  mediale  Zugangswege,  wie  beispielsweise  Online‐Banking  von  enormer  Wichtigkeit.  Das  mobile  Internet  entwickelt  sich dabei als neuer, innovativer Baustein.     Mobile  Banking‐Applikationen  mit  neuen  Kommunikationswegen  bieten  Kreditinstituten  viel  versprechende  Chancen,  mit  ihren  Kunden  verstärkt  in  den  Dialog  zu  treten.  Die  Nutzung  von  Mobile‐Banking  entwickelt  sich  rasant.  Schließlich  möchten  viele Bankkunden ihre Finanzen permanent im  Überblick  haben:  Laut  einer  aktuellen  Studie  des Markt‐ und Sozialforschungsinstituts IFAK 2   aktualisieren  rund  64  Prozent  der  Nutzer  von  Finanz‐Apps  täglich  ihren  Kontostand  und  kontrollieren  Zahlungseingänge  und  ‐ ausgänge.  Mit  der  Verbreitung  und  Weiterentwicklung  von  Smartphones  einerseits  und  neuer  Sicherheitsmedien  für  die  Zahlungsautorisierung  andererseits  werden  damit  zukünftig  auch  die  Transaktionen  über  mobile  Endgeräte  ansteigen.     Erfolgte  die  Kundenansprache  in  den  vergangenen Jahren zumeist „klassisch“ durch  den  Berater  der  Bankfiliale,  bestehen  mittels  Finanzapplikationen  Ansprachemöglichkeiten  über das Smartphone: Banken und Sparkassen  bieten  sich  damit  effiziente  Möglichkeiten,  eine  breite  Zielgruppe  persönlich  und  direkt  anzusprechen. Umso wichtiger für Institute ist  es  daher,  dass  die  Kundenansprache  den  mobilen  Nutzungsgewohnheiten  der  Kunden  angeglichen  wird,  um  von  ihnen  wahrgenommen  zu  werden.  Ob  mit  einer  nativen  App  oder  einer  angepassten  mobilen  Website,  hängt  daher  auch  im  Bereich  Finanzen  von  diversen  Einflussfaktoren  wie  z.  B. den Zielgruppenbedürfnissen ab.     Eine  hervorragende  Usability  und  sehr  gute  User  Experience  sind  dabei  die  Schlüssel  zum  Erfolg  einer  Finanzapplikation.  So  geht  es  bei  Mobile‐Banking‐Apps  nicht  darum,  jede  erdenkliche  Funktion  des  Smartphones  zu  realisieren,  sondern  einen  ausgewählten  und  dafür  gut  durchdachten  Funktionsumfang  anzubieten,  der  dem  Mobile‐Banking‐Kunden  einen mobilen Mehrwert bietet. Der User soll  dabei mit wenigen Klicks in kürzester Zeit zum  Ziel zu  gelangen, ohne dabei die Orientierung  zu  verlieren  oder  auf  adäquates  Design  verzichten zu müssen.     Die  innovativen  Technologien  der  nativen  Apps  überzeugen  insbesondere  beim  Thema  Sicherheit, das für Mobile‐Banking‐Nutzer eine  zentrale  Bedeutung  einnimmt.  Einerseits  müssen  die  Daten  schnell  verfügbar  sein, 

 

                                                       
 Quelle: http://www.bitkom.org/de/presse/8477_65314.aspx  (11.01.2011)   Quelle: http://www.starfinanz.de/index.php?id=3118  (11.01.2011) 
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andererseits  erwartet  der  Kunde  einen  höchstmöglichen  Sicherheitsstandard,  der  die  sensiblen  Daten  vor  dem  unerlaubten  Zugriff  durch  Dritte  schützt.  So  sollte  den  hohen  Sicherheitsansprüchen der User beispielsweise  Rechnung  getragen  werden,  indem  alle  Kundendaten  in  der  Hoheit  des  Nutzers  bzw.  seines  Kreditinstituts  bleiben  und  zudem  offline für den Kunden verfügbar sind. Dies ist  ein  zentraler  Vorteil  gegenüber  einer  für  Smartphones  optimierten  Webanwendung,  deren  Funktionalitäten  grundsätzlich  nur  bei  einer aktiven Online‐Verbindung nutzbar sind.     Mit  Blick  auf  das  visuelle  Erscheinungsbild  punkten die nativen Apps durch eine klare und  einfache  Benutzeroberfläche,  die  an  das  Standard‐Bedienkonzept  des  Smartphone  Betriebssystem  angelehnt  ist.  Übersichtliche  Strukturen  in  der  Bedienungsmaske  und  optional  integrierte  Funktionen  leiten  den  Nutzer  intuitiv  durch  die  Anwendung.  Gleichzeitig  unterstützen  die  nativen  Technologien,  dass  die  Apps  den  Anforderungen  des  kleinen  Smartphone‐ Bildschirms maximal gerecht werden.     Weiteren  Vorteil  bietet  der  zentrale  Vertrieb  und  Vermarktung  nativer  Finanzapplikationen  über  einen  App  Store.  Gleichzeitig  sind  die  Apps nach dem Kauf über einen App Store und  der  anschließenden  Installation  gut  sichtbar  auf  dem  Bildschirm  des  Smartphones  positioniert  und  für  den  Anwender  stets  präsent.  Mit  einem  Klick  kann  der  Mobile‐ Banking‐Nutzer  damit  schnell  und  unkompliziert  einen  Blick  auf  seine  Finanzen  werfen.  Für  Anbieter  einer  starken  Marke  besteht  ebenso  die  Möglichkeit,  mit  seinem  Produkt  trotz  großer  App‐Vielfalt  zu  überzeugen.  Kategorien  wie  z.  B.  „Finanzen“  bieten  im  App  Store  Kunden  eine  passende 

Orientierungshilfe  und  helfen,  diejenige  Anwendung  zu  finden,  die  am  besten  zu  den  Anforderungen des Kunden passt.     Dank der Integration intelligenter Werbe‐ und  Vertriebskanäle können Kreditinstitute zudem  ihre  Kunden  über  die  Applikationen  direkt  ansprechen.  So  erhalten  Nutzer  über  den  Werbekanal innerhalb der App speziell für die  mobile  Endgeräteplattform  aufbereitete  Produktinformationen  der  Bank  oder  Sparkasse.  Diese  werden  beispielsweise  um  Rechenmodule  und  Videos  oder  der  direkten  Überleitung zum Kundenberater ergänzt.     Um  darüber  hinaus  Nutzer  auf  weiteren  Handy‐  und  Smartphone‐Plattformen  anzusprechen,  setzt  z.  B.  die  Sparkassen‐ Finanzgruppe  auf  browserbasierte  Mobile‐ Banking‐Technologien,  welche  die  nativen  Applikationen  ergänzen.  So  wird  den  unterschiedlichen  kundenspezifischen  Bedürfnissen Rechnung getragen.     Web‐App  oder  native  App?  Idealerweise  ergänzen  sich  beide  Technologien  in  einer  Lösung.  Mit  einer  guten  Usability  und  durchdachten  Funktionen  bietet  die  native  Finanz‐App  ergänzt  um  browserbasierte  Elemente  Mobile‐Banking‐Nutzern  somit  einen  deutlichen  Mehrwert.  Strategisch  eingesetzt  kann  sie  für  Kreditinstitute  zum  Zugpferd  in  der    Ansprache  neuer  und  bestehender  Kundensegmente  werden.  Die  Chance,  mit  einer  „Bankfiliale  im  Taschenformat“  zum  ständigen  Begleiter  zu  werden,  sollte  daher  für  Banken,  Sparkassen  und  Finanzdienstleister  nicht  ungenutzt  bleiben.    
Autor:  Joerg  Schwitalla,  Leiter  Unternehmenskommunikation Star Finanz GmbH. 

     

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  1. Sponsoring der mobile zeitgeist SPECIALS    1.1. Übersetzung eines oder mehrerer mobile zeitgeist SPECIALS    Überwiegend  werden  die  Fachartikel  in  den  SPECIALS  in  deutscher  Sprache  verfasst.  Sponsoren  haben die Möglichkeit, eines oder mehrere SPECIALS ins Englische übersetzen zu lassen und in dem  jeweiligen englischsprachigen Heft exklusiv als Sponsor zu erscheinen. Dies reicht von Kennzeichnung  jeder  einzelnen  Seite  mit  “sponsored  by…”  bis  hin  zu  exklusiven  Anzeigen  in  dieser  Ausgabe.  Die  Abwicklung  übernimmt  mobile  zeitgeist,  ebenso  wie  das  erneute  Layouten.  Darüber  hinaus  distribuiert  mobile  zeitgeist  das  pdf  über  seine  bestehenden  Kanäle  (RSS  Feed,  Email‐Newsletter,  Twitter,  ISSUU  und  persönliche  Kontakte).  Weitere  Optionen,  wie  zum  Beispiel  exklusive  Printausgaben, können individuell abgestimmt werden.    1.2. Sponsorship für den deutschsprachigen Jahresband 2009 der mobile zeitgeist SPECIALS    Diese  sollen  in  einer  deutschsprachigen  Gesamtausgabe  zusammen  gefasst  werden.  Insgesamt  wurden diese SPECIALS von 20.000 Leserinnen und Lesern gelesen. In Abstimmung mit dem Sponsor  sind weitere Beiträge denkbar, aber auch Artikel aus anderen Medien oder individuelle Ergänzungen  des Sponsors. Der Jahresband kann mit “sponsored by…” und/oder exklusiven Anzeigen des Sponsors  ergänzt  werden.  Ebenfalls  möglich  ist  eine  exklusive  Print‐Ausgabe,  sowohl  klassisch  als  auch  im  Print‐On‐Demand‐Verfahren.    1.3. Sponsorship für den englischsprachigen Jahresband     Selbstverständlich  ist  es  möglich,  sowohl  die  Übersetzung  der  vier  Ausgaben  der  mobile  zeitgeist  SPECIALS  aus  dem  Jahr  2009  und  die  Erstellung  des  englischsprachigen  Jahresbandes  2009  zu  sponsern. Die bereits unter 1. und 2. beschriebenen Vorgehensweisen finden selbstverständlich auch  hier ihre Anwendung.    1.4. Sponsorship für eines der kommenden mobile zeitgeist SPECIALS oder einer Sonderausgabe    Die  Übernahme  eines  der  zukünftigen  mobile  zeitgeist  SPECIALS  oder  die  Erstellung  einer  Sonderausgabe  ist  eine  weitere  Option.  Hierbei  kann  eines  der  bereits  geplanten  Themen  übernommen werden, aber auch die Festlegung eines anderen, individuell abzustimmenden Themas  ist möglich. Der Sponsor erhält exklusiv alle Werbeplätze und wird als Sponsor genannt.      2. Anzeigen     In den mobile zeitgeist SPECIALS können Anzeigen in unterschiedlichen Formaten geschaltet werden.  Die Anzeigepreisliste bitte per Mail anfordern. info@mobile‐zeitgeist.com 

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Ausgabe 1/11 – Januar 2011   

 

Ausblick auf kommende mobile zeitgeist SPECIALS 
  Ausgabe 2/11 – April 2011: Wie das Handy die Welt verändert 
Das siebte Massenmedium verursacht tief greifende Veränderungen.  Gesellschaft und Business:  mHealth: Wie sieht unser Gesundheitswesen der Zukunft aus?  mLearning: Was leistet das Handy bei uns und weltweit?  Always‐On und Netcitizen: Wie verändert das Handy unser Verhalten? 

Redaktionsschluss:      08. April 2011  Anzeigenschluss:     15. April 2011  Wer  als  Autor  dabei  sein  möchte,  schicke  bitte  eine  Email  an  heikescholz[at]mobile‐zeitgeist.com.  Themenvorschläge sind sehr willkommen. Redaktionsschluss ist der 7. Januar 2010.  Natürlich wird auch in dieser Ausgabe Raum für Anzeigenschaltungen sein. Wer sein Unternehmen in  der Nähe zu Marktexperten präsentieren möchte schreibe bitte eine Email an heikescholz[at]mobile‐ zeitgeist.com. Anzeigenschluss: 14. Januar 2010.

Ausgabe 3/11 – Juli 2011:   Mobile Commerce 
Der  Einfluss  der  Smartphones  auf  den  stationären und Online‐Handel ist riesig.  Marketing und Kaufprozesse:  Wie  nutzt  der  stationäre  Einzelhandel  die  Möglichkeiten,  die  Smartphones  bieten?  Sind  alle  Online‐Händler  jetzt  auch  mobil?  Location, Location, Location! Really? 

Ausgabe 4/11 – Oktober 2011:   Mobile Unternehmenskommunikation 
Mobile  Geräte  verändern  auch  die  Prozesse  zwischen Unternehmen.  Außendienst und Servicekräfte:  Wie  werden  Smartphones  heute  intelligent im B2B‐Umfeld eingesetzt?  Geschlossen  vs.  offen:  Sicherheit  vor  Flexibilität?  Tablets:  Revolution  der  Präsentationstechnik? 

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Redaktionsschluss:      08. Juli 2011  Anzeigenschluss:     15. Juli 2011   

Redaktionsschluss:      07. Oktober 2011  Anzeigenschluss:     14. Oktober 2011 

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