Eigentlich

© Christof Wahner 2011 Eigentlich sollte mal irgendjemand versuchen herauszufinden, ob man an einigen Formulierungen in diesem Text vielleicht irgendetwas korrigieren könnte. Das nur so als kleiner Vorschlag. Nee, geht ja gar nicht! "Formulierung" klingt viel zu hochgestochen. Das kapiert wieder keine Sau. Da halt ich doch mich lieber gleich an Goethe, der einmal zu seinem Sekretär gesagt haben soll: "Wer von mir etwas will, möge sich kurz und deutlich fassen. Weitschweifig und kompliziert bin ich selber genug." Ooops, jetzt geb ich mal wieder mächtig mit meiner Allgemeinbildung an. Das geht erst recht nicht! Und "korrigieren" klingt so nach Schule und Uni und Diktatur und überhaupt. Das geht schon mal noch weniger als gar nicht! Man könnte dafür vielleicht "verbessern" sagen. Weckt aber einerseits zu viel Hoffnung. Man will ja keine schlafenden Hunde wecken. Und dann sind wieder alle Leute enttäuscht. Dann gibt’s Tränen und Streit. Das übliche halt. Außerdem ist ja nicht nötig, sich dauernd so maßlos unter Druck zu setzen. Uralte Gesetzmäßigkeit: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." Wenn man statt "korrigieren" ganz neutral "machen" sagen würde, dann sollte man eigentlich mal versuchen herauszufinden, ob da vielleicht irgendjemand irgendwann mal irgendetwas machen könnte. Nur so als persönliche Idee unverbindlich in den Raum geworfen – ich meine: in den Raum gestellt. Aber leider ist das Verb "machen" schon "mächtig" vorbelastet durch die Assoziation mit den Wörtern Macher und Macht. Der Ausdruck "aktiv werden" ist wunderschön, obwohl er in diesem Kontext einen kleinen Tick zu pathetisch und aktivistisch wirkt. Klingt so nach Hausbesetzer-Barrikaden. Da wäre jetzt nur noch dieses dumme Wort "herausfinden". Wer sucht, der findet. Aber eben genau dahinter steckt halt wieder jede Menge Stress. Das klingt ja schon wie "recherchieren". Da kann man ja gleich sagen, dass es um "kriminalpolizeiliche Ermittelungen" geht. Nee, bloß kein unnötiger Stress! Sowas muss absolut lässig und locker vom Hocker gehen. Solche Unwörter wie "recherchieren" beflügeln außerdem die Phantasie, als ob eine objektive Wahrheit gibt. Pustekuchen! Die Wahrheit liegt immer nur in deiner Seele. Da muss man sich halt mal die Zeit nehmen, um da hinein zu spüren. Ja richtig, das ist das Wort, das ich suche: "in sich hinein spüren". Eigentlich – na ja, auf ein "eigentlich" folgt meistens ein "aber", deshalb lässt man's besser weg – also im Prinzip – nee, das geht gar nicht: klingt viel zu prinzipienreiterisch und militärisch – also ich meine grundsätzlich – schon wesentlich besser: das erinnert an die vielen schönen Grundsatzdiskussionen – also: Grundsätzlich dürfte sich mal irgendjemand dazu herablassen beiläufig in sich hineinzuspüren – aber natürlich ohne deshalb extra Stress zu veranstalten – also betont lässig zu erspüren, ob man da vielleicht irgendwie aktiv werden könnte, aber nur wenn es dafür nicht sowieso schon viel zu spät ist. Let it be! Das nur so mal eben als unverbindliche Idee. Sorry, ist einfach nur laut gedacht. Aber wenn sich dadurch wieder irgendjemand verletzt oder retraumatisiert fühlen sollte, dann lass dir gesagt sein: "Ey peace, du Kind des Lichts! Das lässt sich alles basisdemokratisch auf Augenhöhe ausdiskutieren." Man sollte – das klingt alles immer noch viel zu direktiv – will sagen: man könnte mal versuchen in sich hineinzuspüren, ob man da vielleicht irgendwie aktiv werden könnte. Das nur so als unmaßgeblicher Vorschlag, also eigentlich ganz unverbindlich. Wir können das gerne lässig-locker ausdiskutieren! Na ja, das mit dem "eigentlich" gilt eher für den Satzanfang. Gegen Ende kann man das mal bringen, um eine gewisse Spannung anzubieten, die für eine eventuelle Grundsatzdiskussion nützlich ist. Schön und gut, wenn da nicht dieses sexistische Wort "man" (M-A-N) wäre. Ey, das geht ja gar nicht! Wenn ich sowas bringe, krieg ich von sämtlichen Mädels wieder mal ordentlich eins auf die Mütze. Und noch dieses Gewaltwort "Vorschlag". Das geht echt nicht! Auch Vorschläge sind Schläge. Ach, inzwischen weiß ich nicht mehr so ganz genau, wie ich das ganze zusammen basteln soll.