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08.11.2005

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SÜSSWASSER

STECKBRIEF
Caridina japonica
AmanoGarnele Foto: Dr. J. Schmidt

Die

Garnelen des Meisters
und das Geheimnis ihrer Aufzucht
Text & Fotos: Michael Wolfinger
˘ Familie: Zwerggarnelen ˘ Gattung: Caridina ˘ Art: C. japonica

Den Anfang in der Garnelenhaltung machte wohl Takashi Amano, der in seinen Naturaquarien neben vielen anderen nützlichen Helfern zur Algenbekämpfung eine nach ihm benannte Garnelenart zum Einsatz brachte, die durch ihn mittlerweile Kultstatus genießt.

˘ Deutsche Namen: Algengarnele, Amano-Garnele, Yamatonuma-Garnele ˘ Herkunft: Japan, Fließgewässer ˘ Größe: Ausgewachsen bis zu 5 cm lang, Weibchen etwas massiger und kleiner als die Männchen.
Amano-Garnelen im Naturaquarium. Foto: T. Amano

Mooskukeln werden von Amano-Garnelen gerne nach Nahrung abgeweidet.

sern der östlichen Regionen Japans entdeckt. Bevorzugt leben die Garnelen dort in den Ober- und Mittelläufen der Flüsse. Vor einiger Zeit wurde sie auch in anderen Gewässern im östlichen Teil Japans entdeckt.

˘ Verhalten: Sehr friedlich, sowohl kleineren Fischen als auch Artgenossen gegenüber. Bei Vergesellschaftung mit zu großen Fischen eher zurückhaltend. Schwimmen oft munter durchs Wasser. ˘ Haltung: Ab 60 l Inhalt ist die erfolgreiche Pflege möglich. Das Aquarium sollte dicht bepflanzt sein. ˘ Wasser: pH-Wert um 6 bis 8, Härte 5 bis 25 °dGH, Temperatur 22 bis 29 °C ˘ Fütterung: Lebend- und Frostfutter wie Artemia oder Mückenlarven, handelsübliches Flockenfutter, SpirulinaTabletten, Gemüse wie Erbsen, Karotten und Salat. ˘ Vermehrung: Siehe Text ˘ Anmerkungen: Zucht schwierig, aber nicht unmöglich. Gute Aufzuchterfolge sind nur im Meerwasser bei 35 g Salz/1 l Wasser möglich.

Amano-Garnele ist nicht gleich Amano-Garnele
Häufig kommt es bei der Amano-Garnele zu Verwechslungen. In vielen Zoogeschäften werden so genannte Algengarnelen als Caridina japonica angeboten und viele Verbraucher glauben, es handele sich dabei um die Amano-Garnele. Doch ist die Algengarnele eine eigenständige Art, Caridina cantonensis, die häufig mit der „echten“ AmanoGarnele verwechselt wird, allerdings nicht so gut Algen frisst wie Caridina japonica.

ist ein guter und vielseitiger Algenverwerter. Leider hat sie aber auch die schlechte Angewohnheit, ihr feuchtes Milieu zu verlassen. Dieses Verhalten liegt an ihrer Veranlagung. AmanoGarnelen wandern ähnlich wie Krebse gerne über Land. Aus diesem Grund sollte das Aquarium gut abgedeckt sein. Selbst durch die Kabelführungen in der Aquarienabdeckung kommen sie ohne Probleme heraus, vor allem wenn sich hohe Pflanzen, welche aus dem Wasser reichen, oder Kabel im Aquarium befinden.

Algenvertilger
Die Amano-Garnelen sind wahrscheinlich die zurzeit besten natürlichen Algenvertilger in der Aquaristik. Bis auf Pinsel- und Schmieralgen halten sie das Aquarium von so mancher Algenplage frei. Voraussetzung ist natürlich, dass man sie nicht zu gut füttert, denn dann lassen sie jede Algenart links liegen und nehmen lieber das leckere Futter auf. Im Gegensatz zu manchen Behauptungen können Amano-Garnelen auch etwas gegen eine bereits bestehende Algenplage ausrichten. Eine

Haltung
In vielen Gesellschaftsaquarien wird die Amano-Garnele nebenbei zusammen mit Fischen gehalten. Viele Aquarianer halten diese Garnele aber nur wegen ihrer Leidenschaft für Algen. Sie

C. japonica ist wohl die beliebteste Garnelenart.

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Die Amano-Garnele, ist die wohl bekannteste Garnelenart. Es ist eine Süßwassergarnele, die sich – im Gegensatz zu anderen Arten – in fast jedem Aquarienwasser halten lässt und sich hervorragend dazu eignet, das Aquarium algenfrei zu halten. Seit Takashi Amano im Jahre 1983 zum ersten Mal die Amano-Garnele in seinen mittlerweile weltberühmten Naturaquarien vorstellte, sind viele Aquarianer von die-

sen winzigen Krebstieren begeistert. In diesem Bericht möchte ich in erster Linie über die Zucht dieser sehr nützlichen Garnele, die doch sehr schwierig und aufwendig ist, aber auch über die Haltung und Herkunft berichten.

Ein Gast aus Japan
Caridina japonica wurde von T. Amano in seiner Heimat Japan für die Aquaris-

tik entdeckt. Auf der Suche nach einer natürlichen Form der Algenbekämpfung hat T. Amano damals mit verschiedenen heimischen Süßwassergarnelen experimentiert. Er fand heraus, dass Caridina japonica aus der Region Yamato sich als die weitaus effizienteste Art erwies. Dort ist sie vor allem in den Flüssen, die alle in den Pazifischen Ozean münden, beheimatet. Vor kurzem wurde sie auch in anderen Gewäs-

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Die Algengarnele, C. cantonensis, wird oft mir der Amano-Garnele verwechselt.

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Exuvie einer frisch gehäuteten Amano-Garnele.

Geschlechtsunterschiede der Garnelen – oben Männchen,unten Weibchen.

von bis zu 28 °C sowie höhere pH-Werte bis 8,8 verträgt sie problemlos. Empfehlenswert ist eine Vergesellschaftung mit kleineren Fischen. Die Garnele ist gegenüber ihren Mitbewohnern friedlich, allerdings sollte man berücksichtigen, dass man bei der Vergesellschaftung mit Fischen ihre interessanten Verhaltensweisen nicht beobachten kann. Außerdem zeigt sie sich dann schreckhaft und lebt meist versteckt.

Die Nahrung
Amano-Garnelen, aber auch Garnelen im Allgemeinen, fressen zwar gerne Futterreste, jedoch keinen Mulm, wie manchmal behauptet wird. Sie durchsuchen diesen lediglich nach Fressbarem. Als Futter nehmen sie jegliches Fischfutter wie Tabletten und Frostfutter und auch pflanzliche Kost wie Erbsen, Karotten oder Salat. Auch an toten Fischen vergreifen sie sich gerne einmal, können Fische aber nicht töten. Kommt es mal vor, dass ein Fisch oder

In der Regel dauert es 4 - 5 Wochen, bis die Larven entlassen werden. Dauert es länger, besteht kaum eine Chance, diese durchzubringen.

ein Artgenosse stirbt, so holt sich eine Garnele sofort das tote Tier und zieht sich damit zurück, um es dann genüßlich zu verspeisen. Wenn man eine große Gruppe AmanoGarnelen in einem gut bepflanzten Aquarium hält, sollte man darauf achten, dass diese genügend zu fressen findet. Bekommen die Garnelen zu wenig zugefüttert und finden keine Algen zum Abgrasen, so vergreifen sie sich gern an weichen Blättern von Aquarienpflanzen wie Echinodorus-Arten, so dass zum Schluss nur noch das Skelett des Blatts übrig bleibt. Diese Gefahr besteht aber nur bei einem größeren Trupp. Eine einzelne Garnele kann da – genau wie bei der Algenbekämpfung – wenig ausrichten.

ren erreichen. Einige meiner eigenen Garnelen haben bereits ein Alter von vier bis fünf Jahren und erfreuen sich bisher noch immer bester Gesundheit. Weibchen können bis zu 5, Männchen bis zu 4 cm lang werden. Man kann Männchen und Weibchen übrigens mit einem kleinen Trick sehr gut auseinander halten. Weibchen besitzen als unterstes Muster auf der Außenseite des Panzers eine Strichreihe, Männchen haben an dieser Stelle Punkte.

Die Fortpflanzung
Eine erfolgreiche Begattung erkennt man daran, dass in den Gonaden, den Keimdrüsen, über dem Magen die Eipakete angelegt werden. Nach einigen Stunden entwickelt sich die Eimasse zu befruchteten Eiern, die nach der nächsten Häutung in den äußeren Brutraum, der sich im Bereich der Schwimmfüße befindet, abgegeben werden. Dort werden sie jetzt vom Muttertier ausgiebig geputzt und

Drei Jahre
Im Allgemeinen haben Amano-Garnelen eine Lebenserwartung von etwa drei Jahren. Einzelne Tiere können auch ein Alter von fünf oder mehr Jah-

einzelne Garnele kommt natürlich noch lange nicht dagegen an. Um gegen eine solche Algenplage vorzugehen, braucht es schon eine größere Gruppe der Tiere. Die Beseitigung der Algen geschieht natürlich auch nicht von heute auf morgen. Die Garnelen brauchen schon einige Tage, um die Algen abzuweiden.
Solche Pinselalgen an den Blättern der Seerose, Nymphaea cf. coerulea, können auch Garnelen nicht mehr beseitigen. Foto: Dr. J. Schmidt

Gruppenleben
Eine einzelme Garnele kann natürlich gegen eine bereits bestehende Algenplage nicht viel ausrichten, dazu braucht es schon eine größere Gruppe. Wenn man sie zur Vorbeugung gegen Algen in einem Aquarium einsetzt, sollte man für eine Amano-Garnele

circa 5 l Wasser rechnen, damit Algenprobleme gar nicht erst auftauchen oder schon bestehende in den Griff zu bekommen sind. Im Aquarium ist sie eine leicht zu pflegende Art. Gegenüber den Wasserwerten ist sie tolerant und kann sowohl im weichen als auch im harten Wasser gehalten werden. Auch Temperaturen
Moorkienwurzeln sollten in keinem Garnelenaquarium fehlen.

Bei Futtermangel vergreifen sie sich auch gerne an der Bepflanzung.

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ständig bewegt, um sie mit Frischwasser zu umspülen. Caridina japonica gehört zum ursprünglichen Fortpflanzungstyp, das heißt die entlassenen Larven benötigen zur weiteren Entwicklung Meerwasser, in dem sie verschiedene Larvenentwicklungsstufen,die so genannten Zoea-Stadien, durchlaufen. Insgesamt durchlaufen sie in vier bis fünf Wochen neun Entwicklungsstadien. In der Natur werden – je nach Größe des Weibchens – circa 400 bis 2000 Larven

SÜSSWASSER

Anfang allerdings mehrere Versuche, bis es richtig klappt.

Der richte Salzgehalt
Es mag Züchter geben, die andere Erfahrungen bei der Zucht der AmanoGarnele gemacht haben. Bei den unten geschilderten Aufzuchtversuchen sterben – trotz gleicher Verhältnisse – einige Würfe schon nach kurzer Zeit. Es gibt also entweder noch eine bessere Methode oder es spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Vermutlich ist aber der Zeitpunkt wichtig, wann die Larven entlassen werden. Folgende Aufzuchtversuche und Methoden geben meine eigenen Erfah-

stant und schwankt je nach Gebiet zwischen 32 und 38 g/l. Im Brackwasser dagegen kann der Salzgehalt stark schwanken. Wenn man von Brackwasser spricht, beispielsweise dem Wasser der Ostsee, so liegt der Salzgehalt zwischen 2 und 30 g/l. Man kann also sagen: Bei Werten von mehr als 30 g/l ist bereits von Meerwasser die Rede. Viele Meeresorganismen, zu denen höchstwarscheinlich auch die verschiedenen Entwicklungsstadien der Amano-Garnelenlarven gehören, sind an Meerwasser mit einem durchschnittlichen Salzgehalt von 35 g/l angepasst. Sie überleben wahrscheinlich aus genau diesem Grund auch nicht

ganz leicht sprudeln darf, eingerichtet werden. Wenn dieser zu stark sprudelt, werden die Larven gegen die Scheibe getrieben und verletzt – was zu hohen Verlusten führt. Aus diesem Grund sollte auch das Licht ständig angeschaltet bleiben damit sie nicht im Dunkeln die Orientierung verlieren. Alternativ kann für nachts auch ein Mondlicht montiert werden, dessen Stromverbrauch gering ist, und das sich auf der Stromrechnung kaum bemerkbar macht. Da die Larven zur weiteren Entwicklung Temperaturen um die 25 °C benötigen sollte nicht auf eine Heizung verzichtet werden. Wenn man das erste Eier tragende Weibchen entdeckt, sollte man es möglichst früh in das oben beschriebene eingefahrene Aufzuchtaquarium umsetzen. Dies ist notwendig, damit das Weibchen sich gut ins neue Aquarium eingewöhnen kann. Wenn es zu spät in das bereit stehende Aufzuchtaquarium umgesetzt wird, kann es passieren, dass das Weibchen die Larven stressbedingt zu früh entlässt, dies hat zur Folge, dass keine einzige Larve überlebt.

wurde, entlässt es nach vier bis fünf Wochen – abhängig von der Größe des Tiers – 400 bis 2000 circa 1 mm große Larven, die kopfüber im Wasser schweben. Wenn das Weibchen alle Larven entlassen hat, wird es von den Larven getrennt, aus dem einfachen Grund, weil das Weibchen den hohen Salzgehalt im Aquarium nicht über längere Zeit verträgt und krank werden würde. Sobald die Mutter umgesetzt wurde, muss mit dem Aufsalzen begonnen werden.

Zwei Möglichkeiten des Aufsalzens
Methode 1:Man salzt das Süßwasser viertelstündlich mit aus dem eingefahrenen Meerwasseraquarium entnommenem Wasser auf,bis der Salzgehalt im Aufzuchtaquarium, in dem sich die Larven befinden, bei circa 35 g Salz/1 l Wasser liegt. Für ein 54 l-Aquarium benötigt man also bei dieser Menge etwa 2 kg Salz. Die Dichte liegt nach der Aufsalzung mit 35 g Salz pro Liter und bei einer Wassertemperatur von 25 °C bei 1,023 g/m3. Die Dichte des Wassers kann ganz einfach mit einem Messgerät aus der Meerwasseraquaristik bestimmt werden. Methode 2: Eine andere Methode, die ein befreundeter Aquarianer angewendet hat, hat sich bisher als effizienter erwiesen. Hierzu verwendet er ein gut mit Meerwasser eingefahrenes, größeres Aquarium,in dem der Salzgehalt bei 35 g/l liegt. Das Amano-Garnelenweibchen wird bis zum Entlassen der Larven separat in einem kleinen 10 l-Aquarium gehalten. Sobald die Larven entlassen werden wird das Aquarium – ohne Weibchen – ins deutlich größere Meerwasseraquarium eingesetzt und langsam angepasst, so dass sich Süß- und Meerwasser langsam vermischen.
Die winzigen Larven sind kaum erkennbar.

Aufzucht der Larven
Das Schwerste bei der Amano-Garnelenzucht ist sicher das Aufziehen der Larven. Weit wichtiger als auf das Gramm genau abgewogenes Salz ist sicher die Nahrung während der neun verschiedenen Entwicklungs- (Zoea-) Stadien. Da die Larven ständig und schnell wachsen, braucht man alle paar Tage eine neue, geeignete Futtergröße. Anfangs wurden die Larven mit flüssigem Plankton (Liquizell), später mit pulverförmigem Plankton (Mikrozell) von Hobby, Dohse-Aquaristik, und mit 100 % Spirulina-Pulver gefüttert. Ab einer Länge von 4 mm wurde mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und mit feinem Flockenfutter zugefüttert. Bei Methode 1 wurde einmal wöchentlich Wasser gewechselt, welches aus dem eingefahrenen Meerwasseraquarium entnommen wurde. Bei Methode 2 wurde so gut wie gar nicht Wasser gewechselt. Zusätzlich hatte sich in dem Aquarium bei Methode 2 eine Algenblüte im Wasser gebildet, was den Larven sichtlich zu Gute kam. Es überlebten allerdings nie mehr als 30 bis 40 % der vom Weibchen entlassenen Larven. Nach etlichen Häutungen und den neun verschiedenen Entwicklungsstadien sind die Larven nach vier bis fünf Wochen (wenn etwas nicht stimmt, dauert es bei manchen Würfen auch länger) zu jungen Garnelen heran gewachsen. Sobald diese zum Bodenleben übergehen, kann man sie langsam ans Leben in Süßwasser umgewöhnen. Takashi Amano und seine Garnelen, die er in den Naturaquarien pflegt, haben wir es zu verdanken, dass die Garnelen vor 22 Jahren als seine „Geheimwaffe“ gegen Algen Einzug in die Aquaristik fanden. Seither sind Garnelen aus unseren Aquarien nicht mehr wegzudenken und lösten einen in der Aquaristik nicht oft vorkommenden Boom aus.

Aufsalzen
Zum Aufsalzen wurde – wie oben schon beschrieben – Salz aus der Meeresaquaristik verwendet. Hierbei haben wir bisher mit Reef-Salz der Firma Aqua-Medic die besten Erfolge erzielt. Mit anderen Salzen erzielten wir weniger gute Erfolge. Ob es nur am Salz lag oder ein anderer Fehler gemacht wurde, lässt sich allerdings nicht feststellen. Laut Internet haben andere Aquarianer auch mit anderen Salzen gute Erfahrungen gemacht. Nachdem das Weibchen also rechtzeitig an ihr neues Zuhause gewöhnt
Die Garnelen sind aktive Helfer im Aquarium, aber auch sie können nicht alle Algenarten beseitigen. Foto: Dr. J. Schmidt

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im Süßwasser entlassen. Diese werden dann Richtung Meer geschwemmt, wo sie sich dann weiter entwickeln. Da auf dem Weg dorthin Fressfeinde und andere Gefahren auf die Larven lauern, ist vermutlich deswegen die Anzahl der entlassenen Larven so groß. Wer schon einmal versucht hat, Amano-Garnelen zu züchten, der hatte sie bestimmt schon einmal so weit, dass die Larven bereits einige Tage frei schwammen, dann aber aus scheinbar unerklärlichen Gründen nicht mehr lange überlebten. Höchstwahrscheinlich lag es am falschen Salzgehalt oder am falschen Futter. Die Zucht der Amano-Garnele ist, nicht nur mir, schon mehrmals gelungen, allerdings ist diese etwas schwierig sowie ziemlich aufwendig, mit teilweise hohen Verlustraten verbunden – aber nicht unmöglich. Man braucht am

rung und die eines Bekannten wieder: Immer wieder liest man über erfolgreich gelungene Nachzuchten bei einem Salzgehalt um die 17 g/l. Aufzuchtversuche mit einem Salzgehalt unter 28 g/l sind sowohl bei mir als auch bei meinem Bekannten bisher immer gescheitert. Die Larven überlebten nur wenige Tage. Erst ab 28 g Salz pro Liter Wasser hatten wir erste verhältnismäßig gute Erfolge. Bei verschiedenen. Zuchtversuchen verwendeten wir jedes Mal etwas mehr Salz. Es stellte sich heraus: je mehr Salz, desto mehr Larven kamen durch. Es lässt sich sagen, dass sie sich bei Meerwasserqualität besser entwickeln und schneller wachsen als in Brackwasser. Wo liegt der Unterschied zwischen Brack- und Meerwasser? Der Salzgehalt im Meerwasser liegt im Durchschnitt bei 35 g/l, bleibt relativ kon-

über längere Zeiträume in Wasser mit geringerem Salzgehalt.

Zuchtvorbereitung
Wenn man versuchen möchte, Amano-Garnelen erfolgreich zu vermehren, so benötigt man möglichst zwei Aquarien. Für die Zucht verwende ich hierzu zwei Aquarien mit je 54 l Wasserinhalt. Außerdem benötigt man ein gut eingefahrenes Aquarium, in dem sich aufbereitetes Meerwasser befindet, welches zum Aufsalzen sowie zum Wasserwechsel benötigt wird, darüber hinaus ein Aufzuchtaquarium, in welches das Weibchen vor Entlassen der Larven umgesetzt wird. Das Aufzuchtaquarium sollte um die 50 l fassen. Es sollte ohne Bodengrund und mit einem Sprudelstein, der nur

Caridina japonica können – wie das hier abgebildete Exemplar – gestreift oder gepunktet sein. Diese Zeichnung kann bei der Geschlechtsbestimmung helfen, ist aber nicht immer eindeutig. Foto: Dr. J. Schmidt

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