Rücktrittserklärung des Verteidigungsministers Karl Theodor zu  Guttenberg mit lesefreundlicher Übersetzungshilfe    Ich habe in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Frau  Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen 

politischen Ämtern zurückziehen werde und um meine  Entlassung gebeten. Es ist der schmerzlichste Schritt meines  Lebens. Und ich gehe nicht alleine wegen meiner so fehlerhaften  Doktorarbeit, wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der  Wissenschaft ein Anlass wäre.      Der Grund liegt im Besonderen in der Frage, ob ich den höchsten  Ansprüchen, die ich selbst an meine Verantwortung anlege,  noch nachkommen kann. Ich trage bis zur Stunde Verantwortung  in einem fordernden Amt. Verantwortung, die möglichst  ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit verlangt ‐ mit  Blick auf die größte Bundeswehrreform in der Geschichte, die ich  angestoßen habe, und mit Blick auf eine gestärkte Bundeswehr  mit großartigen Truppen im Einsatz, die mir engstens ans Herz  gewachsen sind.      Wenn allerdings, wie in den letzten Wochen geschehen, die  öffentliche und mediale Betrachtung fast ausschließlich auf die  Person Guttenberg und seine Dissertation statt beispielsweise  auf den Tod und die Verwundung von 13 Soldaten abzielt, so  findet eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit  zulasten der mir Anvertrauten statt. Unter umgekehrten  Vorzeichen gilt Gleiches für den Umstand, dass wochenlang  meine Maßnahmen bezüglich der "Gorch Fock" die  weltbewegenden Ereignisse in Nordafrika zu überlagern  schienen.    Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine  Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten. Und  deswegen ziehe ich, da das Amt, Bundeswehr, die Wissenschaft  und die mich tragenden Parteien Schaden zu nehmen drohen, 
Kommentar [A1]: Wahre Freunde gibt  es im Leben nur wenige. Angie scheint eine  davon zu sein. Gut, das wir das jetzt  wissen… Anschleim‐Plattitüde #1 

Kommentar [A2]: Mitleidmodus=ON  (Wer redet von den Schmerzen, denen Du  den Plagiierten, Deinen Parteikollegen, den  aufrechten Wissenschaftlern und uns allen  zugefügt hast?)  Kommentar [A3]: Relativiermodus=ON : Es ist weder „Deine“ Doktorarbeit, noch  handelt es sich um „Fehler“. Es ist ein, von  wem auch immer angefertigtes, Groß‐ Plagiat und eine Collage geklauter Texte.  Kommentar [A4]: Nach den zwei  letzten Wochen unwürdigen  Herumlavierens darf an dieser Stelle laut  gelacht werden.  Kommentar [A5]: Der Verantwortung,  der Du Dir anscheinend nie bewusst  gewesen bist.  Kommentar [A6]: Selbstbeweihräucher ungsfloskel # 1  Kommentar [A7]: Selbstbeweihräucher ungsfloskel # 2  Kommentar [A8]: Anschleim‐Plattitüde  #1  Kommentar [A9]: Anschleim‐Plattitüde  #2 

Kommentar [A10]: Medien‐ und  Presseschelte #1: Jetzt wird die Katze aus  dem Sack gelassen: Die bösen Medien sind  schuld…  Kommentar [A11]: Noch bei der  Rücktrittsrede den Tod von Soldaten  instrumentalisieren und den Moralapostel  spielen: Das ist Chuzpe a la Guttenberg! 

Kommentar [A12]: Totschlagargument , denn dann dürfte man in Kriegszeiten  über keine innenpolitischen Themen  sprechen.  Kommentar [A13]: Anschleim‐ Plattitüde #3 verbunden mit  Heldenlegende #1  Kommentar [A14]: Man achte auf das  schöne Passiv: Nicht das Amt etc. „droht  Schaden zu nehmen“, sondern DU drohst  dem Amt etc. zu schaden bzw. schadest. 

 

  die Konsequenz, die ich auch von anderen verlangt habe und  verlangt hätte.    Ich habe wie jeder andere auch zu meinen Schwächen und  Fehlern zu stehen. Zu großen und kleinen im politischen  Handeln, bis hin zum Schreiben meiner Doktorarbeit. Und mir  war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu  verbergen. Deswegen habe ich mich aufrichtig bei all jenen  entschuldigt, die ich aufgrund meiner Fehler und Versäumnisse  verletzt habe. Und ich wiederhole dies auch ausdrücklich heute.    Manche mögen sich fragen, weshalb ich erst heute zurücktrete.  Zunächst ein möglicherweise für manche unbefriedigender, aber  allzu menschlicher Grund. Wohl niemand wird leicht,  geschweige denn leichtfertig, das Amt aufgeben wollen, an dem  das ganze Herzblut hängt. Ein Amt, das Verantwortung für viele  Menschen und deren Leben beinhaltet. Hinzu kommt der  Umstand, dass ich mir für eine Entscheidung dieser Tragweite  jenseits der hohen medialen und oppositionellen Taktfrequenz  die gebotene Zeit zu nehmen hatte. Zumal Vorgänge in Rede  stehen, die Jahre vor meiner Amtsübernahme lagen.      Nachdem dieser Tage viel über Anstand diskutiert wurde, war es  für mich gerade eine Frage des Anstandes, zunächst die drei  gefallenen Soldaten mit Würde zu Grabe zu tragen und nicht  erneut ihr Gedenken durch Debatten über meine Person  überlagern zu lassen. Es war auch ein Gebot der Verantwortung  gegenüber diesen, ja gegenüber allen Soldaten. Und es gehört  sich, ein weitgehend bestelltes Haus zu hinterlassen. Deshalb  letzte Woche noch einmal viel Kraft auf den nächsten  entscheidenden Reformschritt verwandt wurde, der nun von  meinem Nachfolger bestens vorbereitet verabschiedet werden  kann. Das Konzept der Reform steht.      Angesicht massiver Vorwürfe bezüglich meiner Glaubwürdigkeit  ist mir auch ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der  Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen: Zum einen   
Kommentar [A18]: „Manche“? Alle! 

Kommentar [A15]: Das musst Du uns  nicht sagen. Wir wussten das bereits zwei  Wochen VOR Dir.  Kommentar [A16]: Baron‐ Münchhausen‐Modus = ON  Kommentar [A17]: Repeat Baron‐ Münchhausen‐Modus 

Kommentar [A19]: Pastoralmodus=ON  (Klingt als ob Guttenberg gütig und  verständnisvoll über jemand anderen  spricht.)  Kommentar [A20]: Unfreiwillig klug  formuliert, denn an dem Amt hängen  sowohl „Herz“ als auch „Blut“.  Kommentar [A21]: Medien‐ und  Presseschelte #2 verbunden mit  Oppositions‐Bashing #1  Kommentar [A22]: Relativiermodus=O N 

Kommentar [A23]: Tote Soldaten für  eigenes Fehlverhalten instrumentalisieren  = Geschmacklosestes Heuchlertum  Kommentar [A24]: Jetzt erst zurück zu  treten, war ein „Gebot der Verantwortung  allen Soldaten gegenüber“? Hähhh?  Kommentar [A25]: Selbstbeweihräuch erungsfloskel #3  Kommentar [A26]: Selbstbeweihräuch erungsfloskel #4  Kommentar [A27]: Selbstbeweihräuch erungsfloskel #5 und vergiftetes Erbe für  Nachfolger. (Wenn Schwierigkeiten  auftauchen kann´s jedenfalls nicht an Gutti  liegen.)  Kommentar [A28]: Repeat Baron‐ Münchhausen‐Modus 

  gegenüber der Universität Bayreuth, wo ich mit der Bitte um  Rücknahme des Doktortitels bereits Konsequenzen gezogen  habe. Zum anderen habe ich zugleich Respekt vor all jenen, die  die Vorgänge zudem strafrechtlich überprüft sehen wollen. Es  würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in  meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die  staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich  urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der  parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein,  zeitnah geführt werden können.      Die enorme Wucht der medialen Betrachtung meiner Person, zu  der ich selbst viel beigetragen habe, aber auch die Qualität der  Auseinandersetzung bleiben nicht ohne Wirkung auf mich selbst  und meine Familie. Es ist bekannt, dass die Mechanismen im  politischen und medialen Geschäft zerstörerisch sein können.  Wer sich für die Politik entscheidet, darf, wenn dem so ist, kein  Mitleid erwarten. Das würde ich auch nicht in Anspruch  nehmen. Ich darf auch nicht den Respekt erwarten, mit dem  Rücktrittsentscheidungen so häufig entgegen genommen  werden. Nun wird es vielleicht heißen, der Guttenberg ist den  Kräften der Politik nicht gewachsen. Das mag sein oder nicht  sein. Wenn ich es aber nur wäre, indem ich meinen Charakter  veränderte, dann müsste ich gerade deswegen handeln.      Ich danke von ganzem Herzen der großen Mehrheit der  deutschen Bevölkerung, den vielen Mitgliedern der Union,  meinem Parteivorsitzenden und insbesondere den Soldatinnen  und Soldaten, die mir bis heute den Rücken stärkten, als  Bundesverteidigungsminister nicht zurückzutreten. Und ich  danke besonders der Frau Bundeskanzlerin, für alle erfahrene  Unterstützung und ihr großes Vertrauen und Verständnis. Es ist  mir aber nicht mehr möglich, den in mich gesetzten Erwartungen  mit dem mir notwendigen Maß an Unabhängigkeit in der  Verantwortung gerecht zu werden. Insofern gebe ich meinen  Gegnern gerne recht, dass ich tatsächlich nicht zum  Selbstverteidigungs‐, sondern zum Minister der Verteidigung  berufen wurde.     
Kommentar [A31]: Mitleidmodus /  Medien‐ und Presseschelte #3 

Kommentar [A29]: Repeat Baron‐ Münchhausen‐Modus  Kommentar [A30]: Repeat Baron‐ Münchhausen‐Modus 

Kommentar [A32]: Mitleidmodus /  Medien‐ und Presseschelte #4 

Kommentar [A33]: Triple‐ Mitleidmodus: Wer dauernd wiederholt,  dass er in einer für ihn doch ach so  schwierigen Situation kein Mitleid braucht,  ist ein echter Held.  Kommentar [A34]: Alle  Satzbestandteile auf Gefechtsstation:  Schwampf‐ und Faselturbinen auf ON! 

Kommentar [A35]: Anschleimplattitüd e # 4 bis 7  Kommentar [A36]: Anschleimplattitüd e # 8  Kommentar [A37]: Ein wahrer Held:  Selbst jetzt noch von der Hybris geprägt,  ausgerechnet er setze die Maßstäbe für  Verantwortung.   Kommentar [A38]: Ja, die bösen  „Gegner“ waren es, die Dich hinterrücks zu  Fall gebracht haben. Mitleidmodus=ON  Kommentar [A39]: Ein lustiges, wenn  auch bereits oft wiederholtes, Wortspiel  zum Schluss beweist: Wir sind immer noch  so etwas von hip! 

  Abschließend ein Satz, der für einen Politiker ungewöhnlich  klingen mag. Ich war immer bereit, zu kämpfen, aber ich habe  die Grenzen meiner Kräfte erreicht. Vielen Dank.        Statistische Auswertung der verwendeten Stilmittel:  Anschleim‐Plattitüden = 8  Mitleid‐Modus = 5  Triple‐Mitleidmodus = 1  Presseschelte = 3  Presseschelte verbunden mit Oppositions‐Bashing = 1  Schwampf‐ und Faselturbine = 1  Baron‐Münchhausen‐Modus = 5  Totschlag‐Argument = 1  Selbstbeweihräucherungsfloskel = 5      Kommentiert und wissenschaftlich aufbereitet von Lorenz Meyer  http://www.sheng‐fui.de   

Kommentar [A40]: Soll bedeuten =  “Aus mir spricht mehr als ein Politiker,  nämlich ein echter Mensch.“  Anschleim/Mitleidmodus  Kommentar [A41]: Endgültiger Beweis  dafür, dass der Rücktritt einem unfairen  Kampf von Millionen von „Gegnern“ gegen  einen Aufrechten geschuldet war.  Kommentar [A42]: Adel verpflichtet:  Höflich bis zum Schluss… 

 

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