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MANL-Maturathema

Zweitaktmotoren

Daniela Reichstam
5 AHWIM 2009/10
GA MANL-Matura HTBLA-Weiz

Inhaltsverzeichnis
Zweitakt-Motore.........................................................................................................................3
Zweitakt-Ottomotor................................................................................................................3
Aufbau und prinzipielle Funktion ......................................................................................3
Arbeitsweise........................................................................................................................4
Spülung...............................................................................................................................5
Gemischbildung und Zündung............................................................................................6
Zweitakt-Dieselmotor.............................................................................................................8
Prinzipielle Funktion...........................................................................................................8
Arbeitsweise und Spülung..................................................................................................8
Gemischbildung und Verbrennung.....................................................................................9

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GA MANL-Matura HTBLA-Weiz

Zweitakt-Motore
Zweitakt-Ottomotor

Im Gegensatz zum Viertakt-Motor benötigt der Zweitakt-Ottomotor nur eine Umdrehungen


der Kurbelwelle anstatt zwei für einen Arbeitstakt. Das heißt, zwei Hübe müssen jetzt in
einem vereinigt werden.

Aufbau und prinzipielle Funktion


Der Motor besteht aus:
• Kurbelwelle mit Pleuel und Kolben
• Arbeitszylinder mit Einlass- und Auslassschlitzen und den Überströmkanälen
→ keine Ventile

• Kraftstoff-Luftgemisch strömt vom Vergaser über den Einlasskanal in das


Kurbelgehäuse wo es verdichtet wird.
• Der Überströmkanal verbindet das Kurbelgehäuse mit dem Arbeitszylinder. Durch
diesen strömt das vorverdichtete Gemisch in den Arbeitszylinder
• Über den Auslasskanal werden die Verbrennungsgase in den Auspuff geleitet.

Schwarzfolie
Ohne Beschriftung

Zylinder mit
Kühlrippen
Abgase
Einlasskanal
Auslass- Kolben
kanal
Überströmkanal
Pleuel-
stange Kraftstoff-
Luftgemisch

Kurbelwelle
Kurbel-
zapfen Schwungmasse
Kurbelgehäuse

Theoretisch wäre seine Leistung doppelt so groß wie die eines 4-Takt-Motors. Aber durch
die unvollkommenen Spülungsverhältnisse kommt es zu großen Verlusten wegen der
unverbrannten Gase.
Tatsächlich ist die Leistung des Zweitakt-Motors rund 1/3 höher.

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Arbeitsweise

Unterertotpunkt UT → Oberertotpunkt OT

Der Kolben bewegt sich aufwärts, dadurch entsteht im Kurbelgehäuse ein


Unterdruck. Sobald die untere Kante des Kolbens die Mündung des Einlasskanals
freigibt füllt sich das Kurbelgehäuse mit dem Kraftstoff-Luft-Gemisch.

Gleichzeitig wird das Gasgemisch im Arbeitszylinder durch den Kolben verdichtet.


Anschließend wird es durch einen Zündfunken in der nähe des OT gezündet und
verbrannt.

Oberertotpunkt OT → Unterertotpunkt UT

Der Druck der verbrennenden Gase treibt den Kolben abwärts ═> Arbeitstakt

Bei der Abwärtsbewegung schließt der Kolben zuerst den Einlasskanal und verdichtet
danach das Gasgemisch im Kurbelgehäuse.

In der Nähe des UT gibt die obere Kolbenkante den Auslasskanal frei und die Gase
können über den Auspuff abströmen.

Gaswechsel

Kurz danach und beinahe gleichzeitig öffnet die obere Kante des Kolbens die
Mündung des Überströmkanals. Dadurch gelangt das bereits vorverdichtete Gemisch
aus dem Kurbelgehäuse in den Arbeitszylinder und verdrängt die restlichen Abgase
═> Spülung.

Bei der weiteren Aufwärtsbewegung schließt der Kolben den Auslasskanal und den
Überströmkanal.
Schwarzfolie nur mit OT, UT, Ü, A, E

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E…Einlasskanal
A…Auslasskanal
Ü…Überströmkanal

OT…Oberer Totpunkt
UT…Unterer Totpunkt

Ablauf der Vorgänge Kolbenbewegung UT→OT Kolbenbewegung OT→UT Gaswechsel


Unterhalb des Kolbens Voransaugen
Verdichten Überströmen zum Zylinder
in der Kurbelkammer Ansaugen
Oberhalb des Kolbens Zünden Spülen
Verdichten
im Zylinder Arbeiten Ausstoßen

Spülung

Spülung: Verdrängen der Altgase aus dem Zylinderraum durch das Überströmen des
vorverdichteten Kraftstoff-Luft-Gemisches aus der Kurbelkammer

Je nach Richtung und Lage der Spülströme zur Zylinderachse unterscheidet man:

Umkehrspülung
Hier werden die Spülströme im Zylinder umgekehrt.
Die schräg zur Zylinderachse einströmenden Frischgase schieben die Altgase entlang der
Zylinderwand zum Auslassschlitz.
Die Spülströme werden durch die Lage des Überström- und Auslassschlitzes gelenkt.
Im Gegensatz zur Umkehrspülung sind hier die Frischgasverluste geringer.

Querspülung
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Hier ist der Überströmschlitz genau gegenüber dem Auslassschlitz angeordnet.


Beim Spülvorgang erfolgt hier der Ladungswechsel quer zur Zylinderachse. Die Ablenkung
der Kolbenmasse ist unmittelbar nach dem Freiwerden des Überströmschlitzes am stärksten
und bei voll geöffnetem Schlitz (UT) am geringsten.
Die Strömung verläuft zuerst entlang der Zylinderwand, dann quer durch die Zylindermitte bis
zum Auslassschlitz.

Überström-
schlitz Überström- Auslass-
schlitz schlitz

Nasen-
kolben

Umkehrspülung (Schema) Querspülung (Schema)

Schwarzfolie ohne Beschriftung aber mit Pfeilen

Gemischbildung und Zündung

Beim Ottomotor erfolgt die Gemischbildung durch Einspritzen des Kraftstoffes in die
Saugleitung oder in den Zylinder.

Die Zündung erfolgt durch einen zeitlich gesteuerten Zündfunken, dazu braucht man eine
ausreichende Zündenergie (0,03-0,1 J) bei einer Zündspannung von 15-25kV.

Eine Zündanlage hat folgende Aufgabe:


• Bereitstellung der Zündenergie (Batterie oder Induktor)
• Zeitliche Steuerung der Zündung (Unterbrecher)
• Erzeugung der erforderlichen Spannung (Zündspule)
• Verteilung auf die einzelnen Zylinder (Verteiler)

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• Erzeugung des Zündfunkens (Zündkerze)

Es gibt verschiedene Arten der Zündung:


• Batteriezündung
• Transistorzündung
• Magnetzündung

Am konventionellsten ist die Magnetzündung, da hierfür keine Batterie notwendig ist und das
Einsatzgebiet des Zweitakt-Ottomotors eher in solchen Bereichen liegt wo keine Batterie
vorhanden ist.
Die Zündenergie wird dabei durch einen Dauermagneten erzeugt. Dies geschieht in dem er
im Zündanker einen magnetischen Wechselfluss erzeugt, der in der Primär- und
Sekundärwicklung Spannung induziert.
Bei geschlossenem Unterbrecherkontakt fließt daher im Primärkreis ein Strom. Dieser Strom
wird im Zündzeitpunkt unterbrochen und dadurch wird die Zündspannung in der
Sekundärwicklung erzeugt.

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Zweitakt-Dieselmotor

Der Zylinderraum wird mit Frischluft geladen, der flüssige Kraftstoff wird über eine
Einspritzpumpe und über eine Einspritzdüse eingebracht.

Wegen des gleichmäßigeren Drehmomentverlaufes und des kleineren spezifischen


Kraftstoffverbrauches gegenüber den Viertakt-Dieselmotoren wird der Zweitakter vor allem
als Großdiesel bis zu 15.000kW gebaut, z.B. Schiffsantrieb.

Prinzipielle Funktion

Wie alle Zweitakter leistet auch der Dieselmotor bei jeder Umdrehung einen Arbeitstakt.
Denn im Gegensatz zum Viertakter fallen hier der erste und vierte Takt (Ansaugen und
ausschieben) fort.
D.h. der Gaswechsel wird in die Kurbelumdrehung miteinbezogen.
Eine Spülpumpe muss das Frischgas in den Zylinder drücken und die Abgasreste
herausspülen. Hierfür kann auch die Unterseite des Kolbens verwendet werden.

Arbeitsweise und Spülung

Die bekanntesten Spülverfahren sind:


• Umkehrspülung
• Gleichstromspülung
• Querspülung

Arbeitsweise bei Umkehrspülung


Bei der Umkehrspülung wird über ein Spülgebläse Frischluft in den Zylinder gedrückt.
Dadurch wird die Füllung verbessert und der Ausstoß der Altgase beschleunigt.

Spülen und Verdichten:


Der Kolben geht nach oben, schließt zuerst den Spül- und dann den Auspuffschlitz und
verdichtet die Frischluft für die Zündung.

Arbeiten und Ausstoßen:


In die stark verdichtete Frischluft wird der Dieselkraftstoff mit hohem Druck eingesprüht. Er
entzündet sich an der hoch erhitzten Luft.
Die Verbrennungsgase drücken den Kolben nach unten.
Die Kolbenoberkante gibt zunächst die Auspuffschlitze frei und lässt die Abgase ausströmen.
Dann öffnen auch die Spülschlitze und aus der Spülluftleitung strömt Frischluft in den
Zylinder. Dabei werden die restlichen Abgase in den Auspuff gedrängt.

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Schwarzfolie ohne Beschriftung aber mit Pfeilen

Umkehrspülung: Zylinderspülung Gleichstromspülung: Zylinderspülung


beim Zweitakt-Dieselmotor beim Zweitakt-Dieselmotor

Arbeitsweise bei Gleichstromspülung


Durch die gleiche Strömungsrichtung von Abgasen und Frischluft ergibt sich eine
vollkommene Spülung. Dieselmotoren mit Gleichstromspülung besitzen im Zylinderkopf ein
Auslassventil.
Die Spülluft wird aus dem Kurbelgehäuse in Überstromkanälen in den Zylinder geleitete.

Gemischbildung und Verbrennung

Der Kraftstoff wird kurz vor dem oberen Todpunkt durch eine Düse in die hochverdichtete
heiße Luft eingespritzt.
Die Einspritzanlage arbeitet mit Drücken von 150-1500 bar. Der Strahl teilt sich dabei in
einzelne Kraftstofftröpfchen unterschiedlicher Größe auf und es entsteht ein heterogenes
Gemisch.

Dieses heterogene Gemisch hat nur an einigen definierten Stellen eine zündfähige
Zusammensetzung. Das mittlere Luftverhältnis liegt hier weit außerhalb der Zündgrenze.
Damit ist eine Verbrennung mit Luftüberschuss möglich.

Beim Dieselmotor ist das kleinstmögliche Luftverhältnis durch die Rauchgrenze bestimmt,
z.B. die schwarze Rauchwolke beim Beschleunigen des Diesels.

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Der Verbrennungsablauf im Dieselmotor kann in 3 Phasen eingeteilt werden:

Verbrennungsstoß, zu Beginn der Verbrennung


Führt zu hohen Spitzendrücken und zum Nageln des Motors (besonders im Leerlauf). Er
sollte möglichst vermieden werden. Verbesserung bringen:
• Verkürzung des Zündvorganges (durch höhere Cetanzahl = Maß für die Zündbarkeit),
hohe Verdichtung
• Möglichst kleine Einspritzmenge während des Zündverzuges
• Der Kraftstoff der während des Zündverzuges eingebracht wird soll durch
konstruktive Maßnahmen zunächst der Verbrennung entzogen werden

Hauptverbrennung
Ist thermodynamisch am günstigsten und hat nicht die Nachteile des Verbrennungsstoßes. In
dieser Phase sollt möglichst viel Kraftstoff umgesetzt werden.

Verschleppte Verbrennung
Wird durch mangelhafte Gemischbildung verursacht.
Sie führt zu thermodynamischen Verlusten, hohen Abgastemperaturen und starken CH und
Ruß-Emission.
Abhilfe bilden:
• Gute Zerstäubung des Kraftstoffes (Mikroverteilung)
• Gute Aufteilung der Kraftstoffstrahlen (Makroverteilung)
• Richtige Brennraumform
• Gute Durchmischung durch Luftströmung

Maßgebend für einen günstigen Brennverlauf ist das jeweilige Einspritzverfahren!

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