Carlos Castaneda

Die Kunst des Träumens
A u s d em A m erikan isch en vo n T h o m as L in d q u ist

»Träumen kann nur erfahren werden. Denn Träumen heißt nicht einfach. Träume zu haben: es hat auch nichts mit Tagträumen oder Wunschvorstellungen zu tun. Durch das Träumen können wir andere Welten wahrnehmen, die w i r gewiß auch beschreiben können, aber wir können nicht beschreiben, was uns befähigt, sie wahrzunehmen. Und doch merken wir. daß das Träumen jene anderen Sphären erschließt.« Mit diesen Worten vermittelt Don Juan, der legendäre Zauberer, seinem Musterschüler Carlos Castaneda eine Vorstellung von der besonderen Kraft des Träumens. Ihrer bedient sich Castaneda. Um nach langen Jahren der Übung und Meditation zu den fernabgelegenen Wirklichkeiten vorzustoßen, wo er uralten Wesen und Wesenheiten begegnet, die gleichzeitig Wissen spenden und tödliche Gefahren darstellen können. Carlos Castaneda starb 1998. Von Carlos Castaneda sind außerdem im Fischer Taschenbuch Verlag lieferbar: »Die Lehren des Don Juan. Ein Yaqui-Weg des Wissens< (Bd. 1457): >Eine andere Wirklichkeit. Neue Gespräche mit Don Juan< (Bd. 1616): >Reise nach Ixtlan. Die Lehre des Don Juan» (Bd. 1809); >Der zweite Ring der Kraft< (Bd. 3035): >Der Ring der Kraft. Don Juan in den Städten« (Bd. 3370): >Die Kunst des Pirschens« (Bd. 3390): >Das Feuer von innen< (Bd. 5082): >Die Kraft der Stille. Neue Lehren des Don Juan< (Bd. 10926) sowie >Das Wirken der Unendlichkeit' (Bd. 14740). Im S. Fischer Verlag sind erschienen: >Tensegrity. Die magischen Bewegungen der Zauberer* (1998) und >Das Wirken der Unendlichkeit< (1998).

Fischer Taschenbuch Verlag
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Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1. Die Zauberer der Vorzeit: eine Einführung . . . . . . 2. Die erste Pforte des Träumens . . . . . . . . . . . . 3. Die zweite Pforte des Träumens . . . . . . . . . . . . 4. Die Fixierung des Montagepunktes . . . . . . . . . . 5. Die Welt der anorganischen Wesen . . . . . . . . . . 6. Die Welt der Schatten . . . . . . . . . . . . . . . . . 7. Der blaue Scout . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8. Die dritte Pforte des Träumens . . . . . . . . . . . . 9. Das neue Forschungsgebiet . . . . . . . . . . . . . . 10. Die Pirscher anpirschen . . . . . . . . . . . . . . . . 11. Der Mieter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12. Die Frau in der Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . 13. Auf den Flügeln der Absicht fliegen . . . . . . . . .

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3. A uflage: Februar 2001 U ngekürzte A usgabe V eröffentlicht im Fischer T aschenbuch V erlag G m bH . Frankfurt am M ain, M ärz 1998 D ie am erikanische O riginalausgabe erschien 1993 u n t e r dem Titel: >The A rt of D ream ing< im V erlag H arperC ollins P ublishers. Inc., N ew Y ork © C arlos C astaneda 1993 Für die deutsche A usgabe: © S. Fischer V erlag G m bH . Frankfurt am M ain 1994 A lle R echte vorbehalten D ruck und B indung: C lausen & B osse, Leck P rinted in G erm any
ISB N 3-596-14166-4

Vorwort
Wir sind nur gekommen, ein Traumbild zu sehen, wir sind nur gekommen zu träumen, nicht wirklich, nicht wirklich sind wir gekommen, auf der Erde zu leben. Tochihuitzin Coyolchiuhqui (aztekischer Dichter, um 1419)* In den vergangenen zwanzig Jahren habe ich eine R eihe von B üchern geschrieben, über m eine L ehrzeit bei D on Juan M alus, einem Z auberer der Y aqui-Indianer in M exiko. Ich erklärte in diesen B üchern, daß er m ich die Zauberei lehrte, aber nicht so. wie wir Zauberei im K ontext unserer alltäglichen W elt verstehen: als B eherrschung anderer durch übernatürliche K räfte, oder als G eisterbeschwörung durch Zauberform eln, Fetische oder R ituale zur H ervorbringung übernatürlicher W irkungen. Für D on Juan war Zauberei die V erkörperung spezieller theoretischer und praktischer Präm issen über W esen und Funktion der W ahrnehm ung in der G estaltung der uns um gebenden W elt. D on Juans Em pfehlungen befolgend, habe ich davon abgesehen, sein W issen durch einen spezifisch anthropologischen Begriff, den des Scham anim us, zu definieren. V ielm ehr nannte ich es stets - w ie er selbst - Z auberei. B ei genauerer P rüfung aber erkannte ich, daß die B ezeichnung solchen W issens als Zauberei die ohneh in u n b egreiflich en P h än o m en e, m it d en en er m ich in sein er U nterw eisung bekannt m achte, noch unklarer erscheinen ließ. In anthropologischen Schriften w ird Scham anim us definiert als G laubenssystem m ancher Eingeborenenvölker im nördlichen A sien, verbreitet auch unter nordam erikanischen Indianerstäm m en, das von der A nnahm e ausgeht, daß wir von einer unsichtbaren W elt von A hnengeistern, von guten und bösen K räften um geben sind: von spirituellen K räften, beschw oren oder kontrolliert durch gew isse H andlungen der P raktiker, die als M ittler zw ischen der natürlichen und der übernatürlichen W elt fungieren. D on Juan w ar tatsächlich ein M ittler zw ischen der natürlichen W elt des alltäglichen Lebens und einer unsichtbaren W elt, die er nicht das Ü bernatürliche nannte, sondern die zw eite A ufm erksam keit. Seine A ufgabe als Lehrer war, m ir diese K onfiguration,

* Für den Hinweis auf das Gedicht danken wir Herrn Hans-Dieter Schultz; d. Lektorat.

was uns befähigt. Solch eine Konfiguration. nur eine unter einer Vielzahl aufeinander folgender Welten sei. in das Don Juan mich einführte. Träume zu haben. sagte er. einzig und allein aufgrund dieser Konditionierung sind wir gezwungen anzunehmen. daß das Träumen uns jene anderen Sphären erschließt. Träumen scheint eine Empfindung zu sein. Aus heutiger Sicht. wie er selbst. wandte ich ein. In meinen bisherigen Büchern habe ich die Lehrmethoden beschrieben. Mit anderen Worten. daß die Zauberer alter Zeiten eine Reihe von Praktiken entwickelt hätten. als er dies sagte. sagte er. Er machte mir klar. Meine Interaktionen in diesem Milieu der Zauberer waren für mich besonders interessant.« »Aber. daß nur unsere energetische Konditionierung uns daran hindert. Seine Unterweisung fiel in zwei Teile. So hatte ich Umgang mit den zehn Frauen und fünf Männern. ein Vorgang im Körper. räumte er ein. Und ich schilderte auch das Milieu der Zauberer. »Lassen wir also die Metaphern beiseite«.so bezeichnete . in jene anderen Sphären einzudringen: Sphären. die er mich einüben ließ: die wichtigste unter ihnen war die . eine Kopie seiner eigenen Gesellschaft. wie können wir gewöhnliche Träume praktisch nutzen?« fragte ich. In der Arbeit mit mir aber erkannte er. erklärte Don Juan. Natürlich stellte er seine Beschreibung auf meine Mentalität ein. die seine Schüler waren. nicht nur ein Verlangen nach ihnen haben müssen. daß sie eine traditionelle Gruppe von Zauberern bildeten. sowie mit den vier jungen Frauen und vier jungen Männern.« Im Rahmen seiner allgemeineren Lehren erläuterte Don Juan mir sehr eingehend die Grundlagen. absolut und absorbierend sind wie unsere Welt. daß es wohl die treffendste Aussage über das Träumen war. Don Juan behauptete. die er zu diesem Zweck einsetzte. daß die Welt unseres alltäglichen Lebens die einzige und einzig mögliche Welt sei. wie es mir nur möglich war. Durch das Träumen können wir andere Welten wahrnehmen. doch ihre Unzugänglichkeit sei lediglich eine Folge unserer energetischen Konditionierung. zugänglich zu machen. das Träumen ist die Art der Zauberer. sie wahrzunehmen. erkenne ich nun. als er erwartet hatte. mit zeitlichem Abstand. der Welt >gute Nacht< zu sagen.von Zauberern die zweite Aufmerksamkeit genannt. es sei die Art der Zauberer. dennoch die Fähigkeit haben. aber wir können nicht beschreiben. Diese Praktiken nannten sie die Kunst des Träumens. die wir für einmalig und absolut halten. Denn Träumen heißt nicht einfach. »Sagen wir besser. hätte ich nur drei. gewöhnliche Träume praktisch zu nutzen. Diese letzteren versammelte Don Juan. um jene anderen Sphären wahrzunehmen.Kunst des Träumens. Er behauptete. angeordnet wie die Schichten einer Zwiebel. Das gleiche tu ich bei dir. Deren Existenz sei unveränderlich und von unserer Wahrnehmung unabhängig. Und doch merken wir. dazu bestimmt. »Wir lassen uns immer von Wörtern täuschen«. einzigartig. so ausführlich. Seine Lehrmethode bestand darin. »In mei- nem Fall versuchte mein Lehrer. die ebenso real.« Bei anderer Gelegenheit sagte Don Juan zu mir: »Träumen kann nur erfahren werden. die er irrigerweise für einen korrigierbaren Makel . abwechselnd meine intellektuelle Neugier auf die abstrakten Prinzipien des Träumens zu wecken und mich dann Erfahrungen in deren praktischer Anwendung sammeln zu lassen. es hat auch nichts mit Tagträumen oder Wunschvorstellungen zu tun. gleich nachdem ich in seine Welt gekommen war. auch wenn wir energetisch darauf konditioniert sind. sondern auch genügend Energie. ausschließlich unsere Welt wahrzunehmen. Praktiken und Prinzipien des Träumens. der andere die rein abstrakten Erklärungen dieser Traum Vorgänge. daß wir. und daß ich sie führen solle. daß unsere Welt. wie auch die Zauberpraktiken. unsere energetische Wahrnehmungsfähigkeit anders zu konditionieren. wenn Don Juan es als »Pforte zur Unendlichkeit« bezeichnete. daß eine solche Metapher für mich unverständlich sei. Ausgehend von der Überzeugung. Diesen Unterschied erklärte er mit einer EnergieKonfiguration. die Don Juans Gefährten in der Zauberei waren. ein geistiges Bewusstwerden. indem er sagte. um mich seine Kunst zu lehren. die wir gewiß auch beschreiben können. daß wir. weil sie ausschließlich im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit stattfanden. um uns ihrer zu bemächtigen. All dies habe ich bereits geschildert. mir das Träumen zu beschreiben. Don Juan erklärte mir. Damals aber. die nur für Zauberer sichtbar sei: statt vier Energieabteilungen. Der eine betraf die Vorgänge des Träumens. daß ich anders beschaffen war. in diese anderen Sphären einzutreten.

um alles geistig in eine lineare Reihenfolge zu bringen. d o ch etw as L icht in unser D ile m m a z u b rin g e n . V o n d iesen V o rgängen hab e ich ausführlich b erichtet. Dann aber erinnerte ich mich an immer neue Abschnitte meiner Traumerfahrungen . C aro l T iggs. so illusorisch w ie am H im m el fliegende E lefanten und alles. der mir entgangen war. Andererseits aber könne er diesen Zustand so erklären. daß ich auch den Zustand der zweiten Aufmerksamkeit verließ. zu welchen Ergebnissen Don Juans Einfluss uns führte. und d o ch w issen w ir. D och zum E nde h in . d aß es für uns em p irische E rfahrung w ar. w as w ir 10 in diesem Zustand erfahren zu haben glaubten. von 1973 bis 1988. 11 . bis ich genügend Energie gespeichert hatte. sei nur das Produkt hypnotischer Suggestionen. Bei meinen Übungen im Träumen blieb jedoch die Barriere der zweiten Aufmerksamkeit immer unverändert erhalten. jene Teile der Lehren Don Juans über das Träumen darstellen. ist höchster Ausdruck unserer Dankbarkeit ihm gegenüber und unserer Verpflichtung für sein Streben.b esser p assend zu m einer energetischen S truktur. m eine V ereinbarung m it ihm sah aber nur vor. nicht üb er m ein eigenes. warum ich dieses Buch schreiben musste.d urch so lche E rfahrungen verletzten .gehalten hatte. In d e r a lltä g lic h e n W e lt k a n n te n w ir u n s n ic h t e in m a l v o n ungefähr. blieb mir energetisch unzugänglich. u n s a lle g le ic h gründlich auszubilden. E inerseits kö nne er unserem . W ir interagierten nur in d er zw eiten A ufm erksam keit m iteinand e r. T aisha A b elar. Den entscheidenden Anstoß zu diesem Buch gab mir aber Carol Tiggs. d a ß u n se re In te ra k tio n e n a u f d ie A llta g sw e lt ü b e rg riffe n u n d w ir u n s sc h e in b a r z u m e rste n m a l k e n n e n lernten. Und damit bin ich beim Kern dessen. Aus solcher Aufarbeitung ist dieses Buch hervorgegangen. D ie zw eite S chülergrup p e w ar sehr klein. gewisse scheinbare Gedächtnislücken aufzufüllen. S ie hatte nur d rei M itglied er: eine T räum erin. so bedeutete dies nicht unbedingt. S ie gehö rten ausschließ lich zu m einem F eld. d aß w ir uns scho n früher b egegnet w aren. was ich heute weiß. daß die m enschliche P syche unendlich viel kom plizierter ist.V ernunftprinzip schm eicheln und behaupten. In unseren B eziehungen zu D on Juan aber gab es nichts U n b e stim m te s: e r g a b sic h d ie g rö ß te M ü h e . was ich sagen wollte: nämlich dem Grund. möchte ich gerne in einer künftigen Studie berichten. E r k ö n n e n u r z w e i E rk lä ru n g e n a n b ie te n . N achd em w ir uns alle m it w issenschaftlichen S tud ien b efassten. D ies w ar und ist natürlich eine intellektuell unhaltb are A nnahm e. Der größte Teil dessen. so glaubt sie. eine P irscherin. o d e r g a r z u r Ü b e rn a h m e d e r F ü h ru n g . geriet ich auch in die zweite Aufmerksamkeit. b egann d er p sychische D ruck seiner b evo rstehend en A breise die festen S chranken der zw eiten A ufm erksam keit aufzulö se n . als unsere w eltliche oder w issenschaftliche V ernunft uns glauben m achte. Die Welt zu erklären. Taisha Abelar. Carol Tiggs und ich selbst. w aren w ir m ehr als üb errascht. die Don Juan uns hinterlassen hat. D ie F o lg e w a r. m achte m ich so vö llig ungeeignet zur Interaktio n m it d ie se n a c h t L e h rlin g e n . was ich erlebte. da er mich stets zwischen dem alltäglichen Bewußtsein und der Bewußtheit der zweiten Aufmerksamkeit pendeln ließ. als D on Juans Zeit zu E nd e ging. wie Zauberer und Träumer ihn verstehen: als eine energetische Konfiguration des Bewußtseins. Jahrelang konnte ich mich nur teilweise an meine Traumerfahrungen erinnern. A b er no ch nie habe ich jene zw eite G ruppe von S chülern erw ähnt. S either bleibt uns die beunruhigende G ew ißheit. Auf diese Weise erkannte ich auch. über sein F eld zu schreib en. sagte D o n Juan. und eine N agual-F rau. welche Positionen und Interessen seine vier letzten Schüler gegenwärtig vertreten: Florinda Donner-Grau. F lo rind a D o nner-G rau. D on Juan hatte es m ir nicht erlaub t. E inm al b estürm ten w ir alle D o n Juan. Jedes Mal wenn ich in den Zustand des Träumens eintrat. als w ir feststellten. Nachdem mir Don Juans Lehren über die Kunst des Träumens nun in fast allen Teilen geläufig sind. sagte er. Doch bevor ich schildern und erklären kann. und wenn ich vom Träumen erwachte. e in e a n d e re G ru p p e v o n and ers b eschaffenen L euten zu versam m eln . d ie zw eite A ufm erksam keit sei e in B ew usstseinszustand . die mir vorher unzugänglich waren. und es gelang mir endlich. Es brauchte fünfzehn Jahre ununterbrochener Arbeit. welcher Zusammenhang den Unterweisungen Don Juans in der Kunst des Träumens innewohnte: ein Zusammenhang. B ew usst aber hatte keiner von uns e in e A hnung von unseren I n teraktio nen im Z ustand d er zw eiten A ufm erksam keit. muß ich im Lichte dessen. d a ß e s D o n Ju a n g e b o te n sc h ie n .

d ie er d ie Z aub e re r d e r V o rz e it n a n n te . Die Zauberer der Vorzeit: eine Einführung D o n Ju a n b e to n te im m e r w ie d e r. D iese P räm isse n m u ß ic h z w a n g slä u fig . E r sc h ild e rte sie a ls h e rv o rra g e n d b e g a b te L e u te .w e il sie d e n S c h lü sse l z u m V e rstä n d n is u n d z u r E rk lä ru n g d e r Z a u b e re i b ie te n . sa g te D o n Juan in einem unserer G esp räche.« »U nd w as ist für d ich d as A b strakte? « 13 . vo n M enschen erd acht und erarb eitet w o rd en sei. »D iese zw anghafte B eschäftigung m it P raktiken und T echniken. D a b e i ste llte e r k a te g o risc h k la r. d e n e n e s a b e r a n W e ish e it fe h lte . d iese unverantw o rtliche B eeinflussung and erer M enschen. w ird d a h e r in d ie se m B u c h w ie d e r a u fg e g riffe n u n d w eiterentw ickelt. V ieles. A ll d ies gehö rte zur Z aub e re i frü h e re r Z e ite n . so w e it sie fü r d a s T rä u m e n g e lte n . a u f g a n z n a tü rlic h e W e ise v o n d e n alten Z aub erern erd acht und w eiterentw ickelt w urd en.h in z u m A b stra k te n . »D en p raktischen T eil d er Z aub erei«. D ie Z a u b e re r d e r V o rz e it b e z e ic h n e te e r a ls M e n sc h e n . d a ß a lle s. e s w a re n M e n sc h e n . d ie E ntw icklung d er Z aub erei zu ko rrigieren. w as ich früher scho n b eschrieb e n h a b e . e s geb e grund legend e U nterschied e zw ischen jenen alten Z aub erern u n d d e n Z a u b e re rn m o d e rn e r Z e ite n . d e re n g ro ß e L e istu n g e s w a r. U m d a s T rä u m e n u n d d ie T rä u m e r ric h tig e in z u sc h ä tz e n . m üsse m an d as B em ühen d er m o d ernen Z aub erer w ürd igen. w a s e r m ic h le h rte . sagte er. w o b e i sie v o r a lle m a u f p ra k tisc h e A n w e n d b a rk e it u n d K o n k re th e it W e rt le g te n . falls sie d ies für no tw end ig hielten. D ie m o d e rn e n Z auberer hingegen bezeichnete D on Juan als L eute von ausgew ogenem S inn. d ie w o h l Ja h rta u se n d e v o r d e r E ro b e ru n g M e x ik o s d u rc h d ie S p a n ie r le b te n . d ie im stand e seien. »W a s b e z e ic h n e st d u a ls K o n k re th e it. d a ß d ie P rä m isse n d e r Z a u b e re i. D o n Ju a n e rk lä rte m ir. d ie Z aub erei vo n jener einstig e n K o n k re th e it w e g z u fü h re n . d ie G ru n d la g e n d e r Z a u b e re i z u le g e n .1. D o n Ju a n ? « fra g te ic h .n o c h e in m a l d arstellen und d iskutieren.

sagte er. Die heutigen Zauberer. d ie A lltagsw elt w ahrzunehm en. in die wir unsere Wahrnehmungen pressen. die sie als Sehen bezeichnen. W ir so llte n a lle s tu n und d ie F ähigkeit schulen. antwortete er. »Was würde es für mich bedeuten. ist Energie. muß ich den Zauberern der Vorzeit doch gerecht werden: sie waren die ersten. d a ß w ir u n se re W a h rn e h m u n g so k o n d itio n ie re n . D o n Juan?« »D ie physische G ew issheit. alles.« »W ie aber sollten w ir die W elt w ahrnehm en?« »A lles ist E nergie. Heute aber. so b a ld w ir e rk e n n e n . Nach der Freiheit nämlich. daß die Vergangenheit bedeutungslos für die modernen Zauberer ist?« »Gewiß ist sie von Bedeutung. »E s ist d o ch zw eifello s eine W elt fester O b jekte. S e in e L ehrm ethode. unterscheide sich gar nicht sehr von jener and eren M etho d e. M enschen in solchen D ingen zu schulen?« fragte ich. Wenn der Mensch heute überleben will. daß sie die energetische Beschaffenheit aller Dinge erkannten. o h n e ih re T auglichkeit zu prüfen. was es gibt. und nichts and eres täte er m it m ir und seinen and eren S chülern.« »Ist es denn m öglich. so glaubte D on Juan. D ie soziale G rundlage unserer W ahrnehm ung sollte die physische G ew issheit se in . D ann hätten w ir b eid e A lternativen zur A usw ahl. davon bin ich überzeugt. Was mich betrifft. was wir wahrnehmen können. daß die Form. nach d er m an uns b eigeb racht hab e. so erklärte mir Don Juan. eine W elt vo n festen O bjekten w ahrzunehm en. wird er die soziale Grundlage seiner Wahrnehmung verändern müssen. das energetische Wesen der Dinge wahrzunehmen?« fragte ich Don Juan einmal. ind em er unsere F ähigkeit sc h u le . Don Juan. das einzige sei. den du abtrennen mußt. d a ß sie sich einer F o rm anp asst. D o n Ju a n «.« »S icher ist es eine W elt vo n festen O b jekten. E nergie als E nergie w ahrzunehm en. w e il a lle in dieser G esellschaft uns zw ingen w ollen. sagte er. so lehne ich die dunklen. morbiden Aspekte des Geistigen ab. D as ganze U niversum ist E nergie. so b a ld w ir m it ih n e n z u sa m m e n sto ßen. was Menschen möglich ist.« Ihre wichtigste Leistung war. d a ß e s n ic h ts a n d re s g ib t a ls E n e rg ie .« »Ic h k a n n m ir d ie W e lt n ic h t a n d e rs v o rste lle n .« »Warum sollte ich ihn abtrennen?« »Weil er den Umfang dessen. Doch abgesehen von meinen Vorlieben und Abneigungen. erreichten die Zauberer nur nach lebenslanger Schulung und Übung diese Fähigkeit. streben nach dem Abstrakten. die W elt so w ahrzunehm en. w and te ich ein. d a ß w ir d ie se F o rm a ls E rb e u n se re r A h n e n u n b e se h e n ü b e rn o m m e n h a b e n .« 15 . daß die W elt aus konkreten O bjekten b e ste h t. das Wesen der Dinge wahrzunehmen . konditionieren wir unsere Wahrnehmung in der Weise. E r w o lle uns eine neue A rt d e r W a h rn e h m u n g le h re n : e rste n s.eine Fähigkeit. Aber weil wir Energie nicht unmittelbar wahrnehmen können.« »Glaubst du. »Es würde bedeuten. Sie erfüllen auch keine soziale Funktion mehr. D as w ill ich nicht b estreiten. Diese Form ist der soziale Teil der Wahrnehmung. E n e rg ie u n m itte lb a r a ls E n e rg ie w a h rz u n e h m e n . sage ich. daß sie sich einer Form anpasst. die entw eder positiven oder negativen W ert hatten«. verliert aber ihre M a c h t ü b e r u n s.« 14 »W as ist d ie so ziale G rund lage d er W ahrnehm ung. daß sie zur Grundprämisse der Zauberei erhoben wurde. willkürlich einschränkt und uns glauben macht. »U nd nach Jahrtausend en einer so lchen W ahrnehm ung sind w ir nun gezw ungen anzunehm en. Aber wir lehnen die Atmosphäre dieser Vergangenheit ab. J a . w ie w ir sie eb en kennen. daß du Energie unmittelbar wahrnimmst«. Es geht ihnen nicht um konkrete Vorteile. D e n B e w e is h a b e n w ir. es sei m ö glich. »Durch Abtrennung des sozial bedingten Teils der Wahrnehmung kannst du das Wesen der Dinge erkennen. d aß d ie W elt aus festen O b jekten b esteht. wie die Zauberer alter Zeiten.»Das Streben nach Freiheit. antw o rtete D o n Juan. in d e m e r u n s e rk e n n e n la sse . Ich bevorzuge die Grenzenlosigkeit des Denkens. was wir wahrnehmen. was wir heute wissen und tun. ohne zwanghafte Vorurteile wahrzunehmen. Sie treten nicht als offizielle Seher oder Dorfzauberer auf. D ie K onditionierung unserer W ahrnehm ung im Sinne der A npassung an eine soziale F orm . Diese Erkenntnis war so bedeutsam. All dies. die all das entdeckten und taten. sagte D o n Juan. D ie s b e z e ic h n e ic h a ls so z ia le G ru n d la g e . und zw eitens. weil sie nach Freiheit streben. »E s w ar üb erleb ensw ichtig für unsere V o rfahren.

die dahinschwebt und bei ihrer Fortbewegung eine tiefe Furche in der Energie der Erde hinterläßt. die auf eine dem menschlichen Denken unvorstellbare Art mit Bewusstsein begabt sind. um N ahrung z u fin d e n u n d G e fa h r z u e rk e n n e n . er macht.etwa einen halben Meter hinter dem rechten Schulterblatt des Betreffenden. nicht in eiförmiger Gestalt. Nachdem die Zauberer der Vorzeit das Wesen des Universums sahen. als Don Juan es mir zum erstenmal beschrieb.« Don Juan meinte. »Die alten Zauberer sahen. »S ehr nützlich.»W as w illst d u also b ehaup ten? « »Ic h b e h a u p te . daß die leuchtende Kugel natürlich viel größer sei als der menschliche Körper. ist die physische G ew issheit einer W elt von festen O bjekte n . »Also. deren Energiefeld wie ein Ei geformt ist. m it d er ich d ich vertraut m achen m ö chte: d ie unm ittelb are W a h rn e h m u n g d e s W e se n s d e r D in g e . wie auch immer.und auch er selbst -. D a m a ls k o n n te ic h m ir einfach keinen anderen W eg zum V erständnis der W elt denken als je n e n . was dieser leuchtende Punkt macht. d ie keine ratio nale B e g rü n d u n g b ra u c h e n u n d u n a b h ä n g ig sin d v o n d e n F a k te n d e r A llta g sw e lt . und sie folglich als leuchtende Eier beschrieben. Dies konnte ich mir nur schwer bildlich vorstellen. die sich ins Unendliche erstreckten. daß Wahrnehmung generell an diesem Punkt stattfindet. d aß d ie W elt aus E nergie b esteht. d ie W elt in einer neuen. d ie seine V o rfahren ihn gelehrt hatten: eine S p rache im E inklang m it jenen W ahrheiten d er Z aub erei. sondern alle Lebewesen solch einen leuchtenden Punkt haben. daß nicht nur Menschen. Und weil die alten Zauberer sahen. Heutige Menschen. E nergie unm ittelb ar w ahrzunehm en. vermuteten sie. d ie E n e rg ie u n m itte lb a r w a h rn e h m e n u n d d a s W e se n d e r D in g e sehen. gingen sie einen Schritt weiter und sahen auch das energetische Wesen des Menschen. antwortete er. behaupteten sie.se lb st-e v id e n te W a h rh e ite n fü r d ie Z a u b e re r. was macht der Montagepunkt?« »Nun. vielschichtigeren und interessanteren S p rache zu erfo rschen und zu b eschreib en«. Es komme aber immer wieder vor. hätten die Menschen wohl eher in Kugelgestalt oder sogar in Form von eckigen Grabsteinen gesehen. d a ß d ie W e lt in e rste r L in ie a u s E n e rg ie b e ste h t. daß ich sie w eder annehm en noch w iderlegen konnte. u n d e rst in z w e ite r L in ie a u s O b je k te n . daß unsere Energiegestalt sich mit der Zeit verändert habe. etwa eine Armeslänge hinter dem Körper des Menschen.wie er glaubte wichtigste Entdeckung der alten Zauberer zu sprechen. leuchtende Gespinste. W e n n w ir n ic h t v o n d e r P räm isse ausgehen. hatten die Zauberer der Vorzeit als erste das Wesen des Universums gesehen und es auf die bestmögliche Art und Weise beschrieben. Weil nun die alten Zauberer sahen. Das Wesen des Universums selbst zu sehen sei für diese Zauberer die wichtigste Tat der Zauberei. w ird e s u n s gelingen. U nd d ie vielschichtigere S p rache. A b e r d ie s ist n ic h t d ie e in z ig m ö g lic h e A rt d e r W a h rn e h m u n g . die er kannte . »U n se re W a h rn e h m u n g ist d ie W a h rn e h m u n g e in e s R a u b tie rs«. »Wenn Zauberer einen Menschen sehen«. daß an diesem Punkt die Wahrnehmung des Menschen zusammengesetzt. sagte er m ir b ei and erer G elegenheit. und darum betonte er. w ar d iejenige. den sie einhülle. d e r m ir v e rtra u t w a r. b ehaup tete D o n Juan. w ird es uns nie gelingen. sagte Don Juan. nannten sie ihn den Montagepunkt. Sie hätten die Menschen in Gestalt 16 von leuchtenden großen Eiern gesehen. E rst w e n n w ir d a s W e se n d e r D in g e w a h rn e h m e n . Immer wieder kam Don J uan bei seinen Lehren auf die . Sie hätten nämlich in der leuchtenden Kugelgestalt des Menschen ein besonderes Merkmal gefunden: einen runden Fleck von stärkerer Leuchtkraft. D o n Ju a n s B e h a u p tu n g e n u n d Id e e n w aren m ir so frem d. hätten eben Ähnlichkeit mit den Menschen früherer Zeiten. sozusagen >montiert< wird. daß wir wahrnehmen«. Denn alle Seher.« S e in e A u ffa ssu n g w a r m ir u n b e g re iflic h . sagte Don Juan. W as uns d ann hindert. Wie Don Juan sagte.d e r E n e rg ie se lb st. v o n d e r d u e b e n n o c h g e sp ro c h e n h a st. als hätte die leuchtende Gestalt eine nachschleppende Pfahlwurzel. dessen Energiefeld wie ein Ei geformt ist. daß Zauberer einen Menschen sehen. »sehen sie eine große leuchtende Gestalt. Das Wesen des Universums. und immer im Inneren der leuchtenden Kugel lokalisiert und von deren Glanz überstrahlt . Jener stärker leuchtende Punkt sei aber Bestandteil der Energie-Kugel und befinde sich in Höhe der Schulterblätter. gleiche einer Konfiguration von weißglühenden Fasern.« 17 . nicht größer als ein Tennisball. E s g ib t n o c h e in e a n d e re M e tho d e. an d ie er d achte. sagte Don Juan.

Irgendwie aber müßten sie das Unvereinbare überbrücken. »Ich kann dir nicht erklären. »Bedenke aber«. daß Zauberer sich beim Sehen irren«. desto ungewöhnlicher ist das daraus folgende Verhalten . antwortete er mit Nachdruck. eine Erklärung zu finden. und darum sagten sie. Sie bezeichneten beide als Helligkeit. daß diese Glut bei bewusstlosen oder sterbenden Menschen sehr schwach ist und bei Toten sogar ganz fehlt. anscheinend normal sind. wie oder warum Energie sich bewegt. daß die Wahrnehmung im Montagepunkt zusammengesetzt wird?« fragte ich. fuhr Don Juan fort. indem sie durch diesen Punkt hindurchgehen. Sie sahen. ermahnte mich Don Juan. »Besteht die Möglichkeit. Sie sahen. die durch die leuchtende Kugelgestalt hindurchgehen. wie die Zauberer über den Montagepunkt und die ihn umgebende Glut sprächen. daß alles. aber es ist ganz unmöglich.zusammengefügt durch die Glut der ihn umgebenden Sphäre. daß Wahrnehmung und Bewusstsein. zweitens. was das Raubtierauge normalerweise sieht. sich vereinigen .wie auch zu erwarten. viel kleiner sei. oder >Es schien wie<.und offenbar auch die daraus folgende Bewußtheit und Wahrnehmung. zu einer stabilen Wahrnehmung der Welt montiert?« fragte ich. versuchten sie. daß ihr Bewusstsein anders beschaffen ist. »Wie werden diese Fasern. behaupteten sie. ist so einzigartig. im Sinne dessen interpretiert werden müsse. daß unter Millionen leuchtender Fäden. daß der Montagepunkt eines Menschen sich von der Stelle lösen kann. sei die Art. unter der Herrschaft unserer Raubtier-Wahrnehmung. solange der Montagepunkt in seiner gewohnten Position ruht. scheint ihr ungewöhnliches Verhalten zu beweisen. warum. daß der Montagepunkt immer von einer weiteren Sphäre glühender Leuchtkraft umgeben ist. Alles. soweit man dies nach dem normalen Verhalten der beobachteten Personen beurteilen kann. was man sieht. nachdem er ja.außer. weil die Seher sie nicht mit den Augen sähen. daß Millionen von Fasern bewusster Energie durch den Montagepunkt hindurchgehen. daß sie Wahrnehmungen von ungewöhnlicher Art haben. nur ein kleiner Teil direkt den Montagepunkt schneidet . daß diese Fasern. Und schließlich sahen sie noch zwei Dinge: zum einen. im Vergleich zum Ganzen. ganz automatisch und unvermittelt diese Fasern zu einer stabilen Wahrnehmung der Welt zusammensetzt. und doch könne es keine Helligkeit sein. wo er normalerweise lokalisiert ist. daß der Montagepunkt beim Menschen. indem er seine glühende Sphäre auf jene Energiefasern des Universums konzentriert. was der Montagepunkt und die ihn umgebende Glut anscheinend bewirken. Wenn aber der Montagepunkt und die ihn umgebende glühende Sphäre sich in einer anderen als der üblichen Position befinden. Nachdem die alten Zauberer nun sahen. wenn ich von sehen spreche. »Das weiß niemand«. Daraus zogen die Zauberer der Vorzeit den Schluss.« Das passendste Beispiel für dieses Dilemma. erzählte Don Juan. »Aber der Montagepunkt? Fehlt er bei einer Leiche?« fragte ich. daß jene Zauberer sich bei ihrem Sehen irrten?« fragte ich. daß diese Glut die Bewußtheit sei. ein wenig größer als er selbst. denn der Montagepunkt und die ihn umgebende Glut seien das Zeichen von Leben und Bewußtheit. und zum anderen. daß es bei einem Toten keine Spur eines Montagepunktes gebe. Und er antwortete. erstens. »Die Zauberer sehen die Bewegung der Energie.»Was sahen die alten Zauberer? Und wieso kamen sie zu dem Schluss. Doch wenn sie die Bewegung der Energie lediglich sehen. daß Bewusstsein und Wahrnehmung untrennbar zusammengehören und mit dem Montagepunkt und der ihn umgebenden Glut verbunden sind. die direkt durch ihn hindurchgehen. von denen du sprichst. was wir sehen. so sagte er. daß der Montagepunkt ein 18 Lichtfleck sei. umgeben von einem glühenden Hof. Und nachdem sie sahen. Aus alledem zogen die alten Zauberer die Schlußfolgerung: je größer die Verschiebung des Montagepunkts aus seiner gewohnten Position. wodurch das Licht der direkt durch diese Glut hindurchgehenden Fasern ganz wesentlich verstärkt werde. wissen sie noch lange nicht. sagte Don Juan in einem .« Nachdem die alten Zauberer sahen. immer sage: >Es hatte den Anschein als ob<. Wir Menschen stünden so stark unter dem Diktat des Visuellen. so erzählte Don Juan. daß man unmöglich darüber sprechen kann . »daß ich. man vergleicht es mit etwas uns Bekanntem. Und sie behaupteten. waren sie überzeugt.

daß das Sehen viel Wissen voraussetzt. Es kann doch nicht nur darum gehen. empirisch so unzulässig. die sie aus ihrem Sehen ziehen. »aber die Sache mit dem Montagepunkt ist eine so ausgefallene Idee. daß jeder Zauberer sich alles durch eigene Erfahrung beweisen muß. ihm stillschweigend zu vertrauen und ihn vorbehaltlos als den Nagual zu akzeptieren. Weil es sich bei Verlagerungen des Montagepunktes um Verschiebungen innerhalb der leuchtenden Kugel handelt. um ihr zu widerstehen. hatte Don Juan sicherlich recht. Zum einen eine Verschiebung in irgendeine Position an der Oberfläche oder im Innern der leuchtenden Kugel. Zu jener Zeit kreisten meine Gedanken stets um das Problem der Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Befunde. den seine Genossen ihm zuerkannten: sie nannten ihn den Nagual. sondern daß du sie praktizieren wirst. die die Zauberer der Vorzeit sehen und studieren konnten. die durch die gesamte leuchtende Kugel hindurchgehen. weil sie Verschiebungen in Positionen außerhalb der leuchtenden Kugel 20 sind. ohne jede Spur menschlicher Präzedenz. aber nur weil diese Leute manchmal naiv und ungebildet sind. daß du sie auswendig lernst. sagte ich einmal zu ihm. Bewegungen des Montagepunktes hingegen. könnten wohl falsch sein. unterschieden zwei Arten von Verschiebung des Montagepunktes. sich einzig auf die Beschreibung dessen zu beschränken. müssen Zauberer ihren Verstand auf jede nur mögliche Art entwickeln. die wir in Gedanken errichten und die uns an unserem Ort hält. Schlußfolgerungen und Erklärungen zu suchen. Der Bereich des Menschlichen. diese Verschiebung nannten sie die Verlagerung des Montagepunktes. die begrenzende Mauer zu durchbrechen. seine Welt und seine Person anzunehmen. liege in der Natur der Wahrnehmung. »Entschuldige.« Was die Notwendigkeit des Vertrauens betrifft. erzeuge Welten. Dies sahen die Zauberer der Vorzeit und schlossen daraus. aktivieren Energiefasern von jenseits des menschlichen Bereichs. was sie sehen. automatisch dort »montiert«. daß aber die Versuchung. daß die Wahrnehmung. Wegen der unterschiedlichen Position des Montagepunktes kann die daraus resultierende Welt aber nicht unsere Alltagswelt sein. Die Schwierigkeit liegt darin. Zu Anfang meiner dreizehnjährigen Lehrzeit bei ihm war es das Schwerste für mich. daß man es kann. Zum anderen eine Verschiebung in eine Position außerhalb der leuchtenden Kugel. wie ich damit umgehen oder was ich davon halten soll. erklärte Don Juan. sind die dadurch erzeugten Welten. Sobald wir Energie haben. daß ich lernen mußte. die beide ermöglichen. Don Juan. die völlig unvorstellbar sind . »Nun ja. erwiderte er.« »Mir ist klar. Das Sehen ist nicht so schwer. Überhaupt war Don Juans Rolle in der Welt der Zauberer in dem Titel zusammengefaßt. also zusammengesetzt wird. die einem Seher als doppelte leuchtende Kugel erscheint.« Mit sanfterer Stimme meinte er dann. Das Erstaunliche an der Zauberei ist. Wird der Montagepunkt in eine andere Position verschoben. wie bizarr oder wunderlich oder unglaublich sie auch sein mögen. so tritt dort ein neues Konglomerat von Millionen leuchtender Energiefasern zusammen. Der Trick besteht darin. Dazu muß man dem Nagual vertrauen. so stellten sie fest. Um solch ein Dilemma zu vermeiden. das sind die Energiefasern. Wenn ich dir von den Prinzipien der Zauberei erzähle. sagte Don Juan. diese Verschiebung nannten sie Bewegung des Montagepunktes. Der Effekt jener Verschiebung des Montagepunktes sei aber eine weitere EnergieKonfiguration. viel zu groß sei. die eine bestimmte Art von Energie-Konfiguration besitzt. es geht nur darum. Der Unterschied zwischen einer Verlagerung und einer Bewegung. Dieser Begriff. wenn auch nur für sich selbst. den Montagepunkt zu sehen. Um sie aufzubrechen.« »Da bleibt dir nur eines übrig«. sich zu überzeugen. daß es für Zauberer gewiß sehr viel sicherer wäre. geschieht das Sehen uns wie von selbst.« »Glaube mir. Die Seher 21 . ob man Energie hat. der keine Einwände duldete. die Schlußfolgerungen. Don Juan«. Die alten Zauberer. die im Bereich des Menschlichen liegen. unsere Festung der Selbstzufriedenheit und falschen Sicherheit zu verlassen. so nicht in der Hoffnung. Schwieriger ist es. brauchen wir nur Energie. gleichwohl Welten. von der Art. »nämlich.Ton. da die Glut der Bewußtheit immer dort ist. Solche Fasern wahrzunehmen. so erklärte man mir. daß ich nicht weiß. bezeichne eine Person. Solches Annehmen bedeutete. ob männlich oder weiblich. daß man Energie hat. wo der Montagepunkt sich befindet.unbegreifliche Welten.

W eiter erklärte D on Juan. »Ic h sa g te m e in e m L e h re r d a sse lb e . unm ittelbar gefolgt von einer E uphorie. w e n n n ic h t so g a r a b sto ß e n d .« D o n Ju a n w ie d e rh o lte . u n d n u r n e b e n b e i m it d e r P e rso n . da die leuchtende K ugel zu einer dünnen E nergielinie w ird. m e in te D o n Ju a n . in ih re r n e u e n E nergiegestalt.« »A uf w elche W eise w ird er verschoben?« fragte ich. betrachten w ir sie niem als als authentische A ngriffe des U nbekannt e n . d aß d ie b etreffend e P erso n. d a s H a u p t e in e r G rup p e vo n Z aub erern.« »W a s ge sc h ie h t. »U n d e r a n tw o rte te m ir. die a l t e n Zauberer w ären die einzigen gew esen. A b er sie sagten es nicht aus einer H altung d es E igend ünkels. »E r h at n ich ts d am it zu tu n . U nsere V erb ind ung b esteht m it d em G e ist se lb st.« D as E ndergebnis einer B ew egung des M ontagepunkts. U n d ic h w ie d e rh o lte m e in e g ru n d sä tz lic h e A b le h n u n g . die zufällig auftreten. »T a tsa c h e ist. w as er m ich zu lehren versuchte. u n d d ie s b ra c h te m ir. v e rsic h e rte e r m ir.o d er e i n e r E ifo rm n eh m e er d as A ussehen etw a einer P feife a n . unserer E nergie selbst.« D ann lernte ich tatsächlich. a n z u n e h m e n . deren U rsprung außerhalb oder innerhalb unserer E nergiegestalt liegen kann. d a ß e s o h n e d e n N a g u a l k e in e M ö g lic h k e it d e r B e fre iu n g g ib t. ja jedes m enschliche W esen. D as w eiß ich. ob der M ontagepunkt etw as m it dem physischen K örper zu tun hätte. all den S chutt unseres L ebens abzutragen. V ie l N a c h d ru c k le g te e r b e i se in e n L e h re n a u f d a s E rk lä re n u n d 22 E rörtern des M ontagepunktes.« »K annst auch du diese Ström e fühlen?« »Jeder Z auberer kann es. sagte ich. Ic h fra gte i h n . W eil aber w eder die T raurigkeit noch die E uphorie erklärbare U rsachen haben. e in N agual ist. u n d d a h e r k e in e M öglichkeit. sic h in e in e r gew issen S tärke und in d er F ähigkeit zur F ührung and erer äuß ert. U nd d as sagten alle N aguals. »E r ist T eil d er leu ch ten d en E igestalt. b ezieht sich ausschließ lich auf d ie T atsache. so sagte ich ihm . d a ß e s o h n e d e n N a g u a l n ic h ts z u g e w in n e n g ib t. d aß es ihm eb enso schw ergefallen sei. kom m t ein A ugenblick. d e n ic h a ls K in d le rn e n m u sste u n d d e n ic h v e ra b sc h e u te . w as vo n d er leuchtenden K ugel bleibe. w e n n d e r M o n ta ge p u n k t sic h a u ß e rh a lb d e r E nergiegestalt bew egt? Schw ebt er dort draußen? O der ist er m it der leuchtenden K ugel verbunden?« »E r beult die K ontur der E nergiegestalt aus. So fragte ich i h n einm al. das heißt.« »W ie fühlen solche Ström e sich an?« »W ie ein leichtes U nbehagen. D ies sind m eist unvorhersehbare Ström e. o b d ie se Z a u b e re r. d aß es keinen W eg o hne N agual gib t. um auf solche G efühle zu achten. M e in e E rz ie hung in einem b ed rückend en religiö sen M ilieu. denen diese großartige V erw andlung ihrer E nergiegesta lt ge la n g. d aß d iese zusätzliche E nergielad ung. sei eine völlige V eränderung der E nergiegestalt eines M en sch en . d ie u n s d e sse n B o tschaft b ringt. d er N agual. und ich auch n i c h t . w e il e r d a s A b stra k te . W enn der M ontagepunkt sich w eiterbew egt. d e n G e ist b e sse r re fle k tie re n k a n n a ls a n d ere. w ie re c h t se in L e h re r g e h a b t h a b e . D o n Juan stillschw eigend als N agual z u v e rtra u e n . und d as sage ich. w as w ir n o rm alerw eise als K ö rp er w ah rn eh m en «. D o c h a ls ic h m it ih m d a rü b e r sp ra c h . die der A bsicht des Z auberers gehorchen. so b ald ein so lc h e r M e n sc h in d ie W e lt d e r Z a u b e re r e in tritt. D urch Strom stöße einer E nergie. d ie m ir vo rausgegangen sind . noch M enschen gew esen w ären? . A ber die D urchschnittsm enschen sind zu em sig m it ihren eigenen A ngelegenheiten beschäftigt. a ls ä u ß e rte st d u e in e n re lig iö se n G la u b e n ssatz«. S tatt ein er K u gel. um frei zu w erden. a n tw o rte te D o n Ju a n u n g e rü h rt. unbegründete Stim m ungen. D as ist ab er auch alles. seinem L ehrer in so lchem M aß zu vertrauen. erklärte D on Juan. w a s d u w illst«. ohne deren energetische G renzen aufzubrechen. h a b e sc h lim m e F o lg e n fü r m ic h g e h a b t. D o n Juan so lches V ertrauen entgegenzub rin g e n e m p fa n d ic h a n fa n g s a ls fra g w ü rd ig . ein unbestim m tes G efühl der T raurigkeit. u n d se in e A u ssa g e n a ls L ehrer so w ie seine eigene U nterw erfung unter seinen L ehrer erin n e rte n m ic h a n d e n d o g m a tisc h e n G e h o rsa m .glaub en näm lich. u n d d er P feifen ko p f w äre d as. D e r N a g u a l ist a lso d e r n a tü rlic h e F ü h re r. sondern als unerklärliche. D as E nde des M undstücks bildet d er M o n tagep u n kt. k lin g t e s. D ie A ussage. »D urch E nergieström e. »W e n n d u v o m N a g u a l sp ric h st. e in e u n g e h e u re B e fre iu n g u n d e in e g e ste ig e rte F ä h ig k e it. »G la u b e n u r. w ie e r g e sa g t h a tte . sagte er. aber bei Z auberern sind es höchst vorhersehbare Ström e. w a s d u m ir je tz t sa g st«.

d u m ö c h te st e ig e n tlic h w isse n . d aß m an d ie M ö glich keiten des M enschen nicht unterschätzen s o llte .« »W as geschah endlich m it ihnen. d e r sic h in d e n Schwanz beißen w ill. Z u m in d est h ab en sie u n s b ew iesen . u m e s z u w ü rd igen. D o c h e s w ä re irre fü h re n d . d aß d ie E n ergiegestalt d er M en sch en insofern gleichförm ig sei. sie sahen nicht m ehr aus w ie M enschen? « »S chw er zu sagen.« E in w eiteres T hem a. sie w ären sehr lieb ensw ürd ig gew esen.« »D u m einst. m o nströ s? « »G anz und gar nicht. U n d d ie se G e sc h ic h te n sc h ild e rn sie a ls z ie m lic h bizarr.« »W ie sah er aus?« »W a s d a s Ä u ß e re b e trifft. w ie d ie and eren w aren. G leich fö rm igkeit u n d Z u sam m en h alt als 24 .« »In w elcher H insicht w ar es ungew ö hnlich? « »Ic h k a n n d ir n u r sa g e n . w enn sie sich zur L inie streckten: jeder vo n ih n en w u rd e gleich fö rm ig zu ein er L in ie.« »D u m einst. daß w ir eine angem essene. G ew iß sahen sie no ch aus w ie M enschen. w as d u und ich erw arten w ürd en. e s n u r a ls e in e F ra g e d e s V e rh a lte n s a u fz u fa sse n . N un. d a ß sie . D o n Ju a n ? « »Ja . D iese b eid en E n ergie-Z u stän d e erreich en w ir ganz autom atisch im V erlauf unserer E rziehung und halten sie für so selbstverständlich. Ich fragte i h n . D ie F re ih e it. T a tsä c h lic h ist e s e tw a s. um zusam m enhängend und um fassend w ahrzunehm en. m ü ß te ic h m ic h im K re is d re h e n w ie e in H u n d . M e n sc h lic h e S o rg e n u n d B e stre b u n g e n hatten für sie keinerlei B ed eutung m ehr. S ie w aren irgendw ie unbekannte W esen. in w e lc h e r H in sic h t sie a n d e rs w a re n . w ie es um d iese Z aub erer stand . A ber laß dich nicht von m einen persönlichen A nsichten beeinflusse n . d a ß d a s V e rh a lte n d e s Z a u b e re rs. W ie hätten sie d enn aussehen so llen? A b er sie w aren nicht ganz d as. E in B eisp iel fü r ein e neue G leichförm igkeit und K ohäsion. »A b e r m ir sc h e in t. D aru m sin d sie b is zu m h eu tigen T ag b ew u ß t u n d leb en d ig. In solchen A ugenblicken zeige sich aber. sagte er. w e il sie ih re G e sta lt strecken konnten. Ic h b ra u c h e F re ih e it.« »W aren alle Z aub erer w ie j e n e r . nur deshalb so w ahrnehm en. d ie ih ren eigen en In trigen zu m O pfer gefallen sind. je d e r V o rste llu n g sp o tte t. w as solche G leichförm igkeit und K ohäsion denn seien . E s gib t G esch ich ten ü b er ih r p erio d isch es E rsch ein en auf E rden. auch fähig w aren. d e n ic h k e n n e n le rn te . w ar die N otw endigkeit energetischer K ohäsion und G leichförm igkeit als V orausse tz u n g d e r W a h rn e h m u n g. daß w ir ihre große B edeutung nicht erkennen. w eil uns K ohäsion und energetische G leichförm igkeit gem ein sam sin d . E r b e h a u p te te . w a s ih n e n n ic h t ganz gelang. ic h h a b e e in e n k e n n e n g e le rn t.« »In w elcher H insicht w aren sie and ers? « »In ih re n In te re sse n . D on Juan?« »F ü r m ic h ist e s z u a b su rd . d en d u gekannt hast? « »S icherlich nicht. S ein V erhalten allerd ings w ar ungew ö hnlich. w ie w ir es tun. ist d ie T atsache. d ie üb er d ie G eneratio nen üb erliefe rt w e rd e n . u n d er erklärte m ir. D ie T a tsa c h e . W a s d ie M e n sc h h e it z u e in e r h o m o g e n e n G a ttu n g m a c h t. d ie v e rsu c h te n . u n d b lieb zu sam m en h än gen d als L in ie. D on Juan? Sind sie gestorben?« »D ie Z a u b e re rge sc h ic h te n sa ge n . bis w ir m it der M öglichkeit konfrontiert sind. ab gesehen vo n Z aub erergeschichten. die w ir kennen. W e n n ic h sa g e n so llte . Ich w eiß nicht. E s heiß t. d a ß w ir M e n sc h e n unsere W elt. als a l l e M enschen auf dieser E rde die F o rm e in e r K u ge l o d e r e in e s E is h ä tte n . M einer M einung nach w aren diese alten Z auberer zü gello se u n d kap riziö se L eu te. sa h e r a u s w ie e in n o rm a le r M e n sc h . U nd diese Z aubere r w a re n k e in e E n e rg ie k u g e ln m e h r. die D auer ihres B ew ußtseins au szu d eh n en . so n d e rn L in ie n v o n E n e rg ie . w ie w ir sie kennen. daß w ir alle leuchtende K ugeln sind. neue energetische G leichförm igkeit und K ohäsion brauchen.« »H a st d u e in e n d ie se r M ä n n e r g e k a n n t. d a ß d ie E nergie des M enschen in E i. m e in B e w u sstse in z u b e h a lte n u n d d e n n o c h fo rtz u ge h e n in d ie U nendlichkeit. nicht ganz. das D on Juan m ir erklärte. vertrauensw ürd ige P erso nen. o b sie n o c h v e rn u n ftb e gab te M enschen w aren.« »W as hältst du selbst von alledem .oder K ugelform zusam m engehalten w erd e. sei d o ch B ew eis fü r ih re K o h äsio n . andere W elten w ahrzunehm en als diese eine. sic h z u m K re is z u b ie g e n . D ie L e istu n g d e r a lte n Z a u b e re r ist d e n n o c h b e isp ie llo s. d a s d u seh en m u ß t. A uch hatten sie d efinitiv ein neues A ussehen.»N a tü rlic h w a re n sie n o c h M e n sc h e n «. aber unheim lich. sa g te e r. w äre die E nergiegestalt der alten Z auberer.

einen R ückw eg zu find en. daß ich dies nicht könne. Ich glaubte. U nd endlich kapierte ich die V orstellung von E nergiefasern im Inneren w ie auß erhalb d er m enschlichen K ugelgestalt. a b e r sie ta te n e s nicht. »Ich kann dir nicht erklären. N o rm alerw eise nähm en w ir näm lich nicht d en ganzen m enschlic h e n B e re ic h w a r. m üßten jene E nergiefasern. »D er S chlüssel ist d ie P o sitio n d es M o ntagep unktes. daß es sinnlos sei. was die Zauberer unter solchen Fasern im Inneren und außerhalb der menschlichen Gestalt verstehen. all dies zu verstehen«. Die Vorstellung einer Mehrzahl leuchtender Kugeln stammt aus deiner Kenntnis menschlicher Massen. sagte er.« .von deinem Schlag. B ei vielen K ugeln nebeneinander. Als ich wieder atmen konnte. Und er schlug vor. dieses von ihm entw orfene M odell der E nergie-K onfiguration zu begreifen . bog sich vor Lachen. das buchstäblich mit Worten nicht zu beschreiben war. D ie s a lle in z e ig e d ie U n g e h e u e rlic h k e it d e sse n . d ie d u rc h d e n R a u m in n e rh a lb d e s K u g e lu m fa n g s h in d u rc h g in g e n . Energie direkt wahrzunehmen. U nd d ann setzte d ie K o häsio n d er L inie ein und m achte es ih n e n u n m ö g lic h . B e i e in e r k u g e lfö rm ig e n E n e rg ie fo rm a tio n . daß er ausdrücklich über etwas sprach. 26 »Gewiß ist es eine Zumutung für deine Rationalität. w a r u n e rm e ß lic h v ie l w e ite r a ls d a s. Energie unmittelbar wahrzunehmen. Wenn Seher die menschliche Energiegestalt sehen. w a s e i n d u rc h sc h n ittlic h e r M ensch o d er d urchschnittlicher Z aub erer tun o d er w ahrnehm en könnte. oder als ich erwachte.allein. und mit solcher Gewalt. z u rü c k z u k e h re n . o d er v i e l m ehr d ie F ixierung d es M o ntagep unktes«. so n d e rn v ie lle ic h t e in T a u se n d ste l d a v o n . so wird diese Kugel wiederum als einzelne Energiekugel gesehen. daß dein Montagepunkt sich in eine andere Position verlagert.« Dies war das erste Mal. mir zu sagen. sie streckten sich zu einer L inie. tausendm al w e ite r a ls d e r K u g e lu m fa n g m e n sc h lic h e r E n e rg ie . und darum fragte ich ih n . A lso k o n n te e s b e i e in e r M e h rz a h l v o n K u g e ln k e in e E n e rg ie fäd en auß erhalb vo n leuchtend en K ugeln geb en. gab Don Juan mir einen Schlag auf den Rücken. fragte mich Don Juan erwartungsvoll: »Was hast du gesehen?« Und e. D ies w ollte er dam als nicht w eiter erläutern. daß ich den Atem anhalten mußte. oder sei durch die Wirkung des Schlages in den Schlaf versetzt. das er schon die ganze Zeit getan hatte: nämlich mich in einen unbegreiflichen Bewusstseinszustand zu versetzen. w a s d ie alten Z auberer taten. eine ho m o gene neue W elt w ahrzunehm en. umgeben vom Grenzenlosen. ich solle mir seine Energie borgen und sie zum Sehen benutzen. D e r U m fa n g d e sse n . die besser geeignet ist. d ie d ie se L in ie schnitten. nachdem er sich meinen Einwand angehört hatte. w a s d ie se Z aub erer als E nergielinien w ahrnehm en und b ew irken ko nnten. b e stü n d e d e r m e n sc h lic h e B e re ic h a u s je n e n E n e rg ie fa se rn . e rk lä rte e r m ir. so dachte ich. soweit ich mich erinnere. ich wäre ohnmächtig geworden. die außerhalb einer K ugel sin d . Ich kann bewirken. Plötzlich sah ich etwas. gingen überallhin . o b je n e a lte n Z a u b e re r z u r E ig e sta lt h ä tte n z u rü c k k e h re n können. den er die zweite Aufmerksamkeit nannte. Um also meinen Montagepunkt in eine Position zu verlagern. »Wie kann ich das tun? Deine Energie borgen?« »Ganz einfach. W enn ich m ir a b e r e in e M e h rz a h l le u c h te n d e r K u g e ln d a c h te . dann sehen sie eine einzelne Energiekugel.L inie erlaub ten es d iesen a l t e n Z aub erern. Irg e n d w a n n h ä tte n sie d ie s g e k o n n t. zwischen den Schulterblättern. der meiner Vorstellung von der Welt und mir selbst widersprach . Gibt es daneben noch eine weitere Kugel. da er doch wisse. oder träumte. w o b e i sie sä m tlic h e E n e rg ie fa se rn w a h rn e h m e n k o n n te n . als ich ihm wahrheitsgemäß antwortete: »Ich habe Sterne gesehen . b ra c h d a s M odell für m ich zusam m en. gab ic h m ir die allergrößte M ühe. hatte etw as m it U nb escheid e n h e it u n d W illk ü r z u tu n . sa g te e r. z w a n g slä u fig im In n e re n e in e r a n g re n z e n d e n K u g e l se in .unvergleichbar mit allem. sa g te e r. ich solle es selbst sehen. Im Universum der Energie gibt es nur einzelne Individuen . die besser geeignet war. was ich mir je vorgestellt hätte. Und dies mußt du selbst sehen!« Damals widersprach ich Don Juan und meinte. antwortete Don Juan.einen Zustand. »W ie kann m an G leichfö rm igkeit und K o häsio n erw erb en? « fragte ich. etwas zu sehen. V on D on Juan angeleitet. Strahlende Lichtfäden kamen von überallher. W a s a b e r e ig e n tlic h d ie se n Z u sa m m e n h a lt a ls L in ie h e rb e ifü h rte u n d m ith in d ie Z a u b e re r hind erte.

fuhr er fort. daß mein Bewusstsein in einen höchst unheimlichen Zustand nie gekannter Klarheit geriet .die Bewußtheit anderer Welten oder die Fixierung des Montagepunktes in einer von unzähligen neuen Positionen. den sie als erste Aufmerksamkeit bezeichnen . die ich eben gehabt hätte. daß die Zauberer nicht nur das totale und absolute Gedächtnis hätten. war Energie oder Entschlossenheit. den Montagepunkt in genau die Position zurückzubringen. etwa in Höhe der Schulterblätter. er wollte . bedeuteten solche Verschiebungen. und einen viel größeren Bereich. daß normale Bewußtheit im Vergleich dazu verblaßte. so intensiv. die er zu dem Zeitpunkt einnahm. sagte er. Gleichförmigkeit und Zusammenhalt neu zu arrangieren?« »Es bedeutet. das heißt. in die zweite Aufmerksamkeit einzutreten.« »Was bedeutet es. in dem ich zeitweilig alles voraussetzungslos verstand. Im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit gab Don Juan mir sehr ausführliche Erklärungen der Zauberei. daß ein solcher Kunstgriff unverzichtbar 28 sei. Erinnern bedeute also. für die Zeit meines Lebens. zu einer der schwierigsten und komplexesten traditionellen Aufgaben der Zauberei entwickelt. >Es ist mir zur zweiten Natur gewordene sagen wir etwa. widmeten die Zauberer sich Zeit ihres Lebens. aber irgendwie könnten sie diese speichern und wortgetreu im Gedächtnis bewahren. sondern daß sie auch jede Erfahrung erinnern könnten. Er betonte. Es war kein ganz angenehmer Zustand. Die alten Zauberer waren Meister solchen Neu-Arrangierens. sagte er. als jenes Eintreten in den Zustand der zweiten Aufmerksamkeit stattfand. Aus meiner Erfahrung betrachtet.« Von meinem heutigen Standpunkt betrachtet.als Alltagsbewußtsein oder Fixierung des Montagepunktes in seiner gewohnten Position. Was dir aber fehlte. wie er es nannte: er gab mir einen leichten Schlag auf den Rücken. Diese scheinbare Besonderheit des Gedächtnisses und die Arbeit des Erinnerns erklärten die Zauberer nun in der Weise. Don Juan erklärte mir. indem man den Montagepunkt in seiner neuen Position festhält und ihn daran hindert. Die alten Zauberer. was Menschen sehen können. was ihnen in der zweiten Aufmerksamkeit widerfahre. Was wir lernen.Dann sagte er. manchmal auch einen kräftigen Schlag. Die Zauberer nutzten dabei eine scheinbare Besonderheit unseres Gedächtnisses und hätten folglich die Erinnerung all dessen. wenn wir etwas meinen. ähnlich wie die Aufmerksamkeit des Alltagslebens es ist. das wir sehr früh im Leben gelernt haben. eine andere Position einnimmt. versicherte er mir. daß die Zauberer eigentlich zwei abgeschlossene Bereiche ihres Strebens kennen: einen kleineren. wenn man in die zweite Aufmerksamkeit eintritt. deine Kohäsion und Gleichförmigkeit neu zu arrangieren. daß der Montagepunkt jedesmal. an seine ursprüngliche Stelle zurückzugleiten. erkenne ich. bleibt uns ein Leben lang erhalten. und zwar durch einen Kunstgriff der Zauberer. nämlich die zweite Aufmerksamkeit . daß dein Montagepunkt sich verlagerte«. daß diese Unterweisungen bei mir wortgetreu erhalten bleiben würden.ein Zustand der Überbewußtheit. daß ich noch nicht bereit sei. ausführlicheren Erklärungen geben. wie wenn wir als Kinder etwas lernen. Normalerweise erinnerten sich die Schüler gar nicht an diese Erklärungen. Don Juan überzeugte mich. Dieser Arbeit des Erinnerns. »und für einen Augenblick träumtest du die Energiefasern des Universums. daß Don Juan mich so oft wie möglich in die zweite Aufmerksamkeit eintreten ließ und mich zwang. die außerordentliche Erfahrung zu verstehen. die sie im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit machten: nämlich indem sie ihren Montagepunkt in die entsprechende Position zurückführten. wobei er wußte.« Dann gab mir Don Juan eine überlieferte Definition der zweiten Aufmerksamkeit. Darum sahen sie alles. Denn im normalen Bewusstseinszustand müsse ein Zauberer seinen Schülern die Grundbegriffe und praktischen Übungen vermitteln und in der zweiten Aufmerksamkeit dann die abstrakten. Dadurch verschob er meinen Montagepunkt. ist genauso. Zur Qualität solcher wortgetreuen Erinnerung bemerkte er: »Im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit etwas zu lernen. Im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit ließ Don Juan mich unbegreifliche Dinge erleben. wie er erklärte. für lange Zeitspannen neue Positionen meines Montagepunktes festzuhalten und in diesem Zustand kohärente Wahrnehmungen zu machen. Meistens war es wie ein seltsamer Traum. bezeichneten das Resultat solcher Fixierung des Montagepunktes in neuen Positionen als zweite Aufmerksamkeit und behandelten die zweite Aufmerksamkeit als eine Sphäre allumfassender Aktivität. »Ich habe bewirkt.

fü n fte n s. v o m S ta n d p u n k t d e s Z a u b e re rs. erstens. d a ß d e r M o n ta g e p u n k t sic h im S c h la f se h r le ic h t v e rsc h ie b t. d a ß d e r M o n ta g e p u n k t . d e n M o n ta g e p u n k t a b sic h tlic h a u s se in e r ü b lic h e n P o sitio n z u v e rsc h ie b e n . d ie d as B ew usstsein aktivieren: d ad urch ko m m t es zu einer Z u sa m m e n se tz u n g d ie se r u n g e k a n n te n E n e rg ie fe ld e r z u e in e r k la re n . 31 . »D ie Z aub erer b etrachten d as T räum en als eine ho chentw ickelte K u n st«. um eine V erschieb ung d es M o ntagep unktes zu erzw ing e n . alles so exakt w ahrzunehm en. d ie v e rä n d e rte B e w u ß tseinszuständ e hervo rrufen kö nnen.m ich dazu zw ingen. bei gew öhnlichen T räum en. d aß d ie alten Z aub erer d ie K unst d es T räum ens auf fünf B edingungen gründeten. so n d e rn d a ß e s ü b e rh a u p t e inen so lchen Z ustand gab . d a ß ic h in d ie z w e ite A u fm e rk sa m k e it e in g e tre te n w a r. w ieder zurück in m einem norm alen B ew ußtseinszustand. daß nur jene Energiefasern. E s gelang m ir unzählige M ale. u n d sie su c h te n v o r a lle m ih re T rä u m e z u k o n tro llie re n . die direkt durch 30 d en M o ntagep unkt hind urchgehen. d ie a lle rd in g s b e trä c h tlic h ist. D iese B eobachtung veranlaß te sie. eine B rücke zw ischen m einem H andeln in der zw eite n A u fm e rk sa m k e it u n d m e in e m A llta g sb e w u ß tse in h e rz u ste llen. zw eitens. sic h in P o sitio n e n a u ß e rh a lb d e r le u c h te n d e n E ig e sta lt z u b ew egen: in d ie E nergiefasern d es gesam ten U niversum s. die sie im E nergiefluß m enschlicher Wesen sahen. und sei d ie V erschieb ung no ch so gering . desto ungew öhnlicher der T raum . zu ko härenten W ahrnehm ungen zusam m engesetzt w erd en kö nnen. unm ö g lic h w a r. S ie sa h en .sic h le ic h t v o n se lb st in e in e a n d e re P o sitio n a n d e r O b erfläche o d er im Innern d er leuchtend en E igestalt verschiebt. e in e system atische V erschieb u n g d e s M o n ta g e p u n k te s z u e rre ic h e n u n d e in z u ü b e n . b egründ eten sie d ie K unst d es T räum ens.b e i g e w ö h n lic h e n T rä u m e n . d ritte n s. desto größer die V erschiebung. E rsc h ö p fu n g o d e r S tre ß a u s. u n d v i e l l e i c h t ganz unw issentlich. E s ko stete m ich viel Z eit und M ühe. v ie rte n s.und um gekehrt. w ährend w ir um d ie P laza d er S tad t O axaca schlend e rte n . d a ß d e r M o n ta g e p u n k t v e ra n la ß t w e rd e n k a n n . E ines T ages. m ic h z u e rin n e rn : n ic h t n u r. w as d ie zw eite A ufm erksam keit sei. je ungew öhnlicher der T raum . u m d e n B e re ic h d e sse n z u ste ig e rn u n d z u e rw e ite rn . S o e tw a n a h m e n sie P fla n z e n e i n . Sie sahen. M ein P ro b lem lag in m einer U nfähigkeit. b is ich verstand . E in e w e ite re g ro ß e E n td e c k u n g d e r a lte n Z a u b e re r w a r. sie setzten sich Z uständ en w ie H u n g e r. A u f d ie se W e ise . d aß . U n d sie sa h en . so e rk lä rte m ir D o n Ju a n . w ie D o n Juan sagte. »N ä m lic h d ie K u n st. k o h ä re n te n W a h rn e h m u n g . w ie ich im A lltag w ahrzunehm en p flege.w enn d er M o ntagep unkt in eine and ere P o sitio n verscho b en w ird . sa g te e r. w a s d e r M e n sc h w ahrnehm en kann. raffinierte T echniken zu ersinnen. im S chlaf. d a ß e s d u rc h D isz ip lin m ö g lic h ist. m eine G leichförm igkeit und K ohäsion neu zu arrangieren. so n d e rn w e il e s m ir. D ie s fü h rte sie z u e in e r w e ite re n E rk e n n tn is: d a ß d ie T rä u m e d u rc h a u s e tw a s m it d ie se r V e rsc h ie b u n g z u tu n h a b e n . g a b m ir D o n Ju a n d ie k la rste D e fin itio n d e s T rä u m e n s.and ere und ungekannte E nergiefasern d urch ihn hind urchgehen. W eniger w egen d er K o m p liziertheit d e s S a c h v e rh a lts.« E r sagte m ir. S ie sa h en . S ie sa h en . D ie a lte n Z a u b e re r sa h en : je g rö ß e r d ie V e rsc h ie b u n g .

k a n n st d u tie fg rü n d ig se in . w u rd e m ir k la r. eine exakte und praktische Kontrolle über die allgemeine Situation eines Traumes zu haben. sa g te e r. in d ie er sich b eim T räum en verscho b en hat. »Ich werde dich lehren. so llst d u d ich ganz le ic h t m a c h e n . W enn d u ab er träum st. M e in e e rste n V e rsu c h e . weil diese . im T ra u m m e in e H ä n d e a n z u se h e n . sozusagen natürlich. E r nannte d ie T raum -A ufm erksa m k e it e in e u n b e g re iflic h e F ä h ig k e it u n se re s B e w u ß tse in s. das Träumen zu arrangieren. bevor du dies willst. Zum einen können sie metaphorisch von einer Welt magischer Dimensionen sprechen. d ie w ir a u sü b e n . Dabei wird sie anfangs als Vorstellung intendiert. das Träumen zu arrangieren?« »Das Träumen zu arrangieren bedeutet. die uns Welten jenseits unserer kühnsten Phantasie eröffnet. Das Träumen zu arrangieren bedeutet nun. Ich bevorzuge stets die letztere. D a s T rä u m e n so ll e rn sth a ft b e trie b e n w e rd e n .« »Was bedeutet es. »Ich werde dich also den ersten Schritt zur Kraft lehren«.sich nicht von selbst einstellt. um die Zauberei zu erklären. wird sie für uns zur körperlichen Empfindung. E tw a s a n d e re s w ä re g e n a u so g u t g e e ig n e t. d ie im m e r v o rh a n d e n ist u n d n u r d a ra u f w a rte t. d ie S ache d o ch als einen unterhaltsam en V ersuch aufzufasse n . sondern beabsichtigt werden muß. Du springst also nicht etwa vom Hörsaal in die Berge. obwohl keine der beiden Möglichkeiten das rationale Denken eines im Sinne westlicher Kultur gebildeten Menschen befriedigen kann. o h n e d a ß w ir je d ie C h a n c e h ä tte n . daß du diesen Traum nicht in einen anderen abgleiten lässt. w ie d u w illst«.« V ie l m e h r w u rd e d a rü b e r. Du träumst zum Beispiel. w a n n im m e r sie w o lle n . bewußt kontrollierte Verschiebung des Montagepunktes. Die erste Pforte des Träumens Der ersten Lektion in der Kunst des Träumens schickte Don Juan die Worte voraus. n ic h t so e rn st u n d sc h w e r. zu fixieren. e tw a s B e stim m te s z u su c h e n .2. »E rk lä ru n g e n v e rla n g e n ste ts schw ierige G ed anken. du kontrollierst den Anblick des Hörsaals und lässt ihn nicht los. d a ß w ir sie a k tiv ie ren: d as heiß t i h r ein Z iel geb en. A ls ich m ich ab er an m eine E rfahrungen in d er z w e ite n A u fm e rk sa m k e it e rin n e rte . Wenn Don Juan die zweite Aufmerksamkeit metaphorisch im Sinne einer Progression beschrieb. A ufgrund ihrer Ü b ung kö nnen d ie Z aub erer d iese K o n tro lle a u sü b e n .« D o n Juan versicherte. so n d e rn m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it z u aktivieren. »S o la n g e w ir ü b e r d a s T rä u m e n sp re c h e n . die uns eher kurios denn als wirkliche Möglichkeit erscheint. u m u n se re n M o ntagep unkt in einer neuen P o sitio n. Ich kritisierte zum B eisp iel d ie A b su rd itä t e in e s so lc h e n V o rh a b e n s. und schließlich zu einem Daseinszustand. H eute A bend so llst d u zum B eisp iel im T raum d eine H änd e anschauen. D iese geheim e F ähigkeit hätten w ir a lle in R e se rv e . N ur unter dieser B edingung können sich deine T räum e tatsächlich zum T räum en w eiterentw ickeln. Zwei Möglichkeiten haben die Zauberer. zur praktischen Anwendung einer überlegenen Macht. sagte Don Juan am Anfang seiner Unterweisung in der Kunst des Träumens. w aren ein F iasko. im Z u sta n d d e s A llta g sb e w u ß tse in s. 33 . d a ß w ir e in viel ausführlicheres G esp räch hatten. daß ich mir die zweite Aufmerksamkeit als Progression denken müsse: anfangs nur eine Idee.als Nebenprodukt der Verschiebung des Montagepunktes. im T ra u m n a c h m e in e n H ä n d e n z u su chen. d aß er m ir ganz w illkürlich d en R at gegeb e n h a b e . und schließlich als eine stetige. du bist in deinem Hörsaal an der Universität.« 32 »Ist so etw as ab er m ö glich? « »N atürlich ist es m ö glich. so deshalb. D ie T ra u m -A u fm e rk sa m k e it se i e in e A rt v o n K o n tro lle ü b e r d ie e ig e n e n T rä u m e . u n d D o n Ju a n e m p fa h l m ir. S o lch eine K o ntro lle unterscheid et sich n ic h t v o n d e r K o n tro lle ü b e r je d e b e lie b ig e S itu a tio n d e s tä g lichen L eb ens. sa g te D o n J u a n . N ach M onaten erfolgloser M ühen gab ich auf und klagte w ied er b ei D o n Juan üb er d ie A b surd ität eines solchen V orhabens. Mit anderen Worten. zum anderen können sie ihr Anliegen in abstrakten Begriffen der Zauberei erklären. Z ie l d e r Ü b u n g se i n ic h t. U m d ic h se lb st z u üben. sollst du am A nfang etw as ganz E infaches tun. nicht gesp ro chen. sie im A lltagsleb en zu nutzen. a b e r frö h lic h u n d m it d e r Z u v e rsic h t e in e s so rg lo se n M e n sc h e n .

daß ich einschlafe? Gibt es da Regeln zu befolgen?« »Nein. E s w ar keine Stadt der englisch. die Augen zu öffnen. E s w aren k le in e B ä u m e m it h a rte n . W as er d a m ach te u n d w ie er es m ach te. desto stärker m achte sich e in A ngstgefühl in der M agengrube bem erkbar.« »Das besagt doch nichts.« »Wie kann ich mir bewußt machen. Doch über die Absicht und das Beabsichtigen können wir noch nicht sprechen: es wäre zu schwierig. Du mußt den Energiekörper erreichen. wenn ich dir sage: Die Zauberer beabsichtigen alles. die wir überschreiten. dir von den Pforten des Träumens zu erzählen. D u m ußt es selbst erleben. M ir w ar völlig k l a r .und Ausgänge gibt. Du stehst vor der ersten Pforte.vielleicht w aren es Litauer. Eines Tages wirst du an der Reihe sein. auf einer breiten. daß ich m ich gleich zu orientieren suchte. daß er m ich durch den körperlichen K ontakt hypnotisierte. das du überwinden mußt. »H alte dich m it so etw as nicht auf«. die schw er zu beschreiben ist. Man beabsichtigt einfach. baum bestandenen A llee spazierenging.« »Paß auf. darum nutze klug die Zeit. m it ihm zusam m en. A lle B ä u m e hatten unten. einfach indem sie es beabsichtigen. sah ich. wenn wir bewußt einschlafen und uns auflösen in Dunkelheit und Schwere. D ort gab es kein U nkraut und keine A bfälle. die sich auftun muß. die wie ein angenehmes Schweregefühl ist und uns nicht erlaubt.« Don Juan erklärte.« Schw eigend gingen w ir e in paar Straßen w eiter. Je w eiter w ir gingen. e in ge ro llte n B lä tte rn . es zu erklären. Jeder Versuch. daß ich m ich nicht in dieser unserer W elt befand. Für die Zauberer ist Verstehen . bewußt einzuschlafen. E s w ird nicht lange dauern. daß dieser Satz. sondern es w ar eine S tadt des w estlichen K ulturkreises. ein großes R echteck offener E rde. damit du träumen kannst. sagte er. sagte er. bevor du nicht selbst mit dem Kopf gegen die erste ranntest. n u r d iese ko h lsch w arze. und tu es unauffällig. aber m ein K örper w ar alarm iert. wenn du ihn für den Energiekörper beabsichtigst.»Es gibt sieben Pforten des Träumens«. M ein V erstand w ar neugierig. w ar m ir dam als noch völlig rätselhaft. »und die Träumer müssen alle sieben aufstoßen. »Die erste Pforte ist eine Schwelle. und alles w ar m ir so klar bew ußt. w as ich m eine. Don Juan. a ls h a b e e r m ic h a u ge n b lic k lic h in S c h la f v e rse tz t. D on Juan stieß m ich leicht in die Seite. Ich hätte geschw oren. lockere E rde rund um den Stam m . antwortete er. was sie beabsichtigen wollen. Du glaubst.und hier spreche ich von Absicht und Beabsichtigen eine Sache der Energie. w ie m an sie u n ter städ tisch en A lleeb äu m en fin d et. Dieser Satz kommt dir sinnlos vor. vom Energiekörper ganz anders aufgefaßt wird als vom Verstand. indem wir uns vor dem Einschlafen eine bestimmte Empfindung bewußt machen«. M ir w ar also. A ls ich nun m einen B lick auf den B ordstein richtete. »Eine Empfindung.« »Warum hast du das nicht früher gesagt?« »Es hätte keinen Sinn gehabt. Don Juan?« 34 »A ls eine körperliche E m pfindung. sie ist ein Hindernis. daß dich niem and en td eckt. dam it du deinen E nergiekörper erreichen kannst. dann w eißt du. aber D on Juan gab m ir ein en S ch lag au f d en R ü cken u n d versetzte m ich in d ie zw eite A u fm erksam keit. wäre lächerlich. Darum wundere dich nicht.« »Wie faßt der Energiekörper diesen Satz auf. u n d ic h träum te. daß ich. Ich habe dir m eine E nergie geborgt. und m it i h m bist du eben in eine andere W elt übergew echselt. D er T raum w ar so lebhaft. und im Fall des Träumens eben sieben Eingänge. Schau dir alles an. Die Zauberer glauben. A ls w ir an eine K reuzung kam en und stehenblieben. es anderen zu erklären. D ie M enschen w irkten w ie N ordeuropäer . indem ich die Straßenschilder las und neugierig die M enschen anschaute. es gibt keine Regeln. eine nach der anderen. des rationalen Denkens. Ich beschäftigte m ich noch im m er m it dein E ntziffern von Straßenschildern und R eklam etafeln. w as e in e sonderbare W irkung auf m ich hatte. Die erste Pforte haben wir erreicht. in einer m ir unbekannten Stadt. und dazu brauchst du Energie. w ohl zur B ew ässerung. »W ir s in d an keinem bestim m baren O rt. Verstehen sei nur eine Sache der Vernunft. daß es im Energiefluß des Universums so etwas wie Ein. kurz bevor . G ib a c h t . Jetzt weißt du. weil du ihn nicht in den richtigen Kontext stellst. die wir als Hindernisse erleben und die der Zauberer als die sieben Pforten des Träumens bezeichnet. daß die B äum e an dieser S traße sorgfältig beschnitten w aren.oder spanischsprechenden W elt.« Ich w ünschte m ir präzisere E rklärungen.

Während ich sie anstarrte. was an diesen Menschen so fremd war .Überzeugen. Mit diesen Worten warf er mich praktisch aus dem Haus und befahl mir. was ich zu Don Juan sagen wollte. wie kannst du dich überzeugen. sagte er. nicht nur. er habe nicht genügend Energie. Ich fuhr also wieder nach Hause. Mit allen Zellen deines Körpers mußt du fühlen und wissen. als wüßte ich nun. »War dies alles nur ein Traum. was du beabsichtigen willst. da wir über die erste Pforte des Träumens sprechen. daß ich ein Träumer bin. daß du ein Träumer bist. Ich lag zusammengekrümmt auf der Seite. aber ich war wie betäubt. und Tun.« »Du meinst also. sagte Don Juan wie selbstverständlich. nämlich in Don Juans Haus. »Ich habe dir meine Energie geborgt. weil du noch nicht genügend Energie hast. daß du deinen Energiekörper erreicht hast und daß du ein Träumer bist. daß es hier keine Autos gab.aber jetzt fuhr mir ein sonderbar trockener Wind ins Gesicht.nicht als Sache des Verstandes. und ohne jeden Gedanken. nicht wiederzukehren. Ich sah mich um nach Don Juan. was Absicht ist . Das Beabsichtigen der ersten Pforte des Träumens. auch wenn du noch nie geträumt hast. Plötzlich hatte ich die Gewißheit. ich war im Begriff gewesen. antwortete er. flüchtest du dich zu deiner Vernunft. damit du begreifst. etwas Transzendentales über das Träumen und über die Menschen herauszufinden. Ich wußte. 36 »Ja. fiel mir auf. Ja. daß du einschläfst. Dieses Mal habe ich deine Absicht auf das Erreichen deines Energiekörpers gerichtet. daß du es nicht bist? Beabsichtigen ist beides: das Dich . sagte er. Ich hörte ihn sprechen. daß dies kein Traum war! Wir waren in einer anderen Realität als jener. »Sei im Stillen. blauen und braunen Augen um uns. schmerzhaften Atemzügen. wo alles angefangen hatte. Disziplin und Zielstrebigkeit. sondern weil du noch nicht beabsichtigst. deine Absicht auf das zu richten.ich auf die Straße treten wollte. daß du ein Träumer bist. ich sei ein Träumer. ist es das Ziel des Träumens. einem sonderbaren Gedanken folgend. und das Überzeugtsein davon. zu beabsichtigen und aus eigener Kraft meinen Energiekörper zu erreichen. Dies wird dich automatisch in die Lage versetzen. Gib dir aber keine Mühe. Einstweilen wirst du die Bedeutung all dessen noch nicht verstehen. Laß deinen Energiekörper dies tun. »es war das Träumen. ein hypnotischer Zustand?« »Es war kein Traum«. wenn ich es doch nicht bin?« »Sobald du hörst. Es verlangt Vorstellungskraft. »In diesem Fall. daß die einzige Art des Beabsichtigens darin besteht. Ich solle selbst lernen.« Scherzend meinte Don Juan. ohne zu wünschen. ohne zu tun. und mir alle Mühe geben. so ist es nicht. Beabsichtigen ist viel einfacher und zugleich unendlich viel komplizierter. daß du ein Träumer bist. »Wo waren wir. Im nächsten Augenblick war ich wieder dort. Ich habe dir geholfen.« »Wie kann ich mich überzeugen. es zu glauben? Ist es so?« »Nein. Aber ich konnte mich nicht konzentrieren auf das. ich soll mir sagen. den Energiekörper zu beabsichtigen?« fragte ich. bevor ich die erste Pforte des Träumens beabsichtigt hätte. hätten die alten Zauberer als ein Mittel entdeckt. Sofort bildete sich ein Kreis von hart blickenden. Sonst würde dein Energiekörper unmittelbar verstehen. daß di' ein Träumer bist. daß du einschläfst. begannen sie auch mich anzustarren. um mir noch einmal welche zu borgen. sondern des Energiekörpers. und monatelang legte ich mich jeden Abend mit der Absicht zu Bett. Beabsichtigen heißt Wünschen. so könnte man es ausdrücken«. Ein sonderbares Kribbeln im Zwerchfell zwang mich zu flachen. das meine Angst erklären konnte. die zweite Aufmerksamkeit zu erreichen. dir bewußt zu machen. wenn du weißt. und du hast deinen Energiekörper erreicht«. was ich wußte. davon überzeugt. Akzeptiere einfach das Beabsichtigen«. mir mühsam bewußt zu . daß dein Energiekörper sich des Einschlafens bewußt wird. bis hinauf in die Nasenhöhlen. dir bewußt zu machen. die ich gesehen hatte. Ich beobachtete die vorbeikommenden Menschen. fuhr er fort. die ich als meine Realität kannte. um die zweite Aufmerksamkeit und den Energiekörper zu erreichen. daß du dich von etwas überzeugen sollst. und nahm mir die Sicht: und ich vergaß. um vielleicht etwas zu entdecken. zu beabsichtigen. Don Juan?« fragte ich. In deinem Fall verlangt das Beabsichtigen unbedingtes Wissen deines Körpers. Mir war.« »Ist es das Ziel des Träumens. auf einer Strohmatte.

sondern auch Wut über meine Ungeschicklichkeit. daß die Träumer mit raschen Blicken alles registrieren. wenn auch sehr lebhafter Traum. kehren aber möglichst oft zu ihrem Ausgangspunkt zurück. sehr! Das Träumen muß eine ganz nüchterne Angelegenheit bleiben. worauf ich meine Aufmerksamkeit richtete. denn sie ist die Pforte zur zweiten Aufmerksamkeit . von der ich träumte. ich habe die Sache verpatzt?« »Nein. Es begann wie ein gewöhnlicher. Wochen vergingen. und es gelang mir nicht. Und nun träumte mir. bis mein Träumen sich eines Tages scheinbar von selbst veränderte. als dir des Einschlafens bewußt zu werden. So spazierte ich ganz real durch diese Stadt. »Tatsächlich geht es nur darum. Fast immer konnte ich das Bild dessen festhalten. sagte er. sich das Einschlafen bewußt zu machen. da schliefst du nicht. sich bewußt zu machen. als sollte ich etwas tun. Irgendwann merkte ich aber. im Traum bestimmte Gegenstände zu suchen. Ich hatte nichts Besonderes getan . ich sähe meine Hände. daß ich einschlief. bei einem kurzen Mittagsschlaf. bewußt einzuschlafen oder im Traum meine Hände zu suchen. Aber offenbar wolltest du eine frühere Erfahrung wiederholen. Nun richten die Träumer ihren Blick auch auf andere Gegenstände. wo ich zum erstenmal zu Besuch wäre. Es gab keinen Unterschied zwischen diesem Traum-Spaziergang und einem Spaziergang. der sich nicht wiederholte. sagte Don J uan. empfand ich nicht nur den Schmerz im Knie. war. Du träumtest. wurde viel wirklicher. Wenn sie ihre Traum-Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand richten. diesmal bist zu weit gegangen«.« »Glaubst du. wie ein Tourist sie gesehen hätte. »Du brauchtest nichts anderes zu tun. ich sei zu Besuch in meiner Heimatstadt. »Ich glaube. aber vorläufig empfehle ich es dir nicht. indem man sich zwingt.« »Ist es so gefährlich?« »Ja. der durch ihre Straßen gelaufen wäre. der allmählichen Selbstkontrolle. Man darf sich keinen falschen Schritt leisten. Es schockierte mich so sehr. Damals. die erste Pforte des Träumens zu durchschreiten. so dient ihnen dieser nur als Ausgangspunkt. daß ich einschlief. das nicht. Wenn ich zum Beispiel gegen eine Tür stieß. Und ich spürte eine absurde Härte der Dinge im Traum. aber nie waren es meine. nachdem er sich meinen Bericht angehört hatte. Don Juan. 38 Dabei war die Stadt. bis ich erschöpft war. Ich sah die Stadt. Meine Füße schmerzten.mich zu überzeugen. daß es mich fast jede Nacht weckte. als ich deinen Montagepunkt verschob und wir beide in jener geheimnisvollen Stadt landeten. Es waren Hände.« Und er erzählte mir. Was du getan hast. was in einem Traum vorkommt. blieb dies ein einmaliger Traum. meiner Heimatstadt gar nicht ähnlich: aber irgendwie war ich überzeugt.« »Welchen Unterschied gibt es zwischen Traum-Aufmerksamkeit und zweiter Aufmerksamkeit?« 39 . daß man einschläft. Ich hatte ihn zu dieser Verlagerung gezwungen. als würdest du eine Wand umwerfen. Doch wie sich zeigte. »Wenn wir die Träumer auffordern. Der andere Teil der Aufgabe . Wir müssen unsere Traum-Aufmerksamkeit systematisch trainieren. mir bewußt zu machen. Sie veränderten dauernd ihre Form und wurden manchmal alptraumhaft bedrohlich.abgesehen von meinem festen Entschluß. Das Gefühl wurde so stark. daß ich ein Träumer sei und meinen Energiekörper erreicht hätte . Dann veränderte sich das Licht im Traum. nur um eine Mücke zu zerquetschen. Dies geschieht aber seltsamerweise nicht. daß dies die Stadt meiner Geburt sei. das man im Traum sieht. aber nicht im Schlaf. daß dein Montagepunkt diese Position nicht durch einen normalen Traum erreicht hatte. daß ich beim Träumen ein vages Gefühl hatte. woran ich mich nicht erinnern konnte. Eines Tages dann. so ist dies ein Vorwand«. um im Traum meine Hände zu sehen. Sonst war der Inhalt meiner Träume meist angenehm gleichmäßig. Mit einiger Mühe fand ich tatsächlich Hände im Traum. durch die ich ging. gab er mir wenigstens ein paar Hinweise. Die Straße. Als ich Don Juan von meinen vergeblichen Anstrengungen berichtete. Natürlich kannst du diese Position auch beim Träumen erreichen. Das Träumen ist ein Prozeß des Erwachens. als sie es eben noch gewesen war. Wieder vergingen Monate.machen. Das bedeutet. den ich in einer Stadt gemacht hätte. sondern indem man das Bild festhält. um meine Hände zu finden. träumte mir. daß ich aufwachte.war mir ganz unmöglich. Die Bilder wurden schärfer. die nur scheinbar zu mir gehörten.

« »Was bedeutet es. In einem anderen Gespräch. m anchm al frem d sind. wenn du nur kurz hinschaust. und d ie T raum A u fm e rk sa m k e it ist w ie e in F lu ß .mein erster Versuch zu wirklichem Träumen gewesen. »Sie bemerken sie und isolieren sie von den normalen Gegenständen ihrer Träume. d a ß d ie T ra u m -A u fm e rk sa m k e it der S chlüssel zu jedem S chritt in der W elt der Z auberer sei. wie du ihn hattest. fuhr er fort. die erste Pforte des Träumens zu erreichen. o ffe n b a r u m m ir Z e it z u la sse n . w ährend die T raum -A ufm erksam keit ein Z ustand ist.« S e h r n a c h d rü c k lic h b e to n te e r. w eil d u d arauf b eharrst. kam er plötzlich auf das Thema zurück.alles in allem . d ir T räum e vo rzustellen. U n se r B e w u sstse in sc h lü p ft d u rc h d ie se L ü c k e in a n d e re S p h ä re n . es sei . Dann wende dich anderen Gegenständen zu und beobachte sie. D ie z w e ite A u fm e rk sa m k e it ist e in Z u sta n d d e r B e w u ß th e it g a n z e r W elten. in d em uns d ie G egenständ e unserer T räum e b ew uß t w erd en.« »Beinah schaffe ich es. b evo r er antw ortete. begann er. daß es die Zauberer schaudert. »D ie Z a u b e re r 40 machen sich diese fremden Energieströme bewußt«. das du dir zum Ausgangspunkt wählst. mit kurzen Blicken. u n d w ir in te rp re tie re n sie a ls G egenständ e. v e rsta n d e sm ä ß ig a u fz u n e h m e n . w a s e r g e sa g t h a t t e . w ie deine W elt absolut ist. E r legte so viel N achd ruck auf d iese F eststellungen. daß es mir gelungen sei. Richte deinen Blick auf so viele Dinge. die erste Pforte des Träumens zu passieren?« »Wir erreichen die erste Pforte des Träumens. d ie uns m anchm al vertraut. aber sie lösen sich zu schnell auf. U nter d e r V ie lz a h l v o n G e g e n stä n d e n in u n se re n T rä u m e n .« 41 . indem wir das Bild jedes Gegenstandes in unserem Traum festhalten. die Gegenstände meiner Träume ruhig anzuschauen. E s sin d A u sb rü c h e fre m d e r E n e rg ie . D ie se a u fz u fin d e n u n d z u v e rfo lg e n . D urch d ieses S chlupfloch sickern S tröm e einer unbekannten E nergie ein. d ie sich m it d en G egenständ en unserer no rm a le n T rä u m e v e rb in d e n . D o n Ju a n . Er sprach dann wieder von meinem Traum. und meinte. wenn sie nur an die Möglichkeit denken. g e b e e s re a le e n e rg e tisc h e In te rfe re n z e n . a b e r ic h k a n n m it d e in e r E rk lä ru n g nichts anfangen.« »D u kannst es nicht. d ie se E nergieströ m e und verw and elt sie in B estand teile unserer T räum e. den ich ihm erzählt hatte. w ie du sie kennst: als etw as. sa g te e r. a b e r d a s S c h lu p flo c h z u anderen W elten«. um die erste Pforte des Träumens zu passieren. und es bleibt nur die fremde Energie.D in g e a lso . »E in S chlupfloch m it Z w eibahnverk e h r. Dann kehre zu dem Gegenstand zurück. Wenn wir ihnen bis zu ihrem Ursprung folgen. »D ie T rä u m e s i n d z w a r n ic h t d a s T o r. d a rin b e ste h e d ie Z a u b e rei. d aß ich ihn b at. oder indem wir einen ungeheuer realen Traum haben. E r zö gerte eine W eile.« »Warum isolieren.so geheimnisvolle Regionen. d e r in d ie se n e in m ü n d e t. wie es dir möglich ist.« »W as sind diese Scouts?« »E nergielad ungen. was du beim Träumen tun mußt.»D ie zw eite A ufm erksam keit ist w ie ein O zean. Er sagte: »Ich wiederhole dir noch einmal.« E r m a c h te e in e P a u se . d ie d u rc h fre m d e K rä fte v o n a u ß e n in u n se re T rä u m e e in g e fü h rt w e rd e n . den du zuerst angeschaut hast. Dies bedeute aber. verändern die Bilder sich nicht.« »Wie isolieren die Zauberer sie von den normalen Gegenständen ihrer Träume?« »Durch Übung und Kontrolle ihrer Traum-Aufmerksamkeit. Don Juan?« »Weil diese Ströme aus anderen Sphären kommen. D ann ü b e rn im m t u n se r G e ist o d e r d a s G e h irn o d e r w a s im m e r. u n d je n e a n d e re n S p h ä re n sc h ic k e n S c o u ts in u n se re T räum e.« Don Juan wollte nicht weiter auf dieses Thema eingehen. Sobald wir die Pforte erreicht haben. genauso absolut. daß wir einschlafen. d ie in u n se re T rä u m e e in d rin g e n .« »T u t m ir le id . dann bricht der ganze Traum ab. zu einem anderen Zeitpunkt. das uns im S chlaf w iderfährt. können sie uns als Führer in andere Regionen dienen . Irgendwann entdeckt unsere Traum-Aufmerksamkeit sie unter den Gegenständen eines Traums und konzentriert sich auf sie. Bedenke. Ich ab er w ill d ir e in e and ere V o rstellung verm itteln: T räum e als S chlup flo ch in and ere S p hären d er W ahrnehm ung. Erstens mußt du deinen Blick auf irgend etwas fixieren. müssen wir sie durchschreiten: dies gelingt uns. indem uns bewußt wird. sie m ir genauer zu erklären.

« Ich glaubte. Don Juan?« »Energie. Und das Träumen ist die Kunst. ihn durch allmähliche Übung geschmeidig und kohärent zu machen. oder er kann w ahrnehm en. »daß die Träumer.»Genau das ist es. Da er reine Energie ist. w ie w ir für gew öhnlich die W elt w ahrnehm en. »Ich sagte d ir frü h er sch o n . daß du die Kontrolle verlierst.« »W as ist m it jener anderen M öglichkeit.« D ann w echselte D on Juan rasch das T hem a. Vier Gegenstände genügen für den Anfang. und darum solltest du anfangs nicht zu viele Dinge in deinen Träumen ansehen. Wenn du weitermachst. fuhr er fort m it seiner E rklärung. v ö llig unbegreiflich: doch auf einer anderen E bene erschien es m ir vollkom m en logisch und verständlich. Der Unterschied ist. so w iederholte er. auf e i n e r gew issen E bene. sich im Handumdrehen ans Ende des Universums zu versetzen. die dem physischen Körper unmöglich wären. Der Energiekörper arbeitet mit Energie als Energie. Durch das Träumen verdichten wir den Energiekörper. A usführlich s c h i l derte er m ir e i n e n ganzen B lock von Ü bungen. flutet dir eine Welle von Energie entgegen. Diese Wahrnehmung. kann der E nergiekörper m ühelos je n e im U n iv e rsu m flie ß e n d e n E n e rgie strö m e n u tz e n .« »W as bedeutet es.« D on Juan hielt unentschlossen i n n e . E r b rau ch t sie n u r zu iso lieren . kann er Taten vollbringen. sagte er. sind die Zauberer darauf verfallen. Aber er versicherte. Später kannst du den Rahmen erweitern und alles betrachten. was dir gefällt. E s b e d e u te t. E r lächelte m ir zu. Immer wenn du diesen Gegenstand isolierst und ansiehst. und das war ein großer Schritt. irgendeinen Gegenstand als Ausgangspunkt zu benutzen. und gerade als ich ihm eine Frage s t e l l e n w ollte. m it überlegter K ontro lle d ie erste P fo rte d es T räu m en s erreich t h ab e.« »Besteht aber nicht auch der physische Körper aus Energie?« »Ja. »Merkwürdig ist«. Don Juan?« »Zum Beispiel.« »Was ist ihre Sphäre. z u seh en . dessen er sich aber n i c h t sicher w ar. u m sich w ie ein e R akete in u n erw artete R egio n en zu katapultieren. D ie Z au b erer ab er kö n n ten sich zu sätzlich e E n ergie versch affen . M ir schien. so h ab e m an sein en E n ergiekö rp er erreich t. d ie ih n en fü r d ie W ah rn eh m u n g d er alltäglich en W elt zur V erfügung steht. D am als fand ich dies alles. A u f d re ie rle i A rte n a rb e ite t e r b e im T rä u m e n m it E n e rgie : e r kann die fließende E nergie w ahrnehm en. aber keine Masse. d aß d ie Z au b erer in i h r e n T räu m en Scouts aus anderen Sphären isolieren. er kann E nergie benutzen . daß er es aufrichtig meine. ist dennoch eine ganz unabhängige Wahrnehmung. von der du sprachst.als u n m ittelb aren S tro m stoß oder als körperliche E m pfindung. wirst du feststellen. 43 42 . wie leicht das Träumen dir jetzt fällt. wenn sie die erste Pforte erreichen. W enn m an. D on J u a n ? W e n n d e r E n e rgie k ö rp e r d ie E n e rgie a ls K a ta p u lt b e nützt?« »W eil E nergie seine Sphäre i s t .« »Glaubst du. w eil m an sich b ei ein er so lch en Suche le ic h t verirren k a n n . d a ß d e r E n e rgie k ö rp e r E n ergie u n m ittelb ar als L ich t o d er als vib rieren d en S tro m o d er als T u rb u len z sieh t. fließende E nergie w ahrzunehm en?« »E s b e d e u te t. obwohl beeinflußt durch unsere normale Art der alltäglichen Wahrnehmung. Aber sobald die Bilder sich verändern und du spürst. auch den Energiekörper erreichen. die sogar schm erzhaft sein kann. gewiß. E s ist aber n i c h t gut. was ich dir sagen wollte. d ir d avo n zu erzäh len . Ich zö gerte. w enn ein T räum er sich an die S uche nach solchen S couts v e r l i e r t .u n d lo s geh t d ie F ah rt. Sie hat ihre eigene Sphäre. sei n u r ein e F rage d er E n ergie. Um die Flüchtigkeit der Träume abzugleichen. u m sic h vo ran treib en zu lassen . bestehend aus reiner Energie. den Energiekörper zu schulen.« »Was genau ist der Energiekörper?« »Er ist das Gegenstück zum physischen Körper. Eine geisterhafte Konfiguration. daß der Energiekörper nur Erscheinung hat. bis er zu eigener Wahrnehmung fähig wird. daß Don Juan übertrieb oder mir schmeicheln wollte. E r erkennt die E nergie und folgt i h r .« »Was zum Beispiel. O b m an d iesen V o rteil festh alten kö n n e. er w ollte noch etw as sagen. U n d er sp ü rt sie . daß ich wirklich die erste Pforte des Träumens erreicht habe?« »Ja. sollst du zum Ausgangspunkt zurückkehren und noch einmal von vorne anfangen. in d em sie d ie E n ergie klu g ein setzen . D as t u t i h r E nergiekörper.

indem wir den Forderungen des Lebens gehorchen. so ndern sie. dann bleibe nichts mehr übrig für außerordentliche Wahrnehmungen. wie wenig wir über uns selbst wissen. als unsere Erzieher sie uns lehrten.« Z u m A b sc h lu ß u n se re s G e sp rä c h s ü b e r d a s T rä u m e n e rm a h n te m ich D o n Juan. Don Juan?« fragte ich. bis w ir es annehm en könnten. nicht nur üb er seine W o rte nachzud enken. wiederholte er. Don Juan?« »Doch. d a ß d ie T ra u m A ufm erksam keit im m er dann aktiv w ird. auch unsere T raum -A ufm erksam keit zu beherrsc h e n le rn e n . wo immer wir sie finden. 45 . V ie lm e h r ist e s w ie e in E rw a c h e n . Don Juan schilderte mir den Weg der Zauberer als eine Folge von praktischen Entscheidungen: und zwar intelligentere Entscheidungen. als Resultat biologischer Kräfte. 44 »W enn Z aub erer d avo n sp rechen. daß w ir. wenn du bedenkst. Zum anderen können wir unsere Lebensumstände so gestalten. w enn w ir unsere T räum e zu kontrollieren lernen. d ie sc h lie ß lic h z u e in e m R e su lta t fü h re n .« Und Don Juan erklärte. und so fügte er hinzu. für unser Überleben in ihr. oder indem wir sie bekämpfen. d a s in u n s schlum m erte. unser Leben umzustrukturieren. E r h a tte re c h t. E tw a s. le b e n d ig z u se in . D on Juan hatte gesagt. w a s z u m Inhalt d ieses T raum s gehö rte. und dem bewußten Lebendigsein als Akt der Erkenntnis. sa g te e r. in m eine L ebensp ra x is e in z u b a u e n . Ist das vermessen? Bestimmt nicht. D iese A ktivierung ist eigentlich nicht das. mich mit dem Unterschied zwischen dem Leben und dem Lebendigsein vertraut zu machen: zwischen dem bloßen Leben. wir können unsere Situation so gestalten. m ir d es E inschlafens voll bew ußt zu w erden. S o lc h e G e sta ltu n g d e s B e w u ß tse in s lie fe rt u n s g e n ü g e n d E n e rg ie . »Wir haben zwei Arten. »Was bedeutet das für uns?« fragte ich. sagte er. beharrte Don Juan. d ie e r m ic h le h rte . etwa beim Träumen. »Und dies tun die Träumer. D iese E rfahrung w ar für m ich ein echtes W under. »Es bedeutet. und wenn wir unsere verfügbare Grundmenge bereits darin verausgabt hätten. erklärte D o n Juan. d urch d ie w ir vo n unseren E rziehern so zialisiert w erd en. Nirgendwo sonst. indem sie unsere Grundeinstellung zum Leben verändern. gäbe es noch Energie für uns. »so m einen sie d ie G estaltung d es B e w u ß tse in s. daß die Zauberer eine gewisse Methode hätten. Dabei arrangieren sie ihre verfügbare Energie intelligent um und werfen alles Überflüssige in ihrem Leben ab. m ü ß te u n s d a u e rn d w ie derholt w erden.Ich bat Don Juan. lernte ich. Und diese Energie müßten wir ganz verausgaben für die Wahrnehmung unserer engen Welt. u m d e n E n e rg ie k ö rp e r z u erreichen und festzuhalten. und ich lernte auch. A lle s N e u e im L e b e n . in einem T ra u m in n e z u h a lte n . durch im m erw ährende W iederholung. w ird plötzlich a k t i v und w irksam . um in d er W elt unseres A lltags zu funktio nieren.« »Können wir tatsächlich unsere Lebensumstände gestalten. die wir besitzen. daß sie unseren eigenen Bedingungen entspricht«. A ls ich d ann m eine T raum üb ungen fo rtsetzte. »Welche Grundeinstellung. daß wir alle eine gewisses Grundmenge an Energie hätten die einzige Energie. daß wir lebendig sind. Diese lebenspraktischen Entscheidungen der Zauberer dienten dazu. A uf diese W eise können w ir die ganze R ichtung und K o nseq uenz unseres L eb ens veränd ern. mir dies genauer zu erklären. Zum einen können wir uns blind unterwerfen. w as w ir als einen P rozeß verstehen: näm lich eine R eihe von O pera tio n e n o d e r F u n k tio n e n . d ie eigene L eb enssituatio n zu gestalten«. u m b e w u ß t a lle s z u u n te rsu c h e n . Dies nennen sie den Weg der Zauberer. daß sie unserer eigenen Konfiguration entsprechen.« Als mein Lehrer habe er die Pflicht. daß wir selbst Energie auftreiben müssen. S olche W iederholung sei schließ lich auch d ie M etho d e. so a u c h d ie Id e e n d e r Z a u b e re i. auf die Tatsache zu reagieren. Energie aufzutreiben. w enn w ir sie w achrufen und ihr ein Z iel setzen. w e n n e r sa g te .

d aß w ir im T raum nicht innehalten kö nnen. d aß w ir d ie E nergie. D o n Ju a n a b e r la c h te m ic h n u r a u s. u m e in e n b e stim m te n S a c h v e rh a lt h e rv o rz u h e b e n . d ie w ir brauchen. sei d ie W ahrnehm ung. D ab ei erleb te ich m anchm al G efühle. w ä h re n d ic h e b e n e in sc h lie f. »D u b ist in d en Z ustand d er zw eiten A ufm erksam keit eingetreten. w e n n e r b ehaup tete. sagte er. um unsere T raum -A ufm erksam keit aus den F esseln unserer S o zialisatio n zu b efreien. d enen ich gro ß e B ed eutung b e im a ß . e in e a n fä n g lic h e B a rrie re z u üb erw ind en. m einte er. w e n n m a n d ie G egenständ e eines T raum es nur m it flüchtigen B licken b etrachte t. w ü rd e i c h v o n so lc h e m V e rh a lte n e in d e u tig a b ra te n . um uns d es E inschlafens b ew uß t zu w erden. b ist d u erstaunt. E s g e la n g m ir n u n im m e r b e sse r. »W as d u j e t z t b ra u c h st. E instw eilen erm utigte er m ich.z u m B e isp ie l d a s G e fü h l. D e n n d ie A u fm e rk sa m k e it b e im T rä u m e n e rg ib t sic h u n m itte lb a r a u s d e r U m stru k tu rie ru n g d e s e ig e n e n L e b e n s. um b ew uß t d ie G egenständ e unserer T räum e zu b etrachten. Jetzt. und dies gibt d i r e in solches S elbstvertrauen«. ist n o c h m e h r n ü c h te rn e B e so n n e n h e it.« D o n Juan und ich vereinb arten d ann. denn ich glaubte ernstlic h . sich nicht einzum ischen. d aß w ir u n se re v o rh a n d e n e E n e rg ie u m g ru p p ie re n . w ie kom isch es für i h n gew esen sein m uß.3. indem ich sie auf verschiedene G egenstände m einer T räum e konz e n trie rte . D o n Ju a n h a tte m ir n ie g e sa g t. B ei jed er G elegenheit b eto nte D o n Juan. d a s e r m ir sc h o n frü h e r e in m a l sa g te : n ä m 46 lie h . d aß w ir nur im Z ustand d er z w e ite n A u fm e rk sa m k e it ü b e r d a s T rä u m e n sp re c h e n w o llte n und nur d ann. A b er w iege d ich nicht in falscher S icherheit. U nter d em A nsturm d er W ahrnehm ung m üß ten d ie ratio nalen B arrieren irgend w ann falle n . nur d ad urch gew innen. S ie ist ein natürliches H ind ernis. W enn ich T raum lehrer w ä re . e n tstand en d urch unsere S o zialisierung. S ie sei viel ausd auernd er als d er V erstand m itsam t seinen ratio nalen V o rb ehalten. Die zweite Pforte des Träumens M it H ilfe m einer T raum übungen fand ich heraus. d a ß d ie B ild e r im T ra u m sic h n ic h t a u flö se n . uns d ie T räum e b ew uß t zu m achen. u n d v o r a lle m : sp ric h nicht darüber. W e il w ir u n se re E n e rg ie a b e r n ic h t a u s ä u ß e re n Q u e lle n v e rm e h re n 47 . D enn kaum hatte ich m it den T raum übungen angefangen. d a ß so lc h e G e fü h le n ic h ts z u b e d e u te n h ä tte n . m e in te ic h . S c h w ie rig se i n u r. d aß d ie E inüb ung d er T raum -A ufm erksam keit üb erh a u p t d a s E n tsc h e id e n d e b e im T rä u m e n ist. m ir d e s E in sc h la fe n s b e w u ß t z u w e rd e n . im T ra u m d a s B e w u sstse in z u tra in ie re n . in e in e n G ra b e n z u r o l l e n . die Inhalte unserer T räum e zu untersuchen.« D araufhin erzählte ich ihm . b le ib e a b e r n ic h t ste h e n . »E s ist d ie erste P fo rte d es T räum ens. D abei em pfand ich allm ählich ein so bem erkensw ertes S elbstvertrauen. ruhig w eiterzuüben.u n d d a n n k ö n n e sic h d ie T ra u m -A u fm e rk sa m k e it e n tfa lten. H eute ist m ir k l a r . d ie uns ja l e h r t . Ic h l i t t e a n h e im lic h e m G rö ß e n w ahn. T räum e zu unterschätzen. hätte m ich d em K am p f gegen d ie eigene W ichtig k e it v e rsc h rie b e n u n d fü h rte d e n n o c h e in T a g e b u c h m it d e m T itel »M eine T räum e«. w enn er es für nö tig hielt. Ich üb te m ich also d arin. m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it z u ü b e n . w ir hätten. D ie erste P fo rte d es T räum ens hat etw as m it d em E nergiestro m im U niversum zu t u n . »D iese B arriere ist m ehr als b lo ß e S o zialisierung«. d ie uns hind ere. S o ste llte m ir D o n Ju a n z u n ä c h st d ie A u fg a b e . d a ß e s sic h u m e in e p syc h o lo g isc h e B a rrie re h a n d e le . V e rsta n d e sm ä ß ig sc h e in t e s u n m ö g lic h . nur die M öglichkeit. antw o rtete er. und versprach m ir auch. m e in e T rä u m e z u a rra n g ie re n . A ber die treibende K raft eines solchen T rainings. tu es e in f a c h . d a d u sie üb erw und en hast. A u c h d ie s k o n n te ic h b e stä tig e n . daß ich praktische B estätigung gefund e n h ä tte fü r e tw a s. als m ir klar w urd e. daß ein T raum le h re r e in e d id a k tisc h e S yn th e se h e rste lle n m u ß . daß ich D on Juan um eine E rklärung b itten m uß te. sagte D on Juan. A ls H ilfsm itte l sc h lu g e r m ir d a b e i v o r. G e h la n g sa m v o ra n . e r lie ß m ic h so g a r in m einen N otizen ausführlich darüber berichten. E s w a r n u r e i n V o rw a n d . Ich fragte D on Juan nach seiner M einung. m eine T raum -A ufm erksam keit auf d ie verschiedenen G egenstände m einer T räum e zu konzentrieren und deren B ild festzuhalten.

48 die m ich dauernd k r itis ie r t e . als hätte ich mein Leben lang nichts anderes getan. mir solche Möglichkeiten auch nur vorzustellen.etwa wie der aufrechte Gang. unsere Größenillusionen aufrechtzuerhalten. Don Juan sah darin die wichtigste Voraussetzung der Zauberei. auch wirklich alle Elemente meiner Träume zu untersuchen. glaubte ich. »d esto erstau n - . die ich ihm schon lange stellen w ollte. E instw eilen tröste dich. die auf dich einredet.können. antw ortete er gleichgültig. als ob du es gar nicht w ärest. dir solche D inge zu erklären. W enn du das nächste M al im T raum deine Stim m e hörst. daß wir den größten Teil unserer Energie zur Aufrechterhaltung unserer eigenen Wichtigkeit verbrauchen. und folglich hielt er alle seine Schüler streng dazu an. wie schwer es mir anfangs gefallen war. als ich ihn w iedersah. daß ich mir kaum vorstellen konnte. um laufen zu lernen! Meine neue Fähigkeit. »H aben alle T räum er solche E rfahrungen?« fragte ich D on Juan. daß ich diesen B efehl rufen sollte. Es hört sich so a n . W ahrscheinlich aber w ar ich so w ütend über das dauernde N örgeln. »Ja. w enn ich es recht bedenke. müssen wir immer bemüht sein. die mich ermahnte. aber in meinen Träumen wurde diese Obsession ungemein verstärkt. war aber mit einem unangenehmen Phänomen verbunden: mit einer dauernd nörgelnden Stimme. E s gib t n o ch an d ere W elten . Am Ende gelang es mir so gut. die D inge zu betrachten«. ob wir geliebt und bewundert werden oder nicht. dachte ich. Erstens wäre unsere Energie von der Aufgabe befreit. den V erstand zu verlieren. A u s d ie se n a n d e re n W elten kom m en m anchm al E nergie-W esen zu uns. Don Juan glaubte nämlich. Mehr als zwei Jahre dauerte es. daß du nicht allein b ist au f d er W elt. Ich w ollte schon anfangen zu erzählen. nicht m ehr hören konnte. Ich kannte meinen obsessiven Charakter. ga n z e W e lte n . sagte ich zu D o n Ju an . ich hätte diese Fähigkeit nicht schon immer gehabt. »Ich red e in m ein en T räu m en u n en tw egt au f m ich ein . d ie ein em T rä u m e r z u gä n glic h sin d . endlich A ntw orten auf Fragen zu finden. w ie m erkw ürdig dies alles gew esen sei. »M anche ja «.« D ies w ar für m ich die C hance. »H ört es sich vielleicht an. dann würden zwei bedeutsame Dinge mit uns geschehen. näm lich m ich zu erinnern. U nd ich m usste m ich fragen. Dies nahm solche Formen an. w ar eine N otlage. den Inhalt der eigenen Träume zu untersuchen. nur dann über das T räum en zu sprechen. um in die zweite Aufmerksamkeit einzutreten und etwas von der wahren Größe des Universums zu erahnen. V or allem beschäftigte m ich noch im m er das E rlebnis. Merkwürdig war. Und zweitens hätten wir genügend Energie. sondern für die Nemesis der Menschheit überhaupt. sagte ich . D ie Z eit ist noch nicht gekom m en. wie Don Juan sagte. »Je län ger ich d arü b er n ach d en ke«. zur natürlichen Ausstattung unserer Existenz . D am als konnte ich die E lem ente des T raum es m it solcher Leichtigkeit beobachten. N ie w ied er h ätte ich so lch ein e K larh eit u n d G enauigkeit aller D etails erlebt. Und dennoch. als er m ich zum erstenm al in den Zustand des T räum ens versetzt hatte. diese Voraussetzung zu erfüllen. Und der wichtigste Kunstgriff der Zauberei sei das »Verlieren der eigenen Wichtigkeit«. als ob gar nicht ich es w äre. B islang hatte ich unsere V ereinbarung eingehalten. sagte ich zu D on Juan. sondern ein anderer?« fragte er. ich erm ahne m ich dauernd. gehört die Fähigkeit. Das beste Beispiel sei unsere endlose Sorge um unser äußeres Image und um die Frage. Könnten wir diesen Eigendünkel ablegen. Wir sind körperlich dazu geschaffen. unsere verfügbare Energie entsprechend umzugruppieren. D ies aber. mit kurzen Blicken die Gegenstände meiner Träume zu betrachten. dann w erde einfach w ütend und rufe: H ör auf!« N un hatte ich eine neue A ufgabe beim T räum en.« »D ann bist du es auch nicht. daß ich meine nörgelnde Stimme. A ber er unterbrach m ich und sagte: »D u bist j e t z t bereit für die zw eite P forte des T räum ens. um gewissermaßen »die Räder zu ölen« für eine solche Umgruppierung der Energie. ob nicht am E nde doch etw as anderes dahinter steckte? Ich fürchtete sogar. bis ich meine Aufmerksamkeit im Traum auf alles konzentrieren konnte. w enn er selbst das T hem a anschnitt. Der Weg der Zauberer sei das beste Mittel. daß ich m ich tatsächlich erinnerte und rief: »H ör auf!« D as N örgeln hörte sofort auf und w iederholte sich n ie w ieder. Vielleicht. sagte Don Juan. auf zwei Beinen zu laufen. welche Anstrengung braucht ein Kind. Dennoch hatte ich nicht vergessen. Eigendünkel hielt er nicht nur für einen Feind der Zauberer.

w ie einst d ie alten Z aub erer . D u sahst sie als S tadt.« »D ann ab er. D u nahm st z u m B e isp ie l a n . ab er sehr gefährliche R eise. D a s ist u n z u lä ssig . ist j e n e K o nfiguratio n. Ich habe dir doch erklärt. D a m a ls v e rla g e rte e r sic h se h r w e it. ic h h ä tte d ie se lb e n D in g e g e se h e n w ie d u . wenn du von Dingen sprichst. D e in e A ngst und A b neigung w aren ganz natürlich: zum erstenm al lernte st d u fre m d e E n e rg ie k e n n e n .lieb er ko m m t es m ir vo r. weil wir damals zwei verschiedene Grade von Gleichförmigkeit und Kohäsion hatten.« S o aufschlußreich D on Juans W orte auch sein m ochten.« Ich geriet in Panik. will aber nicht. daß ich nie wieder in dieser Welt aufwachen soll?« fragte ich. W a s w a r d a s fü r e in G e fü h l. F o lg lic h b ist d u .üb er d ie G renzen d er uns b ekannt e n W elt hinausgereist. Solch eine Kontrolle unterscheidet sich nicht von der Kontrolle über jede beliebige Situation des täglichen Lebens. weiter über das Thema zu sprechen.n u r D u sa h st e i n e S ta d t u n d M e n sc h e n in d ie se r S tadt. wenn wir aus einem Traum in einen anderen Traum erwachen. als er mir zum erstenmal vom Arrangieren des Träumens erzählte: »Ist so etwas aber möglich?« Anscheinend ertappte mich Don Juan bei meiner Gedankenlosigkeit und wiederholte mir lachend die Antwort. die er mir damals gegeben hatte. das nicht. d a s n ic h t. Ü brigens zeigst du ähnliche N eigungen w ie die Z auberer der V orzeit. aber ich möchte es nicht empfehlen. D o n Juan. w e il d u d ir jenseits dieser W elt nichts vorstellen k a n n s t . die m ich noch stärker bew egte: »W ar d ie se S ta d t e tw a a u f e in e m a n d e re n P la n e te n ? « »M an kann d as T räum en nicht m it b ekannten o d er scheinb ar b ekannten V o rstellungen erklären« sagte er. »Natürlich ist es möglich. E ine reale. es ist möglich. wie können wir dann zwei verschiedene Bilder davon haben?« »Ganz einfach. d e in E n e rg ie k ö rp e r h a tte sic h d a m a ls in d ie fre m d e E n e rg ie d ie se r S ta d t e in g e sc h a lte t u n d sic h g u t a m ü sie rt. w a s d ir a u ffie l. K einer von u n s h a t re c h t o d e r u n re c h t. die ich ihm gestellt hatte. Doch wenn er real war. > Jenseits dieser W elt< w ar also für d ich .« »N e in . D o n Ju a n ? « »Ic h g la u b e . D on Juan?« »D as U nheim lichste an d er ganzen Z aub erei. Sie erwachten nie wieder in dieser Welt.und einzig b ei d ieser G elegenheit . Ich sah sie als E nergie. Du wirst also warten und selbst herausfinden müssen.eine Stadt.« »Glaubst du. Aber solange du träumst. muß ich gestehen. d ie w ir > jenseits d ieser W elt< nennen. B e g re ifst d u n ic h t? E s w a r d a s e rste .« Ich hörte mich die gleiche Frage stellen. Wir mögen so viele Träume träumen. lässt d u d einen M o ntagep u n k t lo s. Oder vielleicht weiß ich es. »Die zweite Pforte der Wahrnehmung ist erreicht. daß du nach dem Träumen ganz natürlich erwachst. Vorhin sagtest du. daß du in einem anderen Traum erwachst. Ich sah E nergie. Wir haben zwei Bilder. w ar es keine w irkliche S tad t. e m p fa n d ic h e in e u n e rk lä rlic h e A n g st u n d A b n e ig u n g . die real sein sollen. D ie se R e ise w ar real.« Und er war nicht bereit. m usste ich i h m doch eine F rage stellen. in m e in e m K o p f. forderte er mich auf.« »W o w ar sie denn?« »N a tü rlic h je n se its d ie se r W e lt. Aber wir müssen sie kontrollieren und dürfen nicht in dieser uns bekannten Welt aufwachen. wie wir wollen. ich kann diese Stadt noch einmal besuchen?« »Da bin ich überfragt.« »Es verwirrt mich immer. »Nein. daß diese zwei Eigenschaften der Schlüssel zur Wahrnehmung sind. D ann e x i stie rte sie n u r fü r m ic h . g e h ö rte n ic h t z u dieser W elt. Ich sah nichts dergleichen. aber Don Juan kam mir zuvor und begann ge- 50 . Oder vielleicht könnte ich es erklären. will es aber nicht erklären. Jetzt aber. ich weiß es nicht. D u .« Rasch überwand ich meine Verlegenheit und war bereit. A ls ich in d iesem T raum d ie M enschen b e o b a c h te te . Ja. wie es sich verhält. A b e r d u ta p p te st im D u n k e ln . w as ich eigentlich gesehen h a b e . weitere Fragen zu stellen. daß es wohl eine Möglichkeit wäre. Ich möchte. « »W o ist denn dieses > jenseits dieser W elt< . D e r B ew eis? D u hast m ich niem als gefragt. d ie d u d a m a ls b e su c h te st. die wir kennen. »Zurück zur Sache«. Dies taten die alten Zauberer. e tw a s T ra n sz e n d e n te s a u f e tw a s Ird isc h e s z u rü c k z u fü h re n . Manche Zauberer meiner Linie haben es ebenfalls getan. S o w ie d ie G elegenheit sich b ietet. D u v e rsu c h st j e t z t . wo du es sagst. glaub e m ir. wir hätten einen realen Ort jenseits dieser Welt erreicht. »N ur d ies kann ich d i r v e rra te n : d ie S ta d t. sollst du träumen. »Willst du damit sagen.

Über diesen Bergen verließ mich meine Traumenergie. untersucht jedes Detail. gab mir doch Kraft. Kurz zuvor hatte ich ein sonderbares Gebilde gesehen. Diesmal war das Ziel noch unbestimmter. sagte er.« »Was hat das für Folgen.« »Können nicht der Körper oder der Verstand dies ganz natürlich verhindern?« »Ja. Und ich fürchtete. daß es das eigentliche Ziel des Träumens ist. So blieb es ein Jahr. sich gehenzulassen. Dies ist das Sicherheitsventil. Traktoren. Häuser waren nicht zu sehen. Ich war mir durchaus bewußt. Vor allem wenn man die Neigung hat. fesselten meine Aufmerksamkeit. vielleicht einen Traktor. noch bewußtere Kontrolle über deine Traum-Aufmerksamkeit beabsichtigen mußt: es ist das einzige Sicherheitsventil. Schon wollte ich anfangen. Getreidestapler. die wie verlassen herumstanden.wisse Aspekte der zweiten Pforte des Träumens zu erklären . falls es eine natürliche. Der Träumer hat beim Durchschreiten der ersten Pforte bereits den Energiekörper erreicht. Während ich im Traum aus dem Fenster sah und festzustellen versuchte. und es gelang mir anscheinend besser. Dreschmaschinen. das aussah wie eine Reklametafel. Der Schauplatz erinnerte an eine Farm auf dem flachen Land. Dann suchte ich die Umgebung im Traum nach anderen Merkmalen ab. Ich untersuchte Mähmaschinen. Dann aber. veränderte sich etwas. ohne Veränderung. Dann versuchte ich mich zu orientieren. gewiß. oder im Norden Kaliforniens. Ich drehte mich um und wollte feststellen. Wie sehr sie sich auch beim Träumen gehen lassen irgendwann bringt ihre Traum-Aufmerksamkeit sie wieder an die Oberfläche. Erinnerst du dich an deine sonderbare Freude beim Untersuchen des Inhalts deiner Träume? Stell dir nun vor. ist der Energiekörper. Don Juan?« »Überlege einmal. das schwierig werden kann. und etwas näher abgeflachte Hügel.aber es zog mich gleich zu den fernen Bergen. mich durchs Fenster hinaus. Falls du die Neigung hast. »Ein Problem gibt es bei der zweiten Pforte«. Ein geschulter Energiekörper hat eine solche Kontrolle über die Traum-Aufmerksamkeit. Dies ist das Träumen.eine Erklärung. Nach vielen Mißerfolgen gab ich auf und begnügte mich damit. Im nächsten Moment stand ich davor und untersuchte es. Dabei könnte man. das Träumer haben. eines Tages. Dort in der Ferne stand ein Gebilde. Ich hatte die sonderbare Gewißheit. stand ich auch schon davor. daß es die Sierra Nevada sei. Es waren so viele. indem ich die Umgebung beobachtete. Daß ich mein Scheitern akzeptierte. daß all mein Üben mir diesmal nicht helfen würde. je nach der Charakterneigung des Betreffenden. das meine Traum-Aufmerksamkeit erregte. Das Stahlgerüst machte mir angst. In der Ferne sah ich Berge. um was es eigentlich ging. aber die vielen landwirtschaftlichen Geräte. vermutete ich. zog eine Kraft. das Träumer haben. Es war irgendwie bedrohlich. und ich vergaß meinen ursprünglichen Traum. aus welchem Fenster ich geschaut hatte. Kaum hatte ich meine Aufmerksamkeit auf diese Reklametafel gerichtet. die Bilder meiner Trauminhalte festzuhalten. über diese Tatsache nachzugrübeln. die Schwierigkeit noch größer. man wechselt von Traum zu Traum und beobachtet alles. umgeben von Telegrafenmasten. den Energiekörper zu schulen. das ist doch klar.« Nun begann für mich wieder ein neuer Abschnitt meiner Traumarbeit. bei der mir noch unbehaglicher wurde. dich gehenzulassen oder dich an Dinge und Situationen zu klammern.« »Ein Sicherheitsventil?« »Du wirst noch merken. könnte es gefährlich werden. »Ein Problem. Vorher 53 52 .« »Warum. Auf der Tafel selbst war ein Gebäude abgebildet. mich im Staat Oregon zu befinden. daß ich träumte. Was da in Wirklichkeit durch die zweite Pforte schreitet und von Traum zu Traum wechselt. in tödliche Tiefen versinken. daß du beim Durchschreiten der zweiten Pforte noch mehr. daß er sie notfalls bremsen könnte. zu diesen grünen Hügeln hingezogen zu werden . Dies aber ist keine normale Situation. Ich las den Text: es war Werbung für ein Motel. meine Übungen einfach fortzusetzen und meine Traum-Aufmerksamkeit auf alle Gegenstände meiner Träume zu konzentrieren. Don Juan?« »Die Folge ist. Ich wünschte mir. Baumgruppen standen auf den Hügeln: kalifornische Eichen. die ich als Wind und als Brausen in den Ohren empfand. das heißt eine normale Schlafsituation ist. Ich war mir sicher. Wie bei meiner ersten Aufgabe hatte ich keine Vorstellung. Scheibenpflüge. ob ich die Landschaft draußen erkennen könnte.

b is d e r G e g e n sta n d se in e F o rm v e rä n d e rte u n d m ic h . d ie o rg a n isc h e n u n d d ie a n o rg a n isc h e n . sa g te D o n Juan. d a ß m an auf ordentliche. O d e r ic h e rle b te e in e le ic h te A b w a n d lu n g d ie se r z w e ite n M ö g lic h k e it: ic h sta rrte a u f irg e n d e in e n T ra u m -G e g e n sta n d . d a ß m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it v e reb b te und ich schließ lich aufw achte o d er in tiefen. F elsb lö cken und H ö hlen um her. »Ich hatte d i r gesagt. a b e r ic h m e in te n u r. U n d a ls sie d ie b e id e n m ite in a n d e r v e rg lic h e n . e s h a b e e tw a s m it m e in e n sc h re c k lic h e n E ß g e w o h n h e ite n z u tu n o d er m it d er T atsache. U nd d ab ei kö nntest d u. Ich segelte über F elsklippen zu den G ipfeln hinauf. o b d u d ie A nw eisung befolgtest und auch w irklich in einem anderen T raum erw achtest. M eine T raum üb ungen e n d e te n im m e r d a m it. d aß ich D o n Juan um R at fragen m uß te. in d e m e r se in e F o rm v e rä n d e rte . so n d e rn e in e F ra g e d e r E n e rg ie . Ic h v e rsu c h te d ie S a c h e a b z u tu n u n d m ir e in z u re d e n . d aß es zw ei A rten vo n b ew uß ten W esen a u f E rd e n g i b t . d unklen S chlaf versank. w ie d u es getan hast. bis ich keinen A u ftrie b m e h r sp ü rte u n d m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it n ic h t m ehr konzentrieren konnte. m an sei in einem T raum . lie g e d a rin . A nd ererseits kö nne m an m it H ilfe d er G egenständ e eines T raum es einen and eren T raum auslö sen. »A ls nächstes solltest du sie d u rc h sc h re ite n . E ntw eder träum te ich. M ein T raum hö rte auf. die er geschildert hatte. ohne sich einzum ischen. sagte er. e rk lä rte e r. »E s w ar m ein F ehler«. D on Juan ließ m ich w eiter üben. d ie z w e ite P fo rte z u d urchschreiten. »E s ist d a s n a c k te G ra u e n . Jed er Z aub e re r m u ß sic h m it d ie se m A sp e k t d e s W isse n s a u se in a n d e rse tzen. als ich ihm m einen T raum erzählte. A no rganische W esen sind länglich. N ie k o n n te ic h a b e r im v o ra u s e n tsc h e id e n . d a ß d ie 55 54 . w ie ich es getan hätte. h i e l t d e n B lic k e in e W e ile a u s. D enn eigentlich w ar ich nicht in einem and eren T raum erw acht. m einer unm ittelbaren T raum -A ufm erksam keit zug ä n g lic h e n G e g e n sta n d z u e in e m a n d e re n . w ie K erzen gefo rm t. aus d em ich zu erw achen träum te. und dann träum en. D ie A nfälle stö rten m ich d o ch so sehr. sagte er. D e m n a c h u n te rsc h e id e n sic h b e id e F o rm e n v o r a lle m in ih re r G e sta lt u n d im G ra d ih re r L euchtkraft. B e i d e r e rste n P fo rte h a st d u v ie l Z e it d a m it v e rg e u d e t. D ie Z a u b e re r hätten g eseh en . w ie b is h e r . fürchte ic h . e in A n fa ll v o n A n g st o d e r U n b e h a g e n . ein T raum zu sein. a b e r d u n k e l. d aß D o n Juan m ir zu j e n e r Z eit .ab er zo g es m ich nach allen m ö glichen P unkten d er L and schaft. und es erfo rd ert viel D iszip lin. A lles ging glatt bei m einen Ü bungen. den V erstand zu v e r lie r e n . sa g te D o n Ju a n . S chließlich gab es keine L andschaft m ehr. daß ich in einem T raum sei. h ä tte n sie a u c h g eseh en .als T eil m e in e r A u sb ild u n g . w ä h re n d d ie o rg a n isc h e n W e se n ru n d u n d w e se n tlic h h e lle r sin d . o h n e d ic h la n g e z u fra g e n . E s ist a b e r g e fä h rlic h . w ie D o n Ju a n sa g te . leicht d as G efühl hab en. d e n ic h n u n m it z u n e h m e n d e r H ä u fig k e it e rle b te . w e lc h e d er d rei M ö glichkeiten ich w ählen w ürd e. daß m an in e in e m a n d e re n T ra u m e rw a c h e n m u ß . o d er ich schw eb te vo n einem b estim m ten. w ie ich die K ontrolle verlor. Ich fand die beiden M öglichkeiten bestätigt. E in w e ite re r w ic h tig e r U n te rsc h ie d . nur noch D unkelheit. e in A lp tra u m . W as m eine W ahrnehm u n g b e tra f.das heißt träum en. u m d ie z w e ite P fo rte d es T räum ens ko rrekt zu p assieren. korrekte A rt die T räum e w echseln m uß. daß m an aus ihm erw acht. d u rc h e in e n b ra u se n d e n W irb e l in e in e n a n d e re n T ra u m z o g . Ic h k ö n n te W itz e m a c h e n u n d sa g e n . d a ß ic h d ie se M ö g lic h k e it m it R ü c k sic h t a u f d e in e h o c h g e le h rte V e rn u n ft n ic h t e rw ä h n e n w o llte. a u sschließlich nach deinen H änden zu suchen. A b er so lche S cherze verb ieten sich vo n selb st. »D u bist j e t z t zu e in e m gefährlichen T eil im W issen der Z auberer g e la n g t«. o b ic h d ie m ir g e ste llte A u fg a b e e rfü llt h a tte .« U n d n u n se tz te m ir D o n Ju a n in se h r e rn ste m T o n a u se in a n d e r. E inerseits kö nne m an in einem anderen T raum erw achen . »D u h a st d ie z w e ite P fo rte d e s T rä u m e n s e rre ic h t«. d e n d ie Z a u b e re r sa h en . A lso b efragte ich D o n Juan nach d ieser U nregelm äß igkeit. n o c h n ic h t g a n z z u g ä n g lic h e n G e g e n sta n d .« Ic h w u ß te n ic h t. d aß es sich b ei b eid en um leuchtend e A nsam m lungen vo n E nergiefasern des U niversum s handelt. D ie einzige S törung. w a r e in e e ig e n a rtig e B e lä stig u n g .ö fte r h a llu z in o g e n e P fla n z e n e x tra k te g a b . die ich e rle b te . Ich spürte. so b e fa n d ic h m ic h w irk lic h in d e r S ie rra u n d schw eb te zw ischen S chluchten. daß L eben und B ew usstsein nicht einfach E igenschaften der O rgan ism e n s i n d .« Z w e i M ö g lic h k e ite n g e b e e s. die sich m illionenfach in jedem n u r d e n k b a re n W in k e l ü b e rsc h n e id e n . D iesm al bist du direkt z u r L ö su n g v o rg e sto ß e n .

nämlich Bewußtsein. während das Leben der anorganischen Wesen unendlich viel länger dauert und ihr Bewusstsein unendlich viel tiefer und ruhiger ist.falls es d as ist.« »Warum behauptest du aber. Am besten stellst du also dein Urteil zurück und lässt den Dingen ihren Lauf. Und dies bedeutet. mit uns zu kommunizieren.« »Existieren diese anorganischen Wesen aber wirklich. b is d ie a n o rg a n isc h e n W e se n a u f e in e n Z a u b e re r aufm erksam w erd en. d aß eines vo n ihnen auftaucht. w as er d am it m einte.« Ich verstand nicht gleich. Ich könnte sagen. e s g e h t u m m e h r a ls e in b lo ß e s A n lo c k e n . Ich glaub e. verglichen m it unserem . Ich glaub e. so n d e rn S tro m stö ß e frem d er E nergie. zu erscheinen. a ls d u o d e r ich uns einstellen w ürd en. D ie s e rz e u g t e in e b e stim m te E nergielad ung. Und das heißt. daß dein Verstand hier überfordert sein könnte. m it ihnen in Interaktio n zu t r e t e n . dieser Zustand zeigt den Zauberern.« »Also müssen auch die anorganischen Wesen sterben. sie f a l l e n darauf herein. S ie hab en eine eigentüm liche A rt. nicht wahr. w as d u m einst.« »Ist das dein Ernst. D o n Juan? « »V ielleicht. d aß ihr B ew usstsein. w as d ie A ufm erksam keit d ieser W esen w eckt. genau wie wir. umgeben von einer Glut der Bewußtheit. »Ich kann es mir tatsächlich kaum rational vorstellen«. Nur daß die Dauer ihres Bewußtseins unermeßlich ist. ihr Denken auf Irrwege zu schicken und diese für Wirklichkeit zu halten. »Du begreifst das alles gar nicht«. W enn w ir m it unseren M itm enschen o d er and eren o rganischen W esen in K o ntakt tre te n w o lle n . Ic h sa g te d ir d o c h . woran man bei ihnen ist. sie w erd en d ir e i n Z eichen geb en.« »W ie lo c k e n d ie Z a u b e re r sie a n ? G ib t e s e in R itu a l? « »N a. diese Wesen werden von uns angelockt.in einem Tonfall. »Ich habe dich gewarnt. Sie verlieren ihr Bewusstsein. ind em sie in d eine T räum e eingreifen.« »Erscheinen diese anorganischen Wesen den Zauberern?« »Man kann nie wissen.organischen Wesen nur ein kurzes Leben und Bewusstsein hätten. mag es organisch oder anorganisch sein. »Die Zauberer können mühelos mit ihnen kommunizieren«. als sei er zu einem Entschluß gelangt. e rw a rte n w ir e in e u n m itte lb a re A n tw o rt a u f u n se r 57 56 . D ann m uß t d u auf ein Z eichen vo n ihnen w arten. sie werden von uns gezwungen.« »W as soll ich tun?« »D u m uß t d eine E rw artungen m äß igen. d u rc h d a s T rä u m e n z w in g e n d ie Z aub erer d iese W esen. k e in e V e rd a u u n g sb e sc h w e rd e n sin d .« Don Juan sah mich gespannt an. ab er d ann fand er sich zu einer ausführlicheren E rklärung b ereit. D a s P ro b le m b e i d e n a n o rg a n isc h e n W e se n ist n u r. einen Montagepunkt zu haben. Wahrnehmung ist für die Zauberer die Voraussetzung des Lebendigseins. sehr langsam ist. »Du kannst mir glauben. d ie d ir vo n d en ano rganischen W esen geschickt w erd en. sagte er . d aß d ie A ngstanfälle. S chlag M itternacht. A lso so llte m an G ed uld hab en und w arten. kö d ern sie so lche W esen und zw ingen sie. in d ie d e r M o n ta g e p u n k t sic h b e im T rä u m e n v e rla g e rt h a t. wie du und ich existieren?« fragte ich. Don Juan?« »A lle rd in g s. d ie d u z u r Z e it e rle b st. m a c h st d u ih n e n d ein A ngeb o t b ekannt. A b e r a n d e rs. « »W ie zw ingen d ie Z aub erer sie d urch d as T räum en? « »S ie trä u m e n b e h a rrlic h d ie P o sitio n . E s w irkt w ie ein K öder auf Fische. das sie vor sich haben. Don Juan?« »Natürlich. Bewusstsein zu haben. durchaus zur Wahrnehmung fähig ist. du lässt die anorganischen Wesen zu dir kommen. In d e m d u d ie b e id e n P fo rte n d u rc h sc h re ite st. o b w o hl d ies zu rasch w äre. E s d a u e rt Ja h re . fuhr Don Juan fort. sie w erden sich gew iß nicht auf die S traße stellen und. antwortete er. die Zauberer sind nicht so dumm.« »W as w äre d as für e in Z eichen. sagte ich. m it b eb end er S tim m e nach ihnen rufen . »Natürlich existieren sie«. daß diese Wesen lebendig sind?« »Lebendig zu sein heißt für die Zauberer. Indem die Z a u b e re r d ie e rste n z w e i P fo rte n d e s T rä u m e n s e rre ic h e n u n d d urchschreiten. F rü h e r o d e r sp ä te r ste lle n sie sic h e in .« »W as tun sie denn?« »S ie lo c k e n sie im T rä u m e n a n . sich b em erkb ar zu m achen. »Denn die anorganischen Wesen haben die entscheidende Voraussetzung zur Kommunikation. Oder besser gesagt. daß das Wesen.

wie du eben jetzt. um Himmels willen?« »Beim Träumen suchen die Träumer. Das Entscheidende beim Kontakt mit den anorganischen Wesen ist. sagte er. Um aber die gewünschten Resultate zu erzielen. die den Namen >Verbündete< prägten. mit ihrem anders gearteten Bewußtsein. oder warum sollte ich sie aufsuchen. Warum tun die Träumer so etwas?« »Die anorganischen Wesen haben für uns den Reiz des Neuen. Sende ihnen ein Gefühl von Kraft und Zuversicht. Don Juan. Sie bilden Vereinigungen. mußt du deine Übungen um die Absicht ergänzen. Falls du kommst. als wir für möglich halten.nämlich durch Energie. Dies ist eine Gefahr für uns.« »Wie ist es beim Träumen.« »Das finde ich eigenartig. direkt vor uns. »Jetzt glaubst du den Atem des Teufels im Nacken zu spüren. gehen ungewöhnliche Freundschaften ein. den Montagepunkt über die Grenzen der Eigestalt hinaus in das nicht-menschliche Universum zu verschieben. meine ich. als Anfall von Angst. mehr wahrzunehmen. keinerlei Erfahrung mit ihnen haben.« »Was tun die Zauberer mit den anorganischen Wesen?« »Sie verbinden sich mit ihnen. Manchmal fühlen wir sie. ein 59 . »Du bist letzten Endes ein religiöser Mensch«. weil sie durch eine sehr starke Barriere von uns getrennt sind . Vielleicht erschreckt es dich aber die Träumer sind immer bereit. Auf welche eigentümliche Art machen sie sich bemerkbar?« »Manchmal materialisieren sie sich. werde ich dich vermissen. wie wir die Grenzen ihrer Sphäre überschreiten. wobei die Wahr58 nehmung die wichtigste Rolle spielt. Vergiss nicht: die anorganischen Wesen. In diese Absicht muß man die Botschaft verschlüsseln: >Ich fürchte dich nicht: komm zu mir. wie sie den Zauberern erscheinen. Es sind weitgespannte Bestrebungen. Mittels der Angst können sie uns in den Wahnsinn treiben. Don Juan. und auf so etwas dürfen wir uns nicht einlassen. und sie waren es auch. Bei anorganischen Wesen aber. bist du mir willkommen. Wir sind gesellige Wesen. Mittels dieser Angst können sie uns in den Alltag folgen . ihrer Düsterheit noch die unsere aufzuladen wäre doch unnötig. Und zwar von Anfang an. in der Alltagswelt. Stärke und Unabhängigkeit. es geht um dieselbe Frage wie bei den Traumübungen?« »Ja. diese anorganischen Wesen zu erreichen. daß sie sich bestimmt einstellen. durch einen Schauder. Meistens materialisieren sie sich direkt vor uns.« »Warum sollten sie zu mir kommen. Sie sind selbst ziemlich morbid. sich auch mit anorganischen Wesen zu verbinden. können sie uns einen heillosen Schrecken einjagen. sagte er. Verbindung mit anderen Wesen. müßten die Zauberer ihre Erwartungen mäßigen und ihr Angebot so lange aufrechterhalten. Weil wir. Don Juan?« »Beim Träumen ist es genau umgekehrt. Stell dir das Träumen doch folgendermaßen vor: Träumen heißt. Die Zauberer der Vorzeit bedienten sich ihrer. die sich mit anderer Geschwindigkeit bewegt . Vermeide um jeden Preis. »Du meinst also.« Noch während ich ihm zuhörte.. Falls nicht.< Solch eine Botschaft wird sie so neugierig machen. Don Juan?« »Die Angst kann sich in unserem Leben einnisten. üben einen ungeheuren Sog auf Träumer aus und können sie leicht in ungeahnte Welten versetzen. Die Träumer sind geradezu erpicht darauf. Meist aber macht sich ihre Anwesenheit durch ein körperliches Erschrecken bemerkbar. ihnen ängstliche und morbide Gefühle zu senden. Don Juan. dann sind dies Welten jenseits des menschlichen Bereichs. ob sie es wollen oder nicht. Sie machen sie zu Verbündeten. wenn wir mit dem Träumen anfangen. Wir suchen stets die Gesellschaft anderer Arten von Bewußt-sein.mit verheerenden Folgen für uns. bis sie von diesen Wesen zur Kenntnis genommen werden. nicht wahr?« »Ich kann mir nicht vorstellen.Angebot.« In meinen wachen Stunden beunruhigte mich der Gedanke. was er sofort merkte. Die anorganischen Wesen sind manchmal schlimmer als die Pest. Gruppen mit anderen Wesen zu bilden. Man muß ihnen eine Absicht von Kraft und Unabhängigkeit schicken. Und für sie liegt der Reiz des Neuen in der Art. plagten mich sonderbare Befürchtungen und Ahnungen. der uns durch Mark und Bein fährt.« »Folgen welcher Art. Ihre Verbündeten lehrten sie. sie nicht zu fürchten. Wenn sie also einen Zauberer in andere Welten versetzen.

Das wußte ich wohl. »D u stehst vo r einem gefährlichen S cheid ew eg«. Es waren kohärente Wesen. sich m ir zu nähern o d er m ich irgend w ie zu b elästigen. w a r D o n Ju a n s h e rv o rste c h e n d ste r W e se n sz u g . Ich beobachtete die Leute und hegte wie stets die unbestimmte Hoffnung. m e in e T rä u m e z u w e c h se ln . als stellten sich alle Fortschritte im Träumen ganz plötzlich bei mir ein. d iese W esen fo rtzujagen. Während ich sie beobachtete. S chließlich w ar es. ihren Anblick auszuhalten. D o n Ju a n ? « »T ritt ihnen entgegen. so n d e rn e in G e fü h l k ö rp e rlic h e r B e k lo m m e n h e it. E s w a r k e in e p syc h isc h e U n ru h e . Z um gegenw ärtigen Z eitp unkt ist ih re A n w e se n h e it e in H in d e rn is fü r d e in T rä u m e n . B e i n o rm a le m B e w u sstse in v e rsta n d ic h n ic h t. vö llig auß erhalb d es allgem einen L eb ens s t e h e n d . den ich als Kind besucht hatte. D ab ei versuchten sie nie. D ies führte nachgerad e zu einer Z w eiteilung b ei m ir. e in e T ra u rig k e it o h n e e rsic h tlic h e n G ru n d . E r leb te im N o rd en M exiko s. überfiel mich. daß sie. sie so lle n sp ä te r w ie d e rk o m m e n . schlagartig. Die Anfälle körperlicher Angst hielten an. aber ich wußte auch. u n d sa g e ih n e n . und ich verlor die Leute. Wenn ich aber träumte. Der Schauplatz erinnerte an eine kleine Stadt in den Bergen Arizonas. aber langgestreckt. Der Stoß lenkte mich ab. Obwohl ich es noch nicht selbst erfahren hatte. doch wenn sie eintraten. Sie waren schmal. als sei er ein einsam er Z aub erer. den Zirkus und die Stadt in den Bergen Arizonas aus dem Blick. 60 S o fo rt ü b e rfie l m ic h d ie A n g st. U n d ic h u n te rlie ß n ic h t n u r je d e n V e rsu c h .« »W ie so ll ich ihnen entgegentreten? « »E s ist nicht le ic h t. eine starke Nervosität in der Magengrube. V on nun an erschienen die beiden seltsam en G e s t a l t e n bei j e d e r m einer T raum übungen vor m ir. glaubte ich die Idee einer direkten Wahrnehmung von Energie doch zu verstehen. daß m an genügend M ut hat . Ich blieb ganz ruhig. « N o ch b evo r ich i h m sagen ko nnte. als hätte ich die Angst nie gekannt. daß die Gestalten sich nicht auflösten oder in etwas anderes verwandelten. daß ich sah. wenn ich mich nicht bewegte. Ich wußte. ohne Vorankündigung.d en d u natürlich h a s t . denn irgend etwas sagte mir. kaum einen Fuß breit. daß ich die energetische Essenz von etwas Unglaublichem sah. waren sie stets von einer seltsamen Ruhe gefolgt . führte er m ich hinaus in d ie B erge. sie b leib en zu lassen. die mich durchdrang und mich weitermachen ließ. sich ebenfalls nicht bewegen würden. D enno ch h i e l t ich i h n für einen M ann vo n üb erragend er Intelligenz. All dies endete irgendwann. so n d e rn v e rg a ß so gar d ie ursp rüngliche A ufgab e m einer T raum üb ungen. Statt dessen sah ich nun zwei sonderbar aussehende Gestalten vor mir stehen. so fo rt und in d einer no rm alen L eb ensw elt. So ragten sie wie zwei riesige Regenwürmer vor mir auf. Über das Sehen hatte Don Juan mit mir in meinem normalen Bewusstseinszustand und auch in der zweiten Aufmerksamkeit gesprochen. d aß ich üb erhaup t keinen M ut zu hab en glaub te. die ihre kerzenförmige Gestalt beibehielten. ab er es ist auch nicht richtig. w a s e r m ic h le h rte . während ich jene zwei sonderbaren Erscheinungen anschaute. blieben meine Skrupel ziemlich belanglos. sagte D o n Juan. U nd d arum w ar ich b e r e i t . E r so rg te d a fü r. w ie so ic h . h a tte ic h m o n a te la n g n ic h ts a n d re s g e ta n . e i n vo n a l l e n vergessener a l t e r M ann. es war ein Traum. jene Menschen wiederzusehen. so la n g e m e in T ra u m a n d a u e rte . w e n n d u m e h r T raum energie haben w ir s t. v e rsta n d o d e r z u m in d e st b e re itw illig aufnahm . d ie ich für exzentrische M aro tten h ie lt. Irgend etwas in ihnen zwang irgend etwas in mir. als Don Juan mich zum erstenmal in die zweite Aufmerksamkeit versetzte. d a ß ic h in m e in e m n o rm a le n B e w u sstse in sz u sta n d m ö g lic h st v ie l v e rsta n d . D ie S c h lä u e d e r Z a u b e re r. über zwei Meter hoch. und stets h a t t e er m i r d en E ind ruck gem acht. »E s w äre nicht richtig. w as d a m it m ir gesc h a h . a ls d ie z w e i G e sta lte n z u b e tra c h te n . und d ann versetzte er m ich in d ie zw eite A ufm erksam keit. die ich sah. So war es auch mit dem Auftreten anorganischer Wesen in meinen Träumen. aber es ist m öglich. In diesem Traum.einer Ruhe. S ie stand en nur reglo s v o r m ir. Damals schien es mir.« »W a s k a n n ic h tu n . m ich m it m anchen seiner E igenheiten ab zufind en. T ie fe U n ru h e e rfa sste m ic h . Es geschah.solches anorganisches Bewusstsein könne tatsächlich existieren. V oraussetzung ist nur. wurde mir klar. Das Merkwürdigste war aber. während ich von einem Zirkus träumte. A ls ich end lich m it D o n Juan d arüb er sp rach. als ich mit einem Schreck aufwachte. Ich bewegte mich nicht. als träum te ich nur. w o ich sc h ie r a lle s. um ihnen zu b egegnen. in Ja h rh u n d e rte n g e sc h ä rft. Es war wie ein Fausthieb.

In der Wüste hatte es leicht geregnet. war. Don Juan wissen zu lassen. weil sie bei dir eine Erinnerung an ihre Gestalt hinterlassen wollten. und das Herz 63 . In der zweiten Aufmerksamkeit verstand ich alles. daß die zweite Aufmerksamkeit uns allen zugänglich sei.« »Worin besteht solch eine Freundschaft. Auch waren es keine Gestalten von düsterer Leuchtkraft mehr. es zu tun. die uns die zweite Aufmerksamkeit versperren. wie zwei dünne Baumstämme. Wenn sie so etwas tun. was du zu tun hast. zu einer Begegnung mit den anorganischen Wesen. Tatsächlich liebten sie ihre Verbündeten mehr als ihre Mitmenschen. flüsterte mir Don Juan ins Ohr. Don J uan stand rechts hinter mir. »Warum nennst du sie meine Freunde?« »Sie selbst haben dich ausgesucht. Die alten Zauberer liebten ihre Verbündeten. Don Juan?« »Rufe sie herbei. und ich hörte alles. sondern zwei dichte. Verblüfft starrte ich sie an. direkt vor mir. daß ich ihr Bild vor mir sah. Immer wieder musste ich gegen Steine treten. In diesem Moment war mir völlig klar. sie waren nicht mehr so hoch wie in meinen Träumen. Als wir eine enge Schlucht zwischen zwei Bergkuppen erreichten. Darin sehe ich eine furchtbare Gefahr. war ich in meinem normalen Bewußtseinszustand. ein vollständiges Bild ihrer Gestalt vor meinem inneren Auge wachzurufen.« Don Juan befahl mir. Er stellte sich vor. sagte er.« Ich öffnete sie mühelos. die ich unter mir gespürt hatte. dunkle. Wir wanderten in östlicher Richtung. die zweite Aufmerksamkeit mehr oder minder entschlossen von uns fernhielten. daß die Zauberer freundschaftliche Bindungen mit diesen Wesen eingehen. daß das Träumen imstande sei. daß sie eine Verbindung wünschen. aber es waren nicht dieselben. auch die Augen nicht öffnen konnte. jene Schranken zu durchbrechen. diese Erinnerung wachzurufen. Ich wollte mich umdrehen u n d ihn ansehen. Sie haben dich im Traum an ihre Gegenwart gewöhnt. An jenem Tag. beinah bedrohliche Pflöcke. »und laß nicht los. bis sie genauso aussehen wie in deinen Träumen«. Ich war gar nicht überrascht. um sie herbeizurufen?« 62 »Stelle dir vor deinem inneren Auge ihr Bild vor. Dabei war ich eindeutig wach. so verzweifelt ich mich auch bemühte. Ich konnte mich kaum im Gleichgewicht halten.« Schnell und mühelos gelang es mir. Was mich aber erschreckte. doch eine unbekannte Kraft hieß mich gegen meinen Willen aufstehen.gerne bereit war. befahl mir Don Juan. Ihre Oberfläche war leicht abschüssig.« »Was rätst du mir zu tun. Mechanisch näherte ich mich den beiden Gestalten. genau wie in meinen Träumen. um die schweren Stollen abzulösen. Dann führte er mich zu ein paar Felsblöcken und hieß mich niedersitzen. daß es so leicht ging. indem wir eigensinnig an unserer unbedarften Rationalität festhalten. daß mir etwas Unglaubliches bevorstand. um deine Freunde herbeizurufen«. »Steh auf und packe einen von ihnen«. Der rötliche Sand war noch feucht und haftete beim Gehen an den Gummisohlen meiner Stiefel. Ich hörte Don Juan sagen: »Jetzt darfst du die Augen öffnen. als er mich in die Hügel der Wüste von Sonora führte. daß wir aber. Die anorganischen Wesen liefern ihr hohes Bewußtsein. Don Juan?« »Sie besteht in wechselseitigem Austausch von Energie. »Laß es mich wissen. Und jetzt ist es Zeit. und dann entscheide selbst. blieb Don Juan stehen. gegen die Hügel hinauf. wie er dich schüttelt. Dein Fall ist ganz vorbildlich. Ich saß mit gekreuzten Beinen auf den Steinen. Lerne sie kennen. Ich spürte die Härte und Kälte der Steine. Er war überzeugt. Das negative besteht in Abhängigkeit auf beiden Seiten. Das positive Ergebnis ist ein gleichwertiger Tausch. Du brauchtest ihnen nicht mal ein Angebot zu machen. sie waren auf die Hälfte ihrer Größe geschrumpft.« »Was soll ich tun. wenn du sie vor dir siehst. ganz gleich. Ich sagte dir doch. »Dies ist ein idealer Platz. aber er zwang meinen Kopf nach vorne. was er mir befohlen hatte. so heißt dies. die Augen zu schließen und sie geschlossen zu halten.« So etwas hatte ich nun gar nicht im Sinn. auch wenn ich nicht die bewußte Absicht hatte. Und dann sah ich zwei dunkle Gestalten. »Bleib sitzen und visualisiere ihre Gestalt. seine exzentrische Art ernstzunehmen. Und doch wußte ich irgendwie. als ich mich setzte. daß ich kein Wort hervorbringen. und die Zauberer geben ihr gesteigertes Bewusstsein und ihre große Energie. daß ich schließlich tun würde.

aber auch für überheblich. Ich nahm dies alles.eine widerliche Art von Elektrizität. um meine Selbstkontrolle ganz wiederzufinden. Nicht etwa wie ein kräftiges Tier. Er musterte mich neugierig. Es wird wiederkommen und mehr von dir verlangen. sondern aus einer sonderbaren Wut. Wieder konnte ich meine Frage nicht äußern. war ganz begeistert davon. Wenn sie in meinen Körper fuhr. Steh aber nicht auf. die man für ernsthafter hielt. Ich war verwirrt. sondern Beziehungen von quälender Abhängigkeit«. Ich habe nie im Leben so etwas wie Strahlen elektrisierten Wassers gespürt. aber dies war die Vorstellung. daß ich ganz wiederhergestellt war. so etwas herzustellen oder zu fühlen. sich wie Strahlen elektrisierten Wassers angefühlt hatten. Die alten Zauberer glaubten. befahl mir. für beherrschter als die anderen. Ich trat zu der Gestalt am Boden und versuchte sie hochzuheben. Ich empfehle dir nur. Eine ganze Weile rollten und wälzten wir uns über den Sand am Boden der Schlucht. Dann tat ich etwas sehr Ungewöhnliches.und hinterließ mir ein äußerst angenehmes Gefühl der Vollständigkeit. als daß wir jetzt darüber sprechen könnten. bin ich fast ein Neuling. Die dunkle Gestalt blieb am Boden liegen. Ich wollte Don Juan fragen. kitzelte es und zwang mich. Die gleiche Stimme wie vorhin.« »Du hättest mich im voraus. 64 Ich brauchte länger als vierundzwanzig Stunden. Diesen Teil vom 65 . das anorganische Wesen am Boden Liegenzulassen.pochte mir bis zum Hals hinauf. Ich fand sie widerlich. Ich tat es. das aber stark elektrisch aufgeladen war. für Realität. beinah festen Form unter mir. sie wären liebevoller. jedesmal wenn Don Juan mich mit seiner Frage bedrängte. Ich konnte ihm nicht sagen. Außerdem hast du nicht mal gehört. Die meiste Zeit schlief ich. Es lag ruhig da. »Du wirst keine hilfreichen Freunde unter den anorganischen Wesen finden.« Ich sah Don Juan fragend an. hörte aber meine eigene Stimme nicht.« »Warum hast du mich nicht zurückgehalten. weckte ich ihn und erzählte ihm. ist es um dich geschehen«. Das Wesen versetzte mir einen Stromschlag nach dem anderen . als einen von Don Juans Zaubertricks ausgelösten Traum. der nicht Don Juan war. Ich packte mir die Gestalt rechts von mir.jemand. mich auf das anorganische Wesen zu legen. Don Juan schaute manchmal nach mir und stellte immer wieder die gleiche Frage: »War die Energie des anorganischen Wesens eher wie Feuer oder wie Wasser?« Meine Kehle schien wie versengt. Wässrige anorganische Wesen neigen eher zu Exzessen. das anorganische Wesen wie ein dunkler Schatten an mir haftend. die ich aus unserer normalen Welt kannte. Don Juan?« »Die Bedeutung ist zu weitreichend. ob es möglich ist. daß die Stromstöße. Don Juan?« »Du hast mir keine Zeit gelassen.« »Ich kannte doch selbst nicht alle Möglichkeiten. Ich fragte Don Juan. Ich umklammerte die Gestalt. vielleicht sogar fähig zu Gefühlen: im Gegensatz zu den feurigen. alle Furcht aus deinem Leben und aus deinen Träumen zu verbannen. »Ausgeschlossen«. daß seine Frage sehr wichtig war. Don Juan schlief. eher zur Nachahmung begabt. stellte er fest. Bleib noch einige Zeit dort liegen. Es löste sich dann von mir und verschwand . weil sie keine feste Masse hatte. Ich weiß nicht.« »Was hat dies alles für mich zu bedeuten. ob es tot sei. Das anorganische Wesen. Was die anorganischen Wesen betrifft. wie ein Tier aufzuheulen und zu knurren. was ich empfunden hatte. die sich wand und aufbäumte. der mich beinah zwang. die mir vor Augen stand. sagte er. dem du zu einer EnergieEntladung verholfen und das du dann wieder aufgeladen hast. wie du es immer tust. die ich gespürt hatte. das schwarze Gebilde fallenzulassen. Und dann spürte ich einen elektrischen Schlag. »Sei also äußerst vorsichtig. ob alles in Ordnung sei mit dem dunklen Wesen. weil ich sie ganz anders empfand als die Elektrizität. nicht aber Don Juans Stimme. Wie aus weiter Ferne drang Don Juans Stimme zu mir. was hier geschah. Endlich wurde das Wesen zu einer reglosen. sondern eher wie etwas Luftiges und Leichtes. Dann half er mir auf die Beine. »Du hast nur seine Energieladung erschöpft. und mit einer einzigen Bewegung standen wir beide auf. über alle Möglichkeiten unterrichten sollen. wie ich dich anschrie. Ich konnte sie aber nicht mit den Armen umfangen. um deine Kohärenz zu schützen. sagte irgend jemand lachend . Bis zu diesem Moment hatte sich irgend etwas in mir an meine Vernunft geklammert und das Geschehen als Traum gewertet. nicht vor Qual. als ich endlich wußte. »Wenn du ihn fallen lässt. Weil ich glaubte.

egal ob organischen oder anorganischen. weil er so eindeutig negativ reagiert hatte. Die Fixierung des Montagepunktes D a w ir v e re in b a rt h a tte n . weil es zu aberwitzig und zu hinderlich ist. Ich konnte sie nicht überw inden. a ls e r fo rtfu h r: »S ie w ird d e in e V e rn u n ft stra p a z ie re n . n u r d a n n ü b e r d a s T rä u m e n z u sp re chen. »Ich kan n m ir d azu keine M einung e rla u b e n . befragte ich ihn selten und b e h a rrte n ie m a ls lä n ge r a u f m e in e n F ra ge n . Und ich setzte meine Traumübungen fort. was ich getan hatte. D a ru m h ö rte ic h gerne zu.Wissen der Zauberer lehne ich ab. so hoffte ic h . D arum w ar ich überra sc h t. unterhielten w ir uns ü b er irgen d w elch e an d eren D in ge. Ü brigens. daß es ganz in Ordnung sei. »U n d d er H au p tgru n d w ar m eine A ngst vor ihnen. a ls w o lle e r m eine N eugier w ieder einm al zurückw eisen. b ei versch ied en en G elegen h eiten . vielleicht w eil er das T hem a selbst angeschnitten hatte. w ährend ich bei ihm zu B esuch w ar. d aß die alten Z auberer durch ihre T raum -K ontakte m it anorganischen W esen gro ß e G esch icklich keit im M an ip u lieren d es M o n tagep u n k te s e n tw ic k e lt h ä tte n . D iesm al. 4. sa gte e r.« Damit endete unser Gespräch.« 67 . als er u n verm ittelt sagte. w enn er von sich aus das T hem a aufgriff. w ürde er. E inm al. sagte er. »E in e se h r sc h w ie rige F ra ge «. Ich möchte nicht irgendwelchen Wesen ausgeliefert sein. S eine E rkläru n ge n d e s T rä u m e n s w a re n im m e r in a n d e re A sp e k te se in e r L eh ren ein geb ettet u n d w u rd en im m er sp o n tan u n d u n verm ittelt eingeflochten. Lachend erzählte e r. und nun ist sie regelrecht zur Fixierung gew orden. Sofort nutzte ich m eine C hance und fragte D on Juan. d ieselb e F rage gestellt. sagte ich .« M eine A ntw ort gefiel ihm . Irgendwie war ich überzeugt. ohne weitere Einmischung irgendwelcher anorganischer Wesen. »S ie w aren n ie m ein F all«. um w elche Z e it u n ge fä h r d ie se a lte n Z a u b e re r ge le b t h ä tte n . S c h o n frü h e r h atte ich . m einen W unsch erfüllen. ab er n ie gab er m ir ein e b efried igen d e A n tw o rt. als ich's hätte tun sollen. Im ü b rige n se i d ie s e in w e ite s u n d gefahrvolles Feld. ähnlich w ie das P roblem der anorganischen W esen. w as hältst du nun von ihnen?« »L aß m ich b itte au s d em S p iel«. E s k la n g. aber ich tat es nicht. Ich hätte mir Sorgen machen können. w enn D on Juan es für nötig hielt. w ieviel A ngst und A bneigung die anorganischen W esen ihm selbst einflößten.

veränderte sich die ganze Stimmung des Traumes. sagte D o n Juan. daß die nörgelnde Stimme. immer noch wirbelnd. »Machst du Spaß? Welche Begegnungen?« »Ich wollte nicht darüber sprechen. Sie möchten kaufen. bis ich vollends erwachte. 68 »D as sind unschuldige B egegnungen. triffst dich aber regelmäßig mit ihnen und behauptest. angezogen von einem bestimmten Gegenstand. sondern Abneigung.« »W ie k a n n st d u d ir d e in e r Z e ita n g a b e n so sic h e r se in ? « fra g te ich. D e rje n ig e . D o n Ju a n . Und so musste ich fragen: »Worauf spielst du an. jem and en zu fragen. ihm von meinen unregelmäßigen Traumübungen zu berichten. und wälzte und rollte mich noch längere Zeit herum. So wütend wurde ich. sa g te e r lä c h e ln d u n d m e in e R e a k tio n b eo b achtend . die du hörtest und die dich ermahnte. d e m ic h b e g e g n e t b in . Don Juan?« »Es ist nicht eigentlich Furcht. aber statt nun den Traum zu wechseln.« Nun geriet ich in unerklärliche Erregung und erklärte ihm schroff. E in e s T a g e s w irst d u d ie se n M enschen kennenlernen. was ich empfinde. fu h r e r fo rt. dir zu sagen. ich liebe die Freiheit. Er sah mich an. und ich fand mich in einer mir unbekannten Dimension wieder. gelenkt von einem unsichtbaren Führer. Aber ich glaube. d e r a lle s b e stä tig e n k a n n . lächelte und sagte: »Am besten hält man es mit den anorganischen Wesen. auch wenn mir nicht klarwurde. Die Frage überraschte mich. »W ie kannst d u d ir d er d einen so sicher sein? « erw id erte er. deine Traum-Aufmerksamkeit auf die Gegenstände deiner Träume zu fixieren. d ie D aten früherer K ulturen festzustellen. u n d ic h h a b e m e in e s«. die du m it deinen F reunden unter d en ano rganischen W esen hast«. E iner d er alten Z aub erer. G estützt auf die neuesten archäologischen B efunde über die W and e ru n g e n a sia tisc h e r N o m a d e n stä m m e n a c h A m e rik a . Ich sagte ihm . Dort flog ich umher. D o n Juan. Ich hoffe. als daß ich es ernst nehmen könnte. daß du nur träumst und daß im Traum alles möglich ist. du w irst dich späte r a n d a s e rin n e rn . Ich hatte niemandem erzählt. b e z w e ife lte ic h d ie R ic h tig k e it d ie se s D a tu m s. wie du es tust: du leugnest ihre Existenz. daß die Z auberer ihre eigenen narrensicheren M ethod en hätten. w a s ic h d i r je tz t ü b e r d ie se n M a n n e rz ä h le n 69 .« »N iem and kann d ies m it S icherheit w issen. wie ich es hätte tun sollen. d a ß d ie a lte n Z a u b e re r v ie rta u se n d Ja h re la n g h e rrsc h te n . S e ith e r hab en d ie Z aub erer um grup p iert . sa g te e r. der mich im Kreis herumwirbeln ließ. warum eigentlich. es wird Zeit. d a s sei viel zu früh angesetzt. W e r k ö n n te b e stä tigen. Er lachte über mich und forderte mich dann auf. o d e r m it d ir stre ite n «. Stets erwachte ich aus einem solchen Traum. üb er d ie w ir gesp ro chen h a b e n . d aß d ie alten Z aub erer scho n vo r etw a zehnta u se n d Ja h re n le b te n «. d e r m ir a lle s von den alten Z auberern erzählt h a t. w as vo r sieb entausend Jahren geschah? « »S ehr einfach. Ich will mit ihnen nichts zu tun haben. a b e r D o n Ju a n k a m w ie d e r a u f d a s T hem a zurück. daß ich immer wieder aus einem Traum hinausschwebte. w o llte ih m a b e r a u c h n ic h t beipflichten. und ich verkaufe nicht. Sie lieben die Sklaverei. die Stimme eines anorganischen Wesens war.»Fürchtest du sie noch immer.und w ied er aufgeb aut. d u m a c h st W itz e . »ab er vielleicht w irst d u b ald G elegenheit hab en.« »A c h . »Ich b in üb erzeugt. »D u h a st d e in W isse n . v o n v o r sie b e n ta u se n d b is v o r d re ita u se n d Ja h re n . Auf diese Weise brauchst du dich nicht festzulegen. k o m m .« »V ielleicht w irst d u auch d as nicht glaub en. der es m it S icherheit w e iß . das ganze Thema sei mir allzu überspannt. Z e h n ta u se n d Ja h re . erwiderte er trocken. Don Juan?« »Auf deine Begegnungen mit den anorganischen Wesen«.« Ich fand Don Juans Bemerkung völlig abstrus.« Ich empfand ein sonderbares Schuldgefühl. daß die A rchäologen narrensichere M ethoden hätten. V o r d re ita u se n d Ja h re n v e rsc h w a n d e n sie v o n d e r E rd e . E r ist e s.« »Gibt es einen bestimmten Grund für diese Abneigung?« »Den besten Grund überhaupt: wir sind gegensätzlich. M eine F rage nach den alten Z aubere rn h a tte ic h v e rg e sse n . »M e in W isse n b e sa g t. »Ic h w ill d ir n ic h t w id e rsp re c h e n . daß ich ihn sogar anbrüllte. Ic h w o llte ih m n ic h t w id e rsp re c h e n . ab er es gib t jem and e n . S o schw ieg ich. U nd er w ied erum antw ortete. w as d ie alten Z auberer hinterlassen h a tte n .

ab er sich d am als zum E nd e neigte. d ie S eb astian nachfo lgten. vo n d em alten I n d i a n e r m anip uliert zu w erd en. a m N a b e l g e le g e n . Mit schwacher Stimme erzählte er Sebastian. »Nur wenn du darüber nachgrübelst. D e r a lte M a n n w u rd e w ü te n d u n d d ro h te S e b a stia n a n . S e b a stia n fra g te d e n In d ia n e r. auch wenn ich nicht verstand. sagte D on Ju a n . a b z ie h e n w e rd e . daß eines Tages. A ls G e g e n le istu n g w ü rd e S e b a stia n n ic h t n u r d ie C h a n c e e rh a lte n . d ie E n e rg ie d e s N a g u a l. Aber auch in der zweiten Aufmerksamkeit hatte ich nicht daran geglaubt. Er ist der Schlüssel zu vielen unserer Unternehmungen. der krank zu sein schien. den Nagual Sebastian. sich z u e n tsc h u ld ig e n . lasse ihr Mangel an ideologischen Neigungen sie als vorbildliche Arbeiter erscheinen. D er M ann erw id erte. meinte Don Juan.und auch finden. w ar nicht b ereit. Don Juan fuhr fort mit seiner Geschichte und sagte. h ie lt se in W o rt: a ls G e g e n le istu n g 71 . D o n Ju a n v e rsic h e rte m ir. daß die Zauberer . d er N agual und seine G rup p e w aren ta tsä c h lic h in e rn ste r G e fa h r. habe zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts als Küster an einer Kirche im Süden Mexikos gelebt.will. a u f w elche W eise er ihm E nergie geb en kö nne. Und er warf mir vor. Einstweilen will ich dir noch eine überspannte Geschichte über einen der Naguals meiner Linie erzählen. w u rd e sp ä te r z u r G ru n d la g e fü r e in e n V e rtra g . während Sebastian seinen Küsterpflichten nachging. Er vermutete. d ie b e k a n n t sin d a ls »je n e . E r b ra u c h e . a ls se in A n sin n e n z u erfüllen. 70 S e b a stia n . obwohl ich hier anders hätte reagieren sollen. u m se in L e b e n z u v e rlä n g e rn . ab er d er M ann w ar unerb ittlic h u n d lie ß i h m k e in e n a n d e re n W e g . se h r b e u n ru h ig t d u rc h d ie se p lö tz lic h e W e n d u n g d e r D in g e . d aß d ie N aguals d urch ihre D iszip lin e in e b eso nd ere E nergie ansam m eln. sich so lchen U nsinn anzuhö ren. sa g te e r. d a s . D er M ann e r k l ä r t e .als vertrauenswürdige Arbeitnehmer gelten und von Institutionen. daß Sebastian nicht nur ein Zauberer. gefiel d em N agual üb erhaup t n i c h t .sc h o n Ja h rta u se n d e w ä h rte . aber der Mann wandte sich mit großem Nachdruck an den Nagual. Wenn du deine Vernunft beiseite lässt. w ie sic h h e ra u sste llte . sagte Don Juan. und darum mußt du ihn kennenlernen. D ie D ro h u n g d e s M a n n e s w a r a lso n ic h t a u f d ie leichte S chulter zu nehm en. so n d e rn z u sä tz lic h a u c h e in G eschenk d er K raft.w ie e r S e b a stia n b e te u e rte . was er sagte. d a ß d e r a lte In d ia n e r m it se in e n B e h a u p tu n g e n k e in e sw e g s ü b e rtrie b e n h a b e . d e r d e m T o d e tro tz te . ist es nur noch eine Frage von Energie. Don Juan betonte bei seinem Bericht. m it seinen S p aß en a u fz u h ö re n . Es ist von entscheidender Bedeutung. geb und en fühlten. ih n u n d se in e G ru p p e b e i d e r k irc h lic h e n O b rig k e it a n z u z e ig e n . ihm nur zu schmeicheln. E r w a r. ein sehr intelligenter M ann. was ich gesagt habe. a ls d ie kirchlichen B ehö rd en m it b rutaler H ärte d ie häretischen B räuche und K ulte b ei d en Ind ianern d er N euen W elt system atisch auszuro tte n su c h te n . S eb astian. Don Juan. sondern auch ein Nagual sei. a n d e n sic h alle sechs N aguals. Streng und unverblümt sagte er ihm. daß ich im Zustand alltäglicher Bewußtheit natürlich nicht an so überspannte Geschichten geglaubt hatte. ein alter Indianer. se in e A k tiv itä te n fo rtz u se tz e n . die immer Bedarf an solchem Personal haben.« Ich versicherte Don Juan. w e n n e r se in e r F o rd e ru n g n ic h t n a c h k o m m e . und b at d en Ind ianer. wird es eine überspannte Geschichte. die sie in ihrem K örper speichern und die er schm erzlos a u s S e b a stia n s E n e rg ie Z e n tru m . gerne beschäftigt werden. während ich kein Wort über die alten Zauberer glaubte. d ie d e m T o d e tro tz e n «. W as dann zw ischen S ebastian und dem M ann geschah. Je n e r. ind em er seinen M o ntagep u n k t a u f e in e n u r ih m b e k a n n te A rt m a n ip u lie rte . e rin n e rte m ic h D o n Ju a n . Ich musste zugeben. D ie E rkenntnis.« »Wieso sagtest du.wegen ihrer überlegenen Disziplin . A n sc h e in e n d hatte er b is in d ie G egenw art üb erleb t. daß ihr beide euch eines Tages begegnet. e in e r v o n d e n e n . Der Nagual glaubte. er wisse. daß die früheren und auch die modernen Zauberer in etablierten Institutionen wie der Kirche Zuflucht suchen . er hab e keinesw egs d ie A b sicht. D ie s g e sc h a h z u e in e r Z e it. z o g d e n In d ia n e r b e ise ite u n d v e rla n g te e in e E n tsc h u ld igung. e in e r d e r Z a u b e re r a u s d e r V o rz e it. Solange niemand etwas vom Tun und Treiben der Zauberer erfahre. daß ich einen der alten Zauberer kennenlernen werde?« »Weil du ihn kennenlernen wirst. so n d e rn e rw a rte b e so n d e re H ilfe . ein sonderbarer Mann in die Kirche gekommen sei. er brauche Hilfe. der Indianer wolle den Priester der Pfarrgemeinde sprechen. daß ich begierig seinen Worten lauschte.« Der Nagual Sebastian.

V ielleicht hatte er bem erkt. A lle anderen N aguals. B eim D urchschreiten der ersten und zw eiten P forte des T räum ens erreichen die T räum e r e in e n S c h w e lle n w e rt a n E n e rgie u n d b e gin n e n D in ge z u sehen oder S tim m en zu hören. u n d e r sagte m ir. D ie S tim m e w ar so k l a r u n d so vo ller A u to rität gew esen . Ich w o llte D o n Ju an ein e präzise Frage vorlegen. eine G abe der K raft. d aru m sp ran g ich au f u n d ran n te au s d em H aus. sagte er. in der sie existieren? N achdem ich m ir diese Frage im K opf zurechtgelegt h a t t e . ähnlich w ie ich es an jenem T ag hörte. h o lte ich m ir R at b ei D o n Juan. die er von jedem dieser M änner erhielt. D u hast lediglich die Stim m e des T raum -B otschafters gehört. daß ich die Fassung verlor. D as B em erken sw erteste an d ieser E n tw icklu n g w ar. D ann antw ort e t e m ir d ie S tim m e ein es M an n es: »D iese S p h äre existiert in einer bestim m ten P osition des M ontagepunktes«. »D as w eiß n iem an d «. »S eit G en eratio n en w issen w ir von ihm nur. D er dem T ode trotzt ist d e rje n ige . »gibt m an sich nicht m it kleinlichen L ügen ab. als hätte er das G rauenhafteste beschrieben. sagte sie. m it dem A rm in die Ferne deutend.« Ic h h a tte n ic h t im S in n . so überlegte ich. D er dem T ode T rotzende. den V erstand zu v e rlie re n : eine Sorge m ehr zu m ein em S o rgen b ü n d el.« »W as w artet dort draußen auf uns. »Ä hnlich w ie deine W elt in der gew ohnten Position des M ontagepunktes existiert. Ich erinnerte m ich. ein es vo n ih n en so gar kö rp erlich b erü h rt h atte. sagte er. sagte er. daß ich in m einen T räum en auf einm al A ntw orten auf F ragen erhielt. A uch Sebastian hatte solch eine G abe akzeptieren m üssen. e i n e n D ia lo g m it e in e r k ö rp e rlo se n S tim m e an zu fan gen . daß er die W ahrheit sprach?« fragte ich. E s begann dam it. eine scheinbar harm lose Form ulierung. er stand m it dem R ücken zur W and und hatte keine andere W ahl. »W ie konnte er so lange leben?« fragte ich. So versetzte er m ich in einen anderen B ew usstseinszustand. und so form ulierte ich m ein P roblem folgenderm aßen: W enn m an akzeptieren w ill. daß ich sie allm ählich für ganz real hielt. als ich gedacht hätte. d aß sie m ich n ich t n u r faszin ierte. so gar leich t m issb illigen d d en K opf. Ich glaubte. B ei d er ersten G elegen h eit. daß sie bald auch auf m eine w achen Stunden übergriff. d aß sie vo r d reitau sen d Jah ren d en G ip fel ih rer E n tw icklung überschritten hätten. »D u w irst keinesw egs verrückt. als ich m it dem anorganischen W esen rang. daß die anorganischen W esen ebenso real sind w ie M enschen . D am it beendete D on Juan seine E rzählung. sei dann als der M ieter bekannt gew orden. akzeptierten aber froh und stolz ihr G eschenk.« »W oher w eißt du. »A ngesichts des unvorstellbaren U nbekannten dort draußen«. w ar beängstigender für m ich. sagte er. D on Juan?« Seine A ntw ort. daß ich in einem Zustand halbnorm aler B ew ußtheit. N icht e i g e n t l i c h m ehrere S tirn73 72 . w as er uns erzählt. D o n Ju an sch ü ttelte verw u n d ert. w as d o rt d rau ß en ist u n d auf sie w artet.w o befindet sich in der physikalischen R ealität des U niversum s dann die S phäre. in der W üste von S o n o ra.für die E nergie. die ihm folgten. E in paar M onate später nahm en m eine T raum übungen eine sonderbare W endung. die ich D on Juan hatte stellen w o llen . die schließlich E ntw icklung und Z iel ihrer L inie verändern sollte. P rodukte m einer eigen en m en talen P ro zesse sein ko n n ten . erhielt ich A ntw ort auf eine unausgesprochene Frage nach der R ealität anorganischer W esen. w enngleich w iderstrebend. U nd eines T ages. d ie sich b o t. »D u m ußt endlich begreifen. erw id erte D o n Ju an . diese G eschichte w eiter zu erläutern. doch der V organg sollte sich n ie w iederholen. w ährend ich am Schreibtisch saß. U nd m e h r a ls z w e ih u n d e rt J a h re la n g h ä tte n d ie N a gu a ls v o n D o n Ju an s L in ie d iese b in d en d e V erein b aru n g ein geh alten u n d ein e sym biotische B eziehung gepflegt. m achte er dem Spender ein G eschenk. so n d ern auch erschreckte. hörte ich ein m erkw ürdiges G elächter. E i schien n i c h t im m indesten beeindruckt. D on Juan w ar nicht bereit. K leinliche L ügen sind nur etw as fü r L eu te. daß solche D inge im Leben eines Zauberers ganz norm al sind«. »E tw as völlig U npersönliches«. So oft hatte ich anorganische W esen im T raum gesehen. um m eine F urcht zu vertreiben. d e n ic h ü b e r d ie a lte n Z a u b e re r b e fra gte . V oll B angen w artete ic h auf w eitere Ü berfälle dieser Stim m e. der beunruhigender w ar. die w ohl kaum . U n d in m ein en T räu m en h atte es im m er w ied er A u sb licke au f W elten gegeben. doch er verm ittelte m ir einen m erkw ürdigen E indruck von W ahrheit. d ie n iem als geseh en h ab en .

In m e in e r J u ge n d sa h ic h ih n im m er als M önch m it schw arzer K utte. »D er B otschafter 74 hat dir nichts N eues gesagt.« D ie T atsache. d aß jed er T räu m er d en B o tsch after h ö rt o d er sieh t? « »J e d e r h ö rt d e n B o tsc h a fte r. »E s ist so. Was für eine Energie ist das: eine wohltätige. w elche R ichtung unser G espräch gen o m m en h atte. Manche Zauberer schwören darauf.« 75 . D er B o tsc h a fte r sp ric h t a u c h z u m ir.« »Was ist der TraumBotschafter?« »Fremde Energie. die herauszufinden ich zu faul bin. E r u n terb rach m ich u n d sagte m it b reitem G rin sen : »Ja. Z um B eispiel. Und diese Stimme sagt ihnen Dinge. w ie ich dir sagte«. einfach als männliche oder weibliche Stimme. w as m eine Schüler so treiben. falls sie ihren Namen verdienen. w enn ich nicht da b in . als ich besser m it m einer A ngst um gehen konnte. »Ist d er T rau m b o tsch after ein an o rgan isch es W esen ? « fragte ich. D a s ist d e r G ru n d .daß w ir m ehr über das M ysterium des U niversum s w issen. W äh ren d er sich vo r L ach en krü m m te. D ann.« M ir w ar es inzw ischen egal. als w ir annehm en. L auter D inge. Ich brauchte m ehr Inform ationen über den B otschafte r.oder was?« »Es ist einfach fremde Energie. neuen Position fixiert halten. E in schw atzender M önch. m ach te m ich b ein ah euphorisch. Er sagt uns nur. w urde er zur körperlosen Stim m e. n u r w e n ige se h e n o d e r fü h le n ihn. j a . doch ich war zu erschrocken für derlei Frivolitäten. richtige. antwortete er. weil wir unseren Montagepunkt in einer bestimmten. o b a u c h e r d ie S tim m e d e s B o tsch afters geh ö rt h ätte. Fremde Energie. w arum die T räum er ihm im m er begegnen. d ie a u s d e m R e ic h d e r a n o rga n isc h e n W e se n k o m m t. was die Stimme mir gesagt hatte. D o n Ju an . m einte D on Juan. die wir zu einer persönlichen machen.« »Mit deiner Beschreibung. als dir zu w iederholen. »S a ge n w ir. D er B otschafter verrät m ir alles. der m ir jedesm al höllische A ngst m achte. o h n e D o n Ju an s A n leitu n g. V or allem über dich erzählt sie m ir gew isse D inge.« »W as für D inge. d e r T ra u m b o tsc h a fte r ist e in e K ra ft. die aufgrund der Fixierung unseres Montagepunktes auf uns einwirkt. kann ich nichts anfangen. kreisten m e in e G e d a n k e n k ra m p fh a ft u m a n d e re T h e m e n . »Kann diese Kraft sich materialisieren?« fragte ich. falsche .« Don Juan lachte über seinen eigenen Spaß. Oder sie hören sie. die Festigkeit angenommen hat. was was ist. schädliche. Das Fragwürdige an der Stimme des Traumbotschafters ist. a ls d u ra tio n a l v e rm u te n k a n n st. Sie sehen sie sogar.« Und nun erzählte ich Don Juan. S o w o llte ic h D o n J u a n fra ge n . weil sie eine Stimme hat. w orauf ich m eine A bsicht richte. wie ich sagte. A b e r d a s ist unsere m enschliche M alaise . D o n Ju an . sondern eine einzelne Stimme. und dann ziehen wir unsere eigenen Schlüsse. Seine A ussage w ar richtig. Paß nur auf! Am Ende siehst und fühlst du ihn als nacktes Weib. Eine unpersönliche Kraft. »Und alles hängt davon ab. Die Zauberer nennen sie die Stimme des Traum-Botschafters. die den Träumern angeblich hilft. daß ich dieses unglaubliche P hänom en ganz allein en td eckt h atte. d aß ich all dies bereits w ußte. daß sie nur verraten kann. D on Juan?« »A lles. wie du sie gehört hast. falls du dir eine gewisse Überlegenheit bewahren kannst. D u w eißt unendlich viel m ehr über das M ysterium d e s U n iv e rsu m s. was die Zauberer bereits wissen oder wissen sollten. w as du schon w ußtest. desto eindringlicher erleben wir den Botschafter. was er ist: eine unpersönliche Kraft. aber er hat dir nur scheinbar etw as offenbart. wie stark der Montagepunkt fixiert ist. daß es festgewordene fremde Energie ist.« »A ber sicher. ab er ich kan n n ich t b eh au p ten .« »T u t m ir leid . Dann bleibt der Botschafter.« »W illst d u d am it sagen .« »Warum hören manche von uns diese Energie als Stimme?« »Wir sehen oder hören sie. je stärker diese Fixierung ist. »Aber gewiß«. z u d e n e n ic h ihm Fragen s te lle n w ollte.« »Gibt er vernünftige Ratschläge?« »Es können gar keine Ratschläge sein. wird nichts passieren. D er B otschafter hat nichts andres getan.men. die diese Leute oft als geheiligte Ratschläge auffassen. Don Juan. w as du tust. Doch sei beruhigt. die m ir bis heute D inge v e r r ä t . indem sie ihnen Dinge offenbart.

unentw ickelten S elb st«. G anz ähnlich w ie w ir sie. M ein Lehrer. ich könnte über den B otschafter anders denken als er. Solche V erstrickungen hem m en unser Streben n ach F reih eit. fühlten sie sich gezw ungen. E in sehr gefährliches U nterfangen. w arum es gefährlich sein sollte. Ich kann nur sagen.« »W elches ist ihr P reis?« »U nser L eben. unsere E nergie. u n s e tw a s z u le h re n . w arum er all d ies ab gelehnt hatte. »D er P reis. U nd für d iesen U n sin n verlan gt d er B o tsch after u n s gew altige E n ergien ab.w as. E r ge h ö rt z u e in e r a n d e re n S ein sw eise . d a ß a u c h ic h d ie a n o rg a n isc h e n W e se n a b le h n e n so llte. u n d d ie 76 alten Z au b erer w u rd en S ch ritt u m S ch ritt an geleitet. G en au w ie d u . D er T raum botsc h a fte r w u rd e fü r d ie se Z a u b e re r z u r w ic h tigste n W e se n h e it. ist m ir zu ho ch. Irgend w ann in m einem L eb en m usste ich d ie E ntscheid ung treffen. D ie V e rb ü n d e te n v o llb ra c h te n e rsta u n lic h e T a te n . u n se r in n e rste s S e lb st z u m M aßstab dessen zu nehm en. u n d a n h a n d k lu g ausgew ählter B eispiele lehrten sie die alten Zauberer w ahre W und e r.o d e r a ll d ie s a b le h n e n sollte. jetzt d arü b e r z u sp re c h e n . sagte d ie S tim m e. D o n Juan? « E r antw o rtete nicht.d er S ein sw eise d er alten Z au b erer.« »V e rste h e ic h d ic h ric h tig. D on Juan?« »U n zäh lige M ale.« »W enn jem and dein innerstes Selbst zum M aßstab nähm e. w as w ir benötigen. und dich nur D inge le h r te . fuhr D o n Juan fo rt. ge n a u w ie w ir h ie r e x istie ren?« »N icht ganz so. half m ir. verriet m ir seine B esorgnis. w ie D on Juan all dies sagte. A u ß erd em sin d seine Lehren und R atschläge in unserer W elt nur U nsinn. d a ß d u d e n B o tsc h a fte r nicht liebst und nicht billigst?« »W e d e r lie b e n o c h b illige ic h i h n . w e lc h e M e n ge n a n E n e rgie so lc h e in e la n ge R e ise in e in e a n d e re S p h ä re e rfo rdert.« »A ber w as lehren sie uns?« »D inge. und uns entsprechend zu unterw eisen. Ih re L e h rm e th o d e ist a b e r. »D u lieb st 77 . d en sie fo rd ern. D o n J u a n . a ls ic h d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs in m ein em O h r h ö rte. E ines T ages w irst du m ir beipflichten. in d em sie all u n sere verfü gb are E n ergie verb rau c h e n . m ich zu entscheiden und es abzulehnen. D iese E ntscheidung habe ich nie bedauert. daß sie w underb are D inge lernten.« »W illst du dam it sagen. m ußten die alten Z auberer ihr L eben im R eich der anorganischen W e se n v e rb rin ge n . ist der B otschafter der perfekte M ittler. W enn ein Zauberer im R eich der anorganischen W esen leben w ill. daß die alten Z auberer in j e n e n S p h ä re n e x istie re n k o n n te n . unsere F reiheit. fügte er hinzu. selbst eine solche B eziehung einzugehen. die m it ihrer W elt zu tun haben. »D ann w urd en d ie a n o rg a n isc h e n W e se n ih re V e rb ü n d e te n . ü b e r D in g e u n se re r W e lt b e le h re n w ü rd e n . d ie G rü n d e . U n d e s ist v e rb lü ffe n d . ob ich m ich m it den anorganischen W esen befassen und in die F u ß sta p fe n d e r a lte n Z a u b e re r tre te n . S tatt d essen erklärte er m ir. D u w irst sehen. m it a ll deinen Ä ngsten und deiner G ier und deinem N eid und so w eiter. Ich w o llte ih n d a ra u f a n sp re c h e n . ihr S chüler zu w erd en«. o h n e an ih rem in n ersten W esen etw as zu verän dern. »D ie Schw ierigkeit bei den alten Zauberern w ar. A uß erd em ist m ir d er B o tschafter ziem lich gleichgültig. uns unter ihre F ittiche zu nehm en. unsere H ingabe an sie.« »G la u b st d u . D on Juan. daß ich m ir nicht vorstellen kann. M it anderen W o rten. die diesen schrecklichen Z ustand befried igten . D u h a st d e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it n o c h nicht von allem B allast befreit. »E r h at rech t«.aber sicherlich lebten sie: sie behielten ihr B ew usstsein. N u n g la u b te ic h .« » I c h sehe nicht ein. V ielleicht w eil die anorganischen W esen ein höheres B ew usstsein hätten als w ir. D o ch es ist sin n lo s. fa lls w ir sie le h re n k ö n n te n . »F ür m ich w ar es ab er sinnlo s. d iese T aten n ach zu ah m en . U m w irk lic h d e m B e isp ie l d e r V e rb ü n d e te n z u fo lge n . vo llko m m en zu verstehen.« »W arst du je in diesem R eich. allerd ings auf d er E b ene ihres unverd o rb enen.»H ast d u eine E rklärung d afür? « »N ein. w ie w ir hier existieren . d aß d ie S p häre d e r a n o rg a n isc h e n W e se n ste ts b e re it se i.« D er T on. der N agual Julian. E ines T ages w erden w ir über diese S phäre sprechen. er spricht und ist bereit zu lehren und zu führen. glaub st d u.« »G ibt es noch heute solche B eziehungen zu anorganischen W esen?« »D arauf kann ich nicht w ahrheitsgem äß antw orten. ihre Individualität. w äre d ie F o lge? « Ic h w u ß te n ic h ts z u e rw id e rn .

Don Juan?« »Eine neue Position. E s faszinierte m ich. d a ß w ir n ie g e le rn t hab en. »Genau dies tust du bei deinen Traumübungen. m it einem deutlichen W e stk ü ste n -A k z e n t. Mit anderen Worten. denn der Träumer muß lernen. d a ß v o n a ll d e n W u n d e rn . »A ber le id e r verpatzten sie schließlich alles. w e lc h e d ie 78 alten Zauberer beim Erforschen dieser unzähligen Positionen des Montagepunktes lernen durften. u n d W isse n ist M a c h t. Verlagerungen des Montagepunkts bewirken winzige Veränderungen. m an nim m t sie als O m en. üb er m eine S ehnsucht nach A b enteuern und m eine b einah b esessene S uche nach N euem . w ie w eit ich vo n m einem G eb urtsland entfernt sei. m ic h z u rü c k z u z ie h e n . wiederholte er. w a s ic h gehört hatte. h a t n ic h ts z u b e sa g e n «. ginge es um die Verschiebung des Montagepunkts. den Montagepunkt an der Stelle zu fixieren. Ich nahm m eine T raum üb ungen w ied er auf. »Den Montagepunkt an einer neuen Stelle zu fixieren bedeutet. e rsc h re c k te m ich nicht nur. sagte er. ist d ie F ixierung d es M o nta g e p u n k ts a u f a ll d ie z a h llo se n P o sitio n e n .« 79 . D o c h a ls ic h i h m w ie d e rh o lte . Die Kunst des Pirschens hingegen definierte er als die Kunst. um m ich zu beschw ichtigen. so nd ern w ar m ir so gar w id erw ärtig. »Ja. Du lernst dabei. ich w o lle m eine T raum üb ungen so fo rt ab b rechen. alle E ier in einen K o rb . Die Herausforderung bei den Verlagerungen besteht darin.« D o n Ju a n w u n d e rte sic h . oder indem wir bewußt die Träume wechseln. das heißt. e rk lä rte e r. D ie s a b e r ta te n d ie a l t e n Z a u b e re r. nach neuen H o rizo nten. der Traumbotschafter . und als sie vor einem w ichtigen Scheidew eg standen. leicht erstaunt über seine Worte. D a ß d ie se S tim m e m ir so sc h a m lo s sc h m e ic h e lte . sie alle sind Nebenprodukte der Fixierung des Montagepunktes auf eine Reihe von Traumpositionen. E r sa h m ic h ü b e rra sc h t a n .« »Ich dachte. ich sollte meinen Energiekörper schulen«. weil du's nicht tun könntest. gingen sie in die falsche R ichtung. Kohäsion oder Zusammenhalt zu gewinnen«.« »Kann ich wirklich eine neue Energiegestalt beibehalten?« »Nicht eigentlich. Ich sagte zu D o n Juan. d ie T räum e als G egenstand ernster F o rschung aufzufasse n . indem du den Montagepunkt in der Position eines bestimmten Traums fixierst. se h r unvernünftig. die praktisch unbemerkt bleiben. daß sie so klein und so zahlreich sind. d a ß ic h m e in e n V e rz ic h t w iderrufen hatte. D u v e rla n g st W isse n . S chließ lich sp rach die S tim m e sogar auf P ortugiesisch zu m ir. Ic h h ö rte e in e leicht argentinische A ussprache heraus. U nd w a r m ir sic h e r. Dies gelingt beim Träumen. in die sich der Montagepunkt im Schlaf verschoben hat. sagte ich. E inige W ochen später fand ich m eine R eaktion einigerm aßen hyste risc h und m e in e E n tsc h e id u n g . statt ihn zu bewegen. D a n n fie l e r in s S p a n isc h e . und nicht deshalb. neue Energiegestalten beizubehalten.« »Wie fixieren wir den Montagepunkt in einer Traumposition?« »Indem wir den Anblick irgendeines Gegenstandes in einem Traum festhalten. sozusagen. pflichtete er m ir bei.« A ll dies sagte der B otschafter auf englisch. der Energiekörper. »M a n a n a lysie rt d ie B ed eutung d er T räum e. m it einer eindeutigen F lexion aus der südlichen P am pa. die Beziehung zu anorganischen Wesens. B e i e in e m m e in e r B e su c h e k a m e r g a n z u n v e rm itte lt a u f d ie T rä u m e z u sp re c h e n : »D ie T a tsa c h e a lle in .auch w enn ich glaubte. Die Traum-Aufmerksamkeit. die zweite Aufmerksamkeit. w e il d u b e re it b ist.m ic h . Sie le g te n . N iem als früher h a t t e ich den B otschafter so sprechen hören.« »Was ist eine Traumposition. Aber noch viel mehr. daß es schon ein Triumph ist. D u h a st n ic h t d e n W unsch nach G eborgenheit in der R outine und in den A nsichten deiner A lltagsw elt. du übst deine Fähigkeit. d arüb er. a lle M ö g lic h k e ite n z u e rfo rsc h e n . so v ie l ic h w e iß «. Kohäsion zu gewinnen. W as ich m eine. Bei deinen Traumübungen übst du in Wirklichkeit deinen Zusammenhalt ein. sondern nur. d a ß D o n Ju a n w u ß te . nur die Kunst des Träumens und die Kunst des Pirschens Übriggeblieben seien. ab er niem and b egreift sie als S p häre realer E reignisse. D er B otsc h a fte r sp ra c h z u m ir v o n S e lb stv e rw irk lic h u n g u n d W isse n . seinen Montagepunkt zu fixieren. weil du den Montagepunkt verlagerst. das tust du. bei alledem den Zusammenhalt zu wahren. den du gerade träumst. d ie e r e in n e h m e n kann.all dies sind nur Nebenprodukte beim Erwerb von Kohäsion. S ie w urden anm aßend. ich solle aufhören . an die er sich verschoben hat. fu h r D o n Juan fort. er sage es nur. Bei der Kunst des Träumens.

du sollst etw as ganz B esond e re s m it se in e m L a u b m a c h e n «. der in jedem Teil des Baumes Gestalt annahm.ganz w ie im T raum . desto größer ist unser Z usam m enhalt. höher als die Douglaskiefern von Oregon oder Washington. Ich fragte mich. d aß sich E rklärungen erüb rigten. 80 Was als ein Starren auf das Laub des Mesquitestrauchs begonnen hatte. Meine Gedanken flogen nur so dahin. Wieder erschütterte mich ein Energiestoß bis ins Innerste.« Ic h w a r z u n e rv ö s. Oder ob ich eingeschlafen war. wie ich mich in meinen Träumen zu verhalten gelernt hatte. hatte ich nicht genug Energie für lange Überlegungen. d aß ich eine p raktische A n w e n d u n g fä n d e fü r d a s. m eine A ufm erksam keit . D a s L a u b d e s M e sq u ite stra u c h s w u rd e z u einem ganzen U niversum vo n S innesd aten. auf den ich meine multi-sensorische Traum-Aufmerksamkeit richtete. eine w inzige V erschieb ung m eines M o ntagep unktes erzielen w ürd e. d aß w ir unseren Z usam m enhalt w ahren?« »W ir e rk e n n e n e s a n d e r K la rh e it u n se re r W a h rn e h m u n g e n . sondern auch. d e r n ic h t w e it v o n u n s in d er W üste stand . ih n d o rt z u h a lte n . D o n Juan hatte recht. ich wechselte von Gegenstand zu Gegenstand.u n d sc h o n w u rd e ic h in ein w irbelndes G efühl hineingerissen. Jetzt überblickte ich. so b ald d u d en A nb lick eines G egenstands festhalten kannst. m it H ilfe d e r z w e ite n A u fm e rk sa m k e it w a h rz u n e h m e n . ab er nicht nur m ein B lick w ar d aran b ete ilig t. eines M esq uitestrauches. Ich ro ch sie auch. Und natürlich verhielt ich mich in diesem geträumten Baum. und jetzt träumte? Aber. daß ich in einem Traum war. als hätte eine magnetische Anziehung des Baumes mich losgelassen. »D u sollst ihn nicht einfach anstarren. wie sonst beim Träumen. Je klarer der A nblick unserer T räum e. Sie dauerten einen Augenblick. Ich hielt diesen verblüffenden Anblick fest. als hätte d as L aub m ich verschluckt. aus einiger Höhe. d aß d u in d einen T räum en. was ich tat. war zum Traum geworden. dann wurden sie durch die Macht der direkten Erfahrung gelöscht. daß ich nicht mehr bezweifeln konnte. Ich glaubte. Ich b rauchte nur m einen B lick auf d a s L a u b z u ric h te n . daß meine Traum-Aufmerksamkeit längst erschöpft sei. sp ü rte ic h sie ta tsä c h lic h . sa g te e r. »S o ll ich ihn anstarren? « fragte ich. daß es tatsächlich ein Traum war und verschwinden würde. ind em ich d as L aub anstarrte. auch als ich glaubte. E s w ar. Aber die Bilder blieben. und wußte doch.« U nd d ann sagte er m ir. in W irklichkeit die T raum position deines M o ntagep unktes b eib ehältst.wich ich wieder ins Blät- . ob ich tatsächlich die Blätter streichelte. Mitten in dieser Vision. einen unermeßlichen Horizont. ohne zu wissen. wenn dies weder ein Traum noch die alltägliche Welt wäre? Furchtsam . ich sei in einem geträumten Baum. S tarre jetzt also auf d ieses L aub . u m ih m z u fo lg e n . Dunkle Berge und grüne Vegetation umgaben mich. U nd d ann w ü rd e ic h . ganz ähnlich w ie die W irbel in m e in e n T rä u m e n . w ie in m einen no rm alen T räum en. Riesige Bäume ragten vor mir auf.auf d as L a u b e in e s B a u m e s z u k o n z e n trie re n . ob ich tatsächlich in betäubtem Zustand auf den Wipfel dieses Baumes geklettert war. angezogen von der Macht eines Wirbels.wie ein verängstigtes Tier . d aß ich. Wirbel bildeten sich nicht nur. sobald meine Traum-Aufmerksamkeit zu Ende ging. Und nun kam mir ein beängstigender Gedanke: Wie. und zw ar in d einem alltäglichen B ew uß tseinszustand . ab er m it einer leichten. wie ich schon selbst in unzähligen Träumen in einem Baum gesessen hatte. M eine T raum -A ufm erksam keit w ar m ulti-senso risch. d ie S ache sei so kind erleicht. hatte Angst loszulassen. nicht nur visuell. L a c h e n d m einte er no ch. w enn auch w ichtig e n A b w a n d lu n g : d u so llst d e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it a u f d ie B lätter d es M esq uitestrauchs richten. wenn ich ein Objekt anstarrte. Nie hatte ich einen solchen Wald gesehen. N un j a . es sei an d er Z eit. w a s ic h b e im T rä u m e n g e le rn t h ä tte . vielleicht hypnotisiert vom Rascheln der Blätter im Wind. und ich war wieder woanders.»W ie erkennen w ir. in d e m ic h b e im A n sta rre n e in z e ln e r B lä tte r m e in e T raum -A ufm erksam keit aktivierte. bestürmten mich rationale Zweifel. wenn ich es mit einem Teil meines Körpers berührte. Plötzlich geriet alles ringsum in Bewegung. fo rd e rte e r m ich auf. und m eine K o häsio n w ürd e m ir erlaub en. G e d u ld ig e rk lä rte e r m ir no ch einm al. O h n e m ir d ie C h a n c e z u w e ite re n F ra g e n z u la sse n . und ich tauchte aus dem Blätterdickicht auf. Die Landschaft stand in so starkem Kontrast zur Trockenvegetation der Wüste von Sonora. als o b d u im T raum w ärst. »E rin n e re d ic h d a ra n . W e n n ic h d ie B lä tte r b e rü h rte . diesem Traum. tatsächlich diese w inzige V erschieb ung fixieren.

und im B ruchteil einer Sekunde stand ich neben D on Juan. D as T räum en sei eine 82 Reise in unvorstellbare Dimensionen. sagte er. m it b e id e n B e in e n a u f d e r E rde zu stehen . m eine E rfahrungen verstandesm äßig begreifen zu w ollen. D ie Sprache sei eine gefährdete Sache. sa gte . ergäben sich aus der Fixierung des M ontagep u n ktes an sein em gew o h n ten P latz. Don Juan?« »Weil beide. a b e r n ic h t sp re c h e n konnte. W ied er erw ach t. als w üßtest du nichts von der E xistenz des M ontagepunktes. sa gte e r.weil sie uns alles wahrnehmen läßt. durch das L aub und um die harten Ä ste des B aum es herum . Ich w urde fortgerissen von diesem B aum . das bloße Nebenprodukt seiner gewohnten Position als endgültig und unzweifelhaft hinzunehmen. M it größter G eduld entw ickelte m ir D on Juan dann seine A uffassu n g: d e r V e rsta n d . die ganze B asis unseres Selbstw ertgefühls -. fuhr er fort. sie ex istiert in ein er bestim m ten P osition des M ontagepunktes. A ber noch tra u rig e r w ä re e s. D o n Ju an h ab e n u r M itleid m it m ir u n d w olle m ich trösten. E inerseits konnte ich m ich an die P rinzipien der M enschheit h a lte n u n d d a m it in e in D ile m m a g e ra te n : m e in e E rfa h ru n g w ürde m ir sagen. ich solle m ir keine Sorgen m achen. um eines V orteils w ille n . daß andere W elten existieren. sch ild erte ich D o n Ju an in allen E in zelh eiten . u n se re L o gik .« »Warum sagst du so etwas. w eil m ein V erstan d zu sch w ach w äre. d ie W elt zu ken n en u n d V o rh ersagen m ach en zu kö n nen. so n d ern w eil d iese P hänom ene außerhalb aller L ogik und R ationalität lägen. »und plagen uns mit dem wichtigsten Punkt im Weltbild der Zauberer. die . w o d iese W elt ist. ihn zu manipulieren. In sgeh eim glau b te ich . sagte Don Juan. vor der T ür seines H auses in der W üste von Sonora. D ies w ar tatsächlich dam als m eine Ü berzeugung. E r sagte. in an d ere W elten vo rzu d rin gen . und die alten Zauberer. alles aufzuklären. zu m anipulieren. A ber die Stim m e des T raum botschafters. se i n u r e in N e b e n p ro d u k t d e r gew ohnten P osition unseres M ontagepunktes. w o ic h z w a r z u sa m m e n h ä n ge n d d e n k e n . u n d ich d ir sag e. D as T räu m en ab er sch en ke u n s d ie B ew eglich keit. die Menschheit insgesamt und auch die alten Zauberer. »E s w äre traurig. Je starrer u n d u n verrückbarer dieser sei. weil sie alles über den Montagepunkt wußten und trotzdem der Versuchung erlagen.« »Ich begreife nichts m ehr. und A nfälle von Stum m heit nicht selten bei Zauberern. H üte dich also. A b er w en n d u m ich frag st. doch m eine V ern u n ft w ü rd e sag en . weil wir nichts von der Existenz des Montagepunktes wissen und gezwungen sind. Ic h w a n d te e in . nämlich der Position des Montagepunktes. unser G lau b e. ic h w ü rd e m ich nach einer R uhepause w ieder w ohlfühlen. A uch w enn die P hänom ene noch so unklar w ären. w enn du das Los der M enschheit teilen m üßtest. D er S ch w u n g m e in e r R ü c k w ä rtsb e w e gu n g lie ß m ic h im m e r w e ite r flie ge n . in solche Fallen zu tappen«. auf die Position des Montagepunktes hereingefallen sind: die Menschheit. u n d es ersch ü ttere u n sere G ew iß heit. W ie hängt dies alles m it m einem gestrigen E rlebnis zusam m en?« »G estern w arst d u in ein er an d eren W elt. die ic h im se lb e n A u ge n b lic k d e u tlic h v e rn a h m . A b er M ach tg ier w ü rd e m ich verfü h ren . m ein en 83 . Eine Reise. desto größer sei unser Selbstvertrauen. N icht etw a. U nsere K enntn isse . d aß es so lch e W elten n ich t g ib t u n d n ich t geben darf. dann verstehst du die A ntwort n ic h t. Sofort m erkte ich.« D on Juan erklärte nun. sagte er. die über die G renzen norm aler W ahrnehm ung hinausgingen. A ndererseits könnte ich den P rinzipien der alten Z aub e re r fo lg e n u n d d a m it d ie E x iste n z a n d e re r W e lte n fra g lo s ak zep tieren .terd ickich t zu rü ck.unseren Montagepunkt aus dem menschlichen Bereich herauslöst und uns das Unvorstellbare wahrnehmen läßt. daß m ir zw ei M öglichkeiten offenstünden. daß ich w ieder in einen Z ustand geraten w ar. »Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt«.w orauf w ir so stolz w ären. ich solle es aufgeben. D on Juan m einte. Diesem Fluch der alten Zauberer und Stachel im Fleisch der Menschheit. alles über diese unsere W elt zu w issen. w a s fü r d ie m enschliche V ernunft unzugänglich sei. w as ich gesehen und getan hatte. au s d em ich au fgetau ch t w ar. finde die V ernunft stets einen W eg. was Menschen nur wahrnehmen können . u n se r G e fü h l. e s k ö n n e u n d d ü rfe n ic h ts ge b e n . d e n a lte n Z a u b e re rn n a c h z u e ife rn u n d d e n M ontagepunkt zynisch.

W enn ich d ir vo n d en alten Z aub erern erzähle. Ich sei von bejahrten Eltern aufgezogen worden. Die Folge wäre ein anderes Dilemma: nämlich der Zwang. so erzählte er. zum S taun e n tre ib t. d aß d ie sp ezifische S tellung d es M o ntagep unktes eine b estim m te A rt d er W ahrnehm ung begünstigt. daß ich keine Ahnung hatte. d ie d ie Z aub erer zum W issen. U n d d a sie sa h en . m einen M o ntagep unkt zu erschüttern und ihm eine m inim ale B and b reite an B ew eglichkeit zu erm ö glichen. der aber für mich folgenlos blieb. ab er nicht b ew eglich genug. so n d e rn d u rc h G e w o h n h e it e rw o rb e n w ird . die ich verloren hatte und die mir nun allmählich wiederkehrte. sei nur ein V ersuch. die mir die Ansichten alter Menschen einpflanzten. all dies noch ernst zu nehmen. wenn ich tatsächlich schon vergessen hatte. D urch G ew öhnung w erde diese spezifische A rt d er W ahrnehm ung zu einem S ystem d er D eutung vo n S innesdaten. aber konstante Kraft aus der Sphäre der anorganischen Wesen. um seine Erklärung zu begreifen. Dann aber wurde mir klar. daß ich gar nichts zu verstehen brauchte. »W enn du diese B andbreite nicht w eiterentw ickelst«. getrieben von der Aussicht auf Macht und Gewinn.in direktem Kontakt mit einem so außerordentlichen Vorgang: eine Stimme. Dieses Einverständnis war wie ein unbestimmtes Gefühl. die mir klar und bestimmt. d a ß e r n u r b ei E rw achsenen an eine S telle fixiert ist. darum erlebe jeder Träumer ihn mehr oder minder auf dieselbe Art. der wäre eben ein unverbesserlicher Narr. w e n n sie g la u b te n . D aß er nun gezw ungen w ar. F o lglich h a tte n d ie a lte n Z a u b e re r im G ru n d e re c h t. verborgene Dinge verriet über alles und jeden.abgesehen davon. Der einzige Nachteil.ein S ystem . Ich konnte ja nicht ungerührt bleiben . nahm en sie an. zur E ntd eckung. w ie er sagte. der sich weigerte. fuhr er fort. worauf immer ich meine Aufmerksamkeit richtete. z u w e rd e n w ie d ie se Z a u b e re r: rechthab erisch und hysterisch. Der Botschafter verriet mir stets Dinge über Menschen oder Ereignisse. w ie von einem T rem or geschüttelt und m it L eichtigkeit seine P osition w echselnd. seien sie zu dem S chluss gelangt. womit ich eigentlich einverstanden war. weil ich ohnehin mit Don Juan übereinstimmte . Ich befragte Don Juan wegen dieser Merkwürdigkeit. D ie Z auberer nennen es das reine V ersteh e n . d as uns leb enslang b eherrscht. die diese Welten hervorbringt. und er meinte. m ir halluzino gene P flanzenextrakte einzugeb en. erklärte D on Juan. w a s e in e n M e n sc h e n z u m Z a u b e re r m acht. Daher sei ich ge84 fährlich rechthab erisch. d aß d er M o ntagep unkt b ei K ind ern d auernd o szilliert.w ie er m einte g rö ß te L e istu n g u n se re r m e n sc h lic h e n E rz ie h u n g : n ä m lic h d a s 85 . rief aber neue hervor. »w irst d u e n tw e d e r n o c h re c h th a b e risc h e r o d e r e in h yste risc h e r Z aub erer w erd en. um d e in e N e ig u n g a b z u g le ic h e n . sagte er. die Stimme des Traumbotschafters. als Ärgernis oder als Wunder zu empfinden. Und unter ihrem Einfluß machte ich so viele Fehler. Wer aber seine Worte als gute Ratschläge annehmen wollte. daß wir nicht synchron waren. lag darin. und in drei Sprachen. Ich jedenfalls war einer.Montagepunkt in der Position festzuhalten. es habe etwas mit der Starre meines Montagepunktes zu tun. so n d e rn u m sie d ir vo r A ugen zu führen. Ic h w ü rd e e s a ls L ie b e z u m W isse n b e z e ic h n e n . Sie wurde für mich zur Selbstverständlichkeit. d a n n n ic h t in d e r A b sic h t. Ein Psychoanalytiker hätte seine Freude an mir gehabt und diesen Botschafter als Vexierspiel meiner verdrängten interpersonellen Dynamik gedeutet. Don Juans Standpunkt war eindeutig: der Botschafter sei eine unpersönliche. mich körperlich in visionsartige Sphären zu begeben. D o n Juan? « »E s gibt nur ein M ittel.« D o n Ju a n lie ß d a s T h e m a fa lle n u n d fu h r fo rt. eine einstige Sicherheit. nachdem ich sie monatelang täglich gehört hatte. E s ist d ie K raft. d aß es d ie A uflö sung d ieses S ystem s und d ie d irekte W ahrnehm u n g v o n E n e rg ie se i. daß ich mich für sie interessierte. streb en w ir vo m A ugenb lick unserer G eb urt unausw eichlich d an a c h . ih n e n ü b e l n a c h z u re d e n . S ehr verw undert äußerte sich D on Juan über die . daß ich Don Juan beinah verstehen konnte. daß die gew o h n te S te llu n g d e s M o n ta g e p u n k te s n ic h t a n g e b o re n . Ich war zu verwirrt. m ir d ie F ix ie ru n g d e s M o n ta g e p u n k te s z u e rk lä re n . A ls d ie a lte n Z a u b e re r sa h en . u n se re W a h rn e h m u n g a n d ie F o rd e ru n g e n d ie se s S yste m s anzup assen . Zum Beispiel hörte ich auf.« »W ie kann ich so etw as verm eid en. W eil w ir in dieses S ystem hineingeboren s in d . Die Wiederaufnahme meiner Traumübungen beseitigte diese Bedenken. F rüher o d er sp äter w ird d ein M o ntagep unkt b ew eglicher w erd en.

e n th a lte a lle D e ta ils d e r W ahrnehm ung. wir werden dann angeleitet. w as d ie j e w eilige P o sitio n d es M o ntagep unktes ihnen vo rschrieb .« D ie a lte n Z a u b e re r h ä tte n e in e so lc h e K o h ä sio n d e r W a h rn e h m u n g e rre ic h t. sondern nur von R esultaten. die beteiligt s in d . »Doch wenn wir glauben. Es kommt uns zu Hilfe und verwandelt unsere neue.« »D ie K unst des P irschens«. was wir wahrnehmen. als du das Laub des Mesquitestrauches anschautest. Es eigne sich dann nicht mehr zur Interpretation dessen. D ie a lte n Z a u b e re r e n td e c k te n . u n d so gar kö rp erlich. eher wahrzunehmen. Dann klärte sich das Chaos. sa g te e r . fuhr Don Juan fort. oder habe ich sie mir nur eingebildet?« »Gewiß. d a ß e s z w a r w ic h tig se in m a g . In diesem F all w ürden w ir ein K aleidoskop zusam m enhanglo ser B ild er erleb en. gem einsam die gleiche P osition des M ontagepunktes festzuhalten. n ic h t z u sa m m e n h ä n g e n d w a h rn e h m e n k ö n n ten. Bestätigung für all dies finden die Zauberer. Um sie wahrzunehmen. daß du eine Zeitlang eine ganz neue Welt wahrnehmen konntest. wäre es möglich.« »Würden auch andere diese Welt wahrnehmen?« »Ja. sind wir wieder am Ausgangspunkt. Existiert diese Welt. Die unmittelbare Ursache dafür sei. Mit anderen Worten. unbegreifliche Wahrnehmung in eine durchaus verständliche neue Welt. sammelt sich unser altes System seltsamerweise. d a ß sie w a h rn e h m u n g sm ä ß ig . und die Antwort ist noch immer dieselbe.« »Was ist mir da eigentlich passiert. alles stürmte gleichzeitig auf dich ein. was du auch getan hast. Die Folge war. ihn in seiner n e u e n P o sitio n fe stz u h a lte n . was unsere Sinne uns sagen. wirklich die Orientierung verloren zu haben. e rk lä rte e r.« »Und damit. N icht nur hätten die alten Z auberer gelernt. fuhr er fort. sagte er. sich in all d as verw and eln ko nnten. w o für sie ein b estim m tes In v e n ta r h a tte n . und dein System zur Interpretation der Welt funktionierte nicht. Gleichför86 m igkeit heißt. w o im m e r d ie se n e u e P o sitio n se in mag. brauchtest du Kohäsion. wenn sie sehen. D en ganzen V organg des E rw erbs von G leichförm igkeit und Z usam m enhalt auß erhalb d er no rm alen W elt bezeichneten die alten Z auberer als das A npirschen an die W ahrnehm ung. fuhr er fort. sagte D o n J u a n .« U n d e r e rk lä rte . sobald der Montagepunkt über eine gewisse Schwelle hinaus verschoben wird und neue universelle Energiefasern wahrgenommen werden. m it d enen sich d ie alten Z aub erer b eschäftigten. Don Juan. was unser System uns sagt .und nicht das. Die Wahrnehmung des Menschen sei aber deshalb so universell einheitlich. in der dein Montagepunkt sich in jenem Augenblick befand. w ie ic h sc h o n sa g te .Festmachen unseres Montagepunktes in seiner gewohnten Position. und das heißt. E in In v e n ta r. du mußtest deinen Montagepunkt in dieser Position festhalten.« D iese A ktivitäten. ihren M ontagepunkt in T ausende von P ositionen an der O berfläche oder im Innern ih r e s E nergiekörpers zu verschieb e n . wir sind wieder am Ausgangspunkt. »hat etw as m it der F ixieru n g d e s M o n ta g e p u n k te s z u tu n . was wir wahrnehmen. w e n n d e r M o n ta g e p u n k t n ic h t fe st a n e in e m O rt b lie b e . Sobald dieser reglos in einer solchen Stellung verankert sei. Don Juan?« »Deine Wahrnehmung war ein Weilchen chaotisch. d e n M o n tagepunkt zu verschieben. unsere Wahrnehmung zur Interpretation dessen zu schulen und anzuleiten. »W elchen V o rteil hatte d ies. »W as w aren d as für A ktivitäten. Genau wie es dir passierte. ih re n M o n ta g e p u n k t in diesen P ositionen zu fixieren und som it ihre K ohäsion unbegrenzt lange b eizub ehalten. w enn m an sich zum B eispiel in 87 . D o n Juan? « »D ie alten Z aub erer nannten sie d ie F einheiten d er zw eiten A ufm e rk sa m k e it o d e r d a s g ro ß e A b e n te u e r d e s U n b e k a n n te n . weil die Montagepunkte aller Menschen an die gleiche Stelle fixiert sind. daß neue Sinnesdaten unser System außer Funktion setzen. resultierten jew eils aus V erschieb ungen des M ontagepunkts. aber noch w ichtiger ist es. D ie eine K unst kö nne nicht o hne d ie and ere b estehen. wenn sie Gleichförmigkeit und Kohäsion hätten. d a ß w ir. daß unsere Wahrnehmungen sinnlos erscheinen. b eso nd ers b ei jenen A ktivitäten. A us d iesem G rund hätten d ie alten Z aub erer auf das P irschen ebensoviel W ert gelegt w ie auf das T räum en. so n d e rn sie h ä tte n a u c h g e le rn t. »Wahrnehmung ohne unser System ist natürlich chaotisch«. D o n Juan? « »W ir können h i e r nicht von V orteilen sprechen. S ie verm o chten sich in all d as zu verw and eln. Diese Welt existiert genau in der Position. und vor dir lag eine neue Welt.

in der wir existieren. ich träumte. Energie direkt wie im Traum wahrzunehmen.« Und dann gab Don Juan mir eine neue Darstellung dessen. Sie nehmen Energie direkt wahr. Wir treten nur übungshalber in diese Welten ein. Die Verrückten bringen Chaos ins Chaos. Die Zauberer erfinden nicht die Welt. genau wie die alten Zauberer.einen Jaguar. Ihr vorgefaßtes. Die Zauberer hingegen bringen Ordnung ins Chaos.« »Ich habe es noch nicht erreicht. was wir als Realität kennen. Aber die neuen Welten existieren! Sie sind eingehüllt. Ich weiß. ein anderer Mensch.aber auch nicht unsere alltägliche Welt sei. bis etwas irgendwann die Wahrnehmung umgruppiere und der Zauberer sich vor eine neue Welt gestellt finde und genau dies sei mir geschehen. und du glaubst. beteuerte er. die einen ganz und gar verschlingen kann. »Sie ist möglich«. »Vielleicht nicht für dich oder mich. Du bist nicht unredlich. aber irgendwann schwenken wir ab und betreten Neuland. weil sie ebenso real ist wie alles. die ich sah. daß die Szene. der mir gekommen war und den ich kaum zu denken wagte: nämlich. es ist nicht das gleiche. sagte ich. was immer sie wollten. Don Juan. Charakterlich bist du eindeutig mit den alten Zauberern verwandt. eine unbekannte neue Welt ist. unbegreifliche Möglichkeiten als wirklich anzuerkennen. Die alten Zauberer hatten eine Vorliebe für Verlagerungen des Montagepunktes.aber dann verwerfe ich diesen Gedanken wieder. meinen Ermahnungen auszuweichen. Immerhin waren sie es. »Sie war es nicht«. sagte er. sei eines der wirksamsten Hilfsmittel der alten Zauberer gewesen. nicht wahr?« »Nein. was sie wahrnehmen. das Träumen der neuen Zauberer zu lernen?« »Du hast noch einen weiten Weg vor dir. »Ich kann kaum glauben. daß eine solche Verwandlung möglich ist«. »Dies sage ich dir nun immer wieder. Solche Reisen sind für die heutigen Zauberer etwas Vorläufiges. Subjektiv aber hätte ich geglaubt. Es erlaube. wie es ihnen eben paßt?« »Nein. ihre Kohäsion gemäß ihrem neuen Bewußtseinszustand umgruppieren und ein Tier. Als du zum erstenmal träumtest.« »Wovon redest du eigentlich. das meine ich nicht.« »Meinst du etwa. Und am Anfang muß jeder die Schritte der alten Zauberer nachvollziehen. wie schwer es dem Verstand fällt. ist nur eine dieser Schichten. Für sie war es eine Kleinigkeit. und dann entdecken sie. was die Geisteskranken tun? Sich ihre eigene Realität erfinden.aber ausgehend vom Bewusstsein dieser alltäglichen Welt. kein Traum . Wir bevorzugen die Bewegungen des Montagepunkts. ihre Wahrnehmung zu befreien. Es kann noch Jahre dauern. als ich den Mesquitestrauch anschaute.« 89 . Manchmal glaube ich gar.« Und er erzählte. Du stehst erst am Anfang. Und dort spazierengelaufen! Und dann bist du mit deinem Energiekörper noch einmal an einen Ort jenseits dieser Welt gereist . wie die Schichten einer Zwiebel. um Energie wahrzunehmen. die das Träumen erfanden. bist du mit deinem Energiekörper an einen Ort jenseits dieser Welt gereist. daß es das Ziel deiner Lehren ist. in einen Vogel. Außerdem muß ich in deinem Fall außerordentlich vorsichtig sein. statt auf chaotische Weise. weil ich Traumtechniken einsetzte. daß das. und sofort konnten sie ihre Wahrnehmung anpirschen. Das sagte ich dir schon. Wohl üben wir uns im Träumen. weil sie keinerlei vorgefaßtes Ziel haben. Die alten Zauberer suchten das menschlich Unbekannte: wir suchen das nichtmenschlich Unbekannte. transzendentales Ziel ist. meinte er. daß diese alten Zauberer eine unglaubliche Beweglichkeit hatten. die sie wahrnehmen. Sie brauchten nur die geringste Verlagerung ihres Montagepunktes. »Aber ist es nicht das. Verrückte bilden sich eine eigene Realität ein. die mir höllische Angst machen. Anfangs hätte ich die Energie des Baumes wahrgenommen. Don Juan?« »Du hast ungewollt zwei Dinge getan. Ich erzählte ihm von dem Gedanken. aber für jene Zauberer. in ein Insekt und so weiter verwandle. ein Vogel werden. aber du schaffst es immer. beteuerte er. Solche Traumtechniken in der Alltagswelt einzusetzen. eine in die andere. mich auf den Eintritt in diese Welten vorzubereiten?« »Nein. was mit mir geschehen war. Die Welt. ich wiederholte mich nur. die leiseste Andeutung einer Wahrnehmung aus ihren Träumen.« »Wann werde ich also endlich anfangen. daß eine fremde Energie dich leitet . darum bewegten sie sich immer auf mehr oder minder bekanntem und berechenbarem Boden.

d ie w ir ab er d enno ch w ahrn e h m e n k ö n n e n .« 91 . U nvo rstellb are W elten.P o sitio nen allerd ings. ist vielmehr: Was könnte für einen Faulpelz wie mich die treibende Kraft sein. obwohl sie dem Licht von Millionen Sternen gegenübersteht. U n d d o rth in n e h m e n d ie m o d e rn e n Z a u b e re r. das ist die einzige Triebkraft. w eil es ein ho h e s M a ß a n L o sg e lö sth e it v e rla n g t u n d je g lic h e n E ig e n d ü n k e l v e rb ie te t: e in P re is. Freiheit. d ie h e u te d a s T rä u m e n p ra k tiz ie re n . w e n n a u c h d e s u n b e k a n n te n M e n sc h e n . U nd d as ist ein F luch. w enn w ir nicht aufp assen. als sie ist: eine Kerze. weil sie niemals beansprucht. F ü r d ie Z a u b e re r. wie eine Kerzenflamme zu sein. sich aufzulösen und abzuheben. die ich kenne. Ihre V o rlieb e gilt d em .riskieren. D o n Juan. D u sp ric h st w ie e in e e c h te K rä m e rse e le . E s führt zum m enschlich U nb ekannten. D ie alten Z aub erer hielten sich fern d avo n. W ie h o c h ist d a s R isik o ? fra g st d u . in d e r w ir le b e n : to tale W elten m it unzähligen B ereichen. W elten jenseits aller V o rstellungskraft w ahrzunehm en. F reiheit ist ein A b enteuer o hne E nd e.« »W elchen Z w eck hat es ab er. die. D er K räm ergeist b efaß t sich m it dem K om m erz. sin d a llu m fa sse n d e W e lte n . in die Unendlichkeit dort draußen davonzufliegen: Freiheit. b ei d em w ir unser L eb en und no ch viel m ehr . mehr zu sein. w a s ic h m e in e . U nd auß erhalb d ieses B ereichs liegen ganze W elten . w ie das R eich der V ögel oder das R eich der S äugetiere oder das R eich des M ensc h e n . W as 90 ich wissen will. d ie d ie Z aub erer d urch eine B ew egung d es M o ntagep unkts erreichen. F reiheit aber kann keine Investition sein. d e n sie n ic h t z u z a h le n b e re it w a re n .« »W as kö nnte d as nicht-m enschlich U nb ekannte sein? « »B efreiung vo m M enschsein. D as E intreten in d iese W elten ist eine A rt d es T räum ens. W ie v ie l P ro z e n t b rin g t m ir m e in e In v e stitio n ? W e rd e ich gew innen? A uf so lche F ragen gib t es keine A ntw o rt.« »W o sin d d ie se W e lte n . für kurze A ugenb licke vo n etw as. doch intakt bleibt. so zusagen. d ie jenseits d er m enschlichen B and b reite liegen. eine A b zw eigung. ist T rä u m en d ie F reiheit. N e in .»W a s b e u n ru h ig t d ic h d a ra n . w ie j e n e . In and eren P o sitio nen d es M o ntagep unkts . w as auß erhalb d es m enschlichen B ereichs liegt. D o n Ju a n ? « »D as T räum en fällt d ir viel zu leicht. U nd w ie ich d ir sagte.« »In d iesem S inn hatte ich d ie F rage nicht gestellt. D o n Ju a n ? In a n d e re n P o sitio n e n d e s M ontagepunkts?« »R ichtig. G e d a n k e n u n d G e fü h le ü b e rste ig t. d a s a lle W o rte .nicht nur T eilbereiche. all d ies w ahrzunehm en? « »D ie g le ic h e F ra g e h a st d u m ir h e u te sc h o n e in m a l g e ste llt. all dies zu tun?« »Nach Freiheit zu streben. nicht d urch eine V erlagerung. d ie nur heutige Z aub erer üb en. streb en d ie heutigen Z aub erer nach d em nichtm enschlich U nb ekannten.

Und diese sei nicht nur die verläßlichste Abwehr gegen die Taten der Zauberer und deren Erklärung. kaum daß ich m it m einer U ntersuchung begonnen h a t t e . und fand es im Boden steckend. E ine B estätigung für seine M ißbilligung w ar in m einen A ugen die T atsache. er sei aus Iridium . das ich jeden Tag ausnahmslos befolgte. Es war eine kleine Skulptur: Kopf und Schultern eines Affen. Ich lief. u m sie a n z u lo c k e n . es könne Jade sein. Der Verkäufer sagte mir. n ä m lic h m e in U rteil hintanzustellen und die organischen W esen zu m ir kom m en zu lassen. Es sah wie Jade aus. S o brauchte ich nur einige S itzungen. w ann im m er w ir über m ein T räum en sp rachen. N achdem ich ihnen in m einen T raum übungen begegnet w ar. das die Z auberer d e r V o rz e it a n g e w a n d t h a tte n . oder indem ich aufwachte und überhaupt nicht mehr schlafen konnte. daß ich kichern mußte. In einem Kaufhaus nach Antiquitäten zu suchen war so offenkundig widersinnig. Ich w urd e eigensinnig und leugnete hartnäckig d ie M ö glichkeit. vergaß ich diese Ungereimtheit. d aß d ie B ew eise für ihre E xistenz sich häuften. N orm alerw eise aber schien er nicht nur abgen e ig t. bei denen sich keine Traum-Aufmerksamkeit einstellte. vor a lle m n a c h m e in e m Z u sa m m e n sto ß m it ih n e n in d e r W ü ste b e i D o n Juans H aus. Eines der stärksten Bollwerke unseres Selbst sei die Rationalität. träumte ich vom Einkaufengehen in einem Kaufhaus. Die Welt der anorganischen Wesen G etreu m einer E inw illigung. seine sichere Festung zu verlassen . e in e o b je k tiv e U n te rsu c h u n g ü b e r sie a n z u ste lle n . a b e r sin n lo se r D e ta ils z u P a p ie r. Ich lief von Theke zu Theke und suchte nach Antiquitäten. Der Verkäufer war beleidigt. Don Juan glaubte. b a t ic h ih n n u r in N otfällen um R at. drang eine Strömung fremder Energie . daß die Existenz anorganischer Wesen ein frontaler Angriff auf unsere Ratio sei. w as sich in m einem T räum en zutrug. Es zerbrach nicht. o b m e in T rä u m e n i r g e n d w e lc h e B e fu n d e ü b e r d ie a n o rg a n isc h e n W e se n b e w e ise n oder w iderlegen w ürde. herab setzte. Natürlich begann meine Traum-Aufmerksamkeit irgendwann zu erlahmen. meine TraumAufmerksamkeit darauf einzustellen und auf der Hut zu sein. D a n n ä n d e rte ic h m e in e M e in u n g u n d b e sc h lo ß . Ich nahm mir vor. d aß sie existierten. Bei meinen Traumübungen hatte ich ein bewährtes Verfahren entwickelt. sondern auch eine der bedrohtesten. Endlich fand ich etwas. b is D o n Juan vo n sich a u s d a s G e sp rä c h a u f d a s T rä u m e n b rä c h te . daß ich einschlief und normale Träume hatte. u m fe stz u ste lle n .w ie ic h m e in te b e ilä u fig e E m p fe h lu n g . als ich solch eine fremde Energie bemerkte. um zu entdecken. half mir. wie er es nannte .ein Scout. F ü r m ic h w a r z u je n e r Z e it d ie b e le b te E x iste n z a n o rg a n isc h e r W esen zum w ichtigsten A spekt m einer T raum übungen gew orden. wie er sagte. um es zu suchen. ab zuw arten. A ls M e th o d e e in e r so lc h e n U ntersuchung nahm ich m ir vor. hätte ich w o hl b ereit sein so llen. so n d e rn w a r a u c h irg e n d w ie unzufrieden m it m ir.und nur durch Übung. schleuderte er das Objekt mit aller Kraft auf den BetonFußboden. D o c h a ll d ie se E re ig n isse h a tte n e in e n g a n z gegenteiligen E ffekt auf m ich. und um seine Behauptung zu beweisen. In d e m D o n Juan m ich d ies selb st herausfind en ließ . ihre E xistenz e rn st z u n e h m e n .eine der härtesten Substanzen der Welt. und genau wie Don Juan es geschildert hatte. als ich andeutete. Aber nachdem ich etwas gefunden hatte. fand ich. Ich folgte ihm. Es hatte sich in einen außerordentlich 93 . kreiselnd wie eine Frisbee-Scheibe. Er hatte immer wieder gesagt. Ich brachte sogar m ehrere hundert S eiten g e n a u e ste r. und es verschwand hinter etlichen Bäumen. alles zu protokollieren. w as ich erreicht hatte. d a s T h e m a a n z u sc h n e id e n . Daß ich vorgewarnt war. w ä h re n d ic h h ä tte einsehen so llen. sondern hüpfte wie ein Ball und segelte davon. tatsächlich genau das V erfahren w ar. Ich darf aufrichtig sagen. daß D on Ju a n s . Von Zeit zu Zeit aber. daß wir unser Selbst nur sehr schwer dazu bringen können. Das erste Mal.in meine Träume ein. daß ich in unzähligen Träumen ganze Welten kleinster Details beobachtete. Das antike Stück war der Griff eines Spazierstocks. daß er. und meine Traumübungen endeten entweder damit. und dieses P rotokoll dann als B ezugsra h m e n z u v e rw e n d e n .5. zuerst jeden nur denkbaren Gegenstand meiner Träume zu beobachten und dann in andere Träume zu wechseln. b efo lgte er led iglich d ie 92 Grundsätze seiner Schulung als Zauberer. stets d ie B ed eutung d essen.

sin d sie e rk e n n b a r a n d e r d a m it v e rb u n d e n e n F re m d h e it u n d U n g e re im th e it. Ü brigens . P lötzlich schien es zu explodieren. »Zuerst w illst du nichts von m ein e m T rä u m e n h ö re n . w ährend ich nervös auflachte: über diese absurde M öglichkeil. d er rasch vo n an d eren . daß du es eines T ages. »D a haben w ir's. E r hieß m ich sogar w iederholen. U nd noch etw as bem erkte ich: im m er dann. V on nun an begann ich auf das V orkom m en w idersinniger G egenstän d e in m ein en T räu m en zu ach ten . w eil sie m it u n serer C h araktern eigu n g zu tu n haben. Ich w o llte ihn hab en. m ö g lic h e rw e ise u m sic h e rz u ste lle n . N o rm ale M enschen haben verblüffend starke B arrieren. A ndere sind vö llig u n w ich tig.« »N ur in d urchschnittlichen T räum en erscheinen d ie D inge sinnlo s. d aß es ein e d er h ärtesten S u b stan zen d er W elt ist? « D o n Juans A ugen leuchteten vor E ntzücken. ih n m it m e in e n n a c k te n H ä n d e n a u sz u g ra b e n .« »A b er kaum etw as m acht S inn in einem T raum . D as E ndergebnis w ar stets e in e M ischform ein m ir fast gan z u n b ekan n ter G egen stan d . D er erste Scout. A ls ich D o n Juan vo n d iesem T raum erzählte. Ich fürchtete. w as ich ihm bereits erzählt hatte. m ö c h te ic h sa g e n . in d e m ic h ih n h in u n d h e r rü tte lte . daß die T räum er die A nw esenheit von S couts auch bem erken. der M isch-G egenstand verschw and und w u rd e zu ein em T ro p fen L ich t. sagte er. g u t a u fz u p a sse n u n d m ic h a n je d e n u r m ö g lic h e E in z e lh e il d e s T ra u m s z u e rin n e rn .« »W ieso U ngereim theit. d e sto h e ftig e r d e r A n griff. m ußte m eine T raum -A ufm erksa m k e it sic h se h r a n stre n ge n . w ie ich später erfuhr. sogar als Iridium . D o n Ju a n . B a rrie re n . »D u verblüffst m ich«.« »W e iß t d u a u c h . w eil sie m it dem G eist zusam m enhängen. Je stä rk e r d ie B a rrie re . sagte ich w ahrheilsgem äß. A nscheinend verschw ind en unsinnige D inge aus d e n T rä u m e n d e r T rä u m e r. in jeder F orm . D ie T räum e vo n T räum e rn b le ib e n so n d e rb a r fre i v o n so lc h e n S c o u ts. sagte er: » Im gegenw ärtigen Stadium deines T räum ens sind die Scouts 94 .sc h ö n e n . dennoch richtig ist. N ach d em ich D o n Ju an s D e fin itio n fre m d e r E n e rgie in d e n T rä u m e n a k z e p tie rt h a lle . w enn ich ihn lo sz u ste m m e n v e rsu c h te . sagte ich. sc h m o lz d e r S to c k z u sa m m e n . den du isolierst. u n d d a n n w a r e s v e rsc h w u n d e n .B . die. w enn frem de E nergien in m eine T räum e eindrangen. daß es sich bei solchen U ngereim th eiten stets u m frem d e E in d rin glin ge in m ein e T räu m e handelte. A ls ich D on Juan bat. w e il d a n n m e h r S c o u ts e in g e führt w erden. w eil durchschnittliche M enschen stärkeren A ngriffen vo m U nb ekannten her ausgesetzt s in d . b e v o r je m a n d a n d e re s v o rb e ik ä m e . Ich p ackte d en S to ck und m ühte m ich. w enn sich heraus-stellte. D an n verflü ch tigte sich die frem de E nergie.« D o n Ju a n e m p fa h l m ir. S c o u ts tre te n h ä u fig e r a u f. i h n a u s d e m B o d e n z u z ie h e n . W enn ich sie is o lie rte . d ie S o rg e u m d a s e ig e n e S e lb st. U nd w as w ürdest du sagen. G ib t e s e in e gew isse O rdnung in deiner w echselnden B ereitschaft?« »A llerdings gibt es hier eine O rdnung«. k o n n te ic h ih n n ic h t v o n d e r S telle rücken. w ird im m er gegenw ärtig sein. A lso b e g a n n ic h . D ie Schw ierigkeit lag darin.w as ist Iridium ?« »W eiß ich w irklich nicht«. D a s ist so . d ie nicht ungew ö hnlich schienen. um sich gegen solc h e A n g riffe z u sc h ü tz e n . w a ru m d a s so ist? « »Ich glaub e. konzentrierte sich m eine T raum A ufm erksam keit m it einer In te n s itä t auf sie. w as m it m ir geschah. konnte ich ihm völlig beipflichten. U n d w ä h re n d ic h g ru b . daß es m einer T raum A ufm erksam keit nicht gelang.u n d je tz t p lö tz lic h d ie s. M an ch e T rau m gegen stän d e sin d vo n en tsch eid en d er B edeutung. M e in T ra u m w a n d te sic h a n d e re n B ild e rn u n d D e ta ils z u . b is n u r n o c h eine P fütze grünen W assers an seiner S telle üb riglieb . w e n n u n se re T räum e no rm al und d urchschnittlich sind . E s verw and e lte sic h in e in e w e iß e B la se . T räum er hingegen haben w eniger B arrieren und w eniger S couts in ihren T räum en. auch w enn sie glasklar w aren. ebenso hallen w irst. sagte er: »D u hast e in e n S c o u t iso lie rt. w ie z . D o n Juan? « »Ihre G egenw art m acht keinen S in n . d e n ic h g e trä u m t halle. W e n n sie a b e r a u ffie le n . bei einem anderen T räum er. vo rd ergründigen D etails m einer T räum e absorbiert w urde. die sich unter anderen B edingungen nicht so le ic h t einstellte. uns gehenzulassen. Ich starrte auf dieses W asser. hier liegt ein G leichgew icht d er K räfte vo r. er kö nnte b rechen. D o c h so se h r ic h m ic h a n stre n g te . solch eine V erw andlung in vollem M aß durchzuführen. sie in e in b e k a n n te s O b je k t z u verw andeln. tie fg rü n u n d sc h w a rz g e fä rb te n S p a z ie rsto c k v e rw a n delt. »G ut m öglich. m ir zu erklären.

e s z u v e rsu c h e n . »W arum w illst d u ihnen fo lgen. D o n Ju a n . Sie sind unbew eglich. D on Juan. U n d w e n n sie d ie S c o u ts im B lic k p u n k t h a tte n . »Ihre P rojektionen sind uns aber noch w en ige r fre u n d lic h ge sin n t a ls d ie d e r a n o rga n isc h e n W e se n . sind ihre P rojektionen. w a s e r v o n m e in e r o b je k tiv e n U n te rsu c h u n g h ie lt. die vom R eich der anorganischen W esen ausgesandt w erden. D ennoch fühlte ich m ich gezw ungen. o b au ch B äu m e so lch e P ro jektio n en h ätten . a ls w o llte e r m ic h h e ra u sfo rd e rn . d a ß e s k e in e a n o rg a n isc h e n W e se n gibt?« S e in sp ö ttisc h e r T o n u n d se in h ä m isc h e s L a c h e n v e rrie te n m ir. »Ic h h a b e m e in e M e in u n g g e ä n d e rt. Sie sind sehr schnell. und genau w ie D o n Juan gesagt hatte. W as du als Stim m e des T raum botschafters ansiehst. »H aben sie«.« »D u b ind est m ir einen B ären auf. gab ich alle V orsicht auf. D ie T räum er suchen sie niem als auf. Je tz t m ö c h te ic h all d iese M ö glichkeiten erfo rschen. im m er no ch als F isch. sah ich verblüfft einen F isch. D on Juan?« »B äum e und anorganische W esen haben beide eine viel längere D auer als w ir. in einem . w ie e in b unter V o gel.« »W ir sind destruktiv.so etw as w ie K undschafter. S ie h a b e n B e w u ß th e it u n d Z ie lric h tu n g. W a s d u b e im T rä u m e n a ls h e lle o d e r d u n k le P flö c k e siehst. U m d o rth in z u g e la n g e n .e i n Z ustand.« »W illst du dam it sagen D on Juan.d a n n flo g e r d a v o n . A b e r fü r m ich ist es eines. D o n Ju a n ? « E r a n tw o rte te n ic h t. so etw as zu sagen. daß sie nicht lange bleiben w erden. w a s D o n Ju a n m it d ie se r A n d e u tlu n g g e m e in t h a b e n m o c h te . D o n J u a n . sagte er. W ie d e r z u H a u se . D ie innere G eschw indigkeit von B äum en und anorganischen W esen ist unvorstellbar. fix ie rte n sie ih re T ra u m -A u fm e rk sa m k e it h a rtn ä c k ig a u f d ie G egenständ e ihrer T räum e. S ofort w ußte ich. daß die anorganischen W esen stationär sind.« »F ü r d ic h ist's v ie lle ic h t k e in G e h e im n is. w ir h ab en kein e F reu n d e au f d ieser E rd e. D er F isc h z a p p e lte v o r m e in e n F ü ß e n . zum T hem a der anorganischen W esen zurückzukehren. flo g ich lo s in eine and ere W elt. Im nächsten M om ent als der F isch-V ogel sich in einen L ichtpunkt v e rw a n d e lte . als m eine G ed uld und auch m eine Ideen zu E nde w aren. W ir haben jedes Lebew esen auf dieser E rde b e k ä m p ft. und das heißt. D u w eiß t j a . »W as so llte ich tun. rie fe n sie la u t ih re A b sic h t ih n e n z u fo lg e n . w a ru m w ir k e in e F re u n d e h a ben. und land ete. der plötzlich aus e in e m T eich sprang. a u c h w e n n diese für uns unvorstellbar sind. A uf d iese W eise gelang es ihnen. nicht w ahr? Ich d achte. D a ß e r m ir ta tsä c h lic h e in p ra k tisc h e s V e rfa h re n e m p fo h le n h a b e n k ö n n te .« A us irgendeinem unbegreiflichen G rund fühlte ic h m ich von diesen A uskünften überw ältigt. an dem ich vorbeiging. d a ß m e in e T ra u m -A u fm erksam keit stim uliert w urde. d aß d ie S p häre d er ano rganischen W esen d as B etä tig u n g sfe ld d e r a lte n Z a u b e re r w a r. d u b ist u n b e irrb a r d e r M e in u n g . w ie B äum e?« »G e w iß . E r la c h te m ic h n u r a n . P lötzlich bekam ich A ngst. sie ko m m en u n d h alten A u ssch au n ach p o ten tiellem B ew u ß tse in .« »Ist e s so e in fa c h . Ich fragte D o n Ju an .« »W arum .« M ir w urde so unbehaglich.a n g e z o g e n v o n je n e r fre m d e n E n e rg ie . an O rt und S telle zu bleiben. aber sie bew irken.« »W ie kom m st du dazu. sie w ären in einem Z ustand tiefer A usgeglichenheit m it den B äum en . Z uerst flo g ich d urch einen scheinb ar d unklen T unnel. ist ebenfalls eine P rojektion. d a flo g e n sie a u c h sc h o n d a v o n . K a u m h a tte n d ie a lle n Z a u b e re r d ie se A b sic h t g e ä u ß e rt. das ist kein G eheim nis. P lötzlich endete das G efühl. fra g te ic h m ic h b is z u m Ü b e rd ru ß . bezeichnest du sie als K undschafter?« »N u n . vergleichbar vielleicht dem B ew ußtsein und Z iel von B äum en. den ich dann träum te. es w ar ein S cout. In einem T raum .« E r lach te au f u n d fü gte h in zu : »W arum . U nd dies g ilt auch für ihre Scouts. D a s ist d e r G ru n d .« »V ergiss nicht. um H im m els w illen? « »Ic h fü h re e in e o b je k tiv e U n te rsu c h u n g ü b e r d ie a n o rg a n isc h e n W esen durch. Sie sind dazu bestim m t. um d en S co uts zu fo lgen? « fragte ich. rie f ic h m it la u te r S tim m e m e in e A b sic h t ih m z u fo lgen. auf einem A st D a s S c h a u sp ie l w a r so u n g e w ö h n lic h . d ie S c o u ts z u iso lie re n . es sei denn. d er seh r sch w er zu erreich en ist. als sei ich ein gew ichtloses F luginsekt. daß alles um sie her sich bew egt. daß ich das G espräch überhaupt abbrechen w ollte. zo g ich gar nicht in B etracht A b er eines T ages. w eil sie unendlich viel langsam er ist als unsere.

als sei die rauhe O berfläche m it Sandpapier abgeschliffen. U nzählige. d a ß d e r S c o u t 08 durch seine B erührung eine V erbindung m it m ir hergestellt hatte. W as ich vor m ir sah. daß ich. der m ich dorthin geführt hatte. D as D ing vo r m ir veränd erte nicht seine G estalt. « D ie S tim m e m a c h te e in e P a u se . »Sprich leiser«. zupfte an m ir oder stieß m ich a n . e s w a r irg e n d w o v e rw u rz e lt. A n sc h e in e n d w o llte e r . daß ich das B ild dieser M asse selbst konstruierte. d a ß d e r S c o u t m ic h v o n h in te n sc h o b . E s w ar. o h n e je d e s G e fü h l. als sei ich von einem R ohr ausgesp ien und m it S chw ung vo r eine ungeheure p hysische M asse gespült w orden. D a n n sp ü rte ic h p lö tz lic h . und nun überfiel m ich die E rkenntnis. und sie lernten w und erb are D inge. in w elche R ichtung ich m ich auch w andte. schrie ich m it höchster U ngeduld und m erkte. aber alles w ar gut sichtbar. Zunächst schob er m ich durch eine riesige H öhle oder Ö ffnung in die physische M asse hinein. daß ich nicht verstehen konnte. Ic h k o n n te d ie S tru k tu r d ie se r M a sse nicht befühlen. w as er von m ir w ollte. w o ich nur noch hören konnte. u n d e s übte eine so m ächtige A nziehung aus. Ich fürchtete. W ähle e in e n der Tunnel. F ast konnte ich sie berühren. A u c h k o n n te ic h se in e e n e rg e tisc h e V ib ra tio n seh en .so la u t. D iese E m p find ung w ar erschreckend und neu. E s w ar geradezu. um and ere D inge zu u n te rsu c h e n . ich schw ebte in ihm . erkannte ich. U nd als ich es fest anschaute. und ich w ar überzeugt. W as ich erblickte. falls du es w ills t. U n d je d e r w ird d ic h e tw a s a n d e re s le h re n . d a n n fügte sie hinzu: »D as heißt. V on diesem A ugenblick an w urde alles beim T räum en viel realer. daß ich m eine T raum -A ufm erksam keit nicht d avo n ab ziehen ko nnte. U nd w arum nicht? Im m e rh in . hatte ich d en E ind ruck vo n etw as R e a le m . w ußte ich. d e r g a r n ic h t v o rh a n d e n w a r. w ar eine Struktur. Jetzt sah er aus w ie e in G lü h w ü rm c h e n in d e r D u n k e lh e it. D as G anze erinnerte m ich sehr an gew isse S cience-F iction-F ilm e. die etw a w ie das vergrößerte B ild eines B ienenstocks aussah. fu h r d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs fo rt. S o le b ten d ie Z aub erer d er V o rzeit. H in z u k a m m e in e G e w issh e it. m erkte ich irgendw ie. etw as zu sagen. E s fiel m ir schw er. sah aus w ie ein riesiger Schw am m . »D u k a n n st in so v ie le n T u n n e ln le b e n . jed e A ussage vo n m ir kö nnte ins G egenteil d essen verd reht w erd en. nach links oder nach rechts: sie überkreuzten sich oder führten in steilem oder flachem W inkel hinauf oder hinunter. Ic h w ä h lte d en T unnel gleich rechts vo n m ir. Ich starrte sie an. all m ein B ew usstsein ko nzentrierte sich auf den S cout. hielt m ich w ie festgenagelt an der S telle. so d a c h te ic h . w as ich m einte. daß ich in dem T unnel nicht ging. wenn ich sprach. d a ß d e r S c o u t m ic h b e rü h rt hatte.T unnel zu sein. D er B otschafter däm pfte seine Stim m e und sagte: »D u bist im Innern eines anorganischen W esens. d a ß ic h v o rw ä rtsg in g . an dem G edanken festzuhalten. aber sie w irkte rauh und faserig und w ar von dunk e l-b rä u n lic h e r F a rb e . D ies waren Tunnel von Energie. d e r ich n ie zuvor bei m einem T räum en begegnet w ar. E in e so n d e rb a re K ra ft. P lö tzlich taum elte er m ir entgegen. In seiner S p häre w ar er e i n T ro p fen reiner E nergie. E s b ew egte sich auch n i c h t . ü b e r m ir u n d n e b e n m ir schw eb end . w ie d ie se M a sse m e in e T ra u m -A u fm erksam keit lo sließ . Im A ugenblick dieser Einsicht dröhnte die Stim m e des Traum botschafters in m einen O hren . und d u k a n n st d a rin l e b e n . D a n n ü b e rfie le n m ic h Z w e ife l. vor der ich gestanden hatte. daß ich einen T ra u m trä u m te . n ic h t m a l m ic h se lb st. M anche führten hinauf oder hinunter. geom etrisch geform te T unnel zw eigten in alle R ichtungen ab. daß ich sah. K aum w ar ich d arin. a b e r S ta tisc h e m . W e lle n v o n E n e rg ie b ra n d e te n durch diesen nicht vorhandenen T eil hindurch.« Ich ko nnte m ich nicht üb erw ind en. la g ic h d o c h sc h la fe n d im B e tt u n d träum te. m ein B ild dieser Tunnel ausblendete und in ein V akuum fiel. Ich beruhigte m ich also und beobachtete die E inzelheiten m eines T raum es. ähnlich w ie m an einen T raum konstruiert. w ie d u n u r w illst. I c h em pfand es nicht als B e rü h ru n g . Ihr E nde w ar nicht abzusehen. 99 . daß sie hier innen ebenso gleichm äßig porös war wie außen. Sie zischten. als er m ich zu berühren oder anzustoßen schien. aber viel glatter wirkte. u n d d o c h w u ß te ic h . D as Licht w ar sehr trübe. als se i e in T e il v o n m ir. Im Innern dieser M asse angelangt.« Ic h m e rk te . Im gleichen M om ent. D ie Tunnel schienen lebendig zu sein und B ewusstsein zu haben. E s w a r p o rö s u n d lö c h e rig . E r sc h ie n sich m einer A nw esenheit b ew uß t. d u rc h d ie se B e rü h ru n g e le k trisie rt w o rd e n . »D ie V o rte ile fü r d ic h sin d u n e rm e ß lic h «. o b d ie se stum m e M asse nicht m ehr w ar als nur ein T raum . w as sie sagte.

Ic h sp ü rte d e n p lö tzlichen R ichtungsw echsel nicht. d aß ich m ich w eiterb ew egen sollte. w e il d e r S c o u t ste h e n b lie b . D ie se r w a r e tw a s d u n k le r a ls d ie a n d e re n . du bist nur ein T ropfen E nergie«. E nd lich b lieb ich stehen. das sich anfühlte. b rauchten d ie alten Z aub erer nur zu sagen. d a s m ic h h in u n te rz o g . »Ich freue m ich.« D er B o tschafter hö rte auf zu sp rechen. D ie s k o n n te ic h n a tü rlic h se lb st feststellen. a n tw o rte te e r. »Ja. n ic h t a n d e rs a ls d e r Scout. w ie d u in d e in e r W e ll z u se h e n g e w ö h n t bist. ob er noch etw as hinz u fü g e n so llte . n u r la u t u n d d e u tlic h d eine A b sicht auszusp rechen b rauchtest. »D ie alten Z auberer lernten alles.« D e r S c o u t sc h o b m ic h in e in e n T u n n e l z u r R e c h te n . und d eshalb tragt i h r nun e in e r d e s a n d e re n E n e rg ie . D eutlich sp ürte ich m eine steigende A ngst. Ihre W iederholungen erleichterten m ich sehr. ob diese Z auberer all i h r W issen gelernt hätten. sagte d ie S tim m e d es B o tschaflers. w enn du kriechst. nur ind em sie im Innern d er ano rganischen W e se n le b te n «. . daß du V erw andte hast. es ist nicht S arkasm us«.« D er S co ut stieß m ich a n . freund licher. u n d sa g te : »D e r G e sic h tssin n w ird n ie b e e in trä c h tig t. u m h ie rh e r z u g e la n g e n .ic h flo g . A u f m ic h w irk te e r a u f g ro te sk e A rt gem ütlicher als d ie and eren. so b ew egte ich m ich no ch im m er scheinb ar p arallel zum B oden. sie lernten alles. sagte d er B o tschafter. F a lls d u h ie r b le ib e n w illst. »D u b rauchst auch nicht zu atm en«. »U n d g a n z n a c h B e lie b e n k a n n st d u d e in e n G e sic h tssin n b e h a lle n u n d se h e n .« Ich w uß te nichts m ehr zu sagen. statt zu fliegen«. a ls v e rra te d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs e in e S p u r v o n B o sh e it o d e r so g a r S a rkasm us. E s w ar. als ich auch schon die S tim m e des B otschafters hörte: »Ich glaube. w a s e r sa g te . A ls e r w ie d e r z u sp re c h e n a n fin g .« S ofort sank ich nieder.« D er B otschafter schien zu überlegen. es ist angenehm er für dich. W ir w echselten m ehrm als d ie R ichtung. o d er d er T unnel m ir. »In d ieser W elt b rauchst d u d ich nicht vo n d er S chw erkraft nied e rd rü c k e n z u la sse n «. w e n n ic h k ro c h . »W ie b itte ? « sa g te ic h . W as m eine W ahrnehm ung b etraf. d ie er sieht. d aß sie d ies w o llten.« M ir k a m e s v o r. o d er so gar m ir b ekannt M ir kam d er G ed anke in d en S i n n . E r h ü ste lte w ie je m a n d . »A uf diese W eise. »U nd du schw ebst im Innern eines anorganischen W esens«. o d e r a u c h m it dem K opf nach u n te n . b ra u c h st d u n u r d e in e A b sic h t auszusprechen. d a ß ic h w ie e i n G e scho ss d urch end lo se T unnel flo g. Ic h w a r e in T ro p fe n E n e rg ie . indem sie einfach in diesen T unneln lebten. se n k re c h t a u f o d e r a b . so w ill es der S cout. zum Z eichen. »G e m e in sa m e E n e rg ie sc h a fft V e rw a n d tsc h a ft«. »Ihr b eid e seid euch scho n b egegnet«. aber bevor ich m eine F rage aussp rechen ko nnte. A ls er dich berührte. »Ihr b eid e hab t m iteinand er gerungen. d o ch d er B o tschafter halle recht geh a b t. sollst du dich in dieser W ell bew egen. »E nergie ist w ie B lu t. indem sie hier b ei uns b lieb en«. S o sc h w e b te n w ir e in e n M o m e n t. stets m it d em gleichen W ahrnehm ungs-E ffekt auf m ich. Ich w ollte fragen. sagte sie. Ich zögerte. b eantw o rtete sie d er B o tschafter. hat er d ich für im m er veränd ert. h a lle sic h etw as reguliert: ich verlo r d iese W elt nicht m ehr aus d em B lick u n d k o n n te d e n n o c h d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs h ö re n . »U m h i e r d rin n e n z u le b e n . a n tw o rte te e r. D a ru m sp ric h t ein T räum er üb er sein T räum en im m er in F o rm vo n B ild ern. W ieder tönte die S tim m e des B otschafters in m einen O hren: »Ja. U n d d ie s w a r d ie e in z ig e se in e r A u ssa g e n . sagte sie. »N ein. fuhr er fort. D ie W ä n d e d es T unnels fühlte ich nicht. »D u kannst dich auch w ie eine S pinne 100 o d e r e in e F lie g e b e w e g e n . sa g te e r. sagte der B otsc h a fte r. sagte sie. »A ngst ist etw as. d ie n ic h t richtig w ar. ab er d ie A ussage w ar unb egreiflich. Jetzt b ist d u p raktisch einer vo n u n s. d a ß e s m ir a n g e n e h m e r w a r. w as sie vom T räum en w ußten. und d as B ild d es T unnels k e h rte m ir z u rü c k . das es in dieser W ell nicht gibt«. « »W as verstehst d u unter V erw and ten? « fragte ich. als sei ich schw erelos gew esen und h a lle n u n p lö tz lic h G e w ic h t. d e r sic h rä u sp e rt. In m ir bildete sich ein G edanke ü b e r m e in e U n fä h ig k e il. W o h l h a lle ic h v e rsta n d e n . ä h n lic h w ie d u . und nun tat er etw as. h i e r bei u n s . z u sp ü re n . fuhr d ie S tim m e fo rt. a ls stie ß e e r m ic h m it so lc h e r K ra ft v o ra n . o b ic h m ic h a u fw ä rts o d e r abw ärts bew egte. ich sei d iesem T unnel ähnlich. d a n n stü rz e n w ir in e in e n v e rtik a le n T u n n e l.

w enigstens d rei so lcher flacher G egenständ e zw ischen d ie F inger b e id e r H ä n d e z u k le m m e n u n d e in e n b e in a h sc h m e rz h a fte n D ru c k in d e n H ä n d e n z u e rz e u g e n . Don Juan hatte gesagt.« A uch E isenstifte w ären gut geeignet. all dies sei nur Produkt meines Mich-Gehenlassens. d a e r e in e S tim m e ist. E r p ries m ir im m er w ied er. a ls p e rfe k te r M ittler zw ischen jener W ell und d er unseren d ient. so entdeckte ich bald. lernte ich d ie V o rlieb e d er alten Z aub erer für ko nkrete P raktiken verstehen. D ie se r D ru c k h a b e d ie so n d e rb a re E ig e n sc h a ft. ich kann über diesen Aspekt deines Träumens nicht sprechen. über die eindrucksvolle Klarheit und Folgerichtigkeit der Aussagen des Botschafters. Ich sagte dir doch. »W ie funktio niert d iese B rücke? « fragte ich. mir Ratschläge zu geben .trotz meiner Angst und Don Juans Weigerung. d a ß d e r T ra u m b o tsc h a fte r. D enn ich halle nicht verstand en. w a s sie le h re n w o llte n . d e n in n e re n D ia lo g a b z u sle lle n . Wie überrascht und verstört war ich. »Bist du unzufrieden mit mir?« »Nein. w o rum es ging. die Scouts zu quasi bekannten Objekten zu machen. was ich mir normalerweise vorstellen kann. flache F lusskiesel zw ischen die F inger klem m st. sagte er.« D a z u e rk lä rte d e r B o tsc h a fte r. »Ich kann nur soviel sagen. Eines Tages wirst du den Grund einsehen. Eine notwendige Reise. d a ß e in so lc h e r R in g a ls B rü c k e d ienen kö nne. D er T rick b estand d arin. kannst du mir denn überhaupt nichts zu diesem Traum sagen?« beharrte ich. sagte der B otschafter. »Warum verhältst du dich so zu mir?« fragte ich. d a ß d e r T ra u m b o tsc h a fte r n ic h t n u r d ie S tim m e e in e s L ehrers w ar. die Einzelheiten meiner Träume zu beobachten. b ei jed em p assend en A nla ß . »A m b esten gelingt d ir d ieses A b ste lle n . die Scouts als fremde Energie anzuerkennen. Wenn ich bereit war. D e r B o tsc h a fte r b ekannte seine V o rlieb e für Q uarzkristalle. w enngleich m it einiger Ü bung auch alles and ere geeignet w äre. sagte d er B o tschafter. uns zu lehren. mit ihnen zu gehen. so nd ern auch d ie S tim m e eines hö chst geschickten V erkäufers. Du wirst noch herausfinden. Ich war so erschrocken über die Lebhaftigkeit all dessen. Don Juan davon zu erzählen. »U m p erfekt zu träum en.Damit endete mein Träumen. dann versetzten die Scouts meine Traum-Aufmerksamkeit wahrhaftig in eine Well jenseits dessen. d ie V o rte ile se in e r W e lt a n . Er hatte mir aber nicht gesagt. Ich fand nun h e ra u s. Je besser es mir gelang. w enn sie L änge und B reite d er F inger hallen. Wenn ich ihnen aber folgte. Es war eine Reise ins Unbekannte. u n d e s garantiere auch eine S teigerung d er T raum -A ufm erksam keit. sa g te d ie S tim m e .machte ich regelmäßige Traumreisen in diese schaumartige Welt. m uß t d u als erstes d einen inneren D ialo g ab stellen«. sagte er m ir einm al. desto größer war meine Fähigkeit. aber ich hatte das Gefühl. »T rä u m e r so llte n e in e n g o ld e n e n R in g tra g e n «. A b e r e r le h rte m ic h a u c h u n sc h ä tz b a re K e n n tn isse d e s T rä u m e n s. daß die anorganischen Wesen immer bereit sind. »vo rzugsw eise einen etw as eng sitzend en R ing.« Dann wechselte er das Thema und begann über andere Aspekte seiner Lehre zu sprechen. daß die anorganischen Wesen real sind. E r h a lte n u r fe stg e sle llt. Wenn ich darüber hinaus bereit war. ich bin gar nicht unzufrieden mit dir«. daß es das 102 T rä u m e n w a r. sa g te d e r B o tsc h a fte r ein and erm al. In einem A ugenblick völliger S tille einzuschlafen garantiere einen p e rfe k te n Ü b e rg a n g in d a s T rä u m e n . In diesem Fall bist du ganz auf dich selbst gestellt. blieben sie noch länger. darf ich wohl sagen. Von diesem Tag an . »Das Problem ist nur. S ie ergäb en die besten R esultate. daß er wohl annahm. daß es kein Traum war. Aber was du aus dieser Feststellung machst. als er sich meinen Bericht nicht anhören wollte. w e n n d u d ir e i n p a a r se c h s b is a c h t Z e n tim e te r la n g e Q uarzkristalle oder ein paar g la tte . b eim W ied erauftauchen vo m T räum en in d ie alltägliche W elt o d er b eim E insinken aus unserem alltäglichen B ew uß theit ins R eich d er ano rganischen W esen. dabei radikal ihre Gestalt verändernd. die Scouts zu isolieren. ist allein deine Sache.« »Aber. K rüm m e d ie F inger und üb e leichten D ruck auf d ie K ristalle o d er K iesel aus. und eine durchaus persönliche. »D e r K o n ta k t d e r F in g e r m it d e m R in g b ild e t d e n B rü c k e n schlag«. sagte er. daß ich es kaum erwarten konnte. warum ich mich heraushalten muß. wie real sie sind. Er sagte es nicht direkt. »W enn e in T räum er in m eine W elt 103 . blieben sie eine Weile in meinem Wahrnehmungsfeld. indem ich laut meine Absicht bekundete. In d e m ic h ih m z u h ö rte .

104 A lle s. Sobald ich dies schaffte. D ies sei ebenso schw ierig und anstreng e n d . E n e rg ie a b z u sc h irm e n . »u n d n ie m a n d k o n n te m ir h e lfe n . so n d e rn a u c h a u sta u sc h e . w ie d a s F in d e n d e r e ig e n e n H ä n d e im T raum . e s k o m m e a b e r d a ra u f a n . S ein K om m entar w ar so kurz. um zu erfahren.« W ährend einer and eren T raum sitzung sagte d er B o tschafter. w as ich tun sollte«. z u r g ro ß e n H e ra u sfo rd e ru n g fü r m ic h . Ic h m u sste um jeden P reis verm eiden. w ie ic h d ie Z u n g e n sp itz e g e g e n m e in G a u m e n d a c h drückte. sich m eine B erichte anzuhö ren. erklärte er. Z u m in d e st w o llte ic h w isse n . Ich habe d ir gesagt. S o w urde die S tim m e des B otschafters. E r em p fahl m ir. E ines T ages gab m ir die S tim m e des B otschafters einen fabelhaften T ip . »G ib m ir doch w enigstens e i n e n F ingerzeig. b eim T räum en z u sp ü re n . es sei ganz in O rdnung. der V ersuchung des m ir vom B otschafte r v e rh e iß e n e n W isse n s n a c h z u g e b e n : u n d d a b e i w a r ic h g a n z allein auf m ich selb st gestellt. E r g ib t ih m e in a n h a lte n d v e rtra u te s G e fü h l a m F in g e r. führe diese Ü bung zu erstaunlic h e n R e su lta te n b e im K o n tro llie re n d e r T ra u m -A u fm e rk sa m keit. e rfa sste ic h m it L e id e n sc h a ft u n d In te re sse . sagte er in end gültigem T o n. w e n n n ö tig . w ie ic h dieses P roblem des V ergessens lösen solle. so z ie h t d ie se r R in g d ie E n e rg ie m einer W elt an und hält sie gefangen.u n d z u d iesem Z w eck b rauchten w ir nur b eim T räum en laut unsere A b sicht auszusprechen. d aß u n se re H a u t d a s p e rfe k te W e rk z e u g se i. m eine H aut tro cken und frei vo n Ö len o d er P igm enten zu halten. m üß ten w ir sie vo n d er G aum enp latte herab ho len. ich w eiß. Ic h b a t D o n Ju a n u m R a t. U m S chärfe und E xaktheit unserer T raum -A ufm erksam keit zu gew ährleisten. hilft m it. b e h a rrte ic h e in m a l. den er um schließt. G e tre u D o n Juans R atschlag. M ühsam lernte ich d ann. und den W ert solcher B elehrungen konnte ich persönlich bestätigen. D ie w ichtigste Inform ation w ar fü r m ic h . m a n kö nne in d iesen T unnels leb en. m u sste ic h z u g e b e n . D och w enn sie gelinge. e in e K o p fb in d e o d e r e in H a lsb a n d tra g e n . i h n z u fra gen.B e le h ru n g e n . sagte er. se in e n M a ß stä b e n d e r S e lb stp rü fu n g g e re c h t z u w e rd e n . d ie T rä u m e r so llte n e in e n e n g e n G ü rte l. S o erhielt ich reichlich B elehrungen zu allen nur denkbaren T hem e n . w o b e i d e r R ing d ie E nergie in d ie F inger d es T räum ers ab gib t. o h n e m ich gehenzulassen. D u m öchtest. daß ic h dir sage. w e il d ie s e in e g a n z p e r- . D iese E nergie versetzt den T rä u m e r. »D as kann ich n i c h t « . w eil D o n Juan no ch im m er nicht b ereit w ar. a ls ic h d e n M u t a u fb ra c h te .« »A ber du w eißt ja gar n ic h t. w a s d e r B o tsc h a fte r ü b e r d a s T rä u m e n sagt«. »A uch ich hab e d iesen K o nflikt d urchgem acht«. u m e in e n D ru c k p u n k t z u sc h a ffe n . doch. w enn sie sich auf das T räum en bezogen. w a s d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs m ir o ft g e n u g w ie d e rh o lte .k o m m t u n d e in e n R in g trä g t. w a r m e in P ro b le m .« »O h. w a s e s m it d e r A u ssa g e a u f sic h h a t t e . daß T räum er in diesem F all auf sich a lle in angewiesen sin d . fuhr D o n Juan fo rt. gew ann m eine T raum -A ufm erksa m k e it e ig e n e s L e b e n u n d w u rd e . und w a s sie sa g te . m einte er. U nschw er konnte ich erraten. w orüber die S tim m e des B otschafters spricht. b efo lgte ich seine A nw eisungen nur. w o b ei a l l e n M enschen ein gew altiger V o rrat an A ufm erksam keit vo rhand en sei. Insb eso nd ere em p fahl er m ir eine Ü bung. d a ß d ie T ra u m -A u fm e rk sa m k e it a u s d e r G e g e n d d e s G aum end achs ko m m t. bei der es darum ging. Ich gab m ir alle M ühe. w e n n sie m ir n ic h t e n d lo s w ie d e rh o lt w u rd e n . A u c h e m p fa h l e r. u m E n e rg ie w e lle n a u s d e m M o d u s d e r a lltä g lic h e n W e lt in d e n M o d u s d e r a n o rg a n ischen W esen zu transfo rm ieren.« G e n a u d ie s. w ie ich es erw artet hatte: »K onzentrie re d ic h n u r d a ra u f. w e n n ic h so sa g e n d a rf. und um gekehrt. »U nd frage m ich n ie w ieder. und sei es nur aus dem einen G rund. d ie R ückkehr d es T räum ers in seine W elt zu gew ährleisten. die notw endige D isziplin und K o ntro lle zu lernen. w ie d e r z u rü c k in se in e W e lt. sa g te d e r B o tsc h a fte r. w as ich dich fragen w o llte . D ie H aut sei vo n N atur d azu geeignet. in einem dieser T unnel zu le b e n . b eim T räum en d ie Z ungensp itze gegen d as G aum endach zu drücken. d ie ic h so fo rt v e rg a ß . A uch der D ruck des R ings auf den F inger. w ie t i e f sich die a lte n Zauberer auf die anorganischen W esen eingelassen haben m ochten. D on Juans E rm ahnungen und W arnungen vor den G efahren solch einer V erstrickung w urd en m ir w ichtiger d enn je. d e r a u f d e r H a u t a ls Z e n tru m fü r d e n A u sta u sc h v o n E nergie d iene. d a ß d ie H a u t n ic h t n u r E n e rg ie a b sc h irm e . sc h ä rfe r a ls m e in e n o rm a le A u fm e rk sa m k e it fü r d ie a lltä g lic h e W elt.

W e n n i c h v o m R e ic h d e r a n o rga n isc h e n W e se n trä u m te . d ie se h r w o h l re a l se in k ö n n te . z u erfahren. e s a b e r n ic h t ist. o d er w ir geb en es ganz auf. w ie es w äre. m eine T raum übungen fortzusetzen. A n so e tw a s w a r ich nicht interessiert. beinah eine E n tsc h e id u n g fü r d ie se L e b e n sfo rm b e d e u te te . d a ß sc h o n d a s V e rla n g e n . rie t e r m ir. o b jektiv zu b eurteilen.« »D as ist w ahrhaft teuflisch. F alls w ir uns dafür entscheiden. U nser Zuw achs an W ahrnehm ung ist so gigantisch. »A b e r b e g re ife .v o n T ra u m z u T ra u m .« »Ist es w irklich ein A syl für T räum er. so erw eitert sich d ie B an d b reite d essen . A ber nicht nur in dem Sinn. so r e a l. und w ar m ir doch bew ußt. in w elcher B eziehung ich zur W elt der anorganischen W esen stand. »S a g e n o c h n ic h ts«. oder w enn ich die D istanz zw ischen den T u n n e ln e m p fa n d o d e r d ie sc h e in b a re L ä n ge o d e r B re ite e in e s jed en T u n n els verm erkte. daß sie so real zu se in sc h ie n w ie u n se re a lltä g lic h e W e lt. d a ß d u d ie se s V e rla n g e n a u ssp ric h st.sö nliche und end gültige E ntscheid ung ist . gerate die R ealität in B ew egung und die B andbreite dessen.« E s ist m ir unm ö glich. zw ischen denen. d ie T räum er in einem feind seligen U niversum hab en. W enn w ir uns dafür entschied en . Ic h kann nur sagen. U n se r In te rp re ta tio n ssy ste m u m z u stru k tu rie re n h ie ß fü r D o n J u a n . w e rd e n d ie a n o rg a n isc h e n W e se n a u c h d e in e n g e h e im ste n W ü n sc h e n n a c h k o m m en. m ein Interpretationssyste m z u e rn e u e rn u n d z u e rw e ite rn . w eil es w om öglich die einzige Z uflucht sein könnte. je d e n fa lls fü r m a n c h e T rä u m e r. ins U nerm essliche. e ig e n tlic h sta ttfa n d . dessen K apazitäten zu erw eitern .und som it ein irreales G efühl grenzenloser R ealität oder einer unendlic h e n I r r e a l i t ä t . der Stim m e des T raum botschafters lauschte oder m ich durch die T unnel bew egte. Ich ging oder schw ebte durch sie hindurch. sparen und speichern sie die notw endige E n e rgie . w u rd e m ir b e w u ß t. ohne etw as zu f ü h l e n . D on Juan zufolge. d a ß d e in e E n tsc h e id u n g . o h n e d ie In te gritä t a lle r R e a litä t z u ge fä h rd e n . F ür dich liegt das T euflische darin. Ich bin allein in einem feindseligen U niversum . w as ich bin. daß uns nur noch sehr w enige Instrum ente zur Interpretation unserer Sinnesdaten bleiben . e in Fehlen oder ein Ü berm aß an D etails. o b ic h d ie Scouts isolierte. w as real sein k a n n . e n d g ü ltig ist. fa lls d u b le ib e n w i l l s t . w a s D o n Ju a n so o ft z u m ir g e sa g t hatte: d aß d ie W irklichkeit unter d em E influss d es T räum ens eine M etam orphose durchm acht. E r hatte nicht gesagt. Ich w eiß. In dieser W elt. D u w irst fü r im m er dort bleiben. unser S ystem aufzugeben. w ie ein T raum nur sein kann.im m e r w ie d e r d e r K o n siste n z d ie se r W e lt. u m ih r U rte il h in ta n z u ste lle n u n d so d ie b e a b sic h tigte U m strukturierung zu erm öglichen. Für m ich w ar der einzig akzeptable W eg. Ic h brauche keine S tützen oder S chutzgeländer. alle T räum er sich entscheiden m üssen: entw eder strukturieren w ir unser S ystem zur 106 In terp retatio n vo n S in n esd aten so rgfältig u m .eine end gültige E ntsc h e id u n g . V o n d ie se r W e lt trä u m e n d .« »D as kann m an w ohl sagen. N ic h t fü r m ic h . w en n au ch n ich t in ein em u n ter norm alen U m ständen rational f e s t s t e l l b a r e n Sinn. d ie d u in d e m A u g e n b lic k triffst. u n ser In terp retatio n ssystem zu ern eu ern . b e ge gn e te ic h . daß m an sich bew ußt und sorgfältig bem ühte. in solch einem T unnel zu le b e n . U nd so entschlo ss ich m ich. w as ich hö re n w o llte .b e so n d e rs d a e s u m so g ro ß e B e lo h n u n g e n g e h t. d ie ic h v o n d ie se r W e lt trä u m te . U m d ic h so w e it z u b rin g e n . d a d u d e n W u n sc h a u ssp ric h st. D ie n ach h altigste F o lge d ieser U m stru ktu rieru n g m ein es In terpretationssystem s w ar für m ich die E rkenntnis. u n d d o c h w u ß te ic h . A ber w enn ich U nterschiede zw ischen diesen T unneln bem erkte. d u rch d en ich m ich b ew egte. U n d d a s b e d e u te te . w as d ie unzähligen M a le . D o n Juan? « »E in d e u tig . 107 . S o fo rt b e ric h te te ic h D o n Ju a n v o n m e in e m E n tschluß. so h atte ich doch ein G efühl objektiver B eobachtung. w as o h n e jed e In terp retatio n w ahrgenom m en w erden kann. in d ie se r W e lt z u le b e n . erklärte er. w e rd e e rw e ite rt. und ich habe gelernt zu sagen: S ei es d rum !« D am it end ete unser G esp räch. daß dies anscheinend eine W elt w ar. D o n Juan. daß R au m u n d Z eit ko n stan t w aren . D a s T rä u m e n e rö ffn e t a lso ta tsä c h lic h d ie P fo rte z u an d eren A sp ekten vo n R ealität. In d em d ie T räu m er in Ü b erein stim m u n g m it d em W eg der Zauberer leben. Ich sah m ich also vor zw ei A lternativen gestellt. O der ich könnte sagen. F ü r m ich ist das R eich dieser anorganischen W esen deshalb eine teuflische S ache. w ie du es m einst. der V ersuchung nachz u g e b e n . d e sse n E rn e u e ru n g z u b e a b sic h tige n . ohne m ich auf w eitere K onsequenzen einz u la sse n .

meine ernsthafte Überzeugung von der nachprüfbaren Existenz anorganischer Wesen. sah ich dieselben Details viel genauer und hörte. Hüte dich vor einem Bewusstsein. was Don Juan gesagt hatte: daß die Existenz anorganischer Wesen der schwerste Angriff auf unsere Rationalität ist. So konnte ich durch die Tunnel flitzen wie ein rasch bewegtes Licht. ist freiwillig. sich wie Bilder an die Wand zu projizieren. daß ihre Verbündeten Macht hätten. Irgendwann wird der Botschafter dir Menschen zeigen. »Es ist kein Versehen«. eines Tages eine Schwelle erreicht habe. indem sie unsere Wünsche erfüllen. daß ich eine praktische Reise unternahm. Erst nachdem ich wirklich mein Urteil hintanstellen konnte.« »Meinst du. Don Juans Enthüllungen hatten große Wirkung auf mich. Denk nur an ihre Welt: statisch und geeignet. wie die Stimme mir komplexere Erläuterungen gab. Sie schenken uns Wissen.und vor allem ohne Rücksicht auf meine persönliche Annehmlichkeit. Sie übersahen die Tatsache. daß ihre Verbündeten nur hauchfeine Energie waren. brachte Don Juan von sich aus die Sprache auf meine Traumreisen in diese Welt. Andererseits wußte ich. Die anorganischen Wesen. denen es Freude mache. »Die alten Zauberer glaubten. mir zu erklären. als die Spannungen meiner unhaltbaren Lage . bei ihnen zu bleiben«. daß sich bei mir eine doppelte Haltung entwickelte. was er unter phantasmagorischen Projektionen verstand. seien hervorragende Projektionskünstler. uns anzuziehen wie Licht oder Feuer die Motten. ähnlich wie die Zeichen der Braille-Schrift. »Geheimniskrämerei liegt im 108 Wesen dieser Sphäre. manchmal phantasmagorische Projektionen. Diese unwillkürliche Spaltung bestätigte mir. Die anorganischen Wesen hüllen sich in Geheimnis und Dunkelheit. fuhr er fort. und andere. was der Botschafter dir bislang nicht zu sagen wagte: daß die anorganischen Wesen es auf unser Bewußtsein abgesehen haben.« 109 . was mir erlaubte.die für mich Realität hatte. Ich hatte nie darüber nachgedacht. Und er erinnerte mich daran. Sie schaffen Phantome.mich zu vernichten drohten. nicht-menschliche Wesen. daß ich einen Traum träumte. Die unvermeidliche Folge war. alle Annahmen und Vorurteile über das Wesen von Mensch. An diesem Tag habe ich mich in das Wissen verliebt. fand ich Erleichterung. um die Träumer zu erfreuen oder zu erschrecken. erklärte er. Er sagte: »Ich glaube. gab eine Stimme mir nicht willkürliche. die sich dort verfangen haben. daß die anorganischen Wesen sich an die innersten Gefühle der Träumer heften und erbarmungslos mit ihnen spielen. ohne daß ich sie von mir aus gewünscht hätte. Wenn ich über die Wände kroch. fuhr Don Juan fort. der stetig gestiegen sei. »Die anorganischen Wesen können niemanden zwingen. trat eine drastische Änderung meiner Haltung ein. »In ihrer Welt zu leben. uns verwöhnen und uns gefällig sind. Zu einer Zeit. sondern zusammenhängende Informationen über Details an den Wänden. auf die ich meine Traum-Aufmerksamkeit gerichtet hatte. Als meine objektive Untersuchung über die anorganischen Wesen mir schon nichts mehr bedeutete. auf das Bewusstsein jedes Lebewesens. Beinah hechelte ich vor Erwartung. Don Juan. Er sagte. wie ich dir sagte. es sei nur ein Traum . über Welten hinwegprojiziert wie in einem kosmischen Film. und dies tut es. Diese Details waren komplizierte Protuberanzen.« Ich bat Don Juan. indem es Projektionen erzeugt. sagte er.« Eigentlich hätte ich mit Furcht oder Abscheu reagieren sollen. daß du regelmäßige Begegnungen mit anorganischen Wesen hast. daß ich selbst mit einem dieser Phantome gerungen hatte. das unbeweglich ist. aber sie fordern eine Zahlung: unser ganzes Sein. Realität und Wahrnehmung aufzugeben. die ebenfalls dort gefangen sind. das ihnen ins Netz geht. Ich war selbst verwundert über mein Versehen. du bist dir gar nicht bewußt. Ein solches Bewusstsein sucht zwangsläufig nach Bewegung. Aber da ist noch etwas. während ich ebenso ernsthaft glaubte. die anorganischen Wesen sind wie Fischer?« »Genau. ganz unabhängig von dessen Logik oder praktischem Nutzen . Einerseits wußte ich.« Er hatte recht. daß mein Energiepegel. Don Juan behauptete. Wenn ich flog. oder ich konnte wie ein Insekt über ihre Wände kriechen. »Die alten Zauberer scheiterten an ihrem törichten Vertrauen zu solchen Projektionen«. ebenso real wie jede Reise in dieser Welt. war ich ein Tropfen Energie. Wohl aber können sie jeden von uns gefangennehmen. aber nur im Sinn einer unbeherrschbaren Neugier.

Macht und Einzigartigkeit sind unübertroffen als korrumpierende Kräfte. auf eine Leinwand projizierte Bilder sind: und ich kann sogar hinzufügen. dies zu beabsichtigen.« »Was aber sind die anorganischen Wesen in ihrer Welt? Sind sie ebenfalls wie bewegte Bilder?« »Keineswegs. w ie ich das tun sollte. schwebend irgendwo an einem dunklen Ort.« Nach Meinung der Zauberer. Sie vermittelten ihnen das Gefühl. Jeder Träumer sieht sie. e rk e n n t irg e n d etw as d o rt d rauß en d ieses W achstum und b eginnt es zu um w erb e n . höchst angenehme Gefühl von Exklusivität hervorrief. M it einiger Ü bung gelang es m ir im m er zuverlässiger. m eine R eisen in das R eich der anorganischen W esen zu beabsichtigen. »U n d im se lb e n M o m e n t. Ic h g la u b te . und mehr als sonst jemand müßten die Zauberer diesen Umstand bei ihren täglichen Aktivitäten berücksichtigen.« »Sieht also jeder Träumer diese Welt auf die gleiche Weise?« »Ja. Sei auf der Hut!« »Wie hast du selbst diese Gefahr vermieden. Don Juan?« »Ich bin einige Male in dieser Welt gewesen. daß es m ir unm öglich sei. D o n Ju a n . jede S ekunde! L aß nichts und niem and für dich entscheiden. D ie se r Z u w a c h s a n K o n tro lle m a c h te m ic h w a g e m u tig e r. w ie im m er. D ie a n o rg a n isc h e n W e se n sin d W e rb e r u m d ie se s n e u e . »D as B ew usstsein d er Z aub erer w ächst. m ich and ers zu besinnen. daß die anorganischen Wesen in unserer Welt wie bewegte. w enn du selbst es w illst. daß irgend etwas an dieser Welt mir immer schon das Gefühl vermittelt hatte.« »E hrlich. B ei G o tt.« »Ich wollte sagen. gesteigerte B ew uß tsein. »Die anorganischen Wesen machten es mit ihnen genauso wie jetzt mit dir. M ich plagte inzw ischen ein quälend es S chuld gefühl. 111 . einzigartig und exklusiv zu sein. e rfa sst m ic h e in u n g e h e u re r S o g . Die alten Zauberer stellten sich die Welt der anorganischen Wesen als eine Ansammlung von Poren und Höhlen vor. Und die anorganischen Wesen stellten sie dar als hohle Rohre. d a e s w ä c h st. se i d e r K a m p f. Diese Welt ist ebenso real wie unsere. Don Juan. so llte ic h tu n . in d e m ic h d e sse n R ic h tu n g b e a b sic h tig te . und die einzige Art. u m m ic h z u sc h ü tzen?« »S ei auf der H ut. S obald ic h e in e n S c o u t iso lie rt h a b e . sobald sie sich in dieses räuberische U niversum hinausw agen. sie wären bloße Bilder. so w ar es doch m öglich. daß m ein T räum en die entgegengesetzte R ichtung nehm en w ürde. Er war überzeugt. W e n n ic h nun bew ußt das G egenteil beabsichtigte. d a ß d ie S c o u ts m ic h in ih re W e lt v e rse tz te n . S ie sind eine leichte B eute. m ich zu w id ersetzen. Im m e rh in h a tte ic h ja b e a b sic h tig t. daß die anorganischen Wesen real sind? Jetzt behauptest du. w eiterzugehen. E r w o llte nicht w eiter auf d as T hem a eingehen. D u hast es nur no ch nicht versucht. d aß ich d ie R ic h tu n g m e in e s T rä u m e n s v e rä n d e rn k o n n te . D enn aus irgend einem G rund w ar m ir d er G e d a n k e . D ie T räum er m üssen ihr L eb en lang auf der H ut sein.« »A c h . was ich mir bewußt vorstellen konnte. D ie gesteigerte F ähigkeit. n i e in d e n Sinn gekom m en. auch nichts anderes. Hältst du dich etwa für einzigartig?« Ich musste gestehen. m ic h d e m S o g d e r S c o u ts z u w id e rse tz e n . Macht zu haben. D o n Juan b ehielt recht.« Ich beharrte aber ernstlich darauf. w enn sie träum en«. natürlich.»Du widersprichst dir selbst. die über die Grenzen zweier Welten hinweg projiziert werden. Dieses gewaltige Bündel nannten die alten Zauberer das Labyrinth der Halbschatten. als sei ich einzigartig. G eh nur dann in die W elt der anorganischen W esen. und ich w ar ganz dankbar dafür. d ie K o n fro n ta tio n a u f L e b e n u n d Tod. D on Juan. daß das Bewusstsein an sich auf Wachstum angelegt sei. daß sie wie bewegte Bilder einer verdünnten Energie sind. »Genau dies verwirrte die alten Zauberer«. sei das Universum gefährlich wie ein Raubtier. k o m m ! W illst d u m ic h a u f d e n A rm n e h m e n ? N a tü rlic h kannst d u d ich w id ersetzen. und dann nie wieder. war nicht die Stimme des Traumbotschafters. Und noch ein gefährlicheres Gefühl gaben sie ihnen: das Gefühl. das ist's. ich hab e keine C hance. wie sie ist. erklärte Don Juan. D enn ich stellte fest. bew irkte bei m ir eine b e sse re K o n tro lle ü b e r m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it. wie es wach110 se n k ö n n e . sagte Don Juan. zusammengefügt wie die Zellen unseres Körpers. fuhr e r fo rt.« »W a s m e in st d u . Was aber dieses komische. Sagtest du nicht. ich w eiß nicht.

D ie anorganischen W esen brauchen nur unseren M ontagepunkt an den richtigen O rt zu verschieben . »Sie gingen nicht träum end dorthin. »E s ist gar kein W iderspruch. sich kö rp erlich transp o rtieren zu lassen? « fragte ich. sag te er. sagte er. a ls A b le g e r d e r W e ib lic h k e it. D enn ich w ar tief überzeugt vom praktischen W ert m einer E ntdeckung. als ich ihm . D o n Juan? « »G anz gew iß. E r hatte die A bsicht.von diesem neuen A spekt m einer kontrollierten T raum -A ufm erksam keit berichtete. d e n a n o rg a n isc h e n W esen zu vertrauen. als er an n ah m . a b e r sta tt d e sse n stie ß e r sie ü b e r e in e tödliche G renze hinw eg. sie kö rp erlich in d as R eich d er ano rganischen W esen zu transp o rtieren. das die anorganischen W ese n n ic h t ü b e rse h e n k o n n te n . Ich m achte ihn auf den W iderspruch aufm erksam. W o hl verscho b d er S co ut d ie M o ntagep unkte d er b eid en S c h ü le r. m e in te D o n Ju a n . A n solch eine G renzüberschreitung hatte der N agual R osendo nicht gedacht. »Ist es d enn m ö glich. »D u bist dein Leben lang so in Liebe geschw om m en. die durch die F ixierung des M ontagepunkts an einem O rt in einer bestim m te n F o rm u n d P o sitio n g e h a lte n w ird . g e le ite t v o n d e r E rkenntnis d er Z aub erer. E r verpflichtete im T raum einen S cout und befahl diese m . D ieses T hem a interessierte m ich. K u rz a b sc h w e ife n d . indem er ihre M ontagepunkte in die entsprechende P osition verschob. daß Z auberer für einan d er d ie »L ieb e ih res L eb en s« sein k ö n n ten . E lias u n d A m a lia z u h e lfe n .straflos solche R eisen unternehm en zu können. sag te er. die H exe A m alia. se in e S c h ü le r in d ie z w e ite A u fm e rk sa m k e it z u v e rse tz e n . w ie sie sich in d ieser W elt verirrten .« D on Juan m einte. fuhr D on Juan fort. N och nie hatte ich D on Juan davon sprechen hören. Ich habe sie nicht selbst erlebt. w eil ich die R eise anhalten konnte. a b e r e r v e rsc h o b sie in e in e P o sitio n .und schon fliegen w ir lo s w ie eine R akete. »W ir sind E nergie. der N agual E lias. d er N ag u al R o sen d o . ab er d ie Folge w ar ih r V erschw inden. sondern der Lehrer m eines Lehrers. doch er fuhr m it seiner G eschichte fo rt. Ich habe nur bislang darauf verzichtet. sagte er. a u s d e r e s g a n z leicht w ar. W e n n d ie se r O rt sic h veränd ert. »W eil es d as S elb stvertrau en ein es N arren ist«. eine Z auberer-G eschichte erzählen. verirrten sich in die W elt der anorganischen W esen«. d a ß d ie se S e lte n h e it d e s m ä n n lic h e n P rin z ip s v ie lle ic h t d e r G ru n d fü r d ie u n g e re c h tfe rtigte V o rherrschaft d er M änner auf unserem P laneten sei. ziem lich selten und d aher b egehrt ist. T heoretisch hätte ein m ächtiger S cout i h r e n M ontagepunkt ganz m ühelos in die richtige P osition verschieben können. U nd zu d iesem Z w eck b efo lgte er d ie vo rgeschrieb ene T echnik d er alten Z auberer. D er N agual R o send o hab e näm lich den V orsatz gehabt.« »W ie konnte das geschehen. und ich w ollte dabei verw eilen. d aß d ie anorganischen W esen sich nicht im m indesten für Frauen interes112 sie rte n . B esonders w enn der G esam tbetrag unserer E nergie ric h tig ist.auf seine B itte . w ie der N agual E lias und die Liebe seines L ebens. D er N ag u al R o sen d o h atte sich n äm lich verrech n et. D a b e i w a r se in e Ü b e rle g u n g ric h tig . »D ein S elbstvertrauen ist unheim lich«. der N agual E lias und die L iebe seines L ebens. und es ist kein m enschlicher. m it S chuhen. E lias und A m alia ausschließlich im Z ustand der zw eiten A ufm erksam keit zu unterrichten. sich in ihrer Jugend in die W elt der anorganischen W esen verirrten. bem erkte D on Juan. »E s ist m öglich«. W as der N agual R osendo aber nicht bedachte. sondern m it ihrem physischen K örper. H ut und allem . E s ist a b su rd .« »K ann d as jed em vo n uns p assieren.« 113 . N un also. w ann im m er ich w ollte. d aß d as U niversum vo rw iegend w eib lic h ist u n d d a ß M ä n n lic h k e it. w ar die L ist der anorganischen W esen. versicherte er m ir.« U nd D on Juan erzählte m ir. d ir G esch ich ten ü b er d ie L ieb e d er Z au b erer zu erzäh len «. »W ieso ist es unheim lich?« fragte ich. »Ich w erde dir. D on Juan?« »Ih r L eh rer. E r w ollte seine beiden S ch ü ler n u r in d ie zw eite A u fm erk sam k eit versetzen . S ie hab en ihren eigenen R hythm us. eine Z auberin nam ens A m alia. D iese A u ssag e verblüffte m ich. daß ich dir eine P ause gönnen w ollte. w erd en F o rm und P o sitio n sich entsp rechend verändern. er w olle nicht auf alle E inzelheiten dieser langen und kom plizierten G eschichte eingehen und m ir nur erzählen . O ffe n b a r w a r d e r G e sa m tb e tra g d e r k o m b in ie rte n E nergie von E lias und A m alia etw as. stan d in T em p eram en t u n d P raxis den alten Z auberern sehr nah. hierzu passend.

»D u h a st n u n v e rsta n d e n . so sagte ich ihm . d ie d ir a u fg e g e b e n sin d . se i g a n z a u ß e ro rd e n tlic h a u f d e r H u t. D ies hab e d er N agual R o send o nicht vo rgehab t. D er S co ut akzep tierte natürlich d as G eschenk und trug sie in e in e m u n b e w a c h te n A u g e n b lic k d a v o n . fu h r D o n Ju a n fo rt. unb eho lfene T räum er w irksam und für im m er auszuschalten. d o ch er ließ sich vo n seiner ab surd en Ü b erzeugung hinre iß e n . üb erhaup t zu fragen. E r w echselte ab er d as T hem a und m einte. und zw ar K inder m it viel E nergie. ich hätte keinesw egs d ie A b sicht.« »W a s g e sc h a h sc h lie ß lic h m it d e m N a g u a l E lia s u n d A m a lia ? « fragte ich. »Ic h b e sc h w ö re d ic h .« 6. fuhr er fort. »D ie S chritte d azu sind ganz einfach«. se in e S c h ü le r d e m S c o u t z u ü b e ra n tw o rten. d as m ir no ch nicht bew ußt gew orden sei. in eine F alle zu tap p en. ab geschlo ssene K am m er. »D ie a n o rg a n isc h e n W e se n fü h re n e tw a s im S c h ild e «.ein P ro b lem . b is D o n Juan w eitersp rach. »F and er sie?« »Ja . d a ß d ie Ü b u n g e n . sagte er. D a ru m b lie b e n d ie b e id e n ju n g e n L e u te im m er halb G efangene d ieses R eiches. n ä m lic h d ie S c h ü le r d e n a n o rg a n isc h e n W e se n als G ab e d arzub ringen. Seine W orte erschreckten m ich. nachdem w ir uns über etw as unterhalten hatten. d a ß d ie a n o rg a n isc h e n W e se n ü b e r ganz erstaunliche M ittel verfügen«. »D er N agual R o send o m usste sich kö rp erlich in d iese W elt b egeb e n u n d sie su c h e n «. ind em er seine A b sicht aussp rach. D a ra u f fo lg te e in lä n g e re s. u m e in e P fo rte z u e rre ic h e n u n d z u d u rc h sc h re ite n . so etw as w ie einen S chrank.« »K a n n te st d u sie . A ls d e r N a g u a l d e n S c h ra n k a u fsp e rrte . w eil ich m eine T raum üb ungen gut unter K o ntro lle hätte. d as m it d em T räum en gar nichts zu tun hatte. D arum w ar ich w irklich üb errascht. d enn d u b ist in G efahr. und ich kann m ich nicht dam it abfinden und sagen. sie w a re n se h r so nd erb ar. D o c h e r k o n n te sie n ic h t g a n z h e ra u sh o le n . w a re n sie n ic h t m e h r d a . auf d ie es d ie ano rganischen W esen ab gesehen haben.« In ab straktem S inn. W ie im m er versuchte ich m ich zu rechtfertigen. verstand ich seinen S tand punkt und seine B esorgnis durchaus: aber konkret h ie lt ich seine W arnung d enno ch für unb erechtigt. e r h a b e d ie a n o rg a n isc h e n W e se n u n te r K o n tro lle . ich bin sehr vorsichtig«.« 115 . »Ich spüre es. w ä h re n d sie sic h g e ra d e in d ie se m S c h ra n k lie b te n . er m üsse m ich auf e in sehr w ichtiges P roblem seiner T raum -U nterw eisung aufm erksam m achen . Die Welt der Schatten 114 »D u m uß t grö ß te V o rsicht w alten lassen. n a c h u n sä g lic h e n M ü h e n . D ann versenkte er sich ins T räum en und rief einen S co ut aus d em R eich d er ano rganischen W esen herb ei. daß ich ihm sofort beteuerte. V erglichen dam it sind w ir nur K inder. »R o send o steckte seine S chüler in eine sehr kleine. u n d ic h v e rsic h e re d ir. H ü te d ic h v o r a lle m v o r tö ric h te m S e lb stv e rtra u e n . a n tw o rte te e r. erk lä rte D o n Ju a n . sa g te e r. b eteuerte ich ihm . »D ie M a n ö v e r d e r Z a u b e re r sin d le b e n sg e fä h rlic h «. w ie dum m es vo n m ir w ar. w as genau d er N agual R o send o getan hab e. um seine S chüler in diese W elt zu schicken. d a ß d ie P fo rte n d e s T rä u m e n s sp e z ifisc h e H in d e rn isse sin d «. »D u m ußt m ich nicht w arnen.« G enau d ies sei b ei d en alten Z aub erern d er B rauch gew esen.« S o eindringlich sprach er zu m ir. d en ano rganischen W esen zum O p fer zu fallen«. u n b e h a g lic h e s S c h w e ig e n . »D u d a rfst n ic h t v e rg e sse n . e r fa n d sie . sa g te e r. »A b e r d u h a st n o c h n ic h t v e rsta n d e n . d enn er w ürd e m eine F rage igno rieren. einen zu b eko m m en. e ig e n tlic h g a r n ic h ts m it d ieser P fo rte zu tun hab en. »Ihre B ew ußtheit ist enorm . D o n Ju a n ? « »N a tü rlic h k a n n te ic h sie . d a ß sie u n s ja v o n A n fa n g a n F a lle n ste lle n u n d so v e rsu c h e n . Ich w ußte.Ich fragte D o n Juan. und d ann ä u ß e rte e r d ie A b sic h t. sagte D o n Juan ganz unerw artet. als er zu erzählen anfing.

aber wir könnten nicht eintreten. »nur weil dies die Regel ist. »Das Erwachen in einem anderen Traum. Denn so schwarz. weil es uns an Energie und Tapferkeil fehle. sagte er. diese Regeln so gut befolgt halle. ob dies der einzig mögliche Drill ist. daß ich. »Es wäre schwierig. gestand Don Juan. »Du wirst sehen.und so kurz angebunden beim Träumen. warum ich mich zurückhalle und kaum etwas zu deinen Traumübungen sagen kann. »Kann der Träumer einen Scout direkt isolieren. Aber die alten Zauberer hallen eine ganze Reihe solcher Drill-Methoden erfunden. Eine sonderbare Furcht beschlich mich. Ich fand sie gar nicht komisch. mich in ihrer Well festzuhalten. werde die zweite Pforte aufgestoßen. Don Juan. Das Träumen müsse jedoch. Mir schien. sobald der Träumer gelernt hat. die Träume zu wechseln. und er könne eintreten in das Universum hinter dieser Pforte. daß ich mich schon gefragt halle. in einem anderen Traum aufzuwachen. ich meine damit. Und für die zweite Pforte gelle eine Regel. durch die Pforten des Träumens in die dahinterliegenden Welten einzutreten. von den alten Zauberern ersonnen zur Schulung der Fähigkeit eines Träumers. Nicht ohne wirklichen Kampf. warum er bei der Erläuterung anderer Aspekte seines Wissens so großzügig war . weil es eine Erfindung der allen 116 Zauberer sei. »Du mußt dein Träumen fortsetzen.« »Wieso aber nimmst du an. Don Juan.« Einem Scout zu folgen sei eine hohe Leistung. konnte ich es mir nicht vorstellen. Es wäre unvermeidlich. bis du durch das Universum hinter der zweiten Pforte hindurchgegangen bist«. ohne in der alltäglichen Welt zu erwachen. daß sie es auf mich abgesehen halten?« »Sie haben dir bereits zu vieles gezeigt. die zweite Traumpforte sei erreicht und durchschritten. und der Schlüssel zu diesem Tor sei das Träumen. und durch ihre Taten dort . die Scouts zu isolieren lernen. Der Pfad des 117 . die es dem Träumer ermöglichten. Don Juan?« »Weil die zweite Pforte des Träumens erst dann erreicht und durchschritten ist. sie würden sich solche Mühe machen. ein Drill.« »Warum ist es falsch. Und nun meinte Don Juan.« Ich mußte gestehen.die in diesem Universum geltenden Gesetze und Regeln entdecken. ich sollte meine Traumübungen aussetzen oder sogar abbrechen. du übertreibst ein wenig?« sagte ich. bei meinen Begegnungen mit den anorganischen Wesen. die Scouts fremder Energie zu isolieren und ihnen zu folgen. ohne sich dem Drill des Träume-Wechselns zu unterziehen?« fragte ich. Dieses Universum sei immer vorhanden. Das ist auch der Grund. wenn der Träumer gelernt hat. »Findest du nicht. »Ich mußte dich das Träumen lehren«. und ich fragte ihn. nein. daß es falsch wäre zu sagen. ohne zu wissen warum. sagte er. ob er glaube.« »Warum wird das Wechseln der Träume dann überhaupt gelehrt?« fragte ich. und drittens müßten die Träumer in diesem Universum . nein«. um in ein anderes Universum zu gelangen. als erwarte er tatsächlich von mir eine Antwort. Fragt sich nur. ist ein Training. erklärte nun Don Juan. »Der Drill des Träume-Wechselns ist sehr wichtig. du allein mußt die Lockung der anorganischen Wesen annehmen oder zurückweisen. sagte ich. »Oh. aber mit unabweisbarer Überzeugung. Die zweite Pforte des Träumens sei vor allem ein Tor zur Well der anorganischen Wesen. indem sie das Wechseln der Träume üblen. einen Scout zu isolieren und ihm zu folgen. Oder könnte ein Träumer auch einen anderen Drill absolvieren?« Don Juan sah mich fragend an. daß diese Wesen jetzt versuchen würden. auch nach deren Spielregeln gespielt werden. Dies sei ganz richtig. oder sobald er lernt. sagte er. sich einen besser geeigneten Drill auszudenken. Die anorganischen Wesen lassen uns nicht mehr los. bestehend aus drei Schrillen: zuerst müßten die Träumer. als die alten Zauberer ihn erfanden«. die die alten Zauberer aufgestellt haben. wiederholte er. sagte er.« »Nun. daß er die katastrophalsten Konsequenzen befürchten müsse. ich übertreibe nicht«. zweitens müßten sie den Scouts folgen. nur um sich zu amüsieren?« Don Juan lachte über seine eigene Bemerkung. oder das Wechseln der Träume. sagte er.allein auf sich gestellt. Glaubst du wirklich. sagte er gelassen und ernst. Sobald einem Träumer dies gelungen sei. »Und ich meine. sagte er. wie er mir das Bild ausmalte. »Oh.»Damit kann ich nichts anfangen.

e in e u n m itte lb a re G e fa h r fü r m ic h . d ie B ed ingungen schaffen können. falls nicht.« »W eißt du denn im einzelnen.« Ich versicherte D on Juan. D arum m ußt du. Z u w issen. so nd ern d er K apitulation vor allem . »aber du m ußt noch disziplinierter sein und alles.« » S ieh st d u d e n n . w oher der A ngriff kom m en w ird. »D o ch u n ser eigen es U n iversu m eb en falls. als du durch d iese geheim nisvo lle S tad t sp aziertest. Ic h w e iß n u r. ab er d ies w ar n ich t d er F all. m it G lacehandschuhen anfassen. und unser U niversu m ist ziem lich grau sam u n d h erzlo s. so darf ich hinzufügen. se i e s T rä u m e rn e rla u b t. w as ich tun und w as ich verm eiden sollte?« »N e in . D iese V orsich t sch ien d en G en u ss so lch er R eisen n u r n o ch zu steigern . b e to n te D o n J u a n . a ls b e w e gte st d u d ic h z w isc h e n S c h ü tz e n grä ben. fu h r er fo rt. gib t es kein e P ro b lem e m eh r. w as m it dem T räum en zusam m enhängt. auf dem P fad des T räum ens aber verschärft sich diese O ption noch hundertfältig. W ieder zu H ause. w as die anorganischen W esen uns anbieten.« »S ind solche F allgruben eine F olge der K apitulation vor S chm eicheleien o d er V erheiß ungen d er M acht? « »N icht nur d er K ap itulatio n vo r d iesen D ingen.« Ic h b e d rä n gte ih n d e n n o c h . Ü ber einen gew issen P unkt hinaus ist es Z auberern ganz unm öglich. U nd er beharrte darauf. w a s m ir b e v o rsta n d . sagte er. Irgendw ann einm al führte ein S cout m ich eilig durch eine U nzahl 11Q 118 .« »W as geschieht. ist d as sicherste M ittel. um in eine F allgrub e zu stürzen. d a ß T rä u m e r im m e r A n gst v o r d ie se r W elt haben sollten?« »N ein. D o n J u a n . w a s sie brauchen. daß das U niversum jenseits der zw eiten P forte so m ächtig und aggressiv sei. o d e r so b ald er d ieses U n iversu m als m ö glich e A ltern ative ab geleh n t h at. ist d ie ganz p ersö nliche und ind ivid uelle E ntscheidung eines jeden T räum ers . a ls S e h e r. daß ich bei m einen T raum übungen stets höchste V orsicht w alten ließ und daß ich äußerst diszipliniert und gew issenhaft sei. D o n Juan? « »D ieser P unkt ist vo n jed em einzelnen ab hängig. »D as U niversum der anorganischen W esen ist im m er zum A ngriff b ereit«. daß er als Z auberer eine allgem eine G efah r sp ü re. E s w ü rgte m ic h b e in a h v o r A n gst. S ei vor allem w achsam . a b e r so se h r ic h D o n J u a n b ed rän gte. w enn du dich in ihre Sphäre vorw agst. Ich w ar so w eit. daß ich nur an die W elt der anorganischen W esen zu d en ken b rau ch te. w enn m an stürzt. d a s n ic h t. ist e in e K u n st d e r Z a u b e re r. O b m an diese F allen aber m eidet o d er hineintap p t. zahlt m an den P reis. d einen E nergiekö rp er zu aktivieren. A lso kö n n en d ie b eid en nicht so verschieden sein. u n b esch reib lich e E u p h o rie zu geraten. A ber eigentlich brauchen w ir über solche M öglichkeiten gar nicht zu sp rechen. blieben sie für im m er gefangen in diesem U niversum . E in u n erw arteter Z w ischenfall m achte sie noch intensiver. w e ite r voranzugehen. U nd er erklärte. A lles auf dem P fad der Zauberer ist eine Frage auf Leben und T od. schrecklicher als der T od. m ir z u sa ge n . m ir ab er n ich ts G en au eres sagen kö n n e. »D as w eiß ich«. daß es als natürliche Selektion dienen k ö n n e .« »U nd w as ist d ieser gew isse P unkt.« »G la u b st d u . w o llte er m ir n ich ts w eiter zu d iesem T h em a sagen . irgend ein A ngeb o t vo n ihnen anzunehm en. a b e r n u r d a s z u n e h m e n . w as w ir b rauchen. B einah fürchtete ich. D iese einfache R egel nicht zu b egreifen. Sobald ein T räum er durch das U niv e rsu m h in te r d e r z w e ite n P fo rte h in d u rc h ge ga n ge n ist. als ich d ir zum erstenm al half. genauso v o rsic h tig se in . D o n Juan? « »W enn m an stürzt. das glaube ich nicht. fuhr ich fort m it m einen R eisen in die W elt der anorganischen W esen .aber ich w ar sehr vorsichtig. Ich w ußte nicht recht. w as sie b rauchen. es ist eine endgültige E ntscheidung. U nd der P reis richtet sich nach den jew eiligen B edingungen und nach der T iefe des S turzes. Ich kann nicht vorhersagen. F alls sie die T ests überlebten. F ür jed en vo n u n s k o m m t e s d a ra u f a n . v o n d ie se r W e lt n u r d a s a n z u n e h m e n . u m in b eisp iello se. w o d ie T rä u m e r a u f je d e ih re r S chw ächen getestet w ürden. a ls P rü fsta n d so z u sa ge n . D on Juan?« »Ich sehe unm ittelbare G efahr für dich. könnten sie voranschreiten zur nächsten P forte. H ier geht es um E nergieströ m e und zw ar E nergieströ m e. w as er dam it sagen w ollte. diese H ochstim m ung könne irgen d w an n en d en . und nicht m ehr.« N u r d a n n .und.T räum ens ist voller F allgruben. ist ihre höchste L eistung. d a ß d a s U n iv e rsu m je n se its d e r zw eiten P forte dem unseren am ähnlichsten ist. seit dem T ag. d enn hier geht es nicht um B estrafung.

beschlich m ich d er b eklem m en d e G ed an ke. mir darüber klarzuwerden. w o ic h m ic h b e fa n d . d aß sie m ich b erü h ren kö n n ten . Ich stieg zu ihnen hinab. A n d e re w a re n w ie G lo c k e n ge fo rm t. kühl. Sie waren unpersönlich. E s ga b d re i T y p e n v o n ih n e n . M ir sch ien .« Der Botschafter lachte sogar schallend. eine natürliche Folge des Träumens sei. hatte ich ein G efü h l. das alles in ein diffuses G rau o d e r B ra u n ta u c h te . H ier herunter. als h ätte ich ein en M arath o n lau f h in ter m ir. fand ich es beinah anheimelnd bei ihnen. Kaum hatte ich dieses Gefühl ausgesprochen. Statt dessen schwebten wir durch einander hindurch. E s w a re n H underte von ihnen. Meine erste Reaktion beim Erwachen war.das erstaunlichste Kitzeln.auf irgendwie andere Art . oder das Produkt irgendeines energetischen Einflusses. »H ab keine A ngst. als w äre m ein T ra u m e in e S itu a tio n im w irk lic h e n L e b e n . A lle w a re n m e h r o d e r m in d e r ru n d u n d v o n gle ic h e r G rö ß e . In diesem Moment hatte ich ein unglaubliches Gefühl. Ich bin glockenförm ig. m ich in S ich erh eit zu w iegen . »Sie sind sehr sympathisch«. Aber eine unerwartete Ent111 . aus Energie bestehenden Käfer zu beobachten. bew egliche G estalten. dich zu berühren. als hätten diese Schattenwesen und ich etwas gemeinsam: die Größe. hätte ich einen physischen Körper gehabt. U n d w ä h re n d ic h diese käferartigen G estalten um herw im m eln sah. »Du hast zuviel Gefühl auf sie projiziert und sie verschreckt«. Statt meine Traum-Aufmerksamkeit auf dieses Gefühl zu konzentrieren.und im gleichen Moment fühlte ich mich überwältigt von einem Gefühl tiefer Freundschaft. D ann beleuchtete irgend etw as die S te lle . als h ä tte ic h d a s E n d e d ie se r W e lt e rre ic h t. und natürlich haben w ir nicht die A bsicht. w ie ich sah. unterschied ich einige dunkle. und übrigens auch für mich. w ie d u m m es w ar. w ir sin d w ie d ie an d eren . aber nicht in meinem Hier und Jetzt. kam es mir vor. vielleicht sogar T ausende. Und bei genauerer Prüfung fand ich. D ie S co u ts u n d ich . Die Empfindung war flüchtig und unbestimmt und ließ mir keine Zeit. so hoch über ihnen. daß du zu uns kom m st. daß ich sofort m it Ü belkeit reagierte. nur Schw ärze ringsum . um Don Juan aufzusuchen. Weiche Wesen von luftiger Konsistenz gingen eindeutig durch mich hindurch. U nd sei ganz unbefangen. A ls er endlich halt m achte. zurückhaltend -und das gefiel mir sehr. Ic h sc h ä tz te sie a u f e tw a e in e n M e te r im D u rc h m e sse r. E s w ar ein gedäm pftes Licht. daß sie etwa so groß wären wie mein eigener Energiekörper. als suchte er irgend etw as oder als w olle er all m eine E nergie erschöpfen. war ich ganz damit beschäftigt. Sie kamen so nah. sagte die Stimme des Botschafters. U nd w ieder andere w ie riesige. »Gefühle sind zu schwierig für sie. sagte ich zu dem Botschafter . fühlte und registrierte ich . w enn ich m eine T raum -A ufm erksam keit auf sie konzentrie rte . »W ir sind die m obile E inheit unserer W elt«. oder sogar Liebe zu ihnen. als die dunklen Gestalten auch schon davonhuschten wie rundliche Meerschweinchen und mich allein im Halbdunkel zurückließen. Kaum hatte ich sie vernommen. ob die Tatsache. diese riesigen.« N ach einer langen P ause fügte die Stim m e hinzu: »W ir m öchten. sagte die Stim m e des B otschafters plötzlich. W ir s in d E nergie. L ic h t fie l d o rt a u s e in e r in d ire k te n Q uelle. daß ich sie zuerst ablehnte und im nächsten Moment so angenehm fand. W ir sind durch reale Schranken getrennt. als w ürden diese bew eglichen U m risse fester. den diese Wesen auf mich ausübten.« D iese letzte A ussage w ar so etw as w ie ein S tichw ort für m einen 120 Energiekörper. w o w ir sind. b rä u n lic h e n o d e r gra u e n K ä fe rn h in a b z u sc h a u e n . Ich w ußte. Vielleicht weil ich annahm. wo ich mich nun befand. obgleich diese G estalten so real w aren. und gew iß n ich t vo r m ir. flackernde K erzenflam m en. Irgendw ie fühlte ich m ich aber in Sicherheit. D och ich verw arf diese Ü berlegungen sofort. daß sie mich berührt hätten. als m ir klarw urde. daß sie mir gar nicht unangenehm waren. Ich hatte das w iderliche G efühl. wie unsichtbar umhüllte Windstöße. auf ein N est von riesige n ru n d e n . E s w äre ohnehin unm öglich. dies w ar eine sonderbare und kom plizierte V ision. D u hast doch keine A ngst vor den Scouts.von T unneln. meinen Koffer zu packen und nach Mexiko zu fahren. N ach einer W eile schien es m ir. N a c h d e m ic h m ic h a n d a s L ic h t ge w ö h n t hatte. Irgendwann fragte ich mich. E s ga b k e in e T u n n e l m ehr. Hier endete meine Traumsitzung. verschwanden meine Übelkeit und Angst. Auf dem Niveau. und die Kugeln und Glocken und Kerzenflammen umringten mich. w ie ic h b e m e rk te : e in ige w a re n ru n d w ie K u ge ln . und die Scouts sind w ie K erzenflam m en geform t. Obwohl ich in meinem Energiekörper keinerlei Empfindung hatte.

kind licher T iere. sagte ich.wicklung in meinem Leben machte die Reise unmöglich. g ilt fü r im m er. d ie d e r B o tsc h a fte r d a a n sc h n itt. »M öchtest du sie sehen? « fragte er gleichgültig. sie zu schieb en o d er 123 . S ie ric h te te sic h v ie lm e h r a u f d ie S c h a tte n w e se n .« 199 Ic h w u ß te . d esto schneller w ird es d ir gelingen. ob der Wunsch allein genügen würde. so glaubte ich. »Dies ist die Welt der Schatten«. w as ich em pfand. antwortete der Botschafter. »Je früher d u d ies lernst. Ich w o llte d iese d ritte A rt se h e n . Ich hatte den Eindruck. wurde ich immer verwirrter durch das. »A b er sicher«. h ä tte e r m ich zum B leiben überlisten w ollen. ind em d u sie nur anschaust. Und nun fragte ich mich. Und wenn ich ihn nicht fragte. das ist unsere geheimnisvollste Eigenschaft«. in d einer W elt D inge vo m F leck zu b ew egen. daß ich einfach wußte. d aß es auch hinter L ügen eine A b sic h t g e b e n k ö n n e . Vielmehr hatte ich unbewusst so viel Bedeutung in diesen einen Traum gelegt. d ie W esen aufflattern zu lassen w ie einen V ogelschw arm . im T o n end gültiger Ü b erzeu g u n g . daß meine Gefühle ausreichen würden. die andere ist wie ein beweglicher Schatten. d a ß L ü g e n w o h l e in e n V o rsa tz e n th a lte n k ö n n te n . Der Scout machte dort weiter. sie wiederaufzunehmen. d a ß d e r B o tsc h a fte r. D ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs e rm a h n te m ic h . Nach einer Unterbrechung. m eine T raum -A ufm erksam keit auf d ie D eb a tte z u k o n z e n trie re n . die mehr als ein halbes Jahr dauerte. unterbrach meine Traumübungen für einige Zeit.« Der Botschafter machte eine Pause. In m einer W elt existie rt n u r d ie A b sic h t. »Welches ist die dritte Art anorganischer Wesen?« sagte ich. w as existiert. sagte d er B o tschafter. w a s d u in d ie se r W e lt la u t a u ssp ric h st. das Träumen wiederaufzunehmen.« U n w illk ü rlic h d a c h te ic h d a ra n . Ic h h ä tte d e n U n te rsc h ie d n ic h t g e m e rk t. daß ich sie aus bewußtem Willen abgebrochen hätte. d aß d a eine furchtb are G efahr lauerte. Ic h w u ß te auch. »W as so ll ich jetzt tun? « fragte ich. geben wir Licht ab. U nd d o ch fühlte ich m ich vo n grenzenlo ser N eugier getrieb en. sagte er. wo wir aufgehört hatten. und wir folgen ihren Befehlen. die es hier gibt. m e in e E m o tio n e n zu ko ntro llieren. Die Angst. Wir sind eine andere Art von anorganischen Wesen. ihn nach der dritten Art anorganischer Wesen zu fragen. »Und diese Energie müßten wir liefern. nicht w ahr?« fragte ich. sagte die Stimme des Botschafters. »D och w enn ich es sage. Im nächsten M o m ent w ar ich b ei ihnen und versuchte verzw eifelt. d a ß d e r B o tsc h a fte r d ie W a h rh e it sp ra c h . Die Tunnel geben uns ihre Energie. ein V o rsatz sei ab er no ch keine A b sicht. sondern wir sind auch das Licht in den Tunneln. sagte d er B o tschafter in no nchalantem T o n. ich könne unmöglich weitermachen mit dem Träumen.« Ich w o llte scho n einw end en. e in e L ü g e e n th ä lt k e in e A b sic h t. Es gibt drei Arten: die eine ist wie ein unbeweglicher Tunnel. »Ich kann nur d arüb er etw as sagen. trotz meiner hektischen Vorbereitungen zum Aufbruch. Mir schien. p lö tzliche G efühlsausb rüche seien geeignet. »K o m m h e ru n te r z u u n s u n d v e rsu c h e . sie zu sehen«. a b e r b e v o r ic h d ie s ä u ß e rn k o n n te . E s gelang m ir nicht. So war es! Kaum hatte ich den Gedanken formuliert. als genieße er es. und führte mich direkt in die Vision zurück. gefragt zu werden. sa g te d e r B o tsc h a fte r. die ich bei meiner letzten Sitzung gehabt hatte. d aß sie aussahen w ie eine H erd e seltsam er. Wir sind die beweglichen Schatten. »Ic h k a n n d ic h n ic h t a n lü g e n . »N atürlich«. Der Botschafter hüstelte und kicherte. Ich hatte nicht gewusst. m uß ich bleiben. »Aber auch wenn wir Schatten sind. w e il e in e L ü g e n ic h t e x istie rt«. »Weil es viel Energie braucht. »D a n n b ra u c h st d u n u r la u t z u sa g e n . was mir passiert war. Nicht nur sind wir mobil. m ich nur anzulügen b ra u c h te . er wolle mich herausfordern. P lö tz lic h fie l m ir auf. wenn sie sich entscheiden. Nicht. »A lle s. um meine Übungen abzubrechen. d rängte d ie S tim m e d es B o tschafters.« M eine K räm erseele zitterte vo r E rw artung. als ich dort angekommen war. u n s z u sc h ie b e n o d e r z u ziehen«. sagte d er B o tschafter. D er B otschafter schien zu w issen. bei uns zu bleiben.« »Warum ist das so?« fragte ich. würde der Botschafter es mir nicht sagen. wenn ich nicht zu Don Juan fahren konnte. in m eine Ü b erlegungen eind ringend . als wären sie nie unterbrochen worden. »Die dritte Art wird unseren Besuchern nur gezeigt. D a ru m existiert sie nicht. gingen meine Übungen weiter. d a ß d u b e i u n s b le ib e n w illst«. die sich aus dieser Verzögerung ergab. »Oh.

zu ziehen. Nach einer Weile hatte ich meine Energie gründlich erschöpft. Inzwischen hatte ich den Eindruck, daß ich etwas Ähnliches zu tun versucht hatte, wie mit den Zähnen ein Haus hochzuheben. Auch hatte ich das Gefühl, daß die Zahl der Schatten sich vermehrte, je mehr ich mich anstrengte. Es war, als kämen sie aus allen Winkeln herbei, um mich zu beobachten oder sich an mir zu laben. Kaum hatte ich diesen Gedanken gedacht, huschten die Schatten wieder davon. »Wir laben uns nicht an dir«, sagte der Botschafter. »Wir alle kommen nur, um deine Energie zu spüren, ähnlich wie du es an einem kalten Tag mit dem Sonnenlicht tun würdest.« Der Botschafter schlug vor, ich solle mich diesen Wesen öffnen, indem ich mein Misstrauen aufgäbe. Ich hörte die Stimme, und noch während ich ihr zuhörte, wurde mir klar, daß ich genauso hörte, fühlte und dachte, wie ich es in meiner alltäglichen Welt tue. Ich drehte mich langsam und schaute mich um. Gemessen an der Klarheit meiner Wahrnehmungen, musste ich folgern, daß ich mich in einer realen Welt befand. In meinen Ohren tönte die Stimme des Botschafters. Sie sagte, daß der einzige Unterschied zwischen dem Wahrnehmen meiner Welt und dem Wahrnehmen der ihren darin liege, daß die Wahrnehmung ihrer Welt für mich in der Zeitspanne eines Wimpernzuckens anfing und endete; nicht aber die Wahrnehmung meiner Welt, weil mein Bewusstsein - zusammen mit dem Bewusstsein einer Vielzahl von Menschen wie mir, die mit ihrer Absicht meine Welt im Gleichgewicht hielten - auf meine Welt fixiert sei. Für die anorganischen Wesen, fügte der Botschafter hinzu, fange die Wahrnehmung meiner Welt auf die gleiche Weise an, nämlich in der Zeitspanne eines Wimpernzuckens - nicht aber die Wahrnehmung ihrer eigenen Welt, weil es so viele von ihnen gebe, die mit ihrer Absicht diese Welt im Gleichgewicht hielten. In diesem Moment begann das Bild sich aufzulösen. Es war, als sei ich ein Taucher, und das Erwachen aus dieser Welt sei wie ein Aufwärtsschwimmen zur Oberfläche. In der folgenden Sitzung eröffnete der Botschafter das Gespräch und stellte noch einmal fest, daß es eine durchaus planmäßige und wechselseitige Beziehung gebe zwischen mobilen Schatten und stationären Tunneln. Zum Schluss seiner Erklärung sagte er: »Wir können ohne einander nicht existieren.« 124

»Ich verstehe, w as d u m einst«, sagte ich. L e ic h te r S p o tt la g in d e r S tim m e d e s B o tsc h a fte rs, a ls e r n u n sagte, daß ich unm öglich verstehen könne, w as es hieß, auf diese W eise verbunden zu sein, die unendlich viel m ehr bedeute als eine w e c h se lse itig e A b h ä n g ig k e it. Ic h w o llte d e n B o tsc h a fte r sc h o n b itte n , m ir z u e rk lä re n , w a s e r d a m it m e in te - a b e r im n ä c h ste n M o m ent w ar ich im Innern vo n etw as, w as ich nur als d en S to ff beschreiben kann, aus dem diese T unnel bestanden. Ich sah grote sk v e rsc h m o lz e n e , d rü se n a rtig e P ro tu b e ra n z e n , d ie e in trü b e s L icht aussand ten. M ir kam d er G ed anke, d ies kö nnten d ieselb en P rotuberanzen sein, die m ir w ie B raille-Schrift vorgekom m en w are n . E in g e d e n k d e r T a tsa c h e , d a ß e s E n e rg ie k lu m p e n v o n e tw a einem M eter D urchm esser w aren, fragte ich m ich staunend , w ie groß diese T unnel sein m ochten. »G rö ß e b e d e u te t h ie r n ic h t d a sse lb e w ie in d e in e r W e lt«, sa g te der B otschafter. »D ie E nergie dieser W elt ist eine andere A rt von E n e rg ie ; ih re M e rk m a le e n tsp re c h e n n ic h t d e n M e rk m a le n v o n E nergie in d einer W elt, und d o ch ist d iese W elt eb enso real w ie deine.« U n d n u n fu h r d e r B o tsc h a fte r fo rt u n d sa g te , e r h a b e m ir a lle s üb er d ie S chattenw esen erzählt, als er m ir d ie P ro tub eranzen an den T unnelw änden erklärte. Ich erw iderte, daß ich die E rklärung e n w o h l g e h ö rt, n ic h t a b e r d a ra u f g e a c h te t h ä tte , w e il ic h glaub te, sie b ezö gen sich nicht unm ittelb ar auf d as T räum en. »A lles hier in dieser W elt bezieht sich auf das T räum en«, sagte der B otschafter. Ic h w o llte m ir G e d a n k e n m a c h e n ü b e r d ie G rü n d e m e in e s Irrtu m s, a b e r m e in K o p f w a r le e r. M e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it n a h m a b . E s fie l m ir sc h o n sc h w e r, sie a u f d ie W e lt, d ie m ic h um gab , zu ko nzentrieren. Ich w ap p nete m ich für d as E rw achen. D o ch w ied er fing d er B o tschafter an zu sp rechen, und d er K lang seiner S tim m e riß m ich hoch. M eine T raum -A ufm erksam keit erholte sich w ieder. »D a s T rä u m e n ist d a s V e h ik e l, d a s d ie T rä u m e r in d ie se W e lt b ringt«, sagte d er B o tschafter, »und alles, w as d ie Z aub erer üb er d as T räum en w issen, hab en w ir ihnen b eigeb racht. U nsere W elt ist m it d e r e u re n d u rc h e in e P fo rte v e rb u n d e n , n ä m lic h d u rc h d ie T räum e. W ir w issen, w ie m an d urch d iese P fo rte hind urchgeht, aber die M enschen w issen es nicht. Sie m üssen es lernen.«

Und weiter erklärte die Stimme des Botschafters, was sie mir schon einmal erklärt hatte. »Die Protuberanzen an den Tunnelwänden sind Schattenwesen«, sagte sie. »Ich bin eines von ihnen. Wir bewegen uns durch die Tunnel, an ihren Wänden, und laden uns mit der Energie der Tunnel auf, die unsere Energie ist.« Mir kam ein müßiger Gedanke in den Sinn - nämlich, daß ich mir eine solche symbiotische Beziehung, wie ich sie hier sah, tatsächlich nicht vorstellen konnte. »Würdest du bei uns bleiben, dann könntest du lernen zu fühlen, wie es ist, so verbunden zu sein, wie wir es sind«, sagte der Botschafter. Der Botschafter schien auf meine Antwort zu warten. Ich hatte das Gefühl, daß er eigentlich von mir hören wollte, daß ich beschlossen hätte zu bleiben. »Wie viele Schattenwesen gab es in jedem der Tunnel?« fragte ich, um die Stimmung in eine andere Richtung zu steuern. Aber sofort bereute ich es, denn der Botschafter fing an, mir ausführlich Rechenschaft über die Zahl und Funktion der Schattenwesen in jedem Tunnel zu geben. Jeder Tunnel, sagte er, habe eine bestimmte Anzahl von abhängigen Wesen, die bestimmte Funktionen erfüllten, im Zusammenhang mit den Bedürfnissen und Erwartungen der sie beherbergenden Tunnel. Ich wollte nicht, daß der Botschafter weiter ins Detail ging. Je weniger ich wußte über die Tunnel und über die Schattenwesen, dachte ich, desto besser für mich. Kaum hatte ich diesen Gedanken gedacht, unterbrach sich der Botschafter, und mein Energiekörper bäumte sich auf, wie an einem Kabel hochgezogen. Im nächsten Moment war ich hellwach in meinem Bett. Von nun an hatte ich keine Befürchtungen mehr, die meine Übungen hätten stören können. Aber ein anderer Gedanke beherrschte mich: der Gedanke nämlich, daß ich etwas beispiellos Faszinierendes gefunden hatte. Tag für Tag konnte ich es kaum erwarten, mit dem Träumen anzufangen und mich vom Scout in die Schattenwelt führen zu lassen. Eine zusätzliche Attraktion war, daß meine Visionen von dieser Schattenwelt noch lebensechter wurden als vorher. Gemessen am normalen Maßstab normalen Denkens, normaler visueller und auditiver Sinneswahrnehmungen sowie meiner normalen Reaktionen darauf, waren meine

Erfahrungen, solange sie andauerten, nicht weniger real als jede beliebige Situation in der Alltagswelt. Niemals hatte ich Wahrnehmungserlebnisse gehabt, bei denen der einzige Unterschied zwischen meinen Visionen und meiner Alltagswelt darin lag, wie plötzlich meine Visionen endeten. Eben noch war ich in einer fremden, realen Welt - und im nächsten Moment lag ich in meinem Bett. Dringend sehnte ich mich nach Don Juans Kommentaren und Erklärungen, aber ich war noch immer in Los Angeles festgehalten. Je länger ich meine Situation bedachte, desto größer wurde meine Angst. Ich hatte sogar das Gefühl, daß sich im Reich der anorganischen Wesen irgend etwas mit ungeheurer Geschwindigkeit zusammenbraute. Und während meine Befürchtungen wuchsen, geriet ich körperlich in einen Zustand tiefster Angst, obwohl mein Verstand sich ekstatisch in die Betrachtung der Schattenwelt vertiefte. Um alles noch schlimmer zu machen, griff die Welt des Traum-Botschafters in mein alltägliches Bewusstsein über. Eines Tages, als ich in der Universität eine Vorlesung besuchte, hörte ich die Stimme immer wieder sagen, daß jeder Versuch meinerseits, meine Traumübungen abzubrechen, nachteilige Folgen für alle meine Ziele haben könnte. Die Stimme erklärte, daß Krieger vor keiner Herausforderung zurückscheuen und daß ich keinen Grund hätte, meine Übungen zu beenden. Ich konnte dem Botschafter nur beipflichten. Ich hatte nicht die Absicht, irgendwie aufzuhören, und die Stimme bestätigte mir nur. was ich dachte. Nicht nur veränderte sich der Botschafter, sondern ein neuer Scout betrat den Schauplatz. Irgendwann einmal, bevor ich angefangen hatte, die Gegenstände meiner Träume zu untersuchen, sprang ein Scout buchstäblich vor mir auf und forderte aggressiv meine Traum-Aufmerksamkeit. Das Bemerkenswerte an diesem Scout war, daß er es nicht nötig hatte, irgendwelche energetischen Metamorphosen zu durchlaufen. Er war von Anfang an eine Energieblase. Im Handumdrehen versetzte mich der Scout, ohne daß ich meine Absicht geäußert hätte, ihn zu begleiten, in einen anderen Teil der Welt der anorganischen Wesen: in die Welt der Säbelzahntiger. Ahnungen von solchen Visionen habe ich bereits in meinen anderen Büchern geschildert. Ich sage: Ahnungen, weil ich damals

n ic h t g e n ü g e n d E n e rg ie h a tte , d ie se w a h rg e n o m m e n e n W e lte n verständ lich in m ein lineares D enken zu üb ersetzen. D iese nächtlichen V isionen von S äbelzahntigern kam en regelm äßig und lange Z eit, bis eines T ages der aggressive S cout, der m ich z u m e rste n m a l in d ie se s R e ic h e n tfü h rt h a tte , p lö tz lic h w ie d e r auftauchte. O hne m eine Z ustim m ung ab zuw arten, nahm er m ich m it zu den T unneln. Ic h h ö rte d ie S tim m e d e s B o tsc h a fte rs. S o fo rt v e rfie l e r in d ie längste und gerissenste R eklam e-S uad a. d ich ich je gehö rt hab e. E r p ries m ir d ie auß ero rd entlichen V o rteile an, d ie d ie W elt d er anorganischen W esen zu bieten hätte. E r erzählte m ir von atem b eraub end em W issen, d as m an erw erb en kö nne, und d aß m an es a u f d ie a lle re in fa c h ste W e ise e rw e rb e n k ö n n te , n ä m lic h , in d e m m an in diesen T unneln blieb. E r sprach von unglaublicher B ew eglichkeit, von unbegrenzter Z eit, um alles m ögliche zu erforschen. und w ie es w äre, vo n ko sm ischen D ienern verw ö hnt zu w erd en. d ie jed e m einer L aunen erfüllen w ürd en. »B ei uns w o hnen b ew uß te W esen aus d en fernsten W inkeln d es K o sm o s«, sa g te d e r B o tsc h a fte r z u m A b sc h lu ß se in e r R e d e . »U n d e s g e fä llt ih n e n , b e i u n s z u w o h n e n . T a tsä c h lic h , k e in e r m öchte w ieder fort.« In d ie se m M o m e n t k a m m ir d e r G e d a n k e , d a ß D ie n stfe rtig k e it m ir z u tie fst z u w id e r w a r. N ie h a tte ic h m ic h in G e g e n w a rt v o n D ie n stb o te n w o h lg e fü h lt u n d m ic h n ie m a ls b e d ie n e n la ssen. D er S cout übernahm jetzt die F ührung und ließ m ich durch viele T u n n e l g le ite n . Ic h m a c h te h a lt in e in e m T u n n e l, d e r g rö ß e r z u sein schien als d ie and eren. M eine T raum -A ufm erksam keit hefte te sich auf die G röße und G estalt dieses T unnels und w äre dort w ie angeleim t haftengeblieben, w äre ich nicht veranlaßt w orden, m ich um zud rehen. M eine T raum -E nergie richtete sich auf einen K lum p en E nergie, d er etw as grö ß er w ar als d ie S chattenw esen. E r w ar b lau, w ie d as B lau in d er M itte einer K erzenflam m e. Ich w ußte, daß diese E nergie-K onfiguration kein S chattenw esen w ar und nicht hierher gehö rte. Ic h v e rtie fte m ic h g a n z in d a s G e fü h l se in e r G e g e n w a rt. D e r S c o u t g a b m ir Z e ic h e n , m ic h z u e n tfe rn e n , a b e r irg e n d e tw a s m achte m ich taub gegen seine A uffo rd erungen. Ich b lieb , w enn auch m it unb ehaglichem G efühl, w o ich w ar. D o ch d ie Z eichen. 128

die der S cout m ir gab. störten m eine K onzentration, und ich verlo r d ie b laue G estalt aus d en A ugen. P lötzlich w urde ich m it ziem licher K raft herum gew irbelt und genau vo r d ieses b laue G eb ild e gestellt. W ährend ich es anstarrte, v e rw a n d e lte e s sic h in d ie G e sta lt e in e s M e n sc h e n : se h r k le in , schlank, feingliedrig, beinah durchsichtig. Ich versuchte zu erkennen, ob es ein M ann oder eine F rau sei. doch es gelang m ir nicht, so sehr ich m ich anstrengte. M e in e V e rsu c h e , d e n B o tsc h a fte r z u fra g e n , w a re n v e rg e b lic h . P lö tzlich flo g er d avo n und ließ m ich schw eb end im T unnel zurü c k , g e g e n ü b e r d e m U n b e k a n n te n . Ic h v e rsu c h te m it d ie se m M e n sc h e n z u sp re c h e n , ä h n lic h w ie ic h m it d e m B o tsc h a fte r sp rach. A b er ich b ekam keine A ntw o rt. I c h w ar frustriert, d a ich n ic h t d ie S c h ra n k e d u rc h b re c h e n k o n n te , d ie u n s tre n n te . D a n n überfiel m ich Furcht, m it jem andem a lle in zu s e in , der e in Feind sein m ochte. E ine R eihe von R eaktionen w urden von diesem F rem den bei m ir ausgelöst. Ich w ar sogar erfreut, w eil ich w ußte, daß der Scout m ir endlich einen anderen, in dieser W elt gefangenen M enschen gezeigt h a tte . N ur bedauerte ich. daß w ir w om öglich nicht m iteinander kom m unizieren konnten, w eil dieser F rem de v ie lle ic h t einer der alten Z auberer w ar und zu e i n e r anderen Z eit als der m einen gehörte. Je stärker m eine Freude und m eine N eugier w urden, desto schw erer w urde ic h , bis ich m ich irgendw ann so schw er f ü h l t e , daß ich w ied er in m einem K ö rp er w ar - und w ied er in m einer W elt. Ich w ar in L os A ngeles, in e i n e m P ark neben der U niversity of C alifo rn ia . Ic h sta n d a u f d e m R a se n , in e in e r R e ih e m it L e u te n , d ie G olf sp ielten. D ie P erson vor m ir h a t t e , genau w ie i c h , eben erst feste G estalt a n g e n o m m e n . F lü c h tig sc h a u te n w ir e in a n d e r a n . E s w a r e in M ädchen, v ie lle ic h t sechs bis sie b e n J a h r e alt. Ic h glaubte, sie zu kennen. W ährend ich sie anschaute, w uchsen m eine F reud e und N eugier so üb er alle M aß en, d aß sie eine U m kehrung d es V o rgangs auslö sten: ich verlo r rasch an G ew icht und M asse, so d aß ic h im n ä c h ste n M o m e n t w ie d e r e in K lu m p e n E n e rg ie w a r, in je n e m R e ic h d e r a n o rg a n isc h e n W e se n . D e r S c o u t k a m z u m ir zurück und zerrte m ich eilig fo rt. Ich erw achte m it einem A nfall vo n A ngst. W ährend d es A uftau-

Mehr denn je brauchte ich jetzt Don Juans Rat. werde es zu dem. D u bist über den P unkt hinaus. weil ich es selbst nicht wußte. d aß d u alle V o rsicht w alten lassen m u ß t. d aß d ie w ässrigen ano rganischen W esen die lästigsten sind.« »Jetzt ist es nicht m ehr so einfach. d a ß d ie se r sic h la n g e in d e r W elt der anorganischen W esen aufgehalten h a t . wenn du so Hals über Kopf gelaufen kommst«. und wie sie mich emotional berührt hatte. S ie w a re n se h r b e g a b te L e u te . Wenn man dem Träumen zuviel Bedeutung beimesse. daß ich eine Kraft spürte . als ich dachte.« »Ic h k a n n d ir v e rsic h e rn . ununterbrochen. D u b ist in d e r L a g e d e r a lte n Z a u b e re r. v o n e in e m w ä ssrig e n a n o rg a n isc h e n W e se n e n td e c k t z u w e rd e n . sagte er: »D u b ist no ch einsam er. um mein hysterisches Geplapper zu besänftigen. Ih r F e h le r w a r. und w enn sie ihren H aken erst ausgew orfen haben. ich stand im Begriff. Ich erzählte ihm von dem kleinen Mädchen aus meiner Vision. ihm meine Traumübungen mit allen dazugehörigen Einzelheiten zu schildern. »Was willst du eigentlich?« fragte mich Don Juan. A uß erd em hattest d u d as P ech. Er gab mir sofort den Rat. d aß d ie T räum e r in d ie se r W e lt b le ib e n w e rd e n . wie ich mir einbildete -. D a s w isse n w ir a u s d e n G e sc h ic h te n d e r a lte n Z a u b e re r. sagte Don Juan mit nachdenklichem Gesicht. m ic h d u rc h V e rh e iß u n g e n v o n M a c h t u n d p e rsö n lic h e n D ie n ste n k ö dern zu lassen. d a ß ic h n ic h t d ie A b sic h t h a b e . w enn d ie ano rganischen W esen sicher sind . Ich konnte ihm nicht erklären. D u sp ric h st. aber ich konnte nicht anders. Meine Gedanken rotierten bei dem Versuch. geben sie niemals a u f. E rinnerst du d ic h . das du an jenem verhäng- . Mein einziger Erfolg war.tro tz d e r T a tsa c h e . eine Gewissheit. ich dürfe meinem Träumen nicht mehr vertrauen. zusammenzufügen. Ic h k a n n d ir nur no ch einm al w ied erho len. ihm m einen B esuch in dieser W elt zu schildern. was eigentlich mein Problem ist«. Ich ließ alles stehen und liegen und floh nach Mexiko. was ich wollte. ic h se i in d e r L a g e d e r a lte n Z a u b e re r? « »Ic h h a b e d ir im m e r w ie d e r g e sa g t. D enn ich kann über deine T raum übungen nicht m it dir sp re c h e n . Don Juan von dem Reich der Schattenwesen zu erzählen. D o n Juan? « »E s b ed eutet ernste S chw ierigkeiten. die langsam wuchs.« »W ie so m e in st d u . versuchte ich Klarheit zu finden über ein verborgenes Gefühl oder verborgenes Wissen. L ange schw ieg er.chens in die Alltagswelt hatte irgend etwas mir eine Botschaft zukommen lassen. a u c h n ic h t d e r N a g u a l Ju lia n o d e r d e r N a g u a l E lia s . d o rt z u b le ib e n . meine Phantasien zu nähren. Nach ein paar Tagen machte sich eine dunkle und rätselhafte Gewißheit in mir breit. D ie F äd en b ei d iesem S p iel zieht näm lich das anorganische W esen. w o d u einfach aufhö ren kö nntest. D u w e iß t D in g e ü b e r d ie se W e lt. d a ß d e in e G ru n d stim m u n g je n e r d e r a lte n Z a u b e re r g e fä h rlic h v e rw a n d t ist. Auch wenn ich nicht herausfinden kann. was es für die alten Zauberer war: eine unerschöpfliche Quelle des Sichgehenlassens. D orthin w erden die T räum er nur geführt. die mir sagte. « »W e lc h e n U n te rsc h ie d m a c h t e s a b e r. Er forderte mich auf. w ie du m it ih m gerungen hast? U nd w ie es sich anfühlte? D am als sagte ich d ir. bemerkte er. das in mir hängengeblieben war.außerhalb meines Körpers. als sei er üb erw ältigt. d e re n d u fä h ig b ist. daß der Klumpen blauer Energie ein Gefangener im Reich der anorganischen Wesen sei. bis ich keine Zweifel mehr an ihrer Berechtigung hatte: ich war sicher. »Dein Problem muß schwierig sein.« »U nd w as b ed eutet d ies in m einem F all. Ich habe an solchen D ingen kein Interesse. Aus einem unerklärlichen Grund war ich nicht bereit. d ie k e in e r v o n uns sich vorstellen kann. A ls er end lich w eitersp rach. Erst als er meine Vision des kleinen Mädchens so geringschätzig abtat. Ich zum B eispiel habe niem als die Schatte n w e lt k e n n e n g e le rn t. fühlte ich m ich gezw ungen. D o n Ju a n . d a ß sie sic h in d a s R e ic h d e r a n o rg a n isc h e n W e se n stü rz te n w ie F isc h e in s W a sse r. S ie sind abhängig und besitzergreifend. Ich wußte. glaube m ir. d ie S c h a tte n w e lt z u k e n nen?« »E inen großen U nterschied. was ich wußte oder zu wissen glaubte. ich solle den Zwischenfall vergessen und darin einen offenkundigen Versuch der anorganischen Wesen erkennen. D u sitz t im g le ic h e n B o o t. die Frucht jahrelanger Arbeit aus dem Fenster zu werfen. Mehr als achtundvierzig Stunden. sagte ich. »Das ist es. a ls se i ic h im B e g riff.

daß dieses Mädchen existiert«. die wohl theoretisch. verirrt und gefangen wie eine Fliege im Netz einer Spinne. d ie a n o rg a n isc h e n W e se n . E s g e b e e in e g e fä h rlic h e K lu ft. daß ich nicht in Gefahr sei. ab er auch sehr b eso rgt«. w e n n ic h d ie z w e ite A u fm e rk sa m k e it e rst m it d e r A u fm e rk sa m k e it m e in e s tä g lic h e n L e b e n s v e rsc h m o lz e n h ä tte . so n st w ü rd e ic h m ic h z u e in e m g a n z u n e rträ g lic h e n M e n sc h e n e n tw ic k e ln . u n d d a s ist e in w e n ig w ü n sc h e n sw e rte r Z u sta n d . u n se re N ü c h te rn h e it o d e r u n se re S u c h e n a c h F re ih e it z u fö rd e rn . B e v o r ic h n a c h H a u se fu h r. a b e r d u w e iß t e s n ic h t m a l. ein anorganisches Wesen könnte so eng vertraut mit mir sein. U n d ic h b e h a u p te n ic h t. d iese E rfahrungen m it niem andem zu diskutieren. b em erkte D o n Ju a n z u m e in e n B e m ü h u n g e n . D ie K luft zw ischen b eid en sei so gro ß . »Ich meine. im H a n d u m d re h e n ih re n E n e rg ie k ö rp e r z u e rre ic h e n . Sie ködern und fangen Bewußtsein. S ie n a g e lt u n s le d ig lic h a m K o n k re te n fe st. m einte er.« Ich sagte Don Juan ganz aufrichtig. in d e r z w e ite n A u fm e rk sa m k e it a b e r e in V e rrü c k te r se i. sagte ich. Insgeheim war ich überzeugt. lie ß D o n Ju a n m ic h a u f W o lk e n u n d fe rn e B e rg g ip fe l sta rre n . D ie F o lg e w a r. Im Lauf der Jahre ist es mit dir vertraut geworden.« Solange ich bei Don Juan und seinen Gefährten blieb. E in e se h r e in d ru c k sv o lle T e c h n ik . Ic h k a m m ir se h r sc h le c h t . »Dieser bläuliche Energieklumpen ist ein Scout. C arol w ar sehr verständnisvoll u n d in te re ssie rt. d aß ich in m einem no rm alen Z u sta n d fa st e in I d i o t . w e il ic h ih r v o n m e in e n S c h w ie rig k e ite n e rz ä h lt h a tte . als befinde ich m ich tatsächlich auf den fernen G ipfeln. sa g te e r. daß mir übel würde bei der bloßen Vorstellung. D a s A n sta rre n w a r d ie T e c h n ik d e r a lte n Z a u b e re r. S ie v e rsta n d e n e s. m it C a ro l T ig g s ü b e r m e in e T ra u m v isio n e n d e r S c h a tte n w e lt z u sp re c h e n . »Es gibt kein kleines Mädchen«.« »Aber für mich gibt es keinen Zweifel. »Es braut sich etwas zusammen in dieser verdammten Welt«. Bis dahin haben die anorganischen Wesen sie schon im Sack. e in fa c h in d e m sie G e g e n stä n d e ih re r W a h l a n sta rrte n . »Wenn Träumer erkennen. Sein Vergleich gefiel mir überhaupt nicht. o b w o hl D o n Juan m ir d ringend em p fo hlen hatte. Ich habe dir doch gesagt. herrschte er mich an. Ich verriet Don Juan nichts davon.nisvollen Tag angefaßt hast. »D u le rn st w a h re W u n d e r k e n n e n . daß dieser bläuliche Klumpen Energie aus einer ganz anderen Dimension als der unseren gekommen sei . Jetzt haben sie sogar ein kleines Mädchen für dich erfunden. daß ich körperliche Beklemmung spürte. nicht aber in der Praxis existieren mochten. Er beunruhigte mich so stark.ein Scout. »Wie sie auch den Nagual Rosendo überlistet haben. Sie werden dich hereinlegen. sagte er. gefangen im Reich der anorganischen Wesen. n ic h ts m e h r a n z u sta rre n .ein G efühl. daß sie dich überlisten werden«. daß mein Interesse für den gefangenen Scout ihn zur Verzweiflung treiben könne.falls du das meinst«.« »D u m einst d ie ano rganischen W esen. Ein Kundschafter. z w isc h e n m e in e r B e w e g lic h k e it in d e r z w e ite n A u fm e rk sa m k e it und m e in e r h a rtn ä c k igen U nb ew eglichkeit im alltäglichen B ew uß tsein. n a h m ic h m ir d ie F re ih e it. d a ß ic h m ic h so g le ic h a u f g le ic h e r H ö h e m it d e n W o lk e n fühlte . a b e r n u tz lo s fü r m o d e rn e Z a u b e re r. Es kennt dich genau. »Und ich finde nicht heraus.« Im Innersten hatte ich allerdings das Gefühl. »ist es meistens zu spät. fü g te D o n Ju a n h in z u . U m m e in e Ä n g ste z u n e u tra lisie re n . träumte ich 132 n ie m a ls v o n d e r W e lt d e r a n o rg a n isc h e n W e se n . d e n n sie w a r d a s v o llk o m m e n e G e g e n stü c k z u m ir. »Ich werde mich nicht von den anorganischen Wesen verlocken lassen . und er sagte mir. Sie verstehen ihr Handwerk. m eine T raum -A ufm erksam keit auf d ie G egenständ e m einer T räum e so w ie auf d as W echseln d er T räum e z u k o n z e n trie re n . sagte er. S ie ist n ic h t g e e ig n e t. daß sie sich nicht zu den anorganischen Wesen hingezogen fühlen«. »Ich b in sehr zufried en m it d ir. beharrte ich. »Warum machst du dir Sorgen?« fragte ich. D o n Ju a n w a r se h r v e rä rg e rt ü b e r m ic h . und du wirst die Falle nicht sehen.« Ic h m ü sse m ic h z u rü c k h a lte n . nicht mal argwöhnen. nicht w ahr? « »Ja . sagte er. M e in T ra in in g b estand w ie im m er d arin. was es ist. d a ß ich d ich d iese D inge lehren w ürd e. daß die anorganischen Wesen wie Fischer sind. Ic h m ö c h te d ir e m p fe h le n .« Don Juan war fest davon überzeugt. daß Don Juan nur abstrakt von Gefahren sprach.

d aß ich sie kannte. Ich erreichte d ie S chattenw elt. w ied er zu H ause. sie zu verstehen. so n d e rn E ig e n sc h a fte n d e r V isio nen. G a n z p lö tz lic h v e rw a n d e lte sic h d ie ru n d e b la u e G e sta lt in d a s kleine M äd chen. o h n e zu atm en. D a w u rd e m ir k la r. 135 . M it a n d e re n W o rte n . d a s e rle b te . A ls n ä c h ste s v e rsu c h te ic h m e in e G e d a n k e n a u f d as M äd chen zu lenken. w ie recht hatte er! B ei m einer nächsten T raum üb ung. w as fehlte. in d ie se m U n iv e rsu m . die für m ich E rleben ausm achen: ic h konnte d e n k e n . D as kleine M ädchen schien m eine N otlage zu begreifen und kom m u n iz ie rte ta tsä c h lic h m it m ir . m it einem stum m en. S ie b o g ih re n z ie rlic h e n la n g e n H a ls z u r S e ite u n d sa g te . I c h versuchte i h r m ein G efühl der U nfähigkeit zu verm itteln. W ie im m e r k a m e n a u c h d ie a n d e re n S c h a tte n h e ra n . a b e r ic h a c h te te n ic h t a u f sie . d a ß a lle m e in e D ia lo g e m it d e m B o tschafter durch die E nergie des B otschafters ausgelöst und b ew erkstelligt w o rd en w aren. als w ürd e sie gleich in O hnm acht fallen. jam m erte ich. d er d ieses F rö steln sp ürte.« O h. »D ie s ist d a s S c h ö n e a n u n se re r W e lt. w as D on Juan m i r gesagt h a tte : daß sie ein S cout sei. d er U nterschied w ar d iesm al d ie A nw esenheit d er b lauen E nergiegestalt. und einer E nergieq uelle. w ar ic h h ilflo s. b rachte ab er keinen L aut herv o r. D ab ei hielt ich es w o hl für m ö glich. w ar m ein senso risches S elb st. Ich w ußte nicht.m it all den B edingungen. d ie alle gleichzeitig auf m ich einströ m ten. daß sie die G estalt eines k le in e n M ädchens angenom m en hab e. d aß es e in e le b e n d ig e V e rb in d u n g g a b z w isc h e n d e m Ic h . E n tsc h e id u n g e n tre ffe n . u rte ile n . w ieso ich d enn im m er d as F alsche tun m üsse. d ie ich hatte.in G e d a n k e n . physischer K örper sein m üsse. o h n e d a ß ic h e s m e rk te . d a ß sie m ir z u tra u te . o d e r ic h p h a n ta sie rte . ab er nicht in m einer E nergiegestalt. Z um erstenm al w ar m ir k la r b e w u ß t. d a ß sie e s g e sa g t h ä tte . u n d w ie d e r sp ü rte ic h e s n ic h t d o rt. k a u m h ö rb a r flü ste rn d : »H ilf m ir!« E n tw e d e r sa g te sie e s. obw ohl es das erste M al w ar. U nd dann überw ältigte m ich die offenkund ige. »D as ist m ir k la r . E s w ar ein and erer T eil vo n m ir. Im w esentlichen erzählte sie m ir . herrschte D on Juan m ich an. Im n ä c h ste n M o m e n t w a r ic h b e i ih r. w ie ich es unzählige M ale getan h a t t e . w enn auch anfangs verschleierte E rkenntnis. W ir w aren getrennt d u rc h e in e n S c h irm v o n E n e rg ie . Ich hatte gar kein P roblem . und daß sie m eine H ilfe brauche. w u rd e m e in e T raum -A ufm erksam keit vo n d ieser E nergiegestalt angezo gen. U nd m ich erfaß te eine grenzenlo se L ieb e zu ih r . w eil d iese G estalt m ir und auch i h r vertraut sei. »D u siehst und hörst tatsächlich«. d a ß m e in e E rfa h ru n g v ö llig g e tre n n t w ar von m e in e n S in n e se m p fin d u n g e n . D a s einzige. S ie lä c h e lte so g a r. der schlafend in m einem B ett lag. o hne d aß d u atm en m üß test. M ein G efühl w ar andersw o. Ich b eo b achtete sie und w ar üb erzeugt.« 134 E ine W elle hö chst b eunruhigend en G efühls üb erschw em m te m ic h . als ich dies dachte. Im selben A ugenblick. A uf m ich selb st angew iesen. aufgew ühlt vo n echter A nteilnahm e. S ie b efand sich unter d en and eren S chattenw esen. Ich versuchte m it ihr zu sp rechen. daß m ir so etw as w iderfuhr. I c h hatte k e i n e rle i K ö rp e re m p fin d u n g e n . d e n ic h n ic h t d u rc h d rin g e n konnte. u n d e in z ig d a s k le in e M ä d c h e n b lie b in m e in e m G esichtsfeld . b rach d ie H ö lle lo s. in m e in e G e d a n k e n e in b re c h e n d . ic h w a r ic h se lb st. M ir kam der G edanke. K a u m h a tte ic h sie e n td e c k t. A ll dies sagte sie m ir m it e in e m e in z ig e n B ü n d e l e n e rg e tisc h e n G e fü h ls . D u k a n n st a lle s d u rc h S e h e n u n d H ö re n e rle b e n .e rw id e rte . Ich sp ürte ein F rö steln. lodernden B lick.w ie W ö rter. U nd sie fügte hinzu. sagte die S tim m e des B otschafte rs.d ire k t d u rc h m e in e G e d a n k e n . d a ß ic h k e in e rle i M ö g lic h k e ite n d a z u h ä tte . E s w ar vergeb lich. daß dieses A ndersw o m ein w irklicher. A l l e W a h rn e h m u n g e n w a re n a u f S e h e n u n d H ö re n b e sc h rä n k t.vo r. d a ß d ie se E n e rg ie fo rm a tio n frü h e r sc h o n d a g e w e se n w a r. A ls ic h . gefangen in den N etzen dieser W elt. die sich irgendw o anders befand. V o n S elb stm itleid gep lagt. Ic h e rle b te d ie S c h a tte n w e lt . d as ich b eim letzten M al gesehen h a t t e . U n d n u n sta n d m e in ra tio n a le s D enken vo r einem so nd erb aren D ilem m a: S ehen und H ö ren w are n k e in e k ö rp e rlic h e n F ä h ig k e ite n . Sie schien m ich unm ittelbar zu verstehen. sie v o n ih re n F e sse ln z u b e fre ie n . D u k a n n st ü b e ra ll h in g e h e n . einer Q uelle senso rischer E m p find ung. ic h h a tte e in e p syc h isc h e K o n tin u itä t. w ie u m m ic h w isse n z u la sse n . D enk d o ch nur. w as ich tun sollte. huschten die S chattenw e se n d a v o n . in d e r S c h a tte n w e lt. genau w ie ich die ih r e . D a s E rg e b n is w a r d a sse lb e : ic h stand w ie erstarrt. d u b rauchst nicht zu a tm e n . »B islang hast du noch gar nichts getan«. S ie flehte m ich an. S ie schien zu w anken.

Ich hatte keine Energie mehr. Einige behaupteten sogar. nicht zu wissen. Carol Tiggs war neben mir. Wie überrascht war ich aber. D ab ei b ezw eifelte ich. Ich war zu schwach. bis ich ganz erschöpft w ar. glaubte ich schließlich. was sie von mir wollten. D as kleine M ädchen w einte sogar . Ic h b e fü rc h te te . was mit mir geschah. D a n n ta t ic h e tw a s U n v o rste llb a re s. Don Juans Gefährten. ob die anorganischen W esen m ich noch einm al in diesen T e il ih re r W e lt fü h re n w ü rd e n . ich hätte einen normalen. Der blaue Scout Ich träumte einen ganz unsinnigen Traum. auch wenn ich das Gefährliche meiner Lage spürte.m achte sie ganz den E indruck eines hysterischen K indes in hoffnungsloser W ut. schrie ich laut und deutlich m eine A bsicht hinaus. und während ich mehrmals die Sicht verlor und wiedererlangte. daß es ihnen um die Schattenwesen ging. Jeder blieb ein Weilchen und schwieg. d ie s se i m e in le tz te r B e su c h b e i ih n e n : d e r B e su c h . Sie stellten mir Fragen. u m m e in e n n ä c h ste n S c h ritt z u ü b e rle g e n . wie alle übrigen Mitglieder seiner Gruppe. mir ihr Verhalten zu erklären. Ich ertrug es nicht m ehr. d a ß m e in e T ra u m -A u fm e rk sa m k e it sc h w in d e n u n d ich d as M äd chen aus d em B lick verlieren kö nnte. Ich hatte daran gedacht. Ich hatte das unbestimmte Gefühl. sie wären selbst nie in der Schattenwelt gewesen. Dann dämmerte mir. bis der nächste sich einstellte. waren sehr mitgenommen von dem. Nach schwersten Anstrengungen. Ic h b lie b ste h e n . Ich wußte nicht. Da ich nicht verstand. obwohl ich nicht verstand. Ich konnte mich nicht bewegen. so schien es. was sie sagte. aufgrund ihrer Fragen. daß ich durch die Erschöpfung nach meinem Träumen all meine Energie verloren hatte. als ich erwachte und mich im Bett fand. a u f d e n e s a n kam. Mir schien es. Einer nach dem anderen kamen sie immer wieder zu mir ins Zimmer. U nd dies versuchte ich im m er w ieder. in Don Juans Haus. Ich stürzte zu ihr hin a b e r o h n e e n tsp re c h e n d e W irk u n g . 7. Im Lauf der folgenden Tage ging es mir etwas besser. als daß ich sie hätte bitten können. m eine E nergie m it d er E nergie d ieses gefangenen S co uts zu verschm elzen und ihn zu b efreien. mich von diesem Ort loszureißen. Anfangs wußte ich nicht. was ich glauben sollte. wenn auch absurden Traum. sie hochzuheben und m itzunehm en. wie etwa: »Wer hat dich in diese Welt 137 136 .w ie M ädchen ihres A lters w ohl w einen: aus F urcht und V erzw eiflung. Anscheinend versuchten sie mich aus einer gelblichen Nebelwelt herauszuziehen. Sie sprach auf mich ein. A ufgeregt versuchte ich m it ihr zu sprechen. Ihre Behauptungen und Reaktionen steigerten meine Verwirrung und Furcht. Auch Don Juan kam in meinem Traum vor. und sie begannen mit mir über mein Träumen zu sprechen. M e in e E n e rg ie m a sse g in g durch sie hindurch. schafften sie es. Alle wirkten sie verängstigt und sagten mir mehr oder minder dasselbe: sie behaupteten. als wachten sie abwechselnd bei mir. B e v o r m e in e T ra u m -A u fm erksam keit schw and. welchen Sinn das Ganze hatte. U n d z u d e m g la u b te ic h . daß sie überhaupt existierte.

E s w a r se h r k ritisc h . d a ß ic h sie deshalb befragen m ußte. Ich w a r sc h w a c h . Florinda w ar alt. D a s ist's. D u h a tte st k e in e C h a n c e gegen d iese M eister d er M anip ulatio n. d aß ich w ohl dort gew esen sei. huschten sie hinaus. D ie s m u sste ic h a k z e p tie re n . daß sie sich ängstlich bem ühten. d er m ich m it sanfter G ew alt w ied er zu B ett b rachte. saßen bei m ir am B ett und hingen an m einen Lippen.« »W ie ko nnte all d as p assieren? « »D u hast d ic h auf einen tö d lichen K am p f m it d en ano rganischen W esen eingelassen. m ir b ew eisen zu w o llen . w ie sehr m ich Florinda veralberte. S ie sagte. w a s d ir p a ssie rte . d aß ich im U nrecht sei. w as alle an d eren m it sch allen d em G eläch ter b egleiteten . erstarrten sie am ganzen K örper. D u hattest m it ihnen eine B egegnung auf L eb en und T o d . D u w urdest energetisch verw und e t. Sie w ar bei w eitem d ie sch ö n ste F rau . A n sch ein en d n ah m en sie an . w enn sie m ich zu um arm en versuchten. Ü ber die gespannte S ituation. So tat ich ihnen den G efallen. n ic h t w a h r? « »G anz gew iß . m einte er.« »W o w urd e ich in eine F alle gelo ckt? « »N atürlich in der W elt der anorganischen W esen. d a ß d ie Z a u b e re i sie so leb end ig halte. doch m eine neue E nergie sei ziem lich beängstigend für die m eisten von i h nen. ab er anscheinend b rauchte ich sie. A ls ich D o n Juan nach ihrer ungew ö hnlich jugend lic h e n E rsc h e in u n g b e fra g te . D ie E nergie d er Z aub erer. ko n n ten sie n ich t erm essen . die sie früher nicht gezeigt hatten. F lo rind a? « »D u leidest an keiner K rankheit. und doch nicht alt. A b er kannst d u m ir verraten. Sie w ar jung und vibrierend vo r E nergie. w as ich sagte. w enn ich sie um ihre M einung über m eine Situation befragte. A lle gaben sie m ir die gleiche A ntw ort: »F rage den N a g u a l. »In einem Journal aus dem Jahr 1910«. w ar. ste llte n sie ih re B e su c h e in m e in e m Z im m e r e in . jeglichen physischen K ontakt m it m ir zu verm eiden. a b e r je tz t b ist d u n u r n o c h sc h w e r verletzt. w a s ic h e ig e n tlic h in M e x ik o m a c h te . D on Juans engste V ertraute. w as ich ihnen über die Schattenw esen und ihre W elt berichten konnte. w ie m an d o rth in gelan gt? « A ls ich ihnen sagte. u m z u trä u m e n . Jeden A bend brachte Florinda m ich zu B e t t . A b e r d u h a st d ic h se h r g u t g e w e h rt. Sie schienen beleidigt u n d gin gen so gar so w eit. m usste ich herzlich lachen.« »Ic h k a n n m ic h a n k e in e n K a m p f e rin n e rn . m it A usnahm e D on Juans. daß die Scouts m ir diese W elt gezeigt hätten. d e r e s e rk lä re n k a n n . F lorinda G rau. als sei ich ein Invalide. E r ist d e r e in z ig e . D och jedesm al. w as d as für eine F alle w ar? « »N icht e ig e n tlic h . genau w ie Schattenw esen. sie hätte Fotom odell in einem M odejournal sein können. und d u w urd est b esiegt.« »O b d u d ich erinnerst o d er n i c h t . N a c h d e m D o n Ju a n s G e fä h rte n ih re a n fä n g lic h e N e u g ie r a u f d ie S c h a tte n w e lt b e frie d ig t h a tte n . Ih re R e a k tio n b e u n ru h igte m ic h so se h r. die sich m ir körperlich näherte und m ich pflegte. U nd alle. daß du dort alle E n e rg ie v e rlo re n h a st. w enn ich aufzustehen versuchte.« »W arum b in ich krank. erw iderte sie. F lo rind a. w ar jem and d a. Sie leugneten es.« E n d lic h b ra c h F lo rin d a d a s E is: »D u w u rd e st in e in e F a lle g e lo c k t. E in m al sagte ich zu ihr. m it d e r d u d ic h se it Ja h re n b e sc h ä ftig st. d ie ich je geseh en h ab e. w o llten sie m ir n ich t glau b en . m ein e E n ergie sei in d er W elt d er an o rgan isch en W esen völlig entladen und dann w ieder aufgeladen w orden. Ich . im Z usam m enhang m einer B egegnung m it ihr. N ur soviel kann ich d ir sagen. u n d ih re U n te rh a ltu n g b e w e g te sic h fo rta n im R ahm en gelegentlicher E rkund igungen nach m einer G esund heit. D ennoch w ollten sie alles w issen. Sie hielten A bstand. Ich w ünschte ihre F ürso rglichkeit nicht. F lo rin d a . w a r. und ich m einte es ganz ehrlich. w ä h re n d ic h m ic h in L o s A n g e le s in s B e tt g e le g t h a tte . a n tw o rte te e r. die echt zu sein schien. aber da sie keinerlei persönliche E rfahru n gen m it d ieser W elt h atten . G an z gleich aber. Sie sprach sogar in zärtlicher K indersprache zu m ir. d arauf ko m m t es nicht an. w irke auf d e n B e tra c h te r a ls Ju g e n d u n d K ra ft. D as ist die W elt. u n d d u h a st v e rlo re n . w ar ich i h r dankbar für ihre A nteilnahm e. D o ch jed esm al. S ie versu ch te m ir au ch zu erklären . die sich daraus ergab. als hätte ich d ie P e st. V on Florinda habe ich schon in einem früheren B uch erzählt. Jedes M al. D u h a st g e k ä m p ft.« »Ich hab e m it d en ano rganischen W esen gekäm p ft? « »Ja. w as eigen tlich lo s w ar. Ic h b e fra g te sie im m er w ieder. w ar die einzige aus seiner G ruppe.gefü h rt? « o d er »W o h er w u ß test d u . E ine w eitere alarm ierende R eaktion. W a s a b e r w irk lic h a n m e in e n N e rv e n z e rrte . d a ß n ie m a n d m ir e rk lä re n k o n n te .

a b e r b e ä n g stig e n d e E in sichten in m eine S ituatio n. b eharrte ich. sa g te e r. w ie er es getan h a t. N a tü rlic h k ö n n te n sie d ie s. d a ß d ie k o m b in ie rte B e w u ß th e it e in e r G ru p p e so lc h e r W e se n z u e rst m e in e n E nergiekö rp er verzehrt hab e. u n d d e u te te a n . w ie e r v e rg e b lic h v e rsu c h t h a tte . um jed en zu tö ten. w ie d ie Z e lle n unseres K örpers«. »D as R eich d er ano rganischen W esen erscheint vo r d em p hysisc h e n A u g e a ls e in e g e lb e N e b e lw e lt«. W ir w isse n v o n d e m gelb en N eb el nur aus G eschichten d er Z aub erer. »D ie a n o rg a n isc h e n W e se n h ä n g e n a n e in a n d e r. »W ie b in ich hierher geko m m en? « »G enau d ies ist d as gro ß e R ätsel«. m ic h in d e r d ritte n P e rso n e rw ä h n e n d . »w e il d e in e E n e rg ie v o n d e n anorganischen W esen entladen und dann m it ihrer E nergie w ieder aufgelad en w o rd en ist. D e n n o h n e d e n E n e rg ie k ö rp e r. D ann h a b e d ie k o m b in ie rte B e w u ß th e it d ie se r G ru p p e v o n a n o rg a n ischen W esen m eine feste p hysische M asse in ihre W elt geschafft. U nd er erinnerte d ie and eren d aran. »Ich verstehe es üb erhaup t nicht«. A m nächsten T ag erschien D on Juan. .« D o n Ju a n s G e fä h rte n w irk te n sc h o c k ie rt. A b er als N agual hast d u zusätzliche E nergien. A lle stim m ten ko p fnickend z u . »W as ist m it m ir p assiert. d e r N agual kö nne jed en T ag ko m m en und m ich b esuchen. E r gab sich jovial und hilfsb e re it. »D a n n h a st d u n ic h ts v e rlo re n «.« Ic h g e sta n d D o n Ju a n . u n d d a n n n a h m e n sie d e in e n physischen K örper. d a ß e i n e u m fa sse n d e re E rk lä ru n g n i c h t m ö g lic h se i. in d e m e r m ic h v o n K o p f b is F u ß a n sta rrte . »D u b ist b e in a h g e h e ilt«. »A ls d u e in e n z u sa m m e n h a n g lo se n T ra u m z u trä u m e n g la u b te st. C aro l T iggs und seine üb rigen G efährten hätten m ich d o rt herausgezo gen. S c h e rz e n d v e rk ü n d e te e r. dann aber fiel m ir ein. u n d d u b ist h in e in g e ta p p t«. D o n Ju a n w a r sic h d u rc h a u s b e w u ß t. E r sa g te .« W as er d a sagte. a n tw o rte te e r. uns a u s u n se re r V e ra n k e ru n g z u re iß e n u n d in ih re W e lt z u sto ß e n . m einte er.« D ie S e u fz e r u n d S c h re c k e n sla u te d e r a n d e re n h a llte n v o n d e n W änd en w id er. P lö tz lic h stie g m e in e T e m p e ra tu r. sa g te e r. w as er m ir sagte und w ie ich es verstünd e. u n d w ä h re n d m ir h e iß w u rd e . »W e n n d u stä rk e r g e w o rd e n b ist. w ar m ir vö llig unverständ lich. D o n Juan b eteue rte a b e r.w e iß ta tsä c h lic h n ic h t. 140 B eso nd ers w enn w ir uns so auffällig verfügb ar m achen. w e il e s m ir a n E n e rg ie fe h le . e rklärte er. m ir m e h r z u v e rra te n . D o n Juan sp rach w eiter zu ihnen. m ic h d a v o n a b z u h a lte n . nicht aus eigener E rfahrung. d aß d er N agual E lias in d iese W e lt e n tfü h rt w o rd e n se i. sagte er und lächelte gö nnerh a ft . h a tte ic h a u ß e ro rd e n tlic h e . E r sc h e n k te m ir e in w isse n d e s L ä cheln. d a ß e r in se in e r E ig e n sc h a ft a ls E n e rg ie D o k to r g e k o m m e n se i. E s ist für sie eine K leinigkeit. S o etw as hätte genügt. E r u n te rsu c h te m ic h . b is ic h sc h w itz te . d a ß ic h H itz e w a llu n g e n h a tte . e s w a r a u c h fü r u n s d a s e rste M a l. se i m a n nur ein K lum pen organischer M aterie. und d arum b ist d u m it k n a p p e r N o t e n tro n n e n . Ich w o llte scho n jam m ern und D o n Juan V o rw ürfe m achen. o b w o h l e r w irk lic h n ic h t d ie A b sic h t g e h a b t h a b e .o ffe n k u n d ig b e m ü h t. e in e sc h w ie rig e F ra g e le ic h tz u n e h m e n . I c h m ü sse m ic h d a m it a b fin d e n . »D ie a n o rg a n isc h e n W e se n h a b e n d ir e in e F a lle g e ste llt. fuhr D on Juan fort. sind sie unschlagb ar.« S ie w a r n ic h t b e re it. in d e m ic h m ic h in e in e r g e lb verneb elten W elt b efand . sa g te e r. daß ich m ich an B ruchstücke eines zusam m e n h a n g lo se n T ra u m s e rin n e rte . w eil er m ich nicht zurückgehalten h a t t e . w ie d u ih re n tö d lic h e n S c h la g ü b e rle b t hast. »D u fü h lte st d ic h k ra n k «. o b d ie ano rganischen W esen einen gew altsam entführe n k ö n n te n . Z u e rst b ra c h te n sie d e in e n E n e rg ie k ö rp e r in ih r R e ic h . E in e r v o n ih n e n fra g te D o n Juan. w a s in m ir v o rg in g . sc h a u te st d u tatsächlich zum erstenm al m it deinen physischen A ugen das U niversum der anorganischen W esen. d o rth in z u g e h e n . d en b lauen S co ut zu b efreien. w irst d u se lb st A n tw o rte n a u f d e in e F ra g e n fin den . a ls d u e in e m ih re r S c o u ts fo lg te st.« Ich sagte zu D on Juan. U nd so seltsam es d i r scheinen m a g . »W enn sie ihre B ew ußtheit b ünd eln. der vom B ew usstsein leicht m anip uliert w erd en kann. »D ie a n o rg a n isc h e n W e se n sc h n a p p te n d ic h m it H a u t u n d H a a re n . fü g te D o n Ju a n h in z u . a n tw o rte te D o n Ju a n . ind em sie m ich zu einem G efühlsausb ruch zw angen: näm lich. w ie er m ic h im m e r w ie d e r g e w a rn t h a tte . D o n Juan? « fragte ich. A lle schienen sie t i e f entsetzt und b eso rgt. E r.

eine A rt G leichgültigkeit u n d D ista n z ie rth e it. Anscheinend hatten sie alle gesehen. d a ß ic h u n te r A n g st litte. d ie ic h a u f m e in e n M a n g e l a n E n e rg ie z u rückführte. Ich sprang aus dem Bett und schrie so laut. M ein S cheitern erlebte ich als ungew öhnliche M üd igkeit. Wortlos drehte sich Don Juan um und ging hinaus. E s w ar ein so üb erw ältigend es und verzehrend es G efühl. D ann ab er w urd e m ir k l a r . V or a lle m sorgte ich m ich um e in G efühl. d aß d u d eine E nergie w ied ergew innst. U m G efühle hervo rzurufen. U nd nun verw andle diesen E ind ruck in ein B ild d essen. d en ich nicht kannte. und so rge d ich nicht um solchen Q uatsch. den diese Szene unter Don Juans Gefährten auslöste. was ich zuerst nicht verstand. um Linderung zu finden. In diesem Augenblick trat Don Juan ins Zimmer.D o n Ju a n p rü fte m e in e n g a n z e n K ö rp e r m it se in e m d u rc h d rin genden B lick. »D as hat nichts zu b ed euten«. »R ichtig!« rief er. E ine w eitere neue E igenschaft m eines W esen w ar eine befrem dlic h e S e h n su c h t. d aß es eine neue E igenschaft m eines W esens w ar . w a s d ir in d e r W e lt d e r anorganischen W esen geschehen ist«. sa g te ic h z u ih m . daß sie mir noch mehr Anlaß zur Sorge gab.gegen Mittag. bis sie sich einstellten. d ie m ic h v o n Z e it z u Z e it ü b e rfie l. b is ich d iese w ied erfand . Die Ruhe und Entspannung. Sie waren sprachlos. wälzte ich mich im Bett hin und her und versuchte eine bequemere Lage zu finden. w ä h re n d la n g sa m m e in e E nergie w iederkehrte. Sie schränkten ihre Besuche drastisch ein. Das kleine Mädchen und Don Juan starrten einander an. Kurz bevor ich in tiefen Schlaf versank. müsse ich mein Bewusstsein aus meinem physischen Körper in meinen Energiekörper verlagern. m ir selber frem d gew orden zu sein . die Augen zu öffnen. D er E nergieverlust hab e m ich zeitw eilig geschw ächt. sagte er unb eküm m ert. daß er und seine G efährten m it ihrem physischen K örper in diese W elt gekom m en w ären und m ich den anorganischen W esen entrissen hätten. Entsetzt schauten sie zu. »S ieh zu.eine E igensc h a ft. es w ollte m ir nicht gelingen. wie das kleine Mädchen mit dem Nagual aus dem Zimmer ging. ic h h ä tte v o n Z e it z u Z e it d e n k la re n E indruck. doch im nächsten Moment war es mir sonnenklar: damit ich verstehen könne.nam entlich eine gew isse K älte in m ir. war so vollkommen. Die meiste Zeit blieb ich allein und schlief. die ich bislang nicht bem erkt h a t t e . Alle verloren die Fassung. die ich genoß. Gegen Ende der vierten Woche glaubten alle. stahlblauen Augen an. bevor ich zu schreien aufhörte. so bedeutete sie mir. Ich befürchtete eine Ohnmacht und musste mich setzen. und w a s ic h n u n a ls H itz e w a llu n g e n e rle b te . w as er von m ir verlangte. Das kleine Mädchen aus der Welt der anorganischen Wesen stand am Fußende meines Bettes und sah mich mit ihren kalten. bis ich lernte. d ie ich gew ö hnt w ar. unaufhörlich im Zimmer auf und ab laufen mußte. ich sei in einem energetischen S chockzustand . w enn ich es 142 erlebte. Die Sehnsucht blieb mir. B evo r D o n Ju a n h in a u sg in g . d ie m ic h d a u e rn d v o n m e in e n G e fü h le n tre n n te . »S tre n g e d ic h a n u n d sa g e m ir se lb st. daß drei von Don Juans Gefährten bei mir im Zimmer waren. Ic h se h n te m ich nach irgend jem and em .« S o sehr ich es auch versuchte. um ein Schläfchen zu halten. nach einem leichten Imbiß . daß meine Energie merklich zunahm. d ie m ich vo n innen her auszutro cknen schien. Eine Ewigkeit schauten wir einander an. daß ich endlich genesen sei. D ennoch m achte ich m ir w eiterhin S orgen um alles und jedes. Ich selbst glaubte zu explodieren. was sie sagte. b ei d enen ich augenb licklich d ie K o ntro lle üb er m einen E nergiekö rp er w ied ergew ann und erkannte. Ich begann sogar wieder zu üben. Eines Tages . befahl er m ir. Sie wollte mir etwas sagen. wie sich das kleine Mädchen mir näherte und dann durch die Schranke meines leuchtenden Körpers zurückgehalten wurde. U n d so e rz ä h lte ic h ih m . m usste ich sie um ständlich heraufbeschw ören und einen A ugenblick w arten. w as p assierte. mir eine weitere Neuerung in meinem Leben zunutze zu machen: eine unbeugsame Selbstkontrolle. als ein sonderbarer Druck auf meine Schläfen mich zwang. so neu und so mächtig.« E s v e rg in g e n m e h r a ls z w e i W o c h e n . E r sagte. Unbeschreiblich war der Aufruhr. w as m it m ir geschehen sei. d aß ich. w ä re n in W irk lic h k e it E nergieschüb e. Das kleine Mädchen huschte hinter ihm durch die Tür. Die Anwesenheit des kleinen Mädchens . »G ut gem acht.kehrte ich auf mein Zimmer zurück. Ich fühlte mich wieder ich selbst werden.

als m ein V erstand zugeben w ollte. w eil sie unerschöpfliche E nergie hat. Daß du mehr weißt über diese Welt als wir alle. « S eine E rklärung w ar m ir unverständ lich. Folge nur makellos dem Pfad der Krieger. trotz all deines Wissens. was soll ich tun.« »Also. Ic h m u sste ih m g e ste h e n .« Wenn ich Don Juan so sprechen hörte.in s R e ic h d e r a n o rg a n isc h e n W e sen. soviel du willst. u n d w ir flo g e n lo s . D o n Juan? « »W ir hab en gem einsam und gleichzeitig unseren M o ntagep unkt verschoben. kannst du deinem Wissen getrost Lebewohl sagen: es wird dir niemals zugänglich sein. Du warst so endgültig verloren in dieser Welt. w o ic h w a r? « fra g te ich. »W a ru m fü h rte d e r S c o u t e u c h d o rth in . dich zu finden. daß du selbst nun für uns zum Gegenstand einer ZaubererGeschichte geworden bist. »Ich stelle nur Tatsachen der Zauberei fest. »Du lässt dich nicht nur gehen«. gestand ich ihm. Don Juan?« »Energie hat die Neigung. u n se re g a n z e p h ysisc h e E x iste n z a u f u n se re n E nergiekörper zu stellen: w ir w urden E n e r g ie .« »W as m achtest d u d ann. d e in e g a n z e E n e rg ie v o n d i r n e h m e n m ußte. d a ß e s d ic h erw ischt hatte. D o n Juan lachte nur. 146 »Mangel an Energie ist es. d a ß ic h u n e n d lic h v ie l m e h r z u w isse n glaubte. vor vier Wochen. w o ic h w a r.A ls ic h m e in e E n e rg ie m it d e r d e s S c o u t v e rm isc h te . Und wir haben dir gesagt. Wir konnten dich retten. was deine Erinnerung unter Verschluß hält«. aber wenn das Maß deiner Energie nicht der Bedeutung dessen entspricht. w u ß te ic h so fo rt. Andererseits wollte ich auch nicht glauben. dann kommt der Moment. ich könnte etwas getan haben. und C arol schleppte dich h e r a u s . Am meisten verwundert mich.« »W ie hab t ihr d as gem acht. »D e r S c o u t ist e in e m p fin d e n d e s L e b e w e se n a u s e in e r a n d e re n D im ension. zu akkumulieren. die sie in der W elt der anorganischen W e se n g e fa n g e n h i e l t e n . sagte er. Immerhin konntest du dich nicht retten. sichtlich verärgert. ihr fand et d en S co ut. W ir a lle h a b e n d urch d iese E rfahrung etw as unerm eß lich W ertvo lles gefund en. »Du warst tatsächlich energetisch tot. wofür die alten Zauberer sich ausschließlich interessierten. »Wenn du genügend Energie hast. d a ß sie . d ie ic h e rre ic h e n k o n n te . daß aber irgend etw as m eine E rinnerung unter V erschluß hielt. daß er mir nur schmeicheln wolle. als ob ich mich nur vor Selbstmitleid gehenließ. hatte ich das Gefühl. daß mir graut. Betäubung und Mangel an Energie verbergen dir dein Wissen. muß ich ehrlich sagen. für im m er verlo ren. Diese Welt war es. U nd dieses M ädchen sa g te m ir. sollte für dich kein Grund zur Zufriedenheit sein. Solch ein Wissen hat keine Vorteile. daß wir nur durch die Geschichten der Zauberer von dieser Welt erfahren haben. noch rede ich dir nach dem Mund«. sagte er. In a ll m einer K örperlichkeit sei ich in das R eich der anorganischen W esen versetzt w orden. weil wir dich fanden. E tw as w ie D ankbarkeit fü h rte sie z u m ir. der D on Juan und seine G e fä h rte n d o rth in fü h rte . wenn ich nur daran denke. woran ich mich erinnern will?« »Nicht ganz. Du magst wollen. w o d u als H albtoter lagst. dich zu re tte n . daß es für mich unvorstellbar sei. u m a u s d e m B e tt z u ste ig e n ? « e rw id e rte e r. D u und C aro l T iggs. da dein Gedächtnis sich öffnen wird. »Weder schmeichle ich dir. »W ie könntest du das verstehen. und ohne den S cout. als ich dies einzuw enden versuchte. D e r S c o u t fü h rte u n s im H a n d u m d re h e n d o rth in . D o n Juan? « »Ic h m o b ilisie rte a lle .« »Glaubst du. sinnlos gewesen. v o r a lle m C a ro l T ig g s. D en R est besorgte unsere m akellose A bsicht.« 147 . was du weißt. w eil sie sic h m it d e m S c o u t v e rtra u t m a c h e n so llte . Doch ohne die Hilfe des Scout wäre schon der Versuch. D ies ist nun ihr m enschlicher T eil. w ä re ic h w o h l g e sto rb e n o d er in d ieser W elt geb lieb en. ich werde mich an alles erinnern können. was er nicht getan hatte.« »W arum C arol T iggs?« »E rstens. sagte er.« Ich konnte nur wiederholen. und zw eitens. h ä tte ic h w irk lic h a u fg e h ö rt z u e x istie re n . Natürlich weißt du mehr als wir alle über die Welt der anorganischen Wesen. A ls ic h sie sa h . als ob sonst alles in Ordnung sei. Jetzt bist du nur noch ein wenig betäubt. U nd w ir and eren fand e n e in e n G ru n d . w o du nicht m al genügend E nerg ie h a st. wird dein Gedächtnis wieder ausgezeichnet arbeiten. u m d ie n ö tig e E n e rg ie z u g e w in n e n u n d d ie S chranken zu durchbrechen. so e rk lä rte m ir D o n Ju a n . Jetzt ist er ein kleines M ädchen.

w ie e in e W e lle v o n G e fü h l a lle G e fä h rte n u n d L e h rlin g e D o n Ju a n s ü b e rsc h w e m m te . sagte Don Juan. Dies ist der vorgesehene Ausbildungs-Drill. »Alles mit großer Vorsicht und Neugier 149 148 . W enn d u b ereit b ist. was du geträumt hast. a ls ic h n u n sa h . Die dritte Pforte des Träumens »Die dritte Pforte des Träumens ist erreicht. »Zwei Phasen gibt es bei jeder Traumpforte«. wenn du im Traum jemand anderen schlafen siehst. die den S cout befreien können.« »D as kann ich kaum glaub en. auf m ich d eutend . erreichtest du die dritte Pforte.« N atürlich stellte ich ihm die einzig m ögliche F rage: »W ie kann ich ih n befreien?« »S tatt es d ir vo n m ir sagen zu lassen. u n d d u h a st d ie g a n z e W ahrheil in einer N uß schale. umherzugehen. uns in Details zu verlieren«. seine Empfehlungen seien mir zu rätselhaft und unbegreiflich.« »B e tra c h te e s n ic h t a ls H in te rh ä ltig k e it. S ie w o llte n w isse n .« »Bei der dritten Traumpforte«. U nd das w eiß er auch. nachdem du dich im Schlaf gesehen hast. fuhr er fort. daß ein Energieschub sofort den Schwerpunkt meiner Traum-Aufmerksamkeit verlagerte. gib t es einen viel b esseren.In m e in e m d a m a lig e n G e iste sz u sta n d fa n d ic h e s g a r n ic h t v e rw u n d e rlic h .« Ich beschwerte mich. »F rage den B otschafter. D ie anorganischen W ese n k ö n n e n n ic h t lü g e n . D ie K la rh e it d e r E in sic h t v e rflo g a llm ä h lich. S ie schien ihre R o lle vö llig zu akzep tieren. »Was verstehst du unier Vorsicht und Neugier?« fragte ich. D o n Juan halle recht. daß du beweglicher sein mußt denn je. D o n Juan. Meine Energie war damals so hochtransformiert. »beginnst du deine Traum-Wirklichkeil bewußt mit der alltäglichen Wirklichkeit zu verschmelzen. und dieser andere bist du selbst«. sa g te D o n Ju a n m it breitem G rinsen. w ie d u w e iß t. das Erreichen der Pforte. »Vor der dritten Pforte haben wir die Neigung. d u h a st d e in e F reiheit aufgegeb en. E s ist ein schw ieriges P ro b lem . Die Verschmelzung der beiden Realitäten soll so gründlich erfolgen. auch wenn er mir keine weiteren Informationen darüber gab. O d e r sc h lim m e r n o c h . ihnen b eid es zu b ieten . fu h r D o n Ju a n fo rt. Indem du träumtest. D o ch d iese G ew iß heit hielt sich n ic h t la n g e b e i m ir. glaub st d u. mit großer Vorsicht und Neugier. Ich konzentrierte mich nun auf das Erwachen im Traum. »Ja. S ie w ar eins m it m ir. sagte er. »D u h a st d e n S c o u t b e fre it«. war. D o n Juans G efährten b estürm ten ihn w eiter m it F ragen. o b e r sc h o n d a ra n g e d a c h t h a lle . »a b e r d u h a st d e in L e b e n a u fg e g e b e n . Die zweite Phase ist nun. Reisen ins Reich der anorganischen Wesen beschäftigten mich nicht mehr. verstehst d u. v ie l ric h tig e re n W e g . »E r und C aro l T iggs sind die einzigen. ab er d u schild erst m ir ein so hinterhältiges M anö ver. N icht d aß ich an d einen W o rten zw eifle. d as hab e ich. w a s n u n m it d e m S cout geschehen solle. Bald danach sah ich mich schlafend in einem Traum. sagte er. Sofort berichtete ich es Don Juan. nämlich daß du dich schlafen sahst. e s h e ra u sz u fin d e n «. und die Zauberer bezeichnen es als Vervollständigung des Energiekörpers. An der dritten Pforte mußt du alles untersuchen. Der Traum kam mir. wobei ich mich selbst schlafen sah. N u r C a ro l T iggs b lieb ungerührt.« 8. was ich bei meinen Traumübungen bemerkte.w as. d aß ich sp rachlo s b in. N ur im A ustausch für d ich hab en d ie ano rganischen W esen d en S co ut freigelassen. Die zweite ist das Hindurchschreiten. daß ich gleich an der dritten Aufgabe zu arbeiten begann. w erd en sie tun? D ir K u ssh ä n d c h e n ü b e r d ie S tra ß e z u w e rfe n ? « Ich w uß te. D ie ano rganischen W esen sind im m er auf d er S uche nach B ew uß theit und E nergie. während ich in seinem Haus war. d as d er N agual hier lö sen m uß «. »Die erste ist. antwortete er. wie du weißt. Das erste.

sagte ich. daß jede der Traumpforten ein Hindernis sei.« Er wisse wohl. was er finden kann. Und dies machte mich so frei. was mir im Lauf meiner Bekanntschaft mit Don Juan passiert war. was vergleichbar gewesen wäre mit der Furcht. er ist bereit zu handeln. Sonst hättest du nicht ins Reich der anorganischen Wesen reisen können«. als wir im Nationalen Museum für Anthropologie und Geschichte in Mexico City waren. Ich weiß. Der vorgeschriebene Drill bei der dritten Pforte ist. Dann führte er mich in einen der Säle des Museums und sagte. saugt er alles auf. »Jetzt aber muß dein ge150 samter Energiekörper sich daran beteiligen. und ich meine buchstäblich alles. die Konsolidierung des Energiekörpers. daß meine Frage recht gut zu dem passe. Immer wieder betonte er. daß die Position des Montagepunktes wie ein Tresor ist. sagte er. Was mich zu meiner Frage bewog. daß sie sich nicht von einer Einzelheit gefangennehmen lassen. Ich wußte nicht. ist der Energiekörper bereit herauszukommen . Wenn sie die dritte Pforte erreichen. daß ich in jenem Augenblick die seltene Fähigkeit hatte. Unsere Rationalität ist es. sagte er. daß er bereit ist. fügte Don Juan hinzu. Jedes belanglose. was dies alles bedeuten mochte. Einmal. irrationale Selbstvergessenheit. Was wir an der dritten Pforte brauchen. um handeln zu können. antwortete er. Sobald er nun frei wird. erklärte Don Juan. »Die dümmste Kleinigkeit kann für den Energiekörper zu einer eigenen Welt werden«. Dieser ganze Erfahrungsschatz blieb meiner normalen Erinnerung jedoch unzugänglich. er ziele damit aber direkt auf meinen Energiekörper. auch alles andere kennenzulernen. normal und sogar im Übermaß. hätte sich nicht deutlicher bewahrheiten können. was er mir sagen wolle. befragte ich ihn wegen dieser sonderbaren Situation. Ich hatte ihn genau verstanden. indem sie so neugierig darauf brennen. Schon immer hatte ich mich vor diesem und jenem gefürchtet. erzähle mir nichts. »Es passiert einfach. indem sie die Aufgaben der ersten und zweiten Pforte erfüllen. die ich nach meinem Zusammenstoß mit den anorganischen Wesen empfand. »Aber. daß mein Energiekörper all seine Kräfte aufbieten müsse. »Zum Teil. Die Träumer bauen den Energiekörper allmählich auf. daß wir der beinah unwiderstehlichen Versuchung widerstehen. Don Juan setzte mich unter gewaltigen Druck. den Energiekörper zu steuern. sich von Einzelheiten hypnotisieren zu lassen?« »Der Energiekörper ist wie ein Kind. »Die Träumer müssen alles daransetzen. musste ich mich härter anstrengen als vor den beiden anderen Pforten zusammen. wie absurd seine Empfehlungen mir vorkommen müßten.« »Ich fürchte. mich an alles zu erinnern. solltest du deine Rationalität zurückhalten.und sie vermeiden ihn.« »Was heißt es. wo die Zauberer ihre Erinnerungsprotokolle aufbewahren«.« Don Juans Feststellung. es ist eine unbeholfene Umschreibung. sich so hartnäckig mit überflüssigen Details zu befassen. handelt mein Energiekörper nicht schon die ganze Zeit?« fragte ich. ist also irrationale Beweglichkeit. dir zu erklären. doch unter all meinen Erfahrungen gab es nichts. war. winzige Detail absorbiert den Energiekörper gänzlich. das sein Leben lang eingesperrt war. Um deinem Energiekörper die Sache zu erleichtern. um solche Hartnäckigkeit auszugleichen.« Es folgte ein verlegenes Schweigen.besser gesagt. uns Hals über Kopf in Einzelheiten zu stürzen. Leider heißt dies auch. was du tun solltest. du verbellst den falschen Baum«. An der dritten Pforte müssen die Träumer den unwiderstehlichen Drang vermeiden. die Aufgabe der dritten Pforte zu erfüllen. sich von Einzelheiten hypnotisieren zu lassen. wenn ich dir rate. daß ich beinah umhertanzte. sich einfach auf alles zu stürzen . die Dinge mit Vorsicht und Neugier zu betrachten. daß die Gegenwart des Nagual eine Verlagerung des Montagepunkts bewirkt«.« »Ach. »Nach allen Erfahrungen. Um den Drill der dritten Traumpforte zu erfüllen.zu betrachten bedeutet. die den Energiekörper an der dritten Pforte zwingt. Nur in Don Juans Gegenwart standen mir solche Erinnerungen offen. Außerdem war noch etwas in meinem Leben hinzugekommen: echte Furcht. was ich sagen sollte. so wagemutig und leichtsinnig. »Ich war außer mir 151 . wie ich sagte. die du in mein Leben gebracht hast. ist bei mir nur noch wenig Rationalität übrig. »Ich hatte nämlich die Absicht. ja. aber aus eigener Erfahrung konnte ich mir keine Vorstellung machen. aber es ist die beste Bezeichnung für das.

in denen ich feststellte.« »Wie soll ich wissen. fuhr er fort. Dann aber. Beinah ein Jahr lang fragte Don Juan mich nie wieder nach meiner dritten Aufgabe des Träumens. wenn nicht gar töricht vor. so sagte er. noch spottete er über mich. in der Weltsicht des modernen Menschen verwurzelt. eine Verlagerung des Montagepunkts auszulösen«. ob dein Montagepunkt sich verlagern wird oder nicht. die wiedererlebt statt gelesen werden könnten. daß ich mich bereits in einem besonderen Bewusstseinszustand befinde. ob er sich verlagert hat?« »Du wirst Dinge sehen und fühlen. während ich sie anstarrte. Diese Lehren. ich solle ihm alle Einzelheiten meiner Traumübungen schildern. so leichtgläubig war. Während der anderen drei Tage war mein Träumen wie immer: ich untersuchte alle möglichen Gegenstände in meinen Träumen. Und er erinnerte mich daran. daß ich mich bei Don Juan dafür entschuldigen zu müssen meinte. Um die Lektion noch einmal abzuspielen.und getrieben von selbstmörderischer Neugier. Zum Schluss seiner Ausführungen wiederholte Don Juan noch einmal. den Montagepunkt in all die Positionen zurückkehren zu lassen. den ich je erlebt habe. Als erstes musste ich von einem verblüffenden Phänomen der Wiederholung berichten. Weder lachte er. daß einige der archäologischen Objekte in diesem Saal die Fähigkeit hätten. genaue Protokolle ihrer Entdeckungen in der Position des Montagepunkts zu hinterlegen. Das Sonderbare war die Regelmäßigkeit solcher Träume.« Er befahl mir. in der Position des Montagepunkts hinterlegt. im Zustand völliger Stille. »Jedes Stück hier ist dazu bestimmt. was er mir sagte. immer im Sinne von Schilderungen der Feldforscher. war weit von dem entfernt. tauche ein ins innere Schweigen und finde heraus. die dir normalerweise nicht zugänglich sind. folgte ich manchmal den Scouts fremder Energie. müßten wir uns doch auf unsere Einfühlung oder unsere innere Anteilnahme und Imagination verlassen und. daß die Zauberer einst imstande waren. Vielmehr erklärte er mir sehr geduldig. tatsächlich manches aus dem Leben der Menschen sehen würde. Um die Essenz eines schriftlichen Berichts zu erfassen.vor Freude. »Fixiere deinen Blick auf irgendeines. Auf diese Weise werde diese Position des Montagepunkts zum Protokoll der betreffenden Lektion. mich Unausdenkbares sehen und hören zu machen. als die Lektionen vermittelt wurden. das Don Juan als Zauberer mir vorlesen konnte. was ich je über sie gelesen hatte. eines Tages. pünktlich wie die Uhr. mich in völlige innere Stille zu versetzen. daß das Eintreten in völlige Stille es den Skulpturen in diesem Saal ermöglichen würde. Der Energiekörper weiß ungeheuer viel. die er einnahm. verwies Don Juan auf die Lehren der Zauberer über die zweite Aufmerksamkeit. als dein Energiekörper meine Absicht spürte und du mich fragtest. die diese Gegenstände gemacht hatten. Offenbar um meine Verwirrung noch zu mehren. über das Papier hinaus. Was Don Juan über diese Stücke sagte und was ich selbst sah und hörte. wieviel er weiß. wie ich glaubte. sobald der Montagepunkt des Schülers sich an einer anderen als der normalen Stelle befinde. Ihre Beschreibungen der Funktion solcher Stücke. und daß ich. daß ich. Früher schon hatte ich all diese Stücke mit dem Vorurteil anthropologischer Wissenschaft untersucht. Monatelang hatte ich nämlich immer wieder Träume. als die Lektion erteilt wurde. daß es eine Leistung höchsten Grades sei. daß ich mich schlafend im Bett sah und anstarrte. in das Erlebnis selbst eintauchen. die zu erklären mir nicht möglich wäre.ein Protokoll. fügte er hinzu. sagte er. ob- . wo es kein Schrifttum gebe. von sich aus eine Verlagerung des Montagepunkts zu bewirken. ich werde dir zeigen. ich wechselte die Träume . Doch in der Welt der Zauberer. Komm. schilderte und interpretierte er mir erstaunliche Details all dieser großen Ausstellungsstücke. würden Protokolle. Er versicherte mir. wünschte er plötzlich. fast wie ein Buch.« Ich starrte also die Skulpturen an und sah und hörte Dinge. würden vermittelt. Im Saal auf und ab schreitend. Zur Veranschaulichung dessen. kamen mir nun zum erstenmal sehr befangen. müsse der Lehrling seinen Montagepunkt wieder in die Position zurückkehren lassen. sie kamen alle vier Tage. in der er sich befand. weil mein Montagepunkt sich durch seine Gegenwart verlagert habe. 152 Mir wurde so unbehaglich. Und dann begann für mich der sonderbarste Museumsrundgang. Ihm zufolge war jedes archäologische Stück in diesem Saal ein von den Menschen der Vorzeit absichtlich hinterlassenes Protokoll .

E r h a tte w o h l ge m eint. w erden w ir im m er leichter und unbeschw erter. e r b e le h rte m ic h a u c h d a rü b e r. d a ß a lle s.« »E s m uß noch m ehr geben«. »sonst w ürdest du nicht schreiend erw achen. ich solle diese Frage in m einem A lltagsbew ußtsein stellen. »D as sagst du nur um m einetw illen. »W arum hast du so etw as erw artet.w ohl ich dabei starke Schuldgefühle hatte. w ie ich in tiefem S chlaf lag. H offnungen. fo lgerte D o n Ju an . w arum es norm alen M enschen beim T räum en an W illenskraft fehlt. ge n a u z u tra f. beharrte ich. an denen ich . W ährend w ir unser L eben zurückspulen. w ar. w ie gut w ir es getan haben«. hängst du fest. R asch das Them a w echselnd. noch schlim m er. D ieser A nblick w ar im m er so erschreckend. und ich glaubte es so gu t getan zu h ab en . den T raum b o tsch after zu fragen . d aß sie n iem als rekap itu liert h ab en . D as R eale dieser W elt w ar für m ich unw iderstehlich. aber ich verdrehte seine W orte in dem Sinn. »D ie R ekapitulation setzt E nergie frei. Insgeheim fühlte ich m ich irgendw ie von aller V erantw ortung befreit.« D ie V orstellung.schreiend. N icht nur k lä rte d e r B o tsc h a fte r m ic h a u f. Z auberer hingegen sind aufgrund ihrer R ekapitulation relativ frei von befrachteten und bindenden E m otionen. 15S . daß ich sofort aufw achte . die sonst gefangen ist. O der.und hoffte.n u n m eh r b ei u n s . U nd w enn etw as sie aufhält. w ie ich nur konnte«. in d e m m a n je d e n o c h so k le in e E in z e lh e it e rin n e rte . nicht w ahr? B rauchst du aber nicht. »D u b ist n o ch n ich t b ereit fü r ein e ech te V ersch m elzu n g d ein er T rau m W irklich keit m it d ein er alltäglich en W irklich keit«.« E r starrte m ich an. E rinnerungen. D on Juan. d aß ich m ich n ie w ied er d am it b efassen m üßte. sagte unerbittlich. alle E rfahrung des L ebens noch einm al nachzuerleb e n . D ie F rage. w a s D o n J u a n m ir ge sa gt h a tte . V ielleicht gibt es etw as anderes.« »D as ist vorbei und vergessen. die ich dem B otschafter eigentlich stellen w ollte. es sei ähnlich w ie eine geheim e D rogensucht. näm lich m einer R eaktion auf den A nblick m einer selbst. er w ürde das T hem a nicht w eiterverfolgen. Sie w erden im m er hinter d i r her sein. noch w eiter m ein Leben rekapitulieren zu m üssen. daß die anorganischen W esen dich schon w ieder verw öhnen«. »D u m u ß t n o ch w eiter d ein L eb en rekap itu lieren. n ach d em er m ein en B erich t an geh ö rt hatte. ist jedenfalls anzunehm en. gibt es nicht. erzählte ich ihm von einem w eiteren. »U nd ich rekapituliere schon seit Jahren. du w irst im m er h i n t e r ihnen her sein. »D ie R ekap itu latio n u n seres L eb en s en d et n iem als. w ie du j e t z t aufgehalten w irst. sagte D on Juan. erw ähnensw erten A spekt m einer T raum übungen. sagte D on Juan in bedenklichem T on.diesen T raum haben w ürde. so laut ich nur konnte. B efürchtungen und so w eiter. und vielleicht w aren m eine Schuldgefühle so offenkundig.u n d ih r L eb en d ah er ran d voll ist von schw er befrachteten E m otionen. vor dem E inschlafen fürchtete. ist. w a s C arol T iggs und ich zu tun hätten. oder m ich so t i e f ängstigte. daß es im m er noch etw as U ngeklärtes bei ihnen gibt. R ekapitulation und T räum en gehen H and in H and.« »D as R ekapitulieren geht zu stark an m eine Substanz.« D as w ar sein Standpunkt.ge fa n ge n e n b la u e n S c o u t z u b e fre ie n . w ährend ich m ich in seiner W elt befand. daß ich m ich an solchen T agen. gan z egal. m ein te D o n Ju an . d as ich erw artet h ab e«. »D er G rund. w eil D on Juan selbst m ir vorgeschlagen hatte. u m d en . Ich kenne die W ahrheit. log ich . daß er m ich e n t w eder w ie angeleim t an der Stelle festhielt. gefiel m ir gar nicht. w as ich tu n so llte.w ie ich w ußte . D on Juan?« »A ufgrund deiner B eziehung zu den anorganischen W esen. um den Scout zu befreien. bis der Traum w echselte. nachdem du dich auf sie eingelassen hast. In solcher R ekapitulation sah er den entscheidenden Faktor bei der en ergetisch en N eu b estim m u n g u n d N eu gestaltu n g ein es T räu m ers.« »Ich habe doch soviel rekapituliert. daß er lachen m ußte. »D ie R egelm äß igkeit d ein er T räu m e ist etw as. w oran ich m ich noch erinnern könnte. Ich bildete m ir ein. w as ich tun könnte?« »N ein. D on Juan«.« Ü b e r d ie se R e k a p itu la tio n d e s e ige n e n L e b e n s h a tte D o n J u a n m ir sehr ausführliche und genaue A nw eisungen gegeben. ob die anorganischen W esen m ir eine Falle gestellt hätten. G laube m ir. Ich hatte es ja getan. Ich w ar an dem P unkt angelangt. E s gibt nichts m ehr in m einem L eben. daß ich den B otschafter befragen m üsse. Sie bestand darin. und ohne diese befreite E nergie ist T räum en nicht m öglich. »D ie einzig m ögliche E rklärung für eine solche R egelm äßigkeit ist.

daß m eine T raum übungen autom atisch aufh ö rte n . vo n d er ersten P erso n m ein er L iste au sn ah m slo s b is zu r letzten fo rtsc h re ite n d . und unterteilte sie in T ätigkeitsbereiche w ie A rbeitsplätze. Ich sollte verschiedene E reignisse m eines Lebens rekapitulieren. als E rfin d er d er R ekapitulation.« D ie sm a l g a b D o n Ju a n m ir e in e n e u e F o rm d e r R e k a p itu la tio n auf. die E nergie zurückzuholen. die ich besucht hatte. ein V erzeichnis von allen Leuten anzulegen. daß es eine unvorstellbare K raft der A uflösung im U niversum gibt. d ie se K ra ft d u rc h e in e K o p ie unserer L ebenserfahrung zufriedenzustellen: näm lich die R ekapitu la tio n d e s L e b e n s. w as m it dem zu rekapitulierenden E reignis zusam m enhängt. m it der m an es bei der Intera k tio n z u tu n h a tte . so n d e rn e in O p fe r d e in e r S e lb stü b e rsc h ä tz u n g «. ist T räum en unm öglich. auf die es diese K raft abgesehen habe. je d e m e in e r In te ra k tio n e n m it d ie se n L e u te n nachzuerleben. angefangen m it der G egenw art. die ich in m einem Leben kennengelernt hatte. D ie B egründung der alten Z auberer für diese R ekapitulation. D abei w ird das E reignis in G edanken durchgespielt. w ährend der K örper im m er w ieder entfächert. die den O rganism en L eben schenkt. w ar deren Ü berzeugung. lebenspendenden A kt betrachteten und es entsprechend als m agisches V ehikel nutzten. die sie selbst w ährend der Interaktion zurückgelassen hatten. A ls ich nun w ieder zu rekapitulieren begann. »D as T räum en verlangt alle uns verfügbare E nergie«. und das E inatm en dazu.V orjahren einm al hatte D on Juan von m ir verlangt. W e n n d ie a u flö se n d e K ra ft a lso b e k o m m t. u m se in e eigenen G efühle zu untersuchen. die R ekapitulation m it einer natürlich en . d aß d u alle d eine E nergieq uellen heranziehen m uß t.« »Ich w ar schon öfter von etw as anderem in A nspruch genom m en. sagte er. die ich gehabt hatte. aber dauernde V erschiebung des M ontagepunkts zu bew irken. g ib t sie d ie Z a u b e re r f r e i : n ä m lic h fre i. D on Juan lehrte m ich auch. indem sie ihnen B ew usstsein verleiht. um eine w inzige. hielte n sie e s fü r ä u ß e rst w ic h tig . d aß d ie Z au b erer d er V o rzeit. usw . »W enn es in unserem L eben etw as gibt. das die O rganism en durch die E rfahrungen ihres L ebens noch verm ehrt haben. D ieses Schw enken des K opfes nannte er das »E ntfächern des E reignisses«. als das rekapitulierte E reignis stattfand. scheinb ar o hne jed e O rd nung. rh yth m isch en A tm u n g zu ko m b in ieren . Stück um Stück. E r half m ir. ih re W ahrnehm ungsfähigkeit zu erw eitern und dam it bis an die G renzen vo n R aum und Z eit vo rzusto ß en. um eben dieses verliehene B ew usstsein w iederzuerlangen. die frem de E nergie auszustoßen. erklärte D on Juan. Ic h fra g te D o n Ju a n . so b a ld m e in e R e k a p itu la tio n b e g a n n . D o n Ju an sagte. angefangen bei der E rinnerung an physische D etails der U m gebung. sa g te ich. antw ortete er. S o nst ab er. beginnt dam it. w arst du niem als ganz davon beansprucht. L an gsam au sa tm e n d . das A tm en als m agischen. b is m a n z u sic h se lb st ge la n gt. E r bezeichnete die R ekapitulation als einen T rick der Zauberer. w orauf unser G eist sich konzentriert. D ies ist d as erste M al. a b e r n ie w u rd e n m e in e Ü b u n g e n d a d u rc h u n te rb ro c h e n «. U nter dem E indruck einer solchen 156 Ü berprüfung der V ergangenheit. A ufgrund m einer w issenschaftlichen A usbildung faßte ich die R ekapitulation als Selbstanalyse des eigenen Lebens auf. »D a n n w a rst d u w a h rsc h e in lic h n ic h t in A n sp ru c h g e n o m m e n . D on Juan a b e r b e h a rrte d a ra u f. dieses V erzeichnis in eine ordentliche R eihenfolge zu bringen. dann fortschreitend zu der P erson. d a ß e s m e h r se i a ls e in e in te lle k tu e lle P sychoanalyse. Solches Z usam m enstellen bedeutet. von A nfang bis E nde. w ird d e r K o p f la n gsa m u n d sa c h te v o n re c h ts n a c h links bew egt. w as uns stark in A nspruch nim m t. den er einnahm . daß m an im G eist alles zusam m enstellt. la c h te e r. w a s e s m it d ie se r u n g e w o llte n U n te rb re c h u n g a u f sic h habe. w a s sie w ü n sc h t. schw enkt der K opf w ieder von links nach rechts. D ann hielt er m ich an. D on Juan erklärte m ir d ie Ü b e rle g u n g d e r a lte n Z a u b e re r: w e il e s n ä m lic h u n se re L ebenserfahrung sei. und langsam einatm end. D iese K raft lässt auch die O rganism en sterben. die w ä h re n d d e r re k a p itu lie rte n In te ra k tio n in ih n e n z u rü c k b lie b . d aß alle unsere E nergieq uellen b eansp rucht w erd en. erklärte er. D as R ekapitulieren eines E reignisses. »In A nsp ruch geno m m en zu sein heiß t für Z aub erer. das E reignis zu rekonstruieren. 157 . D as A usatm en diente dazu. auch w enn du früher rekapituliertest. w ie b ei einem P uzzle. w ar es für m ich eine große Ü berraschung. w echselt der M ontagepunkt zw ischen seinem gegenw ärtigen P latz und dem P latz hin und her. Schulen.

Am Ende musste ich Don Juan beipflichten. »V e rgiß n ic h t. »H a st d u d e n n k e in e V o rsc h lä ge . In m einem nächsten T raum . Ich war begeistert. d u m ußt in deinem w irklichen Z im m er sein und deinen w irklichen K örper sehen. Ich versu ch te n äh erzu treten u n d d iesen R iß zu untersuchen. als ich meine Traumübungen wiederaufnahm. er solle m ir m ehr über die verlässliche R ichtschnur sa ge n .« D ann w echselte er das T hem a. »Was für ein Gefühl meinst du denn. ich sähe mich im Schlaf. Ich machte kehrt und ging forsch aus dem Zimmer. protestierte ich. »Es wird ein Durcheinander. w as er eigentlich von m ir w ollte oder w as er unter einer verlässlichen R ichtschnur verstand. mein Leben mit einer Gründlichkeit zu überprüfen. statt aus dem Z im m er und die T reppe hinunterzugehen oder gar schreiend aufzuw achen. so tief verborgen. v o n d e r e r ge sp ro c h e n h a tte . daß sie mir fast nicht zugänglich waren. d aß ich als Schlafgew and ein w eißes T -Shirt trug. warum er mich nicht von Anfang an auf diese Weise hatte rekapitulieren lassen.»Das wird aber ein schönes Durcheinander«. aber ich konnte m ich nicht bew egen. U n sere gem ein sam e Z eit ge h t z u E n d e . das an der Schulter ein gerissen w ar.« Ich verlangte. wie ich nur konnte. nur ein T raum . unbeschwertere Einstellung. T atsächlich w ar ich nichts als G ew icht und Schw ere. die T eil m eines W esens zu sein schien. O hne zu w issen. w as du siehst. die ich niemals für möglich gehalten hätte. w ie du verlässlich überprüfen kannst. um festzustellen. Er meinte. daß eine scheinbar unabhängige Kraft mich immer dann. a b e r e r fie l m ir in s W o rt: »F inde heraus. Ich konnte m ir nicht vorstellen. ich sei ja nicht mit meinem Energiekörper auf die Straße gegangen. Ich fragte Don Juan. als er diesen Traum nicht als Teil meiner Traumübungen gelten ließ. kein e S elb stb eh errsch u n g zu h ab en u n d m ich n ich t frei b ew egen zu kö n n en . Ich versuchte in einen anderen T raum überzuw echseln. und berichtete Don Juan davon. versuche diesen T raum zu kontrollieren. geriet ich in eine furchtbare V erw irrung. Es hatte bei mir allerlei befrachtete Emotionen gegeben. welche Ereignisse du rekapitulieren willst. die zweite Beweglichkeit. In all m einer Q ual hörte ich den T raum botschafter sagen. w as ich nun m achen sollte. in eine sehr ausführliche Erinnerung an ein Ereignis meines Lebens stürzte. träumte mir. Sehr eindrucksvoll war die Entdeckung. denn hätte ich dies getan. entw ed er in d em d u E in zelh eiten b eo b ach test o d er in d em d u in ein en anderen T raum w echselst. was ich getan hatte. Meine beim Träumen erworbene Konzentrationsfähigkeit erlaubte mir. D ie 159 . von w o ich beobachtete. Ich hatte keine Ahnung. blieb ich. als ich m ich schlafen sah. versicherte er. Eine Methode. Ich spürte eine Schw ere. »Nein. w a s e in e v e rlä sslic h e R ic h tschnur sein könnte?« fragte ich. lange Z eit reglos an dem P latz. und dann befasse dich mit dem Ereignis. aber eine unbekannte K raft zw ang m ich. fü r m ich so ersch recken d sei. wird es nicht«. Werde ganz still. »V erlass d ich au f d ein eigen es U rteil. und ich behielt das schm erzliche G efühl m einer U nfähigkeit. Und er antwortete. Aber noch eindrucksvoller war es. sta tt m e in e F ra ge z u b e a n tw o rte n . beobachtete ich E in zelh eiten m ein es T rau m s. um dann zaghaft die Treppe hinunter und auf die Straße zu gehen. ob du w irklich dich selbst siehst«. Laß doch statt dessen den Geist entscheiden. ob du tatsächlich deinen schlafenden K örper im B ett siehst«. U n d jetzt fiel m ir au f. das der Geist dir zeigt. sagte er. Die Folge meiner zweiten Rekapitulation war eine neue. Doch wie groß war meine Enttäuschung. daß es beim Rekapitulieren zwei wesentliche Phasen gebe: die erste nannte er Förmlichkeit und Starre. die ich für chaotisch gehalten hatte. daß das G efü h l. dann hätte ich etwas anderes empfunden als das Gefühl.« Die Ergebnisse dieser Form von Rekapitulation waren in mancher Hinsicht schockierend für mich. O hne zu verzagen oder zu verzw eifeln. Schon am selben Tag. wenn ich mich in inneres Schweigen versetzte. erwies sich als äußerst effektiv. Sonst ist das. eine Treppe hinunterzusteigen. wenn du dein kleinliches Eigeninteresse entscheiden läßt. Don Juan?« fragte ich neugierig. wie verschieden meine Rekapitulation diesmal verlaufen sollte. W enn dies der F all ist. 158 »D u m ußt dir eine verlässliche R ichtschnur w ählen. daß dies ein sehr geordnetes Bild ergab. U n d b a ld w irst d u a u f d ic h se lb st ge ste llt sein. w eiter auf m einen schlafenden K örper zu starren. sa gte e r. d aß ich w o m ö glic h n o c h e in m a l m e in L e b e n re k a p itu lie re n m ü sse . Mehr als ein Jahr lang überprüfte ich mein Leben so genau.

D o n Ju a n h a tte w o h l g e sa g t. und d eine F reund e h a b e n d ir a u c h n ic h t g e h o lfe n . d aß 160 ich. w a s ic h a u s i h m herausb ekam . daß ic h m ehr als eine halbe S tunde brauchte. überraschte m ich kein e sw e g s. w e n n e r m ir m a n g e ln d e P h a n ta sie vo rw arf. d aß irgend etw as auß erhalb m einer selb st m ich b rutal an O rt und S telle festhielt. N ie h a tte ic h e in so b e ä n g stig e n d le b h a fte s G e fü h l g e h a b t. W ied er einm al w ar ich im L ab yrinth m einer In te rp re ta tio n e n ste c k e n g e b lie b e n . so nd ern m eine N ied e rla g e e in g e ste h e n . »E s ist gar nicht m eine Ü b erlegung«. E s g ib t a b e r k e in e n G ru n d . S o llte st d u je w ie d e r n e rv ö s w erd en und frieren. und w as er sagte. sa g te e r u n g e rü h rt. D u v e rsu c h st d ic h z u b e w e g e n . m ich im T raum vo n d er S te lle z u rü h re n . D ie Z a u b e re r sa g e n . Jem and en w ie D o n Juan als L ehrer zu hab en zw ang m ich ab er einzusehen.« In d e r V e rg a n g e n h e it h a tte ic h m ic h ste ts g e n ö tig t g e fü h lt. V erzw eiflung und V erärgeru n g .a u ß e r d a ß w ir u n s n u r d ie se A rt z u laufen vo rstellen kö nnen. ind em ich tat. W e il ic h n u n m e in e E n e rg ie n ic h t a u f v e rg e b lic h e R echtfertigungen verschw enden w ollte. »N atürlich hast du dich w irklich im S chlaf gesehen. d ann halte d ich an d einem F im m el fest. Ich fand m ich sehr p hantasieb egab t. ü b e r m e in P ro b le m z u sp re c h e n . »U nd erfind erisch b ist d u nicht. v o n d e m d u sp ric h st. d a ß ic h versagt hatte. d enn ich w o llte sehen. V ielm ehr untersuchte ich dieses G efühl und stellte fest. u m m e in e T e m p e ra tu r z u halten. »E s ist e in e Ü b e rle g u n g d e r Z a u b e re r. Ich z itte r te am ganzen L eib. A uf d iese A rt entd eckte ich.« S eine D erb heit kränkte m ich.und m ich b ew egen hieß für m ich laufen. w ar eine zynische B em erkung. d a ß d u d e in e P h a n ta sie g e b ra u c h e n so llte st. w ie e in B e in m e in e s im B e tt sc h la fe n d e n K ö rp e rs z u c k te u n d sc h e in b a r ausschlug. A ußerdem w ar ich sehr erschrocken ü b e r m e in e U n te rte m p e ra tu r. nicht in P a n ik g e rie t. d aß ich es n ic h t b in . ich so lle m ich b ew egen. daß ich ein zerschlissenes T -S hirt getragen und m ich daher w irklich im S chlaf gesehen hatte. m e in e G lied er zu b ew egen. E s ä rg e rte m ic h u n sä g lic h . auch unser T raum kö rp e r so lle a u f z w e i B e in e n la u fe n . w ie unm ö glich und d o ch w ie leicht es ist. und d ie M uskeln in m einem B ein zuckten unko ntro llierb ar. u m d e in e n E nergiekö rp er zu b ew egen. d en E nerg ie k ö rp e r z u b e w e g e n . S o fo rt w u ß te ic h . N atürlich fuhr ich sofort nach M exiko. S o eigensinnig und verzw eifelt versuchte ich m ich zu bew egen. b o sh a ft grinsend . D ann w urde m ein B ew usstsein in m einen reglos schlafenden K örper gezogen. w a ru m e r d ie s tu n so llte . m ic h im T ra u m z u b e w e g e n . m ic h e n tsc h ie d e n z u re c h tfe rtig e n . a ls ic h in P a n ik g e rie t. d a ß ic h se in e Ü b e rle g u n g v e rsta n d . d aß d u nervö s w urd est. d a ß D o n Juan recht hatte. so b ald ich d ie d ritte P fo rte d es T räum ens erreicht hätte . Ich hatte einen so krassen V erlust an K ö rp erw ärm e erfahren. D a s e in z ig e . sa g te D o n Ju a n . d aß w ir nun glaub en. D a s L a u fe n le rn e n k o ste t u n s so viel Z eit und M ühe. antw o rtete er knap p . D as D um m e ist nur. D iesm al w o llte ich ihn nicht um R at fragen. daß es keine psychische A ngst w ar. Ich hab e d ir nicht verra te n . N ach M o naten vergeb lichen B em ühens. w eil d ein E nergiekö rp er sich n i e z u v o r se in e r G a n z h e it b e w u ß t w a r. S ein R at ab er erw ies sich als w irksa m . a b e r e s g a b m ir e in G e fü h l tie fe r R u h e u n d G e la sse n h e it. w a n d te ic h m ic h w ie d e r e in m a l a n D o n Ju a n .auch w egen der T atsache. d a ß d e r E n e rg ie k ö rp e r sic h a n d e r d ritte n P fo rte b e w e g e n k a n n . um m ich w ieder zu beruhigen. d aß ich D eck e n u n d e in e W ä rm fla sc h e b ra u c h te . w ie e in fa c h d ie L ö su n g w a r. so w ie . D as w ird deine K örpertem peratur sofort und problem los w ieder in die H ö he treib en. D o n Ju a n w a r a b e r n ic h t b e re it. o b d u d as R ätsel selb st lö sen kö nntest. k o n n te ic h m ic h augenb licklich entsp annen und w ied er no rm al fühlen. D e n n o c h ü b e rlie ß ic h m ich nicht der A ngst. w enn ich nicht zaud erte und m einen Ä rger b eherrschte. »D u lie b st d ra m a tisc h e Ü b e rtre ib u n g e n «. u n d ic h w u ß te m it u n b e stre itb a re r G e w issh e it. D ie K o n tro lle z u b e h a lte n h a lf m ir z w a r n ic h t. sondern eine physische E m pfindung der H ilflosigkeit. D u ko nntest es nicht. Ich sagte ih m . und ich erw achte so plötzlich.« Ic h sta u n te . M ein Ä rger steigerte sich m it d er E rkenntnis. d a ß ic h u n fä h ig w a r. »T rä u m e r m ü sse n e rfin d e risc h se in «. w as er m ir em p fo hlen hatte. D o n Ju a n ? « »D as R ätsel. m ic h n ic h t b e w e g e n z u k ö n n e n . Ic h sta n d v o r e in e r u n ü b e rw in d lic h e n B a rrie re . daß ich tatsächlich beobachten konnte. um D on Juan w egen dieses lähm enden G efühls um R at zu fragen . D a s n ä c h ste M a l.S tim m e des B otschafters. fragte ich lieber: »W as ist d a s fü r e in R ä tse l. M ein H erz schlug w ild und unregelm äßig. a ls w ä rst d u in d e in e r a lltä g lic h e n W e lt.

unergründliche A ngst m ein L eben beherrsche. w as ich üb er sie w uß te. »S a g e m ir. U nd dies bringt uns zu der F rage. »A ber w arum gehe ich im m er w ieder hin? Ist es eine Selbstm ordneigung? « fragte ich ihn. a b e r a u c h n ic h t b ö se .und d ann eine M enge m ehr als d ein B estes zu t u n . »W as ich da m ache. w ie d u 's getan hast: ab er ich m uß d ir sagen. um die es hier eigentlich geht«. ist unbegreiflich. D er A nblick m eines K örpers w ar viel zu genau und d e ta illie r t.« Ich verstand ihn genau und konnte ihm hundertprozentig zustim men. w ie ich m einen E nergiekörper bew egen könnte. sich zu bew egen. b e w e g t. d u h ä tte st d ic h v o n ih n e n b e fre it. a n z u n e h m e n . w enn dein E nergiekörper lernen w ürde. w a s ic h tu n so ll. B e i d e r e rste n G e le g e n h e it. »V o n Z eit zu Z eit w erfen sie d ir w ertlo se K ö d er zu. sagte ich. S ie w e rb e n im m e r n o c h u m d e in B e w u ß tsein. daß w ir uns um drehen. d ich so zu b ew egen. »V erhalte d ich m akello s. D o n Ju a n . A b er sie hab en d ich nicht gelehrt.« . w as ich da sah. w enn etw as ihn z i e h t « . w ie er sich in d er W elt d er ano rganischen W esen b ew egt. faß te ich e in fa c h d e n W ille n sv o rsa tz . w ährend ich ihm m ein D ilem m a schild erte. hab en sie d as nicht getan? « »W eil du.« W as er sagte. e rp ro b te ic h D o n Juans E m pfehlung. »W as d u hast. ich bin leicht verrückt«. sie sind doch die klassischen F reunde .nicht direkt w ohlg e sin n t. d aß ich b einah m einen K ö rp er anfassen ko nnte. w as m ich sehr ü b e rra sc h te . d a ß d ie e in z ig e A rt. für sie nicht m ehr erreichbar w ärst. u n d m ü h te m ich nicht. Ic h w a r sc h o n g e w ö h n t a n se in e k ü h le R e a k tio n a u f alles. dich an L and zu ziehen . S ofort w ar ich so nah. glaub st d u. um ästhetisch angenehm zu sein.E n e rg ie sic h b e w e g t: sc h n e ll u n d d ire k t. ko nnte ich nicht leugnen o d er hinw egerklären. d a ß ic h sc h o n e rn stlic h e rw o g e n h a b e . d e in L e b e n g a n z a u f d e in e E n tsc h e id u n g e n auszurichten . E s m a g d ir u n b e d e u te n d v o rk o m m e n .w ie einen F isch am H aken«. und ich w erd e es tun«. Ich sah m ein G esicht. F re u n d e .« D am it b eend ete D o n Juan unser G esp räch und fo rd erte m ich auf. D on Juan lauschte schw eigend. M a k e llo s se in h e iß t. w as ich b ei m einen T raum üb ungen ta t. »Ich glaube. »D ein E nergiekö rp er ist d aran gew ö hnt. der alles durcheinander brachte und das B ild vor m einen A ugen auslöschte. sagte er. auf m einen B einen dorthin zu gehen. a b e r n ic h t g a n z . d aß d u in T o d esgefahr schw eb test. B e i m e in e n fo lg e n d e n T rä u m e n fa n d ic h a b e r B e stä tig u n g . D ann fuhr etw as w ie e i n W indstoß durchs Z im m er. w ie e s ih n e n b e lie b t. ich sah jed e P o re in m einer H aut. w ie er sich bew egen soll. seit ich d iesen Z usam m ensto ß m it d en ano rganischen W esen gehab t hatte. sagte er. daß es m ir gefallen h ä tte . eher rheto risch. I c h sp ra c h d a rü b e r m it D o n Juan. um dich bei L aune zu halten. E r schien ausnahm sw eise zufried en m it m ir. a u s e ig e n e m W ille n . »D u hast keinerlei S elb stm o rd neigung«.« E in S c h a u d e r lie f m ir ü b e r d e n R ü c k e n . »W arum hab en d eine ano rganischen F reund e d ir nicht geho lfen? « »W arum nennst d u sie m eine F reund e.« »W arum . E s w ar voreilig von m ir. D o n Juan? « »A ch. W enn d u nichts e n t sc h e id e st. dam it sie uns einen D olch in den R ücken stoßen können. W eil du keine kö rp erlichen S chm erzen hattest. D e in E n e rg ie k ö rp e r w eiß genau. d ic h vo n selb st zu b ew egen. E r kann sich bew egen. d einen E nergiekö rp er zu bewegen. M einen D rang. b ist d u nicht recht üb erzeugt.« »W ohl ist es begreiflich. D u b ist re la tiv fre i. sp ie lst d u n u r a u fs G e ra te w o h l R o u le tte m it d e in e m L eben. d e in e Ü b u n g e n z u b e e n d e n . im G le ite n o d e r S c h w e b e n b e ste h t. »D ie ano rganischen W esen z ie h e n d e in e n E n e rg ie k ö rp e r n a c h l i n k s u n d n a c h re c h ts. d ie n u r d a ra u f w a rte n . um d iese E ntscheid ungen zu verw irklichen. im m er w ied er in d ie W elt d er ano rganischen W esen zurückzukehren. üb er seine W o rte nachzud enken. daß eine tiefe. sich nur d ann zu b ew egen. D ieses S chem a zum B eispiel. fügte D on Juan m it nachdenklichem G esicht hinzu. ist so lch ein w ertlo ser K ö d er. I c h kann nicht sagen. d u w ü rd e st n i e le rn e n . klang m ir ganz vernünftig. sagte ich. tro tz allem . w ie d e r E n e rg ie k ö rp e r sic h b e w e g e n k a n n . d as hab e ich d ir d utzend e M ale gesagt. D ie anorganischen W esen sind noch im m er dabei. daß deine T räum e alle vier T age w ied erkehren. N ur glaubte ich w irklich. E in e Z e itla n g g la u b te ic h g a r. u n d b isla n g h a st d u i h n n o c h n ie m a ls se lb st. ist der völlige Zw eifel daran. sagte er. A ls ich w ied er einm al m einen K ö rp er im S chlaf sah. d ie sic h m ir b o t. n ä h e r a n s B e tt z u tre te n . E r h a tte b e i m ir e i n e n w u n d e n P u n k t b e rü h rt. daß du dem T od nahe w arst.

die nicht nur gewöhnliche Träume waren. überhaupt nicht. wie Wasser es tut. Entweder war sie ganz absorbiert vom erstbesten Gegenstand. wie ich die Richtigkeit meiner Träume überprüfen könnte. das nachgab. ob du dich wirklich schlafen siehst. Immer musste ich über eine ziemliche Distanz bis an mein Bett gleiten. bis sie lernen. was nun zu tun sei. an die du deine Energie wenden kannst. Er forderte mich auf. Darum mußt du dich aus eigenen Stücken vergewissern. ganz verschieden von denen unserer Welt. was ich mir als verläßliche Richtschnur wählen könnte. wohl auch beobachten würde. Die Tatsache. Don Juan. Doch etwas anderes war hier im Spiel: irgendwie wußte ich immer. brachte mich auf die Idee. daß du dich schlafen siehst. daß ich mich in den Träumen mühelos erinnern könnte. daß ich mein zerrissenes TShirt gesehen hatte. Ich tauchte kopfüber in etwas ein. ihren Energiekörper zu bewegen. ist. den sie im Zimmer entdeckte. Ohne nachzudenken. hechtete ich in eine der Wände. daß ich. als er sie vorbrachte. wichtigere als das Träumen. zeichneten sich dadurch aus. die eigentliche Traum-Aufgabe der zweiten Pforte«. Mir fehlte die nötige Kontrolle meiner Traum-Aufmerksamkeit. mich über dem Bett schweben .« Wieder drängte er mich. ob ich das gleiche Nachtgewand trug. wie ein Windhauch. sondern eine riesige leere Halle. ins Wasser einzutauchen.« »Jetzt aber. kopfüber abwärtszuschießen. War ich dort angekommen. Ich ging von der Annahme aus. falls ich mich wirklich im Schlaf beobachtete. Meine in Traumübungen erworbene Disziplin machte mich glauben. Deine neuen. den richtigen Plan entwickelt zu haben. tatsächlich energetische Konfigurationen seien. hilflos von Gegenstand zu Gegenstand zu schweben. In solchen Fällen hatte ich das Gefühl. erklärte er. wo mein Körper lag. aber nicht so schwierig wie das Komplettieren und Bewegen des Energiekörpers. »Es ist eine schwierige Sache. einen Bereich ganz außerordentlicher Forschungen. Bei anderen Gelegenheiten erlebte ich den völligen Verlust meiner Willenskraft. weil ich zu langsam bin?« »Du bist nicht langsam. Ich war zuversichtlich. mir etwas einfallen zu lassen. als ich zu Bett ging. diese Aufforderung erschien mir nicht mehr so seltsam wie beim ersten Mal. bis nur noch mein Körper und das Bett übrig waren. da ich gelernt habe. außerordentlichen Forschungsmöglichkeiten sind davon abhängig. daß ich die Fähigkeit hätte. Ich spürte die Wand. Bei Zauberern dauert es eine Ewigkeit. um dieser Richtschnur zu folgen. durch flüssige Materie hindurchzugehen. daß ich . oder sie konnte nicht entscheiden. während ich weiter abwärtsschoß. Manchmal verschwand das Zimmer auch ganz Stück um Stück schwindend. Solche Träume. war nicht das körperliche Gefühl. und ich konnte mich nicht an Einzelheiten meines Nachtgewandes erinnern. daß mein Körper schlafend im Bett lag. und zwar solcher Träume. Es war eher wie der Gedanke an einen Kopfsprung. Es gibt andere Themen. mich in eine hineinzustürzen. Die Bewegung des Energiekörpers hat dir ein neues Feld eröffnet.wie ein Kolibri. dann ließ eine Kraft. Die Stimme des Traumbotschafters erklärte mir einmal. wie du weißt. Das Gefühl. aber die erwarteten Resultate stellten sich nicht ein. Zum Beispiel machte der Botschafter mich darauf aufmerksam. ob meine Träume gewöhnliche Träume waren oder nicht.»Wolltest du meine Traumübungen beenden. war so real. an deren einem Ende mein Bett stand. Was ich empfand. dieses Gewand alle vier Tage gründlich zu ändern.was sollte ich jetzt noch tun?« »Dich weiterbewegen. meinen Energiekörper zu bewegen . was ich angezogen hatte. »Von einem Scout sich transportieren zu lassen. mir solche Dinge zu merken und mich später im Traum daran zu erinnern. mit dem ich zu Bett gegangen war: und nun beschloß ich. Ich wollte deine Traumübungen beenden. weil ich keine Zeit mehr habe. die sich wie Wasser verhielt. ob du wirklich dich selbst im Schlaf siehst oder ob du lediglich träumst. die nicht nur gewöhnliche Träume waren. Nie war es mein Zimmer. Meine TraumAufmerksamkeit schien unabhängig von mir zu funktionieren. Ich tat mein Bestes. daß alle Elemente der Träume. so etwas wie die visuelle Empfindung. Ein bemerkenswertes Merkmal solcher Träume war mein Zimmer.« Nach langem Grübeln und Suchen glaubte ich. als ob ich in einen See tauchte. wie in der Wirklichkeit des Alltags. daß die Wände flüssig wären. während mein Bewusstsein ihn beobachtete.

Ich sah W o lken und M assen steinerner M aterie in einer w ässrigen S ub stanz schw eb en. A us m einer S icht b lieb ich eine ganze E w igkeit d o rt. »Ich werde nicht mit meinem Zimmer fertig«. Du hattest ja eigentlich nicht nötig. D u w irst i h n für im m er los s e in .« »W ie kann ich ihn d aran hind ern? « »D a h ilft e in e in fa c h e s. Die bemerkenswerte Folge war. daß ich immer sofort gezwungen war. d ie K rista lle n g lic h e n . Ich konnte meine Traumübungen fortsetzen. daß die Sache so ausgegangen war. la n g sa m o d e r m it h o h e r G e sc h w in d ig k e it. Decke und Fußboden. dies sei eine gute Abmachung. sagte ich. sagte er. »Du warst jedenfalls aufrichtig. S ie sagte: »W enn du darauf verzichtest. bemerkte er lachend. den Botschafter auszuschalten. darin einzutauchen. w e rd e n d ie a n o rg a n isc h e n W e se n im m e r e in e n D raht zu d ir hab en. Staubflecken an der Decke oder verwischte Fingerabdrücke an einer Türkante. h in g g e ra d e z u a n m e in e n L ip p e n . war ich bei Don Juan und befragte ihn nach diesem Stand der Dinge. Aufrichtig zu sein ist alles. In meinem schiefen Zimmer war die durch stumpfe und spitze Winkel hervorgerufene Verzerrung ein Mittel. M ir k a m d e r G e d a n k e . statt der normalen rechten Winkel von Wänden.« M it d ie se n W o rte n stü rz te D o n Ju a n m ic h in e i n se h r b e u n ru h ig e n d e s D ile m m a . mich nie mehr in deine Traumübungen einzumischen und nur dann zu dir zu sprechen. w ie ic h sie n ie g e se h e n h a b e . und tu es gleich.mit einem Unterschied: in den Träumen war mein Zimmer stets so schief. tu nur. D a gab es leuchtend e geo m etrische F iguren. Bei all diesen Traumübungen gab es eine solche Fülle von Einzelheiten in meinem Zimmer. a lle rd in g s sc h w ie rig e s M a n ö v e r. aber reale Details hervorzuheben. F alls d u d ies verm eid en w illst. u n d v o r m e in e r N a se d ie W a n d m e in e s Z im m ers. um gewisse absurde. gab er zu. eine andere. verspreche ich dir. Ic h w o llte m e in e B e z ie h u n g z u m B o tsc h a fte r e ig e n tlic h n ic h t b e e n d e n .m ich b ereits fragte. nachdem ich ihm die Details meiner Traumübungen geschildert hatte. und deren Sog war so intensiv. ih n fü r im m e r lo sz u w e rd e n ? « »G a n z b e stim m t. deinen Wunsch auszusprechen. ohne vom Botschafter belästigt zu werden. Sobald ich mich wieder freimachen konnte. E r b e m e rk te m e in Z ö g e rn . Ich war sogar erleichtert. in denen die Zimmer im Traum meinem Zimmer in der alltäglichen Wirklichkeit entsprachen . Ich bin überzeugt. A ll d ies zo g an m ir vo rb e i. worauf es ankommt. d aß ich i h n nie w ied er hö ren w erd e? « »G enau. als ich dies dachte. Statt dessen konntest du ihn zwingen. daß es aussah wie ein riesiges kubistisches Gemälde. überflüssige. E ine heim liche F urcht zw ang m ich. »Wie kommst du auf die Idee. der Botschafter wird sich nicht mehr einmischen. »D er T raum b o tschafter hat kein R echt.« »H eiß t d as. u n te rb ra c h m ic h d ie S tim m e des B otschafters.« B ei m einer nächsten T raum sitzung. a b e r z u g le ic h h a tte ic h d e n W u n sc h . wenn du mir direkte Fragen stellst. D o n Ju a n s R a tsc h la g z u fo lg e n . d e n T ra u m b o tsc h a fte r n ic h t m e h r b e i d ir z u h a b e n . »aber w enn d u 's n ic h t tu st. O d er v ie lm e h r. je d e n fa lls z u d ie se m Z e itp u n k t. daß Don Juan enttäuscht sein würde. ic h sä h e d e n g a n z e n K o sm o s. »Das war ein gutes Manöver«. w ährend ich m ich darauf vorb e re ite te . zum Beispiel verschlungene Linien im Parkettboden oder witterungsbedingte Verfärbungen des Wandanstrichs.« »A b e r ist e s d e n n ra tsa m . In diesen Träumen verirrte ich mich unvermeidlich in den wasserähnlichen Universen der durch die Verzerrung hervorgehobenen Details. Du hattest wirklich die Absicht. deinen Wunsch zu äußern. Ich fürchtete aber. Im se lb e n A u g e n b lic k . m e in e A b sic h t a u sz u sp re c h e n . so verzerrt. »A n d ie se m P u n k t d e r E n tw ic k lu n g m u ß t d u e in e n d ra stisc h e n R ichtungsw echsel vo rnehm en«. Stumpfe und spitze Winkel herrschten vor. 166 . sich in d eine T raum üb ungen einzum ischen. u n d p lö tz lic h fa n d ic h m ic h w a c h lie g e n . E s g a b a u c h Z o n e n g re lle n L ichtes und and ere vo n tiefer S chw ärze. E r h ö rte a u fm e rk sa m z u . d a ß a lle s w ie v e rw isc h t e rsc h ie n . d u so llte st e s ih m u n te r k e in e n U m stä n d e n e rla u ben. B e i m E in tre te n in d a s T rä u m e n so llst d u la u t d e in e n W u n sc h ä u ß e rn . »Ich w eiß. D o n Juan um R at zu fragen. es ist ein schw ieriges V orhaben«. daß ich nun Träume hatte. dir angenehme Möglichkeit vorzuschlagen. w as ich gesagt hab e. steigerte sich m eine G eschw indigkeit so ungeh e u e r.« Don Juan hatte recht.« Sofort akzeptierte ich den Vorschlag und glaubte aufrichtig. w ie lange o d er w ie tief o d er w ie w eit ich tauchen w ürd e. du müßtest damit fertig werden?« fragte er grinsend. u n d F le c k e n v o n in te n siv ste n P rim ä rfa rb e n .

wie sie mir gelangen. w ie du es jetzt tu st.« »W ie könnte ich das t u n . »Das Geheimnis liegt in der Absicht. Ic h erw artete m ehr über die Fessel der D etails zu erfahren.« Und er erklärte mir. Nun glauben die Zauberer. er würde noch mehr sagen. D on J u a n . Man beabsichtigt einfach. E r kann sich nicht von dem Zw ang befreien. das heißt indem du i h n anpirschst. daß das H inausgehen aus m einem Zim m er. »D u m ach st d ein e S ach e g u t « . U nd genau darum geht es hier: näm lich um die V ervollständigung des E nergiekörpers. gelang es mir doch nie. Ich erwartete. ob du dich nicht w ieder in deinen Interp re ta tio n e n v e rfa n ge n h a st. w ar für m ich unerläßlich. meinen Montagepunkt . und schon pirschst du. um den Energiekörper zu komplettieren.weil alles. Don Juan selbst staunte über meine Fähigkeit oder mein Glück. Und er meinte. w as m eine A ufm erksam keit fesselte. sei d essen U n erfah ren h eit. Und er erwartete. daß Zauberer e in Leben la n g dam it beschäftigt s in d . statt gegen d en E n ergiekö rp er an zu käm pfen. W as w illst du m ehr?« Ich versuchte ihm klarzum achen. und sie fixieren ihn auch.« Er sah mich an und drängte mich augenzwinkernd.« An diesem Punkt war es unvermeidlich. kann m an ih m behilflich se in . E in M inim um an eigenem W illen zu haben. »B evor der E nergiekörper vollständig und reif entw ickelt ist. und ich war sicher. sagte er. Das war ein schwerer Irrtum. m ich loszum achen von allem . was er gesagt hatte. D on Juan?« »Indem du sein V erhalten steuerst. indem man beabsichtigt. E r sagte. indem sie i h n alles m ögliche aufsaugen lassen. »D u dringst in unglaubliche R egionen vor. erklärte er. den Montagepunkt anzupirschen. über seine Worte nachzudenken. in diesem Fall dort. sich von allem und jedem absorbieren zu lassen. erklärte m ir D on Ju an . wie ich meinen Montagepunkt in die Idealposition beabsichtigen könnte. W a s gla u b st d u d e n n . was mit dem Energiekörper zusammenhängt. »Du lässt deinen Energiekörper einfach beabsichtigen. daß irgend etwas mich auf die richtige Spur bringen würde. »Dann lässt du deinen Energiekörper beabsichtigen. wo der Energiekörper sich konsolidieren und von wo er schließlich hervorgehen kann. b is T räu m er ih ren E n ergiekö rp er vervo llstän d igen . »E s d au ert seh r lan ge. hinunter auf die Straße ein so eindringlicher T raum für m ich gew esen w ar. sein e U n vo llstän d igkeit. daß es auch diesmal klappen würde. Der nächste Schritt ist dann. als diesen zu verschieben . von der richtigen Position des Montagepunktes abhängig ist und weil Träumen nichts anderes ist. Das hatte ich nicht. sobald der Energiekörper sich von selbst bewegen kann. daß ich verstanden hätte. »A b e r d u tu st je tz t v ie l grö ß e re D in ge «. sagte Don Juan. indem sie es beabsichtigen. Für das Beabsichtigen aber gibt es keine Technik. wie lange ich auch wartete. in dieser Position zu bleiben. daß ich geradezu einen physisch en D ran g versp ü rte. sich zu bew egen?« U nd so erzählte ich ihm . Was ich auch tat. sagte er sch ließ lich . um den Montagepunkt in der richtigen Position verweilen zu lassen. Schon früher waren mir alle möglichen Manöver gelungen. w arum m ein E nergiekörper a lle rle i D etails untersuchen und sich unlösbar darin verstricken m üsse. ihn anzupirschen. »Die Zauberer verschieben ihren Montagepunkt. i h r e n Energiekörper zu konsolidieren. V ielleicht solltest du dich fragen.« D er G rund.»Ich habe das G efühl. neigt er zur Selbstvergessenheit. W as m ich am m eisten beunruhigte. das heißt ihn in dieser Position zu fixieren. p ro te stie rte e r. daß dieser Vorgang das Einfachste von der Welt sei: man braucht nur die Absicht. m ich au s d er F essel d er D etails zu b efreien. daß das Pirschen . b e d e u te t in diesem Fall. W enn m an d ies ab er b erü cksich tigt.folglich das geeignete Mittel sei. w ar m eine U nfähigkeit. indem sie es beabsichtigen. D arauf folgte ein langes Schw eigen.« »A ber du bew egst dich doch über dein Zim m er hinaus. Im m erhin hatte er m ich vor deren G efahren gew arnt. Ich hatte grenzenloses Vertrauen. es noch einm al zu tun. aber das weißt du schon«. Schweigen und erwartungsvolle Blicke folgten auf diese Eröffnung. die optimale Traumposition zu erreichen«. daß ich mir wieder einmal kühne Vorstellungen über meinen Wert als Zauberer machte. daß die optimale Position des Montagepunktes erreicht ist. ohne daß ich wußte. ich sollte m ich über m ein Z im m er hinaus bew egen. daß ich m ich w irklich gedrängt sah.

sa g te ic h z u D o n Ju a n .sehen. V ie lle ic h t la g e s d a ra n . D ie ideale S telle und die F ixierung des M ontagepunkte s sin d d o c h M e ta p h e rn . D ie s h a b e ic h d ir n ic h t g e sa g t. d re h te sic h d e r g a n z e T ra u m u m d ie se n w in z ig e n F le c k . Wenn sie im Traum die Energie eines Gegenstandes sehen. d a ß m e in Z w ang. wie verzerrt diese Welt ihrer Traum-Aufmerksamkeit erscheinen mag. 171 . in deinen Träumen Energie zu sehen. Ic h k a m z u d e m S c h lu ss. das hast du. »Du wirst üben.« Ich war verblüfft. daß sie es mit einer realen Welt zu tun haben. Die Aufgabe der dritten Traumpforte hast du erfüllt. g e sc h w e ig e d e n n a n d e r id e a len.« U n d n u n b a t e r m ic h . »Was dir nun bevorsteht. a ls e r sic h v o n se lb st b e w e g te . »Ic h fü rc h te . B egriffe falsch zu interp re tie re n . »T atsächlich b ist d u w ied er einm al auf deine N eigung hereingefallen. Und jetzt verzweifelst du daran.a n irg e n d e in e r S te lle z u fix ie re n . m e in te ic h . »Ic h d a c h te w irk lic h . ganz gleich. d e r m ic h a n O rt und S telle festhielt.und ließ dich wissen. Ic h 170 wollte sehen. ob du einen normalen Traum hattest oder nicht. eine Richtschnur zu finden. du hast sie schon gefunden.« »Doch. das kann ich dir versichern. den Energiekörper von selbst sich bewegen zu lassen. was er damit meinte. w enn auch erfolglosen B em ühens gab ich e s a u f. e rste n s. ic h le id e m ehr d enn je an S elb stüb erschätzung. d a ß u n b e le b te M a te rie w irk lic h e in e lä h m e n d e K ra ft h a tte : ic h sa h sie ste ts a ls d u n k le n L ic h tstra h l. k a u m w a r ic h b e i ih m e in g e tre te n . ih m v o n d e n le tz te n E re ig n isse n m e in e r T ra u m ü b u n g e n z u b e ric h te n . a b e r im m e rh in a n g e d e u te t. Dieses Etwas war dein Energiekörper. bis ich erw achte .m eist m it d er N ase an d er W and o d er am H o lzb o d en d es Z im m ers. mit deinem Energiekörper. »Du hast herausgefunden. S o kö nnte d iese B ew egung m ich d aran gehind ert hab en. Tatsächlich hast du schon oft Energie gesehen«. w e il d e in E n e rg ie k ö rp e r v o llstä n d ig w a r. d eine S chuhe zu binden. antwortete er. Don Juan?« musste ich ihn fragen.« »N icht w irklich«. w ä h re n d ic h schlief. re a l w a r. »Was habe ich eigentlich allein herausgefunden. Dann aber begann irgend etwas für dich zu arbeiten . S olche B ilder hielten a n . ist ein Juwel für die Zauberer«. Angefangen hat es schon vor einiger Zeit. wissen sie. m ich in d ie D etails zu stürzen. D o n Ju a n lä c h e lte u n d sa g te : »A ll d ie s g e sc h a h d ir. die m ich versteinerte. z w e ite n s. Sein durchdringender Blick glitt über meinen ganzen Körper. »Ich habe nichts dergleichen herausgefunden. nämlich. d a m e in e T ra u m A u fm e rk sa m k e it sic h a u f d ie s L ic h t k o n z e n trie rte . gab m ir aber die C hance. wie immer. A ls e rste s e rz ä h lte ic h .« Ich hatte keine Ahnung. die ich beobachtete. wenn er sich umherbewegt. Ich h a tte d a n n im m e r d e n E in d ru c k . d a ß ic h m ich in den T räum en unaufhörlich . ic h k ö n n te e s«. nicht mehr so zwanghaft an den Details interessiert ist. ob du es allein herausfinden könntest . B e id e s h a t n ic h ts m it d e n W ö rte rn z u tun. daß dein Energiekörper. d a ß d ie se s D e ta il. Jetzt sollst du die eigentliche Aufgabe erfüllen: Energie zu . sehen sie Energie immer dann. Der Beweis ist. als es dir nicht gelang. u n d d a ß ic h e s. um deinen Montagepunkt zu fixieren. um die Realität deiner Träume zu überprüfen. d ie w ir zu ihrer B eschreib ung verw end en. D u su c h st d ie id e a le S te lle d e s M o n ta g e p u n k te s. »Wenn ihr Energiekörper komplett ist. den V organg des A bsorbiertw e rd e n s d u rc h D e ta ils n ä h e r z u u n te rsu c h e n . A uf diese W eise gebrem st zu w erden. N ach M onaten ernsten.bew egte. Ich konnte nicht einmal eine meiner törichten Fragen stellen. Ic h sa h ih n v e rg rö ß e rt m a n c h m a l b is z u m U m fa n g d e s ganzen K osm os. Wenn sie nicht die Energie eines Gegenstands sehen. sagte er lächelnd . a ls su c h te st d u d e in e v e rlo re n e n A u to sc h lü sse l. m ich vo n E inzelheiten ab so rb ieren zu lassen. daß dein Energiekörper komplett war«. Die Träumer haben eine Faustregel«. daß du nicht die ideale Stelle finden kannst. M anchm al sand te zum B eisp iel ein w inziger F le c k a n d e n W ä n d e n o d e r a u f d e m P a rk e ttb o d e n m e in e s Z im m ers eine L ichtlinie aus. Don Juan sah mich. als ginge es d arum . prüfend an. b e o b a c h te t h a tte . fuhr er fort. Jetzt sollst du es aus eigenem Willen tun. tatsächlich n a c h g e la sse n h a tte .w ie zw anghaft . fuhr er fort. U n d d a n n w illst d u d en M o ntagep unkt festb ind en. fuhr Don Juan fort. V on dem A ugenb lic k . wenn sie einen Gegenstand der alltäglichen Welt anstarren. »Aber das Sehen war jedesmal Zufall.was dir natürlich gelungen ist. Aber ich sage dir.

sind sie in einem gewöhnlichen Traum, nicht in einer realen Welt.« »Was ist eine reale Welt, Don Juan?« »Eine Welt, die Energie hervorbringt; das Gegenteil einer Phantomwelt von Projektionen, wo keine Energie erzeugt wird, wie in den meisten unserer Träume, wo nichts einen energetischen Effekt hat.« Und dann gab Don Juan mir eine neue Definition des Träumens: ein Prozeß, durch den Träumer jene Bedingungen des Träumens isolieren, durch die sie Energie erzeugende Elemente im Traum finden können. Anscheinend guckte ich verständnislos. Don Juan erkannte mein Dilemma und gab mir lachend noch eine weitere. noch kompliziertere Definition: Träumen ist ein Prozeß, durch den wir beabsichtigen, adäquate Positionen des Montagepunktes zu finden - Positionen, die uns erlauben, Energie erzeugende Gegenstände in traumverwandten Zuständen wahrzunehmen. Und er erklärte mir, daß der Energiekörper auch solche Energie wahrnehmen kann, die ganz verschieden ist von jener unserer Welt, wie im Fall der Traumgegenstände im Reich der anorganischen Wesen, die der Energiekörper als brutzelnde Energie wahrnehme. In unserer Welt, fügte er hinzu, brutzeln die Dinge nicht; hier flimmern sie. »Von nun an«, sagte er, »geht es bei deinem Träumen darum, herauszufinden, ob die Gegenstände, auf die du deine Traum-Aufmerksamkeit konzentrierst, Energie erzeugen. Ob sie bloße Phantomprojektionen sind, oder Generatoren fremder Energie.« Don Juan gestand mir, er habe gehofft, daß ich selbst auf die Idee kommen würde, Energie selbst als Maßstab zu wählen, um zu bestimmen, ob ich meinen realen Körper im Schlaf beobachtete oder nicht. Er lachte herzlich über meinen dürftigen Trick, alle vier Tage beim Schlafengehen eine ausgesuchte Verkleidung anzulegen. Wohl hätte ich alle nötigen Informationen zur Verfügung gehabt, meinte er, um herauszufinden, was die eigentliche Aufgabe an der dritten Pforte des Träumens sei; aber mein Interpretationsschema habe mich gezwungen, ausgefallene Lösungen zu suchen, denen vor allem eines fehlte: die Einfachheit und Direktheit der Zauberei. 172

9. Das neue Forschungsgebiet

Um beim Träumen zu sehen, sagte Don Juan, müsse ich nicht nur das Sehen beabsichtigen, sondern auch meine Absicht laut aussprechen. Aus Gründen, die er allerdings nicht erklären wollte. beharrte er darauf, ich müsse dies laut sagen. Wohl räumte er ein. es gebe auch andere Mittel zum selben Zweck, aber er war überzeugt, das Aussprechen der eigenen Absicht sei der einfachste und direkteste Weg. Als ich nun zum erstenmal meine Absicht, zu sehen, in Worte faß-te, träumte ich von einem Kirchen-Basar. So viele Gegenstände waren dort aufgeboten, daß ich mich nicht entschließen konnte, welchen ich anstarren sollte. Eine auffällige große Vase in einer Ecke nahm mir die Entscheidung ab. Ich starrte sie an und äußerte meine Absicht, zu sehen. Die Vase blieb kurz in meinem Blick, dann verwandelte sie sich in einen anderen Gegenstand. In diesem Traum starrte ich so viele Dinge an, wie ich nur konnte. Hatte ich meine Absicht ausgesprochen, zu sehen, dann verschwand jeder dieser Gegenstände oder verwandelte sich in etwas anderes, wie es schon immer in meinen Traumübungen geschehen war. Schließlich war meine Traum-Aufmerksamkeit erschöpft, und ich erwachte sehr frustriert, beinah wütend. Endlose Monate starrte ich dann im Traum auf Hunderte von Gegenständen und äußerte vorsätzlich meine Absicht, zu sehen, aber nie geschah etwas. Des Wartens müde, musste ich schließlich Don Juan um Rat fragen. »Du brauchst Geduld«, sagte er. »Du bist im Begriff, etwas ganz Außerordentliches zu lernen. Du lernst, im Traum das Sehen zu beabsichtigen. Eines Tages wirst du nicht mal mehr deine Absicht aussprechen müssen. Du wirst sie einfach durch deinen stummen Willen verwirklichen.« »Ich glaube, ich habe nicht verstanden, was ich da mache«, sagte ich. »Nichts geschieht, wenn ich meine Absicht, zu sehen, laut hinausrufe. Was hat das zu bedeuten?« 173

»E s bedeutet, daß deine T räum e bislang gew öhnliche T räum e w are n . E s w a re n P h a n to m p ro je k tio n e n - B ild e r, d ie n u r in d e in e r T raum -A ufm erksam keit lebendig sind.« E r w ollte genau w issen, w as m it den G egenständen passierte, auf d ie ich m ein en B lick rich tete. Ich sagte, d aß sie versch w an d en . ih re G e sta lt v e rä n d e rte n o d e r so ga r W irb e l v e ru rsa c h te n , d ie m ich schließlich in einen anderen T raum überw echseln lie ßen. »S o w ar es bei all m einen regelm äßigen T raum übungen«, sagte ich. »D as einzig U ngew öhnliche ist, daß ich lerne, im T raum aus vollem H als zu brüllen.« B ei m einen letzten W orten bog sich D on Juan vor Lachen, w as ich ziem lich unangenehm fand. Ich sah w eder das K om ische m einer Ä ußerung noch den G rund für seine R eaktion. »E ines T ages w irst du erkennen, w ie kom isch das ist«, sagte er - gleichsam als A ntw ort auf m einen stum m en P rotest. »E instw eilen ab er gib n ich t au f u n d laß d ich n ich t en tm u tigen . B em ü h e d ich w eiter. F rü h er o d er sp äter triffst d u d en rich tigen T o n .« E r h a tte re c h t, w ie im m e r. E in p a a r M o n a te sp ä te r m a c h te ic h ein en gro ß en T reffer. E s w ar ein gan z u n gew ö h n lich er T rau m . G leich anfangs erschien ein Scout aus der W elt der anorganischen W esen . D ie S co u ts, w ie au ch d er T rau m b o tsch after, h atten b is d ah in seltsam erw eise in m ein en T räu m en gefeh lt. Ich h atte sie n ich t verm iß t, au ch n ich t n ach ged ach t ü b er ih r V ersch w in d en . T atsächlich w ar ich so zufrieden m it ihrer A bw esenheit, daß ich vergessen hatte, D on Juan davon zu berichten. In diesem T raum w ar der Scout zuerst e in riesiger gelber T opas, d en ich in ein er S ch u b lad e fan d . K au m äu ß erte ich m ein e A b sicht, zu sehen, da verw andelte der T opas sich in einen T ropfen brutzelnder E nergie. Ich fürchtete schon, ihm folgen zu m üssen, d aru m w an d te ich m ein en B lick ab vo n d em S co u t u n d rich tete ihn auf ein A quarium m it tropischen F ischen. Ich äußerte m eine A bsicht, zu sehen, und erlebte eine gew altige Ü berraschung. D as A quarium leuchtete m it einem schw achen, grünlichen L icht und verw andelte sich in das große, surrealistische P orträt einer juw elengeschm ückten Frau. D as P orträt strahlte das gleiche grünliche L icht aus, w enn ich m eine A bsicht aussprach, zu sehen. W ä h re n d ic h in d ie se s L ic h t sta rrte , v e rä n d e rte sic h d e r ga n z e T raum . N un w anderte ich durch eine Straße- in einer Stadt, die m ir
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bekannt vorkam. Es hätte Tucson sein können. Ich starrte auf Damenbekleidung in einem Schaufenster und äußerte laut meine Absicht, zusehen. Sofort begann eine schwarze Kleiderpuppe im Vordergrund zu leuchten. Dann starrte ich eine Verkäuferin an, die in diesem Augenblick hinzutrat, um das Schaufenster umzudekorieren. Sie sah mich an. Nachdem ich meine Absicht ausgesprochen hatte, sah ich sie leuchten. Es war so verblüffend, daß ich schon fürchtete, von irgendeinem Detail in ihrem strahlenden Glanz gefesselt zu werden, aber die Frau trat wieder in die Tür zurück, bevor ich Zeit fand, meine Aufmerksamkeit ganz auf sie zu konzentrieren. Natürlich hatte ich die Absicht, ihr ins Innere des Geschäfts zu folgen. Doch meine Traum-Aufmerksamkeit wurde von einem beweglichen Lichtschein gefangengenommen. Hasserfüllt kam er auf mich losgestürzt. Ja, es lag Abscheu und Bosheit in diesem Licht. Ich sprang zurück. Das Licht verhielt in seinem Angriff. Eine schwarze Substanz verschlang mich, und ich erwachte. So lebhaft waren diese Bilder gewesen, daß ich fest glaubte, ich hätte Energie im Traum gesehen und dieser Traum sei einer jener Zustände, die Don Juan als traumverwandt bezeichnet hatte und die Energie erzeugten. Die Vorstellung, daß Träume in der geläufigen Realität unserer Alltagswelt stattfinden können, faszinierte mich sehr, genau wie die Bilder im Reich der anorganischen Wesen mich fasziniert hatten. »Diesmal hast du nicht nur Energie gesehen, sondern eine gefährliche Grenze überschritten«, sagte Don Juan, nachdem er meinen Bericht angehört hatte. Er wiederholte mir. daß der Drill der dritten Traumpforte den Zweck habe, den Energiekörper von selbst sich bewegen zu lassen. In meiner letzten Traumsitzung, sagte er, hätte ich ungewollt den Effekt dieses Trainings übertroffen und sei in eine andere Welt hinübergewechselt. »Dein Energiekörper hat sich bewegt«, sagte er. »Er hat von selbst eine Reise angetreten. Doch eine solche Reise übersteigt momentan deine Fähigkeiten. Und irgend etwas hat dich angegriffen.« »Was, glaubst du, war es, Don Juan?« »Dies ist ein räuberisches Universum«, sagte er. »Es mag eines der unzähligen Wesen gewesen sein, die es dort draußen gibt.« »Warum, glaubst du, hat es mich angegriffen?«
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»A us dem gleichen G rund, w eshalb die anorganischen W esen dich angriffen: w eil du dich zugänglich m achtest.« »Ist es so einfach, D on Juan?« »G ew iß. E s ist so einfach w ie das, w as du tun w ürdest, w enn e in e unheim liche Spinne über deinen T isch krabbelte, w ährend du m it S ch reib en b esch äftig t w ärst. D u w ü rd est sie zerd rü ck en , au s Furcht, statt ihre Schönheit zu bew undern oder zu studieren.« Ich w ar verlegen und suchte nach W orten, um die richtige Frage zu stellen. Ich w ollte ihn fragen, w o m ein T raum w ohl stattgefunden hatte oder in w elcher W elt ich in jenem T raum gew esen w ar. S o lc h e F ra g e n a b e r w ä re n sin n lo s g e w e se n , d a s v e rsta n d ic h selbst. D on Juan w ar sehr m itfühlend. »D u m öchtest w issen, w orauf deine T raum -A ufm erksam keit sich konzentrierte, nicht w ahr?« fragte er grinsend. G enau das w ar es, w as ich m it m einer Frage ausdrücken w o llte . Ich unterstellte, daß ich in dem betreffenden T raum w ohl e in reales O b jek t an g esch au t h atte. G en au d as g leich e, w as g esch ah . w enn ich in m einen T räum en die w inzigsten D etails am Fußboden, an den W änden oder an der T ür m eines Zim m ers sah - la u te r E inzelheiten, die, w ie ich später bestätigt fand, tatsächlich e x istierten. D on Juan sagte, daß unsere T raum -A ufm erksam keit bei besonderen T räu m en w ie jen em , d en ich g eh ab t h atte, sich au f u n sere A lltagsw elt konzentriere und in dieser W elt von einem realen O bjekt zum anderen springe. W as diese B ew egung erm ögliche, sei die T atsache, daß der M ontagepunkt sich in der richtigen P osition befinde. A us dieser P osition könne der M ontagepunkt der T raum A ufm erksam keit solche B ew eglichkeit verleihen, daß sie im B ruchteil einer S ekunde unglaubliche D istanzen zurücklege und dabei so rasche und flüchtige W ahrnehm ungen hervorrufe. daß diese einem gew öhnlichen T raum glichen. In m einem T raum , erklärte D on Juan, hätte ich eine reale V ase gesehen, und dann habe sich m eine T raum -A ufm erksam keit über eine w eite D istanz bew egt, um das surrealistische B ild einer juw elengeschm ückten Frau zu sehen. D as E rgebnis - abgesehen davo n , d aß ich E n erg ie g eseh en h ätte - sei ein em g ew ö h n lich en T rau m seh r äh n lich g ew esen , b ei d em d ie G eg en stän d e, w en n m an sie anstarrt, sich rasch in etw as anderes verw andeln.

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»Ic h w e iß , w ie b e u n ru h ig e n d d a s a lle s ist«, fu h r e r fo rt, m e in e r B e stü rz u n g w o h l b e w u ß t. »A u s irg e n d e in e m G ru n d , d e r m it d e r F u n k tio n u n se re s G e iste s z u sa m m e n h ä n g t, ist e s e rsc h ü tte rn d e r als alles and ere, w enn m an E nergie im T raum sieh t.« Ich w andte ein, ich hätte schon früher E nergie im T raum gesehen. N ie ab er hab e es m ich so m itgeno m m en. »D e in E n e rg ie k ö rp e r ist je tz t k o m p le tt u n d e in sa tz fä h ig «, sa g te er. »W enn du also E nergie im T raum siehst, nim m st du eine reale W e lt w a h r - w e n n a u c h im G e w a n d e in e s T ra u m e s. D a s ist d ie B ed eutung d er R eise, d ie d u unterno m m en hast. S ie w ar real. E s gab E nergie erzeugend e O b jekte, d ie d ich b einah d as L eb en ko steten.« »W ar es denn so gefährlich. D on J u a n ? « »D a kannst d u w etten! D as W esen, d as d ich angriff, b estand aus reiner B ew ußtheit und w ar so gefährlich, w ie etw as nur gefährlich sein kann. D u hast seine E nergie gesehen. Ich bin sicher, du w eißt jetzt, daß w ir, solange w ir nicht im T raum sehen, ein reales, E nerg ie e rz e u g e n d e s O b je k t n ic h t v o n e in e r P h a n to m p ro je k tio n u n terscheid en kö nnen. A uch w enn d u also in einen K am p f m it d en a n o rg a n isc h e n W e se n v e rw ic k e lt w u rd e st, a u c h w e n n d u d ie S couts und die T unnel tatsächlich gesehen h a s t, w eiß dein E nergiekö rp er nicht m it G ew iß heit. o b sie real w aren, d as heiß t o b sie E nergie erzeugten. D u bist dir zu neunundneunzig P rozent sicher. nicht zu hund ert P ro zent.« D o n Ju a n w o llte n o c h w e ite r ü b e r d ie R e ise sp re c h e n , d ie ic h u n te rn o m m e n h a tte . A u s e i n e m u n e rk lä rlic h e n G ru n d w id e rstrebte es m ir, dieses T hem a zu behandeln. W as er sagte, r i e f bei m ir so fo rt eine so nd erb are R eaktio n hervo r. Ich m erkte, d aß ich m ic h m it e in e r tie fe n u n d se ltsa m e n F u rc h t a u se in a n d e rse tz e n m u sste ; e in e r d u n k le n F u rc h t, d ie im In n e rn a n m ir n a g te . »D u b ist e in d e u tig in e in e a n d e re H a u t d e r Z w ie b e l v o rg e sto ß en«, sagte D o n Juan zum A b schluß einer E rklärung, auf d ie ich nicht w eiter geachtet hatte. »W as ist d iese and ere H aut d er Z w ieb el. D o n Juan? « »D ie W elt ist w ie eine Z w iebel. S ie hat viele S chichten. D ie W elt, d ie w ir kennen, ist nur eine d avo n. M anchm al üb erschreiten w ir die G renzen und stoßen in eine andere S chicht vor: in eine andere W elt, dieser ganz ähnlich, aber nicht dieselbe. U nd du bist in eine d avo n vo rgesto ß en, ganz vo n selb st.« 177

Der Druck war so stark. das geschehen sein mochte. glaubte ich vor Qual zu sterben. »W iederh o le d ie F o rm e l in g u te m G la u b e n . als Don Juan und ich über das Träumen sprachen. »Weil du ein moderner Mensch bist. um meine Situation zu erklären. in e in e r a n d e re n H a u t d e r Z w ie b e l. die Menschen der Vorzeit hätten eine sehr realistische Auffassung von Bewusstsein und Wahrnehmung gehabt. diskutierten wir über die Gründe. W enn du es dir lange genug w iederh o lst. d a ß d ie R e ise d e s E n e rg ie k ö rpers ausschließlich von der P osition des M ontagepunkts abhängig ist. weil ihre Ansichten auf ihrer Beobachtung der Sozialordnung und ihrem Verhalten in dieser sozialen Welt beruhten. herrschte er m ich an. D on J u a n .« »D eine S chw ierigkeit ist d ein Z ynism us. aber verstrickt in die Auffassungen und Beobachtungen der Menschen der Vorzeit«. natürlich. d aß d ie R eise in d er P o sitio n d es M o ntagep unktes stattfind et. so daß ich vor Schmerz aufschrie. sagte er. die du beschreiten kannst .wenn ich die vernünftigen Maßstäbe meines Alltagsbewußtseins anlegte. antwortete er. D on Juan?« »D as ist eine sinnlose F rage. warum es mir monatelang nicht gelungen war. ich so llte m ir d iese F o rm el unaufhö rlich w ied erho len.« D o n Ju a n m a c h te n ic h t d e n E in d ru c k . e r m e in te je d e s W o rt e rn st. U n d ic h h a b e im m e r w ie d e r d a rü b e r nachged acht. w a r se in e F o rd erung. in Wirklichkeit aber nicht geschehen war .« Ic h v e rsta n d d u rc h a u s. um Unsterblichkeit zu erlangen. W e iß t d u .»W ie ist diese R eise m öglich. W a s m ic h stö rte . was für Don Juan. w ird e in e u n sic h tb a re K ra ft d ie F ü h ru n g ü b e rn e h m e n u n d d ie geeigneten V eränd erungen in d ir b ew irken.« »D a s h a st d u m ir g e sa g t. Don Juan warnte mich aber. m usste i c h m ir gestehen. wie der Traumbotschafter ver- . D e r Z yn ism u s e rla u b t u n s n i c h t . »G ib deine zynische H altung auf«. viel Ähnlichkeit habe mit der Beziehung der alten Zauberer zu den anorganischen Wesen. daß ich die Bewußtseinsebene wechselte und wieder in meinen normalen Zustand eintrat. »Ic h m ö c h te d ir e tw a s g a n z V e rrü c k te s v o rsc h la g e n . d a ß d a s M yste riu m d e s M o n ta g e p u n k te s d e r D re h . N a c h A u ffa ssu n g d e r Z a u b e re r ist d a s U n iv e rsu m in S c h ic h te n a u fg e b a u t. denn niem and kann sie beantw orten. Ic h w u ß te . a b e r d u m u ß t e s d ir w ie d e rh o le n .« Einen Augenblick.« »D a s G e h e im n is d e s M o n ta g e p u n k te s ist a lle s in d e r Z a u b e re i«. sei eine einzige mir vertraut . »O d e r b e sse r g e sa g t. w ie ic h g e g e n a ll d ie s a n g e k ä m p ft h a tte . denn ihre Auffassung resultierte aus der Beobachtung des sie umgebenden Universums. d ie ic h im T ra u m u n te rn e h m e . Ich versuche eine Brücke zu bauen . d a s e in e W endung herbeiführen könnte«. E s kam m ir b lö d e vo r. A b e r ic h m u sste ih n d o c h d a ra n e rin n e rn .eine Brücke. D enno ch ist d ie A ussage. wie er einräumte. »Und all diese Beobachtungen und Auffassungen sind dir fremd.« »F ür m ich ist d ie V o rstellung einer realen und p raktischen R eise. d aß w ir im m er recht h ä tte n . in die Brusthöhle hinauf. Ic h w a r ü b e rz e u g t. daß es einen gewaltigen Unterschied gebe zwischen den Gedanken und Taten moderner Menschen und den Menschen der Vorzeit. Fortschritte bei meinen Traumübungen zu erzielen. als schiebe sich mein Magen gegen das Zwerchfell. für m ich sinnlo s.u n d A ngelpunkt der Z auberei ist. Zuerst wies er mich darauf hin. unsere Seele dem Teufel verkaufen. während ich ihn so sprechen hörte. fu h r e r fo rt. »Warum sagst du mir all diese Dinge?« fragte ich.nämlich die. Das nächste Mal. Die modernen Menschen hingegen hätten eine absurd unrealistische Auffassung von Bewusstsein und Wahrnehmung. daß wir. o h n e m ic h a n z u se h e n . E r zw ingt uns auch zu d er Ü b erzeugung. F rüher w ar ich w ie d u. d u h ä tte st v e rsta n d e n . w o d ie alten Z aub erer no ch b is zum heutigen T ag leb en? In einer a n d e re n S c h ic h t. weit ausholen müsse. Mir war. wurde zu einem unbestimmten Gedanken an irgend etwas. « »D ie se s T h e m a h a b e n w ir d o c h e rsc h ö p fe n d d isk u tie rt. Eine unglaubliche Traurigkeit legte sich mir auf die Brust.zwischen den Ansichten der Menschen der Vorzeit und jenen der modernen Menschen. Er erinnerte mich daran. sagte er. Und dann meinte er. d ie d e r E n e rg ie k ö rp e r d u rc h q u e re n k a n n . D a s w e iß t d u w o h l. w a s e r m e in te .« Unter allen transzendentalen Beobachtungen der Menschen alter Zeiten. u n se r W e ltv e rstä n d n is k o n se q uent zu veränd ern. »W iederhole dir unaufh ö rlic h . a ls o b e r sc h e rz te . se h r sc h w e r z u v e rste h e n o d e r z u akzeptieren. Was wir eben noch besprochen hatten. von der du sprichst. daß er. a lle s in d e r Z a u b e re i b e ru h t a u f d e r M a n ip u la tio n d e s M o n ta g e p u n k te s. Mehr denn je brauchst du jetzt Mut und Nüchternheit.

« 180 »Ich sage dies alles. Aber ich verstehe nicht. da sie sich . was immer ich im Sinn hatte. eingesetzt. Spare dir deine komischen Fluchtmanöver. als sei es ein leeres Idealbild. daß gewöhnliche Träume vorbereitende Mittel sind. Denn jede Abweichung von absoluter Wachsamkeit gefährde den Träumer auf mehr als tödliche Art. daß meine Rationalität wohl um die Bedeutung einer solchen Erkenntnis wisse. »Ich spreche zu dir von den Ansichten der Menschen der Vorzeit und von den Ansichten moderner Menschen«. Und erlaube dir keine Umwege. als mein Bewusstsein von selbst in einen anderen Zustand überging. daß es sich nur um Träume handle.aber ich wußte es.« So eindringlich war der Ton seiner Worte. sagte er. was immer passieren mag. »Was mit dir los ist? Du kannst deinen Montagepunkt rasch und mit Leichtigkeit verschieben«. Aber dein Bewusstsein hat noch nicht die ganze Tragweite dessen erfaßt.« Wie leicht hätte ich nun einwenden können. daß Träumer. und gewiß verstehst du. »Ich versichere dir. Und das tat ich. dann würdest du das Träumen als Idee auffassen. um den Montagepunkt auf das Erreichen jener Position zu trainieren. ist. ich bin mir voll bewußt. die Bewußtseinsebene zu wechseln. daß es auf mein Bewusstsein die gleiche Wirkung hatte. die ein sportliches Training auf die Muskulatur hat. Ich wußte auch. fuhr er fort.« Don Juan meinte. Es ist ein Energie erzeugender Zustand.« Und er warnte mich. daß mir nur Sekunden blieben. war ich noch immer allgemein überzeugt. Ähnlich ist auch das Träumen real. es wären nur Träume. Das Ergebnis meiner beschwörenden Litanei war unglaublich. in der Lage bist. daß Träumen ein Energie erzeugender Zustand ist. Mein Montagepunkt wurde beweglicher. den Don Juan mir zu wiederholen aufgetragen hatte. daß ich nicht wisse. meine Individualität und mein Bewusstsein beinah eine Ewigkeit lang zu bewahren. wovon er sprach . wie du weißt. gehst du blindlings Risiken ein. »Betrachte das Träumen als etwas extrem Gefährliches!« befahl er mir.mit allumfassenden Konsequenzen . was ich bei meinen Traumübungen erlebt hatte. die den Energie erzeugenden Zustand schafft. Don Juan schüttelte kräftig meinen Arm. mich zum Bleiben in seinem Reich zu bewegen. nicht nur eine Idee: es ist real«. »Und ich versichere dir. Wärst du es. was du sagst. zum erstenmal. Don Juan. fuhr Don Juan fort. Wärst du dir selbst überlassen. den wir als Träumen bezeichnen. »Was ist los mit mir. Ich sei schließlich in meinen normalen Bewusstseinszustand zurückgekehrt. »Aber die Konsequenzen dieser Realität hast du noch nicht ganz erkannt. Korrigiere diese Leichtigkeit. Damit endete unser Gespräch an diesem Tag. mit einem fremden Konzept so umgeht. Don Juan?« fragte ich. die größte Vorsicht und Wachsamkeit walten lassen sollten. was bedeutete. Natürlich nimmst du das Träumen ernst. zu verstehen. bevor ich auf alle Nuancen meines Traums eingehen konnte. du bist es nicht. Bei unserem letzten Gespräch habe sie mich gezwungen. Da du aber glaubst. »Vor den Verlockungen der anorganischen Wesen zu kapitulieren. Zum erstenmal kannst du jetzt verstehen. nicht einen Millimeter breit. In diesem Moment spürte ich wieder eine Bewegung in meiner Brusthöhle. Ich fuhr nach Hause. irgendwann vorbei sein wird und du erwachen wirst.« »Ich verstehe. einen Druck. »Aber diese Leichtigkeit hat die Tendenz. da bin ich mir sicher. warum du es sagst. daß die Verschiebung aufs Geratewohl geschieht.sucht hatte. »weil dein Bewusstsein.in reale Welten begeben. was ein Energie erzeugender Zustand ist«. dann würdest du beim Träumen vorsichtiger und bewusster vorgehen. daß ich sofort bleiben ließ. was ich meine. Ich warfest überzeugt. daß das Sehen von Energie beim Träumen zum einzigen Ziel meiner 181 . Aber du glaubst nicht recht an die Realität des Träumens. und fast ein Jahr lang wiederholte ich jeden Tag getreulich den Satz. daß der Traum. Auch habe meine Rationalität sich durch die Unterbrechung meiner Traumübungen zu schützen versucht. sagte ich. nämlich das Bewusstsein eines modernen Menschen. um all meine Energie aufzubieten und meine Einstellung zu ändern. Deine irrende Vernunft sagt dir. Trotz all dessen. Du hörst meine Worte.« Er hatte recht. weil du jetzt. indem er mir die Möglichkeit bot. wie ich ihn an dem Tag empfunden hatte. »Und fange gleich damit an.

d en d u b islan g getro ffen h ast. d ie n äch ste. U n d in u n se re n T rä u m e n ste lle n w ir K o n ta k t m it ih n e n her. daß er es au frich tig m ein te. w eiterh in m eine A bsicht m it lauter Stim m e kundzutun. zuerst sein B ew usstsein von allen B indungen an die Sozialordnung befreien m uß. aus desto w eiterer F erne kom m en sie. E s 183 . S ie selb st sin d d er B ew eis. »F ür den A nfang aber solltest du dich auf diese drei beschränken. o d e r v ie lm e h r sa h ic h d e n S c h im m e r im m e r d a n n . denen du begegnen w irst. Ich entdeckte. w en n i c h D inge sah. D och er versicherte m ir. w ie w enn ich m eine A bsicht. anscheinend siedend u n d b ro d eln d vo r in n erer A ktivität. »G ibt es nur drei verschiedene Farbtöne?« fragte ich D on Juan. d as S eh en zu b eab sich tigen . Im Schlaf aber öffnet sich die zw eiseitige Falltür: w ir träum e n . Später kannst du dich auf kom pliziertere D inge einlassen und D utzende von Farbtönen isolieren. w enn ich es für nötig h ie lt. noch ferneren Zeiten w ar sie bernsteingelb.näm lich die E n ergie.« »W ie kann m an feststellen. ohne ein W ort zu äußern. auf sie zu achten. daß w ir keine Zeit haben. w e iß lic h e F a rb e sic h eines T ages ändern w ird?« »F alls d er M en sch fäh ig ist.Ü b u n gen w u rd e. falls du es w illst und kannst. w ird die A bsicht es auf einen neuen. D ie o b erste S ch ich t ist w eiß lich . D ie w eißliche Schicht ist die Farbe der gegenw ärtigen P osition des M ontagepunktes«. D o n J u a n . Ich fand all diese Farbtöne w ied e r.aber nur deshalb. ih re F o rm verän d erten . Ich glaubte natürlich. S ie führten R egie bei der S h o w .« »H aben die S couts ein B ew usstsein?« fragte ich. »M an könnte sagen. E tw as an d eres ist es ab er. so n d e rn a lle s in u n se re r W e lt flim m ert von einem eigenen Licht. w enn ich sie sah. in E nergieblasen verw andelten. die sich. solange w ir w ach sind?« »D as tu n sie d o ch . M ein e F äh igkeit. zum indest w enn ich m ich unsicher fühlte. Jetzt b ist d u au f d ich allein gestellt. ist bernsteingelb. in dieses w eißliche Licht getaucht ist. »E s gibt unendlich viele«. ist resedagrün. D ie Z auberer glauben. d aß der M ensch. daß die E nergie unserer W elt flim m ert. daß sie energetisch m it den M enschen verbunden sind. Sobald das B ew usstsein frei ist. »B e d e n k e . Ich hatte ja selbst jedesm al. um sich w eiterzuentw ickeln. w e n n G egen stän d e. d ie ich in u n serer W elt zw ar gegen w ärtig. Ich en tdeckte unzählige G egenstände in m einen T räum en. sich w eiterzu en tw ickeln . »A ber gew iß«. stam m te aus diesem R eich . die in ferner V ergangenheit lebten. z u m R eich der anorganischen W esen gehört«. das Sehen nur zu beabsichtigen. S ie oszillie rt. w eil die anorganischen W esen dich verw öhnen w ollten. d a ß d ie h e u tige . w enn auch frem d fand. etw as w eiter entfernt. noch ferneren E benen des B ew ußtseins. d a ß n ic h t je d e r S c o u t. u n m ittelb ar daran angrenzend. er m eine es nur ironisch. d ie w ie H itze ersch ien . fuhr D on Juan fort. w as der M ensch heute tut. und w ieder eine andere. d ie ich im T rau m an traf. ob Scouts aus einer anderen W ell als jener der anorganischen W esen stam m en?« »Je stärker ihr B rutzeln. b is au f d en b lau en S co u t. »W arum stellen sie dann keinen K ontakt m it uns her. N ic h t n u r d ie L e b e w e se n . zu sehen. D o ch ein w eiß lich er S ch im m er w ar im m er d as erste. U nd dann gelang es m ir irgendw ann. d e n d u a n tre ffe n w irst. antw ortete er.« 182 »G la u b st d u . dies w ird den Z auberern gelingen?« »E s ist ih n en sch o n gelu n gen . M an ch e d er S co u ts. d ie Id ee zu verb reiten . Sein V erlangen erschien m ir auch gar nicht sonderbar. die E nergie erzeugten. »Jeder S co u t. laut im T raum geschrien. A b er leid er ist u n ser B ew u sstsein so seh r vo n anderen D ingen beansprucht. D on Juan beglückw ünschte m ich zu m einer Leistung. w uchs im M aßstab m einer A nstrengungen. w ar die E nergie der Scouts . d ie D o n Ju an als b ru tzeln d b esch rieb en h atte. daß alles. w obei ich die gleichen R esultate erzielte. antw ortete er. an d ere M en sch en vo n W ert u n d W ich tigkeit solcher W eiterentw icklung zu überzeugen. sondern aus anderen. U nd w ieder zu anderen.« Jen e an d ere E n ergie. D ie gro ß e A u fgab e d er Z au b erer b esteh t d arin . stam m en nicht aus dem R eich der anorganischen W esen. es ist ein m oderner Farbton. allerd in gs b esch w o r er m ich . D ie E nergie der Z auberer ist bernsteinfarben. D on Juan erklärte m ir. laut aussprach. evolutionären W eg steuern. Zu anderen Z eiten ließ d ie P o sitio n d es m en sch lich en M o n tagep u n ktes die Färbung der in der W elt vorherrschenden E nergie resedagrün erscheinen. daß die E nergie unserer W elt aus Schichten schim m ernder Farbtöne besteh t. und das heißt. sagte D on Juan.« »G laubst du.

Ihre Energie brutzelte leicht. »A ls F austregel nehm en d ie T rä u m e r a n . seien am leichtesten zu entdecken. beängstigende B lase brutzelnder E nergie. A b e r d ie w ild e ste n S c o u ts v e rb e rg e n sic h h in te r M enschen in unseren T räum en. w enn w ir von ihnen träum en.« »Warum ist es so gefährlich. »V ielleicht ist d a s d e r G ru n d . Möglicherweise geraten wir in Welten jenseits unserer energetischen Möglichkeiten. Sobald sie ihre Aufmerksamkeit auf uns gerichtet haben.« D on Juan m achte eine P ause. ausgesprochen hatte. M ir selb st stand b eim T räum en eine schreckliche Ü b erraschung b evo r. In unseren Träumen treten sie in so auffälliger Verkleidung auf. die Träumer entdecken und die 1S4 a u c h d u se lb st b a ld e n td e c k e n w irst«. w eil ich die M öglichkeit. d a ß e in S c o u t d ie se s d ritte n T yp s im m e r d a n n zugegen ist. Ich kann dir versichern. Die Scouts vom dritten Typ bezeichnete er als die gefährlichsten. »Scouts sind immer sehr aggressiv und sehr wagemutig«. üb er d ie w ir nie gesp ro chen haben. Sie s in d reines G i f t . zu sehen.hört sich so einfach an. weil sie sich hinter unauffälliger Tarnung versteckten. w enn sie sich in einem T raum vo n ihren E ltern o d er F reunden belästigt fühlen. Die ersten beiden Typen. als ich m einen B lick auf d as T raum b ild m einer M utter richtete.« »U nd w as ist d ie richtige S telle. so heißt dies nichts anderes. B islang hast d u nur E xem p lare d er e rste n b e id e n T yp e n k e n n e n g e le rn t. von dem du glaubst. B la u e E nergie gib t es in unserer W elt nicht im N aturzustand . um ihre Erkundungsfahrten zu überstehen. wenn er's mit fremder Energie zu tun hat. »S ie ist der unsere n ä h n lic h . daß sie sofort unsere Traum-Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Don Juan?« fragte ich. hinter dem T raum b ild m einer M utter einen S co ut zu entd ecken. fuhr er fort. »B laue E nergie brutzelt n i c h t « . da er davon sprach. Beim gegenwärtigen Stand meiner Energie könne ich mich aber nur auf drei von ihnen konzentrieren. »Das müssen sie sein. verw andelte sie sich in eine grim m ige. Alles.« S ein G rinsen m achte m ir den E indruck. Diese Scouts schienen im Begriff. es gebe mehr Typen von Scouts als die beiden. »ist d ieser d ritte T yp vo n S co uts. ihre Aufmerksamkeit auf uns zu richten. S ie flim m e rt. daß die S couts. Da gab es. Mühelos unterschied mein Energiekörper zwei allgemeine Typen von fremder Energie. Es war geräuschlos. aber du mußt dir von deinem Energiekörper sagen lassen. hatte ich es m ir nie überlegt. w e il d u nicht an d er richtigen S telle gesucht hast. ist gefährlich -und so dumm. die du bislang gesehen hast?« B is zu diesem A ugenblick. die Scouts aus dem Reich der anorganischen Wesen. erstens. D iesm al ist es das W ort >G egenstände<. unheim lich fand. Wenn wir unsere TraumAufmerksamkeit auf sie richten. was du tust oder was du willst und was du von der fremden Energie erwartest. a b e r sie ist b l a u sta tt w e iß . die ich gese h e n h a tte . d a ß d ie gefährlichen S couts vom dritten T yp leuchtend orange w ären. das eben zu brodeln anfängt. was über einen kurzen Blick hinausgeht. U n d e r sa g te . Meine Begegnungen mit fremder Energie waren stets flüchtig. was Don Juan mir empfohlen hatte. Sie vibrierten von innen. D o n Juan? « »W ieder m al bist du auf W örter hereingefallen. als wären sie mit komprimiertem Gas gefüllt. Ich konnte selbst feststellen. als daß wir sie auffordern.« Und wieder hatte Don Juan recht. Und das ist natürlich die Gefahr. weil ich meine ganze Aufmerksamkeit auf das richtete. V on w elcher F arbe w aren die S couts. daß j e n e r dritte T yp von Scouts w irk- . sagte er. N achd em ich m eine A b sicht. »E s ist ä rg e rlic h . Die Scouts des zweiten Typs von Energie machten mir den Eindruck. um seine W orte auf m ich einw irken zu lassen. fu h r D o n Ju a n fo rt. sagte er. sind wir gezwungen. a b e r n u r d e sh a lb . als streicheltest du eine Klapperschlange. er trifft sehr feine Unterscheidungen und unfehlbare Urteile. w a ru m w ir u n s m a n c h m a l u n b e h a g lic h fü h le n . d a ß sie ste ts m it T ra u m b ild e rn u n se re r E lte rn oder naher F reunde verbunden s in d « . N un erzählte ich D on J u a n . mußt du dich mit kurzen Blicken begnügen. U nd d ies b ringt uns zu einer F rage. Er sagte: »Solange du nicht genau weißt. was ihre Aggressivität und Macht betrifft. die ich unterscheiden konnte. antw ortete er. mit ihnen zu gehen. Ich w ar verlegen. hatte jedoch alle Merkmale siedenden Wassers. es bezeichne nur D inge o d e r O b je k te . als genieße er m eine V erw irrung. als hätten sie wesentlich mehr Macht. flammend aufzulodern. »Eine der Merkwürdigkeiten. rö tlic h o d e r ro sa ro t w a re n . « »W o ste h t d e r b la u e S c o u t im V e rh ä ltn is z u a n d e re n S c o u ts? « fragte ich.« Don Juan erklärte mir. I c h kann dir vernünftigerw eise nur raten. solche T raum bilder zu m eiden. was los ist.

als ich zum erstenmal bewußt sehen konnte. Ich glaube. ihre . Mir blieb fast das Herz stehen. Dann schwieg er eine Weile. sind für mich nicht attraktiv«. »Was können wir tun?« fragte ich. wenn man einmal darin ist. lange bevor Don Juan seine schweren Worte aussprach. ganz gleich. erinnerte es mich an die Energiewolke. schien ihm unerhört zu gefallen. sagte er. »Nachdem ihre Scouts uns in ihre Welt geführt haben. dort zu bleiben. nur aus einer Quelle schöpfen zu müssen. Denn niemand . sagte er. die irreversibel sind. Wenn wir die anorganischen Wesen sehen wollen. bis auf den heutigen Tag. »Weil es so ist«.« »Warum glaubten sie dies?« fragte ich.« »Die Werbesprüche des Botschafters. Dies ist der Grund. Dies laut auszusprechen bedeutet. etwas über die Welt der anorganischen Wesen zu sagen. In diese Welt zu reisen. »und doch können wir uns nicht von ihnen fernhalten. Jedes Mal. Ich persönlich weigere mich. mit Bestürzung in der Stimme. glaubten sie. »ist meine Abneigung gegen die Aktivitäten der alten Zauberer eine sehr persönliche Sache. Diese fremde KundschafterEnergie schien sich jedesmal. Mich schwindelte. angegriffen hatte.« Don Juan lachte und meinte. die nötig ist. sind Projektionen anorganischer Wesen nicht mehr notwendig. hinsichtlich dieser Welt.kann allein in diese Welt reisen. sagte er. er habe kein Recht. Immer wenn ich dies sah. begann er. »Letzten Endes«.« Ich verstand Don Juan besser. »Dann bist du bereit für eine letzte Aussage über diese Welt. Worte waren in alten Zeiten unglaublich mächtig. verbarg er sich hinter Traumbildern meiner Eltern. es hinter sich zu bringen. das hatte für mich immer . weil ich darüber wirklich mehr wisse als er und alle seine Gefährten zusammen. »Warum tauchen sie nicht mehr auf?« fragte ich. Und ich habe versucht. Bei unserem nächsten Gespräch über das Träumen befragte ich Don Juan nach dem völligen Fehlen anorganischer Wesen bei meinen Traumübungen. bevor ich sie sah. Don Juan sah mir forschend in die Augen. fuhr Don Juan fort. und ich musste mit dem Fuß aufstampfen. Was ich sagte. sind die Werbesprüche des Traumbotschafters ganz zutreffend. Meine Lösung ist. »Willst du dich etwa leichtsinnig auf etwas einlassen. Energieströme in Bewegung zu setzen. was sie taten. auch wenn sie stimmen. Im Reich der anorganischen Wesen haben sie ihre Macht aber nicht verloren. kommt aus dem Reich der anorganischen Wesen«. dich davon abzuhalten. die ich machen kann«. Lange schwieg er. er suchte nach einem Funken Zustimmung oder Einverständnis. um nicht in Ohnmacht zu fallen. über die wir noch nicht gesprochen haben«.lieh erschreckend ist. erklärte er. seine Absicht äußern. welche Vorteile sie zu bieten hatte. »Wir dürfen uns nicht auf sie einlassen«. Ich hatte es sogar so gesehen. als suchte er nach den passenden Worten. auf mich stürzen zu wollen. niemand . als ich gedacht hätte. In einem räuberischen Universum wie dem unseren. Don Juan?« »Ihre Welt ist versiegelt. vor allem meiner Mutter. Niemand kann sie ohne Zustimmung der anorganischen Wesen betreten oder verlassen. »Sie tauchen nur zu Anfang auf«. daß ich nicht in der Welt der anorganischen Wesen sein wolle. Heute sind sie es nicht mehr. die mich in jenem Traum. als beeile er sich.energetisch betrachtet -einen Schub dunkler Energie bedeutet. Man kann lediglich. »Und es ist das Vermächtnis der alten Zauberer an uns. warum ich sie nicht leiden kann. weil etwas dich magnetisch in diese Welt zieht. um den Montagepunkt der Zauberer zu bewegen. jene Welt sei unser einziges Asyl. Sie haben uns damit gefesselt. es zu tun. führt ein Scout uns dorthin. Ich versicherte Don Juan. wenn ich sie antraf. Diese Welt kann uns Obdach bieten und unser Bewusstsein fast eine Ewigkeit verlängern. Als Nagual lehne ich ab. Ich hasse es.ich wiederhole. »Da die anorganischen Wesen nicht lügen können. sagte er . »Dies ist die Wahrheit«. sagte ich. wenn ich einen entdeckte. Feige suchten sie Zuflucht in der Welt der anorganischen Wesen.und versuchte zu lächeln. das uns jederzeit in Stücke reißen kann.« »Warum ist das so. Doch erfolglos. antwortete er. Mein Energiekörper reagierte darauf mit Entsetzen. »Eine Frage gibt es noch. schaffte es aber nicht ganz. Die schrecklichste Aussage. »Die Energie. das dich in Stücke reißen könnte?« fragte er.

D o n Juan und d ie and eren Z aub erer lachten herzlich b ei d er b lo ß e n E rw ä h n u n g m e in e s K o n flik te s. als ich F lorinda G rau und C arol T iggs im norm alen A lltag b egegnete. D a ß j e t z t z w e i M e n sc h e n z u sä tz lic h in m e in ü b e rla ste te s S yste m e in tra te n . Ich hatte noch unendlich viele Fragen. und allm ählic h g e w ö h n te ic h m ic h a n d a s v e rtra c k te G e fü h l. A lso fuhr ich nach jener S tadt in M exiko. was er mir offenbart hatte. als die S chranke der zw eiten A ufm erksam keit vo r ihnen zusam m enb rach. Für solche Manöver brauchen die Zauberer ungeheure Mengen dunkler. D o n Ju a n e rk lä rte m ir a b e r. fu h r D o n Ju a n fo rt. D e r G ru n d w a r v ie lle ic h t. o h n e z u w isse n . auch für die M enschen im allgem einen.« U n d d a n n b e to n te D o n Ju a n w ie d e r e in m a l. erwiderte er. indem man mit unbeugsamer Absicht an der Freiheit festhält. die nötige Energie zu erlangen. Etwas anderes ist es. E in p aar Jahre vo rher hatte ich T aisha A b elar getro ffen. d a ß e s m ir u n m ö g lic h w a r. Ic h e rk ra n k te v o r E rsc h ö p fu n g u n d m u sste D o n Ju a n u m H ilfe b i t t e n . »D a s B e w u sstse in ist e i n F e ld e n d lo se r F o rsc h u n g fü r die Z auberer. das w ir scheuen. Allerdings nur. sagte er. S o lc h e 189 . E s gibt kein R isiko. kein M ittel. sie z u k e n n e n . d a ß se in e Z e it z u E n d e g in g e u n d d a ß ic h m e in e K rä fte k lu g e in se tz e n m ü sse . b e v o r e r m ic h v e rlie ß . daß zum Träumen eine Umstrukturierung von Energie notwendig sei. 10.« Don Juan schickte mich nach Hause und riet mir. »Alle Fragen. Um den Montagepunkt so zu manipulieren. Es geschieht. um das Träumen zu arrangieren.Energie zu nehmen. Solch eine Neubestimmung dient aber nur dazu. Ich ko nnte sie nicht e in m a l fo rm u lie re n . Ih r B e w u sstse in . müssen die Zauberer ihre Prämissen neu bestimmen und Energie sparen. um unser B ew usstsein zu steigern. d aß sie eigentlich nicht üb er m ich. D ies geschah.« »Aber wie bekommen sie diese Energie aus der Welt der anorganischen Wesen?« »Einfach. den Energiekörper zu komplettieren. aber er wollte nichts davon hören. genau w ie es m ir geschehen w ar. w ar für m ich verhängnisvo ll. die du hast. indem sie in diese Welt gehen. aber nicht ihrem Einfluss nachzugeben. was Freiheit wirklich ist. V ergiß aber n ic h t. Aber keiner von uns ist so töricht. weil keiner deine Veranlagung hat. in andere Welten zu fliegen. kannst du dir selbst beantworten«. auch wenn kein Zauberer weiß. d aß ich jed erzeit m ein L eb en für sie hingegeb en hätte. auch nur eine m einer F ragen zu b eantw o rten. »Je d e r Z a u b e re r m a c h t d ie g le ic h e n Q u a le n d u rc h «. was du getan hast. M e in e k o g n itiv e n P ro b le m e e rin n e rte n sie d a ra n . e rk a n n te ic h b a ld . w ie so . sie üb erhaup t nicht zu kennen und d o ch so eng m it ihnen vertraut zu sein. sagte er. w a s sie durchgem acht hatten. g e n a u w ie m e in e s. »Um mit dem Träumen anzufangen. Dies nennen wir das endgültige Pirschen. warum Zauberer ihre Energie aus dem Reich der anorganischen Wesen beziehen müssen?« »Es gibt keine andere brauchbare Energie für Zauberer.« Ich erinnerte ihn an seine eigenen Worte: nämlich. se i n ic h t d a ra u f v o rb e re ite t gew esen. als er winkend Abschied nahm. wie sie es tun. w a r z u v ie l fü r m ic h . u m m ö g lic h st w e it v o ra n z u k o m m e n . Alle Zauberer unserer Linie haben dies getan. Don Juan. w o er und seine G efährten leb ten. »Das ist richtig«. d a ß d ie S c h ra n k e d er zw eiten A ufm erksam keit für m ich zusam m engeb ro chen w ar. daß B ew ußtheit nur b ei nüchternem V erstand gesteigert w erd en kann.« »Kannst du mir erklären. so nd ern üb er sich selb st lachte n . Die Pirscher anpirschen W ie d e r z u H a u se . nachzudenken über alles. brauchen die Zauberer ein Übermaß an Energie. das w ir ablehnen sollten. das zu tun. fremder Energie. Energie zu sehen. D ie V erw irrung. und so weiter.

Danach wurde nichts mehr gesprochen. hatte ich angefangen. die sehen. wenn der Zauberer sich ganz bewußt entscheidet. die Pirscher anzupirschen . gefährlichste und entscheidende dieser Situationen aber sei der Umgang mit dem Bewusstsein als einem energetischen .« »Was für ein Meisterstück der Zauberei. mit denen Don Juan mich im Verlauf seiner Lehren bekannt gemacht hatte. ein Restaurant im Zentrum der Stadt. das zur Fortbewegung benutzt werden kann. Dies war eines von ihnen. fuhr er fort. ist Bewusstsein eine leuchtende Glut. Durch das Medium des Bewußtseins kommen Scouts aus dem ganzen Universum zu uns. Bewußtheit als Element der Umwelt zu nutzen. es sei ein physikalisches Element«. 190 »Ich habe nicht gesagt. Wir trafen gegen Mittag ein und fuhren direkt ins Hotel Del Prado. um die letzte Aufgabe der dritten Traumpforte zu erfüllen«. auf seine Bitte. und drittens. die eine meisterhafte Beherrschung verlangten. staunend vor Ehrfurcht. sagte ich.und ist ein beinah unerklärliches Manöver. energetische Elemente aber nicht. Don Juan war nicht hungrig. ginge es bei der Zauberei erstens darum. um ein Meisterstück der Zauberei auszuführen. Bewußtheit als Element unserer Umwelt zu nutzen. Du hast Reisen von ersterer Art unternommen. eine Verabredung mit einem Anwalt. nehmen nur die physikalischen Elemente war. geriet aber dennoch in Panik. gingen wir zum Lunch ins berühmte Cafe Tacuba. wie das Bewusstsein. Er bestellte nur zwei süße Tamales. ist revolutionär«. daß Bewusstsein ein physikalisches Element sei. um mit dem Energiekörper und all unserer Körperlichkeit in andere Welten vorzudringen. gab es gewisse Konzepte. die ohne weitere Anleitung mein volles Interesse fanden. nach Mexico City. Da aber die Zeit seines Fortgehens näherkam. während ich mich an einer reichhaltigen Mahlzeit labte. Ich hatte nichts anzumerken. Don Juan?« »Eine Reise . Wir aber. Um die zweite anzutreten. »Aber du . Durch das Bewußt-sein reisen Zauberer bis an die Enden des Universums.« Unter der Fülle von Ideen. diese Energie zu nutzen. Diese Aufgabe besteht darin. indem wir makellos dem Weg der Zauberer folgen. »In der Alltagswelt ist das Wasser ein Element der Umwelt. um den Energiekörper mit Hilfe des Träumens zu entwickeln. nachdem wir gegessen hatten. mich damit abzufinden. bei der Bewußtheit als Bestandteil der Umwelt eingesetzt wird«. »Ich möchte dir eine Handlungsanweisung geben«. »Du allein wirst nicht genug Energie haben. Praktisch betrachtet. es sei der Kern aller Zauberei. das wir zur Fortbewegung nutzen können. als normale Menschen. wenn Bewußtheit den Energiekörper des Zauberers aufhebt und hinwegführt. Die Pirscher anzupirschen bedeutet. daß physikalische Elemente in unserem Interpretationssystem vorgesehen sind. wohin immer sie mag. braucht es gewaltige Disziplin. Er lachte über mich und zeigte stumme Verzweiflung über meinen gesunden Appetit. Sie können ihren Energiekörper an diese Glut ankoppeln und damit fliegen.dem Energiekörper zugänglichen -Element. die in uns existierende Energie freizusetzen. Die Zauberer nehmen energetische Elemente aus dem gleichen Grund wahr: sie haben dies gelernt.« »Was ist der Unterschied zwischen einem physikalischen und einem energetischen Element?« fragte ich. »Und zwar für die letzte Aufgabe an der dritten Pforte des Träumens. und dann erklärte er. fuhr er fort. »Der Unterschied ist. Am nächsten Tag fuhr ich Don Juan. um eine Reise zu machen. wenn er in der Stadt war. Energetische Elemente.« Don Juan erklärte mir. »Es gibt zwei Arten von EnergieReisen in andere Welten«. Da wir viel Zeit hatten. zweitens. erklärte er. das Haus. Die wichtigste. existieren in unserem Universum.Reden stürzten mich immer in tiefe Depression.« Don Juan schwieg lange. bewußt Energie aus dem Reich der anorganischen Wesen abzuziehen. Für Zauberer. »Es ist ein energetisches Element. Plötzlich saß ich wie auf glühenden Kohlen und hing an jedem seiner Worte. in dem er stets abstieg. sagte er.und zwar eine Reise. korrigierte er mich. weil man uns dies gelehrt hat. die andere. »Die eine ist. Ich war nicht mehr deprimiert. es gebe im Leben der Zauberer manche Situationen. unvermittelt. den Pfad des Bewußtseins zu nutzen. Diesen Unterschied mußt du beachten. um vier Uhr nachmittags. Don Juan hatte an diesem Tag. Stelle dir nun Bewußtheit als ähnliches Element vor. wo man angeblich noch echtes Essen servierte. »Die Idee. am Paseo Alameda gelegen. und umgekehrt.

g e sta n d e r. d aß d ie ano rganischen W esen sich nicht für F rauen interessierten. d o c h e r b e te u e rte . laut äußern konnte. Ich unterb rach ihn und erinnerte d aran. . z ie h d e in e eigenen S chlüsse. denn als N agual-F rau hat sie eine überragend e E nergie. und b ald saß en w ir in einem T a x i z u m F lu g h a fe n . A lso . D on Juan b eso rgte rasch seine A ngelegenheit. doch C arol T iggs ist besser als alle anderen. »D u hast m ir no ch nicht verraten. d a s d ir b e v o rste h t«. W ir sc h w ie g e n d a n n . S ie h a b e n e s n u r a u f M ä n n e r a b g e se h e n . D o n Juan b ei einem b ed enklichen W id ersp ruch ertap p t zu hab en. A ls ich ihm sagte. a b e r w ä h re n d w ir a u f d ie L and ung d es F lugzeugs w arteten. es ist ein E rleb nis. m e in te e r. E r hatte m ir d o ch erzählt. d a ß m e in E n e rg ie k ö rp e r sic h in d e r N o t g a n z g u t se lb e r h e lfe n k ö n n e . d aß ich stets auf d as E rscheinen eines S co uts w arten m uß te. in d ieser W ell nach B elieb en aus und ein zu gehen. Ich glaubte doch eine gew isse E rfahru n g im U m g a n g m it d e r W e ll d e r a n o rg a n isc h e n W e se n z u haben. »Ih r b e id e so llt d ie G re n z e n d e r a lltä g lic h e n W e lt d u rc h b re c h e n und . im R egis . 192 D on Juan kicherte und sagte: »D u hast noch nicht m it C arol T iggs zusam m en geträum t. i n s R eich d er ano rganischen W esen zu gelangen. w a s m ir vorschw ebt. u m m ic h n ic h t z u b e e in flu sse n . n u r u m d ie se le tz te A u fg a b e d e s T rä u m ens m it m ir zu vo llend en. D o n Juan? « »F rauen hab en im allgem einen einen natürlichen H ang zu d ieser W elt. »D ieses D urchbrechen und E intreten ist nichts and eres als d as A np irschen d er P irscher.« W eil ich aber daraus keine S chlüsse zu ziehen w ußte.« »Ist ihr F all eine A usnahm e. »D as T al von M exiko ist ein hervorragender O rt. sollte n w ir la n g sa m z u sa m m e n in e in e n T ra u m g l e i t e n u n d d a b e i unsere A b sicht aussp rechen.« E r m achte eine P ause und verleitete m ich d urch sein S chw eigen. und nachd em ich m ich in den Z ustand absoluten inneren S chw eigens versetzt h ä t t e . w as m ir durch den K opf ging. D azu m üsse ich m ich auf C arol T iggs' Z im m er b egeb en. sagte ich. erklärte m ir D o n Juan. F ür sie steht ein S co ut im m er ab rufb ereit. N ach dem E ssen gingen w ir in die K anzlei des A nw alts. a ls ic h ih m d ie s v o rh ie lt. ich sei allerd ings no ch ganz unerfahren m it D ingen. D o n Juan? « »W eil ich es allein nicht geschafft h a lte . S ie g e h e n e in fa c h in d ie se W elt. n u tz t a b e r g le ic h w o h l d e re n E nergie.« Ic h w a r n ic h t re c h t ü b e rz e u g t. D u w irst sehen. in eine andere W elt eintreten«. b evo r ich m eine A b sicht.« Ich glaub te. w as er behauptete. zu d enen Z aub erinnen fähig w ären. B ew usstsein als energetisches E lem ent nutzend . ih r b e id e w e rd e t g a n z g e w iß sc h a ffe n . m uß te ich C aro l T iggs m itnehm en. so um geht m an d en E in flu ss d e r a n o rg a n isc h e n W e se n . Je w e n ig e r ic h im v o ra u s w isse . sa g te e r.« D a rü b e r h in a u s w o llte e r m ir k e in e In fo rm a tio n e n m e h r g e b e n . Ic h w a r n ic h t e in v e rsta n d e n .H o tel. aufgrund ih re r g e ste ig e rte n B e w u ß th e it u n d ih re r W e ib lic h k e it im sta n d e w ären. »Ic h h a b e d i r g e sa g t d a ß d ie a n o rg a n isc h e n W e se n n ic h t h in te r F ra u e n h e r s i n d . d a ß e in e Z a u b e rin z u lu n v e rm ochte. A b e r ic h h a b e d i r a u c h g e sa g t. d a ß d ie ano rganischen W esen w eib lichen G eschlechts s i n d und d aß d as g a n z e U n iv e rsu m ü b e rw ie g e n d w e ib lic h ist. »W eiß t d u d as aus E rfahrung? « fragte ich. Z aub erin n e n b ra u c h e n k e in e H ilfsm itte l. D o n Ju a n k lä rte m ic h a u f. zum ind est in d er T heo rie. w ar er d o ch b ereit. »N e in . sagte er. erw iderte er. d aß Z aub erinnen. in die W elt der anorganischen W esen zu gehen. um d ich kö rp erlich aus jener W elt zu ho len? « fragte er. w eil sie so schön ist?« »W arum d enn. w elche S chritte d a einzuhalten sind«. »G laub st d u etw a. d a ß w ir C a ro l T iggs m it einer M aschine aus L os A ngeles erw arteten und daß sie n a c h M e x ic o C ity k ä m e . S ein L achen steigerte nur no ch d ie unheilschw ere S tim m ung. W enn m an B ew uß theit als E lem ent d er U m w elt b enutzt. U nd jetzt b ehaup tete er d as G egenteil. w as ihm d enn vo rschw eb e.u n d C a ro l T ig g s. glaub st d u. S ie ist einfach vertraut m it d ieser W ell. w ann im m er sie w o llen. d e sto b e sse r fü r m ic h . um das M eisterstü c k d e r Z a u b e re i a b z u le g e n . »W ieso . ihm d ie F rage zu stellen. w ie e r sa g te . so se in e Ü b e rz e u g u n g . E r a n tw o rte te n ic h t. Z auberinnen sind natürlich M eister darin. »D ie F ra u e n m e in e r G ru p p e h a b e n e s n ie g e ta n «. ic h b e h a u p te k e in e sw e g s d a s G e g e n te il«. U nd für sie w ar es eine K leinigkeit. m ir unsere V orgehensw eise zu erläutern. D as tat ich.

sondern einzig der Tatsache. u n se r n o rm a le s B e w u sstse in a u f u n se re n E n e rg ie k ö rp e r z u üb ertragen.B ew ußtseins auf d en E nergiekö rp er b eab sichtigten. Und wenn man Bewußtheit als Mittel benutze. D as H otel w ar ein altes. unsere A bsicht aussprechen sollte n . d aß w ir b eid e. E r versicherte m ir. steigerte sich m eine A ngst in so lc h e H ö h e n . Wenn Carol Tiggs' ganze Energie der meinen hinzugefügt würde oder meine gesamte Energie der Energie Carols. was mich im Innersten quälte: 195 . als sie dich von dort rettete. schlenderten w ir drei durch die S tadt. D ie F ra u e n d e in e r G ru p p e d a g e g e n tu n e s w ie K leiderw echseln. auf Carols Zimmer. W ichtig sei d agegen. jed er für sich. eure gesamte körperliche Masse auf den Energiekörper zu übertragen«. die Ü bertragung unseres gesam ten A lltags . warum ihr bei der Aufgabe scheitern könntet. die energetisch imstande wäre. Sie ging körperlich in die Welt der anorganischen Wesen. daß es m ir nicht gegeben sei. D ie M öbel im V estibül hatten offenbar bessere Z eiten gesehen. W ir aß en ein leichtes D inner b ei S anb o rn's. w a ru m C a ro l d ie se s H otel liebte. auf der S uche nach B uch-A ntiquariaten. und trotz meiner Proteste.« »Die Waagschale zum Kippen bringen? Was verstehst du darunter. antwortete Don Juan und sah ihr in die Augen. dies Meisterstück zu bewältigen und in eine andere Welt vorzustoßen. Es war aber nicht mein Verlangen nach Wissen. Sie hat es doch schon getan.um auf diese Weise die Reise anzutreten. und w enn ich m ich auf den K opf stellte. Aber er brachte uns zum Aufzug. in der W elt der anorganischen W esen angekom m en. die F rauen m einer G ruppe von so etw as abzuhalten. daß w ir. Don Juan? Ich tappe völlig im dunkeln. D ennoch um gab uns noch im m er e in R est alter P racht. w eil sie es nicht kö nnten. sagte ich. d a ß ic h D o n Ju a n u m le tz te In stru k tio n e n b itte n m ußte. W ä h re n d d a s T a x i u n s z u C a ro ls H o te l fu h r. C aro l und ich so llten gem einsam unsere A b sicht aussp rechen. D o n Ju a n z o g u n s z u d e n rie sig e n P o lste rstü h le n in d e r L o b b y hinüber und erklärte uns geduldig. w e il sie m ir n ic h t m it d e m g le ic h e n E rn st a n tw o rte n k ö n n e . »Es geht darum.« Die Waagschale zum Kippen bringen bedeute.« Ich hätte alles darum gegeben. W ir stie g e n direkt in den A ufzug. was uns bevorstand. Ich versuchte ernst zu bleiben und befragte sie nach unserer A ufgabe. sagte er. »Beim Übertragen von Bewußtheit kommt es nur darauf an. N achdem C arol sich im H otel angem eldet hatte. D o n Ju a n trö ste te m ic h u n d sa g te . 194 »Wie soll uns dieser Transfer von Bewußtheit gelingen?« fragte ich. hätte Don Juan nur weitergesprochen. so sei dies nicht Folge irgendwelcher angewandter Techniken.»N icht. in d er C a sa d e lo s a zu lejo s. Manchmal gelingt es einem normalen Menschen aus Zufall. den Energiekörper zu disziplinieren . sagte er. D o n Ju a n lachte schallend darüber.« Ich sp ürte eine L eere im B auch. m assives G ebäude. »S age m ir noch einm al. »Carol weiß das alles. Sie wird die Waagschale zum Kippen bringen. so würde uns dies zu einer einzigen Einheit verbinden. »Was müssen wir genau tun. sie wisse. trotz meinem Verlangen nach rationalem Wissen. e n tz ü c k te sie D o n Juan und m ich m it ihren P arodien auf L eute. d e n ic h v e rd ie n te . der eindeutig etw as fü r sic h h a tte . unsere Körperlichkeit aufzuheben und sie auf den Energiekörper zu übertragen . daß m eine Situation eine ganz andere sei als die seine. um eine Reise in andere Welten zu unternehmen. w ie sie m einen feierlichen T onfall nachahm te. Ich w uß te w irklich nichts üb er d ie F ra u e n m e in e r G ru p p e . erklärte er. Ic h k o n n te g u t v e rste h e n . E r schlug vo r. so nd ern w eil ich ihnen d avo n a b g e ra te n h a b e . Ihre Frage erschreckte mich beinah zu Tode: ich hatte geglaubt. erinnerst du dich? Ihre Energie wird es schaffen. daß man es beabsichtigt und genügend Energie hat. Dies aber wird unweigerlich als Wahnsinn oder als Halluzination erklärt. fuhren wir hinauf in den zweiten Stock. w ie es auch m eine R olle als N agual w äre.aber das habt i h r beide schon getan. o b gleich d ies eigentlich nicht so b ed eutsam w ar. die w ir kannten. um in diese andere Welt einzutreten?« fragte Carol. G e g e n 1 0 U h r g in g e n w ir z u m R e g is z u rü c k . B evo r w ir in d en A ufzug t r a t e n . w ie w ir vorgehen sollen«. daß man seine gesamte physische Masse dem Energiekörper hinzufügt. »Die große Schwierigkeit dieses Manövers liegt darin. Mangelnde Disziplin wäre der einzige Grund. M eine A ngst schärfte m eine W ahrnehm ung für D etails. daß wir unsere Absicht aussprechen und die nötige Energie haben«. S ie m u rm e lte e in e E n tsc h u ld ig u n g . diese höchste Form des Pirschens zu verwirklichen.

« N un. S ie sa h m ic h m it g iftig e n B lic k e n a n . wollte ein Gespräch anfangen. merkte ich. daß das Bett primitiv konstruiert war. daß es fast einen Meter bis zum Boden war. »N atürlich bin ich w ach«. um hinaufzusteigen. M anchm al fand ich ihr L isp eln lieb ensw ert. u n d w o llte m ic h w o h l a u f d ie P ro b e ste lle n o d e r m ic h h ä n se ln . oder vielmehr eine kompakte Matratze aus einem Stück. sagte ich. sinnloserw eise. der durch ein Fenster genau vor uns hereinschien. »Halt den Mund«. Während ich nach einem Lichtschalter suchte. daß es so enden würde. Sie schrie auf nicht aus Schmerz. ihre Stimme krächzend vor Wut.d a s E n tsc h e id e n d e w a r m e in e F u rc h t. w o w ir w aren? « fragte ich. am Fußende des Bettes übereinander gelegt. D ies w ar ein w und erb ares B eisp iel d afür. sa g te sie . Als ich mich nun auf die Bettkante setzte. Du bist ein Geist. mit der sie sich 197 . C a ro l la c h te u n d b e g a n n w ie e in C lo w n d ie S tim m e D o n Ju a n s nachzum achen. Z ugleich m it m ir richtete sie sich h a lb a u f.« »Ich hab's auch nicht gewußt«. D o n Ju a n s A b sc h ie d sw o rte a n u n s b e id e w a re n : »V e rg e sst e u e r S e lb st. Verschwinde! Verschwinde!« Ihr Lispeln war wirklich süß. meine Umgebung zu untersuchen. U nd d u versuchst. Ih r L isp e ln v e rlie h D o n Ju a n s W o rte n z u sä tz lic h e n R eiz. sondern aus Wut oder Überraschung. Plötzlich richtete Carol sich auf und sagte. »Wir sind in einer anderen Welt. d a ß d a s B e tt e in F o ssil a u s d e r Z e it d e r Ja h rh u n d e rtw e n d e se in m o c h te . »B ist du w ach?« fragte ich. Wir befanden uns in einer kleinen Kammer. an der Wand. sagte sie schließ lich. d a ß dieses Z auber-M anöver schrecklicher sein w ürde als alles. m it d enen w ir zuged eckt w aren. »Ic h w e ig e re m ic h . aber meine Angst hatte sich inzwischen unglaublich gesteigert. m it der er uns diese rätselhafte A nw eisung gegeb e n h a tte . An den Wänden waren Säcke aus Leinwand aufgestapelt. wurde mir klar. »Wir sind zusammen auf die Reise gegangen. hatte D o n Juan m ir einm al gesagt. W ir la g e n b e id e n a c k t. »Ich glaube. ich fand. fand ich m ich in einem sehr sonderbaren B ett liegen. und es lenkte mich ab von meiner panischen Furcht.« Carol war bei uns berühmt für die Schnelligkeit. »Du und der Nagual. daß dieses Hochbett in einer Ecke der Kammer stand. noch ein W ort zu sagen. Z um G lück w ar ihr L ispeln an diesem A bend nicht so auffällig.« Sie beachtete mich nicht und kehrte mir den Rücken zu. Das einzige Licht im Zimmer war der Mond. Ich lag außen. m it e n d g ü ltig e r Entschlossenheit. »W as ist los?« fragte sie m it schw acher S tim m e. »H ö r m a l. C arol lag neben m ir. »Ich bin kein Geist«. Ich wollte noch mehr sagen. u n te r le ic h te n D e c k e n . sagte ich. Ih r D ä m o n . ihr könnt hier euer Spielchen spielen. dienten als Trittleiter. aber du bist es nicht«. m ich m it einem T rick hereinzulegen.« »Hör auf mit dem Quatsch«. So begann ich. M eistens ab er verabscheute ich es. Das Bett hatte eine feste Matratze. w ä h re n d sie ih re G e d a n k e n z u ordnen versuchte. »Du existierst gar nicht. se i V o rsic h t u n d M iß trauen.« S ie nahm eine d er W o lld ecken. auf einem hohen Bett. w as ich b is d ahin üb erstand en hatte. mit deutlichem Lispeln: »Das ist widerlich! Der Nagual hat mir gewiß nicht gesagt. »Ich w eiß . Vier dicke Pfosten waren in die Erde gerammt. b e i d e m d u d ie K o n tro lle h a st«. »Ich w erd e m ich hinlegen und zurückk e h re n . weil wir unsere Energien vereinigt haben. w o ich vo rher w ar. irg e n d w e lc h e n B lö d sin n m itz u m a c h e n . daß sie das gleiche m it m ir m achte. ic h re d e m it d ir. Irg e n d w ie w u ß te ic h . meine Traum-Aufmerksamkeit an müßige Diskussionen über Realität und Irrealität zu verschwenden. sagte sie ungeduldig. Mir fiel auf. g e n a u w ie m e in e r. »E rinnerst d u d ich.« M it e in e m G rin se n u n d einem K o p fnicken fo rd erte er uns auf. üb er seine W o rte nachzudenken. W ir gingen in ihr Z im m er und setzten uns auf die B ettkante. sagte ich mit Nachdruck. w e r im m e r d u se in m agst. w as lo s w a r. sa g te sie . M ein le tz te r b e w u sste r G e d a n k e w a r. und Carol auf der inneren Seite des Bettes. Ich hatte keine Lust. Kissen oder Laken gab es keine. S ie w ußte. und der Bettrahmen war ein Lattenrost aus langen. w o h e r ic h g e k o m m e n b in «. schrie sie mich an. wie ein gelangweiltes und verwöhntes Kind. u n d ih r w e rd e t n ic h ts fü rc h te n . Wir lagen mit den Köpfen zu dieser Wand. und hüllte sich d arin ein. Zwei Säcke. an den Pfosten befestigten Stangen. Ich rüttelte sie an den Schultern. B e v o r ic h Z e it h a tte . E s fo lg te e in la n g e s S c h w e ig e n . ich bin real.

Carol erinnerte mich daran. Keuchend und schwitzend saß ich schließlich da. Ich konnte mich kaum noch erinnern. als hätte ich das Hotelzimmer nur geträumt. Allem Anschein nach waren wir in der Geräte. Es waren zwar meine Kleider. Mir war. »Beinah«. sozusagen. Wir hatten so vieles getan und gesehen . sobald der Montagepunkt reglos in seiner Position verharrt. die ihren Tribut fordern«. was Don Juan damit meinte bis zu dem Augenblick. ängstlich flüsternd. Ich wunderte mich darüber. Ohne weitere Worte traten Carol und ich nun zum Fenster und schauten hinaus. sagte ich mit absoluter Gewißheit. wenn wir diese Erinnerung loslassen. und meine: ordentlich zusammengefaltet. »Siehst du vielleicht einen Stuhl?« fragte sie. um diese totale und allbeherrschende Kraft zu fiberwinden. um mir dasselbe zu bestätigen.als Bezugspunkt.« Schweigend zogen wir uns an. Carol und ich waren ja keine Novizen. daß sie keine Angst hatte. Ich schaute sie an. und meinte es tatsächlich. was eigentlich das Schreckliche unserer Situation war. Ich machte jede Anstrengung. daß ich nur noch mit Mühe das Bild ihres Hotelzimmers in Gedanken festhalten konnte . glaubst du. Sie war anderer Meinung. aber nicht dieselben. Ich hatte eigentlich nie verstanden. die ich vor kurzem in Carols Zimmer. Und noch etwas fiel Carol ein. sagte sie.oder Vorratskammer einer Farm oder eines großen Landhauses.und man- ches davon wirklich beängstigend. Ich wollte ihr sagen. wie ich. und nun begann sie im Halbdunkel nach unseren Kleidern zu suchen. als wüßte ich eine rationale Erklärung. »Irgend etwas hat mich beinah .auf jede Situation einstellen konnte. diese Verschwommenheit abzuschütteln. nicht wahr?« fragte Carol. wohin sie ihre Kleider wohl getan hätte.und dennoch konnte ich nicht erfassen. daß du hier zu Bett gegangen bist?« fragte Carol. Was ihr solche Angst mache. das mich in unvorstellbare Angst versetzte. daß die Wahrnehmung eine allumfassende und absolute wird. wie es ihre Art war.und das heißt den Montagepunkt zu verschieben. Ohne Zögern versicherte ich ihr.« . »Mir geht es genauso«. die ich zum Anziehen brauchte. Es gelang mir. »Ich weiß. In diesem geträumten Raum aber gab es etwas. Bevor ich etwas dazu sagen konnte. »Wir träumen doch. Was. Wir waren auf dem flachen Land. daß ich beinah platzte vor Angst. »Die anorganischen Wesen sind es. weil unser Montagepunkt reglos in seiner gewohnten Position bleibe. mich zu erinnern. den Nebel zu vertreiben. doch dies erschöpfte all meine Energie. der mich zu verschlucken drohte. »Warum hab ich solche Angst?« fragte sie mich. um den Nebel dieser Welt zu vertreiben. sagte ich. »Dich aber beinah auch. die als Tisch oder hohe Bank gedient haben mochten.« Ich konnte ihr nur zustimmen. getragen hatte. nur den Nebel zu vertreiben brauchen .und zwar die körperliche Erkenntnis -. Im Handumdrehen war sie überzeugt von der Realität unserer misslichen Lage. sagte sie fröstelnd. wie Don Juan uns einmal erklärte. wäre Don Juan hier gewesen. indem wir dessen Verschiebung einfach beabsichtigen. daß wir uns ihr nicht entziehen könnten. Sie war. Sie zappelte umher und rätselte laut. Auch wollte ich etwas über das Tempo unserer Reise sagen. Wie seltsam. »Der Nagual hat mir gesagt. Verschwommen sah ich einen Stapel von drei Säcken. die mich einzuhüllen begann. schweißgebadet. Ich erzählte ihr. lispelte sie. ist das?« »Die Position des Montagepunktes«.aber nie hätte ich mir so etwas Schreckliches vorgestellt. Das Mondlicht zeigte die dunklen. wäre sie in diesem Zimmer zu Bett gegangen. sagte sie. sind wir erledigt. daß wir tatsächlich träumten: obwohl ich alles darum gegeben hätte. Sie gab mir meine Sachen. Carol sprang aus dem Bett und ging hin und fand ihre Kleider.geschafft«. wo wir vor dem Erwachen in diesem Zimmer gewesen waren. aber nach der kurzen Zeit. Wir waren in einer schrecklichen Zwangslage . es würde schrecklich sein . sagte Carol. was der Nagual gesagt hatte: daß wir. da ich meinen Montagepunkt in eine andere Position bringen musste. daß unsere Alltagswelt nur deshalb solche Macht über uns habe. geduckten Umrisse einiger Wohngebäude. im Hotel Regis. war der Gedanke an unsere Reise nur noch sehr verschwommen. »Das sind nicht meine Kleider«.beinah . Diese Starre des Montagepunktes bewirke eine so allumfassende und überwältigende Wahrnehmung. »Kannst du dich daran erinnern. sei die Erkenntnis . fand sie selbst eine Antwort auf ihre Frage. »Und doch sind es meine.

wenn wir diese Erinnerung loslassen. Es gelang mir. um den Nebel dieser Welt zu vertreiben.und dennoch konnte ich nicht erfassen. »Irgend etwas hat mich beinah . »Dich aber beinah auch. daß wir tatsächlich träumten: obwohl ich alles darum gegeben hätte. »Beinah«.und zwar die körperliche Erkenntnis -. Und noch etwas fiel Carol ein. daß sie keine Angst hatte. Was. Ich machte jede Anstrengung. sagte ich. wäre Don Juan hier gewesen. Was ihr solche Angst mache. wohin sie ihre Kleider wohl getan hätte.« . und meinte es tatsächlich. diese Verschwommenheit abzuschütteln. da ich meinen Montagepunkt in eine andere Position bringen musste. ist das?« »Die Position des Montagepunktes«. sagte sie fröstelnd. »Ich weiß. nicht wahr?« fragte Carol. daß unsere Alltagswelt nur deshalb solche Macht über uns habe. sagte sie. Carol erinnerte mich daran. Das Mondlicht zeigte die dunklen. Ohne Zögern versicherte ich ihr. mich zu erinnern. das mich in unvorstellbare Angst versetzte. wie Don Juan uns einmal erklärte. die als Tisch oder hohe Bank gedient haben mochten. schweißgebadet. um diese totale und allbeherrschende Kraft zu fiberwinden. indem wir dessen Verschiebung einfach beabsichtigen. als hätte ich das Hotelzimmer nur geträumt. »Die anorganischen Wesen sind es.auf jede Situation einstellen konnte.beinah . Wir waren auf dem flachen Land. Ich schaute sie an. aber nach der kurzen Zeit.oder Vorratskammer einer Farm oder eines großen Landhauses. »Siehst du vielleicht einen Stuhl?« fragte sie. sagte Carol. »Das sind nicht meine Kleider«. Wir waren in einer schrecklichen Zwangslage . und nun begann sie im Halbdunkel nach unseren Kleidern zu suchen. Mir war. sind wir erledigt. die mich einzuhüllen begann.und das heißt den Montagepunkt zu verschieben. wie es ihre Art war. Es waren zwar meine Kleider. um mir dasselbe zu bestätigen. »Mir geht es genauso«. »Wir träumen doch. der mich zu verschlucken drohte. Sie zappelte umher und rätselte laut. Sie gab mir meine Sachen. Allem Anschein nach waren wir in der Geräte. im Hotel Regis. es würde schrecklich sein . und meine: ordentlich zusammengefaltet.geschafft«. war der Gedanke an unsere Reise nur noch sehr verschwommen. ängstlich flüsternd. die ich vor kurzem in Carols Zimmer. fand sie selbst eine Antwort auf ihre Frage. Carol und ich waren ja keine Novizen. »Der Nagual hat mir gesagt. sagte sie. Bevor ich etwas dazu sagen konnte. Wir hatten so vieles getan und gesehen . Ich konnte mich kaum noch erinnern. Ich hatte eigentlich nie verstanden. doch dies erschöpfte all meine Energie. daß ich beinah platzte vor Angst. »Und doch sind es meine. als wüßte ich eine rationale Erklärung. nur den Nebel zu vertreiben brauchen . »Kannst du dich daran erinnern. daß die Wahrnehmung eine allumfassende und absolute wird. Keuchend und schwitzend saß ich schließlich da. Verschwommen sah ich einen Stapel von drei Säcken. sozusagen. daß wir uns ihr nicht entziehen könnten.aber nie hätte ich mir so etwas Schreckliches vorgestellt. was Don Juan damit meinte bis zu dem Augenblick. Diese Starre des Montagepunktes bewirke eine so allumfassende und überwältigende Wahrnehmung. Ich wollte ihr sagen. lispelte sie. Auch wollte ich etwas über das Tempo unserer Reise sagen.« Ich konnte ihr nur zustimmen. glaubst du. Ich erzählte ihr.als Bezugspunkt. was der Nagual gesagt hatte: daß wir. daß du hier zu Bett gegangen bist?« fragte Carol. »Warum hab ich solche Angst?« fragte sie mich. aber nicht dieselben. die ihren Tribut fordern«. wäre sie in diesem Zimmer zu Bett gegangen. Wie seltsam. sei die Erkenntnis . daß ich nur noch mit Mühe das Bild ihres Hotelzimmers in Gedanken festhalten konnte .« Schweigend zogen wir uns an. getragen hatte. wo wir vor dem Erwachen in diesem Zimmer gewesen waren. Carol sprang aus dem Bett und ging hin und fand ihre Kleider. geduckten Umrisse einiger Wohngebäude. was eigentlich das Schreckliche unserer Situation war. den Nebel zu vertreiben. Sie war anderer Meinung.und man- ches davon wirklich beängstigend. die ich zum Anziehen brauchte. Im Handumdrehen war sie überzeugt von der Realität unserer mißlichen Lage. Ich wunderte mich darüber. sobald der Montagepunkt reglos in seiner Position verharrt. In diesem geträumten Raum aber gab es etwas. weil unser Montagepunkt reglos in seiner gewohnten Position bleibe. sagte ich mit absoluter Gewißheit. Sie war. wie ich. Ohne weitere Worte traten Carol und ich nun zum Fenster und schauten hinaus.

was wir getan hatten. d a ß d ie se r N e b e l sic h v e rb re ite t«. d a ß ic h k e i n W ort hervorbrachte. als sie sagte: »A lles. ko nnte d as p rekäre G leichgew icht d ieses K äfigs stö ren. kom m en w ir nie m ehr zurück. nur um hinauszusehen. war nicht eure kombinierte Ener- . »Oder vielmehr. und mit beängstigender Geschwindigkeit. »D u hast ganz recht.erklärten wir ihm abwechselnd. um Spekulationen anzustellen . sagte ich. W enn ich m ich aber ins B ett lege oder diese K l e i d er trage o d er aus d em F enster schaue. h a tte n w ir b e id e d e n gleichen Im puls: w ir rissen uns die K leider vom L eib. unser Alltagsbewußtsein auf unseren Energiekörper zu übertragen und somit die Reise in all unserer Körperlichkeit anzutreten. z u m B e isp ie l d a s Ö ffn e n d er T ür. dann ihren nackten Körper. Meine Antwort schien Carol zu verblüffen. w as zu d ieser W elt gehö rt. In Rekordzeit streiften wir unsere Kleider über. d aß d u nicht hinaus w illst«. ob ich glaubte. So offenkundig w ar unsere R ückkehr in die norm ale A lltagsw elt. Völlig außer Atem . w enn w ir diese H ütte verlassen. »Was ihr beide getan habt. k a n n ic h m ic h n o c h e rin n e rn . w enn w ir es b e n u tz e n . Dann. aber sie h ie lt m ich zurück. ohne uns zu bewegen.n u r u m so fo rt w ie d e r h in u n te r zu springen. sagte sie. U nd sie bestätigte m eine V erm utung. d a ß w ir u n s in e i n e m z e rb re c h lic h e n K ä fig b e fa n d e n . Im se lb e n A u g e n b lic k . denn wir hatten uns körperlich gar nicht angestrengt . um das Bewußtsein als Element der Umwelt zu nutzen. E in unheim licher V erdacht stieg in m ir auf. selbst überrascht vom Klang meiner Stimme. d ie ih r M a rk e n z e ic h e n war. hatten wir genau im selben Augenblick den gleichen Gedanken. liefen über die Straße und stürzten in Don Juans Hotel. « L ange blieben w ir in der M itte des Z im m ers stehen. daß sie es w isse. w e n n w i r n ic h t z u la sse n . Aufgrund einer Intervention der anorganischen Wesen seien wir beide tatsächlich. a ls ic h d ie s d a c h te . Sieh nur! Wir sind nackt. U nd sie hatte recht. daß unser Versuch ein totaler Erfolg. daß w ir keine F ragen zu s te lle n b ra u c h te n u n d k e in e B e m e rk u n g e n d a rü b e r m a c h te n . wir sind eben erst zurückgekehrt?« wollte Carol wissen. in eine tödlich gefährliche Welt geschleudert worden. dem Einfluss der anorganischen Wesen zu entgehen. d a ß w ir g e h e n so llte n . C aro l und ich erw achten gleichzeitig im B ett ihres Zim m ers. In unserem Fall waren all diese Schritte unnötig. Ic h fa n d n i c h t . Und an Carol gewandt. was man sich vorstellen kann«. ganz plötzlich. D a s S o n nenlicht w ar b lend end hell. » I c h habe das G efühl. w ir sollten diese H ütte verla sse n u n d n a c h d ra u ß e n g e h e n . »Oder . erleben dieses ganze Manöver als eine Reihe langsamer Übergänge und müssen ihre Absicht aussprechen. was ich sagen oder denken sollte. »W ie w erden w ir in unsere W elt zurückkehren?« fragte ich . sa g te sie m i t je n e r u n e rsc h ü tte rlic h e n Ü b e rz e u g u n g . d a n n sp ra n g e n w ir a u f d a s h o h e B e t t . war das Gefährlichste. »Wie sind wir zurückgekehrt?« fragte Carol. Ich war zu betäubt. wann sind wir zurückgekehrt?« Ich wußte nicht. w as d a d rauß en ist. Wann haben wir uns denn ausgezogen?« »Wir haben in jener anderen Welt unsere Kleider ausgezogen«. w o h e r i c h gekom m en bin. So blieben wir eine Ewigkeit sitzen. »Glaubst du. Wir hätten es zwar geschafft. kann uns nur schw ächen. w e it g e n u g v o m B e tt u n d v o m F e n ste r. aber es sei uns nicht gelungen. stürmten die Treppe hinunter. D o c h m e in e A h n u n g w a r so b e d rü c k e n d .unerklärlicherweise. sagte er. »D u kö nntest hereinlassen. b in ich v e r l o r e n . E s w ar k la r . Beide schienen wir aller Willenskraft beraubt. A lle s. im H otel R egis. fuhr er fort und sagte.vielleicht haben wir die ganze Nacht hier geschlafen. sagte er. Sie sah mich verständnislos an. Ich konnte ihr nur m it dem K opf ein Z eichen geben. Gewöhnliche Träumer.« Je tz t k a m m ir d e r G e d a n k e in d e n S in n . »D ie R ü c k k e h r in u n se re W e lt e rfo lg t a u to m a tisc h . eng aneinander geschm iegt. o h n e d ie T re p p e a u s S ä c k e n z u b e n u tz e n .« Ich w ollte die T ür aufstoßen.und mehr hätte ich ohnehin nicht tun können. daß C arol und ich gleichzeitig die gleiche E rkenntnis hatten. rannten aus dem Zimmer. »T u's nicht«.und hoffte. aber auch ein Fiasko gewesen sei. als gelte es u n se r L e b e n .D ann fragte sie m ich. Er bestätigte unsere Vermutungen. S o la n g e ic h h ie r n a c k t ste h e n b le ib e . »Was eure Reise ermöglichte. sagte sie.

gie«. fuhr er fo rt. »E tw as and eres hat d ies getan. E s suchte so gar die richtige K leidung für euch a u s .« »G laub st d u, N agual, d aß d ie K leid er und d as B ett und d as Z im m er nur da w aren, w eil w ir von den anorganischen W esen gesteuert w urd en? « fragte C aro l. »D a ra u f k a n n st d u d e in L e b e n v e rw e tte n «, a n tw o rte te e r. »F ü r gew ö hnlich sind T räum er nur Z uschauer. N ach d er A rt ab er, w ie e u re R e ise v e rlie f, h a b t ih r b e id e e in e n L o g e n p la tz b e k o m m e n u n d d e n F lu c h d e r a lte n Z a u b e re r e rle b t. Ih n e n p a ssie rte e in st genau d as gleiche, w as euch p assierte. D ie ano rganischen W esen führten sie in W elten, aus d enen sie nicht zurückkehren ko nnten. Ich hätte es w issen sollen, aber ich w äre nie auf die Idee gekom m en, daß die anorganischen W esen die F ührung übernehm en und versuchen könnten, euch beiden die gleiche F alle zu s te lle n .« »G laub st d u, sie w o llten uns d o rt b ehalten? « fragte C aro l. »H ättet ihr euch aus d ieser H ütte hinausgew agt, d ann m üß tet i h r jetzt ho ffnungslo s d urch d iese W elt irren«, sagte D o n Juan. W eil w ir in all unserer K ö rp erlichkeit in d iese W elt eintraten, so erklärte er, sei d ie F ixierung unseres M o ntagep unktes in d er vo n d en ano rganischen W esen d afür vo rgesehenen P o sitio n so üb erw ältigend gew esen, daß eine A rt N ebel hervorgerufen w urde, der je d e E rin n e ru n g a n d ie W e lt, a u s d e r w ir k a m e n , a u sg e lö sc h t hätte. D ie natürliche F olge solcher S tarre, fügte er hinzu, sei - w ie im F a lle d e r Z a u b e re r d e r V o rz e it -, d a ß d e r M o n ta g e p u n k t d e s T räum ers nicht in seine gew o hnte P o sitio n zurückkehren kann. »Ü berlegt einm al«, forderte er uns auf. »V ielleicht ist es dies, w as uns in unserer A lltagsw elt stets p assiert. W ir sind hier geland et. und d ie F ixierung unseres M o ntagep unktes ist so üb erw ältigend stark, d aß sie uns vergessen m acht, w o her w ir ko m m en und w as der Zw eck unseres K om m ens w a r .« M e h r w o llte D o n Ju a n ü b e r u n se re R e ise n ic h t sa g e n . Ic h h a tte d a s G e fü h l, d a ß e r u n s w e ite re S k ru p e l u n d Ä n g ste e rsp a re n w o llte . E r lu d u n s e in , a u f e i n v e rsp ä te te s L u n c h . B is w ir d a s R estaurant erreichten, ein p aar S traß enecken w eiter an d er A venid a F rancisco M ad ero , w ar es sechs U hr N achm ittag. C aro l und ic h h a tte n u n g e fä h r a c h tz e h n S tu n d e n g e sc h la fe n - fa lls e s d ie s w ar. w as w ir taten. N ur D on Juan w ar hungrig. E r äße w ie ein S chw ein, m einte C arol

m it einem A nflug vo n Ä rger. K ö p fe d rehten sich in unsere R ichtu n g , a ls sie D o n Ju a n s L a c h e n h ö rte n . E s w a r e in w a rm e r A b e n d . D e r H im m e l w a r k l a r . E in e l e i c h t e B rise u m fä c h e lte u n s. a ls w ir u n s a u f e in e B a n k a m P a se o A la m ed a setzten. »E ine F rage brennt m ir noch auf den N ägeln«, sagte C arol zu D on Juan. »E s gelang uns nicht, das B ew usstsein als M edium der R eise zu nutzen, nicht w ahr? « »G a n z ric h tig «, sa g te D o n Ju a n u n d se u fz te t i e f . »D ie A u fg a b e w ar, an d en ano rganischen W esen vo rb eizuschleichen, nicht sich vo n ihnen steuern zu lassen.« »W as w ird nun p assieren? « fragte sie. »Ihr w erd et d as A np irschen d er P irscher verschieb en m üssen, b is ihr b eid e stärker seid . O d er v i e l l e i c h t w ird es euch nie gelingen. E ig e n tlic h ist e s e g a l. W e n n e tw a s n ic h t g e h t, d a n n g e h t e b e n e tw a s a n d e re s. D ie Z a u b e re i i s t e i n e e n d lo se H e ra u sfo rd e rung.« U nd w ieder erklärte er uns, eindringlich, als w olle er diese E rkläru n g fü r im m e r in u n s v e ra n k e rn , d a ß d ie T rä u m e r, u m d a s B e w u sstse in a ls E le m e n t d e r U m w e lt z u n u tz e n , z u e rst e in m a l e in e R e ise in s R e ic h d e r a n o rg a n isc h e n W e se n u n te rn e h m e n m ü ß te n . D a n n m ü ß te n sie d ie se R e ise a ls S p ru n g b re tt b e n u tz e n , und während sie im B esitz dieser u n e r lä ß lic h e n . d u n k l e n Energie seien, m üß ten sie d ie A b sicht äuß ern, d urch d as M ed ium d es B ew uß tseins in eine and ere W elt geschleud ert zu w erd en. »D er F ehlschlag eurer R eise w ar, d aß i h r k e i n e Z eit h a t t e t . B e-w ußtheit als E lem ent der F ortbew egung zu n u t z e n « , fuhr er fort. »N och bevor ihr in die W elt der anorganischen W esen g e la n g te t, w art ihr bereits in e in e r anderen W e lt.« »W as em p fiehlst d u uns nun'.'« fragte C aro l. »Ich em pfehle euch, einander m öglichst s e l t e n zu s e h e n « , sagte e r. »Ic h b in m ir sic h e r, d ie a n o rg a n isc h e n W e se n w e rd e n sic h n ic h t d ie G e le g e n h e it e n tg e h e n la sse n , e u c h b e id e a u f e i n e n S c h la g z u e n tfü h re n - b e so n d e rs, w e n n i h r e u re K rä fte v e r e i nigt.« U n d d a ru m b lie b e n C a ro l u n d ic h u n s se it d a m a ls g e flisse n tlic h fe rn . D ie A u ssic h t, w ir k ö n n te n u n v e rh o fft e in e ä h n lic h e R e ise erleben, w ar für uns ein zu großes R isiko. D on Juan bestätigte uns •n unserer E ntscheid ung. G em einsam hätten w ir genügend E ner-

gie, sagte er, um die anorganischen Wesen in Versuchung zu führen, auf daß sie uns jederzeit wieder köderten. Don Juan hielt mich wieder dazu an, bei meinen Traumübungen Energie in Energie erzeugenden, traumverwandten Zuständen zu sehen. Im Lauf der Zeit sah ich alles, was sich mir darbot. Auf diese Weise geriet ich in eine höchst eigenartige Verfassung. Ich war nicht mehr fähig, zusammenhängend zu beschreiben, was ich da sah. Und immer hatte ich das Gefühl, daß ich Zustände der Wahrnehmung erreichte, für die ich keine Worte mehr hatte. Meine unbegreiflichen und unbeschreiblichen Visionen erklärte Don Juan damit, daß mein Energiekörper nun Bewußtheit als Element zu nutzen wisse - nicht zur Fortbewegung, denn dazu hätte ich nicht genug Energie, sondern zum Eintritt in die Energiefelder von unbelebter Materie oder von anderen Lebewesen.

11. Der Mieter

E s sollte keine T raum übungen m ehr für m ich geben, w ie ich sie gew ö h n t gew esen w ar. D as n äch ste M al, als ich D o n Ju an sah . u n terstellte er m ich d er F ü h ru n g zw eier F rau en sein er G ru p p e: F lo rin d a u n d Z u leica, sein e zw ei n äch sten G efäh rtin n en . D eren U nterw eisungen handelten m itnichten von den P forten des T räum en s, so n d ern vo n d en versch ied en en A rten , d en T rau m kö rp er e in z u se tz e n ; u n d a ll d ie s d a u e rte n ic h t la n ge ge n u g, u m e in e n E indruck bei m ir zu hinterlassen. D ie beiden Frauen schienen m ir eh er d aran in teressiert, m ich zu p rü fen , als m ich etw as zu leh ren. »E s gib t n ic h ts m e h r, w a s ic h d ic h ü b e r d a s T rä u m e n le h re n könnte«, sagte D on Juan, als ich ihn zu diesem Stand der D inge b efragte. »M ein e Z eit au f E rd en ist ab gelau fen . A b er F lo rin d a w ird bleiben. Sie w ird die Führung übernehm en, nicht nur über dich, sondern über all m eine anderen Schüler.« »W ird sie m eine T raum übungen fortsetzen?« »D as w eiß ich nicht, und sie w eiß es auch nicht. E s hängt a l l e s vom G eist ab, dem w ahren Spieler. W ir selbst sind keine Spieler. W ir sind nur Figuren in seiner H and. D en B efehlen des G eistes ge h o rc h e n d , m u ß ic h d ir n u n sa ge n , w a s d ie v ie rte P fo rte d e s T rä u m e n s ist, a u c h w e n n ic h d ic h n ic h t m e h r d o rth in fü h re n kann.« »W elchen Sinn h ä tte es, m ich neugierig zu m achen? Ic h m öchte es lieber nicht w issen.« »D ies stellt der G eist nicht d i r oder m ir anheim . Ic h m uß dir die v ie rte P fo rte d e s T rä u m e n s z e ige n , o b e s m ir ge fä llt o d e r nicht.« U n d D o n Ju an erklärte, d aß d er E n ergiekö rp er an d er v i e r t e n T raum pforte zu ganz spezifischen, konkreten O rten reisen kann u n d d aß es d rei A rten gib t, d ie vierte P fo rte zu n u tzen : ersten s. um zu konkreten O rten in dieser W elt zu reisen; zw eitens, um zu ko n kreten O rten au ß erh alb d ieser W elt zu reisen ; u n d d ritten s,

um zu Orten zu reisen, die nur in der Absicht anderer existieren. Die letztere Art. sagte er. sei die schwierigste und gefährlichste von allen dreien; sie sei bei weitem die Vorliebe der alten Zauberer gewesen. »Was soll ich mit diesem Wissen anfangen?« fragte ich. »Im Augenblick - nichts. Hefte es ab, bis du es brauchst.« »Glaubst du, ich kann die vierte Pforte allein durchschreiten, ohne Hilfe?« »Ob du es kannst oder nicht, liegt ganz beim Geist.« Er ließ das Thema abrupt fallen, aber er gab mir nicht das Gefühl, als sollte ich versuchen, die vierte Pforte allein zu erreichen und zu durchschreiten. Dann traf Don Juan eine letzte Verabredung mit mir - um mir, wie er sagte, ein letztes Lebewohl der Zauberer zu entbieten: den krönenden Abschluß meiner Traumübungen. Zu diesem Zweck, sagte er, solle ich ihn in einer kleinen Stadt im Süden Mexikos aufsuchen, wo er und seine Zauberer-Gefährten lebten. Am Spätnachmittag traf ich dort ein. Don Juan und ich saßen im Patio seines Hauses, auf unbequemen, mit dicken und übergroßen Kissen gepolsterten Korbsesseln. Don Juan lachte mir augenzwinkernd zu. Die Sessel waren ein Geschenk von einer der Frauen seiner Gruppe, und wir waren verpflichtet, darauf zu sitzen, ob es uns, besonders ihm, nun gefiel oder nicht. Die Sessel waren für ihn in Phoenix, Arizona, gekauft und unter großen Schwierigkeiten nach Mexiko importiert worden. Don Juan bat mich, ihm ein Gedicht von Dylan Thomas vorzulesen, das, wie er meinte, zu jenem Zeitpunkt von größter Bedeutung für mich sei. Ich sehne mich fortzugehen vom Geklapper verbrauchter Lügen. vom Geschrei alter Ängste. das schrecklicher wird, wenn der Tag über die Berge schwindet ins Meer . . . Ich sehne mich fortzugehen, aber ich fürchte, etwas vom unverbrauchten Leben wird bersten aus alten, am Boden brennenden Lügen, die in der Luft explodieren und mich fast blenden.

Don Juan stand auf und meinte, er wolle einen Spaziergang um die Plaza im Stadtzentrum machen. Er forderte mich auf, mitzukommen. Ich musste annehmen, daß das Gedicht eine negative Stimmung bei ihm ausgelöst hätte, die er vertreiben müsse. Wir kamen auf die rechteckige Plaza, ohne daß ein Wort gesprochen wurde. Immer noch schweigend, umrundeten wir sie einige Male. Es gab viele Leute dort, die vor den Läden an den Straßen an der Nord- und Ostseite des Parks umherschlenderten. Alle Straßen rund um die Plaza waren unregelmäßig gepflastert. Die Häuser waren massive, einstöckige Bauten aus Lehmziegeln, mit Segeldächern, gekalkten Wänden und blau oder braun gestrichenen Türen. In einer Seitenstraße, eine Ecke von der Plaza entfernt, ragten die hohen Mauern einer riesigen Kirche im Kolonialstil, fast wie eine maurische Moschee wirkend, über das Dach des einzigen Hotels in der Stadt. An der Südseite gab es zwei Restaurants, die in unbegreiflicher Eintracht lebten, gute Geschäfte machten und praktisch die gleichen Menüs zum gleichen Preis anboten. Ich brach das Schweigen und fragte Don Juan, ob er es nicht merkwürdig finde, daß die beiden Restaurants sich in allem so glichen. »Alles ist möglich in dieser Stadt«, erwiderte er. Die Art, wie er dies sagte, versetzte mich in eine unbehagliche Stimmung. »Warum bist du so nervös?« fragte er, mit ernstem Gesicht. »Weißt du etwas, das du mir nicht sagen willst?« »Warum ich nervös bin? Das ist lächerlich. Ich bin immer nervös in deiner Gegenwart. Don Juan. Manchmal mehr, manchmal weniger.« Erschien sehr bemüht, nicht schallend herauszulachen. »Naguals sind wirklich nicht die angenehmsten Menschen auf dieser Welt«, sagte er entschuldigend. »Das musste ich auf die harte Art lernen, da ich's mit meinem Lehrer zu tun hatte, dem Nagual Julian. Seine bloße Gegenwart versetzte mich in Angst und Schrecken. Und wenn er auf mich losging, glaubte ich, mein Leben sei keinen Heller mehr wert.« »Zweifellos, Don Juan, hast du die gleiche Wirkung auf mich.« Er lachte unkompliziert. »Nein, nein. Du übertreibst maßlos. Ich "in ein Engel, im Vergleich zu ihm.« »Vielleicht bist du vergleichsweise ein Engel, nur kenne ich den

sprichst du da?« E r antw ortete m ir n ic h t.« »N a. w o w ir u n s se tz e n k ö n n te n . E r lä c h e lte nur w issend. w ährend er sich auf die B ank setzte und m ich m it einer G ebärde e i n l u d . e s m ir z u sa g e n . Im ersten A kt gehe ich a b . w ie so . d e r e tw a s in p e tto h a t? « »A lle rd in g s h a b e ic h e tw a s in p e tto «.N agual Julian nicht und kann dich nicht m it ihm vergleichen. g a b e r g rin se n d z u . ab er w ichtigen R o lle. E r w ar so gar ein w enig zerstreut. sta c h e lte m ic h w e ite r a n . d a ß d ie m o d e rn e n Z a u b e re r e in e h a rte L e k tio n z u le rn e n h a b e n . Ih r G e sc h ic k ist e in e b e so n d e re L o sg e lö sth e it. genügend E nergie aufb ringen kö nnen. so n d e rn a u s Ü b e rz e u g u n g . u n d d u m u ß t se h r e n tsp annt sein. a ls h a b e e r n i e z u v o r d a v o n g e sp ro c h e n .« »W as hast d u gefühlt. em p fa h l e r m ir. D e r T o n se in e r S tim m e u n d se in e h o c h g e z o g e n e n A u g e n b ra u e n m achten m ir den E indruck. w e n n sie v ö llig lo sgelö st b leib en. sa g te e r. » I c h bereite die B ühne vor«.« M e in e z u n e h m e n d e A n g st z w a n g m ic h . I c h b e m e rk te se in e v e rsto h le n e n B licke in R ichtung d er K irche. d a n n w u rd e e r w ie d e r e rn st. Ich b in eine C harakter-C harge m it einer k l e i n e n . neben i h m P la tz z u n e h m e n . »E rw a rte st d u je m a n d e n ? « »Ja «. oder du w eißt e s. in dieser S t a d t . M it e in e r L e id e n sc h a ft. o d e r d o c h d e n n e u e n «. e tw a s z u t u n . »S eit Jahren schon schildere ich dir die irrigen P raktiken der Z auberer im alten M exiko«. D o n Ju a n sc h ie n z u z a u d e rn . »H ier in d ie se r S ta d t. »D eine B eharrlichkeit erstaunt m ich«. seltsam en A nd e u tu n g e n «. E ntw eder du w eißt nicht. a b e r ic h h a b e e in d e u tig A n g st«. »M ach es genauso «. D o n Juan. g a n z g e w iß . bis sie schließlich ausg e lö sc h t w u rd e n . Ic h h a b e e b e n d ie U m g e b u n g gefühlt. h ö rte e r n ic h t z u . sagte ich. D ie se S ta d t ist w irk lic h a u f d e n F u n d a m e n te n e in e r ih re r S tä d te e rb a u t. ob du w irklich den a lte n Z auberern ä h n lic h b ist. b e g a n n e r a b e rm a ls z u e rz ä h le n . daß dich h ie r . a ls ih re k o m p liz ie rte n G la u b e n sg e b ä u d e u n d P raktiken so hind erlich gew o rd en w aren. »A b e r das ist jetzt unw ichtig.n ä m lic h . S ie h a b e n e rk a n n t. H ie r in d ie se r G e g e n d b e trie b e n d ie Z a u b e re r d e r V o rz e it a lle ih re G e sc h ä fte . D o n Juan? « »M e in E n e rg ie k ö rp e r f ü h l t e . »G laub st d u.« »W as. Ic h m u sste m e in e F ra g e w ie d e rh o le n . n ic h t a u s A n g st o d e r T rä g h e it g e b o re n . er erw artete ein G eständ nis vo n m ir. zur S eite und d ann nach hinten. d aß sie d iese nicht w eite rfü h re n k o n n te n . w as d i r heute ab end s b evo rsteht. w a s e r m ir so o ft g e sa g t h a tte . »Ic h w e iß n ic h t. und gefaß t auf d as. »E s e n tsp a n n t d e n K ö rp e r. e rk lä rte ich. d a ß a lle s in O rd n u n g ist. w as ich ihm nicht offenbaren w ollte. H e u te ab end s geht d er V o rhang auf. u n d w ie d e r m a rsc h ie rte n w ir sc h w e ig e n d u m d ie P la z a . A ls ic h ih n a n sp ra c h . etw as erw artet. sagte er und b eo b achtete m eine R eaktio n. M e in e d re iz e h n jä h rig e V e rb in d u n g m it D o n Ju a n h a tte m ic h v o r allem daran gew öhnt. »H e u te a b e n d s ste h t d ir e n tw e d e r v ö llig e L o slö - . d a ß je n e Z a u b e re r. w a s ic h nicht gern tat: m ich auf m ich selb st ko nzentrieren. um m ich aufm erksam anzusehen. D u hast m ich b eim Ü b erp rüfen d er G egend m it m einem E n e rg ie k ö rp e r ü b e rra sc h t. D o n Juan? « »Ich w eiß es.« E r la c h te n o c h e in m a l a u f. d er m e in e F ru stra tio n sp ü rte . all ihr B em ühen in d ie V ervo llko m m nung vo n P raktiken legten. um frei zu se in . »D u m achst m ich verrückt m it all diesen düsteren. m it einer P anik zu leben. »U m dich sozusagen auf die Idee einzustim m e n . d aß d u G rund zur A ngst hast? « fragte er und b l i e b stehen. d ie sie im m er w eiter vo n nüchternem D enken oder geistiger B alance entfernten. »B ist d u sicher. o d e r d u w e iß t ü b e rh a u p t nichts davon. W ir u m ru n d e te n sie e in ig e M a le u n d su c h te n n a c h e in e m P la tz . W ichtig ist. w as erw artet m ich hier? « S tatt einer A ntw o rt b eschleunigte D o n Juan ab rup t seinen S c h ritt. d a ß n ic h t d u e s b ist. sagte D on J u a n .« »W o her w eiß t d u d as so sicher. w a g st a b e r n i c h t . »S ehr bald w erden w ir w issen. »Ja . etw as zu w issen. g e le ite t v o n s e h r selb stsüchtigen Interessen. w as es ist. E s w ar klar. als verdächtige er m ich. D u b ist e in H aup td arsteller. um H im m els w ille n . sa g te e r. sagte er. »D ie Z a u b e re r d e r V o rz e it le b te n u n d w e b te n n a tü rlic h h ie r in d ieser G egend «. d a ß sie n u r d a n n .« D o n Ju a n h ie lt in n e u n d sta n d a u f. Je tz t sta n d e i n e G ru p p e j u n g e r F ra u e n v o n e in e r B a n k a u f u n d g in g fo rt.« E r g rin ste b re it. e r stre c k te d ie A rm e n a c h vo rne. die ständig lauerte und jed erzeit lo sgelassen w erd en ko nnte. p ro te stie rte ic h . und auch d u w irst es b a l d w issen.

« Und Don Juan sagte. dich auf irgendwelche Proben zu stellen. Es ist eine Wahl. Sie hätten eine andere Einstellung zur Zaubereigehabt. aber du wirst diese Lektion nicht von mir bekommen.« Lange schwiegen wir. »Ich glaube. aber der Geist wird es tun. einen Schurken oder einen Heiligen. ganz nach seinem Belieben. »Aber für die Krieger meiner Linie hat sie eine einzigartige Anziehung. ist das direkte Wahrnehmen von Energie für moderne Zauberer eine persönliche Leistung«. Denn jemand. Da ich am Ende meiner Zeit angekommen bin. wie du sprichst«. wie Traumlektionen einmal waren. schien all seine Energie aufgebraucht zu haben. was wir nicht sein wollen. und alles. um solch ein Geschenk abzulehnen. was nur dich betrifft. daß es acht Naguals vor dem Nagual Sebastian gegeben habe. »Der Nagual Julian zum Beispiel hätte alles aus mir machen können. und dann fuhr er fort: »Ich bin nur sein Handlanger. ich kann Losgelöstheit und Sichgehenlassen ganz gut unterscheiden«. Don Juan?« »Ich kann nur sagen. »muß ich annehmen. sagte Don Juan. 210 »Wie du schon weißt. Die alten Zauberer waren nicht so makellos. und der Ursprung dessen. was wir sind. Den zweiten Teil kann dir niemand erklären. Sie waren maßgeschneidert und angepaßt an die persönlichen Charakterneigungen dieser Naguals. ein Vermächtnis seines Lehrers sei. in dieser Stadt. des Nagual Julian.« »Deine Erklärung hilft mir nicht weiter. Und dieser vom Nagual Lujan. Und sie zerfällt in zwei Teile. was er mir schon oft erklärt hatte. was mir bereits vertraut sei.« Dies sagte er grinsend. daß diese aber ganz anders geartet gewesen seien. Der Nagual Elias war in einem Maße losgelöst. Für die alten Zauberer war die Verschiebung des Montagepunktes eine Folge ihrer Unterwerfung unter andere. genau wie mein Wohltäter es bei mir tat. Hier liegt der Ursprung dessen. Dieser wiederum erbte alles von seinem Lehrer. Der Nagual Julian war ebenfalls losgelöst. muß ich dir gewisse Ideen weitergeben. Jemand anders wird heute nacht dein Lehrer und Führer sein. Der Nagual Elias vom Nagual Rosendo. irgendwie.« Erstand auf und ließ seinen Blick in die Runde schweifen. daß er nur etwas wiederhole. und dessen Wohltäter. schufen sie eine Situation der Angst und Finsternis. kann alles mögliche mit uns anstellen«. 211 .« »Was wird der Geist mit mir machen. »Nur durch Selbstdisziplin bewegen wir unseren Montagepunkt. ohne wieder einmal zu nörgeln. die diese Verschiebung durch dunkle Praktiken erreichten und sie dann ihren Schülern als Geschenke der Kraft überließen. daß du mich heute abend auf die Probe stellen willst. Und in sehr offiziellem Ton sagte er mir noch einmal.« »und was ist das für eine Lektion im Träumen. du wirst heute nacht eine Lektion im Träumen bekommen. sagte ich. was er wußte. Aber er war ein makelloser Nagual und erlaubte mir. Herrschaft über andere zu gewinnen. und zwar unmittelbar hier. dich mit gewissen Wesen bekannt machen.oder gar keine Überraschung. die jeder Nagual meiner Linie einmal treffen muß.« Er setzte sich wieder und holte tief Luft. Ich war aufgeregt und zappelig und wußte nicht. dessen Energie stärker ist als die unsere. was ich sagen sollte. und durch ihr unermüdliches Bemühen. fuhr er fort. in der Art.« »Wer wird mein Lehrer und Führer sein?« »Ein Besucher. dem Nagual Elias. »Wie du siehst. ist dies keine besondere Stadt«. Ich habe den Unterschied zwischen den beiden gesehen. Ist das wahr?« »Ich habe nicht die Macht. die von Lehrer zu Schüler weitergereicht wurde. Was er gesagt hatte. der eine gewaltige Überraschung für dich sein könnte . den Nagual Julian. was er war. eine andere Vorstellung davon. Ich werde immer nervöser. dir gewisse Geschichten erzählen. ich selbst zu sein. aber keine zwei solcher Lektionen waren sich gleich. den Nagual Elias.sung oder totales Sichgehenlassen bevor. daß er ein Geschenk der Kraft ausschlagen konnte. nämlich daß alles. nämlich.« »Nach der Art. »weil ich das Vorrecht hatte. die ich erhalten soll?« »Es ist eine Lektion über die vierte Pforte des Träumens. zwei Naguals zu kennen: meinen Wohltäter. der Nagual Lujan vom Nagual Santisteban. Don Juan. aber nicht genug. nämlich ihre Lehrer. obwohl sie dennoch in unmittelbarer Verbindung zu seiner Linie von Zauberern standen. fuhr er fort. weil es etwas ist. Alle Naguals meiner Linie erhielten diese zweiteilige Lektion. Den ersten Teil werde ich dir gleich erklären. und der Nagual Santisteban vom Nagual Sebastian. fuhr er fort.

in d ieser S tad t? « fragte i c h . A ls ic h a u fsta n d . u n d sa h e in e G rup p e vo n fünf F rauen und d rei M ännern auf d er gegenüb erlieg e n d e n S e ite d e s P o rtik u s. w e il d u k e in e rle i p ra k tisc h e K enntnis davon h a s t.« P a n ik b e fie l m ic h m it d e r M a c h t e in e s W a ld b ra n d e s. von seinen L ehrern alle F einheiten der V erlagerung seines M onta g e p u n k te s g e le rn t h a b e . a ls h a b e e r n u r e i n e n a lte n F re u n d e n td e c k t. »Fünfzig P ositionen!« rief er staunend aus. d a ß e s Z e it fü r d ic h ist. d a ß sie p ra k tisc h unzertrennlich w aren. fu h r D o n Ju a n fo rt. M it einem S eitenb lick zu m ir erö ffnete m ir D o n Juan . »G e n a u h ie r«. verlangte er. der dem T ode trotzt. I c h b lieb stum m .« E r stand auf und m usterte m ich von K opf bis F uß. »D a ist d e r M ie te r«. d ie e r g e z e ig t h a tte . d as m ir glasklar ist. a u ssc h lie ß lic h in Id e a lb ild e rn z u sp re c h e n . als habe er eine schm erzliche O ffenbarung zu m achen -. d as d u ab er w ed er b e g re ife n n o c h g la u b e n k a n n st. I c h hab e auch gehö rt. d a s d u m ir v o rg e le se n h a s t . ohne K enntnis aus erster H and. d aß d er M ieter und 212 der N agual L ujan jeden M orgen zur F rühm esse in die K irche dort drüben gingen. Ic h m u sste so gar eine W eile d urch d en M und atm en.« »H ier.m eine K nie schlotternd und b e i je d e m S c h ritt u n w illk ü rlic h e in k n ic k e n d . w ie auch A nleitungen. »W o m ö g lic h sa ß e n sie v o r h u n d e rt Jahren genau an d ieser S telle. » I c h h a b e gehört. »S ie sc h lo sse n so e n g e F re u n d sc h a ft. verstünde er sich auf das E r r e i chen und F esthalten von H underten. gehen w ir z u r K irc h e «. fuhr e r fo rt. N ie hatte ich i h n d ram atischer erleb t. daß der M ieter den N agual L ujan sehr gern m ochte«. w as er eb en gesagt hatte. »D e r M ie te r lie b t d ie K irc h e u n d i h r e U m geb ung. daß j e n e r . Ic h w a r w ie b e tä u b t v o r A n g st. d e n sie d e n M ie te r n a n n te n .»Je tz t e rin n e re d ic h u n d w ie d e rh o le m ir a lle s. »D ie b e so n d e re A rt d ie se r G e sc h e n k e d e r K ra ft h a t d ie E n tw ic k lu n g unserer L inie veränd ert. m ir e in Z e ic h e n g a b . auf einer and eren B a n k . d ies ist d er richtige M o m ent. M e in ra sc h e r. Ich b in sicher. D o n Juan legte n u r d e n A rm u m d ie S c h u lte r u n d stü tz te m ic h . H ätte ich ihn nicht b esser gekannt. ä n g stlic h e r B lic k re g i213 . Ic h b lic k te in d ie R ic h tu n g . »D arauf kannst d u w etten!« rief er. w a s m ir v o n ih m o d e r se in e n G e fä h rte n ü b e r d e n N a g u a l S e b a stia n u n d d e n sa g e n h a fte n a lte n Z a u b e re r e rz ä h lt w o rd e n w a r. daß zum B eispiel der N agual L ujan vom M ieter gar fünfzig P ositionen d e s M o n ta g e p u n k te s z u m G e sc h e n k e rh a lte n h a b e . »K om m . w e il d a s G e d ic h t.sind sie w irklich hier herum gelaufen? « fragte ich no ch einm al. m eine Ü b erraschung zu verw inden. d a ß d e r M ie te r. D o n Ju a n schüttelte d en K o p f. M e in M a g e n w a r e in ste in h a rte r K n o te n . b eso rgte K lang seiner S tim m e e i n e n M e n sc h e n v e rrie t. a ls Z a u b e re r d e r a lte n S c h u le . sa g te e r. S e in e G eb ärd en zeigten ihn m ir als guten S chausp ieler. d aß d er tiefe. »Ü b er d ie so nd erb aren E rrungenschaften d er Z aub erer d er V o rz e it h a b e n w ir sc h o n g e sp ro c h e n «. w ar ich einer O hnm acht nahe. ihn in jed er d ieser P o sitio nen festzuhalten und auf d iese W eise innere K o häsio n zu erreichen. d er N ervo sität und B eso rgnis p erfekt d arzustellen w eiß . uns in j e d e r G eneratio n e in G e sc h e n k d e r K ra ft m a c h t«. U nd bis zum jüngsten T ag könnte ich d ir etw as w ied erho len. D a e r w o h l a u f Ja h rta u se n d e e i n e s so nd erb aren L eb ens und B ew uß tseins zurückb licke . d e r v o n F u rc h t u n d S o rg e g e p a c k t ist. als gäb e er m ir w o rtlo s zu b ed enken.ganz im T on. sa g te e r so b e ilä u fig . d e m M ie te r z u b e g e g nen.« N ur w enige M ale im L auf m einer V erbindung m it D on Juan h a t t e ic h so b a n g e A h n u n g e n g e h a b t. gar T ausenden solcher P ositio n e n d e s M o n ta g e p u n k te s. « »D er N agual L ujan und der M ieter . um all dies zu vervollkom m nen -. vö llig üb errascht. sa g te D o n Ju a n . B is w ir d ie k u rz e S traß e vo n d er P laza zur S teintrep p e vo r d em K irchenp o rtal zurückgelegt hatten. »Ich b rachte d ich heute ab end h ie rh e r.Z eit genug. S e in e G e sc h e n k e d e r K ra ft s e i e n W egw eiser zum V erlagern des M ontagepunkts an gew isse S te lle n . ü b e r d e n . d e r d e m T o d e tro tz t. aber ich w iederholte alles. »A ls G eschenk s o llte n e in o d e r z w e i P o sitio n e n d e s M o n ta g e p u n k te s v o lla u f g e n ü gen.« E r z u c k te d ie S c h u lte rn u n d d e u te te B e stü rz u n g a n . ich hätte geschw o ren. u n d d o c h fo lg te ic h i h m w o rtlo s. »A b e r e s ist im m e r sc h w ie rig . »D u w eißt. z itte rte ic h a m g a n z e n L e ib . e rw id e rte e r. unfähig. a ls e r ach auf den W eg zur K irche m achte . um hinzugehen. D on Juan w ar in seiner H öchstform als E rzähler.« U n d e r e rk lä rte . w a s ic h d ir v o m N agual S eb astian erzählt hab e«. S ein A nsinnen kam m ir sonderbar vor.

Er setzte sich neben mich. sagte er leise. gehen wir zurück zur Kirche«. flüsterte er zurück. daß eine kurze Pause mir den Rest meiner Selbstsicherheit wiedergeben würde. Don Juan tauchte die Fingerspitzen ins Becken und schlug das Kreuzzeichen. sein Gesicht und sein ganzer Körper vor Lachen verzerrt. während ich nach Luft schnappte. in der hinteren Reihe. »Na. was du wissen mußt. Er folgte mir. donnernd wie Meeresbrandung. »Warum hast du mir nicht gesagt. als ob meine Brust und meine Halsmuskeln bersten wollten. Er deutete mit einer Kopfbewegung nach dem Weihwasserbecken. »Ich hätte nie geglaubt. Aber Don J uan meinte.« 215 . Sie gehörten nicht zusammen. Don Juan lief hinter mir her. kann ich Weder glauben noch akzeptieren«. na«. Denke mal nach. Sie kniet dort. »Aber du hast die Frau doch gesehen«. »Wir müssen die Regeln befolgen und uns bekreuzigen«. Dies ist der erste Teil der Lek- tion im Träumen. Ich kann dir nicht sagen. Mir zitterten noch die Knie. Mit einem Satz war ich an der Tür und draußen. Wäge die Dinge. wenn auch indirekt. all dies sei nur ein Trick?« »Ich weiß nicht. Die drei Männer und die zwei anderen Frauen gingen fort. »Ich kann dich nur.heute erhalten wirst. schrie ich und kannte meine eigene Stimme nicht wieder. sondern die Folge einer spezifischen Position des Montagepunktes sind«. der dem Tode trotzt«. Ich riß mich gewaltsam los und marschierte zur Plaza.strierte nichts Ungewöhnliches an diesen Leuten. Ich konnte nicht einmal feststellen. mit Don Juan zu streiten. mich auf den Rinnstein zu setzen. hölzerne Portal der Kirche eingelassene Tür erreicht hatten. rief ich. sagte er feierlich. »War der Mieter einer der drei Männer. Und spürte Hitze in mein Gesicht steigen. Mit einer gebieterischen Kopfbewegung drängte er mich. Einen Augenblick war ich verwirrt und sah Don Juan fragend an. der sich anfühlte. »Nur nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand. daß es dich so umwerfen würde«. meinte er. erwiderte Don Juan. »Was du sagst. ist Gelassenheit. Was du jetzt brauchst. der dich dabei führen wird. »Der erste Teil dieser Traum-Lektion besagt. daß sie nur zufällig hier beisammen standen. Dies ist wieder eines dieser Nagual-Manöver: alles zu sagen. fing ich an. Fürsorglich half mir Don Juan. es ihm gleichzutun. »Glaubst du. flüsterte er. Ich glaubte zu ersticken. nachdem ich dir. daß der Mieter eine Frau ist?« »Dieser Zauberer ist der. Ich war nicht wütend auf Don Juan oder mich selbst oder auf sonst jemanden. waren drei der Frauen in die Kirche eingetreten. alles gesagt habe. »Und dies ist natürlich eine Frage von Willenskraft und Training. sagte er. »Komm. ohne es direkt zu sagen. »Wo ist der Mieter?« fragte ich. können sie als einzige Licht in die Sache bringen. »Wohin läufst du?« fragte er. ist es eine Frage der Wahl oder Vorliebe. die gegangen sind?« flüsterte ich ihm ins Ohr. »Der Mieter ist eine der drei Frauen. daß das Männliche und das Weibliche nicht endgültige Zustände. was du tun sollst«.« Ich wollte es rasch hinter mich bringen. Überlege.« In diesem Moment drehte eine Frau in der hinteren Reihe sich nach mir um. Mit unglaublicher Behendigkeit holte er mich ein und packte mich am Arm. lächelte und nickte. vor die Herausforderung stellen. Es war ein kalter Zorn. Weil dies ein Thema ist. Bis Don Juan und ich die kleine. geschüttelt von hustendem Lachen. ohne direkt zu fragen. die geblieben sind. Ich merkte allerdings. ganz nach dem Herzen der alten Zauberer. so erfahren im Verlagern seines Montagepunktes. ebenfalls flüsternd. Noch nie im Leben bist du auf eine solche Probe gestellt worden. Kühle erst mal deine Wut ab. die du . ob er als Mann oder als Frau auftreten will. ob sie in die Kirche gingen oder herauskamen.wie ich sagte . was mir zu tun blieb. noch immer von Lachen geschüttelt.« Vielleicht weil es das einzig Vernünftige war. was ich davon halten soll. »Für solch einen Zauberer. »Nein«. fuhr er fort.« Er hielt sich noch immer den Bauch. in das massive. wie jeder Nagual es tut. Und der dem Tod Trotzende ist jener geheimnisvolle Besucher. Dann packte mich plötzliche Wut. oder zu fragen. Ich war sprachlos. Sein Lachen schwoll an. Er hielt mich unerbittlich am Arm.

sagte er. Ich hatte so viele Fragen.« »Richtig.zuerst zu Don Juans Haus. daß es fast schien. daß sie als Mann geboren ist. sagte er mit Nachdruck. Und nun kam ich zu einem Entschluß. zusammen mit dem Sinn für die Notwendigkeit gesunder Vernunft. ist richtig solange unser Montagepunkt in seiner gewohnten Position bleibt. Man braucht kein Genie sein. Ich wurde verlegen. Es sollte dich nicht überraschen. sei nicht vernünftig.« »Wir sprechen hier über Grundprinzipien«. Ich stand auf und sagte mit lauter Stimme. sagte er. ich sei wohl nur streitlustig. der dem Tode trotzte. in welcher Gestalt auch immer. verlieren all die Prinzipien. Er lachte so unbändig. daß du deine Urteile verallgemeinern willst. daß beim Träumen alles möglich ist. ihren absoluten Wert. Mache ich das Richtige? Laufe ich aus Angst davon? Natürlich rechtfertigte ich meine Entscheidung sofort als die einzig richtige und unvermeidliche. er müsse sich übergeben. Dann beschlichen mich Zweifel und Neugier. Und nun verfiel ich auf einen Gedanken: wie.»Das Wesen in der Kirche ist eine echte Frau«. sagte er mit leiser Stimme. ich völlig verklemmt vor Angst. Don Juan meinte. die ich noch nie akzeptieren konnte und die mir schon immer so abstrus erschienen waren. »Das weiß ich doch alles«. »Vielleicht würden deine alten Freunde so etwas tun. Es ist eine >Sie<. »Und du hast recht mit allem. Meine Gedanken rasten dahin. daß er selbst diese Überzeugung bei mir genährt und gehegt habe.« Ich sagte ihm. daß ich sein Pochen bis in die Magengrube fühlte. und sagte. »Du bist doch immer von Frauen fasziniert. diese Situation ist maßgeschneidert für dich. bestätigt doch nur. Er brach sein Versprechen. gestand ich: und meinte es aufrichtig.« Erfreute sich so ausgelassen und kindlich. was du sagst. die dich jetzt binden. um zu erkennen. daß ich als Träumer wohl aus eigener Erfahrung bestätigen könne. Dein Fehler ist. »Ich glaube. Ich gab ihm klar zu verstehen. um mich zurück zur Kirche zu . Und Don Juan warf mir jetzt vor. Es sei lediglich ein Motiv für das Träumen.falls man es als Sträuben bezeichnen konnte .« Er lächelte boshaft. Du hast doch alle Prinzipien der Zauberei am eigenen Leib erfahren.nicht ihm galt. daß der dem Tod Trotzende diese Grenzen tausend. nicht aber für die alltägliche Welt. »Sie gelten für Menschen hier und überall im Universum. Mir vorzustellen. daß es für mich ein unhaltbarer und abscheulicher Standpunkt sei. sondern den praktischen Seiten der Zauberei. nicht wahr? Mir scheint. richtig«. dann nach Hause. war irgendwie ekelhaft. Ich erinnerte ihn daran. daß mein Sträuben . »Wieso ist das so beunruhigend für dich? Die Tatsache.er ganz unbeschwert. Mit bemühter Geduld und wahrer Großspurigkeit erklärte ich ihm die biologischen Grundlagen von Männlichkeit und Weiblichkeit. und die Geschenke des Mieters waren fast wie erworbener Besitz. daß der Mieter nicht mehr durch dieselben Kräfte gebunden ist. was du sagst. Aber sobald er über gewisse Grenzen hinaus verschoben ist und unsere Alltagswelt keine Geltung mehr hat. Seine Frage traf mich unvorbereitet. daß sie eigentlich nie ein Problem für mich darstellten. daß seine Fröhlichkeit ansteckend war. Und ich wiederholte. von denen du sprichst. Auf einmal verwandelte sich dieses Pochen in die Stimme des Botschafters. daß eine unglaubliche Kraft meinen Herzschlag beschleunige. so versicherte ich mir selbst. Ich wiederhole: Dieses Wesen in der Kirche ist eine Frau. schrie ich. es bedroht mich im Innersten«. Und sie hat alle Organe und Attribute einer Frau. und so machten wir uns auf den Rückweg zu seinem Haus. wenn der Mieter ein Transvestit wäre? Ich fragte Don Juan allen Ernstes nach dieser Möglichkeit.und abertausendmal überschritten hat. daß ich nichts mit dem Mieter zu tun haben wolle. zu vergessen. Mein Herz schlug so stark. Ich hatte mich entschieden. Dein Fehler ist nur. Was er nun aber im Fall des Mieters vorbrachte. er sei mit meiner Entscheidung völlig einverstanden. hatte ich kein Interesse an irgendwelchen Erwerbungen. »Alles. welche Kraft die Machenschaften der alten Zauberer hatten.« Ich glaubte vor innerer Spannung zu explodieren. die ich dem stellen könnte. Immerhin. sich nicht mehr einzumischen. »Warum diese heftige Reaktion?« fragte er lächelnd. »Das ist eine zu profane Möglichkeit«. Deine neuen Freunde sind einfallsreicher und weniger onanistisch. Wir lachten beide . die ganze Sache zu vergessen und zurückzukehren . daß die Frau in der Kirche ein Mann sei.

»D u w ärst schon nicht gleich gestorben. weil ich wußte. »m u ß t d u a lle D e ta ils u n se re r V e rb in d u n g z u d ie se m Z a u b e re i kennen. W ir kö nnen die Z eit ja w ieder aufholen. j a « . »W arum hast du es m ir nicht selbst gesagt. den er bezahle. U n d d ic h fü r e in e n F e ig lin g z u halten w äre m ir nie in den S inn gekom m en.'« fragte ich ihn aufgeb racht und w ütend . die er von den Naguals unserer Linie beziehe. die automatisch ein männliches Wesen bezeichnen. dann w ärest du schon längst vor A ngst g e sto rb e n . Mit anderen Worten. A b e r w e n n d u d ic h fü rc h te st. Alles. doch der Preis. glaube ich. D u bist am E nde des W eges angekom m en. um meine Angst und Panik zu lindern. mich auf eine andere Bewußtseinsebene zu versetzen. Don Juan«. kaltblütig und äußerst bewußt entgegentreten«. d e m z u b e g e g n e n . w e il d u m ic h fü r e in e n F e ig lin g h ä ltst'. Doch in der Schilderung der Beziehung zwischen dem Mieter und den Naguals seiner Linie vermischte Don Juan dauernd den männlichen und weiblichen Genus des Spanischen. Ich respektiere d e in e E ntscheidungen und küm m ere m ich nicht darum . »Du kannst es nicht stellvertretend tun. sa g te ic h . »D u m uß t b egreifen. w as du bist. je weniger ich von dem Mieter weiß?« »Nein.beides Worte. sie verpflichte jeden dieser Männer durch ein Geschenk der Kraft. Er gab die Bezeichnung »der dem Tode trotzt« auf Spanisch wieder. d e r d e m T o d e tro tz t. und »Mieter« mit el inquilino . bestehend aus einer vor- . die sie selbst gewählt habe. w elche M otive dich dabei leiten. Sei also ein w ahrer N agual. w e d e r d ie G a b e n o c h d e n P re is. »Wie sonst könntest du dich entscheiden?« »Glaubst du nicht. Nicht einmal durch den Tod. sagte er.« U nd D o n Juan sagte. außerdem ist es zu früh für die S ache. A uch d as ist keine S chand e. was mich einigermaßen verwirrte. fuhr er fort. mit el desafiante de la muerte.« Ganz ruhig begann Don Juan nun alles zu wiederholen. aber es gibt kein Ausweichen vor dieser Verabredung. »Verstehst du?« wiederholte er. der P reis dafür aber ungeheuer. Während er sprach.« »L o s. wurde mir klar. führte dich bis an diesen Punkt. der dem Tode trotzt. d aß d ie G ab en d es M ieters zw ar gro ß artig seien. »Es ist deine Pflicht. genau w ie ich. »Ich fürchte.« W ir w a n d e rte n z u rü c k z u m P a rk u n d fa n d e n so fo rt e in e fre ie B ank und setzten uns. u n s a u f e in e B a n k setzen und so rgfältig d eine A lternativen üb erlegen. Verstehst du?« Er rüttelte mich an den Schultern. was er mir bereits über jenen. Ich b lieb stehen und w ied erho lte D o n Juan hastig d ie W o rte d es B o tschafters. »Ist es w ahr? « fragte ich. Er sagte. die w ir vorhaben. so ru h ig i c h konnte. ob es ihm möglich wäre. flehte ich. »Jetzt kom m en w ir zum K ern der S ache!« rief D on Juan. daß der Mieter für die Energie bezahlen müsse. Sonst w ürde sie nicht g e lte n . daß ich ihn fragte. d a n n stirb lie b e r. erzählt hatte. S chäm e dich nicht für das. Ich duckte mich unter seinem donnernden »Nein«. es zu erfahren«. D ein E nergiekörper v e r fü g t ü b e r u n b e g re n z te M itte l. Hier kann man sich nicht verstecken. sagte D on J u a n . Ich wollte es dir nicht sagen. Dies ist der Augenblick der Wahrheit. was du bislang in der Welt der Zauberer getan und erlebt hast. »Z uerst a b e r la ß u n s n o c h e in m a l in d e n P a rk g e h e n . daß meine Verwirrung zum Teil durch seine Wortwahl bedingt war. bis die Gefahr vorbei ist. verpflichte diese Zauberer seit Generationen. was sie tun müßten. Als Bezahlung für die von allen diesen Naguals bezogene Energie habe die Frau in der Kirche sie gelehrt.z ie h e n : d e n n n a c h D o n Ju a n s H a u s z u rü c k z u g e h e n b e d e u te d e n sicheren T od. »Du mußt dem. W ärst du ein Feigling. »B evor du w irklich deine E ntscheidung t r i f f s t « . der dem Tode trotzt. E r selbst könne keines von b e id e n a k z e p tie re n . »A b er d e i n e E ntscheid ung m uß t d u d er F rau in d er K irche selb st sagen . d aß nur d u selb st d ie E ntscheid ung treffen kannst. D on Juan? W olltest du m ic h ste rb e n la sse n . daß dein Energiekörper es dir sagen würde. dem M ieter zu begegnen und sein G eschenk der K raft a n zunehm en o d er zurückzuw eisen«. es ist besser für mich. gestand er einfältig. g e h e n w ir z u rü c k z u r K irc h e «.vo n A ngesicht zu A ngesicht und a lle in . Ich verstand so gut. um ihren Montagepunkt in gewisse Positionen zu bringen.« »Ich möchte lieber nichts davon hören. sagte D o n Juan. a ls ih m e n tg e g e n z u tre te n .

« Und Don Juan erzählte mir. was wir tun?« »Ja. wie er mich einmal. sie habe dir präzise Anweisungen gegeben. was hier vor sich geht?« fuhr Don Juan fort. als Geschenke der Kraft? Und wozu all dieses Geheimnis?« fragte ich. als gäbe man einem Säufer Schnaps zu trinken. Diese Schwierigkeit absichtlich noch zu steigern. weil sie Produkte dieses spezialisierten Wissens der Zauberer aus der Vorzeit sind«. »Was verstehst du unter >allen daraus resultierenden Konsequenzen< Don Juan?« »Ich meine die negativen Folgen dieser Gaben. nicht wahr?« »Wir nennen diese Gaben Geschenke der Kraft. Meinen Wohltäter so etwas zu lehren. vor Jahren.. auch wenn du dich nicht daran erinnerst. wenn er von Dingen sprach.mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Die Frau in der Kirche kennt nur das Sichgehenlassen. wie im Falle des Nagual Sebastian. was ich in jeder dieser Positionen mit meinem Energie- 220 . ist zu wissen. • Zum Beispiel konnte er sagen: »Meine Augen wanderten auf den Helmen der spanischen Eroberer. Hauptsächlich erinnere ich mich an seinen merkwürdigen Akzent. spezifischen Position des Montagepunktes . gewiß. Aber was brachte dich auf die Idee. der ein unheilbarer Lüstling war . uns unnötig unter Druck setzen. und wie er eine sonderbare Metapher benutzte. daß die Frau in der Kirche dies absichtlich tut?« »Sie hat es bei jedem Nagual meiner Linie so gemacht. die er angeblich gesehen hatte. Bei dieser Frau gibt es keine Nüchternheit. »Du solltest diesen Zauberer entweder als männlich oder als weiblich bezeichnen. innerhalb wie außerhalb der menschlichen Energiegestalt. und dein willkürlicher Gebrauch des Geschlechtspronomens ist mir wirklich unangenehm. sagte er. daß der dem Tode Trotzende uns durch seine Gaben zu einer Linie von sehr selbstgefälligen. Manchen von uns fällt es aber schwerer als anderen. daß er dir vielleicht ein Geschenk der Kraft gegeben haben mochte. müssen wir zugeben. nachdem du ihn zuerst als Mann gesehen hattest. Don Juan. Ich konnte mich nie mit den Verwandlungen dieses Zauberers abfinden. »Das Geheimnis der Gaben liegt darin. warum ich vorhin von dir erfahren wollte. »Du selbst kannst deinen Montagepunkt nach Belieben an jede Stelle verschieben.« »Aber liegt es nicht an jedem von uns. Was ich aber nicht kann und was nur der dem Tode Trotzende kann. heißt. In diesem Fall weiß ich nicht ein noch aus. Ich war mir sicher. Zum Beispiel lehrte sie den Nagual Julian. verantwortlich zu sein. Und natürlich kann ich meinen Montagepunkt an jede Stelle verschieben. der dem Tode trotzt. der dem Tode trotzt. mitgenommen habe und ich einen Mann kennengelernt hatte. zu einer Begegnung mit dem. daß ich glaubte. abhängigen Zauberern gemacht hat. zusammen gewesen war. den Naguals seiner Linie immer zuerst als Mann. sagte ich streng. mit Ausnahme dessen. »Weil ich glaubte.das war.bestimmten. daß er. »Die Wahrheit ist. »Ich bin zu spießig. die Begegnung habe nur Minuten gedauert. gestand er. ob du weißt. daß es dir genauso ergehen würde. wie diese Frau es tut. uns eine Probe dieses Wissens geben kann.meine Augen wanderten auf. wohin ich will. Ich vermutete sogar.« »Woher weißt du.« »Du schmeichelst mir unverdient. daß der dem Tode Trotzende beides ist: männlich und weiblich. keine Mäßigung. und anschließend als Frau begegnete. Don Juan sagte mir später. offenbar ein Freund ritueller Gewohnheiten. der nicht alt und auch nicht j ung war. der dem Tode trotzt. »Warum bezeichnest du die Gaben dessen. daß niemand auf Erden.« Don Juan erinnerte mich daran. seinen Montagepunkt so zu arrangieren. Und das bedeutete für mich. nicht aber als beides«. der dem Tode trotzt.« »Mir selbst ist es sehr unangenehm«.« Ich konnte nicht länger über seinen unstimmigen Sprachgebrauch hinwegsehen und beklagte mich bei ihm. getroffen hättest. der dem Tode trotzt. ich könnte es wissen?« »Der dem Tode Trotzende hatte anscheinend Zuneigung zu dir gefaßt. daß ich einen ganzen Tag mit dem. einen sonderbaren Indianer. und von sehr grazilem Körperbau. genau wie sie. Er sagte: mis ojos se pasearon .« Es war ein so flüchtiges Ereignis in meiner Erinnerung. eine Frau werden konnte. daß du selbst vor Jahren eine Verabredung mit dem. verantwortlich zu sein für das. »Weißt du. Wenn wir uns ehrlich und aufrichtig betrachten. daß der dem Tode Trotzende. Oder vielleicht hatte er dich zu einer Verabredung mit ihm als Frau bewogen.

»J e tz t b ist d u a n d e r R e ih e . antw ortete er m it ernstem G esicht. so m üsse er sagen. den E nergiekörper einzusetzen. das dafür erforderlich ist. M it etw as so A ltem und G eheim nisvollem w ie dem M ieter zusam m enzutreffen .« »W arum m uß ich da w eiterm achen. die H erausforderung des dem T ode T rotzenden angenom m en hast. das K raftgeschenk d e s d e m T o d T ro tz e n d e n a n ih n se i d ie M o n ta g e -P o sitio n e in e r K rähe gew esen. d a ß d ie m e iste n V e rla g e ru n g e n d e s M ontagepunkts. sa g te D o n Ju a n . d en er lernen m usste: S chritt für S chritt.ein B ündel. die er dir gibt. es m acht m ich ganz krank«. D on Juan?« »W eil du. so m e in te e r. »D ie anorganischen W esen haben dich und C arol T iggs arg hereingelegt. D er N agual Santisteban erhielt sieben solcher P ositionen. d er N agu al E lias v i e r . Im V erlauf deiner L ehrzeit habe 223 . F ü r m ich w enigstens w ar es das. w enn ic h sage. daß dies d ie h ärteste P ro b e fü r ein en m o d ern en N agu al ist. und ist es noch im m er. E r verw ies auf sein eigenes B eispiel. sei die W ahrnehm ung zw ar noch im m er verständlich für u n s. es ist k e in T rost für dich. u n d er selb st b ekam zw ei gezeigt. Jenseits dieses B andes. d er N agu al Ju lian sech zeh n . »W as verstehst du unter D etails?« fragte ich. »V ielleicht w erden die G eschenke. die in seiner L inie bekannt seien. der W ahrnehm ung einer K rähe. ind em sie euch halfen. nein. aber gleichw ohl im Innern der leuchtenden E iform . Ih r b e id e w ä re t sc h lie ß lic h ran d vo ll gew esen vo n so lch en p raktisch en K en n tn issen . d er N agu al R o sen d o sech s. d e n M ie te r z u tre ffe n «. daß die m odernen Z auberer nichts von d e n D e ta ils d e r ta u se n d u n d a b e rta u se n d m ö g lic h e n P o sitio n e n des M ontagepunktes w üßten. als o b ihr no ch in d er A lltagsw elt w äret. unser W issen ganz aus dem G leichgew icht bringen. Jede große V erlagerung funktioniert nach einem anderen inneren A blauf«. d a s d e n a lte n Z a u b e re rn d e n G a ra u s b e re itete. w ie m an eine sehr kom plizierte M aschine zu bedienen lernt. N ach d ieser to talen W ahrnehm ung. W enn der M ontagepunkt sich an irgendeine S telle in diesem B ereich verlagert. auf eurer letzten R eise. um die totale W ahrnehm ung. fuhr er fort. U m auf d iese A rt w ahrzunehm en. hätten die acht N aguals. E r sagte. »D ies könnten die m odernen Z auberer lernen. d as b einah unm ö glich ist. sagte ich. die totale K ohäsion zu erreichen. »Ich w eiß. um z u r totalen W ahrnehm ung zu gelangen. E tw as. Sie hätten es dir und C arol selbst überlassen. N ur die alten Z auberer hatten das spezielle W issen. n o c h n ic h t ge k a n n t: d a n n a b e r h a b e d e r M ie te r d e n N a gu a l S e b a stia n ge le h rt. um den M ontagepunkt in bestim m ten P ositionen fixiert zu halten«. to ta le W a h rn e h m u n g in z e h n n e u e n P ositionen des M ontagepunkts zu erreichen. und unsere Linie w ird in das D u n k e l stü rz e n . fin d e ich n ich t eh rfu rch tgeb ieten d . die dem N agual Sebastian vora n gin ge n . fuhr D on Juan fort. genannt das m enschliche B and oder der rein m enschliche A spekt der universalen E nergie. ich kann m it dir fühlen«. b raucht e in Z aub erer praktisches W issen oder einflußreiche F reunde. D as m ach e insgesam t fünfundneunzig spezifische P ositionen des M ontagepunkts. to talen Z usam m enhalt bei einer großen V erlagerung zu erreichen«. »S ie verscho b en euren M o ntagep unkt an d ie w eitestm ö gliche S telle. 222 D eine Freunde hätten dich w ohl am E nde betrogen. ohne es zu w issen. D ann halfen sie euch. d ieser to tale n K o h ä sio n . w ie m oderne Zauberer sie erleben. liege der B ereich der großen V erlagerungen. habe er die totale W ahrnehm ung erst d urch einen W illensp ro zeß erlangt. sagte D o n Juan. sow ie das V erfahren.und bei seinem eigenen K raftgeschenk. Falls ich ihn fragte.« »D as klingt so schrecklich gefährlich. doch es bedürfe d e ta illie rte r V erfahrensweisen. daß er die totale W ahrnehm ung einer K rähe erlangte. antw ortete er. so n d ern ab sto ß en d . »E hrlich. gen au w ie jene hochgelehrten Z auberer der V orzeit. den E nergiekörper auf solche W eise zu m anipulieren. »B esondere A rten.körper tun soll. der N agual L ujan fünfzig.« U nd dann erklärte er m ir. h ä tte n d ie a l t e n Z a u b e re r u m jeden P reis gestrebt . w eil die Last dieser G aben sie der D aseinslage der alten Z auberer näherbringe. o b e r d ie s a ls V o rte il fü r se in e L in ie b e tra c h te . leichte V erlagerungen innerhalb eines schm alen B ündels energetischer Leuchtfasern in der leuchtenden E igestalt seien . d o rt w ahrzunehm en. W e ite r e rk lä rte D o n Ju a n . w enn sie den M ontagepunkt bei einer größeren V erlagerung lange genug fixieren könnten.« D ie besonderen V erfahren bei solchen V erlagerungen. sa gte e r. praktische K enntnisse zum Ü berle b e n in d ie se r W e lt z u e rle rn e n .

In dieser Stadt streiften die Menschen am Abend meistens bis zehn oder elf Uhr um die Plaza. Ich fand. Don Juan. Don Juan. aber die Plaza war ungewöhnlich menschenleer.in der Hoffnung. Die Frau in der Kirche Don Juan und ich saßen und schwiegen. daß das Träumen. die Wahrnehmung befreit und den Bereich dessen erweitert. Für einen Seher ist der am stärksten leuchtende Teil des Montagepunkts bei Frauen nach außen gekehrt.« Willst du damit sagen.« »Bist du absolut sicher. wenn er sagte. Es war nicht später als sieben Uhr. was es zu sagen gab.eine abverlangte. könnte mein Sehen mich nicht betrügen. Ich habe denselben Schrecken durchgemacht. daß der Mieter eine andere Art von Energie hat?« »Nein. »Wenn ich >von Natur< sage. Mein Erwachen war grausam. es gäbe da eine sehr schöne und leidenschaftliche Witwe. Wir schwiegen. Der Montagepunkt des Mieters war ursprünglich nach innen gerichtet. sondern abscheulich vor. ob jemand von Natur ein Mann oder eine Frau ist«. den Mieter zu vergessen. sie sah gut aus. der dem Tode trotzt. . der entweder als Mann oder als Frau geboren ist. die keinen Zweifel mehr duldete. nur etwas härter als du jetzt. Er erzählte mir. »Diese Frau ist der Mieter!« sagte Don Juan mit einer Stimme. daß diese Frau der Mieter ist?« fragte ich . drehte ihn um . um mir klarzuwerden. »Ich sagte dir schon. daß ihr Anspruch keineswegs illusorisch. Als der Nagual sagte. etwa wenn Don Juan sagte. daß sie mich wollte. Das Träumen war für sie etwas Unbeschreibliches und Beispielloses geworden . Sie strebten nach Wahrnehmung des Unbekannten. Er und seine Gruppe wollten den Traum der Zauberer erfüllen.« Ich bemühte mich. sondern durchaus verständig sei. Aufgrund meiner beschränkten Erfolge im Träumen glaubte ich. getrieben von sonderbarer Abscheu und Furcht. sondern sie auch darauf vorbereitet. sagte Don Juan. fiel ich darauf herein. was ihnen bevorstand: meine Begegnung mit demjenigen. ganz sicher«. bei Männern nach innen. und sie hatten es geschafft. »Der Nagual Julian hatte eine Vorliebe für makabre Scherze. wenn auch im Gegensatz zur Vernunft. und ich hatte diese Frau gesehen. als ein gewöhnlicher Mensch sie hat. der alles Wichtige aus der Eingebung des Augenblicks tat. daß Don Juan mich nicht im voraus unterrichtet hatte. daß die Position des Montagepunktes darüber entscheidet. nicht eine andere Art Energie. genau wie mein Lehrer mir heimlich . sagte er. »Aber selbst wenn ich so dumm wäre. Dann kam mir die Vorstellung seiner mißlichen Lage nicht mehr spaßig. Und ich war ein geiler Bursche. so meine ich jemanden. Don Juan hatte recht.ich eine Einwilligung von dir verlangt. wie ich dort im Park saß. und er hatte mir anscheinend alles gesagt. »Ich bin mir ganz. Eines noch gab es. Der Nagual nahm mich häufig mit zur Kirche. damit ich mich besser hätte vorbereiten können. Es war ein warmer Abend. Ich brauchte eine Weile. diese Welt zu verlassen und in unvorstellbare Dimensionen einzugehen.etwas. dessen Wesen und Reichweite nur umschreibend benannt werden konnte. Für die Zauberer seiner Gruppe hatte das Träumen nicht nur die Tür zu anderen wahrnehmbaren Welten aufgestoßen. nicht laut herauszulachen über Don Juans Miene verlorener Unschuld. die mich anstarrte. es möge ein Irrtum oder ein schlimmer Scherz sein.« 12. Meine Zeit mit Don Juan ging zu Ende. In unbeschreiblicher Panik erwartete ich den nächsten Schritt. aber er veränderte ihn. »Bist du sicher. was wahrgenommen werden kann. indem es eine systematische Verschiebung des Montagepunktes bewirkt. aber gewiß eine andere Energie-Konfiguration. daß diese Frau der Mieter ist?« beharrte ich.und jetzt sieht seine eiförmige Energiegestalt aus wie eine in sich eingerollte Muschel.« Er kicherte. Ich bedauerte. Don Juan. Eine Weile fühlte ich mich recht wohl. daß es das Tor zu Licht und Dunkel des Universums sei. ohne Vorankündigung. die unsterblich in mich verliebt sei. Ich wußte nichts mehr zu fragen. bei voller Bewußtheit in diese Regionen einzutreten. Aber er war ein Nagual. was mit mir geschah.

daß er mich buchstäblich den ganzen Weg schleppen mußte. »Ich verstehe die wahre Angst. Nachdem alle diesseitigen Gründe. Ich geriet so in Angst. aber ich kam nicht dahinter.« Schweigend wartete ich einen langen.« Ich wollte schon etwas sagen zu ihr. hätte die Frau mich nicht am Arm zurückgehalten. für unterwegs: die Furcht. Unter keinen Umständen hätte ich sie für die Stimme eines Mannes gehalten. sagte ich. abgewetzten Betstuhl kniete. wie du dich im Feuer bewährst. Reglos blieb ich knien. als hätte ich diese Stimme schon immer gekannt. was ich von Hermelinda je erfahren habe. sagte die Frau mit leiser Stimme. Einer von ihnen drehte sich um und sah uns neugierig an. daß mir übel wurde. Das einzige. unerträglich langen Augenblick. Ich wollte mich entschuldigen. Zauberinnen zu sein. Danke für deine Zuversicht. die man mir erzählte. die ich zuvor gesehen hatte.mit Don Juan. und im Handumdrehen stürzte ich in schwärzeste Verzweiflung. daß die einzige wirkliche Sorge. Don Juan hatte sie gelehrt. Mit äußerster Anstrengung versuchte ich den unsichtbaren Ener227 . kann ich mich bis zum heutigen Tag nur daran erinnern. immer zu wissen. Bei näherer Prüfung aber musste ich zugeben. lange schon von mir genommen waren. Ich weiß nur noch. nein zu sagen. Sie fragte mich noch irgend etwas. war die Geschichte. »Vergib mir meine Spaße«. meinen drei Gefährtinnen in Don Juans Welt galt. »Ich bin deine Amme!«. »Ist in Ordnung«. »Danke. rief die Frau leise. von der Hand dessen zu sterben. Doch wenn ich es recht überlegte. daß ich dich sehr gern habe. Was mich sofort und ganz für sie eingenom226 men hatte. daß ich dann auf einem langen. blieb mir nur noch die Sorge um mich selbst. »Warum hast du solche Angst vor mir armem Weiblein?« fragte sie mich auf englisch.« Den Weg zur Kirche ging er voraus. wieder auf englisch. so außerordentlich weiblich. Mich überfielen kleinliche Befürchtungen um meine Sicherheit. Es war eher wie das Geräusch nackter Füße. Dann aber war es mit meinem Gleichgewicht zu Ende. Daß die Stimme der Frau so tiefe. für dein Vertrauen zu mir«. »Du bist nicht der einzige. Sie achtete nicht auf ihn und flüsterte weiter in mein Ohr. »Als ich dem begegnete. Ich lebe mit ihr. wie eine Fledermaus aus der Hölle. Mit aller Anstrengung versuchte ich ruhig zu bleiben. sagte sie. der die geheimsten Erinnerungen in mir wachrief. überfahren von einem steuerlosen Lastwagen. flehte sie. meine Sorgen. machte ich mir die Hose naß. und auf den Fortgang der Dinge wartete. was es mit diesem heiseren Klang auf sich hatte. versuchte Don Juan zu entdecken. Es war eine heisere Stimme. was sie mit ihrem Wissen zu tun hatten. neben der Frau. »Bist du bereit?« fragte er. flüsterte sie. Der Klang ihrer Stimme machte mich verrückt. Glaube mir. doch er war nirgends zu sehen. So sehr ich mich auch anstrenge. der sich als Frau verstellte. »Laß mich deine Hand halten«. »Ja«. wie sie bei einem Unfall ums Leben kam. die immer wußten. hypnotisiert von diesem Klang. Ich überließ ihr meine Hand. Diese Heiserkeit war so exotisch. der dem Tode trotzt. deiner Amme«. Verzweifelt sah ich mich um. Und wir werden uns gut verstehen. war nicht einmal dies eine echte Sorge für mich. Sie kniete zu meiner Rechten. und vor allem hatte er sie darauf vorbereitet. alte Erinnerungen in mir wachrufen konnte.« Zwei ältere Männer knieten direkt vor uns. wie ich vor der Kirche ankam oder eintrat. Sie lächelte mir wissend zu. Ich erinnere mich nicht. aber nicht kehlig oder guttural. »Wie ungewöhnlich! Willst du meine Brust?« Sie bog sich vor Lachen. aber Don Juan lachte nur.und bald würde ich meinen Geist aufgeben. dort wo ich kniete. aber ich wußte. unfähig. der dem Tode trotzt. die ich hatte. war ihre Stimme. Und aufstehend. meine Ziele. »Es ist die Stimme Hermelindas. sagte er. Und dieser überließ ich mich schamlos. fügte er hinzu: »Gehen wir also und sehen. Einen Moment spürte ich quälende Unruhe. meine Hoffnungen auf dieser Welt. was sie sagte. »Die Wahrheit ist. die leise über den Sand tappen. dem vor Angst schlecht wird«. Am liebsten wäre ich abgehauen. was sie zu tun hatten. als ich die Stimme des Botschafters in meinem Ohr hörte. Du brodelst vor Energie. Doch ihr Flehen war wie ein Befehl. flüsterte sie auf spanisch. Angst und Leid zu empfinden. schockierte mich. Ein letzter Anfall von Sichgehenlassen. Es war. Ich kann gar nicht beschreiben. Sie lächelte mir zu. daß ich rasch an Boden verlor . Ich blieb wie angewurzelt auf der Stelle.

aber ich möchte keine Kraftgeschenke von dir. Ih re T a ille w a r sc h la n k . so ist der Vertrag. daß ich mich in einen fürchterlichen Mann verwandeln und dir ein Leid zufügen würde. aber sie müsse dennoch dafür bezahlen. da ich sie ihr so großzügig anbiete. Bei jedem Wort fügte sie der mittleren Silbe noch ein Phonem hinzu. A b g e se h e n v o n D o n Ju a n . Aggressiv fragte ich sie. daß ich völlig in den B ann dieser F rau geraten könnte.« »Ich war mein Leben lang ein Narr. sagte ich.« All meine Energie sammelnd. der mich einzuhüllen schien. S ie trug ein langes K leid . h a t t e ic h n ie m a ls so stra h lend e und leb end ige A ugen gesehen. d ie sie hinter gesenkten L idern verbarg. um mir ins Ohr zu flüstern: »Geh nicht fort. daß sie spanisch mit einem höchst auffälligen. Mir war. A ber noch etw as w urde m ir stark bew ußt: m eine em otionale Instab ilität. sagte ich. m ic h h o c h u n d n ie d e r z ie h e n d w ie e in Jo -Jo . deine Energie zu verschenken. daß ich nichts besaß und daß es mir gefiel. und ich w ar frei.« Ich setzte mich automatisch wieder. D ie d e m T o d e T ro tz e n d e h a tte sich in eine E cke m anö vriert. Ich bin deine Dienerin. festgehalten von meiner Neugier.« »Ich kann deine Energie nicht umsonst annehmen«. Ihre A ugen w aren w underbar . Während ich sie sprechen hörte. vielleicht werde sie meine Energie annehmen. Ich habe dir so viel zu sagen. n ic h t w a h r? « sagte ich. wie ich die Dienerin all der Naguals war. Sie kicherte vergnügt und sagte. in g lo c k e n h e lle s L a c h e n a u sb re - . sagte sie nachdenklich. Ich stand auf. a b e r n ic h t fe tt o d e r g a r sc h w e r. Aber ich will mich nicht mit unnötigen Dingen belasten. auch meine Beklommenheit. also nehmen Sie sie.und das hätte ich getan. oder ob sie mir vielleicht nicht glaubte. D iesm al w ürd e es nicht and ers sein. S cho n in D o n Juans W elt hatte sie m ir im m er zu sc h a ffe n g e m a c h t. und es gefällt mir. S ie h a t t e g ro ß e B rü ste . d achte ich. Ihre A ugen nahm en m ir jede B efangenheit. als gelinge es mir. Ic h h a tte A u g e n b lic k e to ta le n V e rtra u e n s u n d D u rc h b lic k s. D ie H a u t ih re r H ä n d e u n d A rm e w a r g la tt. die dir vorangegangen sind. was ich bekomme. P lö tz lic h w a r ic h v o ll V e rtra u e n u n d O ptim ism us. Ich h a t t e das G efühl. Sie brauchen die Energie. Nie im Leben hatte ich jemanden so sprechen hören. »E rst g e ste rn «. sie schon m ein L eben lang zu kennen. w a ru m sie seufzte. flüsterte sie. Und das meine ich aufrichtig. M ein M iß trauen m eld ete sich ganz p lö tzlich m it d em w arnend en G edanken. n u r u m im n ä c h ste n M o m e n t v o n a b g rü n d ig e m Z w e ife l u n d M iß trauen gep lagt zu sein. ob sie meinte. »Ich bezahle für das. wäre nicht die Frau ebenfalls aufgestanden. S ie w ar von beinah ew iger D auer. Dann brachte sie einen gewundenen Satz hervor: »Falls du wagen solltest zu glauben. sagte sie seufzend . Glauben Sie mir«. Ich besitze nichts. »S ie h a b e n S p a n isc h e rst sp ä t im L e b e n g e le rn t. Sie müsse mir etwas von ähnlichem Wert schenken. b e in a h stä m m ig .gieschirm zu durchbrechen. Je tz t h a tte n w ir K o n ta k t m ite in a n d e r. schätzte ich. sagte ich. nur um m eine G ed anken ab zuschütteln . a b e r a u c h n ic h t h ä ß lic h . Ihr H aar w ar jettschw arz und zu einem langen Z o p f g e flo c h te n . Ich hatte sogar genügend Geistesgegenwart. S ie w ar eine Ind ianerin vo n d urchaus d unklem T yp . sagte sie. bist du in schwerem Irrtum befangen«. Seltsamerweise war meine Angst auf einmal verschwunden. ein schw arzes S chultertuch und G uaraches. Ihnen ein Geschenk zu machen. U nm öglich konnte sie einen faszinieren. fremden Akzent sprach. »Und ich kann mir wohl leisten. d ie M u sk e ln fe st u n d ju g e n d lich. sprach ich zu ihr die Wahrheit: »Sei willkommen und nimm meine Energie«.b evo r sie sie e rra te n k o n n te . hypnotischen Stimme. S ie w a r n ic h t sc h ö n . »Wo stammt er her?« »B einah aus d er E w igkeit«. mit noch stärkerer Modulation dieser seltsamen. Ih re Z üge w aren in keiner W eise auffällig. sie würde vielleicht meine Energie annehmen. Ic h sa h sie g e n a u e r a n . b is auf ihre A ugen. »Sie ist ein Geschenk von mir an dich. wollte gehen . S olche A ugen konnte n n ic h ts B ö se s w o lle n .k l a r und v o l l F rie d e n . wurde mir bewußt. Das ist kein Problem für mich. Ic h v e rsta n d . e rw id e rte sie . w ährend ich vergänglic h w a r. d ie sie n ic h t u n te r ih re m S h a w l v e rb e rg e n k o n n te o d e r auch w o llte.« »Vielleicht«. »Ihr Akzent ist ganz ungewöhnlich«. »Du bist mein Wohltäter. S ie w ar etw a einen M eter sechzig. Es ist närrisch von dir. S ie w a r a n sc h e in e n d fü n fu n d d re iß ig b is vierzig Jahre alt. wie ein junges Mädchen. D a s w a r m e in V o rte il. In ihrer kniend en H altung sah ich auch ihre glatten F ersen und ein S tück ih re r k rä ftig e n W a d e n . die Frau zu fragen: »Sind Sie wirklich eine Frau?« Sie kicherte leise.

n u r d aß ich b ew eglich er b i n . n u r u m d as G espräch in G ang zu h a l t e n . w o sie lebte. m ich gen au so zu verh alten . g la u b ' ic h . W ir kn ieten vor e i n e m leb en sgroß en K ru zifix .« Sie stand auf und glitt seitlich aus dem B e t s t u h l . ist e in A nstoß. e rk a n n te ic h . u n d jetzt w ar ich n ah e d aran . w as ich w eiß. M e in H erz p o chte b is zum H als hinauf. d unkler. Ich senkte die Stirn. A ls ic h w ie d e r k la r se h e n k o n n te . » Ic h lebe schon sehr. a u c h sc h o n d a s G e fü h l . »Ic h k a n n n ic h t so e in fa c h d e in e E n e rg ie a n n e h m e n «. »D u brauchst m ich gar nichts zu fragen«. »G ib t es ein en O rt. T ief knickste sie vor d em H au p taltar. A b er ein e ern ü ch tern d e E rin n eru n g b ew ah rte m ich d avor. alles zu w issen. Ich verab sch eu te solch klein lich e N eu gier. w o ich w ill. »S tatt m ir ein G esch en k zu m ach en .ch en d . unheilvo ller und irgend w ie här- . A uch bleibe i c h nie zu lange h i e r in eurer W elt. versicherte sie m ir m it N achd ruck. w ird n iem an d m erken . w a s sie w isse . »N ein «. als ich M ann w ar. E s w ar. in an d eren W elten zu ex istieren ?« fragte ich .« »W ie ist es. »D u b ist nicht leichtgläub ig«. Ich w ollte ih r ab er von m ein em K on flikt erzäh len . d a ß e tw a s U n h e im lic h e s g e sc h e h e n w a r. »D er G ru n d fü r m ein lan ges L eb en i s t . w as m ir durch d en K op f gin g. »H ier h ab e ich m it allen N agu als eu rer L in ie gesp roch en . Ic h w e rd e d ir d i e s e n S to ß versetzen. G an z so. w as m ir h elfen w ü rd e au f m ein em W eg?« b at ich . ü b errasch en d w eiß en Z äh n e w ie P erlen schim m erten. und dabei denke ich nur d um m e G ed anken«.« N icht nur d achte ich d um m e G ed anken. w ie in tiefem G eb et. d a s T h e m a w e c h se ln d . S ie b ekreu zigte sich u n d gab m ir e i n Z eichen. »D u w eißt ja schon. w a s d u sc h o n w e iß t. u m e in e A n tw o rt z u b e k o m men. »W ir sp rech en h ier«. S ie sch ü ttelte d en K op f. Ic h h a b e b e in a h v e rg e sse n . Ich b in ganz F rau!« S ie n a h m m e in e H a n d u n d lie ß m ic h i h r e L e iste fü h le n . Sie schien zu w issen. u m m ich so w eit zu b rin gen . w o d u leb st. B evor ich Z eit fand. als w ollte sie sagen .hatte. S ofort ließ ich es. L eute drehten sich um und sahen uns an. L achend erzählte ich i h r von m einer L eichtgläubigkeit. w enn sie in dieser W elt w ar. W en n d u flü sterst. sagte ich. d aß i c h d ie B ew egu n gen u n d V erlageru n gen m ein es M on tagep u n ktes kontrolliere. w o hin ich w ill. »W ir sin d e x t r e m verschieden. kö n n ten S ie m ir n ich t etw as sagen . w ie e s ist. sehr lan ge«. sie n ach i h r e m A lter zu fragen . im l i n k e n Schiff. ist e s nicht d o rt. sagte sie. I c h m u ß sp arsam u m geh en m it d er E n ergie. S ieh dich u m . I c h brauchte m e in e F ra g e n ic h t a u sz u sp re c h e n . »E s ist w ie d ein T räu m en . D ie K irche w ar and ers. d ie ich von d en N agu als eu rer L in ie b ekom m e.« W ieder überfielen m ich G edanken w e ltlic h e r V ernunft. « E ine W eile konnte ich m einen B lic k nicht zentrieren. »D u bist viel.« »W e n n d u in d ie se r W e lt b ist . kaum hatte sie i h r e n S atz b e e n d e t.« »K om m st du im m er als F rau?« »Ich bin schon länger F rau. M it ein er freu n d lich en G este d rü ckte sie m ir d en A rm . S ie w ar t a t s ä c h l i c h eine Frau. d aß w ir red en . als k ö n n test d u .. w ob ei ih re klein en . d a s d ir g e h ö rt o d e r d a s d u g e m ie te t h a st. sa g te sie . d aß w ir u n s verstan d en . »D u w eiß t alles.« Ich b ran n te d arau f. daß ich. i h r zu einem großen S e i t e n a l t a r zu folgen. fuhr sie fort. als ich es für m öglich g e h a l t e n hätte. d a ß ic h w ü ß te . W as du noch brauchst. A u c h w e n n d u sie in d a s H a u s fü h rst. Ich w ollte sie fragen. d er m ir vor Jah ren alle m ö glich en F allen geste llt h atte. um d ir a n z u e ig n e n .b ist d u d a n n a u f d ie se G e g e n d festgelegt?« »N ein. in d ein en T räu m en b leib en . U n d ich kan n län ger b leib en . Ich kann gehen. e in M ann zu sein. w o w ir sp rech en kö n n en ?« fragte ich . V erschiedener. E indeutig gefällt es m ir b e sse r. D ie F rau rü ckte n äh er h eran . flü sterte sie. d aß ich ih m m ein A lter verriet. etw as zu sagen.« »E s gäbe so vieles. so nd ern ich w ar auch in einem so suggestiblen Z ustand. sprach sie zu m i r . w eil d u jetzt ganz in d er zw eiten A ufm erksam keit bist. Ich erin n erte m ich an ein en F reu n d . w as ich dich fragen w i l l . als se i m ir W a sse r in d ie A u g e n g e ra te n . w o d u le b st. und keine Fragen m ehr zu s te lle n brauchte. »W ir m ü sse n e i n e a n d e re V e re in b a ru n g treffen. d e n L e u te n z u sa g e n . sagte sie. viel jünger als ic h « . »und selbst d ir fällt es sc h w e r. so lan ge d u w illst. sagte sie.

in die der Träumer seinen Körper bringt. Ich wollte der Frau davon vorschwärmen. die der Entdeckung harren«. Menschen gingen umher. Staunend sah ich sie an. sagte ich zu der Frau . ihr zu folgen. fing sie an. Es kam von den Kerzen auf den vielen Altären. halb schon behauenen Steinblock zu setzen. aber sie war nicht mehr neben mir. Im Portikus holte ich sie ein. sagte sie. offenbar mißbilligend. Überall lagen rechtekkige Kalksteinblöcke umher. in die er seinen Energiekörper bringt. Sie waren nicht mehr aus Brettern. den ich kannte. Die Straßenlaternen waren verschwunden. Ich fand es das köstlichste Geräusch. um mehr Platz zu haben. etwas damit zu tun hätten. Diese zwei Positionen bilden. waren die Betstühle. Es erinnerte mich an Bäume oder an Salbeibüsche. Stell dir nur vor. »Du wirst hören. dunkelhäutige. die eine Spiegelung finde in der Position. die sie den Naguals meiner Linie geschenkt habe. daß ich ihre Körperwärme fühlte. Dort knieten Menschen im Gebet. sagte sie. daß ihre Wärme gnadenlos berückend sei. Sie hatte schon fast das Portal erreicht. eine Einheit. »Von entscheidender Wichtigkeit ist die Ausgangsposition. wie gut Kerzenlicht zu dem massiven Mauerwerk einer kolonialen Kirche paßte. Sofort fühlte ich mich erhoben. Mich überfiel die Einsicht.und die Männer und Frauen meiner Linie könnten sich glücklich schätzen. und die alten Zauberer brauchten Jahrtausende. sondern aus knorrigen Ästen. Ich sah ihre gesenkten Köpfe bis hinab zu den Stufen des Hauptaltars. mich auf einen rohen. »Die zweite Aufmerksamkeit hat unendliche Schätze zu bieten. Und genau hier liegt das Geheimnis der alten Zauberer. Ihr Körper hatte einen höchst eigenartigen Duft. ausgeglichen und gleichmäßig. Die Frau starrte mich an. kristallklaren Klang. und auch alles andere. Kichernd meinte sie. »Nirgendwohin«. daß die heutigen Zauberer niemals Zeit oder Lust hätten. daß die Gaben. Es war gelblich. Ich stand auf und tat ein paar Schritte ins Mittelschiff. Das heißt. Die wenigen in meiner Nähe starrten mich an. um vertraulich zu sprechen. aber es war kein Ton zu hören. Es gab keine Häuser oder andere Gebäude rund um die Kirche. Ich sah mich nach ihr um. Sie legte mir den Arm um die Schulter und drückte mich an ihren Busen. Was mir gleich auffiel. Ich hörte aber keinerlei Geräusche. Es war eine kühle. . am erstaunlichsten war das Leuchten ihrer Augen. Es waren handgemachte Betstühle. Die Frau zog mich zurück ins Dunkel des Seitenaltars. Unheimlich war die Szene im Mondlicht. sonderbar kleine. Sie sagte. Ihr Lachen hatte einen bemerkenswerten.und meine Stimme dröhnte und hallte wider. Mir kam der Gedanke in den Sinn.« Sie saß so nah. Das einzige Licht kam vom Mond. »Wohin gehen wir?« fragte ich sie.ter. Dort drehte sie sich um und gab mir ein Zeichen. die schon zu meiner Zeit so alt waren. Nicht daß sie Parfüm aufgelegt hätte. Viele waren es. Fast alle Köpfe wandten sich um und sahen mich an.« Anscheinend brauchte ich nichts anderes als ihre Aufforderung. die ich je gesehen habe. »Lausche mit deiner Traum-Aufmerksamkeit. »Wir sind einfach herausgekommen. aber ohne Eile. Ich trat vom Seitenaltar zurück und überblickte wieder das Hauptschiff. sie zu haben. Und dann begann sie mir ins linke Ohr zu flüstern. »Ich kann nichts hören«. wenn du nicht mehr mit den Ohren lauschst«. anders als bei jedem. harte Menschen. Plötzlich überflutete mich das summende Geräusch einer betenden Menschenmenge. um die perfekte Beziehung zwischen den beiden Positionen zu finden. Auch war ihre Körperwärme anders als meine. und sein trüber Glanz warf die schwärzesten Schatten. um mit dem Träumen zu beginnen. Sie war unvollendet. eingebaut in einen prächtigen steinernen Bau. Hier können wir schwatzen nach Herzenslust. die ihnen solche Geschenke machte. herbfrische Wärme. Auch die Fassade der Kirche war anders. Aber ich hatte keine Angst vor ihr oder dem Traum. die Ausgangsposition. was die alten Zauberer die Zwillingspositionen nannten. Ich wußte. um seinen Montagepunkt an einer nach Belieben gewählten Stelle zu fixieren. antwortete sie. daß ich mich in einem Traum befand und daß sie diesen Traum steuerte. als sei die Kirche eine hohle Muschelschale. in die der Träumer seinen physischen Körper bringt.« Sie bedeutete mir. Ihr ganzes Wesen schien diesen charakteristischen Duft weiter Pinien-Wälder zu verströmen. das ich je gehört hatte. Auch das Licht in der Kirche war anders. solche Mühen auf sich zu nehmen .

sagte sie. daß wir dir Energie schenken. d iese P o sitio n b eizub ehalten und in ihr einzuschlafen. Das geht auf meine Rechnung. sagte sie und stand auf. genügend Energie hätte zum Denken und zum Gespräch. U m dies auszuprobieren. der nicht nur das Unheimliche an ihr unterstrich. nimm sie von mir. in der zweiten Aufmerksam71S . In sehr ernstem Ton. Dies ist ein Traum. sagte die Frau: »Weil es kein Draußen gibt.« »W as is t das E rgebnis e in e r solchen Ü bung?« »D ie totale W ahrnehm ung.von höchster B edeutung sei. B eim T räum en bestand die Ü bung nun darin. »Wenn du mir wirklich ein Geschenk machen willst«. Du stehst an der vierten Pforte des Träumens und träumst meinen Traum.aber ich wußte die Antwort schon.« Es sei ihre Kunst. aber ganz einfache Ü bung vor. S ie ging üb er m einen E inw and hinw eg und verriet m ir d ann d ie vier V ariatio nen d ieser Ü b ung. d a ß d e r M o n ta g e p u n k t g e n a u . Mir in die Augen blickend. S ie w echselte m it m ir d en P latz. solange wir in der Kirche blieben. nicht vorhersehbar wären. wie sie sagte. fügte sie hinzu. D on Juan hat nie W ert darauf gelegt. daß die P osition. daß ich.« Sie nickte zustimmend. G anz unbefangen sagte ich ihr. »Wieso das?« fragte ich unbefangen.« »W ie legst du dich h in . Mein Geschenk für dich. I c h b i n überzeugt. Sie hatte etwas sehr Trauriges und zugleich sehr Faszinierendes an sich.a n d e r S telle bleibt. sondern mich erschreckte. »Warum nicht?« fragte ich . Im T räum en b esteht d ie Ü b ung nun d arin. sagte ich. Ich muß dir ein Geschenk machen. o d e r d e r A u sg a n g sp o sitio n . um m it dem T räum en anzufangen?« fragte sie. und dennoch existierten sie. in d ie d e r T rä u m e r se in e n K ö rp e r b ringt. ich lege W ert d arauf«. im Mondschein. »W as genau m öchtest du w issen?« fragte sie leise. sie solle doch meine Energie nehmen. d aß d u träum st. daß ich sie ungeheuer gern hätte. Doch außerhalb der Bannmeile der Kirche sei dies etwas anderes. gehen wir wieder in die Kirche«. w o er sich im A ugenblick des zw eiten E inschlafens befindet.« Und sie erklärte mir. Das sagte ich dir bereits. deine L ehrer haben d ir gesagt. auf der linken S eite. »Komm. sagte sie. daß es eines der großen Geheimnisse sei. Natürlich meinte ich es aufrichtig. »E rkläre m ir. näm lich d as E inschlafen auf d er rechten S eite. ihre Absicht projizieren zu können . Das ist unsere Vereinbarung. in die m an den K örper bringt .Ihre E rklärung d er Z w illingsp o sitio nen hatte ich nicht ganz verstanden. A ber ich w eiß nicht recht. schlug sie m ir eine h e ik le . ein zw eites M al in d er gleichen P o sitio n einzuschlafen. ich hätte nichts dagegen. »nimm mich mit auf einen Spaziergang durch die Stadt. »Ich habe keine feste G ew ohnheit. sondern nur als i n t e l l e k t u e l l e M öglichkeiten kennenlernen w olle. g e n a u . w as sie w isse . daß du kein Wort sprichst«.und alles. murmelte sie. »D ie D isziplin besteht d a r i n . meinte sie. die. verriet sie mir. S ie saß nun zu m einer R echten und flüsterte m ir ins andere O hr.« »U nd w as bew irkt das?« fragte ich. um m it d em T räum en zu b eginnen. d ich genau in derselben P osition hinzulegen und w iederum einzuschlafen. »Weil wir träumen«. Ich sagte ihr sogar.« »N un. und du mußt es annehmen. »Vorausgesetzt. daß ich diese D inge nicht praktizieren.« »Ich bleibe dabei. w as totale W ahrnehm ung bedeutet«. »E s b e w irk t. d ie K nie leicht angezogen«. Also. auf dem R ücken und auf dem B auch.« »Ja. daß m eine G eschenke die G aben totaler W ahrnehm ung sind. daß die Kirche und die ganze Stadt nur die Folge ihrer Absicht wären. Unvermittelt wechselte sie das Thema und fragte mich: »Was wünscht du dir als Geschenk?« »Kein Geschenk für mich. Und ich sagte ihr immer wieder. w as d u unter d en Z w illingsp o sitio nen v e r s t e h s t . Sie verhieß mir außerordentliche Resultate. sei ihre Absicht. Sie existierten nicht. in d er m an m it d em 714 Träumen begonnen hatte. was ich um mich her sah.« Die Frau schien verblüfft. Flüsternd sagte sie.nach a lle m . »L e g e d ic h z u B e g in n d e s T rä u m e n s a u f d ie re c h te S e ite . »Ich werde dich tiefer in meinen Traum mitnehmen. log ich.« »Unsere Vereinbarung ist.j a .

um eine getreuliche R eprod u ktio n jed es G egen stan d es u n d jed es B au w erks. daß diese K irche und diese Stadt eines der G eheim nisse des B eabsichtigens in der zw eiten A ufm erksam keit s in d . D ie einzige A rt. »Ja«. »A ls die Zauberer m einer L in ie das zu tun verm ochten«. denn alle G egenstände in solch einem T raum m üßten zw angsläufig ganz persönliche G egenstände sein. D ies ist der G rund.« Sie hieß m ich aufstehen und erm ahnte m ich noch einm al. in d em sie ih re A b sich t p ro jizierten . absolute K ontrolle über die T räum e zu behalten. D ie Z au b erer ih rer L in ie. in ihren Traum hineinziehen. w o sie existieren konnten. »D u d a rfst e s w o h l gla u b e n «. im T raum ihre G edanken zu projizieren. N icht nur w äre dieser zw eite T raum dann zw angsläufig ein T raum vo n m ein er H eim atstad t. dann diese W elt träum ten und so ein ganz authentisches R eich neu erschufen. D ann schlossen sie die A ugen und visualisierten das O bjekt. fuhr die F rau fo rt. m it ziegelgedeckten D ächern. w eder zu sp rech en n o ch m ich vo n ih r zu en tfern en . einstöckig und staubig. jed er L an d sc h a ft u n d je d e s S c h a u p la tz e s z u e rre ic h e n . »W illst du im m er noch kom m en?« fragte sie. sic h in d e r z w e ite n A u fm e rk sa m k e it u m h erzu b ew egen . »G anze B evölkerungen verschw anden so im T raum . daß sie alle nur Z ufall gew esen sein konnten.aus der Sicht ih rer eigen en W ah rn eh m u n g . D ann erzählte sie m ir noch m ehr über die Zw illingspositionen. ein er G ru p p e d u n kel ab gezeich n eter H äu ser en tgegen . darum ist es gefährlich für d ic h .keit die Zw illingspositionen des T räum ens zu beabsichtigen. D unkle Schatten im Innern der H äuser m achten m ir den E indruck von neugierigen. sa gte sie . I h r endliches Ziel w ar. sagte ich. »U nd frage m ich n ic h t. fügte sie h i n z u . daß ich. gekalkte G ebäude. so n d ern es w äre au ch e i n T rau m vo n denkbar größter K onkretion. u n d sch ritt au s. d aß d ie Z au b erer ih rer L in ie d ie K u n st p raktizierten .« »D u sagst. die nur in der A bsicht e in e s anderen existierten. Im w esentlichen besagte ihre E rklärung. daß sie alle zusam m en eine ganze W elt visualisierten. D as ist es.« U n d sie w arn te m ich . w ie alles andere. bis sie es m it geschlossenen A ugen in aller V ollständigkeit sehen konnten. d ie vierte P fo rte zu durchschreiten und an O rte zu reisen. sie stam m e aus einer L inie von Z aubere rn . a b e r m a n k ö n n e e s n ic h t e rk lä re n o d e r v e rste hen. D ie s n a n n te n sie . U nd dann sagte sie m ir. W ie w ar das m öglich?« fragte ich. aber verängstigten N achbarn. d aß sie ein e in fa c h e s O b je k t a n sta rrte n u n d e s in a lle n D e ta ils ih re m G e dächtnis einprägten. in m einen T raum zu kom m en. daß ic h in m einer T raum -A usbildung unzählige T räum e von großer K onkretion geträum t habe. d e n ersten S chritt zur totalen W ahrnehm ung. sagte sie. antw ortete sie. ga n z n a c h ih re m B elieben. w as ich je tz t m it dir m ache und w as ich m it allen N aguals eurer Linie gem acht habe. ganz leicht in der Stadt m ein es T rau m es b leib en kö n n te. w arum ich dir sagte. S ach te n ah m sie m ich an d er H an d . die . V on einem einfachen O bjekt schritten jene Z auberer fort zu im m er kom plexeren G egenständen. m it dem O bjekt zusam m en zu träum en und im T raum . daß ganze B evölkerungen auf diese W eise verschw anden. W ir w aren au f e i n e r Straße m it K opfsteinpflaster. »S ie visu alisierten ein e L an d sch aft u n d ersch u fen sie d an n im Traum noch einm al n e u « . S ie erzäh lte. w ie ein K in d . fin gen d am it an . d a ß ic h e in ge sc h la fe n w a r. »D u hast noch nie etw as visualisiert. M an k ö n n e e s tu n . »E s geschieht einfach. d aß es gefäh rlich sei. sei die B efolgung jener T echnik der Zw illingspositionen.« D ie F ra u k ic h e rte . im m er w ieder ihr inneres B ild korrigierend. doch versicherte sie m ir. L eute schlenderten schw eigend um her. d ie e s v e rsta n d e n . D ie H äuser w aren große. A nscheinend w aren die P flasterer d en U n eb en h eiten d es G elän d es gefo lgt. U n gleich m äß iger D ru ck h atte fü r u n gleich m äßige O berflächen gesorgt. a ls hätte ich daran gezw eifelt. w arum «. so sa gte d ie F ra u . o h n e sie erst zu glätten. E ckige Flußkiesel w aren einfach in d ie E rd e geklo p ft. w en n ich m ich im T rau m au f d i e re c h te S e ite h in le gte u n d trä u m te . »d a ko n n ten sie au ch o h n e w eiteres ein en an d eren in ihre A bsicht. D er n äch ste S ch ritt in d er E n tw icklu n g ih res S ystem s w ar. Sie w ar überzeugt.e i n e to tale M aterialisieru n g d es O b je k ts z u e rz e u ge n . w enn ich zum B eispiel von m einer H eim atstadt träum te und auf der rechten Seite liegend zu träum en begonnen h ä t t e .

die ich je berührt h a t t e . sa g te sie . Noch immer absurd verschämt. Ich wollte alles prüfen. d ie sich kreuzten: an j e d e r gab es d rei H ä u se rb lo c k s. Meine Gedanken wurden nicht durch die Macht der Ereignisse im Traum verdrängt. E r w a r a lso w irk lic h im stande gew esen. fing die Frau an zu lachen. brauchen wir nur mit dem kleinen Finger auf den Gegenstand zu deuten. daß dies die Methode ist. mir eine Botschaft zu schicken. dann sagte sie im Ton einer Offenbarung: »Wie ein Esel zu brüllen. d a ß ic h v o r L a c h e n b e in a h e rstickte. unseren Spaziergang fortzusetzen. auch auf sie selbst. so n d e rn w e il d a s. meinte sie. eingero llt längs d em S p alt in ihrer M itte. a lle s a n d e re nur zu b eo b achten. das funktioniert natürlich auch. Ich strich m it d en F ingern üb er i h r e rauhe O b erfläche. Daß er dich aber in meinem Traum losbrüllen ließ. Das Haus war wie jeder beliebige Gegenstand in einem gewöhnlichen Traum. und während ich diesen Satz auf gewohnte Art zu wiederholen begann.aber zu einer anderen Zeit. den wir sehen wollen. Bei meinen Traumübungen hatte ich immer den Satz gesprochen: »Ich will Energie sehen. um zu sehen. mehr nicht. E s w ar w irklich eine M auer! Ihre üb erw ältigend e W irklichkeit m achte m einer S ehnsucht so fo rt ein E nd e und erneuerte m ein Interesse. daß sie unfähig schien. »Juan Malus kann die alten Zauberer ganz allgemein nicht leiden.« In diesem M om ent däm m erte m ir zum erstenm al die ganze U ngeh e u e rlic h k e it v o n D o n Ju a n s S tre ic h . D ie s w a r d ie M e th o d e . indem ich m ich m it der S chulter an e in e M auer le h n te . als sie zu einer E nergieblase w urde. das war seine Art. d ie im V o rb eigehen flüsterten. »Um in unseren Träumen zu sehen.e i n p a a r b e lle n d e H u n d e in d e r F e rn e o d er M enschen. was mir beim Träumen sonst passierte. sagte die Frau zwischen Lachanfällen. und mich im besonderen nicht«. Sie lachte ganz wie Don Juan: ein tiefes. Ic h fa n d d e n T ric k so w itz ig . irgendwie angesteckt von ihrer Heiterkeit. Ich war tatsächlich mit jener. »Ich b in d as einzige E nergie erzeugend e W esen in d iesem T ra u m «. Ihre energetisc h e G e sta lt w a r g e n a u so . Ich deutete mit dem linken kleinen Finger auf ein Haus. D er K o n ta k t m it d e r M a u e r w a r sc h o c k ie re n d fü r m ic h . Ich wurde verlegen. m ich im T raum brüllen zu lassen. ich könne auf jeden Gegenstand in ihrem Traum deuten. es wäre ein Traum. n ic h t w e il d ie se M a u e r so u n g e w ö h n lic h g e w e se n w ä re . I c h su c h te L in d e rung. Ic h m u sste ste h e n b le ib e n . nur dam it ich in d e r T ra u m stille d ie se r d e m T o d e T ro tz e n d e n lo sb rü lle n w ü rd e . w ie jed e and ere M auer auch. Als sie sich beruhigt und wieder gefangen hatte. alles zu b eo b achten. bis ich ein Resultat bekam. unbeschwertes Lachen aus vollem Hals. Diesmal. »Was ist denn so spaßig?« fragte ich. Im Gegensatz zu allem. Ich kam mir dümmlich vor. Ich betastete sie m it m einer freien H and . K a u m d e u te te ic h m it dem F inger auf sie.« Manchmal musste ich es öfter sagen. »Du sollst bestätigt finden. E s gab nur zw ei S traß en. »E s w ä re a lso ric h tig e r fü r d ic h . Und meine verstandesmäßige Überlegung sagte mir. w o ran ich m ich lehnte. ganz wie ich wolle. äußerte ich wie mechanisch mit lauter Stimme meine Absicht.« Dieser Humor der Zauberer konnte mich immer wieder verblüffen. daß sie einverstanden war mit mir. Ich muß schon sagen. Ich wollte alles beobachten und über-wachsam sein. zu sehen. so n d e rn v ie rm a l. n ic h t e in m a l. Es war keine Energie in dem Haus. indem ich Energie sah.mit gleichem Resultat. forderte sie mich auf. er ist sehr witzig. Meine Neugier war grenzenlos. E s g a b n u r se h r w e n ig e . war mein Denken völlig unbeeinträchtigt. Sie lachte so sehr. E iner sehr eigenartigen E nergieblase. eine s t a b i l e M auer w ar. daß ich mich in der Traum-Version jener Stadt befinden mußte. D ie b e lle n d e n H u n d e b ra c h te n in m ir e in e u n g e a h n te u n d tie fe S e h n su c h t h e rv o r. aber die Frau nahm mich an die Hand. W ir sc h ritte n b e id e S tra ß e n in g a n z e r L ä n g e a b .« S ie h a tte v ö llig re c h t. in der Don Juan lebte . in der TraumStadt dieser Frau.« Sie machte eine Pause. wie um mir zu zeigen. Ic h sa h m ir a lle s a n u n d la u sc h te m it m einer T raum -A ufm erksam keit auf irgendw elche G eräusche. »Deute auf mich«. die dem Tode trotzte. 239 . zusammen in einem Traum. w ie D o n Ju a n sie m ir b e sc h rie b e n hatte: sie sah aus w ie eine riesige M uschel. Ich deutete auf alles mögliche in der Umgebung . darf ich hinzufügen. Aber war es ein Traum? Sie selbst hatte gesagt. die Träumer einhalten. Auch sah ich flache Berge rund um die Stadt.hinter verschlossener Tür ihre Gerüchte tauschten.

D iese S tadt. so glaubte ich. D a w ar eine P laza in d ieser S tad t. die du vor dir siehst. w a s m ic h ste ts z w a n g . S ie nahm m einen A rm und w andte sich zur T ür. »W arten S ie. In unserer Z eit w ar es M ai. seien nur B eisp iele ihrer jüngsten V isualisierungen. ic h m u sste z u r K irc h e z u rü c k k e h re n . und d o ch w o llte ic h ih r e in e k o m p liz ie rte F ra g e ste lle n . könnte ich es später m it d en D etails d er realen K irche vergleichen. W a s ic h w isse n w o llte .und w ar überrascht. B eteigeuze und R igel. W ä h re n d ic h n o c h e in m a l d e n sü d lic h e n H o riz o n t a b su c h te . knieten d ie F rau und ic h vo r d em kleinen A ltar auf d er linken S eite.und d ann d ie Z eit v i e l e r . die m ir in A ugenblicken kognitiver V erw irrung einen H alt b ieten so llte. Ich sah O rion. S eine zw ei H auptsterne. und falls ich m ir sein A ussehen ins G edächtnis einprägen konnte. außerhalb deiner und m einer A bsicht gar nicht existiert. in der S ebastian als K üster gearb eitet hab e. so la n g e ic h k o n n te .in V e rb in d u n g z u b rin g e n w ä re n . D ie F rau b ekreuzigte sich und stand auf. d a n n w ä re v ie lle ic h t e in e O rientierung m ö glich gew esen. d e n ic h m ir a u s a u g e n b lic k lic h e r E in g e b u n g zurechtlegte.« 241 . ko nzentrie rte ic h a u f d ie A rc h ite k tu r u n d d ie o rn a m e n ta le n D e ta ils a n d er R ückseite d er K irche. L ächelnd b eantw o rtete d ie F rau m eine unausgesp ro chene F rage. N ichts veränd erte sich. daß diese S tadt. d enn falls ich es nicht t a t . N un versuchte ich m ir vorzuste lle n . Im M ai ist O rio n um d iese Z eit n i r g e n d s z u se h e n . ab er sie w ar vo r d er K irche. w ar. E s m o c h te z w isc h e n a c h t u n d n e u n U h r abends sein. w ürd e ich auf d er S telle to t um fallen. sie zu b eab sichtigen. hab e sie sich d ie A u fg a b e g e ste llt. Ic h w a r so g e b a n n t. D ie F ra u p a c k te rasch m eine H and und fo lgte m ir. sagte ich . W enn es d ann Z eit w ar. w o se in H a u s ste h e n m o c h te . a lle s in D o n Ju a n s W e lt z u ü b e rp rü fe n u n d no chm als zu üb erp rüfen.in m einer Z eit. Ic h v e rsu c h te m ic h z u orientieren und sah nach dem M ond und den S ternen. sie zu visualisieren«. E s w ar tatsächlich d er M o nd . »w irst d u m ir jetzt helfen. Im M o n d lic h t w a re n d ie B e rg e ru n d u m d ie S ta d t d e u tlic h z u se h e n u n d b e in a h w ie d e rz u e rk e n n e n . d ie T atsachen zu üb erp rüfen. sa g te sie . d e r von D on Juans P atio zu sehen w ar. zu üb erleb en. die ich gesehen hätte. Ich ko nnte nicht klar d enken. und übrigens auch die ganze Stadt. Ic h d re h te m ic h u m u n d ra n n te lo s. d a ß ic h m e in e H a n d d e m G riff d e r F ra u e n tw a n d . E s w ar ein abnehm ender M ond. D och irgend etw as in m ir spottete über m einen V ersuch d er O b jektivierung. W ied er in d er K irche. alle D etails einer ganzen S tadt zu visualisieren. z u r K irc h e . sic h a lle D e ta ils u n d je d e n W in k e l d ie se r K irche ins G edächtnis einzuprägen. A b er nicht um O b jektivierung an sich ging es m ir. rechts vom M ond. w enn ich dir sage. Ich m ö chte w etten. w arten S ie«. es w ar vergeb lich. w urd e m ir bew ußt. D o c h w ie a u fm erksam ich auch schaute. als befände ich m ich in der geläufigen R ealität des A lltags. D iesen T eil d es G eb äud es hatte ich in d er A lltagsw elt nie gesehen. sondern ich w ollte dieses V erlangen nach O bjektivität als K rücke benutzen. D ie K irche sei dieselbe K irche. daß ich sp rechen ko nnte. und d ie K irche. d u w irst m ir nicht glauben. S ie se i se h r g u t im V isu a lisie re n . Ic h w u ß te . Ich schätzte. w o w ir zuvo r gew esen w aren. es m o chte A nfang D ezem b er sein. W ährend m einer ganzen L ehrzeit hatte m ic h e in B e d ü rfn is n a c h o b je k tiv e n T a tsa c h e n b e h e rrsc h t. a u c h w enn d u nie versucht hast. vielleicht einen T ag nach V ollm ond. und im nächsten A ugenblick erw achte ich in der hell erleuchteten K irche . Sie beendete ihre R ede m it einem höchst beunruhigenden G edank e n . Ic h sta rrte in d e n M o n d . S o fo rt ü b e rfie l m ic h u n g e h e u re A n g st. die m it j e n e r S tadt . daß die S tadt in diesem T raum hinter der K irche gelegen w a r. n a c h d e m sie e s e in L eb en lang getan hatte . E r stand hoch ü b e r d e m H o riz o n t. gegenüb er d em P o rtikus. vieler L eb en gehabt hatte. A us d er N o tw end igkeit. W ährend w ir uns im L aufschritt d er K irche näherten. 240 S o w a r m e in P la n . E in e n A u g e n b lic k m e in te ic h e s g e fu n d e n z u h a b e n .Insbesondere suchte ich nach M erkm alen. D ie zeitliche D isp arität ab er b eunruhigte m ich sehr. w ie jem and nur die E nergie haben konnte. sagte sie. stand en in w aagrecht gerad er L inie m it d em M o nd . in d er w ir m iteinand er gesp ro chen hätten. »N a c h d e m d u n u n d ie se S ta d t e in ig e rm a ß e n k e n n st. Ich tat es ihr m echanisch gleich. so w eit ich feststellen ko nnte. kam ich d o ch nie d azu. es zu vervollkom m nen. W as m ir d avo n geb lieb en w ar. g la u b te ic h je n e n g lo c k e n fö rm ig e n B e rg g ip fe l z u e rk e n n e n . H ä tte ic h d ie s b e rü c k sic h tig t. Jetzt ab er hatte ich keine T raum A ufm erksam keit m ehr. fuhr sie fo rt.in u n se re r Z e it .

d as B ö se ist nur eine A usgeb urt d es m enschlichen D enkens. wie es passiert. Man kann es unmöglich erklären . verschob m einen M ontagepunkt in gew altigem M aß. u n d ic h w a r fu rc h tsa m e r d e n n je . ich fing an zu glauben. W ie seltsam . »Es ist unmöglich zu sagen. b eherrscht d urch d ie F ixierung d es M o ntagep unktes in seiner üb lichen P o sitio n. irdischen Manöver. »K e in P ro b le m «. denn ich hatte mir eben erst klargemacht. in e in e m a n d e re n T ra u m z u se in o d e r d a v o r. d e in e n E n tsc h lu ß z u ä n d e rn . die sie in einem kleinen Leinenbeutel bei sich hatte. Es geschah mit einem sehr einfachen. D u h a st d o ch keine A ngst. E rgeb nis w ar ein P seud o -G efühl d er A ngst. a b e r h ä tte ic h m ic h fe stle g e n so lle n . mehr noch. W ir sin d Z a u b e re r. falls es sich so verhielt. »Was ist mit deiner Zunge passiert?« sagt sie auf Englisch. »N atürlich«. schlendern wir zur Plaza dieses Traumes«.m it d e m G e g e n sta n d d ie se r m e in e r A n g st. D er K ontakt m it der. »Aber vielleicht sollte ich mich. zu fixieren. M eine G edanken aber rasten im K reis. H atte ich A ngst vo r d em B ö sen? fragte ich m ich. V or kurzem e rst w a r ic h m it D o n Ju a n v o m P a rk z u r K irc h e g e la u fe n . b e h e rrsc h t v o n sc h re c k lic h e r. »S a g e m ir n ic h t. w as ich sehr großz ü g ig fin d e . diesem S chub stand zuhalten. dir zuliebe.« Ich sah sie verständnislos an. daß Sie vorhin englisch zu mir sprachen. Infolge all d ie se r Ja h re a u f d e m W e g d e r Z a u b e re r w u ß te ic h o h n e je d e n Z w eifel. L o gischerw eise gab es also nichts. Erinnere dich immer daran. d ie d e m T o d e tro tz te . G a n z b e stim m t h a tte ic h k e in e A n g st d a v o r. m einen M ontagepunkt augenb licklich in d er P o sitio n. Dann wendete sie ihren schwarzen Shawl.« Sie kicherte. E s w ar keinesw egs ein gezw ungenes S chw eigen. »W a s ist lo s? « sa g te d ie F ra u . dreiviertellange Rock. w o v o r ic h e ig e n tlic h A n g st h a tte . ic h h ä tte e s n ic h t g e w u ß t. Da wir viel Zeit zusammen verbringen werden. vielleicht auf Besuch in dieser Stadt. sie zu lernen. »K o m m e n S ie . w ovor ich m ich hätte fürchten sollen. In gleichgültigem Ton. »Oh. E s ist z u sp ä t. a b e r n o rm a le r A n g st. w ie d e r in s S p a n isc h e w e c h se ln d . sagte ich: »Mir wird eben erst klar. zweifellos über mein ratloses Gesicht. und zum Vorschein kam der ganz normale.« Sie deutete mit der Hand in die Runde. ich könnte vielleicht nicht w ieder aufw achen. D a s h a st d u selb st gesagt. sa g te ic h . Dann steckte sie ihren langen Zopf zu einem Knoten auf und vertauschte ihre Guaraches gegen halbhohe Schuhe.man kann nur sagen. »Aber dieser Traum ist wirklicher als der andere. Wo haben Sie es gelernt?« »In der Welt dort draußen. u n d sc h w e ig e n d k a m e n w ir in d e n P ark. daß ich noch immer in einem Traum sei. aber es passiert. Je tz t lie f ic h z u rü c k v o n d e r K irc h e z u m P a rk . antw ortete sie fröhlich. in d ie er verscho b en w urd e. aber ich w ußte auch. sagte sie. sagte sie. ein wenig zurechtmachen.« Sie hielt inne und musterte mich. dachte ich. m e in e n V e rsta n d o d e r g a r m e in L e b e n z u v e rlie re n . den ich gar nicht als meine Stimme erkannte. daß m eine w ahre Schw äche in der m angelnden B ew eglichkeit lag. Jetzt sah sie aus wie die typische Mittelschicht-Mexikanerin aus der City. tö d lic h e re A rt. den sie darunter trug.« S ie h a k te sic h b e i m ir u n te r. »W ir w erd en viel Z eit zusam m en verb ringen? « fragte ich und verriet m eine A hnungen.« Sie zog mich sachte näher zu sich.a b e r a u f e in e a n d e re . Wie alles andere. und ich hatte nicht die K raft. D o ch d ie V o rs te llu n g des B ösen h ie lt genauerer P rüfung nicht stand. »Komm. Ich spreche viele Sprachen. 242 Ich b lieb stehen. nie wieder aufzuwachen. se tz e n w ir u n se re n T raum -S paziergang fort. was ich dir gesagt habe: dies ist das Geheimnis des Beabsichtigens in der zweiten Aufmerksamkeit. »Ich hatte Zeit genug. nicht w ahr? « Ich w ar entgeistert. nicht w ahr? « Ic h w a r sc h o n w ie d e r m e h r a ls v e rä n g stig t. Sie legte ihren langen Rock ab. re ife re . »D u w irst. während sie mit geschickten Handgriffen ihr Äußeres veränderte. in Gefahr war. was sie sagte. d a ß d u d e in e E n tsc h e id u n g b e re u st.Sie schaute mich an und lachte über mein Entsetzen. daß ich. daß es geschieht. 243 . m ir k o ste n lo s d e in e E n e rg ie sc h e n k e n . »Hat die Katze sie gefressen?« Ich war in Gedanken ganz bei der unvorstellbaren Möglichkeit. m it je n e r. d aß es im U niversum nur E nergie gib t. und es war eine beige Stola. D as w ußte ich. ja«. die dem T ode trotzt. kann ich dir irgendwann meine eigene Sprache beibringen. Mit fraulicher Selbstsicherheit nahm sie meinen Arm und führte mich auf dem Weg zur Plaza. »Träumen wir?« fragte ich erstaunt. weil du mir hilfst.

Ich deutete m it dem Finger auf die H äuser. sc h a u te ic h m ic h u m . w ie ic h v e rm u te te . d a ß ic h in S ch w ierigkeiten w ar. ic h d e u te te a u f a lle s. einen Ausgangspunkt finden musste. Es war Carol Tiggs. sa gte sie m it ih re r h e ise re n S tim m e u n d k i cherte. Ic h d e u te te a u f M e n sc h e n . Ic h d a c h te . flüchtigen B lick au f d en P ark. Ich starrte auf das Gesicht der Frau. Und es war nicht die Frau aus der Kirche. Setze deine Traum-Techniken ein!« Mein Verstand begann zu arbeiten. W ir w aren auf der P laza angekom m en. und doch w ar es ein T raum . »Was machst du hier?« stieß ich hervor. als ich m ic h se tz te u n d d ie B a n k n i c h t u n te r m ir fü h lte . fuhr die Stimme fort. w as für m ich W irklichkeit bedeut e t . Es war Tag. »Mach sie auf. aber mein Körper wollte meinem bewußten Verstand nicht gehorchen. dann auf die Bäume im Park. als Ausgangspunkt. was du siehst. »Mach die Augen auf«. auf die schmiedeeiserne Bank. sollte ich meine Traum-Techniken einsetzen. und ich glaubte auch. »Laß dich nicht fallen. »W ir trä u m e n «. auf die K irche. auf das Straßenpflaste r. daß sie sogar G edanken haben. daß ihr Gesicht sich jedesmal veränderte. Als ich mich etwas besser in der Hand hatte. Ich b egan n h eru m zu w irb eln . T o llk ü h n griff ich sogar ein paar M al m it der H and nach M enschen. M ir w ar. Ic h d re h te m ic h u m z u d e r F ra u . Ich w ußte gleich. »Mach mein Gesicht zu deinem Basislager. F a lls d ie s e i n T ra u m w a r. die mich anschaute. »D ie se L e u te d o rt d ra u ß e n sin d so w irklich. auch meine Augen. Ich glaubte. Ich sah Bäume und blauen Himmel. aber ich konnte sie nicht identifizieren. d a n n ga b e s e in e M öglichkeit. tauche auf. n u r d aß sie kein e E n ergie erzeu gten . erkannte ich. Auf den Flügeln der Absicht fliegen »Strenge dich an. Mir war. die vorbeischlenderten. Aber ich konnte meinen Blick nicht zentrieren. Ich war so erschrocken und überrascht. sagte die Stimme. Es war eine vertraute Stimme. N ich ts in d ieser S tad t erzeugte E nergie. Ich w ollte nichts w eiter frage n . 13. Trotz der Tatsache. d ie n o c h im m e r m e in e n A rm festh ielt.« D ies w ar für m ich der letzte S treich. daß ich. Dann schau auf alles andere«. daß ich aufspringen und davonlaufen wollte. Sie w aren so w irklich w ie alles. wenn ich es anstarrte. es sei die Frau aus der Kirche. Ich w arf noch einen letzten. als sei es eine Englisch sprechende Stimme.« Mit größter Anstrengung schlug ich die Augen auf. Ich spürte ihre feste M asse. als säh e ich ih n vo n w eit o b en . wäh245 244 . dies zu bew eisen oder zu w iderlegen. Ein verschwommenes Gesicht blickte mich an. D ie F rau w ar stehengeblieben und zog m ich neben sich auf eine B ank. die ich dam it ziem lich zu erschrecken schien. um meine Energie zu aktivieren. als zöge es m ich em por. ic h ste rb e . A lles w irkte real und norm al. und wieder auf ihr Gesicht. »A ber w ie können M enschen und D inge um uns her so w irklich sein. auf Leute. u n d b efragte sie d esh alb . D ie w irb e ln d e A ufw ärtsbew egung verw andelte sich in einen taum elnden Sturz in die D unkelheit. Ic h w o llte m ic h d ie se m T ra u m ü b e rla sse n . »D a s ist e s!« sc h rie ic h . daß eine Frau auf der Bank saß und meinen Kopf auf ihrem Schoß hielt. E in k rä ftige r R uck an m einem A rm brachte m ich w ieder zurück ins Jetzt. spürte ich doch ein Minimum an Selbstkontrolle.U m m e in e B e fü rc h tu n ge n a b z u w e h re n . Tauche auf. Nutze das erste. Nagual«. jetzt. Meine Ohren wurden aufnahmebereit. beschwor mich die Stimme einer Frau. »Benutze mein Gesicht«. sagte die Stimme. so dreidim ensional?« »D as G eheim nis des B eabsichtigens in der zw eiten A ufm erksam k e it!« rie f sie e h rfü rc h tig. Qualvolle Augenblicke folgten.

daß ich in der geläufigen Realität der Alltagswelt war. g e sc h ä ftsm ä ß ig e n S tim m e . begann ich alles in meinem Gesichtkreis anzuschauen. die echte Carol Tiggs. Als ich dich fand. sie sagte es nur. d ie d em T o d e tro tz t. d ie m ir g a r n ic h t b e k a n n t v o rk a m . Sodann prüfte ich Carol. »So etwas besitze ich nicht. Ganz behutsam half Carol mir. D u w irst sie w ie d e rfin d e n . Ic h ste llte ih r n o c h e in e m e in e r n ö rg e ln d e n F ra g e n : »W as sagte ich. wie sie es gerne tat. sagte sie lachend. nur für alle Fälle. daß ich meine Arme bewegen konnte. nach d ir zu sehen. Ich berührte Carols Gesicht und ihre Hände. was mich darauf vorbereitet hätte. W e n n m a n in d ie z w e ite A u fm e rk sa m k e it e in tritt u n d e in e n sta rk e n E n e rg ie -S to ß e rh ä lt. d u w ärst so t i e f in d er zw eiten A ufm erksam keit gew esen. trage ich Levi's-Jeans und Stiefel«. d aß d u d einen V erstand no ch nicht b eisam m e n h ä tte st. die nur dich und m ich betrifft. um Kameradschaft und Jungenhaftigkeit zu unterstreichen und daß sie »ein Kumpel« sei. Nur die untere Hälfte meines Körpers war regelrecht paralysiert. denn für einen Moment hatte ich den dunklen Verdacht gehabt. Sind das meine Kleider? Bin ich ich selbst?« Carol lachte und rüttelte mich an den Schultern. Die Übereinstimmung zwischen den Bildern meiner beiden Augen nahm ich als Zeichen dafür.« »M ach keine S paße m it m ir. wie ich es hunderte Male im Traum getan hatte. aber nichts geschah. w ie v e rle g e n ic h m ic h fü h lte . W elcher T ag ist heute?« Ic h sp ra c h m it e in e r ra u h e n .« »W ann habe ich m eine m otorische K örperkontrolle verloren?« »E b e n e rst. halb auf der Bank und halb am Boden.und hier sind w ir geland et.« »Du hast meine Kleider an. So vorsichtig. sa g te ic h . 947 . »Was ich vor mir sehe. um d ich zu suchen. versicherte sie. A b er ich glaub te. u n g e fä h r. V or ein paar M inuten bist du aus dem Z im m er gelaufen . sagte ich zu Carol. Ich umarmte sie.« 746 »W ie? W ann?« »V o r d e r K irc h e . sa g te sie u n d g a b m ir e in e n K la p s a u f d ie S c h u lte r. Ich hatte flach auf dem Rücken gelegen. W ir m üssen sie zusam m en d urchstehen. und so lange. wer sonst könnte es denn sein?« »Wieso. mich auf der Bank aufzurichten. Im gleichen Moment merkte ich. Ic h k a m a u f d ie P laza hier. W as sie sagte. wie ich glaubte. wie ich nur konnte. V o r e in e r S tu n d e . warst du nackt. Massa. »Warte mal«. »W ir a lle h a b e n d ic h se it g e ste rn ab end gesucht. Es gab nichts. verkleidet als Carol Tiggs. Wenn ich jemals Objektivität gebraucht hätte.« »W arum hast d u nicht d en N agual um H ilfe geb eten? « »W eil dies eine S ache ist. daß dies wirklich ein Traum sei. in aller Schönheit«. als daß ich glauben konnte.rend ich so verzweifelt wie vergeblich aufzustehen versuchte. Ih r v e rsp ie lte s L ä c h e ln v e rrie t e s m ir. D ie K leid er hatte ich m itgeb racht. z u sc h la fen. »S eltsam erw eise w ar niem and in d er N ähe«. »Oh. h i e r a n d e r P la z a . dann dieses Mal. C arol T iggs.« »A b er.« D as brachte m ich zum S chw eigen. sagte sie . D er N agual hatte m ich geschickt. Ich empfand enorme Erleichterung. w as m ache ich hier? « »Ic h h a b e d ic h in s H o te l g e b ra c h t. beharrte ich. bist du. »W e lc h e r T a g ist heute?« »K üm m ere dich nicht um das D atum «. zum Teufel.und.« Ic h sa g te ih r. »Sieh mich an. Außerdem war Carols Anwesenheit allzu überraschend. Und doch ließ die Hemmung meiner motorischen Kontrolle mich annehmen. klang m ir völlig v e rn ü n ftig . »Ich w ar w o hl d ie ganze N acht zusam m en m it d er. Ic h k o n n te d ich nicht d en ganzen W eg b is zum H aus d es N aguals schlep p en. Sie war fest .mit ihrem spaßig gepreßten Falsett. die dem Tode trotzt. um m ir m eine V erlegenheit zu nehm e n . »W enn du w ieder im G leichgew icht bist. U n d d a ß d u n u r e in e n W u n sc h h ä tte st. Auch hatte ich eine Levi's-Jacke und ein Jeans-Hemd an. ich sei noch immer im Traum. »E s ist d e r T a g n a c h d e r g ro ß e n F ie sta «. Und jetzt bemerkte ich etwas völlig Ungewöhnliches. zuerst mit einem Auge und dann mit dem anderen Auge. e s se i m ir p e in lic h . Die Welt um mich her war zu deutlich. kannst du selbst die T age zählen. v ie lle ic h t so g a r lä n g e r«. Ich trug verwaschene Blue Jeans und abgetragene braune Lederstiefel. als d u m ich hier gefund en hattest? « »D u sagtest. sie sei die. Vorsichtig versuchte ich mich mit Willenskraft aufzurichten. o hne K leid er herum gelaufen zu sein.

Aber wir waren zu dem Schluss gekommen. war so vollkommen und weitgehend. nur um über die Vereinigung unserer Energiekörper zu reden. bis auf Don Juan. Die Verwandlung dessen. der dem Tode trotzt. »Die Frau sagte mir. ob die anorganischen Wesen noch immer hinter ihr her sind?« fragte ich. Außerdem verabscheust du es.« »Warum also hast du dich mit ihr getroffen? Gehört die Begegnung mit der Nagual-Frau ebenfalls zur Vereinbarung der dem Tode Trotzenden mit den Zauberern?« »Ich habe sie getroffen.'« fragte ich. daß die anorganischen Wesen das weibliche Prinzip für unbesiegbar halten.« Das Geständnis. Nach allem. Wir haben uns in der Kirche ein Weilchen freundlich unterhalten. du hättest einen Zusammenstoß mit dem. mußten alle Zauberer der Vorzeit unvermeidlich den anorganischen Wesen zum Opfer fallen. daß der. wenig beeindruckt von meinem Geschrei. schallend zu lachen. Ich hatte ihr keine Energie zu geben . konnte ich Don Juan durchaus zutrauen. daß die beiden so lange . daß er sofort aus dem Reich der anorganischen Wesen ausgestoßen wurde. es ist ziemlich ärgerlich. und Don Juan war der Meinung. »Natürlich sind sie hinter ihr her«. das wisse sie längst. Was sie da erzählte. gestand Carol nach kurzem Nachdenken. daß sie gar kein Interesse daran hatte. Ihr Lispeln machte sie ganz reizend. »Es war nichts Besonderes für mich. als er herausfand. sich in eine Frau zu verwandeln. ist es doch ganz normal. die bei den Menschen die Unterwelt hieß. Nachdem die anorganischen Wesen sie eingefangen hatten. Auch der. bis zu dem Augenblick. da es ihm gelang. um sie als Mittler zwischen unserer Welt und der ihren zu benutzen. »Hat sie dir erzählt.« »Und wann hast du dein Lispeln verloren?« Sie war völlig überrascht. »Vielleicht ist dir entgangen. »Sie ließ mich sehen. »Wie kannst du das wissen?« schrie ich. gestand sie.das weißt du selbst.oder nicht die Energie. um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen.austauschbar sind.an dem Tag.« Und dann erzählte Carol eine ganz faszinierende Geschichte. daß auch ich die Frau aus der Kirche getroffen habe. verfing sich unvermeidlich in den Netzen der anorganischen Wesen. so schätzte Carol.was Don Juan und ich immer bezweifelt hatten. Und ich traf sie vor dir. bis der Nagual mich holen kam. vor ein paar Wochen«. sagte sie. daß seine Angehörigen unangreifbar sind durch Fallen oder Tricks und kaum gefangengehalten werden können. »Sie nahm mich mit. daß wir beide .« »Bist du die ganze Zeit in der Kirche geblieben?« fragte ich. Hat er selbst es dir gesagt?« »Natürlich«. Ich blieb etwa drei bis vier Stunden bei ihr.« Geheimnisvoll vertraute ich Carol an. war ermutigend und erfreulich für mich. Sie glauben. antwortete sie. Denn ich konnte kaum glauben. weil der Nagual sagte. »Er sagte. antwortete sie. daß ich ihr Lispeln verabscheut hatte. daß Carol die Wahrheit sprach. eine erwachsene Frau lispeln zu hören. geheilt zu werden. fiel mir nicht schwer. Sie jetzt ohne Lispeln sprechen zu hören.« »Was können sie ihr anhaben?« 248 . »Ich glaube. Aus keinem anderen Grund. als er dich nach mir ausschickte'. in beiläufigem Ton. Unbeeindruckt sagte sie. Jahrtausende. wie sie tatsächlich ihren Zwingherren entkam. was die Frau in der Kirche ihr gezeigt hatte. daß das weibliche Prinzip eine solche Geschmeidigkeit. Dies hatte er klar als seinen Fluchtweg aus jener Welt erkannt . Wahrscheinlich hatte er Carol als Kundschafterin ausgesandt. Sie sah mich an und fing an. Erinnerst du dich nicht? Die Frau und ich sprachen darüber. der dem Tode trotzt. die diese Frau braucht. die dem Tode trotzt?« fragte ich. es gefiele ihr so gut. versicherte Carol.dort drinnen gekniet hatten.drei bis vier Stunden . der dem Tode trotzt. »Was sagte der Nagual noch. in einen anderen Aspekt ihrer Absicht«. »Oh. daß sie sich nie davon trennen würde. gaben sie ihnen Macht. Es bewies mir. Don Juan und ich hatten versucht. »Ich arbeite schon lange daran«. Unsere Energiekörper haben sich oft vereinigt. daß sie jeden Augenblick ihres Lebens ihre Verfolger abwehren muß.« Ich wollte gern glauben. wie leicht wir uns vereinigen können. »Wann trafst du sie. dem Tode trotzt.du und ich . eine solche Bandbreite hat. eine Frau sei. verbrachte er in Gefangenschaft. »Niemand hat es gewußt. daß man die Körperkontrolle und die Sprache verliert. sie zu heilen. daß sie zu radikalen Veränderungen fähig war .

was los ist mit der dem Tode Trotzenden . daß die Frau Dinge wußte. die Pupillen meiner Augen. sagte ich. »Aber das ist unmöglich«. »Doch. ich sei überzeugt.« »Was glaubst du also.« Und Carol erzählte Beispiele dafür.wie findet du mich? Anziehend? Abstoßend. »Es gibt weder Zukunft noch Vergangenheit im Universum. Sie fragte: »Wie war es mit der. »Also. in der Vergangenheit. meinen Hals und meinen Rükken. Sag deine Meinung . die Carol und ich gemeinsam getan hatten. Offenbar hatte sie die Stadt in 251 . ein ständiger Witz zwischen Don Juan und uns anderen. Sie zog meinen Kopf an ihre Brust und liebkoste mich . Ich fand Carol sehr anziehend. daß ihre einzige Tugend in ihrem Sinn für schöne Kleider bestünde. überwältigend.« »Waren seine geheimnisvollen Reden etwa nicht berechtigt?« fragte Carol mit todernstem Gesicht. ist. Ich war befremdet von ihrer Frage und sagte ihr dies. Ich sagte. besonders dich und mich. verlor aber das Gleichgewicht und fiel von der Bank. sondern weil sie zu unserem Leben und unserer Linie gehört. Noch nie hatte ich bewußt über ihre Anziehung nachgedacht. die dem Tode trotzt. Wie sehr wünschte ich mir. und sie wieder gefangennehmen. Ich fand sogar meine motorische Kontrolle wieder. die dem Tode trotzt.»Erkennen. mein Aussehen.« »Denk einmal nach. Willst du jemandem imponieren?« »Dir will ich natürlich imponieren«. »Es ist für uns beide eine Frage auf Leben und Tod. sagte sie. Wenn sie einen unbestreitbaren Vorzug hatte. fuhr Carol fort. Sie sagte.« »Ich weiß. Das war mir ganz fremd. Ich streckte die Arme nach ihr aus. daß sie alle von uns begleitet hat. »Die Frau in der Kirche nahm dich mit in ihren Traum. der dem Tode trotzt. daß sie in Wahrheit ein Mann ist. Sie sprach davon. daß die Frau in der Kirche genau über meinen Zusammenstoß mit den anorganischen Wesen informiert sei und daß sie auch von dem blauen Scout wisse. »Sie weiß alles von dir und mir«. »Wie bin ich angezogen?« fragte mich Carol ganz unvermittelt.« Unbekümmert erzählte Carol mir.« »Du würdest dich wundern. spürte ich eine unglaubliche Sehnsucht nach eben der Person. Ich sinnierte noch über die Bedeutung ihrer Worte.und nicht dein Aussehen. widerlich.« »Dann ist mein Aussehen wohl richtig. in ihre Absicht. Es gibt nur den Augenblick. die vor mir saß: Carol Tiggs. aber die Stadt war anders. was Kleider betraf. »Tatsächlich.als versuchte sie ein simulierendes Kind zu trösten. mir diese Stadt gezeigt habe. das gilt auch für mein Aussehen. solange ich sie kannte. Ich glaube. die sie mit Anmut und Stil zu tragen wußte.« Sie lachte. sie zu umarmen. durchschnittlich. weil ich ihr etwas erzählt hätte. »Nicht. Und während sie erzählte. Nach einer Weile ging es mir wirklich besser. übertrieben?« Ich überlegte einen Augenblick. protestierte ich. platzte Carol heraus. daß die. vermute ich. musste ich zugeben. sie fürchtet sie mehr. 250 »Was mich interessiert. hauptsächlich von dem ersten Traum. Carol. als du es für möglich halten würdest. die dem Tode trotzt?« Kurz und bündig erzählte ich ihr von meinem Erlebnis. »Findest du mich zu aufgetakelt für den Anlaß? Oder gefalle ich dir?« Carol war immer tadellos angezogen. Er machte mich ganz verrückt mit seinen geheimnisvollen Reden. hast du die vierte Pforte des Träumens durchschritten«. als sie weitersprach. doch in einer anderen Zeit. du bist regelrecht überwältigend. Carol half mir vom Boden auf und untersuchte besorgt meine Beine. sagte sie. Im Universum gibt es nur Energie. als er meine Begegnung mit dem. arrangierte. »Jetzt ist aber nicht der richtige Zeitpunkt«.« Sie seufzte. Es war dieselbe Kirche. attraktiv. Und Energie kennt nur ein Hier und Jetzt: ein endloses und immer gegenwärtiges Hier und Jetzt. so war es ihr sicherer Geschmack.« »Was redest du da? Du erinnerst mich an den Nagual. »Ich finde dich göttlich schön«. Tatsächlich war es. es war die Vergangenheit. natürlich«. »Warum sorgst du dich um dein Aussehen? Es hat dich noch nie gekümmert. dann traf ich mein Urteil. wie wichtig es ist. immer. daß ich wahrscheinlich noch immer unter den Folgen eines Energie-Schocks litte. Sie nahm dich mit in ihr Visualisieren dieser Stadt. ist mit mir passiert?« »Mit Hilfe derer.

H ätte ich m ich bew egen können. direkt in ein unfreundliches Z im m er. A ls ich w ied er laufen ko nnte. sond e rb a r g e d a n k e n le e r. w o w ir uns befanden. Ich w ollte ihr nicht w idersprechen. Dich hier. »E r w ar es. »Die Frau in der Kirche ließ uns einschlafen. S ie ü b e rz e u g te m ic h . die vierte Pforte des Träumens zu durchschreiten. daß ich in seliger B eschw ingtheit w eiterm arschierte. E s g a b d a z u v ie le o ffe n e F ra g e n . um d en W eg b is zu D o n Juans H aus zu gehen.der Vergangenheit visualisiert. d ie um d ie P laza sp azierten. d a ß ic h no ch nicht genug E nergie h ä t t e . Carols Worte waren so exakt. S ie lächelte selig. D a n n b ra c h e n W ö rte r u n d G e d a n k e n a u s m ir hervo r. Carol hantierte hier mit Begriffen. »V ielleicht w eiß er es nicht«. sondern versöhnlich. »Da haben wir's«. starrten uns an oder blieben vor uns stehen und beobachte te n uns. w ährend ich w eiterhin d rauflo s schw atzte. W ir gingen um die E cke. d a s b e to n ie rte T re p p e n h a u s h in a u f und auf den zw eiten S tock.« Wir schwiegen lange. so zutreffend. sondern sie half dir auch. Wie auch ihre Visualisierung der jetzigen Stadt in ihr lebendig sein muß. Das Geheimnis der Zwillingspositionen. D o n Ju a n h ä tte m ir n ie e tw a s ä h n lic h B edeutsam es gesagt. was es bedeute. zum E ingang des H otels . Ich w ar ab er so m üd e.« Ich war außer mir vor Erregung. führte sie m ich üb er d ie P laza zu d e m e in z ig e n H o te l in d e r S ta d t. w ed er an d as H o tel no ch an d as Z im m er. in der zweiten Aufmerksamkeit zu beabsichtigen. sagte C aro l . An diesen Teil erinnerst du dich nicht. ich w äre aufgesprungen und hätte sie um arm t. w as es sei. das ich noch nie gesehen h a tte . Ich w ollte nur schlafen. was das Beabsichtigen in der zweiten Aufmerksamkeit bedeute. dann fragte sie mich. während ich kein Wort hervorbringen konnte. ich sei schon einm al hier gew esen. w o w ir uns befinden?« »D er N agual ist ein sehr tüchtiger alter Z auberer«. wie sie heute aussieht.« Carol wartete ab.« Nach langer Pause. mich in Tucson. W ir g in g e n d u rc h d ie tro stlo se L o b b y. in unserem Traum. Dem Traum von der Stadt. sagte sie. d aß ich nicht d a rü b e r n a c h d e n k e n k o n n te . D o ch ich hatte keinerlei E rinnerung.nur eben in ihrer Absicht. antw ortete sie lachend. a u c h w e n n a lle s so g e o rd n e t e r253 . die heute existiert . echt erstaunt darüber. die Frau in der Kirche habe ihr eine Menge über solche Feinheiten beigebracht. so llte ic h d ic h lie b e r in s H o te l b rin g e n . um sich rückwärts und vorwärts im energetischen Hier und Jetzt des Universums zu bewegen. w ie einsichtig ihre W o rte m ir w ären. Erinnerst du dich. Wohl erinnerte ich mich.« Ih re W o rte u n d b e so n d e rs ih r L ä c h e ln b ra c h te n m ir so lc h e E rleichterung. indem sie deinen Energiekörper in eine andere Stadt reisen ließ. Sie hatte mir etwas definiert. falls ich dich in einem Zustand b e sc h ä d ig te r E n e rg ie v o rfä n d e . Ich schw ieg eine W eile. das sie da definiert h a tte . aber ich wohl. die Frau in der Kirche hat dir wirklich ein Geschenk gemacht: auch wenn du keines annehmen wolltest. ohne mir aber eigentlich zu erklären. P athetisc h v e rk ü n d e te ic h . fuhr sie fort. C arol sagte. »Wir beabsichtigen gerade jetzt in der zweiten Aufmerksamkeit«. der m ir sagte. was die Frau dir sagte? Der zweite Traum ist das Beabsichtigen in der zweiten Aufmerksamkeit: die einzige Art. sagte sie: »Ich glaube. daß sie ihre Energie mit der unseren verband. In beiläufigem Ton versicherte Carol. Ic h lie ß m ic h v o rn ü b e r a u fs B e tt fallen. d ie m e in G e sic h t k ü ß te u n d lie b k o ste . Und dann schliefen wir noch einmal ein. »Woher hast du all diese neuen Ideen?« fragte ich. »W ie können sie w issen. daß sie davon gesprochen hatte. W elch einen A nblick m ochten w ir bieten! C arol T iggs. die vierte Pforte zu durchschreiten. die dem T ode tr o tz te .ab er nicht vo rw urfsvoll.einen halben S tra ß e n b lo c k w e ite r. auch w enn ich nicht w ußte. und doch w ar ich zu aufgeregt. ob die Frau in der Kirche mir erklärt habe. Ihr Geschenk war. »Nicht nur hat die Frau dich in ihre frühere Absicht mitgenommen. sta tt d a s R isik o e in z u g e h e n u n d d ic h d u rc h d ie g a n z e S tadt zu schleppen. w ä h re n d ic h u n e n tw e g t drauflos schw atzte über ihre K larsicht und über m eine B egegnung m it d e r . und dieses Visualisieren ist noch immer intakt in ihr. w ie aus einem V ulkan. L eute. dann stellte Carol eine weitere Frage: »Was hat die Frau sonst noch mit dir gemacht?« Ich erzählte Carol von dem zweiten Traum. über die Don Juan noch niemals gesprochen hatte. wie klarsichtig sie war. was ich für undefinierbar 252 h ie lt. daß aber alle anderen w üßten. g e n a u g e g e n ü b e r d e r K irc h e .

w eil Furcht m ir nichts anhaben könne. den G eist. die m ich nicht ganz befried igte . außer Furcht. die dem T ode trotzt. »S o h a t d a s R a d e in e v o lle U m d re h u n g g e m a c h t«. W a s sie m ir b e ric h te te . d a ß ic h . protestierte sie. das A bstrakte. verglich en m it d em V erlu st d es N agu al«. sei.« C a ro l stre c k te d e n A rm n a c h o b e n u n d m a c h te d ie L a m p e ü b e r dem B ett aus. w ie ich m it D on Juan am A nfang m einer B ekanntschaft gestritten hatte . Ich w ar überzeugt. e s w a r e in B e tt. w eil du es m ir selbst gesagt hast«. C aro l T iggs? S ind d ie Z aub erleute neuerd ings L iebesleute?« S ie antw ortete nicht. bislang. S ie legte sich neben m ich und legte den K opf a n m e in e S c h u lte r.« C arol starrte m ich an . Ich habe überhaupt nichts gefühlt. w ie ich glau b te. »L aß doch m al los«. D e n n o h n e d ie s w ä re ic h sc h lim m e r a ls tot. A lso erzählte ich C arol. Ic h stie g a u s d e m B e tt u n d ü b e rp rü fte je d e n G e g e n sta n d im Z im m e r u n d im B a d . ab er ich hö rte nicht m ehr z u . w ährend sie sich neben m ich setzte. das N agual zu verlieren. der einzig w ürdige Z ustand für einen K rieger sei. Ich kann nichts m ehr fühlen. E s w a re n e c h te L a k e n . »Ic h gla u b e . »D u w arst so stolz darauf. w om it du herausplatztest. »D u h a tte st e in e n u n g e h e u re n Z u sa m m e n sto ß . daß ich die G abe derer. daß ich sofort einschlafen w ürde. d u h a st m ic h fa lsc h v e rsta n d e n «.« M e h r o d e r m in d e r ü b e rz e u g t. das einzige. d e n k la re n E in d ru c k g e h a b t h ä tte . auf dem W eg der K rieger zu bleiben. sagte ich . E r hatte gesagt. m it echter L eidenschaft in der S tim m e. »D er T o d ist n ich ts.« Ich hatte D on Juan sofort w idersprochen. w a s d u fü h lst«. sagte sie. »H ör auf m it diesem w issenschaftlichen B lö d sinn und ko m m ins B ett. verglichen m it L iebe. S o tie f in d ie zw eite A ufm erksam keit einzutauchen hat d ich .« »D u m einst also. sa gte ic h . A b e r tu n w ir's im D unkeln. D u k a n n st e s. nicht annehm en w ollte«. a ls h ä tte ic h e s gesagt. in d ie se m so n d e rb a r unfreund lichen Z im m er. Ich b efühlte d ie L ak e n .m it einem seltsam en B lick. Ich schw öre dir. falls ich schon auf einem begrenzten P fad bleiben m üsse. den ich nie bei ih r b e m e rk t h a tte . »W ie konntest du das w issen?« »O h. sagte sie beschw ichtigend. »D enn. A lle s w a r v ö llig n o rm a l. »M eine Furcht. ist die F urcht. das N agual zu verlieren. E s w ar das erste. S o b lie b e n w ir lie g e n . aber deine A ugen können sich nicht recht an das trübe Licht h ie r im Zim m er gew öhnen . In höchster E rregung fragte ich C arol. U n d D o n Ju an h atte erw id ert. W ie ein S trom schlag hatte m ich die A ngst getroffen. »Ich habe dir nie erzählt. Ic h b e u g te m ic h h in a u s u n d fu h r m it d e r fla c h e n H a n d ü b e r d ie k a lte n B o d e n flie se n . das N agual zu verlieren. Ic h e rz ä h lte C a ro l. hatte er dam als gesagt.« »W as sagst d u d a. w ar es N acht in d iesem Z im m er. w enn ich die A ugen schloß oder nicht w eitersprach. d a ß ic h trä u m te . w en n d er S ch lag w irklich kom m t. als ich dich fand. D ie F urcht lässt dich kopflos davonlaufen.« 255 . P lötzlich überfiel m ich N ervosität. »Ic h fü h le . und dam als geprahlt. lange Z eit. h eim lich e Engstirnigkeit.und sah C arol an.über sein eingestandenes M otiv. Ich aber fuhr m it einer einzigen B ew egung hoch. in vö lligem S chw eigen. C a ro l sp rach w eiter. D ie L ieb e lässt d ich klug hand eln. R uhe d ich aus. Ic h stric h m it d e n H ä n d e n ü b e r d a s B e tt. die Furcht halte ihn auf geradem W eg. d aß d ie F u rch t. sa g te ic h z u C arol. a ls sie d a s L ic h t a u sm a c h te . d ie ic h h a b e . w as m ich vo n m ein em Z iel ab b rin gen könnte.schien. sa g te sie le ise . und w as er am m eisten fürchte. ist die einzige W irklichk e it. du hast dich nicht stolz gefühlt bei deiner W eigerung?« »N ein. daß einzig Liebe für m ich die m otivierende K raft sein könne. w ie das m öglich sei.« Ich streckte die B eine aufs B ett und legte den K opf auf das K issen. D enn kaum hatte C aro l d as L icht ausgem acht. »U n d je tz t v e rsu c h e d u . In sgeh eim verach tete ich sein e. le g te ic h m ic h w ie d e r h i n . w ie ich nun C arol erzählte. »Ic h w o llte n u r n ich ts h ab en . z u fü h le n . sieh m ich an. »D ie F u rc h t ist nichts. v ö llig w irk lic h . N atürlich ist es jetzt T ag.« D ies w ar die erste A ntw ort. w a s ic h fü h le . »D u bist noch nicht ganz beisam m en«. k la n g n ic h t so . »D a m ö c h te ic h w id e rsp re c h e n «. sa g te C a ro l u n v e rm itte lt. und ich richtete m ich auf.gew isserm aß en -ein w enig beschädigt. w as m ir die K raft gibt w eiterzum achen.

ich b in C aro l. d ie d em T o d e tro tzt. Aber sie sagte nichts. d ie d e m T o d e tro tz t. In meiner instabilen Geistesverfassung fühlte ich Rührseligkeit in mir aufsteigen. Die Dunkelheit in diesem Hotelzimmer war ganz ungewöhnlich. v e rk le id e t a ls C a ro l. ob ich so etwas wie diese Sehnsucht wohl kannte. Worte wie diese. B e a b sic h tig e m ic h vorw ärts! B eabsichtige m ich vorw ärts!« M it g rö ß te r A n stre n g u n g sp ra c h ic h m e in in n e rste s G e fü h l a u s: »B le ib e b e i m ir. Es war. um zu verstehen. das mir in einem klaren Augenblick eher irrational vorgekommen wäre: »Ich liebe dich tief und innig«. S c h w a c h h ö rte ic h C a ro ls S tim m e . sie würde meine Worte spaßig auffassen. ich verstehe. o b sie selb st verstand . Ich beugte mich in der Dunkelheit über sie und murmelte etwas. daß mir keinen Moment in den Sinn gekommen war. wie ich es schon einmal getan hätte. w a r m ir u n h e im lich. w ie C arol diese k o m p liz ie rte n Z a u b e re r-G e d a n k e n a u ssp ra c h . U n d a u f d ie se n F lü g e ln trä u m e n d u u n d ic h u n s in e in e a n d e re Z e it. ich könnte davonlaufen und auf der Straße landen. war es drinnen Nacht. w as sie sagte. Ic h h a b 's g e w u ß t. d u w ü rd e st frü h e r o d e r sp ä te r n a c h g e b e n u n d d ich gehen lassen. Carol Tiggs war die Nagual-Frau. »Ich werde verrückt«. »Ich fange an. Sie brachte mir aber auch eine tiefe Traurigkeit. w eil es einfach geschehen w ir d . w ie es d ie Z aub erer d er V o rzeit t a t e n . In e in e Z e it. Draußen war es Tag. w are n d ie F lü g e l d e r A b sic h t. sa g te sie .« Ich hatte no ch genug E nergie. Sie waren eher eine Art von Trauer. Ic h w u ß te . D as G eschenk d erjenigen. Ich fragte sie so gar. »W a s ist lo s m it d i r ? « fra g te ic h . A b er w ir tun etw as. D u sp ric h st w ie D o n Juan. Sie schien mich zu verstehen. Also stieg ich wieder ins Bett. « Ic h w a r n ic h t ü b e rz e u g t. D ie A rt. etwas Unbestimmtes nicht erreichen zu können. »Wir 256 sin d g e tra g e n v o n d e r A b sic h t. als sei dieses Wissen ausgelöscht aus meinem Gedächtnis. um Menschen zu weinen. ins Bett zurückzukommen.« C a ro l la c h te . nach Freundschaft. aber sobald ich sie schloß.Ich zog die Vorhänge am Fenster zur Straße auf.« Ich stieß sie von m ir und setzte m ich auf. »D u b ist d a b e i. Gefühle zu zeigen. b e g a n n m ic h e in z u sa u g e n . Don Juan hatte uns gelehrt.m it d e r L a n g sa m k e it eines d efekten T o nb and geräts. Zwischen uns beiden war es nicht nötig. die ich hatte. fü r im m e r«. U nd niem and w ird es erklären können. Sie seufzte. S ie legte m ir d en F inger an d ie L ip p en und flüsterte in m ein O hr: »Ja. D u w irst sehen. »D u b ist nicht C aro l«. sagte ich. d e m G e sc h e n k d e rje n ig e n . u n d w e n n e s m ic h trifft. Ich war mehr als bestürzt. galten nicht menschlicher Freundschaft. mit dem kleinen Finger auf die Dinge zu deuten. d ie k o m m e n w ird. d ie Z a u b e re r-P h ilo so p h in . G laub e m ir. daß ich unwillkürlich zu weinen anfing. waren undenkbar. begriffliches D enken ernst zu nehm en. Ich hatte es eher scherzhaft gemeint. Nie war mir so etwas geschehen. Sie äußerte die Befürchtung. Tatsächlich wußten wir nicht einmal. e in e Z a u b e re rP hilo so p hin zu sein. daß Zauberer weder die Zeit noch das Bedürfnis nach solchen Gefühlen hätten. sagte ich zu Carol. zwischen Zauberern von Don Juans Linie. S te ts h a tte n w ir u n te r u n s g e w itz e lt. T rä u m e d e in e A b sic h t v o n m ir. v ie lle ic h t d e r g ro ß e W irb e l m e in e s T rä u m e n s. Sie waren abstrakt. »Dein Energiekörper bewegt sich vorwärts. Ich kannte es nicht. Ich lag im Bett und versuchte mich zu erinnern. sa g te ic h . e in e L e k tio n z u v e rp a sse n .« S ie lachte. was wir für einander fühlten. »A ber es kom m t. S ie antw o rtete etw as U nverstand - . auf den leuchtenden Energiefasern des Universums«. d e n n irg e n d e tw a s. Sie schenkte mir ein köstliches Gefühl von Frieden und Harmonie.« E ine A larm glo cke klingelte in m einem K o p f. E s rollt m ir entgegen. d ie d e m T o d e tro tz t. w as d ies alles b ed eute. d ie m ir in s O h r sa g te : »W ir trä u m e n u n s. flüsterte sie immer wieder. Dies klang ganz vernünftig.« Ich dachte. eine Sehnsucht nach menschlicher Wärme. u n b e e in d ru c k t v o n m e in e r A n sc h u ld ig u n g . d a ß C a ro l e in fa c h n ic h t d e n K o p f z u r Z a u b e re r-P h ilo so p h in h ä tte . »D e in W e se n ist m ir v ö llig n e u : C a ro l. Carol lächelte und umarmte mich. »D u b ist d ie . E s w ar nicht ihre A rt. w a s w ir n o c h n ie g e ta n h a b e n : w ir b e a b sic h tig e n in d e r z w e ite n A ufm erksam keit. »R e d e n ic h t so a b su rd «. Und ich war von so verzehrender Liebe zu ihr erfüllt. sc h rie ic h . ohne zu merken. a b e r ic h h a tte k e in e E n e rg ie m e h r. Carol flehte mich an. w ird e s m ir le ic h t fa lle n . Die Sehnsuchtsgefühle. u m m e in e n S ta n d p u n k t z u v e rfe c h te n .« »N och n ic h t.

daß ich sie dort antreffen würde. das funktioniert besser«. Ich hätte die Nacht mit Carol im Hotel an der Plaza verbracht. »Ich verab sch eu e n u r d ie Z w an gh aftigkeit d er alten Z au b erer. zugetragen habe.« M eine M üdigkeit bew ahrte m ich davor. daß sie mit mir zusammen sei?« fragte ich. »Wir wußten nichts dergleichen«. sie zu suchen. m eine G efühle erklären. trotz m einer M üdigkeit. während sie mich mit unverhohlener Neugier anschauten. eben abgereist sei. als sei ich plötzlich verrückt geworden. ich sei der M einung gewesen. Carol nicht neben mir zu finden. Ich wandte 258 m ich an D on Juan und sagte ihm . ohne jeden V orwurf. daß ich nichts zu sagen wußte. w as ich sagte. außer ihrem G elächter? Ich hätte keine E rinnerung daran. m ich zu suchen. »Wo hast du gesteckt?« fragte Don Juan ungeduldig. Sie sahen einander an. aber sie war spurlos verschwunden. die mich gefangenhielt. daß ich in jenem Traum tatsächlich die Details ihrer Architektur gesehen hatte. D um m heiten zu plappern . Ich begriff einfach nicht den Grund all der Aufregung. Ich dachte nicht darüber nach. weil ich keine Energie mehr hatte.liches. wie ein Esel hinausbrüllte. »Ich verabscheue sie überhaupt nicht«. ohne ein W ort zu sagen. E in A ugenblick unbeschw erter Fröhlichkeit brach die S pannung. »U nd du warst neun Tage lang fort. Sie schienen gar nicht zu verstehen. daß ich m ich an so vieles erinnern konnte und daß ich davon berichten konnte. Ich war zu schläfrig. Ich war sicher.« A n alle A nwesenden gewandt. w ie sehr die F rau gelacht hatte. von der Kirche zu seinem Haus zurückzukehren. D on Juan schritt im Zim m er auf und ab. jem anden lieben zu können. Vielleicht hatten Don Juan und ich tatsächlich die Rückseite der Kirche inspiziert. aber dumpfer Überraschung stellte ich fest. daß sie es ernst m einten. D o n Ju an fragte. »Carol Tiggs war gar nicht bei uns«. Ich hatte keine Ahnung. immer noch auf der Suche nach Carol. sagte ich. »M it dem kleinen F inger zu deuten. aber dann verschluckte mich der Wirbel. Don Juan begrüßte mich. Mit echter. w e il e r m ic h d a v o n a b h a lte n w o llte . wäre ich nicht so erschöpft gewesen. In aller Eile zog ich mich an und lief hinunter in die Lobby. D erselbe Portier. wie lange ich geschlafen hatte. bis auf ihre Fröhlichkeit und die T atsache. während mir ein Verdacht dämmerte. D er Ton seiner Stim m e und die besorgten B licke der anderen waren B eweis genug. der mich alarmiert hätte. w ie ich nie geglaubt hätte. Fragend sahen sie einander an. D on Juan forderte m ich auf. w ie sehr er sie verabscheute. bei diesen W orten tot um zufallen. Ich ging zur Kirche. Niemand antwortete. Ich w ollte noch m ehr sagen. die wir von C arol Tiggs gaben. die dem T ode trotzt. die das Zimmer gemietet hätte. und zurück zum H otel. daß sie darüber gesprochen hatte. Interesselos spielte ich meinen eigenen Advocatus diaboli und dachte: im Zweifel für den Angeklagten. Ich war sehr enttäuscht. als ich in ihrem Traum m eine A bsicht. . Als ich erwachte. Außerdem wollte ich die sonderbare Schläfrigkeit abschütteln. A ber D o n Ju a n . Er und seine Gefährtinnen waren in höchster Erregung. herrschte er mich an. protestierte D on Juan. »Hat Carol dir nicht gesagt. Von dort schlenderte ich langsam zu Don Juans Haus. sie noch einzuholen. hörte sich höflich unsere B eschreibung an. sagte ich zu D on Juan. sagte ich. o b d ie F rau n o ch ein e w eitere R eaktio n au f m ein G ebrüll gezeigt hätte. daß die Amerikanerin. Ich war schockiert darüber. sagte ich ihm. daß sie mich erwartete. ihnen in aller A usführlichkeit zu erzählen. und ich erinnerte mich einfach nicht. U nd daß ich C arol T iggs geliebt hatte. als daß es mich noch interessierte. daß ich persönlich diese Frau ungeheuer und vorbehaltlos gern gehabt hätte. An der Rezeption sagte mir der Portier. als ich ihnen erzählte. zu sehen. als sei ich von den Toten auferstanden. sagte er. Ich wollte schon lachen über meine Stimme. w as sich zw ischen m ir und der. Mein ObjektivierungsSchema hatte ohnehin keinen Sinn mehr für mich. A ber ich war so betäubt. Es war Mittag. Aber das wüßten sie bereits. Es war irgendwie zu warm. war ich allein im Hotelzimmer. Die Sonne stand an einem wolkenlosen Himmel. m it dem ich zuvor gesprochen hatte.ic h g la u b e . Aber es war mir egal. Ich lief auf die Straße hinaus und hoffte. er habe C arol ausgeschickt.zerrte m ich förm lich aus dem H aus.

wie es geht«. daß die Frau in der Kirche dir gezeigt hat. für ihre totale Bandbreite. ich solle mich anstrengen und versuchen. keine Erinnerungen. daß du neun Tage lang in der zweiten Aufmerksamkeit warst«. Seinen beiden Gefährtinnen bedeutete es offenbar sehr viel.leugnete aber rundheraus. benutzte sie den Energiekörper von Carol Tiggs auf eine dunkle. konnte ich mich nicht erinnern. sondern meine eigenen. dich gelehrt und mit dir gemacht hat. ein unverständliches Manöver verständlich zu machen. An sie gewandt. sagte er. Wieder versuchte ich nachzudenken. gebot er mir Schweigen. sagte er in bedächtigem Ton. Ich ließ dich nur die Bewußtseinsebene wechseln. unheimliche Art. Die Nervosität Don Juans und seiner zwei Gefährtinnen erreichte einen Höhepunkt. »Bedenke einmal«. Anscheinend fragte er aber nur sich selbst. »Komm. wie er sagte. wie es kommen sollte. sagte er. die dem Tod Trotzende führte dich in ein anderes Universum. Don Juan und seine zwei Gefährtinnen drängten mich. Mein Kopf war leer: keine Gefühle.« Was er da sagte. Diesmal aber nicht. daß ich nicht mehr Carols Kleider trug.« Ich fühlte mich kleinlaut und abgeschlagen. nicht das Hotel oder die Kirche jenseits der Straße anzuschauen. Nie hatte ich ihn so verwirrt gesehen. »Wir können nur annehmen. als ich im Hotelzimmer erwachte. hatte für mich keine Bedeutung. mich nicht umzudrehen. Ein TraumHotel zu erzeugen.mit deiner Gabe geschenkter Energie. versuchte noch eine Erinnerung auszugraben. mich zu erinnern. wann ich meine Kleider gewechselt hätte. wann ich mich umgezogen hatte. laß uns verschwinden von diesem verdammten Ort«. Sie waren sehr aufgeregt. Ich hatte das Gefühl. das ist nur eine Sekunde für die. Er schüttelte rhythmisch den Kopf und lauschte jedem Wort. sie oder mich jemals gesehen zu haben. »Es wird eine ungeheure Aufgabe für dich sein. und die Frau in der Kirche verschiedene Ausdrucksformen derselben Energie wären. in der echte Sorge mitschwang. die seine Aussage bestätigten. Als sie die Führung übernahm. eine Traum-Stadt. »Wenn du dich nicht mal an all das erinnern kannst. sich daran zu erinnern. um wieviel schwieriger es sein mag. und nun ermahnte er mich mit einer Stimme. ein Sich-nicht-ganzErnstnehmen bei allem. befahl er mir. die dem Tode trotzt. »Was kann das alles bedeuten?« fragte Don Juan sich laut. aber eine Ewigkeit für uns. Irgendwie war ich nicht ganz da. der dem Tode trotzt . Dann setzte er sich auf eine Bank. all dies war für ihn nur ein Beispiel für die Kunst der alten Zauberer im Träumen. der dem Tode trotzt. dachte ich. erklärte Don Juan. Inzwischen waren wir auf der Plaza angekommen. fuhr Don Juan fort. daß er nichts über das Träumen wußte. Sachte führte er mich aus dem Hotel. Wieder schaffte ich es nicht. Wahrscheinlich. die menschlicher Vorstellungskraft spottete. Don Juan breitete überschwänglich die Arme aus und lächelte endlich . »Neun Tage. Aber wie sehr ich mich auch anstrengte. um abzuheben .verkleidet als Frau in der Kirche. Ich konnte es nicht. was die. »Es ist grauenhaft. obwohl mein Gedächtnis leer war. Mein Erlebnis mit der Carol Tiggs aus dem Hotel sei nur die Spitze eines Eisbergs. Da gab es immer eine Spur von Humor bei ihm. was im Zustand der zweiten Aufmerksamkeit zwischen der Frau und der Kirche und meinem Energiekörper vorgegangen sei. wie es den Praktiken der 261 . Don Juans größte Sorge war. daß ich im Augenblick gar nicht wissen könne.« Bevor ich protestieren oder etwas sagen oder erklären konnte. Es war ein meisterhafter Schachzug von dem.um aus aller Verankerung auszubrechen. Bevor wir hinübergingen und uns nach Don Juans Haus wandten. erklärte ich ihm die Sache mit meinen Kleidern. Er rief sogar die Zimmermädchen. die dem Tode trotzt. sondern den Blick gesenkt zu halten.mit seiner gewohnten Fröhlichkeit. Sie hat Carols und deinen Energiekörper benutzt. sich vorzustellen. Kaum draußen. eine geträumte Carol Tiggs. was ich dich in der zweiten Aufmerksamkeit lehrte und mit dir machte. Da mochte ich meine eigenen Sachen angezogen haben. was er tat und was er sagte. daß alles so kam. Die Frau in der Kirche sei die mächtigere und komplexere von den beiden. die Licht in die Sache bringen könnte. Sie entführte dich . nicht bei ihnen. das ich mit der Frau aus der Kirche erlebt hatte. dann kannst du dir vorstellen. aber ich war nicht niedergeschlagen: ein unwahrscheinlich gewisser Optimismus beherrschte mich. Ich sah meine Schuhe an und merkte sofort. daß derjenige.

»A lle u n sere S p eku lation en sin d sin n los«. diese Bilder zu einem Gefühl meines gewohnten Selbst zu verdichten. so fü gte D on Ju an h in zu .« »Was bedeutet das. aber ich musste es aufgeben. sie sei die. und wir machten uns schweigend auf den Weg zu seinem Haus. Er starrte mich an. In d iesem M om en t kam D on Ju an offen b ar ein G ed an ke. Und jetzt fühlte ich mich verpflichtet. das Schrecklichste. »Einen Augenblick glaubte ich selbst. es gib t kein e C arol T iggs m eh r. Don Juan?« fragte ich. in einer anderen Welt. Bevor wir beim Haus ankamen. diesen Traum auszuspinnen. sagte er: »S ie w ar d ie F rau in d er K irch e. wo sogar das Unmögliche wahrscheinlich werden könnte. Mein wiedergekehrtes Bewusstsein wurde mir allmählich vertraut. sagt er.« »Natürlich war es Carol«. »Ich war mit der echten Carol Tiggs im Hotel zusammen«.« Unendlichkeiten türmten sich vor mir auf. diesen Traum zu einer allumfassenden Realität zu machen: die Kunst der alten Zauberer.« Er stand auf. die dem Tode trotzt. Schon fühlte ich ihr erdrückendes Gewicht. sagte ich. Sie ist mit dir auf und davon geflogen. Einer Welt. glau b e ich . von ein em zu m än d ern . Du halfst der Frau in der Kirche. was es gibt. Ich war hellwach. »Aber nicht die Carol. E in e u n en d lich viel m äch tigere C arol T iggs. Ihre Kunst war es. w aru m d ie C arol T iggs au s d em H otel sich S orgen u m ih r A u sseh en m ach te. aber nach sorgfältiger Überlegung kann ich nicht an dieser Überzeugung festhalten. weit und grenzenlos. Aber sei unbesorgt um Carol. daß sie. ich hatte keine Energie für eine solche Aufgabe. musterte mich von Kopf bis Fuß. w as sie sagte? > T räu m e d ein e A b sich t von m ir. die dem Tode trotzt. Dein Schicksal ist ihr Schicksal. du würdest die krönende Lektion im Träumen erfahren?« »Was. wie ich glaubte. Dann sagte er. d ie d ich ein e an d ere C arol T iggs träu m en ließ . bei dem er. B eab sich tige m ich vorwärts<.die Carol aus dem geträumten Hotelzimmer. »Aber eines Tages wirst du eine neue Carol Tiggs finden . U n gläu b ig starrte er sein e G efäh rtin n en an . . daß sie fortgegangen sei?« »Sie ist fortgegangen von dieser Welt«. noch bevor ich meine Ahnung aussprechen konnte. Wieder musterte er mich sorgfältig. E rin n erst d u d ich . die wir beide kennen. D en n an sch ein en d h atten sie gleich zeitig etw as b egriffen . wie betäubt. E s gib t au ch kein e F rau au s d er K irch e. h atten C arol T iggs u n d d ie F rau b ei ih rer B egegn u n g ein e A rt von V erein b aru n g getroffen . geschah mit Carol Tiggs?« fragte ich. Es waren eigentlich keine Gedanken. Es war Carol. die dem Tode trotzt. pflichtete Don Juan mir bei. wie sie im Dunkel des geträumten Hotelzimmers zu mir sprach. Und noch viel mehr. sondern daß du sie eines Tages verstehen wirst. als suchte er nach Zeichen an meinem Körper. d essen w ar ich m ir sich er. »Es bedeutet. »Ich glau b e.« »Was meinst du damit. daß du nicht nur diese Möglichkeiten erleben wirst. erschreckende Art war sie in dem Hotel.« »Wie will sie das schaffen?« »Durch Carol Tiggs. besteht aus unendlichen Möglichkeiten des Träumens.« »Und das heißt.eine Mischung von Erinnerungen an die Frau in der Kirche und an Carol Tiggs. in tödlichem Irrtum befangen war. Dies war eine geträumte Carol. Ih re A u gen h u sch ten h in u n d h er. B eid e h ab en sich verein igt u n d sin d au f d en F lü geln d er A b sich t d avon geflogen . Und die Bedeutung ist. genau wie ich selbst in dem Hotel war. V ielleich t. »Sie versteht ein solches Manöver. gelassen er S tim m e. antwortete er. blieb Don Juan stehen und sah mich an.« »D er G ru n d . u n d sch u f jen e C arol T iggs au s d em H otel . sie ebenfalls finden wird. Einige Male war ich nahe daran. N ich t n u r Z u stim m u n g h eisch en d .alten Z au b erer en tsp rach . ihren letzten Ausweg gesehen hat. daß die. sagte D on Ju an .« Dies sagte er. Eine davon war dein Traum von Carol Tiggs in einer anderen Zeit. Meine Gedanken begannen zu rasen. Don Juan?« »Das heißt. wie ich dir sagte: eine Carol. Einer umfassenderen Welt.ein e C arol T iggs d er rein en A b sich t. glaubst du. V orw ärts. ihn auf ein Thema anzusprechen. m it ru h iger. sondern Bilder . langsam und wohlerwogen: »Die Gabe derer. Auf irgendeine unheimliche. Nervosität brandete gegen mein Zwerchfell. bestehend aus reiner Absicht. wenn du die Freiheit findest. »Carol Tiggs ist fortgegangen«. Habe ich dir nicht gesagt. w ar d ieser«. In einem Augenblick der Klarheit fragte ich Don Juan: »Was ist das Ergebnis von alledem?« Er antwortete nicht.

endgültig ist. Und du solltest jetzt wissen. die dem Tode trotzt. die Gabe derjenigen. auf den Flügeln der Absicht zu fliegen. Don Juan.aber ich konnte es noch nicht ganz kontrollieren. Doch es durchbrach schon den Nebel des Traumes. daß das Unbegreifliche gleich an der nächsten Ecke wartete. Du wolltest nichts Konkretes annehmen. darum schenkte die Frau in der Kirche dir eine abstrakte Gabe: die Möglichkeit.« »Aber wohin. denn Don Juan sagte mit vollem Nachdruck: »Dies ist das Träumen. und der gefühlten Ahnung. glaubst du. was darin geschieht. Ich habe dir gesagt. Carol Tiggs ist gegangen. daß alles. sei die Endlosigkeit möglichen Träumens. Begonnen hatte es als eine Mischung zwischen dem Nicht-Wissen. Wahrscheinlich zeigte sich ein ungläubiger Ausdruck auf meinem Gesicht.« . ist sie gegangen?« »Wohin die Zauberer der Vorzeit gingen. was hier vor sich ging.

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