UNSER TÄGLICH BROT

UNSER TÄGLICH BROT
BAND 2

TEXTE AUS DEM WORT GOTTES UND AUS DEN S CHRIFTEN EMANUEL SWEDENBORGS

zusammengestellt von Heinz Grob

SWEDENBORG-VERLAG ZÜRICH

Auflage 2003 © Heinz Grob Herstellung: Swedenborg-Verlag

Vorwort des Herausgebers
In der Annahme, es könne nicht das Ziel der ersten Textsammlung sein, immer wieder gelesen zu werden, habe ich mich daran gemacht, eine zweite zusammenzustellen, wiederum für ein ganzes Jahr und unter Beifügung von Bibelstellen für die beweglichen Festtage. Auch die Gestaltung ist mit der ersten identisch. Anders bin ich bei der Auswahl vorgegangen. Ich habe mir eine Liste von Begriffen zusammengestellt und zu diesen eine Reihe von Zitaten gesucht und diese wiederum mit den passenden Stellen aus der Lehre ergänzt, wobei zuweilen mehrere Werke zum Zuge kamen. Die Anzahl der Zitate zum einzelnen Begriff, also die Zahl der „Wiederholungen“ schwankt je nach der Ergiebigkeit. Es kommt auch vor, daß ein Zitat im Lauf des Buches ein zweites Mal auftaucht, dann aber mit einem anderen Lehrtext verbunden. HG

Abkürzungen der benutzten Werke Emanuel Swedenborgs
E.L. Enth. Offb. oder E.O. Erkl. Offb. oder O.E. G.V. G.L.W. oder L.u.W. H.G. H.u.H. oder H.H. J.G. K.D. L.v. Gl. oder L.G. L.L. L.S. L.H. N.J. W.C.R. Eheliche Liebe Enthüllte Offenbarung Johannis Erklärte Offenbarung Johannis Die Göttliche Vorsehung Die göttliche Liebe und Weisheit Die Himmlische Geheimnisse Himmel und Hölle Vom Jüngsten Gericht Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche Lehre vom Glauben Lebens-Lehre * Lehre von der heiligen Schrift * Lehre vom Herrn * Vom Neuen Jerusalem Die Wahre Christliche Religion * Zusammengefaßt in „Die vier Hauptlehren“

1. Januar So spricht Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleib an: Ich, Jehovah, tue alles, spanne aus die Himmel, ich allein breite die Erde aus von mir selbst. (Jes. 44, 24)

Jehovah Gott ist das Sein in sich, den er ist der „Ich bin“, das Selbst, das Einzige und Erste von Ewigkeit zu Ewigkeit, aus dem alles seinen Ursprung hat, was da ist, und ohne das nichts existieren würde. So und nicht anders ist er der Anfang und das Ende. Man kann nicht sagen, Gottes Sein stamme von sich selbst, weil dieser Ausdruck etwas Früheres, also eine Zeit voraussetzt. Der Begriff der Zeit aber hat nichts gemein mit dem Begriff des Unendlichen, das heißt mit der Vorstellung von „Ewigkeit her“. Zudem würde eine solche Ausdrucksweise auch einen anderen Gott voraussetzen, einen Gott von Gott oder die Vorstellung, Gott habe sich selbst gebildet und sei damit nicht der Unerschaffene. Gott ist also das Sein und damit auch die Liebe, die Weisheit und das Leben an sich. (WCR 21)

2. Januar Und Abraham fiel auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Soll mir, dem hundert Jahre alten, geboren werden und Sarah soll, neunzig Jahre alt, gebären? (1. Mose 17, 17)

Der Ursprung des Lachens liegt in der Neigung zum Wahren oder zum Falschen. Daraus resultiert die Heiterkeit, die sich beim Lachen im Gesicht äußert. Das Lachen ist zwar äußerlich und gehört dem Leib an. Im Wort wird aber Innerliches durch Äußerliches ausgedrückt, die inneren 7

Regungen der Seele und des Gemüts im Gesicht, das innere Sehen und der Verstand durch das Auge, Kraft und Stärke durch Hand und Arm. … Die Neigung zum Guten, die sich durch die Vernunft zeigt, äußert sich nicht durch Lachen, sondern durch Freude und Vergnügen; denn im Lachen ist gewöhnlich auch etwas, das nicht so gut ist. Die Zahl hundert, die das Alter Abrahams angibt, bedeutet die Vereinigung der Vernunft im menschlichen Wesen des Herrn mit der göttlichen Kraft. Und Sarahs neunzig Jahre sagen uns, daß dies bewirkt wurde durch das mit dem Guten verbundene Wahre oder das göttliche Wahre, das die eigentliche Bedeutung Sarahs ist. (HG 2074/75)

3. Januar Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern sollst deinen Nächsten rügen, daß du darob keine Sünde tragest. (3. Mose 19, 17)

Unter dem Bruder wird der Nächste verstanden, oder im abstrakten Sinn das Gute der tätigen Liebe. Im Herzen etwas gegen den Bruder tragen, bedeutet nämlich Zorn, Feindschaft oder Haß, sich mit ihm versöhnen, dagegen die darauf folgende Verbindung durch die Liebe. Das zeigt, daß der Bruder für den Nächsten steht und dieser wiederum für das Gute in seinem vollen Umfang. (OE 746)

4. Januar Aber die Taube fand keine Ruhe für die Sohle ihres Fußes, und sie kehrte zu ihm zurück zur Arche, denn die Wasser waren auf den Angesichten der

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ganzen Erde, und er streckte seine Hand aus und nahm sie und brachte sie zu sich herein in die Arche. (1. Mose 8, 9)

Daß «die Taube keine Ruhe fand für die Sohle ihres Fußes» bedeutet, es habe nichts Gutes und Wahres des Glaubens mehr Wurzel fassen können. Denn die Taube stellt das Wahre des Glaubens dar. Wurzel fassen konnte es deshalb nicht, weil die Falschheiten noch überflossen. (Diese Schilderung betrifft den Menschen der Alten Kirche.) Solange im Gemüt des Menschen die Falschheiten überfließen, können die eingepflanzten Glaubenswahrheiten keine Wurzeln bilden. Sie hängen an der Oberfläche, das heißt im Gedächtnis, und der Boden wird nicht fruchtbar, ehe die Falschheiten zerstreut sind. (HG 875)

5. Januar Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich zusammenlesen alle Ärgernisse und die da Unrecht tun. (Mat. 13, 41)

Alles Gute gleicher Herkunft verknüpft sich in Bündel und umgibt sich zugleich mit einer Hülle, um sich auf diese Weise von anderem Guten zu unterscheiden. Ähnliches vollzieht sich auch im menschlichen Gemüt, wie aus der fortlaufenden Entsprechung zwischen allen Teilen des Geistes und des Körpers hervorgeht. Folglich ist das menschliche Gemüt ein organisches Gebilde. Sein Inneres besteht aus geistigen Substanzen, sei Äußeres aus natürlichen und sein Äußerstes aus materiellen Substanzen. Ein Gemüt, in dem das Böse als angenehm gilt, setzt sich innerlich aus geistigen Substanzen 9

zusammen, die höllisch sind. Das Böse eines Gemütes der letzteren Art wird durch Falsches in Bündel zusammengehalten. (WCR 38)

6. Januar Da aber der König Herodes das hörte, erbebte er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes und erfragte von ihnen, wo der Christus sollte geboren werden. Sie aber sagten zu ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn also ist geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ausgehen der Fürst, der mein Volk Israel weiden wird. (Mat. 2, 3-6)

Bethlehem ist das geistig Himmlische in einem neuen Zustand. Dort gebar Rachel ihren zweiten Sohn, dort wurde David geboren und zum König gesalbt. Der Herr allein aber wurde als geistig-himmlischer Mensch geboren, damit er seine Menschennatur göttlich machen konnte vom untersten Grad bis zum höchsten, um so alles in Ordnung zu bringen, was in den Himmeln und in den Höllen ist; denn das geistig Himmlische ist das Bindeglied zwischen dem natürlichen und dem vernünftigen oder inneren Menschen. (HG 4594)

7. Januar Als sie aber den König gehört hatten, zogen sie hin; und siehe, der Stern, den sie im Morgenland

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gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er kam und stand oben über der Stelle, da das Kindlein war. (Mat. 2, 9)

Die Sterne sind Symbole für das Wahre und Gute der Kirche und für dessen Erkenntnis. Fallen sie vom Himmel, bedeutet das, sie seien verloren gegangen. Da nun aber auch die Engel im geistigen Himmel wie Sterne leuchten und all ihr Wahres und Gutes vom Herrn ist, wird selbst der Herr, der ja auch Engel genannt wird, als Stern bezeichnet. Es verwundert deshalb nicht, daß die Weisen aus dem Morgenland einen Stern über seiner Geburtsstätte sahen. (OE 72)

8. Januar Und Feindschaft will ich setzen zwischen dir und zwischen dem Weibe, und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen. Er soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihm die Ferse verletzen. (1. Mose 3, 15) Und die Tage erfüllten sich, daß sie gebären sollte, und siehe, Zwillinge waren in ihrem Leib. Und der erste kam heraus, ganz rötlich, wie ein haariger Mantel, und sie nannten seinen Namen Esau. Und nachher kam sein Bruder heraus, und seine Hand ergriff die Ferse Esaus, und man nannte seinen Namen Jakob. (1. Mose 25, 24-26)

Die Uralten betrachteten den Menschen so: Himmlisches und Geistiges brachten sie mit seinem Haupt und Gesicht in Zusammenhang, die Auswirkungen davon, nämlich tätige Liebe und Barmherzigkeit mit der Brust, die natürlichen Regungen (die Vernunft) aber mit dem Fuß, ihre unteren 11

Bereiche mit dessen Sohle und das Unterste und Leibliche mit der Ferse. … Die Schlange kann nur das unterste Natürliche verletzen, nicht aber, sofern es sich nicht um eine Vipernart handelt, das innere Natürliche im Menschen, vollends nicht das Geistige oder Himmlische. Diese erhält der Herr und verbirgt sie, ohne daß der Mensch etwas davon weiß. (HG 259) Esau ist ein Symbol für natürlich Gutes aus einer geistigen Quelle. Wenn nun Jakob bei der Geburt die Ferse Esaus hielt, heißt das, er habe nur Kontakt zu dessen unterstem Natürlichen gehabt. Jakob und seine Nachkommenschaft entbehrte jeder Beziehung zu den geistigen Bereichen und blieb vollkommen natürlich, d.h. sie standen im Gegensatz zum Guten des Himmels und der Kirche. (OE 710)

9. Januar Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Schafstall eintritt, sondern anderswo einsteigt, ist ein Dieb und ein Räuber. … Ich bin die Tür. So jemand durch mich eintritt, der wird gerettet werden und wird eingehen und ausgehen und Weide finden. (Joh. 9, 1. 9)

Es leuchtet ohne weiteres ein, daß jeder Glaube unecht ist, der von dem wahren und einzigen Glauben abweicht. Alles Gute und Wahre der Kirche hat seinen Ursprung in der Vermählung des Herrn mit der Kirche, folglich entstammt alles, was seinem Wesen nach Nächstenliebe oder Glaube ist, dieser Ehe. Im Gegensatz dazu entspringt alles, was Nächstenliebe und Glaube nicht aus dieser Ehe haben, gesetzwidrigem Ehebett und ist also entweder Frucht der Vielweiberei oder des Ehebruchs. Jeder Glaube, der den Herrn anerkennt und dabei doch Falsches aus den Irrlehren über12

nimmt, stammt aus dieser geistigen Vielweiberei. Der Glaube, der drei Herren der einen Kirche anerkennt, stammt aus geistigem Ehebruch. (WCR 380)

10. Januar Wehe euch, Pharisäer und Schriftgelehrte, ihr Heuchler! … Ihr Schlangen, ihr Geschlecht der Ottern! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? (Mat. 23, 29. 33)

Die List heißt Heuchelei, wenn die Menschen mit dem Mund fromm sind, im Herzen aber gottlos, oder wenn sie von tätiger Liebe reden, im Herzen aber Haß hegen, wenn sie sich wie die reine Unschuld aufführen und in Brust und Seele grausam sind, wenn sie also durch Unschuld, tätige Liebe und Frömmigkeit täuschen. Diese sind Schlangen und Vipern im inneren Sinn, weil sie im Licht des Himmels, von den Engeln gesehen, als Schlangen und Vipern erscheinen, die das Wahre arglistig verdrehen, um Böses zu tun. Sie verbergen gleichsam das Gift unter ihren Zähnen und töten dadurch. (HG 9013)

11. Januar Und ein anderes Zeichen ward im Himmel gesehen, und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Diademe. (Offb. 12, 3)

Der Drache ist eine Art Schlange, die nicht nur auf dem Boden kriecht, sondern auch fliegt. … Er stellt den ganz und gar natürlichen und sinnlichen Menschen dar, der aber doch 13

einige Kenntnis der geistigen Dinge besitzt, sei es aus dem Wort oder durch die Predigt und durch die Religion. … Jeder wird von seinen Eltern als ein sinnlicher Mensch geboren; aber durch das Leben in der Welt wird er mehr und mehr innerlich natürlich, das heißt, vernünftig, gemäß seinem sittlichen und bürgerlichen Leben und dem dadurch erworbenen Licht der Vernunft. Später jedoch wird er ein geistiger Mensch durch die Wahrheiten oder Lehren aus dem Wort und durch ein diesen gemäßes Leben. … Das Wissen und die Fähigkeit vernünftig zu denken, ist natürlich und auch bei den Bösen, sogar bei den Schlimmsten vorhanden. Erst in Verbindung mit dem Leben nach den Wahrheiten aus dem Wort machen sie den geistigen Menschen. (OE 714)

12. Januar

Fortsetzung Das Haupt des Drachens stellen besonders diejenigen Menschen dar, die ihr Leben und ihre Lehre auf einen Glauben gründen, der von jeder tätigen Liebe getrennt ist. Das Haupt ist ja das Sinnbild für Einsicht und Weisheit oder im Gegensinn Wahnwitz und Torheit. Unter den sieben Häuptern ist nun das Wissen um die heiligen Dinge des Wortes zu verstehen, die diese Menschen geschändet haben, außerdem der ihnen eigene Wahnwitz und ihre Schlauheit. Denn «sieben» bedeutet auch hier «alles» und «das Ganze» und wird auf die heiligen Dinge bezogen. Im entgegengesetzten Sinn gilt es auch für alles, was geschändet und entweiht worden ist. … Wenn der Mensch seinen Glauben mit allen Wahrheiten der Kirche und des Himmels anfüllt, dabei aber auf Liebe und Nächstenliebe verzichtet, verhindert er die Entwicklung seines inneren Verstandes. Sie gewinnen daher keine Einsicht in die geistigen Dinge und verfallen statt dessen in Wahnwitz. (OE 715) 14

13. Januar

Fortsetzung
Und Channah betete und sprach: Mein Herz jauchzt in Jehovah, erhöht ist mein Horn in Jehovah, weit ist mein Mund über meine Feinde, denn ich bin fröhlich in deinem Heil. (1. Sam. 2, 1) Rette mich vor des Löwen Rachen, und von des Einhorns Hörnern antworte mir! (Ps. 22, 22) Sowie der obige Text.

Hörner werden im Wort hier und da erwähnt und bedeuten die Macht des Wahren, das aus dem Guten stammt, aber auch die Macht des Falschen, das dem Bösen entspringt. Die göttlichen Wahrheiten werden wegen ihrer Höhe Hörner der Einhörner genannt. Daher heißt es oft, das Horn werde erhöht, denn Erhöhung bedeutet die Macht aus dem Inneren. Zehn bedeutet ebenfalls alles oder auch vieles. Zehn Hörner stellen daher eine bedeutende Macht dar, die dieser Drache auch besaß. Er stellt ja diejenigen dar, die durch den Buchstabensinn des Wortes ihren Irrglauben begründeten, nach dem sie sich nicht um die Werke zu kümmern brauchten. Von dieser Art Menschen gibt es am Ende einer Kirche viele, die nur für sich, für die Welt und für das Vergnügen leben wollen; nur wenige jedoch leben für den Herrn, für den Himmel und das ewige Leben. … Zwar hat das dem Bösen entspringende Falsche gegen das göttliche Gute des Herrn keinerlei Macht, denn alle Macht gehört dem Herrn. Die Macht der zehn Hörner besteht aber dennoch, denn das Falsche aus dem Bösen besitzt Macht über die Menschen, die selbst diesem Falschen anhängen, und das hat der Mensch von den Eltern ererbt und durch sein eigenes Leben erworben. Es ist nun sein eigenes Leben und kann nicht von einem Augenblick auf den andern beseitigt werden. (HG 2832; OE 716) 15

14. Januar

Fortsetzung Die sieben Diademe sind das göttliche Wahre in ihrer äußersten Form, nämlich als die Wahrheiten im Buchstaben des Wortes, und zwar hier als entweihte und geschändete Wahrheiten. Diese Bedeutung entstammt dem Material der Diademe, den Edelsteinen. Der Stein ist ein Symbol für das Wahre, der Edelstein somit für das göttliche Wahre. Dieses durchleuchtet die Wahrheiten des Buchstabensinnes mit seinem himmlischen Licht, der nun je nach dem Zusammenhang seines geistigen Ursprungs in verschiedenem Licht strahlt. Das ist der Ursprung für die Modifikationen des himmlischen Lichts, die im Himmel die Farben (auch die der Edelsteine) bilden. Die Diademe erschienen über den sieben Häuptern des Drachens, weil die Wahrheiten des Buchstabensinns im Wort überall leuchten, wo sie auch immer sein mögen, selbst bei den Bösen, denn ihr geistiges Licht wird nie ausgelöscht, weil es direkt aus dem Himmel einfließt. (OE 717)

15. Januar Habt ihr nicht gelesen, was geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen. (Luk. 20. 17)

Der erste Weg, breit und von vielen begangen, Guten wie Bösen, die wie Freunde miteinander plauderten, weil kein Unterschied zwischen ihnen zu erkennen war, stellte diejenigen dar, die von außen gesehen ein gleich redliches und gerechtes Leben geführt und sich augenscheinlich nicht unterschieden hatten. Der Stein am Scheideweg, der Eckstein, über 16

den die Bösen stolperten und von dem aus sie dann auf dem zur Hölle führenden Weg weiterliefen, ist das göttliche Wahre, das alle leugnen, die zur Hölle blicken. Im höchsten Sinn stellt dieser Stein das göttlich-menschliche Wesen dar. Die Menschen aber, die das göttliche Wahre und zugleich das göttliche Wesen des Herrn anerkannten, wurden auf den Pfad geleitet, der zum Himmel führt. Der zum Leben führende Weg heißt nicht deshalb schmal, weil er beschwerlich wäre, sondern weil ihn nur wenige finden, wie die Worte sagen. (HH 534)

16. Januar Und Jakob blieb allein übrig, und es rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte heraufkam. Und er sah, daß er nichts über ihn vermochte und berührte ihn an der Hüftpfanne, und die Hüftpfanne Jakobs verrenkte sich, indem er mit ihm rang. Und er sprach: Entlaß mich, denn die Morgenröte ist heraufgekommen. Er aber sprach: Ich entlasse dich nicht, du segnest mich denn. (1. Mose 32, 24-26)

Jakob symbolisiert eine Entwicklung: am Anfang stellt er Natürliches dar, und zwar das Wahre im Natürlichen. Später wurde ihm Gutes hinzugefügt (s. Laban, der die Verbindung mit dem natürlich Guten bedeutet), worauf er als Bild für das Gute des Wahren (oder die Liebe zum Wahren) zu sehen ist. Dieses ist noch nicht das göttliche Gute selbst, sondern nur eine Qualität, mit der dieses aufgenommen werden kann. … Der Ringkampf stellt im inneren Sinn eine Versuchung dar, wonach Jakob Israel genannt wird, was den himmlisch-geistigen Menschen im Natürlichen, also den natürlichen bedeutet. … In der Versuchung wird das Wahre von bösen Geistern 17

bekämpft und von den Engeln, die den Menschen begleiten, verteidigt. Bedingung für eine Versuchung ist, daß der Mensch das Wahre liebt und sich von ihm anregen läßt. (HG 4234, 4273, 4274) Die Verrenkung der Hüfte stellt anderseits einen Unterbruch in der Verbindung der himmlischen und geistigen Liebe mit dem natürlich Guten dar. Das sagt uns, daß bei Jakob und seinen Nachkommen diese Verbindung nicht zustande kam, d.h. der innere oder geistige Mensch konnte nicht mit dem äußeren oder natürlichen verbunden werden. … Dieses Volk war überzeugt, es gebe im Menschen nur Äußerliches, sodaß ihr Gottesdienst als durchaus götzendienerisch zu bezeichnen ist. Ihre Kirche war deshalb nur das Bild einer Kirche. (HG 4281)

17. Januar Und ich sah den Himmel aufgetan, und siehe, ein weißes Ross, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig und richtet und kriegt mit Gerechtigkeit. Und er hat auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. (Offb. 19, 11. 16)

Durch das Gewand des Herrn wird das Wort im Hinblick auf das göttliche Wahre, durch die Hüfte das Wort im Hinblick auf das göttliche Gute dargestellt. Hüften und Lenden bedeuten die eheliche Liebe, weil diese die Grundlage aller Liebe ist, und zwar beziehen sie sich speziell auf das Gute dieser Liebe. Wenn nun von der Hüfte des Herrn gesprochen wird, ist auch er selbst im Hinblick auf das Gute der Liebe gemeint. Der Name bedeutet immer die Beschaffenheit; König der Könige ist der Herr im Hinblick auf das göttliche Wahre der göttlichen 18

Weisheit, Herr der Herren im Hinblick auf das göttliche Gute der göttlichen Liebe. (EO 830)
18. Januar Fragt doch und sehet, ob das Männliche gebären kann! Warum sehe ich jeglichen Mann, seine Hände an seinen Hüften, wie eine Gebärerin, und alle Angesichte in Blässe verwandelt? (Jer. 30. 6)

Die Stelle bezieht sich auf den letzten Zustand der Kirche, wenn das jüngste Gericht eintritt. Fragen und sehen, ob ein Mannsbild gebären kann, heißt fragen, ob das Wahre des Wortes ohne das Gute des Lebens in der Kirche etwas hervorbringen könne, da doch in der Kirche alles auf die Ehe des Guten und Wahren zurückgeht. Das Mannsbild stellt das Wahre dar, seine Gattin das Gute der Kirche. „Ich sehe die Hände eines jeden Mannes an seinen Hüften wie eine Gebärende“ will daher fragen, weshalb man denn glaube, das Wahre könne ohne das Gute in der Kirche irgendetwas zu Stande bringen. Die Hüften bedeuten die Ehe, im geistigen Sinn die Ehe des Wahren und Guten, die Hüfte des Mannes wie bei einer Gebärenden aber etwas wie eine Ehe des Wahren allein. Die in Blässe verwandelten Angesichte verraten, daß keinerlei Gutes anwesend ist, nämlich keine Liebe oder tätige Liebe. Das Gesicht stellt ja die Neigungen der Liebe zum Guten dar, seine Blässe, daß diese erloschen sind. (OE 721)
19. Januar Zum Weibe sprach er: Deine Schmerzen will ich dir vielfach vermehren und deine Empfängnis. Mit Schmerzen sollst du Söhne gebären. Nach deinem

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Manne sollst du verlangen, und er soll herrschen über dich. (1. Mose 3, 16)

Mit dem Weib ist hier die Kirche gemeint, da die Rede von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche die Rede ist, die das Eigene liebte. … Wenn also die Sinne des Menschen sich (vom Guten) abwenden und sich dadurch selbst schädigen, gewinnen die bösen Geister Macht über ihn, und die Engel, die ihn begleiten, haben zu kämpfen. Dies wird beschrieben durch das «vielfach Vermehren des Schmerzes». Unter der Empfängnis und der Geburt der Söhne wird das Denken und Umsetzen des Wahren verstanden. … Der Mann steht hier (nachdem die Weisheit durch das Essen vom Baum der Erkenntnis verloren gegangen ist) für die bloße Vernunft. Sie ist Kopie oder Imitation der Weisheit. … «Nach dem Mann verlangen und sich von ihm beherrschen lassen» ist ein Gesetz der Ehen und besagt, daß die Gattin, deren Verlangen dem Eigenen angehört, nicht vernünftig handeln kann wie der Mann. Sie soll daher der Klugheit des Mannes unterstellt sein. (HG 262, 263, 266)
20. Januar Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land ist vor dir, wohne, wo es gut ist in deinen Augen. Und zu Sarah sprach er: Siehe, deinem Bruder gebe ich tausend Silberstücke. Siehe, das ist für dich eine Decke der Augen für alle, die mit dir sind, und für alle. Und sie war gerächt. Und Abraham betete zu Gott; und Gott heilte Abimelech, sein Weib und seine Mägde, und sie gebaren. (1. Mose, 20, 15)

Beten heißt geoffenbart werden, wenn der Herr betet, und Abraham steht für den Herrn. Es betet also im inneren Sinn 20

nicht irgend eine Person zu Gott, sondern Gott oder Jehovah war in ihm und von ihm stammte die Offenbarung. … Daß Gott den Abimelech heilte, bedeutet die Gesundheit der Lehre im Hinblick auf das Gute. Daß von diesem die Rede ist, ergibt sich aus dem Umstand, daß auch sein Weib geheilt wurde. Wenn ein Gatte als solcher angesprochen und genannt wird, bedeutet er das Gute, seine Gattin das Wahre. Umgekehrt verhält es sich, wenn der Gatte Mann genannt wird. (HG 2580, 2581)

21. Januar Zerbrochen ist der Bogen der Mächtigen, und die Strauchelnden umgürten sich mit Tapferkeit. Die Satten verdingen sich ums Brot, und die Hungrigen hören auf, bis daß die Unfruchtbare gebiert sieben, und die mit vielen Söhnen verschmachtet. (1. Sam. 2, 5)

Die Hungrigen sind hier diejenigen, die nach Wahrem und Gutem der Kirche verlangen, die Unfruchtbaren sind die Heiden, die die Wahrheiten nicht kennen, weil sie das Wort nicht haben, die aber zur Kirche herbeigeführt werden und zu denen die (neue) Kirche verpflanzt wird, wenn die alte am Ende ist, d. h. wenn die früheren Angehörigen der Kirche den Glauben verloren haben, weil sie nicht mehr tätig lieben. Diese letztere Kirche ist es, die unter der Kinderreichen verstanden wird, die mit vielen Söhnen verschmachtet. Die Unfruchtbare hingegen ist die neue Kirche bei den Heiden. Daß sie sieben gebiert, bedeutet die vollständige Wiedergeburt; denn sieben ist hier nicht die Zahl, sondern die Vollständigkeit. (OE 257; HG 9325) 21

22. Januar Schäme dich, Sidon, denn es spricht das Meer, des Meeres Festung und sagt: Ich kreiße nicht und gebäre nicht, ich ziehe keine Jünglinge groß und erziehe keine Jungfrauen. Wie bei dem Gerücht von Ägypten kreißten sie ob dem Gerücht von Zor (Tyrus). (Jes. 23, 4. 5) Wie einer Schwangeren, wenn es nahet, daß sie gebären soll: sie kreißet, schreit in ihren Geburtsnöten, also waren wir vor deinem Angesicht, o Jehovah. Wir empfingen, wir kreißten und gebaren gleich wie Wind; doch kein Heil taten wir dem Land, und die Bewohner des Erdkreises fielen nicht. (Jes. 26, 17. 18)

Sidon und Tyrus sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort. Nicht kreißen und nicht gebären bedeutet, die Kirche habe sich durch diese keine Einsicht und Weisheit verschafft und nichts Nützliches geleistet. Die Jünglinge sind die Wahrheiten, die Jungfrauen das Gute der Kirche. Es geht um deren letzte Zeiten, wenn das Falsche und Böse so weit herangewachsen ist, daß ihre Angehörigen nicht mehr gebessert und wiedergeboren werden können. Die Schwangere, die schreit, ist ein Bild für die Schwierigkeiten, etwas Wahres zu erfassen und zu verinnerlichen. Wind gebären schildert die leeren Meinungen, die nichts Wahres enthielten und statt der Wahrheiten empfangen wurden. Das fehlende Heil ist der Mangel an Nutzen, der aus der Leere nicht hervorgehen konnte. (OE 721)

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23. Januar Und ein anderes Zeichen ward im Himmel gesehen … Und der Drache stand vor dem Weib, da sie gebären wollte, um ihr Kind, wenn sie geboren hätte, aufzufressen. (Offb. 12, 4)

Der Drache stellt Menschen dar, die Erkenntnisse aus dem Wahren des Buchstabensinns besitzen, sie aber im Leben nicht anwenden. Das Weib dagegen ist das Symbol für die Kirche, in der die Lehre gilt und daher ein Leben der Liebe zum Herrn und der tätigen Liebe zum Nächsten geführt wird. Gebären bedeutet, Dinge hervorzubringen, die zur Kirche gehören, nämlich die Lehren der Liebe zum Herrn und zum Nächsten. Daß der Drache das alles zerstören wollte, indem er das Kind auffraß, symbolisiert den Haß der Menschen, die er darstellt, gegen die Kirche und ihre Lehre (OE 721)
24. Januar Josef aber ließ seinen Vater und seine Brüder wohnen und gab ihnen Eigentum im Land Ägypten, im Besten des Landes, im Lande Ramses, wie Pharao geboten hatte. Und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot nach dem Munde der Kindlein. (1. Mose, 47, 11. 12)

„Nach dem Munde der Kindlein“ soll heißen, entsprechend der Beschaffenheit des Guten der Unschuld. Diese verleiht vom Innersten aus allem Guten der Liebe und tätigen Liebe die Eigenschaft. Denn der Einfluß des Herrn in die tätige Liebe bemißt sich nach dem Vorhandensein der Unschuld.

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Was Unschuld ist, kann man wie in einem Spiegel an den kleinen Kindern sehen, die ihre Eltern lieben und ihnen vertrauen und keine andere Sorge haben, als ihnen zu gefallen. Denn weil sie sie lieben, tun sie aus Neigung alles, was den Eltern angenehm ist, also nicht nur, was diese befehlen, sondern auch, was sie glauben, daß diese befehlen möchten, und dabei sehen sie gar nicht auf sich selbst. (HG 6107) (Solche Kinder möchte S. wohl gehabt haben; immerhin ist es möglich, daß er ein ähnliches gekannt hat. D. H.)

25. Januar Und Joseph wohnte in Ägypten, er und das Haus seines Vaters. Und Joseph lebte hundert und zehn Jahre. Und Joseph sah von Ephraim Söhne bis ins dritte Glied, auch die Söhne von Machir, dem Sohn Manaschehs wurden auf Josephs Knien geboren. (1. Mose, 50, 22. 23)

Ephraim ist ein Bild für den Verstandesbereich der Kirche. Söhne und auch Söhne der Söhne (das dritte Glied), die ja von ihrem Vater abstammen, stellen dar, was von der Sache abgeleitet ist, die der Vater symbolisiert. Die Worte „Joseph sah“ weisen auf den Aufbau der Kirche aus dem Inneren unter dem Einfluß des Herrn. Der Verstandesbereich der Kirche aber besteht darin, aus dem Wort das Wahre des Glaubens und das Gute der tätigen Liebe innerlich zu erfassen. (HG 6583; 6222)
26. Januar Erwecke dich, erwecke dich, steh auf, Jerusalem, die du getrunken aus Jehovahs Hand den Becher seines Grimms; die Hefe des Bechers des

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Taumelns hast du getrunken, ausgeschlürft. Es leitet sie keiner von all den Söhnen, die sie gebar; und keiner faßt sie bei der Hand von all den Söhnen, die sie großgezogen. Erschöpft liegen sie an den Häuptern aller Gassen, voll vom Grimm Jehovahs. (Jes. 51, 17. 18. 20)

Es geht um die Wiederherstellung der Kirche, die in lauter Falschem aus dem Bösen versunken war. Mit Aufwachen und Aufstehen ist diese Wiederherstellung gemeint. Der Becher des Grimms ist das Falsche, die Hefe eine noch stärkere Variante davon, aus der Böses hervorgeht. Mit Trinken und Ausschlürfen wird dessen Aufnahme beschrieben. Die Söhne stehen für die Wahrheiten. Daß keiner sie führt, will sagen, keine aus dem Wort angelernte Wahrheit sei im Stande, sie vom Falschen abzuhalten. Ihre Ohnmacht wird ausgedrückt durch die Erschöpfung der in den Gassen Liegenden. (OE 724)

27. Januar Darum gib ihre Söhne dem Hunger hin, und reiße sie hin in die Macht des Schwertes, daß ihre Weiber kinderlos und Witwen seien, und ihre Männer in den Tod hingewürgt, ihre Jünglinge werden vom Schwerte geschlagen im Streit. (Jer. 18, 21)

Die Kirche wird mit einer Ehe verglichen, in der der Gatte das Gute, die Gattin das Wahre bedeuten. Ihre Söhne und Töchter sind die aus dieser Ehe geborenen Wahrheiten und ihr Gutes. Mit Kinderlosigkeit oder Beraubung der Kinder ist demnach der Umstand gemeint, daß die Kirche ihrer Wahrheiten beraubt worden sei und daher zu Grunde gehe. (HG 5536) 25

28. Januar Und geben will ich ihnen ein Herz und einen neuen Geist will ich geben in eure Mitte und wegnehmen das Herz von Stein aus ihrem Fleisch und ihnen geben ein Herz von Fleisch. (Ez. 11, 19)

Die in Kapitel 10 und 11 Beschriebenen sind Menschen, deren Wahrheiten das Gute fehlt, oder sie stellen überhaupt nur das Wahre ohne Gutes dar. Das versteinerte Herz aber verweist auf Leute, die das Gute gar nicht zulassen, die also böse sind, denn das Böse findet da Platz, wo das Gute nicht hingelangt. Das Herz bedeutet an sich das Gute der Liebe. Ein verstocktes Herz ist soviel wie ein steinernes Herz, also eines, das die Liebe und ihr Gutes nicht einläßt. Den Gegensatz dazu bildet ein Herz aus Fleisch. (OE 412)
29. Januar So spricht Jehovah: eine Stimme hört man in Ramah, eine Klage, bitterliches Weinen: Rachel weint über ihre Söhne. Sie weigert sich, sich trösten zu lassen über ihre Söhne; denn sie sind nicht da. So spricht Jehovah: Halt ab deine Stimme vom Weinen, deine Augen von Tränen! Denn ein Lohn wird dir für dein Werk, spricht Jehovah, und sie kommen zurück aus dem Lande des Feindes. (Jer. 31, 15. 16)

Es geht hier um eine Voraussage des Kindermordes in Bethlehem. Rachel stellte die innere geistige Kirche dar, Lea die äußere natürliche, Bethlehem das Geistige und die Knaben das Wahre aus dieser Quelle. Daß Rahel ihre Söhne beweint, weil keiner vorhanden war, besagt, es sei nichts geistig Wahres mehr 26

übrig gewesen, was für die Zeit zutraf, als der Herr auf die Welt kam. Der Trost: halt ab deine Stimme vom Weinen… beruht auf der Tatsache, daß der Herr geboren wird, von dem eine neue Kirche gegründet wird, in der wieder Wahrheiten aus geistiger Neigung vorhanden sein werden. Der „Lohn“ ist der Himmel für alle Menschen, die als Angehörige dieser Kirche eine geistige Neigung zum Wahren empfinden. Mit dem „Werk“ aber ist der Kampf des Herrn mit den Höllen und deren Unterjochung gemeint. Die „Wiederkehr aus dem Land des Feindes“symbolisiert die Errettung aus der Hölle und die „Hoffnung“ das Ende der alten Kirche sowie den Beginn einer neuen. Die zurückkehrenden Söhne schließlich sind die geistigen Wahrheiten der Angehörigen dieser neuen Kirche. (OE 695)

30. Januar Und es spielt der Säugling an der Natter Loch, und in des Basilisken Höhle steckt seine Hand das Entwöhnte. Sie tun nichts Böses, noch verderben sie auf dem ganzen Berg meiner Heiligkeit. (Jes. 11, 8)

Die Zugänge zu den Höllen erscheinen wie Löcher in den Felsen, wie Öffnungen, die zu den Höhlen führen, die von wilden Tieren in den Wäldern bewohnt werden. Wer darin wohnt, erscheint im Licht des Himmels als Mißgestalt oder auch als wildes Tier. In der Hölle, bei denen, die arglistig gegen die Unschuld handeln, erscheinen sie als Nattern und bei denen, die sich gegen das Gute der Liebe vergehen, als Basilisken. Der Säugling als das Gute der Unschuld und der Entwöhnte als das Gute der Liebe spielen bei den Nattern oder Basilisken, denn sie brauchen keine Angst vor dem Bösen und 27

Falschen aus der Hölle zu haben, weil sie vom Herrn beschützt werden. (OE 410)
31. Januar Keiner ruft nach Gerechtigkeit, keiner richtet nach Wahrheit. Auf Leeres vertrauen sie und reden Eitles, sie empfangen Mühsal und gebären Unrecht. Eier von Basilisken brüten sie aus und weben das Gewebe von Spinnen. Wer von ihren Eiern ißt, stirbt. Und drückt man sie zusammen, wird eine Natter ausgebrütet. (Jes. 59, 4. 5)

Diese Aussage betrifft Menschen, die mit Trug und List andere in geistigen Dingen verführen. Das heimliche Böse, zu dem sie andere schlau verlocken, wird durch die Otterneier dargestellt, das betrügerische Falsche durch das Spinnengewebe. Wird es aufgenommen, ist der Schaden tödlich. Die Pharisäer, die sich in dieser Kunst auszeichneten, wurden deshalb (Mat. 23, 33) Schlangen und Otternbrut genannt. (OE 581)

1. Februar Die Väter sollen nicht sterben um der Söhne willen, und die Söhne sollen nicht um der Väter willen sterben. Jeder Mann soll für seine Sünde sterben! (Jes. 24, 16)

Bei den Heiden war es ehemals Sitte, auch die Genossen zu Mitschuldigen zu machen, wenn ein einziger sündigte, ja sogar das ganze Haus zu strafen für das Verbrechen eines einzigen 28

Angehörigen; aber ein solches Gesetz stammte von der Hölle her, denn dort trachten alle miteinander nach dem Bösen. Die Gesellschaften dort sind nämlich so eingerichtet, daß sie gemeinsam dem Guten entgegenwirken. … Deshalb werden sie, wenn sie Böses tun, alle gestraft. Aber in der Welt auch so zu verfahren, ist ganz gegen die göttliche Ordnung, denn in der Welt werden die Guten mit den Bösen zusammengesellt, weil der eine das Innere des anderen nicht kennt und sich auch meistens nicht darum kümmert. Deshalb ist es ein göttliches Gesetz für die Menschen, daß jeder für seine eigene Missetat büßen soll. (HG 5764)

2. Februar Es zog aber viel Gedränge mit ihm, und er wandte sich und sprach zu ihnen: So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und die Mutter und sein Weib und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, ja selbst auch seine eigene Seele, der kann mein Jünger nicht sein. (Luk. 14, 25. 26)

Hier sind nicht Vater und Mutter usw. gemeint, sondern Interessen, die Teil des Menschen sind und sein Eigenes genannt werden; denn dieses muß der Mensch verlassen und hassen, wenn er den Herrn verehren, sein Schüler sein, Hundertfältiges erhalten und das Erbe des ewigen Lebens erlangen will. Das Eigene des Menschen ist Ziel seiner Liebe und seines Lebens, in das er geboren wurde, und es ist böse und falsch, weshalb er sogar seine Seele hassen soll. Alles was zur Liebe und zum Leben, zur Neigung und zum Denken, zum Willen und Verstand des Menschen gehört, ist geformt und vernetzt wie die von Eltern abstammende Nachkommenschaft, die man nach Familien und Häusern unterscheiden kann. Die 29

Eltern entsprechen der Selbstliebe, die Kinder den daraus folgenden Begierden, die unter sich verbrüdert und verschwistert sind. Sie alle sind zu verlassen und zu hassen, nicht aber die leibliche Familie, denn das widerspräche der geistigen Liebe. (OE 724)
3. Februar Meinet ihr, ich sei hergekommen, Frieden zu geben auf Erden? Nein, sage ich euch, sondern Zerteilung. Von nun an werden fünf in einem Hause zerteilt sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Der Vater wird entzweit sein mit dem Sohn und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und die Tochter mit der Mutter, die Schwieger mit ihrer Schnur und die Schnur mit ihrer Schwieger. (Luk. 12, 51-53)

Auch diese Worte sind nicht buchstäblich zu verstehen, denn durch die Stiftung von Zwietracht, zwei gegen drei, wird angedeutet, daß Falsch und Böse gegen Wahr und Gut antreten werde und auch umgekehrt, und zwar immer dann, wenn der Mensch in Versuchung gerät und umgebildet wird. Der Vater stellt dann das Böse dar, der Sohn das Wahre, das der Mensch vom Herrn erhält. Die Mutter aber ist die Begierde des Falschen, die Tochter hingegen die Neigung zum Wahren. (OE 724)
4. Februar So du ausgehst zum Streit wider deine Feinde … und siehst unter den Gefangenen ein Weib, schön von Gestalt, und hast Gefallen an ihr und nimmst sie zum Weibe, so bringe sie hinein in deines Hauses Mitte und laß sie ihr Haupt scheren und

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ihre Nägel zurecht machen. Und sie lege ab von sich das Gewand ihrer Gefangenschaft und sitze in deinem Haus und beweine ihren Vater und ihre Mutter einen Monat der Tage. Und darnach gehe ein zu ihr, werde ihr Gemahl und sie sei dir zum Weibe. (5. Mose, 21, 10-13)

Das Weib ist auch hier die Kirche und zwar ihre geistige Neigung zur Wahrheit, oder auch diese Neigung, die der Angehörige der Kirche besitzt. Beim gefangenen Weib jedoch geht es um die Religion einer ganzen Völkerschaft, die nach Wahrheit verlangt. Die geschilderte Behandlung sagt aus, sie solle ins Innere oder Geistige der Kirche geführt werden und dort alles Sinngebundene, Böse und Falsche des natürlichen Menschen ablegen, wobei unter den Haaren dasjenige des natürlichen, unter den Nägeln aber dasjenige des sinnlichen Menschen zu verstehen ist. Das Gewand der Gefangenschaft schließlich bedeutet die Irrtümer der Religion, in denen jeder gefangen bleibt, der nach Wahrheiten verlangt. Vater und Mutter soll sie beweinen, heißt, das Böse und Falsche dieser Religion soll der Vergessenheit anheimfallen, und der Mann, der dann zu ihr eingehen soll, ist das Wahre, das nun mit ihr verbunden werden kann. (OE 555)

5. Februar Er spricht zu ihnen: Um eurer Hartherzigkeit willen hat Moses euch gestattet, eure Weiber zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht also gewesen. … Denn es sind Verschnittene, die von der Mutter Leib so geboren wurden, und sind Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden, und sind Verschnittene, die um des Reiches der Himmel

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willen sich selbst verschnitten. Wer es fassen kann, der fasse es. (Mat. 19, 9. 12)

Verschnittene heißen die, die eine himmlische Ehe führen, und zwar von Mutterleib geboren: die wie die himmlischen Engel, von den Menschen dazu gemacht: die wie die geistigen Engel sind. Die sich selbst dazu machten, wie die engelischen Geister, die weniger aus tätiger Liebe als aus Gehorsam handeln. (HG 394) Stellte man das Postulat auf, der Stand der Ehelosigkeit sei besser als der der Ehe und untersuchte es, um ihm beistimmen und es durch Beweise erhärten zu können, käme es zu folgenden Behauptungen: Die Ehe sei nichts Heiliges, keusche Ehen gebe es nicht, beim weiblichen Geschlecht gebe es Keuschheit nur bei denen, die der Ehe entsagen und ewige Jungfräulichkeit geloben. Zudem seien unter solchen Menschen die Verschnittenen zu verstehen die sich um des Gottesreichs willen zu Verschnittenen machen. Unter diesen sind geistig Verschnittene zu verstehen, d.h. diejenigen, die sich in ihrer Ehe des Bösen der Hurerei enthalten. Klar ist, daß mit ihnen nicht italienische Kastraten gemeint sind. (EL 156)

6. Februar Du sollst dich nicht gelüsten lassen des Hauses deines Nächsten, du sollst dich nicht gelüsten lassen des Weibes deines Nächsten noch seines Knechts noch seiner Magd noch seines Ochsen noch seines Esels noch irgend etwas, das dein Nächster hat. (2. Mose 20, 14)

Gelüsten lassen entspricht dem Willen oder der Begierde aus einer bösen Liebe. Eine Begierde aber ist die Fortdauer der 32

Liebe zu sich oder zur Welt. Der Atem der bösen Liebe heißt Begierde, der Atem der guten Liebe hingegen Verlangen. Die Liebe aber bezieht sich auf den Willen, die Begierde sogar auf den Willen und den Verstand. Du sollst dich nicht gelüsten lassen… heißt demnach, man habe sich davor zu hüten, daß das, was der Nächste besitzt, Gegenstand des eigenen Willens werde, denn der Wille ist der Mensch selbst. (HG 8910) Ehebrechen und ebenso buhlen und Unzucht treiben bedeutet im geistigen Sinn: das Gute verkehren und die Wahrheiten, die zur Lehre vom Glauben und zur tätigen Liebe gehören, verfälschen. Dazu gehört auch die Verwendung des Worts zur Begründung von Falschem. … Der Grund für diese Bedeutung liegt darin, daß die eheliche Liebe aus der Ehe des Guten und Wahren stammt, die auch die himmlische Ehe genannt wird. Daraus folgt, daß wer nicht an Gutes und Wahres glaubt, nicht ehelich lieben kann. (HG 8904)

7. Februar Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, daß, wer ein Weib ansieht, um ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. … Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf es von dir, denn es ist dir zuträglicher, daß eins deiner Glieder verderbe, denn daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. Und ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir… (Mat. 5, 27-29)

Begierde ist auch Sache des Herzens. Deshalb heißt es hier, der habe die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Mit „begehren“ ist hier gemeint: wollen und auch tun, sofern nicht Respekt vor 33

äußeren Einflüssen eine Grenze setzt. Um die Begierde des Bösen geht es auch beim rechten Auge, das zu Ärgernis Anlaß gibt, und um die Begierde des Falschen bei der rechten Hand, die auszureißen bzw. abzuhauen sind. … Die Augen entsprechen dem Glauben, das linke dem Wahren, das rechte dem Guten des Glaubens, oder im entgegengesetzten Sinn dem Falschen und dem Bösen oder eben der Begierde. Die Hand aber ist Symbol für die Macht des Wahren aus dem Guten, entgegengesetzt des Falschen aus dem Bösen. Die rechte Hand die Ärgernis erregt, entspricht also der Begierde nach diesem. (HG 8910)
8. Februar (Und Abraham sprach:) Und ich beschwöre dich bei Jehovah, dem Gott der Himmel und dem Gott der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Töchtern des Kanaaniters, in dessen Mitte ich wohne. (1. Mose 24, 3)

Das Weib, das angetraut werden soll, ist das Wahre, das aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen werden muß; und es soll dem Guten aus der Vernunft des Herrn beigesellt werden. Die von Gott geformte Vernunft soll jedoch mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt. „Mein Sohn“, nämlich Jischak, stellt die göttliche Vernunft des Herrn dar, die Töchter, von denen das Weib nicht genommen werden darf, sind Neigungen, und Kanaan bedeutet das Böse. … Jede Verbindung des Wahren mit dem Guten geschieht durch die Neigung, denn es geht gar kein Wahres in die Vernunft des Menschen ein und wird dort verbunden, außer durch die Neigung, denn in der Neigung ist das Gute der Liebe, das einzig die Fähigkeit besitzt zu verbinden (HG 3024) 34

9. Februar Ein Klagelied ist es, und ein Klagelied sollen anstimmen die Töchter der Völkerschaften, sie sollen es anstimmen; über Ägypten und über alle seine Volksmenge sollen sie solches anstimmen, spricht der Herr Jehovah. (Ez. 32, 16)

Die Töchter besonders der heidnischen Völker stellen Neigungen zum Bösen und Falschen dar, aus denen sich ihre Religionen bildeten. Somit sind sie Symbole dieser Religionen selbst. Gemeint sind die Töchter der Philister, Ägyptens, Edoms, Moabs, Babels, Sodoms und auch die von Tyrus und Sidon. (HG 3024)

10. Februar Und die Männer der Stadt riefen Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, daß wir sie erkennen. Lot aber ging hinaus zu ihnen an den Eingang und schloß die Tür hinter sich zu und sprach: Sehet doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben, laßt sie mich doch zu euch herausbringen, und tut mit ihnen, was gut ist in euren Augen, nur diesen Männern tut nichts; denn dafür sind sie unter den Schatten meines Daches gekommen. (1. Mose 19, 5-8) Das ist das Wort, das Jehovah über ihn (Sanherib, den König von Aschur) geredet hat: Es verachtet dich und verlacht dich die Jungfrau, die Tochter Zions, hinter dir her schüttelt das Haupt die Tochter Jerusalems. (2. Kön. 19, 21)

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Die Töchter bedeuten hier Gefühle. Daß sie keinen Mann erkannt haben, heißt, es habe sie nichts Falsches befleckt, denn der Mann symbolisiert im negativen Sinn vernunftmäßig Falsches. Es gibt zweierlei Gefühle: eins für das Gute und eins für das Wahre. Das erste bildet die himmlische Kirche und wird im Wort Tochter Zions genannt. Das zweite bildet die geistige Kirche und heißt im Wort Tochter Jerusalems. … Aus dem (geistigen) Inhalt dieses Verses geht hervor, wie rein das Wort im inneren Sinn ist, obwohl es im Buchstaben anders erscheinen mag; denn wenn man liest: Sehet doch, ich habe zwei Töchter… schleicht sich etwas Unreines in die Vorstellungen ein, besonders bei denen, die ein böses Leben führen. Wie keusch aber dennoch diese Worte sind, stellt sich bei der Erklärung heraus: Gefühle des Guten und Wahren und deren Genuß bei denen, die das Göttliche und Heilige des Herrn nicht verletzen. (HG 2362)

11. Februar Gleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel erschüttert werden. Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel, und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde und des Menschen Sohn mit Kraft und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. (Mat. 24, 29-31)

Durch die einzelnen Worte werden hier geistige Dinge bezeichnet, Dinge , die die Kirche betreffen und sich auf deren Zustand am Ende des Zeitlaufs beziehen. Die Sonne stellt die 36

Liebe zum Herrn dar, der Mond den Glauben an den Herrn, die Sterne die Erkenntnisse des Wahren und Guten. Unter dem Zeichen des Menschensohnes am Himmel ist die Erscheinung des göttlichen Wahren im Wort unter Gottes Einfluß zu verstehen. Die wehklagenden Stämme der Erde symbolisieren den Mangel an allem Wahren, das zum Glauben, und an allem Guten, das zu der Liebe gehört. Die Ankunft des Menschensohnes endlich ist ein Bild für die Gegenwart des Herrn im Wort und die Offenbarung des geistigen Sinnes im Buchstaben. (WCR 198)
12. Februar Und der Tage des Menschen, nachdem er Seth gezeugt, waren achthundert Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter. (1. Mose 5, 4)

Durch Söhne wird Wahres, durch Töchter Gutes, das sie innerlich erfaßten, dargestellt. Auch die Kirchen werden Töchter genannt, z. B. Tochter Zions, Tochter Jerusalems, Töchter des Volkes, Tochter Tharschisch, Tochter Sidons (alle bei Jesajah) und Töchter auf dem Felde (Ez.) Hier geht es um das Wahre und Gute der Ältesten Kirche. (HG 489, 491)

13. Februar Und der Mensch erkannte sein Weib, Chavah, und sie empfing und gebar Kain und sprach: Ich habe einen Mann erworben, den Jehovah. (1. Mose 4, 1)

Der Mensch und seine Gattin bedeuten die Älteste Kirche. Es war üblich, Namen zu geben und durch Namen Sachen zu bezeichnen und so ein Geschlechtsverzeichnis zu erstellen; 37

denn was der Kirche angehört, verhält sich ähnlich: das eine wird empfangen und geboren vom andern und verhält sich wie bei einer Zeugung. Es ist daher Gebrauch des Wortes, was zur Kirche gehört, Empfängnisse, Geburten, Sprößlinge, Kinder, Söhne, Töchter, Jünglinge usw. zu nennen. Vor allem die prophetischen Schriften sind voll davon. (HG 339)

14. Februar Und Jehovah Gott ließ einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, daß er schlief, und er nahm eine von seinen Rippen und schloß Fleisch zu an deren Stelle. Und Jehovah baute die Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, zu einem Weibe und brachte sie zu dem Menschen. (1. Mose 2, 21. 22)

Es heißt, die Rippe sei zu einem Weibe gebaut worden, nicht aber ein Weib sei geschaffen oder gebildet oder gemacht worden. Bauen heißt, das aufbauen, was gefallen ist. Im Wort bedeutet das, Böses aufrichten oder Falsches erneuern. Die Rippe ist das nicht belebte, das Weib das belebte Eigene, das zum Menschen gebracht wird, was bedeutet, es sei ihm ein Eigenes gegeben worden. Dies, weil sie keine himmlischen Menschen mehr sein, sondern sich selbst führen wollten. (HG 151, 153)
15. Februar Und das Weib sah, daß der Baum gut zu essen und daß er ein Gelüste für die Augen und begehrenswert sei, klug zu machen. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. (1. Mose 3, 6)

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„Gut zu essen“ ist ein Ausdruck für die (sinnliche) Begierde, „reizend für die Augen“ einer für die Fantasie, und „begehrenswert, klug zu machen“ bedeutet die Lust. Diese alle gehören dem Weib an, dem Eigenen. Daß der Mann mitaß, bestätigt, die Vernunft habe zugestimmt. Es geht hier um die vierte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die sich von Eigenliebe verführen ließ und den Offenbarungen nicht glauben wollte, wenn sie nicht durch die Sinne oder den Intellekt begründbar waren. (HG 207, 208)
16. Februar Und Sarai, Abrams Weib, nachdem zehn Jahre zu Ende waren, seit Abram im Lande Kanaan wohnte, nahm die Ägypterin Hagar, ihre Dienstmagd, und gab sie ihrem Mann Abram ihm zum Weibe. (1. Mose 16, 3)

Die ältesten Menschen haben zwischen der Neigung zum Guten und derjenigen zum Wahren eine Ehe angenommen. Sie nannten die Liebe zum Guten den Menschen als Ehemann, die Liebe zum Wahren den Menschen als Eheweib. Sarai bedeutet also die Neigung zum Wahren. Der Wunsch nach dem Kind ist das Verlangen des Verstandes nach seiner Frucht. Das Wahre des Verstandes wird nämlich vom Wahren der Vernunft und dem des Wissens unterschieden wie etwas Inneres vom Mittleren und Äußeren. Das Wahre des Verstandes ist nicht Eigentum des Menschen, sondern gehört dem Herrn. Von da nimmt er Einfluß auf die Vernunft, wo nun das Wahre als dem Menschen gehörend erscheint, und von da auf das Wissen. Der Mensch vermag also durchaus nicht aus seinem Verstand denken wie von sich, sondern nur aus der Vernunft und dem Wissen, weil diese als sein Eigentum erscheinen. 39

Nur der Herr allein dachte aus seinem Intellekt, weil dieser das mit dem Guten verbundene göttliche Wesen war. Darin unterschied er sich von jedem Menschen. Weil also er aus der Liebe zum Wahren des Verstandes dachte, verlangte er auch nach der entsprechenden Vernunft. Dies wird dadurch dargestellt, daß Sarai ihrem Mann die Ägypterin Hagar (Symbol für die Neigung zum Wissen) zum Weib gegeben habe. (HG 1904)

17. Februar Geh aus von der Arche, du und dein Weib, und deine Söhne und deiner Söhne Weiber mit dir. Und Noach ging heraus und seine Söhne und sein Weib und seiner Söhne Weiber mit ihm. (1. Mose 8, 16. 18)

Wenn die Kirche im Wort beschrieben wird, wird sie entweder durch Mann und Weib oder durch Mensch und Weib beschrieben. Geschieht es durch Mann und Weib, so wird durch den Mann der Verstand oder das Wahre und durch das Weib der Wille oder das Gute dargestellt. Lautet es hingegen Mensch und Weib, dann steht der Mensch für das Gute der Liebe oder die Liebe selbst, das Weib aber für das Wahre des Glaubens oder den Glauben an sich, mit anderen Worten, der Mensch für das Wesen der Kirche, das Weib für die Kirche selbst. In den beiden Versen ist die Reihenfolge und damit auch der Sinn verschieden: In Vers 16 gibt es zwei Paare: du (der Mann) und dein Weib – die Söhne und ihre Weiber. Es gibt also eine Parallele: du und die Söhne (das Wahre) auf der einen, dein Weib und die Weiber der Söhne (das Gute) auf der anderen Seite. In Vers 18 hingegen heißen die Paare: (der 40

Mensch) Noach und seine Söhne und: sein Weib und seiner Söhne Weiber, das heißt also: der Mensch der Kirche und die Kirche selbst. (HG 914)

18. Februar Und Jehovah Gott bildete den Menschen, Staub vom Boden, und blies ihm den Odem der Leben in die Nase; und der Mensch ward zur lebendigen Seele. (1. Mose 2, 7) Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er solches gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. (Joh. 20, 21. 22)

Weil der Verstand der Lunge entspricht und damit das Denken dem Atmen der Lunge, wird durch Seele und Geist im göttlichen Wort der Verstand beschrieben, und wenn das Herz die Liebe des Willens ist, dann bedeuten sie die Weisheit des Verstandes. Unter dem Geist Gottes, auch als Heiliger Geist bezeichnet, ist somit die göttliche Weisheit oder Wahrheit zu verstehen, die den Menschen erleuchtet. Daher heißt es bei Johannes, Jesus habe die Jünger angehaucht. Weil die Atmung durch die Nase erfolgt, bedeutet die Nase auch die Wahrnehmung, und man sagt von einem verständigen Menschen, er habe eine gute Nase. (GLW 383)
19. Februar Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Siehe, ich habe mit Namen gerufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Churs, vom Stamm Judah, und

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habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis und allerlei Werk. (2. Mose 31, 1-3) Und Joschua, der Sohn Nuns ward erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt, und die Söhne Israels hörten auf ihn und taten, wie Jehovah Mose geboten hatte. (5. Mose 34, 9)

Damit kann als feststehend gelten, daß „Gott lieben von ganzem Herzen und ganzer Seele“ bedeutet, ihn mit ganzer Liebe und ganzem Verstand lieben. Weil mit Geist der Verstand gemeint ist, heißt es bei Mose, Bezaleel und Joschua seien mit dem Geist der Weisheit erfüllt worden. (GLW 383) Unter dem Geist des Menschen ist genau genommen nichts anderes zu verstehen als sein Gemüt. … Da nun der Geist des Menschen aus dem Verstand denkt und aus dem Willen handelt, der Köper aber nicht aus sich, sondern aus dem Geist, so folgt, daß unter dem Geist des Menschen seine Einsicht und die Neigung seiner Liebe zu verstehen ist, ebenso natürlich, was daraus hervorgeht und wirkt. Aus vielen Stellen im göttlichen Wort geht klar hervor, daß der Geist des Menschen all das darstellt, was zu seinem Gemüt gehört. (WCR 156)

20. Februar Und Abraham nahm wieder ein Weib, und ihr Name war Keturah. (1. Mose, 25, 1)

Abraham und Sarah stellten den Herrn im Hinblick auf sein himmlisch göttliches Wesen dar. Abraham und Keturah tun das im Hinblick auf sein geistig göttliches Wesen. Damit 42

klar wird, was es mit diesen beiden für eine Bewandtnis hat, sei gesagt, daß der Herr jedem Menschen so erscheint, wie dieser beschaffen ist; dem Himmlischen erscheint er als Sonne, dem Geistigen als Mond. Der Himmlische dient der himmlischen Liebe, d. h. er liebt den Herrn, der Geistige widmet sich der geistigen Liebe, d. h. der tätigen Liebe dem Nächsten gegenüber. Der Unterschied zwischen diesen beiden gleicht dem Sonnenlicht und seiner Wärme bei Tag und dem Mondlicht und seiner schwächeren Wärme bei Nacht und ihrem verschiedenen Einfluß auf das Wachstum. Auf diese Tatsache verweist das erste Kapitel der Genesis mit den Worten: „Und Gott machte zwei große Lichter, das große Licht zu herrschen des Tages und das kleine Licht zu herrschen des Nachts“. (HG 3235)

21. Februar

Fortsetzung Der Ehemann stellt das Gute dar, die Gattin das Wahre, weil die Kirche mit einer Ehe verglichen wird und selbst eine Ehe des Guten und Wahren bildet. Der Ehemann symbolisiert das Gute, weil dieses an erster Stelle steht, die Gattin das Wahre, weil dieses an zweiter Stelle kommt. Darum wird der Herr im Wort Bräutigam, Mann, Gemahl genannt, die Kirche aber Braut, Weib, Gattin. Beim Menschen ist das geistig Gute im allgemeinen das Gute des Glaubens, und dieses wiederum nichts anderes als die tätige Liebe zum Nächsten. Damit es aber tätige Liebe ist, muß diese auf dem neuen Willen basieren, den der Mensch vom Herrn erhalten hat. Das dieser Liebe beigesellte geistig Wahre heißt Wahres des Glaubens und ist dadurch gekennzeichnet, daß es zunächst die tätige Liebe als Ziel, danach aber als Ausgangspunkt betrachtet. Damit der Mensch diese Einsicht 43

oder diesen Glauben erwirbt, muß er ihm durch den vom Herrn geschenkten neuen Verstand vermittelt werden, und dieser muß sein Licht vom neuen Willen bekommen. (HG 3236)
22. Februar Treulos geworden ist Jehudah, Greuliches geschah in Israel und in Jerusalem, denn Jehudah hat entweiht die Heiligkeit Jehovahs; denn er liebte und vermählte sich mit der Tochter eines ausländischen Gottes. (Mal. 2, 11)

Die Tochter eines ausländischen Gottes lieben und sich mit ihr verloben, heißt zunächst, sich mit dem Falschen verbinden. Aus der Entsprechung der wahren ehelichen Liebe mit der himmlischen Ehe ergibt sich aber, daß es auch um die geistigen Gesetze der himmlischen Ehe geht, z. B. darum, daß der Mann nur eine Gattin haben sollte. Denn das Gute kann nur mit seinem eigenen Wahren verbunden werden und umgekehrt. Würde es mit einem anderen Wahren verbunden, könnte das Gute gar nicht bestehen, sondern würde zerteilt und zu Grunde gerichtet. (HG 4434)
23. Februar Und es geschah nach diesen Dingen, daß das Weib seines Herrn (Potiphar) ihre Augen aufhob zu Joseph und zu ihm sprach: Liege bei mir. … Und es geschah eines Tages, daß er in das Haus kam, um sein Werk zu tun, und kein Mann von den Männern des Hauses war dort im Haus. Und sie erfaßte ihn an seinem Kleid und sprach: Liege bei mir! Er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand und floh

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und ging hinaus. … Und sie legte sein Kleid neben sich nieder, bis sein Herr in sein Haus kam. … Und Josephs Herr nahm ihn und gab ihn in das Haus des Gefängnisses. (1. Mose 39, 7. 11. 16. 20)

Die Gattin Potiphars steht für das natürliche, nicht geistige Wahre, Joseph für das natürlich geistig Gute. Mit dem Wahren dieses Guten wollte sich das natürliche, nicht geistige Wahre verbinden. Dieses Wahre besteht z.B. in der Meinung, man solle den Armen, den Witwen und den Waisen Gutes tun, darin bestehe die im Wort gebotene tätige Liebe. Geistig wahr ist das aber nicht. Natürlich geistig wahre Menschen bestätigen zwar diese Ansicht, sagen sich jedoch in ihrem Herzen, nicht alle seien arm, die sich arm nennen, denn manche lebten nur schlecht und fürchteten weder Gott noch Menschen und stürzten sich in Freveltaten, wenn nicht die Furcht vor Strafe sie abhielte. Es seien vielmehr geistig Arme gemeint, die wüßten, daß sie nichts Wahres und Gutes aus sich selbst hätten, sondern daß ihnen alles umsonst geschenkt worden sei. Ein letztes Wahres ist für den geistigen Menschen, daß alle göttlichen Wahrheiten aus dem Buchstabensinn begründet werden können. Dieses letzte und allgemeine Wahre wird auch vom natürlichen Menschen anerkannt, aber dieser glaubt, es sei alles wahr, was aus dem Wort begründet werden kann, insbesondere was er begründen möchte. Das alles hält er dann für göttlich wahr. Da nun Kleider Wahres darstellen, ist dieses letzte Wahre das zurückgelassene Kleid. Wenn dieses weggenommen ist, hat der geistige Mensch nichts mehr, um sich gegen die bloß Natürlichen zu verteidigen. Dann geschieht ihm Unrecht, denn bei allem, was der geistige Mensch dann redet, sagen die bloß Natürlichen, sie begriffen es nicht, oder es sei nicht so. Wenn das Innere oder Geistige erwähnt wird, verspotten sie es entweder oder nennen es mystisch. Deshalb ist dann jede Verbindung 45

zwischen ihnen zerrissen, der Mensch leidet Hartes, was auch dadurch dargestellt wird, daß Joseph, nachdem ihn die Frau vor ihrem Gatten mit dem Kleid angeklagt hatte, in das Haus des Gefängnisses geworfen wurde. (HG 5022, 5008)
24. Februar Ein Weib soll nicht Männertracht tragen, und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn ein Greuel ist dem Herrn, deinem Gott, ein jeder, der solches tut. (5. Mose 22, 5)

Einige behaupten, Frauen könnten mit der Schärfe ihres Verstandes ebenso in die Sphäre des Lichts eindringen wie die Männer und die Dinge von derselben Höhe aus durchschauen. Zu dieser Ansicht kamen sie auf Grund der Schriften einiger gelehrter Autorinnen. Doch wurden diese Schriften in ihrer Gegenwart in der geistigen Welt geprüft und nicht als Produkte der Urteilskraft und Weisheit, sondern des Scharfsinns und der Redegabe befunden. … Aber auch Männer können nicht die für Frauen charakteristischen Pflichten übernehmen und sie gebührend erfüllen, weil sie nicht in deren Neigungen eintreten können. (EL 175) (Eins der für Swedenborgs Zeit typischen Urteile. Die „Prüfung“ soll übrigens in der geistigen Welt, nicht aber in einem der Himmel stattgefunden haben. D.H.)

25. Februar Und Noach fing an als Mann des Bodens und pflanzte einen Weinberg. Und er trank von dem Wein und ward trunken und war aufgedeckt mitten in seinem Zelt. (1. Mose 9, 20. 21)

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Aufgedeckt und nackt von der Trunkenheit vom Wein wird derjenige genannt, der an Stelle von Glaubenswahrheiten Verkehrtes besitzt. Die Wahrheiten werden mit den Kleidern verglichen, die das Gute der tätigen Liebe oder die tätige Liebe selbst bedecken, denn die tätige Liebe ist der Leib, die Wahrheiten sind daher die Kleider, oder anders ausgedrückt, die tätige Liebe ist die Seele, Wahrheiten sind wie der Leib, der das Gewand der Seele ist. Im Wort werden die Wahrheiten Kleider und Bedeckung genannt, weshalb in 1. Mose 9, 23. gesagt: Schem und Japhet hätten ein Kleid genommen und damit die Blöße ihres Vaters bedeckt. (HG 1073)

26. Februar Und Jakob gelobte ein Gelübde und sprach: Wenn Gott mit mir sein und mich behüten wird auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und ein Kleid zum Anziehen gibt, und ich in Frieden zum Haus meins Vaters zurückkehre, so soll Jehovah mir zum Gott sein. (1. Mose 28, 20)

Brot essen, heißt die Verbindung mit dem göttlichen Guten, ein Kleid anziehen, diejenige mit dem göttlichen Wahren. Göttlich ist es, weil hier vom Herrn die Rede ist. … Wenn also der Mensch in andächtiger Stimmung an das Brot, z.B. im heiligen Abendmahl oder im Gebet des Herrn denkt, dann nehmen die Engel im Umfeld des Menschen dies zum Anlaß, an das Gute zu denken. Ebenso denken sie an das Wahre, wenn der Mensch in seiner Andacht sich mit dem Kleid befaßt. … Auf diese Weise wird der Mensch, der gesammelt das Wort liest, durch die Entsprechungen mit dem Himmel und durch diesen mit dem Herrn verbunden, obwohl er nur den buchstäblichen Sinn des Wortes bedenkt. … Diejenigen, 47

die ein gutes Leben geführt haben, erkennen und erfassen diese Dinge nach ihrem Hinscheiden; denn jetzt legen sie ihre irdischen Ansichten ab und übernehmen geistige und himmlische Vorstellungen wie die geistigen Engel. (HG 3735)
27. Februar Und zu Sarah sprach er (Abimelech): Siehe, deinem Bruder gebe ich tausend Silberstücke. Siehe, das ist für dich eine Decke der Augen für alle, die mit dir sind, und für alle. (1. Mose, 20, 16)

Die Wahrheiten der Vernunft sind eine Hülle oder Bekleidung für die geistigen Wahrheiten. Die Augen stehen für den Verstand. … Daß aus der Vernunft intellektuelle Wahrheiten und solche der Sinnenwelt herstammen, ergibt sich aus der Ordnung des Einflusses: das Innere fließt in das Äußere, oder das Obere in das Untere, nicht aber umgekehrt. Scheinbar wird der Mensch durch Sinneserfahrungen und Wissen vernünftig; allein das ist eine Täuschung. Das Gute fließt vom Herrn fortwährend in den Bereich der Vernunft ein und nimmt die Gegenstände des Wissens in sich auf. Und soweit, wie es das vollbringen kann, soweit wird der Mensch vernünftig. Ebenso fließt das Gute in die Wahrheiten des Glaubens ein, und soweit wie es diese in sich aufnehmen kann, wird der Mensch geistig. (HG 2577)
28. Februar

Fortsetzung Das Innerste des Menschen gehört seiner Seele an, das Äußere jedoch seinem Leib. Das Innerste ist das Gute und die Wahrheiten, aus denen die Seele ihr Leben hat, sonst wäre die 48

Seele nicht Seele. Das Äußere empfängt sein Leben von da, und es ist wie ein Leib oder eine Hülle oder Bekleidung. Wenn Engel sich zeigen, leuchtet ihr Inneres aus ihrem Angesicht hervor, und ihr Äußeres stellt sich sowohl an ihrem Leib wie an ihrer Kleidung dar, sodaß jeder schon aus ihrem Gewand wissen kann, wie sie geartet sind. … Dasselbe gilt für die Bundeslade und das umgebende Zelt. Die Lade selbst, das Innerste, stellte den Herrn vor, denn sie enthielt das Zeugnis, das Zelt hingegen stand für das Reich des Herrn. Die Umhüllungen oder Vorhänge und Decken symbolisierten die äußeren himmlischen und geistigen Dinge in seinem Reich, nämlich in den drei Himmeln. (HG 2576)

29. Februar Und ich werde diesem Volk Gnade in den Augen der Ägypter geben, und es wird geschehen, daß wenn ihr geht, ihr nicht leer geht. Und ein jegliches Weib soll sich von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin Gefäße von Silber und Gefäße von Gold und Gewänder erbitten und ihr sollet sie auf eure Söhne und auf eure Töchter legen und den Ägyptern entreißen. (2. Mose 3, 21. 22)

Gefäße bedeuten Dinge des Wissens, weil sie unzählige Wahrheiten (Silber) und vielerlei Gutes (Gold) enthalten können. Mit dem Wissen verhält es sich beim Menschen wie mit seinen Reichtümern und seinen Gütern. Diese sind verderblich in der Hand der Bösen, weil sie von ihnen zu bösen Zwecken verwendet werden. Nützlich sind sie nur bei den Guten, weil diese sie für gute Zwecke einsetzen. Kommen also Reichtümer und Güter aus dem Besitz Böser in die Hand Guter, so werden sie selbst gut. So waren den Ägyptern ver49

schiedene der Entsprechungen aus der Alten Kirche verblieben. Sie verwendeten diese aber als Zauber und machten bösen Gebrauch davon, weshalb es kein wahres, sondern nur noch falsches Wissen darstellte. Dasselbe gilt für Gebräuche und Altäre im Land Kanaan. Die Beraubung der Heiden dort hatte zum Ziel, alle diese Dinge wieder zu heiligem Zweck verwenden zu können. (HG 6917)

1. März Und Ruben kehrte nach der Grube zurück, und siehe: kein Joseph war in der Grube; und er zerriß seine Kleider. (1. Mose 37, 29)

Im Wort, hauptsächlich im historischen, liest man oft, sie hätten die Kleider zerrissen, aber heutzutage weiß man nicht mehr, daß das ein Symbol des Schmerzes wegen der verlorenen Wahrheiten war, denn die Kleider bedeuten ja Wahrheiten. Auch Jakob soll seine Kleider zerrissen haben, als er den Rock seines Sohnes erkannte, was ebenfalls die Trauer über das zu Grunde gegangene Wahre bedeutet. Ebenfalls zerriß der Hohepriester sein Kleid und sagte: „Er hat Gott gelästert“, denn er glaubte, der Herr habe sich gegen das Wort und das göttliche Wahre vergangen. … Weil das Kleid das Wahre der Kirche und im höchsten Sinn das göttliche Wahre bedeutet, war es eine Schande, in zerrissenen Kleidern aufzutreten, es sei denn in Trauer. (HG 4763)

2. März Er aber, Johannes, hatte eine Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine

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Lenden; seine Nahrung aber war Heuschrecken und wilder Honig. (Mat. 3, 4)

Johannes trug diese Kleidung, weil er das Wort darstellte. Das Kamelhaar, der lederne Gürtel und das Essen von Heuschrecken und wildem Honig symbolisieren den letzten Sinn der Wortes, der natürlich und sinnlich ist, weil er für den natürlichen und auf seine Sinne beschränkten Menschen bestimmt ist. Die Kleidung ist das Wahre, das das Gute umhüllt. Kamelhaar ist das Äußerste des natürlichen Menschen, die Sinne. Die Heuschrecken sind das Sinnliche in Bezug auf das Wahre, der Honig in Bezug auf das Gute. In den alten Zeiten, als die Kirchen symbolischen Charakter besaßen, waren alle Amtsträger gemäß ihren bildlichen Aufgaben gekleidet, und sie mußten auch die entsprechende Nahrung zu sich nehmen. (OE 543)

3. März Wenn du von deinem Genossen das Gewand zum Pfande nimmst, sollst du es ihm, wenn die Sonne untergeht, zurückgeben. (2. Mose 22, 25)

Das Pfand ist eine Versicherung für das Gute, das geliehen wird. Geht es um geistige Dinge, besteht die Mitteilung des Guten aus Unterricht in den Wahrheiten; die Versicherung besteht dann im sinnlich Wahren, denn das Kleid ist das Äußerste des Natürlichen, also die Sinneswahrnehmung. Diese ist aber voll von Täuschungen, die das Wahre auszulöschen vermögen. Der innere Sinn des Textes beschreibt deshalb die Zerstörung von Wahrheiten durch Sinnestäuschungen. Da ein Kleid immer etwas anderes von außen bedeckt, wird der Ausdruck für alles verwendet, was weiter außen ist, also auch 51

für den natürlichen Menschen im Vergleich zum geistigen, für das Wahre des Wissens im Vergleich zu dem des Glaubens, und für die Sinnesempfindungen im Vergleich zu den Wahrheiten des Wissens. (HG 9212)

4. März Und als sie sich Jerusalem nahten und nach Bethphage an den Oelberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger aus … sie führten die Eselin und das Füllen herbei und legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Die meisten des Volkes aber streuten ihre Kleider auf den Weg; andere aber schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. (Mat. 21, 1. 7. 8)

Daß die Jünger auf die Eselin und ihr Füllen ihr Kleider legten, bedeutete, daß der gesamte Komplex der Wahrheiten dem Herrn als dem höchsten Richter untergeordnet seien, denn die Jünger stehen für die Kirche des Herrn im Hinblick auf das Wahre und Gute. Das Gleiche gilt für die Tatsache, daß der Volkshaufe seine Kleider auf den Weg breitete, denn auch der Weg bedeutet Wahres, durch das der Mensch der Kirche geführt wird. Der ganze Vorgang war auch beim Aufzug von Richtern oder Königen üblich, denn das Gerichtswesen entspricht im Himmel dem göttlich Wahren aus dem Guten, das Königtum aber dem göttlich Wahren. (HG 9212)
5. März Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand setzt ein Flickstück von einem neuen

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Kleid auf ein altes Kleid; sonst zerreißt er das neue, und mit dem alten stimmt das Flickstück vom neuen nicht zusammen. (Luk. 5, 36)

Der Herr bediente sich dieses Gleichnisses, um das Wahre der neuen Kirche und das Wahre der alten Kirche zu beschreiben, denn das Kleid bedeutet das Wahre; das eine an das andere annähen und anflicken heißt, beides zerstören; denn das Wahre der neuen Kirche ist das innere Wahre, somit das Wahre für den inneren Menschen, dasjenige der alten Kirche aber ist das äußere Wahre, also für den äußeren Menschen. Dieses war das Wahre der jüdischen Kirche, denn diese stellte durch äußere Dinge die inneren dar. Daß diese zu den äußeren nicht unmittelbar passen, ist in den Worten des Herrn enthalten. (HG 9212)

6. März Nachdem der König eingetreten war, um anzusehen, die zu Tische saßen, sah er einen Menschen, der nicht mit einem hochzeitlichen Kleid angetan war, und sagte zu ihm: „Geselle, wie bist du hier hereingekommen und hast keine hochzeitliche Kleidung an?“ … Darum wurde er in die äußerste Finsternis hinaus gestoßen. (Mat. 22, 11-13)

Wer sich nicht an das göttliche Wahre hält, von dem heißt es, er sei nicht mit einem hochzeitlichen Kleid angetan. Das Haus, in dem die Hochzeit stattfand, ist sowohl der Himmel als auch die Kirche, die aus der Verbindung des Herrn mit den Menschen durch sein göttlich Wahres entsteht. Deshalb heißt der Herr im Wort Bräutigam und Mann, der Himmel mit der Kirche Braut und Weib. (HH 180) 53

Das Hochzeitskleid bedeutet die Einsicht des geistigen Menschen, die aus den Erkenntnissen des Wahren und Guten stammt. Der aber, der nicht mit dem hochzeitlichen Kleid angetan war, stellt einen Heuchler dar, der durch ein sittliches Leben ein geistiges vorspiegelt, während es doch nur ein natürliches ist. (OE 195)

7. März Und Jehovah redete zu Mose: Geh, zieh hinauf … in ein Land, da Milch und Honig fließt; denn ich werde nicht in deiner Mitte hinaufziehen, dieweil du ein hartnäckiges Volk bist. Ich möchte dich sonst verzehren auf dem Weg. Und das Volk hörte das böse Wort, und sie trauerten, und keiner legte seinen Schmuck an. (2. Mose 1. 3. 4)

Schmuck ist ein Symbol für das göttliche Wesen im Äußeren, denn er gehört zu den Kleidern, die im allgemeinen göttliche Wahrheiten darstellen. Im andern Leben erscheinen sowohl Engel wie Geister mit Kleidern angetan, die ihren Wahrheiten entsprechen. Diejenigen, die sich an die echten göttlichen Wahrheiten halten, erscheinen in weiß glänzenden Kleidern, andere in anderen. Die Geister wissen zwar nicht, woher ihnen die Kleider kommen, aber sie werden damit ausgestattet, ohne daß sie es wissen. Und diese Kleider wechseln gemäß den Veränderungen ihres Zustandes im Hinblick auf die Wahrheiten. Man kann sagen, die Bildung ihres Verstandes drückt sich in der Kleidung aus, denn der Verstand wird durch Wahrheiten gebildet. Bei den Engeln des Himmels kommen diese aus ihrem Inneren, daher die weiß glänzenden Kleider. Der Glanz stammt vom göttlichen Guten, die weiße Farbe vom Himmelslicht, dem göttlichen Wahren. Die Kleider derjenigen, 54

denen das Innere fehlt, sind trübschwarz und zerrissen, wie bei den Bettlern auf den Gassen und bei den Räubern in den Wäldern. (HG 10537)

8. März Und die Wasser gingen und verringerten sich bis zum zehnten Monat. Am ersten des zehnten Monats wurden die Spitzen der Berge gesehen. (1. Mose 8, 5)

Die Berge bedeuteten bei den Uralten den Herrn, weil sie seinen Dienst auf den Bergen versahen, und zwar, weil die Berge die hervorragendsten Stellen der Erde waren. Daher stellten die Berge Himmlisches dar, das sie auch das Höchste nannten, also die Liebe und die tätige Liebe, oder Gutes der Liebe und tätigen Liebe, eben das Himmlische. Die Häupter der Berge tauchen dann auf, wenn der Mensch wiedergeboren wird und mit einem Gewissen begabt wird und durch dieses mit tätiger Liebe. Wer glaubt, er sehe die Spitzen der Berge oder die Wahrheiten des Glaubens anderswoher als aus dem Guten der Liebe und der tätigen Liebe, der befindet sich in einem großen Irrtum. So können es nämlich die Juden und die profanen Heiden auch sehen. (HG 795, 859)

9. März Und der Talgrund Siddim hat Gruben an Gruben mit Erdharz, und die Könige von Sodom und von Gomorrah flohen und fielen daselbst, und die Übrigen flohen aufs Gebirge. (1. Mose 14, 10)

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Mich umgaben Wasser bis an die Seele, der Abgrund umfing mich, Meergras hängte sich an mein Haupt; ich sank hinunter zu der Berge Gründe; der Erde Riegel waren über mir in Ewigkeit, du aber zogst mein Leben aus der Grube heraus, Jehovah, mein Gott! (Jonas 2, 6.7)

Alles Böse und Falsche entsteht aus der Selbstliebe und Weltliebe, es gibt keinen anderen Ursprung dafür. Denn die Liebe zu sich und die zur Welt sind der himmlischen und geistigen Liebe entgegengesetzt, und weil sie Gegensätze sind, trachten sie, die himmlischen und geistigen Dinge des Reiches Gottes fortwährend zu zerstören. Aus der Selbst- und Weltliebe entstehen alle Arten des Hasses, aus dem Haß alle Rachehandlungen und Grausamkeiten, daraus wieder alle Heimtücken, kurz, alle Höllen. Diese Selbst- und Weltliebe wird nun aber im Wort durch Berge dargestellt. Durch Jonas werden die Versuchungskämpfe des Herrn beschrieben. … Daß der Herr vom Teufel auf einen hohen Berg geführt wurde, stellt die alleräußersten Versuchungskämpfe gegen die Triebe der Selbst- und Weltliebe, also gegen die Höllen dar. (HG 1691)

10. März

Fortsetzung Versuchungskämpfe sind die Mittel, durch die das Böse und Falsche aufgelöst und beseitigt wird, die einen Schauder davor hervorrufen und ein Gewissen schaffen oder stärken, wodurch der Mensch wiedergeboren wird. … Wer solche Kämpfe nicht in seinem Leben in der Welt besteht, muß sie in der anderen Welt nachholen, vorausgesetzt, er ist fähig, wiedergeboren zu werden. 56

Allein der Herr hat diese Kämpfe aus eigener Macht bestanden. Er war von Höllen eingeschlossen und überwand diese fortwährend. Der Herr ist es auch, der im Menschen den Kampf austrägt und für Überwindung sorgt. Der Mensch kann aus eigener Macht gar nichts ausrichten gegen die bösen oder höllischen Geister, denn diese hängen mit den Höllen so zusammen, daß, wenn die erste überwunden ist, die zweite auf ihn hereinstürzen würde, und so in Ewigkeit fort. Sie sind gleich dem Meer, das auf die einzelnen Teile des Dammes drückt: würde dieser durchbrochen, und sei es nur durch eine Ritze oder einen winzigen Kanal, dann würde das Meer pausenlos hindurchströmen und alles überschwemmen. So wäre es, wenn nicht der Herr allein die Versuchungskämpfe im Menschen aushielte. (HG 1692)

11. März Und es kam Jethro, Moses Schwäher, und seine Söhne und sein Weib zu Mose in die Wüste, wo er lagerte am Berge Gottes. (2. Mose 18, 5)

„Gelagert am Berg Gottes“ beschreibt die Anordnung des Guten und Wahren der Kirche neben dem Guten des Wahren: In seinem ersten Zustand, wenn der Mensch aus dem Wahren, aber noch nicht aus dem Guten handelt, d. h. aus dem Glauben, aber noch nicht aus der tätigen Liebe, dann hat er noch Versuchungen zu erleiden. Durch diese wird er allmählich in einen anderen Zustand versetzt, in dem er aus dem Guten, d. h. aus der tätigen Liebe und ihrer Neigung handelt. Wenn er sich diesem Zustand nähert, heißt es von ihm, er lagere sich am Berge Gottes. (HG 8658) 57

12. März Und von Rephidim brachen sie auf und kamen in die Wüste Sinai und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte sich dem Berge gegenüber. (2. Mose 19, 2)

Der Berg Sinai bedeutet im höchsten Sinn das göttliche Wahre aus dem göttlichen Guten, der Berg das Gute und Sinai das Wahre, im inneren Sinn das Wahre des Glaubens aus dem Guten. Diese Bedeutung stammt daher, weil von dem Berg herab das Gesetz des Herrn verkündigt wurde. Das Gesetz ist aber das göttliche Wahre aus dem göttlichen Guten und auch das Wahre des Glaubens aus dem Guten. Daher mußten die Söhne Israels in der Wüste an jenem Berg lagern, denn von ihm herab wurden ja nicht nur die Zehn Gebote verkündigt, sondern auch alle Satzungen der Kirche, die das geistige und himmlische Wahre und Gute des Reiches des Herrn symbolisierten. (HG 8753)

13. März Und Mose stieg vom Berg herab zum Volk. (2. Mose 19,14)

Wenn Mose, das unter dem göttlichen Einfluß erkennbare Wahre, herabsteigt, stellt er die Hinwendung zu und die Vorbereitung auf dieses Wahre dar. Der Berg Sinai bedeutet auch den Himmel, aus dem die Wahrheiten vom Herrn herabfließen. Daß Jehovah zu diesem Berg hinab stieg, bedeutet seine Gegenwart im Himmel und zugleich die Vereinigung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren, wodurch der Himmel erst Himmel wird. 58

Das Volk ist die geistige Kirche im Hinblick auf das Gute, dem die Wahrheiten des Glaubens eingepflanzt werden müssen. Angehörige der geistigen Kirche kennen zwei aufeinander folgende Zustände: der frühere, wenn sie durch die Wahrheiten zum Guten geführt werden, der spätere, wenn sie das Gute angenommen haben und daraus die Wahrheiten erfassen. Mose stellt demnach eine vermittelnde Funktion dar: er zeigt unter dem göttlichen Einfluß das Wahre unterhalb des Himmels auf, das aber mit dem göttlichen Wahren im Himmel verbunden bleibt und dem Guten der geistigen Kirche eingepflanzt werden muß. (HG 8805)

14. März Und der ganze Berg Sinai rauchte. (2. Mose 19, 18)

Der Rauch ist das Dunkel des Glaubens derer, die der geistigen Kirche angehören im Vergleich zu den Angehörigen der himmlischen Kirche. Hier geht es um das Dunkel, in dem sich das israelitische Volk befand, als es das Zeichen sah. Denn Jehovah erscheint jedem entsprechend dessen Beschaffenheit, also als Licht des Wahren für die Guten, als ein Feind und Rächer für die Bösen. … Das läßt sich mit dem Licht vergleichen, dessen Strahlen häßliche Farben annehmen, wenn sie auf häßliche Gegenstände treffen, schöne Farben hingegen, wenn sie schöne Gegenstände beleuchten. Der Rauch sagt auch, das eigentliche Gute des Wahren sei nur in seiner äußeren Form wahrnehmbar. Seine innere Form, nämlich Licht und Flamme, wie sie im Himmel erscheinen, kann im wolkigen oder rauchigen Licht der Welt nicht wahrgenommen werden. (HG 8819, 8916) 59

15. März Ihr habt gesehen, daß ich aus dem Himmel mit euch geredet habe. (2. Mose 20, 19)

Hier wird der Berg Sinai als Himmel bezeichnet, aus dem das göttliche Wahre kommt. Das rührt daher, daß der Himmel da ist, wo göttlicher Einfluß wirkt. Der Himmel ist also nicht an einem bestimmten oder begrenzten Ort, sondern in jedem, der tätige Liebe übt und einen Glauben besitzt. Denn diese beiden gehen vom göttlichen Wesen aus, und in ihnen wohnen Engel. (HG 8931)
16. März Und es geschah, da sie auszogen vom Aufgang, fanden sie ein Tal im Lande Schinear und wohnten daselbst. (1. Mose 11, 2)

Da die Berge im Wort Liebe und tätige Liebe als oberstes Ziel oder auch das Zentrum des Gottesdienstes bedeuten, muß es sich beim dazwischen liegenden Tal um etwas Äußerliches handeln. Schinear ist tatsächlich der äußere Gottesdienst, der Unheiliges enthält. Schon daß sie wegzogen vom Aufgang, zeigt ja, daß sie begannen, sich von der tätigen Liebe zu entfernen. Und je weiter dies fortschreitet, desto stärker nähert sich der Gottesdienst dem Unreinen und Unheiligen. Daß sie dort wohnten, will noch sagen, ihr Lebenswandel habe sich entsprechend entwickelt. (HG 1292, 1293)

17. März Und er (Israel) sprach zu ihm (Joseph): Geh doch und sieh, wie es deinen Brüdern geht und wie es

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mit dem Kleinvieh geht und bring mir das Wort zurück. Und er sandte ihn aus dem Talgrund Chebron, und er kam nach Schechem. (1. Mose 37, 14)

Gesendet werden, steht für ausgehen und lehren. Der Text sagt also, er sollte lehren, was die unteren Dimensionen der Kirche sind, denn die höheren hätten sie nicht begriffen. Wer Glauben lehrt ohne die tätige Liebe, der kann das eigentliche Wesen und die Kernpunkte der Kirche nicht erkennen, weil ihm die Anleitung und Eingebung fehlt, die ihm sagt, ob etwas wahr und Sache des Glaubens ist. Diese unteren Bereiche stammen aus dem natürlich und sinnlich Göttlichen des Herrn. Das heißt nun aber nicht, es sei im Herrn so etwas vorhanden, denn im Herrn ist alles unendlich. Aber sinnlich orientierte Menschen begreifen nur auf ihre eigene sinnliche Weise, was im und aus dem Herrn ist, und die natürlichen auf ihre natürliche Weise. Die Formulierung ist also dem Charakter des Aufnehmenden angepaßt. (HG 4715)

18. März Und Mose flehte vor dem Angesicht Jehovahs, seines Gottes, und sprach: … Warum sollen die Ägypter sprechen und sagen: zum Übel hat er sie herzu gebracht, um sie auf den Bergen zu erwürgen und vom Boden sie wegzutilgen? (2. Mose 32, 11.12)

Durch die Berge werden die charakterisiert, die himmlischer, durch Hügel solche, die geistiger Liebe teilhaftig sind. Die auf den Felsen verfügen über einen Glauben, die in den Tälern sind noch nicht zum Guten des Glaubens und der Liebe vorgedrungen. Im abstrakten Sinn stellen somit Berge das 61

Gute der himmlischen Liebe und den innersten Himmel dar, Hügel das Gute der geistigen Liebe und den dazu gehörenden Himmel, Felsen das Gute des Glaubens und den untersten Himmel. Die Täler sind die, denen dieses Gute noch fehlt, sodaß sie noch nicht zum Himmel erhoben worden sind. (HG 10438)
19. März Und es kamen herzu zu ihm die Pharisäer, versuchten ihn und sagten zu ihm: Ist es dem Menschen erlaubt, aus jeglicher Ursache sich von seinem Weib zu scheiden? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: habt ihr nicht gelesen, daß er, der sie von Anfang gemacht hat, sie als Mann und Weib gemacht hat? Und er sprach: Darum soll der Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weib anhangen. Und die zwei werden ein Fleisch sein, so daß sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch sind. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen. … Sprechen zu ihm seine Jünger: Ist die Sache des Menschen mit seinem Weib so, dann ist es nicht zuträglich, zu freien. (Mat. 18, 3-6. 10)

Die Dauer einmal geschlossener Ehen bis ans Ende des Lebens in der Welt beruht auf dem göttlichen Gesetz und wird darum auch von der Vernunft und vom bürgerlichen Gesetz gefordert. Es ist insofern eine Forderung des göttlichen Gesetzes, als sie es nicht erlaubt, seine Frau zu entlassen und eine andere zu nehmen, es sei denn wegen Hurerei. Eine Forderung des Vernunftgesetzes ist es, weil dieses auf dem geistigen aufbaut. Das göttliche und das vernünftige Gesetz sind nämlich im Grunde ein einziges. Durch dieses aus jenem kann 62

man erkennen, zu wie vielen Mißständen und Zerrüttungen es kommen müßte, wenn die Ehen aufgelöst oder die Frauen nach Belieben der Männer entlassen werden dürften. (EL 276) (Wieder nur die Männer. Die Mißstände und Zerrüttungen sind allerdings Tatsache, vor allem, wenn man das Ergehen der Kinder in Betracht zieht. D.H.)
20. März Und Jehovah sprach: … Und es wird geschehen, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, so will ich dich in die Kluft des Felsens stellen und meine Hand über dich decken, bis ich vorübergezogen bin. (2. Mose 33, 21. 22) Da kam die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie spricht zu ihm: Sag, daß diese meine zwei Söhne sitzen in deinem Reich, der eine zu deiner Rechten, der andere zu deiner Linken. (Mat. 20, 20. 21)

Der Fels stellt meist den Glauben dar, die Felsenkluft hingegen das Dunkle und Falsche des Glaubens, wie er diejenigen erfüllt, die das Wort nach dem Buchstaben an Stelle des inneren Sinnes auffassen. Wer so glaubt, empfängt kein Licht, denn dieses fließt durch das Innere ins Äußere ein. Sie haben vom Wahren eine materielle und irdische Vorstellung, voll von Täuschungen. Jakobus und Johannes besaßen eine solche, weshalb sie vom Herrn erbaten, zu seiner Rechten und Linken sitzen zu dürfen. Sie wurden belehrt: Wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein. (V. 26) (HG 10582) 63

21. März Wer nun eins dieser kleinsten Gebote löst und lehrt die Menschen also, wird der Kleinste heißen im Reich der Himmel; wer aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Es sei denn, daß eure Gerechtigkeit weit übertreffe die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen. (Mat. 5, 19. 20) Und er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause war, fragte er sie: Worüber besprachet ihr euch mit einander auf dem Weg? Sie aber schwiegen stille; denn sie hatten auf dem Weg unter sich besprochen, welcher der größte sei. (Mark. 9, 33. 34)

Wer nur die Lehren kennt, sie aber nicht ins Leben übersetzt, weiß nur, daß das Himmelreich den Reichen dieser Welt darin gleiche, daß er dort groß sei, indem er anderen gebieten dürfe. Die Freude daran ist die einzige Freude, die er kennt und die er jeder anderen vorzieht. Auch die Jünger hatten anfangs keine andere Vorstellung … denn sie wußten nicht, daß himmlische Lust nicht die Lust an Größe und Vorrang ist, sondern die Freude an Erniedrigung und an der Neigung, anderen zu dienen, also nicht der Größte, sondern der Kleinste sein zu wollen. (HG 3417)
22. März Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Tore der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das soll in den

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Himmeln gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das soll in den Himmeln gelöst sein. (Mat. 16, 18. 19)

Hier ist mit dem Felsen der Herr selbst im Hinblick auf den Glauben gemeint und auch der Glaube, der vom Herrn geschenkt wird und den Petrus bildlich verkörpert. Es muß jedoch klar festgehalten sein, daß die Macht, zu binden und zu lösen und den Himmel oder die Hölle zu öffnen, allein dem Herrn gehört. Sie steckt aber auch im Glauben, der ja vom Herrn stammt und in dem der Herr anwesend ist. Auf diesen Glauben, also auf den Herrn selbst, nicht aber auf den einzelnen Menschen Petrus ist die Kirche des Herrn gebaut worden. (HG 8581)
23. März Und die Gemeinde hatte kein Wasser; und sie versammelten sich wider Mose und Aharon. … Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeinde … und rede zu dem Felsen, daß er sein Wasser gebe. … Und Mose hob seine Hand empor und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stab. Und viele Wasser kamen heraus, und die Gemeinde trank und ihr Vieh. (4. Mose 20, 3. 7. 8. 11)

Mit dem Schlagen des Felsens ist eine inständige Bitte aus demütigem Herzen gemeint. Mose jedoch schlug den Felsen mit einer harten Forderung und begehrte heftig nach dem Wasser und fragte, ob er wohl aus diesem Felsen Wasser für das Volk hervorbringen könne. Darauf verwehrte ihm Jehovah den Einzug ins Land Kanaan. (HG 8582) 65

Der Fels stellt den Herrn dar, denn er bedeutet im Wort, das vom Herrn ausgehende göttliche Wahre. Daher sollten Moses und Aharon zu ihm reden und auf diese Weise Jehovah in den Augen der Söhne Israels heiligen. Auch wird durch das heraus fließende Wasser das göttliche Wahre und durch das Tränken des Volkes geistiges Nähren dargestellt, was durch Belehrung und Unterricht zu erfolgen hatte. (OE 411)

24. März Und es träumte ihm, und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze berührte den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen auf und stiegen nieder. (1. Mose 28, 12)

In der Grundsprache stammt das Wort Leiter von einem Wort ab, das Pfad oder Weg bedeutet. Dieser hängt mit dem Wahren zusammen. Wenn bei den Engeln von Wahrem die Rede ist, wird das symbolisch durch Wege dargestellt. Die Leiter, die von der Erde zum Himmel führt, steht demnach für die Gemeinschaft des Wahren auf der untersten mit dem auf der obersten Stufe. Es gibt also ein unterstes und ein oberstes Wahres und Gutes und zwischen ihnen Stufen wie die einer Leiter. Die aufsteigenden und absteigenden Engel beschreiben eine Ordnung, die zunächst vom Untersten nach oben, und nach der Umkehrung vom Obersten nach unten führt. Sie ist ein Bild für die Wiedergeburt. Der Mensch ist in die Natur seiner Eltern und Großeltern, wie auch der Ureltern von Jahrhunderten her hineingeboren, d.h. in das Erbböse von diesen allen, das sich nach und nach soweit angehäuft hat, daß er nur noch böse ist. Als Folge davon ist er sowohl im Willen wie im Verstand ganz verdorben, d.h.

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er will von sich aus nichts Gutes mehr und versteht daher auch die Wahrheiten nicht. Er nennt gut, was er für sich begehrt und wahr, was ihm dient. Wer ihn in dieser Einstellung stört, den haßt er und wünscht ihm Verderben, und diese Empfindungen bereiten ihm Vergnügen. Diese Natur muß ausgerottet werden, und zwar noch während der Mensch auf der Erde lebt. (HG 3701)
25. März

Fortsetzung Dieser Vorgang spielt sich so ab, daß der Mensch einen anderen Willen und einen anderen Verstand erhält, d.h. daß er ganz erneuert wird. Damit das geschehen kann, muß er zuerst neu geboren werden wie ein Kind und lernen, was böse und falsch und was gut und wahr ist, denn ohne diese Kenntnisse und Erkenntnis kann er mit keinem Guten ausgestattet werden. Es werden ihm nun Erkenntnisse eingeflößt, die seinen früheren nicht völlig widersprechen. Als Beispiele: jede Liebe fängt bei sich selbst an, man muß zu allererst für sich selbst sorgen. Man muß arme und elende Wesen auf jeden Fall unterstützen, egal, wie sie innerlich geartet sind. Und man muß Feinden wohltun, wer sie auch immer sein mögen, denn dadurch verdient man sich den Himmel. Das alles gehört zu dem untersten Guten und Wahren, womit die Wiedergeburt beginnt. Weil die Betreffenden dabei Wahrheiten anerkennen, die dem göttlichen Einfluß näher stehen, kann in ihnen Falsches ausgerottet werden, das sie vordem für wahr gehalten hatten. Sie lernen dabei, daß die Wiedergeburt nicht nur vom Wissen abhängt, sondern Lebenssache ist, und sie beginnen, die Wahrheiten umzusetzen. (HG 3701)

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26. März

Fortsetzung Diesem Anfangszustand, den man als Kindheit bezeichnen kann, muß ein Zustand der Jugend und des Erwachsenseins folgen. Man nimmt nicht mehr um der äußeren Erscheinung willen Rücksicht auf einen Menschen, sondern betrachtet ihn entsprechend seinem Guten, zunächst im bürgerlichen, dann im sittlichen und zuletzt im geistigen Leben, und es ist dieses Gute, das der Mensch zu lieben beginnt, und um seinetwillen dann auch die Person. Und als letztes ist er bestrebt, den Guten entsprechend der Beschaffenheit dieses Guten wohlzutun, und er empfindet eine Freude dabei. Er wird sich dessen bewußt und bildet daraus seinen neuen Verstand. Im gleichen Grad, in dem er Lust am Guten empfindet, widert ihn das Böse seines vorigen Lebens an, und er ärgert sich an dessen Falschheiten. Die Wahrheiten der neuen Kindheit (die den Menschen aus seinen angeborenen Irrtümern herausführen) entsprechen den Engeln, die wie auf einer Leiter von der Erde zum Himmel emporsteigen, die Wahrheiten aber seines Erwachsenenalters (die Wahrheiten eines echt geistigen Lebens) denen, die vom Himmel herabsteigen. (HG 3701)

27. März Und des Morgens früh mögt ihr aufstehen und eures Weges gehen. (1. Mose 19, 2) Spricht zu ihm Jesus: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh. 14, 6) Laß mich erkennen, Jehovah, deine Wege, lehr mich deine Pfade! Laß mich eintreten in deine Wahrheit! (Ps. 25 4, 5)

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Wenn bei den Engeln im Wort etwas von einem Weg gelesen wird, machen sie sich nicht die (materielle) Vorstellung von einem irdischen Weg, sondern ein geistige oder himmlische. Sie verbinden den Begriff sogleich mit dem Wahren, und zwar sowohl in den historischen wie in den prophetischen Büchern des Wortes. Die Engel kümmern sich kaum noch um Geschichtliches, weil es ihren Vorstellungen ganz und gar nicht angemessen ist. Sie setzen an seine Stelle Gedanken, die dem Herrn und seinem Reich gewidmet sind und die auch dem inneren Sinn entsprechen. (HG 2333)
28. März Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen sät, auf den Angesichten der ganzen Erde, und jeglichen Baum, an dem Frucht ist; der Baum, der die Samen sät, sei euch zur Speise. (1. Mose 1, 29)

„Kraut, das Samen sät“, ist alles Wahre, das auf Nutzen abzielt. „Der Baum, an dem Frucht ist“, stellt dar, was der Herr dem himmlischen Menschen gibt, der Same dagegen, aus dem eine Frucht hervorgeht, was er dem geistigen Menschen gibt. Daher heißt es, der Baum, der Samen sät, sei euch zur Speise. Die Frucht vom Baum ist die himmlische Speise. Die geistige Speise wird Kraut genannt, wie es im auf den Text folgenden Vers (30) heißt: „… gebe ich alles grüne Kraut zur Speise“. (HG 57)
29. März Und Jehovah Gott gebot über ihn dem Menschen und sprach: Von jeglichem Baum im Garten darfst du essen. (1. Mose 2, 16)

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Essen von jeglichem Baum heißt, aus dem innerlichen Begreifen erkennen und wissen, was gut und wahr ist, denn dieses Begreifen ist der Baum. Die Menschen der ältesten Kirche besaßen die Erkenntnisse des wahren Glaubens durch Offenbarungen, denn sie redeten mit dem Herrn und mit den Engeln, sowie sie auch belehrt wurden durch Gesichte und Träume, deren sie ganz wonnevolle und paradiesische hatten. Wenn sie etwas aus ihrem Gedächtnis hervorholten, wußten sie sogleich, ob es wahr und gut sei, sodaß, wenn ihnen Falsches unterkam, sie nicht nur Widerwillen, sondern auch Schauder davor empfanden. (HG 125)

30. März Und Abraham zog hin im Land bis an den Ort Sichem, zum Eichenhain Morch, und der Kanaaniter war damals in dem Land. (1. Mose 12, 6)

Im Menschen gibt es Bereiche des Verstandes, der Vernunft und der Kenntnisse. Das Innerste ist der Verstand, weiter außen die Vernunft, das Äußerste sind die Kenntnisse. Zusammengenommen und in dieser Ordnung heißen sie das Geistige. Der Verstand wird mit einem Garten von verschiedenen Bäumen verglichen, die Vernunft mit einem Wald von Zedern und ähnlichen Bäumen wie auf dem Libanon, seine Kenntnisse aber mit den Eichenwäldern, und dies wegen ihrer in einander verschlungenen Äste. Die Bäume an sich entsprechen den Wahrnehmungen des Gefühls: die Bäume des Gartens Eden den innersten, die Bäume des Libanon den mittleren, die Eichen den äußerlichen. 70

Der Eichenwald Morch bedeutet daher das erste Begreifen des Herrn, der da noch ein Knabe war, dessen Geistiges noch nicht in die innerste Tiefe reichte. (HG 1443)

31. März Und Abraham pflanzte in Beerscheba einen Hain und rief dort den Namen Jehovahs, des ewigen Gottes an. (1. Mose 21, 33)

In der Alten Kirche wurde der heilige Dienst auf Bergen und in Hainen verrichtet. Auf Bergen, weil die Berge Symbole für das Himmlische, in Hainen, weil die das Geistige des Gottesdienstes bedeuteten. Solange die Einfalt dieser Kirche anhielt, waren ihr diese Gottesdienste heilig, weil Himmlisches, das der Liebe und tätigen Liebe angehört, durch die Höhe und Erhabenheit von Bergen und Hügeln abgebildet wurde, Geistiges aber durch Früchte und Laub von Gärten und Hainen. Als aber diese Symbolik in Götzendienst abglitt, derart, daß die Äußerlichkeiten keinen inneren Bezug mehr besaßen, wurde der Gottesdienst unheilig, und es wurde untersagt, ihn auf Bergen und in Hainen abzuhalten. (HG 2722)

1. April Auf Abhängen will ich Flüsse öffnen und Quellen in der Täler Mitte, zum Wasserteich die Wüste machen und dürres Land zu Ausgängen von Wassern. Ich gebe in der Wüste die Zeder von Schittah und die Myrrrhe und den Ölbaum und setze in die Einöde Tanne und Kiefer und Buchsbaum zumal. Auf daß sie sehen und wissen

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und merken und verstehen zumal, daß Jehovahs Hand dies tut und der Heilige in Israel es schafft. (Jes. 41, 18-20)

Bäume stellen Züge, Empfindungen und Eigenheiten des Menschen dar, insbesondere das Innere, das zu seinem Gemüt gehört, und damit auch geistige Zusammenhänge der Kirche. Diese Dinge sind sehr mannigfaltig, weshalb viele Arten von Bäumen genannt werden, von denen jede sich in ihrem Symbolwert von den anderen unterscheidet. (OE 109) So ist die Zeder das innere geistig Wahre oder der innere Mensch(HG 7918), der Ölbaum, wie auch das Öl, das Gute der Liebe und tätigen Liebe (HG 886) und die Myrrhe das, was wohlgefällig ist, weil es der Liebe und dem Glauben entspringt und deswegen das Lob Jehovahs heißt. (HG 113)

2. April

Fortsetzung Schittimholz ist das Gute des Verdienstes, nämlich dasjenige das von der göttlich-menschlichen Kraft des Herrn ausgeht, das christliche oder geistige Gute des Menschen, durch das er selig wird. Schittimholz war das Holz einer vortrefflichen Zeder, durch die das Geistige der Kirche dargestellt wird. Das Gute des Verdienstes gehört dem Herrn allein an und ist das einzige Gute, das im Himmel regiert und überhaupt den Himmel ausmacht. Deshalb ist Schittimholz das einzige Material, aus dem die Stiftshütte und ihre Teile gebaut wurden, denn sie ist ja das Symbol für den Himmel. (HG 9472) Der Ölbaum bedeutet auch die himmlische Kirche, also das himmlische Gute, das Gute der Liebe zum Herrn. Deshalb 72

wurden die Cherube in der Mitte des Hauses oder Tempels aus Ölbaumholz gemacht; ebenso die Türen zum Allerheiligsten (1. Kön. 6, 23-33). Die Cherube, wie auch die Türen bedeuteten die Wache und die Vorsehung des Herrn. Das besondere Holz des Ölbaums sollte zeigen, daß der Zugang zum Herrn nicht anders als durch das Gute der Liebe stattfinden soll. Auch wurden ja die Stiftshütte und ihr Altar und ebenso die Priester und später die Könige mit Öl gesalbt. (HG 9277)

3. April

Fortsetzung Überall, wo der Feigenbaum im Wort genannt wird, bedeutet er im inneren Sinn das Gute des Natürlichen. Wenn vom Herrn eine neue Kirche gegründet wird, erscheint zuerst dieses Gute, das heißt, das Gute in seiner äußeren Form mit seiner Neigung und seinen Wahrheiten. Es ist nicht das Gute, in das der Mensch geboren wird oder das er von seinen Eltern hat, sondern dasjenige, das geistig ist in Bezug auf seinen Ursprung. Es wird vom Herrn mitgeteilt durch Erkenntnisse des Guten und Wahren. Deshalb ist der Mensch, bevor er dieses Gute, nämlich das geistig Gute, angenommen hat, kein Mensch der Kirche, wie sehr aus dem angeborenen Guten auch der Anschein erwachsen mag, daß er es sei. (HG 4231)

4. April Und der erste Engel posaunte, und es ward Hagel und Feuer mit Blut vermischt und wurde geworfen auf die Erde, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte (Offb. 8, 7)

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„Der dritte Teil der Bäume verbrannte“ heißt, es seien die Gefühle und Erkenntnisse des Wahren und Guten durch Begierden, die aus bösen Liebestrieben entspringen, zu Grunde gerichtet worden. Wenn von Wahrheiten der „dritte Teil“ erwähnt wird, ist damit das Ganze gemeint. Die Bäume stellen das Innere des Menschen dar, das seinem Gemüt angehört und von den Gefühlen für Wahres und Gutes und ihren Erkenntnissen gebildet wird. Drei bedeutet dasselbe wie hier der dritte Teil, nämlich das Volle, das Ganze, alles; es wird immer von den Wahrheiten ausgesagt. (OE 506)

5. April Du ließest einen Weinstock aus Ägypten ausziehen, vertriebst die Völkerschaften und pflanztest ihn. Von seinem Schatten wurden Berge bedeckt und von seinen Reben die Zedern Gottes. (Psalm 80, 9. 11)

Der Weinstock aus Ägypten ist die geistige Kirche, die beim Menschen mit Kenntnissen und Erkenntnissen im natürlichen Bereich anfängt. Der Weinstock ist die geistige Kirche, Ägypten das Wissen des natürlichen Menschen. Daß die Völkerschaften vertrieben wurden, heißt, das Böse sei vertrieben und die Kirche eingerichtet worden, und zwar aus geistig Gutem (den Bergen) und geistig Wahrem (den Zedern). Das ganze ist ein anderes Bild für die Herausführung der Söhne Israels aus Ägypten und ihr Einzug ins Land Kanaan, wie es im Psalm 114, 2-8 nachzulesen ist. Unter der Einrichtung der Kirche ist auch die Wiedergeburt des Menschen der Kirche zu verstehen. (OE 405) 74

6. April Ihr sollt niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn einer ist eurer Vater, der in den Himmeln. (Mat. 23, 9)

Jehovah oder der Herr ist eins mit der unendlichen göttlichen Liebe, die das Sein alles Lebens ist. Der Mensch wurde zum Bild und nach der Ähnlichkeit Gottes geschaffen, und zwar schon im Mutterleib. Daraus folgt, daß der Herr der himmlische Vater aller Menschen ist und die Menschen seine geistigen Kinder. Das ist so zu verstehen, daß er der Vater von allem ist, was unser Leben betrifft, während der irdische Vater diese Stelle nur einnimmt hinsichtlich der Hülle, d.h. des Körpers. Im Himmel wird daher nur noch der Herr allein Vater genannt. (GV 330)

7. April Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. … Oder welcher Mensch ist unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein gäbe? … Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen Gutes geben, die ihn darum bitten! (Mat. 7, 7. 9. 11)

Die göttliche Liebe wirkt in allen Menschen, bösen wie guten, und der Herr kann mit beiden nicht anders verfahren als ein irdischer Vater mit seinen Kindern, nur in unendlich höherem Maß, da ja seine Liebe unendlich ist. Er kann sich von keinem Menschen zurückziehen, weil das Leben eines jeden 75

von ihm abhängt. Zwar macht es den Anschein, als ziehe er sich von den Bösen zurück, doch in Wirklichkeit entfernen sich diese von ihm, während er sie dennoch liebevoll führt. (GV 330)
8. April Ein großer Adler mit großen Flügeln, langen Schwingen, voll von Federn und gleichsam von bunter Stickerei kam auf den Libanon und nahm einen Zweig von einer Zeder. Das Haupt seiner Schosse pflückte er ab und brachte es in ein Land des Handels, in die Stadt der Gewürzkrämer brachte er es. Er nahm vom Samen des Landes und tat ihn in sein Saatfeld. Er nahm den Zweig mit zu großen Wassern, umsichtig setzte er ihn. Und er wuchs und ward zu einem üppigen Weinstock von niederem Wuchs, sodaß seine Reben zu ihm hinsahen und seine Wurzeln unter ihm waren. So ward er zu einem Weinstock, der Reben machte und Zweige aussandte. Und es war ein anderer großer Adler mit großen Flügeln und voll von Federn, und siehe, dieser Weinstock richtete seine Wurzeln zu ihm und streckte seine Reben aus gegen ihn, daß er ihn bewässere aus den Beeten seiner Pflanzung, obgleich er auf gutem Feld bei vielen Wassern gepflanzt war, Zweige zu machen und Frucht zu tragen, sodaß er ein Weinstock der Pracht wäre. (Ez. 17, 1-8)

Es geht um die Einrichtung einer geistigen Kirche durch den Herrn, und es wird deren Verlauf und die Wiedergeburt ihrer Menschen vom Anfang bis zum Ende beschrieben. Der 76

erste Adler ist der Verlauf der Wiedergeburt des natürlichen oder äußeren Menschen durch Kenntnisse und Erkenntnisse aus dem Wort. Der andere Adler ist der Verlauf der Wiedergeburt des geistigen oder inneren Menschen durch Wahrheiten aus dem Guten. Der erste ist also die Einsicht des natürlichen, der andere die des geistigen Menschen. Große Flügel, lange Schwingen und voller Federn ist ein Bild für die Menge von Kenntnissen und Erkenntnissen des Wahren aus dem Guten, aus denen die erste Einsicht resultiert, nämlich die Einsicht des natürlichen Menschen. Der Vergleich mit bunter Stickerei will ebenfalls auf Wissen und Erkenntnisse hinweisen. (Wie in 2. Mose 26: „das Werk eines Buntwirkers“ bei der Herstellung der Decke für die Türe des Zeltes). (OE 281)

9. April

Fortsetzung Daß er auf den Libanon kam und den Zweig einer Zeder nahm, bedeutet, er habe aus der Lehre der Kirche, die aus dem Wort stammt, einige Erkenntnisse des Wahren genommen, wobei der Libanon diese Lehre darstellt. Daß es nur die vornehmsten Erkenntnisse sind, wird durch „ das Haupt seiner Schosse“ ausgedrückt, der Handel hingegen ist wieder der natürliche Mensch, der einiges Wissen besitzt. Die Gewürze stehen für Wahrheiten, die angenehm sind, weil sie aus dem Guten stammen. Der Samen des Landes bedeutet das Wahre der Kirche, das Saatfeld ist das Gute, aus dem es wächst, große Wasser die Erkenntnisse des Wahren und Guten, und umsichtig setzen heißt schließlich, es von Falschem reinigen. Insgesamt ist das ein Bild für die Vermehrung. 77

Daß er wuchs, heißt, die Kirche sei im Entstehen begriffen, indem ihr die Erkenntnisse des Wahren eingeordnet und von ihr auch angewendet wurden . Der Weinstock, der Reben machte und Zweige aussandte, ist die Anfangsentwicklung der geistigen Kirche und das Wachsen der Wahrheiten. Soweit geht es um die beginnende Gestaltung der Kirche im natürlichen oder äußeren Menschen. (OE 281)
10. April

Fortsetzung Zum anderen Adler richtet der Weinstock seine Wurzeln und zu ihm sandte er seine Reben. Das heißt die Kenntnisse und Erkenntnisse streben nach geistiger Einsicht. Sie können dann angewandt werden und wachsen zu Wahrheiten, die im inneren oder geistigen Menschen wohnen und ohne die dieser nicht weise werden kann. Die Pflanzung auf gutem Feld bei großen Wassern ist ein Symbol für das Wachstum der Einsicht. Das Feld ist nämlich die Kirche im Hinblick auf die tätige Liebe, die Wasser sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Zweige machen heißt Wahrheiten vermehren, Frucht tragen dagegen Gutes hervorbringen, das Nutzen schafft. Der Weinstock der Pracht endlich ist die geistige Kirche, das heißt die innere und äußere. (OE 281)

11. April Philippus, glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Reden, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir; der Vater aber, der in mir bleibt, der tut die Werke. Glaubet mir, daß ich im

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Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir um der Werke willen. (Joh. 14, 10. 11)

Die Vereinigung ist darum wechselseitig, weil keinerlei Vereinigung oder Verbindung zwischen zweien möglich ist, wenn nicht beide einander entgegen kommen. Alle Verbindung im ganzen Himmel, in der ganzen Welt und im ganzen Menschen entsteht nicht anders als dadurch, daß eins dem anderen entgegen kommt und beide dasselbe wollen. Auf diese Weise kommt es zu Gleichartigkeit und Sympathie, zu Einmütigkeit und Übereinstimmung in jedem der beiden. Eine derartige wechselseitige Verbindung findet sich in jedem Menschen zwischen Seele und Leib, zwischen seinem Geist und den Sinnes- und Bewegungsorganen seines Körpers, zwischen Herz und Lunge, Wille und Verstand… Wechselseitig ist auch die Verbindung der Gemüter bei allen, die einander innig lieben, denn dies ist aller Liebe und Freundschaft innerlich eingeschrieben. (WCR 99)
12. April Selig ist der Mann, der vertraut auf Jehovah und dessen Vertrauen Jehovah ist. Er ist wie der Baum, gepflanzt am Wasser, der seine Wurzeln ausstreckt nach dem Fluß und fürchtet es nicht, wenn die Hitze kommt. Sein Blatt ist grün und hat nichts zu sorgen in dem Jahr der Dürre und lässt nicht ab, Frucht zu tragen. (Jer. 17, 7. 8)

Ein Mensch, der sich vom Herrn führen läßt, wird mit einem Baum und seinem Wachstum und seiner Fruchtbarkeit vergliche, weil durch den Baum im Wort die Erkenntnis und Empfindung des Wahren und Guten – oder der Mensch, der diese gewonnen hat – dargestellt wird. Der Baum, gepflanzt an 79

den Wassern, ist der Mensch, der vom Herrn Wahrheiten aufgenommen hat. Die Wurzeln, die er nach dem Fluß streckt, sind die Ausdehnung der Einsicht vom geistigen Menschen auf den natürlichen. Daß er keine Angst vor der Hitze hat (oder diese gar nicht wahrnimmt), will sagen, er werde von der Begierde des Falschen nicht mehr erregt. Alles, was er weiß, ist lebendig (grün) durch die Wahrheiten. Selbst wenn es einmal an Wahrem und Gutem mangelt, wird er nicht befürchten, dessen beraubt zu sein, denn auch dann werden Wahrheiten und Gutes sich wieder befruchten. (OE 481)

13. April Und am folgenden Tag, da sie von Bethanien ausgegangen waren, hungerte ihn. Und er sah von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte, ging hin, ob er wohl etwas auf ihm fände. Und da er dahin kam, fand er nichts als Blätter, denn es war noch nicht die Jahreszeit für Feigen. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Von dir wird nimmermehr jemand eine Frucht essen. Und seine Jünger hörten es. … Und da sie am Morgen vorüber kamen, sahen sie den Feigenbaum von der Wurzel auf verdorrt. (Mark. 11, 12-14. 20)

Natürlich hat der Herr dem Feigenbaum nichts angetan, nur weil ihn hungerte. Hier geht es um die Kirche, insbesondere die jüdische, im Hinblick auf das natürliche Gute. In dieser Kirche war nichts Geistiges mehr übrig, sondern nur noch einige Wahrheiten aus dem Buchstaben des Wortes. Diese werden hier dargestellt durch die Blätter. Daß bei jenem Volk gar nichts natürlich Gutes gefunden werde, das der Kirche angehört, weil sie sich groben Falschheiten und bösen 80

Liebestrieben verschrieben hatten, wird durch die Prophezeihung ausgedrückt, daß niemand mehr eine Frucht essen werde und der Feigenbaum verdorrte. „Es war noch nicht die Jahreszeit für Feigen“ sagt aus, die neue Kirche habe noch nicht begonnen. Unter dem Feigenbaum wird häufig der Anfang einer neuen Kirche verstanden. (OE 386)
14. April Der Weinstock ist verdorrt, und der Feigenbaum ist welk, der Granatapfelbaum und auch die Palme und der Apfelbaum, alle Bäume des Feldes sind vertrocknet, verdorrt ist die Freude von den Söhnen des Menschen. (Joel 1, 12)

Der Text beschreibt die Verödung des Wahren und Guten in der Kirche, was auch alle Freude des Herzens mit einschließt, womit die geistige Freude gemeint ist. Der Weinstock bedeutet das geistig Gute und Wahre der Kirche, der Feigenbaum das natürlich Gute und Wahre, der Granatapfel schließlich das sinnlich Wahre und Gute, also den letzten Bereich des Natürlichen. Die Palme ist dann die Freude des Herzens auf Grund des geistig Guten und der Apfelbaum dasselbe auf Grund des natürlich Guten. Die vertrockneten Bäume des Feldes stellen die erstorbenen Gefühle des Guten und Erkenntnisse des Wahren dar. Diese betreffen die Söhne des Menschen, d. h. die Menschen, die sich durch ihre Liebe Wahrheiten erworben haben. (OE 458)

15. April Und mache einen Leuchter von reinem Gold; in getriebener Arbeit werde der Leuchter gemacht.

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Sein Schaft und seine Röhre, seine Kelche, seine Knäufe und seine Blumen sollen aus ihm sein. (2. Mose 25, 31)

Blumen sind die Kenntnisse des Wahren, denn sie sind Wachstumsstadien, die den Früchten und Samen vorausgehen und diese erzeugen. Ebenso verhält es sich mit dem Menschen im Hinblick auf Einsicht und Weisheit. Die Kenntnisse des Wahren gehen voraus und erzeugen auf ihre Weise alles, was zur Weisheit gehört, was der Vernunft zur Betätigung dient und so auf den Weg zur Weisheit führt. Daher kommt es, daß die Kenntnisse des Wahren den Blüten, das Gute des Lebens aber, nämlich das Gute der Weisheit, den Früchten gleicht; denn die gesamte geistige Welt bezieht sich auf den Menschen und seine Angelegenheiten, weil der Himmel einen Menschen darstellt und diesem in jeder Einzelheit entspricht. Deshalb hat auch die ganze natürliche Welt gemäß ihrer Übereinstimmung mit dem Wesen und den Bedürfnissen des Menschen eine entsprechende und symbolische Bedeutung. (HG 9553)

16. April Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin entweichen vor deinem Angesicht? Führe ich empor zum Himmel, so bist du da, bettete ich mich in der Hölle, siehe, du bist auch dort. (Ps. 139, 7. 8)

Wohl zu beachten ist, daß die Wahrnehmung von Gegensätzen etwas anderes ist als die von Verhältnissen. Gegensätze sind nämlich außerhalb und stellen sich wider das, was sich innerhalb befindet; denn ein Gegensatz entsteht, sobald ein Ding ganz aufhört zu bestehen und ein anderes sich 82

erhebt mit dem Bestreben, im entgegengesetzten Sinn zu wirken, etwas wie ein Rad, das gegen ein anderes Rad wirkt oder wie ein Strom, der einem anderen zuwiderläuft. Die Verhältnisse dagegen ergeben sich aus der Zusammenstellung vieler und vielgestaltiger Dinge in eine Ordnung, in der sie ein Ganzes bilden und miteinander übereinstimmen, etwa wie verschiedenfarbige Edelsteine im Diadem einer Königin oder wie die verschiedenfarbigen Blumen einer Girlande. In jedem der beiden am Gegensatz beteiligten Dinge befinden sich also bestimmte Verhältnisse, im Guten wie im Bösen, im Himmel wie in der Hölle. Die Verhältnisse in der Hölle sind jedoch denen des Himmels entgegengesetzt. Da nun Gott aus seiner eigenen Ordnung heraus alle Verhältnisse im Himmel wie auch in der Hölle erkennt, so folgt, daß er sowohl in der Hölle, wie im Himmel, als auch im Menschen allwissend ist. (WCR 62)

17. April Und vor dem Thron ein gläsernes Meer ähnlich dem Kristall… (Offb. 4, 6)

Meer ist ein Symbol für allgemeine Wahrheiten, weil durch Wasser, Quellen und Flüsse die Wahrheiten bezeichnet werden, aus denen Einsicht erwächst, und weil das Meer deren gemeinsames Sammelbecken ist. Die allgemeinen Wahrheiten sind so beschaffen wie das Wahre im Buchstabensinn des Worts, und dieser ist natürlich. Das Natürliche aber ist das Sammelbecken für das Geistige, und es gibt nichts Natürliches auf der Welt, was nicht aus dem Geistigen hervorgeht; es entsteht wie die Wirkung aus der Ursache. Es sind tausend geistige Dinge, die nur ein natürliches erzeugen, und um dieser ausgedehnten Beziehung willen wird das Natürliche als allgemein bezeichnet. 83

Ein identisches Verhältnis gilt auch für den Buchstabensinn des Wortes und dessen geistigen Sinn. Die allgemeinen Wahrheit leuchten – von den Engeln aus gesehen – aus dem geistig Wahren hervor, weshalb für sie das Bild des gläsernen Meeres gewählt worden ist. (OE 931)
18. April Ich werde die Ägypter überantworten in die Hand eines harten Herrn, und ein strenger König wird über sie herrschen. Dann werden die Wasser aus dem Meer versiegen, und der Fluß wird trocken werden und austrocknen. (Jes. 19, 4.5)

Die Ägypter sind wie immer die natürlichen Kenntnisse des Menschen. Der harte Herr ist das Böse der Selbstliebe und der strenge König das Falsche, das diese hervorbringt. Weil trotz allem Streben nach Kenntnissen und Wissen doch keine Wahrheiten und keine Einsicht mehr zu finden sind, gilt das Meer als versiegt und der Fluß als vertrocknet. (OE 275)

19. April Singet Jehovah ein neues Lied; denn Wunder hat er getan. … Singt Psalmen dem Jehovah zur Harfe, auf der Harfe und der Psalmen Stimme. Mit Trompeten und Schall der Posaune jauchzet auf vor dem König Jehovah! Es brause ihm das Meer und seine Fülle, die Welt und die darin wohnen. Die Flüsse sollen in die Hände klatschen, der Berge aufjubeln allzumal. (Psalm 98, 1. 5-8)

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Diese und ähnliche Stellen handeln vom Kommen des Herrn. Die Freude darüber schwingt im allgemeinen Jubel mit: Ströme, Meer, Feld, Wälder und ihre Bäume, Wüste, Berge usf. Die genannten Dinge sind Symbole für Teile der Kirche: Ströme für die Einsicht, Meer für Kenntnisse, Feld für das Gute der Kirche, Wälder für die Wahrheiten des natürlichen Menschen, Bäume für seine Erkenntnisse, Wüste für das Verlangen nach dem Wahren, um damit das Gute zu erwerben, Berge für das Gute der Liebe. Dies alles soll jubeln, jauchzen und klatschen, wenn es aus dem Himmel stammt; denn dann ist himmlische Freude darin, und dadurch auch im Menschen. Der Mensch erfährt nämlich keine himmlische Freude, wenn nicht sein Wahres und Gutes aus dem Himmel stammt. (OE 326)

20. April Und auf jedem hohen Berg und jedem erhabenen Hügel sind Bäche, Wasserströme am Tag des großen Würgens, da die Türme fallen. (Jes. 30, 25)

Das große Würgen ist das letzte Gericht. Dann fallen die Türme, nämlich die Bösen und Falschen, vor allem die, die es liebten, durch die heiligen Dinge der Kirche zu herrschen. (Damit zielt Swedenborg auf die katholische Kirche, die er als Babylon bezeichnet. Siehe J.G. 55. 56) Den anderen, die den Nächsten geliebt haben, wird die Fähigkeit verliehen, das Wahre zu verstehen. Das wird ausgedrückt durch die Bäche und Wasserströme auf den Bergen und Hügeln, wobei auf den Bergen diejenigen stehen, die den Herrn, auf den Hügeln die andern, die den Nächsten geliebt haben. (OE 401) 85

21. April Erstaunet darob, ihr Himmel, und schaudert, werdet sehr öde, spricht Jehovah. Denn zwiefach Böses hat mein Volk getan: Sie haben mich verlassen, den Born lebendiger Wasser, um sich Gruben auszuhauen, löcherige Gruben, die kein Wasser halten. (Jer. 2, 12. 13)

Hier nennt sich der Herr den Quell lebendiger Wasser, was das Wort, das göttlich Wahre und somit wieder den Herrn selbst bedeutet. Daß „sie mich verlassen haben…“ will sagen, sie haben sich Lehren aus eigener Einsicht ausgedacht, in denen keine Wahrheiten enthalten sind. Das ist gemeint mit den Gruben (Lehren), die kein Wasser halten. So beschaffen sind Lehren, die sich nicht auf das Wort und durch dieses auf den Herrn gründen. (OE 483)

22. April Er kam nun in eine Stadt von Samarien, genannt Sychar, nahe bei dem Grundstück, das Jakob seinem Sohn Joseph gegeben hatte. Es war aber daselbst Jakobs Quelle. Jesus nun, also müde von der Reise, setzte sich an die Quelle. Da kommt ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen. … Jesus sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm ein Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. (Joh. 4, 5-7. 13.14)

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Unter den Samaritern sind die Heiden zu verstehen, die alles göttlich Wahre vom Herrn aufnehmen wollen. Das Samaritische Weib stellt die Kirche dar, die aus diesen Heiden gegründet wird. Der Vorgang spielt sich an der Quelle Jakobs ab, weil diese das Wort symbolisiert. Das Wasser, das der Herr gibt, ist natürlich kein Wasser, sondern eben das göttliche Wahre. (OE 483)

23. April Und der dritte Engel blies, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, der wie eine Fackel brannte und fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen. Und der Name des Sterns heißt Wermut, und der dritte Teil der Wasser ward Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren. (Offb. 8, 10. 11)

Sterne sind das Wahre und Gute aus den Erkenntnissen aus dem Wort. Wenn sie brennen, heißt das, sie seien aus der Liebe zu sich selbst verfälscht worden. Die Eigenliebe wird durch Feuer dargestellt. Eine Fackel ist das Wahre des Wortes, der Lehre und des Glaubens. Wer immer in Liebe zu sich selbst befangen ist, verfälscht die Wahrheiten des Wortes, während er sich mit ihnen beschäftigt. Dadurch wird das Verständnis des Wahren und damit die Lehre der Kirche zu Grunde gerichtet, was durch das Fallen vom Himmel ausgedrückt wird. Der dritte Teil bedeutet hier wieder das Ganze, und zwar der Flüsse, womit das Verständnis des Wahren gemeint ist, und der Wasserquellen, die für das Wort und die Lehre daraus stehen. (OE 517, 518) 87

24. April

Fortsetzung Der Name Wermut sagt aus, das Wahre sei mit Falschem des Bösen vermischt. Denn der Name gibt ja Auskunft über die Beschaffenheit seines Trägers. Die besagte Bedeutung beruht auf der Bitterkeit, die zwar von der Süße herstammt, jedoch mit ihrem Gegenteil vermischt ist. Der Geschmack ist Symbol des Strebens nach Wissen und Weisheit. Schmackhaft sind also die Annehmlichkeiten der Weisheit, Leckerbissen sind das Wahre das dieser angehört. Der dritte Teil ward Wermut, bedeutet, es sei alles Wahre im Verstand und in der Lehre bitter geworden, weil es mit Falschem vermischt wurde. Dies geschieht aber, wenn böses Leben, nämlich Ehebruch, Hurerei, Mord, Haß aller Art, Feindschaft, Ungerechtigkeit um des Gewinns willen, heimlicher und öffentlicher Diebstahl und Raub, List und Betrug durch den Buchstabensinn des Wortes begründet wird. Das Gleiche geschieht mit der Religion von Menschen, die sich selbst lieben und daher in der eigenen Einsicht schwelgen. … Die Wahrheiten des Buchstabensinns im Wort müssen, wenn sie Wahrheiten bleiben sollen, zur Begründung eines guten Lebens und wahrer Grundsätze der Religion angewandt werden. (OE 519, 520)
25. April

Fortsetzung „Viele“ heißt im Wort: alle so Gearteten. Sterben, auf das geistige Leben bezogen, bedeutet zu Grunde gehen, verdammt werden. Alles geistige Leben, das im Wort einfach „Leben“ genannt wird, wie auch das ewige Leben, wird dem Menschen durch das Wahre zu Teil. Geistiger Tod, also die Verdammnis 88

ereilt den Menschen durch das Falsche des Bösen, hauptsächlich durch dasjenige, in das der Mensch die Wahrheiten des Wortes verdreht. (OE 521) So heißt es:
Wehe denen, die vom Bösen sagen, es sei gut, und vom Guten, es sei böse, die Finsternis zum Licht machen und Licht zur Finsternis, die bitter zu süß und süß zu bitter machen. Wehe den Helden zum Weintrinken und den Männern der Stärke zum Mischen des berauschenden Getränks.

(Jes. 5, 20. 22)
26. April Und siehe, ich bringe die Flut von Wassern über die Erde, zu verderben alles Fleisch unter den Himmeln, in dem der Geist des Lebens ist. Alles, was auf Erden ist, soll verscheiden. (1. Mose 6, 17)

Die Flut stellt die Überschwemmung durch Böses und Falsches dar. Hier geht es um die Nachkommenschaft der ältesten Kirche, die von schnöden Begierden besessen war, denen sie die Lehren des Glaubens opferte, woraus eigene Formulierungen auf falscher Grundlage resultierten, die alles Wahre und Gute austilgten und zugleich den Weg für die Überreste verschlossen, sodaß diese nicht mehr wirken konnten. Damit verdarb diese Nachkommenschaft sich selbst. Wenn der Weg für die Überreste verschlossen ist, kann der Mensch nicht Mensch bleiben, weil er dem Schutz der Engel entzogen ist und statt dessen von bösen Geistern besessen wird, die nichts anderes suchen und begehren, als dem Menschen den Garaus zu machen. (HG 660) 89

27. April Jesus sprach: Wer zu mir kommt und höret meine Worte und tut sie, von dem will ich euch zeigen, wem er ähnlich ist; Er ist ähnlich einem Menschen, der ein Haus baute, der ausgrub und tief ging und legte den Grund auf den Felsen. Da aber eine Überschwemmung ward und der Strom sich an selbigem Hause brach, vermochte er es nicht zu erschüttern; denn es war auf den Felsen gegründet. (Luk. 6, 47. 48)

Der Herr selbst nennt hier die Versuchungen eine Überschwemmung, denn auch hier sind es böse Geister, die mit Einflüsterungen und falschen Grundsätzen Einfluß auf den Menschen nehmen und ähnliches in ihm anregen. Versuchungen sind das aber nur beim Menschen, der in Wiedergeburt begriffen ist. Beim anderen sind es Verödungen. (HG 705) Damit wird auch deutlich, daß ein Leben der Frömmigkeit nur soweit Wert hat und dem Herrn wohlgefällig ist, wie es mit deinem Leben tätiger Liebe verbunden ist; dieses nämlich ist das Erste, und nach seiner Beschaffenheit richtet sich auch die des Frömmigkeitslebens. Äußere Heiligkeit hat nur Wert und ist dem Herrn wohlgefällig, wenn sie innerer Heiligkeit entspringt. (NJ 128)

28. April Und Noach war ein Sohn von sechshundert Jahren, und die Flut der Wasser entstand auf der Erde. (1. Mose 7, 6)

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Die Flut wird speziell eine Flut von Wasser genannt, weil die Versuchung im Bereich des Verstandes angesprochen wird, der Anfang der Versuchungen, der noch leicht ist. Wasser gilt immer als Symbol für die geistigen Belange des Menschen, für den Glauben und die Art und Weise, wie dieser verstanden wird. Und natürlich gilt es auch für alles, was diesem entgegengesetzt ist. (HG 739)
Und es war die Flut vierzig Tage auf der Erde … (1. Mose 7, 17. 18)

Hier fehlt der Begriff Wasser. Es ist eine Überschwemmung, die nichts mit Versuchungen zu tun hat. (Verödungen s. o.) (HG 787)
29. April An selbigem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt, und wer mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. … Jesus antwortete ihm (Judas, nicht Ischariot): Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Joh. 14, 20. 21. 23)

Diese Menschen sind es, die beim Lesen des Wortes erleuchtet werden, und für die es infolgedessen klar und durchsichtig ist, weil es nämlich in allen Einzelheiten einen geistigen und einen himmlischen Sinn enthält, die beide im Licht des Himmels leuchten. Durch sie und durch ihr Licht nimmt der Herr Einfluß in den natürlichen Sinn des Wortes und in dessen Licht im Menschen, der nun das Wahre aus tieferem 91

Verständnis anerkennt und es danach in Gedanken sieht. (WCR 231)
30. April Du sollst den Namen Jehovahs, deines Gottes, nicht ins Eitle führen; denn Jehovah wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen ins Eitle führt. (2. Mose 20, 7)

Im natürlichen und geistigen Sinn beziehen sich diese Worte auf den Namen selbst und auf den Mißbrauch, der damit getrieben wird … Es heißt aber nicht Mißbrauch treiben, wenn aus Anlaß von Krönungen, Einweihungen ins Priesteramt oder Amtseinsetzungen bei Gott und seiner Heiligkeit, beim Wort oder Evangelium geschworen wird. … Der göttliche Name ist das Heiligste des Heiligen und ist deshalb im Kultus der Kirche ständig zu gebrauchen, z.B. bei Gebeten, Liedern, geistlichen Vorträgen und in den geistlichen Schriften. Gott ist nämlich in allem gegenwärtig, was zur Religion gehört, und wenn er in der rechten Art angerufen wird, ist er durch seinen Namen gegenwärtig und hört auch wirklich. (WCR 297)
1. Mai Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist groß mein Name unter den Völkerschaften, und an jedem Ort wird meinem Namen Räucherwerk und reines Speisopfer dargebracht … ihr aber entweihet meinen Namen, wenn ihr sprecht: der Tisch Jehovahs, der ist befleckt … und ihr verhöhnt meinen Namen, wenn ihr Geraubtes, Lahmes und Krankes herbeibringt. (Mal. 1, 11-13)

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Der Name Gottes umfaßt im geistigen Sinn alles, was die Kirche aus dem Wort lehrt und wodurch der Herr angerufen und angebetet wird. Mißbrauch besteht darin, irgendetwas davon bei leerem Geschwätz falschen Behauptungen, Lügen, Verwünschungen, Zaubereien und Beschwörungen einzusetzen. Unter dem Namen Gottes wird die göttliche Kraft verstanden, die von ihm ausgeht und durch die er zugleich verehrt wird. Der Name Christi hingegen bedeutet alles, was zur Erlösung und zu seiner Lehre, also zur Rettung des Menschengeschlechts gehört. Im einzelnen bezieht sich der Name Jesus auf die Rettung durch die Erlösung, der Name Christus aber auf die Rettung durch seine Lehre. (WCR 298)
2. Mai Johannes findet am ersten seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias (das ist verdolmetscht: der Christus) gefunden. (Joh. 1, 42)

Der Herr wird darum Christus genannt, weil er der Messias war, dessen Kommen im Wort des alten Testaments vorhergesagt worden war, denn der Gesalbte heißt Christus in der griechischen Sprache und Messias in der hebräischen, und der Gesalbte ist der König; dies ist der Grund, weshalb der Herr der König Israels und der König der Juden genannt wurde, was er auch vor Pilatus bekannte; und daher wurde auf das Kreuz geschrieben: der Juden König. (OE 684)
3. Mai Höre Israel, Jehovah, unser Gott ist ein Jehovah. Und du sollst lieben Jehovah, deinen Gott, von dei-

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nem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele. (5. Mose 6, 4. 5) Höre Israel, der Herr unser Gott, ist ein Herr. Und du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele. (Mark. 12, 29)

Unter dem Herrn als Erlöser verstehen wir Jehovah in seinem menschlichen Wesen. Jehovah ist selbst herabgekommen, hat Menschennatur angenommen und die Erlösung vollbracht. Er wird aber Herr genannt, weil der Jehovah des Alten Testaments im Neuen Testament stets der Herr heißt. Er hat auch seinen Jüngern geboten, ihn Herr zu nennen, und so wurde er von den Aposteln in ihren Briefen genannt und ebenso geschah es später in der Apostolischen Kirche. Der Grund: die Juden wagten den Namen Jehovahs seiner Heiligkeit wegen nicht zu nennen, und unter diesem Namen wurde das göttliche Sein von Ewigkeit her verstanden. Das in der Zeit angenommene menschliche Wesen war aber nicht dieses Sein. Der „Herr“ ist somit Jehovah in seiner Menschennatur. (WCR 81)

4. Mai Und am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war daselbst. Aber auch Jesus und seine Jünger waren auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm; sie haben keinen Wein. Spricht zu ihr Jesus: Weib was ist mein und dein? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. (Joh. 2, 1-4)

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Man glaubt, der Herr sei hinsichtlich seiner Menschennatur der Sohn der Maria gewesen, ja sei es noch. Allein die Christenheit befindet sich hier in einem folgenschweren Irrtum. Wohl ist er der Sohn Mariens gewesen, aber es nicht wahr, daß er es noch immer ist. Durch die Erlösungstaten hat er vielmehr die von der Mutter stammende Menschennatur abgelegt und das menschliche Wesen vom Vater (von Gott) übernommen. Daher ist das menschliche Wesen des Herrn göttlich. In ihm ist Gott Mensch und der Mensch Gott. (WCR 102)

5. Mai Gott weiß, daß welches Tages ihr davon (nämlich von der Frucht des Baumes) essen werdet, eure Augen sich auftun, und ihr sein werdet wie Gott, wissend Gutes und Böses. (1. Mose 3,5)

Essen vom Baum des Lebens bedeutet Aufnahme des ewigen Lebens, das Essen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen die Aufnahme der Verdammnis. Die Schlange ist der Teufel in Bezug auf die Selbstliebe und den Dünkel eigener Einsicht. Die Selbstliebe ist gleichsam der Besitzer des Baumes, und Menschen, die den Dünkel der Selbstliebe nähren, stellen solche Bäume dar. Wer glaubt, Adam sei weise gewesen und habe das Gute aus sich selbst getan, und das Wesen seiner Unschuld habe eben darin bestanden, irrt sich gewaltig. Adam wurde ja gerade wegen dieses Glaubens verflucht. … Der Herr allein war während seines Erdenlebens weise aus sich selbst und vollbrachte ebenso auch das Gute aus eigener Kraft, wohnte doch die Gotteskraft von Geburt an in ihm und war sein eigen. (WCR 48) 95

6. Mai Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies an die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme, und wer es will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offb. 22, 16. 17)

Der Herr ist in jedem Menschen gegenwärtig, dringt und besteht drauf, aufgenommen zu werden. Nimmt ihn der Mensch auf – und dies geschieht, wenn er ihn als seinen Gott, d.h. Schöpfer, Erlöser und Heiland anerkennt – so ist es seine erste Ankunft in dem Betreffenden, die auch als Morgendämmerung bezeichnet wird. Von dieser Zeit an beginnt der Mensch seinem Verstand nach in geistigen Dingen erleuchtet zu werden und in immer tiefere Weisheit zu gelangen. So aber, wie er diese Weisheit vom Herrn empfängt, schreitet er gleichsam durch den Morgen in den Tag hinein, der bei ihm andauert bis ins Greisenalter, ja bis zum Tod, und danach gelangt er in den Himmel zum Herrn selbst. (WCR 766)

7. Mai Er war das wahrhaftige Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt. (Joh. 1, 9)

Der Herr ist in jedem Menschen, dem bösen sowohl wie dem guten, beständig gegenwärtig; denn ohne seine Gegenwart lebte kein Mensch. Seine Ankunft hingegen findet 96

nur in denen statt, die ihn aufnehmen, d.h. die an ihn glauben und seine Gebote halten. Die beständige Gegenwart des Herrn bewirkt, daß der Mensch vernünftig wird und die Möglichkeit hat, geistig zu werden. Es ist das Licht, das vom Herrn als der Sonne in der geistigen Welt ausgeht und das der Mensch mit dem Verstand aufnimmt, wodurch dies bewirkt wird, und dieses Licht ist die Wahrheit, durch die er Vernunft besitzt. (WCR 774)
8. Mai Jesus sprach: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben. (Joh. 8, 12)

Das Licht stammte von Ewigkeit her vom Herrn allein, denn das göttlich Gute und das göttlich Wahre, aus dem das Licht besteht, ist der Herr. … Dieses Licht konnte die Menschheit nicht mehr anregen, weil sie sich vom Guten und Wahren, das heißt, eben vom Licht weit entfernt und in die Finsternis gestürzt hatte. Deshalb beschloß der Herr, selbst durch die Geburt Menschennatur anzunehmen, um so nicht nur die Vernunft des Menschen, sondern auch seine Natur zu erleuchten. (HG 3195) Das Licht in den Himmeln ist geistig, und es ist das göttliche Wahre, wie man auch daraus schließen kann, daß der Mensch ebenfalls ein geistiges Licht und daraus Erleuchtung hat, soweit er sich in der Einsicht und Weisheit aus dem göttlichen Waren befindet. Das geistige Licht des Menschen besteht im Licht seines Verstandes, und dessen Objekte sind Wahrheiten, die er in diesem Licht zergliedert und ordnet. (HH 130) 97

9. Mai Wenn ihr in mir bleibt und meine Reden in euch bleiben, so sollt ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen. (Joh. 15, 7)

Der Glaube ist seinem Wesen nach Wahrheit, und zwar Wahrheit in ihrem Licht, weshalb er auch so erworben werden kann wie die Wahrheit. … Alle Wahrheit, die sich im Wort findet oder aus diesem hervorgeht, hat die Eigenschaft zu leuchten, und die Wahrheit im Licht ist der Glaube. Der Herr, der das Licht selbst ist, fließt in jeden Menschen ein, und in denen, welche die Wahrheiten aus dem Wort in sich tragen, bringt er diese zum Leuchten und macht sie zu Bestandteilen des Glaubens. (WCR 349)

10. Mai Da antwortete ihm das Gedränge: Wir haben aus dem Gesetz gehört, daß Christus in Ewigkeit bleibt. Und wie sagst du, daß der Menschensohn erhöht werden muß? Wer ist dieser Menschensohn? Jesus sprach nun zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, so lange ihr das Licht habt, daß euch die Finsternis nicht überfalle. Und wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wohin er geht. So lange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, auf daß ihr Söhne des Lichts werdet. (Joh. 12, 34-36)

Der Menschensohn ist der Herr in Bezug auf sein göttliches Menschentum und auch in Bezug auf das göttlich Wahre, das von seinem menschlichen Wesen ausgeht. Er ist auch das98

selbe, was unter Licht zu verstehen ist, denn der Herr sagt ja, er sei das Licht, an das sie glauben sollten. … Wandeln heißt im geistigen Sinn „leben“. Wird es vom Herrn ausgesagt, bedeutet es das Leben selbst; denn der Herr ist das Leben, und alle anderen empfangen es von ihm. (OE 63, 97)

11. Mai Und ein Reis geht aus Jischais Stamm hervor, und ein Schößling aus seinen Wurzeln. Und auf ihm ruht der Geist Jehovahs, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Macht, der Geist der Kenntnis und der Furcht Jehovahs. (Jes. 11, 1. 2)

Eigentlich ist der Heilige Geist das göttlich Wahre, also auch das göttliche Wort. In diesem Sinn ist der Herr selbst auch der Heilige Geist. Heutzutage (und das gilt immer noch) wird durch den Heiligen Geist der göttliche Einfluß beschrieben, der die wirkliche Rechtfertigung darstellt. Der göttliche Einfluß geht nämlich durch das göttliche Wahre, das aus dem Herrn hervorgeht. Was hervorgeht ist aber immer ein und desselben Wesens mit dem, aus dem es hervorgeht, ebenso wie Seele, Geist und was sie bewirken. Beim Menschen sind diese rein menschlich, beim Herrn aber zugleich göttlich und menschlich. … So sind diese drei Elemente, die Vater, Sohn und Heiliger Geist genannt werden, im Herrn eine Einheit. (WCR 139)
12. Mai Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde – der Geist der

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Wahrheit, der vom Vater ausgeht – der wird zeugen von mir. (Joh. 15, 26)

Unter dem Wirken ist das gleiche zu verstehen wie unter dem Senden des Heiligen Geistes, weil die Wirkungen – die Umbildung, Wiedergeburt, Erneuerung, Heiligung, Reinigung vom Bösen …, die heute dem Heiligen Geist als einem Gott für sich zugeschrieben werden – Wirkungen des Herrn sind. Sie gehen aus dem Herrn unter dem Einfluß des Vaters hervor. Gott Vater wirkt im Sohn und auf den Sohn, nicht aber durch den Sohn. Der Sohn wirkt aus sich, unter dem Einfluß des Vaters. (Es ist dies das Urbild des menschlichen Lebens. Der Mensch wirkt wie aus sich, aber nur mit dem Leben und den Kräften, die ihm der Herr schenkt.) (WCR 153)

13. Mai Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme, und Füße ähnlich dem Glüherz. Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deine Dienstleistung und deinen Glauben und deine Geduld und deine Werke und daß der letzten mehr sind als der ersten. (Offb. 2, 18. 19)

Ich kenne deine Werke und deine Liebe bedeutet das Innere der Angehörigen der Kirche. Werke entstammen dem Willen oder der himmlischen Liebe. Mit „deine Liebe“ ist hier die tätige Liebe gemeint, die der geistigen Liebe angehört. Es gibt diese zwei Liebesarten: die Liebe zum Herrn, die himmlische Liebe, und die tätige Liebe, die Liebe zum Nächsten, die geistige Liebe. Sie werden so genannt, weil der Himmel in zwei 100

Reiche geteilt ist, das himmlische Reich und das geistige Reich, in denen die beiden Liebesarten jeweils herrschen. (OE 154)
14. Mai Du sollst deinen Gott lieben von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele. Dies ist das erste und größte Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Mat. 22, 37-40)

Das göttliche Wesen des Herrn im Himmel ist Liebe, weil die Liebe alles aufnimmt, was zum Himmel gehört, wie Friede, Einsicht, Weisheit und Seligkeit. Denn die Liebe nimmt samt und sonders in sich auf, was mit ihr übereinstimmt; sie sehnt sich danach, sucht es und zieht es wie von selbst zu sich heran; denn immer trachtet sie danach, auf diese Weise bereichert und vervollkommnet zu werden. … Die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten umfassen alle göttlichen Wahrheiten. Das Gesetz und die Propheten sind aber das ganze Wort, damit alles göttliche Wahre. (HH 18. 19)

15. Mai Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. (Joh. 1, 1-3. 14)

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Unter dem Wort wird hier offensichtlich der Herr verstanden, heißt es doch, das Wort sei Fleisch geworden. Was aber im Besonderen unter dem Wort verstanden wird, ist noch unbekannt und soll darum gesagt werden: Das Wort ist hier das göttliche Wahre, das im Herrn und vom Herrn ist. Deshalb heißt es auch das Licht,und dieses das göttliche Wahre, und durch dieses ist alles gemacht und erschaffen worden. (HH. 137)

16. Mai

Fortsetzung Alle Macht des Himmels gehört dem göttlichen Wahren, ohne dieses gibt es überhaupt keine Macht. Die Engel nehmen es auf und besitzen dadurch Macht. Sie alle werden daher auch Mächte genannt, weil sie soweit Macht haben, wie sie seine Empfänger sind. Durch das göttliche Wahre haben sie Macht über die Höllen und über alle, sie sich ihnen widersetzen. (HH 137)

17. Mai Und nach sechs Tagen nimmt Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und bringt sie hinauf auf einen hohen Berg besonders. Und er ward verwandelt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. (Mat. 17, 1. 2)

Das Licht ist das vom Herrn ausgehende göttliche Wahre. Deshalb bedeuten die hier genannten Kleider die Wahrheiten 102

und die daraus bewirkte Einsicht. Auch die Engel im Himmel sind bekleidet, und so erschienen sie auch, wenn sie in der Welt gesehen wurden, z. B. von den Propheten oder von denen, die sie am Grab des Herrn erblickten. „Ihr Anblick war wie der Blitz…“ (HH 180) Ich bin unterrichtet worden, daß der Herr damals das Wort vorgestellt habe; durch das Angesicht, das wie die Sonne glänzte, sein göttlich Gutes, durch die Kleider, die wie das Licht geworden seien, sein göttlich Wahres. (LHS 48)

18. Mai Wehe, wehe die große Stadt, die gkeleidet ist mit Byssus und Purpur und Scharlach, überzogen mit Gold und Edelstein und Perlen. (Offb. 18, 16)

Das einzelne bedeutet hier, wie leicht einzusehen ist, etwas himmlisch Göttliches. Byssusgewänder stellen die Gerechtigkeit der Heiligen dar, weil alle diejenigen, die sich dem Wahren aus der göttlichen Kraft verschrieben haben, die Gerechtigkeit des Herrn anziehen, denn ihre Kleider sind hell und glänzend im Licht, das vom Herrn ausgeht. Das Wahre wird im Himmel deshalb durch Helligkeit dargestellt. Daher erscheinen diejenigen, die aus dem Zustand der Verwüstung in den Himmel erhoben werden, weiß gekleidet; denn sie legen jetzt ab, was der eigenen Gerechtigkeit dient und nehmen an, was der Gerechtigkeit des Herrn angehört. Damit das Wahre der göttlichen Kraft in der jüdischen Kirche ein Symbol fand, wurde befohlen, daß Baumwollstoff oder Byssus in den Kleidern Aharons verwendet werden mußte wie auch in den Vorhängen, die um die Bundeslade gehängt wurden. (HG 5319) 103

19. Mai Ich kleidete dich in Stickerei, beschuhte dich mit Dachsfell, umband dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide. (Ez. 16, 10)

Das himmlisch Gute ist es, das nicht bekleidet wird, weil es das innerste und unschuldig ist; hingegen das geistig himmlisch Gute wird zuerst bekleidet, dann das natürlich Gute, denn es ist mehr äußerlich und wird mit den Kleidern verglichen, wie in der angeführten Stelle, wo es um die Alte Kirche geht. Das äußerlich Gute also, das geistig und natürlich himmlisch ist, heißt Kleid, weshalb auch diejenigen, die mit Gutem der tätigen Liebe beschenkt sind, im Himmel mit glänzenden Kleidern angetan erscheinen. (HG 297)
20. Mai Und Gott sprach: Es lasse das Wasser hervorwimmeln das Kriechtier, eine lebendige Seele und das Geflügel fliege über der Erde, über die Angesichte der Ausbreitung der Himmel. (1. Mose 1, 20)

Wenn die großen Lichter angezündet und in den inneren Menschen gesetzt sind und der äußere von da Licht empfängt, dann erst fängt er an zu leben; vorher kann man kaum sagen, er habe gelebt, denn er meinte, das Gute habe er aus sich getan und das Wahre aus sich gesprochen. Das Kriechtier aus dem Wasser bedeutet Kenntnisse, die im äußeren Menschen angesiedelt sind. Vögel jedoch sind Dinge der allgemeinen Vernunft und des Verstandes, wovon die letzteren dem inneren Menschen angehören. Alles Eigene des Menschen hat kein Leben in sich und zeigt sich in der Darstellung hart, knöchern, schwarz. Was aber 104

Leben vom Herrn besitzt, in dem ist Geistiges und Himmlisches, und es erscheint als menschlich lebendig. Es ist eine „lebendige Seele“ und hat eine leibliche Gestalt, hier das Kriechtier. (HG 41)

21. Mai Und Jehovah Gott bildete aus dem Boden alles Tier des Feldes und allen Vogel der Himmel und brachte sie zum Menschen, zu sehen, wie er sie nenne. Und alles, was sie der Mensch nannte, die lebende Seele, das war sein Name. Und es nannte der Mensch Namen allem Tier und dem Vogel der Himmel und allem Wild des Feldes; aber für den Menschen, der wie bei ihm wäre, fand er keine Hilfe. (1. Mose 2, 19. 20)

Durch die Tiere werden himmlische Triebe oder Angelegenheiten des Willens, durch die Vögel der Himmel geistige Triebe oder Dinge des Verstandes dargestellt. Sie mit Namen nennen bedeutet, ihm zu wissen geben, wie sie beschaffen sind. … Die Alten gaben ihren Söhnen und Töchtern Namen nach Maßgabe dessen, was sie darstellten, denn jeder Name hatte etwas Besonderes, aus dem man den Ursprung und die Beschaffenheit erkennen konnte. Daß er „Namen nannte“ will schließlich sagen, er habe ihre Beschaffenheit erkannt. (HG 142-44)

22. Mai Vom Vogel nach seiner Art und vom Vieh nach seiner Art, von allem Kriechtier des Bodens nach sei-

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ner Art sollen Paare zu dir hereinkommen, auf daß sie am Leben bleiben. (1. Mose 6, 20)

Daß es bei jeder Gattung heißt „nach seiner Art“, rührt daher, daß es in jedem Menschen von den Inhalten des Verstandes wie des Willens unzählige Arten gibt und noch viel mehr Unterarten, die unter sich sehr verschieden sind, obwohl der Mensch das nicht weiß. Allein in der Wiedergeburt des Menschen nimmt der Herr alles und jedes in seiner Ordnung hervor, scheidet und ordnet es, daß es zu Wahrem und Gutem gewendet und mit diesem verbunden werden kann, und dies passend zu den Zuständen, von denen es ebenso unzählige gibt. Dies alles kann jedoch auch in Ewigkeit nie vollendet werden, weil jede Art, Unterart und jeder Zustand Unzähliges umfaßt, sowohl in den Einzelheiten als auch in den Zusammenhängen. (HG 675)

23. Mai Sie und alles Wild nach seiner Art und alles Tier nach seiner Art und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, nach seiner Art und aller Vogel nach seiner Art, alles Geflügelte und alles Befiederte. Und sie gingen zu Noach in den Kasten, je zwei und zwei von allem Fleisch, in dem der Geist des Lebens war. (1. Mose 7, 14. 15)

Daß „Wild“ alles geistig Gute darstellt, kann aus der Sachfolge abgeleitet werden: Zuerst werden „sie“ genannt, d.h. der Mensch der Kirche, danach das „Wild“, etwas Würdigeres und Edleres als einfach „Tier“, denn es stellt in der hebräischen

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Sprache ein Wesen dar, in dem eine lebende Seele wohnt. Es ist also auch hier kein wildes Tier gemeint. Da es nun von den genannten Dingen so viele Gattungen und Arten gibt, nämlich vom geistig Guten, vom natürlich Guten, vom Sinnlichen und vom Körperlichen, deshalb steht auch hier bei jedem „von seiner Art“. Der Vogel bedeutet das geistig Wahre, Geflügel das natürlich Wahre und Befiedertes das sinnlich Wahre. (HG 775, 776)
24. Mai Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Söhne werdet eures Vaters in den Himmeln; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Schlechte und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mat. 5, 44. 45)

Zweierlei bildet das Wesen Gottes: Liebe und Weisheit. Zum Wesen seiner Liebe aber gehört dreierlei: andere Wesen außer sich lieben, eins mit ihnen sein und sie aus sich beglücken zu wollen. Das erste dieser Elemente, andere Wesen außer sich zu lieben, wird erkennbar an der Liebe Gottes zur ganzen Menschheit, um deretwillen Gott alle Dinge liebt, die er erschaffen hat; denn alle diese Dinge sind Mittel, und wer den Zweck liebt, liebt auch die Mittel. Gottes Liebe erstreckt sich auch nicht nur auf die Guten und das Gute, sondern ebenso auch auf die Bösen und das Böse, also nicht nur auf Michael und Gabriel, sondern auch auf den Teufel und Satan. (WCR 43)

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25. Mai Bin ich doch Jehovah, dein Gott vom Land Ägypten her, und einen Gott außer mir kennest du nicht; und ohne mich ist kein Heiland. (Hos. 13, 4)

Die Erlösung bestand darin, daß die Höllen unterworfen, die Himmel neu geordnet und danach die Kirche gegründet wurde. Dies konnte Gott aus seiner Allmacht nicht anders als durch Menschennatur bewirken, ähnlich wie niemand eine Handarbeit verrichten kann, wenn er nicht einen Arm hat. Gott, der in seinem Innersten und damit in vollkommener Reinheit ist, konnte auf keine andere Weise bis zu jenem Äußersten hindurch dringen, das die Höllen charakterisiert und das auch das Leben der Menschen jener Zeit formte. Es wäre herausgekommen wie bei einem Fischer, der seine Netze in die Luft statt ins Wasser wirft. Denn Jehovah in seiner eigentlichen Gestalt kann aus seiner Allmacht weder mit einem Teufel der Hölle noch mit einem von der Erde in Berührung kommen, wenn er nicht genauso im Letzten wie im Ersten ist. Das Letzte aber ist für ihn seine menschliche Natur. Daher wird er im Wort auch der erste und letzte, der Anfang und das Ende genannt. (WCR 84)
26. Mai Und Abraham stand früh am Morgen auf und sattelte seinen Esel und nahm seine zwei Jungen und seinen Sohn Isaak mit sich und spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf und ging an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte. (1. Mose 22, 3)

Mit Abraham ist hier der Herr gemeint im Zustand des Friedens, was aus der Wendung „früh am Morgen“ hervorgeht. 108

Die Frühe ist im umfassenden Sinn ein Symbol für den Herrn und sein Reich, also für die himmlische Liebe. Der Frieden im Himmel gleicht dem Zustand der Morgenröte auf der Erde. Beide stehen für Wohlsein, Glück und Seligkeit, für alles was dem Menschen angenehm und fröhlich erscheint. Daß Abraham den Esel sattelte, will sagen, daß er (der Herr) den natürlichen Menschen vorbereitete. Zweierlei macht den natürlichen Menschen aus: das natürlich Gute und das natürlich Wahre. Das natürlich Gute ist das aus der tätigen Liebe und dem Glauben entspringende Angenehme, das natürlich Wahre sind die Kenntnisse daraus. (HG 2780-81)

27. Mai Und Jehovah deckte Bileam die Augen auf, und er sah den Engel Jehovahs mit seinem gezückten Schwert in seiner Hand, der sich in den Weg gestellt. … Wäre die Eselin nicht vor mir ausgewichen, so hätte ich dich sicherlich getötet. (4. Mose 22, 31. 33)

Bileam war ein Zauberer und wurde von Balak, dem König Moabs, berufen, das Israelitische Volk zu verfluchen. Dies verhinderte aber Jehovah und begabte ihn, prophetisch zu reden. Aber dennoch gab Bileam dem Balak den Rat, dieses Volk mit List zu verderben. Daher werden nun unter Bileam diejenigen verstanden, die Wahrheiten lehren, deren Verstand erleuchtet ist, die es aber dennoch lieben, die Menschen der Kirche mit List zu verderben. Die Eselin, auf der man reitet, stellt den erleuchteten Verstand dar. Der Engel mit dem gezogenen Schwert bedeutet das göttliche Wahre, das ebenfalls erleuchtet und gegen das Falsche 109

kämpft. Die Eselin, die dreimal vom Weg abwich, zeigt, daß der erleuchtete Verstand mit dem Denken des Zauberers nicht übereinstimmte. Die Rede des Engels wurde von Bileam so gehört, als ob die Eselin gesprochen hätte. Das hat sie aber nicht getan, es wurde nur so gehört. Daß das so ist, wurde mir durch lebendige Erfahrung öfters gezeigt. Es wurde mir gegeben, Pferde wie redend zu hören, was aber nur wie von ihnen geschah. Die Geschichte mit Bileam geschah wirklich so, damit im inneren Sinn beschrieben werden konnte, wie der Herr diejenigen schützt, die wahr und gut sind, damit sie nicht Schaden nehmen von solchen, die gleichsam aus Erleuchtung reden und doch die Absicht haben zu verführen. (OE 140)

28. Mai Und ich sah den Himmel offen, und siehe, ein weißes Roß, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftig und richtet und kriegt mit Gerechtigkeit. (Offb. 19, 11)

In den prophetischen Schriften des Wortes wird häufig des Pferdes und der Reiter erwähnt, aber bis jetzt war es niemandem bekannt, daß das Pferd den Bereich des Verstandes und der Reiter ein verständiges Wesen bedeutet. Die Bedeutung des Pferdes stammt aus der Symbolik im anderen Leben. Häufig werden dort in der Geisterwelt Pferde gesehen, und zwar sehr verschiedene, wie auch Reiter auf den Pferden, und sooft sie erscheinen, stellen sie dar, was zum Verstand gehört. Diese Symbolik bewirkt, daß Geister und Engel, die sich beim Menschen aufhalten, sogleich wissen, daß vom Verstand die Rede ist, wenn im Wort Pferde erwähnt werden. (HG 2761-62)

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29. Mai Und sie brachten ihre Viehherden zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot für die Pferde und für die Viehherden von Kleinvieh und für die Viehherden von Rindern und für die Esel, und er versorgte sie in diesem Jahr mit Brot für all ihre Viehherden. (1. Mose 47, 17)

„Für ihre Pferde“ bedeutet das Wissen aus dem Verstand. Was das ist, muß besonders erklärt werden: Der Mensch besitzt einen Verstand und einen Willen, und zwar nicht nur im Inneren, sondern auch im Äußeren. Der Verstand des Menschen vermehrt sich und wächst von Kindheit an bis zu seinem Mannesalter und besteht in der Anschauung der Dinge auf Grund dessen, was die Erfahrungen und Kenntnisse bieten, ferner in der Betrachtung der Ursachen, wenn man von den Wirkungen zurückschaut, und in der Einschätzung der Folgen aus den ursächlichen Verknüpfungen. Somit besteht der Verstand im Begreifen und Wahrnehmen der Begebenheiten des bürgerlichen und sittlichen Lebens, und er entsteht durch den Einfluß des Lichtes aus dem Himmel, was jedem Menschen ermöglicht, seinen Verstand zu entwickeln. Der Verstand wird einem jeden entsprechend der Anwendung, entsprechend seinem Leben und seiner Veranlagung gegeben und fehlt keinem, wenn er nur ein gesundes Denkvermögen hat. Und er wird dem Menschen gegeben, damit er in freiem Willen und in freier Wahl sich für das Gute oder das Böse entscheiden kann. Hätte er keinen Verstand, so könnte er dies nicht aus sich selbst tun und es könnte ihm nie etwas angeeignet werden. (HG 6125)

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30. Mai Dan wird richten sein Volk wie einer der Stämme Israels. Dan wird sein eine Schlange auf dem Weg wie die Hornschlange auf dem Pfad, die beißt in die Fersen des Pferdes, daß rücklings fällt sein Reiter. (1. Mose 49, 16-18)

Unter Dan werden diejenigen verstanden, die sich Gutes des Lebens aus dem Wahren angeeignet haben, jedoch noch nicht aus dem Guten. Das Gute liegt bei ihnen noch tief im Wahren verborgen, gibt ihnen aber die Neigung zum Wahren und treibt sie an, nach dem Wahren zu leben. Die Schlange hingegen bedeutet Argumentationen auf Grund der Sinneserfahrungen, weil diese das Unterste im Menschen sind und allem, was irdisch ist, und den Kriechbewegungen gleichen. … Die „Hornschlange auf dem Pfad“ beschreibt nun das kluge Gerede über das Gute aus dem Wahren. Daß die Schlange beißt, will sagen, sie hefte sich an und stifte Schaden, wobei die Fersen des Pferdes Sinnestäuschungen im untersten Natürlichen darstellen, denn dort ist keinerlei Licht, wenn nicht in dem Wahren auch Gutes ist, denn das Gute ist wie die Flamme, die das Licht aussendet. Wo dann das Gute auf etwas Wahres stößt, da erleuchtet es nicht nur dieses, sondern führt es auch zu sich in das eigene Licht hinein. (HG 6396-6400)

31. Mai Und Oholah buhlte neben mir und es gelüstete sie nach ihren Buhlen, … Statthalter und Heerführer, allesamt hübsche Jünglinge, Reiter, die auf Pferden ritten. Ihre Schwester Oholibah gelüstete es nach

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den Söhnen Aschurs, Statthaltern und Heerführern, die sich ihr nahten, herrlich gekleidet, Reiter reitend auf Pferden, allesamt begehrenswerte Jünglinge. (Ez. 23, 5. 6. 12)

Pferde und Reiter bedeuten im entgegengesetzten Sinn das verkehrte Verständnis und das daraus stammende Falsche. Oholah ist die verkehrte geistige Kirche, nämlich Samaria, und Oholibah die verkehrte himmlische Kirche, nämlich Jerusalem. Denn die Israeliten in Samaria stellten die geistige Kirche dar, aber die Juden in Jerusalem die himmlische Kirche; die Assyrer und Söhne Aschurs wiederum sind die Argumente gegen die Glaubenswahrheiten. Die Reiter auf den Pferden reitend endlich symbolisieren das verkehrte Verständnis aus dem Falschen. (HG 6534)

1. Juni Und Jehovah Gott machte dem Menschen und seiner Gattin Röcke von Fell und kleidete sie. (1. Mose 3, 21)

Daß es heißt, sie seien mit einem Rock von Fell bekleidet worden, rührt daher, daß die Uralten der Unschuld wegen Nackte hießen. … Später, als die Unschuld verloren ging, wurde von ihnen gesagt, sie hätten wahrgenommen, daß sie böse seien, was auch nackt genannt wird. Damit alles in einem geschichtlichen Zusammenhang erscheint, gemäß der Redeweise bei den Alten, heißen sie hier bekleidet, damit sie nicht nackt oder im Bösen erschienen. Die Felle von Böcken, Schafen, Ziegen, Dachsen, Widdern sind das geistig und natürlich Gute. (HG 295) 113

2. Juni In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. (Joh. 1, 4)

Das „Leben“ steht für die göttliche Liebe des Herrn, das „Licht“ für seine göttliche Weisheit. Die göttliche Liebe gehört der göttlichen Weisheit, die göttliche Weisheit der göttlichen Liebe an. Im Menschen erscheinen dagegen Liebe und Weisheit getrennt, obwohl sie in sich eine immerhin unterscheidbare Einheit bilden, denn im Menschen ist die Weisheit so beschaffen wie seine Liebe und diese so wie seine Weisheit. Eine Weisheit, die nicht mit ihrer Liebe eins ist, erscheint nur als solche, ist es aber nicht, und für die Liebe gilt umgekehrt dasselbe. Denn jede zieht wechselseitig ihr Wesen und Leben aus der anderen. (GLW 38, 39)
3. Juni Jesus sagte: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, so wird er euch in alle Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selber reden, sondern was er hören wird, wird er reden. (Joh. 16, 13)

Da die göttliche Kraft durch die geistige Wärme und das geistige Licht im Engel wie im Menschen gegenwärtig ist, sagt man, von Gott entbrannt sei, wer die Wahrheiten der göttlichen Weisheit anerkennt und sich dem Guten der göttlichen Liebe verschrieben hat, wer davon angeregt wird und darüber spricht. Zuweilen wird das auch wahrgenommen und empfunden, etwa wenn ein Prediger mit Eifer spricht. … Wo dies geschieht, nennt man die Betroffenen von Gott erleuchtet, weil der Herr 114

durch die von ihm ausgehende göttliche Kraft nicht nur ihren Willen mit geistiger Wärme entzündet, sondern auch ihren Verstand mit göttlichem Licht erleuchtet. (GLW 148)
4. Juni Und der Mensch erkannte sein Weib Chavah und sie empfing und gebar Kain und sprach: Ich habe einen Mann erworben, den Jehovah. (1. Mose 4, 1)

Von der Ältesten Kirch ist bekannt, das sie ein himmlischer Mensch war, und daß sie keinen anderen Glauben anerkannte, als den, der auf der Liebe zum Herrn und zum Nächsten basierte. … Heutzutage ist es ganz anders, denn der Glaube geht heutzutage voran. Aber durch den Glauben wird vom Herrn tätige Liebe geschenkt, und dann wird die tätige Liebe zur Hauptsache. Daraus ist zu erkennen, daß in der ältesten Zeit die Lehre verfälscht worden ist, als man sich zum Glauben bekannte und so den Glauben von der Liebe trennte. Kain ist der Name für Menschen, die es so halten oder sich zum bloßen Glauben bekennen. Daß Chavah sagte, sie habe einen Mann erworben, den Jehovah, will sagen, der Glaube sei bei denen, die Kain genannt werden, als etwas für sich bestehendes erkannt und anerkannt worden. (HG 337-38)

5. Juni Und sie fuhr fort und gebar seinen Bruder Habel; und Habel ward ein Hirte des Kleinviehs und Kain war ein Bebauer des Bodens. (1. Mose 4, 2)

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Ein Hirt der Herde ist, wer das Gute der tätigen Liebe ausübt. Im Wort wird Hirt genannt, wer lehrt und leitet; die gelehrt und geleitet werden sollen, heißen Herde. Beides gilt nur für Menschen, die sich dem Guten der tätigen Liebe zuwenden, ob sie nun dazu anleiten oder geleitet werden. Der Bauer des Bodens hingegen ist ohne tätige Liebe, wie sehr er auch immer dem von der Liebe getrennten Glauben anhängen mag, der kein Glaube ist. Von denen, die auf das Leibliche und Irdische sahen, wurde gesagt, sie bauten den Boden, was auch daraus hervorgeht, daß gesagt wurde, der Mensch sei aus dem Garten Eden entlassen worden sei, um den Boden zu bebauen. (HG 341-45)

6. Juni Und Adah gebar Jabal, dieser war der Vater des Zeltbewohners und der Viehzucht. (1. Mose 4, 20)

Zelte bewohnen bezieht sich auf die heiligen Dinge der Liebe, nämlich auf unsträflichen Wandel und das Ausüben von Gerechtigkeit, wie es auch gesagt wird vom Wohnen auf dem Berg der Heiligkeit. Das hat seinen Grund darin, daß die Alten ihren heiligen Gottesdienst in Zelten abhielten, bevor als Folge verschiedener Entweihungen die Stiftshütte und später der Tempel erbaut werden mußten. Der Vater der Viehzucht bedeutet das Gute aus diesen heiligen Dingen. Er wird hier nicht Hirt, sondern Vater, und seine Pflegebefohlenen nicht Herde, sondern Vieh genannt. Und diese Bezeichnung folgt unmittelbar nach dem Zelt. Gemeint sind damit die Wohnung oder der Stall des Viehs und der Vater derjenigen, die das Zelt oder die Ställe des Viehs bewohnten, und dies sind die Güter aus den himmlischen Dingen der Liebe (HG 414-15) 116

7. Juni Jesus sprach zu ihnen (den Pharisäern): Wenn ihr blind wäret, hättet ihr keine Sünde, nun sagt ihr aber: Wir sind sehend, so bleibt denn eure Sünde. (Joh. 9, 41)

Die erste Art von Entweihung begehen Menschen, die mit dem Wort oder mit den göttlichen Bindungen der Kirche Scherz treiben oder darüber spotten. Die zweite Art geschieht von Seiten jener, die die göttlichen Wahrheiten verstehen und anerkennen, doch im Gegensatz dazu leben. Die dritte Art findet sich bei denen, die den Buchstabensinn des Wortes dazu benützen, um ihre bösen Leidenschaften und falschen Argumente zu begründen. Die vierte Art begehen Menschen, die mit dem Mund fromme und heilige Dinge äußern und dazu in Ton und Gebärden liebevolle Neigungen heucheln, obgleich sie im Herzen weder glauben noch lieben. Die fünfte Art besteht darin, sich selbst göttliche Kräfte zuzuschreiben. Die sechste Art ist die, das Wort anzuerkennen, das göttliche Wesen des Herrn aber zu leugnen. Die siebente Art begehen jene, die zuerst die göttlichen Wahrheiten anerkennen und auch entsprechend leben, später aber abfallen und leugnen. Diese ist die schlimmste Art, weil diese Menschen die heiligen Dinge derart mit den profanen vermischen, daß sie sich nicht mehr trennen lassen. (GV 231, Überschriften)
8. Juni Jedes Reich, das mit sich entzweit ist, wird verwüstet, und keine Stadt und kein Haus, das mit sich selbst entzweit ist, wird bestehen bleiben … Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. (Mat. 12, 25. 30)

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Im Inneren des Menschen kann Böses und Gutes nicht beisammen sein, daher auch nicht das Falsche des Bösen und das Wahre des Guten. Der Herr kann das Gute und dessen Wahres nur soweit in das Innere des Menschen einfließen lassen, wie das Böse und dessen Falsches daraus entfernt ist. Würde das Gute mit seinem Wahren früher einfließen, würde sich der Mensch vom Guten zurückziehen und wieder seinem Bösen zuwenden. Ist der Mensch böse, können seinem Verstand viele Wahrheiten beigebracht und im Gedächtnis verankert werden ohne dadurch entweiht zu werden. Der Herr trägt jedoch durch seine göttliche Vorsehung die größte Sorge, daß sie nicht früher und nicht in größerem Maß in den Willen des Menschen aufgenommen werden, als dieser das Böse in seinem äußeren Menschen wie von sich aus entfernt hat. Geschähe das vorher und in größerem Maß, würde der Wille das Gute verkehren und der Verstand das Wahre verfälschen, da dann das Gute mit dem Bösen und das Wahre mit dem Falschen vermischt würde. Aus diesen Gründen läßt der Herr den Menschen nur so tief ins Wahre der Weisheit und ins Gute der Liebe eindringen, wie er bis ans Ende seines Lebens erhalten werden kann. (GV 232, Überschriften)
9. Juni Wer da glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer aber nicht geglaubt hat, der wird verdammt werden. (Mark. 16, 16)

Weil hier nur vom Glauben allein die Rede ist, kann das Gemüt in Zweifel geraten an der Wahrheit der Lehre, daß die himmlische Liebe, die durch die Glaubenswahrheiten eingeflößt wird, die Kirche ausmache. Wenn aber jene rein kognitive Wahrheit, d. h. das Wahre des Buchstabensinnes verinnerlicht wird, ergibt sich deutlich, daß sie dennoch mit dem 118

Wahren der Lehre übereinstimmt, denn getauft werden bedeutet im inneren Sinn wiedergeboren werden. Wer also nicht geglaubt hat, kann gar nicht getauft werden, weil er nicht wiedergeboren werden kann. Die Taufe ist das Symbol der Wiedergeburt und somit der Einführung in die Kirche, d.h. in das Gute durch die Wahrheiten aus dem Wort. (HG 9032)
10. Juni Und wenn Männer miteinander hadern und ein Mann den Genossen schlägt mit einem Stein oder mit der Faust und stirbt nicht, fällt aber aufs Lager, so soll, wenn er aufsteht und mit einer Stütze auf der Straße geht, der ihn schlug, ungestraft bleiben, nur seine Versäumnis soll er ihm geben und ihn heilen lassen. (2. Mose 21, 18. 19)

Weil Krankheiten und Körperbeschwerden, wie auch Heilungen und Heilmittel im Wort nicht vom natürlichen Leben ausgesagt werden, sondern von einem anderen Leben, das vom natürlichen verschieden ist, so ergibt sich daraus für den, der einigermaßen nachdenkt, daß der Mensch ein anderes Leben hat, das seinem inneren Menschen angehört. Der obige Text will nun im inneren Sinn sagen: Wenn eine Wahrheit der Glaubenslehre der Kirche durch eine rein kenntnismäßige Wahrheit aus dem Buchstabensinn des Wortes geschwächt , jedoch nicht vernichtet wird, dann muß sie ersetzt und wiederhergestellt werden, und zwar durch die richtige Auslegung. (HG 9032)
11. Juni Und so ein Mann eine Grube öffnet, oder so ein Mann eine Grube gräbt und sie nicht bedeckt, und

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es fällt ein Ochse oder ein Esel hinein, so soll der Herr der Grube Ersatz geben und seinem Herrn das Silber zurückgeben; das Tote aber gehört ihm. (2. Mose 21, 33. 34)

Der Herr der Grube ist derjenige, der die Falschheiten verbreitet. Der Herr der Tiere ist derjenige, dessen Gutes oder Wahres im natürlichen Bereich verkehrt wurde, denn der Ochse bedeutet das Gute, der Esel das Wahre im natürlichen Bereich. Sind diese in die Grube gefallen, d.h. verkehrt worden, müssen sie durch Wahres verbessert werden. Innerhalb der Kirche geschieht das durch das Wahre aus dem Wort oder aus der Lehre, die aus dem Wort geschöpft ist. Das Wahre lehrt nämlich, was böse und was falsch ist; dadurch kann es der Mensch sehen und anerkennen. Tut er das, dann kann es verbessert werden, denn der Herr fließt im Menschen in das ein, was der Mensch weiß, nicht aber in das, was er nicht weiß. Deswegen verbessert er auch das Böse und Falsche nicht eher, als bis der Mensch belehrt worden ist, daß es böse und falsch ist. (HG 9087-88)

12. Juni Und Jehovah redete zu Mose und sprach: Und du sollst ein Becken von Erz und sein Gestell von Erz machen zum Waschen, und es zwischen das Versammlungszelt und den Altar stellen und Wasser darein tun. (2. Mose 30 17. 18)

Wer nicht weiß, daß die Wasser Wahrheiten des Glaubens bedeuten, kann nicht wissen, was die Taufe bedeutet, denn er glaubt, daß dieses Äußere den Menschen selig mache, da doch das Äußere nichts hilft, sondern das Innere, das hier gemeint ist, nämlich die Wiedergeburt durch die Wahrheiten des Glaubens. Denn die Angehörigen der Kirche werden von den 120

übrigen auf dem Erdkreis durch die Taufe unterschieden, weil diese durch die Wahrheiten des Glaubens wiedergeboren werden können, nicht aber, die außerhalb der Kirche sind, denn innerhalb der Kirche ist das Wort, in dem die Wahrheiten des Glaubens enthalten sind. (HG 10238)
13. Juni Und der zu Reinigende wasche seine Kleider und schere all sein Haar ab und bade im Wasser, so ist er rein, und nachher komme er ins Lager, bleibe aber sieben Tage außerhalb seines Zeltes. Und am siebenten Tag schere er all sein Haar, sein Haupt und seinen Bart und seine Augenbrauen und all sein Haar schere er und wasche seine Kleider und bade sein Fleisch im Wasser, und er ist rein. (3. Mose 14, 8. 9)

Wer glaubt, daß die, die ihr Fleisch oder ihre Hände und Füße oder ihre Kleider waschen, rein und geheiligt, das heißt, gereinigt worden seien, nämlich von Sünden, befindet sich in großem Irrtum. Denn die Sünden werden nicht wie der Schmutz mit Wasser, auch nicht durch Wasser abgewaschen und weggewischt, sondern sie werden abgewaschen, das heißt entfernt, durch Wahrheiten und durch ein Leben nach diesen. Das war es, was durch die Waschungen bloß bildlich dargestellt wurde, denn die Wasser bedeuten Wahrheiten, und die Wahrheiten reinigen den Menschen, wenn er nach ihnen lebt. (OE 475)
14. Juni Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihre reiniget das Äußere des Kelches und

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der Schüssel; inwendig aber sind sie voll Raubes und Unmäßigkeit. Blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Kelches und der Schüssel, auf daß auch das Äußere derselben rein werde. (3. Mose 14, 25. 26)

Die Juden wurden keineswegs von geistigem Schmutz, das heißt, vom Bösen, das aus dem Herzen hervorgeht, durch Waschungen geheiligt und gereinigt, weil dieses Böse inwendig seinen Sitz hat und nichts gemein hat mit dem Schmutz in der Welt, der dem Körper anklebt. Es wird gesagt, man solle zuvor das Innere des Bechers und der Schale reinigen, auf daß auch das Äußere rein sei; denn das Äußere kann beim Menschen nicht gereinigt werden, bevor das Innere sauber ist, weil das Innere durch das Äußere gereinigt wird. Durch Becher und Schüssel wird das Innere und das Äußere des Menschen dargestellt, welches das Gute und Wahre aufnimmt, denn der Becher ist das Gefäß für den Wein, die Schale für die Speise. Wein steht aber für das Wahre, die Speise für das Gute. (OE 475)
15. Juni Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, du hast dein Gutes in deinem Leben empfangen, und Lazarus dagegen Böses: Nun aber wird er getröstet, du aber gepeinigt. Und über alles dies ist eine große Kluft befestigt zwischen uns und euch, sodaß die, so wollten von hinnen zu euch hinüber gehen, nicht können, und auch nicht die von dannen zu uns herüberkommen. (Luk. 16, 26)

Das Böse selbst ist die Hölle und das Gute selbst der Himme;, anders ausgedrückt: das Böse selbst ist der Teufel, 122

und das Gute selbst ist der Herr. Der Mensch, in dem das Böse herrscht, ist eine Hölle in kleinster Form, herrscht in ihm hingegen das Gute, ist er ein Himmel in kleinster Form. Wie könnte unter diesen Umständen der Himmel in die Hölle eintreten, zwischen denen doch eine so ungeheure Kluft besteht, daß man nicht von einer Seite zur anderen gelangen kann? Folglich muß durchaus zuerst die Hölle entfernt werden, damit der Herr mit dem Himmel in den Menschen eintreten kann. (GV 100)

16. Juni Ich bitte dich, Vater Abraham, daß du den Lazarus sendest in das Haus meines Vaters, denn ich habe fünf Brüder, damit er ihnen Zeugnis gebe, auf daß sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; sie sollen auf sie hören! Der aber sagte: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen käme, so würden sie Buße tun. Jener aber antwortete: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn einer von den Toten aufersteht. (Luk. 16, 27-31)

Das Reden mit Verstorbenen hätte dieselbe Wirkung wie die Wunder. Der Mensch würde dadurch nämlich nur für kurze Zeit überzeugt und zur Gottesverehrung angehalten werden, weil er auf diese Weise seine Vernunft verlöre und sein Böses nur abgekapselt würde. Würde diese Verzauberung, bzw. diese innere Bremse gelöst, bräche das eingeschlossene Böse mit Gotteslästerung und Entweihung hervor. Aber das geschieht nur, wenn die Geister etwas Dogmatisches der 123

Religion anführen, was niemals von Seiten eines guten Geistes, geschweige denn eines himmlischen Engels geschieht. (GV 134)
17. Juni Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, daß wer ein Weib ansieht, um ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. (Mat. 5, 27. 28)

Da bei den Bösen die Begierden zusammen mit ihrer Hinterlist das Innere des Denkens bilden und die Reize der Begierden mit ihren Machenschaften das Äußere des Denkens, so ergibt sich, daß das Innere nur von seinen Begierden gereinigt werden kann, soweit das Böse aus dem äußeren Menschen entfernt ist. Es ist der innere Wille des Menschen, der seinen Begierden zugrunde liegt und sein innerer Verstand, der die Basis seiner Hinterlist bildet. Dem äußeren Willen aber liegen die Anreize der Begierden zugrunde und dem äußeren Verstand die Machenschaften der Hinterlist. Die Begierden können demnach nur aus dem Inneren vertrieben werden, wenn das Äußere von seinem Bösen gereinigt wird. Die Begierden bringen durch ihre Lüste das Böse hervor. Wird aber das Böse für erlaubt gehalten, was geschieht, wenn Wille und Verstand darin übereinstimmen, dann bilden Lüste und Böses eine Einheit. Wie man weiß, kommt eine solche Übereinstimmung der Tat gleich. (GV 111)
18. Juni Es waren aber zur selben Zeit etliche da, die sagten ihm an von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischte. Und Jesus antworte-

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te und sprach zu ihnen: Meint ihr, diese Galiläer seien Sünder gewesen vor allen Galiläern, dieweil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch also umkommen. (Luk. 13, 1-3)

Wer in einem von der tätigen Liebe getrennten Glauben lebt und sich darin durch das Wort des Paulus an die Römer bestätigt sieht:
So halten wir denn dafür, daß der Mensch durch den Glauben gerecht gesprochen werde, ohne Werke des Gesetzes… (Röm. 3, 28)

– der betet diese Worte geradezu an, vergleichbar Menschen , die die Sonne anbeten. Man weiß nämlich nicht, daß Paulus dort unter den Werken des Gesetzes keineswegs die Zehn Gebote versteht, sondern die jüdischen Ritualgesetze, die in den fünf Büchern Mose beschrieben und dabei stets als „Gesetz“ bezeichnet werden. Um diesem Mißverständnis vorzubeugen, fügt der Apostel in Vers 31 desselben Kapitels hinzu: Heben wir also das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne: Vielmehr halten wir das Gesetz aufrecht. Wer sich durch den obigen Ausspruch in den Glauben ohne Werke verstiegen hat, dem geht es beim Betrachten dieser Stelle wie beim Blick in die Sonne, und er sieht nicht , daß dort, wo Paulus die Gesetze des Glaubens aufzählt, er damit die Werke der tätigen Liebe meint. (GV 115)
19. Juni Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, so gehe ich zu ihm ein und halte das Abendmahl mit ihm und er mit mir. (Offb. 3, 20)

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Der Herr reinigt den Menschen erst dann von seinen Begierden seines Bösen, wenn der Mensch das Böse wie aus eigener Kraft entfernt, weil es vorher nicht geschehen kann. Das Böse ist nämlich im äußeren Menschen, die Begierden des Bösen aber sind im inneren Menschen, und beide hängen zusammen wie der Stamm mit seinen Wurzeln. Wird daher das Böse nicht entfernt, ist eine Öffnung unmöglich, weil es die Tür versperrt und abschließt, die der Herr nur mit Hilfe des Menschen öffnen kann. Wenn daher der Mensch gleichsam aus eigener Kraft die Tür auftut, rottet der Herr gleichzeitig auch die Begierden aus. (GV 119)
20. Juni Eure Rede sei : Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mat. 5, 27)

Eine solche Redeweise ist im dritten Himmel üblich, da dort niemand über die göttlichen Dinge räsoniert, ob sie sich so oder so verhielten. Diskussionen über göttliche Dinge, ob sie sich so oder nicht so verhalten, beruhen darauf, daß der Haarspalter sie nicht vom Herrn aus, sondern aus eigener Sicht beurteilen will. Und was er auf diese Weise erreicht, ist böse. Dennoch aber will der Herr, daß der Mensch über die göttlichen Dinge nachdenkt und spricht und sie auch untersucht, um zu erkennen, wie sie sich verhalten. Solange solches Denken, Reden und Untersuchen den Zweck verfolgt, die Wahrheit zu erkennen, kann man sagen, daß es im Menschen unter dem Einfluß des Herrn geschieht. (GV 219)
21. Juni Wer da hat, dem wird gegeben, wer aber nicht hat, dem wird genommen, was er hat. (Mark. 4, 25)

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Der Mensch kann in die Weisheit der geistigen Dinge und auch in die Liebe zu ihnen eingelassen werden, ohne dadurch umgebildet zu werden. Tritt der Mensch später davon zurück und geht zum Gegenteil über, profaniert er das Heilige. (Damit daraus keine Katastrophe entsteht…), sorgt der Herr dafür, daß Böses wie Gutes gesondert für sich bleiben, damit sie getrennt werden können. Jeder Mensch ist sowohl böse wie gut – von sich aus böse und unter dem Einfluß des Herrn gut. … Der eine gehorcht innerlich dem Herrn und äußerlich sich selbst, der andere umgekehrt, äußerlich dem Herrn, aber innerlich sich selbst. Dieser ist böse, jener gut. Dieser Böse besitzt noch das Gute des bürgerlichen und sittlichen und auch äußerlich einiges des geistigen Lebens. Durch dieses wird auch er vom Herrn geführt. Aber der Herr hält das Gute und das Böse getrennt, damit es sich nicht vermischt. Nach dem Tod werden sie tatsächlich getrennt: Denen, die innerlich böse und nur äußerlich gut waren, wird das Gute genommen, und sie werden damit ihrem Bösen überlassen. Das Umgekehrte geschieht denen, die innerlich gut gewesen sind, in ihrem Äußeren aber wegen ihrer Neigung zur Welt in vieler Hinsicht den Bösen glichen. … Bei ihnen wird das Böse vom Guten abgetrennt. (GV 227)
22. Juni Und von Rephidim brachen sie auf und kamen in die Wüste Sinai und lagerten in der Wüste, und Israel lagerte sich dem Berg gegenüber und Mose stieg hinauf zu Gott, und Jehovah rief ihm vom Berg und sprach: So sollst du sprechen zum Haus Jakob und ansagen den Stämmen Israels. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm Jehovah geboten hatte. (2. Mose 19, 2.3. 7)

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Mit denen, die in einem noch nicht durch die Wahrheiten gebildeten Guten sind, verhält es sich so: Sie werden vom Herrn zuerst durch die Hauptwahrheiten gebildet, d.h. durch allgemeine Wahrheiten, in denen und von denen die übrigen sind. Hauptwahrheiten sind: Gott ist einer; der Herr wurde als Mensch geboren, um die Menschheit selig zu machen; es gibt einen Himmel und eine Hölle; in den Himmel kommt, wer gut, in die Hölle, wer schlecht gelebt hat; die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten sind die Gebote, von denen alle übrigen abhängen, und diese Liebe kann nur durch den Glauben gegeben werden. (HG 8773)

23. Juni Und acht Tage alt werde von euch alles Männliche beschnitten in eueren Geschlechtern, der im Haus geboren und der mit Silber erworben ist von irgendwelchem Sohn des Auslands, der nicht deines Samens ist. (1. Mose 17, 12)

Hier geht es um die Kirche des Herrn im allgemeinen Sinn, weshalb mit dem Sohn des Auslands Menschen gemeint sind, die nicht der Kirche angehören, wie die Heiden. Diese können Wahrheiten besitzen, aber nicht die des Glaubens. Ihre Wahrheiten sind dann wie die Vorschriften der zehn Gebote, daß man die Eltern ehren, daß man nicht morden, nicht stehlen nicht die Ehe brechen, nicht begehren soll, was anderen gehört und auch, daß man die Gottheit verehren soll. Die Wahrheiten des Glaubens aber sind alle Lehren vom ewigen Leben, vom Reich des Herrn und vom Herrn selbst. Diese können sie nicht haben, da sie das Wort nicht haben. (HG 2049)

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24. Juni Und sie kamen zu Jakob, ihrem Vater, ins Land Kanaan, und sagten ihm alles an, was ihnen begegnet war, und sprachen: Der Mann, der Herr des Landes, redete uns hart an und gab uns für Kundschafter des Landes aus. (1. Mose 42, 29. 30)

Hier ist von Joseph die Rede. Mann heißt er in Bezug auf das Geistige, Herr in Bezug auf das Himmlische, denn Mann bedeutet im inneren Sinn das Wahre und Herr das Gute, und das Wahre aus der göttlichen Kraft ist es, was geistig genannt wird. Das Gute aus der göttlichen Kraft jedoch wird himmlisch genannt. Das Land, nämlich Ägypten, ist das natürliche Gemüt. Im natürlichen Bereich gibt es zweierlei, nämlich Kenntnisse und Wahrheiten der Kirche. Die Kenntnisse müssen zuerst in Ordnung gebracht werden, weil die Wahrheiten der Kirche von diesen aus begriffen werden sollen; denn nichts kann in den Verstand des Menschen eingehen ohne Vorstellungen, die von diesen Kenntnissen herstammen, die der Mensch sich von Kind auf erworben hat. (HG 5510)

25. Juni

Fortsetzung Was das für Vorstellungen sind, wird gewöhnlich im anderen Leben denen, die es wünschen, in lebendiger Wirklichkeit gezeigt; denn solche Dinge stellen sich im Licht des Himmels deutlich sichtbar dar, und dann zeigt sich auch, mit welchem Schatten oder mit was für Lichtstrahlen das Wahre bedeckt

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war, das sie von der Lehre der Kirche her hatten. Bei einigen erscheint es unter Falschem, bei anderen unter Dingen, die zur Kurzweil dienen, auch unter Ärgernissen oder Sinnestäuschungen, bei wieder anderen unter Scheinwahrheiten. Wenn der Mensch ein Leben der tätigen Liebe geführt hatte, werden aus jenem Guten wie aus einer vom Himmel kommenden Flamme die Wahrheiten erleuchtet und die Sinnestäuschungen, in denen sie stecken, erhalten einen Glanz. Und wenn vom Herrn Unschuld eingeflößt wird, erscheinen sie als Wahrheiten. (HG 5510)
26. Juni Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin Jehovah, dein Gott … (2. Mose 20, 1. 2)

Was Gott redet ist nichts als Wahres. Daher wird das göttlich Wahre das Wort genannt, und das Wort ist der Herr, und das aus dem Grund, weil der Herr selbst das göttlich Wahre war, während er in der Welt weilte, und nachher, als er verherrlicht wurde, zum göttlich Guten ward, und weil jetzt aus ihm alles göttlich Wahre hervorgeht. Dieses Wahre ist das Licht der Engel, und dieses Licht ist es auch, das unser inneres Auge, nämlich den Verstand erleuchtet. Weil aber dieses Auge nicht das Natürliche, sondern das Geistige sieht, entstehen im Verstand Bilder der geistigen Wahrheiten, welche die des Glaubens genannt werden. Im natürlichen Bereich jedoch siedeln sich die Wahrheiten des bürgerlichen Lebens an, die sich auf die Gerechtigkeit beziehen, und auch die Wahrheiten der Moral, deren Kern die Redlichkeit und Rechtschaffenheit sind. Ganz außen finden sich schließlich die natürlichen Wahrheiten, die erschlossen werden aus den Gegenständen der körperlichen Sinne, besonders des Gesichts. (HG 8861) 130

27. Juni Du sollst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht. (2. Mose 20, 3)

Das erste, was zerstören würde, fände statt, wenn man über die Wahrheiten anderswoher denken wollte, als aus dem Herrn. … Der Herr ist nicht in den Wahrheiten beim Menschen, wenn dieser ihn selbst und seine göttliche Kraft leugnet, und auch wenn er ihn zwar anerkennt, aber dennoch glaubt, das Gute und Wahre sei nicht vom Herrn, sondern aus ihm selbst, und wenn er daher sich selbst Gerechtigkeit zuschreibt. (HG 8867-68)
28. Juni Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen; denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht, und sie verstehen es nicht. (Mat. 13, 13)

Falsch ist alle Einsicht und Weisheit, der die Anerkennung der göttlichen Kraft fehlt. Wer an deren Stelle die Natur anerkennt, denkt nämlich ausschließlich körperlich und sinnlich, wie sehr er auch in der Welt als gebildet und gelehrt erscheinen mag. Seine Bildung erhebt sich nicht über das Sichtbare. Dieses hält sein Gedächtnis fest und zwingt ihn dazu, alles unter materiellen Gesichtspunkten zu betrachten, auch wenn er sich mit denselben Wissenschaften befaßt, die den wahrhaft Verständigen zur Ausbildung ihrer Vernunft dienen, nämlich mit der Physik, Astronomie, Chemie, Mechanik usw. usw. Auch die Geistlichen, die den göttlichen Einfluß leugnen, erheben ihre Gedanken nicht über die Sinne, die dem äußeren Menschen angehören. Sie können deshalb nichts Wahres und 131

Gutes erkennen, denn es liegt für sie in der Finsternis, das Falsche und Böse dagegen im Licht. (HH 353)

29. Juni Auch Finsternis macht finster nicht vor dir; und Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht. Denn du besitzest meine Nieren, mich bedecktest du in meiner Mutter Leib. Es war dir nicht verhohlen mein Gebein, da im Verborgenen ich gemacht ward, da ich gewirkt ward in der Erde untern Räumen. (Psalm 139, 12. 13. 15)

Finsternis bedeutet das Falsche und Licht das Wahre. Die Nieren besitzen heißt, Falsches und Wahres beim Menschen kennen. Daher wird gesagt: „Es war dir nicht verhohlen mein Gebein…“ Nichts Falsches, was entstand, konnte verborgen bleiben. Weil die Nieren die vom Falschen gereinigten Wahrheiten bedeuteten, wurde bei den Opfern nur das Fett und die Nieren verbrannt. Es geschah deshalb, weil die Fettstücke das Gute der Liebe darstellten und die Nieren das Wahre des Glaubens, das läutert, reinigt und das Falsche ausscheidet. Das letztere geht auf die Entsprechung zurück, denn alle Teile des Körpers entsprechen einer geistigen Tätigkeit. (OE 167)
30. Juni Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der auftut und niemand verschließt, und verschließt und niemand tut auf. Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie

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verschließen, weil du eine kleine Kraft hast, und hast mein Wort gehalten und meinen Namen nicht verleugnet. (Offb. 3, 7. 8)

Alle Macht, welche die Engel und die Menschen vom Herrn haben, stammt aus dem Guten der Liebe. Und weil das Gute der Liebe nicht aus sich handelt, sondern durch das Wahre, darum hat das Gute der Liebe alle Macht durch das Wahre, und die Geistigen haben Macht aus dem Guten der tätigen Liebe durch die Wahrheiten des Glaubens, denn das Gute nimmt seine Beschaffenheit durch das Wahre an, weil das Gute ohne das Wahre keine Beschaffenheit hat, und wo keine Beschaffenheit ist, da ist keine Kraft oder Macht. Der Text handelt also von Menschen, die den Glauben aus der tätigen Liebe besitzen, denn „sie halten mein Wort“, sie vernehmen und kennen nicht nur die Wahrheiten, sondern sie wollen und tun sie und machen sie zur Sache ihres Lebens. Dadurch haben sie vom Herrn Macht wider das Böse und Falsche. (OE 209)

1. Juli So wird wegtreiben Aschurs König die Gefangenschaft Ägyptens und Kuschs (Äthiopiens) Verbannte, junge und alte, nackt und barfuß mit aufgedecktem Gesäß, die Blöße Ägyptens. Daß sie entsetzt und beschämt werden ob Kusch, auf den sie vertrauten und auf Ägypten, ihren Schmuck. Und sprechen wird an jenem Tag, der auf dieser Insel wohnt: Siehe, so ist unsere Zuversicht, zu der wir flohen um Beistand, zur Errettung vor Aschurs König! Und wie sind wir entronnen? (Jes. 20, 4-6)

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Auch diese Erzählung ist nicht irgend eine finstere Historie, sondern handelt von der Kirche. Der König von Aschur stellt die verdrehte Vernunft dar, insbesondere das Gerede aus fehlerhaftem Wissen, das die Reize natürlicher Liebestriebe fördert. Das Wegtreiben der Verbannten zeigt, daß die gestörte Vernunft die Kenntnisse des natürlichen Menschen für sich beansprucht und sich durch diese und die Verlockungen, denen sie günstig sind, bestärkt. Unter Ägypten sind die Kenntnisse, unter Kusch die Reize zu verstehen. Daß das Gute des Wahren im natürlichen Menschen darunter leidet, wird ausgedrückt durch die Worte „daß sie entsetzt und beschämt werden…“ Der auf der Insel wohnt, ist das Gute des Wahren im natürlichen Menschen oder der natürliche Mensch, in dem das Gute des Wahren vorhanden ist. (OE 406)

2. Juli Und die zwölf Tore zwölf Perlen. Ein jedes der Tore war aus einer Perle, und die Straße der Stadt reines Gold wie durchscheinendes Glas. (Offb. 21, 21)

Das reine Gold ist das Gute der Liebe, aus dem alles zum Himmel und zur Kirche Gehörige entspringt. Man kann das Gute der Liebe vom Herrn nicht sehen, wenn es nicht gezeigt wird, und daher weiß man auch nichts davon. Das Gute geht nicht wie das Wahre ins Denken ein, denn das Wahre stammt aus dem Licht des Himmels, in dem es gesehen wird; das Gute dagegen wird nur gefühlt, weil es aus der Wärme des Himmels stammt. Wer über seine Gedanken reflektiert, achtet selten auf das, was er fühlt, sondern nur auf das, was er sieht. Dies ist ein Grund dafür, daß Wissenschaftler mehr dem Denken als dem 134

Gefühl zugeschrieben haben und die Kirche dem Glauben an Stelle der Liebe, während doch das Wahre, das Glaube genannt wird, nur eine Form des Guten ist, das der Liebe angehört. (OE 1317)
3. Juli Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Monds daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm. Und die Völkerschaften derer, die gerettet werden, werden in ihrem Licht wandeln und die Könige der Erde ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen. Und ihre Tore werden nicht geschlossen werden des Tages (denn Nacht wird da nicht sein). Und sie werden die Herrlichkeit und die Ehre der Völkerschaften in sie bringen. (Offb. 21, 23-26)

Die Menschen der Neuen Kirche werden nicht sich selber lieben und nicht auf die eigene Einsicht bauen, sie werden also nicht in einem natürlichen, sondern in einem geistigen Licht wandeln; sie bedürfen nicht der natürlichen Gestirne, sondern werden vom Herrn erleuchtet. Und in diesem Licht werden diejenigen wandeln, die ein gutes Leben führen. Das sind die Völkerschaften, die gerettet werden, und die Könige der Erde, nämlich alle, die die Wahrheiten der Weisheit aus dem geistig Guten anerkennen, den Herrn bekennen, und ihm alles Wahre und Gute in ihnen zuschreiben. Diese alle werden fortwährend aufgenommen, weil es hier keinen Irrtum des Glaubens gibt, weshalb die Tore nicht geschlossen werden. Wer hier eingeht, bringt das Bekenntnis, die Anerkennung und den Glauben mit sich, daß der Herr der Gott des 135

Himmels und der Erde sei und alles Wahre der Kirche und alles Gute der Religion von ihm stamme. Kirche und Religion sind nicht dasselbe. Die Kirche vertritt die Lehre, die Religion das Leben nach dieser Lehre. Jeder Teil der Lehre ist eine Wahrheit, und auch ihr Gutes ist Wahrheit, weil nur sie es lehrt. Jeder Teil des Lebens, das gemäß den Lehren geführt wird, ist dagegen Gutes. Wo aber Lehre ohne Leben ist, kann weder von Kirche noch von Religion die Rede sein. (OE 1328-32)
4. Juli Und ich errichte meinen Bund mit euch; und es soll nicht mehr ausgerottet werden alles Fleisch von den Wassern der Sintflut, und es wird nicht mehr eine Sintflut sein, zu verderben die Erde. (1. Mose 9, 11)

Der Bund ist die Gegenwart des Herrn bei allen, die nur immer tätige Liebe üben. Das gilt auch für Heiden. Der Mensch der Kirche meint aber, niemand von denen, die außerhalb der Kirche stehen, könne selig werden, weil diese keine Glaubenserkenntnisse haben und daher nichts vom Herrn wissen. Es gibt sogar viele, die einer Ketzerei huldigen, die meinen, niemand, der nicht denkt wie sie, könne selig werden. Der Herr übt aber Barmherzigkeit gegenüber der gesamten Menschheit und will alle selig machen und zu sich ziehen. Diese Barmherzigkeit erstreckt sich auf den ganzen Erdkreis. Wer außerhalb der Kirche und damit in Unwissenheit geboren ist, trägt daran keine Schuld. Welcher Gutdenkende wird behaupten, der Herr lasse eine so große Menge Menschen geboren werden, damit sie des ewigen Todes sterben? Dies widerspräche dem göttlichen Wesen und der Barmherzigkeit. (HG 1032) 136

5. Juli Und einer von ihnen, ein Gesetzlehrer, fragte ihn, um ihn zu versuchen, und sprach: Lehrer, welches ist das große Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte. Dies ist das erste und große Gebot. Das zweite aber ist ihm ähnlich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Mat. 22, 35-40)

Gottes Verbindung mit dem Menschen ist eine geistige Verbindung im Natürlichen, und diejenige des Menschen mit Gott eine natürliche Verbindung unter geistigem Einfluß. Diese Verbindung ist das Ziel, für das der Mensch zugleich zum Bürger des Himmels und der Welt geschaffen wurde. Als Bürger des Himmels ist er, wie gesagt, geistig, als Bürger der Welt natürlich. Wird nun der Mensch geistig-vernünftig und zugleich geistig-moralisch, so ist er mit Gott verbunden und erlangt das Heil und das ewige Leben. Bleibt er hingegen lediglich natürlich-vernünftig und natürlich-moralisch, so besteht zwar eine Verbindung zwischen Gott und ihm, aber nicht zwischen ihm und Gott. Das Ergebnis ist für ihn der geistige Tod, der an und für sich nichts anderes als natürliches Leben ohne geistiges ist. (WCR 369)

6. Juli

Fortsetzung Weil aber der Mensch immer äußerlicher wurde, ergab er sich immer mehr der Welt und dem Körper. Wenn er so gewor137

den ist, kümmert er sich nicht mehr um die himmlischen Dinge; denn diese liegen ihm so fern, daß er nicht einmal an ihre Existenz glaubt, weil ihn dann die Lust der irdischen Liebestriebe ganz beherrscht und mit diesen alles Böse, was ihn durch jene Triebe befriedigt. Dann ist das, was er vom Leben nach dem Tod, vom Himmel und von der Hölle hört, wie Spreu im Wind, die auf den ersten Blick verfliegt. Daher kommt es auch, daß die Lehre von der tätigen Liebe, die bei den Alten einen so hohen Wert gehabt hatte, heutzutage unter die verlorenen Dinge gehört; wer weiß denn noch, was tätige Liebe im echten Sinn und was der Nächste im echten Sinn ist, während doch diese Lehre reich ist an so vielen und so großen Geheimnissen, daß sie nicht zum tausendsten Teil beschrieben werden kann. Die ganze Heilige Schrift, das „Gesetz und die Propheten“, ist nichts anderes als die Lehre von der Liebe und der tätigen Liebe. (HG 6631-32)

7. Juli

Fortsetzung Die tätige Liebe und der Glaube im Menschen verhalten sich wie die Bewegung des Herzens, die wir Zusammenziehung und Erweiterung nennen, und wie die der Lunge, die wir das Atemholen nennen. Diese wiederum entsprechen auch dem Willen und Verstand , also der Tätigen Liebe und dem Glauben. Deshalb werden der Wille und seine Neigung im Wort unter dem Herzen verstanden, der Verstand und sein Denken aber dem Leben oder dem Geist. Den Geist aufgeben heißt ja auch, nicht mehr atmen. Aus all dem folgt, daß es keinen Glauben geben kann ohne tätige Liebe, so wie das Atmen der Lunge ohne den Herzschlag nicht bei einem lebendigen Menschen, sondern nur bei einem Automaten stattfinden kann. Die tätige Liebe bringt durch den Glauben den Nutzen 138

hervor wie der Herzschlag durch den Atem die Tätigkeit. Die Übereinstimmung ist so groß, daß man in der geistigen Welt den Glauben eines jeden am Atemholen und seine tätige Liebe am Herzschlag erkennt. (LvG 19)

8. Juli

Fortsetzung Der Nächste im natürlichen Sinn ist der Mensch in Gesellschaft und als Einzelwesen. Der Mensch in Gesellschaft ist die Kirche, das Vaterland und die Allgemeinheit. Der Mensch als Einzelwesen ist der Mitbürger, der im Wort Bruder und Genosse heißt. Aber der Nächste im geistigen Sinn ist das Gute, und weil der Nutzen das Gute ist, so ist der Nächste im geistigen Sinn der Nutzen. Wer liebt denn den Nächsten als Person? Man liebt ihn für sein Inneres, von dem seine Eigenschaften herrühren, man liebt überhaupt seine Eigenschaften, denn diese sind der Mensch. Was geliebt wird, ist die Nützlichkeit, d.h. das Gute. Es ist aber nicht dasselbe, ob man den Nächsten liebt wegen des Guten, das für uns oder das für ihn gut ist. Den Nächsten lieben wegen des Guten oder des Nutzens für sich selbst, das kann auch der Böse; aber ihn lieben um seines Nutzens willen, das kann nur der Gute, denn dieser liebt das Gute um des Guten willen; oder aus der Neigung, Nutzen zu schaffen, liebt er den Nutzen. (LvG 20-21)
9. Juli

Fortsetzung Die Liebe zum Nächsten basiert auf dem Bestreben, alle Arten von Mord zu fliehen. Unter Mord hat man Feindschaft, Haß, Rache zu verstehen, die den Tod atmen, 139

denn in ihnen ist der Tod verborgen wie das Feuer im Holz unter der Asche. Daher kommt es, daß man sagt: von Haß entbrennen oder vor Rache glühen. Dies sind Morde im natürlichen Sinn, aber unter den Morden im geistigen Sinn werden all die mannigfaltigen und vielfachen Arten verstanden, wie man die Seelen der Menschen tötet und verdirbt. Diese Arten von Mord liegen inwendig im Menschen von Geburt an verborgen, allein er lernt von Kindheit an, sie zu verhüllen durch ein dem bürgerlichen und sittlichen Gesetz gemäßes Leben, das er unter den Menschen in der Welt führen muß. So ist der Mensch an sich ein Mörder; da er nach dem Tod das Äußere mit dem Körper ablegt, und nur das Innere zurückbehält, ist klar, welcher Teufel er dann wäre, wenn er nicht wiedergeboren würde. (LL 67, 68)

10. Juli Und Gott sah das Licht, daß es gut war, und Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. (1. Mose 1, 4. 5)

Das Licht heißt gut, weil es vom Herrn kommt, der das Gute selbst ist. Finsternis ist, was aussieht wie Licht, ehe der Mensch von neuem empfangen und geboren wird, weil so lange das Böse wie Gutes und das Falsche wie Wahres erscheint; dabei ist es jedoch Finsternis und das Eigene des Menschen, das bleibt. Alles was dem Herrn gehört, wird mit dem Tag verglichen, weil es dem Licht angehört, und alles Eigene des Menschen wird mit der Nacht verglichen, weil es der Finsternis angehört. (HG 21)

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11. Juli Und es geschah am Ende von vierzig Tagen, und Noach öffnete das Fenster des Kastens, das er gemacht hatte. (1. Mose 8, 6)

Die vierzig Tage beschreiben die Dauer des früheren Zustands; das „Ende“ sagt aus, es beginne nun ein neuer Zustand. Früher (7, 12), als es noch um Versuchungen ging, hieß es noch „vierzig Tage und vierzig Nächte“. Jetzt ist vom Zustand nach der Versuchung die Rede, und es werden vierzig Tage, nicht aber Nächte erwähnt. Nun erwacht nämlich die tätige Liebe, die im Wort mit dem Tag verglichen und auch Tag genannt wird. Der Glaube hingegen, der vorangehen muß und noch nicht mit der tätigen Liebe verbunden ist, gleicht der Nacht und wird auch so genannt. Das geschieht deshalb, weil der sein Licht von der tätigen Liebe erhält wie der Mond von der Sonne. Daher wird der Glaube oft auch mit dem Mond verglichen und Mond genannt. (HG 862)
12. Juli Und die Wasser kehrten zurück von der Erde, sie gingen und kehrten zurück, und die Wasser verringerten sich am Ende von hundertundfünfzig Tagen. (1. Mose 8, 3)

Das verringern am Ende von hundertfünfzig Tagen stellt das Ende eines Zustands dar, denn fünfzig und hundert bilden eine Zeitgrenze. Gehen und Zurücktreten bedeutet die Schwankungen zwischen dem Wahren und Falschen. Die Wasser der Flut stellten Versuchungen dar, und da es sich hier um den ersten Zustand

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nach den Versuchungen handelt, kann das Hin und Her der Wasser nur diese Schwankungen darstellen. Ist die Versuchung himmlischer Art, erfolgt die Schwankung zwischen dem Guten und Bösen, ist sie geistiger Art, erfolgt sie zwischen dem Wahren und Falschen. Ist sie aber natürlicher Art, dann schwankt sie zwischen dem, was Gegenstand der Begierden ist und deren Gegensätzen. Die verschiedenen Versuchungen dürfen nicht miteinander vermengt werden. Himmlische Versuchungen können nur auftreten bei denen, die den Herrn lieben, geistige bei denen, die den Nächsten durch Taten lieben. Die natürlichen haben mit diesen nichts zu tun und sind nicht eigentliche Versuchungen, sondern bloß Bangigkeiten auf Grund der Anfechtung der natürlichen Neigungen durch Unglücksfälle, Krankheiten und böse Beschaffenheit des Blutes oder der Körpersäfte. (HG 847)

13. Juli Es sei ferne von dir, so zu tun, sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose; ferne sei es von dir, wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? (1. Mose 18, 25)

Der Richter der ganzen Erde ist im inneren Sinn das Gute, aus dem das Wahre kommt, was in jener Kirche symbolisiert wurde durch die Priester, die zugleich Richter waren. Als Priester stellten sie das göttliche Gute dar, als Richter das göttliche Wahre. Der Richter der ganzen Erde aber steht für beides wegen der Bedeutung der Erde, die ein Bild des gesamten Menschen ist. (HG 2258)

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14. Juli Denn ich kenne ihn, daß er befehlen wird seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, daß sie bewahren den Weg Jehovahs, zu Gerechtigkeit und Recht, auf daß Jehovah kommen lasse auf Abraham, was er geredet hat über ihn. (1. Mose 18, 19)

Oberflächlich gesehen hängt Gerechtigkeit mit gerecht, Gericht aber mit Recht zusammen. Gerecht ist, was nach dem Gebot des Guten gerichtet wird, und zwar gemäß dem Wissen, recht aber wenn nach dem Gesetz gerichtet wird, und zwar gemäß dem, was am Gesetz gerecht ist, d.h. auch gemäß dem Gewissen. Im inneren Sinn aber stammt Gerechtigkeit vom Guten ab und Gericht vom Wahren. Gut ist, was zur Liebe und zur tätigen Liebe, wahr, was zum Glauben aus der Liebe gehört. (HG 2235)
15. Juli Der da mehret das Fürstentum, und des Friedens ist kein Ende auf Davids Thron und seinem Königreich, es zu befestigen und zu stützen mit Recht und Gerechtigkeit von nun an und bis in Ewigkeit. Der Eifer Jehovahs der Heerscharen tut solches. (Jes. 9, 6)

Weil die Regierung aus dem Guten, wie sie im himmlischen Reich des Herrn besteht, Gerechtigkeit heißt, die Regierung aus dem Wahren im geistigen Reich des Herrn

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jedoch Gericht, wird auch im Wort Gottes von Gerechtigkeit und Gericht gesprochen, wo vom Himmel und von der Kirche die Rede ist. Mit Gerechtigkeit wird das himmlische Gute bezeichnet, mit Gericht das geistige Gute, das seinem Wesen nach das Wahre ist. (HH 216) Weil der Vater im Herrn ist und der Vater und der Herr eins sind, und weil man an ihn glauben soll und wer an ihn glaubt, das ewige Leben hat, so ist offenbar, daß der Herr Gott ist, wie er an vielen Stellen lehrt. … Wer zur Kirche gehört und im Licht aus dem Himmel ist, sieht das Göttliche im Herrn. Wem aber das Licht aus dem Himmel verdeckt ist, sieht nur das Menschliche im Herrn. (NJ 284)

16. Juli Dan wird richten sein Volk wie einer der Stämme Israels. Dan wird sein eine Schlange auf dem Weg … (1. Mose 49, 16)

Richten weist auf das Wahre im Amt hin. Das Volk sind Menschen, die das Wahre lieben, aber das Gute noch nicht kennen. Die Stämme Israels sind das Wahre im allgemeinen, und es sind ja nun die Wahrheiten, die Recht sprechen. Im Wort liest man, daß die vierundzwanzig Ältesten auf Thronen sitzen und die Heiden und Völkerschaften richten werden, ferner, daß die zwölf Apostel ebenfalls auf Thronen sitzen werden, um zu richten die zwölf Stämme Israels. Diese vierundzwanzig Ältesten, die zwölf Apostel und die Throne bedeuten die Wahrheiten in ihrer Gesamtheit, nach denen das Urteil gefällt wird. Und diese Wahrheiten sind letztlich der Herr allein, denn von ihm gehen alle Wahrheiten aus. (HG 6397) 144

17. Juli Im Schweiß deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zurückkehrst in den Boden, weil aus ihm du genommen bist; denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren. (1. Mose 3, 19)

Unter Brot ist alles Geistige und Himmlische zu verstehen, das die Speise der Engel ist, nach deren Entzug sie nicht leben könnten, sowenig wie die Menschen, wenn ihnen das Brot oder die Speise verweigert würde. Auch ist der Herr das Brot, weil alles Geistige und Himmlische von ihm kommt. Daß Adam das Brot im Schweiß des Angesichts essen werde, sagt aus, er werde sich vom Himmlischen abwenden. (HG 276)

18. Juli Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer von demselben ißt, auch nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, wenn jemand essen wird von diesem Brot, der wird leben in Ewigkeit. (Joh. 6, 49-51)

Was geistige und himmlische Speise sei, kann man am besten im anderen Leben wissen. Der Herr allein ist das Leben aller, von ihm kommt alles und jedes, was die Engel und Geister denken, reden und tun; nicht allein, was die Engel und die guten Geister, sondern auch was die bösen Geister unternehmen. … Gegenstände, die von der Sonne Licht aufnehmen, geben dieses in verschiedener Weise zurück, manche verwandeln es je nach ihrer Form und der Anordnung ihrer Teile in 145

widrige und häßliche Farben, andere in angenehme und schöne. So lebt der Himmel und die gesamte Geisterwelt von allem, was aus dem Mund des Herrn ausgeht, und jeder hat sein Leben von ihm, nicht allein der Himmel und die Geisterwelt, sondern auch die gesamte Menschheit. (HG 681)
19. Juli Und Joseph sah Benjamin mit ihnen, und sprach zu dem, der über sein Haus war: Bringe die Männer herein ins Haus und schlachte und bereite; denn die Männer sollen mit mir essen am Mittag. … Und er wusch sein Gesicht und kam heraus und hielt an sich und sprach: Setzet Brot auf. (1. Mose 43, 16. 31)

Brot bedeutet im inneren Sinn also alles, was himmlische Speise genannt wird. Auch bei Brandopfern und Schlachtopfern, die von Lämmern, Schafen, Ziegen, Böcken usw. dargebracht wurden, wird von „Brot der Feuerung für Jehovah“ gesprochen. Und so sagt Joseph: „Setzet Brot auf“ und meint damit, man sollte den Tisch zurichten. Brot steht also auch hier für alle Speisen. (HG 2165)
20. Juli Und er nahm Butter und Milch und den Sohn des Rindes, den er zubereitet, und setzte es ihnen vor, und er stand vor ihnen unter dem Baum; und sie aßen. (1. Mose 18, 8)

Butter ist das Himmlische der Vernunft, Milch ihr Geistiges, der Sohn des Rindes hingegen das dazu passende Natürliche. Essen bedeutet mitgeteilt werden, verbunden wer146

den, wie auch dadurch belegt wird, daß Aharon, seine Söhne, die Leviten und zuletzt das Volk die geheiligten Stücke des Opfers an heiligem Ort essen sollten, wodurch Verbindung und Aneignung der himmlischen Güter dargestellt wird. (HG 2187)

21. Juli Viele werden kommen vom Aufgang und vom Niedergang und mit Abraham, Jischak und Jakob zu Tische liegen im Reich der Himmel. (Mat. 8, 11)

Natürlich werden sie nicht im Himmel mit ihnen essen. Denn Abraham stellt das Innerste der himmlischen Liebe dar, Jischak deren Vernunft und Jakob deren Natürliches. Mit ihnen zu Tische liegen heißt demnach, daß sie die durch die drei symbolisierten himmlischen Güter genießen. (HG 2187) Bei allen Völkern in der ganzen Welt, die einer Religion folgen, finden sich Vorschriften wie die der zehn Gebote. Und alle diejenigen, die aus Religion danach leben, werden selig, und im Gegensatz dazu werden alle verdammt, die nicht danach leben. Die ersteren werden nach dem Tod von Engeln unterrichtet und nehmen das Wahre auf und erkennen den Herrn an, denn sie fliehen das Böse als Sünde und lieben das Gute und aus diesem das Wahre. (LL 65)

22. Juli Da sprach Laban zu ihm: Wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch; und er wohnte bei ihm

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einen Monat von Tagen. Und Laban sprach zu Jakob: Weil du mein Bruder bist, solltest du mir umsonst dienen? Sage mir an, was dein Lohn sein soll. (1. Mose, 29, 14. 15)

Fleisch bedeutet im höchsten Sinn das Eigene des göttlich Menschlichen des Herrn, nämlich das göttliche Gute, als Entsprechung auch das Eigene im Willen des Menschen, das lebt unter dem Einfluß des göttlich Guten vom Herrn. Dieses Eigene wird das himmlisch Eigene genannt, das an sich dem Herrn gehört, aber denen zugeeignet wird, die sich um das Gute bemühen und daher die Wahrheiten lieben. Ein solches Eigenes besitzen die Engel in den Himmeln und die Menschen, die in Bezug auf ihr Inneres im Reich des Herrn weilen. (HG 3813)
23. Juli Und Jakob brachte ein Opfer dar auf dem Berg und rief seine Brüder, das Brot zu essen, und sie aßen das Brot und übernachteten auf dem Berg. (1. Mose 31, 54)

Die Opfer stellten in der jüdischen Kirche die himmlischen Dinge dar, die zum Reich des Herrn in den Himmeln, auf Erden oder in der Kirche gehören, und auch zum Reich des Herrn oder seiner Kirche in jedem einzelnen, der den Herrn und den Nächsten liebt. (HG 2165) Man aß vom Fleisch der Opfer, um damit das himmlische Gastmahl abzubilden, d.h. die Verbindung mit den himmlischen Dingen durch Liebe und tätige Liebe. Das alles umfaßt jetzt das heilige Abendmahl, denn dieses trat an die Stelle der Opfer und Gastmähler. Es ist das Äußere der Kirche und schließt das Innere mit ein und verbindet ebenso durch das 148

Innere den Menschen der Liebe und tätigen Liebe mit dem Himmel und durch diesen mit dem Herrn. Wenn ein Mensch in heiliger Stimmung durch das heilige Abendmahl die himmlische und geistige Liebe sich aneignet, wird das im Himmel wahrgenommen. (HG 4211)

24. Juli Und sie nahmen alle Habe von Sodom und Gomorrha und all ihre Speise und zogen davon. (1. Mose 14, 11)

Unter der Habe Sodoms und Gomorrhas wird im inneren Sinn das Böse und Falsche verstanden, nämlich unter der Habe das Bösen und unter der Speise das Falsche. Geistige Reichtümer sind bei den Guten nur Gutes und Wahres, mit dem sie vom Herrn beschenkt und begütert wurden, bei den Bösen aber im Gegenteil Böses und Falsches, das sie sich selbst angeeignet haben. Die Speise der höllischen Geister ist das, was der Weisheit Verständigkeit und wahren Kenntnissen entgegen steht, nämlich alles Falsche. Durch diese Speise werden auch sie erhalten, denn sie bedürfen der Gelegenheit, das Wahre zu tadeln, ja zu lästern, sonst können sie nicht leben. Es wird ihnen aber nur erlaubt, sich mit Falschem zu befassen, das zu ihrem eigenen Bösen paßt und nicht etwa diesem widerspricht, denn das wäre Betrug. (HG 1694, 95)
25. Juli Als ich hinblickte, siehe, da war eine Hand von einem Geist gegen mich ausgestreckt, und in ihr ein Buchrolle, die sich vor meinen Augen entfaltete. Sie war von vorn und hinten beschrieben. (Ez. 2, 9. 10)

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Da die Engel eine aus Wörtern bestehende Sprache haben, kennen sie auch die Schrift, durch die sie ihre Empfindungen und Gedanken ebenso ausdrücken können wie durch ihre Sprache. Es wurden mir mehrmals beschriebene Blätter zugestellt, ganz so wie beschriebene oder bedruckte Blätter in der Welt, und ich konnte sie auch ebenso lesen. Doch durfte ich ihnen nicht mehr als einen oder zwei Gedanken entnehmen, weil es der göttlichen Ordnung widerspräche, durch Schriften aus dem Himmel unterrichtet zu werden. Dies soll vielmehr durch das göttliche Wort geschehen. (HH 258)

26. Juli Wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergehen, soll kein Jota noch Strichlein vom Gesetz vergehen, bis daß alles geschehe. (Mat. 5, 18)

Im innersten Himmel besteht die Schrift aus vielerlei eingebogenen und gekrümmten Zügen, die nach der Form des Himmels verlaufen. Durch sie drücken die Engel Geheimnisse ihrer Weisheit aus, wie auch manches, das sie nicht in Worten auszusprechen vermögen, und – was wunderbar ist – die Engel beherrschen diese Schrift ohne Mühe und Lehrer; sie ist ihnen eingepflanzt wie die Sprache. Das ist so, weil sich deren Gedanken und Gefühle und somit auch alle Mitteilungen ihrer Einsicht und Weisheit nach der Form des Himmels ausbreiten. So kommt es, daß sich in diese auch ihre Schrift ergießt. Auch die Angehörigen der Ältesten Kirche auf der Erde sollen eine solche Schrift besessen haben, ehe die Buchstaben erfunden wurden, und diese Schrift sei in die Buchstaben der hebräischen Sprache übergegangen, die in den alten Zeiten alle gekrümmt gewesen seien und nicht in Linien auslaufend wie jetzt. Daher 150

kommt es, daß im Wort göttliche Dinge und himmlische Geheimnisse selbst in den Jota, Strichlein und Häkchen liegen. (HH 260)
27. Juli Ich werde mein Gesetz in ihr Gemüt legen und auf ihr Herz es schreiben, und es soll nicht mehr einer seinen Genossen lehren, noch jemand seinen Bruder, indem er spricht: Erkennet den Jehovah! Denn sie alle sollen mich erkennen, vom kleinsten bis zum größten derselben. (Jer. 31, 33. 34)

Die Engel des dritten Himmels legen die Wahrheiten nicht in ihrem Gedächtnis nieder und machen also auch nicht irgendein Wissen daraus, sondern sobald sie sie hören, nehmen sie sie in sich auf und wenden sie aufs Leben an. Daher kommt es, daß die göttlichen Wahrheiten bei ihnen wie eingeschrieben haften. Bemerkenswerterweise werden sie durch das Gehör vervollkommnet, und nicht durch die Augen. Was sie in der Predigt hören, geht bei ihnen nicht ins Gedächtnis, sondern wird unmittelbar begriffen und erfaßt, geht damit in den Willen über und wird zu einer Sache des Lebens. Was aber diese Engel mit ihren Augen sehen, nehmen sie in ihr Gedächtnis auf und treten darüber in Erörterungen ein und sprechen miteinander. (HH 271)
28. Juli Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. (Mat. 10, 16)

Die Unschuld der Weisheit ist echt, weil sie innerer Art ist. Sie liegt im Gemüt und im Willen und daraus auch im 151

Verstand. Wenn darin Unschuld ist, so ist diese auch Weisheit, denn Weisheit gehört dem Gemüt und dem Willen an. Die Engel lieben alles Gute und freuen sich an allem Wahren, denn sie wissen und empfinden: das Gute lieben und es daher auch wollen und tun, heißt den Herrn lieben; und das Wahre lieben bedeutet, den Nächsten zu lieben. Sie sind zufrieden mit dem, was sie haben, es sei wenig oder viel, weil sie wissen, daß sie soviel empfangen, wie für sie gut ist, wenig, wenn ihnen wenig, viel, wenn ihnen viel bekömmlich ist. Darum machen sie sich keine Gedanken um die Zukunft, die sie als“Sorge für den morgigen Tag“ bezeichnen. Diese, so meinen sie, entspringe dem Kummer über Verlust oder Mangel an Dingen, die für die Bedürfnisse des Lebens nicht wirklich nötig seien. … In der äußeren Gestalt erscheinen sie meistens einfältig, der inneren Gestalt nach sind sie weise und klug. (HH 278)

29. Juli Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich der Himmel nicht aufnimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Mark 10, 14. 15)

Die kleinen Kinder stellen die Unschuldigen dar. Das Gute ist nur soweit gut, wie ihm Unschuld innewohnt, weil alles Gute vom Herrn stammt und die Unschuld darauf beruht, daß man vom Herrn geführt werden will. Auch kann das Wahre mit dem Guten und umgekehrt durch nichts anderes verbunden werden als durch Unschuld. Daher kann kein Engel des Himmels ohne Unschuld existieren. Auch hat wahre eheliche Liebe ihren Ursprung in der Unschuld, denn auch sie 152

beruht auf der Verbindung des Guten mit dem Wahren in den Gemütern der beiden Ehegatten. (HH 281)
30. Juli Danach aber bestellte der Herr noch siebzig andere und sandte sie zu je zweien vor seinem Angesicht in jede Stadt und jeden Ort, dahin er selbst kommen wollte. Er sprach dann zu ihnen: … In welches Haus ihr aber eintretet, so sprecht zuerst: Friede sei diesem Haus. Und wenn allda ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen. (Luk. 10, 1. 5. 6)

Der Herr heißt der „Fürst des Friedens“, weil die himmlischen Freuden die Quellen des Friedens sind, und sagt, daß Friede von ihm ausgehe und Friede in ihm sei. Darum heißen auch die Engel Friedensengel und wird der Himmel als Wohnung des Friedens bezeichnet. Weil der Friede den Herrn und den Himmel, wie auch die himmlische Freude und das Angenehme des Guten bedeutet, so begrüßte man sich im Altertum mit den auch jetzt noch gültigen Worten: „Friede sei mit euch!“ Und weil unter dem Frieden die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem göttlich-menschlichen Wesen des Herrn zu verstehen ist, ebenso unter der Kirche die Verbindung des Herrn mit dem Himmel und dessen Bewohnern und mit denjenigen Gliedern der Kirche, die ihn aufnehmen, darum wurde als Zeichen der Sabbat eingesetzt und nach der Ruhe bzw. nach dem Frieden benannt. (HH 287)
31. Juli An jenem Tag wird eine Straße führen von Ägypten nach Aschur, und Aschur wird nach Ägypten

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kommen und Ägypten nach Aschur, und die Ägypter werden Aschur dienen. An jenem Tag wird Israel der dritte sein für Ägypten und Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah der Heerscharen und sprechen: Gesegnet sei mein Volk Ägypten, und Aschur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbe. (Jes. 19, 23-25)

Die Engel denken hier an den Menschen der geistigen Kirche, der hier beschrieben wird. Sein geistiger Bereich wird durch Israel, der natürliche durch den Ägypter und die Vernunft, also die Mitte, durch Aschur dargestellt; dennoch bilden beide eine Einheit, weil sie einander entsprechen. Wenn daher die Engel in der genannten Weise geistig denken und der Mensch natürlich, so sind sie miteinander verbunden, beinahe wie Seele und Leib. In der Tat ist auch der innere Sinn des Wortes dessen Seele und der Buchstabensinn dessen Leib. Von dieser Beschaffenheit ist das Wort durchgehend. Damit ist klar, daß das Wort als Mittel zur Verbindung des Himmels mit dem Menschen dient und sein Buchstabensinn als Stütze und Grundlage. (HH 307)

1. August Und Noach baute dem Jehovah einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allem reinen Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar. (1. Mose 8, 20)

Dies ist die Beschreibung des Gottesdienstes in der Alten Kirche. Der Mensch der Ältesten Kirche hingegen hatte keinen anderen Dienst als den inneren, wie er im Himmel üblich ist.

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Denn bei ihnen hatte der Himmel Gemeinschaft mit den Menschen. Diese beruhte auf dem inneren Begreifen und Erfassen. Sie waren also engelische verinnerlichte Menschen und fühlten zwar die äußeren Ansprüche des Körpers und der Welt, kümmerten sich aber kaum darum. Bei jedem Objekt der Sinne gewahrten sie Göttliches und Himmlisches. Das erinnert daran, daß die allgemeine Gestimmtheit alles Besondere, das die Sinne wahrnehmen, beeinflußt. Wer in der Seele vergnügt ist, dem erscheint alles, was er hört und sieht, heiter und lachend, im Gegensatz zu dem, der in der Seele traurig ist. (HG 920)

2. August Aber Jehovah sprach: Fürwahr, wer Kain erwürgt, das soll siebenfach gerächt werden. Und Jehovah setzte ein Zeichen an Kain, auf daß wer ihn fände, ihn nicht erschlüge. (1. Mose 4, 15)

Als aber die Kirche abwich, ging das Gespür für das Himmlische verloren, die Welt nahm überhand. Der Mensch geriet in die Gemeinschaft mit der Hölle, anstelle des unmittelbaren Erfassens traten die Lehren. Die Generationen, die Kain und Chanoch hießen, sammelten diese Lehren. Diese enthielten nur noch Bezeichnungen und dadurch rätselhafte Angaben, was die auf der Erde befindlichen Dinge bedeuteten, z.B. daß die Berge Himmlisches und den Herrn darstellten, die Bäume und ihre Früchte aber den Menschen und sein Himmlisches. Ihr Gottesdienst, den sie auf Bergen und in Hainen abhielten, beruhte auf diesen Lehren, und die Altäre und die Brandopfer wurden ihre Hauptbestandteile. (HG 920)

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3. August Und die Söhne Noachs, die von der Arche ausgingen, waren Schem und Cham und Japhet; und Cham war der Vater Kanaans. (1. Mose 9, 18)

Wie in jeder Kirche, gab es auch in der Alten verinnerlichte Menschen, verdorbene innerliche und äußerliche. Die Verinnerlichten sind die, welche die tätige Liebe zum Schwerpunkt des Glaubens machen; die verdorbenen Innerlichen sind die, welche sich einem Glauben ohne tätige Liebe hingeben, und die Äußerlichen sind die, welche sich wenig um einen inneren Menschen scheren, gleichwohl aber tätige Liebe üben und die Gebräuche der Kirche gewissenhaft pflegen. Die Innerlichen werden nun Schem genannt, die verdorbenen Innerlichen Cham (und Kanaan), die Äußerlichen Japhet. (HG 1062)
4. August Und er sprach: verflucht sei Kanaan! Der Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein. (1. Mose 9, 25)

Verflucht werden heißt sich abkehren, denn der Herr verflucht ja niemanden. Er zürnt nicht einmal, sondern der Mensch ist es, der sich dadurch verflucht, daß er sich vom Herrn abwendet. Ein Geheimnis ist auch, daß hier nicht Cham verflucht wird, während er doch derjenige war, der die Blöße seines Vaters sah und den Brüdern anzeigte, sondern Kanaan, sein Sohn, der nicht sein einziger und auch nicht sein Erstgeborener war, sondern der Ordnung nach der vierte. Das hat seinen Grund darin, daß Cham den von der tätigen Liebe getrennten Glauben in der geistigen Kirche darstellt, die nicht 156

verflucht werden kann, sofern dem Glauben dieser Kirche noch Heiligkeit innewohnt, weil nämlich Wahrheit der tätigen Liebe beigefügt werden kann, sodaß sie gewissermaßen deren Bruder ist, auch wenn sie selbst ohne die tätige Liebe kein Glaube ist. So wurde also nicht Cham sondern Kanaan verflucht. Dazu kommt, daß auch die Einwohner Kanaans ihren Gottesdienst größtenteils auf Äußerlichkeiten aufbauten. (HG 1093)

5. August Und die Philister nahmen die Lade Gottes und brachten sie von Ebeneser nach Aschdod hinein. Und die Philister nahmen die Lade Gottes und brachten sie in Dagons Haus und stellten sie neben Dagon. … Und am morgenden Tag standen sie frühe am Morgen auf, und siehe, Dagon war auf sein Gesicht zur Erde gefallen vor der Lade Jehovahs, und der Kopf Dagons und seine beiden Hände abgehauen auf der Schwelle. Nur Dagon verblieb. (1 Sam. 5, 1-4)

Was alles auf der Erde existiert, Bäume, Vieh, Vögel aller Art, Fische und übriges, entspricht himmlischen Dingen. Die Alten, denen diese Entsprechungen vertraut waren, machten sich Bilder und stellten sie nicht nur in den Tempeln sondern auch in ihren Häusern auf, um sich der himmlischen Dinge zu erinnern, die sie darstellten. So gab es auch in Ägypten und anderswo viele Abbilder von Kälbern, Rindern, Schlangen, Knaben, Greisen, Jungfrauen usw. Nachdem nun das Wissen um diese Entsprechungen in Vergessenheit geraten war, fingen die Nachkommen an, die Bilder als etwas Heiliges und zuletzt sogar als Gottheiten zu verehren. Ebensolches geschah bei 157

anderen Völkern, z.B. bei den Philistern in Aschdod. Dagon war oben wie ein Mensch und unten wie ein Fisch. Man hatte dieses Bild erfunden, weil der Mensch die Einsicht, der Fisch aber die Kenntnisse bedeutet, die zusammen eine Einheit bilden. Das Wissen von den Entsprechungen hat aber in mehreren Morgenländern bis zur Ankunft des Herrn weiter gedauert, wie man an den Weisen aus dem Morgenland sehen kann, die zum Herrn kamen. (LHS 23)

6. August Und Jesus kam zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völkerschaften und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Mat. 28, 18. 19)

Die beiden Sakramente der Taufe und des Heiligen Abendmahls sind in der christlichen Kirche wie zwei Kleinode im Zepter des Königs. Kennt man ihre Bedeutung nicht, so sind sie lediglich wie zwei Figuren von Ebenholz an einem Stab. Diese beiden Sakramente gleichen in ihrem Nutzen einem Tempel, der infolge Alters in die Erde versunken ist und bis ans Dach mit Trümmern bedeckt daliegt, über die Jung und Alt hinweg geht, im Wagen fährt oder reitet, ohne etwas zu ahnen …. Man kann diese beiden Sakramente aber auch mit einem doppelten Tempel vergleichen, einer über dem andern, in deren unterem den Menschen das Evangelium von der neuen Ankunft des Herrn sowie von der Wiedergeburt und Beseligung durch ihn verkündet wird. Um den Altar herum aber führt ein Gang in den oberen Tempel hinauf, in dem mit 158

ihnen das Heilige Abendmahl gefeiert wird, und von dort geht der Übergang in den Himmel, wo der Herr sie aufnimmt. (WCR 669)
7. August Mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mat. 27, 46)

Der Mensch wird in Versuchungen scheinbar ganz auf sich allein gestellt, aber Gott ist gerade dann aufs unmittelbarste in seinem Innersten gegenwärtig und unterstützt ihn. Wer daher in der Versuchung überwindet, wird aufs innigste mit Gott verbunden, und ebenso wurde der Herr dadurch aufs innigste mit seinem Vater vereinigt. Die Seele leidet bei körperlichen Beschwerden des Menschen nicht eigentlich, sondern empfindet nur Betrübnis. Nach dem Sieg aber nimmt Gott diese Betrübnis hinweg und wischt sie ab, wie man Tränen von den Augen abwischt. (WCR 126)
8. August

Fortsetzung Nur wer wiedergeboren wird, gerät in geistige Versuchungen, denn diese, die von bösen Geistern eingeleitet werden, sind Schmerzen des Gemüts, die nur von denen empfunden werden, die sich um das Gute und Wahre bemühen. Sobald diese bösen Geister das vorhandene Böse aufwühlen, entsteht eine Angst, die aus der Verführung stammt. Der Mensch weiß aber nicht, woher das kommt oder weshalb ihm so bange ist. Denn bei jedem Menschen sind böse und gute Geister. Nähern sich die bösen, aktivieren sie das Böse, und umgekehrt 159

geht es mit den guten. Das Resultat ist eine Kollision und ein Streit, woraus die Beängstigung resultiert, die Versuchung heißt. Versuchungen sind also ein Produkt der Hölle. Gott versucht niemanden, wie auch der Glaube der Kirche bestätigt. (NJ 187)
9. August

Fortsetzung In der Versuchung wird um die Herrschaft des Guten über das Böse oder umgekehrt gestritten. Das Böse, das herrschen möchte, ist im äußeren Menschen angesiedelt, das Gute im inneren oder geistigen. Wenn es Sieger bleibt, herrscht anschließend der geistige Mensch. Dieser Streit wird durch das Wahre des Glaubens ausgefochten, das aus dem Wort stammt. Mit dieser Waffe muß der Mensch wider das Böse und Falsche streiten. Tut er es anders, kann er nicht siegen, weil der Herr in nichts anderem als im Wahren zu ihm kommt. Weil das nun so ist, gerät der Mensch nicht eher in diesen Streit, als bis er die nötigen Erkenntnisse des Wahren und Guten besitzt und aus ihnen einiges geistiges Leben erlangt hat, wozu das Alter eines Erwachsenen gehört. (NJ 190, 191)

10. August Und alsbald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste. Und er war allda in der Wüste vierzig Tage, versucht von dem Satan, und er war mit den wilden Tieren; und die Engel dienten ihm. (Mark. 1, 12. 13)

Bekannt ist in der Kirche, daß der Herr den Tod, unter dem man die Hölle zu verstehen hat, besiegte und 160

anschließend mit Herrlichkeit in den Himmel stieg. Aber noch nicht bekannt ist, daß der Herr durch Kämpfe, nämlich Versuchungen, den Tod oder die Hölle besiegt und zugleich dadurch seine Menschennatur verherrlicht hat, und daß das Leiden am Kreuz der letzte Kampf oder die letzte Versuchung gewesen ist, durch die er gesiegt und sich verherrlicht hat. Hiervon ist oft die Rede bei den Propheten und bei David, aber nicht so oft bei den Evangelisten. Bei diesen wurden die Versuchungen, die er von Kindheit an aushielt, auf einmal zusammengedrängt beschrieben durch die Versuchungen in der Wüste. (LvH 12)

11. August Zwölf Jahre hatten sie Kedorlaomer gedient, und im dreizehnten Jahr empörten sie sich. (1. Mose 14, 4)

Daß sie zwölf Jahre gedient hatten beschreibt die ganze Zeit, solange ein Gutes und Wahres da ist, denn zwölf bedeutet im inneren Sinn alles, was dem Glauben der tätigen Liebe angehört (Kedorlaomer ist ein Bild für das scheinbar Gute und Wahre im Herrn, also den äußeren Menschen). Solange ein solches Gutes im Menschen ist, sei es in seinem Knabenalter oder in seiner übrigen Lebenszeit, kann das Böse und Falsche nichts ausrichten, d.h., die bösen Geister mucksen nicht, etwas zu tun oder etwas Böses zuzufügen, wie sich das deutlich an den Kindern zeigt, gutartigen Knaben und solchen, die einfältigen Herzens sind. Wenn sich bei diesen auch böse Geister oder die ärgsten aus der höllischen Rotte befänden, so würden sie doch gar nichts ausrichten können, sondern wären unterjocht, was hier dadurch beschrieben wird, daß sie zwölf Jahre dem Kedorlaomer gedient hatten. (HG 1667) 161

12. August Jesus aber, voll des Heiligen Geistes kehrte zurück vom Jordan und ward vom Geist in die Wüste geführt und ward vierzig Tage vom Teufel versucht und aß nichts in selbigen Tagen; und als sie vollendet waren, hungerte ihn. Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, daß er Brot werde. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es ist geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jeglicher Rede Gottes. (Luk. 4, 1-4)

Die Liebe von jemandem zerstören heißt, dessen eigentliches Leben zerstören, denn die Liebe ist das Leben. Das Leben des Herrn war die Liebe zur gesamten Menschheit, und zwar so groß und stark, daß sie nichts als lauter Liebe war. Gegen dieses Leben wurden fortwährende Versuchungen zugelassen vom ersten Knabenalter bis zur letzten Stunde in der Welt. Die Liebe, die das eigenste Leben des Herrn war, wird dadurch beschrieben, daß ihn hungerte und der Teufel zu ihm sprach. (HG 1690)
13. August Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche des Erdkreises in einem Augenblick der Zeit. Und der Teufel sprach zu ihm: All diese Gewalt will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn mir ist sie übergeben, und ich gebe sie, wem ich will: So du nun vor mir anbetest, soll es alles dein sein. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Gehe weg hinter mich,

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Satanas. Es ist geschrieben: Du sollst den Herrn deinen Gott anbeten und ihm allein dienen. (Luk. 4, 5-8)

Daß er gegen die Weltliebe und alles, was zu dieser gehört, kämpfte, geht daraus hervor, daß ihn der Teufel auf einen hohen Berg führte und ihm alle Macht und Herrlichkeit anbot. Jesus aber wies ihn ab mit den Worten: Gehe hinter mich, Satanas, denn es steht geschrieben: du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen. (HG 1690)
14. August Und er führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Heiligtums und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hinnen hinab; denn es ist geschrieben; er wird seinen Engeln über dir gebieten, daß sie dich bewahren. Und auf den Händen sollen sie dich tragen, daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Und Jesus antwortet und sprach zu ihm: Es ist gesagt: du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. (Luk. 4, 9-12)

Er kämpfte auch gegen die Selbstliebe und alles, was zu dieser gehört. Das sehen wir daraus, daß ihn der Teufel ermunterte, sich von der Zinne des Tempels zu stürzen und auf diese Weise die Hilfe Gottes herauszufordern. Er aber sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen. Der Herr wurde also vom ersten Knabenalter an bis zu seiner letzten Stunde in der Welt von allen Höllen angegriffen. Er bezwang, unterjochte und besiegte sie fortwährend, und zwar einzig und allein aus Liebe zur gesamten Menschheit. Weil aber 163

diese Liebe nicht menschlich sondern göttlich war, und weil die Stärke der Versuchung der Größe der Liebe angepaßt ist, so wird deutlich, wie schwer die Kämpfe waren und wie groß die Unbändigkeit der Höllen. (HG 1690)

15. August Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf daß sie vollendet seien in eins und daß die Welt erkenne, daß du mich entsandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kund tun, auf daß die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen. (Joh. 17, 22. 23. 26)

Der Herr sprach von seiner Verbindung mit den Menschen wie von seiner Verbindung mit dem Vater, d.h. von der Verbindung seines menschlichen mit dem göttlichen Wesen, das in ihm war. Er tat das, weil der Herr nicht mit dem Eigenen des Menschen verbunden wird, sondern mit dem Seinigen im Menschen. Der Herr entfernt das Eigene und gibt dem Menschen von dem Seinigen und wohnt darin. Daß das so ist, drückt die Kirche beim heiligen Abendmahl mit den folgenden Worten aus: Wenn wir mit einem wahrhaft bußfertigen Herzen und lebendigen Glauben dieses heilige Sakrament empfangen, dann essen wir das Fleisch Christi und trinken sein Blut geistig; dann wohnen wir in Christus und er in uns, und wir sind eins mit Christus und er mit uns. (OE 254) 164

16. August Und da die Tiere Herrlichkeit und Ehre und Danksagung dem gaben, der auf dem Thron sitzt, der da lebt in die Zeitläufe der Zeitläufe, fielen die vierundzwanzig Ältesten vor dem auf dem Thron Sitzenden nieder und beteten ihn an, der in die Zeitläufe der Zeitläufe lebt, und warfen ihre Kronen vor den Thron und sprachen: Herr, du bist würdig, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Kraft, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen. (Offb. 4, 9-11)

Die hier beschriebene Anbetung bedeutet die Demütigung und zugleich die Anerkennung, daß vom Herrn das ewige Leben sei. Demütigung und Anerkennung von Herzen heißt es, weil der Glaube, daß vom Herrn alles Gute und alles Wahre und daher auch alle Einsicht, Weisheit und Seligkeit kommt, sich nur in denen findet, die demütig sind; denn diese sind weit von ihrem Eigenen. Das Eigene des Menschen aber nimmt und erkennt nichts Gutes und Wahres vom Herrn an, denn es ist nichts als Böses. Das Böse aber verwirft alles Gute und Wahre des Himmels und der Kirche. (OE 291)
17. August Gott hat ihn vergessen lassen die Weisheit, und hat ihm keine Einsicht gewährt; zu welcher Zeit er sich in die Höhe erhebt, verlacht er das Roß und seinen Reiter. (Hiob 39, 17. 18)

Hier geht es um einen Vogel, der die Einsicht aus dem Eigenen symbolisiert, die eigentlich gar keine Einsicht ist, denn 165

der Mensch sieht aus dem Eigenen nur Falsches und nichts Wahres; und die Einsicht kommt doch aus dem Wahren, nicht aber aus dem Falschen. Daher heißt es, Gott habe den Vogel die Weisheit vergessen lassen. Daß er das Roß und seinen Reiter verlache, will sagen, er achte das Verständnis des Wahren und den Verständigen gering. (OE 355)

18. August Und da das Haus gebaut wurde, ward es aus ganzen Steinen, wie sie herbeigeführt wurden, gebaut, und es wurden weder Hämmer noch Axt, irgendwelche eiserne Geräte im Haus während des Bauens gehört. (1. Kön. 6, 7) Segnen wird Jehovah Zebaoth, sprechend: Gesegnet ist mein Volk Ägypten, und das Werk meiner Hände, Aschur und mein Erbe Israel. (Jes. 19, 25)

Der Altar und der Tempel waren wesentlichste Symbole für den Herrn im Hinblick auf das göttliche Gute und das göttliche Wahre. Daher stellten die Steine, aus denen sie gebaut wurden, die Wahrheiten der Lehre, der Religion und des Gottesdienstes dar. Auch bedeuten Steine im Wort das Wahre. Den Wahrheiten der Lehre, also dem Gottesdienst, durfte nichts aus eigener Einsicht hinzugefügt werden; das wird dadurch ausgedrückt, daß die Steine, aus denen sie gebaut wurden, ganz sein sollten und unbehauen; denn das Werk des Meisters und Künstlers bedeutete Eigenes. Meißel, Hammer und Beil und das Eisen ganz allgemein stehen für das Wahre in seiner letzten Erscheinungsform, und dieses wird aus dem Eigenen des Menschen häufig verfälscht; denn dieses Wahre ist identisch mit dem Buchstabensinn des Wortes. Wo aber die Werke der 166

Hände dem Jehovah, d. h. dem Herrn zugeschrieben werden, stellen sie den gebesserten oder wiedergeborenen Menschen dar, auch die Kirche und insbesondere ihre Lehre vom Wahren und Guten. (OE 585)

19. August Und wenn jemand ihnen schaden will, so wird Feuer ausgehen aus ihrem Mund, und wird ihre Gegner verzehren; und wenn jemand ihnen schaden will, muß er auf diese Weise getötet werden. Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, so daß es nicht regnet in den Tagen ihrer Weissagung; und haben Macht über die Wasser, sie zu verwandeln in Blut und zu schlagen die Erde mit aller Plage, so oft sie nur wollen. (Offb. 11, 5. 6)

Das Wasser in Blut verwandeln heißt, das Wahre des Wortes und der Lehre aus dem Wort zu verfälschen. Blut vergießen bedeutet, der tätigen Liebe Gewalt antun. Die Erde mit aller Plage schlagen heißt, die Kirche durch die Liebe zum Bösen zu zerstören. Das sind die Konsequenzen der Liebe zum Eigenen, das an sich betrachtet nur böse und falsch ist. Man muß aber wissen, daß der Mensch, sobald er den Herrn anerkennt und nach seinen Geboten lebt, über sein Eigenes erhoben wird. Diese Erhebung verläuft aus dem Licht der Welt in das des Himmels. Daß dies vor sich geht, weiß er nicht, solange er in der Welt lebt, weil er es nicht fühlt. Es geschieht aber dennoch und damit verbunden ein Zug des inneren Verstandes und Willens zum Herrn, und die Folge davon ist die Hinwendung seines geistigen Angesichts zum Herrn als zum gemeinschaftlichen Mittelpunkt. (OE 645-46) 167

20. August Johannes an die sieben Gemeinden in Asien: Gnade sei euch und Friede von ihm, der da ist und der da war und der da kommt und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind. Und von Jesus Christus, der da ist der treue Zeuge, der Erstgeborne aus den Toten und der Oberste der Könige der Erde, der uns liebt und uns in seinem Blut von unsern Sünden gewaschen. (Offb. 1, 4. 5)

Daß das Blut des Herrn die Wahrheiten aus dem Guten, somit die Wahrheiten aus dem Herrn bedeutet, kann nicht leicht gefaßt und geglaubt werden. Und außerdem erscheint es als weit hergeholt, Wahrheiten vom Herrn zu verstehen anstatt seines Bluts, aber dennoch wird unter dem Blut des Herrn im Himmel nichts anderes verstanden, weil der Herr dort das göttliche Wahre ist, vereinigt mit dem göttlichen Guten. Daher denkt niemand dort an sein Blut und Fleisch. Das Denken daran nennen sie materiell; auch sagen sie, sie wüßten nicht, daß Fleisch und Blut im Wort genannt wird, weil das, was dem Buchstabensinn des Wortes angehört, sich bei ihnen in Geistiges verwandelt, weil sie selbst geistig sind. Das Fleisch und das Blut werden im Buchstabensinn des Wortes genannt, weil man dadurch entsprechendes Geistiges im Himmel erfahren soll; denn alles Geistige läuft in Natürliches aus und hat in diesem seine letzte Grundlage. (OE 30)

21. August Und die zehn Hörner, die du gesehen auf dem Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie wüst

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machen und bloß und ihr Fleisch essen und sie mit Feuer verbrennen. (Offb. 17, 16)

Das Fleisch ist das Gute des Wortes und der Kirche, im entgegengesetzten Sinn aber deren Böses. Hier ist das Böse gemeint, das in geschändetem Guten besteht. Essen = verzehren oder sich einverleiben steht hier (im Gegensatz) für gänzlich verwerfen, denn es ist von den Protestanten die Rede, welche die Werke oder das Gute Babels verworfen haben, das vorwiegend in Gaben für die Götzenbilder und für die religiösen Institutionen bestand. Daher enthalten diese Worte auch die Erklärung, daß sie ohne alles Gute sind. Fleisch hat also im Wort verschiedene Bedeutungen: es ist das Eigene des Menschen, sein Gutes oder Böses und damit auch der ganze Mensch. Es bedeutet im höchsten Sinn aber das göttliche Menschliche des Herrn und namentlich das göttliche Gute der Liebe. (OE 1082)
22. August Und die Stimme, die ich aus dem Himmel gehört hatte, redete abermals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das Büchlein, aufgetan in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf dem Land steht. Und ich ging hin zu dem Engel und sagte zu ihm: Gib mir das Büchlein, und er spricht zu mir: Nimm, iß es auf. Und deinen Leib wird es bitter machen, aber in deinem Munde süß sein wie Honig. (Offb. 10, 8. 9)

Nimm und iß es auf, will sagen: lies das Wort, erfasse und begreife es, erforsche es, wie es innerlich und äußerlich beschaffen ist. Gemeint ist: finde heraus, wie es mit dem 169

Verständnis des Wortes in der Kirche steht. Essen oder verschlingen bedeutet also mit sich verbinden oder sich aneignen, wie das Wort mit dem Menschen durch lesen und begreifen verbunden werden soll. Essen steht hier auch für erforschen, nämlich wie das Büchlein innerlich und äußerlich beschaffen sei, innerlich im Bauch (wo es Bitterkeit verursacht) und äußerlich im Mund, wo es süß wie Honig schmeckt. (OE 617)

23. August Und der Mensch sprach: diesmal ist es Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleisch, deswegen wird sie Gattin (Männin) heißen, weil vom Mann sie genommen ist. (1. Mose 2, 23)

Gebein von Gebeinen und Fleisch von Fleisch bedeutet das Eigene des äußeren Menschen; Gebein das weniger belebte Eigene, Fleisch das belebte Eigene. Der Mann aber ist der innere Mensch, und weil dieser mit dem äußeren Menschen verknüpft ist („Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird seiner Gattin anhangen, und sie werden ein Fleisch sein“), darum wird dieses Eigene, das vorher Weib hieß, jetzt Gattin genannt. „Diesmal“ weist darauf hin, daß der Zustand verändert worden sei. (HG 156)

24. August Und es starb hin alles Fleisch, das sich regt auf der Erde, am Vogel und am Tier und am Wild und an allem Gewürm, das auf der Erde kriecht. (1. Mose 7, 21)

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Die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche wird hier Fleisch genannt, weil sie ganz sinnlich und körperlich geworden war, voller Selbstberedungen und Begierden. Das Sinnliche und Körperliche wurde von den Uralten mit Gewürm verglichen. Wenn gesagt wird „Fleisch, das sich regt auf der Erde“, wird somit ein Mensch beschrieben, der durch und durch sinnlich und körperlich geworden ist. (HG 800)

25. August Und Gott segnete Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: … Nur das Fleisch in seiner Seele, sein Blut, sollet ihr nicht essen. (1. Mose 9, 1. 4) Das Fleisch, noch war es zwischen ihren Zähnen, noch war es nicht zermalmt, und der Zorn Jehovah entbrannte gegen das Volk, und Jehovah richtete in dem Volk eine sehr große Niederlage an und nannte den Namen jenes Ortes Gräber der Lüsternheit, weil sie daselbst begruben das Volk, das lüstern gewesen war. (1. Mose 11, 33. 34)

Fleisch als Symbol für den verdorbenen Menschen, bedeutet hier insbesondere seinen Willensbereich oder sein Eigenes, das nichts als böse ist. Denn es besteht aus Begehrlichkeiten und Begierden. Natürlich wurde im Volk keine Niederlage angerichtet, weil es nach Fleisch lüstern gewesen war, denn nachdem der Mensch in der Wüste lange Zeit kein Fleisch mehr hat essen können, ist eine gewisse Gier eine ganz natürliche Erscheinung. Hier geht es darum, daß das Volk verschmähte, was durch das Manna symbolisiert wurde, nämlich Himmlisches, und statt dessen nach Fleisch rief, dessen 171

Bedeutung oben beschrieben wurde. Außerdem ist damit die Haltung einer ganzen Kirche charakterisiert, deren Untergang mit der großen Niederlage gemeint ist. (HG 999)
26. August Laban sprach zu ihm (Jakob): Wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch, und er wohnte bei ihm einen Monat von Tagen. (1. Mose 29, 14)

Das Eigene zeigt zwei verschiedene Seiten: die eine höllisch, die andere himmlisch. Der Mensch kann es aus der Hölle oder vom Himmel empfangen. Das weiß er aus der Lehre des Glaubens, aber kaum einer unter Tausenden glaubt es. Daher eignet er sich das Böse an, das aus der Hölle einfließt, und macht es zu seinem Eigenen. Das Gute, das vom Herrn kommt, regt ihn dagegen nicht an, weshalb es ihm nicht zugerechnet werden kann. Von diesem Einfluß will der Mensch nichts wissen, weil er sich selber liebt und daher unwillig wird, wenn ihm klar gemacht wird, daß alles dem Einfluß zugeschrieben werden muß. Er nimmt es aber sofort an, wenn er den Nächsten und den Herrn liebt, denn diese Liebe bewirkt, daß er vom Herrn ein himmlisches Eigenes empfängt. (HG 3812)

27. August Und die Furcht vor euch und der Schrecken vor euch sei über allem Tier der Erde und über allem Geflügel des Himmels. (1. Mose 9, 2)

Der Zustand des Menschen vor seiner Wiedergeburt besteht darin, daß Begierden und Falschheiten, die dem äuße172

ren Menschen angehören, beständig vorherrschen, weshalb ein Kampf andauert. Wenn er aber wiedergeboren ist, herrscht der innere Mensch über den äußeren, also über die Begierden und Falschheiten. Jetzt hat der Mensch Furcht vor dem Bösen und Schrecken vor dem Falschen, denn beide sind gegen das Gewissen gerichtet. Gegen das Gewissen zu handeln, bedeutet für ihn aber Schrecken. (HG 986)

28. August Und Abimelech stand des Morgens früh auf und rief alle seine Knechte und redete alle diese Worte vor ihren Ohren, und die Männer fürchteten sich sehr. (1. Mose 20, 8)

Fürchten oder Furcht schließt, wie jede Gemütsbewegung verschiedenes in sich, obwohl es ganz einfach erscheint, nämlich den Verlust des Lebens, des guten Namens, der Ehre, des Einkommens in weltlichen Dingen, oder auch den Verlust des Guten und Wahren und daher des Lebens in himmlischer Hinsicht. Und weil es auch um diese Dinge geht, schließt es ein Grauen davor mit ein, daß sie zerstört werden könnten, und zwar desto intensiver, je weiter der Mensch in seiner Neigung zum Guten und Wahren gekommen ist. Der Neigung selbst steht ein Widerwille entgegen, weshalb unter „sich fürchten“ auch ein Widerwille gegen das Böse verstanden werden kann. (HG 2543)
29. August Und Jakob erwachte von seinem Schlaf und sprach: Fürwahr, Jehovah ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht. Und er fürchtete sich und

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sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort! Hier ist nichts denn Gottes Haus; und dies ist das Tor des Himmels. (1. Mose 28, 16. 17)

Es gibt eine unheilige und eine heilige Furcht, die erste eine Erregung der Bösen, die andere der Guten. Diese ist eine heilige Furcht, eine bewundernde Scheu vor der göttlichen Kraft, und sie ist Sache der Liebe. Liebe ohne diese Furcht ist gleichsam fade oder eine Speise ohne Salz und Geschmack. Aber Liebe mit Furcht ist eine gesalzene Speise, der man jedoch das Salz nicht anmerkt. Sie hat zum Ziel, weder den Herrn noch den Nächsten zu beleidigen, also weder das Gute noch das Wahre, nicht das Heilige der Liebe und des Glaubens, nicht die Religion. Aber diese Furcht schwankt in ihrem Maß von Mensch zu Mensch. Je stärker seine Liebe ist, desto mehr empfindet er Furcht vor der Verletzung des Guten und Wahren, ohne daß ihm das allerdings bewußt wird. Wer aber Gutes und Wahres nicht liebt, der fürchtet dieses nicht, empfindet dafür aber deutliche Furcht vor der Hölle. (HG 3718)

30. August Und er sprach zu Abram: Das sollst du wissen, daß Fremdling sein wird dein Same in einem Land, das nicht sein ist; und wird ihnen dienen, und man wird sie drängen vierhundert Jahre. (1. Mose 15, 13) Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (Joh. 16, 33)

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Angst – Trübsal – Drangsal. Alle drei stellen Verfolgung und damit Versuchungen dar. (HG 1846) Friede ist ein inneres Wohlgefühl aus der Verbindung mit dem Herrn, auch Himmel und ewige Freude. Diesem Frieden steht die Angst oder Trübsal entgegen, die aus Anfechtung von Bösem und Falschem resultiert, die von denen erduldet wird, die bereits in der Welt göttlichen Frieden haben. Sie bestehen ja immer noch aus Fleisch; und dieses begehrt, was zur Welt gehört, und verursacht damit Angst und Trübsal. Der Herr aber hat während seines Erdenlebens Macht über die Höllen gewonnen und sagt deshalb: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (OE 365)
31. August Und die Boten kehrten zurück zu Jakob und sprachen: Wir sind zu deinem Bruder, zu Esau, gekommen, und auch er zieht dir entgegen und vierhundert Mann mit ihm. Und Jakob fürchtete sich sehr und er ward bedrängt; und er verteilte das Volk, das bei ihm war, und das Kleinvieh und die Rinder und die Kamele in zwei Lager. (1. Mose 32, 6. 7)

Furcht und Angst sind der Anfang der Versuchungen. Wenn das Gute den ersten Platz einnimmt und sich das Wahre unterordnet, was geschieht, wenn der Mensch geistige Versuchungen erleidet, dann hat das Gute, das vom Inneren einfließt, sehr viele Wahrheiten bei sich, die im Menschen in seinem Inneren verborgen liegen. Sie können nicht zur Anschauung und zum Verständnis bei ihm kommen, bevor das Gute die erste Rolle spielt, denn dann beginnt der natürliche Bereich vom Guten erleuchtet zu werden. Dadurch wird deutlich, was damit übereinstimmt und was nicht, und daraus

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entsteht die Furcht und die Angst, die der geistigen Versuchung vorangehen; denn diese wirkt auf das Gewissen, das Sache des inneren Menschen ist. Deshalb weiß auch der Mensch nicht, woher ihm die Furcht und die Angst kommt; aber die Engel, die beim Menschen sind, wissen es wohl, denn die Versuchung kommt daher, daß die Engel den Menschen im Guten und Wahren halten, die bösen Geister aber in Bösem und Falschem. (HG 4249)
1. September Und Jehovah Gott rief dem Menschen zu und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin und verbarg mich. (1. Mose 3, 9. 10)

Es ist die gewisseste Wahrheit, daß der Mensch durch Geister und Engel vom Herrn regiert wird; wenn die bösen Geister anfangen zu herrschen, dann bemühen sich die Engel, das Böse und Falsche abzuwenden, daher entsteht ein Kampf; dieser Kampf ist es, der durch das innere Begreifen, die innere Stimme und das Gewissen empfunden wird. Aus ihnen sowie aus den Versuchungen hätte der Mensch deutlich wissen können, daß Geister und Engel bei ihm sind, wenn er nicht im Fleischlichen so ganz leibte und lebte, daß er nichts glaubte, was man von Geistern und Engel sagt. Daher würden Mensch dieser Art, wenn sie auch hundertmal Kämpfe verspürten, doch immer wieder sagen, es seien Fantasien, verursacht von einer Psychose. (HG 227)
2. September Und Jehovah sprach: nicht wird mein Geist hinfort den Menschen zurechtweisen, darum weil er

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Fleisch ist; und es werden seine Tage sein hundert und zwanzig Jahre. (1. Mose 6, 3)

Die Menschen hatten die Lehren oder Wahrheiten des Glaubens von Begierden überwuchern lassen, so daß sie nicht mehr belehrt werden oder wissen konnten, was böse ist. Alles innere Erfassen des Wahren und Guten war durch selbstfabrizierte Argumente ausgelöscht, und sie hielten nur noch für wahr, was dazu paßte. Nach der Sintflut war der Mensch verändert; er besaß jetzt ein Gewissen an Stelle des inneren Erfassens und konnte dadurch wieder gelenkt werden. Durch die Zurechtweisung vom Geist Jehovahs wird daher die innere Einwirkung dargestellt, das Gewissen, wobei der Geist Jehovahs der Einfluß des Guten und Wahren ist. (HG 573)

3. September Es sprach aber einer zu ihm: Herr, sind es wenige, die gerettet werden? Er aber sprach zu ihnen: … Da wird sein Heulen und Zähneknirschen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle die Propheten im Reich Gottes, ihr aber werdet hinausgeworfen. Und kommen werden vom Aufgang und Niedergang und von Mitternacht und Mittag und im Reich Gottes zu Tische liegen. Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und sind Erste die Letzte sein werden. (Luk. 13, 23. 28-30)

Es wurde gesagt, daß auch den Heiden ein Gewissen fürs Rechte und Gute je nach ihrer Religion geschenkt werde; damit verhält es sich so: 177

Im allgemeinen gibt es ein wahres, ein unechtes und ein falsches Gewissen. Das wahre Gewissen wird vom Herrn aus den Glaubenswahrheiten gebildet; wenn der Mensch mit diesen begabt ist, fürchtet er sich, gegen die Glaubenswahrheiten zu handeln, weil er sich damit gegen das Gewissen vergehen würde. Dieses Gewissen kann niemand empfangen, der sich nicht die Wahrheiten des Glaubens zu eigen gemacht hat, also nur wenige Christen, denn die meisten erheben eigene Grundsätze zur Wahrheit. Immerhin empfangen die Wiedergeborenen ein Gewissen, wenn sie tätige Liebe üben, denn die Grundlage des Gewissens ist die tätige Liebe. Ein unechtes Gewissen bildet sich bei den Heiden aus der Religion, in der sie geboren und erzogen sind. Verstöße gegen diese sind auch Verstöße gegen ihr Gewissen. Wenn dieses auf tätiger Liebe, Barmherzigkeit und Gehorsam basiert, dann können sie im anderen Leben ein wahres Gewissen empfangen. Das falsche Gewissen ist das Produkt der Selbst- und Weltliebe. Es gibt Menschen, die meinen, gegen ihr Gewissen zu handeln, wenn sie sich gegen den Nächsten etwas zu Schulden kommen lassen. Sie glauben aber nur, ihr Leben, ihre Ehre, ihr Ruf, ihr Vermögen oder Erwerb seien in Gefahr. Manche besitzen diese Empfindung infolge Vererbung, andere erwerben sie sich. Allein es ist ein falsches Gewissen. (HG 1033)

4. September Und er sprach zu ihm (Abram): hole mir eine dreijährige Färse und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er holte sich sie alle und zerstückte sie in der Mitte und legte jedes Stück dem andern gegenüber, den Vogel aber zerstückte er

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nicht. Und es kam der Raubvogel herab auf die Leiber her; Aber Abram scheuchte ihn weg. (1. Mose 15, 9-11)

Der letzte Satz will sagen, der Herr habe das Böse und Falsche aus der Kirche weggetrieben, die zwar von der tätigen Liebe abzuweichen beginnt, aber noch nicht so weit von ihr entfernt ist, daß die Gemüter ihrer Glieder nicht noch lenkbar wären. Der Herr treibt fortwährend, wo weit es noch möglich ist, das Böse und Falsche weg, aber er tut es durch das Gewissen. Wenn dieses erschlafft, gibt es kein Mittel mehr, durch das der Herr einwirken kann, denn sein Einfluß auf den Menschen geht durch die tätige Liebe in sein Gewissen; in jenem Fall aber tritt an dessen Stelle ein neu gebildetes, aber äußeres Mittel, nämlich die Furcht vor dem Gesetz, die Furcht vor dem Verlust des Lebens, der Ehre, des Vermögens und des guten Rufs. Diese alle gehören nicht zum Gewissen, sie sind nur äußere Fesseln, die bewirken, daß der Mensch in Gesellschaft mit anderen leben und als ein Freund erscheinen kann, wie er auch immer innerlich beschaffen sein mag. Aber dieses Mittel hat gar keine Bedeutung im anderen Leben; denn das Äußere wird dort entfernt, und er bleibt, wie er innerlich beschaffen war. (HG 1835)

5. September Beschnitten, ja beschnitten soll werden der Geborene deines Hauses und der um dein Silber Erkaufte; und es soll sein mein Bund in eurem Fleisch zum ewigen Bund. (1. Mose 17, 13)

„Mein Bund in eurem Fleisch“ ist die Verbindung des Herrn mit dem Menschen in seiner Unreinheit. Die Wahr179

heiten, die der Mensch sein eigen nennt, sind Scheinwahrheiten verbunden mit Sinnestäuschungen und Begierden. Trotz ihrer Unreinheit verbindet sich der Herr mit dem Menschen, indem er ihn mit Unschuld und tätiger Liebe belebt und so das Gewissen bildet. Dessen Wahrheiten sind verschieden, je nach der Religion. Der Herr will sie nicht verletzen, sofern sie dem Guten des Glaubens entsprechen, weil der Mensch von ihnen erfüllt ist und sie für heilig hält. Das Gewissen ist aus Glaubenswahrheiten gebildet, woraus deutlich wird, daß es seinen Platz im Verstand des Menschen hat. Deshalb hat der Herr den Verstand sauber vom Willen getrennt. (HG 2053)
6. September Und Jehovah erschien ihm (Abraham) in den Eichenhainen Mamres, und er saß am Eingang des Zeltes, als der Tag heiß ward. (1. Mose 18, 1)

(Eichenhaine sind ein Bild für einen Vorgang, den Swedenborg perceptio nennt. Das heißt zugleich Empfangen und Erfassen, ist also aktiv und passiv zugleich. Es wurde lange Zeit mit Innewerden übersetzt, ein seit längerem ausgestorbener Ausdruck. Wir wollen es hier als spontanes Begreifen bezeichnen, ein Geschehen also, das wir nicht selbst steuern können.) Die Urmenschen wußten aus diesem Begreifen jederzeit, ob etwas gut und daher auch, ob es wahr ist. Sie erlebten einen Einfluß vom Herrn durch den Himmel, der ihnen, sobald sie an Heiliges dachten, klar machte, ob etwas so ist oder nicht. Diese Fähigkeit verlor sich, als der Mensch sich mehr und mehr von himmlischen Vorstellungen ab- und dafür weltlichen und körperlichen Vorstellungen zuwandte. An ihre Stelle 180

trat das Gewissen, das auch eine Art von innerlichem Begreifen ist. Denn entgegen oder gemäß dem Gewissen handeln, ist auch eine Art und Weise zu vernehmen, ob etwas so ist oder nicht und demnach so geschehen soll oder nicht. Aber der Einfluß des Gewissens stammt nicht aus dem Guten, sondern aus dem Wahren, das gemäß dem Heiligen des Gottesdienstes der Vernunft von Kindheit an eingepflanzt und später gefestigt worden ist. Wenn durch diesem Einfluß vom Herrn Unschuld und tätige Liebe eingepflanzt wird, entsteht das Gute des Gewissens. (HG 2144)
7. September Und es kamen die zwei Engel gen Sodom des Abends, und Lot saß im Tor von Sodom, und Lot sah sie und erhob sich ihnen entgegen und bückte sich mit dem Angesicht zur Erde. (1. Mose 19, 1)

Daß unter „und Lot sah sie“ das Gewissen zu verstehen ist, basiert auf der Bedeutung von sehen, was eigentlich einsehen heißen muß und im inneren Sinn identisch ist mit Glauben haben. Wer nun Glauben hat, besitzt auch ein Gewissen, denn die beiden sind nicht zu trennen, und zwar so wenig, daß es auf eins herauskommt, ob man von Glauben oder von Gewissen spricht. Denn der Glaube entsteht aus der tätigen Liebe und ist somit die tätige Liebe selbst, denn ohne sie ist er ja kein Glaube. (HG 2325)
8. September Und die Männer streckten ihre Hand hinaus und führten Lot zu sich herein ins Haus, und die Pforte verschlossen sie. (1. Mose 19, 10)

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Im anderen Leben wird der Zugang dadurch verschlossen, daß die Guten von den Bösen getrennt werden, damit sie von den Sphären der Argumente des Falschen und der Begierden des Bösen nicht angefochten werden können. Bei Leibesleben wird der Zugang bei denen verschlossen, die gut sind, indem die Engel in ihrer Umgebung die Einflüsse des Bösen und Falschen zu etwas Wahrem und Gutem umlenken. Der Mensch besitzt während dieser Zeit noch eine so dunkle Vorstellung und Empfindung, daß er kaum weiß, ob er selber Gutes der tätigen Liebe besitzt oder nicht, weil er nämlich auch nicht weiß, was tätige Liebe und was der Nächste ist. Dies zu wissen, ist jedoch wichtig. Gutes der tätigen Liebe besitzt, wer ein Gewissen hat, d. h. wer vom Gerechten und Billigen, vom Guten und Wahren nicht abweichen will. Und wer so vom Nächsten denkt, der will ihm wohl, selbst wenn dieser sein Feind ist, und zwar ohne ein Entgelt zu erwarten. So jemand besitzt Gutes der tätigen Liebe, egal ob er der Kirche angehört oder nicht. (HG 2380)
9. September Denket nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich sage ich euch: Bis daß Himmel und Erde vergehen, soll kein Jota noch ein Strichlein vom Gesetz vergehen, bis daß alles geschehe. (Joh. 5, 17. 18)

Viele glauben heutzutage, die Aussage, der Herr habe das Gesetz erfüllt, sei so zu verstehen, daß er alle Vorschriften der zehn Gebote erfüllt, sich dadurch zur Gerechtigkeit gemacht und die Menschen in der Welt durch den Glauben daran gerechtfertigt habe. Allein nicht dies ist gemeint, sondern daß 182

er alles erfüllt habe, was von ihm im Gesetz, und den Propheten, d.h. in der ganzen heiligen Schrift geschrieben steht, denn diese handelt ausschließlich von ihm. Der Irrtum kommt daher, daß die Mehrheit die Schrift nicht erforscht hat, um sich zu vergewissern, was unter „Gesetz“ zu verstehen sei. Im engeren Sinn, sind es die Vorschriften der zehn Gebote, im weiteren Sinn, was in den fünf Büchern Moses aufgeführt ist, und im umfassenden Sinn der gesamte Inhalt des Wortes. (LvH 8)
10. September Und will sich mehren lassen deinen Samen wie die Sterne der Himmel und will geben deinem Samen alle diese Länder; und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde. Darum, daß Abraham meiner Stimme gehorcht hat und meine Verordnung, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze gehalten hat. (1. Mose 26, 4. 5)

Im ersten Satz geht es um die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit seiner Menschennatur durch Versuchungen. (Abraham ist die menschliche Seite des Herrn.) Es macht also keinen Sinn, anzunehmen, der Herr habe diese Verordnungen und Gesetze gehalten, denn er ist ja von Ewigkeit her das Wort, und sämtliche Vorschriften stammen von ihm selbst. Er hätte gewissermaßen sich selbst halten müssen. Es geht hier vielmehr um eine Offenbarung seines Selbst, das eben in der Vereinigung begriffen war. Er ist also selbst die Verordnung, das Gebot, die Satzung und das Gesetz, und zwar so, daß er ihr Ursprung ist und zugleich auch ihr Zweck und Ziel, zu dem sie zurückführen; der erste und der letzte. (HG 3382) 183

11. September Und Pharao sprach: Ich will euch entlassen, daß ihr Jehovah, eurem Gott, opfert in der Wüste. Nur sollt ihr nicht zu weit gehen; flehet für mich! Und Mose sprach: Siehe, ich gehe weg von dir und werde zu Jehovah flehen. (2. Mose 8, 24. 25)

Den Bösen erscheint zuweilen das Wahre aus der göttlichen Kraft, und zwar durch die Gegenwart eines Engels bei ihnen. Aber dieses Wahre dringt nicht durch ihr Inneres in sie ein wie bei den Guten, denn ihr Inneres ist verschlossen; das Wahre regt also nur ihr Äußeres an. Das geschieht, wenn sie sich fürchten und gedemütigt fühlen; denn die Gegenwart der Wahren aus Gottes Kraft erschüttert sie und jagt ihnen eine Art von Todesfurcht ein. Wenn aber das Wahre wieder entfernt wird, kehren sie in den vorigen Zustand zurück und verlieren ihre Angst. Sobald Mose, der das göttliche Gesetz oder das göttliche Wahre darstellt, von Pharao weggeht, vergißt dieser seine Versprechungen, er wolle das Volk entlassen, daß sie dem Jehovah opfern, und sein Herz verstockt. (HG 7463)
12. September Er wird aber vielen den Bund bestärken eine Woche und in der Hälfte der Woche das Schlachtopfer und Speisopfer zu Ende bringen, und auf den Vogel der Greuel die Verwüstung, und bis zur Vollendung und Entscheidung wird es sich ergießen über die Verwüstung. (Dan. 9, 27)

Die christliche Kirche wurde schon an ihrer Wiege von Spaltungen und Irrlehren angefallen und zerteilt, und im Lauf 184

der Zeit wurde sie geradezu zerrissen und zerfleischt, kaum anders als jener Mensch, der von Jerusalem nach Jericho hinab stieg und von dem man liest, er sei von Räubern überfallen worden, die ihn auszogen und blutig schlugen, beraubten und halbtot liegen ließen. Aus der Kirchengeschichte geht klar hervor, daß die christliche Kirche von ihrer Kindheit an in dieser Weise erschüttert und auseinandergerissen wurde. Dies geschah schon zur Zeit der Apostel durch den Simon, einen gebürtigen Samaritaner, der das Gewerbe eines Zauberers ausübte, wie in der Apostelgeschichte 8, 9ff nachzulesen ist. (WCR 378)
13. September Spricht zu ihm Petrus: In Ewigkeit sollst du die Füße mir nicht waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Teil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht meine Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, der bedarf mehr nicht, denn die Füße zu waschen; sondern er ist ganz rein… (Joh. 13, 8-10)

Es ist eine geistige Waschung gemeint, d.h. die Reinigung vom Bösen, mit dem Waschen des Hauptes und der Hände die Reinigung des inneren, mit dem Waschen der Füße die Reinigung des äußeren Menschen. Wenn der innere Mensch gereinigt ist, muß aber noch der äußere gereinigt werden, wie die Worte zeigen: Wer gewaschen ist, bedarf nur noch an den Füßen gewaschen zu werden. Erst wenn das Innere und das Äußere umgebildet sind, ist der Mensch wirklich umgebildet. Weil nun aber niemand umgebildet werden kann, der sich nicht prüft, sein Böses erkennt, es anerkennt und schließlich davon läßt, so folgt, daß 185

nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere erforscht werden muß. Prüft nämlich der Mensch nur sein Äußeres, sieht lediglich, was er tatsächlich begangen hat, z.B. daß er nicht gemordet, nicht die Ehe gebrochen, nicht gestohlen hat, so erforscht er nur das Böse, das er mit dem Körper getan oder nicht getan hat, nicht aber das Böse seines Geistes. Und doch muß gerade dieses erforscht werden, damit man umgebildet werden kann. Denn der Mensch lebt nach dem Tod als Geist fort, und alles Böse in diesem bleibt. (GV 151, 52)

14. September Du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen (ins Eitle ziehen) (2. Gebot) Geheiligt werde dein Name. (Gebet des Herrn)

Profanierung im allgemeinen Sinn ist jede Art von Gottlosigkeit. Unter den Entweihern sind diejenigen die schlimmsten, die Gott bekennen, die Heiligkeit des Wortes und die spirituellen Dinge der Kirche anerkennen, meist aber nur mit dem Mund. Das Heilige aus dem Wort ist in und bei ihnen, aber sie entweihen es mit einem Teil ihres Verstandes und Willens. Was heißt nun aber der „Name Gottes“? In der geistigen Welt wird jeder nach der Beschaffenheit seiner Liebe und Weisheit benannt. Sobald nämlich jemand in eine Gesellschaft oder Gemeinschaft anderer kommt, erhält er einen passenden Namen. Die Benennung erfolgt nach den Regeln der geistigen Sprache, in der jeder Buchstabe eine Sache darstellt. Mehrere Buchstaben, im Namen zu einem Wort verbunden, schließen den ganzen Zustand der betreffenden Person in sich. Der Name Gottes im Wort zeigt also Gott mit all seinen göttlichen Eigenschaften und Kräften, die aus ihm hervorgehen, somit 186

das Wort selbst, das damit der Name Gottes ist. Dazu gehören auch alle spirituellen Dinge der Kirche, die aus dem Wort hervorgehen. (GV 230)

15. September Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugefügt werden. (Mat. 6, 33)

Seine Gerechtigkeit suchen heißt, sein Gutes suchen. Wer in der Welt das Beste des Vaterlandes mehr als sein eignes, und das Beste des Nächsten wie sein eigenes liebt, der sucht und liebt im anderen Leben das Reich des Herrn. Denn dort nimmt dies die Stelle des Vaterlandes ein. Die anderen aber, die gern den Mitmenschen um des Guten willen Gutes tun, die lieben den Nächsten. Denn dort ist das Gute der Nächste. Alle so Gearteten befinden sich im Großmenschen, das heißt im Himmel. (HH 64)

16. September Und Jehovah sprach zu Mose: Steige herauf zu mir auf den Berg und sei da, und ich werde dir die steinernen Tafeln und das Gesetz und das Gebot geben, das ich zu ihrer Unterweisung geschrieben habe. (2. Mose 23, 12)

Im Wort wird unterschieden zwischen Geboten, Rechten und Satzungen; Gebote beziehen sich auf das Leben, Rechte regeln den bürgerlichen Stand, Satzungen geben Anweisungen für die Durchführung der Gottesdienste. Dies alles wird mit 187

dem Ausdruck Gesetz zusammengefaßt. Wenn im Wort gesagt wird Gesetz und Gebot, ist das Wahre im allgemeinen und im besonderen gemeint. (HG 9417)
17. September Ist aber ein Unfall geschehen, sollst du geben Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß. (2. Mose 21, 23. 24)

Seele um Seele geben usw. bedeutet, es solle dir geschehen, wie du dem anderen getan hast. Dieses Gesetz wurde den Söhnen Israels gegeben, weil das gleiche Gesetz in der geistigen Welt besteht: wer dort einem anderen Herzen Gutes tut, empfängt das gleiche Gute; wer aber dem anderen Böses tut, empfängt dadurch das gleiche Böse; denn das Gute aus dem Herzen ist mit seiner Belohnung verbunden und das Böse aus dem Herzen mit seiner Bestrafung. Daher empfangen die Guten den Himmel und die Bösen die Hölle. (HG 9049)

18. September Wenn du meinem Volk, das elend ist bei dir, Geld leihst, so sollst du ihm nicht sein wie ein Wucherer; ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen. Wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfand nimmst, sollst du’s ihm, ehe die Sonne untergeht, zurückgeben. (2. Mose 22, 24. 25)

Die Gesetze, die Rechte genannt wurden, fanden ihr Ende wie die Opfer und übrigen Bräuche, als der Herr in die Welt kam und das Innere des Gottesdienstes und überhaupt das Innere des Wortes aufschloß. Das Gesetz will sagen, man solle 188

dem Nächsten Gutes tun von Herzen und glauben, es sei kein Verdienst in dem, was man aus sich tut, sondern nur in dem, was man in der Kraft des Herrn tut, die in den Menschen ist, denn allein der Herr selbst hat verdient und ist allein die Gerechtigkeit. Daher kommt es auch, daß, wer vom Herrn geführt wird, gar nicht an den Lohn denkt und dennoch von Herzen dem Nächsten Gutes tut. Wenn nun der Mensch auf sein Inneres hört, verliert das Gesetz seine Gültigkeit zugleich mit allen anderen, die Rechte genannt wurden, denn die israelitische Völkerschaft war äußerlich und als solche ein Symbol für das Innere. Für sie also war das Gesetz verbindlich, nicht aber für die Christen, denen sein innerer Gehalt vom Herrn offenbart worden ist. Wegen seines inneren Gehalts ändert das aber an der Heiligkeit des Gesetzes nichts. (HG 9211)

19. September Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Dem Überwinder will ich von dem verborgenen Manna zu essen geben und will ihm einen weißen Stein geben, und auf dem Stein einen neuen Namen geschrieben, den niemand erkennt, als der ihn empfängt. (Offb. 2, 17)

Der vom Herrn gegebene weiße Stein bedeutet Einfluß und Aufnahme vom Herrn, und dabei handelt es sich um Weisheit und Einsicht, wie bei allen, die vom Herrn einen Einfluß aufnehmen, und auf die er einwirkt. Daß hierfür ein weißer Stein das Symbol ist, kommt daher, daß bei den Gerichten die Stimmen in Form von Steinen gesammelt wurden, bejahende Urteile durch weiße, verneinende durch schwarze Steine. (OE 147) 189

20. September Du sollst nicht zweierlei Steine in deinem Beutel tragen, einen großen und einen kleinen, und nicht zweierlei Epha, ein großes und ein kleines, in deinem Haus haben. Ganze und gerechte (Gewichts-) Steine sollst du haben, und ein ganzes, gerechtes Epha sollst du haben, auf daß deine Tage verlängert werden auf dem Boden, den Jehovah, dein Gott, dir gibt. (5. Mose 25, 15)

Die Verlängerung der Tage hat nichts mit langem Leben in der Welt zu tun, sondern bedeutet den Zustand des Lebens in der Kirche, somit im Himmel; denn „verlängern“ wird vom Guten und seiner Zunahme ausgesagt, und „Tag“ bedeutet den Zustand des Lebens. Weil aber der ganze und gerechte Stein, der das Gewicht war, und das ganze und gerechte Epha, das ein Maß vorstellte, das Wahre und Gute und dessen Beschaffenheit, und beides zusammen die Gerechtigkeit bedeuten, der Stein das Wahre und das Maß das Gute, und weil „nicht betrügen“mit dem Gewicht und Maß gerecht ist, deshalb werden sie das Leben der Kirche haben und nachher das Leben im Himmel. (OE 730)
21. September Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft, die Ware von Gold und Silber und kostbarem Stein und Perlen und Byssus und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei Citrusholz und Geräte von Elfenbein und Gefäße von kostbarem Holz und von Erz und von Eisen und von Marmor. (Offb. 18, 11. 12)

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Waren von Gold und Silber bedeuten das Gute und Wahre des Wortes, der Lehre und der Kirche, einfach alles, was von ihnen (die Könige der Erde und die Kaufleute der Erde) entweiht wurde, somit überhaupt alles Böse und Falsche, das ihnen Gewinn brachte. Die Entweihung geschah durch Verfälschung und Schändung und durch ein Leben in diesem Sinn. So, wie das Gute und Wahre nicht vom Menschen selbst stammt, sondern vom Herrn als der Sonne des Himmels, deren Licht das Wahre der göttlichen Weisheit und deren Wärme das Gute der göttlichen Liebe ist, so stammt auch das Böse und Falsche nicht vom Menschen selbst, sondern aus der Hölle. (OE 1142)
22. September

Fortsetzung Edelsteine sind Erkenntnisse des Wahren aus dem Wort, Perlen jedoch Erkenntnisse des Guten. Diese Erkenntnisse gehören in den Bereich des Wissens oder des natürlichen Menschen. Daher stellen die Edelsteine die Wahrheiten dar, kraft deren das Gute erkannt wird, und die Perlen das Gute, durch das die Wahrheiten lebendig werden. Weil Wahres und Gutes auf diese Weise verbunden ist und gleichsam eine Ehe schließen, werden ihre Abbilder meist paarweise aufgeführt: Gold und Silber, Edelstein und Perle usw. Hier allerdings bedeuten sie das entweihte Gute und Wahre, somit Böses und Falsches. (OE 1142)
23. September

Fortsetzung Byssus und Purpur stellen ebenfalls entweihtes Gutes und Wahres dar, jedoch solches aus himmlischem Ursprung, denn sie werden ja ebenfalls als Waren von Babylon bezeichnet . 191

Dieses Wahre und Gute findet man bei denen, die den Herrn lieben. Es wird himmlisch genannt und von dem anderen Guten und Wahren unterschieden, das geistigen Ursprungs ist und Seide und Scharlach genannt wird. Das himmlische Wahre und Gute wird dadurch entweiht, daß die besagten Leute die göttliche Macht des Herrn, die Menschheit selig zu machen, für sich selbst reklamieren und daß sie entsprechend als seine Statthalter und Diener geliebt werden wollen. Der Herr kann aber nicht geliebt werden, wenn er die Macht, selig zu machen, nicht selbst besitzt. Jene Leute sagen zwar, der Herr werde geliebt, weil er den Menschen solche Macht verliehen habe, insbesondere werde er von denen geliebt und in hohen Ehren gehalten, welche diese Macht erhalten hätten. Von den übrigen werde er verehrt. Diese Liebe, über den Himmel und die Kirche zu herrschen ist aber reine Selbstliebe, sie ist teuflisch und verhindert jede Liebe zum Herrn, ja sie ist in Wirklichkeit Haß auf den Herrn und zeigt sich auch als solcher, wenn die Leute Geister werden und ihnen die Herrschaft genommen wird. (OE 1143)
24. September

Fortsetzung Seide und Scharlach sind das Gute und Wahre aus geistigem Ursprung, hier also auch dasjenige, das durch Babylon entweiht worden ist. Das geschah dadurch, daß die geistige Liebe, nämlich die tätige Liebe, also die Liebe zum Nächsten, verkehrt wurde. Die, welche wie die Babylonier sich selbst lieben, können den Nächsten nicht wirklich lieben; sie tun es nur um ihrer selbst willen. Das Ziel ist also immer ihr eigenes Ich, der Nächste ist nur Mittel zum Zweck. Sie entledigen sich seiner, sobald er ihnen nicht mehr dient, das zeigt sich deutlich in allen ihren Werken. Die Liebe zum Nächsten ist aber im geistigen Sinn die Liebe zum Nutzen, aber nur, wenn dieser nicht ausschließlich ein Eigennutzen ist. (OE 1144) 192

25. September

Fortsetzung Citrusholz steht für das Gute, das im natürlichen Menschen mit dem Wahren verbunden ist, wie ja Holz im allgemeinen Gutes des natürlichen Menschen darstellt. Das Wort Citrus stammt nun vom griechischen „zwei“ ab, und zwei bilden eben die genannte Verbindung. Es gibt drei Lebensgrade im Menschen, die der Reihe nach himmlisch, geistig und natürlich genannt werden; die gleiche Reihenordnung gilt aber für die hier aufgezählten Dinge oder Waren. Es gilt also auch für das Citrusholz das entweihte Gute oder das mit dem Falschen verbundene Böse. Dieses resultiert , weil es ja zum natürlichen Bereich gehört, hauptsächlich aus der Verehrung von Gebeinen und Gräbern, wie auch aus der Heilighaltung vieler Dinge, die zum Gottesdienst gehören, aus dem Betrieb bei den Prozessionen, überhaupt aus dem Götzendienerischen, das dem natürlichen Menschen angenehm ist und daher als gut empfunden und als wahr bezeichnet wird. Das Holz bedeutet aber deshalb das Gute, weil es vom Baum stammt, der Früchte bringt, und weil es entzündet werden kann, um Wärme zu spenden, weil es zum Bau von Häusern und zu vielen anderen nützlichen Zwecken verwendet werden kann, auch weil aus diesem Holz ein Öl gepreßt wird, welches das Gute der Liebe darstellt. (OE 1145)
26. September

Fortsetzung Gefäße sind Kenntnisse, weil alles Wahre im natürlichen Menschen ein Wissen ist, das als Behälter für die vernünftigen und geistigen Wahrheiten dient. Wenn diese durchdacht und begriffen worden sind, werden sie als Kenntnisse im 193

Gedächtnis aufbewahrt. Elfenbein ist das Wahre der Vernunft, weil das Kamel (hier statt des Elefanten genannt, vermutlich weil dieser als Tier sonst nirgends erwähnt wird) die Grundsätze des Natürlichen bedeutet. Elfenbein, aus dem dessen Zähne bestehen und das deshalb eine gewisse Macht repräsentiert, das weiße widerstandsfähige Material stellt also das Wahre der Vernunft dar, das vorzüglichste Wahre des natürlichen Menschen, (HG 1146)
27. September

Fortsetzung Erz bezieht sich auf das natürliche Gute, Eisen auf das natürliche Wahre. Der natürliche Bereich des Menschen ist in drei Abteilungen gegliedert: die Vernunft, die Natur und die Sinne, wovon die Vernunft zuoberst steht, die beiden andern folgen der Reihe nach. Die Vernunft entsteht durch einen Einfluß aus der geistigen, der Sinnesbereich durch einen aus der natürlichen Welt. Der mittlere Naturbereich gehört anteilsweise zu beiden. Diese Dreiteilung erkennt man an den Menschen in der geistigen Welt, die entweder vernünftig oder sinnlich sind oder zwischen beiden stehen. Besonders ihre Auffassung der bürgerlichen, moralischen und geistigen Gesetze verrät, von welcher Art sie sind. Die Vernünftigen sind im Stand, sich über materielle Belange zu erheben; die Sinnlichen denken und empfinden materiell, und ihre Gedanken stammen aus ihrem Gedächtnis. Ihre geistige Stufe ist auch an ihrem Verständnis des göttlichen Wortes zu erkennen. Während die Vernünftigen aus dem Buchstabensinn schöpfen, was zur Lehre gehört, verharren die Sinnlichen im rein Buchstäblichen. (HG 1147)

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28. September

Fortsetzung Marmor stellt den untersten Bereich im Denken und Wollen des Menschen dar, den der Sinne. Diese Bedeutung besitzt der Marmor, weil er das Wahre in seiner letzten Auswirkung und vor allem auch den Anschein des Wahren symbolisiert. Er steht hier für den Stein an sich, weil es um die äußere Erscheinung des Wahren der Kirche aus dem Wort geht. Dieses sinnlich Wahre wurde gleichfalls entweiht, wie sich an der Verehrung der Gräber, der Gebeine und Leichname derer zeigt, die sie Heilige nennen, während diese doch der Verwesung anheimfallen und daher der Hölle entsprechen. Allein schon das Körpergefühl würde solche Dinge verabscheuen, wäre nicht das Heilige der Kirche bis zu diesem Punkt entweiht worden. (HG 1148)
29. September Mache dir einen Kasten vom Holz Gopher, mit Kammern sollst du den Kasten machen und sollst ihn verpichen inwendig und auswendig mit Pech. (1. Mose 6, 14)

Das Holz Gopher ist ein Material, das viel Schwefel enthält, wie zum Beispiel die Tanne und mehrere dieser Gattung; vom Schwefel schreibt es sich her, daß es Begierden darstellt, weil es leicht Feuer fängt. (HG 643)
30. September Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. (Mat. 5, 8)

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Und an die ausgesonderten Söhne Israels legte er nicht seine Hand, und sie schauten Gott und aßen und tranken. (2. Mose 24, 11)

Der Mensch wird vom Herrn erleuchtet, und zwar derjenige, der das Wahre liebt, weil es wahr ist, und es auf das Leben anwendet. Für andere gibt es im Wort keine Erleuchtung. Wer das Wahre liebt und anwendet, ist im Herrn, und der Herr ist in ihm; denn der Herr ist selbst das göttliche Wahre. Von diesen heißt es, sie seien reinen Herzens. (LvH 57) Gott schauen bedeutet den Glauben, denn unter „schauen“ ist ein geistiges Sehen zu verstehen, das aus dem Glauben erfolgt. Daß sie den Herrn sahen, geschah, weil die vom Berg Sinai herab verkündigten Gesetze im weitesten Sinn das Wort als Ganzes darstellen und das Wort das göttliche Wahre vom Herrn ist, das im höchsten Sinn vom Herrn allein handelt, weshalb auch die Erleuchteten beim Lesen des Wortes den Herrn sehen, was aus dem Glauben und der Liebe heraus erfolgt. (HG 9411)

1. Oktober Und Leah empfing und gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Ruben, denn sie sprach: Jehovah hat gesehen meine Trübsal, denn nun wird mein Mann mich lieben. (1. Mose 9, 32)

Daß „sehen“ im inneren Sinn der Glaube vom Herrn ist, ergibt sich daraus, daß der innere Verstand keine anderen Gegenstände kennt, als diejenigen, die dem Wahren und Guten angehören; denn diese sind die Gegenstände des Glaubens. Dieser innere Verstand, oder das innere Gesicht, deren Ziel die Wahrheiten sind, die zum Glauben gehören, stellen 196

sich nicht so dar, wie der Verstand, der sich mit den Wahrheiten des bürgerlichen und sittlichen Lebens befaßt. Sie nämlich sind im Licht des Himmels, das im Dunkel leuchtet, solange der Mensch nur das Licht der Welt zur Verfügung hat. (HG 3863)
2. Oktober Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Gottes Söhne heißen. (Mat. 5, 9) Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Söhne Gottes zu sein, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen des Mannes geboren sind. (Joh. 1, 12. 13)

Der Wille des Fleisches steht der Liebe und der tätigen Liebe entgegen wie der Wille des Mannes dem Glauben aus der Liebe. Der Wille des Fleisches und der Wille des Mannes sind die Bestrebungen, die trennen, die Liebe aber und ihr Glaube sind das, was verbindet. Menschen, die Liebe üben und aus ihr auch glauben, heißen „aus Gott geboren“ und werden daher auch Söhne Gottes genannt. (HG 1608)

3. Oktober

Fortsetzung Gegenüber den Höllen bewährt sich der himmlische Friede als ein Zustand des Schutzes vor dem Bösen und Falschen, das nicht von dort aufsteigen und eindringen kann. Er läßt sich in vieler Hinsicht mit dem natürlichen Frieden vergleiche; z.B. mit dem Frieden nach einem Krieg, der jedermann Sicherheit vor den Feinden verschafft, sodaß er ohne Furcht in seiner eigenen 197

Stadt, seinem Haus, seinen Gütern und Gärten leben kann. Der himmlische Friede kann auch durch den Vergleich mit den Stunden gemütvoller Erholung nach angestrengter Arbeit verdeutlicht werden, ebenso mit der tiefen Befriedigung einer Mutter nach der Geburt ihres Kindes, wenn die Mutterliebe erblüht, oder mit der Heiterkeit des Firmaments nach einem Sturm, einem Wolkenbruch oder Gewitter. (WCR 304)
4. Oktober Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Reich der Himmel ist ihrer. (Mat. 5, 10)

Das Wort Gottes versteht unter den Gerechten jene, die nach der göttlichen Ordnung gelebt haben, denn die göttliche Ordnung ist die Gerechtigkeit. Sie selbst, deren Verkörperung der Herr durch seine Erlösungstaten geworden ist, kann den Menschen nicht anders zugeschrieben, eingeschrieben, angepaßt und verbunden werden als das Licht dem Auge, der Schall dem Ohr, der Wille den Muskeln eines Schaffenden, der Gedanke den Lippen eines Redenden, die Luft der atmenden Lunge, die Wärme dem pulsierenden Blut usw. Daß dies alles einfließt und sich anfügt, ohne sich zu verbinden, merkt jeder an sich selbst. Die Gerechtigkeit aber erwirbt sich der Mensch in dem Maß, wie er sie übt, das heißt wie er aus Liebe zum Gerechten und Wahren mit seinem Nächsten verfährt. In dem Guten bzw. im Nutzen, den der Mensch vollbringt, wohnt die Gerechtigkeit; sagt doch der Herr, jeder Baum werde an seiner Frucht erkannt. (WCR 96)
5. Oktober Selig seid ihr, wenn sie euch schelten und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch um meinetwillen, so sie daran lügen. Freut euch und

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frohlocket, denn viel ist eures Lohns in den Himmeln; denn also verfolgten sie die Propheten, die vor euch gewesen. (Mat. 5, 11. 12)

Diese Menschen leiten ihre Zuversicht, ewigen Lohn zu empfangen, nicht von irgendeinem Verdienst, sondern von ihrem Glauben an die Verheißung der göttlichen Gnade ab. Die Freude, ihrem Nächsten Gutes zu tun, ist ihr Lohn, und eben diese Freude haben auch die Engel im Himmel. Sie ist geistig und ewig und übertrifft unendlich jede natürliche Freude. Wer sie empfindet, will nichts von einem Verdienst hören, sondern liebt das Tun und empfindet darin seine Glückseligkeit. (WCR 440)
6. Oktober Es sprach der Feind, ich will sie verfolgen, ich will sie erreichen, ich will die Beute teilen, sättigen soll sich an ihnen meine Seele. (2. Mose 15, 9)

Verfolgen bedeutet Anfechtung. Wenn Böse (oder die Höllen) Gute verfolgen, heißt es, diese werden angefochten und sollen unterjocht werden. (HG 8290)
7. Oktober Darum meinet nicht, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. (Mat. 10, 34) Das Schwert draußen und die Pest und der Hunger drinnen; wer auf dem Feld ist, wird durch das Schwert sterben, und wer in der Stadt ist, den wird der Hunger und die Pest fressen (Ez. 7, 15)

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Es wird eine große Not auf Erden sein und Zorn in diesem Volk, denn sie werden fallen durch den Mund des Schwertes und werden gefangen geführt werden unter alle Heiden, endlich wird Jerusalem zertreten werden von den Heiden. (Luk. 21, 23. 24) An jenem Tag wird heimsuchen Jehovah mit seinem harten und großen und starken Schwert den Leviathan, die längliche Schlange, und den Leviathan, die krumme Schlange, und wird töten die Getiere im Meer. (Jes. 27, 1)

Das Schwert bedeutet im echten Sinn das kämpfende Wahre (Zitat 1) und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende Falsche (Zitat 3), außerdem die Verwüstung des Wahren (Zitat 2) und die Strafe des Falschen (Zitat 4). Der Ursprung dafür liegt in den Vorbildern im anderen Leben. Wenn dort jemand etwas redet, von dem er weiß, daß es falsch ist, dann fallen sogleich etwas wie Schwertchen auf sein Haupt und lösen Schrecken aus. Das kämpfende Wahre wird durch geschärfte Gegenstände dargestellt, wie Degen, weil nämlich das Wahre ohne das Gute so beschaffen ist. In Verbindung mit dem Guten aber ist es abgerundet und sanft. Daß der Ausdruck Messer kaum im Wort vorkommt, hängt damit zusammen, daß es im anderen Leben Geister gibt, die Massakrierer heißen, an deren Seite herabhängende Messer erscheinen, weil sie eine wilde Natur haben, sodaß sie jeden mit dem Messer stechen wollen. (HG 2799)

8. Oktober So spricht Jehovah: Wenn ihr zunichte macht meinen Bund des Tages und meinen Bund der Nacht, daß Tag und Nacht nicht sei zu seiner Zeit, soll

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auch mein Bund mit David, meinem Knecht zunichte sein, daß er nicht seinen Sohn habe, der König sei auf seinem Thron, und mit den Leviten, den Priestern, die mir Dienst tun. (Jer. 33, 20. 21)

Der Bund des Tages und der Nacht ist die Gesamtheit der Satzungen der Kirche, die den Söhnen Israels im Wort vorgeschrieben waren, wodurch sie Verbindung mit dem Himmel und durch diesen mit dem Herrn hatten. Sie heißen Bund des Tages und der Nacht, weil sie für den Himmel und für die Kirche Gültigkeit haben. Für den Himmel gelten die geistigen Dinge, die durch Symbole dargestellt sind, für die Kirche die natürlichen, die als Symbole Verwendung finden. Bund des Tages und der Nacht sind also die Satzungen des Himmels und der Erde. Geht der Bund mit David zu Ende, heißt das, es finde keine Verbindung mit dem Herrn mehr statt, d.h. es gebe keine Aufnahme des göttlich Guten und Wahren mehr. (OE 527)

9. Oktober Und sie sprachen, ein Mann zu seinem Genossen: Wohlan, laßt uns Ziegel streichen und zu einem Brand brennen; und es war ihnen der Ziegel statt des Steins, und das Erdpech war ihnen statt des Lehms. (1. Mose 11, 3)

Daß die Steine das Wahre bedeuteten, kam von den Uralten her, die ihre Grenzen mit Steinen markierten und Steine aufrichteten als Zeugen dafür, daß etwas so oder wahr sei. Der Stein ist gewachsen, der Ziegel jedoch vom Menschen hergestellt. Er stellt daher das Falsche dar, was sich der Mensch selbst 201

erdenkt. Wenn nun Ziegel statt des Steins verwendet werden, heißt das, das Falsche habe jenen Leuten (jener Kirche) für wahr gegolten. (HG 1296, 98)

10. Oktober Und er sah, und siehe, ein Brunnen auf dem Feld, und siehe, dabei waren drei Herden Kleinvieh gelagert; denn von diesem Brunnen tränkten sie die Herden; und ein großer Stein war auf der Mündung des Brunnens. (1. Mose 28, 2)

Das Wort heißt verschlossen, solange es nur nach dem Buchstabensinn verstanden und alles, was darin steht, für eine Lehre angesehen wird; am meisten, wenn als Lehre gilt, was die Begierden der Selbst- und Weltliebe begünstigt; denn dieses hauptsächlich wälzt einen großen Stein auf die Öffnung des Brunnens. Was es heißt, das Wort sei verschlossen, kann man hauptsächlich an den Juden sehen, die alles und jedes nach dem Buchstaben erklären und daher glauben, sie seien vor allen im ganzen Erdkreis auserwählt und der Messias werde kommen, der sie ins Land Kanaan einführen und sie über alle Nationen und Völker der Erde zu Herren einsetzen werde. Sie sind verstrickt in irdischen, körperlichen Liebestrieben, die das Wort in Bezug auf den inneren Gehalt völlig verschließen. (HG 3769)
11. Oktober Der Sohn einer Fruchtbaren ist Joseph, der Sohn einer Fruchtbaren an der Quelle, einer Tochter, die auf der Mauer einherschreitet. Es erbittern ihn und schießen und grollen ihm die Meister der Pfeile.

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Aber sie wird sitzen in der Tüchtigkeit seines Bogens; und gestärkt werden die Arme seiner Hände von den Händen des Gewaltigen Jakobs. Von dort her ist der Hirte, der Stein Israels. (1. Mose 49, 22-24)

Die Schilderung gilt dem Kampf des Herrn gegen das Falsche, und seiner Überlegenheit in seiner göttlich-menschlichen Gestalt. Der Hirte ist der, der durch das Glaubenswahre zum Guten der tätigen Liebe führt. Israel ist die geistige Kirche, deren Wesen das Gute des Wahren ist. Im höchsten Sinn ist damit das geistige Reich des Herrn gemeint. Von dort her kommt der Hirte, will also sagen, dem geistigen Reich werde von dort her (vom Herrn) alles Gute und Wahre zuteil. Daß der Stein Israels im höchsten Sinn der Herr ist, und zwar im Hinblick auf das Wahre seines geistigen Reiches, kommt daher, daß durch den Stein im Allgemeinen der Tempel dargestellt wird, im Besonderen dessen Grund. Der Tempel aber bedeutet das göttlich-menschliche Wesen des Herrn. (HG 6426)

12. Oktober Und die Gründe der Mauer der Stadt waren mit allerlei kostbaren Steinen geschmückt; der erste Grund war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. (Offb. 21, 19. 20)

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Die zwölf Grundpfeiler stellen dar, was zur Lehre gehört, die Mauer ist das Wort in seinem buchstäblichen Sinn, ebenso die kostbaren Steine, sie jedoch seine Durchsichtigkeit im geistigen Sinn. Im Allgemeinen sind es zwei Farben, die in den Edelsteinen durchleuchten, rot und weißglänzend (womit „wasserklar“ gemeint sein dürfte). Die übrigen Farben, grün, gelb, himmelblau und andere sind aus diesen zusammengesetzt mittels des Schwarzen. (S. kannte die Newtonsche Farbenlehre noch nicht. Selbst Goethe hat noch mit Verspätung behauptet, die Farben seien etwas „Schattiges“, sie enthielten also schwarz. Schwarz ist allein der Onyx, und der läßt überhaupt kein Licht durch. Wir müssen hier also wohl von einer Rangfolge der Farben ausgehen.) Rot bedeutet das Gute der Liebe, denn es hat seinen Ursprung im Feuer der Sonne, und dieses Feuer in der geistigen Welt ist die göttliche Liebe des Herrn. Klar dagegen bedeutet das Wahre der Weisheit, weil es seinen Ursprung im Licht hat, das von der Sonne ausgeht. Schwarz dagegen stammt aus dem Schatten jener beiden und stellt die Unwissenheit dar. (OE 1324)
13. Oktober In Eden, dem Garten Gottes, warst du, jeglicher kostbare Stein war deine Bedeckung, Rubin, Topas, Diamant, Tharschisch, Schoham und Jaspis, Saphir, Chrysopras und Smaragd und Gold, das Werk deiner Pauken und deiner Pfeifen war in dir; am Tag, da du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet. (Ez. 28, 13)

Im Wort wird das Wahre des Glaubens durch Edelsteine dargestellt, wie im Brustschild des Gerichts und auf den

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Schulterstücken des Ephods Aharons. Am Brustschild bildetet das Gold, die Hyazinthfarbe, der Purpur, der zweimal gefärbte Scharlach und die Baumwolle das, was zur Liebe gehört, die Edelsteine das, was zum Glauben aus der Liebe gehört; ebenso die zwei Steine der Erinnerung auf den Schulterstücken des Ephods, die aus Schoham waren, umgeben mit Fassungen von Gold. Es ist hier die Rede von einem Menschen, der himmlischen Reichtum, Einsicht und Weisheit besitzt. (HG 114)

14. Oktober Und Kain erkannte seine Gattin, und sie empfing und gebar den Chanoch; und er war der Erbauer einer Stadt und nannte den Namen der Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch. (1. Mose 4, 17)

Wo immer im Wort eine Stadt genannt wird, geht es nicht um eine Siedlung, sondern um eine Lehre oder Irrlehre. Die Engel haben keinerlei Vorstellung von einer (gebauten) Stadt, da sie ihren geistigen und himmlischen Gedanken nicht entspricht, jedoch verbinden sie mit ihnen, was sie geistig bedeuten, so mit der heiligen Stadt oder dem heiligen Jerusalem das Reich des Herrn, mit der Stadt oder dem Berg Zion das Himmlische bzw. das Geistige des Glaubens. Solche Dinge werden auch beschrieben durch Paläste, Häuser, Mauern, Gründe der Mauern, Außenwerke, Tore, Riegel und den Tempel in der Mitte. In diesem Fall wurde die Stadt nach Chanoch benannt, weil dieser eine Spaltung oder Irrlehre darstellt. (HG 399, 402)

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15. Oktober Denn siehe, ich gebe dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer wider das ganze Land, wider die Könige Jehudah, wider dessen Obersten, wider dessen Priester und wider das Volk des Landes. (Jer. 1, 18)

Dies wurde zum Propheten gesagt, weil alle Propheten die Lehren des göttlichen Wahren darstellen, und weil hier von der Kirche, der die göttlichen Wahrheiten verfälscht worden sind, gesprochen wird. Die befestigte Stadt ist die Lehre des Wahren, die eiserne Säule das Wahre, das sie stützt, die ehernen Mauern das schützende Gute und das Land die Kirche. Die Könige Jehudahs jedoch und die Obersten sind die verfälschten Wahrheiten, die Priester das geschändete Gute und das Volk des Landes das Falsche im allgemeinen. Von diesen wird nun gesagt, sie werden gegen die echten Wahrheiten streiten, dabei aber nicht obsiegen. (OE 219)

16. Oktober Selig sind, die im Geiste arm sind; denn das Reich der Himmel ist ihrer. (Mat. 5, 3)

An vielen Stellen im Wort wird der Ausdruck „Geist“ gebraucht, und wenn es dabei um den Menschen geht, wird durch Geist das dem Verstand eingeschriebene Gute und Wahre bezeichnet und folglich das Leben, das er führt. Das beruht darauf, daß der Mensch im Inneren Geist ist. Anderseits bedeutet Geist, wenn vom Herrn die Rede ist, das aus seinem göttlich Guten ausgehende Wahre, das, wenn es zum Menschen kommt und von diesem aufgenommen wird, der 206

Geist der Wahrheit ist, der Geist Gottes, der Heilige Geist. Im angeführten Text geht es nun eindeutig um das Leben des Verstandes oder das Leben des Wahren. Das läßt sich auch daran erkennen, daß Geist im natürlichen Sinn der Atem des Menschen ist; und dieser, der Sache der Lunge ist, entspricht dem Leben des Wahren. (HG 9818)

17. Oktober Wenn du meinem Volk, das arm ist bei dir, Silber leihst, so sollst du ihm nicht wie Wucherer sein; ihr sollt ihm keine Zinsen auferlegen. (2. Mose, 22, 24)

Das Äußere der tätigen Liebe ist, was im äußeren oder buchstäblichen Sinn des Wortes dadurch beschrieben wird, daß man den Armen und Bedürftigen wohltun soll; aber das Innere der tätigen Liebe besteht darin, was im inneren oder geistigen Sinn beschrieben wird, denn in diesem Sinn ist der in Armut befindliche innere Mensch gemeint, dem man wohltun soll. Unter den Armen werden in diesem Sinn diejenigen verstanden, die an Mangel und Unkenntnis des Guten und Wahren leiden und dennoch nach beidem verlangen. (HG 9209)

18. Oktober Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. (Mat. 5, 4)

Alle, die vom Herrn wiedergeboren werden, haben Versuchungen zu bestehen, aber danach haben sie freudige 207

Gefühle. … Wenn das geistige Gemüt aufgeschlossen wird, entstehen Versuchungen, weil dann der Himmel, das heißt der Herr durch den Himmel, durch das geistige Gemüt des Menschen in sein natürliches Gemüt einfließt. Es gibt keinen andern Weg des Himmels in den Menschen; und wenn der Himmel einfließt, dann räumt er weg, was ihm entgegensteht, nämlich das Böse und Falsche, das im natürlichen Gemüt oder im natürlichen Menschen seinen Wohnsitz hat; und dieses kann nur entfernt werden, wenn der Mensch es wahrhaft erkennt und tiefen Schmerz darüber empfindet. Daher kommt es, daß der Mensch in den Versuchungen von Beängstigungen ergriffen wird, die aus dem Bösen und Falschen in seine Gedanken aufsteigen. Und je mehr der Mensch dann seine Sünden anerkennt, sich als schuldig fühlt und den Herrn um Befreiung bittet, desto mehr Nutzen gewähren ihm die Versuchungen. Sobald aber das Böse und Falsche des Menschen entfernt ist, sind die Versuchungen überstanden, und dann fließt Freude ein vom Herrn durch den Himmel und erfüllt das natürliche Gemüt. Diese Freudigkeit ist es, die hier unter den Tröstungen verstanden wird. (OE 897)

19. Oktober Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben. (Mat. 5, 5)

Erblich besitzen heißt Leben vom Herrn empfangen, und das ist das ewige Leben oder der Himmel, was auch unter dem Ausdruck „Land“ zu verstehen ist. (HG 2658) Sanftmütig aber ist, wer sich im Guten der tätigen Liebe übt. (OE 304) Durch das Land oder die Erde wird die Kirche bezeichnet, denn unter diesem Begriff wird oft das Land Kanaan verstan208

den, in dem sich die Kirche befand (s. „himmlisches Kanaan“). Wenn also Erde oder Land gesagt wird, denken die geistigen Engel nicht an das Land selbst, sondern an die darauf lebende Menschheit und an deren Zustand, der aber derjenige der Kirche ist. (EO 285)

20. Oktober Selig sind, die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. (Mat. 5, 6)

Der Herr ist dadurch die Gerechtigkeit geworden, daß er seine Menschennatur durch seine eigene Macht göttlich machte. Dieses göttliche Wesen ist im Menschen, der es aufnimmt, die Gerechtigkeit des Herrn und ist eigentlich das Gute der tätigen Liebe zum Nächsten. Denn der Herr wohnt im Guten der Liebe und dadurch im Wahren des Glaubens, weil der Herr die göttliche Liebe selbst ist. Satt werden heißt aber, von Wahrheiten erfüllt werden. (HG 9263)
21. Oktober Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. (Mat. 5, 7)

Unter Geist Gottes wird die Barmherzigkeit des Herr verstanden, von der es heißt, sie schwebe, wie es die Henne über ihren Eiern zu tun pflegt, über dem, was der Herr im Menschen verbirgt und was da und dort im Wort Überreste genannt wird. Die Barmherzigkeit des Herrn hat zum Ziel, die Menschheit selig zu machen; sie umfaßt auch die Gnade. Die 209

beiden sind aber zu unterscheiden: Die Barmherzigkeit wird angewendet auf die, welche himmlisch, die Gnade aber auf die, welche geistig sind. Die demütigen Herzens sind, erflehen die Barmherzigkeit, die demütig denken, bitten um Gnade. (HG 598)

22. Oktober Und Gott segnete Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde. (1. Mose 9, 1)

In jedem Menschen ist der Herr gegenwärtig, aber nur so nah, wie der Mensch sich der tätigen Liebe genähert hat. Daß Gott „segnete“ bedeutet seine Gnade, nicht aber seine Barmherzigkeit, und das hat seinen Grund. Himmlische Menschen sprechen nicht von Gnade, sondern von Barmherzigkeit, denn sie anerkennen, daß die Menschheit unrein und höllisch und als Auswurf zu bezeichnen ist; für diesen Zustand erflehen sie die Barmherzigkeit des Herrn. Die geistigen Menschen wissen das zwar auch, erkennen es jedoch nicht an, weil sie ihr Eigenes mehr lieben. Um Barmherzigkeit zu bitten widerstrebt ihnen daher, wogegen sie der Gnade gegenüber keine Hemmungen haben. (HG 981)
23. Oktober Da antworteten einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Lehrer, wir wollten ein Zeichen von dir sehen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein schlechtes und ehebrecherisches Geschlecht trachtet nach einem Zeichen,

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und es soll ihm kein Zeichen gegeben werden, denn das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn wie Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauch des Walfisches war, so wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. (Mat. 12, 38-40)

Unter dem Zeichen ist eine Versicherung zu verstehen, damit sie sich überzeugen und glauben sollten, der Herr sei der Messias und der Sohn Gottes. Denn die Wunder, die der Herr in Menge getan hatte und die sie miterlebt hatten, waren für sie keine Zeichen, und zwar deshalb, weil die Wunder nur Zeichen sind für die Guten. Das Zeichen des Jonas aber ist ein Bild für das Begräbnis und die Auferstehung des Herrn, also für die vollständige Verherrlichung seiner Menschennatur. (OE 706)
24. Oktober Und alsbald versammelten sich viele, sodaß sie auch an der Tür nicht mehr Platz hatten, und er redete zu ihnen das Wort. Und da sie wegen dem Gedränge ihm nicht nahe kommen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war, und gruben es auf und ließen das Tragbett hinab, auf dem der Gichtbrüchige darniederlag. … Was ist leichter, zu dem Gichtbrüchigen zu sagen: Dir sind die Sünden vergeben, oder zu sagen: Mache dich auf, nimm dein Tragbett auf und wandle? … Und alsbald machte er sich auf, nahm sein Tragbett auf und ging vor allen hinaus, sodaß sie alle außer sich waren, Gott verherrlichten und sprachen: So etwas haben wir noch nie gesehen. (Mark. 2, 2. 4. 9. 12)

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Was Jesus zu diesem Kranken sagte, bedeutet die Lehre und das Leben nach dieser. Das Bett steht für die Lehre, wandeln für das Leben. Der Kranke dagegen stellt diejenigen dar, die das Gebot übertreten und gesündigt haben. Deshalb sagt Jesus zu dem Kranken am Teich Bethesda (Joh. 5): Siehe, du bist gesund geworden, sündige nicht mehr, und zu dem Gichtkranken: Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder: Mache dich auf, nimm dein Bett und wandle? Wer nichts vom inneren Sinn weiß, glaubt, die Worte, die der Herr geredet hat, hätten nichts weiter zu bedeuten, als was der Buchstabensinn verrät. (Also ein Wunder.) Aber der Herr hat aus der göttlichen Kraft geredet. (OE 163)
25. Oktober Und es waren die Tage des Menschen, nachdem er den Scheth gezeugt, achthundert Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter. (1. Mose 5, 4)

Tage stehen für Zustände im allgemeinen, Jahre für Zustände im besonderen. Im Wort bedeuten Zeiten Zustände. Da nun – insbesondere in der Schöpfungsgeschichte – die Zeiten mit Tagen bezeichnet werden, bedeuten also auch die Tage Zustände. Die Uralten hatten dafür Zahlen, durch die sie verschiedene Angelegenheiten der Kirche beschrieben, z.B. drei, sieben, zehn, zwölf und andere, die sie aus diesen Grundzahlen zusammensetzten; mit diesen faßten sie die Zustände der Kirche zusammen. (HG 487)
26. Oktober Und Jakob kam am Abend vom Feld, und Leah ging hinaus ihm entgegen und sprach: Zu mir sollst

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du kommen, denn ich habe dich mit meines Sohnes Dudaim gedungen. (1. Mose 30, 16)

„Dingen“ ist eine Übereinkunft, die aus der Vorsorge des Herrn vollzogen wird, wobei es um die Verbindung des Guten mit dem Wahren geht, nämlich mit dem Guten, das dem Menschen angeeignet wird, denn das Gute im Menschen ist erst wirklich gut, wenn es mit den Wahrheiten verbunden ist. Die Vorsehung des Herrn beschäftigt sich hauptsächlich mit dieser Verbindung. Durch sie wird der Mensch ein Mensch und unterscheidet sich von den unvernünftigen Tieren und wird im dem Maß ein Mensch, wie er den Herrn in sich wirken läßt. Es gibt kein anderes Gutes, und auch das Gute des äußeren Menschen, das die Annehmlichkeiten des Lebens bildet, solange der Mensch in der Welt lebt, ist nur soweit gut, wie es etwas von jenem in sich trägt. Soweit also wie z.B. der Reichtum das Wohl des Nächsten, des Vaterlandes oder das öffentliche Wohl oder dasjenige der Kirche zum Ziel hat, solange ist er gut. (HG 3952)
27. Oktober Und es geschah nach drei Tagen, als sie in Schmerzen waren, nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi, die Brüder Dinahs, jeder sein Schwert und gingen kecken Mutes in die Stadt … und alle ihre Reichtümer und alle ihre Kinder und ihre Frauen nahmen sie gefangen und machten sie zur Beute und alles, was im Hause war. (1. Mose, 34, 25. 29)

Alle ihre Kinder bedeutet alle Unschuld; ihre Frauen bedeutet die tätige Liebe; nahmen sie gefangen… will sagen, 213

sie hätten sie beraubt und verstört. … Die Reichtümer aber stellen Kenntnisse dar, die sie sich erworben hatten, und zwar geistige Kenntnisse, denn es sind auch immer nur geistige Reichtümer gemeint. (Das Ganze steht im Zusammenhang mit der Verwüstung der Alten Kirche, die durch Jakob dargestellt wird. Dinah, die Ursache des Streits, ist die Neigung der verdorbenen Kirche zum Falschen.) (HG 4508)
28. Oktober Daß du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts, und du weißt nicht, daß du elend und jämmerlich und arm und blind und nackt bist. Ich rate dir, kaufe von mir Gold, durch Feuer geläutert, auf daß du reich werdest und weiße Kleider, auf daß du umkleidet werdest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde. (Offb. 3, 17. 18)

Hier ist die Rede von einer Kirche, die ihre gesamten Interessen auf nackte Erkenntnisse setzt und sich damit über andere erhebt, während doch die Erkenntnisse nichts weiter sind als Mittel zur Besserung und Vervollkommnung des Lebens. Wer sie also besitzt, ohne ein ihnen gemäßes Leben zu führen, der ist elend, jämmerlich, arm, blind und nackt. Gold kaufen, das durch Feuer gereinigt ist, heißt, sich vom Herrn das echte Gute verschaffen, und weiße Kleider bedeuten die echten Wahrheiten, die aus diesem Guten zu erwerben sind. (HG 10227)
29. Oktober Die Männer Jerichos sagten zu Elisa: Siehe, die Lage der Stadt ist gut, aber die Wasser sind böse

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und das Land unfruchtbar; da sagte Elisa, sie sollten in einer neuen Schale Salz bringen und es sofort in den Ausfluß des Wassers werfen, da wurden die Wasser geheilt , und es kam nicht mehr Tod oder Unfruchtbarkeit. (2. Kön. 2, 19-21)

Alle Wunder, die im Wort vorkommen, schließen in sich, was sich im Reich des Herrn oder in der Kirche begibt. Elisa stellt den Herrn dar im Hinblick auf das Wort. Die Wasser sind wie immer Wahrheiten des Glaubens. Die bösen Wasser stehen daher für das Wahre ohne das Gute, das unfruchtbare Land für das Gute der Kirche, das nicht lebendig war. Die neue Schale sind die Kenntnisse und Erkenntnisse des Guten und Wahren, das Salz das Verlangen des Wahren nach dem Guten, der Ausfluß der Wasser das Natürliche des Menschen, das die Erkenntnisse des Wahren und Guten aufnimmt und das durch das Verlangen des Wahren nach dem Guten gebessert wird. Es geht also um die Besserung der Kirche und des Lebens durch das Wort vom Herrn, somit durch das Verlangen des Wahren nach dem Guten. Diese Besserung tritt ein, wenn das Natürliche des Menschen durch solches Verlangen die Wahrheiten aus dem Wort aufnimmt. (HG 9325)

30. Oktober Ein jeder, der von Rindern oder Schafen ein Brandopfer als Gabe für Jehovah darbringt, soll die Hand auf das Haupt des Brandopfers legen, dann wird es mit Wohlgefallen von ihm angenommen werden zu seiner Versöhnung. (3. Mose 1, 2-4)

Durch das Auflegen der Hände auf das Brandopfer und auf das Schlachtopfer wurde der ganze Gottesdienst dessen, der 215

das Opfer brachte dargestellt, nämlich die Anerkennung seiner Sünden, das Bekenntnis und daher die Reinigung, die Einpflanzung des Guten und Wahren, somit die Verbindung mit dem Herrn, was alles durch Mitteilung, Übertragung und Aufnahme geschah. Unter der Übertragung und Aufnahme wird verstanden, was als Tragen der Missetat bezeichnet wird. Dies alles geschieht durch Auflegen der Hände, wie es auch bei den verschiedenen Heilungen beschrieben wird: bei der Tochter des Vorstehers (Mat. 9), dem Blinden (Mark. 8), der Blutflüssigen (Luk. 8) und anderen. (HG 10023)
31. Oktober Und sie taten also, und Aharon streckte seine Hand aus mit seinem Stab und schlug den Staub der Erde, und die Läuse waren an Mensch und Vieh; aller Staub der Erde ward zu Läusen im ganzen Land Ägypten. Und es taten die Wahrsager auch also mit ihren Zauberformeln, um Läuse hervorzubringen; und sie vermochten es nicht, und die Läuse waren an Mensch und Vieh. Und die Wahrsager sprachen zu Pharao: Dies ist der Finger Gottes! (2. Mose 8, 13-15)

Dadurch, daß Aharon die Hand ausstreckte, zeigte sich die Macht des inneren Wahren; es förderte das Verdammte ans Licht, und das innere und äußere Böse der Begierden wurde offenbar. Die Wahrsager versuchten umsonst, Gottes Ordnung zu verändern. „Sie sprachen zu Pharao“ heißt, sie empfanden und begriffen das Böse und teilten das mit. Und sie bezeichneten den Vorgang als Finger Gottes, d.h. als die göttliche Macht, denn der Finger ist ein Teil der Hand, und die stellt die Macht dar. So heilte Jesus einen Tauben: (HG 7410-30 Zus.fassung) 216

Und sie bringen ihm einen Tauben, der kaum reden konnte, und flehen ihn an, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn beiseite vom Gedränge besonders, legte ihm seine Finger in seine Ohren und spuckte und berührte seine Zunge. Und er blickte auf zum Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Ephatha, das ist: tue dich auf. (Mark. 7, 32-34)

1. November Und er kommt nach Bethsaida; und sie bringen zu ihm einen Blinden und flehen ihn an, daß er ihn berühre. Und er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn hinaus aus dem Flecken und spuckte in seine Augen, legte die Hände auf ihn und fragte ihn, ob er etwas sehe. Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Menschen wie Bäume umherwandeln. Da legte er ihm abermals die Hände auf seine Augen und hieß ihn aufblicken, und er war wieder hergestellt und sah alles deutlich. (Mark. 8, 22-25)

Bethsaida bedeutet die Verdammnis infolge Nichtannahme des Herrn, und der Blinde ist geistig blind, d.h. er kennt und versteht die Wahrheiten nicht, weil er außerhalb der Kirche geboren ist. Der Speichel – in der Erzählung bei Joh. 9 mit Kot vermischt – zeigt die Absicht, durch Wahrheiten aus dem Buchstabensinn des Wortes eine Besserung herbeizuführen. (Kot bedeutet die unterste Grundlage der göttlichen Kraft.) Nun rührte er die Augen an, was sagen will, er habe ihn mit dem göttlichen Einfluß erleuchtet. Jetzt sah der Blinde die Menschen wie Bäume wandeln, d.h. er begann das Wahre aus dem Buchstabensinn im allgemeinen und ungefähr zu begreifen, denn Bäume sind oft auch Erkenntnisse. Nachher, als er 217

vom Herrn von Neuem berührt wurde, sah er alles klar. Das zeigt, daß er infolge Belehrung und Erleuchtung vom Herrn die Wahrheiten völlig verstanden habe. (OE 239)

2. November Und als er zu seinen Jüngern kam, sah er viel Gedränge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen befragten. Und alsbald, da all das Gedränge ihn sah, wurde ihnen bange, und sie liefen herbei und begrüßten ihn. Und er fragte die Schriftgelehrten: Worüber befraget ihr euch mit ihnen? Und einer aus dem Gedränge antwortete und sprach: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir hergebracht, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo er ihn übernimmt, reißt er ihn und er schäumt und knirscht mit den Zähnen und zehrt ab. Und ich sprach mit deinen Jüngern, daß sie ihn austrieben, und sie vermochten es nicht. Er aber bedräute den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich befehle dir, geh aus von ihm und geh nimmer in ihn ein. (Mark. 9, 14-18. 25)

Daß er mit den Zähnen knirschte, will das Bestreben zeigen, das Wahre durch Falsches zu zerstören. Das wird im Wort so ausgedrückt, weil die Zähne Falsches im Äußersten bedeuten und das Knirschen die Heftigkeit des Kampfes illustriert. Eine Entsprechung ist auch der taube Geist. Alle Geister stammen von den Menschen. Dieser gehörte zu der Gattung, die gegen das Wahre und für das Falsche kämpften. Das ist auch der Grund, weshalb der Besessene schäumte und mit den Zähnen knirschte. Er wird vom Herrn taub und stumm genannt, weil er das Wahre nicht begreifen und verstehen woll218

te, denn Taube und Stumme stellen solche dar. Weil er gegenüber dem Wahren störrisch und verstockt gewesen war und sich im Falschen verrannt hatte, konnte er von den Jüngern nicht ausgetrieben werden; denn sie waren noch nicht im Stande, sein Falsches zu zerstören. Es war aber der Geist so übel gestaltet, nicht der Besessene; deshalb heißt es, er habe diesen gerissen, und der Herr verbot ihm, wieder in ihn hinein zu gehen. (OE 556)
3. November

Fortsetzung Der Herr heilte diesen und auch die anderen entsprechend ihrem Glauben, weil die Hauptsache der neu zu errichtenden Kirche war, daß die Menschen glaubten, der Herr sei der allmächtige Gott, denn ohne diesen Glauben kann keine Kirche errichtet werden. Zum Beispiel sagte der Hauptmann: ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, aber sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund. Dieser Glaube ist der sogenannte historische Glaube, der damals zugleich ein Wunderglaube war. Durch diesen taten damals viele Menschen Wunder. Sie glaubten, der Herr sei allmächtig, weil er eben aus sich Wunder vollbringen konnte. Daher ließ er ihre Anbetung zu, im Gegensatz zu den Propheten, die nicht angebetet wurden. Dieser Glaube war ein Vorläufer des seligmachenden Glaubens, wenn der Mensch die Wahrheiten aus dem Wort erlernt und nach ihnen lebt. (OE 815)

4. November

Fortsetzung Drei Ursachen gibt es, daß der Glaube an den Herrn zu heilen vermochte: Erstens: Sie anerkannten seine göttliche Macht 219

und daß er Gott war. Zweitens: Der Glaube ist zugleich Anerkennung, und diese bewirkt Anschauungen, und jede Anschauung auf Grund einer Anerkennung stellt den andern als gegenwärtig dar, was in der geistigen Welt ganz selbstverständlich ist. Hier fand die Anschauung auf Grund der Anerkennung der Allmacht des Herrn statt, und deshalb sollten sie (die Menschen in der Zeit des Umbruchs) zuerst den Herrn anschauen, als eine neue Kirche von ihm gegründet wurde. Drittens: alle Krankheiten, die der Herr heilte, stellten geistige Krankheiten dar, die den natürlichen entsprachen. Diese geistigen Krankheiten können nur vom Herrn geheilt werden, und zwar durch den Blick auf seine göttliche Allmacht und zugleich durch die Buße des Lebens. Deshalb sagte er einige Male: Deine Sünden sind dir vergeben, gehe hin und sündige nicht mehr. Dieser Glaube wurde durch jenen Wunderglauben symbolisch dargestellt. Der wahre Glaube aber, durch den vom Herrn die geistigen Krankheiten geheilt werden, ist nur möglich durch die Wahrheiten und das Leben nach diesen. (OE 815)
5. November Und da er hinauskam auf den Weg, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Jesus aber blickte ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eins mangelt dir. Gehe hin, verkaufe, was du hast und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm her , folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. (Mark. 10, 17. 21)

Darunter ist zu verstehen, daß die Angehörigen der geistigen Kirche Versuchungen zu erleiden haben. Man muß 220

aber wissen, daß in den Versuchungen nicht der Mensch kämpft, sondern der Herr allein für den Menschen, obgleich es scheint, als ob der Mensch selbst kämpfe, und wenn der Herr für den Menschen kämpft, siegt der Herr in jeder Beziehung. Heutigen Tages werden nur wenige in Versuchungen geführt, weil die meisten nicht ein Leben des Glaubens führen und daher auch kein Gewissen oder Bewußtsein des Wahren besitzen. Wem dieses aber fehlt, der würde unterliegen, wodurch dann der folgende Zustand schlimmer wäre als der vorausgehende. (HG 8159)

6. November Gleich wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich selbst zu haben. (Joh. 5, 26) Jesus sprach zu ihr (Martha): Ich bin die Auferstehung und das Leben. (Joh. 11, 25) Spricht Jesus zu ihm (Thomas): Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)

Verirrt sich ein Mensch in seinem Denken soweit, daß er sich nicht für ein Gefäß des Lebens, sondern für das Leben selbst hält, so kann man ihn nicht von dem Gedanken abbringen, Gott zu sein. Daß der Mensch es so empfindet, als wäre er ein Leben in sich selbst, und daß er dies daher auch glaubt, beruht auf Täuschung; denn in der realen Erscheinung wird der (geistige) Urgrund nicht anders wahrgenommen, als ob er mit dieser identisch sei. (GLW 4) 221

7. November Er maß die Mauer des heiligen Jerusalem, 144 Ellen, das Maß eines Menschen, das heißt eines Engels. (Offb, 21, 17)

Ein Engel ist ein Himmel in kleinster Gestalt, weil er ein Empfänger aller himmlischen Dinge ist. In dem Maß, wie der Mensch den Himmel in sich aufnimmt, ist er ebenfalls ein solcher Empfänger, ein Himmel und ein Engel. Jerusalem ist hier die Kirche des Herrn und im höheren Sinn der Himmel, die Mauer das Wahre, das gegen den mutwilligen Angriff des Falschen und Bösen schützt. Die Zahl 144 stellt das Wahre und Gute in seiner Gesamtheit dar, das Maß dessen Beschaffenheit. Im Menschen ist all dies angelegt, in ihm ist der Himmel. Weil der Engel dadurch auch Mensch ist, heißt es: das Maß eines Menschen, das heißt eines Engels. (HH 73)

8. November Bleibet in mir, und ich in euch. Gleich wie die Rebe keine Frucht bringen kann von ihr selber, sie bleibe denn am Weihstock, so auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der trägt viele Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben. (Joh. 15, 4. 5. 10)

Weil die Engel nicht ein unschaubares Gottwesen anerkennen, das sie als formlos bezeichnen, sondern ein schaubares in menschlicher Gestalt, darum pflegen sie zu sagen, der Herr sei allein Mensch, sie aber nur Menschen aus seiner Kraft. Und 222

weil der Himmel auf Grund des göttlich-menschlichen Wesens des Herrn im Ganzen wie in seinen Teilen einen einzigen Menschen darstellt, sagen die Engel, sie seien im Herrn, und einige auch, sie seien in seinem Leib, womit sie das Verweilen im Guten seiner Liebe meinen. (HH 80, 81)

9. November Segne Jehovah, meine Seele! Jehovah, mein Gott, du bist sehr groß. Majestät und Ehre hast du angezogen! Er umhüllt sich mit Licht wie mit einem Gewand, er spannt die Himmel aus wie einen Teppich. (Ps, 104, 1. 2)

Das Licht in den Himmeln ist geistig, und es ist das göttliche Wahre, wie man auch daraus schließen kann, daß der Mensch ebenfalls ein geistiges Licht und daraus Erleuchtung hat, soweit er sich in der Einsicht und Weisheit aus dem göttlichen Wahren befindet. Das geistige Licht des Menschen besteht im Licht seines Verstandes, und dessen Objekte sind Wahrheiten, die er in diesem Licht zergliedert und ordnet, in das Verhältnis von Grund und Folge zueinander setzt und aus denen er der Reihe nach Schlüsse zieht. (HH 130)

10. November Und alsbald war ich im Geist; und siehe, ein Thron war gestellt im Himmel … und rings um den Thron vierundzwanzig Throne; und auf den Thronen sah ich sitzen die vierundzwanzig Ältesten, die waren umkleidet mit weißen Kleidern und hatten goldene Kronen auf ihren Häuptern. (Offb. 4, 2. 4)

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Die Kleider der Engel erscheinen aber nicht bloß als solche, sondern sind auch wirklich Kleider. Dies zeigt sich daran, daß sie sie nicht nur sehen, sondern auch bei der Berührung fühlen, sowie daran, daß sie mehrere Gewänder haben, die sie bei Bedarf anziehen und bei Nichtbedarf aufbewahren. Auf meine Frage, woher sie ihre Kleider hätten, antworteten sie: Vom Herrn. Und sie würden damit beschenkt, ja zuweilen ohne ihr Wissen bekleidet. Sie erklärten auch, ihre Kleidung wandle sich je nach ihren Zustandsveränderungen, und zwar trügen sie in ihrem ersten und zweiten Zustand schimmernde und weiß glänzende Gewänder, im dritten und vierten etwas dunklere. (HH 181)

11. November Die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr zu 12 000 Stadien, und die Länge , Breite und Höhe der Stadt sind gleich. (Offb. 21, 16)

Die Maße stellen Dinge dar, die zur neuen Kirche gehören: die Länge das Gute ihrer Liebe, die Breite das Wahre aus diesem Guten, die Höhe das Gute und Wahre nach den Graden, die 12 000 Stadien das Gute und Wahre in ihrer Gesamtheit. Hieraus läßt sich ersehen, daß im Himmel nichts nach den Räumen, sondern nur nach den Zuständen eingeschätzt wird, obwohl es dort Räume gibt wie in der Welt. (HH 197, 198)

12. November Als er sich auf dem Ölberg niedergesetzt hatte, kamen die Jünger zu ihm … und Jesus sprach zu

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ihnen: … Wer auf dem Dach ist, steige nicht hinab, etwas aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, kehre nicht hinter sich, um seine Kleider zu nehmen. (Mat. 24, 3. 17. 18)

Weil die Verbindung der Himmel allein durch einen Einfluß vom Herrn besteht, wird auch die größte Vorsicht angewandt, daß kein Engel eines oberen Himmels herabblickt in eine Gesellschaft eines unteren Himmels und dort mit jemandem spricht. Sobald dies geschieht, wird der betreffende Engel seiner Einsicht und Weisheit beraubt. Jeder Engel hat nämlich drei Stufen des Lebens, wie es auch drei Stufen des Himmels gibt. Denen im innersten Himmel ist die dritte oder innerste Stufe geöffnet, die zweite und erste aber verschlossen. Sobald einer nun in eine Gesellschaft des zweiten Himmels hinabblickt und dort mit jemandem redet, wird seine dritte Stufe verschlossen, wodurch er seiner Weisheit beraubt ist. (HH 208)
13. November Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der erste sein will, der sei euer Knecht; gleich wie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, sich dienen zu lassen, sondern zu dienen. (Mat. 20, 27. 28)

Die Vorgesetzten zeichnen sich vor anderen in Liebe und Weisheit aus, sie wollen aus Liebe allen wohl und wissen aus ihrer Weisheit heraus zu bewirken, daß solches auch geschieht. Derartige Vorgesetzte herrschen und befehlen nicht, sondern verwalten und dienen. Solche Vorgesetzte machen sich auch nicht größer als andere, sondern kleiner, weil sie die erste Stelle 225

dem Wohl der Gesellschaft und dem Nächsten einräumen, ihrem eigenen aber die zweite. (HH 218) Dienen wird vom Guten der Liebe ausgesagt. Es heißt dem Jehovah dienen und lieben. Darum wird auch vom Herrn gesagt, er werde selbst dienen. Hieraus kann man nun erkennen, daß durch den Dienst alles bezeichnet wird, was aus dem Guten der Liebe geschieht, also das Gute der Liebe selbst. (OE 155)
14. November Der Engel streckte seine Hand aus wider Jerusalem, es zu verderben, allein Jehovah gereute das Böse, und er sprach zum Engel, der das Volk verderbte: Es ist genug, laß nun deine Hand ab! (2. Sam. 24, 16)

In der geistigen Welt aber ist die Macht der Engel so groß, daß es den Glauben überfordern hieße, wollte ich alles vorbringen, was ich davon gesehen habe. Widersetzt sich dort etwas , was entfernt werden soll, weil es gegen die göttliche Ordnung geht, so wird es von ihnen durch die bloße Kraft ihres Willens und ihren Blick niedergeworfen und zerstört. So sah ich, wie Berge, die von Bösen besetzt waren, umgestürzt und aufgehoben wurden, dabei zerbarsten sie zuweilen von einem Ende zum anderen wie bei einem Erdbeben. Nichts vermag die Menge wider die Engel, nichts alle Künste, Schlauheit und Aufruhr. Sie sehen alles und schlagen es augenblicklich nieder. (HH 229)
15. November Und ich hörte eine große Stimme im Himmel, die sagte: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich

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unseres Gottes und die Gewalt seines Christus geworden. Denn hinab geworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der Tag und Nacht sie vor unserem Gott verklagte. (Offb, 12, 10)

Tag und Nacht stehen für alle Zustände des Lebens, Tag für eine Zeit, in der das Gemüt klare Vorstellungen besitzt, Nacht für eine Periode dunkler Vorstellungen. Diese beiden Zustände ergeben zusammen die Kontinuität. In der geistigen Welt gibt es nämlich keine Einteilung der Zeiten in Jahre, Monate, Wochen, Tage und Stunden, sondern an ihrer Statt Veränderungen des Zustands; denn die Engel befinden sich abwechselnd in klaren und dunklen Vorstellungen. Im einzelnen aber folgen ihre Zustände in verschiedener Weise aufeinander, gleichsam von einem Gefühl ins andere übergehend. (OE 747)
16. November Die Einsichtsvollen werden leuchten wie der Glanz des Himmels, und die, welche viele zur Gerechtigkeit führen, wie die Sterne immer und ewig. (Dan. 12, 3)

Man könnte daraus schließen, die Weisen würden im Himmel Herrlichkeit und Vorrang vor den Einfältigen genießen. Die Einsichtsvollen und die, die zur Gerechtigkeit führen, sind nicht die Gebildeten oder gar die Theologen, die sich durch Lehre und Predigt vor anderen hervorgetan oder gar viel zum Glauben bekehrt haben. Die himmlische Einsicht ist eine tiefer gehende Einsicht. Sie entspringt der Liebe zur Wahrheit, nicht der Liebe zum irdischen oder himmlischen Ruhm, vielmehr der Liebe zur Wahrheit um ihrer selbst willen. Wer sich von ihr anregen läßt, der wird vom Licht des 227

Himmels angeregt und erfreut, vom göttlichen Wahren also, und dieses ist der Herr (HH 346, 347)
17. November Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne im Reich meines Vaters. (Mat. 13, 43)

Unter denen, die viele zur Gerechtigkeit führen, sind die Weisen zu verstehen, also diejenigen, die das Gute lieben. Gut sind aber dort die Engel, die die göttlichen Wahrheiten zugleich ins Leben umsetzen. Sie werden Weise genannt, weil die Weisheit eine Angelegenheit des Lebens ist. Die anderen heißen dagegen nur Einsichtige, weil sie die göttlichen Wahrheiten nicht so leicht aufs Leben anwenden, sondern zuerst im Gedächtnis niederlegen, um sie erst später wieder hervorzuholen und ins Leben einzufügen. Die Angehörigen des himmlischen Reiches des Herrn, also des dritten oder innersten Himmels, heißen gerecht, weil sie sich selbst keine, dem Herrn aber alle Gerechtigkeit zuschreiben. Sie leuchten wie die Sonne, weil diese das Symbol ist für die Liebe, die sie dem Herrn gegenüber empfinden. (HH 348)
18. November Wenn jemand sagen sollte: Siehe, hier ist Christus oder da, so glaubet es nicht; denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten irre zu führen. (Mat. 24, 23-26)

Der Herr ist auch nicht in den Wahrheiten, die zwar aus dem Wort entnommen werden, besonders aus dem 228

Buchstabensinn, aber zugunsten der eigenen Herrschaft und des eigenen Gewinns ausgelegt und dadurch verdreht werden. Diese sind zwar an sich Wahrheiten, weil sie aus dem Wort entnommen wurden; sie sind aber dennoch nicht wahr, weil sie falsch ausgelegt und dadurch verkehrt werden. (HG 8868)
19. November Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Mat. 11, 29. 30)

Der Mensch kann äußerlich leben wie ein anderer, er kann reich werden, ausgezeichnet speisen, wohnen und sich kleiden, je nach seinen Verhältnissen und seiner Funktion, er kann Lust und Freude genießen und sich seiner beruflichen Pflichten und Geschäfte oder eines seelischen und körperlichen Lebens wegen mit weltlichen Dingen befassen, wenn er nur die göttliche Ordnung anerkennt und seinem Nächsten wohl will. Damit wird klar, daß es nicht so schwer ist, den Weg des Himmels zu betreten, wie viele meinen. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, der Selbstsucht und Weltliebe zu widerstehen und sie so zu zügeln, daß sie nicht vorherrschen. Sanft ist das Joch des Herrn und leicht ist seine Last, denn der Mensch wird im gleichen Maß, wie er dem Bösen seiner Selbst- und Weltliebe widersteht, vom Herrn und nicht von sich selbst geführt. (HH 359)
20. November Sie haben weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen. (Joh. 5, 37)

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Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Ruhe schaffen. (Mat. 11, 28)

Die Engel in den Himmeln wissen und anerkennen kein anderes göttliches Wesen als die göttlich-menschliche Erscheinung des Herrn, denn an diese können sie denken und diese können sie lieben. An die göttliche Eminenz aber, die Vater genannt wird, können sie nicht denken und sie daher auch nicht lieben, weil, was nicht gesehen und gehört werden kann, unbegreiflich bleibt. Ein Gegenstand muß angemessen sein, wenn er mit dem Glauben und mit der Liebe erfaßt werden soll. Nun wird aber dieses unbegreifliche Gottwesen, das der Vater genannt wird, zugleich mit verehrt, wenn der Herr als göttlicher Mensch verehrt wird. Und dieses göttlich-menschliche Wesen umfaßt alles im Himmel und ist das eigentlich Heilige dort. (HG 10267)
21. November Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. (Mat. 19, 24)

Dieser Reiche stellt die Reichen in beiderlei Sinn, im natürlichen wie im geistigen, dar: Reich im natürlichen Sinn ist, wer sein Herz an den materiellen Überfluß hängt, im geistigen, wer sich vom Überfluß an Wissen und Kenntnissen verführen läßt, sich aus eigener Einsicht der Dinge im Himmel und in der Kirche zu bemächtigen. Weil das gegen die göttliche Ordnung verstößt, heißt es, ein Kamel könne eher durch ein Nadelöhr gehen. Hier steht nämlich das Kamel für das Erkennen und Wissen im allgemeinen, das Nadelöhr aber für das geistige Wahre. (HH 365) 230

22. November Nichts ist verborgen, das nicht aufgedeckt, und nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Darum, was ihr im Finstern gesprochen habt, das wird man im Licht hören, und was ihr ins Ohr gesagt habt, wird auf den Dächern ausgerufen werden. (Luk. 12, 2. 3)

Jedem bösen Geist werden all seine bösen, ruchlosen Taten, Räubereien, Kunstgriffe und Betrügereien handgreiflich vorgeführt. Sie werden seinem eigenen Gedächtnis entnommen, und so wird er schließlich überführt. Es bleibt ihm keine Möglichkeit zur Leugnung, weil alle Umstände zur gleichen Zeit auftauchen. (HH 462a) Wir haben nicht darüber zu urteilen, wie ein Mitmensch im Inneren seines Gemüts oder seiner Seele beschaffen ist, wie also sein geistiger Zustand und damit sein Los nach dem Tod sein wird. Das dürfen wir nicht, weil dies allein Sache des Herrn ist. Er läßt es auch erst nach dem Hinschied des Menschen offenbar werden, damit jeder bei dem, was er tut, in Freiheit ist und eben dadurch das Gute oder Böse, das er tut, aus ihm selbst und somit auch in ihm selbst ist und er daher für sich und als sein eigenes Ich in Ewigkeit lebt. Das Innere des Gemüts, das in der Welt verborgen bleibt, wird deshalb nach dem Tod offenbar, weil es das Interesse und Wohl der Gesellschaft, in die der Mensch dann eintritt, erfordert, da dort alle geistig sind. (EL 523)

23. November Es wird nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, ins Reich der Himmel kommen, sondern der den

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Willen tut meines Vaters in den Himmeln. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? (Mat. 7, 21. 22)

Der Mensch ist nach dem Tod so, wie sein Leben in der Welt war. Das ist jedem Christen aus dem Wort Gottes bekannt. Zudem kann jedem klar sein, der als Grundlage seiner Gedanken jenes Gute annimmt, das wirklich gut und wahr ist, daß nämlich in den Himmel kommt, wer ein gutes Leben führt, in die Hölle aber , wer böse lebt. Wer sich nun aber dem Bösen verschrieben hat, will nicht glauben, daß sich sein Zustand nach dem Tod nach seinem Leben in der Welt richtet. Er denkt vielmehr, jedermann komme in den Himmel aus purer Barmherzigkeit, gleichgültig wie er gelebt habe; es hänge allein von Glauben ab. (HH 470)

24. November Ihr seid übertünchten Gräbern gleich, die von außen schön erscheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allerhand Unreinheit sind. (Mat. 23, 27)

Sobald der Geist (nach dem Tod) in den Zustand gelangt, in dem sich seine inneren Bereiche befinden, liegt offen zutage, was für ein Mensch er innerlich auf Erden gewesen ist. Dann handelt er nämlich aus seinem eigentlichen Wesen heraus. Wer in der Welt innerlich dem Guten ergeben war, handelt dann vernünftig und weise, ja noch weiser als in der Welt, weil er jetzt vom Körper und damit zugleich auch von den irdischen 232

Zwängen entbunden ist, die etwas wie eine Verdunkelung, ähnlich einer vorbeiziehenden Wolke, bewirkt hatten. Doch wer in der Welt dem Bösen ergeben war, handelt unverständig und unvernünftig, ja noch unvernünftiger als in der Welt, weil er jetzt frei und ohne Schranken ist. Solange er in der Welt lebte, verhielt er sich in äußeren Dingen vernünftig, weil er dafür gelten wollte. Sobald nun diese Notwendigkeit wegfällt, werden seine Tollheiten offenbar. Der Böse, der nach außen den guten Menschen spielt, läßt sich mit einem äußerlich glänzenden, fein polierten und verhüllten Gefäß vergleichen, in dem alle Arten von Unrat verborgen sind. (HH 505)

25. November Und Abraham war alt, in die Tage gekommen, und Jehovah hatte Abraham in allem gesegnet. Und Abraham sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der über alles, war er hatte, herrschte: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte. (1. Mose 24, 1. 2)

Diejenigen, die zu etwas verpflichtet wurden, was der ehelichen Liebe angehörte, legten nach altem Brauch die Hand unter die Hüfte desjenigen, dem sie sich verpflichteten. Sie wurden auf diese Weise vereidigt. Die Hüfte bedeutet nämlich das Gute der ehelichen Liebe, die Hand die Kraft (Siehe HG 878). Im größten Menschen entsprechen alle Teile des Körpers geistigen und himmlischen Dingen, was den Uralten bekannt war, und von diesen stammte auch der genannte Brauch. Er wurde deshalb angewandt, weil es um die Verlobung Isaaks mit einer Tochter aus der Familie Abrahams ging, die der Knecht ausrichten sollte. (HG 3021) 233

26. November Ich werde Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden, Blut und Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln. (Joel 3, 3. 4) Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. (Mat. 7, 13. 14)

Das höllische Feuer ist Begierde und Lust, die der Selbstund der Weltliebe entspringen. Das damit zusammenhängende Böse aber besteht aus der Verachtung anderer, aus Groll und Feindschaft gegen alle, die einem nicht gewogen sind, aus Neid, Haß und Rachsucht und daraus aus Härte und Grausamkeit. Im Hinblick auf die göttliche Liebe besteht dieses Böse aus der Leugnung und daraus aus Verachtung, Verspottung und Lästerung der heiligen Dinge der Kirche. Nach dem Tod, wenn der Mensch ein Geist wird, verwandelt sich diese Haltung in Erbitterung und Haß. Das wird im Wort unter dem Feuer verstanden. (HH 570)
27. November Und es kam der Schriftgelehrten einer herzu, der ihre Besprechung gehört hatte, und sah, daß er ihnen fein geantwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das erste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot von allen ist: Höre Israel, der Herr unser Gott ist ein einiger Herr. (Mark. 12, 28. 29)

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Wer sich seinen Gemütszustand unter dem Einfluß Gottes gestaltet hat, dem erscheint die Heilige Schrift wie ein Spiegel, in dem er Gott erblickt; aber jeder erkennt ihn darin auf seine Weise. Aber die Heilige Schrift lehrt nicht allein , daß Gott existiert, sondern auch, daß er einer ist. Dies ist ebenfalls ersichtlich aus den Wahrheiten, die untereinander in einem Verband zusammenhängend, besagten Spiegel bilden und auf diese Weise bewirken, daß der Mensch sich Gott nur als einen vorstellen kann. Die Engel können nicht einmal den Mund auftun, um das Wort „Götter“ auszusprechen; dem widerstrebt die Himmelsluft, in der sie leben. (WCR 6)

28. November Jesus antwortete (den Juden): Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sagten zu ihm die Juden: Du hast noch keine fünfzig Jahre und hast Abraham gesehen? Jesus spricht zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. (Joh. 8, 56-58)

Es ist der Kirche bekannt, daß beim Volk Israel und Juda der ganze Gottesdienst rein äußerlich war, daß er zugleich aber auch den inneren Gottesdienst voraus zeigte, den der Herr eröffnete. Der Gottesdienst vor der Ankunft des Herrn bestand also in Symbolen und Gleichnissen, die den wahren Gottesdienst in angemessener Weise bildhaft darstellten. (WCR 109) Das unendliche Selbst, das über allen Himmeln und über dem Inwendigsten im Menschen ist, kann nicht offenbart werden, außer durch das göttlich Menschliche, das allein im Herrn 235

ist. Eine Gemeinschaft des Unendlichen mit dem Endlichen ist anderswoher nicht möglich; und dies ist auch die Ursache, daß Jehovah, wenn er den Menschen der Ältesten Kirche und nachmals denen der Alten Kirche, die nach der Sintflut bestand, dann später dem Abraham und den Propheten erschien, sich ihnen als Mensch offenbarte. (HG 1990)

29. November Niemand nimmt das Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht, es zu lassen, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich von meinem Vater empfangen. (Joh. 10, 18)

Daraus geht klar hervor, daß der Herr nicht als Gott, sondern als Mensch gelitten hat, und daß darauf die innigste, das heißt die vollständige Vereinigung folgte. Dies läßt sich auch durch die Tatsache beleuchten, daß die Seele bei körperlichen Leiden des Menschen nicht eigentlich leidet, sondern nur Betrübnis empfindet. Nach dem Sieg aber nimmt Gott diese Betrübnis hinweg und wischt sie ab, wie man Tränen von den Augen abwischt. (WCR 126)

30. November Furcht ergriff alle, und sie lobten Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden. (Luk. 7, 16)

Der Herr wollte bis zum Leiden am Kreuz versucht werden, weil er der Prophet an sich war. Propheten stellten ehemals die 236

Lehre der Kirche aus dem göttlichen Wort dar und waren Symbole für den Zustand der Kirche, und dies auf ganz verschiedene Weise, zuweilen durch ungerechte, harte und frevelhafte Dinge, die ihnen von Gott auferlegt worden waren. Er selbst, der sowohl das Wort als auch der Prophet war, zeigte durch sein Leiden die Entweihung des Wortes durch die jüdische Kirche. (WCR 129)

1. Dezember Lobsinge, du Tochter Zions, rufe laut, Israel, sei fröhlich und jauchze von ganzem Herzen, Tochter Jerusalems. (Zeph. 3, 14) Mit Trompeten und Schall der Posaune jauchzet auf vor dem Könige Jehovah! (Ps. 98, 6)

Weil das vom Herrn durch die Himmel herabkommende göttliche Wahre die Herzen erfreut und das Heilige des Gottesdienstes einflößt, darum wurde an Freudentagen die Posaune geblasen. Es gilt der Herstellung der Kirche durch den Herrn. … Sich freuen gilt vom Guten und von der Liebe oder Neigung dazu und bedeutet die freudige Empfindung der Liebe; fröhlich sein aber gilt vom Wahren und von der Liebe und der Neigung dazu und bedeutet die Anmut der Liebe zum Wahren. (OE 502, 660)
2. Dezember Als Jehovah den Menschen ausgetrieben hatte, ließ er östlich vor dem Garten Eden die Cherube wohnen und die Flamme des sich hin und her wendenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu hüten. (1. Mose 3, 23. 24)

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Der Buchstabe bildet eine Wache für die echten innen verborgenen Wahrheiten, indem er sich nach verschiedenen Richtungen auslegen und je nach dem Fassungsvermögen der Ausleger erklären läßt, dabei aber in seinem inneren Gehalt nicht beeinträchtigt oder verletzt wird. Es schadet nichts, wenn der Buchstabe von verschiedenen Menschen verschieden verstanden wird, sondern nur, wenn Falsches hineingetragen wird, das im Gegensatz zu den göttlichen Wahrheiten steht. Dieses Wächteramt des Buchstabens wird im Wort durch die Cherube dargestellt und durch die Flamme des sich wendenden Schwertes, die für das Wahre im äußersten Bereich steht. (WCR 260)

3. Dezember Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Joh. 1, 1)

Gewöhnlich denkt man, der Herr habe durch das Wort die Menschen erleuchtet und belehrt. Aber deswegen kann er nicht „das Wort“ genannt werden. Nun ist aber jeder Mensch identisch mit seiner besonderen Art von Willen und Verstand oder mit seinem Guten und Wahren, und er unterscheidet sich genau durch diese von anderen. … Diese beiden machen ihn zum Menschen. Der Herr aber ist Liebe und Weisheit oder das Gute und Wahre selbst, und er ist es dadurch geworden, daß er alles Gute und Wahre im Wort erfüllt hat. Wer nämlich nichts anderes denkt und redet als das Wahre, wird schließlich selbst zu diesem Wahren. Und ähnlich geht es ihm mit dem Guten. Der Herr ist also das Gute und Wahre selbst geworden, und in dieser Weise ist er auch das Wort. (WCR 263)

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4. Dezember Da Jesus aber in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sagte: Wer sagen die Menschen, daß des Menschen Sohn sei? Sie aber sagten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer, andere aber Elias; aber andere, Jeremias oder der Propheten einer. Spricht er zu ihnen: Wer sagt aber ihr, daß ich sei? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Bar Jona: denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater in den Himmeln. Und ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Tore der Hölle sollen sie nicht überwältigen. (Mat. 16, 13-18)

Wenn der Herr sagte, auf diesen Felsen wolle er seine Kirche bauen, so meinte er: auf die Wahrheit und das Bekenntnis, daß er der Sohn Gottes sei. Der Fels bedeutet nämlich die Wahrheit und ist ebenso eine Entsprechung für den Herrn als das göttliche Wahre. Wer daher die Wahrheit verneint, daß er der Sohn Gottes ist, bei dem ist die Kirche nicht. Jeder, der also wahrhaft Christ sein und von Christus gerettet werden möchte, muß glauben, daß Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist. Wer dies nicht glaubt, sondern meint, er sei nur der Sohn der Maria, züchtet damit in sich die verschiedensten Vorstellungen, die ihm selbst schaden und sein Heil zerstören. (WCR 342)

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5. Dezember Jeder, der meine Worte hört und danach tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf einen Felsen baute …, jeder hingegen, der meine Worte hört und nicht danach tut, der wird mit einem törichten Mann verglichen werden, der sein Haus auf Sand baute. (Mat. 7, 24. 26)

Der Glaube im Menschen wird durch dreierlei gebildet: erstens dadurch, daß er sich an den Herrn wendet, zweitens dadurch, daß er die Wahrheiten aus dem Wort lernt, und drittens dadurch, daß er danach lebt. Da diese nun drei verschiedene Dinge sind, folgt, daß sie auch getrennt werden können. Der Mensch kann sich ja an den Herrn werden, auch wenn er außer den historischen Wahrheiten nichts Gott und vom Herrn weiß; er kann ferner eine Menge von Wahrheiten aus dem Wort wissen, ohne danach zu leben. Bei einem Menschen jedoch, in dem diese drei Dinge getrennt sind, das heißt eins ohne das andere ist, findet man nicht den heilbringenden Glauben. Dieser bildet sich nämlich nur, wenn alle drei verbunden werden. (WCR 348)

6. Dezember Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen (den Sadduzäern): Die Söhne dieses Zeitlaufs freien und lassen sich freien. Die aber gewürdigt werden, jenen Zeitlauf und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, die werden weder freien, noch sich freien lassen. Noch können sie sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes, da

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sie Söhne der Auferstehung sind. … Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen; denn sie leben ihm alle. (Luk. 20, 34-36. 38)

Zweierlei hatte der Herr durch diese Worte gelehrt: erstens, daß der Mensch nach dem Tod aufersteht, und zweitens, daß er sich im Himmel nicht verheiratet. Aus den anschließenden Worten „noch können sie sterben“ ergibt sich klar, daß hier von geistigen Hochzeiten die Rede ist. Damit ist die Verbindung mit dem Herrn gemeint, und diese vollzieht sich auf der Erde. Wenn sie hier vollzogen ist, dann gilt das auch für den Himmel. Deshalb wird dort nicht (noch einmal) geheiratet. (EL 41)
7. Dezember Du hast Eisen und Ton vermischt gesehen; sie werden sich durch Menschensamen vermischen; allein sie werden nicht zusammenhängen. Aber in jenen Tagen wird der Gott der Himmel ein Reich erstehen lassen, das in Ewigkeit nicht untergehen wird. Es wird alle jene Reiche aufreiben und verzehren, selbst aber in Ewigkeit bestehen. (Dan. 2, 43. 44)

Als ich emporblickte, sah ich den ganzen Himmel über uns in Licht getaucht, und von Ost bis West vernahm man eine lange Reihe von Verherrlichungen. Der Engel erläuterte: Es handelt sich hier um die Verherrlichung des Herrn wegen seiner Ankunft. Sie wird dargebracht von den Engeln des östlichen und westlichen Himmels. … Nachdem ich all dies gehört und verstanden hatte, schlug mein Herz hoch auf, und ich ging freudig nach Hause, wo ich aus meinem geistigen Zustand wieder in den körperlichen zurückkehrte, in dem ich das Gehörte 241

und Gesehene aufschrieb. Dem füge ich nun noch bei, daß vom Herrn nach seiner Ankunft die eheliche Liebe wieder erweckt wird, wie sie bei den Alten war. Denn allein diese Liebe ist vom Herrn, und sie findet sich bei den Menschen, die von ihm durch das Wort geistig werden. (EL 81)
8. Dezember Und Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen in unser Bild, nach unserer Ähnlichkeit, und laßt sie beherrschen die Fische des Meeres und die Vögel der Himmel und das Vieh und die ganze Erde und alles Kriechtier, das auf der Erde kriecht. (1. Mose 1, 26)

Daß in Gott Unendliches ist, kann jeder bei sich bejahen, wenn er nur glaubt, daß Gott Mensch ist. Und weil Gott Mensch ist, hat er auch einen Leib und alles, was dazu gehört. Er hat also Antlitz, Brust, Unterleib, Lenden und Füße; denn ohne all dies wäre er nicht Mensch. So hat er denn auch Augen, Ohren, Nase, Mund und Zunge, sowie die zum Menschen gehörenden inneren Organe, also Herz und Lunge und was von diesen abhängt. Alles zusammengenommen macht ja, daß er Mensch ist. (GLW 18)
9. Dezember Und Jesus kam zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: … Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitlaufs. (Mat. 28, 18. 20)

Der oberste, der sogenannte dritte Himmel erscheint über dem zweiten, und dieser wiederum über dem ersten. 242

Nicht als ob die Himmel voneinander getrennt wären, das scheint nur so. Der Herr ist nämlich ebenso gegenwärtig bei denen im untersten wie bei denen im dritten Himmel. Der Anschein eines Abstandes entsteht in den Engeln, die den Herrn verschieden aufnehmen. Mit natürlichen Vorstellungen läßt sich das schwer vereinen, weil sie in Räumen befangen sind, wohl aber mit geistigen Vorstellungen, die nicht von Räumen behindert sind. Soviel aber läßt sich immer verstehen, nämlich daß Liebe und Weisheit oder der Herr als die göttliche Liebe und Weisheit nicht durch Räume fortschreiten kann, sondern daß er bei einem jeden gemäß seiner Aufnahme gegenwärtig ist. (GLW 110, 111)

10. Dezember An jenem Tag wird das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne sein, und das Licht der Sonne wird siebenfältig wie das Licht von sieben Tagen sein. (Jes. 30, 26)

Die Gotteskraft drang zwar auch herab bis zum untersten Grad, doch vor Annahme einer menschlichen Natur wurde der göttliche Einfluß in diesen durch die Engelshimmel vermittelt, nach der Ankunft des Herrn stammte er jedoch unmittelbar von ihm. Die durch den Engelshimmel vermittelte Erleuchtung der Menschen vor der Ankunft des Herrn kann mit dem Licht des Mondes verglichen werden, das ja mittelbares Sonnenlicht ist. Weil die Erleuchtung nach der Ankunft zur unmittelbaren wurde, heißt es bei Jesajah, das Licht des Mondes sei wie das der Sonne geworden. (GLW 233) 243

11. Dezember Und du sollst lieben Jehovah, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. (5. Mose 6, 5)

Jehovah wird der Herr von Ewigkeit genannt, weil Jehovah eine menschliche Natur angenommen hat, um die Menschen von der Hölle zu retten und weil er den Jüngern gebot, ihn Herr zu nennen. Jehovah heißt daher im Neuen Testament „der Herr“, wie sich daran zeigt, daß die Stelle in 5. Mose, 6 „du sollst lieben Jehovah, deinen Gott“ im Neuen Testament lautet: „du sollst lieben den Herrn, deinen Gott“. Dasselbe gilt für viele andere Stellen, die die Evangelisten aus dem Alten Testament zitieren. (GLW 282)

12. Dezember Der gute Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens, der böse Mensch aber bringt Böses hervor aus dem bösen Schatz seines Herzens. Denn aus dem Überfließen des Herzens redet der Mensch. (Luk. 6, 45)

In jedem seiner Werke ist der Mensch seiner Gesinnung und wesentlichen Beschaffenheit nach ganz und gar gegenwärtig. Unter der Gesinnung ist die Neigung seiner Liebe und das ihr entsprechende Denken zu verstehen, die seine Natur und allgemein sein Leben ausmachen. Betrachten wir die Werke unter diesem Gesichtspunkt, so sind sie wie Spiegelbilder des Menschen. … Erst nach dem Tod stellt sich beim Menschen in aller Lebendigkeit heraus, daß seine Lebensäußerungen samt und sonders so sind, wie er seinem 244

inneren Menschen nach beschaffen ist; denn dann lebt er als innerer und nicht mehr als äußerer Mensch. (WCR 373)
13. Dezember Und sie kamen nach Marah und vermochten nicht das Wasser zu trinken vor Bitterkeit; denn es war bitter; deshalb nannte man seinen Namen Marah. Und das Volk murrte über Mose und sagte: Was sollen wir trinken? Und er rief zu Jehovah, und Jehovah zeigte ihm Holz; und er warf es in das Wasser, und das Wasser ward süß. Daselbst setzte er ihnen Satzung und Recht und versuchte sie allda. (2. Mose 15, 23-25)

Die Neigung zum Wahren besteht darin, daß man wissen will, was wahr ist um des Lebens in der Welt und um des ewigen Lebens willen. In Versuchung gerät dabei, wer Mangel an Wahrheiten erleidet oder wem die erwünschten Wahrheiten widerwärtig erscheinen. Diese Versuchung hat ihren Ursprung im Unterbruch der Verbindung mit dem Guten, was der Fall ist, wenn der Mensch sich in seinem Eigenen verfängt und dadurch in Selbst- und Weltliebe versinkt. Aus diesem Zustand muß er wieder erhoben werden, damit ihm die Wahrheiten wieder gefallen. Dieser Vorgang wird dadurch beschrieben, daß ein Stück Holz, ein Symbol für das Gute ins Wasser geworfen wird, worauf dieses süß schmeckt, d.h. die Wahrheiten wieder als angenehm empfunden werden. Satzung oder Gesetz stellt das äußere Wahre der Kirche dar, Recht dagegen das innere Wahre. Jemandem Gesetz und Recht stellen bedeutet daher, etwas nach den Wahrheiten ordnen oder diese offenbaren. (HG 8352-57) 245

14. Dezember Und die Schlange sprach zum Weib: Ihr werdet nicht des Todes sterben, denn Gott weiß, daß welches Tages ihr davon esset, eure Augen sich auftun, und ihr seid wie Gott und wisset, was Gutes und Böses ist. (1. Mose 3, 4. 5)

Alle, die den Herrn im Herzen und in Gedanken als bloßen Menschen betrachten und nur mit den Lippen als Erlöser und Heiland ehren, sprechen und lehren wie mit honigsüßem Mund, obwohl ihr Herz dabei wie ein Schlauch voll Galle ist. Ihre Worte sind wie Zuckerbrote, ihre Gedanken aber wie Gift, oder auch wie Pasteten, in denen sich Nattern verbergen. Sind solche Menschen Geistliche, so ähneln sie Seeräubern, die die Flagge eines im Friedenszustand befindlichen Landes zeigen, die aber, sobald sich ihnen ein Schiff vertrauensvoll naht, statt dessen die Räuberflagge aufziehen und sich des Schiffs und seiner Besatzung bemächtigen. (WCR 380)

15. Dezember Des Leibes Leuchte ist das Auge. Wenn nun dein Auge einfältig ist, so ist dein ganzer Leib licht. (Mat. 6, 22)

Die Ursprünge von Willen und Verstand haben ihren Sitz im Haupt des Menschen, von wo aus sie bis in den Körper hinab geleitet werden, ebenso wie der Wille in die Taten und das Denken in die Reden. … Das gleicht einem Kristallgefäß, das von einem darin brennenden Feuer erwärmt und zugleich durchleuchtet wird. So kann denn auch bei einem Menschen das geistige Sehen des Gemüts zusammen mit dem natürli246

chen Sehen des Körpers infolge des durch den Himmel vom Herrn her einfließenden Lichts mit einer afrikanischen Baumfrucht verglichen werden, die bis in die Mitte hinein durchsichtig ist. (WCR 403)
16. Dezember Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Söhne seid eures Vaters, der in den Himmeln ist. (Mat. 5, 43-45)

Ehe der Herr in die Welt kann, wußte kaum jemand, was der innere Mensch und die Nächstenliebe ist. Deshalb lehrt er an so vielen Stellen die Liebe, d.h. die Nächstenliebe. Dies macht auch den Unterschied zwischen dem Alten und Neuen Testament bzw. Bund. So lehrt der Herr bei Matthäus, man solle auch dem Widersacher oder Feind aus Nächstenliebe wohltun. Und ich habe aus dem Himmel gehört, der Herr vergebe jedem Menschen seine Sünden und räche nie, ja rechne nicht einmal zu, weil er die Liebe und das Gute selbst ist, aber die Sünden seien dadurch noch nicht abgestreift, weil dies nur durch die Buße geschehen kann. (WCR 409)
17. Dezember Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun, das sollt auch ihr ihnen tun, denn darin besteht das Gesetz und die Propheten. (Mat. 7, 12)

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Wer nur aus seinem äußeren Menschen heraus denkt, muß sich wundern, daß die sieben Gebote der zweiten Tafel von Jehovah auf dem Berg Sinai unter so großen Wunderzeichen verkündet wurden, obwohl sie doch in allen Königreichen der Erde, folglich auch in Ägypten, von wo die Kinder Israels eben erst gekommen waren, als Vorschriften des Gesetzes der bürgerlichen Gerechtigkeit galten. Denn ohne sie kann kein Reich bestehen. Jehovah hat sie jedoch deshalb verkündet und mit seinem Finger auf steinerne Tafeln geschrieben, weil sie nicht nur Vorschriften der bürgerlichen Gesellschaft und somit des natürlich-sittlichen Lebens sein sollten. Denkt man über das Wesen des sittlichen Lebens nach, so kann man erkennen, daß es zugleich mit den menschlichen und den göttlichen Gesetzen in Einklang steht. (WCR 444)

18. Dezember Du machst der Völkerschaft viel, hast die Fröhlichkeit groß gemacht. Sie sind fröhlich vor dir, wie man in der Ernte fröhlich ist, wie man frohlockt beim Teilen der Beute. (Jes. 9, 2)

Die sich gegen das Gute und Wahre des Glaubens nicht bestärkt haben, wie dies bei denen der Fall ist, die außerhalb der Kirche sind, und doch in einer Art von Glauben und tätiger Liebe nach ihrer Religion gelebt haben, konnten nicht durch Verneinungen des Wahren und durch Begründungen des Falschen gegen das Wahre des Glaubens aus dem Wort den eigenen inneren Menschen verschließen. Deshalb wird mindestens im anderen Leben ihr Inneres nach oben geöffnet, das heißt gegen den Himmel und zum Herrn. Das ist einer der Gründe, weshalb eine neue Kirche immer bei Menschen 248

gegründet wird, die außerhalb der Kirche stehen und „Völkerschaften“ genannt werden. (HG 9256)
19. Dezember Jesus antwortete ihm und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Joh. 3, 3)

Der Herr ist unausgesetzt tätig, um den Menschen wiederzugebären, da er ja unausgesetzt tätig ist, ihn zu retten. Und nach des Herrn eigenen Worten bei Johannes kann niemand gerettet werden, der nicht wiedergeboren ist. Die Wiedergeburt ist also ein Mittel zur Rettung, während Nächstenliebe und Glaube Mittel zur Wiedergeburt sind. … Die Tätigkeit (des Herrn) und die Mitwirkung (des Menschen) lassen sich an jedem Gegenstand feststellen, der sich in einer gewissen Tätigkeit und Bewegung befindet. Die Tätigkeit des Herzens und aller Arterien ist von dieser Art. Dabei ist das Herz tätig, während sich die Arterien vermöge ihrer Hüllen oder Häute mitwirkend verhalten. So entsteht der Blutkreislauf. (WCR 577)

20. Dezember Die Geburt Christi war also: Als nämlich Maria, seine Mutter, dem Joseph verlobt war, fand sich, ehe sie zusammen kamen, daß sie von dem heiligen Geist empfangen hatte. Joseph aber, ihr Mann, da er gerecht war und sie nicht beschimpfen wollte, war willens, sie insgeheim zu entlassen. Während er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm der

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Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Weib zu dir zu nehmen: denn das in ihr Gezeugte ist von dem heiligen Geist. (Mat. 1, 18-20)

Daraus ist klar zu erkennen, daß das göttliche Wesen im Herrn durch die Empfängnis herabgekommen und sein Leben aus der Kraft des Vaters war. Dieses Leben ist identisch mit der Seele. Diese Erkenntnis geht auch aus dem Bekenntnis des Athanasius hervor und wird Wahrheit, wenn man dabei bedenkt, daß die drei, nämlich Vater, Sohn und heiliger Geist im Herrn in einer einzigen Person vereinigt sind. Fehlt jedoch dieses Denken, dann kann man sagen, daß die Christen im Unterschied zu allen Völkern auf Erden, die mit Vernunft begabt sind, als einzige drei Götter verehren. (OE 1104)
21. Dezember In den Tagen des Herodes, Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias, von der Abteilung Abiah, und sein Weib war von den Töchtern Aharons, und ihr Name war Elisabeth. … Und es geschah, als er nach der Ordnung seiner Abteilung den Priesterdienst hatte vor Gott, daß ihn nach der Gewohnheit des Priestertums das Los traf, zu räuchern, und er ging hinein in den Tempel des Herrn.… Es erschien ihm aber der Engel des Herrn, der stand zur Rechten des Rauchaltars. Und Zacharias erbebte, als er ihn sah, und eine Furcht fiel auf ihn. (Luk. 1, 5. 8-9. 11-12)

Durch Schrecken und Angst werden im Wort mancherlei Gemütsbewegungen dargestellt, die durch das Einwirken von Dingen entstehen, die Entsetzen erregen, allerdings auch ver250

bunden mit Freude. Durch Schrecken wird im geistigen Sinn die Angst vor dem Bösen und Falschen aus der Hölle symbolisiert, denn dieses erschreckt den geistigen Menschen, weil es dem Guten und Wahren entgegengesetzt ist. Es gibt aber auch einen heiligen Schauer, der die inneren Bereiche des Hauptes einnimmt, erschüttert und durchzuckt, wenn Gottes Kraft sich bemerkbar macht und sie erfüllt. Auch dieser heißt im Wort Furcht, Schrecken und Scheu. (OE 677)
22. Dezember In den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wann er posaunen wird, wird vollendet das Geheimnis Gottes, wie er seinen Knechten, den Propheten, verkündigt hat. (Offb, 10, 7) Und Jesus sprach zu ihnen (den Jüngern): Geht hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. (Mark. 16, 15)

Daß das Geheimnis vollendet werden solle, heißt, es solle jetzt erfüllt werden, was früher nicht erfüllt wurde, nämlich daß das Reich des Herrn errichtet werde. Denn dies wurde von den Juden nicht erfüllt, weil sie den Herrn nicht anerkannten; und es wurde auch nicht von den Christen erfüllt, weil auch sie den Herrn nicht als Gott des Himmels und der Erde in seiner menschlichen Erscheinung anerkannten und ihn mit anderen Menschen gleich setzten, ungeachtet er doch Jehovah selbst ist, der in die Welt gekommen war. Diese Ankunft wird dargestellt durch das Verkündigen der frohen Botschaft. (EO 478)
23. Dezember Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria: denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Und siehe, du wirst empfangen im Leib und einen Sohn

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gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Der wird groß sein und der Sohn des Höchsten heißen, und der Herr Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben. Und er wird König sein über das Haus Jakobs in die Ewigkeiten und seines Königtums wird kein Ende sein. (Luk, 1, 30-33)

Mit dem vom Engel erwähnten Jakob kann unmöglich das Volk Jakobs gemeint sein, folglich auch nicht an allen anderen Stellen, wo vom Samen, von den Kindern, vom Land oder Erbe Jakobs die Rede ist; nicht einmal, wenn es heißt der König Jakobs oder Gott Jakobs. (Das gleiche gilt für die Erwähnungen Israels und seiner Söhne oder beider gemeinsam.)… Hier wird überall im höchsten Sinn der Herr verstanden und im bildlichen Sinn das Reich des Herrn und die Kirche, die durch die Lehren des Wahren und das Leben des Guten Kirche ist. Jakob sind hierbei diejenigen, welche die Kirche eher äußerlich auffassen, Israel jene, die tiefer eindringen. (HG 3305)

24. Dezember Er füllt die Hungernden mit Gutem und schickt die Reichen leer hinweg. (Luk. 1, 53)

Der Hunger stellt die Beraubung in Bezug auf die himmlischen Erkenntnisse oder die Erkenntnisse des Guten dar, aus der Falsches und Böses entsteht. Daß der Herr die Hungrigen mit Gutem füllt, will sagen, er habe ihnen himmlisch Gutes und dessen Erkenntnisse gegeben. (HG 1460) Die Reichen sind diejenigen, die viel wissen, denn Reichtümer sind im geistigen Sinn Kenntnisse, Lehren, auch 252

Erkenntnisse des Guten und Wahren. Leere Reiche aber sind Menschen, die das alles wissen, aber nicht in die Tat umsetzen. Die Wahrheiten, die sie kennen, sind nicht wahr, weil ihnen das Gute fehlt. (HG 4744)

25. Dezember Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden, unter Menschen ein Wohlgefallen. (Luk. 2, 13. 14)

Heer ist ein Bild für Lehrsätze, die dem Wahren angehören oder niedrigere Wahrheiten sind, denn der Heerdienst weist im Wort auf geistigen Dienst. Dasselbe tun auch die Waffen. Mit diesen werden geistige Kämpfe ausgefochten. Weil also durch das Heer Wahrheiten dargestellt werden, werden die Söhne des Reiches und auch die Engel im Hinblick auf die Wahrheiten, die ihnen anvertraut sind, Heere des Himmels genannt. (HG 3448)

26. Dezember Das Volk, das wandelt in der Finsternis, hat ein großes Licht gesehen. Über die, so im Land des Todesschattens wohnen, erglänzet ein Licht. (Jes. 9, 1)

Der Glaube an sich betrachtet ist ein Verstandesglaube und ein Willensglaube. Das Wahre, das Sache des Glaubens ist, wissen und verstehen, heißt Verstandesglaube, hingegen das 253

Wahre, das Sache des Glaubens ist, wollen, heißt Willensglaube. … Ein großes Licht sehen bedeutet, die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, annehmen und glauben; es wird gesagt, über diejenigen, die im Glauben sind, strahle ein himmlisches Licht aus, denn das Licht des Himmels ist das göttliche Wahre vom göttlichen Guten. (HG 3863)
27. Dezember Und da sie alles nach dem Gesetz des Herrn vollendet hatten, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. Das Knäblein aber wuchs und ward mächtig am Geist, erfüllt mit Weisheit, und die Gnade Gottes war auf ihm. (Luk. 2, 39. 40)

Da nun Gott herab kam und die Ordnung selbst ist, mußte er, um auch wirklich – das heißt im Letzten – Mensch zu werden, empfangen, im Mutterleib getragen und schließlich geboren und erzogen werden; er mußte nach und nach Kenntnisse in sich aufnehmen und so Zugang zur Einsicht und Weisheit erhalten. Darum war er in seinem menschlichen Wesen ein Kind wie jedes andere, ein Knabe wie jeder andere usw. Der einzige Unterschied bestand darin, daß er diese Entwicklung schneller, umfassender und vollkommener als andere durchlief. (WCR 89)
28. Dezember Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Moses voll waren, brachten sie ihn hinauf gen Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen. Wie im Gesetz des Herrn ist geschrieben: Jegliches Männliche, das den Mutterschoß auftut, soll dem Herrn geheiligt heißen. (Luk. 2, 22. 23)

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Das Gesetz von der Lösung der Erstgeborenen vom Menschen wurde zu dem Zweck gegeben, damit sie nicht ihre Söhne opfern sollten, was bei den Heiden in Gebrauch kam, bei denen die Satzungen der Alten Kirche geblieben, aber im Lauf der Zeiten völlig verfälscht worden waren. … Dieses Gesetz wurde erklärt nach seinem entsprechenden Sinn in der geistigen Welt, nach dem nicht die Wahrheiten des Glaubens heilig sind (also auch nicht geheiligt oder geweiht werden sollen), sondern das Gute des Glaubens. Die Heiligung faßte man später so auf, daß man den Erstgeborenen vor Jehovah bringen oder darstellen müsse. (HG 8080)
29. Dezember Und siehe , da war ein Mensch in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der heilige Geist war auf ihm. Und ihm war vom Heiligen Geist eine Antwort geworden, er werde den Tod nicht sehen, ehe er den Christ des Herrn gesehen habe. (Luk. 2, 25. 26)

Weil nun Christus und Messias das gleiche ist und Christus in der griechischen Sprache und Messias in der hebräischen Sprache den Gesalbten bedeutet, so wird klar, das Christus das gleiche ist, was der Gesalbte, dann auch das gleiche, was der König, denn die Könige wurden im allgemeinen die Gesalbten genannt. (HG 3008)
30. Dezember Da nahm er ihn in seine Arme und segnetet Gott und sprach: Nun entlässest du deinen Knecht im

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Frieden, o Herr, nach deiner Rede. Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, welches du dem Angesicht aller Völker bereitet hast. (Luk. 2, 28-31)

Gott segnen steht hier für verherrlichen und danken, daß der Herr in die Welt gekommen ist, um alle selig zu machen, die ihn aufnehmen. Daher nennt er den Herrn das Heil, das seine Augen sehen und das er allen seinen Völkern bereitet. Seine Völker heißen die, die sich den Wahrheiten aus dem Guten verschrieben haben, somit auch wieder diejenigen, die ihn aufnehmen. (OE 340)

31. Dezember Er sandte seinem Volk Erlösung, er gebot auf ewig seinen Bund. Heilig und furchtbar ist sein Name. (Ps. 111, 9)

Der Text handelt von der Wiedergeburt, die hier Bund genannt wird, weil gegeben und entgegengenommen wird. Die aber nicht wiedergeboren sind oder einen Gottesdienst begehen, der sich in Äußerlichkeiten erschöpft, die sich selbst und ihre Wünsche und Gedanken hoch einschätzen und sich als Götter fühlen, von denen wird bei Jer. 22, 9 gesagt, sie brechen den Bund. (HG 666)
Palmsonntag Ich sage euch, daß ich nicht trinken werde von nun an von diesem Gewächs des Weinstocks bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde mit euch im Reich meines Vaters. (Mat. 26, 29)

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Unter dem Gewächs des Weinstocks oder dem Wein, den der Herr mit den Jüngern neu trinken wollte im Reich seines Vaters oder wenn das Reich Gottes kommen werde, wird verstanden, daß von seinem nun göttlichen Menschenwesen alles göttliche Wahre im Himmel und in der Kirche ausgehen werde. Daher nennt er es neu; auch nennt er es das Neue Testament in seinem Blut, das ausgegossen wird für viele; denn das Blut des Herrn bedeutet das gleiche wie der Wein. Nachdem nun der Herr auferstanden sein wird, wird die gesamte göttliche Kraft von ihm ausgehen. Deshalb sagt er, er werde es mit ihnen trinken, wenn das Reich Gottes komme. Und das würde ja nun der Fall sein, wenn er auch das Letzte in den Himmeln und in den Höllen in Ordnung gebrachte habe. (OE 376)
Gründonnerstag Es traten aber seine Mutter und seine Brüder herzu zu ihm und konnten vor dem Gedränge nicht zu ihm gelangen. Und man sagte ihm an: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, so Gottes Wort hören und tun. (Luk. 8, 19-21)

Daß nicht das Wissen und Verstehen der göttlichen Wahrheiten die Kirche macht und den Himmel bildet beim Menschen, sondern das Wissen, Verstehen und Tun, lehrt der Herr an sehr vielen Stellen. Hier bedeutet hören einfach hören, das heißt, wissen und verstehen. Auch in der wörtlichen Rede bedeutet hören dasselbe, wenn man sagt: etwas hören. Es bedeutet aber sowohl verstehen als auch tun, wenn gesagt wird: auf jemanden hören, das heißt gehorsam sein, ebenso aufhorchen. Außerdem sind diejenigen, die das Leben vom Glauben 257

getrennt haben, gleich denen, von denen der Herr bei Matthäus sagt: Sehend sehen sie nicht, und hörend hören sie nicht und verstehen nicht. (OE 108)
Karfreitag Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter , Maria, des Klopas Weib, und Maria aus Magdala. Da nun Jesus die Mutter sah, und den Jünger, den er lieb hatte, dabei stehen, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter. Und von selbiger Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh. 19, 25-27)

Der Herr anerkannte nicht Maria, sondern die Kirche als Mutter. Deshalb nennt er Maria Weib und Mutter des Jüngers. Das letztere tat er, weil dieser, Johannes, die Kirche in Bezug auf das Gute der tätigen Liebe darstellte. Das aber ist die Kirche in ihrer eigentlichen Wirkung. Deshalb heißt es auch, der Jünger habe Maria zu sich genommen. (EL 119)

Karsamstag Einer aber der Übeltäter, die gehängt waren, lästerte ihn und sprach: Wenn du der Christus bist, so rette dich selbst und uns. Der andere aber antwortete und bedräuete ihn und sagte: Fürchtest du dich nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verurteilung bist? Und wir zwar gerechter Weise; denn wir empfangen, was unserer Taten wert sind;

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dieser aber hat nichts Ungehöriges getan. Und zu Jesus sprach er: Gedenke meiner, Herr, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. (Luk. 23, 39-43)

Die im getrennten Glauben sind, können nicht anders glauben, als daß ein jeder in den Himmel aus Gnaden eingelassen werden könne, wie immer er auch gelebt habe, daß somit nicht das Leben, sondern der Glaube den Menschen nach dem Tod erwarte; sie begründen es aus dem Buchstaben des Wortes, während doch aus seinem geistigen Sinn hervorgeht, daß der Herr Barmherzigkeit gegen jeden beweist. … Sie können auch nicht vom Glauben abrücken, daß sie mit ihrem Leib auferstehen würden, und das nicht vor dem Tag des Gerichts, was sie ebenfalls anhand des Buchstabens an mehreren Stellen des Wortes begründen. Sie denken aber nicht an das, was der Herr dem Schächer am Kreuz gesagt hat. (HG 4783)

Ostersonntag Spät aber am Sabbath, als schon der erste Wochentag dämmern wollte, kam Maria von Magdala und die andere Maria, die Grabstätte zu beschauen. Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben; denn der Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, kam hinzu, wälzte den Stein weg von der Tür und setzte sich darauf. (Mat. 28, 1-2)

Die Erdbeben deuten an, der Zustand der Kirche sei verändert worden; denn der Herr hat durch seine letzte Versuchung in Gethsemane und am Kreuz die Höllen überwunden und die Verhältnisse dort und in den Himmeln in Ordnung gebracht 259

und gleichzeitig seine Menschennatur verherrlicht, das heißt, göttlich gemacht. Daß der Vorhang im Tempel von oben an bis unten aus zerriß, sagt, seine Menschennatur sei göttlich gemacht worden, denn hinter dem Vorhang stand die Lade mit dem Zeugnis, und durch dieses wurde der Herr im Hinblick auf sein göttlich Menschliches dargestellt. Der Vorhang war ein Symbol für das Äußere der Kirche, das bei Juden und Israeliten galt und ihre Augen trübte, sodaß sie den Herrn und das göttliche Wahre oder das Wort in seinem Licht nicht sahen. Nun wurde also der Zustand der Kirche völlig verändert, denn der Herr auferstand und übernahm als der verherrlichte Mensch die Herrschaft über den Himmel und die Erde. Daß der Engel den Stein von der Tür wälzte und darauf saß, will zeigen, der Herr habe alle Falschheiten, die den Zugang zu ihm erschwerten, beseitigt und das göttlich Wahre zugänglich gemacht. (OE 400)
Ostermontag Während sie aber solches redeten, stand Jesus selbst in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, einen Geist zu schauen. Und er sprach zu ihnen: Was erbebet ihr, und warum steigen solche Gedanken in eueren Herzen auf? Sehet meine Hände und meine Füße, daß ich selbst es bin; betastet mich und sehet, ein Geist hat nicht Fleisch und Bein wie ihr sehet, daß ich habe. (Luk. 24, 36-39)

Der Herr ist nicht nur mit seinem Geist, sondern auch mit seinem Körper auferstanden, weil er in der Welt seine ganze Menschennatur verherrlicht, das heißt göttlich gemacht hat. Die Seele nämlich, die er vom Vater hatte, war aus sich heraus 260

das göttliche Wesen selbst, und der Leib wurde zum Ebenbild der Seele, das heißt des Vaters, folglich ebenfalls göttlich. Aus diesem Grund ist er im Unterschied zu jedem Menschen mit Leib und Seele auferstanden. (HH 316)

Himmelfahrt Jesus sprach: Von nun an werdet ihr sehen, den Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht, und kommen auf den Wolken des Himmels. (Mark. 14, 62) Der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgehoben in den Himmel, und sitzet zur Rechten Gottes. (Mark. 16, 19)

Sitzen zur Rechten der Macht bedeutet die göttliche Allmacht des Herrn über die Himmel und über die Erden, nachdem er die Höllen unterjocht und seine Menschennatur verherrlicht hat. Die Wolken des Himmels sind das göttliche Wahre in den Himmeln… und im Wort. Sitzen zur Rechten Gottes bedeutet das gleiche, nämlich seine Allmacht durch das göttliche Wahre. Sitzen heißt sein, und sitzen zur Rechten heißt allmächtig sein. Deshalb bedeutet sitzen auf dem Thron, König sein und regieren. (OE 687)
Pfingsten Und als der Tag der Pfingsten erfüllt ward, waren sie allen einmütig beisammen. Da geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltig daher fahrenden Windes, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen

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Zungen wie Feuer, die sich verteilten, und der Heilige Geist setzte sich auf jeden von ihnen, und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, mit anderen Zungen zu reden, je nachdem der Geist sie antrieb zu sprechen. (Apg. 2, 1-4)

Durch das Feuer wurde die Liebe zum Wahren bezeichnet und dadurch, daß sie erfüllt wurden vom Heiligen Geist, die Aufnahme des göttlichen Wahren vom Herrn. Die neuen Zungen aber waren Symbole für die Bekenntnisse aus der Liebe zum Wahren oder aus Eifer; denn alle göttlichen Wunder, also alle Wunder, die in der Bibel berichtet werden, schlossen geistige und himmlische Dinge in sich, das heißt sie bezogen sich auf die Kirche und den Himmel. Und eben dadurch unterschieden sich die göttlichen Wunder von nicht göttlichen. Die Zungen bedeuten also nicht Sprachen oder Reden im gewöhnlichen Sinn, sondern Bekenntnisse aus den Wahrheiten der Kirche. (OE 455)

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