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Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen
Zusammenfassung der Greenpeace Studie

www . greenpeace . de

Weitere Informationen sowie die gesamte Studie finden Sie unter: www.greenpeace.de/buchenwälder
Stachelbart und Totholz, aufgenommen im „Kanzel-Urwald“ an den Edersee-Steilhängen in Nordhessen.

Herausgeber Greenpeace e.V. Große Elbstr. 39, 22767 Hamburg, Tel. 040/306 18-0, Fax 040/306 18-100, mail@greenpeace.de, www.greenpeace.de Politische Vertretung Berlin Marienstr. 19–20, 10117 Berlin, Tel. 030/30 88 99-0 Gestaltung Zimmermann und Spiegel Titelfoto Ralf Kubosch Fotos S. 3: Markus Mauthe, S. 8: Markus Mauthe, S. 11: Manfred Delpho, S. 13: Markus Mauthe, Manfred Delpho, alle © Greenpeace Litho ORC, Kohlhöfen 18, 20355 Hamburg Druck edp, Virchowstraße 12, 22767 Hamburg Auflage 5.000 Zur Deckung unserer Herstellungskosten bitten wir um eine Spende : GLS Gemeinschaftsbank, BLZ 430 609 67, KTO 33400

Impressum

Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier

Stand 4 / 2011

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Buchenwälder jetzt schützen – Deutschlands internationale Verantwortung

Waldökosysteme wie dieser Mull-Buchenwald mit Massenvorkommen von Bärlauch ziehen Wanderer an und dienen der Erholung für viele Menschen.

Was der Amazonas für Brasilien ist, sind die Rotbuchenwälder für Deutschland und Europa. Sie beheimaten zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und sind wichtig für die Speicherung von Kohlenstoff. Dies gilt besonders für geschützte, naturnahe und forstwirtschaftlich ungenutzte Buchenwälder. Doch trotz der großen internationalen Verantwortung für die Buchenwälder ist Deutschland Schlusslicht, was den Schutz der Buchenwälder anbelangt. Die Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie, die vorgibt, fünf Prozent der Wälder Deutschlands prioritär dem Waldnaturschutz zu widmen, ist nicht in Sicht. Die Bundesländer tragen neben der Bundesregierung einen Großteil der Verantwortung für den mangelnden Schutz des „Amazonas“ Europas – der Buchenwälder Deutschlands. Insgesamt zehn neue Buchenwald-Großschutzgebiete (Nationalparke) und weitergehende Maßnahmen zur Einrichtung eines Buchenwald-Verbundes in insgesamt 75 Regionen in Deutschland sind notwendig, um die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie

bis 2020 zumindest teilweise zu erreichen. Dies ist das Ergebnis eines im Auftrag von Greenpeace verfassten Gutachtens über die Einrichtung eines Rotbuchen-Verbundsystems in Deutschland. Die hier vorliegende Zusammenfassung benennt die zentralen Eckpunkte dieser Studie. Greenpeace will mit dem Gutachten „Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen“ eine fachliche Grundlage für einen konzeptionellen Schutz des Rotbuchenwaldes in Deutschland schaffen und die konkreten Waldgebiete identifizieren, die im Fokus bis 2020 stehen sollten. Wir Menschen brauchen diese ungenutzten, sich selbst überlassenen Wälder zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur dynamischen Anpassung an den Klimawandel, zum Beobachten und Lernen sowie zur Erholung und Wiederentdecken von Wildnis. Nutzungsfreie Gebiete sind ein Gewinn für den Schutz von Arten und Klima, für den Menschen und die regionale Entwicklung.

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Einst überall, heute bedroht: die Rotbuchenwälder
Von Natur aus liegt Deutschland mitten im Verbreitungsgebiet der Rotbuche (Fagus sylvatica), war einst zu zwei Dritteln von Buchenwald bedeckt und stellt 25 Prozent des Weltareals der Rotbuchenwälder. Rotbuchenwälder bilden in Deutschland die typischen Laubwald-Ökosysteme, zu denen ursprünglich auch Raubtiere wie Wolf, Luchs, Braunbär und Wildkatze gehörten. Daher trägt Deutschland als eines der buchenwaldreichsten Länder Europas eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser einzigartigen Wälder. Tatsächlich umfasst jedoch der heutige deutsche Buchenwaldbestand nur noch rund 1,6 Millionen Hektar, etwa sieben Prozent des ursprünglichen Areals. Die meisten Buchenwälder werden forstwirtschaftlich genutzt und sind – verglichen mit dem relativ hohen Alter, das Buchen erreichen können – sehr junge Wälder. Lediglich sechs Prozent der Buchenwaldbestände in Deutschland sind älter als 160 Jahre. Natürliche bzw. naturnahe Buchenwälder in ihren verschiedenen Ausprägungen sind heute weltweit so selten geworden, dass sie als unersetzliches Naturerbe gelten können. Vor rund 10.000 Jahren, nach der letzten Kaltzeit, begann die Wiederbewaldung Mitteleuropas. Nach einer Birken-Kiefernwaldphase entstanden erste Laubmischwälder mit Eichen und später begann die Massenausbreitung der Rotbuche. Vor knapp 2.000 Jahren hatte die Buche vom Süden kommend dann bereits die Küsten der Nord- und Ostsee erreicht. Das potenzielle natürliche Verbreitungsareal der Buche in Europa umfasst rund 90 Millionen Hektar, der Anteil in Deutschland beträgt 23 Millionen Hektar, das entspricht 66 Prozent der Landesfläche. Die ehemals reichlich vorhandenen Buchenwälder in Deutschland wurden vom Menschen jedoch genutzt und abgeholzt, um Siedlungen und landwirtschaftliche Nutzflächen anzulegen und um den steigenden Bedarf nach Holz zu befriedigen. Zudem wurden Buchenwälder systematisch in Kiefern- und Fichtenplantagen umgewandelt. Auch heutige Buchenwälder unterliegen einer immer intensiveren Nutzung. Das Pflanzen standortfremder Baumarten, zu kurze Umtriebszeiten (d.h. ein Fällen der Bäume in jungen Jahren), übermäßige Entnahme alter Bäume, die Beseitigung von Tot- und Biotopholz (z.B. Bäume mit Höhlen, Rissen oder Pilzbefall) und die Förderung großflächiger gleichaltriger Wälder führen zu starken Veränderungen der Waldstrukturen und zu immer weniger Naturnähe. Dieser Buchenwaldverlust hatte gravierende Konsequenzen. Mit dem Schwinden der Buchenwälder verloren solche waldtypischen Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum, die entweder große, störungsfreie Gebiete benötigen oder die auf Alterungs- und Zerfallsphasen von natürlichen Wäldern angewiesen sind. Der Verlust an Artenvielfalt ist deshalb auch in Deutschland ein großes Problem. Ein Blick in die Roten Listen der bedrohten Arten zeigt, dass besonders die Tiere und Pflanzen gefährdet sind, die auf naturnahe Wälder angewiesen sind. „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (Biodiversitätsstrategie) ist es Deutschland 2007 gelungen, die zentralen Handlungsfelder zum Schutz der Artenvielfalt in Deutschland zu definieren und klare Ziele bis 2020 zu setzen. Darin hat sich die Bundesregierung verpflichtet, bis zum Jahr 2020 fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands aus der Nutzung zu nehmen und der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Wälder des Bundes und der Länder sollen mit je zehn Prozent nutzungsfreien Waldflächen bis 2020 dazu wesentlich beitragen. Der Buchenwaldschutz (ohne forstliche Nutzung) bildet einen Kern zur Erreichung dieser Ziele. Die Ziele der Biodiversitätsstrategie wurden 2010 durch alle Fraktionen des Deutschen Bundestages erneut bestätigt.

Waldschutz wichtig für das Klima
Der Verlust von natürlich gewachsenen Buchenwäldern hat auch Konsequenzen für den Klimawandel. Naturnahe Wälder zeichnet eine enorme Kohlenstoff-Speicherfähigkeit aus, die jener im klassischen Forstwald weit überlegen ist. Zudem können wir Menschen vom Ökosystem Wald am besten lernen, wie Wälder auf Veränderungen des globalen Klimas reagieren, wenn diese Systeme sich selbst überlassen bleiben. Dies hilft entscheidend zu verstehen, wie die genutzten Wirtschaftswälder behandelt werden müssen, um mit den Auswirkungen des Klimawandels zurecht zu kommen. Die gegenwärtige gestiegene Nutzung der Wälder in Deutschland hat einen negativen Einfluss auf das Klima. Das zeigt ein Zahlenvergleich: Noch im Jahr 1990 wurde in Deutschland weniger Holz(-Masse) genutzt, als jährlich im Wald nachgewachsen ist. Dadurch konnten die deutschen Wälder der Atmosphäre etwa 80 Mio. Tonnen Kohlendioxid (CO2) entziehen, knapp acht Prozent der damaligen Gesamtemissionen. Die zunehmende Nachfrage nach Holz – für den Export und als Brennstoff – hat zu einem erhöhten Einschlag geführt. Mit der Folge, dass der deutsche Wald seine Senkenfunktion Schritt für Schritt verliert und zur Quelle von Kohlendioxid wird. Im Jahr 2008 konnte der Wald in Deutschland nur noch 17 Millionen Tonnen CO2 aufnehmen. Wenn diesem Trend nicht entgegen gewirkt wird – durch Schutzgebiete, Waldumbau, ökologische Waldnutzung –, drohen die Wälder bald eine Quelle für CO2 zu werden. Das würde den Klimawandel in naher Zukunft noch beschleunigen. Obwohl forstwirtschaftlich ungenutzte Buchenwälder diese wichtige Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt und der Anpassung an den Klimawandel besitzen, sind derzeit laut Informationen des Bundesamtes für Naturschutz nur ca. 50.000 Hektar Buchenwälder – weniger als ein Prozent (0,5%) der Wälder Deutschlands – holznutzungsfrei. Vorhandene Flächenschutzsysteme wie z.B. das Natura 2000-Netzwerk, das rund 580.000 Hektar Buchenwaldbestände umfasst, sind leider nur bedingt wirksam, weil in der überwiegenden Zahl dieser Schutzgebiete eine normale „ordnungsgemäße“ Forstwirtschaft kaum eingeschränkt ist. Urwälder sind, bis auf kleinste Relikte, in Deutschland nicht mehr vorhanden. In wichtigen Teilbereichen des deutschen BuchenwaldVerbreitungsgebietes fehlen großräumige Schutzgebiete für eine natürliche Entwicklung des Waldes.

Nationale und internationale Schutzziele
Um dem dramatischen Verlust der Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten zu begegnen, wurde bereits 1992 die UN-Artenschutzkonvention beschlossen. Ihr Ziel ist es, weltweit bis zum Jahr 2010 den Artenverlust zu beenden. Mit der Verabschiedung einer

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Arealkarte der europäischen Rotbuchenwälder

Erster konkreter Vorschlag zum Schutz der Rotbuche im Verbund
Für eine zeitnahe Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie bis 2020 wurden weder von der Bundesregierung noch von den Länderregierungen konkrete Maßnahmen vorgelegt. Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie „Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen“ macht einen ersten konkreten Vorschlag, wie die waldrelevanten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie bis 2020 umgesetzt werden können. Ausgangspunkt sind die besonders waldreichen Regionen Deutschlands, die innerhalb des Rotbuchen-Verbreitungsgebietes liegen und hinsichtlich ihrer Potenziale geeignet sind, das Grundgerüst eines nationalen, Bestand sichernden Buchenwald-Verbundsystems zu bilden. Betrachtet werden große schutzwürdige Waldlandschaften, zusammenhängende unzerschnittene Waldgebiete, Wälder auf historisch alten Standorten und biologisch wichtige Wälder. Biologisch wichtige Wälder sind strukturreich, haben viel Alt- und viel Totholz und sind Heimat zahlreicher seltener waldabhängiger Arten. Es werden in der Studie 75 Gebiete (sogenannte Handlungsräume) mit insgesamt 4,5 Millionen Hektar definiert, die eine wichtige Rolle im Buchenwald-Verbundsystem einnehmen. Es wird zudem

aufgezeigt, welche Maßnahmen in diesen Gebieten umgesetzt werden sollten. Diese 75 Gebiete haben unterschiedliche Funktionen und dementsprechend verschieden sind auch die Maßnahmen, die dort zu treffen sind. Diese reichen von nutzungsfreien Schutzgebieten über Wald-Korridore bis hin zum Waldumbau von Nadelforsten in Buchenwaldmischbestände. Die Gebiete decken weitgehend repräsentativ die in Deutschland verbreiteten Buchenwaldgesellschaften ab. Insgesamt umfassen die definierten Handlungsräume einen Bestand an Laub- bzw. Buchenwald auf einer Fläche von 816.000 Hektar.

Urwälder von Morgen: Zehn neue Wald-Nationalparke
Für das Grundgerüst eines nationalen Buchenwald-Verbundsystems und zur Grundsicherung des Bestandes spielen große nutzungsfreie Waldflächen als Schlüsselgebiete und „Urwälder von Morgen“ eine zentrale Rolle. Insgesamt werden in 34 Waldlandschaften national bedeutende Schlüsselgebiete identifiziert. In zehn Gebieten wird die Ausweisung von großen nutzungsfreien Waldflächen als Nationalparke empfohlen (Mindestgröße 5.000 Hektar). In weiteren 16 Gebieten sollten Buchenwälder in Naturschutzgebieten mit großflächigen nutzungsfreien Kernzonen (jeweils 1.000 bis 5.000 Hektar) unter Schutz gestellt werden.

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Buchenwälder im Verhältnis zur Gesamtfläche und zur Waldfläche in Deutschland

Deutschland (34,9 Mio ha Landfläche)

Natürliche Buchenfläche (> 66% der Fläche Deutschlands) Waldfläche (11,1 Mio ha) Buche (4,5% der Landfläche Deutschlands) Buche > 120 Jahre Buche > 160 Jahre

Buche

(nach Sperber 2002, verändert)

davon nutzungsfrei (ca. 50.000ha = ca. 0,2% der natürlichen Buchenfläche)

Insgesamt resultiert daraus ein Potential für neue große, nutzungsfreie Schutzgebiete in der Größenordnung von rund 254.000 Hektar. Diese bilden das Grundgerüst eines Buchenwald-Verbundsystems in Deutschland und sollten zeitnah bis spätestens 2020 eingerichtet werden. In 13 Waldregionen sind große nutzungsfreie Flächen in heute schon ausgewiesenen Schutzgebieten (z.B. Nationalparken) bereits vorhanden. Es wird empfohlen, vorhandene Natur- und Kernzonen in bereits bestehenden Wald-Nationalparken in Deutschland zu erweitern und damit zusätzlich 6.500 Hektar nutzungsfreie Buchenwälder zu schaffen – davon alleine 5.000 Hektar im Nationalpark Bayerischer Wald. Neben den großen (über 5.000 Hektar) und größeren (1.000 bis 5.000 Hektar) nutzungsfreien Buchenwäldern sind für die Schaffung des Buchenwald-Verbundes weitere Maßnahmen notwendig. Im Buchenwald-Verbundsystem erlangen die als „Korridore“ und als „Trittstein“ ausgewiesenen Gebiete (= Handlungsräume) große Bedeutung. Sie stellen wichtige Verbindungselemente sowie Einwanderungswege für Großsäuger zwischen den national bedeutenden Schlüsselgebieten dar und schaffen Kontakt über die deutsche Staatsgrenze hinaus zu einem möglichen europaweiten Wald-Verbund. Im vorgeschlagenen Buchenwald-Verbundsystem sind 35 Gebiete als „Korridore“ und 26 als „Trittsteine“ vorgesehen. In 21 Waldlandschaftsräumen müssten im größeren Umfang WaldumbauMaßnahmen durchgeführt werden (Umwandlung von Fichten-/ Kiefernwäldern in laubwald-dominierte Mischwälder mit hohen Buchenanteilen). Dieser Waldumbau ermöglicht zugleich die Einführung einer ökologisch angepassten Waldbewirtschaftung. Hierbei spielt die Buche wegen ihrer großen „ökologischen Elastizität“ als hochgradig klimatolerante Baumart eine bedeutende Rolle.

der Nutzung zu nehmen und der natürlichen Entwicklung zu überlassen.
Zentrale Funktionen von Handlungsräumen für ein Buchenwald-Verbundsystem in Deutschland (Einzelne Handlungsräume können mehrere Funktionen haben)
Funktion Mindestgröße für nutzungsfreie Waldflächen für große Komplexe (Nationalparke) mehr als 5.000 Hektar, für kleinere 1.000 bis 5.000 Hektar 50 bis 200 Hektar, für größere Komplexe 200 bis 1.000 Hektar Schwerpunkt Schutzkategorie Nationalpark, nutzungsfreie Naturschutzgebiete Naturschutzgebiet, Naturwaldreservat Anzahl Handlungsräume 34

Große und kleinere, nutzungsfreie Schlüsselgebiete Korridor

Vorrang für natürliche Entwicklung mit großen, nutzungsfreien Kernflächen

Vorrang für natürliche Waldentwicklung und ökologische Waldbewirtschaftung, Vernetzungsfunktion im Verbund, die Ausbreitung von Arten wird gefördert. Vorrang für ökologische Waldbewirtschaftung, die Ausbreitung von natürlicherweise vorkommenden Arten wird gefördert. Vorrang für ökologische Waldbewirtschaftung, Schwerpunkt: Umwandlung nicht standortheimischer Nadelwälder in naturnahe, buchenwalddominierte Laubwälder, Erhöhung des Buchenanteils auf mind. 50 Prozent

35

Trittstein

5 Hektar als Altholzinsel, 10 Hektar ProzessschutzElemente (Alt- und Totholz) je 100 Hektar Wirtschaftswald Keine Mindestgröße

Wildnisfläche, Altholzinsel

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Waldumbau

keine

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Drei Prozent der Wälder als Buchenwaldschutzgebiete
Zusammengenommen werden nutzungsfreie Schutzgebiete vorgeschlagen, die mit den bereits ausgewiesenen Schutzgebieten in Buchenwäldern eine Gesamtfläche nutzungsfreier Buchenwälder von 310.000 Hektar ergeben. Dies entspricht rund drei Prozent der Waldfläche Deutschlands. Folgt man den Vorschlägen aus der Greenpeace-Studie „Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen“, würde das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie näher rücken: fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands aus

Schutz und Nutzung von Buchenwäldern sind kein Gegensatz
In der Debatte über den Waldschutz wird oft argumentiert, dass man entweder Schutzgebiete ohne Nutzung einrichtet oder den Naturschutz im bewirtschafteten Wald auf ganzer Fläche verbessert. Dies darf jedoch keine Entweder-Oder-Entscheidung sein. In Deutschland ist beides notwendig: Etwa zehn Prozent unge-

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nutzte Waldschutzflächen als ungestörte Lebensräume, auf denen wir natürliche Entwicklungsprozesse zulassen und beobachten können, und zusätzlich Naturschutz auf etwa 90 Prozent der forstlich bewirtschafteten Waldfläche (segregativer und integrativer Ansatz gleichzeitig). Die aus den forstlich ungenutzten Flächen gewonnenen Erkenntnisse sollten in eine ökologische Waldbewirtschaftung einfließen.

Warum wir Schutzflächen brauchen
Die Ausweisung großer, ungenutzter Schlüsselflächen für die Naturentwicklung ist aus folgenden Gründen unverzichtbar:
Flächen zum Lernen

Flächen, auf denen die Waldentwicklung unter natürlichen Bedingungen ohne menschlichen Einfluss ablaufen kann, sind wichtige Lernflächen für die Forstwirtschaft. Sie dienen als „Weiserflächen“ zum Erkennen der natürlichen Walddynamik und lassen wertvolle Rückschlüsse für eine ökologische Waldbewirtschaftung zu.
Förderung der natürlichen Anpassung an den Klimawandel

Die natürliche Wandlung (Dynamik) von Wäldern ermöglicht eine flexible Anpassung an veränderte Umweltbedingungen wie beispielsweise an den Klimawandel. Solche natur-„gesteuerten“ Wälder haben bessere Chancen, die Baumarten zu „selektieren“, die unter den entsprechenden Bedingungen am besten angepasst sind. Der Erhalt der Fähigkeit zu natürlicher Selbstregulation von Wäldern ist demzufolge nur in großen ungenutzten Schutzgebieten umsetzbar.
Räume für Rückzug und Fortpflanzung von bedrohten Arten

Greenpeace-Forderungen zum Schutz der Buchenwälder
Greenpeace fordert die Deutsche Bundesregierung und die Bundesländer auf: „Urwälder von Morgen“ schaffen! Mindestens fünf Prozent der Wälder – vorrangig Buchenwälder – bis spätestens 2020 aus der forstlichen Nutzung zu nehmen. Dazu werden zehn Prozent der öffentlichen Waldflächen so bereit gestellt, dass alle Waldgesellschaften der mitteleuropäischen Laubwälder geschützt werden können. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz müssen prioritär Schlüsselgebiete für den Buchenwald-Verbund einrichten. In BadenWürttemberg und Rheinland-Pfalz sind nationale Verantwortung und Nachholbedarf am größten! Im Zuge des Buchenwald-Verbunds ist auch ein – gegebenenfalls grenzüberschreitendes – Wildnisgebiet mit einer Größe von mehr als 50.000 Hektar zu suchen. Zur Umsetzung des Buchenwald-Verbundsystems und seinen positiven Wirkungen auf Klima, Biodiversität und Regionalentwicklung sollten der Bund und die Länder bis 2020 jährlich rund 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Für alle Buchenwald-Bestände, die älter als 140 Jahre sind, sollten Bund und Länder ein sofortiges Moratorium für die Holznutzung beschließen. Es soll solange gelten, bis es ein bundesweit abgestimmtes und umgesetztes Verbundkonzept für den Buchenwaldschutz gibt. Alle waldpolitischen Entscheidungen sind zukünftig – vor allem im öffentlichen Wald – auf der Grundlage von Ökologie und Klimaschutz im Sinne der Vorratssteigerung, also der Erhöhung des Holz- und Biomasseanteils in Wäldern, zu treffen. Ökologische Waldnutzung und Wildtiermanagement sollen verbindlich für die öffentlichen Wälder festgeschrieben und durch Dritte kontrolliert werden, etwa durch eine FSC- oder Naturland-Zertifizierung.

Das Überleben vieler Tierarten hängt von der Ungestörtheit ihrer Lebensräume ab. Daher spielen große, nicht durch menschliche Nutzung gestörte Gebiete eine bedeutende Rolle. Mindestgrößen von Arealen für überlebensfähige Populationen können z.B. bei heimischen Specht-Arten bis zu 50.000 ha umfassen. Für große Säugetiere stellen großflächige, ungestörte Wälder wichtige Rückzugs- und Ruhezonen dar. Solche Flächen sind für die Rückwanderung von Wolf, Luchs und Wildkatze möglicherweise von essentieller Bedeutung.
Kohlenstoffspeicherung in „Urwäldern von Morgen“

Nutzungsfreie Waldflächen führen zu einer deutlichen Zunahme der Kohlenstoffvorräte im Baumbestand. Besonders alte, reife Wälder sind effektive Kohlenstoffsenken und können auch im hohen Alter noch CO2 aufnehmen – während junge, bewirtschaftete Wälder nur solange Kohlenstoff speichern, bis die Bäume geerntet werden. Zusätzlich erhöht sich in langfristig ungenutzten Wäldern durch den Wegfall von Forstpflege- und Erntearbeiten die Speicherung von Kohlenstoff im Boden.

Leitsätze und Anforderungen für die Nutzung von Buchenwäldern
Wenn zehn Prozent der Wälder Deutschlands mittelfristig aus der Nutzung genommen und ihren natürlichen Prozessen überlassen werden, dann verbleiben 90 Prozent für eine nach ökologischen Grundsätzen ausgerichtete Waldbewirtschaftung. Dabei sollten sich die Wirtschaftswälder an den Naturwäldern orientieren. Ziel muss es sein, die Vielfalt der Buchenwälder in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zu erhalten, auszuweiten und die Umwandlung von naturfernen Nadelholzbeständen in laubwalddominierte Mischwälder mit hohen Buchen-Anteilen zu fördern. Als Mindeststandards für die Bewirtschaftung sollen dabei die Grundsätze des Forest Stewardship Council (FSC) gelten.

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Die Verantwortung der einzelnen Bundesländer für den Buchenwaldschutz in 75 Handlungsräumen

Naturnahe Wälder speichern mehr Kohlenstoff in Biomasse und Boden als Wirtschaftswälder

Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie „Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen“ macht einen ersten konkreten Vorschlag für ein Buchenwald-Verbundsystem und benennt 75 Gebiete in verschiedenen Bundesländern.

Großgebiete. 13 der definierten 34 prioritären Handlungsräume mit Funktion „Schlüsselgebiet“ (nutzungsfrei) verfügen aktuell bereits über Schutzkategorien wie Nationalpark oder Biosphärenreservat mit Natur- und Kernzonen. In insgesamt 10 Gebieten wird die Einrichtung von neuen Buchenwald-Nationalparken nach IUCN-Kriterien vorgeschlagen. Sowohl für nutzungsfreie Großschutzgebiete als auch für WaldKorridore, Trittsteine und den Waldumbau tragen die Bundesländer eine besondere Verantwortung, da die politischen Entscheidungen dafür auf Landesebene erfolgen müssen. Greenpeace fordert die jeweiligen Bundesländer auf, zügig die Grundlagen für die Ausweisung der Nationalparke zu schaffen und dabei mit allen relevanten gesellschaftlichen Organisationen zusammenzuarbeiten.

Die unterschiedlichen Funktionen der 75 Gebiete machen unterschiedliche Maßnahmen nötig, die getroffen werden sollten, um den Buchenwäldern in Deutschland den notwendigen Schutz zukommen zu lassen. Die folgende Tabelle benennt die Schwerpunkte der Maßnahmen (z.B. „Schlüsselgebiet – natürliche Entwicklung“ oder „Waldumbau“) für alle 75 Gebiete nach Bundesländern sortiert in alphabetischer Reihenfolge. Den Kern des Buchenwald-Verbundes bilden die nutzungsfreien

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Baden-Württemberg
Das Bundesland liegt im Zentrum des mitteleuropäischen Buchenwald-Verbreitungsareals mit dem größten zusammenhängenden Waldkomplex Deutschlands im „Schwarzwald“. Die Ausweisung einer Teilfläche als Nationalpark wäre dringend zu empfehlen. Außerdem ist der Umbau naturferner Fichten-Reinbestände in einigen Handlungsräumen zu forcieren. Die aktuelle Buchenwaldfläche des Landes umfasst insgesamt 271.913 ha (= 20,5 % der gesamten Waldfläche des Bundeslandes).
Nationalparkvorschlag: Schwarzwald

sowie mit dem Alpen-Nationalpark bei Berchtesgaden verfügt das Land über zwei wichtige Kernflächenbereiche. Eine Arrondierung der Nationalparkfläche im Bayerischen Wald wäre zu empfehlen. Potenziale für weitere große nutzungsfreie Schlüsselflächen sind im „Spessart“, im „Steigerwald“ und in den „Bayerischen Alpen“ vorhanden und sollten zeitnah als Nationalparke geschützt werden.
Nationalparkvorschlag: Bayerische Alpen (Ammergebirge)

Das Ammergebirge ist eine weitgehend bewaldete Bergkette mit hochmontanen/subalpinen Bergmischwäldern aus Tanne, Buche, Fichte und Bergahorn sowie Schneeheide-Kiefernwäldern. Eine örtliche Nationalpark-Initiative gibt es bereits seit 2006.
Nationalparkvorschlag: Spessart

Der Schwarzwald ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Mittelgebirge und der größte geschlossene Waldkomplex in Baden-Württemberg mit montanen Fichten-Tannen-Buchenwäldern auf Buntsandstein. Ein Nationalpark-Vorschlag liegt bereits vor.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

Im Spessart findet man große Laubwald-Gebiete, unzerschnittene Kernflächen und Flächen mit sehr alten Buchen. Im Naturwaldreservat „Rohrberg“ kommen Urwaldrelikt-Arten vor und ca. ein Drittel der Laubbäume sind älter als 140 Jahre.
Nationalparkvorschlag: Steigerwald

insgesamt: 29.440 ha davon Nationalpark-Suchraum „Nordschwarzwald“: 16.500 ha 2 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 12.940 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 18.700 Teilfläche nicht quantifiziert 118.700 61.900 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Trittstein Korridor, Waldumbau Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Korridor

Der nördliche Steigerwald besteht zum großen Teil aus altholzreichen Laubwäldern, in denen Hainsimsen-Buchenwälder neben Perlgras- bzw. Waldmeister-Buchenwäldern und Labkraut-EichenHainbuchenwäldern vorherrschen. Nationalpark-Initiativen mit konkreten Konzepten existieren bereits.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

59. 61. 69. 71.

Strom- und Heuchelberg BuntsandsteinOdenwald Schwäbisch-Fränkische Waldberge Vorberge/Randhöhen der Mittleren Kuppenalb Schönbuch/Rammert/ Glemswald Randhöhen der Südwestalb Schwarzwald

insgesamt: 62.250 ha davon Nationalpark-Suchraum „Ammergebirge“: 30.000 ha Nationalpark-Suchraum „Spessart“: 15.000 ha Nationalpark-Suchraum „Steigerwald“: 11.000 ha 2 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 6.250 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 189.000 34.400 29.400 119.600 84.600 230.200 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Klosterkuppel), Korridor Trittstein, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Korridor Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Nordsteigerwald), Korridor Korridor Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichten- und Kiefernbestände) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark), Nationalpark-Suchraum (Ammergebirge) und Korridor

72. 73. 74.

30.200 11.700 461.100

Trittstein Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Schlüsselgebiet – NationalparkSuchraum (Nordschwarzwald), Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände)

60. 62. 63. 64. 65. 66.

BuntsandsteinSpessart Hohe Rhön Hassberge Steigerwald Nördliche Kuppenalb/ Vilsplatten Frankenwald/Fichtelgebirge/Oberpfälzer Wald Hinterer Bayerischer Wald Frankenhöhe Riesalb Bayerische Alpen

Summe:

702.300 ha

Bayern
Bayern nimmt als Bundesland den größten Anteil am deutschen Buchenwald-Areal ein. Mit 296.420 ha beherbergt es den größten rezenten Buchenwaldbestand innerhalb Deutschlands. Die Komplexe des „Oberpfälzisch-Bayerischen Waldes“ und die bayerische Randalpenkette bilden wichtige „Korridore“ im Buchenwald-Verbundsystem. Die dortigen naturfernen Fichtenbestände sind sukzessive umzubauen. Für Waldflächen auf potenziellen Buchenwaldstandorten im Alpenvorland ist ein gesondertes Schutz- und Bewirtschaftungskonzept zu entwickeln. Mit dem ältesten deutschen Nationalpark „Bayerischer Wald“
67.

102.900

68. 70. 75.

57.600 46.700 297.500

Summe:

1.191.900 ha

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Brandenburg
Brandenburg liegt im nordöstlichen deutschen Buchenwald-Teilareal („Baltischer Buchenwald“), das dort seine südliche Grenze erreicht. Es dominieren artenarme, planare Traubeneichen-Buchenwälder. Der aktuelle brandenburgische Buchenbestand umfasst rund 29.000 ha (= 3 % der Waldfläche des Bundeslandes). Der Grumsiner Wald im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist Bestandteil der UNESCO-Welterbe-Nominierung „Alte Buchenwälder“. Zusammen mit dem Naturschutzgebiet „Poratzer Moränenlandschaft“ beherbergt es europaweit die größten zusammenhängenden Tiefland-Buchenwälder. Das Gebiet um den Stechlinsee wird als Nationalpark empfohlen. Der Umbau naturferner Kiefernforstbestände ist zu forcieren.
Nationalparkvorschlag: Stechlinsee-Gebiet Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

insgesamt: 24.220 ha davon Nationalpark-Suchraum „Taunus/ Rheingaugebirge“: 10.000 ha 7 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 14.220 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 23.900 Teilfläche nicht quantifiziert 29.200 34.800 30.700 39.200 49.700 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum, Korridor Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Trittstein, Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Waldumbau Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Trittstein Korridor Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Rheingaugebirge) Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichten- und Kiefernbestände)

20. 21. 34. 35. 36. 37. 39.

Hoher MeißnerKaufunger Wald Solling/Bramwald/ Reinhardswald Waldecker Wald Kellerwald Oberwald Hinterländer Ederbergland Lahn-Dill-Bergland

Mit einer maximalen Tiefe von knapp 70 Meter ist der Stechlinsee der tiefste See Brandenburgs und kulturell durch den Roman von Theodor Fontane berühmt geworden. Im Komplex dieser Moorund Seenlandschaft finden sich Altholzbestände, die nur wenig oder gar nicht genutzt werden. Es handelt sich um die Südausläufer der „Baltischen Buchenwälder“ mit Drahtschmielen- und Blaubeer-Buchenwäldern. 9.500 ha sind bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

40. 41. 52. 61.

Dill-Westerwald Östlicher Hintertaunus Taunus BuntsandsteinOdenwald Summe:

13.700 52.000 125.000 153.000 551.200 ha

insgesamt: 10.000 ha davon Nationalpark-Suchraum „Stechlinseegebiet“: 10.000 ha Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: Bedarf nicht quantifiziert, Potenzial ist durch bereits bestehende Schutzausweisungen ausgeschöpft.
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) Teilfläche nicht quantifiziert 120.800 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Stechlinsee) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Biosphärenreservat), Waldumbau (Reduktion der Kiefernbestände) Trittstein

Mecklenburg-Vorpommern
Das Bundesland umschließt den nordöstlichen, durch TieflandBuchenwälder geprägten Teil des deutschen Buchenwald-Areals mit nordmitteleuropäischen Waldmeister-/Flattergras- und Traubeneichen-Buchenwäldern sowie nordsubatlantischen OrchideenBuchenwäldern auf Kreidekalk als Besonderheit. Der rezente Buchenbestand umfasst 58.761 ha (= 11,6 % der Waldfläche des Bundeslandes). Größere Buchenwaldkomplexe sind bereits in mehreren Nationalparken geschützt (Jasmund, Vorpommersche Boddenlandschaft, Müritz-Teilfläche Serrahn). Die Fläche Serrahn und der Nationalpark Jasmund sind Bestandteil der UNESCOWelterbe-Nominierung „Alte Buchenwälder Deutschlands“. Der Umbau von Kiefernbeständen auf potenziellen Buchenwald-Standorten ist zu forcieren.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“ insgesamt: Bedarf nicht quantifiziert, durch bereits ausgewiesene Großschutzgebiete ist das Potenzial weitgehend ausgeschöpft. Ein denkbarer Suchraum befindet sich noch im Gebiet „Grenzheide/ Gottesheide“ (Flächenpotenzial > 600 – 3.000 ha).
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 3.000 4.200 7.300 165.700 72.600 252.800 ha Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Trittstein Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Trittstein und Waldumbau

4. 6.

Neustrelitzer Kleinseenland Schorfheide

7.

Lieberoser Hochfläche Summe:

47.800 168.600 ha

Hessen
Hessen liegt im zentralen Bereich des deutschen Buchenwald-Areals und hat daher auch zentrale Bedeutung für den Aufbau des Verbundsystems. Artenarme (submontane) Hainsimsen-Buchenwälder überwiegen. Hessens Buchenwälder umfassen 247.441 ha (= 29,8 % der Waldfläche des Bundeslandes). Die großen zusammenhängenden Laubwaldgebiete im nordwesthessischen Bergland haben eine wichtige Bedeutung als „Korridor“. Eine wichtige Kernfläche ist der bestehende Nationalpark „Kellerwald-Edersee“, der im nördlich angrenzenden Bereich erweitert werden sollte. Er ist Bestandteil der UNESCO-Welterbe-Nominierung „Alte Buchenwälder“. Das Gebiet „Taunus/ Rheingaugebirge“ wäre aufgrund seiner günstigen Waldausstattung für die Einrichtung eines zweiten Nationalparks prädestiniert. Große Buchenwaldkomplexe sind für die Ausweisung kleinerer Schutzflächen u. a. im Reinhardswald, im Oberwald (Vogelsberg) und im Lahn-Dill-Bergland geeignet.
Nationalparkvorschlag: Taunus (Rheingaugebirge)

1. 2. 3. 4. 5.

Jasmund Darßwald Nordvorpomm. Waldlandschaft Neustrelitzer Kleinseenland Wittstock-Ruppiner Heide Summe:

Der Taunus ist der größte unzerschnittene submontane Laub-/ Buchenwald-Komplex im westdeutschen Mittelgebirge. Vorherrschend sind Hainsimsen-Buchenwälder. Ein Schutzkonzept des BUND aus dem Jahr 1989 liegt bereits vor.

11

Der Schwarzspecht bevorzugt ältere, große, dicke Buchen, um dort seine Bruthöhlen zu bauen.

Niedersachsen
Bezogen auf den Wald gliedert sich das Bundesland in zwei Teile: Im Norden in einen waldarmen Teil im Bereich der nordwestdeutschen Tiefebene (Verbreitungsschwerpunkt des DrahtschmielenEichen-Buchenwalds) sowie in einen Mittelgebirgsteil, mit kollin-submontanen, überwiegend artenreichen Buchenwäldern. Mehrere Gebiete eignen sich für große Schutzflächen mit natürlicher Waldentwicklung. Im Bereich „Solling“ wird die Ausweisung eines Nationalparks empfohlen. Für die Defiziträume im norddeutschen Tiefland sind spezielle Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte zu entwickeln und Maßnahmen zum Waldumbau einzuleiten.
Nationalparkvorschlag: Solling (gegebenenfalls länderübergreifend mit Reinhardswald/Hessen)
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) Teilfläche nicht quantifiziert 22.700 86.100 18.500 61.800 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark), Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Solling), Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Trittstein Korridor Trittstein, Waldumbau (Reduktion der Kiefernbestände)

11.

Harz

19. 21. 23. 24.

Göttingen-Northeimer Wald Solling/Bramwald/ Reinhardswald Blomberger/Schwalenberger Höhen Süntel/Deister/ Kalenberger Land (mit Ith-Hils-Bergland) Östliches Wiehengebirge Elm/Asse/Oderwald

Hier handelt es sich um einen großen, geschlossenen Komplex mit kollin-submontanen Hainsimsen-Buchenwäldern. In den höheren Lagen dominiert die Fichte mit einem starken Anteil. Im Reinhardswald gibt es einen bedeutenden Hutewaldbestand, der zurzeit auch als Naturpark im Gespräch ist. Die Nationalpark-Ausweisung sollte im Kerngebiet Solling erfolgen mit Erweiterungsmöglichkeit im Reinhardswald.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

25. 26.

11.300 13.800

27. 29.

Osnabrücker Osning Wilseder Berg Summe:

15.200 22.700 252.100 ha

insgesamt: 27.575 ha davon Nationalpark-Suchraum „Solling“: 7.000 ha 6 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 20.575 ha

12

Nordrhein-Westfalen
Die waldreichen Mittelgebirge des Bundeslandes (Rothaargebirge, Sauerland) bilden zusammen mit den Ländern Hessen, RheinlandPfalz und Baden-Württemberg den zentralen Kern des deutschen Buchenwald-Verbreitungsareals und haben daher eine große Bedeutung für den Aufbau eines Buchenwald-Verbundsystems. Die Buchenwälder Nordrhein-Westfalens umfassen eine Fläche von 151.678 ha (= 17,7 % der Gesamtwaldfläche). Ein größerer Buchenwald-Komplex ist im Nationalpark „Eifel“ geschützt. Ein weiterer Nationalpark im Bereich „Teutoburger Wald/ Egge“ ist realisierbar. Im „Siebengebirge“ wird die Ausweisung einer großen nutzungsfreien Waldfläche empfohlen.
Nationalparkvorschalg: Teutoburger Wald/ Egge (Senne)

Der Truppenübungsplatz Senne wird noch bis 2020 militärisch genutzt. Das angrenzende Wald-Naturschutzgebiet Egge-Nord ist ein bedeutender Biotopkomplex aus Wäldern, Heiden und Mooren. Im angrenzenden Naturpark Teutoburger Wald/ Eggegebirge sind Waldmeister- bzw. Perlgras-Buchenwälder vorherrschend. Die Einrichtung eines Nationalparks wird vom Land Nordrhein-Westfalen befürwortet. Buchenwald-Teilflächen im Naturpark sollten als „Prozessschutzflächen“ umgehend gesichert werden. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung sollte die Komplett-Ausweisung erfolgen.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

Totes Holz ist lebendiger Wald: Viele Käfer, Pilze oder Moose leben nur im zerfallenden Hol

insgesamt: 41.170 ha davon Nationalpark-Suchraum „Teutoburger Wald/ Egge (Senne)“: 20.000 ha 5 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 21.170 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 27.700 23.300 106.200 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum (Senne/ Egge-Nord) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Trittstein Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Korridor Trittstein

Rheinland-Pfalz
Zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Hessen bilden die Buchenwälder des Bundeslandes Rheinland-Pfalz das Herzstück des deutschen Buchen-Verbreitungsareals. Dominant sind Hainsimsen-Buchenwälder. Der Buchenwald-Anteil von Rheinland-Pfalz umfasst insgesamt 168.839 ha (= 20,9 % der Gesamtwaldfläche des Landes). Im größten zusammenhängenden Waldkomplex „Pfälzer Wald“ wird die Einrichtung eines Nationalparks vorgeschlagen. Potenziale für große nutzungsfreie Schutzflächen befinden sich außerdem im „Montabaurer (Rhein-) Westerwald“ sowie im „Soonwald“.
Nationalparkvorschlag: Pfälzer Wald

28. 33. 38.

Teutoburger Wald/ Egge Arnsberger Wald Rothaargebirge

40. 42.

Dill-Westerwald Montabaurer (Rhein-) Westerwald/Siebengebirge Klever Reichswald/ Niederrheinische Höhen Nördliche Rureifel

Teilfläche nicht quantifiziert Teilfläche nicht quantifiziert 5.100

43.

Der Pfälzer Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Man findet dort Hainsimsen-Buchenwälder auf Buntsandstein mit starkem Kiefernanteil. Ein Konzeptvorschlag für den Nationalpark muss noch erarbeitet werden. Das Kerngebiet sollte die bestehende Biosphärenreservat-Kernzone „Wieslauter“ einbinden. Dort befinden sich ökologisch wertvolle Laubholzbestände mit hohem Totholzanteil. Luchs und Wildkatze haben hier einen optimalen Lebensraum.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

44.

31.700

Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark)

Summe:

194.000 ha

insgesamt: 26.550 ha davon

13

lz

Nationalpark-Suchraum „Pfälzer Wald“: 10.000 ha 3 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 16.550 ha
Nr. 42. 45. 46. 47. 48. 49. 50. 51. 56. 57. Handlungsräume Montabaurer (Rhein-) Westerwald Schneifel/Grenzwaldrücken Kyllburger Waldeifel Südliche Ahreifel Moselhunsrück Hoch- und Idarwald Soonwald Baumholder Hochland Donnersberg Pfälzer Wald/Dahner Felsenland Bienwald Summe: Gesamtfläche (ha) 71.700 14.600 34.000 19.300 43.700 41.700 28.600 25.500 23.600 160.800 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Korridor, Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung Trittstein Trittstein Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Korridor Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung, Waldumbau Trittstein Trittstein Schlüsselgebiet – NationalparkSuchraum (Pfälzer Wald), Korridor, Waldumbau Trittstein, Waldumbau (Reduktion der Kiefernbestände) 53. 54. 55. Warndt Saarkohlenwald Kirkeler Wald Summe:

Zurückkehrende Arten wie die Wildkatze brauchen große störungsfreie Gebiete

Saarland
Die rezenten Buchenwälder des Saarlandes umfassen lediglich eine Fläche von 16.722 ha. Kerngebiet ist der „Saarkohlenwald“, in dem eine über 1.000 ha große, nutzungsfreie Schutzfläche ausgewiesen wurde.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“ – insge-

samt: Bedarf nicht quantifiziert, Flächenpotenzial ist limitiert.
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 11.000 5.000 6.500 22.500 ha Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Trittstein Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (NSG Steinbachtal), Trittstein Trittstein

58.

16.300 479.800 ha

14

Sachsen
In Sachsen sind größere Buchenwald-Gebiete im Wesentlichen auf den markanten Gebirgszug des Erzgebirges beschränkt, der zugleich eine wichtige „Korridor“-Funktion erfüllt. Die Buchenwaldfläche im Land Sachsen umfasst nur 16.230 ha. Mit dem Nationalpark „Sächsische Schweiz“ verfügt das Land bereits über eine größere Fläche, die der natürlichen Waldentwicklung dient. Schwerpunkt im Erzgebirgskorridor ist der Waldumbau.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

Nr.

Handlungsräume

Gesamtfläche (ha) 7.800 4.000 10.900 22.700 ha

Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Trittstein Trittstein, Waldumbau Trittstein

30. 31. 32.

Sachsenwald Segeberger Forst Aukrug Summe:

insgesamt: Bedarf nicht quantifiziert, Flächenpotenzial ist limitiert.
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 38.400 136.800 35.600 210.800 ha Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände) Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände)

8. 9. 10.

Sächsische Schweiz Erzgebirge Vogtland Summe:

Thüringen
Thüringen liegt im Bereich des östlichen innerdeutschen (kollinsubmontanen) Buchenwaldareals. Im Thüringer Becken wurden die Laubwälder bis auf einzelne isolierte Reste durch die landwirtschaftliche Nutzung großflächig zurückgedrängt. Insgesamt umfasst die Buchenwaldfläche aktuell noch 98.417 ha (= 19,5 % der gesamten Waldfläche des Bundeslandes). Neben dem bestehenden Nationalpark „Hainich“ sind im Gebiet „Hohe Schrecke“ und im „Thüringer Wald“ Potenziale für große, natürliche Waldentwicklungsflächen vorhanden. Im „Thüringer Wald“ besteht gleichzeitig Handlungsbedarf für die notwendigen Maßnahmen zum Waldumbau. Teile des Hainich-Nationalparks sind Bestandteil der UNESCO-Welterbe-Nominierung „Alte Buchenwälder“. Nationalparkvorschlag: Thüringer Wald Der Thüringer Wald beherbergt größere zusammenhängende, montane Buchen- und Buchenmischwälder mit Weißtanne. Die Nationalpark-Ausweisung wird vom Land Thüringen aktiv unterstützt und ist im Koalitionsvertrag verankert.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt zählt zusammen mit Schleswig-Holstein zu den waldärmsten Bundesländern überhaupt. Der aktuelle Buchenwaldbestand in Sachsen-Anhalt umfasst 30.170 ha bzw. lediglich 6,3 % der Waldfläche des Bundeslandes. Neben dem ausgewiesenen Nationalpark „Harz“ konzentrieren sich größere Laubwaldkomplexe im Süd- und Ostharz. In den Gebieten „Bode- und Selketal“ bestehen Potenziale für größere nutzungsfreie Schutzflächen.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“

insgesamt: 10.290 ha davon 2 Suchräume für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 10.290 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 226.000 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark), Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände)

insgesamt: 22.700 ha davon Nationalpark-Suchraum „Thüringer Wald“: 17.000 ha 1 Suchraum für Schlüsselgebiete > 1.000 – 5.000 ha: 5.700 ha
Nr. Handlungsräume Gesamtfläche (ha) 8.100 24.600 6.000 7.600 2.300 1.700 14.900 Verbundfunktion/ Handlungsschwerpunkt(e) Trittstein Korridor Trittstein, Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung Trittstein Trittstein Trittstein Schlüsselgebiet – Natürliche Entwicklung (Nationalpark) Schlüsselgebiet – Nationalpark-Suchraum, Korridor, Waldumbau (Reduktion der Fichtenbestände)

11.

Harz

Summe:

226.000 ha

12 13

Kyffhäuser Dün/Hainleite Hohe Schrecke/Finne Ohmgebirge/Bleicheröder Fahrnersche Höhe Ettersberg Hainich

Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein beherbergt Teile des südskandinavisch-nordmitteleuropäischen Buchenwaldareals mit planaren (kollinen) Waldmeister- und Flattergras-Buchenwäldern. Der rezente Buchenwaldanteil des Landes umfasst jedoch nur 29.329 ha (= 18,6 % der Gesamtwaldfläche). Kleinere Waldreste erfüllen in dem ansonsten recht waldarmen Bundesland wichtige „Trittstein“-Funktionen, die durch gesonderte Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte abzusichern sind.
Potenziale für Schlüsselgebiete „Natürliche Entwicklung“ – insge-

14 15 16 17 18

22

Thüringer Wald

131.200

samt: Bedarf nicht quantifiziert, Flächenpotenzial ist limitiert.

Summe:

196.400 ha

15

Handlungsräume im nationalen Buchenwald-Verbundsystem
WÄLDER Laubwald Mischwald Nadelwald

D Ä N E M A R K

BESTEHENDE SCHUTZGEBIETE Nationalpark Biosphärenreservat Nationalpark und Biosphärenreservat HANDLUNGSRÄUME SCHLÜSSELGEBIETE (NATÜRLICHE ENTWICKLUNG) bestehend werden gefordert KORRIDORE 0 50 100 km 32 2

O s t s e e

1

Kiel

3

N o r d s e e
31

Hamburg
30

Schwerin

Bremen

29 5

4

6

NIEDERLANDE
25 27 23 43 24

Berlin Potsdam Hannover
26

HANDLUNGSRÄUME 1 Jasmund 2 Darßwald 3 Nordvorpommersche Waldlandschaft 4 Neustrelitzer Kleinseenland 5 Wittstock-Ruppiner Heide 6 Schorfheide 7 Lieberoser Hochfläche 8 Sächsische Schweiz 9 Erzgebirge 10 Vogtland 11 Harz 12 Kyffhäuser 13 Dün/Hainleite 14 Hohe Schrecke/Finne 15 Ohmgebirge/Bleicheröder Berge 16 Fahrnersche Höhe 17 Ettersberg 18 Hainich 19 Göttingen-Northeimer Wald 20 Hoher Meißner/Kaufunger Wald 21 Solling/Bramwald/Reinhardswald 22 Thüringer Wald 23 Blomberger/Schwalenberger Höhen 24 Süntel/Deister/Kalenberger Land 25 Östliches Wiehengebirge 26 Elm/Asse/Oderwald 27 Osnabrücker Osning 28 Teutoburger Wald/Egge 29 Wilseder Berg 30 Sachsenwald 31 Segeberger Forst 32 Aukrug

P O L E N
Magdeburg
7

28 33 21 34 20 38 39 44 40 47 42 37 35 18 19 15 13

11

Düsseldorf

12 14 17

16

Dresden
8 9 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 Arnsberger Wald Waldecker Wald Kellerwald Oberwald Hinterländer Ederbergland Rothaargebirge Lahn-Dill-Bergland Dill-Westerwald Östlicher Hintertaunus Prag Montabaurer (Rhein-) Westerwald Klever Reichswald/Niederrheinische Höhen Nördliche Rureifel Schneifel/Grenzwaldrücken Kyllburger Waldeifel Südliche Ahreifel Moselhunsrück Hoch- und Idarwald Soonwald Baumholder Hochland Taunus Warndt Saarkohlenwald Kirkeler Wald Donnersberg Pfälzer Wald/Dahner Felsenland Bienwald Strom- und Heuchelberg Buntsandstein-Spessart Buntsandstein-Odenwald Hohe Rhön Hassberge Steigerwald Nördl. Kuppenalb/Vilsplatten Frankenwald/Fichtelgebirge/Oberpfälzerwald Hinterer Bayerischer Wald Frankenhöhe Schwäbisch-Fränkische Waldberge Riesalb Vorberge/Randhöhen der Mittleren Kuppenalb Schönbuch/Rammert/ Glemswald Randhöhen der Südwestalb Schwarzwald Bayerische Alpen

Erfurt

36 22 10 9

9

BEL.
45 46

41 52

62

48 50

Wiesbaden Mainz

60

63 66 64

66 66

LUX.

49 51 56 61

T S C H E C H I E N

Saarbrücken
53 54 55

57 68 58 59 69

65

66

67

Stuttgart

44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69

F R A N K R E I C H

72 71

70

74

73

München

75 75 75 75

70 71 72

S C H W E I Z
Greenpeace-Karte auf Grundlage von Karten des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Stand: 4/2011 © Greenpeace, Kartographie: Klaus Kühner, huettenwerke.de

Ö S T E R R E I C H

73 74 75

Greenpeace ist eine internationale Umweltorganisation, die mit gewaltfreien Aktionen für den Schutz der Lebensgrundlagen kämpft. Unser Ziel ist es, Umweltzerstörung zu verhindern, Verhaltensweisen zu ändern und Lösungen durchzusetzen. Greenpeace ist überparteilich und völlig unabhängig von Politik, Parteien und Industrie. Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland spenden an Greenpeace und gewährleisten damit unsere tägliche Arbeit zum Schutz der Umwelt.

Kein Geld von Industrie und Staat

S 155 1

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