HARMONIE PROPORTION

und in Architektur und Musik

Vertiefungsarbeit Miriam Döhner

01

Einleitung Harmonie
Definition Harmonik Wahrnehmung Harmonieempfinden - Hören und Sehen Wahrnehmungsgegenstände Wahrnehmungsvorgänge Wie hören wir? Wie sehen wir? Was ist schön? Was geschieht im Gehirn? Körperliche Auswirkungen unserer Wahrnehmungen Lebensfeindlich: Überfluss und Unterernährung

Inhalt

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Musik

Die Macht der Musik Einfluss der Musik auf den Charakter Elemente der Musik Pythagoras am Monochord

18 19 20 21

Sphärenharmonie Schwingungsverhältnisse der Obertonreihe Tonsysteme Harmonielehre

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Proportion

Definition Der Goldene Schnitt Harmonische Proportionen Proportion in der Architektur Proportionen in belebter und unbelebter Natur Proportionen des Menschen

Anwendung für Innenarchitekten
Layout Harmonische Serien Formgebung

Literaturverzeichnis Danksagung
Inhalt

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Fragen faszinieren die Menschen. die die Verbindung von Raum und musikalischer Harmonie verdeutlichen. die es wert ist.. Galileo Galilei „. betreffen jeden persönlich. ob er dieses Harmoniegesetz anwenden will oder ob er darauf verzichten kann. Die Freiheit der Entscheidung. kann der Blick und das Gehör sensibilisiert werden für die Proportionen. sondern nur Fragen aufwerfen und Angebote zu deren Beantwortung machen. je nachdem wie stark sein Gefühl in Fragen der Harmonie entwickelt ist. Der Versuch sich auf eine Antwort festzulegen jedoch frustriert den. S. Die Besucher der Ausstellung „Organische Architektur“ und die Leser meiner Vertiefungsarbeit.. bequeme Schulregeln aufzustellen oder Rezepte zu vermitteln. Durch die Versuchsstation am Monochord und Schaubilder. Der Schaffende kann dann. Als Studentin der Innenarchitektur kann ich kein Lehrbuch schreiben. dem eigenen Interesse folgend die Welt der Harmonie der Proportionen kennenzulernen. die wir in unserer natürlichen und gebauten Umwelt immer wieder finden und harmonisch empfinden. Es sollen damit vielmehr Anregungen zu eigenen Versuchen und Untersuchungen gegeben werden. ist allen Zeiten und Richtungen gemeinsam und keineswegs etwas Neues. denn was hier erklärt wird. bleibt dem Leser. Sich – Fragen – Stellen. der das Dogma scheut. die gedankenlos übernommen werden können. Der Goldene Schnitt. sollen die Möglichkeit haben. daß er es kennt. der Auswahl oder Ablehnung.“ [Otto Hagenmaier. Menschen sind nicht interessiert an ewigen Antworten und feststehenden Wahrheiten. Eine „interessante Frage“. gilt mehr als eine „langweilige Antwort“. als ewig über die großen Fragen zu debattieren und überhaupt nichts zu entdecken. auch wenn sie nicht besonders bedeutend wäre. das Nachdenken.. selbst entscheiden. Fragen und Antworten 01 .Es ist daher keineswegs die Absicht des Verfassers.8] Das Stellen von großen Fragen und das Suchen nach ihren Antworten ist spannend und inspierierend. Auf jeden Fall ist aber für iihn wichtig.Fragen und Antworten Ich würde lieber eine einzige Tatsache entdecken. gestellt zu werden..

Was ist harmonisch? Sinneseindrücke. Die Werbung verkauft uns unter dem Etikett der Wellnesskultur eine umfassende Harmonisierung von Körper und Seele.") und gleichzeitig ein innerer Zustand des Glücks.B. Harmonie 02 . im alltäglichen Sprachgebrauch der Begriff der Harmonie auf sehr unterschiedliche Art und Weise verwendet wird. Welche sind das? Harmonie ist ein Zustand der Umwelt. wohingegen in zwischenmenschlichen Beziehungen der Begriff “Harmonische Partnerschaft” die Runde macht. die eine wohltuende Wirkung auf die menschliche Seele haben. der beim Menschen positive Emotionen hervorruft ("Alles befand sich in kompletter Harmonie. eine Harmonisierung der Studiengänge angestrebt. An der Hochschule wird z.

Cliff Burton war nicht nur ein Top-Bassist.. in der Sie neue Energie schöpfen... . . Und das alles in einer Atmosphäre der Geborgenheit und menschlichen Wärme.... wenn nicht im Hause Gottes? . verschmutzten und zunehmend zerstörten Welt. Wo soll denn der moderne Mensch noch Harmonie empfinden in dieser geplagten.. . in Ihren Wohnräumen eine Atmosphäre zu schaffen. . Frieden und Harmonie empfinden.. ..... . loslassen. . Harmonie empfinden und sich rundum wohl fühlen können...Werbeworte: Harmonie kann vieles bedeuten.. auch sein Harmonie-Empfinden im Songwriting zeichnete Metallica aus.... Harmonie 02 .total entspannen.

sich in der Verbindung jedoch ergänzende Elemente eint. beschreibt die Qualität Ganzen. ob in der Musik oder im Design: Harmonie ist die Grundlage jeder ausgewogenen Komposition.Das Wort Harmonie. das verschiedene. oft kontrastierende. abgeleitet aus dem griechischen harmos = verbinden. 02 . Die tiefe innere Gemeinsamkeit Was ist Harmonie? Harmonie ist die Kunst Unterschiedliches oder Entgegengesetztes in Einklang zu bringen. Ob Töne und Klänge oder Farben und Formen.

Dies wird von einer wahrnehmenden Instanz als angenehm. Die gemeinsame Verwendung und die Beschränkung ruft bezogen auf die gesamte Erscheinung ein Gefühl von entwickelter und ausgeglichener Einfachheit hervor. 02 .Harmonie ist eine im Verborgenen bzw. in tieferliegenden aufbauenden Strukturen feststellbare Übereinstimmung. Daher ist Harmonie auch Abwesenheit (innerer) Konflikte. schön empfunden. ästhetisch. die indirekt “von aussen” in weiten Bereichen erfahrbar wird.

Der Suche nach Harmonien in räumlichen und Zahlenverhältnissen . die bereits antike Denker zu Erkenntnissen führte. Inspiriert wurde dieses Institut durch die Forschungen von Hans Kayser. Harmonik und Harmonik Harmonie 03 .Harmonik in der Harmonielehre ist einer der Parameter der Musik und umfasst alle stilistischen Formen des Zusammenklangs von Musik. Johannes Kepler entdeckte durch sie die Planetengesetze. der die Lehren von Pythagoras aufgriff und in moderner Form ausarbeitete. beginnend bei der frühen Mehrstimmigkeit des Mittelalters bis hin zu Klangstrukturen der Avantgarde. Der Lehrgang dient der ergänzenden Ausbildung neben oder nach einem ordentlichen Universitätsstudium.ebenfalls Harmonik genannt -. Harmonikale Forschung als Universitätslehrgang ist weltweit ausschließlich an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien eingerichtet.

das den den du möchtest. sollte die gleiche Harmonie zeigen. Du materiellen Existenz ist und die Tatsache. mit anderen Worten. harmonische oder unharmonische Akkorde. möchtest in ihnen einen Ton erzeugen und daß der Mensch sich seines geistigen sie schwingen mit. der die Miniatur des Universums ist. Was meine ich mit dieser Dichte? Da gibt es einen Fels. freie Bewegung. So ist es auch mit der menscher ist in Beschränkungen aufgespalten. sie machen deine Musik Wesens nicht bewusst ist vollständig. Dies verhindert jenes freie Fliessen und die Schönheit wird aus Harmonie geboren. seine Freude oder sein Unwohlsein . oder der Draht wird auf den Ton antworten. Musik ist die Miniatur der großen Harmonie des Universums. Sie werden fragen: 'Was ist es.alle zeigen die Musik oder den Mangel an Musik in seinem Leben an. und sich selber auf nanz.Hazrat Inayat Khan in 'Die Sufi Botschaft' Charakter des Lebens sind. doch die Saite stimmen. welche die Natur und der Was ist Harmonie? Harmonie ist die richtige Proportion. die auf Klang antworten. ist das wirkliche Ziel des Lebens. In seinem Puls. die Harmonie dieser vollkommenen Musik zu einen Klang zu erzeugen. im Schlagen seines Herzens und in seinen eigenen Schwingungen zeigt er Rhythmus und Ton. Die Antwort ist. weil die Harmonie des Universums in sich Musik ist. der richtige Rhythmus. und sie Menschen von diesem Ziel fernhält?' antworten. Harmonie 03 . Du zupfst sie. und der Mensch. Seine Gesundheit oder Krankheit. Und was ist Leben? Das Leben ist das Resultat von Harmonie. er antwortet nicht auf deinen Wunsch. Er gibt keine ResoAspekten ist eine Musik. lichen Natur. und du möchtest einen Das Leben als Ganzes in all seinen Ton daraus erzeugen. daß es die Dichte dieser Es gibt Körper.

Die Sinne Warum informiere ich über Ohr und Auge in Aufbau und Funktion. sowie die Sinne und deren Funktionsweise untersuchen. Harmonie 04 .und wo diese entsteht. verschiedene Sinneseindrücke und deren Wirkung auf Menschen. um zu erfahren. die wir über verschiedene Sinnesorgane aufnehmen und für schön befinden bestehen offensichtliche Zusammenhänge: Sehr wahrscheinlich folgt unser Empfinden für Schönheit den einfachen Gesetzen der Proportion. warum ausgerechnet diese Proportionen eine positive Reaktion hervorrufen . Um diesen Beobachtungen und Vermutungen nachzugehen. muss ich Proportionsgesetze. sowie über die Phänomene. die wir mit diesen Organen wahrnehmen? Zwischen den Dingen.

Gedankensinn. Identitätssinn. S. Die Gliederung der Sinne entspricht den auf die Umwelt des Menschen bezogenen Aktivitäten Denken. dann nicht im Sinne der Medizin. Tast-. Geschmacks-. Sinn und Un-Sinn. Gleichgewichtssinn. Die neuere Sinnesphänomenologie* beschränkt sich nicht auf die Einzelbetrachtung der Sinne.. Die Sinnesphysiologie unterscheidet mittlerweile bis zu neun Sinne.oder Tonsinn. Geschmackssinn. Gestaltsinn. Ernst Lehrs und Hans-Jürgen Scheurle benennen wir heute zwölf Sinne: die Sinne des Handlungsraumes: Tastsinn. die Sinne des Anmutungsraums: Geruchssinn. Wärme-. Gehör-." ** * Basierend auf Forschungen von Victor von Weizäcker und Rudolf Steiner. **[Wulf Schneider. die sich für das Organ interessiert. Der Volksmund kennt fünf Sinne. Wärmesinn (psychisch). sowie Herbert Hensel.. die sie in Sinnesbereiche zu ordnen sucht. sondern von dem beobachtbaren Phänomen der Wahrnehmung selbst aus. die Sinne des Bedeutungsraums: Proportions. Wir suchen vielmehr nach dem. Sie geht nicht vom physischen Organ. den Gesichts-. Gleichgewichts-. Sehsinn (Licht und Farbe). Geruchs-. Fühlen und Wollen. Bewegungs.45f] Harmonie 04 . Bewegungssinn. was uns in der Sinneswahrnehmung als Empfindung gegeben ist und uns als Qualität der Umwelt und ihrer Wahrnehmungsgegenstände entgegenkommt. sondern sieht sie als vollständige „Erkenntnisorganisation“ des Menschen an.Wahrnehmungspsychologie Wie funktionieren die Sinne? "Wenn wir hier von „Sinnen“ sprechen. So kommt sie zur Qualifizierung und Beschreibung weiterer Sinne.und Vitalsinn. Lebenssinn.

Aus der als Einheit zu betrachtenden Menge der Sinne sollen hier diejenigen vertiefend erläutert werden. wie die Harmonie selbst auch die ästhetische Einheit von Unterschiedlichem bildet. die bei der Wahrnehmung von Architektur und Musik den größten Anteil tragen.Das Empfinden von Harmonien und Disharmonien wird keinem bestimmten Sinn zugeordnet. Der wohltuende oder störende Eindruck entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Sinne. Harmonie 04 .

"Nicht-Sehen-Können trennt uns von den Dingen. nicht-Hören-Können von den Menschen" schrieb Kant aus Königsberg und warum sonst begehen mehr Taube Selbstmord als Blinde? .

beim Durchlaufen eines Tunnels oder beim Anblick eines gotischen Kirchenschiffs? Stellen wir uns vor. mehrere Menschen würden . "aktiv". Bewegungen. die dann für die Gestaltung herangezogen werden könnten? Harmonie 04 . beim Betrachten einer rot gestrichenen Wand. beim Ertasten einer rauhen Fläche.in Harmonie Erleben wir uns selbst und unsere Umwelt nicht sehr individuell.ohne irgendeine Theorie der Wahrnehmung. einen gemeinsamen Empfindungsbereich der wahrgenommenen Qualitäten zusammenzutragen. Existieren Erlebnisgesetze oder Qualitäten der Anmutung eines Raumes. die uns einen allgemeinen Maßstab für gemeinsame Empfindungseigenschaften geben. die der Körper nachvollzieht und nachbildet . Auch bei den anderen genannten Beispielen wird es möglich sein. subjektiv? Empfindet nicht jeder Mensch etwas anderes beim Erklingen eines Tons. ganz voraussetzungslos .Sinn und Un-Sinn Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum Entsteht der Eindruck von “schön” oder “nicht .vor der erwähnten roten Wand ihre Empfindung beschreiben. in denen der Körper „mitschwingt“.schön” direkt im Sinnesorgan? Geschieht Harmonieempfinden im Gehirn? Oder mit dem gesamten Körper? Als Zusammenspiel von Schwingungen. "hervortretend" zustande kommen. so würde wohl eine gemeinsame Qualitätsbeschreibung wie "warm".

Wichtig ist nur: Sehen und Hören können wir nur. dass auch in uns etwas in Bewegung geraten muss.oder Hörzentren erregt. Wem Physik weniger liegt. die von Schwingungen erzeugt wurden. ist es ratsam sich mit den Wahrnehmungsgegenständen wissenschaftlich zu beschäftigen. wenn wir etwas wahrnehmen. Harmonie 05 . der ist angehalten einfach weiter zu blättern. Dies geschieht auf den folgenden Seiten. was unsere Seh. Diese Erregung geschieht durch Wellen. Man kann also sagen.Hören und Sehen Um die Grundlagen von "Hören und Sehen" wirklich zu verstehen.

Ganzheiten zwischen Funktion. wenn sie sich polychrom organisch aufeinander bezieht. Alles andere ist Signal. Kontraste schaffend. welches Wulf Schneider in seinem Buch „Sinn und Un-Sinn“ anhand des Sehsinns erläutert: „Licht kann nur als Licht wahrgenommen werden. ermüdet sinnlich seelisch und wird zum Bild von Leere und Bezugslosigkeit. wenn es in rhythmischem Wechsel und Kontrasten dem Auge Schatten und Helligkeit. Klänge bildend. Kontrast und Steigerung. Übergänge und Stufen bietet. Alles andere ist eine Diktatur der Helligkeit.“ Harmonie 05 . Zonen gliedernd.Polarität Sämtlicher Wahrnehmung zugrunde liegt ein Prinzip von Polarität und Verbindung. Form und Farbe darstellend. Information über Nichtigkeiten. Farbe kann nur als Farbe wahrgenommen werden.

Eine Schwingung ist ein Vorgang in einem physikalischen System. (Dämpfung einer Schwingung. Schlag des Hammers auf eine Klaviersaite). die durch mechanische Schwingungen hervorgerufen werden. Wenn nicht regelmäßig neue Energie zugeführt wird. In den meisten Fällen wirkt zu Beginn der periodischen Bewegung oder Schwingung ein Kraftimpuls (Bsp. der dem schwingenden System Energie zuführt.Schwingungen Ursache einer jeden Schallempfindung sind Schallwellen. bei dem eine oder mehrere physikalische Größen ab.) Harmonie 06 . kommt die Bewegung aufgrund von Reibungsverlusten (Wärme) oder aufgrund der Abgabe von Bewegungsenergie an einen Resonator oder von Schallenergie an die Luft allmählich zur Ruhe.und zunehmen. Eine mechanische Schwingung stellt eine ständige Umwandlung von Bewegung (kinetischer Energie) in Lageenergie (potentielle Energie) und umgekehrt dar.

Die harmonische Schwingung (Sinusschwingung) ist ein seltener Spezialfall. bei denen die Frequenzen der Teilschwingungen ganzzahlige Vielfache einer Grundfrequenz sind (harmonischen Obertöne oder Partialtöne). Tatsächlich führen schwingungsfähige Systeme zumeist sehr komplexe Schwingungsbewegungen aus. Diese komplexen Schwingungen lassen sich als Überlagerungen von simultanen Teilschwingungen verstehen. Amplituden und Nullphasenwinke. Harmonie 06 . Die Teilschwingungen besitzen dabei unterschiedliche Frequenzen.Exkurs in die Physik Es gilt das Naturgesetz der Energieerhaltung: Es kann keine Energie verloren gehen. Innerhalb eines Systems ändert sich die niemals die Gesamtsumme der vorhandenen Energie. Für musikalische Klänge sind solche komplexe Schwingungen wichtig.

kurzen Anstoß ausgelöst werden (sog. wie im Idealfall bei Wasserwellen oder bei den Schallwellen von Tönen. Wellen Was pflanzt sich nun bei der Wellenausbreitung eigentlich fort? Wie wir gesehen haben. vollzieht sich im Trägermedium trotz der Schwingungen örtlicher Luftteilchen keine Bewegung durch den Raum. Stoßwellen). Vielmehr breitet sich bei einer Welle die Arbeit. so spricht man von periodischen Wellen. Harmonie 06 . von Teilchen zu Teilchen durch den Raum aus. die an dem ersten Teilchen verrichtet wurde.Unter einer Welle versteht man in der Physik jeden Vorgang der Ausbreitung eines physikalischen Zustandes in einem elastischen Trägermedium (Ausbreitungsmedium). Wellen können durch einen einmaligen. Wellen transportieren also Energie durch den Raum. Stück für Stück. Wird die Welle durch eine periodische Schwingung ausgelöst und verläuft der Ausbreitungsvorgang periodisch.

Harmonie 06 .) Auch abstrakte musikalische Phänomene lassen sich als geometrische Objekte darstellen. wie Überlagerungen. Was dabei auffällt ist. Täuschungen etc. dass sich diese Darstellungen einander oft ähneln ein Verweis auf die holistische Natur der Musik. die sich analog zu visuellen Objekten verhalten und auf vergleichbare Weise wahrgenommen werden (gleiche Effekte.Datenverarbeitung beim Hören und Sehen Mentale Objekte Akustische Ereignisse werden als Objekte angesehen.

definiert durch: Geräusch-. Dass die Musik sich aus diesem unendlichen Tonvorrat nur an Tönen in ganz bestimmten Abständen bedient. Hier zeigt sich die Gesetzmäßigkeit. der sie erzeugt. Harmonie 06 . und auch keine Konvention. ist kein Zufall. die den Tonsinn bestimmt: die Proportion. Klangcharakter.Welche Töne machen die Musik? Alle klingenden Körper offenbaren ihren Eigenton. dazwischen gibt es unendlich viele unterschiedliche Töne. Das menschliche Ohr hört Frequenzen zwischen etwa 16 und 16000 Hertz (Schwingungen pro Sekunde). Tonhöhe. Die Tonhöhe wird von der Frequenz des Schwingungsvorgangs bestimmt. Allerdings spielen für den Tonsinn nicht nur wohlproportionierte Schwingungsverhältnisse eine Rolle: vom Rauschen der Bäume bis zum Gongschlag schätzen wir auch weniger klar definierte Geräuschphänomene.

alle niederen als Infraschall bezeichnet. Geräusch und Knall Der Ton ist eine reine Sinusschwingung Der Klang ist die Überlagerung mehrerer Töne Das Geräusch ist eine unregelmäßige Schwingung Der Knall ist ein kurzzeitiger und starker Schalldruck. Harmonie 06 . Die für das menschliche Ohr nicht hörbaren hohen Frequenzen werden als Ultraschall.Wesen des Schalls Schallwellen sind Longitudinalwellen. Man unterscheidet: Ton. Klang. Sie gehen von einem schwingenden Körper aus der Schallquelle.

Anstreichen oder Schlagen zum Schwingen gebracht werden. In der schwingenden Saite bildet sich eine stehende Welle mit den Knotenpunkten an den Enden. Sie können durch Anzupfen. Harmonie 06 .. bei der Geige und anderen Musikinstrumenten. nicht die Frequenz des wahrgenommen Tones. Schwingende Luftsäulen Die in Pfeifen eingeschlossenen Luftsäulen schwingen stets in stehenden Wellen. Diese Oberschwingungen beeinflussen die Klangfarbe.sind stets schwingende Körper Schwingende Saiten Man findet sie beim Klavier. Am Mundstück befindet sich dann ein Wellenbauch. Es gibt offene und geschlossene Pfeifen. Die Saite liefert die Grundschwingung. Außerdem sind noch Schwingungen höherer Frequenz möglich.. Der Ton einer offenen Pfeife besitzt die doppelte Frequenz des Tones einer geschlossenen Pfeife gleicher Länge.Schallquellen .

Protonen .soviele also. Harmonie 06 . die Luft wellenartig verdichten. Das Sauerstoffmolekül .noch überraschender wird die Übereinstimmung.für den Menschen lebenswichtiger Bestandteil der Luft . die es ja tatsächlich bildet.. Joachim .. wenn man bemerkt. Im Normalzustand sind sieben gefüllt und fünf leer . In ihr setzen sich die Schallwellen fort. die aus sieben (leitereigenen) Tönen besteht und die übrigen fünf unbenutzt lässt.Sauerstoff Luft ist der Träger von Schall. Halbtöne besitzt.Modell zwölf Stufen hat . daß das Sauerstoffatomkern .Ernst Berendt: "... wie die Tonleiter.wie bei der Tonleiter.zeigt die Voraussetztungen hierfür in seiner atomaren Struktur. in dem die (Schall-) Druckwellen.

Farben Wie viele Farben hat der Regenbogen? Wenn es ums Messen und Zählen geht. Warum nun mit einmal sieben? Weil er sie inzwischen exakter gemessen. hängt es ganz wesentlich auch von unserer Sensibilität ab. meistens durch bestimmte Symbole vorgegeben. wie viele Farben gezählt werden. In China. * * (Margarete Bruns Das Rätsel Farbe – Materie und Mythos) Harmonie 06 . müsste es zunächst am einfachsten sein.Elementen . weil er die Analogie zu den sieben Tönen der abendländischen Tonleiter suchte! Überhaupt war die Zahl der Farben.Lehre gepasst hätte. Ein unvoreingenommener Betrachter wird allenfalls wie Goethe auf sechs Farben zu kommen. hat man konsequent auch dem Regenbogen fünf Farben zugebilligt. kaum auf sieben. Um 1670 zählte Newton elf Farben. im Regenbogen die Anzahl der Farben festzustellen – sollte man annehmen. Antike Autoren nennen denRegenbogen als Symbol für Unzählbarkeit sogar „tausendfarbig“ Wie viele Farben hat der Regenbogen denn nun wirklich? Da die spektralfarben ein Kontinuum mit unendlich vielen Übergängen bilden. am leichtesten aber auf vier. später fünf. wie beim smaragdenen Regenbogen am Thron Gottes in der Offenbarung des Johannes. im Spektrum bzw. Die christliche Kunst zeigt ihn manchmal dreifarbig. und in seinem epochalen Werk "Opticks" von 1704 schließlich sieben. wo es fünf statt der griechischen vier Elemente gibt. was seinerzeit in die Vier . die man im Regenbogen unterscheiden zu können meinte. aber Aristoteles sprach nur von drei Regenbogenfarben. manchmal nur aus dem Blaugrün der Sintflut und dem Gelbrot des jüngsten Gerichts gebildet oder auch allein mit einer einzigen Farbe. gezählt und analysiert hatte? Nein. der Dreifaltigkeit entsprechend.

plastisch konvexe empfinden. die seelisch konzentrierende und beruhigende. die einer Landschaft Tiefe geben. Es ist die lichthafte. Gelb und Grün gehören jene Farbtöne. Harmonie 06 . in der sich die Pole licht – warm – aktiv mit dunkel – kalt – passiv in höchster Steigerung vereinen) ein Bild seelischer Dynamik und Integration darstellt. die wir plastisch konkav empfinden.Dynamik der Farben Der Farbkreis Die Ordnung der seelischen Wirkungen von Farbe beruht zunächst auf einer Grundpolarität im Farbenkreises. mit unserem Denken und Erkennen verbundene Seite. während Purpur (die Farbe. liegen Farben. Auf der passiven Seite von Grün und Türkis über Blau. der sich in eine Seite der „aktiven“ und eine der „passiven“ Farben einteilen lässt. die wir als „auf uns zukommende“. Grün bildet dabei eine ausgleichende. Zur aktiven Farbseite von Purpur über Rot zu Orange. entspannende Mischung. eine „vegetative Mitte“. unseren Willenspol herausfordernde Seite. „warme“ Seite der Farbempfindung und gleichzeitig die seelisch anregende. Es ist die finsternisverwandte „kalte“ Seite. Violett zu Purpur. Die Trennungsachse liegt dabei ungefähr zwischen den Farben Grün und Purpurrot. die „von uns weggehen“.

Dabei setzt es die Reize in die Empfindung von Licht und Farbe um. 750nm.Das Auge reagiert auf physikalische Reize der elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge von ca. rot orange gelb grün blau indigo violett Wellenlänge 800 – 650 nm 640 – 590 nm 580 – 550 nm 530 – 490 nm 480 – 460 nm 450 – 440 nm 430 – 390 nm Schwingungen 400 – 470 Billionen 470 – 520 Billionen 520 – 590 Billionen 590 – 650 Billionen 650 – 700 Billionen 700 – 760 Billionen 760 – 800 Billionen Harmonie 06 . 350 nm bis ca.

sondern. wie bei der Farbe lebt auch hier jeder Ton erst in seiner dynamischen Vielfalt. stoffliche Dasein der Dinge hinausführt. die über das greifbare. Harmonie 08 . Dieser zeitbetonte Sinn verbindet Innen.auch den des Menschen .und Tonsinn erregt die komplexe Gestalt eines Tons in Bezug auf die Gesamtheit der Töne seines Tonsystems und des harmonisch – zeitlichen Ablaufs und Zusammenhangs.und Außen- Den Proportions. Nicht der einzelne “perfekte” Ton (das wäre eine physikalisch reine Sinusschwingung) wird vom Gehör als höchstes Ziel erfasst.Proportions.zum Mitschwingen und Mitklingen an und schwingt selbst zusätzlich zur Hauptschwingung in zahlreichen Teilschwingungen. Es stellt die Basis für den Bereich der denkbetonten Erkenntnissinne dar. in dem dieser gehört wird.oder Ästhetischer Gegenstand: Proportion und Maß in Zeit und Raum Wahrnehmungsziel: Die Herstellung von Beziehung und die Wertung als Harmonie und Einklang der Dinge. (laut Hans Kayser) Das Hören erschließt uns eine Wahrnehmungswelt von Qualitäten. Jeder tönende Körper regt andere Körper .

.

Das Innenohr ist unser sensibelster Körperteil – es besitzt mehr Nervenenden. als die menschlichen Geschlechtsorgane Harmonie 08 .

Die Schmerzgrenze liegt etwas über 120 dBSPL. vor allem das Innenohr nimmt bei lautem Schall Schaden. Gehörschnecke und Labyrinth sind ähnlich gebaut: Beide sind mit einer Flüssigkeit gefüllt und besitzen Haarzellen. Aber ebenso die Toleranz gegenüber Lärm.und Schalldruckpegelbereichs wahrnehmen. das entspricht 0 dBSPL Schalldruckpegel. Zwischen der Hörschwelle und der Schmerzschwelle liegt die Hörfläche. das als Gleichgewichtsorgan dient. das ist der millionenfache Schalldruck davon. Der leiseste wahrnehmbare Schalldruck ist etwa 20 Mikro-Pascal (2*10-5 Pa). Amboss und Steigbügel). Das Innenohr besteht aus der Gehörschnecke.Das Ohr des Menschen Proportions. Das menschliche Gehör kann akustische Ereignisse nur innerhalb eines bestimmten Frequenz. Durch Bewegungen der Flüssigkeit werden die Härchen gebogen und lösen dabei Nervenimpulse aus. Dennoch oder gerade deswegen ist das Ohr sehr empfindlich. Harmonie 08 . und dem Labyrinth. Diese Druckveränderungen werden über das Trommelfell übertragen. in der der Schall in Nervenimpulse umgesetzt wird. bei denen feine Härchen in die Flüssigkeit reichen. Die Empfindlichkeit des Ohrs ist außerordentlich.oder Tonsinn Beim Menschen wird das Ohr in drei Bereiche eingeteilt: Das äußere Ohr umfasst die Ohrmuschel und den Gehörgang. Zum Mittelohr gehört das Trommelfell und die Gehörknöchelchen (Hammer.

Das Gehör eines Säugetiers ist sein Sinnesorgan mit der höchsten spektralen Auflösung. Ein solches Gehör.Das Gehör . bestehend aus einem Gehörgang. als auch das Hörorgan aus dem Seitenlinienorgan der Fische. ist bereits bei frühen Wirbeltieren im Grundbauplan vorhanden und in der Regel mit dem Gleichgewichtsorgan verknüpft. mit dem es Schall wahrnimmt. da es in der Gehörschnecke einzelne Sinneszellen für sehr viele verschiedene Frequenzen des Schalls enthält.bezeichnet den Sinn eines Tieres.. dem Hörnerv und dem Hörzentrum im Gehirn. Das Gehör besteht aus den Ohren mit ihren Bestandteilen. Entstanden ist sowohl das Gleichgewichtsorgan.. einer Schallmembran und einer flüssigkeitsgefüllten Schnecke. Harmonie 08 .

‚Ein unmittelbarer Ausdruck des Zusammenklingens musikalischer Elemente mit der Leibgestalt ist in der Umsetzung von Tönen und Rhythmen in harmonischer Gliederbewegung bei der Tanzkunst gegeben’ L. Vogel .

Hörorgan: Mensch Mit dem Körper hören Scheuerle: „Sucht man nach einem Sinnesorgan. das die gesamte Leibessphäre durchdringt. Dass wir Proportionen mit unserem ganzen Körper wahrnehmen und sie innerlich mitbewegen. betrachtet werden. dass es beim proportionalen Erleben um mehr geht als um ein Betrachten von ästhetischen Maßen. später Glied zusammenhängt. sondern der ganze Mensch. das mittelhochdeutsch mit Ge-Lied. Als gleichbedeutend mit dem Tonempfinden kann das Empfinden für Proportionen. Dasselbe gilt für das deutsche Wort „Lied“. zeigt. das nicht nur mitschwingt. Einen Hinweis darauf gibt das griechische Wort „melos“ das sowohl Melodie. sondern durch das der Wahrnehmende wirklich hört. so ist es nicht das Ohr. als auch Gliedmaße bedeutet. Harmonie 08 .

das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.Exupéry .Richtig sieht man nur mit dem Herzen. "Der kleine Prinz" Antoine de Saint .

Sehsinn Der Sehsinn ist der umfassendste und bedeutsamste Sinn. Das eigentliche optische Sehen erweitert die Bedeutung dieses Sinnes noch einmal entscheidend: das eher passive Empfinden von Licht und Lichtfarben und erst recht das aktive Fixieren von Körpern und Körperfarben. ordnend. nachbildend und gestaltend. der auch alle anderen Sinne unterstützt und ergänzt. die über die Hypophyse* direkt auf das vegetative Nervensystem und die hormonalen Prozesse des Organismus einwirken. Das Auge dient zunächst als Vermittler der Reize (Licht und Farbe). die in der Höhe der Nase mitten im Kopf liegt) Harmonie 09 . *(deutsch: Hirnanhangdrüse. Im Zusammenspiel mit dem Tastsinn und dem Bewegungssinn greift das Auge dabei in das Chaos des Sichtbaren ein – auswählend. Körper werden durch Augenbewegungen visuell „abgetastet“ und im Inneren nachgebildet und bewegt. ist eine Hormondrüse.

der sich – durch Schließen der Augen – „abschalten“ lässt. Nicht umsonst ist er der einzige Sinn..Ich hab ein Bild im Kopf. Wie kommt das dahin? Das Auge dient zunächst als Vermittler der Reize (Licht und Farbe).. die über die Hypophyse direkt auf das vegetative Nervensystem und die hormonalen Prozesse des Organismus einwirken. Harmonie 09 . So stark wie seine Möglichkeiten sind auch die Gefahren des Missbrauchs und der Überlastung des Sehsinns.

Dies wird bei der Bildung des Auges beim Embryo sichtbar: Während sich das Auge bei Wirbeltieren durch eine Ausstülpung der Zellen entwickelt. Obwohl sich die Augen von Wirbeltieren und Weichtieren im Aufbau stark ähneln.Das Auge Das Auge (von indogermanisch "ok" = sehen. Der Ziliarmuskel ist für die Scharfstellung (Akkomodation) zuständig indem er sich zusammenzieht und die Linse mehr oder weniger wölbt. entsteht das Auge der Weichtiere durch eine Einstülpung der äußeren Zellschicht. 750 nm. Stamm: griechisch optikos) ist das Sehorgan von Mensch und Tier. die später das Gehirn bilden. Dabei setzt es die Reize in die Empfindung von Licht und Farbe um. haben sie sich unabhängig voneinander entwickelt. Das Auge reagiert auf physikalische Reize der elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge von ca. Harmonie 09 . 350 nm bis ca. die später die Haut bilden.

die Iris. um das Bild scharf zu stellen. und oft einen Ringmuskel. Dort wird das Licht von Sinneszellen wahrgenommen und die Nervenimpulse durch den Sehnerv ans Gehirn weitergeleitet. Das Auge wird oft durch Augenlider geschützt. Das Auge ist im Allgemeinen ungefähr kugelförmig und der größte Teil. das Weiße des Auges) Bei den meisten Wirbeltieren und einigen Weichtieren wird im Auge ein Bild auf eine lichtempfindliche Schicht projiziert. zum Schutz vor starken Schlägen liegt das Auge im allgemeinen tief im Schädel. Das Auge besitzt meistens eine veränderliche Linse. der so genannte Glaskörper. wobei teilweise Knochenwülste rings ums Auge weiteren Schutz bieten. so dass das Auge vor zu viel Licht geschützt wird. die Netzhaut oder Retina genannt wird. ist mit einer gelartigen.Aufbau des Auges Blinder Fleck Hornhaut (Cornea) Gelber Fleck (Macula) darin die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut (Fovea centralis) Iris Linse Netzhaut (Retina) Lederhaut (Sclera. Harmonie 09 . der die Pupille bei starkem Lichteinfall verkleinern kann. durchsichtigen Substanz gefüllt.

Warum finden wir manche Proportionen schön? Ist das Empfinden von Harmonie und Schönheit ein Ergebnis von Prägung und Erziehung? Lernen wir. die ein von Kulturkreis zu Kulturkreis unterschiedliches Schema von Schönheit festlegt? Schulen alle Menschen seit jeher ihren Blick für Gestalt am Bild und der ebenmäßige Proportion der Menschen. der Ohrmuschel). uns einer Konvention anzupassen. die Perzeption ähnlicher Proportionen in Tönen. Bildern oder Eindrücken? Harmonie 10 . sowie der Stoffe.B.B. die Reize übertragen (z. die sie umgeben? Oder begünstigen die physikalische Beschaffenheit und die Proportionen unserer Organe (z. Proportionen im Sauerstoffatom).

. Dämpfungsmechanismen ausgestattet. ist kulturübergreifend nicht eine Frage des Geschmacks oder irgendeiner Erziehung.. sondern liegt einzig und allein in der Tatsache begründet.(.Wir sind harmonikal strukturiert Peter Hübner “Über die Wirkung von Musik” "Es ist ein Irrtum.Mechanismen.) Dissonanz / Disharmonie wird vom einfachen Menschen spontan erkannt.. sozusagen mit Sympathieund Antipathie ." Harmonie 10 . (. Der Klang stört ihn physisch.bzw.) Harmonikale Musik ist ein wissenschaftlich objektiv verifizierbarer Sachverhalt. zu glauben. dass das biologische System auch des Menschen harmonikal strukturiert ist und dass hier ganz besonders auch das Ohr physiologisch auf die Erkenntnis und Bevorzugung natürlicher harmonischer Strukturen angelegt ist. er fühlt sich körperlich unwohl. und was als harmonisch empfunden wird oder nicht. Harmonieempfinden wäre eine Sache der Übung. Die biologischen Systeme sind im Hinblick auf die medizinische Wirkung von Musik mit automatischen Verstärkungs ..

Harmonie 10 . was es den Sinnen besonders leicht macht. sondern ein Stimmigkeitsgefühl. "Schön" ist keine Emotion. eine positive Meldung verschiedener messender und bewertender Prozesse im Hirn. wenig komplizierte Daten verarbeiten können. Schön ist also alles.Was ist schön? Die Empfindung von Schönheit ist gleichzusetzen mit dem Gefühl von Harmonie. wenn diese gefällige. es zu erfassen.

der für eine energische Aktion ausreicht. Gelegenheit zu trauern und bei rückkehrender Energie einen Neuanfang zu planen. erleichtert. Ruhepause für den Körper. sich rascher von unangenehmen Emotionen zu erholen. (EQ) Harmonie 10 . gereizt und handlungsbereit. Stoffwechsel verlangsamt. Körper erstarrt kurz.Zorn Emotionen bewegen zum Handeln "Emotion" movere. Begeisterung. in der Nähe ihrer Behausung blieben. innerer Rückzug. Puls steigt. dass jeder Emotion die Tendenz zur Handlung innewohnt. zerebrale Schaltungen in den emotionalen Zentren lösen eine Woge von Hormonen aus. Liebe Erregung des Parasympathikus. Energie und Begeisterung für Aktivitäten des normalen Lebens sinken. das einen allgemeinen Zustand der Gelassenheit und Zufriedenheit erzeugt und so die Kooperation erleichtert. unterstützt die Anpassung an einen großen Verlust oder eine größere Enttäuschung. vor allem in die Beine. physiologischer Gegenspieler der bei Furcht und Zorn auftretenden Mobilisierung zum "Kämpfen und Fliehen". für "bewegen" Präfix "E" bedeutet "hinbewegen" Weisst darauf hin. wo sie sicherer waren. lat. das negative Gefühle hemmt und Steigerung verfügbarer Energien bewirkt. Muster "Entspannungsreaktion" = den ganzen Körper erfassendes Mosaik von Einzelreaktionen. die es dem Körper erlaubt. Dieser Energieverlust könnte bei den frühen Menschen dafür gesorgt haben. da das Blut von ihm fortgeleitet wird. Bereitschaft. Gesicht wird bleich. Furcht Blut fließt zu den großen Skelettmuskeln. daß sie. die den Körper in einen allgemeinen Alarmzustand versetzen. Beruhigung. wenn sie betrübt und dadurch verletzlich waren. Blut strömt zu den Händen. Trauer Glück Aktivierung in zerebralem Zentrum. Ausstoß von Hormonen wie Adrenalin erzeugt einen Energieschub. Aufmerksamkeit ist auf die Gefahr konzentriert. jede Aufgabe anzupacken. zur Waffe zu greifen oder einen Feind zu schlagen. um leichter fliehen zu können. vielfältige Ziele anzustreben.

wie gut alle aktiven bewussten und unbewussten Bereiche unserer Psyche zusammenwirken bei der Bewältigung der Lebenssituation. Unsere Stimmung zeigt also an. Entsprechend bewerten sekundäre Emotionen Grad und Güte des Zusammenwirkens aller aktiven psychoneuralen Prozessmomente. ist ein Gefühl. die sekundäre Emotion Psychosynergetik Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann ein Mensch nur wenige Tätigkeitsmomente erkennen und bearbeiten [primäre Emotionen]. Harmonie. dass Menschen eine spezielle Sensibilität für die Qualität des Zusammenwirkens von psychischen Funktionen haben. über das Bewusstsein hinaus. in der wir uns gerade befinden. dass auf einer anderen Ebene entsteht. Ergo: Harmonie. * (Synergie = effizientes Zusammenwirken) Harmonie 10 .Die Psychosynergetik umfasst die These. das wir Harmonie nennen. Um das auszugleichen kontrollieren sekundäre Emotionen die Ganzheit komplexer Tätigkeitsprozesse auf Synergität * [also auf Harmonie!]. die wir kennen. Das Zusammenspiel dieser Emotionen wird bewertet und löst (im besten Fall) ein Stimmigkeitsgefühl aus. als die Emotionen.

unserer kollektiven emotionalen Krise Herr zu werden. uns steuern. uns zum Kriegführen wie zum Lieben anstacheln. Wir verstehen besser.Emotionale Intelligenz") Harmonie 11 . wie emotionale Hirnzentren uns zu Wut und Tränen reizen. träumen). fühlen.* *("EQ .Das Gehirn entdecken Mit dem wissenschaftlichen Fortschritt durch innovative Methoden gewinnen wir immer tiefere Einblicke ins Gehirn und in das." Die "neue Einsicht in Wirken der Emotionen und deren Schwächen lenkt unsere Aufmerksamkeit auf ungenutzte Möglichkeiten." Die Forschung hat lange den Stellenwert des Fühlens im mentalen Leben gering bewertet. sodaß Emotionen für die wissenschaftliche Psychologie ein unerforschter Kontinent blieben. was dort geschieht (denken. Antworten zu geben. "wie gattungsgeschichtlich ältere Teile des Gehirns. Heute ist die Wissenschaft in der Lage.

Der Kortex könnte als "Ur . wie zum Beispiel. Symbole und Imaginationen zu entwickeln. Diese setzen am Hirnstamm an. was die Sinne wahrnehmen.Emotionale Intelligenz") Harmonie 11 . das Funktionieren des übrigen Gehirns einschließlich seiner höheren Zentren zu beeinflussen.Entstehungsgeschichte des Gehirns oder: Warum Emotionen unser Leben steuern anstatt von Gedanken! Das Gehirn entwickelte sich mit den Lebewesen im Laufe der Evolution. (lat. aber erst mit dem Auftreten der Säugetiere entstanden Schichten eines emotionalen Gehirns. Es spielt entscheidende Rolle in der neurologischen Architektur. daher der Name "Limbisches System".Hirn" bezeichnet werden. was man frisst und was nicht. "Bewegungen koordinieren". zusammenfügen und begreifen. er enthält die Zentren. "Wahrnehmungen begreifen". und ein Gefühl um all das bereichern. Er übernahm die Aufgaben "Pläne machen". Als die Wurzel aus der das jüngere Gehirn entspross.also die Heimat unseres inneren Kosmos: des Verstandes. entstand verknüpft mit dem limbischen System das "Rhinencephalon". Vor rund 100 Millionen Jahren entstand in einem Wachstumsschub der Säugetiere der Neokortex: sieben Schichten "neues" Hirn! "Der Neokortex ist der Sitz des Denkens.unterwerfen sich die höheren Zentren dem limbischen System. aus dem später die zwei Schichten des Kortex entstanden. für "Ring" = "Limbus". die all das. umgeben ihn. was vor allem das Lernen und das Gedächtnis verfeinerte.und es zustande bringen. Kunst.) Dieses neue Territorium bereicherte das Repertoire des Hirns um Emotionen im eigentlichen Sinne. Da wichtige Entscheidungen. . Das verleiht den emotionalen Zentren enorme Macht. was wir darüber denken. In wesentlichen Herzensangelegenheiten . Vorstellungen über Ideen.* *("EQ . sind die emotionalen Bereiche über unzählige Verbindungen mit allen Teilen des Kortex und des Neokortex verflochten. stark vom Geruchssinn bestimmt waren. wie ein Ring." .und ganz besonders in emotionalen Ausnahmezuständen . das "Riechhirn".

Unter den Hemisphären liegen die verschlungenen Basalganglien. Es empfängt und verarbeitet Informationen aus Kopf. Stammhirn mit Gehirnmark. Das ist auch der Grund. Es ist der Sitz unserer Sinne . Kleinhirn und den Hirnhemisphären (Neokortex). * ( Was wir sehen wird direkt zur Großhirnrinde geleitet. Brücke. Information über das.Und wie funktioniert die Wahrnehmung im Gehirn? Das zentrale Nervensystem des Menschen besteht aus Rückenmark. Mittelhirn.mit Ausnahme von Sehvermögen und Geruchssinn. wie Herzfrequenz. die eng mit dem Kleinhirn (der Steuerzentrale des Körpers) verknüpft sind. Das Rückenmark nimmt Informationen von Haut und Muskeln auf und sendet Bewegungssignale. Zwischenhirn. Die obere Fortsetzung des Rückenmarks bildet das Stammhirn. was wir riechen gelangt direkt ins limbische System. warum Gerüche unmittelbar Hormonausschüttung hervorrufen können und Empfindungen beeinflussen.) Harmonie 11 .* Das angelagerte Zwischenhirn steuert Körperfunktionen. Blutdruck und Atmung.& Nackenbereich.

welche Wirkungen hier von den monotonen. Bewegungen. Farben und Tönen unserer Umwelt in Beziehung. Harmonie 12 .Körperliche Auswirkungen von Wahrnehmungen Unbewusste körperliche Reaktionen auf Sinneseindrücke spielen eine Rolle bei der Bewertung des Wahrgenommenen. Man kann sich vorstellen. Formen. chaotischen oder erstarrten Umweltformen ausgehen. mechanischen. Entscheidend ist dabei. In den vierziger Jahren wurden in Amerika Experimente zur unterschwelligen Wahrnehmung durchgeführt. Auf unvorstellbar sensible Weise stehen wir – ohne es zu wissen – sinnlich mit den Geschehnissen. Durch unsere nachbewegende und nachschaffende Beziehung zur Umwelt graben sich deren Formen in unser Unterbewußtsein ein. die für viele Menschen das Alltagsmilieu darstellen. Sie ergaben. dass nur ein geringe Teil unserer Gesamtwahrnehmungen in die Sphäre des Bewusstseins gelangt. dass gerade der unbewusste Teil dieser sinnlichen Vorgänge tief greifende seelische und organische Wirkungen hat.

Konzentrationsschwächen. psychosomatische Störungen grassieren. zu einer Abstumpfung. Harmonie 13 . bewegte visuelle Umweltreize bleibt nicht ohne Folgen. unausgeglichenen bis zu manisch – depressiven Verhaltensmustern. Ein derart gestörter Sinneshaushalt führt zu vermehrt aggressiven. Auf der anderen Seite kommt es.Überfluss Eine Sinnesüberlastung durch sich ständig steigernde. Hypermotorik. auch als Abwehrreaktion.

wenn sie über einen längeren Zeitraum existiert. Dies führt zur einer Intensivierung des Sensoriums bis hin zu dessen Überforderung. Ausnüchterung der Sinne führt in jedem Fall zum Verlust des psychischen Gleichgewichts. zur irreparablen Erschlaffung und Verformung der Muskulatur führen kann. sondern in der Regel auch massive organische Funktionsschäden. während der umfassende Entzug von Reizen unter dem Begriff "Sensory Deprivation" zur Methode entwickelt wurde.betrachtet werden. Ähnlich wie Bewegungslosigkeit.vor allem die von Untersuchungshaftanstalten . Schlägt der Pegel zu sehr in die eine Richtung aus. sondern regenerativ fungiert. wird er durch sein Gegenteil . Harmonie 13 .Sensory Deprivation Unterernährung der Sinne Die menschlichen Sinnesorgane "ernähren" sich durch eine ständige Aufeinanderfolge von sensorischen Veränderungen. Da die Lebewesen im Schlaf keine äußeren Sinneseindrücke wahrnehmen. müssen die inneren (Traum) umso intensiver sein. geringfügige Veränderungen der Umwelt werden ausnahmslos überproportional wahrgenommen und mit übersteigerter Angst. Als mildere Form von Sensory Deprivation können Gefängniszellen . So gilt bereits der Verzicht auf elementare Eindrücke wie z. Die Sensory Deprivation kann also auf direktem Wege in die Sensory Depression führen: in die emotionale Niedergeschlagenheit der Sinne (und ihres Subjekts) aufgrund eines Mangels an Sinnesnahrung (Reiz). stumpft Sensory Deprivation die Sinnesorgane ab und legt sie nicht selten irreversibel lahm (Sensory Paralysis).hysterische Reaktion). Extremer Entzug von Reizen kann aber auch als Therapie bei Überflutung (Overload of Sensory Information) eingesetzt werden. Sensory Deprivation hinterläßt daher nicht nur psychische.B.welches in diesem Fall nicht repressiv. um die für den Organismus notwendigen Sinneseindrücke (die Lebensfunktionen werden nämlich in erster Linie von der sinnlichen Rezeption veränderter äußerer Reize am Leben gehalten) zu liefern.ausgeglichen. Freude und Wut beantwortet (neurotisch . natürliches Licht als krankhaft.

und absolute Lautlosigkeit. Verlust raumzeitlicher Maßstäbe.und Schallwellenzustand gleich Null. mit dem Effekt totaler Gedankenflucht und lebensgefährlicher Störungen des hormonalen Gleichgewichts: Die weißen Blutkörperchen setzten zu einer sprunghaften Vermehrung an. Nach etwa 10 bis 15 Minuten begann durch Störungen der Vorgänge in Teilen des Zwischenhirns (Hypothalamus. Hypophyse) die Versorgung des Nervensystems (besonders das Denkhirn betreffend) mit Hormonen im gebotenen Verhältnis zu versagen. Der Körper war in Watte verpackt. Wulf Schneider) Harmonie 13 . stumme Leere umgab mich. seine Organfunktionen hätten sich gegen ihn selbst gekehrt“* *("Sinn und Un-Sinn". „Man legte tief unter der Erdoberfläche ein erschütterungsfreies Bassin an. Er wäre zugrunde gegangen (unvorstellbar qualvoll) mangels der Auseinandersetzung mit einer herausfordernden Außenwelt. um das Zustandekommen von Hautempfindungen zu unterbinden. in dessen blutwarmem Wasser sich eine ‚Testperson’ schwebend befand. So klang der Bericht von Versuchspersonen. Nach wenigen Minuten schon stellten sich beklemmende Halluzinationen ein. die sich für amerikanische Forschungen zur so genannten ‚Sensory Deprivation’ – Beraubung aller Sinnesreize – zur Verfügung gestellt hatten. Oberirdische Monitore verzeichneten die Reaktion aller lebenswichtigen Organe. Der Versuch musste abgebrochen werden. und meine Haut war ein dumpfer Teig. um den Probanden zu retten. Die Halluzinationen und Zustände jagten sich zur Panik.Verarmung „Alles Leben schien sich in bodenloser Schwärze aufzulösen. Licht. der mich zu ersticken drohte“. Dazu absolute Licht.

Er braucht die sinnliche Auseinandersetzung mit der Umwelt. Er braucht sie. Wulf Schneider) Harmonie 13 . * *("Sinn und Un-Sinn". er braucht sie. um zu überleben. Nicht nur das Fehlen von Eindrücken führt zu körperlichen Reaktionen – jede sinnliche Wahrnehmung hat körperliche Folgen. wie der Mensch einer dauernden Belebung seiner Sinnesorgane durch die Sinneselemente der Umwelt bedarf. damit sich die Eigenaktivitäten seiner Sinnesorgane nicht zerstörerisch gegen ihn selbst richten.Erst alle Sinne machen die Umwelt wirklich Die Versuche beweisen eindringlich. um sich als Ich zu bestätigen und mit seiner Umwelt identifizieren zu können. um nicht organisch – geistig dahinzusiechen.

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Schauer am ganzen Körper (von Forschern beziehungsreich „Hautorgasmus“ genannt).Die Macht der Musik Musik ist eine der göttlichen Musen. beeinflußt das menschliche Gemüt. keine andere Tätigkeit außer Sex lässt die Nerven derart in Endorphinen baden – opiatähnliche Substanzen. im Privaten oder kommerziell genutzt . „Kein Sport. In ägyptischen Grabkammern findet man Bilder von Menschen mit Harfen. Wer fühlen will. daß Parkinson – Patienten und Apoplektikern ein *(dreijähriges Experiment der Musiktherapeutin Joanne Loewy am Israel Medical Center / New York) **(Michael Traut.Musik zur Beeinflussung von Stimmungen eingesetzt. Aber hat sie wirklich Macht über Körper und Geist? Jeder Mensch kennt die entspannende Wirkung von sanften Klängen oder die gesteigerte Wut bei aggressiven Rhythmen oder die Freude am Tanzen. Vor allem Jugendliche beschreiben eine Art der Abhängigkeit und geben an. So ließ sich in einem Experiment mit Kindern das Beruhigungsmittel Chloralhydrat nebenwirkungsfrei durch Musik ersetzen*.und Parkinsonpationenten von einer Steigerung der Heilungsrate mit Musik von 10% auf 25%. Förderung des Saugrhythmus. den wir hören unseren Körper und unser Empfinden beeinflußt. Musik macht fröhlich oder melancholisch. die Glücksgefühle auslösen und Wohlbefinden. Die Musik ist ein komplexes Gebilde.) ***(GEO 11/2003 S. aber auch den Körper! Musiktherapeuten machen sich dies zu Nutzen und setzen besonders wirksam Kinderlieder. Muskelspannung. klassische Musik und „Gebärmutterklänge“.** Musik stimuliert die Hormonausschüttung im limbischen System – dem Zentrum für Selbstbelohnung im Zwischenhirn – und setzt körpereigene Drogen frei.“ *** Diese Empfindungen dringen über das unwillkürliche vegetative Nervensystem in jeden Bereich des Körper. ohne Musik nicht leben zu können. Zeugen hiervon sind Herzschlag. Täglich wird . Musik bewegt oder beruhigt. die die Mauern der biblischen Stadt Jericho zum Einsturz brachten. den Gesang der Sirenen in Homers Odyssee oder das Flötenspiel das die Ratten aus Hameln lockte. Zudem wurde das Vertrauen in die Ärzte gestärkt. das die Seele des Menschen anspricht. und Spuren ihrer Macht finden sich selbst in den ältesten Zeugnissen menschlicher Kultur. der selbst stundenlanges Üben vergessen macht. muß hören! Diesem Slogan eines Radiosenders folgend nennen heute die meisten Menschen „Musikhören“ oder „Musizieren“ als Lieblingsbeschäftigung. wie das buddhistische „OM“ zur Behandlung ein. Ablenkung von Schmerzen und eine Verbesserung der Immunreaktion sorgte. Es gibt Geschichten über wundertätige Musik. In dieser Allgegenwärtigkeit wird die Kunstform. die die Seele des Menschen stimulieren soll. So erklärt sich auch der Motivationsschub beim Musizieren. wie die der Posaunen. Andere Studien zeigen. Schon vor 35 000 Jahren schnitzte sich der Homo musicus Flöten aus Tierknochen. die sich bis zur Ekstase steigern kann. Tränen. Trommeln und Trompeten.70) Marsch im Walkman als „Schrittmacher“ beim Gehen hilft und die Erinnerung an bekannte Lieder die Wiederaufnahme des Sprechens erleichtert. die für die Synchronisation der Atmung. daß jeder Ton. als eine selbstverständliche Nebensache gesehen und ignoriert. Direktor des Zentrums für biomedizinische Musikforschung der Colorado State University berichtet bei Apoplexie. Musik 14 .bewußt und unbewußt.

vor Wut schreien. aber auch Ängste etc. sie auszudrücken. daß es den ganzen da und mache nichts anderes. weil man sich sehr auf Musik.. sie lässt Tage lang gute Laune zu haben . der Gott der Musik der uns in seinen sie wirken auf jeden unterschiedlich. kann ich mich daran regelrecht einem kreativen Kleid zu ummanteln.. Wahrscheinlich ist sie für uns genau deshalb so berührend. Lustiges. · Gitarre spielen ist für mich ein Sprachrohr meiner Seele nach außen.. glücklich. die ich nur einmal hören muss um dann drum herum. harmonisch. Horizont des Hörers zu füllen vermag. Musik die der Seele wohl tut. es sind Gefühle einer völlig fremden Person.. * Quelle: www. konzentriert . Meinungen.. die Noten etc. sentimental.. andere aggressiv. · Das richtige Lied im richtigen Moment kann vor Rührung weinen lassen. wenn einem ein Lied „unter die Haut Melodien den Raum ausfüllen zu lassen . Und wenn man dazu tanzt. das sie so mächtig macht? · es gibt nichts Schöneres als seine Lieblingssongs zu hören und einfach auf dem Bett zu liegen und diese · Jeder kennt das. da sitze ich wie verzaubert reißendes usw.. Klängen lausche die für mich so schön sind. vor Kummer zusammenbrechen... die einem unter die Haut geht. dann kann ich nicht glauben das Menschen sie geschaffen haben.. ohne.. Intelligentes. · Es ist Dionysos.. und genau dort spüre ich die und dann wird’s meistens besser.. und gehe völlig in der Musik auf. mich meine Sorgen und Ängste vergessen.. Dennoch Menschen haben Gefühle und haben auch den Wunsch vereint die Musik. nervös. was ich nicht in Worte fassen kann. Wenn ich auf einem Festival · Musik ist Kunst... um das auszudrücken. um die Welt mit dem Gehirn sowie dem Gefühl besser verstehen zu können. · Wenn ich meine Lieblingslieder laufen lasse und sie mitspiele...nachwelten. bei denen bekomme ich eine Gänsehaut wenn ich sie höre. Kunst ist die schönste Ausdrucksform... meine Freude steigern. Musik ist da.. vor Freude jubeln. setze ich mich eine halbe bis eine Stunde ans Klavier Ich öffne mein Herz. so daß der Kon- · Wenn ich auf meinem Bett liege. Musik spricht aus und mit der Seele · Musik ist das was andere für Gott halten. soviel Gefühl steckt darin. so Schönes. · Wenn es mir mal nicht so gut geht und ich sauer bin. Ich spiele auch selber Gitarre. sie beruhigt mich. weil sie dem Künstler der Seele entspringt. lässt man oft Gefühle freien Lauf. Songs stimmen einen ruhig. dass man darüber reden muss. „besaufen“ . ich vergesse alles · Es gibt Lieder. · Ich könnte ohne Musik nicht leben. wohliger Schauer. Diese Lieder wurden nicht für Dich oder mich geschrieben.Musik die einem in die Knochen fährt.. also ist sie in gewisser Weise übersinnlich... · Musik besitzt eine schon fast erschreckende Macht.Es gibt Abende und Nächte. Mit. · es gibt Lieder. lebe ich in der Musik.. oder einem Konzert bin und die Menge und die Musik Einstellungen. denen in einem sument vollständig darin „aufgehen“ kann .. ob ins Depressive oder ins Euphorische. .. Interessantes... . daß ich weinen muß... mit auf mich wirken lasse. die man im alltäglichen Leben unterdrückt. geht“. aber mein Geist . die einen durchzuckt wie ein · für mich ist Musik ein Versuch des Interpreten etwas eiskalter. Musik ist für mich die beste Droge die es gibt.. · Nicht meine Ohren hören. Diskussionsforum im Internet* die Frage gestellt wurde: Was ist in der Musik.Die Macht der Musik Hier einige Aussagen von Jugendlichen. wieder andere braucht man zum Nachdenken.de .... als ihr zu lauschen.. das tun wir in Form von Kunst .. jeder verbindet Bann zieht! andere Erinnerungen / Empfindungen damit. wenn man einfach nur ein Lied spielt. Ich bin nur noch ein Teil davon und wenn es vorbei ist dauert es eine ganze Weile wieder in die „Realität“ zurück zukommen .. es ist einfach befreiend. zu erschaffen.

Einfluß der Musik auf den Charakter

In einer sechsjährigen Langzeitstudie hat H.G. Bastian (Frankfurter Musikpädagoge) die schulische Entwicklung musikalisch nicht vorgebildeter Berliner Arbeiterkinder begleitet und mit einer ohne Instrumentalunterricht aufgewachsenen Kontrollgruppe an derselben Schule verglichen: Ein Anstieg des Intelligenzquotienten um bis zu sechs Punkte, besonders im Bereich räumlich-mathematischer Fähigkeiten, ließ sich alleine auf die Musikförderung zurückführen, vor allem vor dem achten Lebensjahr. Zugleich konnten die musizierenden Kinder auch ihren sozialen Status verbessern. Aber: Ein intellektuelles Leichtgewicht wird durch das Musizieren kein Genie, eben so wenig, wie ein sozialer Außenseiter sein Wesen dadurch ganz verändern kann.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, daß die graue Substanz in bestimmten Bereichen der Heschlschen Querwindungen bei ausgebildeten Musikern bis zu 130 Prozent größer ist als bei nicht-musikalischen Versuchspersonen - das entspricht einem Unterschied von einem Kubikzentimeter Hirnmasse!

Was Instrumentallehrer ihren Schützlingen predigen üben, üben, üben -, verändert offenbar die Aktivitätsmuster der Großhirnrinde und begünstigt die Verknüpfungen der Neuronen.

Hazrat Inayat Khan in "Musik"

"Einer der Gründe, weshalb die Musik eine himmlische Kunst genannt wird ist, dass sie Musik hervorbringt in der Persönlichkeit dessen, der sie liebt. Ton und Rhythmus – die grundlegenden Elemente, aus welchen Musik besteht – sind die einzigen Prinzipien dieser Schöpfung und können an ihrem Anfang, ihrer Fortdauer und an ihrem Ende erkannt werden. Leute mit hohen oder mit tiefen Idealen, von freundlichem oder unfreundlichem Wesen, zeigen den Unterschied in der Tonhöhe. Ausgeglichenheit im Menschen, in seinen Gedanken, seiner Sprache und seinen Taten zeigen den Rhythmus in ihm. Die gewinnenden Persönlichkeiten der Welt lassen Musik erkennen in ihrer Stimme und ihren Worten. Und schon bevor er ein Wort sagt, zeigt ein Mensch in den Bewegungen seines Körpers Unwissenheit an, wenn sie unrhythmisch sind. Vom Rhythmus des Atems hängt die Gesundheit ab. Dieser zeigt sofort, dass Gemüt und Körper gesund sind, wenn er musikalisch ist, oder unordentlich, wenn er unmusikalisch ist. Alle Schönheit im Bereich der Natur, der Kunst oder der Persönlichkeit ist stille Musik. Jede Seele ist auf diese Erde geboren worden, das zu lieben, was schön ist, und die Schönheit ist ihre einzige Nahrung." Musik 15

'Das Leben ist eine Symphonie, und mit jeder seiner Taten in diesem Leben spielt der Mensch sein ihm eigenes Musikstück'

Das komplexe Gebilde Musik setzt sich zusammen aus Melodie- und Rhythmus.

Einzelteile der Musik

Rhythmus heisst die Unterteilung der Dauer es Musikstückes in zeitliche Einheiten. In anhaltend gleichen Abständen erklingen einzelne oder mehrere Töne. Darauf soll hier nicht vertiefend eingegangen werden, obwohl auch Rhythmusinstrumente in verschiedenen Tönen erklingen, die zueinander Intervalle ergeben. Andererseits ist auch jede Melodie ist rhythmisch gegliedert. Beide Elemente sind also nicht streng zu trennen. Melodie ist eine Folge von Tönen bzw. von Intervallen, den Abständen zwischen den Tönen. Die Intervalle sind zurückzuführen auf die verwendete Tonleiter: in ihr ist festgelegt, wie sich die Töne zueinander verhalten. Die Entstehung der Tonleiter führt uns zu Pythagoras und seinen Experimenten am Monochord. Er fand die Töne, die zueinander gut klingen, die Abstände zwischen diesen Tönen, und definierte diese.

Elemente der Musik, die in ihrer Zusammensetzung Musik ausmachen: Melodie (Melodik), (gr. Weise) geschlossene Folge von Tönen, die durch Rhythmus, Tonverlauf und Betonungsverhältnisse bestimmt ist, sanglich und in sich gegliedert, aus einzelnen Phrasen und Perioden bestehend; im allgemeinen Sprachgebrauch Weise eines Liedes mit wiederkehrenden Motiven, Perioden, Variierungen Harmonie ( Akkorde), Tonalität – Atonalität, Rhythmen (Metrik), Anordnung von Klängen in einem unentwegt zeitteilenden Schema, das einem Musikstück erst den eigentl. Charakter verleiht; zusammengefaßt in Metren (Metrik) und gegliedert in Takte; Musikelemente sind ferner Dynamik, Agogik; Instrumentation bestimmt maßgeblich die Klangfarbe; Musik 16

„Die Musik ist eine verborgene arithmetische Übung der Seele.“ Leibniz . daß sie mit Zahlen umgeht. die nicht weiß.

wenn man die dadurch erzeugte geometrische Veränderung des Raumes (oder besser: der Luft) betrachtet. dass es hier um Proportionen geht. und begann mit dieser Erkenntnis die Ursache des menschlichen Schönheitsempfindens zu ergründen. jeder Klang nur verstanden werden kann. Quinte und Quarte und konnte somit alle Töne der heute bekannten Tonleiter errechnen. der dem ersten sehr ähnlich ist. Da ein Drittel genau die Hälfte (1:2) von zwei Dritteln ist.Pythagoras am Monochord Die Musik macht einen Teil der pythagoräischen Wissensgebiete. sondern das längere Stück schwingt in zwei Bögen. erklingt ein viel höherer Ton. Wenn man den anderen.Verhältnis 1 : 2. der Grundton oder die Schwingung der "leeren" Saite. Pythagoras stellte fest. Musik 17 . dass beide Teile der heruntergedrückten Saite denselben Ton erzeugen. Sie stellt die Lehre von der höheren Geometrie der harmonischen Tonerzeugung in der unsichtbaren Welt des Klanges dar. dem Monochord. damit man die durch die Schwingungen angeregten Töne lauter hören kann. der Mathemata (= Lehren) aus. Der Grundton und dieser Ton klingen jedoch verblüffend ähnlich . Es klingen auf diese Weise zwei Teile von dreien (Verhältnis 2 : 3) auf der einen Seite der heruntergedrückten Saite. erklingt ein anderer Ton. Außerdem kann man feststellen. Die an beiden Enden befestigte Saite wird nun gezupft und es erklingt ein Ton. erklingen die beiden Teile der Saite als Oktave. die das menschliche Ohr als "schön" empfindet. dass die Klangwelt "geometrisch geordnet" ist und jegliche Tonerzeugung. die beide genau die Länge des kleineren Saitenstücks haben. Zupft man erneut. geschieht etwas merkwürdiges: die beiden Saitenteile rechts und links vom Finger schwingen nicht jeweils in einem Bogen. kürzeren Teil der heruntergedrückten Saite (Verhältnis 1 : 3) anzupft. ausführte: Eine Saite wird auf einen länglichen Holzkasten gespannt. welches Pythagoras an einem alten Instrument. Jetzt misst man die Länge der Saite. Er zeigte. die die menschliche Seele misst und miteinander vergleicht. In der Musik (eigentlich in aller Kunst) kann man ein Phänomen beobachten: Es gibt nur eine ganz begrenzte Zahl von musikalischen Intervallen (das sind Zusammenklänge zweier gleichzeitig gespielter Töne). Die Welt der Schwingungen und Wellen erschloss sich ihm in folgendem Experiment. Legt man als nächstes den Finger genau an den dritten Teil der Saite und zupft. Pythagoras fand auf diese Art der Saitenteilung Oktave. Dieser Ton wird Oktavton zum Grundton genannt.fast wie ein Ton! Die halbierte Saite bewegt sich mit genau der doppelten Anzahl von Schwingungen . halbiert sie und drückt sie mit einem Finger genau in der Mitte auf den Kasten.

"Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie." Ludwig van Beethoven .

Monochord = Einsait

Formen und räumliche Proportionen, welche uns ansprechen, ergeben in der klanglichen Umsetzung auch ein schön tönendes Intervall. Mit dem Monochord ist es möglich, Proportionen von Körpern, Pflanzen, Insekten oder eines Grundrissplanes (Haus, Brücke, Kathedrale usw.) zu vertonen. Ebenso spannend ist es, Schwingungen von Farben in den hörbaren Bereich zu oktavieren und somit Farbkombinationen zum Erklingen bringen.

Das abgebildete "Mathematische Monochord" hat 16 gleichgestimmte Saiten, seitlich eingelassen ein Maß-band und die Spektralfarben, was das Experimentieren und "Sich - überraschen - lassen" erleichtert. Die stufenlos verstellbaren Stege erlauben beliebige Tonleitern einzustellen und auch ohne mathematischen Hintergrund oder Absicht zu musizieren und zu improvisieren.

Geeignet ist das Instrument für den Grundlagenuntericht an Schulen, Hochschulen, in der musikalischen Frühförderung, für Meditation und Entspannung, sowie Therapie, oder für alle, die neugierig sind, und selbst auf akustische Entdeckungsreisen gehen möchten.

Der spielerische Umgang mit dem Instrument kann auch in Workshops erlernt werden. Der Instrumentenbauer Bernhard Deutz bietet Kurse zum Monochordbau an. Informationen unter: Bernhard Deutz KLANGWERKSTATT Atelier für Saiteninstrumente www.deutz-klangwerkstatt.de Musik 17

Die Zahlen 1 bis 4
und was Pythagoras in Ihnen fand Pythagoras entdeckte, dass die einfachen, regelmäßig fortschreitenden Zahlenverhältnisse 1:2, 2:3, und 3:4, wunderbarerweise den grundlegenden musikalischen Intervallen Oktave, Quinte und Quarte entsprechen. Zahlen regieren also auch die musikalischen Harmonien! Der Legende nach soll Pythagoras auf diese Entdeckung gekommen sein, als er an einer Schmiede vorbeiging; er hörte, dass sich bei den Hammerschlägen eine Quinte und eine Quarte ergab; er habe daraufhin die Hämmer gewogen und die genannten Zahlenverhältnisse herausbekommen.

Da die "Perfektion der Töne" durch Zahlen offenbart werden konnte, war es auch möglich alle numerischen Proportionen als Töne sichtbar zu machen. Dies unterstützte auch die barocke Idee, dass Musik eine Reflexion der göttlichen Ordnung war.
*(Pythagoras *im 5. Jhd.v.Chr. Sohn des Goldschmiedes Mnesarchos auf der Insel Samos, bei Milet. Lehrer des Tyrannensohnes, gewann viele Anhänger, sein Einfluss wuchs, bis er schliesslich nach Kroton in Süditalien emigrierte. Dort gründete er dann den Bund der Pythagoräer, eine sektenartige Lebensgemeinschaft mit philosophisch - wissenschaftlicher Ausrichtung. Die Anhänger teilten sich in zwei Gruppen: die Akusmatiker (gebildet vom griechischen Wort für ‚Hören’: akuo), die von Pythagoras als schillernder Persönlichkeit angezogen wurden und sich in der Befolgung der pythagoräischen Lebensregeln übten, als Bewunderer und bloße Zuhörer. Und die nach Erkenntnis suchenden Mathematiker (gebildet aus dem griechischen manthano, lernen bzw. dem griechischen Begriff für Lehre: mathema) Diese Gruppe widmete sich voll und ganz den pythagoräischen Wissenschaften: Geometrie und Mathematik, Musik und Astronomie. Die einzelnen Teilgebiete ergänzen sich stimmig zu einer Lehre von der Harmonie des Kosmos - was übersetzt nichts anderes bedeutet als: geordnetes schönes Ganzes. Bei den so genannten pythagoräischen Mathematikern handelte es sich um Adepten einer höheren Stufe der Einweihung, die nach Jahren des Schweigens das Hören gelernt hatten und die nun bereit waren auch die verborgenen, nicht hörbaren Harmonien zu erkennen.)

Musik

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* aus Hans Kayser "Akroasis"

Musik

17

Wassergläsern. hämmert auf einem Amboß. Musik 17 . Der gesamte Kosmos sollte sich also nach Lehrmeinung des Pythagoras durch Zahlenverhältnisse darstellen lassen.Pythagoras übertrug diese harmonikalen Gesetzmäßigkeiten. ganzzahlige Verhältnisse – Klänge eben. Sein hebräisches Gegenüber. Pythagoras entdeckt die Beziehungen zwischen Zahlenordnung und Geräuschfrequenz.Jubal. Er entwickelte sogar eine musikalische Heilkunde. die den Mensch in einen harmonischen Einklang mit dem Universum bringen sollte. dann auch auf die seiner Meinung nach beseelte Natur und die Biologie. Dabei handelt es sich in auffälliger Weise nicht um mathematisch beliebige Proportionen. Saiten und verschiedenen großen Pfeifen. sondern um harmonikal sinnvolle Intervalle. Er experimentiert mit Glocken.

Von Pythagoras bis Euler. Die gesamte Musiktheorie beruht auf der Entdeckung des geometrischen Paradoxons der Welt der Schwingungen und Wellen. es ist daher nichts neues sich mit Musiktheorie zu beschäftigen. Leibnitz und Newton usw. einer himmlischen Musik.Sphärenharmonie Seit alter Zeit ist die Musiktheorie durch Anwendung und Erfahrung geprägt.oder besser: der Luft . die durch die geometrisch angeordneten Planeten bei ihrer gemeinsamen Bewegung erzeugt wird und aus diesem Grunde nannten die Pythagoräer die irdische Musik ein Abbild der himmlischen Harmonie.betrachtet. Deshalb sprach er auch von einer "Sphärenharmonie". wenn man die dadurch erzeugte geometrische Veränderung des Raumes . Keppler (Keplers Sphärenmusik). dass die Klangwelt "geometrisch geordnet" ist und jegliche Tonerzeugung nur verstanden werden kann. Musik 18 . also durch empirische und durch rationale mathematische Berechnungen. Pythagoras zeigte.

hörte Vorlesungen über Griechisch. Diese Urbilder sollen gleich den Harmonien aus Zahlenverhältnissen aufgebaut sein. Kepler glaubt. Kepler erklärt jegliches Harmonieempfinden durch die Erregung von Urbildern in der menschlichen Seele. Deshalb wählt er sieben mit Zirkel und Lineal konstruierbare Vielecke aus. die durch Einbeschreibung regelmäßiger Vielecke in einen Kreis zustande kommen.) Seine harmonischen Spekulationen führen Kepler zu wichtigen Erkenntnissen. Physik. astrologischen und kosmischen Harmonien ansieht. die der Mensch durch Anwendung geometrischer Regeln nachvollziehen kann. dass Gott die Welt nach harmonischen Prinzipien erschaffen hat. Philosophie und Geschichte 1630 starb Kepler 59-jährig auf einer seiner Reisen in Regensburg. Hebräisch. die er als Bausteine aller musikalischen. Keplers harmonische Spekulationen beginnen 1596 im "Mysterium Cosmographicum" und gipfeln 1619 in der "Harmonice Mundi". dass bei der Teilung einer Saite höchstens sieben Wohlklänge entstehen können. Zuerst gelingt ihm der geometrische Nachweis zweier bisher unbekannter Sternpolyeder.Keplers Weltbild Erläuterungen Kepler war als Anhänger der neuplatonischen Philosophie überzeugt. *(Johannes Kepler *1571 in Weil der letzte große Astronom der abendländischen Kultur. Ethik." Musik 18 . Dialektik und Rhetorik. Studium an der Tübinger Universität. die er als Krönung seiner Forschungen sieht. in Graz Lehrer für Mathematik und Astronomie 1601 in Prag Nachfolger des Kaiserlichen Hofmathematikers Tycho Brahe 1612 in Linz Anstellung als Landschaftsmathematiker und Kartenzeichner Lehrer für Mathematik. Seine wichtigste Entdeckung aber ist das Dritte Keplersche Gesetz: "Die Quadrate der Umlaufszeiten zweier Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen ihrer mittleren Abstände. Astronomie.

." Kepler schreibt in seinem Buch ‚De Harmonices Mundi’: "Gebt dem Himmel Luft und es wird wirklich und wahrhaftig Musik erklingen [." "Die auf die Sonne bezogenen Tagesbögen der Umlaufbahnen [bzw." Musik 18 ....] Das Planetensystem ist beherrscht von akustischen Verhältnissen und so klingen die Akkorde des Planentensystems.Harmonice Mundi "Des Weltbaus Harmonie Dein tiefer Geist ergründet. die Aphele und Perihele] der klassischen Planeten des Altertums lassen sich komplett als harmonikale Beziehungen deuten.

Und ihre vorgeschriebne Reise Vollendet sie mit Donnergang."Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang." Goethe in "Faust" Musik 18 .

sondern vermischt alle zu einem Klang. die die unterschiedlichen Klangfarben bedingt. und so erklingen mit dem Ton auch verschiedene andere Töne in unterschiedlicher Anzahl und Stärke. Vergleicht man den Klang eines Klaviers mit dem einer Trompete. Die meisten in der Musik verwendeten Töne bestehen aus einer Grundschwingung und mehreren. so wird man in der Obertonreihe wesentliche Unterschiede feststellen. Ein elastischer Körper schwingt nicht nur in seiner gesamten Länge. Alle Oberschwingungen zusammen ergeben das. weil fast alle Instrumente Oberschwingungen erzeugen. was wir mit unserem Ohr als Klangfarbe wahrnehmen. Töne ohne Oberschwingung haben im zeitlichen Verlauf eine exakte Sinusform. Unser Ohr nimmt aber diese Schwingungen nicht einzeln wahr. aber gewöhnlich auch schwächeren Obertönen.Klangfarbe durch Obertöne Die Klangfarbe eines Tones hängt von der Anzahl der mit dem Ton mitschwingenden Obertöne ab. dem Viertel seiner Länge usw. Genau diese Differenz ist es.. kommen aber in der Musik selten vor. Musik 19 . dem Drittel. sondern gleichzeitig auch in der Hälfte. sowohl die Frequenzen als auch die Intensitäten der Obertöne der beiden Instrumente unterscheiden sich ganz wesentlich.

Die Intervalle werden zwar immer kleiner. deren arithmetische Abweichungen voneinander regelmäßig kleiner werden (1/1. . 3/4. 5f. 7/8 usw. 1/6. 2f. auf diese Oktave folgt eine Quinte. 5/6. Musik 19 . Die Intervalle zwischen den Obertönen (1/2. darauf die nächst höhere Quarte. aber sie hören nicht auf sich noch weiter vom Grundton zu entfernen. 3f. die Oktave. Dann folgt mit dem Teilungsverhältnis 4:5 eine große Terz. 2/3. ist die unendliche Vervielfachung der Grundfrequenz (in Hz): 1f. 1/3. 4f. 4/5. 1/5. 1/2.) bilden Verhältnisse. 1/4. und darauf dann eine kleine Terz mit dem Teilungsverhältnis 5:6 und so weiter. Anders gesagt lässt sich die Obertonreihe folgendermaßen beschreiben: Auf dem Grundton erklingt als erster Oberton. 6f etc. 6/7. 1/7 usw.).Schwingungsverhältnisse der Obertonreihe Die Reihenfolge der Obertöne oder Teiltöne.

" Obertonsänger Roberto Laneri Musik 19 . Zusätzlich zum Grundton lassen sich so mit einiger Übung Obertonmelodien singen. Die Obertöne tragen das ganze Universum in sich. sondern der Kontemplation. Es ist vor allem eine Frage der Wahrnehmung. diese Obertöne deutlich vernehmbar zu singen. nicht der Aktion.Obertongesang Zur Möglichkeit Obertöne zusätzlich zu einem gesungenen Ton erklingen zu lassen Es ist möglich mit Hilfe einer bestimmten Gesangstechnik. "Der erste Schritt ist es einen Ton lange festzuhalten und zu beobachten.

Oktave und Quinte (3:2) werden in praktisch allen Musikkulturen bevorzugt verwendet. unser Ohr erkennt dieses Phänomen. und wir bevorzugen diese Ordnung gegenüber allen anderen komplizierten oder ungeordneten Tonbeziehungen... Entscheidend ist: die Töne haben eine natürliche Ordnung (die ganzzahligen. ist in verschiedenen Zeitaltern und von Kulturen zu Kultur unterschiedlich gewesen. verschiedene Musik Innerhalb unseres westlichen Tonsystems kommt es in den Tonleitern zu regelmäßig wiederkehrenden Tonverwandtschaften. einfachen Schwingungsproportionen. je einfacher das Zahlenverhältnis der Schwingungen zueinander ist. schätzen wir auch weniger klar definierte Geräuschphänomene) Musik 20 . Die Ähnlichkeiten zwischen den Tönen sind hörbar. Die Verwandtschaft ist umso enger. Welche weiteren Intervalle mit einfachen Schwingungsverhältnissen benutzt werden. Als fast identisch empfindet man die Oktave zum Grundton – Schwingungsverhältnis 2:1. (allerdings spielen für den Tonsinn auch andere Schwingungsverhältnisse eine Rolle: vom Rauschen der Bäume bis zum Gongschlag. die zu klaren Regelmäßigkeiten führen).Tonsysteme verschiedene Kulturen.

zugunsten der Spielbarkeit aller Tonleitern.Stimmung Mathematisch exakte Proportionen sind in der heutigen westlichen Musik der Sonderfall. bei der die Intervalle minimal von den mathematischen Intervallen abweichen. Das begründet sich auf die wohltemperierte Stimmung der Tasteninstrumente. Musik 20 .

Musik 20 . wie Klangfarbe oder Hörerfahrung. Hypothese: Konsonanz eines Intervalles ist quantitativ bestimmbar. sondern auch beeinflusst von sekundären Aspekten.Wie entstanden die Tonsysteme? Tonhöhen und Instrumente Vorlieben verschiedener Kulturen Welchen Einfluss hat die Wahrnehmung von Intervallen auf die Ausbildung von Tonsystemen und musikalischer Stimmungen? Die Konsonanz (der Wohlklang) eines Intervalles ist keine absolute und kontextunahängige Grösse.

temperierten Stimmung nach sich gezogen hat. abgeleitet von Klarenz Barlows "Harmonizitätsformel" (auf die hier nicht näher eingegangen werden soll) berechnetGeorg Hajdudie Energie von Intervallen und Tonsystemen. Diese Berechnungen zeigen. Georg Hajdu schlussfolgert. was wir harmonisch finden? Energiegehalte von Intervallen Durch die Funktion der "harmonischen Energie". kann man also durch diese Formel die Stabilität eines Tonsystems oder Intervalls und somit dessen Harmonizität zu bestimmen. dass die zunehmende Fixierung der abendländischen Kultur auf die Tonhöhe zu einer Vorliebe für gewisse Instrumente geführt und die Entwicklung der gleichschwebend . Die äquidistante Pentatonik ist in verschiedenen Kulturen nachzuweisen. dass Stabilität der Zustand geringster Energie ist. in denen Xylophone und andere Instrumente mit verhältnismäßig geringer Tonhöhenstärke vorwiegen. dass die Stärke des Tonhöheneindrucks grossen Einfluss auf die Stabilität des Systems hat: Bei niedrigen Tonhöhen ist die Pentatonik am stabilsten. *(das Experiment zur Energiebestimmung bei Tonsystemen heisst: “Low energy and equal spacing: the multifactorial evolution of tuning systems”) Basierend auf dem physikalischen Gesetz. Musik 20 . die 12 stufige temperierte Stimmung. Bei hohen Tönen.Ist berechenbar.

ist in der atonalen Musik der Begriff der Dissonanz völlig neu geprägt und in mancher Hinsicht gänzlich aufgehoben worden. Konsonanz das als Wohlklang empfundene Zusammenklingen von Tönen. im Gegensatz zur Dissonanz. Terz (4:5) und kleine Terz (5:6). Quarte (3:4). ihr folgen dem Grad der Konsonanz nach Quinte und Quarte. Jahrhundert als „unvollkommene“ Konsonanzen galten). weshalb diese Intervalle auch als „reine Intervalle“ bezeichnet werden.B. Die Dissonanz ist als spannungsgeladener Klang der Überführung in die Konsonanz bedürftig. den Zusammenklang von mitschwingenden Obertönen und Intervalltönen sowie den Fortfall von Schwebungen bei Verschmelzung der Töne. Sexte (3:5).Konsonanz und Dissonanz Ob das gleichzeitige Erklingen zweier Töne als Wohlklang (Konsonanz) oder als Missklang (Dissonanz) empfunden wird. Danach folgen: Quinte (2:3). Während früher sogar die (nichttemperierte) Terz als Dissonanz galt. Dissonanz das Zusammentreffen von einander widerstrebenden Tönen. Die Dissonanz ist dem Klangideal jeder Zeit wechselnd unterworfen. Die Konsonanz ist gekennzeichnet durch die Einfachheit der Schwingungsverhältnisse der beteiligten Töne. die dann als Entspannung in der Harmonie erscheint. Dies gilt am vollkommensten für die Oktave (sowie theoretisch für den Einklang). Die beste Konsonanz ergibt demnach die Oktave mit dem Verhältnis 2:1. Die Sekunde (8:9) und die Septime (8:15) ergeben Dissonanzen. hängt vom Frequenzverhältnis beider Töne ab. Konsonanz tritt ein. So erhält z. Musik 21 . wenn sich das Frequenzverhältnis durch ganze Zahlen kleiner als sieben ausdrücken lässt. dann Terz und Sexte (die bis ins 17. jeder konsonante Dur – Dreiklang durch das Hinzutreten der großen Septime den Charakter eines dissonanten Dominantakkords und wird damit zu einem wichtigen Mittel des Übergangs in die Konsonanz einer anderen Tonart (Modulation).

Der Goldene Schnitt in der Musik musikalische Harmonie Das 1:1 – Verhältnis. in der die Quotienten sich alle auf den irrationalen und vollkommen reziproken Quotienten 0. Jede Moll. Die Reihe 2:3:5:8 aber ist der Anfang der Summenreihe des Fibonacci. Die Quarte ist identisch mit dem 3:4 – Verhältnis des pythagoreischen Dreiecks. Die Konsonanz des 3:4 – Verhältnisses hieß diatessaron von tessares = 4. nur auf einer höheren Ebene produziert..618 des Goldenen Schnittes zubewegen. bei uns heißt es Quinte. Die Dominanten beginnen und enden mit dem fünften Ton der Tonleiter. und ihr Verhältnis zum jeweiligen Grundton entspricht wiederum dem Verhältnis des Goldenen Schnitts.und Dreiergruppen unterteilt. weil es fünf Intervalle umfasst.und Durtonart hat ihre eigenen Dominanten und Subdominanten mit den dazugehörigen Dreiklängen. bei uns ist es die Quarte. welches Gleichheit bedeutet.618.666 – Verhältnis der Quinte kommt nun sehr nah an den Quotienten des Goldenen Schnitts von 0. Die Griechen nannten dieses Verhältnis diapason: dia = durch. abgeleitet von pas oder pan = alles.5 – Verhältnis eines aus zwei gleichen Quadraten zusammengesetzten Rechtecks mit einer Diagonalen von der Länge Wurzel aus 5. wird Einklang oder unisono genannt. welche die Seitenlange zweier reziproker goldener Rechtecke ist. dann fallen uns sofort ihre harmonischen goldenen Proportionen auf. Da sind acht weiße und fünf schwarze Tasten. Das 2:3 = 0. das den gleichen Ton.. heran. Betrachten wir eine Tastatur. und die fünf schwarzen Tasten sind in Zweier. Die Oktave hat das 1:2 = 0. weil es alle acht Tonstufen des Tonsystems (die acht weißen Tasten der Tastatur) umfasst. Das 1:2 – Verhältnis. Der angenehme Klang des 2:3 – Verhältnisses wurde diapente von pente = 5 genannt. Musik 21 . die Subdominanten mit dem vierten. wird Oktave genannt. pason.

Die Verwandtschaft ist umso enger. ist zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gewesen. Musik 21 . Oktave und Quinte (3:2) werden in praktisch allen Musikkulturen bevorzugt verwendet. unser Ohr erkennt dieses Phänomen.Welche Töne machen die Musik? Grundlagen derTonleitern Die Musik verwendet aus dem unendlichen Tonvorrat des Hörbereiches (zw. Entscheidend ist: die Töne haben eine natürliche Ordnung (eben diese ganzzahligen. einfachen Schwingungsproportionen. 16 und 16000 Hertz) nur Töne in ganz bestimmten Abständen. und wir bevorzugen diese Ordnung gegenüber allen anderen komplizierten oder ungeordneten Tonbeziehungen. Als fast identisch empfindet man die Oktave zum Grundton – Schwingungsverhältnis 2:1. Akustisch bemerkbar sind die Zusammengehörigkeiten oder Ähnlichkeiten zwischen den Tönen. die zu klaren Regelmäßigkeiten führen). Innerhalb unseres westlichen Tonsystems kommt es in den Tonleitern zu regelmäßig wiederkehrenden Tonverwandtschaften. Welche weiteren Intervalle mit einfachen Schwingungsverhältnissen. je einfacher das Zahlenverhältnis der Schwingungen zueinander ist.

Musik 21 . ges.Tonleitern Harmonische (diatonische) Tonleiter Sie besteht aus acht Tönen. sie werden durch den Mittelwert ersetzt. ais) oder die höhere Frequenz um den Faktor 24:25 verkleinert (das gibt des. Deshalb ist diese Tonleiter. dis. Jede Skala umfasst den Umfang einer Oktave. es. b). Orgel usw. Je zwei Töne stehen in bestimmten Frequenzverhältnissen. fis. Die sieben Tonschritte sind je nach Tongeschlecht mit typischen Halbtonschritten strukturiert. dem man beide Namen zugleich gibt. as. gis. Sie bestimmen die gesamte europäische Musik. obwohl sie die klangreinsten Intervalle (reine Stimmung) hat.) nicht brauchbar. wobei der letzte und höchste Ton die Oktavierung des Grundtons ist. Die in beiden Fällen entstehenden Frequenzen stimmen nicht überein. entstanden aus den Kirchentonarten des Mittelalters und werden durch ihre jeweils charakteristischen Halbtonschritte definiert. für Instrumente mit fester Stimmung (Klavier. Chromatische Tonleiter Bei ihr sind die ganzen Intervalle in je zwei halbe Intervalle aufgeteilt. Entweder wird der tiefere Ton eines Intervalles um den Faktor 25:24 erhöht (das gibt cis. Die entstandenen 12 Halbintervalle besitzen kein einheitliches Frequenzverhältnis.

Antike und erneut Renaissance befassten sich auch mit der Anwendung des Goldenen Schnittes. Dreieck und Kreis grundlegende Verhältnismaßstäbe dar. Für die menschliche Figur entwickelte Polyklet eine Proportionslehre. So wurde von den Griechen der halbe untere Säulendurchmesser zum Ausgangspunkt der Proportion genommen. Proportion 22 . alle übrigen Bauteile bildeten ein Vielfaches oder Bruchteile hiervon (dazu wurde das Modul 30 partes unterteilt). Breite und Tiefe. Für die römische Baukunst wurde der von Vitruv anhand der griechischen Tempelarchitektur festgelegte Kanon zur Vorgabe. Schon Baumeister des alten Orient und der Antike beschäftigten die Verhältnisse von Gesamtbau und seinen Bauteilen in ihrer Höhe.Proportion Das Verhältnis der Teile eines Ganzen zueinander In der Architektur und der bildenden Kunst beschreibt der Begriff der Proprotion Maßverhältnisse. In der Kunst des Mittelalters stellten Quadrat.

Denn es muss ein Band zwischen ihnen entstehen. Das kann die Proportion am besten vollbringen. die kleinste zu der mittleren wie die mittlere zur größten. und da es dasselbe wird. das sie vereinigt. Denn wenn von irgend drei Zahlen die mittlere sich zu der kleinsten verhält.Der goldene Schnitt „Dass zwei Dinge sich auf eine schöne Art vereinigen ohne ein drittes ist unmöglich. wie die größte zu der mittleren selbst und umgekehrt. dann wird das Letzte und Erste das Mittlere und das Mittlere Erstes und Letztes. alles wird also mit Notwendigkeit dasselbe. bildet es ein Einziges.“ PLATON Proportion 23 .

Der Goldene Schnitt] Proportion 23 . * [Otto Hagenmaier.Sectio Aurea Die heute allgemein übliche Bezeichnung „Goldener Schnitt“ stammt wahrscheinlich aus dem 19. aus der Verbindung des mittelalterlichen „regula aurea“ (Regeldetrie) und der Keplerschen Bezeichnung „sectio divina“. einer kontinuierlichen Proportionsreihe in Goldenen – Schnitt – Verhältnissen. Diese Proportionsbeziehungen wurden in unserem Jahrhundert besonders durch den französischen Architekten Le Corbusier weitergeführt zur Entwicklung des Modulors. Jahrhundert.

2 36 x 1 1.236 Major 2 Proportion 23 0.764 Minor .Konstruktion des Goldenen Schnittes 2.

mit einer Ö5 .Diagonalen.6 18 1 1 Oktave Die Oktave (1:2) entspricht einem Rechteck.6 Ö 2 5= . 1 Proportion 24 .0. welche die Seitenlänge zweier reziproker goldener Rechtecke oder eines Quadrats plus zwei seitlichen goldenen Rechtecken ist.23 1 6 18 0. welches aus zwei Quadraten gebildet wird.

4 3 Quarte Die Quarte (3 : 4) entspricht annähernd einem Pentagon. Proportion 24 .Dreieck.75. 3:4 = 0.

.618 Proportion 24 .3 3 2 Quinte Die Quinte (2 : 3) entspricht annähernd dem Verhältnis der Seiten eines Pentagramm .66. 2:3 = 0.Dreiecks. ~ 0..

6 ~ goldener Schnitt = 0. Die Halbtöne.2 3 8 13 5 2 3 8 2:3 = 0.625 8:13 = 0.666. 3:5 = 0...615 Von der Tastatur des Klaviers lassen sich die Proportionen in der Tonleiter ablesen. die durch die schwarzen Tasten sichtbar sind und die ganzen Tonschritte (weisse Tasten) weisen die Zahlenverhältnisse der Fibonacci . Proportion 24 .618 5:8 = 0. 2 : 3 : 5 : 8 : 13 In dieser Reihe ergibt die Summe zweier aufeinanderfolgender Zahlen immer die nächste Zahl und der Quotient nähert sich stetig dem Goldenen Schnitt.Reihe auf.

„Die Grenze gibt dem Grenzenlosen Form.“ Pythagoras .

. das entsteht. dass die gleiche Harmonie überall entstand. römischen. sowohl in der Architektur wie im Ordnungsgefüge der gesamten organischen und anorganischen Natur. schaffen wir logische. . griechischen. bei denen Verstand und Augen gleichzeitig auf ihre Kosten kommen.. die Proportionen hingegen legen die Verhältnisse der Teile nach einem immanenten Gesetz fest. dem Unterschied zwischen Proportion und Dimension nachzugehen. dass es in der gesamten Vegetation Proportionsgesetze gibt. ganz verpflichtet hat und die dazu noch ganz variabel bleibt in Bezug auf das Objekt. sondern sie kann sich finden. denn die Proportionen sind die Töchter der Geometrie. die sich der Geometrie. so sagen wir noch einmal. . dass den Proportionen keinesfalls eine blinde Methodik zugrunde liegt. byzantinischen und gotischen Baumeistern Anwendung fanden. Einem Botaniker wäre es ein Leichtes.Proportion in der Baukunst Mit Hilfe der Proportionen regeln wir das Verhältnis der Teile zu dem Ganzen. Wir haben an anderer Stelle erläutert. sondern eine harmonische Maßstäblichkeit. deren Anwendung größte Aufmerksamkeit verlangt. zwischen Fassade und Oberfläche. Noch wichtiger ist es.. im Sinne des gerade herrschenden Stils. andere Proportionen schaffen und so die Anwendungsmöglichkeiten der Geometrie unendlich variieren. keine unerklärte oder unerklärbare Formel. eine Verhältnismäßigkeit. wir haben dargelegt. Der architektonische Raum] Proportion 25 . aus der Geometrie abgeleitete Gesetze bei den ägyptischen. * [Philippe Boudon. weil sie diesen Formen überlegen waren. wenn es darum ging. sich ein Proportionsgesetz zu geben. zu erklären. ist nicht der Sklave eines hierarchischen Proportionssystems. zwischen Höhe und Breite. sondern eine Verhältnismäßigkeit zwischen Fülle und Leere. die ein konstantes Verhältnis der Teile zu dem Ganzen festlegen. Breite und Oberfläche an.. notwendige Beziehungen. . Die Architektur.. Wir haben gesagt. die Proportionen in der Architektur sind keineswegs ein unveränderlicher Kanon. Die Dimensionen geben schlichtweg Höhe. in Theben sowohl wie in Athen. Sie vermochten die Beziehungen so zu lenken. Die auf Proportionen bezogene (Bau-)Kunst ist nicht auf das Befolgen eines Kanons beschränkt und die Gesetze der Proportion sind nicht etwa eine bloße Formelsammlung. dass bestimmte. das auf die verschiedensten Bauwerke anzuwenden war. zu deren Anwendung es nur ein bisschen Kunstfertigkeit bedarf. dass solche Gesetze die Einführung neuer Formen keineswegs behinderten. in Rom ebenso wie in Paris.. eine gegenseitig Abhängigkeit veränderlicher Teile.

A B C B G (4) D C El Tajin. Mexico Piramide de los Nichos Nischenpyramide E (3) F E (3) C (1.618) A (0.618) .618) B (1) D (2.

894 h = 7.69 4. Athen e f b .577 Parthenontempel.98 s = 16.297 4.30 4.29 4.277 j = 12.5 d g c 4.29 3.69 b d 3.297 h = 7.98 r = 12.e f a e f a a c c e b f e 4d b a c 5.

Mies van der Rohe Proportion 25 .2 5 1 3 Neue Nationalgalerie.

Proportion 26 . das nicht mit anderen Maßen seiner Gestalt in harmonischer Beziehung stünde. Tier und Mensch.Alles Lebendige ist proportioniert: kein Maß an Pflanze. Diesen Einklang erfahren wir als Schönheit.

die ihrerseits regelmäßige Polygone sind. ein Gedanke mit solcher Macht ergriff. Dodekaeder und Ikosaeder. dass jeder der fünf aus dem Altertum bekannten regelmäßigen Körper eine der Sphären von innen. vollkommene Körper gibt – und warum ihre Bahnen in diesem Verhältnis zueinander stehen. Oktaeder.Goodstein. und J. und nur fünf.Juli 1595 gerade eine Figur an die Tafel. Während er einem gleichseitigen Dreieck Kreise ein. Kepler brachte sie in die Reihenfolge Tetraeder. (Die vollkommenen oder Platonischen Körper haben zueinander kongruente. dass er das Gefühl hatte. Nicht zum letzten Mal in seinem Leben dachte Kepler.L. Keplers Modell erklärte. erkannte er plötzlich. er habe Einblick in den Geist des Schöpfers erhalten. dass das Verhältnis der Durchmesser der beiden Kreise (der äußere ist genau zweimal so groß wie der innere) im wesentlichen dasselbe ist wie das Verhältnis der Durchmesser der Bahnen von Jupiter und Saturn.und umschrieb. deren Drehungen den Bewegungen der sechs damals bekannten Planeten entsprachen. Diese Entdeckung brachte Kepler selbst auf eine neue Bahn. in dem er die sechs unsichtbaren Sphären. Die Platonischen Körper sind bestimmt von den Proportionen des Goldenen Schnittes) Tatsächlich ist dann das Verhältnis der Durchmesser der Sphären fast genau dasselbe wie das der Planetenbahnen. eine andere von außen berührt. und nur sechs. Planeten gab – weil es fünf. Feynmans verschollene Vorlesung] Proportion 26 . Würfel. ebene Seitenflächen. Das ganze passte wunderbar zusammen. wie er berichtet. so anordnete. * * [D.R. warum es sechs. und dadurch wurde Tycho Brahe auf ihn aufmerksam.In Graz zeichnete Kepler am 9. Er veröffentlichte seine Erkenntnis 1596 in dem Buch Mysterium cosmographicum. als ihn. den Schlüssel zum Geheimnis der Schöpfung in Händen zu halten. Er entwarf ein Modell.

wo uns die Natur infolge der Schönheit ihrer Form oder harmonischer Maße besonders befriedigt oder erfreut. dass da. meist die Verhältnisse des Goldenen Schnittes nachweisbar sind. das Eisenerz Schwefelkies. Proportion 26 . Dass dabei ungleiche Strecken häufig im Verhältnis de Goldenen Schnittes stehen. Auch Pyrit. wobei aber keineswegs bestritten werden soll. dass manches organische Gebilde oder Wesen wenig oder überhaupt keine Beziehung zur Goldenen Reihe zeigt. Diesen Stern finden wir in jeder der vielen Spielarten der Kristalle wieder. Fest steht aber.Proportion in unserer Umwelt Bei Messungen in der Natur findet man erstaunlich oft die Verhältnisse des Goldenen Schnittes. einem von zwölf Fünfecken begrenzten Zwölfeck. dürfte für unsere weiteren Betrachtungen wissenswert sein. So sind die Gebilde der Schneekristalle – um ein bekanntes Beispiel eines Kristalls zu nennen – streng geometrisch geordnet und bilden in ihrer Grundform einen sechsstrahligen Stern.Dodekaeder. kristallisiert in einem nicht ganz regelmäßigen Pentagon .

Sogar das Efeublatt. zeigt offenkundige Verwandtschaft mit der Fünfecksform. Auch das Quadrat lässt sich als Grundform vielfach in der Natur nachweisen: so treffen wir es in der Verdoppelung als Achtstern bei den Kreuzblütlern. bei Männertreu und Wiesenschaumkraut. die Nelke. Efeublatt Heckenrose Sehr oft lässt sich an Blättern und Blüten das Maßverhältnis des Goldenen Schnittes nachweisen. der Phlox und andere zeigen diese Grundform.Akeleiblüte Am häufigsten begegnet uns das Fünfeck und das Sternfünfeck oder Pentagramm. In der Pflanzenwelt treffen wir diese Form am klarsten in der Blüte der Akelei. die Heckenrose. Das Schneeglöckchen ordnet seine Blütenblätter im gleichseitigen Dreieck an. wie die Glockenblume. das große Unregelmäßigkeiten aufweist. so beim Blatt des Goldregens. der Maiblume usw. die Lindenblüte. und als Achteck in seltener Regelmäßigkeit bei der Einbeere. Zahlreiche andere Blüten. in der Tierwelt beim Seestern an. während uns die Blüten der verschiedenen Lilienarten das zum Sechsstern verdoppelte gleichseitige Dreieck zeigen. dass die Bienenwabe aus vielen nebeneinander gefügten reinen Sechsecken gebildet wird. der Alpengänsedistel. Es scheint. etwa das Himbeerblatt. Glockenblume Proportion 26 . Es ist bekannt. Dagegen bildet die ungefüllte Blüte der Dahlie einen achtstrahligen Stern. ebenso wie diverse Blätter. als bemühe sich die Natur der idealen mathematischen Grundform so nahe wie möglich zu kommen.

„..“ Auguste Rodin . ihre Gleichgewichtsbeziehungen entsprechen genau der Ordnung in der Natur. Ihre Proportion. Und die Blumen haben die Kathedralen geschaffen. Die Kathedrale ist im Ebenbild der lebenden Körper erbaut....

so trifft der Teilungspunkt in die Höhe der Fingerspitzen. Auch bei den übrigen Fingern lässt sich dieses Verhältnis feststellen. Wir haben hier also eine dreifache Goldene Reihe. Mittelhand. Weiterhin ist noch auffallend: Ellenbogen bis Handgelenk bildet den Major zur ganzen Hand vom Handgelenk zur Mittelfingerspitze als Minor. so trifft der untere Endpunkt in das Fußgelenk. Dabei ist allerdings zu sagen. da diese auf Grund ihrer physiologischen Aufgabe etwas anders gebaut ist als der Mann. Proportion 27 . als Major die Strecke vom Kinnansatz zum Nabel. abermals und wiederum so. dass der Teilungspunkt beim Mann fast immer mit dem Nabel zusammentrifft. also die Strecke vom Scheitel bis zum Nabel. mittleres. Nimmt man die Entfernung vom Hüftgelenk zum Schultergelenk als Major an. unteres Glied des Mittelfingers. werden dies bestätigen. 4. dass der Minor oben. Die angefügte Nebeneinanderstellung gibt weitere Teilungen an. am normal gebauten Körper vorgenommen. oberes. wird diese Länge jedoch umgekehrt als Major angesehen. Die Hand bildet eine dreifache Goldene Reihe: 1. so ergibt sich als neuer Minor die Kopfhöhe. Eigene Versuche und Messungen mit dem Goldenen Zirkel. wobei besonders die Verhältnisse des Kopfes einen überraschend klaren Eindruck von der Harmonie dieser Proportion dem Suchenden übermitteln werden. dass der Minor oben liegt. Zerlegt man bei der Messung der ganzen Gestalt den Major nach oben. 3. 2. Teilen wir den ebenso gefundenen Minor. der Major unten angenommen ist. bei herabhängenden Armen. so trifft der obere Endpunkt den Scheitel.Harmonische Teilung des menschlichen Körpers Teilt man die gesamte Höhe einer stehenden Gestalt so. so trifft die Teilung in den Nabel (Taille). Bei der Frau trifft dies seltener zu.

a c b e d e c Aphrodite von Kyrene a:b = b:c = c:d = d:e = 0.618 Proportion 27 .

“ Proportion 27 . Grundlagen für das ideale Menschen – Maß: Scheitelhöhe 183 cm Nabelhöhe 113 cm Fingerspitzen bei erhobenem Arm 225 cm Diese Maßverhältnisse legt er seinem „Modulor“ zugrunde. die beiden Goldenen Schnitte“. Über diesen harmonischen Maßstab schreibt Einstein: „Es ist ein Maßsystem. Fingerspitze des erhobenen Arms – drei Intervalle. Solarplexus. das das Schlechte schwierig und das Gute leicht macht. Die Mathematik andererseits bietet sowohl die einfachste wie die stärkste Variationsmöglichkeit eines Wertes: die Einheit. woraus sich eine Reihe von Goldenen Schnitten ergibt. die man nach Fibonacci benennt. Kopf. das Doppel. das von der menschlichen Gestalt und der Mathematik ausgeht.Le Corbusier bringt in seinem Werk „Der Modulor“ den Menschen in engste Beziehung zum Goldenen Schnitt und formuliert: „Der Modulor ist ein Maßwerkzeug. Ein Mensch mit erhobenem Arm liefert in den Haupt-punkten der Raumverdrängung – Fuß. die eine Reihe von Goldenen Schnitten ergeben.

Anwendung 28 .. Der praktische Nutzen seiner Arbeit ist weitreichend dokumentiert worden. Architektur und Harmonik für den entwerfenden Studenten.und wozu? Welchen praktischen Nutzen hat das Wissen über Proportionen. in denen harmonische Maße dem Entwerfenden die Hand führten... Musik. Innenarchitekten oder Gestalter? Mit dem Modulor hat Le Corbusier eine einzigartige Anleitung zur Verwendung der harmonischen Proportionen des Menschen in Architektur und Gestaltung geschrieben. Hier sollen weitere Beispiele gezeigt werden.

Layout harmonisch Ein klassisches Anwendungsgebiet harmonischer Proportionen in der Gestaltung ist das Drucklayout. deren Formen harmonisch miteinander und zur ganzen Seite in Beziehung standen. Diesen Prinzipien folgt das Layout noch heute . Anwendung 29 .in Lehrbüchern wie in Frauenzeitschriften. Schon handgeschriebene Bibeln aus dem Mittelalter waren in Blöcke und Absätze unterteilt.

Das Wort Harmonie. die alle mit der äusseren Form in Verbindung stehen. entlang der Diagonalen und der Mitte. oft kontrastierende. ob in der Musik oder im Design: Harmonie ist die Grundlage jeder ausgewogenen Komposition. Hier wurde als Seitenformat das Doppelquadrat gewählt. Anwendung 29 . Die tiefe innere Gemeinsamkeit Was ist Harmonie? Harmonie ist die Kunst Unterschiedliches oder Entgegengesetztes in Einklang zu bringen.B. wodurch sich bei aufgeschlagener Doppelseite in der Gesamtform wieder ein Quadrat ergibt. unterstützt die Intention. Ob Töne und Klänge oder Farben und Formen. An dieses Raster können nun Texte ihrer Länge nach angepasst und an ihm ausgerichtet werden. die Doppelseite als Einheit zu betrachten. z. sich in der Verbindung jedoch ergänzende Elemente eint. abgeleitet aus dem griechischen harmos = verbinden. beschreibt die Qualität Ganzen. Die Drehung des Buches. Durch die Unterteilung der Seite. das verschiedene. entsteht ein Netz von Linien. aufgrund derer jetzt nicht mehr zuerst die linke und dann die rechte Seite Beachtung findet.

sich in der Verbindung jedoch ergänzende Elemente eint. abgeleitet aus dem griechischen harmos = verbinden. beschreibt die Qualität Ganzen. . Die tiefe innere Gemeinsamkeit Was ist Harmonie? Harmonie ist die Kunst Unterschiedliches oder Entgegengesetztes in Einklang zu bringen. Ob Töne und Klänge oder Farben und Formen.Das Wort Harmonie. oft kontrastierende. ob in der Musik oder im Design: Harmonie ist die Grundlage jeder ausgewogenen Komposition. das verschiedene.

sich in der Verbindung jedoch ergänzende Elemente eint. das verschiedene.Die tiefe innere Gemeinsamkeit Was ist Harmonie? Das Wort Harmonie. beschreibt die Qualität Ganzen. ob in der Musik oder im Design: Harmonie ist die Grundlage jeder ausgewogenen Komposition. . Ob Töne und Klänge oder Farben und Formen. oft kontrastierende. Harmonie ist die Kunst Unterschiedliches oder Entgegengesetztes in Einklang zu bringen. abgeleitet aus dem griechischen harmos = verbinden.

1962 Ausbildung an Glasfachschule Hadamar zum Glasmaler 1962 .Harmonie in Serie Michael Boehm ist einer der renommiertesten europäischen Glasdesigner.Glasdesign 1998 Honorarprofessur daselbst Anwendung 30 . Er lebt und arbeitet in Berlin und Oberfranken und entwirft nach harmonikalen Prinzipien. Fachgebiet Keramik . Er benutzt ein Monochord und Skalen. 1944 in Merseburg geboren 1959 .1966 Studium der freien Malerei an der Hochschule für bildendene Künste in Kassel bei Arnold Bode 1966 Bühnenbildassistent am Staatstheater Kassel und Beginn der Zusammenarbeit mit der Rosenthal AG 1982 Lehrauftrag für Gestaltung an Fachhochschule Coburg 1992 Lehrauftrag für Glasentwurf / Glasdesign an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. wie die Nebenstehende.

Das garantiert schon sein Anspruch an eine humane Angemessenheit. Hamburg) Anwendung 30 . Das vereinende Prinzip ist die Zahl. wo musikalische Intervalle ihre gläserne Gestalt finden. verschiedene Maßtabellen. Darüber hinaus finden Theoretiker die Erklärung für Ausgewogenheit und Harmonie der ausgestellten Kollektion in den ebenfalls präsentierten Werkzeugen des Gestalters selbst. So theoretisch diese Arbeitsweise auch scheinen mag. die Tonleiter als Lineal. die Entwürfe von Michael Boehm bleiben immer dem Menschen verpflichtet. Ein Monochord. Hamburg zu sehen. Proportionszirkel und Kurzlineale mit harmonikalen Kurven.Die Ausstellung Form & Klang führt den Besucher in die Welt der visuellen Harmonien. keine subjektiven Gefallenskriterien. ist zu sehen. Dem Kunstwerk liegt eine präzise Gestaltung zu Grunde. willkürliche Anordnungen von Intervallen oder Proportionen. Juni 2005 im Freiraum des Museum für Kunst uns Gewerbe. Nun entsteht weder das musikalische noch das formgestalterische Meisterwerk durch beliebige. indem sich sein Grundmaß am Menschen und der Erde orientiert. Form und Klang Nach der Prämisse von Michael Boehm sind Form und Klang wesensverwandt. * * (Quelle: Pressetexte des MKG. ein Tonmessgerät mit Maßstab. die er erreicht. Die Ausstellung “Form & Klang” war bis zum 5. die entweder als Klang oder als Proportion wahrgenommen wird.

Es ist mein Bestreben.Mein Design versucht. Prof. Menschen wieder von der Schönheit des Glases zu begeistern. Michael Boehm . die Gegenstände einer Gebrauchskultur als Einheit zu verstehen.

können Grundlage oder Kontrolle für den Entwurf bilden. in den Proportionen des Goldenen Schnittes .6 13 18 1. 21 8 1 2.6 mi no r Ma jor Anwendung 31 . Im Beispiel entstehen Bögen oder Schnecken. was eine harmonische Dynamik vermittelt.hier beispielsweise ein Kreisraster.6 8 12 3 5 8 1 0.Formen Sich harmonisch entwickelnde Raster . die eine sich öffnende und eine sich schliessende Seite haben.

ob ein proportionales Prinzip aus sich heraus zur Form führen kann. oder ob es eher eine Methode der Entwurfsprüfung und nachträglichen Ordnung darstellt. Dreiecken. es ist jedoch unstreitbar. kann man sich einen eigenen "Vorrat" an harmonischen Elementen zusammenstellen.. Die Proportionierung eine entscheidende Qualität des Schönen. Spiralen. Kreissegmenten und Bögen. Kreisen. Vielecken.. Anwendung 31 . wie einen Formenbaukasten (bestehend aus Vierecken. so wie deren Wirkungen. Winkeln. etc). die man frei verwenden kann.Ausblick Durch das Studium der unterschiedlichen Proportionen und Formen. Parabeln. Zwar bestehen bis heute unterschiedliche Meinungen. dass das Wissen über harmonische Proportionen und die Beschäftigung mit deren Wirkung eine große Hilfe für den Gestalter sind.

Ernst Nada Brahma . Rudolph Das Monochord Hagemaier.Jones.R. György Die Kraft der Grenzen Empfehlenswerte Literatur Fonatti. Otl Die Welt als Entwurf Berendt. J. Daniel EQ Emotionale Intelligenz Goodstein. Otto Der goldene Schnitt Hamel. Ernst Zahlengrundlagen der Musik im Wandel der Zeit Blundell .Die Welt ist Klang Bindel. Peter Michael Durch Musik zum Selbst Kandinsky. Philippe Der architektonische Raum Bürkle.Aicher. Ernst Pythagoras Bindel. Joachim . Wassily Über das Geistige in der Kunst Literatur 32 . Feynmans verschollene Vorlesung Haase. Franco Elementare Gestaltungsprinzipien in der Architektur Geo 11/2003 Macht Musik den Menschen besser? Goleman. Peter Hans Scharoun Boudon. Johann Christoph Hans Scharoun und die Moderne Doczi.

Jan Das Monochord Literatur 32 .Kayser. Hans Akróasis Krier. Pieter Organische Architektur von der Maas. Rob Über architektonische Komposition Le Corbusier Der Modulor Neufert Bauentwurfslehre Schneider. Wulf Sinn und Un-Sinn van der Ree.

Prof. Vielen Dank auch an das Team der Werkstatt der FH Coburg. Herr Bernhard Deutz gewährte mir Einblick in die Kunst des Instrumentenbaus. der mir alles beigebracht hat. mir Einblicke zu gewähren. Michael Boehm nahm sich Zeit. Vielen Dank. gab Anleitung zum Bau des Monochords und ergänzte am Eröffnungstag der Ausstellung die Präsentation durch sein Wissen und seine Hingabe zum Thema harmonische Proportionen. wofür ich ihm sehr dankbar bin. Marko Eska. Sandra Culcu. Markus und Nancy Preller. was ich heute über Musik und Harmonielehre weiss.Viel Dank gebührt Herrn K. bestärkte mich bei der Bearbeitung des Thema. Ebensosehr danke ich Herrn Auwi Stübbe für die Betreuung während der Entwurfsphase. Seine bewusste und klare Sicht der formalen Dinge und die Stärke und Schönheit seiner Entwürfe. Danke! 33 . in sein praktisches Arbeiten und Entwerfen mit harmonischen Proportionen.H. die sowohl tatkräftig. Bodack. Heike Fürstenwerth. der mich mit der Erarbeitung des Themas "Harmonie und Proportion" betraute und mir die Möglichkeit gab. Susanne Wilcek. einen Teil der Ausstellung "Organische Architektur" zu gestalten. als auch mit Kaffee und guten Worten immer zur Stelle waren. Mein Dank gilt auch Herrn K. Ich danke Christine Döhner. Dank dem Architekturbüro Denkerzimmer und deren Unterstützung in Vorbereitung auf die Ausstellung.D. Karin Engelhardt. Schönheit.

Miriam Döhner Innenarchitektur Cottastrasse 35 07407 Rudolstadt mereeam@web.de . Der Entwurf einer Klangstation als Teil der Ausstellung "Organische Architektur" im Foyer des Berliner Philharmonie wurde zur Grundlage des intensiven Studiums harmonischer Proportionen.Die vorliegende Arbeit entstand als Vertiefungsarbeit im Rahmen meines Innenarchitekturstudiums als Vorstufe der Diplomarbeit.

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